Nr.347 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 167 Bezugspreis: Bierteljährlich 130,- M, monaffi 60,- Sret ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, sowie Defterreich u Luxemburg 108.-., für das übrige Ausland 142,- M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eith land, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemofrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt an 2 Mark Mnzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile loftet 25,-. Reflamezeile 125,-. Aleinenzeigen" bas fettgebrudte 28ort 7, M.( zutäffig sei fettgebruckte Worte), fedes weitere Wor! 6.-M. Stellengesuche und Scylat ftellenanzeigen das erste Wort 4,- Di.. jebes weitere Mort 3.-M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwe Worte. Familien- Anzeigen für Abop nenten Beile 10,-. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4½ 2hr nachmittags mu Hauptgeschäft, Berlin EW 68, Lindenftraße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönbeff 292-295 Boltspartei. und 2506-2507 Dienstag, den 25. Juli 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Saustegpedition u. Inferaten. Abteilung: Dönhoff 2506- 2507 Der Konflikt mit Bayern. München, 24. Juft. Aufregung herrscht vielleicht in dem Kreise derer um Sihung des Reichskabinetts. Das Reichsfabinett trat heute vormiffag zu einer neuen Sigung 3um Konflikt mit Berfin muß es doch tommen. Wir Ludendorff und Böhner, in Studenten- und Offizier werden nicht warten, bis man uns die Waffen genommen hat." zirfeln, in den Geheimorganisationen, ja vielleicht auch in So fagte in Gegenwart von Mitgliedern anderer Parteien berühmten 80 Prozent der bayerischen Bevölkerung, die an- rischen Regierung geschaffenen Lage zu beschäftigen. Die So sagte in Gegenwart von Mitgliedern anderer Parteien weiteren Kreisen des Chiemgaues, aber sicherlich nicht in den aufammen, um sich mit der durch die Berordnung der bayeein einflußreiches und vorlautes Mitglied der Bayerischen geblich monarchistisch gesinnt sein sollen. Mit dieser Aufregung Beratungen dauern bei Schluß des Blattes noch an. In amilichen will man nun die Tatsache begründen, daß ein mit weit mehr freisen hegt man feinen Zweifel darüber, daß die Verordnung der Während in Berlin die schwierigen Verhandlungen über als zwei Drittel Mehrheit angenommenes Reichsgefeß in bayerischen Regierung rechts ungültig ist und in Widerspruch das Gesez zum Schutz der Republik schwebten, sagte ein anderer Bayern sofort, nachdem es vom Reichspräsidenten verkündet mit der Verfaffung steht. Die Frage, auf welche Weise Bayern auf Abgeordneter der Bayerischen Volkspartei: Ich verstehe die worden ist, außer Kraft gesetzt wird. Die verfassung- den Weg der Verfassung zurückgebracht wird, insbesondere ob der Reichsregierung in Berlin nicht, was die es sich Schweiß feiten schändende Verordnung des bayerischen Gesamtministeriums, Reichspräsident von seinem verfaffungsmäßigen Recht, die Verordläßt, diese Gefeße für Bayern annehmbar zu mache.1. die auch von dem Bauernbündler Wuhlhofer nung in Bayern aufzuheben, Gebrauch machen wird, ist noch nicht Nach allen Zugeständnissen wird die bayerische Regierung er unterzeichnet wurde, obgleich der bauernbündlerische Reichs- entschieden. flären, daß das Gesez für sie nicht annehmbar ist. Sie ernährungsminister Fehr den Bauernbund von der Schleppenwollen doch nur Stimmung gegen das Reich machen, sie wollen trägerei der Bayerischen Volkspartei abzuhalten suchte, soll Vor einer Rede Lerchenfelds. nur die Trennung vom Reich vorbereiten. Sie wollen ihr den Zweck haben, einen Rechtsputsch zu verhin München, 25. Juli.( Eig. Drahtbericht.) Der bayerische bayerisches Königreich haben, wenn auch die Pfalz und Frendern. Ein Rechtsputsch, das wissen doch die Ludendorff, Ministerpräsident, Graf Lerchenfeld, wird heute nachfen verloren geht, dafür tauschen fie Nordtirol ein und dann Erhardt und die anderen aus Preußen stammenden mittag im Landtag eine Erklärung über die Verordnung des haben sie ihr katholisches Königreich und haben mit dem Reich echtbayerischen Rechtsputschisten, muß sich gegen ein Gesamtministeriums vom 24. Juli abgeben. Zum Rücktritt nichts mehr zu tun." Objekt richten. Diese Rechtsputschisten tönnen nicht gegen des demokratischen Handelsministers Hamm ist noch zu meldie bayerische Regierung und gegen die bayerischen Koalitions- den, daß er verfassungsrechtlich und politisch die Mit verparteien putschen. Eine Regierung, die den Mut hat, sich auf antwortung für die vom Ministerrat beschlossene Berorddie breiten Massen des Volkes zu stützen, hat es nicht nötig, nung zum Schuße der Republit nicht ernehmen zu können vor Verschwörerzirfeln zu tapitulieren. So ist es flar, daß glaubte und ebenso gegen die von der Regierung in Aussicht die bayerische Regierung nicht bloß gegen die Grundfäße der genommene Erklärung zum ReichstriminalpolizeiReichsverfassung, sondern auch gegen die allereinfachsten Ge- gese schwere Bedenken trägt, da sie eine Politit der gütfete der Vernunft und Logik aufs schwerste sündigt. lichen Berständigung mit dem Reiche über die Ausführung des Gesetzes erschwere. Diele Ausführungen der beiden bayerischen Abgeordneten erklären meit mehr als alle Ministerreben, als alle Entrüstungsrefolutionen, als alle Parteierklärungen und alle Zeitungsartikel der partikularistischen und nationalistischen Breffe in Bayern. Was nun geschieht, ist die folgerichtige Auswirkung der Gebanten, die diese beiden Parlamentarier der Bayerischen Bollspartei entwickelt haben. Das Reich steht in einem Konflitt mit Bayern, der jedes weitere Berhandeln, jeden Ausgleich ausschließt. Das offizielle Bayern hat die Rechtsgrundlagen, auf denen es selbst und fein Verhältnis zum Reich beruht, zertrümmert. Man muß an den Aufstand der Legi timisten in der Bendee während der großen französischen Revolution denken, um ein Gleichnis zu finden mit dem, was sich in Bayern ereignet hat. Sollten wir auch anzunehmen haben, daß alle für den Reichsrat Bayerns verantwortlichen Berfonen in ihrem Brivatleben ehrenwerte Männer sind, so muß doch das entrüstete Bort eines bayerischen Rechtsgelehrten an biefem Sonntag bedeutsam erscheinen, daß im Privatleben ein derartiger Vertragsbruch etwas ganz unerhörtes, daß eine Rechtsauffassung, wie sie die bayerische Regierung wagt, juristisch unfaßbar ist. Wenn auch am Dienstag der Landtag in der Brannerftraße zu bittersten Wortgefechten zusammentritt, so hat nach der Auffaffung jedermanns in Bayern nun die Reichs: regierung das Wort. Die Sozialdemokratie hofft, daß die Reichsregierung frei von jeder Schwäche handeln wird, wie es die von ihr beschworene Berfassung, wie es das Ansehen Deutschlands in der Welt, wie es die Notwendigkeit des Weiterbestehens des Deutschen Reiches erfordert. 11 Arbeitsgemeinschaft in Bayern. Nordbayern rührt sich! Einundzwanzig nordbayerische Bürgermeister haben nach einer Besprechung in Nürnberg das folgende Telegramm an den Ministerpräsidenten Grafen Lerchenfeld abgesandt: Münchener und Berliner, Zeitungen berichten, daß die beiden sozialistischen Parteien in Bayern zu einer Arbeitsgemeinhaft zufammengetreten feien und am Sonntag eine gemeinsame Sißung in München abgehalten haben. Eine derartige Arbeitsgemeinschaft besteht nicht. Die Gigung, die zu dieser Meldung Anlaß gab, war befchickt von den sozialdemokratischen Abgeordne ten des bayerischen Landtages und von unseren Parteigenossen aus dem Reichstage, die in Bayern gewählt wurden. In dieser Sizung, deren entscheidenden Beschluß der Borwärts" schon mitgeteilt hat, München, 25. Juli.( Elg. Drahtbericht.) Die bayerische offiziöse wurde ein Schreiben der Unabhängigen Landtagsfraktion verlesen, Preffe übernimmt getreulich alle Schlagworte, mit denen die Regierung die eine Besprechung über die Möglichkeit einer Arbeitsgemeinschaft ihre Berordnung im Staatsanzeiger" einleitet. Sie behauptet, daß der beiden sozialistischen Parteien im bayerischen Landtage die Reichsregierung außerstande sei, von sich aus die banerische wünschte.. Diese Besprechung dürfte in den nächsten Tagen Die am Montag abend veröffentlichte Berordnung Berordnung außer Kraft zu sehen, daß sie vielmehr lediglich das Ber- stattfinden. des bayerischen Gesamtministeriums hat in der langen danach an die bayerische Regierung stellen tönne, dem selbstVerfassungsgeschichte des Deutschen Reichs im 19. und 20. verständlich nicht entsprochen werden würde. Dies fei ein neuer Jahrhundert feines gleichen, eine Analogie für fe fann man verfassungsmäßiger" Weg, auf dem sich das bayerische Bolt seine mur im Zeit alter der deutschen Gegenfaiser finden. Es heißt Justiz und Polizeihoheit wahren fönne. Noch strupelofer geht die darin, daß das Gefek zum Schuße der Republik eine Verlegung deutschnationale und deutschvölkische Preffe vor. Hier ist nicht mehr der Grundsäße der Staatsordnung und der echten Demokratie, von der Reichsregierung, sondern von der Berliner Regierung" wie auch ein Verlassen der Grundlage der Weimarer Reichs- die Rede. Reichskriminalbeamte, die in Bayern dienstlich tätig waren, verfaffung bedeute. Diese Behauptung beleidigt nicht nur werden ,, bolschewistische Agenten" genannt. Der Kampf gegen Berlin den Reichspräsidenten, das Reichskabinett und alle Barteien wird nach wie vor mit aller Dreiftigteit als ein Kampf gegen des Reichstags mit Ausnahme der Kommunisten und der en Bolschewismus hingestellt. So heißt es in einem Aufruf ertremen Monarchisten; es ist dabei den bayerischen Födera- der Bayerischen Mittelpartei unter völliger Umfehrung der liften auch das Unheil widerfahren, daß sie das Organ des Tatsachen:„ Die unter dem verfassungswidrigen Druck der Straße und Föderalismus im Reiche, den Reichsrat, damit auf das der Gewerkschaftsnebenregierung zustande gekommenen Ausnahmefchwerste kränken. Die Vertreter aller Regierungen der Länder gefeße des Reiches zerstören die Grundlagen der Weimarer Verfassung. Bayern allein ausgenommen haben im Reichsrat für Das ehrliebende und fachlich arbeitende Beamtentum wird entrechtet Dem raubgierigen Bolschemismus bereiten sie die Bahn. dos Gesetz zum Schuße der Republik geftimmt. Ihnen werfen und in seiner Gesinnung gefnechtet. Bir fordern, daß die banerische also Graf Lerchenfeld und feine Treiber por, Staatsregierung unbeugsam ausharrt." daß sie die Grundsähe der Staatsordnung verlekt und die Grundlage der Weimarer Reichsverfassung verlassen haben. Die Umbildung der Regierungstoalition wird Es ist wie in einem Irrenhause, wo der Irre sich allein für voraussichtlich heute oder morgen erfolgen. Bemerkenswert ist der vernünftig, alle anderen Menschen für verrückt hält. Jedoch Aufruf des Bayerischen Bauernbundes, der zwar dem Ministerium wäre es noch eine Entschuldigung der bayerischen Regierung, Lerchenfeld das Vertrauen ausspricht, aber doch zum Ausdruck bringt, und derer, die sie auf diesen Weg stoßen, wenn man von ihnen daß der Bauernbund der Regierung nur auf den durch die annehmen würde, daß sie von Bahnideen besessen seien, Reichsverfassung vorgezeichneten Wegen zu folgen bereit fet, nein, sie sind sich dessen vollständig bewußt, daß sie mit Argu- b. h. auf deutsch: die bayerische Regierung wird sich, sobald sie einen menten hantierten, die niemand ernst nehmen fann. Das zeigt auch für das bayerische Vorstellungsvermögen begreiflichen Verfich schon an ihrer Behauptung, daß der Inhalt des Gesetzes faffungsbruch begeht, mit der Bayerischen Bollspartei und der Mittelund die Art feines Zustandekommens in Bayern außer partei allein auf weiter Flur befinden.. ordentliche Erregung hervorgerufen haben. Davon ift in Bayern gar nichts zu merken. Diese Behauptung Iteft man wohl in bayerisch- partitularistischen Zeitungen, die von der norddeutschen Industrie ausgehalten werden, aber die Bevölkerung lacht einfach darüber. Einundzwanzig in Nürnberg versammelte Bürgermeister der nordbayerischen Städte Nürnberg, Fürth, Würzburg, Erlangen, Bamberg, Ansbach, Schwabach, Roth, Weißenburg, Rodenberg, Dinkelsbühl, Bayreuth, Hof, Kulmbach, Roburg, Hersbrud, MarktRedwig, Kizingen, Schweinfurt, Eelb und Eichstedt stellen angesichts der Eigenart der nordbayerischen Verhältnisse an Regierung und Landtag besorgten Herzens die bringendste Bitte, nichts zu unternehmen, was das Verbleiben Bayerns beim Reich gefährden und über Reich, Land und Bolt schwerste Erschütterungen bringen fönnte. Sie bitten, morgen( Dienstag) mittag 1 Uhr, eine Bertretung zu mündlicher Aussprache zu empfangen. Als Vertretung für die Aussprache wurden bestimmt die Oberbürgermeister Wächter Bamberg, Dr. Lup pe- Nürnberg, Dr. Wild Fürth und Bürgermeister Dr. Zahn- Würzburg. 萬 Der Stadtrat Nürnberg hat gegen die Stimmen der Bayerischen Boltspartei und der Bayerischen Mittelpartei beschlossen, an den Ministerpräsidenten und an den Landtagspräsidenten Königsbauer folgendes Telegramm zu richten: Der Stadtrat Nürnberg hälf in unwandelbarer Treue zum Deutschen Reiche. Er weiß sich eins mit der gesamten Bevölkerung Nürnbergs in dem Ziele, die Reichseinheit gegen alle Angriffe zu bewahren, und er legt Berwehrung ein gegen eine lichtachtung verfassungsmäßig erlaffener Reichsgefehe. Er warnt Regierung und Landtag auf das dringendste vor einem Bruch mit dem Reiche, der die Zertrümmerung Bayerns und ein weiteres furchtbares Unheil für das Reich bedeuten würde." sich troß der begreiflichen Erregung aller unüberlegten Schritte und Der Stadtrat erläßt zugleich an die Bürgerschaft das Ersuchen, Handlungen zu enthalten. Im übrigen rührt sich bereits energischer Widerstand gegen ben regierungsoffiziöfen Verfassungsbruch im Land. Selbst die in Bayern sonst sehr genügsamen Demokraten führen eine erfreulich kräftige Sprache in ihrem Aufruf, in dem sie die Regierung warnen vor der Ratastrophenpolitit, die sie einzuschlagen offensichtlich bereit sei. Fremdenflucht aus Bayern. Das ist um so beachtenswerter, als sich nicht nur die Auch aus den führenden Provinzblättern der Bayerischen Bolts- Aus Bayern hat seit Sonntag eine förmliche Flucht der prostituierte Breffe auf das äußerste bemüht, die Bevölkerung partei, der Augsburger Bostzeitung" und dem Regensburger An- Fremben eingefeht, die sich im Laufe des geftrigen Tages noch gegen das Reich, gegen Berlin" aufzuputschen. zeiger", find heute fleinlaute und beschwichtigende Töne verstärkt hat. Alle nach Norden gehenden Züge find überfüllt, man Flammrote Blafate von ganz ungewöhnlicher Größe und zu vernehmen. Trohalledem scheint es, als ob die ehemaligen hört in ihnen alle deutschen Mundarten und viele fremde Sprachen. jedenfalls den entsprechenden Kosten rufen am straßenbelebten Ministerkollegen des Herrn v. Rahr, unterstützt durch die bekannten Sommergäste, die fich für den August angesagt haben, ziehen ihre Sonntag die Münchener zur Volfsabstimmung" auf. Tat- inoffiziellen Kräfte vaterländisch gesinnter Kreise", ihre Sabotage. Bestellungen telegraphisch zurück. Die Besorgnis vor schweren ichlich freilich nur zu einer Bersammlung, in der gegen die politit am Reich so lange fortzusetzen gedenken, bis ihnen die republi- inneren Ereignissen macht Bayern zu einem von allen Weimarische Berfassung, für die Aufrichtung eines fanisch gesinnte Bevölkerung Bayerns und des ganzen Reichs noch nichtbayern gemiebenen Land, und wenn es so weiter geht oder neuen föderalistischen Deutschen Reichs Stimmung gemacht deutlicher als bisher den Ernst der Lage zum Bewußtsein gebracht wenn sich die Dinge gar noch weiter zufpitzen, wird Bayern bald haben wird. von Fremden fast vollständig leer sein. wird. " 1 Die Pfarrer machen„ Erregung". Gibt uns die Republit frei, so foll unser Dant sein: mit aller Kraft für die deutsche Republik zu arbeiten, damit sie allen Feinden Die Bayerische Boltspartei hat am 16. Juli An sämtliche und Anschlägen zum Troß nach innen und außen gefestigt werde, Herren Pfarrvorstände" ein Rundschreiben gerichtet, in dem zur zum Wohle des deutschen Boltes. Maffenfabrikation von Protesterklärungen gegen die Reichsgesetzgebung aufgefordert wird. Darin heißt es: Es ist nicht dringend notwendig, daß zu diesen Versamm lungen die ganzen Gemeinden bis zum letzten Mann herangezogen werden; es genügt vielmehr, wenn ein kleinerer Kreis ( 15 bis 25 Mann) feine Bustimmung zu der zu fassenden Ent. schließung gibt( jedoch je mehr, je besser). Die Refolutionen sollen möglichst furz, nachdrücklich und im Terte verschieden gehalten werden; z. B.„ Nieder mit den Schandgelegen, wir fordern von der Regierung unbedingte Ablehnung usw." Hurra die Armee! Stolz weht die Fahne... In der Roten Fahne" schwärmt Friedrich Leonid" von Möge dieser Appell an die Humanität, diese ernste, ehrliche Rußlands schimmernder Wehr: Willenskundgebung für die Republit, die das innerste, politische Heute ist die Rote Armee eine unüberwindliche Stütze der Denken und Fühlen fast aller proletarischen, politischen Gefangenen Sowjetmacht. Heute ist sie der Schrecken aller Randstaaten. Heute zum Ausdruck bringt, in den Herzen aller freiheitlichen Republikaner haben auch die großen fapitalistischen Staaten vor ihr allen Respekt. Ja, die Rote Armee ist heute die stärkste Armee der Welt. recht starken Widerhall finden. Deutsche Republikaner! Laßt auch uns in der Stunde der Gefahr in eure geschlossenen Reihen eintreten. Es lebe die Republik! Als Unterschriften wollen gewählt werden: Eine start be- An die Lehrerschaft aller deutschen Schulen! oder fuchte Versammlung der Bayerischen Volkspartei in eine start besuchte Bersammlung nationalgesinnter Männer der Gemeinde X. Selbstverständlich dürfen die Unterschriften der Bürgermeister oder Obmänner nicht fehlen. Euer Hochwürden werden gebeten, Ihre ganze wertvolle Kraft in den Dienst der guten Sache zu stellen, möglichst sofort Bersammlungen einzuberufen und entsprechende Entschließungen an das Bureau der Bayerischen Volkspartei( Adresse wie oben) abgehen zu lassen. Ist das nun auch noch„ chriftliche" Politit, oder ist das nicht gemeinster Schwindel und Volksvergiftung? Was gedenkt das Zentrum gegen das reichszerstörende Treiben der Bayerischen Volkspartei zu unternehmen? An die Republik. Ein Brief aus dem Gefängnis. Folgender Brief, der die Gesinnung vieler gefangenen Opfer des kommunistischen März Putsches pon 1921 ausspricht, ist uns zugegangen: Der grauenvolle Meuchelmord an Dr. Rathenau, der in brutaler Offenheit die Absichten gewiffenlofer, reattionärer Kreise, mit den gemeinsten Mitteln die deutsche demokratische Republik zu beseitigen, enthüllt, hat auch in uns politischen Gefangenen tiefste Kollegen! Junge Leute, kaum der Schule entwachsen, und Gymnasiaften im Knabenalter, haben unter dem Einfluß einer zügellosen Verhegung und in blindem Unverstand dem gegen führende Geister unferes Volkes organisierten Mord ihre Dienste geliehen und unserem Baterland unerfehlichen Schaden zugefügt. Wer trägt die Berantwortung für die Häufung dieser Untaten? Die öffentliche Meinung gibt uns Lehrern die Schuld an der Verbreitung jenes Geistes, der zur Wahnsinnstat führte. Und wenn man uns die Anfloge ins Gesicht schleudert, müssen wir schweigen, denn sie ist begründet. Euch war eine Jugend anvertraut, die aufgewachsen war unter habt Ihr getan, um sie wieder zu staatlicher Gesinnung und zum Bemußtsein von der Unverleßlichkeit und Heiligkeit der Gesetze zu er ziehen? Taufende von Euch: Nichts! Was habt Ihr nach dem Erzberger- Mord, dem aberdugendsten einer fortgesetzten Kette politischer Morde, getan, um die anvertraute Jugend von dem unheilvollen Jrrwahn politischer Kinder und Narren frei zu machen, als fönnten Ideen durch Meuchelmord bekämpft werden? Taufende von Euch: Nichts! Vor dem Kriege und auch heute noch ist es üblich, Armeen miteinander zu vergleichen, indem die Zahl der Mannschaften, der Offiziere, der Kanonen, der Maschinengewehre, der Flugzeuge des einen Staates der entsprechenden Zahl vom anderen Staate gegenübergestellt werden. Ein einfaches Rechenerempel. Tun wir das mit der Roten Armee, so wird sich zeigen, daß sie die zahlenmäßig größte Armee ist, daß ihre Ausrüstung sich mit der anderer Armeen wohl messen kann. Denn Sowjetrußland hat aus eigener Kraft alle notwendigen Waffen für seine Armee geschmiedet, jogar Tants und Flugzeuggeschwader. Da es an Blaufreuzbomben gewiß auch nicht fehlt, kann nun niemand mehr daran zweifeln, daß in Sowjetrußland alle Ideale des Sozialismus erfüllt sind. Dollar etwa 500. Am Berliner Devisenmarkt herrschte heute faft völlige Gea schäftsstille. Die Börse mißt dem Konflitt mit München feine große Bedeutung bei. Man nimmt an, daß er bald beigelegt sein werde. Hinsichtlich der Moratoriumfrage machte sich eine opti mistische Auffassung geltend. Der Dollar, der in den Bormittagsstunden mit 501-503 gehandelt wurde, unterlag an der Börse nur sehr geringen Veränderungen. Er stellte sich nach Ablauf der ersten Börsenstunde auf 497-499. 2m Effettenmarkt war das Ges schäft ziemlich lebhaft. Jugoslavische Reparationsansprüche. Empörung machgerufen. Auch wir als Angehörige der Arbeiter Eltern von der Notwendigkeit der Achtung vor der Autorität des zu 1922 mit 72 Millionen Goldmart schon vollständig erschöpft. Sie Tausende von Euch: Nichts! Was habt Ihr getan, um die mißleiteten Kinder fanatischer klaffe, die die mächtigste und zuverlässigste Stütze der Republik iſt, Recht bestehenden Volksstaates zu überzeugen und sie mit der Repuwollen durch diese Zeilen unseren ehrlichen, ernsten, tatbereiten blit, der Ihr zu dienen verspracht, geistig zu versöhnen? Willen, ám Auf- und Ausbau, an der Festigung der Re= publif mitzuarbeiten, zum Ausdruck bringen. Wir wollen trotz unserer Abgeschlossenheit von der Außenwelt nicht abseits stehen bei den umgezählten Massenfundgebungen für die Republik. Wir wollen vor allen Dingen allen freiheitlich gesinnten, ehrlichen Republikanern entgegenrufen, daß auch wir trotz unserer früheren Bergehen, für die wir schon 1½ Jahr büßen, bereit sind, schützend für die Republik einzutreten; wir wollen hauptsächlich hierdurch die immer noch bestehende Meinung, wir seien Feinde der Republik, weil wir in politischer Berirrung die Republik gefährdet haben, zerstören. Wohl haben wir durch unsere Beteiligung am März Aufft and 1921 gegen die deutsche Republik uns vergangen, aber in der festen Zuversicht, das Beste für die leidende Menschheit zu tun. Daß man unseren politischen Idealis mus mißbraucht hat, ist der Deffentlichkeit zur Genüge befannt. Niemals haben wir uns aber derart verbrecherischer, gemeiner Mittel bedient, wie sie heute die Kreise benußen, die anläßlich des März Putsches uns nicht scharf genug verurteilen fonnten. Die Not und das Elend unserer Angehörigen steigen ins un erträgliche; wir möchten durch unsere Arbeit besonders die zahlreichen Familienväter-die Not lindern. In der Fülle unserer Echaffenstraft müßig zusehen müssen, wie unsere Angehörigen, die Familien, besonders die Kinder, ihres Ernährers beraubt, darben und leiden, das ist bitter und wirkt auf Geist und Körper verheerend. Wir hoffen, daß nunmehr auch auf uns das Grundgesez jedes wahren demokratischen Staatsmefens, die Humanität, Im Gegenteil: Zahlreiche Amtsgenossen an Bolts-, Mittel- und Hochschulen haben statt deffen durch eigenes schlechtes Beispiel in und tenden Männer und ihrer Farben in die allzu empfängliche Jugend außer der Schule den Geist der Mißachtung der Republik, ihrer leitenden Männer und ihrer Farben in die allzu empfängliche Jugend hineingetragen, und damit den Geist der Gesezesmißachtung, der zum Mord führte. Sie mußten wissen, daß die monarchistische Propa. ganda, der sie sich oft hemmungslos ergaben, lehthin zum Bürgerfrieg und zum endültigen Untergang des Baterlandes führen muß; und brachten doch nicht die Selbstzucht auf, von ihrem Heggelüfte zu laffen! Sie flagen wir an der schweren Verfündigung wider ihr eigenes Bolt. Möchten sie doch, wenn sie sonst in Krieg und Nieberbruch nichts gelernt haben, jetzt endlich schweigen lernen! von Vorwürfen freisprechen, die Ihr, innerlich auf dem Boden des Aber auch Euch, Ihr republikanischen Kollegen, fönnen wir nicht neuen Staates stehend, aus Aengstlichkeit und unzeitgemäßer Zurück haltung und tausend fadenscheinigen Gründen bisher unserem Bunde fern geblieben seid! Wie viele Köpfe des geistigen Deutschland sollen noch fallen, bis Ihr wachgerüttelt werdet? Wie tief muß unser Baterland noch ins Glend finten, bis Ihr den Platz findet, wo Ihr hingehört? Denn durch Euer Beispiel müßt Ihr wirken, bei Kollegen wie Schülern; fein besseres Mittel gibt es, als die hoffnungslose Erkenntnis ihrer Ohnmacht und Minderzahl, um jene Unfeligen von ihrer Berblendung zu heilen, die sich anmaßen, ihre Eigenmeinung über Gesetz und Verfassung stellen zu dürfen! Darum herein mit Euch in unsere Reihen, zu ehrlichem und männlichem Bekenntnis zur deutschen Republik! Der Vorort Freiburg des Republikanischen Lehrerbundes: Für die Hochschule: Die jugoslawische Regierung hat ihre Reparationsansprüche für hat infolgedessen den Inhaber eines jugoslawischen Bankhauses, Boschtowiz, nach Baris entsandt, damit dieser mit der Reparationsfommission darüber verhandle, ob die jugoslawische Regierung nicht schon für 1923 Reparationsansprüche stellen kann. Die Reparations fommission bewilligte Jugoslawien für 1923 die Ansprüche auf rollendes Eisenbahnmaterial, während über die übrigen Ansprüche noch Berhandlungen schweben. Die Verteilung der Mandate". London, 25. Juli.( EP.) Der Bölferbundrat hat gestern nach mittag endgültig das franzöfifche Mandat über Syrien und das engliche über Palästina ratifiziert. Parteitag der APD. In Anbetracht der politischen Lage und tutive in Verhandlungen getreten, den deutschen kommunistischen der voraussichtlichen Berschmelzung der beiden sozialdemokratischen Parteien ist die KPD., wie die„ Rote Fabne" meldet, mit der ExeBarteitag noch vor dem 4. Weltkongreß in Moskau bereits Anfang Oktober nach Halle einzuberufen. Krach unter fächsischen Kommunisten. Die Bezirksleitung Westsachsen der KPD. hat erklärt, daß die Zustimmung der kommunistischen Landtagsfraktion zum Gesamtetat gegen den Beschluß des Landesvorstandes erfolgte, der die Bewilligung des Etats von der Verabschiedung des Amnestiegesetzes abhängig machte. Da dies nicht geschehen sei, stelle die Zustimmung zum Etat einen schweren politischen Fehler dar. Die Bezirksleitung Westsachsens spricht die Erwartung aus, daß die Zentrale der Partei die notwendigen Maßnahmen gegen die Fraktion einleite. Anwendung finden möge, denn Rachepolitik gegenüber politischen Prof. Dr. Heiß. Prof. Dr. Rost. Prof. Dr. v. Schulze- Gävernig. Teiles der mittleren Beamtenschaft und der Beamtenanwärter im Gegnern und besonders solchen, die gar keine mehr sind, betreibt doch die deutsche demokratische Republit nicht. unsere Freilassung fann Not und Elend gelindert, die Sehnsucht nach unferen Lieben daheim befriedigt werden. Am Schultor. Bon Ernst Grau. Es war am letzten Schultage vor den großen Ferien. Hoch oben im Norden der Stadt. In einer jener grauen, schmucklosen Straßen, deren farblose Eintönigkeit das Leben ihrer Bewohner miderspiegelt. Eben schlug es von einem Kirchturm zwölf. Langfam verklang der Schall des letzten Glockenschlages. Da öffnete sich auf der andern Straßenseite das große Schaltor, und wie ein lebendiger Quell drängte ein wilder Kinderschwarm lärmend ins Freie. Für die Mittelschule: Die Hakenkreuze im Provinzial- Schulfollegium für die Provinz Brandenburg. Befremden erregen muß das Verhalten eines großen Tage der Er. mordung Rathenaus wurde dort das Hafenkreuz und das fchwarzweißrote Bändchen ostentativ zur Schau getragen. Nach der Ermordung sind diese Abzeichen verschwunden; find die Herren so plöglich Republikaner geworden? Prof. Breusch. Prof. Ederle. Direttor Dr. Hausrath. Für die Volksschule: Hauptlehrer Dorsner. Hauptlehrer Hipp. Hauptlehrer Raus. Expeditionen nach geeigneten Punkten ausgeschickt haben. Auch von wir nicht haben, aber dafür buchstäblich mit Papiergeld aufgewogen unferer Potsdamer Sternwarte sind einige Gelehrte unterwegs, die in wird. Und Argentinien erstidt unterdessen in seinem Biehreichtum. Gemeinschaft mit holländischen Kollegen auf der Weihnachtsinsel bei In Buenos Aires wird das Pfund gutes Rindfleisch zu zwanzig, Java( so genannt, weil das Infelchen einmal an einem Weihnachts- Kuhfleisch zu sieben, bestes Schweinefleisch zu vierundzwanzig Centitage entdeckt wurde) die verfinfterte Sonne photographisch aufnehmen mes Papiergeld verkauft. Im Innern, wo die Biehherden nach Zehn. wollen. Gelegenheit zu der Reise gab die Ueberbringung der Aus- tausenden zählen, werden für das Kilogramm Fleisch zehn Centimes rüstung, zweier Fernrohre, photographischer Objektive usw. von den verlangt. Das lebendige Stück Vieh wird verschenkt unter der Be Zeiß- Werken für die Sternwarte zu Bandong bei Batavia. Die dingung, daß der Erwerber das Fell zurückgibt. Vielfach geht Vieh Die zugrunde, weil das Futter nicht mehr ausreicht. So will es die totale Berfinsterung wird nur sechs Minuten dauern. Crpositionszeit des einen Instruments dauert eine halbe Minute, fapitalistische Weltordnung, die den kapitalistischen Krieg und die die des anderen eine bis anderthalb Minuten. Man hofft also auf tapitalistischen Friedensverträge erzeugt hat. zehn oder mehr Aufnahmen, vorausgesetzt, daß flares Wetter ift. Neben den sonst üblichen Beobachtungen bei Sonnnenfinsternissen interessiert diesmal vor allem die Feststellung des sogenannten Einstein- Effekts, d. h. der Frage, ob die Lichtstrahlen der Anziehungsfraft unterliegen. Der Stern Beta in der Jungfrau steht zur Zeit der Berfinsterung der Sonne ziemlich nahe. Die Strahlen, die von diefem Stern zu uns gelangen, müssen an der Sonne vorbei. Sind fie dabei dem Gesetz der Schwere unterworfen, so müssen sie etwas abgelenkt werden, und der Stern wird dann auf der photographischen Platte gegen seinen richtigen berechneten Ort ein wenig verschoben Jetzt mischten sich auch die Herren Lehrer und die Fräuleins" zu sehen sein. Es handelt sich aber um sehr fleine Verschiebungen, unter das junge Bolt. Da gab es nun manchen herzlichen Hände- die vielleicht nur den zwanzigsten Teil eines Millimeters betragen. druck, manch frohes Geleitwort für fröhliche Ferientage. Manche Schon bei einer früheren Sonnenfinsternis hat man solche Messungen Männerhand strich voll väterlicher Güte über die herandrängenden versucht, die aber nicht einwandfrei waren. Es gibt auch unter den Blondköpfe. Und man sah es diesen Männern an, wie gern sie 2stronomen solche, die derartige Verschiebungen, wenn sie wirklich noch einige Minuten inmitten der Jugend standen, dieser Jugend, eintreten, auch anders erklären, z. B. als Folge der Abkühlung, die deren Heranbildung in ihre Hände gelegt war. Männer, die bei einer Sonnenbedeckung eintritt. wußten, daß sie für eine heranwachsende Generation verantwortlich Ich blieb stehen und sah dem lebhaften Treiben zu. Etwas Freudiges lag in allen Augen. Ging es doch in die Ferien, in endlos scheinende Wochen von Freiheit und Spiel. Fast alle waren sie barfuß, die fleinen Burschen und Mädel. Die Zeiten sind hart. Besonders hart für finderreiche Familien. Da mochte es in manchem Elternhaus taum zum Essen und Trinken reichen. maren. Fridericus Reg vor dem Staatsgerichtshof. Infolge des von uns bereits gekennzeichneten Fehlurteils der Filmnoberprüfstelle sind die in Doch es gab auch andere unter ihnen. Würdig scheinende, stoc. verschiedenen Orten und Ländern ergangenen polizeilichen Verbote gerade aufgerichtete Männer mit unfreundlichen Gefichtern. Sie des Films nunmehr hinfällig geworden. Die betroffenen Firmen fahen nicht, daß sich auch ihnen manche Kinderhand entgegenstredie. Ministeriums die Klage beim Thüringischen Oberverwaltungsgerichts und Theaterbesitzer haben daher gegen das Verbot des thüringischen Geradeaus blickend, ohne auch nur eine Sefunde stehenzubleiben, hof Jena und gegen das Verbot des badischen Ministeriums des faum ein gnädiges Kopfniden spendend, gingen sie ihren Weg. Be- Innern Klage beim Verwaltungsgerichtshof Karlsruhe erhoben. Die amte, seelenlose Körper, die ihr Pensum abgesessen und nun auch Schaumburg- Lippesche Landesregierung hat dagegen eine Beschwerde nach Hause gingen. Denn sie hatten ja ihre Pflicht getan. Ich an den neuen Staatsgerichtshof in Leipzig verwiesen, weil fe ihr fonnte mir sehr gut vorstellen, wie diese Herren Unterricht erteilen. Berbot auf die Verordnung zum Schuße der Republit" begründet Gefangouchverfe und Geschichtstabellen eindrillen. Die alte gute" hatte. Die Angelegenheit fann damit endlich als das beurteilt werZeit verherrlichen. Von der erdolchten Front sprechen. Und in der den, was sie von vornherein war: als politisch. Gefangstunde Deutschland, Deutschland über alles" trainieren. Es waren lehrreiche Minuten für mich. Und ich freute mich schließlich doch, als ich mit Genugtuung feststellen konnte, daß die wahren Jugendbildner in der Mehrzahl maren. Mögen sie die Beamten" bald ganz verdrängt haben. Die Einstein- Expedition nach der Weihnachtsinsel. Die nächste Sonnenfinfternis am 20. September, die in Australien, dem Sundagebiet usw. eine totale sein wird, beschäftigt die Astronomen Eng lands, Auftraliens, Amerikas und anderer Länder, die besondere Gewitter. Ueber dem Lande ballen Gewitter. Der Wind springt scharf. Sonne persteckt sich. Und leiser der Bögel Gefang. Erste Blige bluten. Donner rollt dumpf. Hart fällt der Regen. Rote Radler: Schnelle Boten! Rote Radler: Eile! Eile! Rote Radler: Schneller Befehl! Schon vorbei. Die Luft weht frisch. Sonne tommt wieder. Helle Lieder. Fruchtbar dampfen die Felder. Und Rotmohn um freie Stirnen! Mar Dorta von Marées im Bibliothelsaal des Neapler Aquariums ausgeführt hat, find Marées' Neapler Fresken. Die berühmten Wandgemälde, die Hans durch die Entscheidung des italienischen Gerichtes wieder deutsches Eigentum geworden. Der Sohn des Auftraggebers des Künstlers, Wolf Dohrn, Dr. . Dohin, erhält die im Kriege von der Gemeinde Neapel beschlagnahmte Anstalt und damit auch die Fresken zurüd. 44. Deutsche Ausstellung für das gesamte Lichtbildwefen. Der Deutsche Photographenverein veranstaltet in Gemeinschaft mit anderen Störperschaften in der Zeit vom 20. September bis 8. Dftober in Leipzig eine Ausstellung für Photographie und Kinematographie. Interessante und wertvolle Sammlungen, ein in Betrieb sich befindliches Musteratelier mit allen zugehörigen neuzeitlich ausgestatteten Arbeitsstätten, vornehme ein Vorführungs und Wohnräume mit passender Bildaufmachung, Rinoraum mit 400 Sipplägen, belehrende Vorträge und Lehrkurse, Preiswettbewerbe mit Ehren-, Wert- und Geldpreisen ausgestattet, sollen Ausführliche Prospekte weite Streise für das Unternehmen gewinnen. berjendet die Geschäftsstelle der Ausstellung„ Das Lichtbild"," Leipzig Dittrichring 1. Europas Nof Argentiniens Ueberfluß. In der Wiener ,, Arbeiterzeitung" lesen wir: Als wir noch mit Bruden gefüttert wurden und unser Brot" in der Hauptsache aus Baumrinde, Holzmehl und echten Roßlastanien bestand, wußte Argentinien nicht, was es mit seiner Ueberproduktion an Getreide anfangen sollte und die goldgelben Maiskolben wurden in den Fabriken und auf den Lokomotiven zur Feuerung verwendet. Das war während des Krieges. Heute sind mir nicht mehr durch Kriegsschiffe blockiert, die Trans portschiffe, die zahlreicher find als vor dem Krieg, sind nicht mehr für Kriegszwecke mit Beschlag belegt. Trotzdem find wir fortwährend von Hungersnot bedroht, für unsere Kinder und Kranten ist feine Milch da, das Fleisch ist so selten, daß es zwar nicht mit Gold, das teilen sich die Erbschaft. Die Erbschaft des Goethehauses. Das von Fräulein M. Heyden in Effen hinterlassene Testament, das der Goethegesellschaft ihr Vermögen im Werte von etwa 12 Millionen Mark vermachte, ist vom Landgericht Essen als gültig anerkannt worden. Goethehaus und Goethegesellschaft in Beimar Vor der Londoner Konferenz. Es wird mit jedem Tage offenbarer, daß sich Poincaré durch feine Stellungnahme bor der Rückkehr des Garantiefomitees aus Berlin in eine Sadgasse verrannt hat, aus der herauszukommen er jetzt einige Mühe hat. Der französische Ministerpräsident vergaß, daß er nicht mehr Leitartikler des„ Matin" ist, als melcher er die Berfehlungen" und den„ betrügerischen Banterott" Deutschlands der Welt denunzieren fonnte, ohne daß sich daraus irgendwelche internationale Romplikationen ergaben. Als Regierungschef eines großen Landes hat man andere Verantwortungen. Wir sind übrigens überzeugt, daß der französische Ministerpräsident in der geringfügigsten innerpolitischen Frage weit vorsichtiger handeln würde als in der Reparationsfrage, unter deren Wirkungen die ganze Welt seit Jahren leidet. werde. Nun will es Poincaré nicht so bös gemeint haben, zumal der Bericht der Garantiefommission nicht seinen Erwartungen entspricht. Er läßt durch die Pariser Presse in allen Tonarten erklären, daß er ein Mann sei, der durchaus mit sich reden lasse, wenn er natürlich auch in keiner Weise die berechtigten Interessen Frankreichs opfern Zu der für den 1. August in London vorgesehenen Zusammenfunft zwischen Poincaré und Lloyd George will der" Temps" wissen, daß auch je ein Vertreter Italiens und Belgiens daran teilnehmen werden, ohne daß diese Zusammenkunft den Charafter einer Gigung des Oberster Rats haben werde. Auch in dieser verengten Erweiterung der Zusammenkunft drückt sich die Politit Poincarés aus. Sollte man aber nicht schließlich auch in Paris dahinter kommen, daß das Reparationsproblem weder mit Advokatentniffen noch mit journalistischen Bolemiten gelöst werden kann? Paris, 25. Juft.( EP.) Es verlautet in offiziellen Kreisen, daß die belgische und die italienische Regierung noch nicht mitgeteilt haben, ob sie an der Londoner Konferenz sich zu beteiligen wünschen. Man erklärt, daß das Garantiekomitee seinen Bericht über seine Mission in Berlin erst Mittwoch oder Donnerstag einreichen werde. Die Reparationstommission werde einen endgültigen Beschluß über das Moratorium nicht vor dem 15. August fassen. Oesterreichischer Sanierungsversuch. Das Fest der Nationen. Bom 22. bis zum 25. Jufi feiert der Arbeiter Turn- und annähernd 130 Angestellte, unterhält eine Verbandsschule zur AusSportbund in Leipzig sein erstes Bundesfest. Schon der bildung von Borturnern. erste Tag offenbarte eine Kraft der Arbeiter- Turn- und Sportbewe= gung, die Bewunderung abnötigt. Das Fest hätte sich zu einem gefchichtlichen Ereignis für die gesamte Arbeiterbewegung auch dann gestaltet, wenn es nur dem Spiel auf dem Rafen gelten würde; denn es ist junge Bolfstraft der Arbeit, die hier zum ersten Male aus dem ganzen Reiche zusammenströmte. Und es gab noch kein Turnfest in der Welt, das annähernd die Beteiligung aufwies, wie dieses Bundesfest der Arbeiterturner und sportler. Der Zuftrom an auswärtigen Gästen übertraf alle Erwartungen. Ein Meisterstück der Organisation. " die Gegenfäße hin, die zwischen der alten militärischen Ausbildung Als Vertreter der Reichsregierung wies Genosse Schulz auf und dem Sport unserer Tage bestehen. Die Vertreter des Boltssports widmen sich der törperlichen Gefundung der Boltsgemeinschaft. Gie verfolgen nicht das Ziel, Menschen auszubilden für Kriegszwede. Das Reich hat leider nicht allzuviel für die edle Sache des Volks= sports tun können, aber der Sport hat sich selbst geholfen und hat in den letzten Jahren eine Entwicklung genommen, die zu den beften Hoffnungen berechtigt. Es sprachen dann nach dem Leipziger Oberbürgermeister noch eine Reihe ausländischer Bäst e. Der Zug der Massen. Ueber 100 Extrazüge führten die Festteilnehmer aus Deutschland heran. Schon am Freitag trafen etwa 80 000 Gäfte in Leipzig ein. ununterbrochen ging der Zustrom bis Sonntag vormittag. In Ertra: das zeigte sich am Sonntag bei den Fast zügen der Turner und Welche Auswirkung das Fest in der arbeitenden Bevölkerung hatte, zügen tamen auch die Besucher, die nur Publitum" fein Sportler. In den Straßen, die von den Festzügen berührt wurden, wollten. Ein Meisterstück in der Organisationskunst hat die Festleitung geleistet in der Unterbringung und Verpflegung der hatte sich schon Stunden vor der festgesetzten Zeit eine vielhundertMassen. Die besondere Bedeutung bekam aber das Fest durch seinen tausendföpfige Menge angesammelt. In allen Straßen waren primis internationalen Charakter. Es wäre fein besonderes Ereignis ge- tive Schaubühnen ausgestellt aus allen möglichen Geräten. Auf wesen, wenn zum Feste ausländische Vertretungen und Deputationen Baugerüften, Bretterplanken, Laternenpfälen und Dächern waren erschienen' wären. Hier aber famen wirkliche Massen ausländischer Menschen, die die Turner sehen wollten. Es wurden drei Festzüge Arbeiter zu Gaste. Es tamen viel mehr, als sich angemeldet hatten. Die Turner und die übrigen Sportler wurden im Norden und im gebildet. Die Radfahrer zogen von der Mitte aus zum Festplatz, Die Schweiz allein schichte 1100 Turner und Turnerinnen, die Genoffen aus der Tschechoslowakei tamen in 12 Erirazügen. Die belgischen Arbeiterturner waren durch 100 Genossen vertreten. Holländer, Dänen, Schweden, Amerikaner famen zum Feste. Nicht nur als Zuschauer, sie wetteiferten im Sport mit ihren deutschen Brüdern. Ein Wettkampf der Nationen unter der Parole: Nie wieder Krieg! Es war nicht nur ein internationales Fest der Turnerei, es war auch eine Rundgebung internationaler fozialistischer Solidarität. Als zum Abschluß der Begrüßungsfeier der Leipziger Boltschor die Dirigent sich mit auffordernder Geste an die Versammlung wandte, Internationale fang, bei dem Refrain der letzten Strophe aber der da loberte mit urgewaltiger Kraft das Flammenlied auf: Bölker hört die Signale, Auf zum letzten Gefecht, Die Internationale erfämpft das Menschenrecht. Es fangen Tschechen, Schweizer, Holländer, Dänen, Schweden, Amerikaner und Deutsche. Die Internationalität war hier fraftvolle Wien, 25. Juli.( WTB.) Im Nationalrat machte gestern der und blutwarme Wirklichkeit. Diese Internationalität wurde beträfMinister des Acußern die offizielle Mitteilung von der durch die tigt im tagelangen fameradschaftlichen Zusammensein und ZuReparationskommission beschlossenen Aufhebung der Pfand- sammenwirken der Turngenossen. rechte auf eine Reihe österreichischer Attiva und stellte fest, daß Die Entwicklung des Arbeiter- Turn- und Sportbundes die Freigabe Desterreich die Möglichkeit gebe, die faktische Durchführung des neuen Notenbankgesetzes in Angriff zu nehmen und auch eine Plattform für Verhandlungen über eine auswärtige Anleihe schaffe. Die von der Reparationskommiffion an die Freigabe der Aktiva für die Errichtung einer Notenbank geknüpfte Bedingung sei erfüllt, sobald der vorliegende Gesezentwurf über die Errichtung der Notenbanken vom Nationalrat ohne Abänderung angenommen fein werde. Der Nationalrat erledigte dann die restlichen zum Finanzprogramm der Regierung gehörigen Vorlagen, darunter die Zolltarifnovelle, das Ausfuhrabgabengesez, das Beamtenabbaugesetz und eine Reihe von Gesezen, die bisher erst in zweiter Lesung angenommen worden waren, darunter das Notenbankgesetz, das Zwangsanleihe gesetz und die Verbrauchssteuernovelle. Bundeskanzler Seipel gab eine ausführliche Darstellung der von der Regierung bereits durchgeführten und für die nächste Zeit eingeleiteten Ersparungsmaßnehmen. Der Finanzplan der Regierung ist nunmehr parlamentarisch erledigt. Das Haus trat die Ferien an. Bonomis Schwierigkeiten. Rom, 25. Juft.( E. E.) Nachdem Orlando feine Mission in die Hände des Königs zurückgelegt hatte, besprach er sich mit dem Kammerpräsidenten Nicola. Dieser riet ihm, Bonomi die Bildung des neuen Kabinetts anzuvertrauen. beurteilt. Süden aufgestellt. Die ungeheuren Maffen in einem Zuge nach dem Festplaz zu führen, war technisch unmöglich, denn schon die Hälfte der Teilnehmer bildete einen Zug, dessen Vorbeimarsch annähernd 2 Stunden in Anspruch nahm. Dabei marschierten die Turner in werten Stodungen nicht tam. Auf dem Auguftusplay trafen die Achterreihen, hielten auf straffe Ordnung, so daß es zu nennensbeiden Züge zusammen, vereinigten sich zu Sechzehnerrelhen und marschierten in dieser breiten Gliederung eine furze Strecke, um sich wieder zu trennen. Gewaltig war der Eindruck, als die Züge zuviele hundert Fahnen mitgeführt, Embleme der Landsmannschaften fammentrafen und der breite Strom dahinwogte. Im Zuge wurden und Nationalitäten. Die Zahl der am Zuge Beteiligten und die Zahl der Zuschauer auf den Straßen läßt sich nicht annähernd schätzen. * Turnerisch hat das Feft seinen Höhepunkt erreicht in den Maffenübungen, die am Sonntag nachmittag auf dem Festplatz aufgeführt wurden. Zu den Massenfreiübungen hatten sich 16 000 Turner gemeldet. Für 16 000 Freiübungsturner war auch der Blaz aufgeteilt. Es zeigte sich schon am Sonnabend früh, daß Taufende von Turnern über die angemeldete Zahl hinaus fich an den Massenübungen beteiligen wollten. Diese über alle Maßen große Beteili Der Bundesvorsitzende Gellert schilderte in flüchtigen Umriffen gung an den Freiübungen läßt auch einen Vergleich zu zwischen die Entwicklung des Bundes. Auch die Turn- und Sportorganisa- diefem Bundesfest der Arbeiterturner und den Turnfesten der deutbem fieghaften Vorwärtsdrängen der Idee der Arbeiterbewegung auf feste gefeiert, die in der Welt zustande tamen. Ihre höchste Steigetionen der Arbeiterschaft legt Zeugnis ab von der Schöpferkraft und schen Turnerschaft. Die deutsche Turnerschaft hat die größten Turnallen Gebieten. 1893 murde der Bund gegründet mit etwa 4000 An- rung haben diese gefunden in dem Leipziger Fest im Jahre 1913. hängern im ganzen Reiche. Bis zum Kriegsausbruch stand er im Damals traten noch nicht 13 000 deutsche Turner zu den Massenbittersten Kampfe gegen die preußisch- deutsche Reaktion. Ueber 200 übungen an, bei den Arbeiterturnern hätten es am Sonntag 20 000 Arbeiterturnvereine wurden für politisch erklärt und Borturner warf fein können, wenn der Raum zur Verfügung stand. Die Massenman ins Gefängnis, weil sie deutsche Jugend im Turnen unterrichten übungen felbft waren in ihrem Plane und ihrer Durchführung ein wollten. Der Bund hat sich behauptet und stieg, trotz aller Wider- technisches Meisterwerk und zwangen alle Zuschauer zur Bewundestände, zu einer machtvollen Organisation schon vor dem Kriege rung. Die Freiübungen der Turnerinnen zeigten den Fortschritt im empor. Der Krieg sentte die Kurve seiner Entwicklung gewaltig. Damenturnen. Von besonderem Interesse waren die Freiübungen Sie schnellte aber nach der Revolution wieder mit einer Kraft auf der Sportler und die Nacktfreiübungen der sächsischen Turner. Hier wärts, die nicht allein zu erklären ist durch den allgemeinen Auf- war eine Andacht jugendlicher Kraft und Schönheit. Außer diesen fdmung der Sportbewegung Hier wirften noch andere Ursachen Maffenaufführungen entfalteten fich an allen Festtagen auf den mit: die viele Tausende von Arbeitern, die vorher in der Deutschen großen Plätzen und auch im Wasser lebhafter Sport. Die ArbeiterTurnerschaft waren, hatten erfannt, daß man auch als Turner und turner und sportler haben bewiesen, daß sie auch technisch auf der Sportler der Arbeiterfache dienen muß. Die Mitgliederzahl des Höhe find. Bundes ist angewachsen bis auf annähernd 1 million. Der Bund Die bewegende Idee des Festes aber war die internationale gibt 6 Zeitungen heraus, befiht das größte Spezialvertaufshaus für Kameradschaft, war der Gedante der Gemeinschaft zwischen den Turn- und Sportausrüstung, beschäftigt in feinem Geschäftshaus I sozialistischen Arbeitern aller Länder. Eine aristokratische Ehetragödie. Er wollte die Frau gleich mitnehmen". Eine Ehetragödie endete gestern abend in dem Hause Howaldstraße 6 mit dem noch nicht ganz aufgeflärten Tode des Oberleutnants a. D. Freiherrn Walter von Stillfried und Ratteniz aus der Begasstr.&. Die Mordkommission beschäftigt sich mit der Angelegenheit. Im Warenhaus A. Wertheim. Die Firma A. Wertheim benuht jede Gelegenheit, um ihre realHonäre Gesinnung gegenüber den Betriebsräten zu betätigen. An die Demonstrationen zum Schuße der Republik schloß sich der Verfuch, ein Betriebsratsmitglied der Filiale Morigplatz zu maßregeln. In parlamentarischen Kreisen sind die Ansichten über die MögWährend man sich hier wenigstens bemühte, wenn auch ohne Erfolg, lichkeiten eines Kabinetts Bonomi mehr als geteilt. Einerseits erklärt die Zustimmung des übrigen Betriebsrates zu erhalten, ging man in einem anderen Fall, Leipziger Straße, rascher zu Wert. Eine zehn man, daß ein solches Rabinett zustandekommen könnte, wenn es anders zusammengefeßt wäre als das alte Kabinett Bonomi. Die In der Howaldstraße 6 wohnt der 36 Jahre alte Major a. D. Jahre bei der Firma tätige Raffierierin, die als Betriebsrat der Fascisten hingegen, die sich bereit erklärten, ihren Anteil an der Ver- Hans Herbert v. Berete, der seit drei Jahren mit seiner Firma feit längerer Zeit ein Dorn im Auge ist, wurde auf der Stelle antwortung der Regierungsbildung zu übernehmen, selbst wenn dies 33 Jahre alten Frau Hedwig, geb. Tennhagen, verheiratet fristlos entlassen. Zu diesem Zweck unterstellt man ihr zwei Betrugsum den Preis einer Zusammenarbeit mit den Sozialisten geschehen ist. Das Ehepaar v. Bereke lernte vor drei Wochen den Oberleutnant fälle und geht sogar so weit, jede Aufklärung zu verhüten, um ja die v. Stillfried fennen, der zweimal verheiratet gewesen ist und Gemaßregelte vor allen Dingen acht Wochen aus dem Betriebe zu sollte, verbergen ihre Feindseligkeit gegen Bonomi nicht. Sie erklären dessen zweite Che gerade vor drei Wochen geschieden wor- haben. Jede ordentliche Verhandlung, die der Zentralverband der offen, daß sie diesem einen Gegner wie z. B. Nitti vorziehen würden. den war. Von Stillfried klagte der Frau Major wiederholt sein Leid Angestellten anstrebt, lehnt man ab, obgleich der Verband wiederholt Die Liberalen und Giolittianer dringen darauf, daß die Volkspartei, über seine unglücklichen Ehen und erregte wohl ihr Mitleid. Er ver- erklärt, aufklärend und vermittelnd tätig sein zu wollen. Jetzt hat die Belegschaft der Firma A. Wertheim das Wort. Sie die das Kabinett Facta zum Scheitern brachte, die Krise löse, und fehrte alsbald so vertraulich mit ihr, daß es den Unwillen des Majors fie weisen fortwährend auf Meda, den Führer der Volkspartei, als erregte. Bei einer Aussprache zwischen den Dreien erflärte v. Still wird zu befunden haben, ob sie sich mit einem System einverstanden auf den geeignetsten Mann hin. Innerhalb 48 Stunden hat sich fried dem Major plötzlich, daß er seine Frau haben müsse, erflären will, das den guten Sitten widerspricht und die Verkaufsalso die Lage sehr verdunkelt, und sie wird durchaus widerspruchsvoll das sei Schicksal. Der Major schlug vor, daß alle drei seine träfte unsicher zu machen geeignet ist. Ober gibt es irgend jemand, Bonomi ist inzwischen vom König offiziell beauftragt Wohnung aufsuchen möchten, um die peinliche Auseinandersezung der derartige bestellte Arbeit anders als mit Locspikelsystem worden, die Ministerkrise zu lösen. Der in Aussicht genommene ben Oberleutnant wegen seines unbegreiflichen und unerhörten Ber- lung, die am Dienstag, den 25. Juli, abends 7% Uhr, Lehrervereinen zu einem Ende zu bringen. In der Wohnung stellte nun der Major schlimmster Art charakterisieren kann. In der BetriebsratsversammMinisterpräsident erklärte, daß er sich dem Wunsche des Königs langens zur Rede und sagte ihm, daß er an seine drei Kinder und haus, Alexanderplat, stattfindet, wird man sich mit den unerhörten fügen werde, doch behielt er sich vor, eine endgültige Antwort erst seine erste Frau denken solle. Von Stillfried jedoch beharrte Vorkommnissen beschäftigen. später zu erteilen. Viel Aussicht gibt man aber auch dem Zustande- auf sein Begehren und erklärte, daß er die Frau gleich mittommen eines Kabinetts Bonomi im allgemeinen nicht. nehmen wolle. Er unterhielt sich dann in einem Nebenzimmer wieder allein mit ihr. Das dauerte dem Major zu lange. Bon Unruhe getrieben trat er zu den beiden ein und erklärte entschieden, jeßt sei Schluß, der Oberleutnant müsse nun wissen, was er als Ehrenmann zu tun habe. Hierauf holte er aus dem Schlafzimmer einen Revolver und gab ihn dem Oberleutnant in die Hand mit dem Bemerfen, er erwarte von him, daß er in 10 minuten seine Breslau, 25. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Eine Konferenz Nebenzimmer getreten, als er einen Schuß fallen hörte. Frau Konsequenzen ziehe. Kaum war er dann wieder in ein der Sozialdemokratischen Partei Mittelschlesiens nahm zur polip. Berefe, die bei der Auseinandersetzung erflärt hatte, bei ihrem fischen Lage und zum kommenden Parteitag Stellung. Manne bleiben zu wollen, befand sich jetzt in einem anAls Referent gab 2bgeordneter Genosse Scholich einen Rückblick deren Zimmer. Der Major begab sich auf den Knall sofort zu auf die parlamentarischen Verhandlungen über die Schuhgeseke, bei v. Stillfried hinein und fand ihn tot daliegen. Er holte einen Arzt benen bie Deutschnationalen fich freuen konnten, weil ihre Geschäfte und benachrichtigte das zuständige Polizeirevier. Die Beamten, die menigstens im Ausschuß des Landtags der Boltsparteiler in der Wohnung erschienen, rechneten nach den obwaltenden Um Leidig und der Kommunist Schulz besorgten, die sich nur gegen ständen mit der Möglichkeit, daß der Major den Oberleut. die Sozialdemokratie wandten. Die Arbeitsgemeinschaft zwischen nant erschossen habe. Die Mordkommission hält nach dem Die Walderholungsstätte in der Königsheibe, die vom Bezirksamt Sozialdemokraten und Unabhängigen sei freudig zu begrüßen, ganzen Befund einen Selbstmord für wahrscheinlich. Auch Neukölln in der Nähe des Bahnhofs Baumschulenweg unterhalten bie parlamentarischen Verhandlungen hätten aber gezeigt, daß eine der Gerichtsarzt hält ihn für möglich. Von Stillfried hat sich wird, bietet zurzeit noch Aufnahmemöglichteit für rubeweitere Ausdehnung der Einheitsfront noch lints unmöglich sei. in nervöser Ueberreizung und Aufregung vermutlich bedürftige weibliche Personen sowie für Kinder im Gegenüber der banerischen Auflehnung gegen das mit der linken Hand, vielleicht aber auch mit der rechten, selbst er- Alter bis zu 13 Jahren. Für Verpflegung find wöchentlich Reichsrecht verlangte der Referent schärfftes Durchgreifen der Reichs- schossen. im voraus je Tag 15 M. für Erwachsene und 10 M. für Kinder regierung, da sonst die Reichseinheit auf das schwerste gefährdet sei. zu entrichten. Gewährt wird eine Morgensuppe, Mittagessen und Milch( Erwachsene Liter, Kinder 4 Liter täglich). Den Be[ uchern stehen Liegestühle zur unentgeltlichen Benutzung zur Ver fügung. Anmeldungen nimmt das Bureau der Erholungsstätte in Neukölln, Erfstr. 27, Erdgeschoß, Zimmer 3, von 9 bis 1 Uhr entgegen. Wetter für morgen. Aus der Partei. Stellungnahme der schlesischen Sozialdemokratie. Den Berliner Chicagoer Magistratsvertreter in Berlin. Die zurzeit in Berlin weilende Stubtentommission des Chicagoer Magistrats veranstaltete gestern abend einen Empfang, bei dem auch Vertreter amerikanischer Industrie- und Handelskreise und der Breffe anwesend waren. magistrat vertrat Stadtbaurat Dr. Adler, ebenso waren die Leiter der großen Berliner Verkehrsunternehmungen erschienen. In den Berkehr auf der Hoch- und Untergrundbahn, soden üblichen Reden wurde die Freundschaft zwischen Amerifa und Deutschland betont. Heute vormittag besichtigte die Studienkommiffion wie insbesondere die Signaleinrichtungen auf dem Bahn. hof Leipziger Plag. Einzelne Kommiffionsmitglieder wurden auf ihren besonderen Wunsch mit den Einrichtungen des städtischen Tiefbauamtes bekanntgemacht. Heute nachmittag findet eine Besichtigung der Hauptwertstätte und des Wagendepots der Omnibusgefell fchaft ftatt. Scharfe Berurteilung fand in der Aussprache die Haltung der Nach einem Einbruch schwer angeschossen wurde gestern NachReuen Zeit" zur Einigungsfrage. Eine einstimmig angenom- mittag ein 28 Jahre alter Arbeiter Walter Bilgrim aus der mene Entschließung verlangt enderung der Tagesord. Gerichtstraße 56. Dieser wurde mit dem 24 Jahre alten Arbeiter nung des Barteitages. Es wird gewünscht, daß die vom Partei- Bruno Frenz aus der Dudenarder Straße 23, in dem Hause vorstand bereits zugefante Erörterung der Neugliederungsfrage des Aschaffenburger Straße 14 von Hausbewohnern bei einem BoReichs als besonderer Punkt auf die Tagesordnung gesetzt wird, deneinbruch gestört. Beide ergriffen die Flucht und damit die Gegenfäke, die innerhalb der Partei darüber noch be- wurden verfolgt. Als nun an der Ede der Aschaffenburger und stehen, ausgeglichen werden. Eine weitere Entschließung wendet sich Helmstätter Straße der Kriminalbetriebaffiftent Beutert die gegen die Abkürzung des Verbots der rechtsradikalen Schlesischen Flüchtigen stellte, schoß einer der beiden auf ihn, traf ihn aber nicht, Tagespost" durch die Berliner Sentralinftanz, die in fehr angreif Beutert erwidete den Angriff mit seiner Dienstpistele und gab barer Form und ohne ausreichende Begründung erfolgte. ebenfalls einen Schuß ab. Er traf Pilgrim in den Bauch Groß- Berliner Parteinachrichten. Schließlich fanden die Delegiertenwohlen zum Barteitag statt, so schwer, daß er als Polizeigefangener nach der Charité gebracht für den wegen der wachsenden Kosten das Delegationsrecht diesmal werden mußte. Frenz wurde festgenommen und der Kriminal- 9. Abteilung. Mittwoch, den 26. Juli, abends 7% Uhr, 8ahla bend in der Bau von Schlesien aus nicht voll ausgenugt werden kann. gewertschule, Kurfürstendamm 141, polizei zugeführt. Berlin und Umgegend. Kühl und veränderlich, Abertolegend be wölft, mit geringen Regenfällen und ziemlich frischen westlichen bis nordwestlichen Binden. Gewerkschaftsbewegung Die deutschnationalen Handlungsgehilfen. bahnbeirat Dennoch sind wir der Meinung, daß man gegen unsolidarische Elemente, die jeder Aufklärung unzugänglich sind und bewußt gegen die Interessen der Gewerkschaften handeln. deren Lätig feit sie geregelte Arbeitsbedingungen verbanken, nicht mit„ Lerror" vorgehen und sich erst recht nicht von solchen Geistern propozieren Der Deutschnationale Handlungsgehilfen- Berband überschwemmt laffen soll. Solange fie es nicht gar zu toll treiben, straft man sie bie gesamte reaktionäre Breffe in Deutschland mit Pamphleben mit der ihnen gebührenden Berachtung. Im allgemeinen aber gegen die freie Angestelltenbewegung und insbesondere den Zentral- dürften die Gewerkschaften fich das Berhalten der Unterverband der Angestellten, die dazu dienen sollen, das Licht, das der nehmer gegen Außenseiter in ihren Reihen zur Richtschnur machen, da hierbei bekanntlich jedweder Terror volle Rathenau- Mord auch bezeichnenderweise auf den DHB. wirft, zu kommen ausgeschlossen ist. perdunkeln. An dem Treiben, das die Pogromftimmung gegen freiheitlich unb republitanisch gesinnte Männer in Deutschland erzeugte, ist der Deutschnationale Handlungsgehilfen- Berband nicht unschuldig. Seine schon immer entfaltete wüste antisemitische Propaganda durch Unpreijung und Verbreitung jubenfeindlicher Schriften diente dazu, Berhebung in die Reihen der Angestelltenschaft und darüber hinaus in breite Schichten des Boltes zu tragen. Eng verbunden damit hept er auch gegen republikanische Minister, wie er gegen den ermordeten Minister Rathenau geheht hat. Dder ist es feine Berlegung, wenn Walter Lambach, ein führendes Mitglied des DHB., folgenden Erguß in vielen Tageszeitungen veröffentlichte: Nene Reichsarbeiterlöhne. Die im Reichsfinanzministerium am Montag fortgesetzten Berhandlungen führten nach fiebenstündiger Dauer zur Festsetzung folgender Stundenlöhne: ür Stundenlohnfäge für Auguft 30,60 Lohngruppe I. Bisheriger Stundenlohn 22,10 Monat Juli 28, II. 21,50 27,20 29,70 21, 26,40 28,80 20,50 25,70 28, 20,10 25,10 27,30 VI. 19,70 24,70 26,90 19,40 24,40 26,60 14,55 18,05 19,55 VII. VIII. Sarding will vermitteln. Wie die„ Times" aus New York erfahren, hat Bräsident Hars ding mitgeteilt, daß er die Unterhandlungen zwischen den Eisenbahnarbeitern und den Gesellschaften persönlich leiten, werde. Handelsminister Hoover wird seinerseits persönlich als Vermittler zwischen ben Rohlenarbeitern und den Grubenbesigern auftreten. Bis jetzt find in Südengland 1 Million Tonnen Rohlen für Amerika ficher gestellt worden. Für eine weitere Million Lonnen steht man in Unterhandlungen. Der Kohlenpreis erhöhte sich gestern in Wales von 32 auf 34 Schilling die Tonne. In New York sind die Kohlenpreise ebenfalls gestern von 4,25 auf 5,25 Dollar die Tonne gestiegen. Telephonistenstreit in Schweden. Seit Freitag befinden sich die Aushilfstelephonisten in Stocholm und Göteborg im Streit. Sie bedienen hauptsächlich die örtlichen Leitungen. Der Kampf, an dem in Stockholm 1500, in Göteborg etwa 500 Personen beteiligt sind, dreht sich um den Abschluß eines Rollektivvertrages. Die Regierung hat jeht das Telegraphenamt angewiesen, in Verhandlungen mit den Streifenden einzutreten. Das Amt hat darauf der Streitleitung die Eröffnung von Verhandlungen vorgeschlagen. drückt Wirtschaft Löwenzeit war, als zusammengebiffene Zähne der Deutschen 4% Jahre der ganzen Welt Troz boten. Fuchszeit ist jetzt, da sich Die vorstehenden Lohnfäße gelten für die 24 Jahre alten Handauf Bismards Stuble als Deutschlands Außenminister der werfer und Arbeiter. Lohngruppe VIII gilt nur für Frauen. Europas Anteil am amerikanischen Außenhandel. Bantjude Rathenau räfelt.... Fuchszeit ist jetzt, da Der bisherige Lohn für Frauen beträgt 75 Proz., während die Die Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und die schwarzweißrote Ehrenflagge den gelben Schmachstreifen trägt." neuen Zulagen nur 70 Broz. bringen. Die Spannung zwischen den Europa kehren offensichtlich auf den normalen Stand von vor dem Der DHB. hebt gegen die Juden und die Republik, in Dollars ausge weil er bestrebt ist, die Monarchie wieder einzuführen. Des Ortsflaffen beträgt 70 Pf. Der Lohn verringert sich also von A nach Kriege zurück. Freilich läßt sich nicht der Wert des amerkanischen B um 70 Pf., Don B nach C um 1,40 M., Don C nach D um Handels mit Europa im Fistaljahr 1921/22 wegen pflegt er auch enge Gesinnungsgemeinschaft mit monmit dem aus Vorfriegsjahren vergleichen; denn der starke 2,10 m. und von D nach E um 2,80 M. Nach Mitteilung des archistischen und nationalistischen Verbänden, was daraus klipp Breissturz in den Ausfuhr wie den Einfuhrerzeugnissen hat im und flar hervorgeht, daß er mit dem jetzt verbotenen Bund der Reichsverkehrsministeriums befinden sich in Ortsflaffe D nur legten Fiskaljahr, das am 30. Juni zu Ende gegangen ist, einen am 7 Broz, und in E nur 5 Proz. der Arbeiter. reinen Geld mert gemessen sehr erheblichen Rückgang des Frontsoldaten( Stahlhelm) der Deutsch nationalen Von den Gewertschaftsvertretern wurde erneut und dringend Außenhandels mit sich gebracht. Seinem Anteil nach aber nähert und Deutschen Bolfspartei, wie auch dem ebenfalls die sofortige Auszahlung der Zulagen gefordert, die Regierungsver- sich der amerikanische Handel mit Europa rasch wieder Vorkriegsverbotenen Deutschoöltischen Schuh- und Truzbund und anderen mehr gemeinsame Veranstaltungen, wie treter jagten Erfüllung dieser Forderung zu. Ueber ble Lehrlings- verhältniffen. -A Sonnenwendfeiern und dergleichen begeht. Bei solchen Sonnens löhne und über die Zulage für Arbeiter, die Beamtendienst verhälfte ihrer Einfuhr aus Europa und fandten dorthin rund wendfeiern sind es führende Mitglieder des DHB., die die sogenann- richten, wird am Dienstag weiter verhandelt. ten Feuerreden halten. Ueber eine dieser Sonnenwendfeiern, die auf dem Kindelsberg bei Siegen i.. stattfand und auf der der Die Ereignisse in Senftenberg. befannte DHB.- Führer Balz die Feuerrebe hielt, sagt das bür- Unter diesem Titel war in der Mittagsausgabe.bes Nachrichtengerliche„ Sieg- Rheinische Boltsblatt" Nr. 40 vom 19. Juni d. 3. in blattes" eine Nachricht der BS.- Korrespondenz veröffentlicht worden, einem Bericht über diese Brandrede bes Walz folgendes: in der es heißt, daß die dort tätigen polnischen Arbeiter die .3hm stand mehr die gute alte Zeit vor Augen, und manche Beranlassung zu den Vorfällen gegeben haben", und daß das GeBenbungen fonnten, so gemäßigt sie auch flangen, jo gedeutet wer- werffchaftsfartell Schuhmaßnahmen gegen die Ausschreitungen namentlich der polnischen Arbeiterschaft ergriffen" habe. ben: Wenn das alte Regime doch wiederkäme. Gut Das polnische Generalfonfulat bittet uns, festzustellen, daß die und Blut geben wir dafür her; ein Idealismus, ber zu einer Gefahr durch die BS. Rorrespondenz gegebenen Mitteilungen betreffend die für den gegenwärtigen Staat werden kann. Um so mehr, als gerade polnischen Arbeiter in feiner Weise den Tatsachen entsprechen, und in diesen Lagen allüberall ähnliche Feiern und Zusammenfünfte baß sie nur eine tendenziöse Aufhebung gegen die polnischen Arbeiter von Militärvereinen stattfinden. Das ist ein Spiel mit dem Feuer, darstellen. Dies haben Ertunbigungen ergeben, die das Generalein Beginnen, das das deutsche Volk in seinem politischen Haber be- fonfulat durch seinen Beamten an Ort und Stelle bet verschiedenen harren und am Ende ganz zugrunde gehen läßt." Instanzen hat einholen laffen. Gelbst der Polizeikommissar in Senftenberg stellte die gemachten Anschuldigungen gegen die polni schen Arbeiter als den reinsten Schwindel" hin. Obwohl wir die Berantwortung für das Nachrichtenblatt" nicht tragen, geben wir gern dieser Feststellung Raum. Die enge Liierung mit dem Verband nationalgefinnter Soldaten, der inzwischen aufgelöst und verboten wurde, fennzeichnet folgende Brieffastennotiz in der Handelswacht", dem Organ des DHB., vom 31. Mai d. J.: Berband nationalgefinnter Soldaten. Mitglieder dieses Berbandes nationalgefinnter Soldaten werden gebeten, ihre Anschrift dem Kollegen 3 aedede, Abtleigung 5, 3eitungswesen im DHB., mitzuteilen." Das sind nur einige Beispiel unter vielen. Wenn der DHB. jetzt diese Tatsachen hinter einer Preßlampagne gegen die freie Angestelltenbewegung zu verbergen sucht, so beweist das nur, wie unbehaglich diesen Bortämpfern der Reaktion zu Mute ist. Deutschnationale gegen Terror". Der frühere chriftliche Gewerkschaftsführer, jezt deutschnationale Landtagsabgeordnete Rüffer hat sich in einer kleinen Anfrage" über Terrorafte gegen Minderheiten beschwert. Die Gewerkschaften in Kanada. Vor dem Krieg erhielten die Vereinigten Staaten etwa die zwei Drittel ihrer Ausfuhr. In dem mit dem Fiskaljahr 1912/13 endigenden Jahrzehnt belief sich der europäische Anteil an der Gefamteinfuhr der Union auf 51 Proz. und der Europaanteil am ameritanischen Gesamterport auf 66 Broz. Diese Borkriegsverhältnisse änderten sich während der Kriegs3eit, denn Europa hatte in den Kriegsjahren menig zu verkaufen und vielfach auch feine Zeit und feine Gelegenheit, feine Erzeugnisse abzusehen, während es andererseits gezwungen war, in größtem Umfange int Ausland Ankäufe zu machen, die am besten und ehesten bei den Bereinigten Staaten zu decken waren. Ferner hatten die europäischen Länder vordem erhebliche Mengen von Erzeugnissen anderer Teile der Welt, die zum größten Teil aus ihren Kolonien stammten, an die Bereinigten Staaten weiterverkauft, während nunmehr die Schwierigkeiten und Gefahren des Transportes manche von diesen Ländern veranlaßten, diese ihre Erzeugnisse unmittelbar nach den Bereinigten Staaten zu senden und sich dafür mit amerifanischen Industrieerzeugnissen bezahlen zu lassen, die durch die Schiffe transportiert wurden, die eben die Rohstoffe nach amerikanifchen Häfen gebracht hatten. Ferner hat auch die Eröffnung des Panama- Kanals zu dieser Berschiebung der großen Handelswege mitgeholfen und die Union mit manchen Ländern in Beziehung gebracht, die vorher ihre Erzeugnisse nach Europa geschickt und im Austausch dafür europäische Waren bezogen hatten. Nach dem Jahresbericht des fanabischen Arbeitsdepartements Infolge aller dieser Verschiebungen im internationalen Handel über die Arbeiterorganisationen in Kanada haben im Berichtsjahr während des Weltkrieges ging der Anteil der europäischen Länder 1921 die Gewerkschaften ebenso wie in den Bereinigten Staaten an der amerikanischen Einfuhr sehr start zurück, während einen starten Rüdgang ihrer Mitgliederzahl erfahren. Am gleichzeitig der amerikanische Anteil an der europäischen Einfuhr Schlusse des Jahres betrug die Gesamtmitgliederzahl aller Klassen bedeutend stieg. Der Anteil der europäischen Staaten an der von Gewerkschaften bei 2688 lokalen Organisationen nur mehr amerikanischen Einfuhr in Höhe von 52 Broz. im Fiskaljahr 1913/14 313 320, was einen Rüdgang im Laufe des genannten Jahres fiel rasch und anheltend bis auf 12 Pro 3. im Jahre 1918/19; er stieg Don 60 522 Mitgliedern und 250 Organisationen bedeutet. Dann wiederum und zwar auf 22 Broz. im Fiskaljahr 1919/20; im Obwohl gerade die sog.„ internationalen" Organisationen den stärt folgenden auf 28 Proz. und nach den ersten Ermittlungen auf sten Abgang erfuhren, gehören ihnen auch jezt noc) 71 Proz. aller 33 Pro3. im foeben geendeten Fiskaljahr. Demgegenüber stiegt gewerkschaftlich Organisierten an. Es gab am Jahresende insge- der Anteil Europas am Erport der Vereinigten Staaten, der im famt 98 internationale Organisationen in Kanada, die über eine Jahrzehnt vor dem Striege sich auf durchschnittlich 66 Proz. belaufen oder mehrere lofale Organisationen innerhalb des Dominions ver- hatte, 1914/15 auf 71 Broz., betrug in den beiden nächsten Jahren In betannt gewordenen Fällen von Terrorisierung fügten; ihre Mitgliederzahl belief fich auf 222 896 gegen 267 247 nahezu 70 Broz., fiel mit dem Rüdgang der Kauftraft Europas auf night organisierter oder anders organisierter em Jahresende 1920. Die 264 lofalen Gewerkschaften zählen 60 Broz. im Jahre 1919/20 und auf 52 Broz. im Jahre 1920/21 Minderheiten sind die Verwaltungsbehörden angewiesen, auch 24 980 Mitglieder, die nationalen und katholischen bei 120 Orts- und hat, soweit die vorläufige Feststellung reicht, im letzten Fiskaljahr dort, wo es fich um die erzwungene Entlassung von Arbeitern organisationen 45 000 Ritglieder und die Einheitsgewerkschaft wiederum 55 Broz. betragen. handelt, vermittelnd einzugreifen und unverzüglich das Erforderliche( One Big Union) 5300 Mitglieder. zu veranlaffen, um nach Möglichkeit einer Wiederholung von Terror fällen vorzubeugen. Ich bin jederzeit bereit, vorkommende spezielle Fälle von Terroraften, von denen aber feiner in der Anfrage bezeichnet worden ist, nachzuprüfen" Der Minister für Handel und Gewerbe hat folgende Antwort darauf gegeben: Die Deutschnationalen mären schon die Allerlegten, die idiell irgendwelche Ursache hätten, über Terror der anderen" zu flagen; fie haben auch wirklich feine Ursache dazu, da, deutschnationale Arbeiter eine so feltene Erscheinung sind, daß es wirklich feines Terrors bedürfte, um sie talt zu stellen. Wie die Deutschnationalen, sich die Sache denten, zeigt als schwaches Abbild die in der Sonntagsausgabe des„ Borwärts" geschilderte Wahl zum Landeseisen Gold-, Silber-, PlatinGegenstände und Bruch Brillanten Zahngebisse Die höchsten Preise zahlen stets Sankaufsstells Osten Grüner Weg 80 zahlt Tagespreise für Metall Restehandly. Haarpuder W Kapfer, Messing Goltzstr. 2 drete a.d.Grunewaldstraße Herren- u.Bamenstoffe, Blei, Zink etc. Seiden, Samt, Gold Gebr. 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Das 258 Seiten starte Buch( Preis 70 M.) ist für alle aus- und eingeführten Warenmengen bedeutet. D. P. Austin( F. P. S.) Praftifer ein unerläßliches Nachschlagewert. Auch alle Redakteure und Redner, die oft verwidelte Fragen über die Rechte der BetriebsBerantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für inräte zu beantworten haben, werden dieses Buch begrüßen, das sie eigen: b. Glode, Berlin. Bering Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: über die Spruchpragis leicht und schnell informiert. Borwärts- Buchdruckerei u Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 8. 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