Nr. 8. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Snfertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Arbeiter, Parteigenossen! Bei der Wichtigkeit, welche die Umsturzdebatte im Reichstage Donnerstag, den 10. Januar 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. der nicht rath sein soll. Schon gleich zu Anfang der Amtsperiode des| Ernährung in einer Anstalt längere Beit zu Herrn Scharfenberg haben sich nun Dinge zugetragen und theil werden zu lassen", worauf K. in die Heimfind infolge eines Preßprozesses gerichtlich erwiesen worden, die stätte" eingewiesen wurde und am 17. Auguft in Nieders von dem Vertheidiger des Preßsünders als solche dargestellt Schönhausen eintraf. wurden, die von jedem preußischen Beamten haarsträubend Um diese Zeit war die Revisionstommission genannt werden würden. Da waren Kaffengelder in recht erheblichen in Berlin und auch in Nieder Schönhausen. für die Parteigenossen wie für die gesammte Arbeiterschaft Beträgen( oft bis zu 50 000 M.) in Privatbehausungen herum Sie protokollirte auch die Erklärung hat, lassen wir dieselbe in stenographischem Wortlaut als Diederich bezahlt worden. Herr Scharfenberg und Herr Diederich wüßten, was der Verlegte in Nieder- Schöngeschleppt, die Lieferanten aber mit Wechseln des Schahmeisters e im ftättenärzte, wonach diese gar Broschüre zur Massenverbreitung hatten sich als Lohn für ihre aufopfernde Thätigkeit im Ehren- hausen solle. R. wurde dann auch am 28. Auguft( also amte gegenseitig wider die flaren Bestimmungen des Gesetzes nach 10 Tagen) in die Heimath entlassen. nach Art und Preis der Zukunftsstaatsdebatte" fogenannte Repräsentationsgelder in Höhe von 8000 und 1500 m. eigenmächtig angewiesen. An Protokollen war herumgemodelt Herstellen. worden und was dergleichen niedliche Verwaltungspraktiken mehr sind. Dieselbe wird im Laufe der nächsten Woche, je nach Umfang der Debatten, in ein oder zwei Heften zur Ausgabe gelangen. Wir ersuchen unsere Genossen um ungefäumte Aufgabe der Bestellungen, um die Höhe der Auflage bestimmen und die geehrten Besteller rechtzeitig in Besitz der Schrift sehen zu können. Mit Parteigruß " Buchhandlung des Vorwärts", SW., Beuthstraße 2. Berufsgenossenschaftliches. Von allen diesen Mißständen wurde das Reichs- Versicherungs. amt unterrichtet, ohne energisch einzuschreiten. Zwar revidirte man und stellte z. B. fest, daß Buchungen mehrere Monate rückständig waren, aber man war beruhigt, als der Vorstand später berichtete, daß nunmehr die Mängel behoben und alles in befter Ordnung sei. Diese Vorgänge spielten bereits im Jahre 1889, nichts desto weniger führte Herr Scharfenberg seitdem das Szepter weiter, wurde auch merkwürdigerweise oder auch nicht mert würdigerweise stets wiedergewählt. Herr Scharfenberg ist auch Hauseigenthümer; die Bureaus der Berufsgenossenschaft waren in seinem Hause eingemiethet. In dem erwähnten Prozeß wurde festgestellt, daß der Vorsitzende Scharfenberg dem Eigenthümer Scharfenberg zu damaliger Zeit 5000 M. Entschädigung zahlte, was nach Meinung des Vertheidigers eine zu hohe war. Um viel größere Summen handelte es sich bei der Uebernahme der Herrn Scharfenberg gehörigen Villa in Nieder- Schön bausen seitens der Fuhrwerts- Berufsgenossenschaft. In der Wie die Krankenkassen, so stehen auch die Berufs- Genossen- Nummer 34 der Zeitschrift„ Der Fuhrhalter" behauptet ein Herr schaften unter der Selbstverwaltung der betheiligten Kreise, nur Beck, der Vorsitzende der Sektion Berlin, daß diese Villa mit dem Unterschiede, daß hier die Unternehmer allein die Ver- seinerzeit der Genossenschaft gegen den Willen der Mitglieder waltung führen, während bei der Führung der Krankenkassen-| aufgehalft worden sei. Das Grundstück wurde umgewandelt zu einer Geschäfte die Arbeiter mitbetheiligt sind. In zahlreichen Kranken- Heimstätte" für Genesende. Daß eine solche Verwaltung nicht tassen dominirt der Einfluß der Arbeiter, indem es ihnen zum Segen der Versicherten ausfallen fann, ist klar und das gelang, den Vorstand mit Personen ihres Vertrauens zu oben genannte Blatt hat im Laufe der Zeit mehrfach Gelegenheit besetzen. Den Krankenkassen ist die höhere Verwaltungs- genommen, derartige Beispiele zu zitiren. Wir müssen uns bebehörde, den Berufsgenossenschaften das Reichs Ber- schränken, einen Fall hier wiederzugeben, den wir in Nr. 45 des ficherungsamt als aufsichtführende Behörde überstellt. Lassen Fuhrhalter" vom vorigen Jahrgang finden: die Verwaltungen sich irgend welche Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften zu schulden kommen, so hat die Auffichtsbehörde das Recht und die Pflicht, einzugreifen. Häufig genug geschah es denn auch schon, daß die von Arbeitern verwalteten Krankenkassen, nicht selten wegen recht geringfügiger Versehen, in kommissarische Verwaltung genommen wurden. Solche Gelegenheiten läßt die bürgerliche Presse dann gewiß nicht vorübergehen, ohne die zu Raffenbeamten aufgestiegenen Arbeiter ob ihrer Unkenntniß in Buchführung u. s. w. zu verhöhnen oder aber auf die Lotterwirthschaft" der„ Genossen" mit überlegenem Lächeln hinzuweisen. Was nun geschah, mögen die Kollegen aus einem Schreiben des Gen.- Vorstandes( gez. Wünn) ersehen, das ich hier wort getreu wiedergebe: Da die Verwaltung der Heimstätte( d. h. der prakt. Arzt Dr. Bartikowski) den Verletzten seiner Zeit eigenmächtig ohne Genehmigung des Vorstandes d. i. des Herrn Ahnhudt entlassen hat, so mußte K. nochmals nach hier fommen, um sich dem Entschädigungsausschuß vorzustellen, damit sich dieser von dem Zustande des p. K. überzeugen tönnte.(!) Die Roften der zweiten Reise(!) hat selbstverständlich(!!) die Heimstätte zu fragen. Der Ausschuß hat nun beschlossen, in dieser Angelegenheit nichts weiter zu veranlassen, und nach 1 Jahr eine erneute Untersuchung zu veranlassen." Wenn also Herr Scharfenberg in dieser Weise weiter wursteln durfte, so schwieg auf der anderen Seite aber auch die Opposition nicht. Einige oppositionsluftige Mitglieder der Genossenschaft besaßen in jüngster Beit sogar die Dreiftigkeit, allerlei anheimelnde Thatsachen der Genossenschaftsversammlung vom Jahre 1894 im Fachorgan Der Fuhrhalter" den weiteren Berufskreisen zu unterbreiten, die unserer Meinung nach mehr als geeignet waren, die aufsichtführende Behörde zu einer gründlichen Untersuchung zu veranlassen. Wenn amtliche Organe der Genossenschaft im berufsgenossenschaftlichen Theile des" Fuhrhalter" behaupten, der Geschäftsführer habe 574 M. Genossenschaftsgelder versehentlich in seine eigene Tasche gesteckt, der Vorsitzende und der Geschäftsführer treiben mit einander Spekulationsgeschäfte und ersterer mache letterem widers rechtliche Zuwendungen, der Vorsitzende und sein Stellvertreter pumpen beide einen Lieferanten der Genossenschaft mit je 15 000 m. an, wenn das dreiblätterige Kleeblatt als zum theil ,, moralisch todt", zum theil als gemeinfährliche Spekulanten" von einem Sektionsvorsitzenden gebrandmarkt werden dürfen, dann sollte man meinen, sei für das Reichs- Versicherungsamt die 3eit gekommen, wo es einschreiten mußte, um zu untersuchen, inwieweit diese Anschuldigungen auf Wahrheit beruhen. Statt sofort die kommissarische Verwaltung zu übernehmen und eine gründliche Prüfung unter Vernehmung der kundigen Angestellten an Ort und Stelle vorzunehmen, erläßt es einen Schreibebrief an die Mitglieder des Genossenschaftsvorstandes, sie möchten Herrn Scharfenberg den Rücktritt nahe legen" und als der Zeitungskampf auch nach erfolgter allerdings blos scheinbarer Entfernung des Ordnungsmannes weiter tobt, da ſetzte diese BeWelche Mißwirthschaft aber oftmals in den Berufsgenossenhörde die amtlichen Genossenschaftsorgane, diese ordnungsschaften, wo die Unternehmer allein, ohne die Kontrolle der gläubigen Seelen mit einem Schweige- Ütas in ein schier unArbeitnehmer, hantiren, besteht, davon mögen die Zustände in endliches Erstaunen. der Fuhrwerks- Berufsgenossenschaft als Beispiel dienen. Die Ver- Jest entschied der sogenannte Revisions. An den Vorstand und die Sektionsvorstände der Fuhrwerks. waltung dieser Berufsgenossenschaft unterstand bis zum arzt der Georgenkirchstraße, ohne je den Ver- Berufsgenossenschaft gelangte nämlich das folgende Schreiben des 1. Oktober v. J. einem Herrn Scharfenberg, der außerdem le ten gefeben zu haben, daß es nöthig sei, dem Reichs- Versicherungsamtes, das im„ Fuhrhalter" vom 29. Dezember Kriegervereins- Vorsitzender, ein guter Patriot und auch Kirchen- R. ,, als heilsam wirkendes Mittel eine fräftige vorigen Jahres abgedruckt ist: Feuilleton. Am Exil. 47 " Der Fall Kiesler. Kiesler, 34 Jahre alt, wurde September 1891 von einem Pferde gegen den linken Unterschenkel geschlagen, woraus sich eine chronische Entzündung des Schienbeinfnochens entwickelte. Er behandelte sich ein halbes Jahr selbst, dann war er neun Monate im Krankenhaus und es wurden ihm Knochenstücke vom Schienbein abgemeißelt. März bis Mai 1893 war er wieder im Krankenhaus und wurde aber mals operirt. W 1894 verschlimmerte sich sein Zustand und K. kam in die Behandlung des Dr. Bleudorn zu Plathe i. Pommern. Auf die Anfrage: ob eine medico mechanische Behandlung angebracht erscheine, erwiderte dieser, daß eine solche zwecklos sei, weil alles, was nach Lage der Sache geschehen konnte, geschehen sei und noch geschehe. Er liche Geister zu sein, die ihr Jdeal einer Chimäre nicht sein Wissen, sein Talent gerühmt. Mehr als einer opfern wollten. Die Schreckensfinder der Partei schenten fürchtete, daß der Ankömmling vielleicht ein gar zu großes sich nicht zu sagen: Die Freiheitalte Leier! Gleichheit-Stück des gemeinsamen Kuchens an sich bringen könnte. ( Nachdruck verboten.] überwundener Standpunkt! Das Recht ein Wort, So begann man damit, ihm auf den Zahn zu fühlen. nichts weiter! Grundsätze Unsinn! Das augenblickliche Da er einfache Manieren und ein bescheidenes Wesen Interesse, das war die einzige Verhaltungsregel, welche im hatte, da er sich hütete, Uebergriffe auf das Gebiet Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung intimen Kreise, zuweilen auch auf der Tribüne von jedem anderer zu machen, da er niemals eine Bigarrette oder von Marie unert. Politiker, der sich etwas darauf zu gute that, modern zu einen jener kleinen Dienste verweigerte, die Kameraden sich Man war überein gekommen, sich an jedem Sonnabend| sein, gepriesen wurde. Der Unparteiische" griff die im unter einander leisten, so galt er als guter Junge. Abend mit Verdier im Café Madrid zu treffen. Das Besize der Macht befindlichen Männer heftig an, aber wurde aufgenommen, wie wenn er zu Hause war. Man Pflaster von Paris war von Erilirten übersät. Alle Berufs- mit einer schlecht verhehlten Vorliebe für die Art, wie sie genirte sich nicht mehr vor ihm. arten waren da vertreten. So wurde unter Freunden ihre Rolle erfaßten. Cayrolaz fühlte sich hier bald wie im Das Publikum hat hier keinen Eintritt", fagte ein eine kleine Gesellschaft zur gegenseitigen Unterstützung ge- Hause. Zettel, der von zwölf bis drei Uhr nachmittags an der gründet. Kaum hatte er festen Fuß dort gefaßt, als er sich als Thür hing. Und wohl dem ehrenwerthen Publikum, daß Cayrolaz war der erste, der sich heraushalf. Schmieg- guter Kamerad bemühte, auch dlené eine Stellung zu verses abwesend war! Mehr als einmal wäre es überrascht, sam und einnehmend in seinem Wesen, gegen Rippen schaffen. Aber René zauderte. Er hatte nur geringes Ver- entrüftet und erschreckt gewesen, die Kehrseite der Zeitung stöße wenig empfindlich, ein ebenso unerschöpflicher, wie trauen zu dem Direktor, er fürchtete, sich seiner Freiheit zu zu erblicken. Der große Valentin plauderte z. B. mit dem nicht aus der Fassung zu bringender Aufschneider, besaß er begeben, wenn er seinem Geifte einen solchen Herrn gab. kleinen Darcy; beide waren hervorragende Persönlichkeiten. ein bewunderungswürdiges Talent, sich überall Aufnahme Seine Mutter wiederum hatte eine instinktive Furcht Sie zeichneten abwechselnd die Leitartikel. Der Direktor, zu verschaffen und im Nothfalle sich mit Liſt einzuschmuggeln. vor dem Journalismus. Sie sah dort Gefahren jeder der Patron", wie er genannt wurde, wollte keinen Chefs Der König der Leisetreter, sagte Verdier von ihm. Nach Art, ein aufregendes Leben, endlose Sitzungen in den redakteur haben. Er handelte nach dem Grundsaße: Theile, Verlauf von acht Tagen hatte er bei zwei oder drei Zei Cafés, heftige Polemiken, Wortwechsel in den Zeitungen, um zu herrschen. Man konnte hören, wie der eine zum tungen Manuskripte untergebracht, nach vierzehn Tagen war die mit Rugelwechsel oder Degenstichen endeten. Indessen anderen sagte: er bereits Mitredakteur des„ Unparteiischen". Der Un- rieb René sich seit Anfang August, seit drei langen Wochen Er hat gut eingeschlagen, Dein gestriger Artikel über parteiische" war eine Abendzeitung, die sich unabhängig in Unthätigkeit und vor allem in Sorge vor den kommen die Nothwendigkeit der Rückkehr zu festen Grundsätzen! republikanisch" nannte. den Tagen auf. Er hatte keine Mittel mehr, um wählerisch Bei meinem Wort! Sie machen fich doch immer famos Die Sprache der Politik war soeben um das zwei zu sein. So ließ er sich also an die Redaktion des Un- auf dem Papier, diese heiligen Prinzipien! deutige Wort„ Opportunismus" reicher geworden. Die parteiischen" fesseln, wo er mit der täglichen Uebersicht der Ein anderer, der die Kunstkritik besorgte, rief: Minister und ihre Freunde wiederholten jedem, der es Presse betraut wurde. hören wollte, daß man sich an opportune Maßnahmen Die Redakteure frühstückten täglich in einem kleinen Ramazzi hat geblecht. Endlich doch mal einer, der die halten müsse. Unglücklicherweise traf es sich stets so, Café Restaurant der Rue Montmartre, das neben den Sache begreift. Es ist ja ein wahres Bergnügen, sein Lob daß keine wahrhaft große wirthschaftliche Reform es Redaktionsbureaus lag, damit sie imnier im Bereich ihrer auszuposaunen. Wissen Sie, warum wir den Feldzug gegen die war. Da galt es denn zu warten, die Anstrengungen für Arbeit waren. Ein Zimmer war ihnen refervirt worden. das Wohl der Nation und die eigenen Angelegenheiten zu René wurde in dieser geschlossenen Gesellschaft mit Panamagesellschaft unternommen haben? warf ein anderer mäßigen. Die Echlauen rühmten sich, positive, wissenschaft- einer eifersüchtigen Neugierde empfangen. Cayrolaz hatte ein. Es scheint, daß es mit ihr zu Ende geht. " " Und die beiden Auguren lachten. RetchZ-Nerficherungsamt. Berlin, den 50. Oktober 1894. Wie dem Vorstände und den Sckiionsvorständen bekannt ist, sind in letzter Zeit wiederholt in öffentlichen Blättern innere Angelegenheiten der Fnhriverks-Beruisgenossenschaft in einer Weise erörtert worden, welche nicht nur diese Bcrnssgenossenschnf t zu kompromittiren. sonder» auch die berufsgenossenschast- liche Organisation überhaupt zu schädigen geeignet ist. Gleich. viel nun, ob die betreffende» Artikel von Ge»offenschaftS-Mit- gliedern, welche sich in ehrenamtlicher Stellung befinden oder von Geiiossenschaftsbeamtcn herrühren oder beeinflußt sind: in jedem Falle muß den Verfassern, sosern sie in solcher amtlichen Stellung sich befinden, die Berechtigung zu derartigen Veröffentlichungen abgesprochen werden. Denn weder Genossenschafts. Vorstandsmitglieder und Delegirte, noch Genossenschaftsbeamte sind befugt, Angelegenheiten, welche sie in amtlicher Eigenschaft erfahren haben, in die Oeffentlichkeit zu bringen. Besteht dieserhalb»och ei» Zweifel, so verlangt es der Takt und die Loyalität gegen die öffentlich rechtliche Organi- sation, der man die betreffende Stellung verdankt, daß innere Vorgänge der Berussgenossenschaft nicht von den Belheiligten in einen persönlichen Preßkamps herabgezerrt werden. Der Vorstand wird daher ergebenst ersucht, mit allen ihm zu geböte stehenden Mitteln bei den Belheiligten darauf hinzuwirken, daß in Zukunft solche Veröffentlichungen unterbleiben. Schon viel zu viel hat man die Oeffentlichkeit mit persönlichen Angelegenheiten aus der Fuhrwerks-Berussgenossenschast, die dadurch ihren Ruf wahrlich nicht gebessert, behelligt, und niemand möchte glauben, er erweise sich noch einen Dienst, wenn er weiter seine persönlichen Ding« vor der Oeffentlichkeit ausbreitet. Das Interesse der Berufs- genossenschast erfordert jedenfalls gebieterisch die Einstellung des öffentlichen Zanks. DaS Reichs-Versicheruugsamt. Dr. Bödicker. lieber Ansichten läßt sich nicht streiten, und so wollen wir auch mit Herrn Dr. Bödicker über die merkwürdigen An- schauungen nicht rechten, die er da über das Verhallen von Ge- noffenschaftsbeamten in Fällen zum besten giebt, wo ihnen Miß- stände in der Verwaltung zur Kenntniß gelangen. So also wirlhschastet mau in den Berufsgenossenschasten. ivo die Unternehmer ohne die Kontrolle der Arbeitnehmer allein die Lasten der Verwaltung auf sich nehmen. Wir müssen gestehen, daß uns dann das oft recht schneidige Vorgehen des Magistrats gegen die Krankenkassen schließlich denn doch noch lieber ist, als die zarte Rücksichtnahme des R.-V.-A. der benannten Berufs- genossenschast gegenüber. VolikiMie AeberN»,». Berlin, den 9. Januar. Ter Reichstag begann heute mit einer kleinen Lektion an die rcaktionsivüthigen Konservativen, die unseren Antrag auf Einstellung des Strafverfahrens gegen Stadthagen zu Fall bringen wollten; und setzte dann die Berathung des Umsturzgesetzes fort. Als erster Redner kani zum Wort der Freiherr v. S t u m m. Warum gerade diesem Mann die Aufgabe übertragen wurde, auf die an wuchtigem Material so reiche Rede Auer's zu antworten— denn die Redner- liste wird ja durch Uebereinkommen festgesetzt— das läßt sich blos aus der äußeren Stellung und detm machtvollen Einfluß dieses Mannes erklären. Es war der »König" Stumm und der Kaiser-Bcrather Stumm, dem als Ober-Sozialistentödter das Wort in dieser Reihenfolge gegeben ward. Und fürwahr, die kundigen Thebaner, die den Zufall so gut„korrigirt" haben, daß gerade Herr v. Stumm bei Bekämpfung des„Umsturzes" an die vorderste Stelle gesetzt wurde, sie haben, ivenn auch schwerlich mit Plan, dem„öffentlichen Interesse" einen außerordentlichen Dienst geleistet. Sie waren die Veranlassung, daß dem Volke Gelegenheit ward, zu sehen, aus welchem Stoffe die Menschen geniacht sind, die in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft den höchsten Rang einnehmen und eine maßgebende Rolle spielen. Herr Stumm zeichnet sich durch eine Tugend aus— die einzige wohl, die ihm nicht bestritten wird— er ist offen bis zum Zynismus. Sei es nun, daß diese Tugend mehr der Achtung vor der Wahrheit, oder mehr der Verachtung seiner, nicht mit Millionen gesegneten Mitmenschen entspringt— genug, die Eigenschaft ist da. »Langweilig" wollte Herr v. Stumm nicht sein, und in der That„langweilig" war Herr v. Stumm nicht. Im Gegentheil, sehr kurzweilig. Nicht, daß er geistreich gewesen wäre— gegen diesen Verdacht ist der Pascha von Ncunkirchen gefeit — auch Witze hat er nicht gemacht, weder gute noch schlechte. Und trotzdem eine komische Kraft(vis oornico) bewiesen, die auf jeder Bühne Erfolg sichern würde. Das Geheimniß Sie Unschuld! erwiderte ein anderer. Wenn„der Patron" jetzt nichts mehr von sich hören läßt, so geschieht das nicht etwa, weil er darüber aufgeklärt ist. Es ist doch ganz angenehm, fügte eine Stimme hinzu, an einem der Pariser Blätter zu arbeiten, die sich am besten verkaufen. Und in dem Rauch der Zigaretten, dem Klappern der Gabeln und der Teller flogen Scherze, Wortspiele, Paradoxe, zynische Eingeständnisse auf. Das alles bildete eine schwüle Atmosphäre, in der sich unter Scherz und Witz die Gleich- giltigkeit der idealen Seite des Berufes gegenüber verbarg. Kayrolaz fühlte sich hier so wohl, wie der Fisch im Wasser. Er verstand mit stets gleicher Geschwindigkeit vor dem Publikum die glänzendsten Variationen über das Thema der Volksrechte und hinter verschlossenen Thüren die extravagantesten Kapriolen auf dem weichen Teppich das „ich pfeife darauf" auszuführen. Es war dies sein Lieb- lingswort und es wurde ihm sehr nützlich. Schreiben was man denkt, wiederholte er oft, ist ein Luxus für reiche Leute. Wenn man arm ist, schreibt man, was etwas einbringt. Und wenn Rens protestirte, erwiderte er: Nun? Ob wir schwarz oder weiß sagen, bildest Du Dir etwa ein, daß das die geringste Bedeutung hat? Girardin, der ein anderer Kerl war als wir, sagte er nicht, daß die Presse weder Gutes noch Böses wirken könne? Ren« studirte traurigen Herzens den sonderbaren Geisteszustand derer, die ihn umgaben. Gewiß, mehr als einer galt für das, was man in der Gesellschaft einen seinen Mann nennt, die meisten hielten sich für ehrliche Leute und waren es auf ihre Art auch. Sie setzten einen gewissen Stolz darein, ihr Geld zu verdienen, ihre Obliegen- heiten pünktlich zu erfüllen. Sie waren im Punkte der Ehre sogar sehr empfindlich. Wer es gewagt hätte, öffentlich an ihrer Ehrlichkeit zu zweifeln, hätte sich ein kräftiges Dementi zugezogen, und der am wenigsten Tapfere unter ihnen hätte nicht gezaudert, sein Leben in einem Duell auf das Spiel zu setzen, um Ansichten aufrecht zu erhalten, die er in Wirk» lichkeit nicht hatte. Rens wußte dies alles, und er wun- derte sich darüber, dieselben Männer stets von neuem bereit der Stumm'schen Komik liegt in dem gravitätischen Ernst seines Gesichts, das, von keines Gedankens Bläffe angekränkelt, rein und zweifelsohne den unbeschränkten Glauben an daS kommerzienräthliche Ich und dessen Unfehlbarkeit widerspiegelt. Zwischen diesem Glauben und dessen klassischem Ausdruck einerseits und dem Können und Wollen des Gläubigen andererseits besteht ein klaffender Kontrast, der, wenn das Opfer sich dcflelben bewußt wäre, tragisches Mitleid er» wecken müßte; da es, im Vollgefühl seiner Größe, sich desselben aber nicht bewußt ist, mit unwiderstehlicher Komik wirkt. Wenn Cervantes noch lebte, hätte er hier das Urbild für einen neuen Don Quixote, der den Idealismus und die Romantik des alten durch zeitgemäßen Kasernen- Verstand und Kasernen-Utopismus ersetzt, und eine ebenso unerschöpfliche Quelle des heitersten Lachens für gegenwärtige und künftige Menschengeschlechter sein würde. Was Herr Stumm sagte, das ist gleichgiltig; wie er es sagte: darin lag der Effekt, wie bei allen großen Komikern. Cetsnim Censso— übrigens muß die Sozial- demokratie vernichtet werden! Er las die Hälfte der Hans Blum'schen Lügen vor, und würzte seine Theatervorstellung mit so wunderbaren Gesten, daß der Reichstag, namentlich die sozialdemokratische Ecke, nicht aus den Lachkrämpfen herauskam. Und dieser Mann— daS sei wiederholt!— ist eines der vollkommensten Produkte und eine der gefeiertsten Zierden der kapitalistischen Gesellschaft. Man betrachte sich ihn! Und von dem Produkt schließe man aus die Produzentin. Nach Stumm sprach Gröber im Namen des Zeu- trnnis. Er beantragte, die Vorlage einer Kommission von 28 Mitgliedern zu übergeben. Tie Rede erfüllte genau unsere Erwartungen. Ein Eiertanz zwischen Wenn und Aber. Prinzipiell ist das Zentrum nicht gegen eine„Ver- besserung" der politischen Strafgesetz-Paragraphen. Allein gegen die vorgeschlagenen Aenderungen erheben sich viele Bedenken u. s. w., u. s. w. Amüsant waren die Ausfälle auf den Liberalismus, der an sich ebenso staats- und religionsfeindlich sei, wie der Sozialismus. Es fehlte auch nicht an recht treffenden Bemerkungen, namentlich über das schlechte Beispiel von oben. Und nachdem Herr Gröber seinen Eiertanz zu Ende geführt, verneigte er sich höflich vor der Regierung:»das Zentrum ist sehr gerne bereit im Kampf gegen den Umsturz zu helfen, mit gebundenen Händen kann es das aber nicht! So deutlich hat das Zentrum sich niemals als Cchacherpartei gekennzeichnet.„Fort mit dem Jesuiten- gesctz, Ueberlieferung der Schule an die Kirche! Maß- regelung der liberalen Professoren, die den schlimmsten Atheismus lehren!"— Die Regierung weiß jetzt, was sie dem Zentrum zu zahlen hat. Sie konnte es auch schon vor- her wissen. Um 4 Uhr erhob sich das unglückliche Schreckenskind des Umsturzgesetzes, Staatssekretär Nieberding, und drehte den Krahn seiner Wasserleitung auf. Es plätscherte, plätscherte— und das Hans leerte sich— so weit es nicht schlief. Niemand hat gehört, was er sagte. Und wir auch nicht. Und als er den Krabn zugedreht hatte, da hielt es niemand mehr aus— und oie Sitzung wurde einstimmig ans morgen vertagt.— Für Religion, Sitte und Ordnung kämpft heute in einem drei Spalten langen Artikel die„Kreuz-Zeitnng", das Organ der„Edelsten", indem sie den zehnfachen Umstürzler, Doppelbigamisten, Meineidsvirtuosen und internationalen Pananiisten C r i s p i in alle Himmel erhebt und seine „Verleumder" in den Pfuhl der Hölle verweist. Wir danken der„Kreuz-Zeitung", die ja immer eine gewisse zynische Ehrlichkeit hatte, daß sie so offen sagt, welcher Art die„Religion, Sitte und Ordnung" ist, für welche sie mit ihren Spießgesellen sich ins Zeug legt.— Pnttkamer's Geist spukt in der„Kreuz-Zeitung". „Die Sozialdemokraten— so schreibt sie heute Abend— mögen formal mit den Anarchisten nichts gemein haben. Aber Bomben und Dolche sind vom Standpunkt der Gesanmitwirkung bei weitem nicht so bedenkliche Widersacher des Bestehenden, als die schleichende Unter- wühlung, welche die Beschäftigung unserer„zielbewußten" Sozialdemokraten ausmacht. Gut gebrüllt, Putty!— zu finden, wie Sophisten mit allen Ideen Jongleurkunststücke zu machen. Was willst Du? sagte Cayrolaz. Uns Journalisten passirt dasselbe wie den Advokaten. Dadurch, daß diese alles vertheidigcn, dadurch, daß sie ständig nach Argumenten suchen, um die Unschuld ihrer schurkischsten Klienten zu de- weisen, können sie schließlich nicht mehr genau auseinander- halten, was wahr und was falsch ist. Wir, die wir nach einem bestimmten Rezept schreiben, die wir die Gedanken eines Direktors oder eines leitenden Komitees zum Ausdruck zu bringen haben, wir sind doch überhaupt nicht mehr sicher, ob wir noch eine eigene Meinung haben. Wir werden von der Berufskrankheit, dem Skeptizismus, er- griffen. Wir wissen nicht mehr, ob wir so sprechen oder ob unsere Rolle es uns vorschreibt. So werden wir, ohne daß wir daran denken, Kondottieri(Landsknechte) der Feder. Wer uns bezahlt, ist unser Herr. Alles was man von uns verlangen kann, ist, der Fahne des Regiments, vielmehr der Zeitung treu zu bleiben. Und die Ueberzeugungen? Was macht man mit ihnen? rief Ren« empört. Man behält sie für sich, wenn man das Unglück hat, solche zu haben. Hast Du Dich jemals gefragt, was die Uebcrzeugung des Einzelnen werth ist, was in einer der großen Zeitungen, wo die Artikel nicht gezeichnet werden, aus seiner Persönlichkeit wird? Weißt Du, was der Journalist denn ist? Nichts weiter, als das namenlose und unverantwortliche Werkzeug eines Willens, der dem oder den Besitzern gehört. In Wirklichkeil— ich sage es Dir, mein armer Freund— haben wir die Freiheit, zu sagen, was wir denken, so lange wir denken wie der Herr des Hauses. Wir nennen ihn aber nicht umsonst den Patron.*) Wir sind seine Arbeiter, seine„Hände". Eine Zeitung wird gerade so ausgebeutet, gekausl und verkauft, wie eine Fabrik, und man muß ganz gelinde Seiten aufziehen, wenn nian nicht hinausfliegen will. Meine Schuld ist es nicht, wenn die Presse dank unserem schönen Gesellschaftssystem die ») Patron ist der französische Ausdruck für Unternehmer, Herr de? Geschäfts. Ter nationaNiberale Abgeordnete Paaschs hat sich in einer Versammlung in Magdeburg über die Umsturz- vorläge folgendermaßen geäußert: „Was die nächsten Aufgaben des Reichstages anlange, so würde man sich zunächst mit der U m st u r z v o r l a g e zu be- schäftigen haben. Mit dieser Vorlage, die in ihrer Wirkung vielfach überschätzt und überdies auch im Reichs- tage eingeschränkt werden würde, würde nicht viel erreicht werden. Wenn die Regierung sich endlich zu einem Vorgehen entschlossen habe, so hätte er gewünscht, daß sie scharf und schneidig vorgegangen und nicht auf halbem Wege stehen geblieben wäre. Gegenüber den offen und unverhüllt hervortretenden Bestrebungen der Sozialdemokratie, die mitzynischer Unverfrorenheit selbst im Reichstage die Empfindungen und Gefühle des deutschen Volkes mit Füßen treten, erscheint es hohe Zeit, daß die Regierung und die bürgerlichen Parteien sich der heiligen Pflicht erinnern, unsere heutige Kultur und den weiteren fried- lichen Ausbau unserer Staatsordnung mit fester Hand zu schützen und gegen die Feinde von Thron und Altar. Staat, Familie und jeglichen Eigenthums energisch zu vertheidigen. Möchte die Regierung sich die alte Lehre der Geschichte vergegenwärtigen, daß Revolutionen nur dann gefährlich und erfolgreich waren, wenn sich die mit der Regierungsgewalt betrauten Staatsorgane als schwach erwiesen haben. In dem Zweifel an der Festigkeit und Entschlossenheit der Regierung liegt die größte Gefahr. Dieser Zweifel, der die Geineingefährlichkeit der Sozial- demokratie in milderem Lichte habe erscheinen lassen, habe dieser viele Anhänger zugeführt, und es gehe nicht an, daß der Gesetzgeber die Hände in der Hosentasche bebälr. wenn er dem immer weiter um sich greifenden Gift wehren will. Er messe darum zur Zeit weniger den einzelnen gesetzgeberischen Bestimmungen größeren Werth bei, als dem moralischen Eindruck, den ein entschlossenes Vorgeben der Regierung und eine einmüthige Unterstützung des Reichstages und seiner Ordnungsparteien hervorzurufen geeignet erscheint. Der Staat müsse seine eigene Existenz schützen und eine friedliche Weiterentwickelung sichern." Herr Paasche ist seit den letzten Wahlen, bei denen er in einem Wahlkreise gegen, in dem anderen aber für den Bund der Landwirthe kandidirte, als ein würdiger Ver- fechter der heutigen Ordnung bekannt. Herr Paasche, der neben seiner Thätigkeit als Professor der National- ökonomie auch durch Börsenspekulationen bekannt wurde, hat alle Veranlassung, jedes Eigenthum zu vertheidigen.— Die Redefreiheit im Reichstage. Nach der Erklärung des Präsidenten v. L e v e tz o w beim„Fall Liebknecht", daß ihm nicht genügende Disziplinarmittel gegen die Abgeordneten zur Verfügung stünden, schreien alle Gesinnungstüchtigen im Lande nach einer Verstärkung der Strafgewalt des Reichstags- Prä- sidenlen. Man wies auf die Disziplinargewalt hin, der die englischen Abgeordneten unterliegen,— ohne aber der weitgehenden Rechte und Freiheiten des englischen Parlaments zu gedenken. Jetzt wird auch die Geschäftsordnung der fran- zösischen Deputirtenkammer als Beweis dafür herangezogen, daß die deutschen Abgeordneten unter eine strengere Zucht genommen werden müßten. Diese französische Geschäftsordnung kennt die folgenden Disziplinarstrafen: 1. Ordnungsruf, 2. Ordnungsruf mit Registrirung in dem Sitzungsprotokoll. 3. Verweis, 4. Ver- weis mit Exklusion(zeitweiliger Ausschließung von den Sitzungen). Mit den Disziplinarmitteln zu 2, 3 und 4 ist die Entziehung eines Tbeiles der Diäten verknüpft. Der protokollirte Ord- nnngsrns trifft denjenigen, der in derselben Sitzung zum zweiten Male zur Disziplinirung Veranlassung gegeben hat. Nach dem zweiten Ordnungsruf kann dem Exzedenten auf Vor- schlag des Präsidenten durch Abstimmung ohne Debatte das Wort entzogen werden. Die Straie des Verweises tritt ein, sobald ein Abgeordneter trotz verschärften Ordnungsrufes inner- halb eines Monats abermals gegen die Ordnung sich vergeht. Wenn die Ausschließung eines Mitgliedes verfügt wurde und der Exkludirle gleichwohl im Hause erscheint, so hebt der Präsident die Sitzung auf, läßt den Bestraften verhaften und drei Tage im Arrest verbleiben. Immerhin haben die französischen Deputirten doch wenigstens Diäten, die ihnen event. als Strafe abgezogen werden können. Die Abgeordneten des deutschen Reichstages sind nicht in dieser angenehmen Lage; sie bekommen keine Diäten: folglich können ihnen auch keine strafweise abgezogen werden.— Vielleicht ver- aulassen daher die reaktionslüsternen Herren, die jetzt nach ver- schärfter Strafgewalt im Reichstag rufen, daß erst die Rechte. Freiheiten und Diäten der englischen und sranzöflschen Parlamente nach Deutschland übertragen werden. Dann wird sich ja weiter über die Sache reden lassen. Eine große Berniehrung der Kriegsflotte und Erweiterung der Marine steht uns in Deurschland bevor, wenn es nach den Plänen geht, welche der K a i s e r am Dienstag Abend seinen parlamentarischen Gästen im Neuen Palais dargelegt hat. Der Kaiser, der in Admiralsuniform war, ergriff das Wort zu einem anderthalb- bis zwei- Sklavin des Geldsacks ist. Mir wäre es gewiß lieber, wenn die Sache anders wäre. Aber was ist da zu thnn? Man muß sich fügen oder verzichten. Ich kann nicht verzichten, folglich unterwers ich mich und räche mich, indem ich mich über das andwerk, das meine Feder ausübt, lustig mache. Willst u mir glauben? Schätze Dich glücklich, daß der Patron, der mit seinen Börsengeschäften genug zu thun hat, uns in der Politik die Zügel schießen läßt. Liefere tüchtig Manuskript, schreibe so viel Zeilen, wie Du kannst, mach Dir ein hübsches Monatsgehalt und pfeife ans das übrige. Das ist der Weisheit und meiner Rede letzter Schluß. Amen! Trotz dieser Rathschläge hielt Renö doch hartnäckig seine Ansichten hoch. Da seine Funktionen bei der Zeitung nur darin bestanden, die Scheere mit einiger Intelligenz zu handhaben und die aus anderen Zeitungen entnommenen Ausschnitte geschickt zusammen zu stellen, hatte er keine persönliche Meinung zu äußern und folglich auch keinen Kamps zu bestehen. Aber er konnte sich nicht an die zur Schau getragene Gleichniäßigkeit gewöhnen, mit der seine Kameraden das Für und Wider vertheidigten, verspotteten, in Grund und Boden rissen und ihre eigenen Artikel ins Lächerliche zogen. In der ersten Zeit geschah es, daß er sich leidenschaftlich an der Diskussion betheiligte, sich forlreiszen ließ und seiner Entrüstung Ausdruck gab, bis ein Gelächter oder irgend ein Possenstreich ihn plötzlich aü die verzauberten Paladine erinnerte, die mit Lanzen gegen den Nebel kämpften. Man zog ihn auf und gab ihm Spitznamen, wie der Milde, der Phantast, der Gerechte. Man hatte sogar versucht, ihn lächerlich zu machen, und sich das Wort gegeben, ihn„in die Wolle" zu bringen, aber bei gewissen Blicken und gewissen Antworten merkten die Spötter, daß es sie doch vielleicht gereuen könnte. Man ließ ihn schließlich in Ruhe und schr»» ihn ein wenig bei seite. Das allgemeine Gefühl war jedock) eine sonderbare Mischung von Abneigung, Verwunderung und Besorgniß über diesen kindlichen Geist, der sich unter diese„starken Geister" ver- irrt hatte. (Fortsetzung folgt.) stündigen Vortrag über die Marine und die Nothwendigkeit| Borlegung urkundlichen Materials" erzielten Wendung der An- 1 gewiesen. Heute liegt uns auch das Anschreiben zu dem ihrer Verstärkung. Der Kaiser stellte vergleichende Be- flage gegenüber zu der folgenden Konstatirung genöthigt. Petitionsentwurfe vor, der uns erfreulicherweise eine Betrachtungen an mit der Stärke der Marine der ersten Es handelt sich um den nachstehenden Absatz des Artikels in richtigung der an die Betition geknüpften kritischen Bes europäischen Seemächte und suchte weiterhin aus der Stärke Nr. 577 unseres( der Nordd. Allg. 3tg.") Blattes der Handelsflotte Schlüffe zu ziehen auf die nothwendige schränkte Redefreiheit nicht mehr und nicht weniger. Einer einzelnen angeführten eigenen Interessen" der Frauen ver Dies Privilegium garantirt dem Abgeordneten uneinge- mertungen ermöglicht: In demselben heißt es: Unter den in der Petition der Kürze halber nicht im Berstärkung der für überseeische Expeditionen bestimmten ber anerkanntesten Staatsrechts- kommentatoren bemerkt hierzu einzelnen angeführten eigenen Intereffen" der Frauen verlangen auch im besonderen die Erwerbsverhältnisse dieser deutschen Kriegsschiffe, insbesondere auch der neuen Panzer- mit Recht: Die innerhalb ihrer Sphäre unabhängigen Bolts langen auch im besonderen die Erwerbsverhältnisse dieser freuzer. Der Vortrag wurde erläutert durch Zeichnungen auf vertreter haben die Pflicht, als Wächter der Verfassung jede ver berigen Gesetzgebung jede Versammlung aufgelöst werden kann, eine Gesetzesvorlage im Sinne der Petition, da unter der biseine Gesetzesvorlage im Sinne der Betition, da unter der bisgroßen aufgestellten Tafeln. Im zweiten Theil des Vor- fassungswidrige und ungefeßliche Maßregel aufzudecken. Über trags schilderte der Kaiser mit großer Lebhaftigkeit die aus dieser allgemein anerkannten Berufspflicht der Boltsvertretung bie sich mit Berbesserung der Lohnverhältnisse irgend eines Bejüngste Geeschlacht in Yalu zwischen der japanischen und folgt feineswegs von selbst, daß alle Aeußerungen derfelben, die rufes beschäftigt. fie in ihrer Eigenschaft als Abgeordnete thun, auch straflos sind, Es wird uns ferner mitgetheilt, daß in kurzer Zeit bes Ser chinesischen Marine. Die anwesenden Abgeordneten gewannen aus dem wenn sie die gefeßlichen Schranken überschreiten und den That: tannt gemacht wird, wo die Listen zur Einzeichnung der Vortrag den Eindruck, daß die großen Forderungen für verrath, Majestätsbeleidigung, Verleumdung, Injurie) enthalten. bestand eines durch das Wort zu begebenden Verbrechens( Hoch- Unterschriften ausliegen. Wir glauben, daß nach diesen Darlegungen nichts daSchiffsneubauten in dem vorliegenden Marine- Etat erst die[ Eine Majestätsbeleidigung oder Hochverrath begeht ein Ab- gegen einzuwenden ist, daß sich auch unsere Genosfinnen an Spige eines meitumfassenden Projekts geordneter doch nun und nimmermehr in Ausübung seines der Unterzeichnung der Petition betheiligen. zur Erweiterung der Marine darstellen, wie es Berufs"! Er mag sie begehen, während er in Ausübung feines Unfere geheimen Aktenstücke nimmt die gesammte zwar in der letzten Zeit wiederholt von dem Admiral Berufes, im Reichstag spricht; aber eine majeftätsbeleidigende Hollmann stizzirt, aber stets von dem Reichskanzler Grafen Auslaffung fann fo wenig wie eine hochverrätherische, durch die ins und ausländische Presse mit Interesse zur Kenntniß. Caprivi nachher dementirt worden ist. Ueberall trat im ia auch die Grundlage negirt wird, auf der das Mandat und Die regierungsfrommen Beitungen find fittlich entrüstet, ebenso Vortrag die bekannte besondere Vorliebe des Monarchen Thätigkeit fallend betrachtet werden, mit denen ein Reichstags- wie die sich unabhängig geberdenden Blätter. InterVortrag die bekannte besondere Vorliebe des Monarchen die Redefreiheit des Abgeordneten beruhen, als in den Kreis der drucken aber schließlich die Attenstücke ab, für die Marine hervor. Der Vortrag schloß nach der Abgeordneter seinen Beruf ausübt".] Nach allgemeinen juristischen essant ist der heutige Leitartikel der Bossischen Zeitung". Meldung eines Berichterstatters ungefähr mit den Worten: Grundsäßen sind die Volksvertreter in solchen Fällen, wie jeder Sie vergleicht den Vorwärts" mit der Glocke", die Machen Sie dem Fürsten Bismarck, dem Begründer andere Bürger, dem Staate wie den verlegten Privatpersonen vor etlichen Jahrzehnten von Alexander Herzen heraus unserer Kolonialpolitit, zu seinem 80. Geburtstage die verantwortlich und können vor die Gerichte gezogen werden. Alle Freude, die für die Flotte geforderten nothwendigen entgegengesetzten Argumentationen aus der Natur des volts. gegeben wurde. Das Blatt erschien außerhalb Rußlands, Summen zu bewilligen!" vertretenden Körpers beruhen auf falschen Voraussetzungen oder erhielt aber die geheimften Verfügungen der Machthaber aus allen Ranzleien des Zarenreiches und die wichtigsten Trugschlüffen." Der von dem juristischen Verfasser des Artikels hier an- Mittheilungen über Unterschleife, Willkürlichkeiten, Ers gezogene Staatsrechts Kommentator war nicht genannt. Eine pressungen der Beamten. Die Glocke" war in Rußland Wohl noch niemals ist von seiten eines Monarchen Anfrage in dieser Richtung, ehe wir zum Abdruck schritten, oder verboten und fand Eingang in Palast und Hütte. Von so unmittelbar auf die Entschließungen der Reichstags eine felbitändige Nachprüfung des Artikels in diefer und geheimnißvoller Hand wurde sie so gut dem Herrscher auf Abgeordneten in bezug auf Geldbewilligungen einzuwirken anderen Beziehungen konnte uns gleichwohl entbehrlich erscheinen, ben Schreibtisch gelegt, wie unter die Massen geworfen. gesucht worden, da uns die Persönlichkeit des Verjaffers nach unserer gegründeten Das Verbrechen des Blattes bestand in der Ent Der preußische Staatsrath joll, wie in Regierungseines Irrthums oder einer Flüchtigkeit in der Bitirung bot. Ueberzeugung ausreichende Bürgschaften gegen die Möglichkeit hüllung von Verbrechen. freisen ernstlich erwogen werden soll, wieder zusammen- Leider war in dem Manuskript des Artikels auch die deut- In den jüngsten Jahren habe man in Deutschland berufen werden. Während er das letzte Mal sein Gutachten liche Begrenzung des Zitats aus Hermann Schulze durch An- wiederholt erfahren, daß Berfügungen, die ausdrücklich als über die neuen Bahnen der Sozialgesetzgebung abgeben führungszeichen unterlassen. Wir faßten dementsprechend nur geheim und vertraulich bezeichnet waren, die sogar den sollte, wird nach den Berliner Politischen Nachrichten", jetzt den einen Satz:„ Die innerhalb ihrer Sphäre enthalten" als Empfängern nur zu eigenen Händen" ausgeliefert wurden, feine Aufgabe sein, diejenigen Maßregeln, welche zur Hebung Bitat auf. Der folgende, in dem obigen Abdruck in eckige dennoch alsbald" in sozialdemokratischen Blättern vers der Landwirthschaft und Sicherung des ländlichen Grund- Klammern eingeschlossene Satz ist Zusatz des Redakteurs diefes öffentlicht wurden. Niemand zweifle mehr an der befizes von Staatswegen getroffen werden können, ein- Blattes. Man wird uns zugestehen, daß wir hier einen Frr Echtheit solcher Aftenstücke, wenn sie der„ Borwärts" der Jrrgehend zu prüfen und zu erörtern. Da der Staatsrath beiden Schlußsägen des Absatzes das Gewicht eines Schulze'schen Deffentlichkeit unterbreite. Oft genug zeige fich, daß die thum zu unserem Nachtheil begingen; denn wir nahmen den Echtheit solcher Aftenstücke, wenn sie der Vorwärts" der meist aus höheren, den Kreisen der Agrarier entnommenen Gutachtens und boten sie nach unserer Meinung- lediglich Geheimnißkrämerei überflüssig war; denn es wäre nicht der Beamten besteht, werden die Leute vom Bunde der Land- als Urtheil des Verfassers des Artikels. geringste Schaden daraus erwachsen, daß die vertrauliche wirthe mit den Gutachten des Staatsrathes schon zufrieden und geheime Verfügung ohne weiteres durch den Reichs sein. Auch Herr Baare wird bei dieser Gelegenheit als Anzeiger" verbreitet worden wäre. Indem man aber den Gleicher unter Gleichen an den Berathungen der in bürgerBlättern der Sozialdemokratie den Vortritt bei der Ver lichen und Beamtenkreisen angesehenen Körperschaften theilöffentlichung überlasse, bringe man die Lacher auf die Seite dieser sozialdemokratischen Blätter. Die Freis. 8tg.", der wir diese Mittheilungen entnehmen, bemerkt hierzu: nehmen. W Buckerstener Gesetz. Die Mittheilungen, welche durch die Blätter gehen und bereits die Vorlegung eines BuckersteuerGefeßes in feste Aussicht genommen sein laffen, dürften nach den Informationen der Nordd. Allg. 8tg." einigermaßen verfrüht sein. Entsprechend den Erklärungen des Reichs- Echatsekretärs bei der Etatsberathung im Reichstage finden zur Beit Er- ausgesprochen. wägungen statt, in welcher Weise dem Ausbruch einer Zuckerfrisis vorgebeugt werden fann. M bemerkt: In jedem Falle aber hat unser Bufaß, der dem Artikel materiell nichts Neues hinzufügte und der lediglich den Zweck verfolgte, den Ausführungen des Verfassers des Artikels mehr Fleisch zu geben, mit dem seiner Zeit von der Voss. 3tg." er hobenen Vorwurf der Fälschung" nicht das Geringste zu thun. Dieser Vorwurf fußte darauf, daß H. Schulze sich allerdings in Handelskammer Enquete. Der Reichs- und Staats- dem obigen Sinne ausgesprochen, in weiteren Sägen Sehr gut gesagt und sehr gesinnungstüchtig von Anzeiger" theilt heute den Wortlaut der in unserer legten feiner Ausführungen aber die von dem Ver der Tante Boß. Möge man in der Regierung den wohl= Nummer erwähnten Erlasse mit, durch welche der Minister für fasser des Artikels der Redaktion unferes gemeinten Wink nur beachten. Uns liegt gewiß nichts Handel und Gewerbe die Handelskammern und die kauf Blattes nicht bekannt gegeben und in dem daran, fortwährend die Arbeit des Reichs- Anzeigers" thun männischen Rorporationen sowie die höheren Verwaltungs- Artitel mit Stillschweigen übergangen waren zu müssen. behörden mit der Begutachtung der Frage der Neuordnung der die Geltung dieser Bordersäge für die Praxis preußischen Handelskammern beauftragt hat. Der Direktor der Deutsch- oftafrikanischen Gefell. wieder aufgehoben hätte. Wir haben, als wir endlich von dem Berfaffer die erbetene Erklärung über diesen Punkt er- schaft sendet über die von uns nach der Wiener Arbeiter hielten, die Ueberzeugung gewonnen, daß troß dieses nicht in Beitung" veröffentlichten Schriftstücke über Deutsch- Ost brede zu stellenden Charakters der Schulze'schen Nachfäße afrika der National- Beitung" eine längere Erklärung, in doch ausreichender Grund zu feiner Sitirung für die Theorie der kein Wort der Entschuldigung über die Behandlung des Berfaffers des Artikels vorlag, und uns in diesem Sinne der Arbeiter vorkommt und blos betont wird, daß Herr Dr. Kayser mit der Deutsch- ostafrikanischen Gesellschaft auf Wir richten nach dem allen an den Chefredakteur der off. beftem Fuße steht. Ueber den Ursprung des Artikels wird 8tg.", Herrn Stephany, die Anfrage, ob er mit der obigen Auslaffung seines Blattes den Vorwurf der Fälschung" gegen den Zur Sonntagsruhe in der Industrie. Die Berl. Redakteur der Nordd. Allg. 3tg." richten und auf ihn der Rolonial Abtheilung vom 26. Oftober 1894 in der Wiener Anlangend den Ursprung der Veröffentlichung des Erlaffes Polit. Nachr." schreiben: Tonzentriren will. Wenn schon jetzt ein bestimmter Termin angegeben wird, Hierauf antwortet nun die Boff. Btg." das folgende: mir das Schriftstück im November 1894 in einem PferdebahnArbeiter- Zeitung", so erklärt sich die Veröffentlichung daraus, daß zu welchem die Bestimmungen über die Sonntagsruhe für Die„ Nordd. Allg. 3tg." nimmt von unserer Mittheilung Industrie und Handwerk in traft treten werden, so ist dies verüber ihren viel erörterten Artikel, der sich für die Verfolgung magen gestohlen worden ist. Am 8. Januar d. J. ift es der früht. Es handelt sich dabei lediglich um Kombinationen. des Herrn Liebknecht fälschlich auf den Staatsrechtslehrer Deutsch- Ostafrikanischen Gesellschaft von Wien aus eingeschrieben" Erst wenn im Plenum des Bundesraths die auf grund des§ 105d Hermann Schulze berief, Kenntniß und erzählt, welche Mende- wieder zugestellt worden. zu erlassenden Ausnahmebestimmungen endgiltig ausgearbeitet rungen sie an dem ihr zugeschickten Aufsas vorgenommen und Wir können diefe letzte Bemerkung nicht kontrolliren, fein werden, wird an die Feststellung der kaiserlichen Berordnung welche Auseinandersetzungen fie inzwischen mit dem Verfasser glauben aber nicht, daß der Herr Direktor mit seiner Ber zur Inkraftfeßung des zweiten Theiles der Sonntagsruhe und da des Artikels über Schulze's Ansichten gepflogen habe. Die muthung auf richtiger Fährte ist. mit des legten Theiles der Gewerbe- Ordnungs- Novelle vom 1. Juni 1891 gegangen werden. Ob dabei der 1. April oder ein anderer Termin gewählt werden wird, steht dahin. Es dürfte wohl angezeigt sein, daran zu erinnern, daß zwischen dem Erlaß ihre Redaktion richten und auf sie konzentriren" wollen. Eine Cafimir- Krise droht den unglücklichen Frans der betreffenden kaiserlichen Verordnung und dem Inkrafttreten Wir haben, falls die„ Nordd. Allg. 3tg." sich von dem Verfasser der Bestimmungen über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe des von ihr aufgenommenen und daher vertretenen Artikels 3ofen. Herr Cafimir Perier hat erklärt, wenn die ein Zeitraum gelegen hat, ber länger als ein Bierteljahr war". trennen will, teine Veranlassung, uns mit dieser Angelegenheit Rammer seinen Beleidiger Gérault in Freiheit sehe, so Jedenfalls hat die Regierung größere Sorgen heute, weiter zu beschäftigen. Für uns ist sie durch unsere Aus- werde er, Cafimir, das als persönliche Beleidigung auffaffen als für die Sonntagsruhe in der Industrie zu sorgen. Ein laffungen über den Inhalt des Artikels und über seine Urheber- und sein Amt niederlegen. Wenn die Kammer jetzt die Paragraph der Umsturzvorlage ist der Reichsregierung schaft erledigt. Von unseren Ausführungen in dem einen wie in Gelegenheit beim Schopf nimmt, tann Frankreich seinen wichtiger als die ganze Arbeiterschutz- Gesetzgebung. dem anderen Falle haben wir nichts zurückzunehmen. Casimir um sechs Jahre früher los werden, als man zu Demnach darf die Redaktion der Norddeutschen Allg. hoffen gewagt hatte. Der Antrag auf Freilassung Gérault's Beitung" wegen der tendenziösen Art der Bitirung des wird von Willerand gestellt werden. Staatsrechtslehrers nur der Fahrlässigkeit bezichtigt werden. Die ganze Schuld trifft, unter der freilich etwas gewagten Voraussetzung, daß die" Nordd. Allg. 8tg." einmal die Wahrheit schreibt, den Verfasser des Artikels.Zur Reorganisation der preußischen Staats: Eisenbahnen wird aus Breslau telegraphirt: Die anläßlich der Neuordnung der preußischen Staatsbahnen als überzählig bezeichneten Eisenbahn- Beamten werden, wie der Breslauer General- Anzeiger" aus bester Quelle vernimmt, zum großen Theil vorerst noch weiter beschäftigt, obgleich fie vom 1. April d. J. an als zur Disposition gestellt gelten. Die Eisens bahn- Berwaltung beabsichtigt, die zur Disposition gestellten Subalternbeamten zum Zweck der Erledigung der aus der bisherigen Organisation verbleibenden Arbeitsrefte noch bis zum 1. Oktober dieses Jahres zur Beschäftigung heranzuziehen. " Nordd. Allg. 3tg." fragt jest an, ob wir durch die Aus- Einen Handelsvertrag mit Japan will die deutsche lassungen über den von uns nicht von ihr nachgewiesenen Reichsregierung abschließen. Die nothwendigen Borerhebungen Ursprung des Artikels die von uns erhobenen Vorwürfe gegen find im Gange. Ueberproduktion an Gebildeten. Aus Braunschweig wird telegraphirt: Das Staatsministerium warnt in einem Erlaß vor der Er greifung des juristischen Studiums, da die Zahl der zum Vorbereitungsdienst zugelassenen Referendare so zugenommen habe, Tiefe Wittheilung lehrt vor allem, daß schon jetzt die daß die erforderliche Zahl von Gerichtsaffefforen fast erreicht sei. Beamten zur Erledigung der Amtsgeschäfte nicht ausreichen. Die Ernennungen zum Gerichtsaffessor werden fünftig bei dem Die Reorganisation der Staats Eisenbahnen, zu deren Landesberrn nur nach Maßgabe der Verminderung der jetzigen Hauptzwecken es gehört, die Beamtenzahl zu verringern, Affefforenzahl befürwortet werden. Daffelbe gilt für die Affefforen wird demnach eine weitere schwere Belastung der Arbeits im Dienst der Staatsverwaltung. fräfte zur Folge haben. Die furze Frist, die den entlassenen Beamten gewährt wird, dürfte sie faum mit der heutigen Ordnung" versöhnen. Staatsanwalt Dr. Benedig und die ,, Norddeutsche Allgemeine Zeitung". Die" Bossische Beitung" bringt in ihrer vorgestrigen Abendnummer folgende von uns schon einmal wiedergegebene Auslassung: Der Druckfehlertenfel als Majestätsbeleidiger. In einem Artikel der Breslauer Zeitung" war durch einen Druck fehler aus da malig damlig" geworden, und dies bot die Handhabe zur Einleitung einer Antlage wegen Majestätsbeleidigung. Die Angelegenheit hat ihren Instanzenzug bis zum Juftizminister genommen, doch soll dieser gleich dem OberStaatsanwalt den Gifer des Staatsanwalts für übertrieben gehalten haben. " Krieg in Frieden. Aus Turin wird telegraphirt: platte eine Granate, wodurch zwei Soldaten getödtet und zwei Bei Uebungen der Artillerie in der ehemaligen Zitadelle verlegt wurden. In Indien hat England fast ununterbrochen Rämpfe au führen, vor allem mit den Stämmen an der Nordgrenze. Ueber die letzten Kämpfe berichtet eine Depesche aus London das folgende: Nach einer Meldung des„ Reuter'schen Bureaus" aus Jandula hat eine gestern früh gegen die Waziris entsandte Truppenabtheilung den Feind derartig überrascht, daß er sich widerftandslos ergab. Dreitaufend Stück Bieb wurden genommen. Lieutenant Lockhardt, ein Neffe des Rommandirenden des Gr peditionskorps, wurde im Lager von einem Offiziersbediensteten aus Unvorsichtigkeit erschossen. Parlamentarischres. Aus dem Reichstag. Die sozialdemokratische Fraktion be stimmte in ihrer gefirigen Sigung die Redner für die einzelnen Vorlagen, welche bisher dem Reichstag, sowohl als Regierungsvorlagen, wie als Initiativanträge zugegangen sind. Wir haben wiederholt von den Ausführungen gesprochen, in Das ist in der Zeit der Umfturzvorlage fehr anerkenneng denen sich die„ Nordd. Allg. 3tg." zur Begründung ihrer Angriffe werth vom Justizminister. Aber freilich handelt es sich um kein Die Geschäftsordnungs- Kommission des Reichstages gegen die Unverleglichkeit der Boltsvertretung fälschlich auf Her fozialdemokratisches Blatt. Der Druckfehlerteufel der Vortritt nicht, wie die Natlib. Korresp." meldet, am Donnerstag, mann Schulze berief. Durch Vorlegung urkundlichen Materials wärt 3". Druckerei hätte sich solche Wize nicht erlauben sondern erst am Freitag zusammen. Auf der Tagesordnung steht ist uns inzwischen der Beweis geführt worden, daß die Nordd. dürfen, mit bezug auf die Rede einer Majestät aus einer auch nicht die Disziplinarfrage, sondern die Regelung der Allg. 3tg." den Artikel nicht in der Form veröffentlicht hat, in damaligen eine damlige" zu machen. Priorität gleichzeitig eingebrachter Initiativanträge. Darüber, der er ihr zugegangen war. Für die im Druck vorliegende Lektüre gefinnungstüchtiger Zeitungen. Der Oberpräsi- wann sich die Kommission mit der Frage der Ausdehnung der Fassung des Artikels ist daher allein die Redaktion der dent von Echleswig- Holstein soll sämmtliche Landrathsämter auf Disziplinarbefugnisse des Präsidenten befassen soll, steht noch Nordd. Allg. 8tg." verantwortlich." gefordert haben, darüber zu berichten, in welcher Weise für die nichts fest. Hierzu bemerkt die" Norddeutsche Allgemeine Beitung": Berbreitung guter Zeitungslektüre in der Arbeiterbevölkerung Da die Boff 3tg." gegen den in Rede stehenden, in unserer Sorge getragen werde. Freifahrt der Reichstags- Abgeordneten. Von MitNr. 577 vom vorigen Jahre an leitender Stelle veröffentlichten Der Oberpräsident und die Landräthe mögen sich nicht bes gliedern einzelner Fraktionen des Reichstages wird eine InterArtikel wiederholt den Vorwurf der Fälschung" erhoben hat, so mühen. Das" Hamburger Echo" und die Schleswig- Holsteinische pellation an die Regierung über die Gründe der Ablehnung fann die obige Erklärung faum anders als dahin gedeutet Bolts- Beitung" werben für ihre Berbreitung schon selber sorgen. des vom Reichstage nabezu einstimmig angenommenen Antrages werden, daß die Boff. 3tg." aus dem ihr vorgelegten urkund- Die Frauen und die Vereinsgesetze. In der bereitet, die schon an einem der ersten Tage der nächsten Woche auf Erweiterung der Abgeordneten Freitarten vorlichen Material" die Ueberzeugung gewonnen hätte, das, was sie als Fälschung bezeichnet, falle nicht dem Berfasser des in Rede geftrigen Nummer des Vorwärts" haben wir auf die auf die Tagesordnung gefegt werden soll. Des weiteren ist bestehenden Artikels, sondern der Redaktion der Nordb. Allg. 3tg." Petition deutscher Frauen aller Klassen und aller Parteien absichtigt, diese Ablehnung mit einem Antrage auf Gewährung aur Laft. Wir sehen nns diefer ganz eigenartigen, durch die betreffs Aenderung der einzelstaatlichen Vereinsgesetze hins von Diäten zu beantworten. Parteinachrichten. stellen. Schuh der Deutschen im Auslande. Die vom Abges| Arbeitsamt entsprechen. Nur in einem Punkte weicht das Ueber die Bäckerbewegung in Amsterdam wird uns ordneten Professor Dr. Hasse mit Unterſtüßung von 37 National Münchener Statut wesentlich von jenem ab. An stelle des von dort unterm 7. Januar geschrieben: Die Lohnbewegung der liberalen im Reichstage eingebrachte Interpellation lautet: Was vom sozialdemokratischen Gemeindebevollmächtigten Birk gestellten Bäckergesellen, welche im Monat November mit einem siegreichen gedenkt der Herr Reichskanzler zu thun angesichts der vielfachen Antrages, nach welchem bei Arbeitsaussperrungen, Arbeits- Streit anfing, ist jetzt mit einer Niederlage beendet. Unmittelbar Klagen über den mangelhaften Schutz der Deutschen im Aus- einstellungen und sonstigen Differenzen die Arbeitsvermittlung so nach dem Streit holten die Prinzipale Zuzug aus der Proving lande, insbesondere in Zentralamerita?" lange ruhen solle, bis durch die Vermittelung des Arbeitsamtes und entließen nach und nach die Streifer. So warfen sie in die bestehenden Differenzen beglichen seien, nahm die Kommission einigen Wochen mehr wie 80 Gesellen aufs Pflaster. Die organieinen Vermittelungsantrag des Bürgermeisters Borscht an, der sirten Gesellen versuchten diese Rachenehmungen zu verhindern lautet: Bei Arbeitseinstellungen hat die Kommission, sobald durch einen neuen Streif. Doch die eingeschüchterten Arbeiter fie zu ihrer Renntniß gelangen, sofort den Betheiligten eine folgten nicht. Nur in drei Fabriken war das Personal einGegen den Umsturz". In einer äußerst gut besuchten kurz bemessene Frist vorzustecken, binnen welcher dieselben stimmig. Im ganzen zählt man jetzt schon 130 Ausgeschlossene. Versammlung in Ludwigshafen sprach am Sonntag der das Gewerbegericht als Einigungsamt anzurufen haben. Wenn Diese werden eine Gesellen- Bäckerei gründen, wenn das nöthige Genosse Ehrhart über die Umsturzvorlage. Nach dem etwa legteres nicht geschieht, oder wenn ein Schiedsspruch nicht zu Kapital gefunden wird, wozu, wie es heißt, einige Aussicht zweistündigen Vortrage fand eine Protestresolution einstimmige stande kommt, oder wenn sich die Betheiligten dem Schieds- besteht. Annahme. In Aschaffenburg hatte der demokratische spruche nicht unterwerfen, hat die Kommission darüber zu beVerein eine Versammlung einberufen, in der Redakteur Dornschließen, ob das Arbeitsamt seine Thätigkeit fortsett oder nicht. im Londoner Baugewerbe für das tommende Frühjahr Ein größerer Ausstand soll bürgerlichen Blättern zufolge busch aus Nürnberg in zweistündiger Rede die Umsturz- Bei Aussperrungen hat das Arbeitsamt für das betheiligte Ge- erwartet werden. Es hat um diese Zeit eine Neuregelung des vorlage besprach. Die Versammlung war von Mitgliedern aller Par- schäft oder den betheiligten Geschäftszweig seine Thätigkeit ein- erwartet werden. Es hat um diese Zeit eine Neuregelung des teien, namentlich auch von Sozialdemokraten, stark besucht. Folgende zustellen und zugleich den Betheiligten eine kurz bemessene Frist folgen. Die Gewerkvereine wollen bedeutend erhöhte Fordernngen Abkommens zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu er= Resolution fand einstimmig Annahme:„ Die heutige von dem vorzuftecken, binnen welcher dieselben das Gewerbegericht als folgen. Die Gewertvereine wollen bedeutend erhöhte Forderungen demokratischen Verein für Aschaffenburg und Umgebung ein- Ginigungsamt anzurufen haben. Wenn letzteres nicht geschieht, berufene, von den Angehörigen aller Parteien sehr zahlreich be- oder wenn ein Schiedsspruch nicht zu stande kommt, oder wenn Die gewerkschaftliche Bewegung in Dänemark im suchte Boltsversammlung erklärt die Umsturzvorlage für die fich die Betheiligten dem Schiedsspruch nicht unterwerfen, hat die Jahre 1894. Die gewerkschaftliche Organisation hat in Dänegefährlichste Bedrohung der bürgerlichen Freiheit und unserer Kommission darüber zu beschließen, ob das Arbeitsamt seine mart einen bedeutenden Umfang angenommen und arbeitet beganzen Kultur. Die Bersammlung erwartet, daß der Reichstag Thätigkeit fortsett oder nicht."- Da der Entwurf noch der reits mit vielem Erfolg an der Hebung der Arbeits- und LohnDie Umsturzvorlage mit überwältigender Mehrheit kurzweg ab- Genehmigung der beiden städtischen Kollegien und der Regierung verhältnisse. So haben im Jahre 1894 in Kopenhagen die lehne, und daß er seinerseits eine Verbesserung des geltenden bedarf, so steht zu befürchten, daß daran noch manches verwässert Grobschmiede, die Schuhmacher, Rortschneider, Strafs und Strafprozeßrechtes in volksthümlichem Sinne energisch werden wird. Rorbmacher, Glaser, Müller, Vergolder und in Angriff nehme." Es giebt keinen Nothstand, In München fand eine Böttcher bedeutende Sohnerhöhungen erreicht, ohne daß es zu In Nürnberg fand unter ungemein starkem Andrang eine Boltsversammlung statt, in welcher Reichstags- Abgeordneter on zirka 1000 Personen besuchte Arbeitslosen- Ber- Streits über einige wenige Tage und bei vereinzelten Meistern Von den einzelnen Rednern, die er gekommen wäre. Die Glasarbeiter haben ebenfalls eine Grillenberger sprach. Auch hier zeigte sich unter den An- ammlung statt. schreckende Mittheilungen über das herrschende Elend machten, Lohnerhöhung erlangt, aber hier mußte ein ca. 10 Wochen wesenden großer Kampfesmuth und Begeisterung. Vor 2500 Personen sprach am Montag Abend der wurde betont, daß es zur Zeit etwa 12 000 Arbeitslose in der dauernder harter Kampf mit Kastrup's Glaswerken geführt Genosse von Vollmar in einer Münchener Parteig'müthlichen Münchnerstadt" gebe. Der beaufsichtigende Polizei- werden. Die Töpfer mußten gegen einzelne Fabriken ebenversammlung über die Umfturzvorlage. In zweistündiger treff- beamite verbot einem Reduer das Wort, weil dieser noch nicht falls einen längeren Streit führen, erlangten aber auch beffere versammlung über die Umsturzvorlage. In zweistündiger treff: licher Rede unterzog er die Vorlage und die allgemeine politische 21 Jahre alt und die Versammlung eine politische sei! Es ge- Lohnverhältnisse. Die zehn Fachverbände repräsentiren gegen Der Staat hat sich ebenfalls als schlechter Lage einer scharfen Kritik. Am Schlusse seiner mit großer Belangten zwei Resolutionen einstimmig zur Annahme, in denen 3000 Arbeiter. geisterung aufgenommenen Rede wurde eine Protestresolution pom Staat und der Gemeinde durch Jnangriffnahme von Arbeitgeber gezeigt, indem auch die Schneider einen langen Streik fulturellen Unternehmungen Abhilfe verlangt und Protest gegen führen mußten gegen einen Meister, der auf dem Licitationswege einstimmig angenommen. das Verfahren der Polizei Arbeitslofen gegenüber eingelegt wird. Die Lieferung von Uniformen für die Staatsbahnen übernommen Drei Protest versammlungen gegen die Umst urz- Die Versammlung erkennt das Haltlose der gegenwärtigen Zu- hatte und durch Drückung der Löhne versuchte für sich einen Gewinn vorlage fanden am Montag in Magdeburg statt. In einer derselben sprach Reichstags- Abgeordneter Schmidt vor ungefähr stände an und tritt mit allen Kräften für eine Umwandlung der herauszuschlagen. Es glückte ihm nicht, aber der Staat sollte doch bei der Vergebung seiner Arbeiten für eine entsprechende 1200 Personen. Die Stimmung der Versammlung fand ihren felben im sozialistischen Sinne ein. Ausdruck in der einmüthigen Annahme folgender Resolution: Milch als Arznei. Eine eigenthümliche„ Armensache" Löhnung der Arbeiter Garantieen fordern, wie er es für die Qualität der Waare thut. Das Hauptereigniß war die Die heute im Weißen Hirsch" tagende, von 1200 Personen wird aus Travemünde bei übeck berichtet. Nachdem das Einführung von Kontroll Schuhmarten" besuchte öffentliche Volksversammlung spricht die Erwartung Armenkollegium dort einer unterstützten und durch Krankheit ge- der Tabats und Kortwaaren Industrie.- Auch aus, daß die sogenannte Umsturzvorlage vom deutschen schwächten Wittwe die Gewährung von Milch abgeschlagen, in der Provinz sind mehrere große Streiks geführt, so Reichstage abgelehnt wird. Die Annahme würde un- hatte in einer Art menschlichen Rührens der dortige Armenarzt von den Tischlern in Hiörring, Aalborg und Viburg, vereinbar sein mit der Würde des deutschen Voltes, der Frau bis auf weiteres täglich 1/2 Liter, lac vaccinum denn Diese theils drakonischen, theils durch ihre unbe- bonum" verordnet. Auf grund des Rezepts hat die Wittwe die deren erster über ein halbes Jahr gedauert hat. In allen dreien wurde eine Einigung erzielt. In Randers versuchten die grenzte Dehnbarkeit in ihrer Auslegung verderbenbringenden Be- Milch drei Monate lang täglich aus der Apotheke erhalten und Tischlermeister eine Arbeiterausschließung, mußten sie aber stimmungen der Umsturzvorlage, sprechen insbesondere der That- der Apotheker berechnete für 1 Liter 40 Pf., in Summa 36,80 m. bald wieder aufgeben. Auch die 3immermeister in Randers sache Hohn, daß von Jahr zu Jahr dem deutschen Volke größere Das Armenkollegium verweigerte die Zahlung mit der Begründung, versuchten dieses Mittel und in Aalborg führten die Opfer auferlegt werden durch indirekte Steuern, welche vor- daß diese Medizin" bei jedem Milchhändler um die Hälfte nehmlich von den unteren Volksschichten zu tragen sind. Die zu beziehen gewesen sei und daß der Fall, daß Kuhmilch Bimmerarbeiter einen langen Streik. In beiden Fällen Bersammlung verlangt nicht Verminderung der Volksrechte, son- als Arznei aus der Apotheke bezogen werde, wohl einzig siegten die Arbeiter. In Fredericia entließen im Auguſt die Schneidermeister ihre Gefellen. Sowohl diese als die obendern Bermehrung derselben, nicht Fesselung des Gedankenausdrucks dastehe. Der Apotheker hat nunmehr gegen das Armenkollegium Schneidermeister ihre Gesellen. Sowohl diese als die oben= in Wort und Schrift, sondern Befreiung desselben von jeder Be- den Rechtsweg beschritten. Ist der Vorgang richtig wieder genannten Ausschließer wollten die Organisation brechen und die vormundung, muß das Ziel der heutigen Gesetzgebung sein. gegeben, so kann an der Verurtheilung der Gemeinde nicht wohl Löhne herabfeßen, aber überall scheiterten diese Versuche an dem Deshalb ist es Pflicht jedes Reichstags- Abgeordneten, welcher sich gezweifelt werden. Ob diese sich dann an den Arzt halten kann, ausgezeichneten zusammenhalten der Arbeiter. In Esbjäng erals Volksvertreter fühlt, die Vorlage mit allem Nachdruck aufs ist eine andere Frage. Die meisten Armenverwaltungen haben reichten die Tischler und die 3immerleute neue Lohnschärffte zu bekämpfen." mit einem solchen Mangel an Mitteln zu kämpfen, daß sie Gelder verhältnisse. Auf Iütland besitzen die Arbeitgeber sehr Aehnlich waren die beiden anderen Versammlungen. In zur förperlichen Pflege nicht bewilligen können. Wenn nun ein festgefügte Organisationen und versuchten auf grund dessen " Friedrichslust" sprach Reichstags- Abgeordneter I ees über gewissenhafter Arzt fein anderes Mittel fieht, der Patientin die ohnherabsetzungen. Auf der großen Versammlung der Arbeitgeber in Rostilde im November erklärte der Unternehmer Niels Dasselbe Thema. Diese Versammlung war von 7-800 Personen ihr nothwendige Milch zu beschaffen, so kann die Verschreibung Andersen einen solchen Kampf geradezu für das Programm dieser besucht. Auch hier und in der dritten Versammlung, wo Genosse durch Rezept nicht als fachwidrig angesehen werden. Der Fall Organisationen. Diese Versuche sind aber überall mit Erfolg Baumüller sprach, wurden ähnliche Resolutionen an- liegt genau ebenso, wie wenn ein Arzt in einem Hause, in dem abgewehrt worden und die Arbeitgeber dürften eingesehen haben, seine mündlichen Anordnungen nicht befolgt werden, schließlich daß ihre Organisationen besser thäten, sich mit denen der Arbeiter Ein Boltsurtheil nennt das Hamburger,& cho" die die harmlosesten Dinge durch Rezept verschreibt. zu verständigen, als sie zu bekämpfen. Fach tongresse fanden 15 Versammlungen, die am Montag in Hamburg stattvon den Tischler-, Zimmerer, Böttcher, Former- und Drechslergefunden haben. Sämmtliche Versammlungen waren außerverbänden statt. Da die Arbeitgeber sich bemühen, eine 2 andesordentlich gut besucht und an einzelnen Stellen mußten Hunderte organisation zu stande zu bringen, müssen die Arbeiter wieder umkehren, da das Lokal abgesperrt war. An den Ver= sammlungen haben im ganzen zirka 30 000 Personen theil Achtung, Metalldrücker! Die Metalldrücker der Firma ihnen hierin möglichst zuvorkommen. Das ist ihre Aufgabe für das Jahr 1895. genommen, in allen Versammlungen wurde einstimmig eine Löwy u. Söhne, Wasserthorstraße, haben wegen bedeutender Protestresolution gegen das geplante Knebelgesetz angenommen. Lohnabzüge die Arbeit niedergelegt. Der Zuzug ist strengstens fernzuhalten. genommen. In den Gemeinde- Ausschuß zu Ruhla( Thüringen) wurden unter fünf neuen Vertretern drei Sozialdemo: traten gewählt. Gegen die Magdeburger Volksstimme" wurden im Jahre 1894 im ganzen Strafen verhängt: 6 Monate, 3 Wochen und 4 Tage Haft und 1 Monat 3 Wochen und 9 Tage Gefängniß. zu " = Gewerkschaftliches. An die Schäfte- Arbeiter und Arbeiterinnen! Unsere Organisation verfügt gegenwärtig über eine Mitgliederzahl, die bisher unerreicht war. Diese Erfolge tanken wir der eifrigen Thätigkeit unserer Berufsgenossen, vou denen wir wünschen, daß fie auch ferner so regsam für ihre Organisation wirken. Be sonders machen wir auf die Versammlung aufmerksam, die am 19. Januar, Rosenthalerstr. 57 stattfindet und laden zu einer J. A.: M. Spange. recht zahlreichen Betheiligung ein. In der Goldleistenfabrik von Kehrberg u. Tempel in Barmbet dauert der Streif fort. Man halte den Buzug fern. n Depeschen: Wolff's Telegraphen- Bureau. Hamburg, 9. Jan. Vor dem Berliner Bahnhof im Hammer. brook löften sich von einem aus 31 Wagen mit Lokomotive be ſtehenden Güterzug 29 Wagen; dieselben liefen auf ein zweites Geleise, stießen dort mit großer Gewalt auf vier mit vollen Del fässern beladene Wagen und zertrümmerten diese vollständig. Von den 29 Wagen wurden 4 beschädigt. Der Materialschaden ist be= deutend, Menschenleben sind nicht zu beklagen. V Parteipresse. Der Genosse Dr. Diederich, der früher Paris, 9. Januar. Die Regierung verfügte die Konfiskation die Rhein. Weftf. Arb.- 3tg." in Dortmund leitete, aber sehr eines anläßlich der Dreyfus Affäre wieder erschienenen deutschbald dem Strafgesetz wegen Preßvergehen in recht empfindlicher feindlichen Heyblattes. Weise zum Opfer fiel, hat nunmehr Dortmund verlassen und die Die Zeitungsträgerinnen. Aus diesem Berufskreise geht London, 9. Januar. Es scheint nunmehr zweifellos, daß Redaktion der Bremer Bürger Zeitung" übernommen. Hoffen uns mit der Bitte um Veröffentlichung nachstehendes Einwir, daß er in seinem neuen Wirkungskreis mit Erfolg weiter gesandt zu, dem wir hiermit gern Raum geben: Ein Beruf in während des jüngsten Sturmes fünf Fischerboote aus Varmuth, thätig sein möge. unserer Großstadt, dem bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt auf denen sich insgesammt dreißig Menschen befanden, unters wurde, der mit zu den anstrengendsten und schlecht bezahltesten gegangen find. London, 9. Januar. Infolge von Lavinenstürzen und Aus Holland wird uns geschrieben: So lange die sozia: gehört, ist der der Zeitungsausträger. Dieser Beruf wird meistens heftigen Schneewehen ist auf den Linien Steinbrück- Laibach und listische Propaganda hier im Lande geführt wird, datiren auch von Frauen und auch von Kindern ausgeübt. In aller Frühe, Adelsberg- Sankt Peter der gesammte Verkehr eingestellt. Die alles noch im tiefen Schlummer liegt, sehen die Versuche, verschiedener Gemeinderäthe, um die Kolportage wenn Unterbrechung wird vermuthlich zwei Tage andauern. untersagen oder im Trabe sozialistischer Schriften zu wenigstens wir die Frauen zur Sammelstelle eilen; London, 9. Januar. Die Abendblätter veröffentlichen ein erschweren. Nach und nach haben wenigstens die Pünktlichkeit ist ihnen zur ersten Pflicht gemacht. anderweitig nicht bestätigtes Gerücht, Londoner Anarchisten 20 Städte sogenannte Verordnungen" erlassen, erlassen, wonach Dft müssen auch die Frauen bei unfreundlichem Wetter und Kälte die Kolportage hier verboten, dort eingeschränkt ward. Die warten, da sich die Spedition verzögert hat. Sind ihnen die hätten einen hohen französischen Polizeibeamten ergriffen und sozialistischen Kolporteure, sich stüßend auf Artikel 7 der Ver- Beitungen eingehändigt, stürzen sie athemlos von dannen, um ja ihn unter Androhung von Gewalt gezwungen, gewisse Staatsfaffung, welcher sagt:„ Niemand hat Erlaubniß nöthig um feine rechtzeitig ihre Abonnenten zufrieden stellen zu können. Haus angelegenheiten zu enthüllen. Algier, 9. Januar. Der Sturm ist noch stärker geworden. Gedanken mittels der Presse zu verbreiten", haben überall auf für Haus, sehr oft bis zum fünften Stock hinauf, führt ihr Weg. entschiedene Weise den Kampf um dieses Stück Preßfreiheit Manchmal wartet ihrer ein unliebsamer Empfang, entweder haben In Nemours wurde ein Theil des Deiches und der Schuhwälle vom Meer fortgespült. In der Provinz Oran herrscht starker geführt. Wiewohl der hohe Rath wiederholt diese Verordnungen sie sich verspätet oder durch zu frühes Erscheinen unnöthige om meer fortgespült. In der Provinz Oran herrscht starker im Widerspruch mit der Berfassung erklärte, gaben die Gemeinde- Störung verursacht, für alle vorkommenden Unregelmäßigkeiten ( Depeschen- Bureau Herold.) räthe ihre Versuche nicht auf, und ein paar Monate her, machte werden die Austrägerinnen verantwortlich gemacht, so viel der Ultramontane Gemeinderath von Nymegen wieder eine solche. Abonnenten, so viel Wünsche und Rücksichten haben sie zu nehmen. Triest, 9. Januar. Hier herrscht furchtbares Unwetter. Jetzt endlich ist die Regierung dazwischen getreten und der Ein Theil des lefenden Publikums treibt dieses Gebahren den Alle Ufer sind überschwemmt. Aus Dalmatien und Oberitalien Minister des Innern hat die Verordnung in Nymegen als ver: Frauen gegenüber bis zur äußersten Grenze. Nachdem sie ihre werden neue Schneestürme gemeldet. Die italienischen Posten faffungswidrig aufgehoben. Natürlich ist daß für die Sozial- Runde vollendet, schleicht sie ermattet und im Schweiße sind ausgeblieben. Es werden auch Schiffsunfälle befürchtet. demokraten von großem Interesse. gebadet nach Hause, oder sie beginnt zum zweiten Mal Antwerpen, 9. Januar. In der heutigen Vormittagsdie Tour, um die fälligen Abonnementsgelder einzuziehen verhandlung richtete der Vorsitzende im Prozeß Joniaux wiederum während sie am Abend ihre Thätigkeit wieder aufs neue auf- 150 Fragen an die Angeklagte über ihre Finanzlage, ihre SpielSoziale Ueberlicht. zunehmen hat. Und welcher Lohn wartet ihrer überhaupt? Eine sucht und bezüglich der seltsamen und verdächtigen Umstände, Ein mecklenburgisches Schulidyll. In der Rostocker Frau schilderte, daß sie bei 80-90 Abonnenten monatlich einen unter denen der Tod ihres Bruders, ihrer Schwester und ihres Lohn von 14-15 m. beziehe, dabei mitunter täglich 5 Stunden Onkels erfolgte. Auf die Frage des Präsidenten, ob sie nicht, Beitung" ist zu lesen:" Durch Uebertritt in den Domanialschul- und noch mehr auf den Beinen ist, also ungefähr 10 Pfg. die um Geld zu erlangen, den Tod ihrer Angehörigen herbeidienst wurde zu Michaelis eine ritterschaftliche Schulstelle erledigt. Stunde erhält. Noch schlimmer steht es mit der Ausnutzung der gewünscht habe, brach die Angeklagte in Thränen aus und Als der bisherige Inhaber die Stelle antrat, hatte er als Vor- Kinder in diesem Beruf. Mit einer Tasche um den Hals eilen protestirte energisch gegen dieses Anfinnen. gänger einen von jenen Pädagogen der grauen Vorzeit, wie sie am Morgen und Abend von Haus zu Haus. Schwerlich wird Paris, 9. Januar. Nach einer Meldung des folche jest kaum noch zu finden sein dürften. Dieser alte Herr vor der Hand eine Aenderung in der Lage dieser Ausgebeuteten Barole" beabsichtigen die Radikalen, dieser Tage in der Kammer war feiner Aufgabe in bezug auf Boltsbildung in der Weise war seiner Aufgabe in bezug auf Volksbildung in der Weise eintreten; es ist aber in Aussicht genommen, eine Versammlung einen Amnestie- Antrag für politische Verbrecher einzubringen. nachgekommen, daß er den Kindern einen Kalender von Anfang der Zeitungsausträgerinnen zu veranstalten, um der Deffentlich- Rom, 9. Januar. Aus Kassala wird gemeldet, daß sich dort bis zu Ende erklärte. War ein Kalendarium absolvirt und einige feit die Mißstände im Zeitungsgewerbe vor Augen zu führen, ein Bild der Mahdi in allernächster Nähe befindet und die Absicht hat, Male repitirt, so ging es an einen Stapel von Beitungen, welche der christlichen Nächstenliebe, Sitte und Ordnung, Zerstörung der einen entscheidenden Angriff vorzunehmen. Er verfügt über nummerweise durchgenommen wurden. Als daraufhin Der Familie vorzuhalten. Auch ist es zu begrüßen, daß die Genossen 12 000 gut ausgerüstete Krieger, 1000 Lanzenreiter und genügende Pädagoge der Neuzeit auf eine ganz andere Weise die Jugend des 6. Kreises sich dazu aufgerafft haben, eigene Spediteure an- Artillerie. Die Italiener sind 10 000 Mann stark und besitzen zu bilden begann und die Eltern schon ihrer Freude darüber Ausdruck gaben, wurde der Lehrer vom Schulpatron angewiesen, zustellen, denen es zur Pflicht gemacht wird, den Frauen einen 18 Geschüße. Man befürchtet für den Fall, daß es nicht gelingen die Kinder nicht so allfeitig bilden zu wollen, da er später Leute 2ohn von mindestens 20 M. zu zahlen, und bei einmüthigem sollte, die Mahdiſten zu schlagen, den Ausbruch einer HungersZusammenstehen der Genossen, wenn alle die Parteispeditionen noth in Kassala. zum Dungstreuen haben müsse und Kündigung droht dem unterstüßen, wird noch viel mehr für eine beffere Bezahlung London, 9. Januar. Wie die„ Times" aus Söul melden, Zuwiderhandelnden." gethan werden können. Auch die Kinderarbeit ist hier beseitigt. Hier wurde am vergangenen Montag die Unabhängigkeit Koreas Das städtische Arbeitsamt in München, dessen Er- fönnen wir, ohne irgend welche Opfer bringen zu müssen, fo- feierlich proklamirt. Der König von Korea begab sich mit großein richtung voraussichtlich nahe bevorsteht, dürfte nach seinem Gut- weit unsere Parteiblätter und Literatur in betracht kommen, eine Gefolge zum Tempel an das Grab seiner Vorfahren, wo er die dauernde Unabhängigkeit Koreas ausrief. wurfe im allgemeinen dem Eßlinger und Stuttgarter Befferung herbeiführen. Hierzu zwei Beilagen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Libre 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 8. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Donnerstag, den 10. Januar 1895. " 12. Jahrg. in Dresden oder Leipzig erklärt, Carnot sei der größte Aus- Gebahren solcher evangelischen Geistlichen ist viel gefährlicher, beuter gewesen; er habe seinen Lohn erhalten. Alle Anarchisten als das der Kathedersozialisten; denn diese wenden fich in Deutschland waren Führer der Sozialdemokratie.( Buruf: an wissenschaftlich gebildete Leute; aber Die Hilfe" 10. Sigung vom 9. Januar 1895, 12 Uhr. Namen nennen!) Ich nenne Ihnen Moft, Haffel- und deren Gesinnungsgenossen, zum Beispiel auch der Am Bundesrathstisch: Fürst Hohenlohe, v. Bötticher, mann Werner, den berüchtigten Auerbach u. f. w. Lizentiat Weber, wenden fich an die Arbeiter. v. Marschall, Schönstedt, v. Köller. die holländischen Sozialisten haben erklärt, daß sie für ihre Ziele Die Mitglieder der evangelischen Arbeiter Der Abg. Engels( R.-P.) macht Mittheilung von seiner mit allen Mitteln, gesetzlichen und ungesetzlichen, kämpfen wollen. vereine u. f. w. werden von sozialistischen Ideen Ernennung zum Geheimen Bergrath; da hiermit eine Erhöhung Herr Liebknecht hat gesagt: Ob ein Monarch auf dem Schlacht- durchtränkt und marschiren direkt in das Lager der Sozialdes Ranges und des Gehalts nicht verbunden ist, so erledigt das felde eine Mezelei veranstaltet oder ein Anarchist durch ein demokratie. In Berlin wird vor den Augen der Berliner ein Haus dieses Schreiben durch Kenntnißnahme. Bombenattentat viele Menschen opfert, das sei nur ein Unter- Stück wie die Weber aufgeführt, welches Most selbst als das Zur Tagesordnung steht zunächst der schleunige Anschied im Grade. Danach ist also der siebenjährige Krieg, an befte Mittel zur Verbreitung anarchistischer Ideen hingestellt hat. trag der Abgg. Auer und Genossen, den Herrn Reichs- dem wir unseren Patriotismus stählen, oder die Völkerschlacht( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Es ist sogar soweit gefanzler zu ersuchen, zu veranlassen, daß das gegen den Abg. bei Leipzig nichts anderes als ein Bombenattentat Vaillant's. tommen, daß man fast in allen Staatsbetrieben sozialdemokratische Stadthagen beim Landgericht I zu Berlin wegen Beleidigung Ein Tableau der sozialistischen Parteipreffe enthält neben dem Arbeiter angenommen hat. Wenn die Herren hier im Reichsder Berliner Polizeibeamten durch die Presse schwebende Vorwärts" den Sozialisten" als Parteiblatt. Ferner ver- tage uns durch Majestätsbeleidigung verlegen, wenn Herr Bebel Strafverfahren für die Dauer der gegenwärtigen Seffion zeichnet der sozialdemokratische Kalender alle Mordanschläge gegen es wagen darf, Deutschland mit dem römischen Reiche unter eingestellt werde. Fürsten u. s. w., daneben auch hin und wieder kleine Helden- Tiberius zu vergleichen, ohne daß ihm einstimmig ein quousque Abg. v. Buchka( dk.) spricht gegen den Antrag, weil der- thaten der Sozialdemokraten; so z. B. am 16. November steht tandem entgegen tönt, dann ist es schließlich nicht felbe seinen Zweck, dem Abg. Stadthagen die Theilnahme an den verzeichnet: Bennigsen von Bebel gez., soll natürlich heißen ge- wunderbar, daß die Regierungen auch eine Vogel- Strauß- Politik Reichstagsverhandlungen zu ermöglichen, doch nicht erreiche, da züchtigt".( Große Heiterkeit. Zurufe bei den Sozialdemokraten: betreiben. Wenn der Staat nicht einschreitet, dann wird das Herr Stadthagen bis zum 30. März im Gefängniß fize. Den Gezeichnet!) Es ist also ganz unmöglich, den Zusammenhang Bürgerthum mit einem gewaltigen Ruck zur Einwand, daß bis dahin das neue Verfahren beendet sein zwischen Sozialdemokratie und Anarchismus zu leugnen. Sie Selbsthilfe schreiten, die allerdings mehr Erfolg haben könnte und Herr Stadthagen dann gleich wieder im Gefängniß sind ein Herz und eine Seele. wird, als jedes Gesez. behalten werde, will Redner nicht gelten lassen; denn bis zum Der Streit zwischen Bebel und Vollmar ist erklärlich; in Die Vorlage zerstört endlich die Jllusion, als ob die Re 30. März könne alles mögliche passiren, der Reichstag tönne einer solchen Partei, wo jeder den Haupteinfluß haben will, gierung mit der Sozialdemokratie pattirt; die Vorlage packt auch aufgelöst werden. In dem Antrag sei ein bedenkliches Prinzip müssen sich die Führer in den Haaren liegen, aber man hätte diejenigen, welche zum Verbrechen auffordern; sie sind ebenso versteckt. den Streit nicht so aufgebauscht, wenn man nicht hätte den strafbar wie die Verbrecher selbst. Wenn etwas geschieht, dann Abg. Singer( Soz.): Die Ausführungen des Abg. v. Buchka Anschein erwecken wollen, als wenn die Sozialdemo- ziehen sich die Führer zurück und bezeichnen den Verbrecher als waren wenigstens finngemäß schon in der Nordd. Allg. 3tg." tratie ganz ungefährlich wäre; in der That aber haben einen Fanatiker und einen Verrückten. Die Führer find allmälig zu lesen. Der Vorwurf, daß sich hinter unserem Antrag die Sozialisten vor der Umsturzvorlage die allergrößte dickbäuchige Bourgeois geworden( Heiterkeit), die sich Landhäuser ein Prinzip verstecke, trifft nicht zu, denn das Prinzip ist offen Angst.( Widerspruch und Lachen bei den Sozialdemokraten.) in der Schweiz kaufen und große Häuser, an deren Eingang zum Ausdruck gebracht und hat vom Reichstag wiederholt An- Vergleichen Sie nur die theatralische Rede Bebel's vor Weih- steht: Aufgang nur für Herrschaften!"( Heiterkeit.) erkennung gefunden,( Zuruf des Abg. Rickert: Auch von den nachten mit der gestrigen Rede Auer's. Man fürchtet, daß die Besser wäre es gewesen, man hätte statt des vorliegenden Konservativen) z. B. bei der Einstellung des Strafverfahrens sozialdemokratische Partei durch Gewalt unter Entwurfs ein Ausnahmegesetz gemacht.( Aha! bei den Sozialgegen den Antisemiten Ahlwardt. Die Vergeßlichkeit der Herren drückt wird. Das wird auch der einzige Weg demokraten.) Die Gewerbe Ordnung ist ein Ausnahmegesetz geht sogar so weit, daß ihnen aus dem Gedächtniß gekommen sein, denn es handelt sich darum, Gewalt gegen Gewalt zu gegen die Arbeitgeber,( Lachen bei den Sozialdemokraten) und ich ist, daß sie vor den Weihnachtsferien ein Verfahren gegen den- setzen. Man kann nicht gegen die Gewalt mit geistigen Waffen habe manche Bestimmung deffelben selbst angeregt; aber die felben Stadthagen eingestellt haben, obgleich er damals auch schon in- anfämpfen. Wenn ein Grundsay innerhalb der Partei bekämpft Arbeiter müssen noch viel mehr geschützt werden gegen die sozial haftirt war. Das Verfahren gegen Stadthagen kann bis zum 30. März wird, dann vollzieht sich die Mauserung. Es hilft nur ein demokratischen Ausbeuter, und es ist zu bedauern, daß die Reschon so weit vorgeschritten sein, daß ein Urtheil erfolgen fann strenges, durchgreifendes Geset, welches lautet gierung nicht Energie genug besaß, den§ 153( Bestrafung des Wenn der Abg. v. Buchka meint, daß bis zum 30. März alles( Buruf Singer's: Der Sozialdemokrat wird todtgeschlagen! Kontraktbruches) durchzusehen.( Zustimmung rechts.) Was Mögliche passiren könne, so haben wir umsomehr den Wunsch, Präsident v. Levezow: Herr Abgeordneter Singer, ich bitte Sie liegt vorgelegt wird, ist das Minimum dessen, den Abg. Stadthagen von einer Strafverfolgung frei zu wiffen. noch einmal, die unparlamentarischen Zurufe zu unterlassen!): was nothwendig ist, um einen Erfolg zu erzielen. Wird Der Staatsanwalt besorgt die Sache der Konservativen viel§ 1. Den Sozialdemokraten und Anarchisten wird das abgelehnt, so wird man mit elementarer Gewalt besser, als der Abg. v. Buchka, denn er hat dafür gesorgt, daß das aktive und passive Wahlrecht entzogen. zu schärferen Maßnahmen gedrängt werden. Al3 zur Zeit drei Abgeordnete an der Ausübung ihres Berufes ver-§ 2: Die Agitatoren werden ausgewiesen. man die Eisenzölle aufhob wegen der Ausfuhrprämien, da dachte man hindert sind. Bei der Berathung der Verstärkung der Disziplinar( Lachen bei den Sozialdemokraten.) in freihändlerischen Kreisen nicht daran, daß die Folge davon die Eingewalt des Präsidenten des Reichstages, werden wir die Frage Milde soll dabei walten, aber nicht so weit, daß dadurch der führung der Schutzölle sein würde. Als 1878 das ziemlich zahme Sozia nach Verstärkung der Rechte des Reichstages zur Debatte bringen. Zweck des Gesetzes verhindert wird. Früher waren die Sozial- listengesetz nicht angenommen wurde, da folgte später ein viel Ich bitte, unfern Antrag, der sich auf den Brauch des demokraten schüchterner; jezt aber flößen sie schon das sozial- strengeres. Hauses stüßt, anzunehmen, damit Der Anschein ver- demokratische Gift den. Kindesseelen ein. Die Kinder werden Ich gebe den Sozialdemokraten im guten den Rath, für das mieden wird, als ob die sozialdemokratischen Mit gegen ihre eigenen Eltern unzufrieden gemacht.( Lachen bei den Gesetz zu stimmen und es nicht so abzuschwächen, daß es für die glieder mit anderm Maße gemessen werden sollen, Sozialdemokraten.) 1889 stellte das Berliner Volksblatt" als Regierung und die staatserhaltenden Parteien unannehmbar ist. als die übrigen. Da es leider noch nicht dahin gefommen ist, Programm den Sah auf: daß Zufriedenheit das Anzeichen Sonst werden sich Zustände in Deutschland entwickeln, die daß auch die Strafhast während der Session aufgeschoben werden eines gebrochenen Geistes sei, daß Zufriedenheit die schlimmste Maßregeln erfordern, gegen welche dieses Ge fann, so haben wir doppelt Ursache, die Immunität der Ab- Krankheit für ein Volk sei. Mit solchen Grundsäßen muß man seg das reine Kinderspiel ist. Dann wird die geordneten zu schüßen. das urtheilslose Volt naturnothwendig zur Empörung anreizen. Reaktion, die Sie so gern an die Wand malen, in Fleisch und Abg. Meyer- Halle( Frf. Bgg.) hält es für ein konservatives Die Sozialdemokraten sind ein Staat im Staate. Sie find Blut des Boltes übergehen. Ich wünsche das nicht, wenn es Prinzip, die angeführten Präzedentien zu beachten, weil sonst organisirt und treiben ihre Steuern ein beffer wie mancher aber so tommt, so sind nur die dafür verantwortlich, welche leicht der Gedanke entsteht, daß eine Abweichung nur aus persön- Finanzminister; sie haben ihre Polizei und boykottiren alles, was Feinde dieser überaus milden Maßregel sind. lichen, nicht aus sachlichen Gründen beliebt wird. fich ihrem Willen widersetzt. Ueber die Kontrollmarke ist man( Lachen lints.) Auf die Dauer fann keine Staatsgewalt Abg. Bachem( 3.) bedauert es, daß man auf solche An- schon hinaus; die Gewerbetreibenden werden jetzt schon zu direkten sich dem Grundsatz entziehen: salus publica suprema lex.( Beiträge, die bisher stets ohne Debatte angenommen wurden, so viel Parteibeiträgen herangezogen oder sie werden boykottirt in weitestem fall rechts.) Zeit in unfruchtbaren Grörterungen verschwendet.( Sehr richtig! Umfange. Arbeiter, die sich der Sozialdemokratie fernhalten,( An verschiedenen Stellen war. diese Rede von lauten links.) Gerade in der jetzigen Zeit ist es bedenklich, bezüglich werden von den Arbeitsstellen ausgeschlossen; durch den Arbeits- Zwischenrufen und Lärm unterbrochen, sodaß nicht alle einzelnen der Vorrechte der Reichstags- Mitglieder irgend welcher Internachweis, der jetzt geschaffen ist, werden alle nichtsozialdemo- Aeußerungen zu verstehen waren.) pretation Raum zu geben.( Zustimmung links.) fratischen Arbeiter ausgeschlossen, die Agitatoren aber Präsident v. Levehow: Ich habe eine unparlamentarische Abg. von Buchka( dk.): Es handelt sich um die prinzipielle werden berücksichtigt. Sogar die Religion wird boykottirt; Aeußerung des Redners nicht gerügt, weil ich sie überhört habe. Frage, nicht um eine persönliche; an Herrn Stadthagen haben eine Wittwe, die ihren Mann tirchlich beerdigen lassen Er hat eine frühere Aeußerung eines Mitglieds des Hauses als wir eben so wenig Interesse wie an Herrn Ahlwardt. Wir wollte, wurde bedroht mit der Vernichtung ihres zynisch bezeichnet. Das ist nicht zulässig. Alle Zwischenrufe kann würden solche Debatte sparen können, wenn die Herren Sozial- Geschäftes.( Hört! rechts. Zurufe links: Namen nennen!) ich nicht rügen, obwohl sie auch nicht parlamentarisch waren, demokraten außerhalb des Hauses etwas zurückhaltender sein Am schlimmsten sind die Arbeiter daran, welche sich von der aber einen Ruf kann ich nicht ungerügt lassen. Ein Mitglied wollten in ihrem Auftreten. Sozialdemokratie abgewendet oder den Streit gebrochen haben. des Hauses- ich vermuthe, welches, aber ich weiß es doch nicht Der Antrag wird darauf gegen die Stimmen In Amerika hat man die black legs sogar vergiftet. Ja die genau genug, um es mit Namen bezeichnen zu können rief bet der Konservativen und der Reichspartei an deutsche Sozialdemokratie ist nicht mehr unabhängig, sie ist inter einer Aeußerung des Redners: das ist erlogen! Das ist eine national beeinflußt.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) grobe Verlegung der parlamentarischen Ordnung und guten Sitte. Darauf wird die erste Berathung des Gesezentwurses, be- Wenn nicht die vernünftigen englischen Bergarbeiter den Kongreß Das möge der betreffende Abgeordnete sich merken. treffend Abänderung und Ergänzung des Strafgesprengt hätten, dann wären die Bergarbeiter schon international Abg. Gröber( 3.): Wenn man Herrn Auer hört, dann des Militär Strafgeset buch es organifirt. Aehnliches zeigt sich auch bei den Eisenbahnarbeitern. sollte man glauben, daß die Sozialdemokraten die unschuldigen und des Gesetzes über die Presse fortgesetzt. Wer dagegen nicht einschreitet, der ist verantwortlich für die Ströme Kindlein seien, welche Herodes ermordet, meil er in Abg. v. Stumm( Rp.): Die gestrige Rede des Abg. Auer von Blut, die infolge solcher Entwicklung fließen müssen. ihnen den zukünftigen Heiland vermuthet.( Heiterfeit.) In war nicht nur etwas lang, sondern auch in gewissem Sinne( Widerspruch bei den Sozialdemokraten; Zustimmung rechts.) der Rede Auer's steckte etwas von der Vollmar'schen Taktit, Herr langweilig( Oho! bei den Sozialdemokraten). Trozdem war sie Als die Arbeitgeber 1878 erklärten, sie wollten feinen Sozial- v. Vollmar hat Schule gemacht. Herr Bebel ist der feurige mir doch höchst interessant, weil ich annehmen muß, daß sie die demokraten mehr in Arbeit nehmen, da entstand ein großes Ge- Cherub mit dem flammenden Schwert für die sozialistischen Prinoffizielle Programmrede der Partei gewesen ist. Aber Herr Auer schrei. Man dachte nämlich, daß beim Worte Roalitionsfreiheit zipien. Herr Auer quält sich drei Stunden lang, um den Unters befand sich mit sich selbst im Widerspruch, indem er einerseits der Druck auf dem zweiten Worte liegt. Aber in der Hand der schied zwischen den braven und bösen Sozialdemokraten zu be= erklärte, wir sind eine ganz harmlose Partei und denken nicht Sozialdemokratie wird die Koalition nur benutzt, um diejenigen weisen. Die braven sind die anwesenden sozialistischen Reichs= au Umsturz, und auf der andern Seite erklärte: wir sind was zu bedrücken, welche derselben nicht angehören und zwar nicht tagsabgeordneten; die Anarchisten sind die schlimmsten Feinde der wir immer waren, und bleiben, was wir sind. Haben denn die zum Besten der Arbeiter selbst, sondern nur zum Besten der Sozialdemokratie; der Klub der Autonomie ist das internationale Herren ein so schlechtes Gedächtniß, daß sie nicht mehr wissen, fozialdemokratischen Führer.( Bustimmung rechts.) Es ist Pflicht Spigelthum. Ganz so leicht geht es doch nicht. Wenn das alles wie sie früher stets den revolutionären Charakter ihrer der Arbeitgeber gegen sich selbst, gegen den Staat und gegen die abgelehnt wird, wo bleibt dann schließlich die ganze SozialPartei betont haben in allen ihren Reden? Redner verweist Monarchie, sich zu vereinigen und gegen die Sozialdemokratie demokratie. Wie kommt denn Herr Auer auf den Gedanken, auf Ausführungen von Engels, Liebknecht u. f. w., welche vorzugehen, um sich von dem Banne und von der Tyrannei der daß dieses Gesetz auf die brave Sozialdemokratie unter anderem auf die Pariser Kommune verwiesen haben, als selben zu befreien. Eine Entschuldigung liegt allerdings vor, gewendet wird?( Buruf links: Das sagt die Erfahrung!) ob die Kommune eine harmlose Erscheinung sei. Was die Herren nämlich das Kokettiren gewisser Gebildeter mit der Sozial- Die Jungen" haben doch einen Zusammenhang mit der früher waren, das wollen sie jetzt wieder sein. Diejenigen be- demokratie und mit der Revolution; wie das kurz vor der Sozialdemokratie; sie haben doch nichts weiter verbrochen, als wegen sich in Illusionen, welche da meinen, daß seit Aufhebung französischen Revolution ebenfalls der Fall gewesen daß sie ihre Ideale nach anderen Rezepten zu erreichen versuchen, des Sozialistengesetzes das Blutrothe der Revolution sich in das ist. Es hat sich eine förmliche soziale Akademie herausgebildet. als nach denen der Herren Singer und Genossen. Für die Rosenrothe der Reformpartei verwandelt habe.( Lachen links.) Wer nicht sozialpolitischen Ideen huldigt, wird boykottirt und Arbeiter hat die Sozialdemokratie niemals Ich kann nur wiederholen, was ich schon früher gesagt habe: für unwissenschaftlich erklärt. Man hat doch sogar eine fozial- gesorgt; das ist eine oft vorgebrachte Thatsache. Die gegenHier im Hause müssen wir die Sozialdemokraten auf grund politische Studentenverbindung bilden wollen! Zu den irre- theilige Behauptung wird nicht wahr durch die Wiederholung. der Geschäftsordnung als eine Partei anerkennen. Draußen führenden Redensarten gehört auch die Wendung von Die Sozialdemokratie hat gegen alle Arbeiterversicherungsgefeße tönnen wir es nicht.( Lebhafter Widerspruch und Zwischen dem berechtigten Kern der Sozialdemokratie. gestimmt, welche doch der Bourgeoisie, den Arbeitgebern, trop rufe bei den Sozialdemokraten. Präsident von Levehow Die Sozialdemokraten haben noch niemals eine der schlechten wirthschaftlichen Verhältnisse sehr große Opfer verbittet sich die ungehörigen Zwischenrufe.) Die Sozial- Forderung zum Wohle der Arbeiter aufgestellt, auferlegt haben. Wenn man die Bestimmungen des ArbeiterDemokratie würdigt alles herab, was uns heilig ist. die nicht schon von anderer Seite aufgestellt worden wäre. Die schutz- Gesetzes in Geld umrechnen könnte, würde man auch Die Herren meinen nun, daß die bürgerlichen Parteien das auch Sozialdemokraten haben solche Maßregeln immer bekämpft. manches Opfer der Arbeitgeber finden. Und es giebt noch eine thun. Die bürgerlichen Kreise stoßen aber solche, die sich gegen Ich habe zuerst die Alters- und Invaliditäts- Versicherung, das große Bahl von Arbeitgebern, welche über das gesetzliche Maß Sitte und Recht vergehen, von sich aus, die Sozialdemokraten Bentrum hat zuerst die Unfallversicherung angeregt. Ich habe hinaus für ihre Arbeiter etwas thun. Welche großen Leistungen nicht.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) An die Stelle mit dem Zentrum zusammen den größeren Sonntagsschutz ver- entspringen nicht der chriftlichen Charitas.( Widerspruch bei den der Ehe tritt bei den Sozialdemokraten die freie Liebe.( Wider langt, aber die Sozialdemokraten haben immer dagegen gestimmt. Sozialdemokraten.) Was die ganze Sozialdemokratie geleistet spruch.) Herr Auer hat ja gestern erst erklärt, daß die Sozial- Gehen Sie doch in die Etablissements von Krupp, von Leuschner, hat, ist noch nicht so viel werth, als das, was eine einzige Demofraten feine Ehe brauchen.( Lebhafter Widerspruch bei den von Villeroy und Bock in Mettlach; vergleichen Sie die dortigen barmherzige Schwester in einem Tage leistet.( Widerspruch bei Sozialdemokraten; Buruf: Das ist erlogen!) Die Anarchisten Zustände mit den Zuständen in den Gründungen der Sozial- den Sozialdemokratie; lebhafte Zustimmung rechts und im find geradezu ein' Produkt der Sozialdemokratie, ohne diese wäre demokraten; die armen Bäcker in der Genossenschafts- Bäckerei in Zentrum.) Die Sozialdemokratie jammelt die Arbeitergroschen der Anarchismus nicht entstanden.( Widerspruch bei den Hamburg streifen, weil sie nicht genügenden Lohn erhalten. für die Agitation, aber sie leistet den Arbeitern nichts, dafür läßt Es sind allerdings gegenüber Frank Wir sollen die Sozialdemokraten.) reichen Juden fajolieren und die sie die verlästerte Bourgeoisie und das verlästerte Christenthum reich u. f. 1. bei nicht viele anarchistische Ver- Armen beschimpfen. Wir stecken doch nicht mit den Juden zu sorgen.( Zustimmung.) Die Arbeitgeber ernten für ihre brechen vorgekommen. Aber das ist nicht ein Verdienst sammen; denn in feiner anderen Fraktion fizen Juden, außer Wohlthaten nur den schnödesten Undank und die Sozialdemokratie der Sozialdemokraten, sondern es ist ein Wunder geradezu, bei den Sozialdemokraten, und zwar sogar reiche Juden. bereitet allen gefeßlichen Maßregeln immer die größten Schwierigdaß solche Verbrechen bei uns nicht vorgekommen sind, denn es( Großes Gelächter links; Zustimmung rechts.) Ich weiß nicht, feiten. Wir wollen die Koalitionsfreiheit nicht antasten. Die Arbeiter hat kein anarchistisches Verbrechen gegeben, welches die sozial- ob Herr Singer mehr als 10 M. Lohn monatlich gezahlt hat; follen sich als freie und gleichberechtigte Mitglieder der GesellDemokratische Bresse nicht entschuldigt, ja verherrlicht hätte. Die die Sozialdemokraten aber geben den Arbeitern nichts, sondern schaft fühlen. Unsere Stellungnahme zur Vorlage spanischen Anarchisten, die russischen Nihiliften, alle Bomben- entziehen ihnen noch die letzten Groschen. Auch die evangelische ist gegeben durch unsere Stellungnahme gegen attentate sind entschuldigt und gepriesen worden. Seiner Aeuße. Geistlichkeit kotettirt mit der Sozialdemokratie. Die Zeitschrift: Das Sozialistengef et. Redner verliest eine Erklärung rung in Stuttgart, daß es besser gewesen wäre, den Präsidenten Die Hilte" des Pastors Naumann tonfurrirt jogar mit des Freiherrn v. Frankenstein vom 18. Oftober 1878 gegen das Berier statt Carnot zu ermorden, hat Liebknecht allerdings eine ben Sozialdemokraten und verherrlicht z. B. den Herrn von Sozialistengeset, in welcher aber auch positive Maßnahmen zu andere Wendung geben wollen. Aber der Genosse Schulze hat Vollmar, dem nur etwas mehr Religion gewünscht wird. Das gunsten der schwächeren Boltstreise verlangt werden. genommen. = anWir = Die sind bereit, in eine Erwägung darüber ein werden; die Professoren, welche schon seit langer Zeit solche Ideen hervorragender Renner des Rechts und als hervorragender zutreten, ob der vorliegende Entwurf auf dem verbreiten, die sollen straffrei bleiben; die Verbreitung solcher Ideen Rechtspraktiker anerkannt ist, hat dem Bundesrath der Schweiz Boden des gemeinen Rechts steht und geeignet von oben herab ist viel gefährlicher. Was ein Professor mit einem einen Entwurf vorgelegt, der ganz dieselben Worte enthält wie ist, den revolutionären Bestrebungen entgegen Wuft von Anmerkungen, einem ganzen Heuwagen voll, sagt, unser Entwurf. Ein so maßvoller, einsichtiger Mann hat also zuwirken, ohne andere berechtigte Jntereffen das imponirt im allgemeinen viel mehr als die Aeußerungen diese Bestimmungen für ausreichend flar gehalten. ฮี!! verlegen. Wir beantragen, die Borlage einer eines sozialdemokratischen Versammlungsredners. Redner will ich weizerische Legislative hat zwar die be= Kommission von 28 Mitgliedern zu überweisen, um einige Aeußerungen von Professoren zitiren.( Große Unruhe.) treffenden Paragraphen nicht akzeptirt, aber Den verbündeten Regierungen Gelegenheit zu geben, Er verweist auf eine Auslassung von Ernst Haeckel, daß die nicht aus den Gründen der Undeutlichkeit, die hier dagegen Das Material zur Begründung der Bor Grundsäße der Naturwissenschaft im Gegensatze zur christlichen geltend gemacht sind. lage, welches wir 11o ch nicht für genügend Religion stehen; trotzdem habe er stets alle Lehrfreiheit genossen Der Vorredner bemängelte auch den§ 111a über die halten, zu ergänzen. Wir werden an die Berathung der ohne jede Rücksicht auf die religiösen Vorurtheile. Ein Berliner, Glorifikation von Verbrechen. Diese Bedenken müssen wir doch Vorlage herantreten mit all der Vorsicht, welche nothwendig ist, Dozent Dühring, bezeichnete die Wissenschaft als die Säug- dem Ermessen des Richters überlassen. Wir haben das Vertrauen wenn auf die Dauer berechnete Vorschriften so allgemein amme des Unglaubens und meinte, daß man die Hypotese zu dem Richterstande, daß diese Bestimmungen richtig angewandt und so viel dentend gehalten sind; wir werden auf unsere von Gott nicht mehr brauchte. Redner zitirt ferner werden. Bevor unser Reichsstraf- Gefehbuch erlassen war, Erfahrung verweisen, wie das tatholische Bolt nicht als gleich Professor Paulsen Berlin, der die Evangelien als hatten wir in Deutschland eine ganze Anzahl von Strafgesezen, berechtigt behandelt worden ist. Als der Satz der Motive ge historische Dichtungen bezeichnet, Professor Foerster- und in allen diesen standen diefelben Bestimmungen, wenn auch schrieben wurde: daß der Boden des allgemeinen Rechts nicht Berlin u. a. in anderer Fassung. Trotzdem ist es keinem Staatsanwalt einverlassen werden sollte, hat der Bundesrath die Aufrecht- Man glaubt nicht, daß man eine Scheidewand ziehen kann gefallen, etwa gegen die Aufführung eines freiheitlichen Stückes erhaltung des Jesuitengefeges, des schlimmsten zwischen dem Professor und dem Volt. Der Sozialdemokrat von Schiller einzuschreiten. Aehnliche Bestimmungen haben wir Ausnahmegeseges beschlossen, in einem Augenblicke, wo Rüdt hat erklärt, daß er das, was er vortrage, bei den vom auch in Desterreich und anderen Ländern, und feiner wird beder Kaiser das Volk zum Kampfe für die Religion auf Staate bezahlten Professoren gelernt hätte. Die Sozial- haupten tönnen, daß sie dort gesetzwidrig angewendet werden. Mit forderte. Sind denn die Jesuiten gefährlicher als die Revolutionäre? demokraten haben nur vielfach noch mehr Muth folchen kritischen Bemerkungen fönnen Sie uns also nicht kommen. Wenn solche Ausnahmegefeße bestehen bleiben, dann kann das als die Profefforen. Der Vorredner hat gesagt, diese Strafbestimmungen haben nur fatholische Volt nicht mit Vertrauen entgegenkommen; es muß Die Vorlage hat viel Staub aufgewirbelt, ehe sie erschien, den Zweck, die deutschen Professoren zu schüßen, die niederen eigenthümliche Gefühle haben, wenn von neuem folche Aus- jetzt, wo sie vorliegt, fragt man, ob die Regierung glaube, mit Klaffen dagegen wolle man treffen. Wenn wirklich Professoren nahmebestimmungen verlangt werden. Man kann der Zu dieser Vorlage etwas erreichen zu können. Herr v. Stum m beschimpfende Aeußerungen gegen die hier in Frage stehenden sicherung trauen, daß die Vorlage nicht gegen eine Partei allein hat die Vorlage nur als ersten Schritt betrachtet und da Institutionen in Wort und Schrift thun, so fallen fie unter angewendet werden soll. Das ist der Vorzug der Vorlage. Aber müssen wir doch fragen: Wohin geht der Weg? Haben sich dieses Gesetz, und könnte darüber nur der leisefte Zweifel sein, fein die Bestimmungen sind dehnbar, und was die Polizei die verbündeten Regierungen einen Plan gemacht? Nach dem so würde ich Bedenken tragen, ste unter diese und der Staatsanwalt daraus machen können, das Attentat von 1878 hat der Kaiser die Minister ermahnt, daß Vorlage zu stellen. Die Unterrichtsfreiheit dagegen steht haben wir an unserem Leibe erfahren. Es sind manche Urtheile dem Volk die Religion erhalten werden müsse. Und jetzt hat auf einem anderen Blatte. Die Auswüchse der Preffe wird gesprochen worden, über die noch nicht der Verstand der Ver- der Kaiser in Königsberg zum Kampf für die Religion auch der Vorredner nicht ungestraft wissen wollen. Er wird ständigen sich einigen kann. Es wird darauf gesehen werden aufgefordert. Wir folgen diesem Ruf, aber wir können gewiß mit seinen Freunden mit der Dentschrift einmüssen, daß bei Verurtheilung auf grund dieses Gesetzes die Mit uns nicht die Hände binden lassen. Auch die geistigen verstanden sein, welche die deutschen Bischöfe an den wirkung von Laien möglich gemacht wird. Die Regelung der Rämpfe fann man nicht mit gebundenen Händen durchführen. Nei chstanzler gerichtet haben und welche betitelt ist: Zuständigkeit der Schwurgerichte ist jetzt eine vollständige prinzip- Man glaubt immer noch mit einem unerklärlichen Mißtrauen Die moderne Literatur und ihre Beziehungen Iose. Redner geht darauf auf die einzelnen Bestimmungen die katholische Kirche und die Orden behandeln zu müssen, man um Glauben u. s. w." In dieser Denkschrift werden in der Vorlage ein und bezeichnet als besonders bedenk- unterläßt es aber, überall das Christenthum so zu betonen, wie sehr gründlicher Weise alle die Schritte bezeichnet, welche gegen lich die Aenderung des Preßgefeges, durch welche es die beiden Kaiser verlangt haben. Der polnischen Bevölkerung die Presse und die Literaturerzeugnisse gethan werden sollen, die Polizeibehörden ermächtigt werden sollen, ohne enthält man noch heute den Religionsunterricht in ihrer Mutter- und ich möchte sehen, was der Vorredner sagen würde, wenn richterliche Anordnungen Zeitungen mit Be- sprache vor.( Bustimmung bei den Polen.) Wer hat mehr zur die verbündeten Regierungen mit den Vorschlägen kommen fchlag zu belegen. Das sei besonders bedenklich, da die Störung beigetragen als der Staat durch die Einführung der wollten, die auf dem Boden diefer Denkschrift stehen. Polizei nicht schadenersaßpflichtig sei. Wie soll die Polizei die Zivilehe!( Sehr richtig! im Zentrum und rechts.) Aber alle Die von mir vor Weihnachten angerührten Zitate gehören vieldeutigen Bestimmungen anwenden, deren Anwendung schon paar Jahre kommt man mit einer neuen Militärvorlage, die feineswegs der Vergessenheit an, sondern sie haben aktuelle Be dem Richter Schwierigkeit macht. Bedenklich ist auch die Be- soll die Sittlichkeit heben. deutung, sie sind alle Literaturerzeugnissen entnommen, welche in stimmung über den gewaltsamen Umsturz der Staatsordnung; Werträgt mehr zur Unzufriedenheit bei als den letzten Jahren erschienen sind und verbreitet worden sind. beim Hochverrath ist das Angriffsobjekt genau bezeichnet; was der Staat durch seine übertriebenen Steuern, die Den Vorwurf des Abgeordneten Auer, ich hätte falsch oder Ich soll man aber unter Staatsordnung verstehen? Darunter kann das Eigenthum illusorisch machen.( Sehr richtig! links.) So- leichtsinnig zitirt, weise ich als unbegründet zurück. man schließlich alles verstehen, jede Handlung, die zwar nicht lange das Volt nicht einen anderen Geist von innen befommt, habe, was ich aus Rrapotkin verlesen habe, wortgetreu direkt zum gewaltsamen Umsturz führt, aber zu solchen Zuständen, solange man den Gottesglauben und die Unsterblichkeit leugnet, verlesen. Es handelte sich um die Ausführung, daß alle welche einen solchen Umsturz ermöglichen. grausam fet, wie soll das Volk veranlaßt werden, Opfer zu bringen? Woher Religion diese Schmähung Die Trennung von Staat und Kirche ist ein Umsturz der kommt die Berbitterung? Man überläßt die unteren Voltskreise daraus hergeleitet, daß alle Religion auf Blut begründet Staatsordnung; diese Forderung ist aber nicht blos eine sich selbst und bringt sie nicht in Berührung mit den besitzenden sei. Lug" habe ich nicht gesagt; ich muß bei der Unruhe des Forderung der Sozialdemokratie, sondern auch der Liberalen. Kreisen, sondern geht immer nur mit Strafparagraphen vor. Man Hauses mißverstanden worden sein. Herr Auer scheint das ( Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Sie leugnen das jeht, gebe ihnen das gute Beispiel von seiten der höheren Stände. Was für Schmähende, welches darin liegt, daß tiefe Mysterien der pofitiven aber liberal ist das nicht; freilich, Sie sind ja auch national den einzelnen Menschen gilt, das gilt auch für ganze Wölfer, Religion, wie sie der jüdischen und chriftlichen eigen find, als liberal.( Heiterfeit.) Sie sehen, wir fommen jetzt schon ins es giebt tein Heil außer in Jesus Christus.( Lebhafter Beifall Kennzeichen der Grausamkeit der Religion hingestellt werden, gar Streiten. Einem Sozialdemokraten wird man die Rede des und Händeklatschen im Zentrum.) nicht erkannt zu haben. Herr Auer hat gemeint, der Arbeiter Führers vorhalten; der Angeklagte wird sich aber in Gegensat solle der Prügeljunge dieses Gesetzes sein, das ist grundfalsch; der zu Bebel's schärferen Aeußerungen auf die zahmeren AusArbeiter als solcher ist es überhaupt nicht, welcher Ausschreitungen führungen Vollmar's oder Auer's berufen, um die Absicht des begeht oder die schmähenden Artikel in die Zeitungen bringt, oder in Umsturzes wegzuleugnen. Es wird immer große Schwierigkeiten Versammlungen Staatseinrichtungen verächtlich macht. Der Arfür den Richter haben, die Absicht zu beweisen, außer bei den beiter fann auch nach diesem Gesetz seine Interessen weiter verfolgen, allerärgsten Verbrechen. sich organisiren; seine Freiheit wird in keiner eise beschränkt, nur den Agitator, welcher den guten Arbeiter mit der Gesellschaft verfeinden und die GrundTagen der bürgerlichen Gesellschaft erschüttern will, den will die Vorlage treffen, und ich glaube, die überwiegende Mehrheit des Landes wird diese Tendenz theilen. " und wird Um 41/2 Uhr wird die weitere Berathung auf Donnerstag, und zwar auf Wunsch der Abgg. v. Bennigsen und v. Kardorff, welche für die Kommissione fizungen Zeit gewinnen wollen, 1 Uhr statt 12 Uhr, wie der Präsident vorgeschlagen hat, vertagt. Tokales. Die Pulle Wein, die im töniglichen Schloß nebst einem Tagelohn jür die Arbeiter abfallen sollte, hat entschieden einen Stich und zwar ins Komische. Wie servile Blätter am Tage nach Neujahr diensteisrig zur höheren Ehre des Staates der Sozialreform und der Umsturzparagraphen zu berichten wußten, sollte die in Preußen höchst beachtenswerthe Spendablität fich auf nicht weniger als sechshundert angeblich im fönigl. Schloß beschäftigte Arbeiter erstreckt haben. Wir hätten Ursache, anzus nehmen, daß die 600 Flaschen und Tagelöhne zu einem Druckda im ganzen nur etwa gut fehler verfrüppelt wären, der zehnte Theil der Sechshundert am Sylvestertage im Schloß beschäftigt gewesen sein mochte. Da aber diese Zahl in einer ganzen Reihe Blätter pomphaft wiederkehrt, so läßt sich nicht gut etwas anderes annehmen, als daß die bürgerliche Breffe in unverzeihlich plumper Weise etwa zur höheren Ehre der fönigl. preußischen Sozialreform hat schwindeln und übertreiben wollen. Wie es wirklich um diese preußische Gratifikation bestellt war, mögen die Erfahrungen lehren, die eine Reihe im Schloß beschäftigt gewesener 8 immerer in den letzten Tagen gemacht haben. Staatssekretär im Reichsjuftizamt Nieberding: Ich hatte anfangs geglaubt, daß es möglich sein würde, mit der Partei des Herrn Vorredners zu einer Berständigung zu kommen. Nach dem weiteren Verlaufe seiner Rede aber, in welchem er mit der ihm eigenen dialektischen Schärfe die einzelnen Bestimmungen der Vorlage vernichtete, und nach den allgemeinen Ausführungen am Das Heer muß geschützt werden; aber die vorgeschlagene Schluffe seines Vortrages ist es mir zweifelhaft geworden, ob Fassung ist doch zu allgemein, namentlich, weil die Bestimmung wir auf einem Boden von gleichen Anschauungen stehen, der es nicht blos Bivilisten, sondern auch Militärpersonen trifft, für ermöglicht, zu einer Verständigung in dieser Frage zu fommen. welche ein sehr mangelhaftes Strafverfahren besteht. Das Der Vorredner hat gesagt, daß die Uebelstände, die hier zur Dynamitgefet ist ein bedenklicher Vorgang für die jeßige Sprache gekommen sind, hauptsächlich zu bekämpfen sein würden Borlage; von diesem Gesetze sind meist ganz unschuldige und nicht auf dem Wege der Gefeßgebung, sondern nur zu heilen harmlose Personen betroffen worden. Redner verweist auf die feien auf dem Wege der inneren Herzensüberzeugung. Nur so Aeußerungen verschiedener Professoren über die Refönne die Heilung der ganzen leidenden Gesellschaft vor sich gehen, volution und deren sittliche Berechtigung. Man tönnte auf diesem Wege, auf dem wir uns schon seit Jahren darin eine Anreizung zum Umsturze sehen. Man wird wohl befinden, und auf dem wir es schon so herrlich weit gebracht sagen, daß die Professoren kein Verbrechen beabsichtigt haben; haben. Er hat weiter bezug genommen auf meine Ausführungen, aber es werden doch verschiedene Thaten in der Geschichte ver- in Denen ich zwei Welten gegenübergestellt habe, von herrlicht, die eigentlich Verbrechen sind. In Zukunft kann die An denen die eine in Pflicht und Arbeit ihre Schuldigkeit gegen sich preifung irgend einer solchen Heldenthat des selbst, gegen den Staat und die Gesellschaft thut, die andere da Alterthums als Verbrechen bezeichnet werden. gegen dieser in Haß und Vernichtung gegenüber steht, und hat Damit wird die ganze Geschichte todtgeschlagen, geglaubt, daß ich mit der einen die oberen und mit der anderen vor und nach der Sintfluth. Das wäre insofern ganz gut, als die unteren Schichten der Bevölkerung gemeint habe. Wie tann es den Katholiken dann erspart bliebe, die Mord brenne mich der Borredner nur so mißverstehen! Ich weiß, daß es auch reien eines schwedischen Groberers, welche als in den höheren Ständen solche giebt, die bereit sind für die unteren Hochverrath verurtheilt werden müßten, nur deswegen ent- einzutreten und kenne in den unteren Ständen solche, die bereit schuldigt zu sehen, weil sie einer Konfession zu gute gekommen find, treu mitzuarbeiten an dem Wert, das der ganzen Bevölkerung find.( Widerspruch rechts; Zustimmung im Zentrum) Wenn von der Vorsehung gesezt ist. Jene Unterstellung mir zu machen, ein katholischer Geistlicher, ein Bischof, sich dem Gendarm muß ich entschieden von mir weisen. Der Vorredner hat ironisch widersetzte in der Zeit der Maigesetze, so wäre derfelbe als ein gefragt, ob das alles sei, was die Regierung beabsichtige, und Märtyrer, als ein Bekenner gefeiert. Wer das rühmt, würde wohin ihre Pläne gehen. Wenn er von der Wirkung der Vorlage nach der Vorlage bestraft werden. Der Kriegsminister hat den so wenig erwartet, weshalb dann dieses Aufgebot von Worten? General Kirchhoff in einem Falle, wo es sich um eine ver- Gr hat uns ja bei jedem Paragraphen nachgewiesen, wie versuchte Nöthigung und einen versuchten Todtschlag handelte, hängnißvoll seine Wirkung fei. Er hat auf die Windthorst'sche in herzlicher Weise als Kamerad vertheidigt. Er würde Resolution hingewiesen, welche eine größere Freiheit der Bewegung jetzt wegen dieser Vertheidigung, einer strafbaren Handlung, ver- für die Kirche verlangte, die aber eine praktische Wirkung nicht gehabt urtheilt werden. Der Kriegsminister sand damals vielen Beifall. habe. Der Abg. Windthorft beantragte aber auch 1884 eine Resolution, Ich hoffe, daß die Beifallsspender von damals die Immunität das Sozialistengeseh durch ein Gesetz auf dem Boden des genicht einschränken werden, damit dieser Beifall bestraft wird. meinen Rechts zu ersetzen, um den Staat und die Gesellschaft ( Heiterkeit.) Aber die Immunität gilt für den Kriegsminister vor den besonderen Gefahren zu schüßen, gegen welche das Sozianicht, und nach diesem Geseze hätte der Justizminister listengeses gemacht sei. Und dies ist jetzt auch der Plan der den Kriegsminister in Anklagezustand ver Regierung. Da das Sozialistengeset nur ein provisorisches sein segen müssen. Aehnlich verhält es sich mit den erdichteten sollte, war es die Aufgabe der Regierung, dasselbe durch ein oder entstellten Thatsachen. Total erfundene Sachen wird Gesetz auf dem Boden des gemeinen Rechts zu ersehen, und die niemand verbreiten; es wird sich meistens ur um Resolution des Reichstags sprach die Bereitwilligkeit aus, daran Uebertreibung eines wirklichen Vorfalls handeln. Welche mitzuwirken. Der Plan der Regierung ist also sehr einfach. Und Uebertreibungen werden in die Welt gefeßt, ohne daß wenn ich troß allem die Ausführungen des Vorredners mit einigem man dagegen einschreitet. Aber hier soll nun der Richter fen Vertrauen begrüße, so liegt das daran, daß er namens seiner Partei stellen, ob der Redakteur hätte wissen oder den Umständen nach sich bereit erklärt hat, die Vorlage in einer Kommission zu berathen. annehmen müssen", daß seine Behauptungen erdichtet sind. Mit derselben dialektischen Schärfe, welche der Vorredner gegen die Die Aenderung des§ 130 bes Strafgesetzbuches hat den Vorlage anwandte, fönnte man auch alle Bestimmungen des Reichstag schon vor 20 Jahren beschäftigt; es ist nur die Re Strafgesetzbuches ebenso schlecht machen. Ich kann nur wieder ligion und die Monarchie als Objekt des Echuzes hinzu- holt versichern, daß es der Regierung durchaus fern liegt, ein gekommen. Soll die kirchliche Ehe oder die Zivilehe geschützt Gesetz zu stande zu bringen, durch welches die freie Meinungs- theilhaft werden. Doch habe das Malheur es gerade gewollt, sein, oder jede Ehe ohne Rücksicht auf Eingehung? Eine Kritit äußerung belästigt werden könnte. Die Regierung daß zur Zeit tein Wein vorhanden sei, da aber die engsten für die Kolonne bie Arbeit wieder am die Agitation in der Zivilehe würde also ausgeschlossen sein, denn jede scharfe wünscht nur einzuschränken. Wenn Sie in Stritit wird als Beschimpfung bezeichnet werden. Wir können die Grenzen der losgehe, so könnten sie dann ja ihren Wein und ihren Tagelohn eine beffere Faffung des Gesetzes vor- mit nach Hause nehmen. Am verflossenen Sonnabend waltete Zivilehe nicht unter diesen Schuh stellen, denn sie ist der Krebsschaden Kommission für unser Volksleben. Die Ausschließung der Kritit schlagen tönnen, wird die Regierung sie nicht ablehnen. nun aber auch ein rechtes Unglück über die Wein," Lohn- und würde uns zu einem Chinesenihum führen, welches Die Regierung wünscht auch nicht, daß das Gefeß zu Strafen Arbeitsverhältnisse im königlichen Schloß, denn das edle Naß uns hindert, den Fortschritten anderer Völker zu folgen. Die Ehe Anlaß geben fönnte, die dem allgemeinen Rechtsbewußtsein ent- war wieder ausgeblieben; ebenfalls. erhielten die Arund die Familie, die Monarchie, das Eigenthum 2c. alles ist durch gegenlaufen würden, sie wünscht die Sicherung des Staates, beiter den versprochenen Neujahrs- Tagelohn nicht ausgezahlt, die zahlreichen gefeßlichen Bestimmungen hinreichend geschüßt. Daneben aber auch die Aufrechterhaltung der Würde der Rechts wohl aber wurde ihnen am Abend der Bescheid zu theil, daß sie Welche Religion foll geschüßt sein? Das Chriften- pflege. Das allgemeine Mißtrauen des fatholischen Bolles, dem entlassen seien. Der Geschäftsführer des Herrn Möbus thum, die Religion des Confucius, des Buddha oder des Herrn der Vorredner Ausdruck gab, kann ich von meiner bescheidenen hielt den Entlaffenen eine längere Standpredigt, in der er von v. Egidy?( Zustimmung links.) Jst denn der Eigenthums Stelle aus faum zerstreuen, ich erinnere aber daran, daß der Reichs- wünschenswerther Bescheidenheit der Arbeiter sprach und auch begriff so flar, daß man dem Richter überlassen kann, fanzler sich in dieser Beziehung sehr entgegenkommend geäußert hat. ziemlich deutungsfähige Worte von„ bekannten Gefichtern" ließ; erinnerte zum übrigen fich darüber zu urtheilen, ob dieser Begriff angegriffen ist oder Der Vorredner fragt, was denn alles unter Umsturz zu verstehen fallen dem Geschäftsführer assistirte, nicht? Die Erklärungen der verschiedensten National- sei. Ich erinnere Sie an die Kommission, in welcher das Herr Polier Pfennig, der ökonomen über den Begriff des Eigenthums geben eine felt- Sosialistengefeh berathen wurde. In dem damaligen Kom- auch des fälligen Neujahrsversprechens, das er aber von wegen fame Musterkarte. Redner verweist auf verschiedene Aussprüche. miffionsbericht ist der Begriff des gewaltsamen Umfturzes des immer noch fehlenden Weins auch jezt noch nicht Die Entlassenen möchten doch am Die in der Begründung angeführte österreichische Gesezgebung genau definirt worden, und es kann fein gweifel darüber sein, einlösen tonne. ift viel praktischer. Es heißt da: Wer öffentlich oder vor daß im Sinne der Vorlage nur solche Bestrebungen auf den Mittwoch, den 9. Januar wieder fommen, dann sei der Wein mehreren Leuten... sagen wir einmal vor Studenten. Umifturz gerichtet sind, die den Umfturz direkt ins Auge faffen. bestimmt am Play. oder in Druckwerken die Einrichtung der Ghe, Mittlerweile mochte den Arbeitern die Sache, wie leicht der Fa Nachdem das Sozialistengeset 12 Jahre in Geltung ge milie u. f. w. zu erschüttern versucht. Wenn die Vorlage etwas wefen ist, könnten doch die juristischen Begriffe des erklärlich, ein bischen langweilig geworden sein, denn es waren fein. maßgebend Jm übrigen anderes enthält, so ist damit nur die Absicht verbunden, die felben weise gestern nur etwa zehn Gläubiger zur Stelle. Die Nichterschienenen Professoren in Schuh zu nehmen. Die Regierung muß einen un- ich darauf hin, daß selbst in der Schweiz es nöthig waren in ihren Ahnungen nicht betrogen worden, denn auch am Und ein Mittwoch war zwar der Bauführer Herr Oertel zu freundivilliger geheueren Respekt vor den Professoren haben. Die einfachen gewesen ist, ein Anarchistengefeh zu machen. Leute, die in den Voltsversammlungen auftreten, sollen bestraft bedeutender Gelehrter der Rechtswissenschaft in Bern, der als Unterhaltung bereit, die Hauptsache, der versprochene Wein Eine Kolonne hatte am Montag, den 31. Dezember v. J., aussezen müssen und war zum Mittwoch, den 2. Januar, 6 Uhr morgens, wieder an die Arbeit bestellt worden. Wegen der stark verminderten Arbeitsgelegenheit wurde nämlich zuletzt im Schloß nur schichtweise dergestalt gearbeitet, daß man die noch vorhandenen Zimmerer in drei Kolonnen theilte, deren jede zwei Tage in der Woche zu thun hatte. Als die erwähnte Kolonne sich am Abend des 2. Januar zum Nachhaufegehen anschickte, wurde ihr vom Zimmerpolier Herrn Pfennig mitgetheilt, daß an die am 31. Dezember im Echloß beschäftigt gewesenen Arbeiter je eine Flasche Wein und ein Tagelohn, der zwei Ueberstunden in fich schließe, ausgetheilt worden sei; auch sie, die Anwesenden, follten dieser Wohlthat ganz Sonnabend der " fehlte aber auch geftern immer noch. Einige der Wer jenen loswerden will, muß diefe beseitigen. Das letztere dem Lokale des Schankwirthes über die Straße während der für erschienenen Arbeiter, die so wie so wenig an das Getränk eines mag aber die bürgerliche Klasse nicht, weil die Wohl das Handelsgewerbe an Sonn- und Festtagen nicht freigegebenen hohen Adels und zahlungsfähigen Publikums gewöhnt sein thätigkeit" zu den Mitteln gehört, das Proletariat über Beit unftatthaft. Bugelassen ist dagegen während der bezeich mochten, gestatteten sich nun, Herrn Dertel den Vorschlag zu feine Noth hinwegzufristen und hinwegzutäuschen, damit es neten Zeit das Austragen von vorher bestellten Genußmitteln machen, einfach mit dem Tagelohn herauszurücken, auf die nicht zu begehrlich" wird und eine menschenwürdige Existenz aus der Werkstätte des Konditors und des Schankwirthes( d. i. Flasche Wein wollten sie dann in Schmerzen, jedoch mit ent- fordert. Die meisten wohlthätigen" Unternehmungen werden die Backstube und die Küche). sprechender Fassung Verzicht leisten. Dies war nun wieder dazu gemißbraucht. Das ist auch eine Art Wohlthätigkeitsdem Herrn Bauführer nicht recht. Die Arbeiter, so lautete sein schwindel", aber feiner, den ein einzelner Bettler gegen einzelne befizern jetzt auf alle Blätter ausgedehnt werden, welche sich Der Boykott gegen die Tante Vok soll von den HausBescheid, würden Nachricht bekommen, wann sie sich den Wein Mildthätige verübt, sondern ein Schwindel, mit dem ein großer unterstanden haben, die Anschauungen des Grundbesizerthums mitsammt dem Tagelohn abholen tönnten. Einige unter Theil der mildthätigen" besitzenden Klasse die befißlose Klasse den Erschienenen ließen nun in erklärlichen Unmuth ein übertölpeln an fönnen meint. Welcher Schwindel der nichts in der Frage der Kanalisationsabgabe zu benörgeln. Wort fallen, daß sie doch nicht immer Zeit hätten, würdigere ist, brauchen wir nicht erst zu sagen. hinter der Flasche Wein Wein herzulaufen. Die Antwort Lassen Sie es eben! sein soll. 5 Uhr dauerte. arbeitet. Aus Moabit. Aus Mangel an Aften konnte heute vor der 136. Abtheilung am Amtsgericht I die Sigung nicht begonnen werden, und es dauerte über eine Stunde, bis die Aften herbeigeschafft werden konnten. Für das Publikum war dies eine sehr bedauerliche Verzögerung. Vom modernen Bauwesen. In Charlottenburg machen des Herrn Dertel lautete: Na, wir werden Sie doch nicht lange waren, hat im vorigen Jahre die Verwaltung des Krankenhauses Monat sind 24 Zwangsversteigerungen von Grundstücken anbitten, herzukommen! Wenn Sie nicht wollen, dann am Friedrichshain bei den dort untergebrachten Batienten an: gefeßt, gegen 21 am Amtsgericht II und 41 am Amtsgericht I Versuche mit Nährmitteln, die bisher wenig bekannt sich die Vorläufer eines Bautrachs bemerkbar. In diesem Berlin. Der Unterschied ist in die Augen springend: 62 ZwangsSo sieht es theilweise mit der Gratifikation aus, welche nach gestellt. Der Anstaltsbericht theilt darüber mit, daß in erster versteigerungen finden in Berlin mit den übrigen Vororten statt, der servilen Presse großmüthig an 600 Arbeiter vertheilt worden Linie mit den eiweißreichen Mandeln und Haselnüffen derartige 24 dagegen in Charlottenburg mit einer ungefähr 25 Mal Versuche gemacht wurden, wobei sich zeigte, daß von diesen Im übrigen fei noch erwähnt, daß die Ueberstunden Früchten wohlschmeckende und gut verträgliche Nähisuppen beschwächeren Bevölkerung. Die Subbaftationen finden fast ausIm übrigen fei noch erwähnt, daß die Ueberstunden arbeit im Schloß faft bis zum legten Augenblick angedauert hat. Billigkeit sich mehr für die Zwecke der Anstalt arbeit im Schloß faft bis zum letzten Augenblick angedauert hat. reitet werden können. Dagegen mußten die wegen ihrer großen schließlich im„ neuen" Charlottenburg statt. Kunst und Am Freitag vor Neujahr, morgens 6 Uhr, fing eine Kolonne Lawn Tennis Sport. Die von uns vor der Zimmerer ihr Tagewerk an, das den ganzen Tag über, eignenden", vorwiegend aus Neapel bezogenen Preßrückstände etwa 14 Tagen gebrachte Nachricht von der Umwandlung eines die Nacht hindurch und auch den Sonnabend bis abends leider wegen eines bitteren und ranzigen Beigeschmacks auf der Ausstellungsräume am Lehrter Bahnhof in einen Ballspielsaal gegeben werden. Außerdem wird noch mitgetheilt, daß Hanf für den Kaiser und den Hof wird jetzt von bürgerlichen Blättern Am Sonntag vor Neujahr hat eine Kolonne von mehr gern genommen und nicht minder gut als andere Nähr- bestätigt. Auch jetzt fehlt aber noch die Nachricht, ob die Stätte etwa 12 Mann von morgens 8 Uhr bis nachmittags 4 Uhr ge meble, wie z. B. Liebe'sche Leguminose vertragen wurde. Bon letterer der Kunst danernd oder nur zeitweise dem Hofsport geopfert wurde nach wie vor der ausgiebigste Gebrauch gemacht. Diabetifern werden soll. wurde viel Alauronatbrot von Gericke verabfolgt; Kefir wurde Das gegenwärtige Schneewetter läßt wieder so recht die nicht von außen bezogen, sondern in größeren Mengen von den ganze Rücksichtslosigkeit zu tage treten, mit dem unsere Viktoriaschwestern aus der der Anstalt gelieferten Wilch bereitet. Pferdebahn Monopol Gesellschaft das Publikum Endlich wurden verschiedene Kraftbiere( Braunschweiger Schiffs behandelt. Zur Zeit der Hundstage ging die Fopperei mit den mumme, Mirow's Kraftbier, Ringler's deutscher Porter, Danziger gebeizten Wagen durch die Blätter; bestimmt sollte im Winter Jopferbier) mit durchaus befriedigendem Erfolge an start ge mit diefer angenehmen Neuerung der Anfang gemacht werden. Es schwächte Patienten verabreicht. Feuerlärm im Schiller- Theater. Ein brandiger Geruch ist selbstverständlich, daß die geheizten Wagen ein Scherz blieben, Soweit der Anstaltsbericht. Wenn es sich um neue Er rief während der Vorstellung am Dienstag im Schiller- Theater der zur Zeit der großen Hize gerade dumm genug war. Aber nährungsmittel handelt, so hat das arbeitende Volk Anlaß, auf eine kurze Beunruhigung hervor. Das Publikum begann eben, wie froh wäre das leider zu übergroßer Bescheidenheit dressirte merksam zu sein, denn der mit solchen Anpreisungen verbundene fich von den Pläßen zu erheben, als der Direktor und der Berliner Publikum, wenn die Monopolgesellschaft auch nur ein Zweck ist gewöhnlich eine Verbilligung der Ernährung Inspizient der Bühne in Begleitung des Ober- Feuermannes an ganz geringes Maß von Rücksicht auf seine Gesundheit zugleich mit einer Verschlechterung der Nahrungsmittel der Rampe erschienen und die Erklärung abgaben, daß nirgends nehmen wollte. Wer in diesen Tagen noch nicht erfältet ist, oder ein Ersatz der bisher üblichen durch durch minder etwas brenne und keine Beranlassung zu irgend welchen Besorgund sich ganz sicher einen gehörigen Echnupfen wegholen will, wert hige. Man braucht sich ja nur an das famose sächsische nissen vorliege. braucht nur eine balbstündige Pferdebahnfahrt in den mit ge- Fabrikantenrezept für Knochen suppen zu erinnern, um sofort den schmolzenem Schneeschmutz reich belegten Wagen zu ristiren. In Zweck solcher billigen Nahrungsmittel" zu verstehen. Billigere einem Augenblick werden die vorher warmen Füße eisig talt und Ernährung, billigere Löhne! Das ist gewöhnlich der Kern feine noch so warme Ginhüllung hilft. Bei den die Pferdebahn be- solcher Anpreisungen. nußenden Damen kommt noch hinzu, daß an den herabhängenden Kleidern ein ekelhafter Schmußfaum hängen bleibt. Es sei den Frauen dringend empfohlen, feine irgendwie werthvolle Garde robe anzuziehen, wenn sie jest gezwungen sind, unserer Hauptverkehrseinrichtung ihre Nickel zu opfern. U Es geschieht nichts anderes von seiten der Gesellschaft, als daß hier und da, beileibe aber nicht in allen Pferdebahnwagen, eine fadenscheinige Strohmatte gelegt wird, die weder gegen Schmuh noch gegen Stälte schützt. Bei allen bösen Erfahrungen, die das Publikum mit den Monopolisten gemacht hat, wollen wir immer noch die Möglichkeit offen lassen, daß nicht einzig böswillige Profitgier, sondern auch ein Stück Unerfahrenheit bei den Leitern des Ver tehrsinstituts obwaltet; und wir empfehlen der Direktion daher, fich recht bald einmal das Vergnügen einer Pferdebahn- Fahrt in andern deutschen Städten zu leisten. Die Hamburg Altonaer Pferdebahn- Gesellschaft z. B. belegt felbft in schneefreien und gelinden Kältetagen ihre Wagen jeden Tag mit einer frischen, möglichst dicken Strohschicht. Dies mag den Aesthetiker nicht besonders angenehm berühren, da die Pferdebahnwagen an diesen Tagen einer vergrößerten Hundehütte bedenklich ähnlich sehen, aber das Publikum fühlt sich warm und wohl dabei und die Gesellschaft auch, denn kaum dürfte es ein zweites Verkehrsunternehmen in Deutschland geben, daß seinen Aktionären ähnlich hohe Divi denden zahlt. G Feuerbericht. Ein großer Dachstuhlbrand führte heute in der fiebenten Morgenstunde die Berliner Feuerwehr nach der Gäblerstraße 5 in Neu- Weißensee.( Angeblich liegt Brandstiftung vor.) In der zehnten Stunde hatten sich in einem chemischen Laboratorium in der Neuen Königstraße 80a Dämpfe entzündet. Ein Unglücksfall auf der Süd Eisbahn hat sich am Sonntag Nachmittag zugetragen. Ein junger Mann war zu Falle gekommen; ein zweiter Schlittschuhläufer konnte nicht mehr ausweichen und lief ihm mit dem scharfen Eisen eines Schlittschuhs über die linke Hand. Der Mittelfinger wurde von der Hand getrennt, so daß er nur noch an einer Sehne hing und abgenommen werden mußte, außerdem wurde der Beigefinger verletzt. Zu dem gemeldeten und widerrufenen Angriff eines Refruten gegen einen Offizier vom Regiment Raiser Alexander verlautet jeßt, daß es sich um den thätlichen Angriff eines Refruten gegen einen Avantageur handelte. Gleichzeitig wird hinzugefügt, daß derselbe Soldat anch schon mit einem ihm vorgefeßten Sergeanten in Uneinigkeit gerathen sei. Die näheren Thatsachen sind noch nicht zu ermitteln gewesen. Im höchsten Maße auffallend erscheint aber der Umstand, daß in dem Bericht die große Billigkeit" eines Nahrungsmittels als eine Eigenschaft betont wird, welche dasselbe für eine Heilanstalt besonders geeignet macht. Das ist denn doch ein ganz bedenklicher Grundsay, der in feinem Falle maßgebend sein darf, und es ist jedenfalls recht gut, daß die aus Neapel bezogenen Breßrückstände von Mandeln nicht weiter verwendet werden. Ueberhaupt will uns scheinen, daß ein Krankenhaus am wenigften der richtige Ort ist, um Erfahrungen über die Wirkung von Nahrungsmitteln zu sammeln. Sollen diese Erfahrunge zuverlässig sein, so ist die erste nöthige Voraussetzung, daß man für die Beobachtung gesunde und in bezug auf die Ernährung normale Individuen beobachten kann. Will aber jemand behaupten, daß diese Voraussetzung in einem Krankenhause gegeben sei? Selbst wenn die Fieberkranten ausgesondert werden von der Beobachtung, so bleiben doch auch bei den anderen Patienten die verschiedenen Störungen des Organismus zu berück fichtigen, von denen wohl nur wenige ganz ohne Einfluß auf die Verdauung und Ernährung sind. Je nach der Verschiedenheit Hütet die Kinder! Ein merkwürdiger Vorgang, der auf dieses Einflusses wird man auch die Ernährungswirkungen der gereichten Speisen unterscheiden müssen. Ebenso unzweckmäßig ein geplantes Verbrechen schließen läßt, hat sich am Freitag will es uns scheinen, wenn die Krantentost sich in ihrer Eigenart Abend um 6 Uhr vor und in dem Hause Franzstraße 3 zugar zu weit von den gewöhnlichen, im häuslichen Leben üblichen alten Söhne Alfred und Friz des Barbier Biehlte, auf die getragen. Während mehrere Kinder, darunter die 9 bez. 6 Jahre Beköstigungsformen entfernt. Schon das Arznei Schlucken ist Straße spielten, trat ein etwa 25 Jahre alter Mann an der fein Genuß für einen Kranken und nun denke man sich einen Gruppe heran mit dem Ersuchen, Friz Biehlte möchte ihm einen Wo der Profit heute einmal noch das A und O in allen folchen beim Effen einer unangenehm bitteren neapolitanischen Brief an eine Person in dem genannten Hause besorgen. Als öffentlichen Unternehmungen ist, bestimmt vielleicht dies Moment Mandel- oder Haselnuß- Suppe! Das fremdartige allein dürfte Alfred B. seinen Bruder zurückhalten wollte, äußerte der Fremde: die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft, auf die Gesundheit genügen, um eine mögliche, wohlthätige Ernährungswirkung zu „ Laß nur, er besorgt mir einen Brief und erhält des Publikums ein wenig mehr Rücksicht als bisher zu nehmen. verhindern oder doch wesentlich zu beeinträchtigen. wurde der kleine Knabe Gegen den ,, Wohlthätigkeitsschwindel" wird in bürgerlichen Unbedenklich scheint uns dagegen der Versuch mit aus- dafür einen Groschen." Nun Blättern gewettert und nach der Polizei gerufen. Die„ Voff. 3tg." wärtigen Kraftbieren. Bier ist ein Genußmittel, das man ent- eine halbe Treppe, die zu einem unbewohnten Keller vom Hausflur führt, hinabgeleitet, 100 ihm ber Fremde brachte fürzlich eine Geschichte von einem am Weihnachtsabend behren kann, wenn einem der Geschmack nicht behagt; das gilt Mantel und Jade auszog, ihm die Beinkleider mit Gewalt in verschiedenen Gegenden der Stadt beobachteten Schwindler- auch von dem Kranken, vorausgesetzt, daß für seine nöthige herunterriß und die Dohung ausstieß, der Kleine würde unten paar, einem Knaben, der laut weinend Geld verloren zu haben solchen Umständen ein auswärtiges Bier, so soll man es dem alles ruhig geschehen, ohne einen Laut von sich zu geben. Nun Sättigung anderweit genügend gesorgt ist. Bewährt sich unter eingesperrt bleiben, wenn er um Hilfe riefe. Der Knabe ließ behauptete, und einem scheinbar dazukommenden Manne, der Kranken nicht vorenthalten. unter den Umstehenden eine Rollekte für den Jungen verließ der Mann das Kind fizzen und entfernte sich. Dem älteren anstaltete. Diese Geschichte wurde dann von einer Reihe anderer Stenographische Albernheiten. Gar viele Spielereien Bruder war aber die Sache unheimlich vorgekommen und er rief bürgerlicher Blätter weiter verbreitet. Vor furzem wurde dem Blatt sind schon unternommen worden, um die„ Findigkeit" der Reichs aus der großelterlichen Wohnung, die gegenüber liegt, seinen von einem Leser geschrieben, er habe denselben Schwindel schon post zu erproben. Von einer neuartigen Spielerei dieser Art Bater herbei. Als dieser das Haus betrat, begegnete ihm der früher einmal in einem anderen Blatte gelesen; der Geschäfts- berichtet Dr. Eduard Engel im Magazin für Stenographie". Unbekannte auf dem Flur und fragte ihn, ob er ihm die Wohnung betrieb der beiden Schwindler scheine also bisher un- Demselben passirte fürzlich folgendes. Tritt da am Sonntag früh eines gewissen Schulz angeben könne. Bevor die übrigen Kinder beanstandet geblieben zu sein. Daran werden dann Be- ein eiliger Briefbote ein, der ihm eine Rohrpostkarte überreichte den Mann als den bezeichnen konnten, der Frib Biehlke ver trachtungen geknüpft über die Gewohnheitsbettler anderer Groß- mit der Bitte des Vorstehers eines Berliner Rohrpostamtes, er schleppt hatte, war er eiligst entflohen. In diesem Augenblick städte, denen die Berliner Bettler nacheifern zu wollen schienen, möchte die Adresse entziffern. Es war eine Rohrpoftfarte in froch der kleine Fritz entkleidet aus dem Keller heraus, war aber und es wird behauptet, noch nicht 10 unter 100 Bettelnden seien Gabelsberger'scher Schrift, der ein Bettel beigefügt war: Man vor Angst so erschöpft, daß er längere Zeit im Fieber auf einem wirklich bedürftig, mindestens 90 seien zu faul zur Arbeit und bittet, die Karte an ihre Adresse zu befördern. Sie ist in Sopha lag, bevor er das Vorstehende mittheilen konnte. Der betrieben theilweise das Betteln gewohnheitsmäßig und mit so Gabelsberger'scher Schrift geschrieben." Herr Dr. Engel, der Unbekannte trug einen hellgrauen, weichen Hut, braunen Uebers feinen Kniffen, daß sie herrlich und in Freuden leben könnten. selbst Stolzeaner ist, machte sich, lediglich um dem Ponvorsteher zieher, ein blaues Beinkleid und war bartloš. Gleichzeitig werden einige dieser Kniffe zum besten gegeben. Es einen Gefallen zu thun, an die Entzifferung der Adresse der handelt sich hier zwar nur um ein Gingesandt" aus dem Leser Rohrpoftfarte, fie gelang und die Karte ist pünktlich, d. h. natür freise, aber der Ginsender spricht aus, was die bürgerlich mit der durch die Sendung an Dr. Engel entstandenen Verliche Klasse und ihre Presse glaubt, ohne giltige Beweise zögerung, richtig bestellt worden. dafür zu zweifellos, daß zwar es auch in Berlin Gewohnheitsbettler giebt, die wirklich heben. Nun ist es Aufhebung der Schweinesperre. Die bereits seit dem zu faul zur Arbeit sind und auch keine Arbeit annehmen würden, 11. September über den Berliner Zentral Viehhof verhängte wenn sie trotz des gewaltigen Umfanges der Arbeitslosigkeit Schweinesperre ist, wie die Allgemeine Fleischer- Zeitung" erfährt, welche bekämen. Wenn aber jemand auf grund nur gelegent- gestern aufgehoben worden. licher Beobachtungen mir nichts dir nichts sagt, 90 unter Eine magiftratliche Bismarckfeier. Wie die Nat. Btg." 100 Bettelnden gehörten zu diesen Arbeitsscheuen und lebten erfährt, wird der Berliner Magistrat demnächst in die Berathung Herrlich und in Freuden, so ist das eine so leichtfertige Be- darüber eintreten, in welcher Weise die Stadt Berlin den bevorhauptung, daß sie ein anständiges Blatt nicht unwidersprochen stehenden 80. Geburtstag des Fürsten Bismarck begehen wird. aufgenommen hätte. Die Lage der Bettler ist auch in Deutsch- Wir denken, daß es dem Alten in Friedrichsruh am meisten land und speziell in Berlin von Personen, die keines Freude machen wird, wenn der Berliner Magistrat ihm das zur wegs für dieselben voreingenommen waren, systematisch Feier bestimmte Geld in Baar per Postanweisung zuschickt und untersucht worden, und diese Personen selbst Herr im übrigen thut, was er nicht laffen tann. Konstantin Liebich von der Schrippenkirche" in seinem Es versteht sich natürlich, daß die Herren Magistrats Buche Obdachlos" urtheilen denn doch etwas anders, mitglieder des sozialdemokratischen Berlin das zur Feier nöthige so sehr im übrigen auch sie über arbeitsscheue Gewohnheitsbettler Geld, möge die Feier selber nun in irgend einer Form stattjammern. Geschichtchen, die einem bürgerlichen Blatte von einem finden, aus ihrer eigenen Zasche und nicht aus der Reporter oder aus dem Leserkreise zugetragen werden, können der Steuerzahler entnehmen. nun schon gar nicht als vollgiltige Beweise angesehen werden. Dame, die Dienstag Abend 8 Uhr durch die Eichendorffstraße Vom Herzschlage wurde auf der Straße eine unbekannte gehen wollte, befallen. Ein Lehrer Richard Ulrich sah die Dame vor dem Hause Nr. 17 zusammenbrechen, brachte sie nach dem Hausflur und rief einen Arzt herbei. Dieser konnte aber nur den bereits eingetretenen Tod infolge von Herzschlag feststellen. Im Besize der Unbekannten befindet sich außer anderen Werthsachen ein Siegelring mit den Buchstaben M. R. Dasselbe Beichen trägt die Wäsche der Verstorbenen. Das Projekt einer Motorbahn vom Wendenschloß am Teufelsee vorbei nach dem Müggelschlößchen ist vom Köpnicker Magistrat im Prinzip genehmigt worden. wärter S. verhaftet worden. S. war in einem hiesigen KrankenWegen eines groben Vertrauensbruches ist der Krankenbause angestellt. Als nun ein Kranker eingeliefert worden war, deffen Geld und Werthsachen von der Krankenhaus- Verwaltung in Verwahrung genommen werden sollten, hat es G. verstanden, fich Geld und Uhr des Kranten anzueignen. Das Geld bezifferte fich Geld und Uhr des Kranten anzueignen. Das Geld bezifferte sich auf mehr als 100 m. Witterungsübersicht vom 9. Januar 1895. Solche Geschichtchen fehren von Zeit zu Zeit immer wieder, die sich in der Verlängerung der Schleischenstraße befindet. Die Einzustürzen droht die neuerbaute schlesische Nothbrücke, genau so, wie beinabe alle Jahre nach Weihnachten die Schauermär von der undankbaren Köchin auftaucht, die das unansehnliche, Feuerwehr ist von der bevorstehenden Gefahr benachrichtigt. Eine Stationen. ihr eben von der Herrschaft überreichte Weihnachtsgeschenk ohne von Sachverständigen vorgenommene eingehende Untersuchung ein Wort des Dantes und ohne es eines Blickes zu würdigen, ins ergab, daß sich der nach der Köpenickerstraße zu belegene Theil Feuer wirft mitfammt dem sinnig darin versteckten 20-, 50- oder der hölzernen Brücke gesenkt hat. Der von der abgebrochenen 100 Markschein. Mehmen wir trotzdem einmal an, daß die in alten Brücke stehen gebliebene Widerlagspfeiler scheint, nachdem Swinemünde der Boff. 3." erzählte Kolleitengeschichte auf Wahrheit beruht. Die Spannung entfernt worden ist, in sich selbst aufammengesunken Hamburg Möglich wäre es ja. Es tönnte jedoch sehr wohl sein, daß der zu sein; denn er ist niedriger geworden. Der Holzbelag muß an Berlin Rollettenmann nicht arbeitsschen war, sondern so oft vergeblich dieser Stelle wieder in die richtige Lage gebracht werden, ehe um Arbeit und später so oft vergeblich um Almofen gebeten der Wagenverkehr ungefährdet hinübergeführt werden kann. Die Wiesbaden. hatte, daß ihm zuletzt wirklich nichts mehr übrig blieb, als der Brücke ist daber vorläufig für Fuhrwert gesperrt. Die Pferde- München. Eisenbahn- Berbindung mit Treptow ist vollständig abgebrochen. Wien Schwindel. Sich über solchen Schwindel zu entrüften, Sierbei ist der für die Gesellschaft unangenehme Borfall zu ver- Haparanda tommt, auch wenn er von thatsächlich Arbeitsscheuen verübt wird, zeichnen, daß ein Wagen und ein Pferd auf der Treptower Seite Betersburg der bürgerlichen Klasse am wenigsten zu. Gerade fie verschuldet den schwindelhaften Mißbrauch der Mildthätigkeit durch zurückgeblieben ist. Die Seutung ist erst am Mittwoch Vormittag Gewohnheitsbettler, indem sie den Berarmenden oder schon Bere bemerkt worden. armten auf das Almosen verweist. Der Wohlthätigkeitsschwindel Zur Sonntagsruhe. Nach einer neuerlich an die Polizeider, den der ordinäre, angeblich vertrüppelte Stromer", und reviere feitens des Polizeipräsidiums ergangenen Verfügung ist auch der, ben die Bettelbriefe schreibende hochadlige Dame der Berkauf sowie das Austragen aller Genußmittel aus dem betreibt ift untrennbar mit der Wohlthätigkeit verbunden. Laden des mit Schanttonzession versehenen Ronditors und aus Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. 30 Windrichtung 755 SO 757 NNO 754 SM 755 N 752 WNW 751 Still 770 764 760 Aberdin. 762 • 757 N Cort. Paris Windstärke (-22124122212 Wetter Dunst bedeckt Nebel wolkig bedeckt bedeckt wolfenlos bedeckt woltig halb bedeckt bedeckt Temperatur ( nach Celsius 150.40 R.) 1643442182 Wetter- Prognose für Donnerstag, 10. Januar 1895. Borwiegend trübes Frostwetter mit Schneefallen und schwachen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. eine Vermischtes. ab, Polizeibericht. Am 8. d. M. abends fiel ein Arbeiter an zugeben, sobald von irgend einer Seite her Nachfrage ge Das Ober Verwaltungsgericht hatte fich in den letzten der Ede der Frankfurter Allee und Thaerstraße von einem halten würde. Erst nach langer Zeit wurde zufällig Tagen mit der Klagefache des Arbeiters Roche in Marne gegen infolge der Glätte start schleudernden Müllwagen und erlitt der Becher entdeckt und ebenso die Art, wie er in den Regierungspräsidenten zu Schleswig zu beschäftigen. Der erhebliche Verlegungen im Gesicht und am Fuße. Ein den Besitz des B. gekommen war. K. und B. erhielten An- Sachverhalt ist folgender: Verschiedene Mitglieder der Bruns Maurer wurde in seiner Wohnung in der Willibald- Alexisstraße tlagen, der erstere wegen Diebstahls, der letztere wegen Hehlerei. bütteler Zahlstelle des Metallarbeiter Verbandes gedachten eines erhängt vorgefunden. Auf dem Belleallianceplate fiel ein Im gestrigen Termine betheuerten beide, daß ihnen eine rechts Tages Theater mit Ball abzuhalten. Die brave Polizei, die wie Tapezirer beim Absteigen von einem in der Fahrt befindlichen widrige Zueignung völlig fern gelegen habe. Der Staatsanwalt überall so auch in Dithmarschen eifrig am Kampf gegen den lehnte ea aber Pferdebahnwagen hin und zog sich bedeutende Verlegungen beantragte eine Gefängnißstrafe von je drei Tagen, während der Umsturz betheiligt ist, hierzu im Gesicht zu. Im Laufe des Tages fanden vier kleine Vertheidiger, R.-A. Wronker, in längeren Ausführungen klar die Erlaubniß zu gewähren. Die Beschwerde beim LandBrände statt. zu legen suchte, daß K. schon wegen des mangelnden dolus rath war ebenfalls ohne Erfolg; letterer nahm an, es freigesprochen werden müsse, während die Thätigkeit des zweiten handle sich hier um öffentliche Luftbarkeit, da Angeklagten sich überhaupt nicht unter irgend einen Paragraphen fie in öffentlicher Versammlung beschlossen worden war. Der des Strafgesetzbuches bringen lasse, denn sie sei weder als Regierungspräsident, an welchen sich darauf der Kläger Roche Hehlerei, noch Begünstigung, noch Unterschlagung anzusehen. wandte, billigte das Vorgehen der Polizei nicht und erklärte, Die falsche Perrücke des Grafen Caprivi. Wegen eines Der Gerichtshof sprach den ersten Angeklagten frei, hielt den der Landrath sei mit der nöthigen Weisung versehen worden: schnöden Betruges hatte sich gestern der Perrückenmacher Otto zweiten Angeklagten aber deswegen der Unterschlagung für im übrigen aber sei der Tag, an dem die Luftbarkeit stattfinden Knuth vor der 132. Abtheilung des Schöffengerichts zu ver- schuldig, weil er den Becher so lange in seinem Besitz gehalten sollte, verstrichen. Roche verlangte außerdem noch 50 Mark antworten. Ein armer Dienstmann hatte eine rechtskräftige hatte. Es wurde auf eine Geldstrafe von 5 M. erkannt. Schadenersatz für bestellte Kostüme u. s. w., die nicht benutt Forderung an einen in Rußland lebenden Schuldner, deren Beitreibung ihm mangels jeglicher Mittel nicht möglich war. AIS In vierter Justanz wurde am Mittwoch vor der worden waren. Auf grund des§ 6 des Gesetzes vom 11. Mai der Dienstmann gelegentlich auch dem Angeklagten hiervon er- V. Straffammer des Landgerichts 1 eine Anklage verhandelt, die 1821 erachtete indessen der 1. Senat des Ober- Berwaltungsgerichts zählte, erwiderte dieser, daß er gerade den rechten Mann ge- für den Angeklagten von der höchsten Bedeutung war, obwohl die Klage des Roche für unzulässig und erklärte, daß ein solcher troffen habe, der ihm helfen fönne, er, der Ange- es sich nur um einen Gegenstand im Werthe von 2 M. handelte. Anspruch nur im Wege der zivilrechtlichen Klage geltend flagte, habe insofern Beziehungen zum Auswärtigen Auf der Anklagebant befand sich der Geh. Kanzleisekretär Her- gemacht werden könne. Amte, als er für den Reichskanzler Grafen von Caprivi mann Färber aus dem landwirthschaftlichen Ministerium unter die Perrücken liefere. Der Dienstmann glaubte dem der Anklage des Diebstahls. Der Gutsvorsteher der VillenBerfertiger dieser falschen Behauptung", überlieferte folonie Grunewald glaubte die Beobachtung gemacht zu dem Angeklagten alle Schriftstücke, die auf seine Klage bezug haben, daß Holz aus dem Forst entwendet werde und er beaufDas Fest der ,, Silbernen Verlobung" feierte in Berlin hatten und opferte auch noch 9 M., die Knuth für angebliche tragte deshalb den Forstausseher Selig, möglichst sorgsam Ausgaben verlangte. Neun Monate lang hat der Angeklagte aufzupassen. Eines Nachmittags ließ nun der Angeklagte ein Brautpaar im Osten der Stadt. Bräutigam und Braut den Dienstmann mit leeren Versprechungen hingehalten, bis dieser mehrere Meter Stubbenholz, welches er getauft hatte, hatten sich Anfang Dezember im Jahre 1869 verlobt. Eine endlich durch eine Anfrage beim Auswärtigen Amt nach dem durch den Fuhrherrn Balz aus der Forst abfahren und Erbtante der letzteren drohte jedoch damals im Falle einer Heirath Abtritte des Grafen Caprivi erfuhr, daß er betrogen sei. Der er sowohl als auch mehrere Jungen begleiteten den Transport. der bräutlichen Nichte mit völliger Enterbung, weshalb das Angeklagte behauptete im Termine, daß er in Sachen seines Auf Der Forstaufseher will nun wahrgenommen haben, daß während Brautpaar auf Erfüllung seines sehnlichsten Wunsches- der traggebers einen Brief an das Auswärtige Amt gerichtet habe. Der Fahrt der Sohn eines Bankiers, Namens M., ein am Wege baldigen Heirath- verzichten mußte. Nichtsdestoweniger blieben Ein solcher ist aber nicht eingegangen und wurde auch dies vom liegendes Stück Rundholz aufgehoben und auf den Wagen ge- sich die beiden Leutchen in ihrem endlosen Brautstande treu. Vor Gericht für eine falsche Behauptung gehalten. Der Angeklagte worfen habe, er behauptet ferner, daß andere Jungen mehrere furzem nun ist die Erbtante gestorben, und es steht der wurde zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt. Stücke bearbeiteten Rnüppelholzes eine Böschung hinabgeworfen Hochzeit nichts im Wege. Auf Wunsch des Bräutigams, hätten und auch dieses Holz auf den Wagen geladen worden sei. eines Agenten S., ist damit aber so lange gewartet worden, daß In dem großen Seifen- Schwindelprozesse Lehrer und Als die Holzvorräthe des Angeklagten polizeilich durchsucht wurden, das Brautpaar noch die fünfundzwanzigste Wiederkehr des Genoffen, welcher im Monat September vor der 3. Straffammer fand man unter dem vom Angeklagten gekauften Stubbenholz auch Jahrestages seiner Verlobung begehen konnte. am Landgericht I stattfand, ist am Dienstag seitens des Reichs- 30 Stück meterlangen Knüppelholzes vor. Auf grund dieser gerichts das letzte Wort gesprochen worden. Die verurtheilten Thatsachen wurde gegen Herrn Färber, Herrn Balz und den Kaufleute Johann Lehrer und Wilhelm Grothe hatten die Knaben M. die Anklage wegen Diebstahls bez. Begünstigung Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt. Ihr Vertheidiger, Rechtsanwalt erhoben. Das Charlottenburger Schöffengericht sprach zwar den Dr. Schwindt, nahm persönlich die Interessen seiner Klienten Knaben frei, verurtheilte aber die beiden übrigen Angeklagten vor der Revisionsinstanz wahr. Er bemängelte besonders die zu je fünf Tagen Gefängniß. Die hiergegen eingelegte Anwendung des§ 48 des Strafgesetzbuchs, welcher von der An- Berufung hatte nur bei Balk Erfolg. Die Ferien- Straftammer stiftung handelt. Obwohl sich der Reichsanwalt in allen Punkten des Landgerichts 1I sprach diesen frei, beließ es aber bezügden Argumenten des Vertheidigers anschloß, erkannte das Reichs: lich des Angeklagten Färber bei dem ersten Urtheil. gericht doch auf Verwerfung der Revision. Damit ist das Urtheil Letterer legte Revision beim Rammergericht ein und Von den fünf vermißten Fischdampfern aus Geestes rechtskräftig geworden. nun wurde das Urtheil des Landgerichts II nicht nur münde ist leider noch immer fein Lebenszeichen eingetroffen. Kazenjämmerliches. Vor länger als Jahresfrist bestand aufgehoben das Kammergericht hielt es vielmehr nach Die Wahrscheinlichkeit, daß die fünf schönen, erst in den letzten in der Rosenthalerstraße ein Lokal, in welchem Bier in filbernen der ganzen Sachlage für geboten, die weitere Verhandlung dem Jahren erbauten Fahrzeuge ein Raub der See geworden sind, Bechern verabfolgt wurde. Eines Abends besuchte dasselbe eine Landgericht I zu übertragen. Im gestrigen Termin bestritt der und damit unserer deutschen Hochseefischerei ein so schwerer Gesellschaft junger Leute, die sich infolge einer Geburtstagsfeier Angeklagte wieder auf das bestimmteste, daß mit seinem Wissen Schlag zugefügt worden ist, wie noch nie zuvor, ist in angeheiterter Stimmung befanden. Nach kurzem Aufenthalte und Willen fremdes Holz auf seinen Wagen gekommen und be- leider zur Gewißheit geworden. Es ist wenig Hoffnung mußten die jungen Leute das Lokal wegen der vorgerückten rief sich auf mehrere Beugen dafür, daß vielfach sich unter dem vorhanden, daß noch eins der Schiffe zum heimischen Knüppelholz befinde. Polizeistunde wieder verlassen. Sie begaben sich dann nach einer Stubbenholz Die erneute Beweis Hafen zurückkehrt. Es wäre dann mit der erschütternden anderen Restauration. Hier entdeckte einer von ihnen, aufnahme war eine sehr eingehende und erstreckte sich auf Thatsache zu rechnen, daß zu den vielen, vielen Opfern, der Kaufmann Bieler, daß man ihm einen silbernen 25 Zeugen, von denen ein großer Theil den Angeklagten die der furchtbare Dezembersturm schon gefordert hat, noch 51 Becher in die Rocktasche gesteckt hatte. Als Ur- entlastete. Nach dem Antrage des Rechtsanwalts Wezel, weitere, wackere Seeleute hinzukommen. Das wäre eine Summe heber dieses schlechten Scherzes bekannte sich der erkannte der Gerichtshof nach mehrstündiger Verhandlung auf von Elend und Jammer, die man kaum auszudenken vermag. Kaufmann Roch. Beide begaben sich nach dem Lokale, Freisprechung des Angeklagten, gegen den weder Diebstahl Einen Begriff davon konnten diejenigen bekommen, die in den um den Becher abzugeben, fie fanden aber bereits eine noch Hehlerei erwiesen sei. Eine Täuschung des Forstwärters letzten acht Tagen die Geeste oder die Anhöhe neben der Geesteverschlossene Thür. Die Absicht, den Becher am folgenden Tage Selig fei nicht ausgeschlossen; er sollte Holzdiebe aufspüren, habe münder Schleuse passirten. Zahlreiche Frauen und Kinder zurückzubringen, gelangte nicht zur Ausführung, weil B. unter sich in einer Selbsttäuschung befunden und die Vorgänge durch spähten, besonders am letteren Aussichtspunkte, angftvollen Blickes den Folgen der Kneiperei zu leiden hatte, sodann schämte er sich, die Brille des Verdachtes betrachtet. Die vorgefundenen 30 Stück weserabwärts, ob denn nicht endlich das ersehnte Schiff, das den daß er den Becher so lange behalten hatte, er verschob den Gang Knüppelholz können einen Verdacht des unrechtmäßigen Erwerbes Gatten, Vater oder Bruder trug, am Horizont auftauchte. Aber von einem Tag zum andern und unterließ ihn schließlich ganz. nicht begründen, da beim Aufladen vielfach Knüppelholz unter es wurde Abend und wieder Abend, und die Ersehnten tamen Seiner Wirthin hatte er aufgegeben, den Becher sofort heraus- die Stubben tomme. nicht. Das ist das Loos der Proletarier des Meeres. Achtung! Achtung! 15 grosse öffentliche Volks- Versammlungen am Freitag, den 11. Jannar, abends 8 Uhr, in folgenden Lokalen: 2. Wahlkreis: Möhring, Admiralstr. 18 c. Zubeil, Lindenstr. 106. Specht, Markgrafenſtr. 83. " 1 3. Wahlkreis: Louisenstädtisches Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Arminhallen, Sommandantenstr. 20. Hauptmann's Weber" wollte der Theaterdirektor Sonnens thal, der mit seinem Ensemble zu Anfang der Wintersaison furze Zeit in Hirschberg weilte, daselbst zur Aufführung bringen; die Aufführung wurde aber von der Polizeiverwaltung verboten. Herr Sonnenthal hatte damals gegen das Verbot Beschwerde beim Regierungspräsidenten in Liegnig erhoben, welche aber unter Billigung der von der Polizeiverwaltung für das Verbot geltend gemachten Gründe zurückgewiesen wurde. Die Polizei ist eben überall auf dem Posten. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Oeffentliche Versammlung am Donnerstag, den 10. Januar, Abends 8 1hr, im Lokale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tages Ordnung: 1. Die Erörterung der Trust's und Kartelle auf dem Frankfurter Parteitag. Referent J. Timm. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Das Thema wird ausführlich behandelt, die Diskussion eventuell in einer nächsten Versammlung fortgesetzt. Mitglieder, die ihr Wahlvereins: buch vorzeigen, erhalten eine Broschüre. Ferner werden die Mitglieder auf § 5 Absatz b des Statuts aufmerksam gemacht. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Die Zahlstellen befinden sich bei folgenden Genossen: Wendt, Claudiusstraße 19. Gärtner, Molfenstraße 12. Tripke, Jägerstraße 10. Sommer, Grünstraße 21. 276/12 Freie Vereinigung der Lohgerber, Lederzurichter u. Berufsg. 4. Wahlkreis( Süd- Ost): Renz Ballsalon( Henke), am " Naunynstr. 27. ( Often): Keller's Festsäle, Stoppenstraße 29. 5. Wahlkreis: Gründel, Brunnenstraße 188. 6. Wahlkreis: Reichert's Festsäle, Müllerstr. 7. " " Colberger Salon, Colbergerstraße. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35. 166/6 Berlins. General- Versammlung Sonnabend, den 12. Jannar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Feind, Weinstraße Nr. 11. Zages Ordnung: 1. Rechnungslegung vom 4. Quartal 1894. 2. Bereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Todes- Anzeige! Verband deutscher Gold- und Silberarb. u. verw. Berufsg. ( Zahistelle Berlin). am 7. d. M. unser Mitglied Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Wilhelm Menzel nach schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 11. b. M., nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgen- Kirchhofes, Landsberger Allee aus, statt. Um rege Betheiligung bittet 131/10 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und guter Vater, der Vergolder Albert Schmidt im 42. Lebensjahre nach 14tägiger Krankheit am Sonntag, den 6. Januar, sanft entschlafen ift. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 10. d. M., 3 nachm. 8 Uhr, von der Leichenhalle des % Neuen Luisen Kirchhofes, Herrmannstraße aus, statt. Um stille Theilnahme bitten 2094b Die trauernden Hinterbliebenen. Kranken- u. Sterbekasse Freie Volksbühne. der Berliner Sansdiener. ( E.. 61.) Infolge des dringenden Wunsches vieler Mitglieder findet am Sonntag, Freitag, den 25. Januar 1895, abends den 13. Januar, nachmittags 2/2 Uhr, im National- Theater eine Extra- Vorstellung Schneider's Gesellschaftshaus, Bel- statt. Zur Aufführung gelangt zum 8. Male: forterstraße 15. Kelle, Schönhauser Allee 28. Friedrichsberg: Schneider's Gesellschaftshaus, Proskauerstr. 28. Pankow: Buge's Vereinshaus, Schulzestr. 27. Tages Ordnung: : Die Umffurzvorlage. Referenten: Auer, Bebel, Bueb, Frohme, Fischer, Gerisch, Geyer, Herbert, Klees, Liebknecht, Meister, Pfannkuch, Reisshaus, Singer, Schmidt, Wurm, Zubeil. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Höchst Kostüme. A. Tilgener, Hildegard Scholl. Vorher: Ehrenschulden. Mitwirkende in den Hauptrollen: Bertha Arco, Clara Drucker, Anna Rochor, Robert Wadh, Mar Samt, Julins Weffels, und des Gesangvereins ,, Senefelder". Avis! Die Mitglieder des Gesangvereins werden höflicht gebeten, bei dieser Vorstellung mitzuwirken und sich zur gewöhnlichen Stunde einzufinden. Extrafarten à 1 Mt. werden von 1/2 Uhr im Tunnel des Theaters verkauft. Die Mitglieder werden nnn, da der unterzeichnete Vorstand Besuch der Vorstellung Sorge zu tragen. ihrem Willen nachgekommen ist, dringend ersucht, für einen regen Am selben Tage im Lessing- Theater nachm. 22 Uhr( 5. Abtheilung): Der Traum ein Leben. Zu allen Abtheilungen können einige Mitglieder aufgenommen werden, doch nur gegen einen Ausweis, der bei dem Unterzeichneten zu haben ist. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. Vereinen Preisemässig. Maskengarderobe Prinzessinnenstrasse 15. 294/19 9 Uhr: Erste ordentliche Generalversammlung im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tagesordnung: 1. Mittheilung. 2. Erledigung eins gegangener Anträge. 3. Jahresbericht. 4. Neuwahl des Vorstandes(§ 15). 5. Neuwahl des Ausschusses(§ 20). 6. Festsetzung der Remuneration des Vorstandes und Ausschusses. 7. Frage fasten. Quittungsbuch legitimirt. Der Vorstand. 2096b Milchkübel, Sammen, Safewagen, Siebe, Lampen, Kühlapparate, Buttermaschinen Butterfneter, Drehrollen. Jordan, R. Markusstr. 28. Für die hiesigen Leser liegt der heutigen Nummer unseres Blattes die geftrige Gewinnlike der preuß. Lotterie bei. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 8. Derlammlungen. " und Donnerstag, den 10. Januar 1895. Zu seiner Entschuldigung hatte er ein Schreiben an die Versammlung gerichtet, in dem er seine Handlungsweise bereut. Des weiteren gelangten sodann die Wahlen der Beitragssammler und Werkstattkontrolleure zur Erledigung, worauf die Bersamm lung gefchloffen wurde. 12. Jahrg. kampf gehen können, und nicht aufhören werden, für unsere Biele zu streben, möge der jezige oder der neue Reichstag Gesetze machen, welche er wolle.( Anhaltender Beifall.) Nach einer Kleinen Anarchistendebatte gelangte eine Proteftresolution gegen die Vorlage einstimmig zur Annahme. Nachdem erfolgte RechDer Krankenunterstützungs- und Begräbnißverein für nungslegung seitens der Lokalkommission und Neuwahl derselben. Bau- und gewerbliche Hilfsarbeiter nahm in seiner General- Nach dem Berichte des Genossen Delte hatte die Lokalkommission versammlung am 6. Januar den Bericht des Raffirers entgegen. gegenübersteht: demzufolge ist ein Defizit von 78,69 M. voreine Ausgabe von 229,49 M., welcher eine Einnahme von 150,80 n. Der Kaffenabschluß ergiebt einen Baarbestand von 1535,50 m. banden, Die Abrechnung war geprüft und für richtig befunden gegenübersteht: demzufolge ist ein Defizit von 78,69 M. vorSierauf wird die Wahl des Vorstandes vollzogen, die folgendes worden und wurde daraufhin die Lokalkommission entlastet. Die Resultat ergab: Gadegast erster, Rennthaler zweiter Borsigender; selbe, die bisher aus zwei Mitgliedern bestand, wurde auf fünf Gutsch erster, Riesewetter zweiter Schriftführer; Nording erfter, Beitner zweiter Nendant. Zu Kontrolleuren wurden die Herren erhöht und in dieselbe Bräter, Schirmer, Thal, Beise Mahron, Noat und Wilke ernannt. und Golmit gewählt. " genommen. Arbeiter Sängerbund für Berlin und Umgegend. Am 6. Januar fand eine Ausschußßigung des Bundes statt. Die zur Aufnahme gemeldeten 5 Vereine wurden, da kein Widerspruch erfolgte, als Bundesmitglieder erklärt. Die Untersuchung in Sachen des neu begründeten Vereins" Lyra" in Eberswalde, gegen dessen Aufnahme in letzter Ausschußigung Protest erhoben wurde, zeitigte folgendes Resultat: Der Vorstand, welcher mit dieser Angelegenheit betraut war, hielt mit den dortigen Vereinen eine Sigung ab und kam einstimmig zu der Ansicht, daß besagter Berein nicht eher würdig ist im Bunde Aufnahme zu finden, 1. wenn derfelbe feine Uebungsstunde nach einem Lokale verlegt, welches den Arbeitern zu allen Gelegenheiten offen steht und 2. wenn der Dirigent, der sich des Vertrauens der Verband deutscher Barbiere, Friseure und Pervückenmacher, Arbeiter unwürdig gezeigt hat, aus dem Verein entfernt Eine gutbesuchte öffentliche Versammlung der Bügler gweigverein Berlin. Heute, abends 10 Uhr, bet Stöllig, Neue Friedrichstr. 44: wird. Diesem Urtheil gab der Ausschuß seine Zu- und Mäntelnäherinnen beschäftigte sich am 7. Januar im Generalversammlung. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerftag, Abends 7-8 Uhr: Leftüre; stimmung. Die Wahl des Bundes. Dirigenten fiel" Swinemünder Gesellschaftshaus" mit der gegenwärtigen Lage sy- 10% Uhr: Nord- Schule, Müllerfit. 1794; Gefchichle( Mittelalter). wiederum auf Herrn Friedrichs; derselbe ist mit großer in ihrem Gewerbe und den in diesem Jahre zu stellenden Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Naturertenntniß. Bei allen UnterrichtsMajorität gewählt. Die Abrechnung vom Sängerfest in Schmargen- Forderungen. Frau Ihrer hielt das einleitende Referat. Sie fächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufdorf ergab eine Einnahme von 4516,15 M. und eine Ausgabe besprach die schon so oft seitens des Vorwärts" und anderer Arbriter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neuvon 3078,15 m., bleibt demnach ein Ueberschuß von 1488,- M. Arbeiterzeitungen beleuchteten elenden Arbeits- und Lohnverhält- mann, Pafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten Da verschiedene Vereine noch im Rent sind, ist diesen aufgegeben, nisse in der Konfektionsbranche und führte den Anwesenden ein- an Friedrich Kortum, Manteuffelfir, 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis 11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor binnen vier Wochen abzurechnen, andernfalls werden die Namen dringlichst vor Augen, daß eine Besserung dieser Zustände nur St. Urban, Annenftr. 9, bei Albert Broz. Gefangverein Freund= veröffentlicht. Dem Vorstand wurde die Ermächtigung ertheilt, durch ein einiges, gefchloffenes Vorgehen aller Betheiligten im aft I, Swinemünderstr. 35 Gesellschaftshaus. Kornblume, Gr. FrankVorwärts II, Schönhauser Allee 28 bei Kelle, in vorkommenden Fällen über die Bundeskasse verfügen zu Beruf herbeigeführt werden könne. Leider befäßen die Schneider und furterfir. 133 bei Gold. -Brezelfch I uß, Annen= können. Dem Genossen Thal, welcher bei der Nachhausefahrt Schneiderinnen in Berlin noch nicht die imponirende, achtung- Frühlingsluft, Bülowftr. 59, bei Werner. fraße 16, Louisenstädtisches Klubhaus( Ehrenberg). Dorfglödlein, vom Sängerfest verunglückt ist, wurden 20 M. aus der Bundes gebietende Organisation, wie sie bei einigen guten Willen leicht deutsch- Wilmersdorf, Uhlandt- u. Pariferfir.- Ede bei Wendt. Baget Borar, Manteuffelstr. 9 bet tasse bewilligt. Die Generalversammlung, welche wegen der geschaffen wäre, wenn die vielen kleinen Organisationen sich dem nicht, Steglitz, Schloßstr. 66a, Sur Börse. Harmonie I, Tempelhof, Dorfitr. 18 b. Gerth, Steinfeger= Saalfrage bisher hinausgeschoben wurde, soll nunmehr in kürzester deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Verband anschlössen. Nowack. Kreuzberger Zeit stattfinden und sind die Vereine aufgefordert, etwaige An- Die Rednerin hofft, daß auf der am 13. Januar hier in Berlin Sängercor, Ruftanten Allee Nr. 28 bei Fiebiger. Harmonie, Echönleinste 6 bei Kraaz. Flöter'scher Gefang= träge umgegend bei dem Vorsitzenden einzureichen. zufammentretenden Konferenz der Konfektionsschneider auch verein, koppenfir. 47 bet Wilhelm Lorenz. Sängerchor Berliner die Bügler und Näherinnen vertreten sein würden, da- Kürschner, Weinstr. 11 bei Feindt.. Arbeiter- Gefangverein Oranien= In einer Versammlung Gefangverein Gleich= Versammlung des Frauen mit diese ein flares Bild von den Verhältnissen in den bett, Echönhauser Allee 138 bei Rocita.- Abendroth, Deutsch- Wilmers burger Borstadt, Gochstr. 32a bei N. Witte. Mädchen Bildungsvereins, der am 23. Dezember einzelnen Branchen erhalten und um so beffer in der Lage seien, dorf, Güzelstraße, bei Liebelt.- Oft- und Westpreußischer Männer= v. J. bei Gründel, Brunnenstraße 188 tagte, referirte Genosse gemeinsame Mittel und Wege zur Abstellung der schreiendsten eiangverein, Krautstr. 6 bei Rudolf Arbeiter- Gefangv. Morgen= Schöpflin in einem anregenden Vortrag über Die Frau im Uebelstände ausfindig zu machen. roth IV, Köpenick, bet Wölftein, Adlershof, Bismardstraße. Gefangverein Mit der Aufforderung, Bölterfrühling, Schüßenstraße Nr 33 bei Otto. Eintracht II, Dienst firchlicher und kapitalistischer Interessen"." Redner wies die Agitation für den Beitritt zur Organisation in die weitesten lienecke bei Adlershof, Köpnicerſtraße bet Witte. Arton II, Prenzlauer in Beispielen nach, daß in jenen Induſtriebezirken, wo muckerische Kreise und namentlich in die Werkstuben zu tragen, schloß Frau Allee 26 bei Riekel. Butun ft III, Belten t. d. Mart, Wilhelmstr. 19 im Brüderschaft, Stallschreiberftr. 29 Bum eichenen Frömmigkeit herrscht, auch die kapitalistische Ausbeutung am Ibrer ihren vortrefflichen Vortrag, für den ihr reicher Beifall Stab". Hotel W. Grunow. Liedes Echo, Reichenbergerstr. 118 bei Köppen. Treu und stärksten wuchert. Das Konservative im Charakter des geistig zu theil wurde. Während einer längeren Pause ließen sich eit, Lebuserstr. 6 bei Nemiz. Bruderbund, Lübbener- u. Görliger mit Gewalt zurückgehaltenen Weibes kommt der geistigen Herrsch viele Versammlungsbesucher in den Verband der Bügler und ſtraßen- Ece. Gerstenähre( Brauer), Blumenstr. 38 bet Wiedemann. sucht willig entgegen. Wiederum haben aber auch viele Männer Näherinnen aufnehmen. Die Diskussion war eine sehr rege. Gesangverein i neta, Kastanien- Allee 11 bet Auguftin. Frohsinn II, Friedrichsberg, Warthenbergstr. 67 bei Lange,- Arbeiter= Gesangverein eine merkwürdige Angst vor der aufgeklärten Frau, ein Beweis, Pfeiffer leitete aus seinen Erfahrungen als Gewerbegerichts- unge Giche, Reinickendorf, Geſellſchaftsstraße 11 bei 2. Hartmann. daß eine wirksame Kraft in ihr gefürchtet wird. Im Sinne des Beisiger, von denen er einige vortrug, die Berechtigung des alpentä stefn, Beraftr. 60 bei Silgenfeld.- rbetter- Gefangu, GinReferats äußerten sich Frau Milautzky, Pleßuer, Mesch, sowie Borgehens gegenüber den Zwischenmeistern ab, tracht III, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bei Düball. Kommandantenfir, 20, Arminhallen. Alpenrose, Forsterfir, 22 bei Genosse Liesicke. aber auch nicht die Schwierigkeiten, welche die" Hausarbeiter" Tilgner. Edelweiß III, Wollinerstr. 62. Sängerrunde, Naunyn Morgenroth f, Rummelsburg, Türrschmidt Die Steinarbeiter nahmen in ihrer Versammlung am einer Verkürzung der Arbeitszeit in den Weg stellen würden. ftraße 87 bet Jablonski. Gesangverein Widerhall, Naunynftr. 86 bet 6. Januar nach Regelung einer internen Angelegenheit den Be Interessante Mittheilungen über die Praftiten einiger Schwig: traße 33 bei Schröder. Zubeil. Gesangverein Morgengrauen, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Gefangverein yra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bei Mafchestt. richt des Delegirten der Gewerkschaftskommission entgegen. Die meister machte 3 it mann. Er erzählte: Ein Zwischenmeister Versammlung erklärte sich mit der Stellung des Delegirten zu fertigte sogenannte Backfisch- Mäntel, für die er im Geschäft Gefangverein Vorwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39, BisFrisch zur Freiheit, Lindenstr. 106 bei Frig Bubett. Solidarität, Oranien= den verschiedenen in der Kommission verhandelten Gegenständen 1,50 bis 1,75 M. erhält. Seinen Arbeiterinnen zahlt er 80 Pf. mardshöhe“-Süd- Ost II, Falckensteinstr. 7 bet Trittelwiz. Glasarbeiter, Köpenick, Rosenstr. 101 bet einverstanden und wählte als Delegirten den Kollegen Bläsing; Für Zuschneiden, Bügeln und Liefern sind noch je 10 Pf. fraße 109 bet Greifer. zum Stellvertreter wurde der Kollege Lachmann ernannt. Hierauf in Ansatz gebracht, bleiben ihm für jeden Mantel, ohne daß er Troppens. Lefe- u. Diskutirklubs. DonnerBag. Dieggen, Abends 8% Uhr, erfolgte die Abrechnung der Kollekte für den Kollegen Müller. den Finger dabei rührt, 40-65 Pf. Reingewinn, der pro Woche bei Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Bett, Abends 8 Uhr, Boyenftr. 40, bei Auf Listen wurden insgesammt 98,60 M. gesammelt; die die Durchschnittssumme von 180 M. erreicht und es ihm aller- Glesboit.- Süd- Ost, bet Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Gde. ber Klub Gnabt, Freunde bei Buttbuferstraße 32. Lefe= Liften vom Play Metzing und Play Taucher sind noch bings ermöglicht, auf großem Fuß" zu leben. und Diskutirklub Reimer bei R. Bahr Gerichtsstraße 19. nicht eingegangen. Zur Verlesung Zur Berlesung gelangte ein Schreiben In der weiteren Debatte wurden noch mehrfach Zwischen safenelever, Abends 8 Uhr, Restaurant Lange, Baumschulenweg 32 der Musikinstrumentenarbeiter, die um finanzielle Unter- meister namhaft gemacht, die ihre Arbeitskräfte schlecht oder gar Treptow. Sosialistischer Lese- und Distutirtlub Abends August Geib Abends 9 Uhr stützung der Streits bei Görs u. Kallmann ersuchen. Der nicht bezahlen. Sodann wurde über die Zweckmäßigkeit, die ge- 8 Uhr, Reichenbergerstr. 157, Sigung. Vertrauensmann wurde beauftragt, in anbetracht, daß es sich hier fegliche Kündigungsfrist auszubedingen, gesprochen, worauf amim Meftaurant Subeil. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Gent, nur um einen partiellen Streit handelt, vorläufig 30 M. an die Schluß der Versammlung eine Resolution einstimmige Annahme ane Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Streifenden abzuführen. Weitere 30 M. sollen bewilligt werden, fand, die folgende Forderungen enthielt: 1. Erhöhung der Löhne Adalbertstr. 95. Donnerstag: Rauchklub Graue wolte, Krautstr. 48, Berein Grüne Fiche( vor dem Salle'schen Thor), Abends wenn der Ausstand nach drei Wochen noch nicht beendet ist. um 25 pet. 2. Wirkliche Durchführung einer Maximalarbeits9 Uhr, bei Gaugr, Mittenwalder- Straße 2. Sumuristischer Klub unt= Gefelliger Klub ber alten Zum Schlusse wurde Klage darüber geführt, daß nicht nur zeit von 10 Stunden. 3. Auszahlung des Lohnes an jedem verfum, Beteranenfir. 18, bei Schulz Moabiter, Gmbener- u. Wadenserstr.- Geke bei Schirmer, Abends 9-10.fämmtliche von der Kommune vergebenen Arbeiten, hauptsächlich Sonnabend. Rauchtlub Erholung, Wienerstr. 13 bei Zhiele. Nauchklub Brüder= die neuerdings erheblich in betracht kommenden Brückenbauten, Rummelsburg. Ueber die Umsturz vorlage liteit, Bürklerstr. 57 bei Schuhmacher. von den Unternehmern außerhalb angefertigt, sondern auch noch sprach am 7. d. M. in einer für Rummelsburg und Umgegendichte IV. Männera btheilung turnt jeden Donnerstag, Abends von 8 bis Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Turnverein zu diesen Arbeiten Kräfte von außerhalb herangezogen werden, stattgehabten Volksversammlung Reichstags Abgeordneter 10 Uhr, Gemeindeschul- Turnhalle Stephansir. 3( Moabit). Gesangverein weil diese sich erheblich billiger stellen. Im allgemeinen ver- Fischer. Redner führte den zahlreichen Besuchern in an- 2yra, Abends 9 Uhr im Reſtaurant Bergstr. 17.- Suchsdorf scher sprach man sich günstige Wirkung zum besseren von der seiner schaulicher Weise die ganze Ungeheuerlichkeit der Umsturzvorlage zeit beschlossenen Petition respektive Verbreitung derselben in vor Augen, die er an einer Reihe von Beispielen nachwies. Broschürenform. Redner stand zwar nicht auf dem Standpunkte, zu glauben, daß die Vorlage, am allerwenigsten in der vorliegenden Fassung, Gesetz werden würde, konnte sich aber der Ansicht nicht verschließen, daß es zu einer Reichstagsauflösung kommen werde, bei der die Regierung die Abficht bekunde, Naum für andere Pläne zu gewinnen, um eine ihr günstige Kampfparole für die Reichstagswahlen zu erhalten. Welche Pläne es feien, welche die Regierung verfolge, würden die Steuervorlagen zeigen, die dem Redner schloß mit dem neuen Reichstage vorgelegt werden. Hinweise darauf, daß wir kampf- und siegesbewußt in den Wahl" Der Holzarbeiter- Verband( Zahlstelle O) hielt am 6. Ja nuar eine Mitgliederversammlung ab. Nach einem Referat des Genossen Rohrlad über Arbeitslohn und Kapitaleinkommen", beschäftigte sich die Versammlung mit der Erörterung von Werkstattangelegenheiten. In der Werkstatt von Kraffelt, Friedrichsberg, war ein Arbeiter gemaßregelt worden, weil er einen seiner Kollegen aufforderte, die Arbeitszeit inne zu halten. Der betreffende Arbeiter, auf dessen Angabe das Mitglied des Verbandes entlassen wurde, war eingeladen, aber nicht erschienen. = verkannte bei Brüning, Rosenthalerstr. 11-12. Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsstunde Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 67. Gesangverein Jugendfreuden, Arbeiter Bitherverein Ginigteit, Abends 19 Uhr Uebungsstunde bet Nowack, Manteuffelstraße Mr. 9. Gefelliger Arbeiterverein offRuderverein Vorwärts, Abends% 9 Uhr in den Arminnung bei Giftler, Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage Abends 8% Uhr. Bergnügungs- und Touriſtentlub Freie Brüder, Abends 9 Uhr bet Roll, Adalbertstr. 21. ballen, Kommandantenstr. 20. Stattlub Sanfter Heinrich b. S. Brandt, Reichenbergerstr. 122. Rauchllub Obneforge, Abends 9 Uhr, bei Jakob, Boechftr. 21. Rauchtlub ernipige, Abends 9 Uhr, bei A. Böhl, Nüdersdorferstraße 8. Rauchklub Pfeifenbecket, Abends 8 Uhr, bet Jeratsch, Langestr. 24. Mauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Rohr, Naunynstraße 78.- Rauchtlub Waldesgrün, Forsterftr. 19 bet Krüger. sie einen kurzen Trab anschlagen und blies auf seinem wirthe" über die allein richtige Behandlung der Sozialdemokraten Eschenpeter über den Umgang mit Großfürsten. Bofthorn, daß es von den Bergen widerhallte. Da erscholl macht. Doch wir wollen den Mann selber sprechen lassen. Er Eine werthwolle Ergänzung zu Knigge's Umgang binter ihm der laute Buruf: Galopp, Galopp!" und als schreibt: Die Umsturzpartei muß mit allen Mitteln mit Menschen liefert ein Aufsatz Josef Kolb's in der er unbekümmert darum, im Trabe weiterfuhr, ertönten kurz " Kleinen Preffe" über das Postwesen. Wir erfahren, daß es in hintereinander zwei Schüsse, die Kugeln fuhren durch den Postillons bekämpft werden, und sie wird wirksamsten durch Der gut eingerichteten Wiesbadener Postverwaltung in den but und eine streifte den dicken Schädel Gschenpeters, daß reich schöpferische Mittel bekämpft. Am besten wäre es, ibr dreißiger Jahren einen besonderen Postillon für Sechsspänner- lich Blut über sein Gesicht und seinen Hals herabfloß. Ein weniger die Gelegenheit zu bieten, daß fie eine thatsächliche Probe auf Man weise den Fahrten gab, der nach seinem Vornamen Peter und feinem Ge- fräftiger Mann wäre vom Bocke berabgefallen, aber Eschenpeter tas Erempel ibres Zukunftsstaates macht. burtsorte Esch bei Jostein allgemein Eichenpeter gerufen faß wie ein Fels, nahm den Hut ab, wischte sich das Blut weg Sozialdemokraten Land in den Kolonien an, damit sie nach ihrem wurde. Eine herkulische, sechs Fuß hohe Gestalt mit außer und legte auf den tiefen Niß sein rothgewürfeltes, baumwollenes Sinn einen Staat gründen können. Dorthin müßten alle dies jenigen, welche der staatlichen Ordnung in Dentschland widers gewöhnlicher Rörperkraft, besaß er ausgeprägtes Ehrgefühl. Im Taschentuch. Jahre 1835 weilte der Großfürst Konstantin von Jetzt wollen wir ihn selbst weiter erzählen lassen: Da rief streben, vornehmlich die sogenannten„ Führer", richtiger die Ver Rußland, Gouverneur von Polen, welcher durch seine ich aber hüh! stieg vom Bocke, öffnete den Wagenschlag, riß führer des Volkes zwangsweise gebracht werden. Dort hätten tyrannische Regierung hauptsächlich den Ausbruch der Revolution meinen Großfürften heraus und bearbeitete ihn so lange mit die Strafzeit auch diejenigen zu verbringen, welche wegen bewirkt hatte, in Wiesbaden, als Besuch bei der herzoglichen meinem Peitschenstiel, bis er feinen Muckfer mehr von sich gab. Majestätsbeleidigung und anderer politischer Bergehen würden Dann könnten die Umsturzhelden ihre Familie, und hatte zur Ueberführung seiner Person und Ten Adjutanten, welcher mit seiner Spicknadel hinten an meinen verurtheilt werden. feines Gefolges nach Langenschwalbach zahlreiche Extras hirschledernen Hosen herumstocherte, trat ich in den Bauch, daß Staatskunst zeigen und im Kampf mit der Natur und ihren posten bestellt. viers er in den Graben fiel, dann sette ich meinen Großfürsten eigenen Ideen auch noch ein Vater unser beten lernen. Die Das Gefolge war in zwei- und spännigen Extraposten vorausgefahren, dem Eschenpeter wieder in den Wagen, fuhr im Trabe nach Schwalbach und Unterstüßung vom Reich aus könnte natürlich fortlaufend nicht Der Auftrag geworden, mit seinem Sechsspänner den Großfürsten lieferte ihn wohlbehalten an den Posthalter Gerber ab!" in baarer Münze, sondern nur in Erzeugnissen deutscher und seinen Adjutanten nach Schwalbach zu überführen. Zur be- Großfürst Konstantin mußte zwei Monate lang das Bett hüten, Industrie, als Maschinen 2c., und in Saatgetreide ges stimmten Stunde hielt er mit seinem feurigen Sechsgespann vor den Adjutanten fand man mit einer schweren Beschädigung des geben werden. Dazu kämen für ein Jahr Lebensmittel. Da bei Wohl wurde wegen den Umstürzlern der internationale Gedante vorherrscht und einem herzoglichen Galawagen, am Schloßportale, und, weil ihm Unterleibes bewußtlos im Chauffeegraben. die Zeit lang wurde, blies er, trotz der Abmahnungen des Be- der Mißhandlung des hohen Hauptes" Anklage gegen Eschen- Vaterlandsliebe gänzlich unbekannt ist, so wird es ihnen ja gleich. dientenvolles sein Leiblied:" Deutschland, Deutschland über peter erhoben; aber die Richter entschieden, daß berechtigte giltig sein, ob sie mit der verstockten" Landbevölkerung Deutsch Selbsthilfe vorliege. lands, die nun einmal kein Verständniß für die großen" Jdeen Alles!" Endlich öffneten sich die Pforten; begleitet von der herzog- Eschenpeter's Wunde war bald gebeilt. Er wurde durch dieser Volksbeglücker hat, oder mit Kaffern Umgang haben. Es ist aber bestimmt zu erwarten, daß alle jene, welche eine lichen Famlie trat der Großfürst mit seinem Adjutanten heraus seine Begegnung mit dem Großfürsten Konstantin ein berühmter und nahm in dem Prachtwagen Platz. Er war von fräftiger Mann. Einige Jahre später starb er an den Folgen eines zeitlang in diesem Zukunftsstaat gelebt haben, gern nach DeutschStatur und trug die große russische Generalsuniform; feine Ge- Huffchlags auf die Brust. Auf seinen Grabstein setten seine land zurückkommen und für immer furirt fein werden. Frei heimkehren, die Verurtheilten fichtszüge waren nicht sehr einnehmend, die aufgeftülpte Nase, die Freunde in Anerkennung seiner wackern That die aus Schiller's willige fönnen stets aber erst nach Ablauf ihrer Strafzeit. Vortheilhaft würde es rothen Haare, die fleinen weit auseinander stehenden Augen Räubern" bekannte Buschrift: noch sein, wenn in der Nachbarschaft eine Straffolonie für gegaben ihm ein abstoßendes Aussehen. Eschenpeter musterte ihn meine Verbrecher errichtet würde, welche nach Ablauf ihrer Strafmit einem langen, geringschäßenden Blicke, faßte dann mit fester Hand die Zügel der feurigen Pferde und setzte sein Bofthorn an zeit dafelbft sich mit staatlicher Hilfe als freie Rentenkolonisten den Mund, um durch die Stadt den zweiten Bers seines niederlassen könnten. Sie würden dort jedenfalls weiter kommen, als im Zukunftsstaat. Es würde der Druck der Gefängnißarbeit Lieblingsliedes zu blasen. Da wurde er unsanft an der Schulter auf das Handwerk aufhören und für die deutsche Industrie ein gepackt, der Großiürst stand hinter ihm, hielt ihm ein doppel30 neues Absatzgebiet geschaffen. Diese Jdeen könnten bei Beläufiges Pistol vor das Gesicht und schrie mit heiserer Stimme: rathung der Vorlage gegen den Umsturz zur Stellung eines AuGalopp!" Auch gut, nickte Eschenpeter und gab den Pferden eine trages benutzt werden." gehörige Ermahnung mit der Beitiche. Fort rasten die schen ge. wordenen Pferde durch die engen Straßen von Alt- Wiesbaden und über die Schwalbacher Landstraße bis zum Fuße des steilen, die Hohe Wurzel" genannten Berges. Dort ließ Eschenpeter " ,, In Tyrannos" Gegen die Tyrannen". Db ein Eschenpeter heute wohl noch, wenn er einem Prinzen in der Nothwehr die gleiche Büchtigung hätte angedeihen laffen, von deutschen Richtern freigesprochen und von deutschen Patrioten" als" Tyrannenfeind" gefeiert werden würde? " Wie behandelt man ,, mstürzler"? Ein Musterchrift und ein Staatsmann dazu ist Herr Julius Eymann in Mustau in der Ober- Lausitz; denn christlich und staatsmännisch sind die Vorschläge, die er im Bund der Land" Wenn das nicht große, staatsmännische Gedanken sind, dann giebt es feine mehr. Der Mann ist reif für den nächsten Ministerposten, der frei wird. Castan's Panoptikum. Für den Inhalt der Zuſerate über. Noch nie dagewesen! die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Die Riesen des dunkeln Erdiheils: Theater. Donnerstag, den 10. Januar. Opernhaus. Don Juan. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Deutsches Theater. Blau. Cyprienne. Eelsing- Theater. Ghismonda. Berliner Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Orpheus. Rendenz Theater. Der Unterpräfekt. Vorher: Villa Vielliebchen. Schiller Theater. Prinz Friedrich von Homburg. Urues Theater. Der kleine Mann. Theater Unter den Linden. Der Vogelhändler. Bellealliance- Theater. Onkel Bräfig. Central- Theater. O! diese Berliner. 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Der„ Sozialist", die behördlichen Maßnahmen gegen denselben, und Ben. Jeden Sonntag ist es möglich, denselben weiter erscheinen zu lassen? Nachmittag Schiller- Theater. Orientalische A- Familienvorstllg. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Donnerstag, den 10. Januar, Abends 8 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Freitag, den 11. Januar, Abends 8 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Sonnabend, den 12. Januar, Abends 8 Uhr: Hans Sachs. Burgruine. Sonntag, den 18. Januar, Mittags 12 Uhr: Matinee zum Besten des Kaiser u. Kaiserin Friedrich Krankenhauses.( Anschaffung von Heilſerum.) zu halb. Preisen. Zauber und Bey's Wunder. Täglich Anfang 18 Uhr. Kaufmann's Variété. Das neue Garneval- Programm. Kolossaler Lach- Erfolg. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Der Mord V Dichter Abende im Bürgersaale des Rathhauses, Abends 7/2 Uhr: Heinrich Heine- Abend. Adolph Ernst- Theater Auftreten der Grotesktänzerin Miss Rose Batchelor vom Prince of Wales- Theater in London. Bum 14. 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