Nr.352 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 172 Bezugspreis: Bierteljährlich 180.- M, monatlich 60,- W trei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land, Danzig, Gaar- und Memel gebiet, sowie Desterreich u Luxemburg 108,-, für das übrige Ausland 142, M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esth land, Finnland, Frankreich. Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho- Slowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialbemotrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 25,- M. Reklamezeile 125,- M. „ Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7, W.( zulässig zwei fettgebruckte Worte), jedes weitere Wort 6. M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 4,- M., jebes weitere Wort 3,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 10,- M. Vnzeigen für die nächste Nummer miffen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr irih bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Freitag, den 28. Juli 1922 Ebert an Lerchenfeld. Der Soziadem. Parlamentsdienst" meldet:| nehmer intereffen wahrzunehmen. In diesem Augenblid aber hat Der am Donnerstag vormittag vertagte& abineffs die Reichsregierung als die allein berufene Grefutive rat fand gestern nachmittag statt. Der Reichspräsident gab für die Erfüllung beschlossener Reichsgesetze das Wort. in der Sigung von einem an den bayerischen Ministerpräsidenten gerichteten Schreiben Kenntnis. Der Brief des Süddeutsche Ministerkonferenz. Reichspräsidenten fand einmütige Billigung. Die Der württembergische Staatspräsident Hieber, der Ueberreichung foll am Freitag vormittag durch den Reichs- badische Staatspräsident Hummel und der hessische Staatsgesandten in München erfolgen. Eine Veröffentlichung präsident Ulrich treffen heute zu einer Besprechung zusammen, in des Schreibens ist nach Verständigung mit der bayerischen der sie die durch das bayerische Vorgehen geschaffene Lage in ihrer Regierung für Freitag abend geplant. staatsrechtlichen Bedeutung für ihre Länder besprechen nerden. Die Staatspräsidenten fowie die Regierungen Württembergs, Badens und Hessens stehen, wie bereits festgestellt werden kann, voll hinter der Reichsregierung. Die Gewerkschaften und die Krise. Bom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund und vom AfABund wird uns mitgeteilt: Bei Erörterung der letzten Vorgänge in Bayern sind in der Tagespresse Meldungen über angebliche Sizungen des gewertschaftlichen Aktionsausschusses gemacht worden, in denen man sich zur Abwehr der bayerischen Opposition mit der Proflamierung eines Generalstreifs, der Verhängung von Rohstoff, Berkehrssperren usw. befaßt haben soll. An all diesen Gerüchten, die wie immer, so auch diesmal von fommunistischen Agitatoren meiter genährt werden, ist kein wahres Wort. Die Spitzengewerkschaften haben in ihrem ersten Aufruf den Billen befundet, alle von der Reichsregierung zum Schutz der Republik getroffenen Maßnahmen zu unterstützen. Danach ist auch gehandelt worden. Wenn jetzt eine Landesregierung in perfassungswidriger Weise die Durchführung eines mit qualifizierter Mehrheit der gesetzgebenden Körperschaften beschlossenen Gesetzes zu unterbinden versucht, so fann und muß es gerade in einem demokratischen Staatswesen der Initiative der Reichsregierung überlassen sein, ihrer eigenen Autorität und den Reichsgefegen Geltung zu verschaffen. Die Gewerkschaften werden an zentraler Stelle, wie insbesondere auch in ihren bayerischen Gliederungen wachsam die weitere Entwicklung der Dinge verfolgen, um die ihnen anvertrauten Arbeit Moratorium und Kriegsschulden. Condon, 27. Juli.( WIB.) Lloyd George feilfe im Unterhause auf mehrere Anfragen mit, die Frage der Reparationen und hause auf mehrere Anfragen mit, die Frage der Reparationen und diejenige der inferallierten Schulden würden im Laufe der nächsten Wochen erörtert werden können. Die Regierung werde eine Erklärung abgegeben über den wahrscheinlichen Zeitpunkt der Besprechung mit Poincaré. Infolge der italienischen Ministerkrije fei eine Schwierigkeit eingetreten, andernfalls würde der französische Ministerpräsident nächste Woche nach London gekommen sein. im Der Reichskanzler hat den badischen Staatspräsidenten Professor Hummel iengeladen, bei der Verfassungsfeier Reichstag am 11. August 1922 die Festrede zu halten. Dr. Hummel hat die Einladung angenommen. Nürnberg handelt selbständig. Nürnberg, 27. Juli.( MTB.) Der Stadtrat Nürnbergs hat befchloffen, daß, da mar nicht warten fönne, bis von der jetzigen bayerischen Staatsregierung eine Anordnung für alle bayerischen Gemeinden getroffen werde, die Gemeindebeamtenord nung der Stadt Nürnberg auf Grund des Reichsgesetzes über die Pflichten der Beamter: zum Schuße der Republik einer Durchficht unterzogen und den Bestimmungen dieses Gefeßes angepakt wird. Der Bollzug dieses Gejeges fall fofort in Angriff genommen werden. Die Arbeitsgemeinschaft in München. München, 27. Juli.( Eig. Drahtbericht.) Die Generalversammlung der Münchener USP. billigt in einer Entschließung den Schritt der Landtagsfraktion, welche die SPD. in Anbetracht der ernsten Gefahr, die der deutschen Republik gerade von Bayern aus dicht, zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft. Ebenso wurde der Reichstagsfraktion für ihr Streben, mit der SPD. zu einer Einigung zu kommen, das Vertrauen ausgesprochen. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., GW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Hauptegpedition n. InseratenAbteilung: Dönhoff 2506- 2507 Das Recht der Tarifverträge. Bon M. Kayser. Tarifvertrag zum ersten Male eine rechtliche Durch die Verordnung vom 23. Dezember 1918 hat der Grundlage erhalten. Die bis dahin strittig gewefene Frage, ob ein Tarifvertrag, abdingbar" ist, wird durch diese Berordnung dahin beantwortet, daß durch den Tarifvertrag wird. Abweichende Vereinbarungen sind nur insoweit zudas Mindestmaß der Leistungen des Unternehmers festgelegt fäffig, als fie eine Aenderung der Arbeitsbedingungen zugunsten des Arbeitnehmers enthalten. Die Verordnung geht noch weiter, indem sie zuläßt, daß auch die am Vertrage nicht beteiligten Berufsangehörigen den Bestimmungen des Tarij vertrages unterstellt werden. Dann nämlich, wenn der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wird. Für ständig, seit dem 15. Juni ist diese Befugnis auf das Reichsdiese Erklärung war bisher das Reichsarbeitsministerium zu= amt für Arbeitsvermittlung übergegangen. Boraussetzung für die Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit ist, daß der Tarifvertrag in seinem Geltungsbereich überwiegend Bedeutung erlangt hat. fchluß von Tarifverträgen fördern und indirekt einen gewissen Der Sinn dieser Verordnung ist tlar. Sie will den AbDruck auf die Außenseiter ausüben, sich ihren Organisationen anzuschließen. Ihre Eigenschaft als Außenseiter schützt sie unter Umständen nicht davor, daß sie dem Tarifvertrag unter stellt werden, an dessen Abschluß sie sich nicht beteiligt und auf dessen Gestaltung fie feinen Einfluß ausgeübt haben. Die Hoffnungen, die man auf die Wirkung der Allgemeinverbindlichkeit gefekt hat, werden aber durch die Art, wie dieses Recht von den Behörden gehandhabt wird, start herabgemindert. Daß der Weg zur Erlangung der Allgemeinverbindlichkeit sehr langwierig ist und das Ziel mitunter erst dann erreicht wird, wenn der Tarifvertrag abgelaufen oder seinem Ablauf nahe ist, ist dabei noch nicht das Ausschlaggebende; es soll auch nur nebenbei erwähnt werden. Wichtiger ist die zarte Rücksichtnahme der zuständigen Behörde auf die Gefühle der Außenseiter. Dazu fommt weiter, daß das Reichsarbeitsministerium bzw. das Reichsamt für Arbeitsvermittlung sich durch die bei der Erflärung der Allgemeinverbindlichkeit geübte Braris der Landesrat des Saargebietes. Fortbildung des Arbeitsrechtes durch den Saarbrüden, 27. Juli.( MTB.) In der ersten Sigung des Tarifvertrag hindernd in den Beg stellt. Saarbrüden, 27. Juli.( MTB.) In der ersten Sitzung des andesrates wurde ein von der Regierungsfommission aus. Das Ergebnis ist, daß der Gewinn, den die Vertragsparteien gearbeiteter Entwurf der Geschäftsordnung überreicht davon haben, daß sie nach vielen Mühen die Allgemeinverund aus den Abgeordneten eine Geschäftsordnungskommission ge- bindlichkeit erlangt haben, sehr problematisch ist. Patisch bildet. Letztere hat sich unterdessen in zahlreichen Sigungen damit liegen die Dinge so, daß, wenn eine Gewerkschaft start beschäftigt, einen abgeänderten Entwurf fertigzustellen. In genug ist, die Anerkennung der Vertragsbestimmungen der heutigen zweiten Plenarsizung, die um 211 Uhr begann, wurden durch alle Unternehmer zu erzwingen, sie auf die Umständlichdie einzelnen Artikel des Regierungsentwurfes verlesen und die von teiten des der Allgemeinverbindlichkeit vorausgehenden Verder Kommission besprochenen Abänderungen herbeigeführt. Der Be- fahrens verzichten kann. Reicht ihre Kraft dazu nicht aus, richterstatter Rarius( Bentrum) gab die Erläuterung zu legteren. Dann nutzt ihnen auch die Allgemeinverbindlichkeit nichts, Dann fegte eine allgemeine Aussprache über den Regierungsentwurf ein, in welcher die Führer der einzelnen Fraktionen sprachen. All- vorausgesetzt, daß sie überhaupt erlangt wird. gemein wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Verordnung der ReSehr lehrreich sind in dieser Hinsicht die Erfahrungen, Terijoti, 27. Juli.( DE.) Der russische Finanzfommiffar gierungskommission über die Schaffung eines Landesrates, auf die bei dem Berfahren auf Erklärung der AllgemeinverbindSokolnikow äußert sich in einem Presse- Interview sehr pessimistisch welcher der Regierungsentwurf sich aufbaue, in vielen Punkten den lichkeit des Reichsmantelpertrages für das zu der durch den Abbruch der Haager Konferenz geschaffenen Lage. widerspreche und daß deshalb der Landesrat auf seine jebige ginn des Jahres 1921 ab wurde länger als ein halbes Jahr flaren Bestimmungen des Versailler Vertrages deutsche Holzgewerbe gesammelt wurden. Von VeDie einzige Hoffnung setzt er fünftig auf feparte Verhandlun- Abänderung nicht verzichte, sowie er auch niemals auf fein über den Vertrag verhandelt. Von den sehr zahlreichen gen, hebt jedoch gleichzeitig hervor, daß Rußland für die nächste Recht verzichten werde, seinen Vorsitzenden selbst zu Unternehmerverbänden in der Holzindustrie haben ihn die Zeit auf teine Kredite von feiten Westeuropas rechnen dürfe, so.1- wählen. dern sich nur auf seine eigenen Kräfte verlassen müsse. Scharf wurde auch die Haltung der Regierungsfommiffare ge- maßgebendsten sofort unterschrieben. Diejenigen, die sich tadelt, die sich während der ganzen Kommissionsberatungen nie dar- weigerten, zu ihnen gehörten u. a. auch die Berliner, wurden, über hätten äußern können, wie sich die Regierung zu dem Gegen- dum Teil durch umfangreiche Kämpfe, zur Anerkennung gevorschlag der Fraktionen stelle. Das sei ein unerträglicher Zustand. zwungen. Der Deutsche Holzarbeiterverband Dazu ist zu bemerken, daß nach verschiedenen Meldungen solche Es wäre Pflicht der Regierungsvertreter gewesen, die Auffassung der hat sich die Durchführung des Reichsmantelvertrages viele separate Berhandlungen gegenwärtig tatsächlich in London statt- Regierungsfommission barzulegen. Wenn die Reigerungsvertreter Millionen fosten lassen, aber er hat es erreicht. Als finden. Das Ginjagobjekt find die Petroleumquellen, die feine Auskunft geben könnten, dann gehörten sie während der Sigun- Anfang Dezember der Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit in Genua wie auch im Haag den unsichtbaren und stets gegen- gen nur in den Zuschauerraum. Am Nachmittag wurde der Gegen an das Reichsarbeitsministerium gestellt wurde, war der wärtigen Zentralpunkt der Berhandlungen gebildet haben. Bisher vorschlag der Geschäftsordnungskommission eingehend beraten. Zum Vertrag tatsächlich im ganzen Reiche durchhat Lloyd George die eventuellen russischen Konzessionen fowohl ralen bis zu den Kommunisten folgende Erklärung ab: Schluß der Sigung gaben sämtliche Parteien von den Libe= geführt. Frankreich wie auch Amerika gegenüber als Handelsobjekte benutzt, Der Landesrat lehnt den Entwurf der Regierungskommiffion ab, um eine Neuregelung der Kriegsschulden herbeizuführen. Er ist da dieser nicht den elementarsten Anforderungen ater damit gescheitert. entspricht, die an eine parlamentarische Geschäftsordnung zu Nach dem Scheitern der Haager Konferenz hat es also den stellen sind. Der Landesrat ersucht das Gutachten dahin zu formu Anschein, als wolle England für sich allein die Petroleumquelle lieren, daß die Mehrheitsbeschlüsse vom 27. Juli 1922 als gutachtliche Willensäußerungen des Landesrates zu erwerben. Das würde aber gleichbedeutend sein mit dem ent- gelten haben." Nur die von den Franzosen protegierte Haus- und gültigen Verzicht auf einen interalliierten Schuldenausgleich, der Grundbesizerpartei", das Zweigespann Schmoll" enthielt fich der ohne Amerifa nicht möglich ist. Schon deshalb müssen alle Nach Stimme. Die Sigung wurde um 7 Uhr aeschlossen. Damit ist die richten über separate englisch- russische Verhandlungen mit Vorsicht erste Sigungsperiode des Landesrates zu Ende. aufgenommen werden, um so mehr, als nach verschiedenen Meldun gen Morgan sich bereit erklärt hat, im September wieder nach London zu kommen. Andererseits ist es aber durchaus dentbar, Sie wollen nicht mehr isoliert sein. daß England fämtliche noch freien Petroleumfelder erwirbt, um Paris, 27. Juli.( WTB.) Der Vorsitzende der franzöfifchen fie gegen entsprechende Konzessionen teilweise an Amerita und Gruppe der Interparlamentarischen Union, Senator D'Estour. Frankreich abzutreten. Das wäre nicht nur eine Vereinfachung nelles de Constant, hat einen Brief des Borsitzenden der beldes Berfahrens, fondern würde zugleich die Position Englands in gifchen Gruppe, Baron Descamps, dahin beantwortet, daß entder Frage der internationalen Kriegsschulden ganz wesentlich stär- gegen der Haltung der belgischen bürgerlichen Parteien die fran ten. Db mit Rücksicht auf diese Berhandlungen Lloyd George jetzt zösischen Parlamentarier an der Tagung der Interparlamentarischen die noch vor kurzem so dringend gewünschte Zusammenkunft mit Union, die am 28. August in Wien stattfinden wird, trotz der AnPoincaré hinauszuschieben wünscht, läßt sich nicht ohne weiteres wesenheit der Deutschen teilzunehmen gedenken, weil fämtliche Allier feststellen. ten Frankreichs in der Alten und Neuen Welt vertreten seien. weises der überwiegenden Bedeutung". Da einige UnterNun begann das umständliche Verfahren des Nachnehmerverbände, die durch Streik zur Anerkennung gezwunmeises der überwiegenden Bedeutung". Da einige Untergen worden waren, daneben aber auch die preaßische Landesregierung, Einspruch erhoben hatten, fanden wiederholt Berhandlungen im Reichsarbeitsministerium statt, die schließlich dazu führten, daß die überwiegende Bedeutung anerkannt wurde. Gelegentlich dieser Verhandlungen erfuhren die Parteivertreter, daß sich das Reichsarbeitsministerium bei der Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit von gewiffen Grundsägen leiten läßt, die dazu führen können, daß einige Vertragsbestimmungen von der Allgemeinverbindlichkeit ausgenommen werden. Das ist denn auch in der Tat geschehen. Am 3. Juli erhielt der Vorstand des Deutschen Holzarbeiterverbandes vom Präsidenten des Reichsamts für Arbeitsvermittlung die Mitteilung, daß der Reichsmantel. vertrag für das deutsche Holzgewerbe mit Wirkung vom 1. April 1922 für allgemeinverbind lich erklärt und am 30. Juni in das Tarifregiſter eingetragen wurde. Eine Reihe von Paragraphen des Bertrages sind aber von der Allgemeinverbindlichkeit ausgenommen. Eine Begründung ist dieser Entschei-| Holzarbeiterverband sorgt schon dafür, daß der in diesem Blatt gestanden. Vielmehr ist uns wohlbekannt, daß der dung nicht beigegeben. Man erkennt aber die leitenden Ge- Bertrag durchgeführt wird, gleichviel ob er das Plazet des Plan vom„ Direktor" des Wulle- Blatts, Herrn Sontag, ausgeht, danken, wenn man die betreffenden Bestimmungen betrachtet Reichsarbeitsministeriums hat oder nicht. Aber die Arbeiter der mit Ludendorff in itimem Verkehr steht. Die Erklärung und dabei das berücksichtigt, was den Vertretern der Bar- vertreter im Reichstag sollten sich für diese Dinge interessieren. des Herrn Wulle richtet sich somit gegen Herrn Sontag, teien gelegentlich der Verhandlungen im Reichsarbeits- Sie sollten auch nicht abwarten, bis diese Materie eine gefeßz- den journalistischen Vertrauensmann Ludendorffs. Es geht aus ministerium eröffnet wurde. liche Regelung erfährt, sondern darauf dringen ,, daß die ihr hervor, daß die Völkischen nicht nur mit den Deutschnationalen, Grundfäße, die jetzt bei der Allgemeinverbindlichkeit von fondern auch untereinander den schönsten Krach haben. Und daran Tarifverträgen maßgebend find, recht bald einer gründlichen dürfte die Gründung der„ völkischen Freiheitspartei", die schon am Prüfung unterzogen werden. letzten Sonnabend erfolgen sollte, zunächst scheitern. Der eine Grundsatz des Reichsarbeitsministeriums( man fann ruhig von diesem sprechen, denn das Reichsamt für Arbeitsvermittlung hat offenbar nur den bereits im Arbeitsministerium gefaßten Beschluß ausgeführt) geht dahin, nicht zuzulassen, daß Außenseiter unter die Gerichtsbarkeit der Vertragsparteien gestellt oder gezwungen werden, Einrichtungen zu benutzen, über elche die Vertragsparteien verfügen. Dementsprechend find nicht nur die Bestimmungen über die Benuzung des Arbeitsnachweises von der Allgemeinverbindlichfeit ausgenommen, weil in erster Linie die Schaffung pari tätischer Aeitsnachweise vorgeschrieben ist, auch sämtliche Bestimmungen liber die Behandlung von Streitig feiten haben das gleiche Schicksal erfahren. Im Bertrage ist vorgeschrieben, daß an gefährlichen Maschinen nicht im Afford gearbeitet werden darf, und daß Frauen und Jugendliche an foh hen Maschinen nicht beschäftigt werden dürfen. Diese Vorschriften find allgemeinverbindlich. In beiden Fällen folgt aber im Vertrag ein zweiter Satz, der besagt, daß im Zweifelsfalle die Vertragsinstanzen festzustellen haben, ob eine Maschine als ungefährlich zu betrachten ist. Dieser zweite Satz ist von der Allgemeinverbindlichkeit ausgenommen. Solche Rücksichtnahme auf die Gefühle der Außenseiter ist rührend, zumal sie das Reichsarbeitsministerium, wie in dem legterwähnten Fall, so weit betreibt, daß sie die Spottluft geradezu herausfordert. Herr Wulle hatte übrigens in seinem vorgestrigen Artikel aus drücklich von seinem Ausgeschiedensein" aus der deutsch nationalen Partei geschrieben, worüber die„ Deutsche Tageszeitung" erleichternd aufatmend quittierte: Herr Wulle betrachtet sich nicht mehr als zur Partei gehörig." Fehlgeschossen, er bleibt ihr erhalten! Wulle, der Judengenosse. Bom deutschnationalen Parteistreit. Nachdem die deutschnationale Partei solange im völkischen Trommelfeuer gestanden und sich so oft den Vorwurf der Judenfreundlichkeit hat gefallen lassen müssen, nimmt die Ein deutschnationaler Geld- Revolutionär". Deutsche Tageszeitung" den Gegenangriff mit gleichen Waffen auf, indem sie schreibt: 11 Die vergoldete Dolchftoflegende. Die Tägliche Rundschau" hat, wie wir schon berichteten, Wenn man zu diesen Dingen hinzunimmt, daß ausgerechnet der mit der Kneifzange aus dem nationalistischen Müll einen Borwärts" das erste Blatt ist, das den Namen der beabsichtigten Mann herausgeklaubt, der während des Krieges Sozialisten neuen Parteigründung, Böllische Freiheitspartei", mitteilen fann, angebettelt hat und sich seither Revolutionär" nennt. Dieser und wenn man weiter gesehen hat, wie in den Tagen des Nicht- Mann enthüllt die schauerlichsten Dinge. Im besonderen ist erscheinens des„ Deutschen Abendblattes" deffen Kampf vom Vor- er um den Nachweis bemüht, daß die Entente mit Hilfe deutwärts", von der Freiheit“ und von der jüdisch- demo trascher Deserteure, die er sämtlich Sozialisten nennt. den Dolch tann man taum noch im Zweifel sein, zu weffen Borteil dieser tischen Presse aufgenommen und weitergeführt worden ist, dann stoß geführt habe. fann man taum noch im Zweifel sein, zu wessen Vorteil dieser Kampf ausgehen soll. Also ist Herr Mulle indirekter Mitarbeiter der jüdischdemokratischen Presse". Auf der einen Seite ist die deutsch nationale Parteileitung durch und durch judenfreundlich, auf der anderen besorgt auch Wulle die Geschäfte der Juden- mie gut muß es da den Juden gehen! Die Geschichte mit dem Verschwinden des Wulle- Blattes wird immer rätselhafter. Jetzt ist es wieder die Deutsche Tageszeitung", die erklärt: Die„ Deutsche Tageszeitung" hat weder mit der Frage der Krebite noch mit sonstigen Angelegenheiten des Deutschen Abendblattes" etwas zu tun. Auf das Erscheinen oder Nichterscheinen des„ Deutfchen Abendblattes" hat die Deutsche Tageszeitung" feinerlei Einfluß genommen und wird ihn auch nicht nehmen. Selbst wenn sie dazu in der Lage wäre, würde sie politische und geschäftliche Dinge ftreng auseinanderhalten. Ernster zu nehmen ist der andere Grundsatz des Reichsarbeitsministeriums, vertragliche Bestimmungen, die weiter gehen als gefegliche Vorschriften, von der Allgemeinverbindlichkeit auszunehmen. Der Vertrag bestimmt, daß die Arbeitszeit täglich acht, wöchentlich 48 Stunden beträgt. In einer Reihe namentlich aufgeführter Orte ist sie aber auf 46 bzw. 47 Stunden festgesetzt. Dieses Kapitel über die Arbeitszeit ist von der Allgemeinverbindlich feit ausgenommen und ebenso das folgende Kapitel, das von den Ueberstunden handelt und vorschreibt, daß über ihre Notwendigkeit der Arbeitgeber in Gemeinschaft mit der Betriebsvertretung entscheidet. Wenn länger als eine Woche hindurch lieberstunden geleistet werden sollen, dann ist die Ent- Das Erscheinen oder Nichterscheinen des„ Deutschen. Abend. scheidung der Schlichtungskommission anzurufen. Mit dem blattes" hängt und hing lediglich von dessen gefäft. Ausschluß dieser Bestimmungen von der Allgemeinverbindlicher Beitung selbst a b. Mit diesen Feststellungen entfällt lichkeit läßt das Reichsarbeitsministerium erkennen, daß es auch die alberne Behauptung des Borwärts", die ihm nicht gefällt, daß eine kürzere als die 48stündige Arbeits- Unterdrückung des Wulle- Blattes" fei auf Betreiben maßgebender Parteitreise erfolgt".. zeit vertraglich vereinbart wird. Wir müssen zugeben, daß der neueste Leitartikler der Täglichen Rundschau", Wolfgang Breithaupt, über iene schmuzigsten unterirdischen Beziehungen, die sich im Kriege entwickelten, glänzend unterrichtet ist. Er macht es sich in seiner Darstellung nur allzu leicht. Jedermann, der ihn während des Krieges, als er desertierte, mit guten Worten oder einem Stück Brot unterstügte, nennt er ein ,, Glied der riesenhaften revolutionären Wühlorganisation". Dabei ver schont er nicht einmal die Frauen, die ihm damals freundlich gegenübergetreten sind, und die merkwürdigerweise, wie alle, die ihm geholfen haben, sehr bald nach seiner Flucht mit dem Gefängnis Bekanntschaft machten. Es lohnt nicht, auf die lächerlichen Richtigkeiten einzugehen, die Breithaupt in der Täglichen Rundschau" breittreten darf. Wir möchten nur zur Charakteristik dafür, was für Leute in jener Zeitung für nationale Politit zu Worte tommen dürfen, einige Kleinigkeiten über den ,, Revolutionär" Breithaupt feststellen. Breithaupt hatte keine Lust zum Kriegfpielen, deshalb schüttete er sich heißes Wasser über den Fuß und zeigte ihn der Aushebungskommission. Als feine Verlegung nicht mehr ausreichte, flüchtete er nach Holland. Dort unterhielt er merkwürdig gute Beziehungen zur deutschen Gesandtschaft und anderen deutschen Behörden. Er war aber auch in der Lage, die erste Denkschrift Helfferichs Es kommt aber noch schöner. In der Holzindustrie gibt gegen den U- Boot- Krieg zu verwerten, sogar Kenntes noch sehr viele Kleinbetriebe, und im Wertragswesen in der niffe über heimliche deutsche Metallbestellungen in Holland verHolzindustrie ist schon lange der Arbeitsausschuß vorgesehen, mochte er der englischen Gesandtschaft bekanntzumachen. an dessen Stelle in den kleineren Betrieben der VertrauensEr bemühte sich auch, andere Deferteure mit Ententemann der Arbeiter tritt. Später wurde das Betriebs blättern und deren Vertretern in gute" Beziehungen rätegese geschaffen, das den Arbeiten eine gesetzliche zu bringen. Er selbst wurde unter anderem Mitarbeiter der Vertretung sichert, aber für die kleinen Betriebe eine London Times". Trotz seiner vielfachen politischen also brotsolche nicht vorsieht. Um diese Lücke auszufüllen, ist im Ber. losen Betätigung hatte er merkwürdigerweise, was schon in trage vorgesehen, daß in Betrieben ohne gesetzliche Arbeiter Deutschland auffiel, immer reichlich Geld. Nur schienen vertretung der Betriebsvertrauensmann ähnliche die Quellen mit Kriegsende versiegt zu sein, sonst hätte er es Funktionen und Rechte hat, wie der gefeßliche Betriebs- Herr Bulle übersendet der Dena" folgende Mittellung: nicht nötig gehabt, sich bettelnd an deutsche Pazifiſten herobmann. Diese Pflichten und Rechte find im Bertrage näher Eine mißverständlich flingende Aeußerung im gestrigen Leitartikel anzudrängen. Dabei scheint er den ersten Mißerfolg erlitten umschrieben. Das Reichsarbeitsministerium hat alle Bestim- des Deutschen Tageblatt" ist so aufgefaßt worden, als sei ich aus zu haben; hoffentlich tröstet ihn die Tägliche Rundschau" jetzt mungen über den Betriebsvertrauensmann von der Allge- der Partei ausgeschieden. Das ist nicht der Fall. Ich durch entsprechendes Honorar für seine Enthüllungen", die meinverbindlichkeit ausgenommen! habe mit Herrn v. Graefe zusammen zunächst nur die Mit- genauere Renner seiner Person als seine eigenen Lebensarbeit in der Fraktion niedergelegt. Die Meldung, erinnerungen bezeichnen. Das Bulle- Blatt selbst hat aber die alberne Behauptung" des„ Vorwärts" wörtlich abgedruckt, ohne sie albern zu finden, und es hat die bemerkenswerte Hinzufügung gemacht, daß ihm sämtliche Druckereien, die es schon festzuhaben glaubte, immer wieder absagten. Nun soll nur die eigene geschäftliche Leitung an den geistigen Verlusten, die die Welt durch das Nichterscheinen des Wulle- Blattes erlitten hat, schuld tragen. So wächst sich diese Geschichte immer mehr zu einem Detektivroman aus. Die„ Bölkische Freiheitspartei". Diese Entscheidungen verdienen nur insofern Beachtung, als sie zeigen, unter welchen Gesichtspunkten das Reichs- daß ich beabsichtige, eine„ völtisch- freiheitliche Partei" Wir gratulieren der„ Täglichen Rundschau" zu ihrer arbeitsministerium bzw. das Reichsamt für Arbeitsvermitt- zu gründen, ist falfch. Alle darüber verbreiteten Nachrichten sind, neuesten Errungenschaft, dem Manne, der sich heute ,, Revolung seine Befugnis, Tarifverträge für allgemeinverbindlich was meine Person anbelangt, von 2 bis 3 erfunden. Dasselbe lutionär" nennt, wohl weil er es verstanden hat, im Interesse zu erflören, ausübt. Jm vorliegenden Falle haben ja die gilt auch für Herrn D. Graefe und Herrn Major Henning." des eigenen Vorteiles Sauberfeit und Moral auf den Kopf zu Aummahmen, die von der Allgemeinverbindlichkeit gemacht Cine Nachricht, wonach die drei Genannten eine neue Partei stellen und zugleich mit materiellem Erfolg auf drei Hochzeiten wurden, feine praktische Bedeutung, denn der Deutsche gründen wollen, ist uns nicht bekannt, sie hat zum mindesten nicht zu sein. Unschädlichmachung von Bazillen. Bon Wilhelm Berger. Ende der römischen Höhlenbewohner? Endlich scheint auch den gegangen. Erfreuen Sie sich des schönen Morgens in Ihrem Garten. G." römischen Höhlenbewohnern die Stunde geschlagen zu haben. Seit Jena, den 20. Man 1797. einiger Zeit beginnt ihr Schrei nach Rettung in die Oeffentlichkeit Der Schiller- Brief ist in authentischer Abschrift überliefert. Der zu bringen und das Gewissen der Stadtväter zu beunruhigen. Nur Dichter erscheint in Geldbedrängnissen, zeigt aber seinen hochherzigen wenige Fremde bemerken es, selbst viele Römer wußten es nicht, Charakter, da er trotz eigener Verlegenheit dem Aermeren zu helfen Wer hat nicht, als er von dem Antrag der Deutschnationalen daß in der Hauptstadt Italiens ganze Familien in Erdwünscht. Der Brief, undatiert, stammt aus dem Jahre 1789. Die höhlen leben, die nicht einmal den Tieren zusagen würden. erwähnten ,, Memoires" find die Allgemeine Sammlung historischer auf Entlassung des Ministers Keil las, unwillkürlich an den Ibsen Wer durch die Porta del Popolo in das Quartier Flaminio gelangt, Memoires", herausgegeben von Schiller, erschienen bei Johann schen Helden Dr. Stedmann, den„ Volksfeind", benken müssen? fieht sich von lauter stattlichen Häusern und Billen umgeben. Rechter Michael Maute; Schiller war Professor in Jena geworden. Bertuch Die Geschichte ist vielleicht nicht allen Lesern bekannt, darum fei fie and begleitet eine liebliche Hügelfette die zum Ponte Molle führende ist der auch mit Goethe in Beziehung stehende Uebersetzer und Herhier in furzen Zügen wiedergegeben. Der leitende Arzt eines Kurortes, Dr. Stockmann, stellt auf Bia Flaminia. Der arglofe Spaziergänger ahnt nicht, daß in diesen ausgeber. Der Brief lautet wörtlich folgendermaßen:„ Maude, der Grund von Nachprüfungen der Heilquellen fest, daß das Wasser, das Hängen ein Erdloch neben dem anderen gegraben ist, das den Aus- mir contractmäßig zwen Dritteile Honorar für die Memoires nach gestoßenen Roms als Wohrung dient. Das größte Wohnungselend Ablieferung des Marpts. bezahlen sollte, ist abgereist ohne deswegen von Tausenden von Patienten genossen wird, mit Bazillen verfeucht ber kultivierten Welt verbirgt sich scheu und schamhaft in diesen Verfügungen zu treffen. Ich hatte ihm den Tag bestimmt, wann ich ist. Er setzt sich sofort mit dem Bürgermeister, seinem Bruder, und Höhlen. Gange Familien von oft zehn Köpfen, nicht selten mehrere fertig werden würde, und bin es noch um zwey Tage früher gedem Stadtrat in Verbindung, um sie zur Unschädlichmachung der Quellen und damit zur Rettung von Tausenden von Patienten, die zusammen, hausen hier in einem engen, fensterlofen Raum auf nadter worden. Da ich mich auf diese Einnahme verlassen und sonst keine an ihre Heilkraft glauben, zu bewegen. Die Stadtväter lehnen den Erde und schlafen auf einem Lager, ohne Unterschied des Alters und andere Anordnung getroffen habe, so bin ich dadurch sehr genirt, beVorschlag ab, da er den Ruin des Kurortes bedeutet, und erklären des Geschlechts. Da gibt es keine Bequemlichkeit, nicht den geringsten sonders da ich vor meiner Abreise noch allerley abzutun habe. Unter den Antragsteller, als er, von Idealismus und Menschenliebe ge- bygienischen Notbehelf. Während der heißen Zeit ist der Schmuß anderen tommt der arme Schelm, der Ihnen diesen Brief überbringt, den Antragsteller, als er, von Idealismus und Menschenliebe getrieben, sich an die Deffentlichkeit wendet, für einen Boltsfeind. Die und Rot dieſer Höhlen eine wahre Brufstätte für Krankheiten. Im sehr daben ins Gedränge. Ich habe ihm versprochen ihm auf diese trieben, sich an die Deffentlichkeit wendet, für einen Boltsfeind. Die Winter findet der Rauch des Herdfeuers keinen Ausgang aus den Beit Geld vorzuschießen, wovon er Kost, Logis u. dergleichen von Maffe vertraut ihrer offiziellen Vertretung und demoliert die Woh- schernsteinlosen Löchern. Seit dem Kriege und der ihm folgenden diefem ganzen Sommer abzutragen hat. Er hat seine Creditoren nung des Arztes. Und wie liegen die Dinge in der Affäre Reil? Reil hat auf Wohnungsnot hat sich die Lage der Höhlenbewohner noch erheblich auf den Tag vertröstet, den ich ihm bestimmt habe, und nun feßt er verschlimmert. Immer mehr Menschen pferchen sich in einem engen mich wirklich in Berlegenheit. Sie stehn in Abrechnung mit Mauden Grund von Nachprüfungen der Aften des Abgeordneten Bazille Raum zusammen. Außerdem werden immer neue Höhlen gegraben, und können mir die Gefälligkeit erweisen mir bis er kommt, oder bis festgestellt, daß dieser Bolksvertreter weiter nichts als ein das Volk schädigender Bazillus ist. Er hat sich, als der Deutschnationale An- und einzufinden. Namentlich dieser Umstand, sowie gesundheitliche rolin( ein Carolin ift ein Goldstück im Werte von sechs Talern) auf o daß das darüber befindliche Terrain in Gefahr gerät, zu spalten ich ihm wenigstens geschrieben und Antwort erhalten habe, 16 Caspruch auf die Rolle eines Repräsentanten von Ordnung, Sitte und Bedenken sind es, die jetzt die Aufmerksamkeit der Behörden den Moral machte, an die Deffentlichkeit gewandt, um sie von dieser Bazille zu befreien. Und nun stellt eine ganze Partei, also ein armen Höhlenbewohnern zulenten. Man ist nun aber ziemlich ratlos, wie der Sache bei der allgemeinen Wohnungsnot abzuhelfen Teil des Bolles, den Antrag auf unschädlichmachung nicht des Herrn fei. Immerhin ist bereits die Räumung öffentlicher Baulichfeiten in Bazille, sondern des Ministers Reil. Aussicht genommen worden, um die Höhlenbewohner nach Möglich Schwinden, die heute nur noch in der" Ewigen Stadt" und sonst felt unterzubringen. Damit würde dann eine Spezies Mensch vernirgends in Europa gedeihen konnte. Birklichkeit. Es scheint, als hötte Henrik Ibsen durch Schaffung des Theater ist Leben, Bhante sie ist noch nicht in die Tat umgesetzte Boltsfeindes" ein Bild dafür geben wollen, wie im Leben zuweilen nicht der Schädling, sondern fein Entdecker bestraft wird. feine Rechnung vorschießen, denn so viel beträgt die Summe, die er mir jetzt zu bezahlen hätte. Können Sie es aber nicht, so muß ich mich an Bertuch halten und Sie verzeihen mir meine unhöfliche Sumuthung. Gute Nacht, lieber Freund. Ich habe Morgen einen freien Tag, weil ich erst übermorgen abreise und besuche Sie und museen des an Kunstschäßen so reichen Dresden sind in der letzten Schüß noch, dem Sie mich bestens empfehlen mögen. Shr Schiller." Die Neuordnung der Dresdener Gemäldegalerie. Die sämtlichen Zeit einer Neuordnung und Umgestaltung unterzogen worden; in Daß es diesmal aber doch anders kommen wird, dafür scheint Ein Goethe- und Schiller- Fund. Unter den nachgelassenen dem Schloßmuseum wurde zudem eine neue Sehenswürdigkeit ge= eine Gewähr gegeben in der Stellungnahme der württembergischen Papieren des romantischen Dichters Rudolf von Bener, bie schaffen. Im„ Cicerone" berichtet Baul F. Schmidt über diese UmDeffentlichkeit, die die Sache am meisten angeht und von der ein manchen Schah der zeitgenössischen und voraufgehenden Literatur formung und macht auch wichtige Mitteilungen über die Neuordnung bürgerliches Blatt berichtet, daß sie die ganze Geschichte geradezu bergen, finden sich zwei Briefe von Goethe und Schiller. Die Briefe, ber Gemäldegalerie, die freilich noch nicht endgültig ist. In dem fomisch armute, da ihr das Spiegelbild des Herrn Bazille längst an den Juristen Professor Hufeland gerichtet, tragen intimen obersten Geschoß, das der neuen Kunst eingeräumt worden ist, steht befannt sei. Charakter und führen uns die beiden großen Dichter menschlich nahe. im Mittelpunkt der Scal, der dem großen Maler Ferdinand von In Wirklichkeit handelt es sich hier aber nicht affein um die Goethe erscheint in einem neuartigen Lichte, denn daß der Olympier ansti gewidmet ist. In 14. Gemälden, von denen die Hälfte Affäre Bazille- Keil, fondern um ein allgenteines Broblem von in der Lotterie spielte, mag den wenigften bekannt sein. Er Neuerwerbungen sind, ist seine Kunst würdig vertreten. Lints gearößter Wichtigkeit. Wie dem Minister Keil der Mißbrauch des fucht hier sogar eine bestimmte Losnummer und macht Bemertungen langt man von diesem Gaal zu der älteren Runft, die sich eine beAmtsgeheimnisses vorgeworfen wurde, als er sich anschichte, einen über das Wesen des Lotteriespiels. Das Konzept lassen wir in ge- fonders scharfe Aussiebung hat gefallen lassen müssen, rechts zu den öffentlichen Schädling zu entlarven, so werden Arbeiter, Angestellte treuer Wiedergabe folgen: Wollten Ew. Wohlgeboren die Güte französischen und deutschen Impressionisten und dem Saal der neue. und Beamte bei Dienstantritt dazu verpflichtet, über alle internen haben, mit der heutigen Post, ben Ihrem Herrn Schwager( gemeint sten Kunst. Sehr wertvolle Leihgaben des Museums find hervor Borgänge des Betriebes strengstes Schweigen zu bewahren. Ob ist Wiedemann in Hamburg) anzufragen: ob das Lors Nr. 7666 in ragende Bilder von Delacroir, Manet, Liebermann, Trübner, Schuch. diefes Schweigen auch dann zu bewahren ist, wenn es sich um Dinge der Hamburger Stadtlotterie selbst entweder ganz oder zum Theil Auch die Gemälde der Jüngsten" find fast alles Schenkungen und und Personen handelt, die die Interessen der Allgemeinheit bewußt vielleicht noch zu haben wäre. Ich habe bedacht, daß es doch ange- Leihgaben, darunter drei hervorragende Werte Rotoschtas, eine schädioen das ist das Problem, das der Klärung bedarf. nehm seyn müsse in einem zwar unwahrscheinlichen aber doch mögläßt und daß die Bürger der deutschen Republik die Gewißheit er- Sie sehen, daß ich mich gleich in den Sinn eines Lotteriespielers ver- alieber und einiger Gäfte im fommenden Herbst für eine Wander. Wir wollen hoffen, daß diese Klärung nicht lange auf sich warten lichen Falle das Gut zugleich mit dem großen Loose zu gewinnen. Schöne Landschaft Heckels und die„ Tierschicksale" Franz Marcs. Die Berliner Sezession wird eine Stollektion von Werfen ihrer mithalten: bei uns werden die Bazillen, aber nicht deren Entdecer un fetzte, an den Zufall muß man gleich übertriebene Forderungen ausstellung zusammenstellen und daher auf ihre übliche Stunstschau schädlich gemacht. machen. Ich fürchte nur die Nummer ist schon in alle Welt aus im November d. J. in Berlin verzichten. fr. 35239. Jahrgang Beilage des Vorwärts Die Ein- und Ausfuhr Berlins. Für die Beurteilung der Wirtschaftsverhältnisse eines Landes die ewigen Echwankungen der Frachtsätze in der Binnenschiffahrt bilder die Ein- und Ausfuhrziffern einen sehr wesentlichen Maß- ehe abstoßend als anziehend wirken. Der Hauptfehler liegt jedoch stab. Bei der Größe und Bedeutung Berlins ist es deshalb ange- an der mangelhaften Organisation in der Binnenschiffahrt. bracht, die Ein- und Ausfuhrziffern einer näheren Betrachtung zu dieselbe voraussehen können, so hätte man bei Speicher und Für Berlin ist diese Entwicklung tief bedauerlich. Hätte man unterziehen. Es soll hier deshalb die Anteilnahme der Eisenbahn Hafenbauten sicher anders disponiert. und der Binnenschiffahrt dargelegt werden, was auch zur Beurtellung des Berliner Hafenproblems notwendig ist. betrug in Tonnen: Der Gesamtgüterverkehr Eingang: 16 161 352,5 Ausgang: 5 559 875,0 Tonnen 5 343 938,5 1913 1914 19 498 650,5 Tonnen • 17 340 915,5 . " 1915 16 563 908,5 6 434 812,0 1916 16 790 973,5 7 174 346,0 1917 6 259 972,5 1918 16 046 470,0 5 444 341,5 1919 13 112 547,0 G 1920 1921 13 903 114,5 4 369 353,0 S 4 PP 15 339 507,0 4 818 673,5 " P 4 434 546,5 Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß im Jahre 1921 an der Einfuhrziffer vem Jahre 1913 noch über 4 Millionen Tonnen fehlen. Doch ist seit 1919 ein ständiges Steigen zu beobachten. Bei der Ausfuhr ist ebenfalls ein Rückgang zu fonstatieren, aber auch hier ift im Jahre 1921 eine Steigerung von rund 450 000 Tonnen gegen das Jahr 1920 zu verzeichnen. Der Anteil der Eisenbahn * Berlin muß jetzt ein lebhaftes Interesse daran haben, den Anteil der Schiffahrt an der Ein- und Aus. fuhr zu steigern, denn nur wenn dies gelingt, werden die Hafenanlagen ihren Zweden nutzbar gemacht und damit ihre Renfabilität ermöglicht. Aus diesem Grunde sucht man die Interessen der See und Binnenschiffahrt mit denen der Berliner Häfen zu verbinden. Aber auch die Binnenschiffahrt muß sich auf sich selbst befinner und sich durch eine straffe Organisation einen maßgeben den Einfluß auf den Güterverkehr sichern. Außerdem muß eine Berständigung mit der Eisenbahn erreicht werden, denn es ist vom allgemeinen volkswirtschaftlicher Standpunkte aus nicht zu verantworten, daß Schiffe in großer Anzahl mit ihren Besazungen einen großen Teil des Jahres brach liegen, wohingegen die Eisenbahn oftmals überlastet ist. Stadtrat Schüning. an der Gesamtein- und Ausfuhr wird durch folgende Zahlen ver- waldbahn 4 M., für Kinder von 6 bis 14 Jahren sowie( auf Berechanschaulicht: Ausgang: 4 861 486,0 Tonnen Eingang: 1913 18 676 589,0 Tonnen . 1914 12 498 128,0 4 503 210,5 1915 • 14 024 762,5 5 731 331,5 1916 13 928 547,5 6 239 848,0 . 1917 14 755 963,5 5 589 939,5 1918 13 850 476,0 4 676 113,5 1919 10 700 144,0 3 454 066,5 1920 11 588 457,5 3 774 776,0 B 1921 13 531 637,0 4 187 055,5 " Freitag, 28. Juli 1922 die kein Erwerbsunternehmen, sondern ein gen offenfchaftliches ist, das unter Aufsicht der Staats- und Kommunalbehörden steht, wird Anfang August in der Stadt Gelsenkirchen, die ein großes Terrain für diesen Zweck zur Berfügung gestellt hat, in Gegenwart von Vertretern der Regierung und Genossenschaften eingeweiht werden. Mitgegangen mitgehangen. Folgenschweres Erlebnis eines Arbeits- und Obdachlosen. Der Krawall im Asyl für Obdachlose, welcher schon einmal in einer Strafsache gegen die Rädelsführer das Schwurgericht beschäftigt hatte, hatte gestern noch ein Nachspiel vor der Ferienstraflammer des Landgerichts I. Wegen Landfriedensbruchs war der 21 jährige Arbeiter Emil Lehmann angeklagt. Im Asyl für Obdachlose in der Fröbelstraße besteht seit Gründung dieser Einrichtung der Brauch, daß jeden Morgen die Insassen des Asyls in fleineren Gruppen nach dem Polizeizimmer geführt werden, wo ihnen eine Berwarnung zuteil wird, sich innerhalb einer Woche ein Obdach zu fuchen, anderenfalls sie wegen Obdachlosigkeit dem Bolizeipräsidium vorgeführt werden müßten. Diese Einrichtung ist deshalb getroffen worden, weil sich unter den wirlich obdachlosen, aber arbeitenden Insassen viele Arbeitsscheue und Bettler befinden, welche auf Kosten der Steuerzahler sonst monatelang das Asylrecht für sich in Anspruch nehmen würden. Diese notwendige Einrichtung war vielen Infassen des Obdachs schon längst ein Dorn im Auge und ein Teil der Infassen begab sich eines Tages nach dem Antonplay in Weißensee, wo gleichzeitig eine Bersammlung der Erwerbslofen stattfand. Am nächsten Morgen fam es auch im Asy! zu einem wüsten Auftritt, bei welchem ein Oberauffeher auf eine Pritsche geworfen und mishandelt wurde. Am Tage darauf fand wieder eine Bersammlung der Asulisten in Weißenfee statt und im Anschluß daran bildete sich ein Zug von mehreren hundert Asylisten, dem sich Asyl, stürmte die Gebäude und verprügelte die Aufseher, welche zum allerlei zweifelhaftes Gelichter angeschlossen hatte, zog nach dem Teil sehr schwere Verletzungen davontrugen. An diesem Krawall foll sich auch der Angeklagte beteiligt haben. Das Gericht sah die Sache aber sehr milde an, da der Angeklagte, der vor Gericht einen Krampfanfall erlitt, nur eine Nebenrolle gespielt hatte. Das Urteil lautete auf 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung der vollen Untersuchungshaft und sofortiger Haftentlassung. Die neuen Straßenbahntarife. Bufolge des Entschlusses der städtischen Körperschaften tritt bereits vom heutigen Freitag, den 28., ab folgender Tarif in Kraft: 1. Ginzelfahrpreis für Erwachsene auf den Stammbahnen 5 M., im Binnenverkehr der Vorortbahn, Spandauer, Köpenider Straßenbahnen, Teltower Kreisbahnen einschließlich Brunetigungsschein) für Lehrlinge und Schüler von 14 bis 17 Jahren 3.2. Umsteigefahricheine auf den Stammbahnen und im Wechselverkehr mit der Hochbahn 8 M., im Binnenverkehr der genannten Vorortbahnen 4 M. Bu 1 und 2 werden die bisherigen Fahrscheine mit niedrigerem Preisaufdruck aufgebraucht und zu den neuen Tariffägen ausgegeben. 3. Monatstarten vom Monat August ab auf den Stammbahnen für eine Linie 320 M.. zwei Linien 420 M., drei Linien 530 M., alle Linien 880 M. Auf den Vorortbahnen für eine Linie 190 m., für alle Linien einer der Königstrenes Finanzamt und kaisertreue Reichsbank. genannten Vorortbahnen 250 m. 4. Schülerfarten 95 M. Vor dem Eingang zum Finanzamt I in der Spreestraße 5. Arbeiterwochentarten von der mit dem 31. Juli be- zu Charlottenburg hängt ein Schild mit dem preußischen Hier sind also die Mengen vom Jahre 1913 nahezu erreicht. ginnenden Woche ab auf den Stammbahnen für 6 Wochenfahrten Königsadler, der Krone, 3epter und Kohlrübe trägt und den 25 M., für 12 Wochenfahrten 50 M., für 48 Fahrten( Bierwochenfarten) 200 m. Auf den genannten Vorortbahnen für 12 Wochenfahrten 30 M., Sammelfarten für die Vorortbahnen( bisher 8 Fahrten) für 22 M. werden nicht mehr ausgegeben. Die im Versehr befindlichen Sammelkarten dürfen bis Ende August des Jahres gegen Zahlung von einer Mark für die Einzelfahrt ausgenutzt werden. Für Hunde und gebührenpflichtiges Gepäck wird der Tarif für eine erwachsene Person erhoben. Die Hoch- und Untergrundbahntarife werden einstweilen nicht erhöht. Wenn Umsteigefahrkarten von Straßenbahn zur Hochbahn für 8 M. ausgegeben werden, so ist das vollkommen finnlos, da eine Straßenbahnfahrt 5 M. foftet und eine Hochbahnfahrt bis zur 5. Station 2,50 m., zusammen 7,50 M. Eine Umsteigetarte also 8 M. Schade, daß die amerikanische Studienkommission diesen Groß- Berliner Verkehrsfortschritt" nicht mehr erlebt hat. Die Leistung der Binnenschiffahrt. " Die Mindereinfuhr von rund 4 Millionen Tonnen hat demnach restlos die Binnenschiffahrt zu tragen, was aus einer Betrachtung der Zahlen, welche auf die Binnenschiffahrt fallen, zu ersehen ist: Eingang: 5 822 061,5 Tonnen 2 862 426,0 1405 389,0 1913 1914 • 4 842 787,5 1915 2 539 146,0 1916 1917 . 8 1918 1919 • 1920 2314 657,0 1921 1 807 870,0 " 2 195 994,0 2412 403,0 Ausgang: 698 389,0 Tonnen 840 728,0 703 180,5 934 498,0 670 033,0 768 228,0 980 480,0 594 577,0 631 618,0 vorübergehenden Republikanern die Zunge ausstrect. Ein Lefer schreibt uns darüber: Von diesem Finanzamt erhielt ich die Veranlagung zu einer Steuer, deren erste Rate im Juli 1920 fällig war, prompt im Februar 1922, und mußte während weniger Wochen eine Summe zahlen, die sich nach dem Willen des Gesetzes auf zwei Jahre verteilen sollte. Von diesem Finanzamt erhielt id) furz vorher die Aufforderung, meine Umsatzsteuererklärung underzüglich abzugeben, nachdem ich bereits nicht nur die Erklärung längst abgegeben, sondern auch die Veranlagung erhalten und die Steuer bezahlt hatte. Auf diesem Finanzamt sind die Steueraften Erzbergers auf geheimnisvolle Weise entwendet worden, ohne daß sich bis heute hat aufklären lassen, wie das geschehen fonnte. Jetzt weiß ich, weshalb der Königsadler vor dem Finanzamt I zu Charlottenburg den Republikanern die Zunge ausstreckt. Ferner wird uns geschrieben: Obwohl die Reichsbank. als volkswirtschaftlich hervorragendes Institut ganz im Sinne des Zeit. geistes geleitet werden müßte, fann man bei ihr leider festellen, Das Projekt einer sehr erheblichen Berbilligung für Lebensgroße Bilder Wilhelms II. in den vornehmsten Faß trotz gegenteiliger gesetzlicher Bestimmungen heute noch Arbeiterwohn- und Siedlungs Amtsräumen hängen, so 3. B. im Bibliothetssaal und im gang schwer zu verstehen. Berständlich wäre es höchstens, wenn häusern beschäftigt gegenwärtig die Regierung und Kommunal- Festsaal des Reichsbankdirektoriums, sowie in anderen DienstDie verringerte Cinfuhr prozentual die Eisenbahn und die Binnen- behörden Preußens. Es handelt sich um ein ganz neues Bauver- räumen der Reichshauptbant. Sind die leitenden Personen der fchiffahrt gleichmäßig treffen würde. Die Tendenz ist hier fahren zur Herstellung von Arbeiterhäusern usw., das eine enorme Reichsbant vielleicht noch zu fehr„ kaiserliche" Exzellenzen und bejedoch so, daß der Eisenbahnverkehr zu und der Berbilligung der Kosten darstellt. Troß der Verwendung von Stein- reits zu überaltert, um umlernen zu können? Dann müsse sie Schiffahrtsverkehr abnimmt, was besonders traß in torfplatten für die Umfassung und einem dazu passenden Rahmen ihre Bläge verlassen. Die Republit fann solche indirekten hinder Gascheinung trift, wenn man die Einfuhrziffern der Binnenschiff- mert ist es bei diefem neuen Bauverfahren gelungen, eine hohe nisse nicht gebrauchen! Der vom Reichstag gefaßte Beschluß, daß fahrt uns der Eisenbahn der letzten drei Jahre gegenüber stellt. Stabilität zu erzielen. Die Steintorfplatten find wasserdicht aus allen Dienstgebäuder die Monarchenbilder verschwinden verputzt und bieten völligen Schuß gegen alle Temperatur- und follen, gilt doch auch für die Reichstant. Witterungseinflüsse. Das neue Bauverfahren weist im Vergleich zu anderen Bauweisen mit gleicher Nußfläche eine Ersparnis von etwa 40 Prozent auf. Es soll auch der Landwirtschaft wesentBei den günstigen Wasserstraßenverbindungen, die Berlin nach allen Richtungen hin hat, und angesichts des Umstandes, daß nicht nur die Stadt, sondern auch Private riesige Aufwendungen für Hafen- und Speicheranlagen gemacht haben, ist dieser Rüd1919 1920 • 1921 Binnenschiffahrt: Eisenbahn: 10 700 144,0 Tonnen 2 412 408 Tonnen .. 2 314 657 11 588 457,5 " 1 807 870 13 531 637,0 " Dies Berhältnis erflärt sich bis zu einem gewissen Grade aus der Tarifpolitik der Eisenbahn, ferner daraus, daß die Binnenschiffahrt nicht so sicher disponieren kann. Auch dürften Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. 64] Damm ist Reuß vor aller Augen rehabilitiert, und ich fahre zur Bahn, um heimzureisen... Was ich natürlich mit ruhigem Gewissen tun tann, da der Patient in einem erst Maffigen Sanatorium Aufnahme gefunden hat. Einen besseren Arzt als Profeffor Plewski fann er sich gar nicht wünschen. Der Mann genießt Weltruf, und ich würde ihm meinen eigenen Vater anvertrauen. Außerdem bleiben Sie und Frau Hedwig noch hier. den Bau DON Siedlungsbau. Auf die Herbeifchaffung der französischen Fahnen, die im Kriege lich dienen, denn zur Herstellung der Torfsteinplatten fönnen über- 1870/71 erbeutet und in der Potsdamer Garnisontirche aufbewahrt all große Mengen Torf aus sogenannten Flachmooren entnommen wurden, anfangs 1919 nach dem Berliner Zeughaus geschafft und diese meite Fläche für den Ackerbau nutzbar gemacht werden. wurden und von dort verschwunden sind, hat die Reichsregierung Das erste dieser Siedlungshäuser der neubegründeten Organisation, eine Belohnung von 100 000 Wart ausgefegt. anderen, und alle zusammen baten um das Manuskript des Vortrages. Doktor Jordan zuckte bedauernd mit den Achseln; er habe feines. Ob er nicht mit einem Auszug dessen dienen könne, was er aus, uführen gedenke. Abermals mußte er, sehr zum Mißvergnügen des Quartetts, verneinen. Einer vermaß sich, etwas von„ Rücksichtslosigkeit" zu murmeln, während der zweite der vorgerückten Stunde Erwähnung tat, und der dritte aufs Bitten sich verlegte, wobei er vom vierten unterstützt wurde. „ Es ein Ende zu machen, aber ich spreche frei und ohne eigentliche " Es tut mir aufrichtig lied," sagte der Arzt, um der Szene Disposition Ich habe vorläufig, wie Sie mir glauben fönnen, noch gar keine Ahnung, was ich später sagen werde!" Die Reporter sahen ein, daß eine Verlängerung ihres Aufenthaltes zwecklos wäre, daß ein anderes Ergebnis nicht Meine sehr geehrten Herren und Damen," begann Dottor Jordan, ich habe mir erlaubt, Gie heute hierher zu bitten, weil ich Ihnen die Wahrheit über Albert Reuß vermitteln will, dessen Person Sie alle nun schon geraume Zeit beschäftigt, um den das Gerücht bereits eine Anzahl Legenden gebreitet hat, die zu zerstören, deren richtiges Maß herbeizuführen, ich für meine Pflicht gehalten habe, an deren Erfüllung ich gehe, ehe ich die Stadt Riga verlasse, die ich vor einer Woche betreten habe. Ich will Ihnen das höchst wunderbare und seltsame Schicksal eines Mannes erzählen und erklären, der es redlich perdient hat, endlich zur Ruhe zu kommen und von der Bildfläche zu verschwinden, in dessen Interesse ich jedoch, ehe eine niffe und Fehlurteile heraufbeschworen, ein notwendiges Schlußwort sprechen will zu jenem Fall Reuß', der die BeVielzahl unrichtiger Auffassungen ebenso viele Mißverständwohner dieser Stadt so lange in Verwirrung und Erregung zu versehen vermocht hat. Ich muß Sie alle, meine verehrten Zuhörer, um Geduld und Aufmerksamkeit bitten, da Gründ lichkeit erforderlich sein wird, und ich genötigt bin, obgleich sammenhänge aufzuzeigen und zu verbinden. Doktor... Doktor... ich tann Ihnen das Gefühl nicht schildern, das mich beherrscht, wenn ich rückwärts zu sehen versuche... Wie dankbar bin ich dafür, daß diese furchtbare Woche hinter mir liegt, die ich fein zweitesmal durchmachen möchte während der man eigentlich überhaupt nicht zur Ruhe gekommen, stets forgnissen verfolgt worden ist! Die sich überstürzende Biel. 3u erzielen fein würde, und so verließen sie das Künstlerzimmer Ihnen die Umrißlinien bekannt sein mögen, die zahlreichen Zufältigkeit der diefe turze Spanne Zeit füllenden Ereignisse war zu viel für uns gewesen. Haben wir nicht allzuoft geglaubt, nicht mehr standhalten zu können, da wir fühlten, daß wir uns weit über das gewohnte Maß Dinge zugemutet hatten, denen mir nimmermehr gewachsen sein fonnten." „ Dennoch dürfen wir heute frohlocken, da wir Albert Reus gefunden, da Sie, mein lieber Garbislander, ihn dem Dunkel dos Geheimnisses entrissen und ihn dem Licht dieser Welt zurückgegeben haben," sagte Doktor Jordan. „ Und so wird hoffentlich wieder alles fo werden wie früher. Sie haben noch die letzte Verpflichtung übernommen, das erlösende Wort zu sprechen, den Leuten den Schlüssel in die Hand zu geben, den sie ja doch nicht finden würden." Im gleichen Augenblic ertönte das Schrillen einer elektrischen Klingel. Garbislander schüttelte dem Freund die Hand und begab sich ebenfalls in den Saal. Doktor Jordan fnöpfte seinen schwarzen Rock zu, dann folgte er dem befrackten Herrn, der die Tapetentür geöffnet hatte. Diesmal war die Brandung, die bisher im Saal gewütet hatte, verstummt. Das Recht, hier vor Ihnen zu erscheinen, mich zum Anwalt des Schauspielers Albert Reuß zu erheben, leite ich aus zwei Gründen ab; ich bin nicht nur sein persönlicher Freund, sondern vor allem sein Arzt und nur zu dem Zweck nach Riga gekommen, um seiner Frau den plöglich auf unerklärliche Weise verlorengegangenen Gatten wiederfinden zu helfen, was mir ja auch, wie Sie wissen, im Verein mit der über jedes Lob erhabenen Tüchtigkeit Ihrer Polizeibehörde, vor allem dank der tätigen Mitarbeit meines Freundes, des Wiener Schriftstellers Klaus Garbislander, gelungen ist. Als Jordan das Podium betrat, empfing ihn erwartungsvolle Stille. Der Weg, den er bis zu dem Tischchen zurüd zulegen hatte, war nicht weit. Er hielt den Blick zur Erde Glas an den Rand der Tischplatte, schob die mit einem grünen gefentt, rückte, auf seinem Plak angelangt, Wasserflasche und Schirm bedeckte Lampe beiseite, hob den Kopf, sah die unzählbare Menge der Gesichter aneinandergereiht, deren Augen Die Tapetentür öffnete sich, das Geräusch, das traumhaft, sämtlich auf ihn gerichtet waren, erblickte dicht vor sich, in der wie ferner Wellenschlag nur hörbar gewesen war, stürmte ersten Reihe feirend, das breite Lächeln des Polizeipräfekten plöglich wie brausende Brandung in das Gemach. Da die und neben diesem die aufgeregte Blässe seiner Frau. Tür sich hinter drei, vier eilfertig sich tummelnden Herren rasch Er gab sich einen Rud, sah v- n den nichtssagenden Larven wieder schloß, versant auch der Lärm wieder. der Zuhörer auf, blickte ins Leere, und mit einemmal stand Die ungebetenen Gäste, die vorerst nicht wußten, an Albert Reuß' Bild vor ihm, wie er als„ Wehrwolf" ausmelchen der beiden Herren sie fich wenden sollten, stellten fich gesehen hatte. schließlich vor, das heißt, sie nannten die Namen der Zeitungen, Da war auch schon der Beginn seiner Rede geformt und unterblieb. die ste zu bedienen hatten; einer stellte sich immer vor den gefunden. Von diesem Herrn Garbislander werde ich in erster Linie zu sprechen haben aus Gründen, die Ihnen erst später verständlich werden dürften... Er ist der Verfasser des Stückes Der Werwolf', in dem Albert Reuß seinen letzten großen Erfolg erzielt hat und in dem er sich auch in Riga so gern gezeigt hätte. Es ist mir nicht bekannt, meine sehr verehrten Anwesenden, ob Ihnen der Name Albert Reuß geläufig ist; mer über ihn Bescheid weiß, wer sich seiner aus früherer Zeit erinnert, der mußte es aufs fieffte bedauern, daß das Gaftiniel, cus Ursachen zumal, die das Schlimmste befürchten ließen, ( Fortsetzung folgt.) Raubüberfall mit tödlichem Ausgang. und Die Wohnungsnot der Schutzpolizeibeamten. Unter die Räuber gefallen und zu Tode mißhandelt worden ist Nachdem die Umorganisation in der Schußpolizei eingesetzt hat der Arbeiter Albert Reich aus der Naunynstraße 16. Reich suchte die Beamten dem Einzeldienst zugeführt werden, ist die in der Nacht zum Freitag voriger Woche ein Hotel in der Kleinen Wohnungsfrage eine der schwierigsten, die zu lösen ist. Um die Markusstraße 5 auf, um dort zu übernachten. Weil er noch etwas Beamten in dieser wirtschaftlichen Notlage zu unterstügen, bitten effen wollte, so begleitete ihn der Pförtner nach einer Wirtschaft wir alle Vermieter, die ein möbliertes 3immer abzugeben im Nachbarhause 7. Dort rempelte ihn ein Mann an und verlangte haben, ihre Adresse an die Bezirksgruppe Groß- Berlin des Preußischen eine Lage". Der Wirt wies diesen zudringlichen Gast hinaus. Als Polizeibeamten- Verbandes, Berlin S. 14. Neu- Kölln am Wasser 11, nun Reich nach dem Hotel zurückkehrte, fiel eine Bande von 15 bis au senden. Die Bezirksgruppe wird alsdann in der Lage sein, 20 Mann, die aus dem Lokal im Hause 6 herausfam, über ihn viele ihrer Kameraden zu unterstützen und die Adressen zu überher und schlug und stach solange auf ihn ein, bis mitteln. er besinnungslos liegen blieb, und raubte ihm dann seine Barschaft von 500 m. und die goldene Uhr. Der Pförtner, der vor dem Hotel stand, erhielt einen so heftigen Schlag gegen die Brust, daß er zurücktaumelte und nicht helfend eingreifen fonnte. Reich wurde zunächst nach seinem Hotelzimmer gebracht. Am nächsten Tage mußte der Schwermißhandelte nach dem Krankenhaus gebracht werden. Dort ist er seinen Verlegungen erlegen. Die Ermittlungen des Raubdezernats der Kriminals polizei stellten fest, daß der Angreifer und Haupttäter ein 23 Jahre alter, aus Düsseldorf gebürtiger Gärtner August Neukirchen ist, der zuletzt unangemeldet in der Kleinen Markusstraße 6 wohnte. Als einer der Mittäter wurde ein 24 Jahre alter Arbeiter Karl Kalmeit ermittelt. Beide sind verschwunden, vielleicht nach dem Rheinland. Die übrigen Mittäter sind noch nicht bekannt, Weil Frau T. cinen hysterischen Anfall bekam! Einen interessanten und lehrreichen Eindruck gewinnt man von der Tätigkeit des neuen lleberfallfommandos im Juni, in dem die Kommandes 250 mal alarmiert wurden. In 83 Fällen war es möglich, einen nachweisbaren Erfolg der polizeilichen Tätigkeit festzustellen. Die Alarmrufe tamen am häufigsten aus der Gegend des Wedding( 50mal). In elf unbegründeten Fällen von Alarmierung ist gegen die ermittelten Täter Strafantrag gestellt worden. Am häufigsten war die Inanspruchnahme der neuen Bolizeifeuerwehr bei den üblichen Schlägereien. Bemerkenswert find häufig die Gründe, aus denen heraus die Ueberfallkommandos in Anspruch genommen werden. Da wird ein Eingreifen gemeldet wegen Leitungsdrahtdiebstahls oder weil die Frau L. einen hysterischen Anfall erlitten hat". Ein anderes Mal handelte es sich um verdächtige Geräusche", während ein Automobil. kommando in der Mommenstraße feststellen mußte, daß der angeb. liche Einbrecher- ein betrunkener Student war, der sich in der Wohnung geirrt hatte. Das Ueberfallkommando in Spandau mußte einmal wegen cines Grasdiebstahls ausrücken und ein zweites Mal, weil ein Gastwirt seinem Herzen dadurch Luft gemacht hatte, daß er sein Lokal von den Gästen räumte. In einem anderen Lokal mußte ein Berliner Ueberfallkommando eingreifen, um einen Falschspieler festzustellen, während ein Charlottenburger Ueberfallfommando gerufen wurde, weil angeblich abends saubere Leute“ ein Seifengeschäft ausräumen wollten. Schadenersatzansprüche eines Filmartisten. Der Artist Arnhold Adermann, früher im Zirkus Busch tätig, der als Führer der ägyptischen Heerscharen in dem Film " Das Weib des Pharao" tätig gewesen und dabei per unglückt war, machte hierfür den bekannten Filmregisseur Ernst Lubitsch von der Lubitsch- Film G. m. b. 5. verantwortlich und er hob Schadenersatzansprüche in Höhe von 41 000 m., die vor dem Landgericht III in Charlottenburg zur Verhandlung standen. Den Anspruch auf Schadenersah begründete R.- 2. Dr. S. Aron damit, daß seitens der imgesellschaft keinerlei Sicher. heitsmaßregeln getroffen worden waren, obwohl diese bei dem Massenaufgebot pon Kriegern" und Pferden damit habe rechnen müssen, daß in dem Schlachtgetümmel" Unfälle paffieren fönnten. Insbesondere seien die Streitwagen ohne jede Schutzvorrichtung gewesen, wodurch der Unfall entstanden. Seitens der tverflagten Filmgesellschaft wird demgegenüber unter Beweis gestellt, daß der Unfall auf das eigene Verschulden des Klägers zurüd zuführen sei. Das Gericht beschloß weitere Beweiserhebungen. " Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Freitag, den 28. Juli: 5. Kreis Friedrichshain. 7½ Uhr bei Schuckert, Rüdersdorfer Str. 3, erweiterte Kreisvorstandsfigung mit den Delegierten zum Bezirkstag. 11. Kreis Edöneberg. Die Kreisfunktionärinnensizung, die heute abend statt. finden sollte, fällt mit Rücksicht auf die Kreisvertreterkonferenz aus. 32. Abt. Genoffinnen, welche bereit sind, bei der Schulspeisung mitzuwirken, werden gebeten, am Freitag, den 28. Juli, abends Uhr, im Bezirksamt Friedrichshain, Markusstr. 49, 8immer 34, zu erscheinen. Morgen, Sonnabend, den 29. Juli: 23. Abt. 7% Uhr bei Grunewald, Rameruner Str. 19, Cinüben sozialistisches Lieder. binden sind mitzubringen. 34. b. 7 Uhr bei Burmeister, Cadiner Str. 21, Funktionärsizung. Ordner. Charlottenburg. 56. Abt. 7 Uhr bei Schneider, Solhendorffftr. 14, Funt. tionärversammlung. 57. Abt. 7½ Uhr außerordentliche Funktionär fizung bei Grunert, Schlüterstr. 47. Erscheinen aller Funktionäre notwendig. Die Farben der Republit zu zeigen ist an staatlichen Festtagen und bei anderen besonderen Anlässen Pflicht eines jeden Republifaners. Auf vielfache an uns anläßlich der für den kommenden Sonntag stattfindenden Friedensdemonstration Nie wieder Krieg" ergehende Anfragen weil sich die meisten Geschäfte noch immer nicht dazu entschließen können, Fahnen, Abzeichen, Kofarben usw. in Schwarz- Rot- Gold zu beschaffen, weisen wir darauf hin, daß berartige Abzeichen bei BobI u. Weber, Berlin, Spittelmarft 4/7, und in Stegliz im Kaufhaus Holz, Albrecht- Ede Heeiestraße, zu Zeitungen abholen. baben sind. Größere Fahnen sind auch in der Fahnenabteilung des Hauses Rudolph Herzog, Breite Straße, erhältlich. Jugendveranstaltungen. Die Ausgabe der Zeitungen und Mitteilungsblätter findet am Sonnabens von 7 Uhr ab im Jugendheim, Lindenstr. 3, statt. Alle Kaffierer müssen thre Heute, Freitag, den 28. Juli: Moabit: Jugendheim Gemeindeschule Waldenferstr. 21, Diskussionsabend. Reukölln- Süd: Jugendheim über die Tette Nummer der Arbeiter- Jugend. Rorbosten: JugendRogatstr. 53, Literaturabend: Pazififtische Dichtungen". heim Gemeindeschule Heinersdorfer Str. 18, Diskussionsabend: ,, Nie wieder Krieg". Bermißt wird seit Freitag, den 21. d. M., früh 3/8 Uhr, der 19jährige Rudolf Göhler. Er hat rötliches Stopfbaar, ist bartlos und war mit graugrün meliertem anzug, grünem Hut, schwarzen Schnürstiefeln, hellbraunen Strümpfen befleidet. Unterwäiche„ R. G." gezeichnet. Der junge Mann trug eine goldene Vorträge. Vereine und Versammlungen. Brille, am fleinen Finger einen goldenen Ring, silberne Taschennbr mit filbernem Bleistift und braune Aftenmappe. Auf dem Geschäftswege durch die Großbeerenstraße, Tempelhofer Ufer, Hafen plag, Königin Augusta- Straße nach der Linkstraße wurde der Ver mißte zulent Großbeeren Ede Yordstraße gefehen. Zweckdienliche Angaben, wobei Belohnung zugesichert, werden von den Eltern nach der Vordstr. 89, 2. Gartenhaus III r. erbeten. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Arica& teilnehmer und Kriegshinterbliebenen, Gan Groß- Berlin, Bezirk 31, Lichtenberg, veranstaltet am Sonnabend, den 29. Juli in den Gesamträumen von Baul Schwarz, Lichtenberg, Möllendorfstraße 25/26, ein Sommerfeit mit Garten fonzert, Spezialitäten, Sinberbeluiligungen unter Leitung von Onkel Belle und Tanz. Der Ueberschuß ist zur Stinderweihnachtsbescherung bestimmt. Das Gartenkonzert wird in hochherziger Weise von der Sta pelle der nstalt indenhof unter Zeitung des Genossen Bläse ausgeführt. ir bitten alle Baiteigenossen uns wohlwollend zu unterstützen. Der Deutsche Arbeiter- Sängerbund, Gau Berlin und Umgegend, 1. Bezirt, Chormeister Ps. Heid, veranstaltet am Sonnabend, den 29. Juli, im Garten des Saalbau Friedrichshain, am Königstor, ein großes Sommertonzert. Einlaß 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. Reichsbund, Bezirk Often II. Die Versammlung zur Demonstration Rie wieder Krieg" findet nicht, wie angegeben, Andreasplay, sondern Weberwiese statt. Arbeitersport. Arbeiter- Nabfahrer- Bund, Ortsgruppe Berlin. 1. Abteilung: Babe und Ablochtour nach Rangsdorf. Start 6 Uhr und 1 Uhr Miemer. 2. Abteilung: Schwärzefee. Starts Gonnabend 6 Uhr, Sonniag felih 4 Uhr Planufer 43. Generalversammlung der Ortsgruppe: Heute Freitag 7 Uhr Schwedter Str. 28. Arbeiter- Wanderverein Berlin". Sonntag, den 30. Juli, Wanderfahrt nach Oranienburg, Grabowfee. Abfahrt 6.20 Uhr Stettiner Borortbhf. Sport. Ein neuer Rüdenweltrekord. Anläßlich des großen Wiener Schwimmfestes, bei dem die Hellasmannschaft aus Magdeburg sämtliche erfte Pläge belegte, wurde von Fröhlich der bisher von im Rückenschwimmen um Kealohas gehaltene Weltrekord 0,5 Sekunden in der Zeit von 1: 13,9 unterboten. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 27. Juli. 1. Rennen. 1. Sfis II( Storb), 2. Ravenna( Staudinger), 3. Chica neur( Bleuler). Tot.: 144: 10, lag: 32, 17, 19:10. Ferner liesen: Leibjuds, Ciamit, Gefion, Sieg, Palinur, Vignau, Element, Fabiola. 2. Rennen. 1. Japs( Breege), 2. Maitotten( Stofina), 3. Auserwählte Ferner liefen: ( M. Schmidt). Tot.: 48: 10, Play: 15, 14, 21: 10. Münze, Boyblik, Talisman, Anemone, Schade. 3, Renne 11. 1. Flüchtling( 5. Schmidt), 2. Kamille( Bleuler), 3. Reinweis( Blume). Tot.: 86: 10, las: 35, 36, 61: 10. Ferner Iteien: reibeuter, Nastelbinder, Sommerflor, Armenier, Hegenmeister II, Tann. fönig, Alamund. Großfeuer in einem Hamburger Tabakspeicher. Am Donnerstag morgen um 7 Uhr entstand im Freihafen am Sanft Annenufer, Block R, ein Großfeuer, baß in rasender Schnelle um sich griff und Tab afwerte von mehreren Millionen zerstörte. Mehrere Züge der Feuerwehr eilten zur Brandstelle und fonnten mit Hilfe von zwei Feuerlöschbooten die benachbarten Speicher vor den Flammen schüßen, so daß um 10 Uhr die Gefahr eines weiteren Umslchgreifens als beseitigt galt. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mit 20 Schlauchleitungen. Ueber die Entstehungsurfache ist noch nichts Näheres be-( D. Schmibt). Let.; 118: 10, Blak: 31, 29, 27-10 tannt. Selbstentzündung fann aber nicht in Frage kommen, da Drachme, Augur, Goldstrom, Falter, General, Correggio, Boltenschieber, die Tabatvorräte erst fürzlich umgelagert worden sind. Wahrschein- 4. Rennen. 1. Wallenstein( 3immermann), 2. König Midas( Diej lich hat bas Feuer fchon die ganze Nacht gefchwelt. Die Läger genit), 3. Lorenzo( G. Sanel). Tot ,: 14: 10, Blak: 12, 16: 10. Ferner hören der Firma Fischer u. Co. Der Reichspräsident auf der Mitteldeutschen Ausstellung. Am burg zum Besuch der Mitteldeutschen Ausstellung und der Stadt 28. Juli trifft Reichspräfident Ebert vormittags 10 Uhr in MagdeMagdeburg ein. 4. ennen. 1. Barze( Dlejnin), 2. Brälat( Stofina), 3. Sonnenrose Ferner liefen: Danaide. lief: Sarnot. 6. Rennen. 1. Abazia( Bimmermann), 2. Effehard( Danel), 3. Schaumschläger( Tarras). Lot.: 54: 10, Blaz: 18, 30, 15: 10. Ferner 3. Medusa( Rojina), Tot.: 37: 10, Biay: 16, 18, 18: 10. Ferner liefen: liesen: Alaried, Hörjelberg. Waitäfer, Blücher, Dioscur, Elöre II, Winna. 7. Rennen 1. Rosmarie( H. Schmidt), 2. Tellos( Staudinger), Mißgunst, Protos, Diamant, Marotte. Brand einer Papierfabrit. Wie aus Breslau gemeldet wird, Wetter bis Sonnabend mittag. Stühl, überwiegend bewölft mit ist ein großer Teil der Krappiger Papierfabrit durch wiederholten, vielfach ergiebigen Regenfällen bei frischen, nordwestlichen einen Brand zerstört. Der Betrieb ist für einige Zeit unterbrochen. Winden. SALAMANDER MARKA SALAM ANDER MARK SALA LAMAND MARKE SALA MANDER DER GEDIEGENE STIEFEL Deutscher Metallarbeiterverband. Verw. Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Dreher Paul Herzog safenheide 9 am 25. d. M. gestorben ist. Chre seinem Unbenken! Die Einäscherung findet am Freitag, ben 28. d. m, vormittags 11% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Teilzahlung! Moderne Herrengarderobe bei diskreter Zahlungsweise Berliner Kredithaus Oranienstr. 158, vorn!! 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Juli hielten die Kommunistische Reichstagsfrat- Ferner ist wegen dringenden Verdachts antirepublikanischer Be- In letzter Zeit ist mehrfach, auch in der Persse des In- und tion und sämtliche kommunistischen Landtagsfraktionen in tätigung Regierungsrat Dr. Geyer von der Amtshauptmannschaft Auslandes, die Frage des Eintritts Deutschlands in den BölkerStuttgart eine gemeinsame Besprechung ab, die sich nach dem Borna einstweilen beurlaubt werden. bund angeschnitten worden. Wie die PPN. hören, hat diese Frage fommunistischen Zentralorgan ,, mit den von der Arbeiterschaft Nach einer Bekanntmachung der thüringischen Staats- jedoch das Reichstatinett in letzter Zeit noch nicht beschäftigt, zuzu ergreifenden parlamentarischen und außer par- regierung ist Oberregierungsrat Gerstenhauer in Meiningen seiner mal auch für Deutschland und die deutsche Regierung ein kongreter lamentarisch en Maßnahmen gegen die Konterrevo Aemter enthoben worden, da er in mehreren verbotenen Anlaß noch nicht vorlag. Auch steht zur Stunde noch nicht fest, Iution in Bayern" befaßte. Es sollen eine Reihe von Be- rechtsradikalen Organisationen sehr einflußreich wie die Entscheidung der Reichsregierung ausfallen wird, wenn die schlüssen gefaßt worden sein, die alle Beteiligten verpflichten, tätig war. Ebenso wurden Oberstaatsanwalt Heinrich und deutsche Regierung von irgendeiner Seite offiziell zur Stellungdie Arbeiterschaft Deutschlands zu mobilisieren und den in Staatsanwaltschaftsrat Floel in Altenburg ihrer nahme in dieser Frage aufgefordert werden sollte. Bayern konzentriertn tonterrevolutionären Gefahren wirksam Aemter enthoben. Floel war bei der letzten Landtagswahl Andererseits wird aus Paris gemeldet, daß der bekannte entgegenzutreten. Als die nächsten Kampfziele der Arbeiter- Spitzenkandidat der Deutschnationalen. fchaft" propagiert nun die Rote Fahne" in diesem Zufammenhang folgende Forderungen: Erstens: Der Rücktritt der hochperräterischen Regierung Lerchen feld, ihre Stellung vor den Staatsgerichtshof. Zweitens: Die Niederfämpfung der fonterrevolutionären Ele mente in Bayern selbst, in Verwaltung, Reichswehr, Polizei, Justiz, der monarchistischen Geheimbünde usw., die rücksichtslose Unterbrückung der monarchistischen Propaganda. Drittens: Die sofortige Freilassung aller gefangenen Revolutionäre. Biertens: Die sofortige Auflösung des Landtages. Die Druckmittel, um diese nächsten Ziele zu verwirklichen, auf der Hand: In Bayern selbst: der Generalstreit. nationalistische Journalist Pertinag im„ Echo de Paris" die französische Regierung gegen die drohende Gefahr" eines Eintritts Deutschlands mobil zu machen sucht. Das mit dem„ Echo de Paris" Schivelbein in der nationalen Welt voran. bzw. Bertinag liierte englische Blatt„ Daily Telegraph" stößt in Groß aufgemacht wird im amtlichen Kreisblatt für Schivel- dasselbe Horn. Man kann diese Preßkampagne als ein Echo der bein angekündigt, daß die vaterländische Einheitsfront Rede des englischen Staatssekretärs Fisher betrachten. in Stadt und Land geschlossen sei. In einer gemeinsamen VerDeutschland steht dem fern. Es ist nicht seine Sache, sondern fammlung aller Nationalen", einschließlich Haus- und Grundbefizer Sache der Alliierten, die Gründer des Bölferbunds find, von dem verein, Bürgerverein, Handwerkerbund, Deutschnationalem Beamten sie Deutschland ausgeschlossen haben, diesen für uns wohnlich zu verein, Nationalverband deutscher Offiziere, Kreis- Kriegerverband, machen. Ein Beitritt, nur um Staffage zu bilden und das gesunRegelflub und Gesangverein, wurde dem Referat eines Freiherrn D. Bothmer zugejubelt. Und wem galt der Kampf? Der Reichs- fene Ansehen des Völkerbunds zu erhöhen, fann natürlich für fiegenegierung, die unter dem Druck der Koalitionsparteien jekt Deutschland nicht in Frage kommen. Bolschewismus Vorspanndienste leiste. Es handle fich dabei um nichts anderes als Mobilisierungsvorbe reitungen, um im gegebenen Augenblick die Rätediktatur zu errichten. Man begann die nationale Einheitsfront damit, daß sie sozialistenrein gestaltet wurde; unsere Genossen wurden aus der Bersammlung hinausgewiefen; der Polizeikommissar leistete dabei Hilfestellung. Im Reiche: die Unterstützung der Attion des bayerischen Pro letariats durch die wirtschaftliche Blockade Bayerns. Die sofortige Einberufung des Reichstags. Wie man sieht, sind die Kommunisten im Fordern" immer noch sehr munter. Sie erreichen damit zwar nichts, aber sie geben sich doch den Anschein, als ob sie etwas täten. aber sie geben sich doch den Anschein, als ob sie etwas täten. Wenn die deutschen Arbeiter nicht die kommunistischen Phra feure allzu lange und allzu nachsichtig hätten gewähren lassen, dann hätte die Konterrevolution" in Banern nicht ihren Unterschlupf gefunden. Die ,, Räterepublik" München war das Vorspiel zur Kahr- Lerchenfeld- Episode. Die Kommunisten waren die Schrittmacher der bayerischen Reaktionsherrschaft. Deutschnationale Unruhe. " An Schivelbein soll die Welt genesen! Wenn jetzt nicht alle Deutschnationalen Sorgen wegen der deutschvöllischen Best sich in Wohlgefallen auflöfen, dann wiffen wir nicht, was die bedeutende Exzellenz Hergt noch vor dem drohenben Feind von rechts retten soll. Auf freiem Fuß. Bad Sulza, 27. Juli.( T!!.) Wie der T. von zuverlässiger Seite berichtet wird, ist heute der Schriftsteller Dr. Stein von der Burg Saaled vom Untersuchungsrichter in Berlin wieder auf freien Fuß gefekt worden. Ferner wird der TelegraphenUnion mitgeteilt, daß gegen die Schüler des Technikums in Bad Sulza, die die Leichen der beiden Rathenau- Mörder zu Grabe gi tragen haben, die Untersuchung eingeleitet werden soll. Von der thüringischen Regierung ist in dieser Angelegenheit auch bereits ein Schreiben an die Professoren des Technikums gerichtet worden. Disziplinarsenat für Richter. Kein Nachlaß der Ausgleichszahlungen? Paris, 27. Juli.( WTB.) Das Journal des Débats" glaubt au wissen( der Temps" versichert dasselbe in bestimmter Form), daß die Vertreter der alliierten Ausgleichsämter in ihrer gestrigen Sigung einstimmig den Beschluß gefaßt hätten, ihren Regierungen die Ablehnung des am 10. Juli gestellten deutschen Ersuchens um Herabsetzung der monatlichen Zahlungen an die Ausgleichsämter von 2 Millionen auf 500 000 Pfund Sterling zu empfehlen. Eine entsprechende Antworinote der französischen Regierung sei bereits abgegangen. Der Temps" behauptet, der Beschluß sei gefaßt worden auf Grund des Mangels an gutem Willen, den Deutschland bei Durchführung des Ausgleichsverfahrens und der Anerkennung der alliierten Forderungen an den Tag gelegt habe. Noch kein italienisches Kabinett. Vor einigen Tagen waren in Berlin die deutschnationalen Mit Rom, 27. Juli.( DA.) Meda scheint nicht viel Aussichten zu glieder des Reichstages und des Preußischen Landtages verfammelt, um zur politischen Lage Stellung zu nehmen. Die Mitglieder der haben, das Kabinett bilden zu können. In Parlamentskreisen verlautet, der König werde die letzte Möglichkeit ergreifen und den preußischen Landtagsfraktion faßten einen Beschluß, in dem sie Kammerpräsidenten de Nicola berufen, der ein Rabinett auf schärfsten Widerspruch erheben gegen die bereits vollzogenen und der Grundlage der Versöhnung aller Barteien zustande bringen foll. die noch angekündigten Entlassungen einer größeren Anzahl verIn diesem Kabinett würde der Londoner Botschafter de Martino dienter Verwaltungsbeamten, gegen deren amtliche und politische Auf Grund des Artikels 3 des vom Landtag beschlossenen Ge- Außenminister werden. Betätigung nicht der leisefte Norwurf erhoben werden kann". sieges zur Aenderung des Gefeßes betreffend die Dienstvergehen Es Mailand, 27. Juli.( 3P.) In den Provinzen Ravenna und wird auf die angebliche Unruhe hingewiesen, die durch diese Will- der Nichter und die unfreiwillige Versetzung von Richtern auf Forli ist der Generalstreif ausgebrochen. In Cesena kam es zu für schlimmster Art" in allen Boltstreifen hervorgerufen wurde, eine andere Stelle oder in den Ruhestand hat das preußische Staats- blutigen Kämpfen zwischen Sozialisten, Kommunisten und Republiund schließlich werden die Maßnahmen der Regierung als„ Ausfluß ministerium aus der Bahl der preußischen Richter die folgenden tanern auf der einen und Fascisten auf der anderen Seite. politischer Parteimache" gekennzeichnet. beim Kammergericht ernannt: Landgerichtspräsident Dr. Münster Mitglieder und Stellvertreter für den großen Disziplinarsenat Wie die Frankfurter Zeitung" weiter aus Rom meldet, gerichtsrat Dr. Großmann( Marienwerber), Oberlandesgerichtsrat fo mehr Eindruck als auch aus der Romagna weitere beunruhigende ( Münster), Landgerichtspräsident Dr. Belner( Essen), Oberlandes machen die Schwierigkeiten der Störung der Regierungsfrise um Dr. Höpter Aschoff( Hamm), Amtsgerichtsrat Marquard Fascistenkämpfe gemeldet werden. In Ravenna ist die Revalität ( Charlottenburg), Landgerichtsrat Kroner( Landgericht I Berlin). zwischen fascistischen und sozialistischen Arbeiterorganisationen er. Als Stellvertreter: Landgerichtsdirektor Dr. Haude( Landgericht II neut afut geworden. Bei den gestrigen Zusammenstößen gab es Berlin), Landgerichts direktor Goebel( Oppeln), Amtsgerichtstat 10 Tote und 30 Verwundete. Die Fascisten ziehen in Ravenna Geh. Justizrat Reinhard( Melle), Amtsgerichtsrat Dr. Kohler bewaffnete Scharen aus den Nachbarprovinzen zusammen und for ( Amtsgericht Berlin- Mitte), Amtsgerichtsrat David( Amtsgericht derten die sozialistischen Führer auf, Ravenna innerhalb 24 Stun Berlin- Tempelhof). Landgerichtsrat Amende( Landgericht III Berlin). den zu verlassen. Die Sozialisten haben mit der Berkündung des Der Vorsitzende des Disziplinarhofes für die nichtrichter Generalstreits in der ganzen Romagna geantwortet. Lichen Beamten, Senatspräsident Dr. Meyer, gehört nicht, wie wir Die Unruhe der Bevölkerung über die Gäuberungsaktion eristiert offenbar nur in der Phantasie der deutschnationalen Landtagsabgeordneten. Wir haben über die Maßnahmen des preußischen tagsabgeordneten. Wir haben über die Maßnahmen des preußischen Innenministers bisher nur das Gegenteil von Unruhe bemerkt. Randgloffen nach Wilhelms Art. Notwendige Säuberung der Amtsstuben. Der Amtshauptmann Dr. Kästner und der Regierungsrat Dr. Liebernickel DON der Amishauptmannschaft Schwarzenburg in Sachsen sind, wie die sächsische Regierung bekannt macht, bis auf weiteres beurlaubt, Regierungsrat Dr. Hänichen, Regierungsamimann Goße und Kanzleivorstand Barth von der gleichen Amishauptmannschaft find in ein anderes Amt versetzt worden. In fürzlich meldeten, dem Kammergericht, sondern dem Oberver. Die Minderheiten und der Sturz Korfantys der Amishauptmannschaft Schwarzenburg schienen Verfassung und waltungsgericht an. Republik nicht mehr genügend geschützt zu sein. So wurden der zum Umlauf bei der Beamtenschaft betätigte dienstliche Tagesbericht und die republikanischen Zeitungen seit Jahr und Tag in unerhörter Aus dem Reichsrat. Warschau, 27. Juli 1922.( DE.) Als aussichtsreicher Kandidat ministerposten wird neuerdings, neben Steslowicz der Krakauer minsterposten wird neuerdings, nebne Steslowicz der Krakauer Der Reichsrat stimmte gestern in seiner öffentlichen Sizung Professor Nowat genannt. Bei der Ablehnung des von den unter dem Vorsitz des Reichspoftministers Giesberts einer größeren nationalistischen Rechtsparteien beantragten Mißtrauensvotums Geschenke für Kongreßmitglieder. Es ist alte Tradition im Reihe Gefeßzentwürfe und Verordnungen ohne wesentliche Er gegen Pilsudski haben die deutschen und jüdischen Sejmabgeordneten amerikanischen Kongreß, daß die Abgeordneten beim Ein- örterung zu, darunter dem Gesetz über das Deutsch- Polnische- Ober- den Ausschlag gegeben und damit die Niederlage Korfantys tritt in das Repräsentantenhaus oder in den Senat von Staats schlesische Bergwertsabkommen, der Berordnung über Gewährung von wegen nicht nur das übliche Schreibzeug und ähnliches Handwerks- Beihilfedarlehen zur Förderung des Wohnungsbaues, wodurch die herbeigeführt. Die jüdischen Delegierten ließen erklären, sie hätten gerät eines Boltsvertreters, sondern auch allerlei andere kleine Darlehensfäße an die Gemeinden verdoppelt worden sollen, der Ab- zwar gewiffe Einwände gegen die Politit des Staatschefs, würden Gaben von Ontel Sam erhalten. An erster Stelle steht da eine Art änderung der Arzneitage mit Rücksicht auf die Geldentwertung, der indeffen gegen das Mißtrauensvotum stimmen, da seine Annahme Taschenflasche, eine Gabe, deren Ursprung gewiß noch in eine Zeit Erhöhung der Entschädigung der Gemeinden für die Steuer- tm Lande eine Anarchie auslösen würde. Bei der dritten Lesung fällt, in der Amerika noch nicht trocken gelegt war. Was die Kon einziehung, wonach diese Entschädigung verdoppelt werden soll und des Gesetzes über die Wahlordnung zum polnischen Gejm progreßmitglieder heute mit der Flasche machen, und was sie daraus die Erhöhung für die Zeit vom 1. April 1922 bis 31. März 1923 testierten die Vertreter der Minderheiten gegen die vorgesehene isinfen, wird von dem amerikanischen Blatt, das sich über diesen nachgezahlt werden soll, sowie der Erhöhung der Tage- und Ueber Berteilung der Mandate auf die Wahlbezirfe, weil dabei die gealter Brauch luftig macht, nicht verraten. Leitungswaffer wird es nachtungsgelder der Reichsbeamten. Die Richtlinien für die Vermischtnationalen Bezirke in tendenziöser Weise benachteiligt würden. aber wohl nicht sein. Uebrigens ist diese Flasche außen zum Schuhwendung der Reichszuschüsse notleibender Klein. Der Abgeordnete Grünbaum erflärte, die Sejmmehrheit schaffe mit feinstem Leder überzogen und unter 10 Dollar im Handel nicht rentner wurden genehmigt. zu haben. Außerdem bekommt jeder Abgeordnete ein piffeines Taschenmesser, das gut und gern seine 8 Dollar wert ist, ein Spiel Rarten ausgesuchtester Qualität und dazu Spielmarfen. Diese Spielgerätschaften find in einem schönen Lederetui untergebracht und Im Reichsrat wurde gestern an Stelle eines bayerischen fosten zusammen auch nur die Kleinigkeit von 40 Dollar. Weiterhin Antrages auf Wiedereinführung der Melde- und Be erhalten die Bolksvertreter ein Toilettenetui im Werte von 22 Dollar zugsscheinpflicht für Rots ein preußischer Antrag an und einen Manikürkasten, der 26 Dollar wert ist, sicherlich, damit genommen, wonach die Eisenbahnkontrolle durch das Reichsver die Abgeordneten stets reine Hände haben. Alljährlich zu Weih tehrsministerium dem Reichskohlenkommissar gewährleistet und den nachten bekommt jedes Kongreßmitglied drei Kisten, von denen eine Der verschwindende Koks. selber einen Blod der nationalen Minderheiten, der sofort nach der Annahme einer derartigen Wahlordnung ins Leben treten werde. Außer den Deutschen und Juden, die bereits bisher im Sejm vertreten waren, treten bei der Neuwahl im Ottober Weißrussen, Ukrainer und vielleicht Litauer hinzu, die zufammen ein erhebliches Gewicht im Sejm darstellen dürften. aus Fichten, eine aus Eichen- und eine aus Bedernholz ist. Darinersorgungsbezirken das Recht zur Beschlagnahme wieder Die eingesperrten erwachenden Ungarn". sollen die Abgeordneten ihre Geschenke versenden. Ein Beteran eingeräumt werden soll. des Kongresses, John Cannon, hatte es schließlich, da er vierzig Wahre im Repräsentantenhaus saß, auf 120 folcher Risten gebracht. Neues deutsches Metallgeld. Es scheint, als wolle die ungarische Regierung, nachdem sie sich des Terrors der erwachenden Ungarn" bei den Wahlen bedient hat, um eine gefügige Parlamentsmehrheit zustande zu bringen, diese Mordbanden unschädlich zu machen, che sie ihr über den Kopf wachsen wie die Fascisten der italienischen Regierung. Nach der Verhaftung des Führers, des berüchtigten Seijas, und einer Anzahl von Anhängern in Budapest, fommen nun Nachrichten von weiteren Verhaftungen der Provinz. Weitere Verhaftung von Hejjas- Anhängern. Budapest, 27. Juli. In Kaposvar, einem fleinen Städtchen westlich von Dedenburg, find weitere 70 Anhänger von Hejjas verhaftet worden. Sie wurden von 300 Gendarmen umzingelt, so daß waffnet und bestand aus Flüchtlingen, aus dem von der Tschechoein Widerstand aussichtslos war. Die Bande war vorzüglich beEin Rekordjahr der Bevölkerungsfiatiffit. Das Jahr 1920 ist, Die Borschläge für die Ausprägung von Erfaßmünzen zu Nenn was die Geburts, Heirats- und Scheidungsziffern anbetrifft, nach beträgen von 1, 3 und 5 M. wurden vom Reichsrat gutgeheißen. den statistischen Mitteilungen, die die englische Regierung joeben Diefe Münzen follen aus einer Legierung von Aluminium mit veröffentlicht, für Großbritannien ein Refordjahr gewesen. 1 Broz. Kupfer bestehen. Zur Ausprägung sollen gelangen für Die Ziffern zeigen die höchste Heiratszahl, die bisher jemals be- 400 Millionen Mark Einmarkstücke, für 600 Millionen Mark Dreirichtet wurde, nämlich 25,5 pro 1000. Die Zunahme der Bevölke- markstücke und für 800 Millionen Mark Fünfmarkstücke. rung ist die höchste, die in irgendeiner Zeit der englischen Geschichte festgestellt wurde. Sie betrug nämlich in dem Jahre 1920 491 652 Beflaggung der Dienstgebäude am 11. August. Wie der amtSeelen. Die Zahl der Todesfälle ist mit 466 150 die verhältnis- liche Preußische Pressedienst mitteilt. ordnet der preußische Minister mäßig geringste, die feit 1862 vorgefommen ist. Die SäuglingsSterblichkeit, die seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts sehr im Ab- des Innern unter Bezugnahme auf die bekannten Beschlüsse des nehmen begriffen war, fiel im Jahre 1920 auf 80 Todesfälle bei einer Verfügung an, daß nunmehr die erforderlichen Flaggen mit Staatsministeriums über die Beflaggung der Dienstgebäude in 1000 Geburten, die niedrigste bisher bekannte Zahl. Die Ehen, die Rücksicht auf die Feier des 11. august mit größter Beschleu- slowakei besetzten ungarischen Gebiet. in England und Wales geschlossen wurden, betrugen 379 982, die größte Bahl, die je bekannt geworden. Die Zahl der Scheidungen nigung, und zwar, soweit es bei der Stürze der Zeit möglich ist, bedeutet freilich auch einen Reford, denn sie ist mit 6180 fast doppelt Richtlinien zu beschaffen sind. Der Minister ersucht die zuständigen unter Beachtung der in der Verfügung vom 22. Juni mitgeteilten Zeitungsverbote. Die„ Emder Zeitung" wurde vom Oberpräsi so groß, wie die von 1919, und fast dreifach so groß, wie in früheren Ober- bzw. Regierungspräsidenten und den Berliner Bolizeipräsidenten in Hannover auf Grund eines Artikels in Nr. 162 vom Jahren. denten um Berichterstattung bis spätestens 10. August, daß die er 13. Juli Jrrungen Wirrungen bis einichließlich 8. Auguft forderlichen Reichsflaggen vorhanden sind. berboten. Das in Buchen/ erscheinende Blatt„ Der Odenwälder" An alle fozialistischen Studentengruppen Deutschlands! Jede nischen Republikaners" auf Grund der Verordnung zum Schutze ist wegen des Korrespondenzartifels„ Das Urteil eines ameritaSozialistische Studentengruppe Deutschlands wird gebeten, zu der der Republik auf die Dauer von einer Woche verboten worden. Ein neues Theater in Berlin. Das in Charlottenburg im Motiv: Tagung republikanischer Studenten in Jena am 31. Juli und Der Oberpräsident von Schleswig- Holstein hat die„ Hamburger Baue befindliche Terra- Theater, das bisher als Stino diente, wird umgebaut 1. Auguft einen Vertreter zu entfenden. Für freie Unterkunft und Bürgerglocke" in der Provinz Schleswig- Holstein auf 6 Monate und soll im Herbit als„ Renaissance- beater" wieder eröffnet freie Verpflegung ist gesorgt! werden. Das Theater wird unter der Direktion von Theodor Tagger Eventuell wird Fahrtunterstützung wegen eines Artikels mit der Ueberschrift:„ Die Nathenau- Mörder einen fünstlerischen Spielplan mit einem allmählich heranzubildenden gewährt werden können. Alle sozialistischen Studenten menden sich gestellt", verboten. Ensemble pflegen. Als Regisseure werden Ludwig Berger, Heinz Goldberg bei Auskünften, die die Tagung betreffen, an Arwid Harnad, und Emil Lind tätig sein. Mit dem Theater wird eine Uebungsbühne cand. jur., Jena, Westendstraße 20, oder an die Geschäftsstelle des Blods republikanischer Studenten, Jena, Teichgraben 4. Im Kunstgewerbe- Museum wird am Sonntag eine Ausstellung Ukrainischer Bauernarbeiten eröffnet. verbunden. " Das Goldzollaufgeld beträgt für die Zeit vom 2. August bi einschließlich 8. August 11 400 vom Hundert. 90 115 Typy Gewerkschaftsbewegung Berliner Gewerkschaftskommision. eine dreijährige Haftbarkeit festgesetzt ist, foll für die Angestellten eine solche von fünf Jahren eingeführt werden. Aus den Perfonalaften, die den Angestellten auf Wunsch zur Einsichtnahme vorgelegt werden müssen, sollen in Zukunft die von der Dienststelle erteilten Auskünfte entfernt werden. Die bedeutendste Verschlech terung stellt die beabsichtigte Einführung der 48 stündigen Arbeitszeit unter Verlegung der Pausen außerhalb der Arbeitsder Angestellten einberufenen Versammlung der Behördenangestellten aus, die am Mittwoch nachmittag im Deutschen Hof" stattfand, faum eine Möglichkeit, auf der Basis des Bertragsentwurfes zu verhandeln." Vielleicht sei es notwendig, in Zukunft den Geltungsbereich eines abzuschließenden Tarifvertrages auf die vertrag schließenden Parteien zu beschränken. Caminer teilte mit, daß der Gedag" den Tarifvertragsentwurf als geeignete Verhandlungsgrundlage erklärt habe. Wie Kunert vom Gd2. ausführte, deckt sich die Auffassung dieser Organisation durchaus mit der des ZDA. In der Diskussion wurde ostentativ die Ablehnung deutschnationaler Verhändler als Vertreter der Reichs= regierung( v. Schlieben!) verlangt. Die Präsentierung dieser Herren stelle eine Brovokation der republikanisch gesinnten Angestelltenschaft dar. Eine Protestresolution gegen den vorgelegten Tarifvertragsentwurf fand einstimmige Annahme. Inhaber der übrigen Telephon Fábrifen, die bei ihr ausgetretenen Mechanifer nicht einzustellen, diesen also neue Arbeitsgelegenheit zu versperren. Damit nicht genug, fügte die Firma den Zeugnissen der Mechaniker folgen den Passus bei: Neuwahl des Ausschuffes. Die sozialen Baubetriebe. ,, Wir waren mit seiner Führung und seinen Leistungen stets zuDie Gewerkschaftskommission nahm in ihrer Plenarversamm- frieden; fein Abgang erfolgte freiwillig zusammen mit unge lung am Mittwoch im„ Englischen Hof" zunächst die Konstituierung fähr 80 Mechanitern nach Ablehnung übertarifzeit dar. Wir sehen," führte Posner in der vom Zentralverband ihres Ausschusses vor. Der Ausschuß schlug vor, dan Genossen Salicher Forderungen." bath weiter mit der Geschäftsleitung zu betrauen, das Ami Wenn die Firma gute Kräfte nicht auch entsprechend bezahlen des stellvertretenden Vorsitzenden dem Genossen Segle zu über- will, dann hat sie das Recht, fich anspruchslofere Kräfte zu fuchen, tragen, zum Kassierer wieder den Genossen Vieweger und die Arbeiter aber haben das Recht, die Stellung bei ihr mit zum Sekretär den Genossen Sprung zu bestimmen. Da fein beffer bezahlten Stellungen zu vertauschen. Doch hat kein UnterWiderspruch erhoben wurde, war damit die Konstituierung des Aus- nehmer das Recht, derartige verwerfliche Mittel zu praktischusses pottzogen.( Genosse Vollmerhaus ist von seinem Posten zieren, um seinen früheren Arbeitern ihr weiteres Fortkommen zu zurückgetreten.), erschweren. Ein Unternehmer zumal, der seinen Arbeitern Ein Redner protestierte ,, im Namen der kommunistischen Frat- den Ruf seiner Firma und seinen Wohlstand zu tion" dagegen, daß die Geschäftsleitung ein Telegramm mit der Un- perdanken hat, sich jedoch meigert. Die gleichen Löhne terschrift: Die Gewerkschaftstommission" an die russische Regierung u zahlen, mie fie feine Konkurrenzfirmen zahlen, hat auch gerichtet habe, ohne die Genehmigung der Plenarversammlung ein- moralisch nicht das Recht, seinem Aerger in solcher Weise Ausgeholt zu haben.( Es handelt sich um das Telegramm, das sich druck zu geben. Die Arbeiter haben forrett gehandelt, nicht aber gegen eine Verurteilung der Sozialrevolutio- die Firma, die sie cn freiwilliger Arbeit bei besserem Lohn zu näre zur Todesstrafe wandte.) Diese Protestaktion" der hindern ſucht. Kommunisten rief großen Unwillen und große Aufregung in der Bersammlung hervor. " Unter lebhafter Zustimmung wies Sabath darauf hin, daß es fich hier um das Leben mehrerer im Kampf um die Freiheit bewithr ter und ergrauter Revolutionäre handelt, die teils jahrelang unter dem zaristischen Regime in den Kerkern geschmachtet haben der nach Sibirien verbannt waren. Wenn das Leben dieser verdienstvollen Frei heitskämpfer bedroht erscheint, fonne ntan nicht erst noch eine VerJammlung einberufen. Gegen wenige tommunistische Stimmen befundete die Versammlung hierauf ihr volles Ein verständnis mit der Absendung des Telegramms. Dr. Wagner schilderte hierauf die Aufgaben des Ver bandes sozialer Baubetriebe. Redner hob in ieinen eingehenden Ausführungen hervor, daß die nach der Revolution geheg ten Erwartungen auf eine umfangreiche Sozialisierung nicht in Erfüllung gehen konnten, weil die Borbedingungen nicht gegeben wasen. Die Arbeiterschaft war weder geistig noch technisch und wirt schaftlich vorbereitet. Es frage fich, was nun eschehen müsse. Mit der Lohnpolitik allein fei das wirtschaftliche Problem nicht zu 1ofen. Die Bauwirtschaft ist das Gebiet, das große Angriffs flächen für die Gemeinwirtschaft bietet. Das ist auch vom Leipziger Kongreß des Gewerkschaftsbundes anerkannt worden, der den Baindesvorstand beauftragt hat, die von ihm eingeleitete gemeinwert fchaftliche Regelung des Wohnungswesens und der Baustoffe wester zu betreiben und die Reichsregierung sowie die Parlamente der Länder und Gemeinden darauf hinzuweisen, daß die Gewerkschaften, den Kampf gegen Wohnungsnot und Wohnungswucher auf breiterer Grundlage aufnehmen müssen. Außerordentlicher Verbandstag der Postbeamten. Die Erscheinungen, die sich unter den Eisenbahnern im Anschluß an den Eisenbahnerstreit bemerkbar gemacht haben und die schließlich zur Gründung des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes geführt haben, sind auch in den Kreisen der Postbeamten autage getreten, so daß sich der 150 000 Mitglieder zählende Reichsverband Deutscher Post- und Telegraphen beamten veranlaßt gefehen hat, zur Klärung dieser Fragen einen außerordentlichen Beibandstag einzuberufen. Die Tagung begann gestern vormittag im„ Deutschen Hof". Arbeitnehmer im Aufsichtsrat Deutsche Werke A.-G. fichtsrat gewählt: für die Arbeiter: Otto Lüd, 1. VorFür die 14 Betriebe der Deutschen Werke wurden in den Aufizender des Zentralbetriebsrates, für die Angestellten: Georg Stüdlen, 1. Vorsitzender des Betriebsrates der Hauptverwaltung. Achtung, Kistenmacher! Versammlung aller streifenden Kollegen heute 5 Uhr, im GeIn dem Tätigteitsbericht des Vorstandes, den der wertschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal I. Tagesordnung: zweite Vorsitzende enrich ablegte, gab dieser u. a. seinem Ve- 1. Das Verhandlungsergebnis des Deutschen Holzarbeiter- Verbauern darüber Ausdruck, daß der Berliner Bezirksverband bandes. 2. Bejchlußfassung über Abbruch des Streiks. in der Frage der Wahl zu den Beamtenausschüssen der Zu dieser Versammlung sind auch alle arbeitenden Bost insofern einen Disziplinbruch begangen babe, als er auf eigene istenmacher eingeladen. Fauft für feine Mitglieder Wahlenthaltung propagierte. Im Deutscher Holzarbeiter- Verband. Busammenhang damit wurde dem Verbandstag eine Entschließung Die Branchenleitung. des Vorstandes vorgelegt, in der die Mißbilligung diefes Zum Streik der Kraftdroschkenfahrer. Verbaltens des Berliner Bezirksverbandes beantragt wird. In der anschließenden Aussprache wurde von einer Reihe von Rednern aus ausschusses im Streit der Straftdrosakenfahrer in einer Versammlung Die Kraftdroschfenbesitzer haben die Entscheidung des Schlichtungsdem Reich darauf hingewiesen, daß lediglich durch die Propaaierung einstimmig abgelehnt und beschlossen, an den bisherigen Lohnder Wahlenthaltung, die Verbesserungen in den Beitim- jägen 3 M. Lohn und 15 Proz. der Einnahme mungen über die Beamtenvertretung bei der Post erreicht worden Die Arbeitgeber begründen ihre Haltung mit dem Hinweis, daß die festzuhalten. streiks, die Gewährung finanzieller Unterstützung für die streifenden Tare nicht völlig gedeckt würden und daß die Existenz der Kraftei. Auch das Verhalten des Vorstandes während des Eisenbahner- augenblicklichen hohen Betriebskosten selbst durch die fünfzigface Eisenbahner, fand die Billigung mehrerer Diskussionsredner. droichtenbesitzer aufs schwerste bedroht sei, wenn ein so hoher Der Kaiser der Gelben. Prozentiaz der Einnahmen, wie ihn der Schiedsspruch vorsehe, als Lohn gezahlt werde. „ Die Opfer des gewerkschaftlichen Neue Löhne der Transportarbeiter im Graphischen Gewerbe. Für die Transportarbeiter im Buchhandel, Buchdruckereien, Großhandel, für die Papierumichlag- und Papierausstattungsfabriken Buchbindereien, Zeitungsverlagsanstalten, Papier- und Pappen Auf keinem anderen gemeinwirtschaftlichen Gebiete sei bisher ei so großer Erfolg aufzuweisen, wie ihn der Verband sozialer Baubetriebe erreicht hat, trog planmäßiger Bekämpfung seiner Betriebe in der Person des ehemaligen Neuköllner Oberbi germeisters. Die Gelben haben sich einen neuen Raiser zugelegt, und zwar durch das Privatkapital. Alle Gewerkschaften seien mit an diesen Seinen Befähigungsnachweis für sein neues Amt hat er offenbar Betrieben interessiert. Der Berband bedarf der finanziellen und mo: im Jahre 1908 erbracht, als er seligen Angednkens den berühmten ralischen Unterstügung der Gewerkschaften. Ueberall in Deutschland hat die Arbeiterschaft bereits zur Selbsthilfe gegriffen. Die irt Wahlrechtsraub gegen die sozialdemokratischen Arbeiter Neuköllns lichen Betriebe sind zu Bezirksverbänden zusammengeschlossen wor- inszenierte. Heute steht er an der Spitze der Arbeitsschutzabteilung den und die Bezirksverbände werden von den Gewerkschaften in den der Zentralstelle vaterländischer Verbände, Berlin W. 62, Kleist- sind die Lounbewegungen für den Monat Juli zum Abschluß geBezirken finanziert. Es gilt nun auch in Berlin und Branstraße 62. denburg solche Bezirksverbände zu schaffen und Baustoffbetriebe Die von Herrn Oberbürgermeister Kaiser geleitete Arbeitsschutz- langt und die neuen Lohnvereinbarungen gegen Mitgliedsausweis zu errichten, um den Wucher mit diesen Stoffen zu verhindern. Der und politischen Terrors mit Schade tersaz bei Terrorfällen, Rechts- ufer 24/25, II, 3iminer 31 zu haben. abteilung hat die Aufgabe: im Bureau des Deutschen Transportarbeiterverbandes, EngelBortrag wurde, mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der anschließenden regen Aussprache vertraten bie tom- fchutz und Arbeitsvermittlung zu unterstüßen." Dazu wird die munistischen Redner einen ablehnenden Standpunkt. Ihre Einwände Industrie angeschnorrt.„ Millionen werden benötigt", heißt es in murden von Schiemann, Reimann und vom Referenten dem Aufruf der Gelben. Die Gelben sind so dünn gefät, daß sie in feinem Schlußwort zurückgewiesen. Auch Genoffe Dr. Lüdeals Faktor im Wirtschaftsleten ernsthaft nicht in Frage fommen. mann beteiligte fich an der Diskussion und hob hervor, daß man Wenn in der den Gelben nahestehenden Zeitungen angegeben wird: nicht alles, wie früher im alten Obrigkeitsstaate, nur von oben erSchon hat aber ein neuer Terrorsturm in den Betrieben einwarten dürfe. Die Kommunisten fordern den Klaffentampf. Es sei gefegt", so ist das eine gewollte Uebertreibung, die lediglich den jedoch unverständig, diesen nur mit dem Revolver in der Hand Zwecken dient, Geld von den Unternehmern und vor allem von den führen zu wollen. Jede Einwirkung zur Verbesserung der ökonomi- landwirtschaftlichen locker zu machen. fchen Berhältnisse der Arbeiterschaft sei ein Stüd Klaffenkampf. Wir brauchen geistige und wirtschaftliche Schulung. Erst müssen die Kräfte herangebildet werden, die die Wirtschaft übernehmen können. Sorgen wir dafür, daß gerade in Berlin Musterbetriebe geschaffen werden.( Lebhafter Beifall.) Nach einem Schlußwort des Referenten erklärte der Vorsitzende Genosse Sabath, daß es nun die Aufgabe der Gewerkschaftstom mission sei, für die Ausführung des vom 11. Gewerkschaftskongreß gefaßten Beschlusses zu wirken. Unternehmerterror. Die Mechanifer der Telephon- Fabrif R. Boffe u. Co., Berlin, Wiener Str. 43, waren bestrebt, in ihrem Einkommen mit den Mechantfern der Kenkurrenzfirmen gleichgestellt zu werden. Die Firma lehnte dies unter Berufung auf die Tariflohnfäße ab, weshalb die Mechaniker das Arbeitsverhältnis löften, um sich besser bezahlte Arbeitspläge zu suchen. Daraufhin veranlaßte die Firma diel " Die Republik und ihre Angestellten. den Reichstarifvertrag für Behördenangestellte Die Reichsregierung und die preußische Staatsregierung haben wurf, der bisher weder den zuständigen Ministern noch auch der zum 30. September 1922 gefündigt. Der neue Vertragsent= Reichsregierung in ihrer Gesamtheit vorgelegen hat, sieht eine große Anzahl von Verschlechterungen vor. Ein Zwang zur Benuhung des Arbeitsnachweises bei der Einstellung von Angestellten soll in Zukunft nicht mehr bestehen. Die Dienststellen sollen fich vielmehr Bewerbungen auf dem ihnen geeignet erscheinenden Wege verschaffen. Damit wird der Proteftionswirtschaft Tür und Tor geöffnet. Nach dem vor der Ermordung Rathenaus zustandegekommenen Entwurf ,, fann" von den Angestellten die Leistung des Eides auf die Verfassung verlangt werden. Während für die Beamten die durch die Vorrechte" der Angestellten beunruhigten Beamten bei der Berursachung von Schaden Die Arbeiter der Vorwärts- Buchdruckerei haben an die Gau fafie, laut Quittung des Gauvorstandes in den„ Mitteilungen", an freiwilligen Beiträgen für Verdienst während des Streits als 1. Rate 25 687 Mart abgeführt. Der Kellnerstreit in Erfurt, der infolge von Lohndifferenzen entstand, geht weiter. Die Gastwirtsangestellten lehnten das Angebot von 150 M. Garantielohn bei 10 Proz. Bedienungsgeld und angeblich fünfstündiger Arbeitszeit ab. Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs Berlin Lichterfelde; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Sierzu 1 Beilage und Jugend- Borwärts". Boswärts- Buchdruckerei u. Berlaasanitalt Baul Singer u. Co. Berlin. 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