Nr.346 39.Jahrgang Ausgabe A' Nr. 169 Bezugspreis: Bierteljährlich 180,- m, monatlich 60,-. rei ins Haus, voraus gahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memel gebiet, fomie Defterreich u Luxemburg ios, M., Hir das übrige Ausland 142, M. Vostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efth land, Finnland, Frankreich. Holland Lettland. Luremburg, Desterreich Schweden, Schweiz. Tschecho- Slowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Seimmelt und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Zoreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Nonpareillezetle toftet 25,- M. Reflamezeile 123-. ,, AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 7, W.( zuläffig wei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 6. M. 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Eine Ministertrise, die ohne einen entscheidenden Anlaß, ohne irgendein tatastrophenartiges Geschehnis hereinbricht, aus dem allgemein verbreiteten Gefühl heraus, daß es so nicht weitergehen tann, stellt sich von vornherein als Um Montag in später Abendstunde erschien der bayerische in Bayern eine derartige Erregung Gesandte v. Preger beim Reichstanzler, um ihm offiziell die hervorgerufen, daß wenigstens im Gebiete des rechtsrheinischen eine schwierige und ziemlich aussichtslose Sache bar. Denn Mitteilung fige, in einer besonderen Berordnung auf Grund des§ 48 der Bayerns unmittelbar mit einer erheblichen Störung oder eine derartige Krise entspringt nicht aus dem Verhältnis der Reichsverfaffung den materiellen Inhalt der Schuß nung zu rechnen ist, wenn das Gesez ohne jeden Borbehalt in Kraft druck einer Situation im Lande, die man als unerträglich der öffentlichen Sicherheit und Orb. Ausgefehe zu übernehmen, aber die Durchführung den baye- tritt. Es ist somit Gefahr in Berzug. Aus diesen Gründen sieht empfindet, ohne einen Ausweg aus ihr zu sehen. Es ist eine rischen Behörden und den bayerischen Boltsgerichten zu über- fich das fragen. Die Verordnung folle fich nur auf das rechts-§ 64 der Verfassungsurtunde des Freistaates Bayern, des Ar- Krise, die im eigentlichen Wortsinn feine ist, weil sie feinen rheinische Bayern erftreden, nicht auf die Pfalz. tels 48 Abfah 4 ber Reichsverfassung und auf Grund der staat- Wendepunkt bezeichnete, nur einen Kräfteverfall ausdrückt, Ueber die Stellung der bayerischen Regierung zum fichen Heheitsrechte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicher ein nervöses Berjagen. Reichstriminalgefeh wurde eine Erklärung noch nicht heit und Ordnung, die folgenden Anordnungen zu treffen." Und weil alles se dunkel und unklar ist, die Krise parlaabgegeben. Der Wortlaut der angefündigten Ausnahmever- Die Berordnung selbst bestimmt, daß das Reichsgefeh gum mentarij jo unmotiviert, so gibt ihr jede Bartei die Formel, ordnung liegt der Reichsregierung noch nicht vor. Das Reichs- Ethus der Republit in Bayern mit ber Maßgabe gelten, daß an die am meisten ihrem Barteivorteil entspricht. Als Facta die, fabinett wird heute vormittag wieder zusammentreten, um Stelle der Reichsregierung(§ 23 Abf. 1) bie bayerische Regie. Regierung übernahm, fi felbst und andern überraschend, über die Lage zu beraten. Der Austritt der Demo- rung und an Stelle des Staatsgerichtshof die Boltsgerichte zuständig war der Fafcismus schon das dringendste Problem der innern fraten aus der bayerischen Regierung bestätigt sich. find. Berbote von Versammlungen, Zeitungen, Auflösung von Ver. Politik Italiens. Wahrscheinlich hat er den guten Willen geeinen usw. werden vom bayerischen Minister des Innern erlaffen, habt, dies Broblem zu lösen, aber es ist ihm nicht gelungen, Beschwerde ist beim Obersten Landesgericht zulässig. Art. V bero wenig es Bonomi gelungen ist, die Geister los zu werden, Berfaffung befagt:„ ichtbayerischen Polizeiorganen ist innerhalb die Giolitti gerufen hat, um sich ihrer bei den Wahlen vom des Geltungsgebiets diefer Verordnung die selbständige Bornahme Mai 1921 als Wahlhelfer gegen die Sozialisten zu bedienen. von Amtshandlungen in Bayern verboten." Der Fascismus ist dreifter geworden, seine Straferpedi Die bayerische Regierung spielt eine Rolle, um die sie niemand beneiden kann. Nachdem uns aus München zuerst erklärt worden war, daß das Gesetz zum Schuh der Republit für anern unerträglich sei, weil es sein politisches Empfinden Die Berordnung gilt für das rechtsrheinische Bayern und soul tionen häufiger, feine Berwüstungen umfassender. Aber das fronte, erfahren wir jetzt, daß der materielle Inhalt dieses Gesetzes von Bayern in Form einer Verordnung auf Grund zugleich mit dem Reichsgesetz in Kraft treten,( Tatsächlich tann Gefährliche des Fascismus liegt nicht so sehr in seinen Branddes Art. 48 der Berfassung übernommen werden soll. Die fie gar nicht in Kraft treten", weil fie verfassungsstand, daß die Staatsgewalt in der Abwehr und Repression bayerische Regierung ist also feineswegs eine Geg nerin des materiellen Gesezesinhalts, fie scheint im Gegenteil von ihm fo sehr entzückt, daß fie Wert darauf legt, ihn it Form einer eigenen Berordnung herauszubringen und verant wortlich zu zeichnen! werden. miprig ist.) vollständig versagt. Der Fascismus als der reaktionäre Erklärung der Sozialdemokratie. Umfturz, der ganz offen auf eine Militärdiktatur hinMünchen, 24. Juli.( Eigener Drahtbericht) Eine Konferenz arbeitet, findet teine Polizei, die ihn zurückweist, feine ber Cozialbemetratifchen Frattion des Bayerischen Beamten, die ernst machen mit seiner Bekämpfung, keine Landtages, der bayerischen Landeszentrale und der bayerischen Be. Richter, die seine Totschläger und Brandstifter veurteilen. Bayern will also das Gesez ausführen, aber es beginnt girtsleitungen der sozialdemokratischen Partei hat einen Aufruf Italien steht in einer Periode scharfen und bewußten Klassendamit, es nicht auszuführen. Einen integrierenden Bestand an die Deffentlichkeit gerichtet, in dem es heißt: tampfes und die Bourgeoisie, die die Polizei auswählt und teil des Gesetzes bildet nämlich die Einrichtung des Staats-„ Jeder Versuch, die Schußgefeße, die Teile des Reichsrech- in dem Fascismus ihre Leibgarde gegen die Soziadressiert, die die Beamten- und Richterstellen inne hat, sieht gerichtshofs. Diese soll auf dem Wege einer Verordnung tes find, für Bayern ganz oder teilweise außer witfamkeit zu liften und läßt sich von der Regierung nicht gegen den beseitigt, die„ Bollsgerichte" sollen an ihre Stelle gesetzt fehen, stellt einen Berfaffungsbruch und einen Angriff auf den Fafcismus gebrauchen. Hier liegt der Angelpunkt des Bestand der politischen Einheit des Reiches dar, der heutigen Konflikts, daß die Regierung in einem Lande mit Das alles soll nur für das rechtsrheinische Bayern von der Reichsregierung wie vom Reichstag mit allen verfügbaren demokratischen Institutionen sich im Parlament nicht begelfen. In der Pfalz darf das Reichsgefez in Kraft gefeßt ütteln abgewehrt werden muß. Die Konferenz erklärt es als Pflicht haupten fann als ausschließlicher Sachwalter der Interessen werden, die Pfälzer sollen, wenn sie gegen das Gesetz ver aller reichstreu gesinnten Boitskreise Bayerns ohne Unterschied der der hohen und mittleren Bourgeoisie, während dieselbe Reftoßen, vor den Staatsgerichtshof fommen. Für das andere Partei, im Intereffe der Erhaltung des inneren Friedens im deut gierung im Lande nicht imftande ist, die Machtmittel des Bayern wird eine Ertramurst gebraten. fchen Bolte und des Anjehens Deutschlands vor der ganzen Welt Staates gegen die Söldnerscharen dieser Bourgeoisie aufDas Kabinett wird heute über diese fonderbare Erklärung den Standpunkt der Reichsregierung zu unterzuwenden. Die Regierung fann vor dem Barlament nicht beberaten. Sicherlich wird es mit großem Intereffe von der fühen und die drohende Anarchie und Rechtsunsicherheit stehen, weil ihre Erefutivorgane dem Fascismus gegenüber Auffassung der bayerischen Regierung Kenntnis nehmen, daß von Bayern abzuwehren. Die Konferenz beauftragt die hierfür zu- versagen: hier liegt das Problem des Fascismus heute, wo es zwei Bayern gibt, eines, das ohne weiteres Reichs. ftändige Stelle der sozialdemokratischen Parteien, im Sinne diefer es durch das Tun der einen und das Unterlaffen der andern gebiet ist und ein anderes, das sich um seine Pflichten als Teil Auffassung fätig zu fein und die gesamte Bevölkerung in dem ge- sich hat voll auswachsen fönnen. Noch vor wenigen Monaten des Reiches mit faulen Rompromissen herumschlän eignet erscheinenden Augenblick zur Anteilnahme an dieser Abwehr war die Situation wesentlich weniger verwidelt; damals aufzurufen. Hieraus ergibt sich für die ganze republikanische Bevöl- fehlte der Regierung im Parlament der Rückhalt, falls es eine geln mill. Auf diese Kompromisse einzugehen, ist die Reichsregierung terung Bayerns die Verpflichtung, felbständige Affionen irgendwel- ernstliche Zurüddämmung des Fascismus versucht hätte, heute gar nicht in der Lage. Daß ein Gesez, um in einem der rt su unterlassen, sich aber für alle Möglichkeiten fehlen ihr die Machtmittel, diese zurückdämmung auch nur Reichsteil zur Geltung zu gelangen, erst in eine Berorb. bereit zu halten." zu versuchen. nung einer Landesregierung Dieser Zustand trägt dem gefährlichen Zustand Rechnung, der in umgewandelt werden muß, ist ein unfinniger Standpunkt, der in der Reichs Bayern seit der Ermordung Rathenaus eingetreten ist. verfaffung feine Stüße findet und der, einmal angenommen, zu geradezu aberwißigen Konsequenzen führen müßte. Außerdem ist die Kompetenz des Staatsgerichtshofs für bestimmte Straftaten und das neue Gesetz unzwei- der es heißt: deutig festgesetzt. Sie durch die Kompetenz eines anderen Gerichts zu ersetzen, ist die Reichsregierung ebensowenig befugt wie die bayerische Landesregierung selbst. Bir fönnen uns feine andere Antwort der Reichsregie rung denken als die, daß sie weder die Absicht hat, noch ohne schwerste Bernachläffigung ihrer Pflicht nicht in der Lage ist, die Verfassung des Reichs auf dem Kompromißwege ftüdmeife zu verhandeln. Protest der bayerischen Demokraten. Die bayerischen Demokraten haben eine Rundgebung erlaffen, in Da so die Krise nicht im, Parlament liegt, sondern im Berhältnis der Regierung zu den Organen der Staatsgewalt, ist bem parlamentarischen Hotuspotus über den vermutlichen Nachfolger feinerlei Schrante gezogen. Am flarsten ist die Stellungnahme der Kleritalen, die allerdings auch am Der Wegs den die Staatsregierung im Bollzug der fterium, dem sie angehörten, ein Bein gestellt haben. Nicht nötigsten eine Erklärung dafür brauchen, daß sie dem MiniBeschlüsse der Bayerischen Volkspartei einschlägt, erscheint uns ver mit Unrecht sagte Muffolini, daß sie im Kabinett die fajfungsmäßig ungangbar und politisch gefährlich. tolle gespielt hätten, wie die Mäuse in einem Käselaib: ihn einen Gegenstand ein Reichsgefes ordnungsmäßig ergangen ist, nicht Regierung durch die Tatsache der Zugehörigkeit der Rechten Staatsrechtlich fann nach unserer Ueberzeugung, wenn soeben über von innen aufzufreffen. Heute meinen die Klerikalen, daß die eine Sonderverordnung des Landes auf Grund des Artikels 48 zu ihrer Realition in ihrer Bekämpfung des Fascismus geAbs. 4 der Reichsverfassung erlaffen werden, durch welche die hemmt worden sei, daher nicht imftande war, den Frieden im Durchführung des Reichsgefeges verhindert wird; Lande herzustellen, weshalb die Klerikalen sich von ihr abgefonft tönnte jebes Band nach freiem Belieben den Bollzug jedes wendet hätten. Ihre Partei, die nach der sozialistischen den Die bayerischen Verordnungen. Reichsgesehes, das ihm nicht zusagt, auf diese Weise vereiteln. Die stärksten Anhang in den Massen hat, hat gleich nach der Krise, München, 24. Juli.( MTB.) Das bayerische Gesamtminifterium Forderung der Bayerischen Volkspartei, das Reichskriminalnob am felben Abend, ihre Richtlinien für die Lösung aufge= hat heute abend die Berordnung zum Schuße der Berpolizeigefeß von vornherein für unwirksam für Bayern zu erstellt: ein demokratisch- reformistisches Kuvinett, ohne die faffung der Republif, beren Wortlaut im Ministerrat, der flären, steht mit dem flaren Borilaut des 5. b. Rechte und ohne die Sozialisten, weil diese eine furz nach 7 Uhr zu Ende ging, festgestellt wurde, veröffentlicht. Die schnitts ber Reichsverfaffung in offenem wider antitonstitutionelle Bartei sind. Ohne es auszusprechen, be= Berordnung ist von fämtlichen Staatsministern mit Ausnahme des fpruch." ruht diese Forderung auf der Boraussetzung sozia= zurüdgetretenen Handelsministers Hamm unterzeichnet und beWarnung vor dem Staatsstreich. listischer Unterstügung, da sich eine Regierung gegen ginnt mit folgender Erflärung: Der Deutsche Reidstag hat am 18. Juli 1922 ein Gefeß Bartei( 3entrumspartei in Bayern), Das neue Bolt in München, 24. Juli.( Ill.) Das Ergan ber chriftlichsozialen die Rechte und die Sozialisten, insgesamt etwa 210 Stimmen, nicht behaupten tönnte. zum Schuße der Republit erlaffen. Darin ist zur Aburteilung gewürzburg, veröffentlicht in Fettdruck folgende Warnung per cinem Die Rechte selbst, die sich übrigens bei dem Mißtrauenswiffer politischer Straftaten ein Gericht eingesetzt worden, das im Staatsstreich:„ Unsere Barnung in letzter Nummer war berechtigt: votum gegen Facts geteilt hat, indem die Fascisten gegen das ganzen weder mit Berufsrichtern noch mit Schöffen oder Geir stehen in Bayern vor der Entscheidung. Die Regierung Kabinett, die Nationalisten, die Fraktion Salandra und die schworenen, sondern zum größten Teil mit Personen befeßt iſt, für erchenfelb, aufwach, den geheimen Ereibereien grarier dafür stimmten, tischt als ihre Forderung die Forderen Auswahl politische Gesichtspuntte in Frage fommen. Das bayerische Bolt erblickt barin in seiner überwiegen entgegenzutreten, fann vor schwere Ueberraschungen gestellt mer mel auf: wir dulden feine Reaktion, wobei sie unter Reattion den. Fanatische den Mehrheit eine Berlegung der Grundrechte der Staatsbürger planen diefer Tage Aftionen, welche die schwersten Berwicklungen hat mit der größten Deutlichkeit gesagt, daß jede Repression den. Fanatische Geheimbünbler und politisch verrannte Köpfe jedes Borgehen gegen den Fascismus verstehen. Mussolini Grundlagen der Weimarer Reichsverfassung. Der Inhalt des Ge- bringen fönnen. Es geht um den Bürgerkrieg, um den Be fetzes und die Art feines Zustandekommens gegen den wohlbegrün. stand des Reiches und Bayerns." beten Einspruch der bayerischen Regierung haben ( Siehe auch 3. Seite.) brängen würde. Die von den Fascisten der Regierung gestellte Alternative läuft alfo darauf hinaus: entweder wird uns die straffreie Gewaltattion gegen die sozialistische Ar beiterschaft gewährleistet, oder wir wenden unsere Gewalttat auch gegen die Regierung. Wenn die armen bedrängten Fascisten nicht einmal das Recht haben sollen, Arbeiter- kammern und Volkshäuser anzuzünden und die Arbeiter- führer niederzustechen, dann verlassen sie diese„legale Taktik", um auch die Rcgierungsgebäude in den Bereich ihrer Handgranaten und die Beamten und Richter in den ihres Messers zu ziehen. Wehe! ruft das„Giornale d'Jtalia" im Tone der Kalsandra, wenn man den Fascismus von dem Wege der Gesetzmäßigkeit abdrängen sollte: leider sagt das edle Blatt nicht, wie man dieses Kunststück fertig bringen könnte. Wenn die Rechte keine„Reaktion" will, sondern den „freien Bürgerkrieg im freien Staate", so weiß die in vielen Farben schillernde Linke überhaupt nicht, was sie will, eine Eigentümlichkeit, an der sie schon vor dem Kriege litt. Diese Linke, die offiziell die bürgerliche Demokratie vorstellt, strebt vor allem danach, sich irgend etwas wie Eigenart zu bewahren. Da sie in drei, mit den Reformisten in vier Parteien zerfällt, hat sie immer mit der Gefahr zu rechnen, von der klerikalen Volkspartei ganz in die zweite Linie gerückt zu werden. Auf alle Fälle wird diese Linke die M i n i st e r stellen müssen. Man spricht von einem neuen Ministerium Orlando. Die Namen besagen nachgerade nichts mehr, weil die Linke als solche längst kein eigenes Programm mehr hat, sondern es empfängt, je nachdem sie bei den Klerikalen, bei der Rechten oder bei den Reformisten ihr Rückgrat sucht. Die Krise findet unsere Partei uneins und un- orientiert. Der„Avant!" stellt eine ähnliche Alternative, wie sie Mussolini in der Kammer gestellt hat, mit dem Unterschied, daß Mussolini die Freiheit für eine außerhalb der Gesetze stehende Betätigung seiner Partei forderte, während der „Avanti" die Anwendung der Gesetze zum Schutz des Prole- tariats fordert. Wie Mussolini sieht auch der„Avanti" keinen andern Weg als den des bewaffneten Aufftandes. Im ganzen Piemont ist der Generalstreik zum Protest gegen die fascistische Gewalttat proklamiert worden: ebenso in Mailand. Unser Zentralorgan schreibt:„Wir fordern für uns keine Vor- zugsbehandlung. Uns gilt die Regierung, jede Regierung, als Feind. Wir fordern aber, daß sie uns außer den Mitteln der Repression, über die die Bourgeoisie im Staate gebietet, nicht über ein außer dem Gesetz stehendes Heer verfügt, dem die Gewißheit der Straflosigkeit und die Mitschuld der Regierung Mut und Frechheit verleihen." Was die kollaborationistische Gruppe innerhalb; unserer Partei betrifft, die für ein Zusammenarbeiten mit den bürgerlichen Parteien ist, so ist nicht anzunehmen, daß sie einen entscheidenden Einfluß auf die Lösung der Krise gewinnt, ob- wohl es schwerlich ohne ihre Haltung jetzt zur Krise gekom- men wäre. Den Ausschlag geben heute die Klerikalen mit ihren 110 Stimmen, wie ihn die sozialisUsche Partei geben könnte, wenn sie einig und geschlossen wäre. Die Kleri- kalen haben erklärt, weder bis zu den Sozialisten noch bis zur Rechten gehen zu wollen. Von einen: kollaborationistischen Experiment dürfte also jetzt n i ch t die Rede fein. Bürgerliche Blätter wollen wissen, daß Turati bereit sei, einem Ruf zum König(der sich während jeder Krise mit den Parteiführern beraten muß) Folge zu leisten. Man hat den Eindruck, daß dem Provisorium Facta ein neues Provisorium folgen werde. Im parlamentarischen Leben hat man eine große Vorliebe für provisorische Zustände, die den Aspiranten ein Türchen offen lassen. Gerade heute bietet aber dieser Zustand des ewigen Zuwartens eine große Gefahr, weil eine Regierring ohne Autorität ihre Exekutivorgane immer schlaffer'im Zügel hält. Man vergegenwärtige sich, wie sehr die innere Lage sich seit der vorigen Krise verschlechtert bat: die Klerikalen haben die Zeit benutzt, die geistigen Po- sitionen des Landes zu besetzen, während die Reaktion immer ausschließlicher über Polizei, Beamte und Gerichtsbar- keit gebietet. Je länger man mit proisorischen Lösungen weiter wurstelt, um so mehr wird die unvermeidliche Abrechnung mit dem Fascismus das Land vor die Alternative stellen: Militärdiktatur oder Bürgerkrieg. vöikijchs Studenten und völkij�es Deutfth Hon Joseph Roth. Den Studenten ist es verboten, in Marburg zu„tagen". Sie „tagten" also in Wlirzburg. Sie behaupten in Mulles„Deutschem Abendblatt", daß„die Mehrzahl der Einberufer zwar das völkische Problem hochhalten"— eine akrobatische Leistung—, daß aber auch „die Andersdenkenden Sitz und Stimme haben", was allerdings leichter ist als das Hochhalten eines Problems. Es berührt die Studenten„seltsam", daß die Studentenschaften, die„vom Kul- tusminister öffentlich anerkannt sind"(auf Grund einer Verordnung des Ministers Haenisch), plötzlich nicht mehr„tagen" dürfen— und sie haben überdies„keine Deranlasiung", den Minister Haenisch„An- tisemit zu nennen". Und der Zweck des Studententages ist kein anderer,„als einen neuen Versuch zu machen, die Einigkeit wieder herzustellen". Die akrobatischen Leistungen steigern sich: denn ist es schon sehr umständlich, ein Problem hochzuhalten, so übertrifft die Fähigkeit, gleichzeitig auch die Einigkeit wiederherzustellen, alles bisher im Variete Dagewesene. Ich habe nie begriffen, wozu deutsche Studenten auch noch „tagen, da sie doch ohnehin müde sein wüßten von den vielen durchwachten Nächten. Jetzt aber wissen wir es: sie wollen die Einigkeit wiederherstellen, und sie haben eine„Mehrzahl, die das völkische Problem hochhalten". Vom Standpunkt der deutschen Grammatik ist die„Mehrzahl"(auch eine völkische) zwar' eine Ein- zahl, die also ein Problem(und wäre es noch so schwer) nicht „hoch halten", sondern hoch hält. Da ober die Kenntnis der deut- sehen Sprache gewöhnlich jenen„Andersdenkenden" eigen ist, die nur„Sitz und Stimme" haben und ferner all jenen Unterrichtsmini- stern, die die Studenten„Antisemit zu nennen keine Veranlassung haben", wollen wir diesmal die körperliche Geschicklichkeit, die sich im Hochhalten des Problems kundgibt, statt jeder sprachlichen Ge- nauigkeit gelten lassen,— vorausgesetzt, daß die Studenten von ihren Verfiichen,„die Einigkeit wiederherzustellen", schleunigst ablassen. Allein, sie werden nicht! Sie verwahren sich dagegen, daß ihnen „zerstörende Gedanken untergeschoben werden". Wie soll man da noch ein Problem hochhalten, wenn einem fortwährend ein zerstö- render Gedanke nach dem andern untergeschoben wird? Die Mehr- zahl, um im Stil des Völkischen zu bleiben,„halten" das nicht aus. Die Mehrzahl„tagen" also und maen redlichch den Versuch, die Einigkeit wiederherzustellen. Welche Einigkeit? Mit den„Anders- denkenden"? Mit der deutschen Sprache? Mit den„alten Herren"? Etwa Einigkeit zwischen dem Rektor der Berliner Uninersität und der Republik? Zwischen den akademischen Behörden und dem wegen einer Feier für die Republik relegierten Studenten? Zwischen Düh- ringer und Mulle? Zwischen Biert'mpfl, dem Defraudanten— der alle seine Kameraden übertraf, indem«r, völkisches Problem und Kasse hochhaltend, den Rektor fast genau so empört hat, wie eine republikanische Demonstration,— und den Hohenzollern? Einigkeit zwischen Rosner und den Antisemiten? Welche Einigkeit wollten die Studenten in Mürzburg wiederherstellen? Waren wir schleckt informiert? Gab es denn überhaupt ein« Uneinigkeit zwischen Ankermann und dem dcutschnationalen Parteibureau? Irgendeine Uneinigkeit muh da gewesen sein, denn die Studenten schreibe«: Interesse des Staatskommissars für fluf üem Wege zur Einheit. Der Provinzialausschuß des Bezirksverbandes Brandenburg der Unabhängigen Partei befaßte sich am Sonntag mit der poetischen Lage und nahm nach ausgedehnter Diskussion folgende Resolution einstimmig an: „Der Provinzialausschutz der USP. für die Provinz Branden- bürg und die Grenzmark, bestehend aus den Vertretern der ein- zelnen Kreise, den Abgeordneten und Sekretären, billigt die von der Zentralleitung und der Reichstagsfraktion feit dem Rothenau-Mord eingeschlagene Politik. Der Prooinzialausschuh erblickt in den gemeinsam geführten Kämpfen die einzige Gewähr für den wirklichen Schutz der Repu- blik und den endgültigen Sieg über die erstarkte monarchistisch- militaristische Reaktion. Der Provinzialausschutz erkennt, daß zur Stunde«ine Ein,- gung mit der K P-D. unmöglich ist, da die KPD. unter der Direktion der Moskauer Sowjetregicrung steht und als deren Werkzeug keine den tatsächlichen deutschen Machtverhältnissen ent- sprechende proletarische Posstik machen kann. Deshalb sind die Verhandlungen der Zentralleitung unserer Partei mit der Zentrale der SPD. zwecks Schaffung einer großen, gesunden, ans dem Boden des Klassenkampfes stehenden sozialistischen Partei aufzunehmen. Vor dem Parteitag und auf diesem selbst ist dann Bericht zu geben und das zur Diskussion zu stellen, was als organi- satorifch« und programmatische Grundlage der zu verschmelzenden Parteien gelten soll." Nur auf dem Wege der zentralen Verhandlungen ist die organisatorische Vereinigung der sozialdemokratischen Parteien zu schaffen. Wir wären vielleicht längst dem Ziele näher, wenn diese Erkenntnis schon früher nicht nur bei der Sozialdemo- kratie vorhanden gewesen wäre, und wenn nicht der Glaube, die Einigung könnte über die Köpfe der Führer hinweg herbei- geführt werden, nicht allzu viele Unabhängige irregeführt hätte. LVo bleibt wulle? Rätselhaftes Verschwinden einer Tageszeitung. Als Herr Wulle, aus der„Deutschen Zeitung" unfreiwillig ausgeschieden, sein„Deutsches Abendblatt" in die Berlin«- Zeitungs- weit einführte, kündigte er diese Neuerscheinung mit den verheißungs- vollen Worten an:„Jede Nummer ein politisches Ereignis". Das interessanteste politische Ereignis war jedoch jene Nummer des neuen ! Blattes vom Sonnabend, die nicht mehr erschien. Das„Deutsche Abendblatt" war mit einem Male verschwunden, wie vom Erdaoden weggeblasen, und bis heute fehlt von dem Verschollenen jede Spur. Man glaubte zuerst an ein polizeiliches Verbot. Ein solches war aber nicht ergangen und wäre auch nicht gerehticrnzt gewesen. Denn ähnlich wie die Kommunisten soviel damit zu tun haben, die Sozialdemokratie totzuschlagen, daß sie an den Kapitalis- mus gar nicht herankomnien, waren die„Völkischen" neuerdings so sehr mit der dcutschnationalen Parteileitung besch's- tigt, daß sie gor nicht dazu kamen, sich um republikanische Minister,! Juden und andere Aergernisse zu kümmern. Dos Gesetz zum Schuy der Republik würde aber Verbote, die nur darum erfolgen, weil die deutschnational« Parteileitung einer herben Kritik unterzogen wird, nicht rechtfertigen. In unserer Sonntagsausgab« meldeten wir auf Grund zuver- lässiger Mitteilungen, daß das Verschwinden des Wulle-Blattes auf deutschnationales Betreiben zurückzuführen fei. Wenn jetzt die„Deutsche Tageszeitung" erklärt, sie, beziehungsweise ihre Druckerei sei es nicht gewesen, die dos völkische Büffelhorn zum Schweigen gebracht hat, so sehen wir darin keinen Grund zur Aen- derung unserer Auffassung, die sich wie gesagt, aus zuverlässige Mit- teilungen stützt. Die Polizei ist es nicht gewesen, und die Druckerei der„Deutschen Tageszeitung" ist es auch nicht gewesen— wer war nun der Täter? Und wo ist dos edle Blatt geblieben? Wir bleiben bis zum Beweis des Gegenteils bei der Bbhaup- hing, daß es die deutschnationale Partei selbst mar, die sich ihr eigenes„Schutzgesetz" geschaffen hat und dieses nun unborm- herzig zur Anwendung bringt. Die deutschnationale Press« hüllt sich in Schweigen. Nur die„Kreuzzeitung" ringt sich den lapidaren Satz ab:„Das Nichterscheinen des völkischen Blattes des Abgeard� neten Wulle hängt mit einem Verbot, nicht zusammen." Und der nächtliche„Tag" erklärt, die Druckerei habe sich „wegen fi'nanz�tller Differenzen" geweigert, die Ar- beit fortzusetzen. Merkwürdig, daß diese„finanziellen Differenzen" in dem Augenblick entstunden, als das Blatt auf die deutschnatinnale Parteileitung zu schimpfen begann. Uebrigens wollten die Völkischen es in einer anderen Druckerei„auf eigene Kosten"(auf wessen Kosten erschien es denn bisher?) weiter erscheinen lassen. Also, man darf doch noch hoffen! Rebellion im dcutschnationalen Lager. Wie die.„Kreuzzeitung" mitteilt, hat der Dertretertag des Be» zirksverbandes Osnabrück der Deuffchnationalen Partei zwei Resa- lutionen angenommen, von denen die eine dem ausgeschlossenen Abg. Henning einstimmig unbedingtes Vertrauen ausspricht, während die zweite es scharf tadelt, daß der Ausschluß ohne An» hörung der Wählerschaft erfolgt ist. Das Arbeitsrecht in Gberfchlesien. Das deutsch-polnische Abkommen über Oberschlesien sieht für seine Durchführung auf dem Gebiete des Arbeitsrechts die Ernennung eines deutschen und eines polnischen Bevollmächtig- ten für Arbeirsfragen vor. Zum deutschen Bcoollmächiigten für Arbeitsfragen hat die Rcichsregierung den früheren Regierungs» rat im Reichsarbeitsministerium, Dr. Mar Brahn, ernannt. Dr. Brahn ist Oberschlesier und aus seiner Tätigkeit im Reichsarbeits» Ministerium mit arbeilsrechtlichen Fragen vertraut. Nach dem Abkommen hat der deutsche Bevollmächtigte in allen Fällen der Verletzung von Bestimmungen des Abkommens über die den Arbeit- geber- und Arbeitnehmervereinigungen gewährleistete Bereinigung?» und Versammlungsfreiheit auf Beschwerde für Abhilfe zu sorgen. Gelingt chm dies nicht durch Verhandlungen mü dem von der polnischen Regierung ernannten polnischen Bevollmächtigten für Arbeitsfrogen in Oberschlesien, so muß er die Beschwerde dem deutschen Staatsvertreter zur Borlage an die Gemischte Kommission in Oberschlesien abgeben. Der deutsche und der polnische Bevoll- mächtigte haben gemeinsam die Befugnis, zwecks Zustandekommens gemeinsamer Tarifverträge für beide Teile des ehemaligen Ab- ftimmungsgebiets Schlichtungsstellen einzusetzen, deren Schieds- sprüch« für verbindlich zu erklären und die Allgemeinverbindlich- erklärung gemeinsamer Tarifverträge für beide Teile des ehe- maligcn Abstimmungsgebiets auszusprechen. Im übrigen ist der deutsche Bevollmächtigte Referent des deuffchen Staatsvettrcters in allen arbeitsrechtlichen Streitigkeiten vor der Gemischten Kommission und dem Schiedsgericht in Oberschlesien. Dr. Brahn wird sich um- gehend nach seinem Amtssitz BemHen(O.-S.) begeben und dort mit den Beteiligten Fühlung nehmen. Versagung von Erwerbslosenunterstützung. Ein Erlaß des Ministers für Volkswohlfohrt besagt: In den Fällen, in denen die Erwerbslosenfürsorge eingestellt worden ist, weil sie die zulässige Dauer erreicht hat, ist die Unterstützung mit Ablauf von weiteren 2m liegt offenbar der Sexual- Mystizismus zugrunde, der ebenfalls im Treiben pervers Der- anlagter oft eine Rolle spielt. M. Sch. Tobias Pemberlein auf dem Breltl. Der rührige Direktor der Alhambra am Moritzplatz hotte seinen Gästen etwas ganz Be- sondsres angekündigt. Herr Pemberlein, dessen verkappte Phantasie uns in so unerwartete Gegenden lockt, daß wir fast an seiner Wirklichkeit zweifeln, sollte leibhaftig auftreten, und zwar auf den Brettern, auf denen sonst auf dem Kopf und mkt nackten Beinen getanzt und von Kraftmenschen geschwitzt wird. Alles war gespannt: der Direktor, das Publikum und Pemberlein selbst. Alle drei Parteien hatten es gut gemeint, ober der Mensch denkt und die Gewohnheit lenkt. Es war kein rechter Erfolg. Man soll die Perlen nicht... oder sagen wir lieber so: zu einem Eisbeinessen passen keine Austern. Wie auch Ehristion Morgenstern nicht von vornherein verstanden wurde, so braucht das Groteske an den Einfällen und am Spiel Pemberlein? sein« Zeit. Wenn wir seine Geschichten lesen, werden wir jeden Augenblick durch eine ganz unerwartete Idee, oder durch eine unerhörte Wendung von neuem überrascht. Mit innerlichem Wohlbehagen lesen wir die Stelle noch mal, und wenn wir fertig sind, lehnen wir uns zurück und kosten behaglich den Genuß aus. Auf der Bühne, noch dazu im Garten, verpuffen Feinheiten und Pointen. Das Publikum ahnte entfernt den über- wütigen Humor, und mancher lachte stillvergnügt in sich hinein, indessen siegt auch im Variete noch immer eine unmögliche Hose über die Literatur. E. D— r. Klara Meyer, das langjährige Mitglied des Berliner Schau- spielhaufes, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Nur die ältere Generation wird sich ihrer erinnem, denn seit Jahrzehnten hielt sie sich von der Bühne fern. Ihre Zeit waren die 70er und 80er Jahre, wo sie als erste Liebhaberin zu den sympathischsten Er- scheinungen des Hofthsoter-Ensembles gehörte. Sie war keine geniale oder irgendwie glänzende Darstellerin, ihre Kunst trug einen, man könnte sagen, gut bürgerlichcn Charakter. Sie brachte kpine künstlerischen Offenbarungen, aber in einer Zeit, wo markt- schreicrisches Virtucsentum die Szene beherrschte, hat Klara Meyer stets künstlerische Vornehmheit bewahrt, und sich trotz ihrer Beliebt- hcit niemals zu«ufdringlicher Solospielerei verleiten lassen. Ihre bekanntesten Rollen waren Gretche», bezähmte Widerspänstigc, Minna von Barnhelm, Julia, Emilia Galotti, Antigone. Seit 1871 hatte sie dem Schauspielhaus angehört, Zlnfang der 90er Jahre war sie von der Bühne zurückgetreten. Sandinsky, der Vorkämpfer und vorzüglichste Vertreter der sogen,„absoluten Malerei", ist als Lehrer an das Staatliche Bauhaus zu Weimar berufen worden. Schade, daß die preußische Kunswerwaltung diesen genialen Künstler und Theo- retiker, der vor einem halben Jahre von Moskau nach Berlin über- gesiedelt war, sich hat entführen lassen! Roch einmal„Ehnzbe". Man schreibt uns: Als alter Mit- arbeiter de-„Vorwärts" nehme ich mir die„Chuzbe", zu erklären, daß die Vorwärts-Redoktion durch ihre l.tzte Notiz in der„Chuzbe"- Frage eine— allerd'ngs begreifliche— beschämende Ungelahrthcit in hebräischen Dingen bekundet bat: dos Wort heißt nämlich richtilx „E h u tz p o h" Will man es nun in den deuischoölkischm Sprachgebrauch ausnehmen— wogegen nichts cinzuw-nden wäre— so nehme man es in feiner ursprünglichen Klangfülle, nicht aber klangt l« verstümmelt und verkrüppelt als„Chuzbe". K. Jlt. 346 4 z». Jahrgang t)!e««tog, S5. Juli 1954 Die Dank öer Das Leihamt als Wirtschaftsbarometer.— S Die Pfandleihe, einer der verstecktesten und am wenigsten be- achteten Eewerbebetriebe, hat, wie alles in dieser Zeit, eine gründ- liche Wandlung durchgemacht. Wenn auch nach dem Wort„Not kennt kein Gebot" heute der Gang zum Leihhaus vieles von dem alten schämigen Wesen verloren hat, so wird der„letzte Gang" doch immer mit schwerem cherzen getan. In dieser Zeit vielleicht noch schwerer als früher, weil die Not bitterer geworden ist und mancher Kunde, der sonst aus Leichtsinn zum Leihhaus ging, es heute nicht weiß, ob je die Zeit ihn in die Lage bringen wird, das versetzte Pfand wieder einzulösen. Doch dies ist es nicht ollein, was das Gewerbe der Pfandleihen dem Mißkredit des Publikums von jeher aussetzte: es ist vielleicht das, daß wir Leihhaus und Wucher identifizieren. Der Gedanke: es will jemand aus der Notlage eines anderen einen Nutzen ziehen, ist es, der uns gegen das Pfand- leihgewerbe voreinnimmt und dieses alte Porurteil gilt es zu be- fettigen. früher und heute. Die Gefahr der Ausbeutung des Darlehnsempfängers hat schon im Mittelalter zunächst dazu geführt, daß die Pfandleihen von Wohl- tätigkeitsanstalten(mantes pieuti«), bei denen unlautere Zwecke fortfielen, besorgt wurden. Auch in Deutschland spielte bis zum Z9. Jahrhundert nur das von Staat oder Gemeinde betriebene Pfandgewerbe eine Rolle: erst nachher wurde es von Privaten, meist auf Grund besonderer Erlaubnis betrieben. Ein Stückchen von dieser alten Gepflogenheit hat sich auch noch in der heutigen Praxis erhalten. So fließen z. B. die Ueberschüsi« aus Pfandversteigerungen nicht dem Pfandleiher zu, sondern den Armendirektionen: beim staat- lichen Leihhaus in Berlin betätigt sich als stiller Teilhaber«in altes Damenstift. Die Pfandleihe ist im heutigen Leben eigentlich nur eine Art Bank jener kleinen Leute, die sonst an mobilen und immobilen Kapitalien nichts anderes aufzuweisen haben als die wenigen Wirtschafts- und Kleidungsgegenstände, mit denen sie den täglichen Bedarf regeln. Für sie ist ein guter Anzug oder eine Taschenuhr noch ein kreditwürdiger Gegenstand, den eine Pfandleihe als Guthaben annimmt, während die großen Banken sich für solche Einlagen in ihre Tressore bestens bedanken würden. Der Nutzen kann demgemäß auch nicht groß fein, der aus solchen kleinen Ge- schäften springt, dem Zweck der Uebung gemäß darf eine Pfandleihe auch nur ganz minimale Sätze für das Verleihen»en Geldern auf Pfänder nehmen: diese Sätze sind durch Nersügungen geregelt. Das pfanöhaus al» Wirtsch«st»b«r»«eA, S»»it«t»r«t Dr. Max Ebel u»d Ge- richtamedizinalrat Dr. Dhreafurth, den Angeklagten, ber u.«. den Kriminalkammifiar Dr. Kapp als„Perlrauensmonn des Bw bandes Berliner Kupplerinnen" beim Polizeipräsidenten. Ministet und Staatsanwalt angezeigt hatte für einen schweren Psycho. pathen� b«i dem gewisse Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit vorhanden feien. Da beide Sachverständige den Antrag aus 8 81 StPO. stellten, beschloß das Gericht, den Angeklagten erst auf die Dauer von sechs Wochen in einer öffentlichen Irrenanstalt auf seinen Geisteszustand beabachten zu lassen. Mit Säbel unü hanüfthellen. Au» dem idyllischen, in der Rühe von Erkner gelegenen Grün« beide wird uns ein Vorgang berichtet, der an die Zeiten des alten Regimes gemahnt. Ein Trupp jugendlicher Wand««»«sammelte sich nach einem Gewitter in Grünheide vor dem Lokal»on Ben- find und fang die Internatisnale. Die» wirkt auf die in der Nähe stehenden drei Polizeibeomten derart, daß sich ein« von ihnen veranlaßt sah, auf die Sänger drohend und schimpfend einzudringen. Ein Jugendlicher oerwahrte sich energisch gegen diese Behandlung und crreichte nur, daß der betreffend« Beamte noch aufgeregter wurde, ihn sogar mit dem blanken Säbel bedrohte. Ein zweiter Beamter— mit E. K. I geschmückt— hielt sogar die Handschellen bereit, Rur dem Dazwischentreten«ine» Parteigenossen ist es zu danken, daß die Palizeibeamten»on weite- ren Maßnahmen absahen. Durch solches vorgehen einzelner Beamten erhält das Miß- trauen des Püblikums gegen die Polizei imm« Wied« neue Nahrung. Es fragt sich, ob die hier«wähnten Beamten ebenso ge. handelt hätten, wenn on Stelle der Internationale irgendeine» d« sogenannten„vaterländischen" Lieder gesungen worden wäre. Es muß dielen Beamte» sehr deutlich klargemacht w«den,«i« sie sich dem Publikum gegenüb« zu vnhalten haben. Faltin stieß, mit geschlossenen Augen marschierend, das Haustor auf, das schmal und niedrig war: der Gang, der die Gesellschaft aufnahm, war von Finsternis erfüllt. Ewer trabte hinter dem anderen. „Leise..." ermahnte die Stimme des Präfckten. Nach einer kleinen Weile überquerte man einen Hof, in dessen Mitte die Silhouette eines Brunnens inmitten der braunen Dämme- rung stand. Unter den Füßen der Schreitenden gluckste das Wasser, das hier ganze Rinnsale bildete, und Regen mit Schnee ver- mischt klatschte den Männern ins Gesicht. Eine Häuserwand stieg im Hintergrund auf, in der h»ch»ben ein hell erleuchtetes Fensterviereck saß. Irgendwo wimmerte ein kleines Kind: aus einer anderen Richtung drangen windzerfasert die Akkorde, die einer Mund- Harmonika entlockt wurden. Niemand sprach ein Wort, und Richard Faltin schritt unablässig voran. Direktor Moos, der, geblendet, in das helle Fensterviereck gestarrt hatte, tat einen Fehltritt, so daß er, hätte der eine der beiden ihn behütenden Riesen ihn nicht am Mantelkragen gefaßt, unfehrbar ge- stürzt wäre. „Warum eigentlich der Hypnotisierte nicht fällt..." stieß er neiderfüllt hervor, als er den Schrecken überwunden hatte. „Sie hätten sich wohl auch ganz gerne hypnotisieren lassen?" brummte der Arzt, der dicht hinter ihm ging. Der Führer öffnete abermals eine Tür. Die Gruppe stand in vollkommener Finsternis, die«nd» lich von einem Strahl der elektrischen Taschenlampe des Prä» selten durchbrochen wurde, der blinkend im Raum umher- flatterte. Alles lauschte, auch Garbislander hielt den Atem an und versuchte hierauf, die Partien, die sekundenlang in der schwarzen Finsternis ausglänzten, zusammenzufügen, um sich derart ein annäherndes Bild seiner Umgebling zu verschaffen, ohne daß ihm das jedoch gelingen wollte. Er fühlt« nur, wie sein Blut unaufhörlich gegen die Schläfenwänd« hämmerte. Ein Zündholz flammte auf, flackernd« Schatten huschten über die Wände. In der Mitte des Raumes hing, vom auf- fallenden Strahl der Laterne getroffen und plötzlich in die Helligkeit gehoben, eine mit einem metallenen Schirm bedeckte Lampe, die einer der Polizeiagenten jetzt anzubrennen ver- suchte.(Fortsetzung folgt.) Sand statt Molkereibutter. Ein Gaunerstreich, auf den schon viele hineingefallen waren und immer noch neue Unvorsichtige hineinfallen, lag einer Antlage megen Betruges zugrunde, welche gestern den Kaufmann Adolf Damm vor die Ferienstrastammer des Landgerichts I führte. Der Angeklagte stand mit einem Kolonialwarenhändler Ziem in Geschäftsverbindung und hatte diesem wiederholt Lebensmittel aller Art beschafft. Als er 3. eines Tages ein Faß Butter zu einem unter dem Marktpreis stehenden Preise anbot, griff dieser freudig zu und übergab dem Angeklagten 1900 mit dem Hinweise, auch ja recht vorsichtig zu sein und festzustellen, nb es auch Butter und nicht Margarine sei, da heutzutage zu viel Schwindel mit Butter getrieben werde". Der Angeklagte brachte am nächsten Tage das Faß on und fragte aus einem Spalt etwas Butter heraus, welche 3. fostete und für gut befand. Erst als er den Deckel aufschlug, entdeckte er, daß das Faß statt Butter- Sand enthielt und nur ungefähr 20 Gramm Butter als Locmittel in die Faßrigen geschmiert waren. Das Schöffen gericht nahm an, daß der Angeklagte selbst den Schwindel inszeniert habe und verurteilte ihn zu 6 Monaten Gefängnis. Vor der Berufungsstraftammer trat Rechtsanwalt Feig den Nachweis dafür an, daß der Angeklagte selbst einem Betrüger zum Opfer gefallen sei. Das Gericht hielt den Sachverhalt für nicht genügend fgeklärt und erkannte auf Freisprechung. Wein, Tanz und Patriotismus. In der Montagausgabe der Zeit" macht„ Sela" unter dem Strich einen nächtlichen Bummel durch die Jägerstraße. Sehr an= schaulich schildert er, wie man dort dem tanzenden Laster bis in den Magen sehen fann", er freut sich über philosophierende Genießer und darüber, daß in den Lokalen der Jägerstraße, wo er vergeblich rach einem Jazzband Ausschau gehalten hat, unter dem er sich irgend etwas wie Rofen und Girlanden vorstellt, fein Student oder fein Leutnant in Zivil, sondern nur faufmännische Jugend beiderlei Ge= schlechts" zu finden ist. Er geht auch zu den Damenborkämpfen und fagt fchließlich offenbar nach dem Genuß einiger Schoppen Wein, in dem ja befanntlich die Wahrheit allein liegen soll Aufgefallen ist mir vor allem, daß es in all diesen TanzTotalen nur ganz junge Menschen gibt( faum hier und da einmal ein Graubart, was früher sehr häufig war), und daß diese kaufmännische Jugend sich an diesem Abend nur für zwei Dinge lebhafter intereffierte: für Tanzen und für vaterländische SprechtonDichtungen". Versuchte es ein Vortragskünstler mit mehr oder meniger eindeutigen Boten, fand er weder Interesse noch Beifall. Ram er hingegen vaterländisch, setzte es Beifallsstürme. Glücklicherweise wird in den Schlemmerlokalen der Jägerstraße nicht die Arbeitermarseillaise gesungen, sondern es wird von faufmännischer Jugend" die Kaiserhymne und andere„ vaterländische" Weifen gegrölt. Wir lassen der Zeit" neidlos diese Jugend, weil wir wissen, daß fie, folange fie fich an Damenborkämpfen in den zweifelhaften Lokalen der Sägerstraße amüsiert, die Zukunft nicht erringen wird. ef. Derzweiflungstat einer gequälten Frau. Montag nachmittag gegen 2 Uhr wurde der 52 Jahre alte Arbeiter Mar Brind in feiner Wohnung im Hause Pappelallee 18 von feiner Ehefrau Klara geb. Kressin mit einer Art erschlagen, Frau Brind begab sich sofort nach der Tat zu Verwandten und kehrte um 6 Uhr wieder in ihre Wohnung zurück. Als sie ihren Ehemann leblos auffand, ging sie zur Polizei und zeigte sich selbst an. Nach den Bekundungen von Verwandten und Hausbewohnern war die unglüdliche Frau überaus fleißig und saß den ganzen Tag an der Rähmaschine, um für den Lebensunterhalt zu sorgen. Der Mann war ein Spieler und Säufer, und wenn er betrunken nach Hause fam, peinigte er die Frau aufs ärgste. Als das am Montag nachmittag wieder der Fall war und er sie sogar mit einem Küchenmesser bedrohte, ergriff die Frau in ihrer Verzweiflung eine in der Küche stehende Art und versetzte ihrem Mann in ihrer Bedrängnis mehrere Schläge über den Kopf. Sie lief dann davon. Straflose Geheimbrennerei. Wirtschaft das Eine amerikanische Kommission zum Studium des Berliner Verkehrs af am Sonntag abend, von Hamburg fommend, in Berlin ein, und zwar sind es 13 Mitglieder des Chicagoer magistrats. Die Amerikaner wurden gestern vormittag im Verwaltungsgebäude der Straßenbahn von Stadtbaurat Dr. Adler Wesentliche Besserung der Reichsbahnfinanzen. empfangen, der den ausländischen Gästen einen Vortrag über Drganisation und Aufbau des gesamten Berliner Verkehrs hielt. Im Viertel des Rechnungsjahres 1922 ergeben Die Einnahmen und Ausgaben der Reichsbahn im ersten Anschluß daran fand eine Führung durch die Fahrer und Handwerkerimulen der Straßenbahn statt, ebenso folgende Bild: wurden die Anlagen der Materialienverwaltung befichtigt. Am heutigen Dienstag werden auch die Einrichtungen der Hoch- und Untergrundbahn sowie der Omnibusgesellschaft besichtigt werden. Die amerikanischen Magistratsvertreter werden sich von Berlin aus nach Prag und Wien be- Juni 1921: geben und dann über Paris und London nach den Vereinigten Juni 1922: Staaten zurückkehren. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Bost erfolgt in der Woche vom 24.- 30. Juli d. J. zum Preise von W. 1900.- für ein 20- Markstüd, M. 950,- für ein 10- Markstück. für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezablt. Der Ankauf von Reichssilbermünzen durch die Reichsbank und Post erfolgt bis auf weiteres zum 40 fachen Betrag des Nennwertes. Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für den nächsten Monat noch nicht vorgenommen haben, müssen sofort das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Folgen der Wetiraserei. Ein schweres Automobilunglück bei Eberswalde hat sich am Sonntag abend dortselbst auf der Berliner Chauffee zugetragen. Der von dem Berliner Kaufmann Silberstein gesteuerte Kraftwagen, in dem sich noch zwei Herren und zwei Damen befanden, wollte den Wagen des Automobilhändlers Bruno Plage überholen. Dabei geriet der Wagen, als er ausweichen wollte, ins Schleudern, fuhr mit großer Kraft gegen einen Baum und überchlug sich mehrere Male. Der Kaufmann Silberstein erlitt eine [ ch were Gehirnerschütterung und innere Verlegungen, der eine der beiden anderen Herren einen Armbruch. Die übrigen Insassen blieben unversehrt. Eine große Razzia veranstaltete das Raubdezernat der Kriminalpolizei in Verbindung mit Streifmannschaften am Sonntagabend in der Umgebung des Schlesischen Bahnhofs. 10 Wirtschaften wurden durdiucht und ausgehoben. leber 100 Personen wurden nach dem Polizeipräsidium gebracht, zwölf davon in haft behalten. Sie gehörten zu einer weitverzweigten Räuberbande, die gewerbs. mäßig am Schlesischen Bahnhof harmloie Leute, besonders Zugereiste entweder in der Nähe des Bahnhofes überfällt und beraubt oder weiter verschleppt und an einsamer Stelle ausplündert. Der Gejangverein, Neuköllner Liedertafel 1913"( B. d. D. A. S. B.) peranstaltet am Donnerstag, den 27. Juli, abends 7-8 Uhr in Briz. Blatz an der Hannemannstraße, ein öffentliches Boltstonzert, worauf hiermit besonders hingewiesen wird. Groß- Berliner Parteinachrichten. Der Bezirkstag am 30. Juli. Soweit die zum Bezirkstag gewähiten Delegierten noch nicht im Bejih ihres Mandats find, tann das Mandat bei dem Abteilungsführer in Empfang genommen werden. Desgleichen der Jahresbericht, der infolge des Buchdruckerstreiks nicht früher fertig. gestellt werden konnte. Morgen, Mitwoch, den 26. Juli: Eine Geheimbrennerei, in welcher jener Fusel gebrannt worden war, der schon nach dem Genuß geringer Quantitäten gehirnlähmungsähnliche Erscheinungen erzeugt, Ein außerordentlicher Bezirksfag zur Stellungnahme zum bildete den Gegenstand einer Berhandlung vor der Ferienstraf- Parteitag und zur Wahl der Delegierten findet auf Beschluß des fammer des Landgerichts II. Angefiagt wegen fogen. Monopol- Bezirksvorstandes am Sonntag, den 13. August, ebenfalls in den Hchlerei waren der Kaufmann Peter Rodernick und Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59, statt. der Geschäftsführer Dr. Hans Alfersdorf Im November Für die Beschickung dieses Bezirtstages gelten dieselben Bev. 3. entdeckte die Kriminalpolizei auf einem größeren Fabrit ftimmungen wie zu den ordentlichen Bezirkslagen. Vorschläge und grundstück in Oberschöneweide eine geheime Sprit Anträge müssen bis 6. August dem Bezirkssekretariat eingereicht brennerei, die deshalb solange im verborgenen blühen sein. fonnte, weil auf demselben Grundstück sich andere Fabritbetriebe beHeute, Dienstag, den 25. Juli: fanden, welche starte Gerüche erzeugten. Die Bolizeibeamten famen 13. Kreis. Tempelhof. 7½ Uhr Kreisvorstandssigung Dorfstraße. gerade hinzu, als ein Lastauto mit 182 Litern Sprit, der noch Fuselöl und andere schädliche Bestandteile enthielt, den Fabrikhof verlaffen wollte. Die Angeklagten erklärten, nicht zu wiffen, 2. Kreis. Tiergarten. 7 Uhr Konferenz aller im Kommunaldienst tätigen Ge. mem die Brennerei gehöre. Der Staatsanwalt vertrat den Standpunkt, daß beide Angeklagten als Täter in Frage kommen, 1. und beantragte 30 000 bzw. 100 000 m. Geldstrafe. Dem- 1. gegenüber machten die Rechtsanwälte Dr. Puppe und Dr. Freundlich geltend, daß die Beweisaufnahme auch jetzt noch nicht einwandfrei ergeben habe, daß den Angeklagten die Geheimbrennerei gehört habe. Das Gericht hielt zwar einen schweren Ber- 14. bt. 7 Uhr zahlabend in den bekannten Lokalen. bacht als vorliegend, fah diesen aber nicht als zur Verurteilung ausreichend an und erkannte auf Freisprechung auf Kosten der Staatskaffe. Der Ausgang des Prozesses zeigt, wie leicht es heute den Gesetzesübertretern gemacht wird, der Justiz eine Nase zu drehen. noffen und fämtlicher Funktionäre in den Arminhallen, Bremer Str. 73. Ohne Mitgliedsbuch und Funktionärtarte fein Zutritt. bt. 7½ Uhr Mitgliederversammlung beim Genossen Spiegel, Aderftr. 1. Abt. Gruppe Gastwirtsangestelten. Vormittags 10 Uhr pünktlich im KlubStellungnahme zum Bezirkstag. Die Zahlabende fallen demnach aus. haus, Ziegelstr. 2, Mitgliederversammlung. Schußgefeß und Republit." Ref. Genosse Häußler. Stellungnahme zum Bezirkstag. 9. Abt. 7 Uhr bei Hübner, Wilsnader Str. 34, Zahlabend und Diskussions abend: Das Reichsmietengeset". 15. bt. 7 Uhr gemeinsamer Bahlabend aller Bezirke in der Schulaula, Ber. 17. Abt. 7 Uhr zahlabend bei Börpel, Gamoaftraße, Utnehmer, Triftstraße. nauer Str. 89-90. Der Kampf um die Republik." Ref. Genoffe Gebhardt. 21. Abt. 7% Uhr zahlabend in den bekannten Zotalen. Referenten: Rolle, 22. Ab 7 Uhr zahlabend bei Radzen, Brüsseler Str. 43. Adam und Kummer. April, Mai, Juni 1921: April, Mai, Juni 1922: Bersonen- und Gepäckverlehr Einnahmen. ( in Millionen Mail) Güterverkehr 2.022 12780 +10 752 530,2% 501 1518 +1017 + 1202,8%+ 649,3% 1 464 10 972 9.508 Sonstige Einnahmen 63 zufammen 290 +227 63,6% 63,6% + 1 341 4 198 157 3.957 +2616 + 195,0% 799 5 696 32 892 +27 196 477,2% 28136 +23 938 +642 + 570,8%+ 409,4%+ Ausgaben. Die Ausgaben des ordentlichen Haushalts einichl. Schulden. dienst sind für den gleichen Zeitraum( April bis Juni 1922) ermittelt zu 30 400 Millionen Mart. Es ergibt sich mithin eine Mehreinnahme von rund 2500 Millionen. Der Haushalt der Reichsbahn 1922 joul das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben herstellen. Die seitherige Entwidlung bat diese Erwartung bestätigt. Bei der Betrachtung der Mehreinnahme ist zu beachten, daß die Ausgaben in den Sommermonaten( insbesondere für Licht, Heizung und Lokomotivfeuerung) geringer sind als im Winter. Die G. E. G. im ersten Halbjahr 1922. Nicht nur die Entwertung des deutschen Geldes, sondern auch der gewaltige Fortschritt der deutschen Konsumvereinsbewegung drückt sich in den wenigen Zahlen aus. die das geschäftliche Ergeb nis der Wareneinkaufs- und herstellungszentrale der deutschen Koniumvereine lennzeichnen. Der Umsatz des ersten Halbjahrs betrug 788 555 750,81 m. 3 409 482 450.30 1921: 1922: mithin 1922 mehr: 2 620 926 699,49 W. oder 332,37 Proj. Von diesen Waren stellte die Großeinkaufsgesellschaft int eigenen Betrieben her 1921 für 74 847 175,46 M. 1922 814 995 655,59 33 H mithin 1922 mehr: 240 148 480,13 M. oder 320,85 Pro3. Der Befchäftigungsgrad der Industrie. Troß aller Hemmungen, troh Rohstoffknappheit und Kreditnot, arbeitet die Industrie fieberhafter als je. Nach den Berichten von 1559 gewerblichen Groß betrieben entfielen im Juni, verglichen mit dem Vormonat und mit Juni 1921, auf je 100 Betriebe die nachstehende Anzahl von gut, befriedigend oder schlecht beschäftigten Unternehmungen: Prozentual Waren gut beschäftigt befriedigend beschäftigt schlecht beschäftigt ohne Angabe Juni 1921 Mai 1922 Juni 1922 38 63 66 21 21 23 32 11 10 9 5 1 Der Beschäftigungsgrad hatte sich also im Juni weiter erheblich gebeffert, was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, daß beson ders infolge der Kohlenknappheit viele Betriebe nur unzulänglich ausgenutzt werden. So sind von den zurzeit in Deutschland bestehenden 3ementfabriten wegen Kohlenmangel etwa 30 außer Betrieb, und die übrigen Fabriken fönnen nur zu etwa 60 v. 5. ausgenutzt werden. Die Berschleuderung deutscher Werie. Während die Intereffenten neuerdings gegen eine Kontrolle und Regelung der us, fuhr Sturm laufen, zeigen Vorfälle aus der Industrie noch immer, wie unentbehrlich die Außenhandelsstellen sind und wie sehr ihre Ttigkeit jogar noch einer Ausgestaltung bedarf. So schreibt der Reichsverband der deutschen Aluminiumwaren industrie in einem Bericht über die Geschäftslage im Juni u. a.: Die erzielten Preise be wegen sich in dem durch die neuen Lohnerhöhungen sowie die hoher Blechpreise bedingten Rahmen; Inlandpreise gedrückt, Auslandpreise gemäß den Vorschriften der Preisprüfungsstelle. Jedoch sind selbst bei diesen Ausfuhrmindestpreisen nur wenige Aufträge zu erhalten, da das Ausland im eigenen Lande zu denselben Preisen einfaufen fann. Immer wider stößt die Industrie im Auslande f unverständlich billige deutsche Offerten, und auch jest noch wird sogar von Exporteuren und Fabrikanten in hochvalutari schen Ländern zu Marfpreisen offeriert, Zustände, denen die Außenhandelskontrolle scheinbar machtlos gegenübersteht." Bezeichnend ist überdies, daß der Bericht noch von einem befriedigenden Geschäfts. aong spricht, aber dazu erwähnt, daß der Auftragseingang stocke. Der Mangel an Betriebsfapital zwinge den Großhandel, Sie Aufträge einzuschränken. Hier hat also die Industrie die Pflicht, thr auf die Dauer durch die Kreditnot gefährdet werden soll. Zahlungsbedingungen zu erleichtern, wenn der Absatz mit Sowjetruffifche Aktiengesellschaften. Die Sowjetregierung hat ein Gefeß über Aktiengesellschaften veröffentlicht. Die Aktien dürfen unmittelbar nach Bestätigung der Statuten der Gesell. fchaften zur Zeichnung aufgelegt werden. Falls binnen drei Monaten ein Biertel des Kapitals nicht eingezahlt ist, gilt die Gesellschaft als nicht zustande gekommen. Dem Ausschuß, welcher mit der Erteilung von Konzessionen für Aktiengesellschaften beauftragt ist, liegen zahl reiche Entwürfe von Statuten vor. Es ist eine gemischtwirts 28. Abt. 72 Uhr Zahlabend. Die Stadtbezirke 237, 238, 239 bei Altmann, Rykeste. 2; 240, 241, 442b bei Barteldt, Wörtherstr. 19; 243a, 243b bei fchaftliche Attiengesellschaft genehmigt worden, welche Burisch, Schönhauser Allee 154; 244, 245 bei Meier, Oberberger Str. 39. Die im Bau befindliche Eisenbahnlinie von lokaler Bedeutung Mi29. Abt. 7 Uhr bei W. Burg, Prenzlauer Allee, Sigung der Parteifunktionäre. 31. Abt. T½ Uhr Bahlabende bei Goldschmidt, Stolpischeſtr. 36; bei Meißner, nussins- gins( Westsibirien) übernehmen und den Bau zu Ende Schivelbeiner Str. 34; Först Nachf., Selower Str. 18. führen will. Das bekannte, Moskauer Industrie- Kombinat", das 32. bt. 7½ Uhr Bahlabende. Gruppe 1 bei Siewert, Langestr. 22; Gruppe 2 eine Reihe staatlicher Betriebe umfaßt und dessen Direktorium und Aufsichtsrat aus Trogti und seinen nächsten Mitarbeitern besteht, wird zu einer Aktiengesellschaft umgestaltet. Die bestätigten Statuten bestimmen u. a., daß die Begründer der Aktiengesellschaft und die Aktionäre feinen Anteil am Reingersinn haben. bei Kromphardt, Grüner Weg 49." 37. Abt. 7½ Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Bezirk Morig und Friedrich bei Kreste, Hubertusftr. 6; Bezirk Kutter, Heidenfeldstr. 20 bei Wrobel; Bezirk Händler bei Beets, Beerstr. 32. anderen Bezirken fällt der Zahlabend aus. Lehrherren, meldet die Lehrstellen an! Nach den großen Ferien beginnen erfahrungsgemäß Eltern und vor der Schulentlassung stehende Knaben und Mädchen eifrig mit der Suche nach geeigneten Lehrstellen zum 1. Oftober. Die Berufsämter erfreuen sich in dieser Zeit besonders lebhaften Zuspruchs von Nat- und Lehrstellensuchenden. Meist haben aber die Lehrherren des Handwerks, der Industrie und des Handels zu dieser Zeit ihre zum Oktober freiwerdenden Lehrstellen noch nicht gemeldet, und Eltern und Stellensuchende müssen auf später vertröstet werden. Eire möglichst frühzeitige Lehrstellenmeldung läge aber im Interesse der Lehrherren, ebenso wie in dem der jungen Berufsanfänger beiderlei Geschlechts, damit sich nicht der ganze Anfturm von Stellenfuchenden auf die Zeit unmittelbar vor und nach der Schulentlassung zusammendrängt. Das Landesberufsamt Berlin bittet da 82. her alle Lehrherren, schon jetzt ihren Bedarf an Lehrlingen und Lehrmädchen zum 1. Oktober d. J. zu melden( schriftlich oder telephonisch), und zwar: Für die Verwaltungsbezirke 1 bis 6 an das Berufsamt Berlin N. 24, Oranienburger Str. 54, Telepohn Norden 2186, Hausanruf 124 und 146, für die übrigen Verwaltungsbezirke bei den jeweiligen Berufsämtern bzw. Bezirksarbeitsämtern. 86. Abt. Mariendorf. 7½ Uhr Funktionärsgung bei Niendorf, Chauffeestraße. 43. Abt. 7½ Uhr 128. Bezirk Zahlabend bei Kniep, Hasenheide 11. In allen 45. Abt. 7 Uhr bei Hebestreit, Reichenberger Str. 123; bei Studenberg, Glogauer Straße 18. Charlottenburg. 51. Abt. 7½ Uhr Abteilungsversammlung bei Schellbach, Königin Elisabeth- Straße 6. 53. Abt. 7 Uhr Bahlabende: 1. Bezirk bei Schweikert, Erasmusstr. 2; 2. und 3. Bezirk bei Luse, Ufenauftr. 1. 57. Abt. 7 Uhr. 1. Gruppe bei Arndt, Kantstr. 51, Gruppenversammlung. Bortrag des Genossen Klappstein: Die politische Lage". Abt. Steglig. 8 Uhr außerordentliche Funktionärsigung bei Mehles, Düppelstraße 7. 5. Sempelhof, 1½ 1hr zahlabende: 1. Bezirk Hansen, Borussia, Ede Neue Straße; 2. Bezirk Huckshold, Raiferin- Augusta- Str. 15; 3. Bezirk Buse, Kaiser- Wilhelm, Ede Werderstraße; 4. Bezirk Radzuweit, Werder. ftraße 14: Politische Lage". Ref. Gen. Fendel; 5. Bezirk Schmehle, Fried rich- Wilhelm, Ede Moltkestraße; 6. Bezirk Becker, Ringbahnstr. 4; 7. Bezirk Wanzlid, Oberlandstr. 1. " 117. Abt. Lichtenberg. 7% Uhr im Zeichensaal des Pestalozzi- Lnziums, Prinz Albert- Straße 44. Das Reichsmietengeset". Ref. Genosse Felgentreu. 131. Abt. Niederschönhausen. 8 Uhr zahlabend in folgenden Lokalen: Bezirk 1 und 8. bei Klindt, am Friedensplag; Bezirk 2 bei Aubasch, Uhlandstr. 44; Bezirke 3, 4, 5, 7 bei Gordoffsky, Siegfriedstr. 19; Bezirk 6 bei Dowe, Gdönhola 3. Seebad", Residenzstr. 49 ,,, Die politische Lage". Ref. Genoffe Möbus. Ein Transport von 83 gefangenen ungarischen Kommunisten traf am Montag vormittag in Begleitung fächsischer Polizeibeamter auf dem Stettiner Bahnhof ein. Der Transport bestand aus ehemaligen ungarischen Offizieren. Polizei- und Regierungsbeamter 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 7½ Mitgliederversammlung in der Jugendhalle und Arbeitern, die über Stettin nach Riga meitergeleitet werden. Sie waren nach dem Sturz der Regierung Bela Khun zu Freiheitsstrafen 2. verurteilt worden und fellen nun gegen andere in Rußland gefangen gehaltene ungarische Offiziere ausgetauscht werden. Der Austausch erfolgt auf Grund einer Vereinbarung zwischen der Sowjet- und der angarischen Regierung. Areis. Tiergarten. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Tagesausflüge nach der Vogelwiese, Blößensee: Dienstags, Mittwochs, Donnerstags und Freitags. Treffpunkt Aleiner Tiergarten, Kriegerdenkmal, 8% Uhr. Mund vorrat und Gefäße mitbringen. Bei Regenweiter Treffpunkt wie oben, nachmittags 2 Uhr. Spiele in der Turnhalle der Siemensschule, Simens Straße. Reinidendorf- ft. Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 25. Juli: Rinderhort Residenzstraße, Mitgliederversammlung. Schöneberg I. Jugendheim Rubens, Ede Hauptstraße, Vortrag: Sozia lismus, Remmunismus, Anarchismus". Sübweft. Jugendheim, Linden. straße 3, Bortrag: Die Entwicklung der Volkswirtschaft". Briefkasten der Redaktion. B. T. Wenden Sie sich an den Chemikalien- Makler Chriftian Delerich, Hamburg, Speersort 6, oder an Attiengesellschaft für chemische Produkte, vorm. 5. Scheidemandel, Berlin NW. 7, Dorotheenſtr. 35. MR. G. 73. Nein. Die Rinder fönnen aber den Pflichtteil fordern, der in der Hälfte des Bertes des gefeßlichen Erbteils besteht.-R. G. 67. Es dürfte Verurteilung erfolgt fein, da Gie sonst von der Staatsanwaltschaft Nachricht erhalten hätten. Aber ſelbſt für den Fall, daß eine Berurteilung nicht erfolgt fein follte, fann die zivilrecht. liche Haftung begründet fein. S. B. 50. Die Höhe der Roften sind uns nicht bekannt. Erkundigen Sie sich beim Polizeirevier.- 3. 6. 48. Benn der Sauswirt die Erklärung abgegeben hat, so müssen Sie auch die gefegliche Miete Aahlen. Die Zahlung aber fann er nur vom 1. August ab fordern, wenn ber Mietzins nach Monaten bemeffen ist; im andern Falle erft vom 1. Oftober urteilung erfolgen wird, ist zweifelhaft. 1922 ab. F. N. 23. Die Privattlage können Sie erheben, ob aber eine Ver. Wetter bis Mittwoch mittag: Etwas fühler, zeitweise heiter, jedoch überwiegend bewölft mit wiederholten Regenfällen bei auffrischenden westlichen bis nördlichen Binden. Das Hausgehilfengefeh. fann! = Arbeitersport. Das Fest der Jnternationale. mung finden würde. Die Bertreter der christlichen Gewerkschaften| Bon der Arbeitnehmerschaft und von den Hausgehilfen in ihrer waren bereit, außerdem für die 13ftündige Arbeitsbereitschaft mit Gesamtheit wird es legten Endes abhängen, wie das Hausgehilfenzwei in diese Zeit fallende Ruhepausen zu stimmen( fie für eine recht sich gestaltet. Wenn es nicht gelingt, bereits in der dritten LeDie Arbeitervertreter im Reichswirtschaftsrat verweigern 12stündige Arbeitsbereitschaft mit zwei Ruhepausen oder eine fung des Reichswirtschaftsrats ein zeitgemäß gestaltetes Recht in die Mitarbeit. 13stündige mit drei Ruhepausen zu gewinnen, gelang leider nicht, Vorschlag zu bringen, so dürfen die Hausgehilfen immerhin noch auf und für den Zehnstundentag der freigewerkschaftlicherseits gefordert den Reichstag ihre Hoffnungen setzen, auf das Parlament, das auf Die Reichsregierung überwies bereits im Herbst v. J. dem Vor- wurde, waren sie überhaupt nicht zu haben). Danach stand in Aus- Grund des allgemeinen und gleichen Wahlrechts zusammengesetzt iſt. läufigen Reichswirtschaftsrat einen Entwurf für ein Hausgehilfengefeß. sicht, daß die Fassung des Ausschusses mit Stimmenmehrheit angeEin Arbeitsausschuß des Sozialpolitischen Ausschusses dieses Parla- nommen werden würde. Was geschah aber? Vertreter der ments beschäftigte sich mit dem Entwurf in nicht weniger als 24 Sigun- Hausfrauen( aus der III Abteilung des RR.) holten ihren Antrag gen. Im Sozialpolitischen Ausschuß wurden abermals 5 Berhandlungs- hervor, mit dem sie in den Ausschüssen stets glatt abgefallen waren tage und zwei Lesungen darauf verwendet. Am 5. und 6. Juni d. I. nicht einmal die anderen Arbeitgeber hatten ihn dort unterkonnte sich dann endlich die Vollsitzung des Borläufigen Reichswirt stützt, und erzielten damit einen durchschlagenden Erfolg. Und schaftsrates mit dem Entwurf und den Beschlüssen des Sozial- wie lautet dieser Antrag? Er lautet so: ,, Der Absatz 1 der RegieEin deutsches Fest sollte es bescheidenerweise werden, ein politischen Ausschusses beschäftigen, mit dem Zwecke, seinerseits den rungsvorlage, der eine 13stündige Arbeitsbereitschaft vorfieht, wird internationales ist es geworden. Die Weltbrüderschaft zeigte Gefehentwurf zur Weiterleitung an die Reichsregierung zu verab- gestrichen. Dafür wird bestimmt: Der Hausgehilfe hat sich in ihrer schönsten und herrlichsten Ferm, bereit zu friedlichen schieden. Diese Absicht ist aber nicht erreicht worden, denn das End- Anspruch auf eine ununterbrochene Nachtruhe von Kämpfen. 3um ersten ale nach dem Kriege treten ergebnis war der Beschluß, erst nach den Sommerferien, also etwa neun Stunden." Für diesen Antrag stimmten jet ranzosen und Deutsche in friedlichen sportlicher Ende September oder im Oktober, eine dritte Lesung vorzunehmen. sämtliche Arbeitgebervertreter, trobem sie im Wettbewerb. 15 000 Ausländer find anwesend und als beWas dann aus dem Gesetzentwurf werden wird, steht noch sehr dahin. Sozialpolitischen Ausschuß die erwähnte Stel- geisterndes Symbol schweben Mary' Borte über dem ganzen Fest: Die Regierung fagt in ihrer Begründung u. a.:,,Der Entwurf lung eingenommen hatten! Proletarier aller Länder, vereinigt Eu! geht von der Grundanschauung aus, daß auch das Hausdienstver= Damit war ein Beschluß zustande gekommen, wie ihn bis dahin Die Eröffnung. hältnis ein freies Arbeitsverhältnis darstellt, in dem sich Dienst- wohl faum die Antragsteller selbst erhofft hatten. Jedenfalls fielen berechtigte und Dienstverpflichtete gleich berechtigt gegenüber- nun sämtliche anderen Anträge zur Arbeitszeitfrage ins Wasser. Bresse schweigt das Fest tot. Aber die Arbeiterschaft hat Ganz Leipzig steht im Zeichen des Festes. Die bürgerliche stehen. Daher müssen die Reste und Schladen des In ihrer Auswirkung würde die hier beschlossene Bestimmung zu alles festlich geschmückt, die amtlichen Gebäude zeigen Fläggenschmuck alten Herrschaftsverhältnisses, wie sie die Gesinde Folge haben, daß den Hausgehilfen eine tägliche Arbeitszeit ordnungen zum Schaden des sozialen Ansehens des Berufsstandes von nicht weniger als 15 Stunden zugemutet werden und in den Straßen wogen ungeheure Menschenmengen auf und ab. enthielten, fallen... Der bisher übliche Ausdrud„ Dienste", Bei der Eröffnungsfeier begrüßte Unterstaatssekretär Ges der an das alte Gewaltverhältnis zwischen Herrschaft und Gesinde Nach dieser Lage war es selbstverständlich, daß die freigewert- nolle Heinrich Schulz die Arbeiterturner, ebenso Oberbürgermeister erinnert, ist vermieden und durch Arbeit" ersetzt. schaftlichen Arbeitnehmervertreter sich an einer weiteren Beratung fartell. In machtvollen Afferden schallt die Internationale durch Dr. Rohde Beipzig und Genoße Schilling vom GewerkschaftsSie ließen des Gesetzes nicht mehr beteiligen fonnten. dieses durch einen ihrer Vertreter erklären und entfernten sich aus den großen Saal als Symbol der Einigkeit. Die ausländischen dem Sigungsfaal. Anwesend blieben von Arbeitnehmern nur die Bäste, besonders die Franzosen, werden mit demonstrativen Beifall Vertreter der christlichen und der Hirsch- Dunderschen Gewerkschaften, begrüßt. Das deutiche Massenaufgebot hat auf die ausländischen die an den weiteren Verhandlungen jedoch nunmehr auch nicht mehr Genossen einen gewaltigen Eindruck gemacht. teilnahmen. Das hatte zur Folge, daß auch sämtliche anderen retDie Maffenübungen. tionären Anträge zu dem Gefeßentwurf ohne 2ẞiderspruch angenommen wurden. Der Präsident des Reichswirtschaftsrates hatte jetzt roten Badehosen bekleidet, zeigen sie Massenübungen, die einen leichte Arbeit, er brauchte nur die weiteren Paragraphen noch auf- impofanten Eindruck machen. Die Sportlerfreiübungen zurufen und dazu die gestellten Abänderungsanträge. Nahezu im demonstrieren in glänzender Weise die individuelle Durcharbeit Handumdrehen wurde der Rest der Vorlage im Sinne und nach den Wünschen der Arbeitgeber und ihrer und die Hauptsache: Man sieht an dem natten, nur mit einer des ganzen Körpers. Kein Mustel, feine Sehne bleibt unbeschäftigt, In Arbeitgeberkreisen leben die alten Anschauungen über das Freunde erledigt. Von den gefaßten retationären Beschlüffen Kniehese bekleideten Rörper, wie alles arbeitet, und man erkennt: Berhältnis der Hausgehilfen zu ihren Arbeitgebern nahezu unver seien hier die folgenden genannt: ändert weiter. Man meint in diesen Kreisen, es auch heute noch nicht etwa mit Haus- und Wirtschaftsbürgern, sondern mit Haus beschlossen:„ Den Hausgehilfen steht nach neunmonatiger Beschäfti- Glänzend ausgerichtet erscheinen sie auf dem Riefenpiak in vollHinsichtliche des Urlaubs hatte der Sozialpolitische Ausschuß das ist die Körperkultur, die sich die Zukunft erobern wird. 16 000 Turner treten zu affenfreiübungen an. untertanen zu tun zu haben, das heißt, mit einem Arbeitsverhältnis, gung im gleichen Haushalt ein Urlaub von mindestens einer Woche, fommen weißer Kleidung, wie eine Unzahl weißer Bunkte. In das auch künftighin in seinem Wesen noch Merkmale der früheren nach zwei Jahren ein solcher von zwei Wochen, nach drei Jahren Gegensatz zu den Sportlern zeist fich hier nicht individuelle, fondern Hausklaverei mit hinüberzunehmen habe. Das kam in der Beratung ein solcher von drei Wochen zu". Das Rumpfparlament Solleftivarbeit der Maffen. am 6. Juni deutlich zum Ausdruck. In untergeordneten Fragen ließ der Arbeitgeber beschloß an Stelle dieser Bestimmung: Den ohnegleichen bietet sich dem Auge des Zuschauers, wenn die Massen Ein ästhetischer Anblick sich mit den Arbeitgebervertretern eine Verständigung herbeiführen, Hausgehilfen steht nach neunmonatiger Beschäftigung im gleichen in disziplinierter Einheitlichkeit die Körper in Freiübungsform durchHaushalt ein jährlicher Urlaub von mindestens einer Woche zu. Für arbeiten. Den Höhepunkt äfthetisch- feinen Anblicks bieten uns Ueber die Frage einer Abgrenzung des von dem Hausgehilfen- das Gebiet eines Landes oder Teil eines solchen kann die Landes- die Turnerinnen. Nach melodiöser Musit zeigen sie uns rhyth gesetz zu erfassenden Personenkreises wurde ein Beschluß erzielt, wo- zentralbehörde bestimmen, daß nach mehr als zweijähriger Beschäfti: mische Gymnastit. Mit Grazie reaften, streden und beugen fich nach das Arbeitsrecht der sogenannten Haushaltsarbeiter, die die gung ein Urlaub von insgesamt mehr als einer Woche bis zu zwei die Körper, untermischt mit fraftvollen Bewegungen. Regierungsvorlage in das Gefeß ganz allgemein einbeziehen wollte, Wochen zu gewähren ist." Die Fürsorgepflicht des Arbeitanderweit zu regeln sei. Dagegen wurde der Begriff Hausgehilfe gebers in Krankenfällen wurde gegenüber der Vorlage und dem Die ersten Erfolge der Berliner. dahin erweitert, daß nicht bloß die in die häusliche Gemeinschaft auf Ausschußantrage ganz erheblich herabgesetzt. Die Bestimmungen genommenen Personen dem Gesetz unterstehen sollen, sondern auch über einen Hausgehilfenausweis, der ein Lichtbild reits große Erfolge. Im Rugel stoßen war Hämmerling Die Borkämpfe am Sonnabend brachten den Berlinern be folche, die in einem gleichgearteten Arbeitsverhältnis stehen, aber fein foll und der von den Arbeitnehmern einmütig, als ein unwür:( Freie Turnerschaft Groß- Berlin) erster mit 10,62 teser, im Dis außerhalb des Haushalts ihres Arbeitgebers entweder von dem diger Steckbrief, abgelehnt wird, den infolgedessen der Unterausschuß ruswerfen derselbe ebenfalls erfter mit 33,70 Meter. Auch die Arbeitgeber Wohnung erhalten oder sich solche selbst stellen. Gärtner, des Sozialpolitischen Ausschusses schon einstimmig gestrichen hatte, Schweizer und Finnen rangieren erst dahinter.-Dex 400Rutscher, Kraftfahrer und Pförtner sollen jedoch auch dann dem wurden wieder hergestellt! Gefeß nicht unterstehen, wenn sie in die häusliche Gemeinschaft Groß- Berlin). Meter Lauf gewann Dr. Bergemann( Freie Turnerschaft aufgenommen find. vom 1. Kreis( Mart Brandenburg) gewonnen. Die Stafettenvorläufe wurden sämtlich Die Barren= riege( Turnerinnen) der Freien Turnerschaft Groß- Berlin zeigte an 4 Barren gute Leistungen. Im allgemeinen muß man sagen, daß das Hausgehilfenrecht sich noch im Zuge der Entwicklung befindet und daß der vorliegende Entwurf und das daraus hervorgehende Gesetz vermutlich vielleicht noch nicht so beschaffen sein wird, daß es sich in seinen zu schaffenden Einzelheiten auf die Dauer wird halten können. Vielleicht wird es bei der schließlichen Verabschiedung des großen Gesetzbuches über das allgemeine Arbeitsrecht noch einmal durchgefehen und geändert merden müssen, vielleicht auch erst später. Nachdem die etwa zwei Dutzend Gesinde- und Dienstboten- Ordnungen nun endlich in der Bersenkung verschwunden sind, ist es notwendig, erst einmal ein reichseinheitliches Recht zu schaffen. in den bedeutenderen aber nicht. Die in den Ausschüssen beschlossene Bestimmung, nach welcher der Schlafraum für jede Person einen Mindestluftraum von 15 Rubikmeter enthalten soll und mit einem ins Freie gehenden Fenster versehen sein muß, wurde in der Vollsizung von den Arbeitgebern und hierdurch mit Mehrheit abgelehnt In einer Schlußbestimmung sagt der Entwurf u. a.: Als Vereinigungen von Arbeitgebern für den Abschluß von Tarif perträgen gelten auch Hausfrauenvereine". Hierzu wurde beschlossen, die Worte zum Abschluß von Tarifverträgen zu streichen. Mit anderen Worten gesagt, heißt das, Tarifverträge sollen für hauswirtschaftliche Arbeitsverhältnisse über= haupt nicht abgeschlossen werden! Konnte man, nachdem die Vereinbarung Die fä ch fischen Sportler eröffnen den Reigen. Nur mit Touristen- Verein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, E. 3. Achtung, Genoffinnen und Genossen! Am Mittwoch, den 26. Juli, findet in der Anla statt. Tagesordnung: 1. Halbjahresbericht. 2. Beitragsfrage. 3. Anträge. 4. Berschiedenes. Eintritt nur gegen Mitgliedstarte. Erscheinen aller ist brin gend notwendig. einmeiſterſte. 15, abends 7 Uhr, eine außerordentliche Generalresammlung Sport. Der Bog- Großlampftag am 26. Juli weist in 4 Kämpfen Ausländer von vier verschiedenen Rationen auf, deren Bertreter ist eigenen zande zur ersten Klaffe gezählt werden, nämlich Weimarks( Schweden) gegen Maertens( Frant ( Frankreich) gegen Wiegert( Deutschland) und Spalla( Italien) gegen Flint reid)),£ nggett( Amerika) gegen Kompastein( Deutschland), Bandoolaeghe ( Deutschland). Auf den Ausgang dieser Sämpfe darf man gespannt sein. Be fonders der Rampf zwischen Flint und Spalla fell zeigen, ob wir reif find für die internationale Vertretung im Schwergewicht. Die Hauptprobe hatten die Verständigungsbestrebungen der Ausschüsse zu bestehen, als die Frage der Arbeitszeitrege einstimmig beschlossen, die Ruhezeit, die in den Ausschüssen von den Arbeitgebern mit Füßen geIung zur Verhandlung kam. Die Regierungsvorlage fieht hier eine treten wurde, noch etwas anderes es erwarten, als folche reaktionären tägliche Arbeitsbereitschaft von höchstens 13 zusammenhängen Beschlüsse? Aber den beteiligten Herren und Damen graute am den Stunden vor; in diese Arbeitsbereitschaft sollen 2 Stunden Ende selbst vor diesen ihren Siegen. Einer ihrer Vertreter erklärte Pause fallen, so daß im allgemeinen eine Arbeitszeit von 11 Stunden zum Schlusse, er bedauere, daß die Arbeitnehmer sich nach der Abherauskommt. Ueber diese Frage haben in den Ausschüssen sehr ftimmung über die Arbeits- bzw. Ruhezeit an den weiteren Beratunfangandauernde Auseinandersetzungen stattgefunden. Ein Antrag gen nicht mehr beteiligten. Der so entstandene Zustand sei ein recht Der Arbeitnehmer, eine 10ftündige Höchstarbeitszeit ausschließlich der unerwünschter und unleidlicher; er möchte deshalb gern eine Brüde Bausen festzusetzen, wurde in den Arbeitsausschüssen jedesmal mit bauen, und er beantrage zu diesem Zwecke eine neue Lesung. Hierzu Stimmengleichheit abgelehnt, ebenfalls mit Stimmengleichheit war erklärte der Vertreter der Arbeitnehmer sofort, daß diese Brücke für die Regierungsvorlage stehen geblieben. Der letzteren war jedoch die Arbeitnehmer nicht betretbar sei, im befondeen dann nicht, wenn durch Berständigung noch die Vorschrift hinzugefügt: Dem die zweite Lesung schon bald, etwa morgen oder übermorgen stattHausgehilfen ist dem gemäß eine ununterbrochene finden soll. Denn das Bild würde sich in dieser kurzen Zeit um tägliche Ruhezeit von 11 Stunde zu gewähren." nichts ändern. Er beantrage aber eine neue Lesung, die erst Diese lettere Bestimmung ist von Arbeitgeberseite vorgeschlagen nach den Ferien, also mit Beginn der Herbsttagung stattzufinden worden! Es stimmten auch sämtliche Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- habe. Zu diesem Antrage erfolgten zunächst zwar Gegeneinwendunvertreter und ebenso die Vertreter der Abteilung 3, d. h. die Ber- gen, schließlich wurde er aber angenommen. treter, der freien Berufe, der letzten Verbraucher usw. in diesem Das werdende neue Hausgehilfenrecht ist bisher auf fchwerste Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bunkte überein. Hiernach durfte erwartet werden, daß in der Voll- Widerstände gestoßen. Was am letzten Ende daraus werden figung mindestens dieser Beschluß ebenfalls eine allgemeine Zustim-| wird, läßt sich im Augenblick noch nicht voraussehen. Der Grake Cammerpreis in Ereptow. Sa infolge des Regens die Nennen am legten Sonntag in Trestow abgebrochen werden mußten, wird heute, Dienstag, den 25. d. M., abends 7 Uhr, der Große Sommerpreis über 75 Kilometer zum Austrag femmen. Die Direktion hat außerdem noch ein Fliegerrennen angefekt. Stenographeuvercin Stolze- Shrey. Norbbezirt. Uebungen für Damen und Herren Dienstag pon 7-9 Uhr in der 120. Gemeindeschule, Gartenstr. 107a. KON LINON Maffary. Delfi edel wie der Name Urteilen Gie felbft! Fritzi Maffary eine Zigarette von Rang Staatstheat. Central- Theater Volksbühne Residenz- Th. Urania Operetten- Gastsp. U. Ein Prachtmädel Tagl. 7 Uhr: ( Schauspielhaus) Tägl. 7 Uhr: Die beiden Nachtigallen 8 Täglich 8 Uhr: Robert und Bertram Fedora Intimes Theater S: Die Peitsche und? Lessing- Th. Laut doch ericht Sommerspielzeit. Waldem Stageman immer nackt Allabendl.& Uhr: Deutsch. Theat. Menes Opereft.- Th. Ber Schildpattkamm 7: Potasch und Perlmutter Mi. 7: Potasch U: Die Mädels von Davos Lichtenstein, Seidl Deut. Künstler- Th. 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Siegfriegstr. 28/29 Niederschöneweide, Fennstr. 23 Reinidendorf- Oft, Provinzftr, 56 Schöneberg, Belziger Straße 27 Tempelhof, Raiser- Wilhelm- Straße 31 Erhöhung der Staatsarbeiterlöhne. Die gestern nachmittag im Reichsfinanzministerium von der Regierung mit den Spikenorganisationen geführten Beratungen über die Erhöhung der Arbeiterlöhne haben heute abend zum Abschluß geführt. Die Auszahlung der Löhne soll mit möglichster Beschleunigung erfolgen. Aufruhr um Lensch. Wir berichteten dieser Tage über den Ronflift, der in der Redaktion der„ Deutschen Allg. Zeitung" wegen des Eintritts von Dr. Paul Lensch in die Redaktion ausgebrochen ist. Die politischen Redakteure des Blattes find angeblich mit der Stellungnahme des neuen stellvertretenden Chefredakteurs zur Frage der Heranziehung Der Unabhängigen zur Regierungsfoalition nicht einverstanden. Diese Stellungnahme drückte sich darin aus, das Lensch unter der geschmackvollen Ueberschrift Die Großmäufer aufs Rathaus" forderte, man folle nur die Unabhängigen aufs Rathaus", das heißt zur Regierung fommen lassen, damit sie sich in seinem Sinne „ bessern“ fönnten. Tatsächlich haben, wie die„ Boss. Beitung" jezt mitteilt, fämtliche politischen Redakteure Der " Deuttschen Allgemeinen Zeitung" dem Verlag ihre Kündigung überreicht, mit der Begründung, daß sie den neuen durch den stellvertretenden Chefredakteur Paul Lensch eingeschlagenen politischen Kurs des Blattes nicht mitzumachen gemillt seien. Die Redakteure bestanden auf Fortzahlung ihres Gehaltes während der durch den Tarifvertrag für einen solchen Fall vorgesehenen Frist. Der Berlag der„ Deutschen Allg. Zeitung" hat die Kündigung der politischen Redakteure mit der fristlosen, ohne Begründung er teilten Entlassung beantwortet. " Das ist der alte Herrenstandpunkt der Großindustriellen. Er wird ausgelöst, weil Stinnes mit dem früheren Chefredakteur der „ Leipziger Volkszeitung" seinen bürgerlichen Redakteuren plötzlich einen Borgesetzten auf die Nase segte, den auch sie nicht ertragen fonnten. Die republikanischen Namen. Unmittelbar nach dem Rathenau- Mord berichteten wir aus Magdeburg, daß der dortige Magistrat unter dem ersten Eindruck der Ereignisse die Umbenennung einer Reihe von Straßen und Plätzen, die bisher den Namen monarchischer Personen und Titel trugen, in republikanische beschlossen hatte. Während der großen Demonstration waren schon gedruckte Straßenschilder über die bisherigen geklebt morden. Bayernkrise und Parteien. ! Schiffe ab, die jedoch Unheil nicht anrichteten. Die Jungens vera langten hierauf die Herausgabe der Waffe und forderten auch den Die banerische Regierung hat sich in dem drohenden Konflikt Nachweis eines Waffenscheines. Der Student, der die Schußwaffe mit dem Reich die Führung aus der Hand nehmen lassen und sie den mieder beigesteckt hatte, griff in die Tasche, ein Schuß frachte, und beiden Rechtsparteien, der Bayerischen Bolkspartei und ein Arbeiterjunge von 15 Jahren aus Holzminden stürzte der Mittelpartei, abgetreten. So ist der Konflikt aus dem Bereich ins Herz getroffen tot zufammen. Es sammelte sich sofort staatsrechtlicher Erwägungen in den Bereich gefühlsmäßiger Partei- eine größere Menschenmenge an, die den Attentäter 1ŋnchten. In demagogie herabgeglitten, in der nicht die besonnenen Köpfe der hoffnungslosem Zustande wurde er ins Krankenhaus gebracht. Im Bayerischen Volkspartei entscheiden, sondern die Deutschnationalen Laufe des Vormittags fam es dann zu mehreren blutigen Ausund der von Preußen importierte Reichslandbund". Diese schroffe schreitungen, wonach noch weitere zwei Studerten dem Krankenhause Wendung nach rechts veranlaßte die bayerischen Demofra zugeführt werden mußten. Der studentische Mörder war außer der ten, die entschlossen waren, die Regierung in allen Versuchen, Schußwaffe noch mit einem Schlagring bewaffnet. Die sonst so rus mit der Reichsregierung zum Ausgleich zu kommen, zu unterstüßen", higen und besonnenen Arbeiter des Oberharzes sind durch diese Gezum Austritt aus der Koalition. Man stellte an sie das schehnisse in höchste Empörung versetzt und fordern die EntwaffBerlangen, das Reichsfriminalgesez in Bayern nicht zu vollziehen, nung der Studentenschaft. In einige studentischen Kneipen ist die eine Zumutung, die der demokratische Minister Hamm mit feinem erregte Menge eingedrungen und hat Mützen und Degen auf die Rüdtritt beantwortete. Straße geworfen und Einrichtungsgegenstände zerstört. Aus dem Hotel Bum deutschen Kaiser" wurden die Kaiser bilder auf die Straße geworfen, Die Landtagsauflösung, von der soviel geredet wird, kann auf Grund des§ 31 der bayerischen Verfassung durch Abwesenheit von einem Drittel des Landtages verhindert werden. Der Landesvorstand des Bayerischen Bauernbundes hat am Montag nach längerer Beratung folgende Entschließung an. genommen:" Der Bayerische Bauernbund steht seit seiner Begrünbung auf dem Boden des Föderalismus und hat diesen Standpunkt nach der Umwälzung von 1918 bei der Abstimmung über die Berfassung in Weimar beibehalten und zum Ausdruck gebracht. Er hat wegen der Preisgabe namentlich der Hoheitsrechte der einzelnen Staaten in Weimar gegen die Verfassung gestimmt. Angesichts der unverkennbaren Bestrebungen zur Beseitigung der republitanischen Staatsform und ihrer Träger hält er eine ent schiedene Abwehr der sich aus diesen Bestrebungen ergebenden Gefahren für dringend notwendig. Zu seinem Bedauern hat das vom Reichstag und Reichsrat angenommene, diesem Zweck dienende Gesez eine Form erhalten, die einen Eingriff in die bundesstaat lichen Hoheitsrechte bedeutet. Er billigt daher alle verfassungsmäßig zulässigen Versuche der bayerischen Regierung, die geeignet sind, den vom Reichstag und Reichsrat angenommenen Ge. sehen ihre, die bundesstaatlichen Hoheitsrechte bedrohende Wirkung zu nehmen. Dabei hebt er ausdrücklich hervor, daß er die Treue zum Reich und die Einheit des Reiches unter feinen Umständen preisgeben wird. Darstellung: Die Clausthaler Polizeibehörde gibt über die Vorfälle folgende tag in Clausthal- Zellerfeld eine Demonstration, die sich gegen die Die tommunistische Jugend des Harzes veranstaltete am Sonn reaktionäre Jugenderziehung" richten sollte und zu der auch Teilnehmer aus Hannover, Celle und Braunschweig eingetroffen waren. Um 5 Uhr früh, als sich die Demonstranten unter Mitführung zahlreicher roter Fahnen am Bahnhof Clausthal versammelten, fam es zum ersten Zwischenfall. Der Student an der Clausthaler Rommilitonen gegenüber seinem Mißfallen über die Demonstration Bergakademie Karl Bode aus Köln- Ehrenfeld hatte mehreren Ausdruck gegeben und dabei die rote Fahne als einen„ Lappen" bezeichnet. Die vorübermarschierenden Lemonftranten hörten diese Bemerkung und drangen sofort auf Bode ein, der zunächst zwei Schred schüsse in die Luft abgab und dann in den Martesaal des Bahnhofs flüchtete. Die erregte Menge verfolgte ihn hierher und als die Tätlichkeiten fortgesetzt wurden, zog der Student einen Revolver von neuem und gab einen Schuß in die Menge ab, der einen jugendlichen Demonstranten, den 15jährigen Karl Verzagt aus Holzminden so schwer verlegte, daß Kommunisten mit einem Stuhlbein der Schädel eingeschlagen und er gleich darauf verstarb. Dem Studenten wurde darauf von den ihm andere schwere Berlegungen beigebracht. Bode mußte nach dem Krankenhause geschafft werden, wo er in bedenklichem Zustande darniederliegt. Er hatte bis zum Montag abend das Be. mußtsein noch nicht wiedererlangt. Die Kommunisten marschierten dann im Demonstrationszuge in die Stadt und drangen auf ihrem Wege in die Räumlichkeiten einer Reihe studentischer Verbindungen ein, wo sie Kaiserbilder, Büsten, sowie studentische Embleme und Requisiten von den Bänden rissen und zum Fenster herauswarfen. Die inzwischen alarmierte Polizei fonnte schließlich diesem Treiben Einhalt tum und andere Berbindungshäuser vor diesen Zerstörungen schützen. In der Stadt selbst tam es dann noch zu weiteren Zufammenstößen mit Studenten, wobei mehrere von ihnen mehr oder minder erhebliche Verlegungen erlitten. Die Kommunisten hielten und auf dem Dienstaufsichtswege dem zuständigen Polizeipräsidenten damit meint fie die Pollspartei sollte es verschmähen, volkstüm- im Anschluß an die Demonstration eine Bersammlung ab, die aber die Entscheidungsmöglichkeit entzog. Der Regierungspräsident über liche Strömungen gegen Berlin in den Dienst des Partituber Rundgebung Clausthal, ohne daß es zu weiteren Ruheſtörungen über- liche ruhig verlief. Um 6 Uhr nachmittags verließen die Teilnehmer an nahm die Befugnisse selbst und verweigerte die Genehmi iarismus zu stellen. Die Erklärung für das Verhalten ihrer tam. gung der geplanten Umbenennungen! bayerischen Bolfsfreunde findet die Seit" darin, daß diese in enger fraftioneller Gemeinschaft mit den Deutschnationalen stehen, die so weit rechts eingestellt sind, daß sie selbst gegen Lerchenfeld Opposition treiben. Volkspartei und Reichseinheit. Der Landesvorstand der Deutschen Volkspartei Bayerns hat cine Entschließung gegen die republikanischen Schußgeseze angenommen, in der es zum Schluß heißt: Deshalb billigt die Deutsche Volkspartei rüd haltlos den Kampf der bayerischen Regierung gegen die zentralisierende und politisierende und dadurch das Reich gefähr dende Berliner Politik. Sie bedauert, daß andere, insbeson dere süddeutsche Länder, völlig versagt haben. Dieser Vorgang hat ein interessantes Nachspiel, das erst jetzt bekannt wird. Nach den bisherigen preußischen Bestimmungen ist die Namengebung der Straßen eine Sache der Polizei! Der Polizeipräsident hat in den Fällen, wo er eine Straßenbenennung vornehmen will, die jeweilige Stadtverwaltung zu hören. Im Magdeburger Falle war ein Einverständnis zwischen beiden Behörden erzielt, als plöglich der Regierungspräsident der demokratische(!) Reichstagsabgeordnete Bohlmann eingriff gan der Bolkspartei, die Zeit".„ Die Bartet der Reichseinheit" Gegen diese Entschließung wendet sich scharf das erliner DrJetzt ist die Entscheidung des Ministers angerufen worden, von der wir hoffen, daß sie, der politischen Lage Rechnung tragend, solche Eingriffe in die Selbstvermaltung verhindert. Die Bevölkerung der Stadt Magdeburg, die am Freitag dieser Woche den Reichsa. präsidenten zum Besuche ihrer großen Mitteldeutschen Ausstellung erwartet, hat in all den Krisen der letzten Jahre fo gute fraten und nach einem taftischen Zögern auch die Demokraten als Zusammenfassend fann man lagen, daß sich nur die SozialdemoBeispiele von republikanischer Treue gegeben, daß man sie nicht durcdy Träger des Reichsgedankens einwandfrei bewähren. bureaukratische Eingriffe der Regierungsbehörden verärgern follte. Die Deutschnationalen, und in trauter Gemeinschaft mit ihnen die Der Deutsche Versöhnungsbund", der unter Leitung von Deutschen Volksparteiler, arbeiten an der Zertrümmerung des Rei Fr. Siegmund- Schulz steht, veranstaltet in den Tagen vom 29. bis ches. Die Bayerische Bolkspartei tut desgleichen, und sie tut es im 31. Juli in Wilhelmshagen bei Berlin eine Konferenz. Es werden Namen einer christlichen Bolitit". Nun hat das Zentrum dabei u. a. sprechen: Brofessor Otto( Marburg) und Brälat erklärt, es wolle sich zu einer großen chriftlichen Partei entwickeln, Gießwein( Budapest) über die Versöhnungsarbeit Der Reli- die vor feiner deutschen Landesgrenze haltmadhe. Es hätte jekt gionen, Heinrich Ströbel( Berlin) über die Berföhnungs= arbeit des Sozialismus. Außerdem werden Bertreter aus Gelegenheit, gegen die reichsfeindliche Bayerische Volkspartei den London, Paris, Stockholm und New- Yerk zu Worte fommen, um Rampf aufzunehmen. Da fönnte sich zu allererst zeigen, was es mit die Tätigkeit der pazifistischen Versöhnungsbürde zu schildern. der großen chriftlichen Partei der Mitte auf sich hat. Englands Besatzungskosten. Die Besatzungskosten verschlingen die Reparationen. Condon, 24. Juli.( WEB.) 3m Unterhaus fagte Sir Roosten der Besaßungsarmee Englands, daß Großbert Horne in Erwiderung auf eine Anfrage bezüglich der britannien ungefähr 50 250 000 Pfund Sterling an Reparationszahlungen erhalten habe, wozu noch 600 millionen Papiermark tämen, die im Rheinland eingegangen seien. Die Gesamtkosten der Befaßungsarmee betrügen bisher ungefähr 54 millionen Pfund Sterling. Somit entsprächen die Einnahmen ungefähr den Befahungskosten. Das Kabinett Orlando gescheitert. Rom, 24. Juli.( WIB.) Orlando hat den ihm erteilten Auftrag, ein Kabinett zu bilden, abgelehnt, weil die Sozialiften sowohl wie die fatholische Volfspartei nicht mit Abgeordneten der Rechten in ein Kabinett eintreten wollen. Der König empfing heute den Kammerpräsidenten de Nicola. Der König hat weiter den Senatspräsidenten Zittoni und darauf Bonomi empfangen. Brantings Mahnung an Moskau. Die deutschnationalen Reichszerstörer. Der Landesausschuß der Deutschhnationalen Partei Bayerns hat eine Entschließung angenommen, die am Schluß besagt: Der Landesausschuß begrüßt es, daß die bayerische Staatsregierung endlich den Kampf um die Erhaltung der bayerischen Hoheitsrechte aufnimmt und erwartet, daß fie insbesondere den Schuß der bayerischen Staatsbürger, insonderheit der Reichsbeamten, gegen jede Bedrohung ihrer Eristenz gewährleistet. Wir fordern deshalb, daß die bayerische Staatsregierung unbeugiam aus. Stodholm, 24. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Hjelmar Bran. harrt im Rampf für Bayern und das Reich. ting hat namens der Sozialdemokratischen Partei ein Telegramm Es ist eine ganz besondere Schamlosigkeit, eine einzelstaatliche nach Moskau gerichtet, in dem er sich den Protesten gegen die Regierung zur offenen Rebellion gegen das Reich aufzufordern Todesstrafe gegen Sozialrevolutionäre anschließt. und dabei zu sagen, das sei ein Kampf für das Reich. Sind die Anhänger der Deutschnationalen wirklich alle so schwachsinnig, daß man ihnen das bieten fann? Die Deutschnationalen sind, wie die unverdächtige Beit" feststellt, die eigentlichen Treiber des bayerischen Partitularismus. Jmmer dieselben. Der Ursprung der friesischen Moorleichen. Der Moorleichenfund im Ranhäuser Moor, westlich der Stadt Oldenburg, von dem nir unlängst berichteten, steht feineswegs vereinzelt da, und in den Altertumsmuseen von Hannover und Emden werden die Ueberbleibfel einer Reihe Leichen aufbewahrt, die man im Laufe der Jahr zehnte in den Hochmooren Oldenburgs und Ostfrieslands gefunden hat. Torfgräber stießen dort bei ihrer Arbeit wiederholt auf menschliche Stelette, an denen zwar die Fleischteile bereits vollständig fehlten, die aber noch mit Kleidung und Schuhwerk umgeben waren. Hier und da fand man auch Waffen und ähnliche Dinge. Wo am Schädel der Leichen noch ihre Haare erhalten geblieben waren, wiesen diese wie auch die meist mollenen Kleidungsstüde und die Bast- oder Rindlederschuhe jeweils eine rote Farbe auf. Diese Rötung stammt von dem Moorwaffer, das erfahrungsgemäß alle Gegenstände rot färbt. Nach den Ergebnisfen der Forschung haben mir es mit Leichen zu tun, die bereits zu des Tacitus Zeiten( um 100 v. Chr.) an den Rändern der meiten Moorflächen beigefekt oder gewaltsam versenkt wurden. Dieser Unterschied ist nicht unwesentlich. Während ein zelne Funde aus regelrechten Grabfammern( Bhalgerüsten) oder aus Wir kennen jenen Typ des schwarzweißroten Studenten, der mit Moos ausgepolsterten Gruben geborgen wurden, fand man, beein gewaltiges Wehgeichrei anhebt, wenn irgendwo im Ausland ein fonders in jüngster Zeit. andere Leichen mit Baumstämmen oder Deutscher scheel angesehen wird, und der zu gleicher Zeit alle JudenFlechtwert beschwert im Moor vor. Im leztgenannten Fall sind die Begrabenen, wie Dr. Bielefeld in der Zeitschrift Tide" feststellt, Die endgültige Zusammensenießung des Staats. bengel" mit Sinüppel und Hundepeitsche ausrotten möchte, zur GeAber er findet sich, wie wir dem zweifellos das Opfer eines barbarischen Strafverfahrens geworden. aerichtshofes zum Schuße der Republit ist folgende: Den nüge aus unseren Hochschulen. Sm alten Germanien wurden einzelne Verbrechen durch gemalt Borfiz führt Senatspräsident Dr. Sagen, sein Stellvertreter ist Bentralorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in fames Bersenten des Täters in die Erde bestraft. Man beschwerte Senatspräsident Richter. Zu juristischen Mitgliedern des land. Zum Rettor der deutschen Universität in Prag der Tschechoslowakei Sozialdemokrat" entnehmen, auch im Ausben Körper, befestigte treuzweife Pfähle über ihm oder band ihn Staatsgerichtshofes wurden Reichsgerichtsrat Dr. Baumgarten ist Profeffor Dr. Steinherz gewählt worden. fest und ließ später die Moorbidung über seinem Grabe muchern. und Reichsgerichtsrat Dr. Zeitler ernannt. Zum Untersuchungswahl haben die deutschnationalen StudentenverGegen diese So sind einzelne Leichen in einer Tiefe von zwei bis drei Metern richter ist Landgerichtsdirektor Alden vom Landgericht Frank bindungen„ Germania" und„ Akademia" in einem geba: nischten gefunden werden. Nach wissenschaftlicher Feststellung ist das Moor furt a. M. bestellt. Die Laienbeisiger sind schon genannt worden. Schreiben an den Senat Protest erhoben, weil er nicht dem während dieses Zeitraums zumindest um zwei Meter gewachsen, so daß im Laufe der Jahrhunderte das Grab der tot oder lebendig beigesetzten Berfahren durch eine immer höhere Moorschicht überdeckt murde. Der Staatsgerichtshof. Die Provokation von Clausthal. Ein 15jähriger Junge erfchoffen. Zum Kapitel: Deutsche Studentenpolitik. " deutschen Bolte entstamme". Das stimmt nun zwar nur insoweit, als Prof. Dr. Steinherz Jude ist, aber es genügt, um diese, Deutsc arier", wie sie sich selbst nennen, die Gefahr von Unruhen an die Wand malen zu lassen. Wir möchten uns die bescheidene Anfrage erlauben, wie die Herren von der„ Germania" und „ Akademia" in Zukunft die Forderung eines Schutzes der deutschen Minderheiten in der Tschechoslowakei aufrecht eigenen deutschen Lager so unduldsam auftreten? Das Zölibat schlimmer als der Tod! Eine große Zahl Ueber die blutigen Vorgänge in Clausthal erhalten wir von italienischer Geistlicher hat sich an den Bapst mit einer Dentfchrift besonders wohlinformierter Seite folgende Schilderung: gewandt. in der sie inständig um Aufhebung des Zölibats bitten. Wie die" Epoca" zu melden weiß, ist die Eingabe auch von Die fommunistische Arbeiterjugend Clausthals Kardinälen und Bischöfen unterzeichnet, die sich dem Ersuchen der hatte zu Sonntag, den 23. Juli, das Fest der Bannerweihe Bittsteller anschließen.„ Reinheit des Lebens," heißt es in der Zu- angefegt. Aus aller umliegenden größeren und fleineren Städten erbalten und zu begründen gedenken, wenn sie in ihrem schrift, die höchste sittliche Forderung der Kirche, kann nur bei dem fom die femmunistische Arbeiterjugend nach Clausthal, um an dieser freien Ausleben der Natur des Monnes als wertvolle moralische Fahnenweihe teilzunehmen. Ein fleiner Trupp junger Burschen von Errungenschaft gelten, nicht aber unter Beibehaltung des Zwanges etwa 15 Jahren wollte früh 5 Uhr einen Ausflug in die UmGraefe- Goldebee wird von den Deutschnationalen hinausgeund der Beugung unter das Joch eines Gesezes, das gegen die gegend von Clausthal machen. Beim Vorbeimarsch am Bahnhof in seinen vorläufigen Austritt aus der Deutschnationalen Fraktion worfen. Der Abgeordnete v. Graefe Goldebee, der bekanntlich Natur ist". In der Denkschrift bezeichnen sich die Verfasser als Clausthal begegneten sie einem Trupp Studenten, die mit unter Vorbehalt erklärt hat, ist von der Deutschnationalen Opfer im Berzweiflungskampf gegen ein graufames Märtyrertum, Trommeln und Pfeifen und, das Lied Heil dir im Siegerfranz" Reichstagsfrattion in seiner Eigenfchaft als Mitglied des Auswärti. das schlimmer als der Tod ist. Die Denkschrift schließt mit singend, einige ihrer Kameraden zum Bahnhof begleiteten. Es kam zu gen Ausschusses durch den Abgeordneten Laverrenz ersetzt worden. der an den Bapst gerichteten Bitte, sich ihrer Not zu erbarmen und einem Wortgefecht zwischen Studenten und Arbeiterjugend. Ein Da der Auswärtige Ausschuß nur aus ständigen Mitgliedern und fich ihrer Lage anzunehmen. Student, von Zellerfeld fommend, der soeben im Begriff war, ab- ständigen Stellvertretern besteht, also hier nicht, wie in anderen zureisen, stellte seinen Koffer auf den Perron des Bahnhofs und Ausschüssen, ein beliebiger Wechsel vorgenommen werden fann, ist Beseitigung der roten Fahne. Die Jungens widerfetten Es bleibt abzuwarten, was die„ Deutschvöllischen" zu dieser neuesten tam auf die Arbeiterjugend zugeschritten. Er verlangte die anzunehmen, daß die Deutschnationale Parteiieitung bereits mit einem endgültigen Ausscheiden des Herrn v. Graefe rechnet. sich dem Verlangen des Studenten. Der Student gab zweil Prorotation" der Deutschnationalen fagen!" 6000 Tounen Gold, d. H. ungefähr den dritten Teil des gesamten Goldbo 243 618. Die Bereinigten Staaten von Nordamerika beiben jest rates der Welt. Das Gold ist deshalb nur noch cine amerikanische Münze, aber feine europäische mehr. 1 Gewerkschaftsbewegung Zur Umformung der Gewerkschaften. Arbeiter und der Betriebsleitung nicht zustande, dann entscheidet endNachdem die Betriebsmaurer trotz weitgehendster Zugeständs gültig der paritätisch zufammengesezte Vorstand der Bezirksgruppe nisie ihre Sündigung aufrecht erhielten, blieb der Werkes der Arbeitsgemeinschaft. Nur wenn eine zentrale Regelung leitung kein anderer Weg übrig, als die Ausführung der not der Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit für die Textilindustrie über wendigen Ofenarbeiten einem Unternehmer zu übertragen, einmal das ganze Reichsgebiet zustande kommt, sei es durch Schiedsspruch um das Hüttenwert in Betrieb zu erhalten und dann auch, um die In der Sonderausgabe des„ Borwärts" vom 10. Juni, die des Arbeitsministeriums, der von den beteiligten Organisationen der im Hüttenwert beschäftigten Arbeiter weiter beschäftigen zu fönnen. Sen ständigen Beziehern unseres Blattes nicht geliefert worden ist, Arbeitgeber und der Arbeitnehmer ausdrücklich und formal anerkannt Beendeter Streit der Graveure und Ziseleure. veröffentlichten wir den gekürzten Bericht über die jüngste Berift, fei es durch eine von den beteiligten Organisationen anerkannte Das Ergebnis der örtlichen Verhandlungen wurde. von der bandsbeiratssigung des Zentralverbandes der Vereinbarung in der Reichsarbeitsgemeinschaft der Textilindustrie, Maschinisten und Heizer. Die einstimmig angenommene dann wird diese zentrale Regelung auch für das rechtsrheinische Gestreifenden Kollegen und Kolleginnen angenommen. Der Streif wurde am 22. Juli beendet, und die Arbeit ist. gestern geschlossen Entschließung in der Frage der Neuformung der biet wirksam. Der Verbandsvorstand des Deutschen Tegtil aufgenommen worden. Maßregelungen finden nicht statt. Der Gewerkschaften war in diesem Bericht nur angedeutet. Der Zentralverband der Maschinisten und Heizer legt deshalb Wert arbeiterverbandes fordert loyale Durchführung des Streit gilt nicht als Arbeitsunterbrechung, vorher bestandene Rechte Am 2. August finden in Dresden Reichstarif> darauf, daß diese Entschließung in ihrem Wortlaut veröffentlicht Bertrages, insofern als nur dann Ueberstunden gefordert werden bleiben bestehen. dürfen, wenn solche tatsächlich aus zwingenden wirtschaftlichen und verhandlungen statt zweds Umgestaltung des Manteltarifes und wird. Sie lautet: Der 11. Deutsche Gewerkschaftsfongreß hat eine Resolution technischen Gründen notwendig sind. Aber auch von seinen Mitglie: einer Revision der Lohnpofitionen. bern und den Betriebsräten fordert er, Ueberstunden nicht grund. fäßlich zu verweigern. Die 3wedmäßigkeit soll entscheiden. Dißmann und Genoffen angenommen, deren Inhalt äußerst untlar gehalten ist. Diefe Resolution geht von der erfolgten Konzentration ber fapitalistischen Wirtschaft aus und will entsprechend dieser inbuſtriellen Zusammenballung die Gewerkschaftsbewegung einem Neuaufbau unterwerfen. Jeder Versuch zur praktischen Durchführung dieses Gedantens muß die Erkenntnis bringen, daß eine Gewerkschaftsform in diesem Sinne nicht zu verwirklichen ist. Die angenommene Resolution läßt feine flar vorgezeichnete Organisationsform, ob Industrie- oder Betriebsorganisation, erfennen, troßdem verlangt die Resolution eine grundlegende Aenderung der bisherigen Organisationsformen und des damit verbundenen Gewerkschaftsrechts. Der Bundesvor stand und Bundesausschuß find beauftragt, die hierzu erforderlichen Vorlagen auszuarbeiten und den einzelnen Verbänden zur endgültigen Beschlußfaffung vorzulegen. Hierdurch kommt klar zum Ausdruck, daß eine willkürliche und zwangsweise Umstellung der einzelnen Verbände nicht vorgenommen werden darf. Demnach bleibt jede Umstellung der einzelnen Berbände nach wie vor entfprechend dem geltenden Gewerkschaftsrecht der Entscheidung der Mitglieder der einzelnen Berbände vorbehalten. Achtung, streifende Kistenmacher! Der Berhandlungserfolg im Rheinland beseitigt Morgen vormittag 11 Uhr im Arbeitslosenjaal, Rungestr. 80, noch nicht die Gefahr in anderen Bezirken für den freien Sonn. Versammlung aller Streifenden und Ausgesperrten. Bericht über abendnachmittag. Deshalb ergeht an die Verbandsmitglieder die Lage des Streits und eventl. Beschlußfassung. Alle im Kampf der Appell, nach wie vor fampfbereit zu stehen, fest und unerschütterlich zu ihrer Leitung, wilde Streifs zu vermeiden und den stehende Kistenmacher sind verpflichtet, an dieser Versammlung teilzunehmen. Die Branchenleitung. Verband in aller Treue zu stärken und zu unterstützen. Berliner Magistrat und Straßenbahner., Vom amerikanischen Bergarbeiterstreik. 610 000 Bergarbeiter streifen, während 187 000 noch arbeitem. Gestern nachmittag trat ein vom Reichsarbeitsminister einge. fegtes Schiedsgericht zusammen, das sich mit der Einführung von Das Schiffahrtsamt teilt mit, daß 40 staatliche Schiffe, die sich für den Etraßenbahnbetrieb wirtschaftlich wichtigen besonderen Ar- gegenwärtig in europäischen Gewässern befinden, den Befehl er. beitsbedingungen beschäftigte. Den Standpunkt des Magistrats nach Amerita einzurichten. Die betreffenden Schiffe werden halten haben, sich auf den Transport englischer ohle vertrat Stadtbaurat Dr. Adler. Er forderte aus verfehrs- nionatlich 300 000 Tonnen Rohlen verschiffen. Bis jetzt sind schon politischen und wirtschaftlichen Gründen den Abbau der Son. 500 000 Tonnen Kohlen in England bestellt berzuschläge für Sonntags., Feiertags, Wochenfeiertags- worden. Aus San Francisco wird berichtet, daß etwa 20 Schiffe und Nachtarbeit, die über den Durchschnitt im sonstigen Verkehrs- gechartert wurden, um Rohlen aus Australien nach den gewerbe hinausgehen. Vertreter der Direktion der Straßenbahn Bereinigten Staaten zu bringen. Die Frage ist nur die, ob die belegten die arbeitswirtschaftlichen Notwendigkeiten der Magistrats: englischen Bergarbeiter und Transportarbeiter, wie auch die forderung. Die Arbeitnehmervertreter Bolenste und Schauer australischen Arbeiter, dem amerikanischen Unternehmertum Liebesbeftritten die Notwendigkeit der Magistrats: dienste erweisen und den amerikanischen Kohlenarbeitern in den forderungen. Das Schiedsgericht wird voraussichtlich noch Rücken fallen werden. Montag abend einen Schiedsspruch fällen. Lohnbewegung der Fensterputer. Die Anhänger der Resolution Dißmann werden auf Grund dieses Beschlusses in der jetzt vermutlich einsetzenden Agitation alle möglichen Gewerkschaftsreformen an die Band malen und zwar fo, wie es für jeden Verband am brauchbarsten erscheint. Gemäß dieser in Aussicht stehenden unfairen Agitation muß mit aller Entschiedenheit immer wieder auf die auch heute noch zu Recht bewerden. stehenden Bundesfagungen verwiesen Das bisher In der Glasreinigungsbranche beträgt der Wochenlohn für Anbestehende Gewerkschaftsrecht ist auch nach Annahme der Resolu tion Dißmann unverändert geblieben. Des ferneren muß feft- fänger 590 bis 698 M., nach einjähriger Tätigkeit 840 M. Die für gestellt werden, daß bei der Annahme der Resolution Dißmann Juli geforderte Ausgleichszahlung wie auch einen vom Schlichtungsausdrücklich betont wurde, daß jeder Zwang ausgeschlossen bleiben ausschuß vorgeschlagenen Vergleich lehnten die Unternehmer ab. In der stark besuchten Versammlung der Fensterputzer am 20. Juli ging soll. Ausgehend von vorstehender Erkenntnis hält der Verbands- die Stimmung dahin, in allen Betrieben sofort die Arbeit niederbeirat trotz alledem an den auf früheren Verbandstagen befundeten zulegen. Der Branchenleiter Tie riet davon ab, da der Lohn und in Beschlüssen niedergelegten Auffassungen fest und lehnt eine tarif am 31. Juli abläuft. Bersplitterung oder Aufteilung unseres Verbandes, die zum Schaden Auch bei den Lohnforderungen für August zeigten die Arbeit der Mitgliedschaft ausschlagen würbe, mit aller Entschiedenheit ab. Aeber fein Entgegenkommen, fodaß fich am Mittwoch ber Die Erfolge und Leistungen unseres Berbenbes waren nur möglichtungsausschus damit befassen wird. Bringt der lich auf der gegenwärtigen Befis unserer Organisation. Eiedsspruch nicht ganz ansehnliche Lohnerhöhungen, und wird er Stach allebem erflärt der Berbandsbeirat, daß nach reiflicher von den Inhabern der Glasreinigungs Institute wiederum abgeUeberlegung eine zwingende Beranfeffung zur Umstellung unserer lehnt, dann ist der Kampf unvermeidlich. Die Fenster Organisationsform nicht vorliegt. Die Entwidlung der wirtschaft puser wollen fich nicht länger mehr mit unzureichenden Löhnen lichen Berhältnisse ist nach so unflar, daß ein darauf zu errichtender abfpeifen laffen; für ihre anstrengende Tätigkeit fordern fie entNeuaufbau der Gewertschaftsbewegung nicht erfolgen fann. Aus sprechende Bezahlung. Die Betriebsräte, Betriebsobleute und die diesen Gründen wendet sich der Verbandsbeirat mit aller Entschieden gewerkschaftlichen Vertrauensleute seien hiermit schon jetzt auf die Die Fensterputer gehören allesamt heit gegen eine Neuformung der Gewerkschaftsbewegung und Dinge aufmerksam gemacht. fordert seine Funktionäre und Mitglieder im Lande auf, einer un- dem Transportarbeiterverband an. Der Verband der fairen Agitation energisch entgegen zu treten. Maschinisten und Heizer wird in seiner gegenwärtigen Form bestehen bleiben und sieht der Verbandsbeirat den Entscheidungen des Bundesvorstandes mit Ruhe entgegen." Der jezt ungefähr 106 000 Mitglieder zählende Verband nahm in dieser Beiratssigung auch zu den politischen Vorkommnissen der legten Zeit Stellung und faßte eine Entschließung, worin der Berbandsbeirat die Mitglieder auffordert, gemeinsam mit der übrigen Arbeiterschaft in den fünftigen Kämpfen zum Schutze der Republit ihren Mann zu stellen, während Verbandsvorstand und Beirat ertären, nach wie vor alles aufzubieten, um die politische Kampffront durch geschlossene Betätigung der Verbandsmitglieder zu ftärken und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln die Fordeungen des ADGB. zu unterstützen. Erfolg der Textilarbeiter. Deutsche Werke und Ofenmaurer. Ein neuer Zusammenstoß zwischen Streifenden und Staatspolizei wird aus Wellsburg, West- Birginia, gemeldet, wobei dreizehn Mann getötet, 25 verwundet und verschiedene Häuser vers brannt wurden. Bei einem Angriff von 300 Streifenden auf eine open shop" Beche( Betrieb mit Ünorganisierten) in Grifton im gleichen Bundesstaat sind 12 von den Angreifern getötet worden und weitere 12, sowie 4 Polizisten verwundet worden, Der Landarbeiterstreit im Kreise Stendal dürfte entgegen den Berichten, die eine weitere Ausbreitung und die Entfendung von Schupobeamten in die Streitbezirke melden, sein Ende erreicht haben. Durch die Verhandlungen des Landarbeiterverbandes wurde eine Lohnzulage erreicht, womit dieser von der Organisation zwar nicht genehmigte, immerhin verständliche Streit beendet ist. Ein Benarbeiterreft in allen Städten der Provinz Sachsen und in Anhalt ist beseloffen werden, da die Arbeitgeber im mitteldeutschen Baugewerbe den vom Bezirkslohnamt EachienAnhalt gefällten Schiedsspruch abgelehnt haben auf Er höhung des Stundenlohns um 7 auf 85 9. Zentralverband der Angestexten. Meichs- Staats- und Provinzialbehörden. Mitgliederversammlung Mittwoch 5 Uhr im Deutschen Hof, Ludauer Str. 15. 4 Uhr in den Berliner Bereins- und Ronzert- Sälen( früher Arminhallen), Buchbinderei- Arbeiterschaft in den Buchbendereien. Mittwoch nachmittag Rommandantenftr. 58-59, Bersammlung. Das Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen ist unbedingte Pflicht! Die Branchenleitung. Deutscher Transportarbeiterverband. Gruppe Beerdigungstutscher. Mitt moch 8 Uhr im Lokal Mogwig, Barnimstr. 13, Bersammlung. Bericht der Lohn. Bu der in Nr. 344 des Vorwärts" am Sonntag gebrachten tommiffion. Branche Rohlenarbeiter und Kutscher. Mittwoch 7 Uhr im Ge. Glas- und wertschaftshaus, Saal 4, Engelufer 24-25, Bollversammlung. Notiz, Ofenarbeiter und Deutsche Werfe" teilen uns Teppichreinigungsbranche. Donnerstag 4 Uhr Bersammlung im Englischen Hof lettere mit: ( großer Saal), Aleganderftr. 27b. Bericht der Lohnfommission. Die Betriebsmaurer( Dfenmaurer) der Deutsche Werke AktienZentralverband der Schuhmacher. Mittwoch 7 Uhr Taubstummenversamm gesellschaft. Wert Spandau, find, wie in allen übrigen Betrieben der fammlung( Bertrauensleute, Betriebsräte, Bezirksführer, die Mitglieder sütntTung, Michaelfirchstr. 23a. Donnerstag 6 Uhr allgemeine Funktionärper. Berliner Metallindustrie, nach den Lohnfägen und den üblichen be- licher Rommiffionen). Quiitung über Arbeiterpresse und Parteiausweis. fonderen Zulagen des für die Groß- Berliner Metallindustrie Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Klübs. Berlin- Lichterfelde; für An gültigen Tarifvertrages entlohnt worden. Die Betriebsmaurer acigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts Berlag G. m. b. S.. Berlin. Deud: forderten aber Bezablung nach dem Bauarbeitertarif. Borwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. als diesem Wunsche nicht stattgegeben wurde, reichten sie die Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses zum 22 Juli 1922 ein. Am 20. Juli fand nochmals eine Verbandlung im Beisein eines Bertreters des Bauarbeiter Verbandes statt. Dabei ist ganz besonders darauf hingewiesen und von den Betriebsmaurern auch Der Anschlag auf die 46 stündige Arbeitswoche im anerkannt worden, daß die Betriebsmaurer im Gegensatz zu rechtsrheinischen Textilgebiet ist abgewehrt. Der neu den Saisonmaurern Anspruch auf Entlohnung nach dem Bauarbeiter. abgeschlossene bis Jahresschluß, wenn ungefündigt bis Ende März tarif nicht erheben fönnen. Von den Betriebsmaurern wurde 1923 geltende Manteltarif läßt die 46stündige Arbeitswoche beausdrücklich erklärt, daß von einem Streit nicht gerebet st'e hen. Ueberstunden werden nur geleistet, wenn für den eine werden fönne, daß fie vielmehr das Arbeitsverhältnis regelrecht zelnen Betrieb eine wirtschaftliche und technische Notwendigkeit vor- lösen würden, um sich im Baugewerbe andere Beschäftigung zu liegt, wenn die gefehliche Betriebsvertretung der Arbeiter sich mit der suchen. Um so verwunderlicher ist es, wenn nunmehr die BetriebsBetriebsleitung verständigt und der Leistung von Ueberstunden bei- maurer im Vorwärts" ihre Berufskollegen zur Solidarität auf, stimmt. Kommt eine Berständigung zwischen Betriebsvertretung der fordern. Deutscher Metallarbeiterverband. Verw. Berlin Den Mitgliedern aur Nachricht, daß unser Kollege, der Uhrmacher Hugo Langecker Lichtenberg, Wühlischstraße 22/23 am 20. b. M geftorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. Juli, nachm 3 Uhr. von der Beichenhalle bes städtischen Friedhofes in Lichtenberg, Bornigstraße, aus statt Ferner ftarb am 21. d. t. unfer Rollege, der Former Paul Sosnik einidendorier traße 67 Die Einäfcherung findet Dienstag, ben 25 Juli, nachm. 4%, Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Rollege, der Gürtler Paul Loos Beibenweg 71 am 17 d. M. gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 122/15 Die Ortsverwaltung. rfolg Bezirksverbd. Berlin SPB. 28. Abt. 4. Kr. Unsere Genoffin Allgemeine Ortskrankenkasse für den Stadtkreis Charlottenburg. Justine Zachel oud zur Kenntnis, Franfediftr. 14 tft Derftorben. Be erdigung Diens tag nachm. 3 U. Friebrichsfelde, Zentralfriedhof. Ehre ihrem Andenken! Um rege Betelligung bittet[ 5/16 D.Abteilungsltg. Hierdurch die traurige Mit teilung, daß am 22. Juli meine liebeFrau, unfere gute Mutter Marie Lagert nach langem, schwerem Leiben ruhig und fanft entfchlafen ist. Jofef Lugert nebst Kindern. Kreuzigerftr. 14. Einäscherung haben Inseratem Donnerst. 2 Uhr Kremat. Baum Vorwärtsulenweg enko Bentel's Walchand Olrich- Bods A C Wir bringen hierdaß der 9. Nachtrag Aur Sagung betreffend Familienfür forge pp. unterm 11. d. Mts. Dom Ober Versicherungsamt Berlin ge nehmigt worden ist. Derselbe tritt am 24. b. Mts. in Kraft. Einzelstücke Sommersprossen Sommersprossen Greme KOPP& JOSEPH BERLIN W. 50 Potsdamer Strasse 122 Hierzu 1 Beilage. PLUVIUS verhütet GROSSFEUER Zeugnisse über gelöschte Brände kostenlos. Pluvius: Feuerlöscher Gesellschatt m. b. H. Berlin- Charlottenburg 2= Gegründet 1905. für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Stoffe G. m. Koch& Seeland b. H. Gertraudtenstraße 20-21. Das Merkmal für Qualität. Etha Wo immer Sie diese Marke erblicken, Ueberall inZigarrengeschäften erhältl.ist wo immer sie von Ihren Lieferanten Stadttages tönnen Platin-, Gold- und Silberbruch d. echte Kapitän- Kautabak genannt wird, sei es in Verbindung mif von uns abverlangt werden 168/8 Charlottenburg, den 23. Juli 1922. Der Borstand. Bon der Reife zurlid Prof. Dr. Th. Sommerfeld. Facharzt f. Lungen!. Zahngebisse, Uhren, Ketten, Ringe sowie Altmetalle kauft sämtl. Engrospreisen Zu Roseneck, Berlin 0, Schreinerstraße 32( Laden) 1 Minute vom Bhf. Frankf. 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