Nr.354 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 173 Bezugspreis: Bierteljährlich 180,- M., monatlich 60,-. rei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memel gebiet, sowie Desterreich u Lugemburg 108, M., für das übrige Ausland 142, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich. Solland, Lettland, Luremburg, Desterreich. Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 25,- M. Reklamezeile 125,- M. Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 7, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 6, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 4,- M., jedes meitere Wort 3, 9. Worte über 15 Buchstaben zählen flir zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Seile 10,- 2. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Sonnabend, den 29. Juli 1922 Moratorium und Ausgleichszahlungen Frankreich gegen Erleichterung. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Haubtexpedition u. InseratenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Frieden und Recht! Der Brief des Reichspräsidenten. Wer den Reichspräsidenten darob tadeln will, daß er sich mit einem inhaltlich unmißverständlichen, in der Form aber höchst versöhnlich gehaltenen Schreiben an den bayerischen Ministerpräsidenten, Grafen Lerchenfeld, gewandt hat, der möge daran denken, was diese Tage an der Auf die Note, die die deutsche Regierung im Zusammenhang Die Agence Belge" teilt mit: Die belgische Regierung hat der mit dem Moratoriumsgesuch vom 12. Juli den beteiligten alliierten deutschen Regierung auf deren Ersuchen um Verminderung der Regierungen wegen der Barzahlungen im Ausgleichsver monatlich den Ausgleichsämtern von Deutschland zu zahlenden fahren und der Urteile der gemischten Schiedsgerichte( Artikel Summen erwidert, sie wünsche das Ersuchen um ein Moratorium| Juli- August- Wende in unserer Erinnerung bedeuten. Heute 297 E) übermittelt hat, ist die Antwort der französischen Regierung für die Wiedergutmachungszahlungen und das Ersuchen um Ver- vor acht Jahren begann der Krieg zwischen Desterreich und eingegangen. Darin werden, wie WIB. meldet, die deutschen An- minderung der Ausgleichszahlungen gemeinsam zu behandeln, träge, die dahin gehen, die in dem Londoner Abkommen vom wie sie diese stets als gemeinsam betrachtet habe und wie sie es nach 10. Juni 1921 vereinbarten monatlichen Pauschalzahlungen von dem Versailler Vertrage seien, der die Priorität der Wiedergut 2 Millionen Pfund zur Abdeckung der Debelfalden im Ausgleichs- machungen vor allen anderen Verpflichtungen Deutschlands aufstellt. verfahren auf 500 000 Pfund herabzusehen und Vorsorge dafür zu treffen, daß aus den Schiedsgerichtsurteilen,' die verein barungsgemäß in erster Linie aus dem Erlös des liquidierten deutschen Eigentums erfüllt werden sollen, für die Dauer des Moratoriums feine Barzahlungen gefordert werden, in ungewöhnlich schroffer Form abgelehnt. Die franzöfifche Regierung stellt für den Fall der Nichtzahlung der Monatsrate im Ausgleichsverfahren die Kündigung des Abkommens vom 26. Juni 1921, die nach ihrer Meinung auch die Aufhebung der späteren Vereinbarungen über die Abdeckung der Ansprüche aus Artikel 297 E zur Folge haben würde, das Verbot an die französischen Ausgleichsämter, deutsche Forderungen anzuerfennen und das Berlangen der strikte sten Durchführung des Friedensvertrags in Aussicht. Dazu würde, wie in der Note ausgeführt wird, auch die Aufhebung des Reichsausgleichsgesetzes Serbien, der sich troß aller„ Lokalisierungsversuche" blitzschnell zu einer Weltkatastrophe von bis dahin noch nie erlebter Größe entwickelte. Ein politischer Mord und seine Sühne bildeten den Ausgangspunkt diefer ungeheuren Bölkertragödie. Ihr Verlauf soll für alle Staatsmänner Lehre und Warnung Der Bericht des Garantiekomitees. sein, er soll ihnen den Rat ans Herz legen, auch das Paris, 28. Juli,( EE.) Der Bericht des Garantiefomitees 2 e u ßerste und Leite an Verständigung zu vera wird der Reparationskommiffion faum vor Menntag oder Dienstag suchen, ehe sie notgedrungen einer unheilvollen Entwicklung überreicht werden, da zunächst die englische Uebersetzung fertigge- freien Lauf laffen, von der niemand weiß, wo sie endet. stellt werden muß. Auch die heutige Nachmittagssigung der ReWie einst das Attentat auf den österreichischen Thron parationsfommission konnte sich daher offiziell mit diesem Bericht folger, so hat jetzt der Mord an Rathenau eine äußerst noch nicht befassen. Der Bericht ist äußerst umfangreich und be- gefahrdrohende Lage geschaffen. Auch ruhig denkende, Politiker schäftigt sich zuerst mit den vier deutschen Budgets, nämlich dem hegten am 24. Juni die schwere Sorge, daß nun entfeffelte ordentlichen Etat, dem außerordentlichen Etat, dem Etat der staat- Leidenschaften den Bürgerkrieg heraufbeschwören könnten. lichen Unternehmungen und dem Reparationsetat. Das Garantie- Es ist der Disziplin der republikanisch gesinnten Arbeiterfomitee schlägt eine Reihe von Ausgaben vor, die gestrichen massen, es ist der Arbeit der Gewerkschaften und der sozial werden sollen. Andererseits rät es zu Ersparnissen unter dem demokratischen Parteien, schließlich auch der politischen Einsicht Borbehalt technischer Untersuchungen. Der Bericht spricht auch der deutschen Regierungen und einer ungeheuren Reichstags mehrheit zu danken, daß die befürchteten schwersten Erschütte rungen ausblieben. Die neuen vom Reichstag beschlossenen heit. Da tam die neue Erschütterung aus Bayern Geseze schafften Beruhigung und Honung auf bessere Sicher nebel hindurch den Kern der Sache zu sehen. Da darf man Man muß sich bemühen, durch alle wogenden Phrasens sich nicht lange aufhalten bei der Behauptung, daß ein Gesez, das von der Deutschen Volkspartei mitbeschlossen wurde, boliche mistisch" sei oder daß der Reichsrat mit allen gegen die Stimmen Bayerns etwas gutgeheißen haben könne, was für die einzelnen Länder und Stämme des Reiches unerträglich sei. All das ist nur vorgeschützt, um die Tatsache zu verdecken, daß die bayerische Regierung ihre verfassungs widrige Verordnung aus Furcht vor einem drohens den Rechtsputsch erlassen hat. davon, den deutschen inneren Schuldendienst einzustellen. Das Garantiekomitee spricht sich allerdings darüber nicht aus, ob gehören, in dem die deutsche Regierung zugunsten der deutschen diese Maßnahme empfehlenswert sei. Immerhin könnte die Bitte Schuldner weit über die Verrechnungen aus dem Friedensvertrag der deutschen Regierung ein Moratorium diese Frage anschneiden. hinausgegangen sei. Für den Fall der Aufhebung des ge- Die Gesamtsumme der Ersparnisse, die die deutsche Regierung nach nannten Gesezes und der Abrechnung mit den deutschen Schuldnern Ansicht des Garantiefomitees erzielen fönnte, wird auf etwa zum vollen Tageskurs erbittet fich die franzöfifche Regierung Liften 30 Milliarden Papiermart, d. h. etwa 300 Millionen Goldmark derjenigen deutschen Schuldner, die sich dem Reichsausgleichsamt geschätzt. Außerdem schlägt das Garantiekomitee gegenüber zur Zahlung des Tagesfurses außerstande erklären, entgegenzunehmen, um durch Beröffentlichung ihrer Namen in den alliierten Ländern einen Druck auf sie auszuüben. Bezüglich der Ansprüche aus Artifel 297 E wird gesagt, Deutschland fönne fich die erforderlichen Mittel dadurch verschaffen, daß es die Durchführung des Artikels 297 J, der der deutschen Regierung die Entschädigung ihrer Staatsangehörigen wegen der Liquidation des deutschen Eigentums auferlegt, suspendiera oder ver langsamt. Schließlich verlangt die französische Regierung binnen einer Frist von zehn Tagen vom 26. Juli ab eine Erklärung der deutschen Regierung, daß das deutsche Ausgleichsamt fünftig die Bauschalsumme von 2 Millionen Pfund zahlen wird und fündigt an, daß fie anderenfalls gemisse, nicht näher bezeichnete Maßnahmen in Wirksamkeit treten lassen werde. eine Reihe direfter und indiretter Steuern Dor, Das Garantiefomitee betont, daß alle diese Maßnahmen bei einer Sanierung der deutschen Finanzen erst in zweiter Linie fämen. Die Hauptsache sei, die Kapitalflucht zu verhindern und die Mark zu stabilisieren. Es sei angebracht, eine internationale Anleihe zugunsten Deutschlands aufzulegen. Die deutsche Regierung würde etwa die Hälfte davon zu Reparationen und den Rest zu einer Gesundung der deutschen inneren Finanzwirtschaft benutzen fönnen, wodurch eine weitere Ausgabe von Banknoten vermieden würde. Der französische Ministerrat soll froß dem Widerstand der Industrie beschlossen haben, die deutschen Sachleistungen zu den Mindestsätzen zu vergeben. damals wurden der Einwohnermehrleitung die verschiedensten Waffenschiebungen nachgewiesen. Epäter lieferte man einen Teil der Waffen gegen Belohnung ab. Eine genaue Kontrolle blieb unmöglich, weil Sieglerschmidt die Waffenliften verschwinden ließ. Die bayerische Regierung wagt es nicht, das Gesetz zunt Schuß der Republik anzuwenden aus Furcht vor denen, gegen die es sich richtet. Die Leute, die mit drohend geballten Fäusten den Grafen Lerchenfeld auf verhängnisvollem Weg vorwärts gestoßen haben, sind eben diefelben, die allen Grund haben, eine Berührung mit dem Staatsgerichtshof und der Kriminalpolizei zu scheuen. Es ist der cisalpine Fascismus, der unter der blauweißen Fahne gegen die republikanische Reichseinheit Sturm läuft, und Graf Lerchen feld ist für den Augenblic sein Gefangener geworden. = Es gibt unter den Aufgeregten in Südbayern zweifellos auch ehrliche, in der Grundstimmung demokratische Föderalisten. Denen würde das Reich gern- manches und vieles zu Gefallen tun, wenn sie es nur verstanden hätten, sich vom völkisch monarchistischen Putschismus säuberlich getrennt zu halten. Aber nichts hat dem Gedanken des demokratischen Föderalismus mehr geschadet, als seine enge Verbindung mit jenen reaktionären Elementen, die nach Reich gepfiffen haben. Chlodwig Hohenlohes berühmtem Wort schon immer auf das Vorbesprechungen zur Einigungsfrage. Bertreter der Parteivorstände der Sozialdemokratischen Partei und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei traten am Freitag, den 28. Juli, zu einer Sihung zufammen, in der eine allgemeine Aussprache über die Frage der Einigung beider Berteien stattfand. Es herrschte auf beiden Seiten Einmüfigkeit Bei dem Schankwirt Wigle, Berlin N., Hochstraße, ist in der darüber, daß die Selbständigkeit beider Parteien in feiner Weise Regelbahn ein dort eingemauertes Waffen- und SprengWir fämpfen von Berlin aus jetzt nicht gegen den Födera beeinträchtigt werden darf, bis die Parteitage Stellung genommen Sprengstoffladung, 400 Meter Zündschnur, 3 Maschinenpistolen, lismus, sondern gegen die putschistische Reichss ftofflager beschlagnahmt worden, und zwar 20-25 Kilogramm haben, daß aber andererseits in der Preffe, in Versammlungen und 8 Gewehre, 4 Karabiner, 40 Handgranaten fowie Munition. Wigle unterwühlung, und es ist nicht unsere Schuld, daß sich in den öffentlichen Bertretungskörperschaften alles zu ver- ift tommunistischer Bezirksverordneter des Bezirks Wed- jenes Verbrechertum hinter die„ bayerischen Hoheitsrechte" meiden ist, was der Einigung Hindernisse bereiten ding. verschanzen durfte. In dem Augenblick, in dem zwischen jenen fönnte. Man verständigte sich über die Notwendigkeit, vor den An diesem Sprengstofflager sieht man, welche Auswirkungen ehrlichen Föderalisten und den zielbewußten Reichszerstörern beiderseitigen Parteitagen Beratungen über die programmatischen die deutschnationalistische Mordpropaganda und die in jenen Krei- eine reinliche Trennung sichtbar wäre, wäre eine neue Lage und organisatorischen Fragen stattfinden zu lassen, um die Partei- fen gepflegte heimliche Rüstung gegen den inneren geschaffen. tage in die Lage zu versetzen, zur Einigungsfrage pofitio Stellung Feind hat. Auf linksradikaler Seite werden so von verdrehten zu nehmen. Köpfen auch Waffen gesammelt; auf diese Art breitet sich die Mordatmosphäre immer von neuem aus. Waffenfunde in Berlin- Lichterfelde. Daran, daß verfassungsmäßig beschlossene Reichsgeseze durchgeführt werden müssen, vermöchte freilich auch diese neue Lage nichts zu ändern. Denn würde jetzt durch neueste bayerische Gewohnheit neues Recht geschaffen, dann tönnte jede Interessentengruppe, falls es ihr nur gelingt, die ihnen nicht genehmen Gesetzes erzwingen. Die Frage, die im Regierung ins Bockshorn zu jagen ,, die Nichtausführung eines gegenwärtigen Streit entschieden wird, lautet nicht: Föderalismus oder Zentralismus?", sondern sie lautet: ,, Staat oder Anarchie!" Kein deutsches Ueberfliegungsverbot. Amilich wird von der Abteilung la des Berliner Polizeipräfidiums mitgeteilt: In den lezten Tagen waren Meldungen verbreitet worden, Beamte der Berliner politischen Polizei haben in den lehten wonach die Reichsregierung anderen Regierungen ein Verbot des Tagen in Berlin mehrere Waffenlager beschlagnahmt. So in Ueberfliegens deutschen Reichsgebietes zur Kenntnis gebracht habe. Lichterfelde in der Villa des Direktor Doneder, wo im Dach- In Wahrheit hat die Reichsregierung an die der Entente nicht angeschoß 3 Maschinengewehre( 1 schweres und 2 leichte), 2 Maschinen- gehörenden Staaten eine Note gerichtet, die darauf hinweist, daß Wie diese Frage von München aus beantwortet wird, piftolen, 120 Gewehre, mehrere piftolen, Handgranaten, Stahl- Deutschland jetzt wieder Flugzeuge bauen darf, dabei aber gewisse darouf wird der Reichspräsident nicht lange warten fönnen. helme, Seitengewehre und zahlreiche Munition gefunden wurden. technische Bedingungen innehalten muß, da sie sonst von der Eine negative oder hinhaltende Antwort wäre ein überaus Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich hierbei um Entente als verbotenes Ariegsgerät betrachtet werden. Da nun schlechtes Borzeichen, denn wenn dann der Reichspräsident von Waffenbestände der früheren Lichterfelder Einwohnerwehr. auch die Einfuhr von Kriegsgerät Deutschland verboten ist, so seinem Recht aus Art. 48 der Reichsverfassung Gebrauch macht Die Lichterfelder Einwohnerwehr, zum mindesten ein Teil werden die Regierungen ersucht, dafür zu sorgen, daß aus ihren Ländern und die Aufhebung der bayerischen Berordnung verlangt, ihrer Mitglieder unter Führung eines gewissen Leutnant Sieg- nur solche Flugzeuge nach Deutschland fliegen, die den erwähnten würde ein Berharren Bayerns im Widerstande eine afute Ierschmidt hat schon verschiedentlich eine üble politische Rolle Bedingungen entsprechen. Es sollen dadurch Schwierigkeiten mit Krise von ganz unabsehbaren Auswirkungsmöglichkeiten erzu spielen versucht. Sieglerschmidt soll überdies Lehrer an der der Entente vermieden werden und die Note empfiehlt daher auch, öffnen. jekt Staatlichen Bildungsanstalt Rabettenanstalt Lich den Flugzeugen eine amtliche Bescheinigung mitzugeben, daß Es ist recht, daß man der bayerischen Regierung und dem terfelde sein. Unter ihm befam die Einwohnerschaft während der sie jenen Bedingungen entsprechen. Die Entente ist ja nach dem bayerischen Volke Zeit läßt zu überlegen, was auf dem Spiel Rapp- Tage bedenkliche Berbindung mit der Ehrhardt- Brigade. Schon von ihr diftierten Recht" an Bedingungen nicht gebunden. steht. Es ist recht, daß man die Erfahrungen der Vergangen3 heit beherzigk und sich nicht von noch so berechtigter Leiden- schaft sein Handeln vorschreiben läßt. Aber die Zeit, die übrig bleibt, muß in Bayern dazn benutzt werden, um zu begreifen, daß die deutsche Reichsverfassung nicht gewaltsam revi- diert werden und daß das zu allerletzt auf Wunsch und im Interesse von Verschwörerzirkeln geschehen darf. De? Reichspräsident hat ruhig, freundschaftlich, in versöhnlichem Ton, aber i» der Sache selbst fest gesprochen. Deutschland und die ganze Welt wartet auf Bayerns Antwort. Saöen und Württemberg gegen öapern. Karlsruhe, 28. Juli.(WT2S.) Der„Badische Beobachter" behandelt die bayerisch« Sonderverordnung und lehnt sie ab, denn es gehe nicht an, daß ein Land die von der gesamten Volks- Vertretung geschaffenen Gesetze alr- für sein Land unwirksam er- klärt. Das bayerische Verhalten werde nach der Auffassung des Blattes zu Verhältnissen führen, die das Reich in Trümmer schlügen. Das Blatt weist darauf hin, daß dis Deutschnationalen in München, die alle Hebel in Bewegung setzen, um die Stimmung in Bayern gegen das Reich aufzureizen, von der� Blättern der Berliner Deutsch- nationalen und ehemaligen Konservativen unterstützt werden, die früher die Bayern auf das gröblichste anfuhren, wenn sie ihre poli- tische und-kulturelle Eigenart gewahrt wissen wollten. Stutsgarl. 28, Juli(MTB.) Der„Schwäbische Merkur" sieht in der Verordnung der bayerische» Regierung eine offene Auflehnung gegen die verfassungsmäßige Zuständigkeit der Reichsregierung, die trotz der Erklärung der Reichstreue aus Mün- chen zu den allerbedenklichsten Konsequenzen führen könne. Das Blatt hofft, daß sowohl in München wie in Berlin das Aeußerste von Takt und Behutsamkeit aufgewendet werde, um eine versöhnliche Lösung herbeizuführen. Augsburg. 28. Juk.(MTB.) Der hiesige Stadtrat erließ in seiner heutigen Sitzung eine Erklärung, worin es heißt: Der Stadt- rat von Augsburg tritt den ErKärungen, die der Münchener und der Nürnberger Stadtrat zu dem Borgehen der bayerischen Regie- rung gegenüber dem Reichsgesetze zum Schutze der Republik abge- geben haben, vollinhaltlich bei. Der Stadtrat sieht in den Wirkungen, die durch die Stellungnahme der bayerischen Regierung ausgelöst werden müssen, schwere Gefahren politischer und wirtschaftlicher Natur, auch für unsere Industrie- ftadt. Der Stadtrat von Au-gsburg steht treu zum Reiche und seinen Gesetzen und erwartet von der bayerischen Regierung die Ab- kehr von ihren verhängnisvollen Beschlüssen. Will man nicht entgegenkommen? München, 28. Juki.(Eigener Drahtbericht.) Graf Lerchenfeld wird das Schreiben des Reichspräsidenten vorläufig nicht persönlich beantworten, soiüdern über die jetzt ein- zuschlagende Haltung der bayerischen Regierung zunächst mit den Parteiführern Veratungen abhalten Wie oerlautet, beab- sichtigt die bayerische Regierung jedoch nicht, die von dem Reichskabinett einstimmig als rechtsungültig bezeichnete Notverordnung ohne weiteres rückgängig zu machen. München, 28. Juli.(WTB.) Laut„Bayerischer Staats- zeitung" dürften der Ministerrat und die Parteien Voraussicht- lich erst anfangs nächster Woche zu dem Bdef des Reichspräfi- d eilten Stellung nehmen. Richter gegen das bayerische Unrecht. Der Republikanische Richterbund übermittelte uns folgendes Rundschreiben, das er seinen bayerischen Mitgliedern zusandte: „Die bayerische Regierung hat es aus politischen Gründen Unternommen, Reichsrecht durch Landesrecht zu brechen vder wenigstens zu biegen: sie hat es für gut befunden, im Wege einer Notverordnung die zum Schutze der Republik verfassungs- mäßig beschlossenen Reichsgesetze als solche zu ignorieren und in ihrer Durchführung zu hindern. So ist für die bayerischen Richter eine überaus ernste und verantwortungsschwere Lage entstanden. Wir bjsten deshalb unsere Mitglieder, leidenschaftslos, wie es dem Richter ziemt, den Vorstoß Bayerns als das zu erkennen und zu behandeln, was er ist. Die der Notverordnung beigegebene Begründung trägt für jeden parteipolitisch unbeeinslußbaren Richter die Deutfthe Lanösknechte um 1974. Bon K o l e Kokk. Tragödien älteren Stils pflegte ein lustiges„Vorspiel aus dem Theater" voraufzugehen. Das Drama des Weltkrieges brachte schnell ein« historische Posse in Vergessenheit, die in Ermangelung interessanteren Stoffes die Zeitungsleser zweier Hemisphären monatelang in angenehmster Spannung hielt. Durazzo— Prent Bibdoda— Wilhelm Wied, Mbret von Albanien, Essod Pascha— vielleicht rufen diese Namen in dem einen oder anderen Leser die Erinnerung wach an jene Zeiten, in denen Albanien im Brennpunkt des politischen Interesses stand. Der„albanische Krieg". Die„Belagerung" Durazzos. Die „Rebellion" der Skipetaren(die teil» griechisch-orthodox, teils mo- hammedanisch waren) gegen ihren„angestammten" Herrscher, der protestantischer Gardckürassier war und ein Bifrtejahr vor seinem Regierungsantritt kaum gewußt haben dürfte, daß es ein Albanien gab. dessen Nalionalheld Kastriota heißt und in dem man seine steuern zu begleichen pflegte, indem man den Steuerboten die Nasen abschnitt. Es war die glänzendste Parodie auf die Würde des Staates, das Gottesgnadentum der Dynastie und die Erhabenheit des Krieges. Wir haben uns in den wenigen Wochen dieses Satyrspiels gesund gelacht. Aber wenn ich heute daran zurückdenke, gewahre ich, wie in der Groteske bereits die Weissagung des Schrecklichen log, das folgen sollte. In Albanien war„Krieg". Der frischgebackene König brauchte ein Heer, um sich der allzu großen Liebe seines Volkes zu erwehren. Es wurde eine freundliche Einladung an alle diejenigen erlassen, die darunter.litten, daß in Europa Frieden herrschte. Man suchte Landsknechte, die mit Mannlichergewehr und Skodageschütz umzu- gehen verstanden. Und die Landsknechte kamen. Sie waren nicht so buntqewürfelt wie die Fähnlein des Mittel- alters. Immerhin, es war Auswahl. Ein junger Schotte, perfön- licher Freund des Fürsten, sah in der Angelegenheit einen smarten Sport. Ein ungarischer Graf, Offizier eines feudalen Honved- regimentes, riskierte für das Abenteuer die Uniform, denn in Oesterreich war die Werbung für Albanien wenigstens offiziell ver- boten. Ein rumänischer Oberst ließ sich von seinem Kriegsministe- rium„abkommandieren". Aber das waren nur einzelne. Die Masse und die Führer, sie waren Deutsche. Wer war Kommandeur der Wiedschen Kavallerie? Herr v. G., ehemaliger Husarcnoffizier, dem der deutsche Friedensdienst zu langweilig geworden war, der gestern bei Enver Pascha in Tri- polis auf Italiener schoß und heute in eigener Regie gegen Alba- nicr in ihreni eigenen Lande zu Felde lag. Und wer befehligte die Wiedschc Artillerie? Herr o. d. L., Rittmeister im Saurbrücker Ulanenregiment, dem der Fürst nie etwas zuliebe, die Albanier nie-twas zuleide getan hatten. Wer„verteidigte" Valona? Zwei deutsche Herren, die sich aus dieser militärischen Aufgabe einen Ferienjux machten. Sie waren, auf der Reise von Aegypten nach Deutschland, in Dalona aus Neu- gierde an Land gegangen, und als man ihnen erlaubte, mit Kennzeichen einer ünjuristifchen, tiefstehenden Umdeutungs- technit. Es liegt klar zutage, daß im gesamten Herrschaftsbereich eines ordnungsmäßig erlassenen Reichsgesetzes eine die Durchführung des Gesetzes sperrende Sonderverordnung auf Grund des Art. ätz der Reichsverfassung unmöglich ist.„Reichsrecht bricht Landesrecht" 'ist einer der obersten Verfassungsgrundsätze. Sollten sich in Bayern Richter finden, die jene Verirrung der bayerischen Regierung gut- heißen, so wird es gerade an unseren Mitgliedern sein, die Würde der geordneten Justiz zu wahren und dem Reiche zu geben, was des Reiches ist. Im Notfall bitten wir, mit dem Vorstand des Republikanischen Richterbundes in Verbindung zu treten." Das Urteil eines Münchener Staatsrechtslehrers. Nürnberg, 28. Juli.(WTB.) Karl Rothenbücher, ordent- licher Professor des Staatsrechtes in München, nimmt im„F r ä n- tischen Kurier" Stellung zu der bayerischen Ausnahmever- ordnung und lehnt sie als nach der Reichsverfassung nicht zu» l ä s s i g ab. Die bayerische Ausnahmeverordnung kann sich nach Rothenbücher nur stützen auf Art. 48 der Reichsverfassung. Nach diesem Artikel, kann die Landesregierung eine„einstweiNge Maß- nähme", wie sie die bayerische Ausnahmeverordnung darstellt, nur treffen, wenn„Gefahr im Verzuge" ist. Diese Vorbedingung war nicht gegeben. Nach§ 48 kann auch der Reichspräsident oder eine Landesregierung Maßnahmen treffen, die nicht in einem Gesetze vorgesehen sind. Unmöglich ist es aber ein Reichsgesetz, das gerade Ausnahmebedingungen zur Abwendung von Gefahren für die Staatsverfassung aufstellt, aufzuheben. Auch staatsrechtlich muß nach R. die Verordnung Bedenken erregen. In der Einleitung werde angedeutet, daß die Schutzgesetze nicht verfassungs- mäßig seien. Wenn dem so wäre, dann hätte aber die bayerische Regierung nach Art. IS der Reichsverfassung das Recht und die Pflicht, vor dem Staatsgerichtshof des Reiches dagegen Einspruch zu erheben und eine Entscheidung herbeizuführen. Bayerische Hoheitsrechte, auf die in der Verordnung hingewiesen wird, be- stehen nur soweit, als das Reichsgericht sie nicht ausschließt. Also auch hiermit kann sich die bayerische Regierung in diesem Falle nicht berufen._ Luüenöorffs Tätigkeit in Sapern. Merkwürdiger Optimismus der Regierung. München. 28. Juli.(MTB.) Auf eine kommunistische Anfrage im Bayerischen Landtag wegen der TätigkeitLuden- dorsfS in Bayern wurde in der heutigen Plenarsitzung des Bayerischen Landtags mitgeteilt, daß eS als falsch bezeichnet werden muß. daß in den Aeußerungen LudendorffS gegenüber dem Berliner Korrespondenten d-S„New Dork Herald' ein Versuch zu erblicken sei, sich der Entente als Söldnersübrer gegen Rußland anzubieten. Auch die Behauptung, daß Ludendorff eine hetzerische und ber- leumderische, das Reich schädigende und der Entente Vorschub leistende Tätigkeit entwickele, sei nicht gerechtfertigt. � Lügen über den Reichskanzler. Berlin, 28. Juli(WTB.). Die„München-Augsburger Abend- zeltung" bringt in ihrer Nummer vom 27. Juli die Meldung, der Reichskanzler Dr. Wirth habe mit dem Reichspräsidenten Ebert in der bayerischen Angelegenheit eine eingehende Rücksprache gehabt, wobei er dem Reichspräsidenten vorgeschlagen habe, im Not- falle gegen Bayern den Artikel 48 der Verfaffung anzuwenden. Das Blatt fügt hinzu, es sei unmuhrscheinlich, daß der Reichspräsident die Verantwortung auf sich nehmen werde, Reichswehr nach Bayern zu senden. Die Nachricht ist in vollem Umfange frei erfunden. Der Reichskanzler hat einen solchen Vorschlag weder gegenüber dem Reichspräsidenten noch auch dem Reichskabinett ge- macht. Säuberung der Schuhpolizei. Neben der Republikanisierung der Verwaltung und der Reichs- wehr wird in immer höherem Maße auch eine Säuberung der Schutzpolizei von antirepublikanifchen Elementen gefordert. Tagtäglich kann man in der Presse Klagen über ein« antirepublika- nische Betätigung von Osftzieren der Schutzpolizei im Dienste lesen. Die sich daran knüpfende Kritik schießt aber leider oft über das Ziel hinaus. Man oelangr dabei nicht fetten zu Berallgemeine- Kanonen zu schießen und sie dafür erstklassig zu verpflegen ver- sprach, konnten die Herren Reserveoffiziere der Artillerie nicht widerstehen. Sold haben sie. soviel ich weiß, nicht bezogen. Wer wird sich auch für ein Vergnügen noch bezahlen lassen! Und von wo kamen die albanischen„Fremdenlegionen", die der famose Bildhauer Kürschner(Wilhelm Wieds Spezi) tom- melte, die meisten„Freiwilligen"? Aus Deutschland! Was machten die königstreuen Mrditen für Augen, als eines Tages eine kriegsstarke Kompagni« unter Leitung eines graubärtigen Ostafrika- Feldwebels auf dem Marktplatz von Durazzo zu exerzieren begann! Aber all diesen Männern sprach die Freude aus den Augen, wieder einmal tüchtig bimsen zu dürfen und einem Fürsten zu dienen, der auf den Namen„Wilhelm" hörte. Sie waren durchaus und in jeder Beziehung„Freiwillige". Unfreiwillige wurden sie erst, als die versprochene Löhnung nicht gezahlt wurde und sie kein Geld zur Rückfahrt mehr besahen. Aber da brach der wirkliche, der Weltkrieg aus, und der deutsche Gesandte in Italien besörderie uns alle gratts und franko auf die deutschen Kasernenhöfe. Das war heute vor acht Jahren. Ich erinnere mich an zwei junge Leute, die ziemlich spät erst in Durazzo eintrafen und die ich eingehend über ihre Gründe be- fragte. Der eine war Fähnrich, Sohn au» einer Familie des pom- merschen oder mecklenburgischen Uradsls. Er war einfach ausge- rissen, um mitzumachen. Wegen der Folgen machte er sich keine Sorgen.„Mein alter Herr renkt das schon ein. Wenn ich hier Offizier werde, können sie mich drüben nicht wegjagen." Der andere, Sohn eines Hamburger Gymnasialprosesiors, sagte wörtlich:„Man darf einen deutschen Fürsten nicht in Not lassen." Als ich meinte, deshalb brauche doch nicht ausgerechnet er von der Unterprima auszurücken, gestand er, daß die Bilder des Fürsten in den illustrierten Zeitungen es ihm angetan hätten. Er wolle Wilhelm v. Wied als getreuer Lehnsmann dienen. Für einen ge- liebten Herren sterben, sei das schönste Los. Ich wage nicht, über die Marotten dieses Jungen zu spotten, denn er hat das beneidenswerte Schicksal gehabt, daß sein höchster Wunsch in Erfüllung ging. Er fiel in Frankreich, beglückt vom glückseligen Irrwahn,„einem geliebten Herrn treu gedient zu haben". Aber er und die andern— wie sind sie typisch für die Menschen, mit denen in Deutschland der Krieg gemacht wurde. Der„Kindermord bei Langemarck, er ist begangen worden an sol- chen jungen Phantasten, denen das mißverstandene deutsche Mittel- alter im Kopfe spukte. Ich weih nicht, ob der damalige Fähnrich v. Z. noch lebt, wenn ja, so ist«r sicherlich Mitglied der Organisation C, des„Stahlhelm" oder irgendeines Selbstschutzes. Dos„Königreich Albanien" gehört längst der Legende an. Die Oesterreicher entwickelten Humor, als sie den verhinderten „Mbret"(der übrigens bis heute noch nicht dem Throne„entsagt" hat) dem Stab des Operationskorps gegen Albanien zuteilten, da- mit er wenigstens auf diese Weise einmal sein ganzes Land zu sehen bekam. Bon dem, was sich in jenen kurzen Frühsommer. wochen dort abgespielt hat, wissen heute nur wenige noch zu be> richten. Wollte man etwas daraus machen, so würde es ein Operetten-Libreito. Die Tatsache aber, daß es unmittelbar vor dem Weltkrieg eine Zufallsgemeinschaft deutscher Menschen gab, die ihre Haut zu Markte trugen um des Rausens wilde n« verdient jest- rungen, dis bei der Mehrzahl der Angehörigen der Schutzpolizei, dis treue Republikaner sind, Erbitterung hervorrufen. Mit einer derartigen Kritik wird die Republikanisierung der Schutzpolizei nicht gefördert. Viel wirksamer ist hingegen eine sofortige Meldung aller monarchistischen Ausschreitungen an die vorgesetzten Behörden. Diese sind verpflichtet, überall energisch durchzugreifen. Wie ernst es dem Preußischen Ministerium des Innern mit der Schaffung einer absolut zuverlässigen republikanischen Schutzpolizei ist, zeigt folgende vom„Eoz. Parlamentsdienst" veröffentlichte Zusammenstellung über die Entlassung monarchistischer Schupo-Offiziere in den letzten Wochen: Im Soest ist ein Polizeihauptmann vom Dienst enthoben wor, den, dem eine Verletzung seiner Bcrufspflichten im oersassungsseind- lichen Sinne zur Last gelegt wurde.... Aus den gleichen Gründen ist gegen zwei Polizeioffizier« m S t e r k r a d e ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Ein Polizeioberleutnant in Sensburg wurde entlasten, weil er sich an einer Waffenschiebung beteiligt hatte. Ein Disziplinarversahren, mit dem Ziel der Dienstentlassung, wurde gegen einen Polizeileutncnt in Breslau eingeleitet, weil er eine Sammelbestellung auf die vom Ordensrat des„Verbandes nationalgesinnter Soldaten" verliehene Ehrendenkmünze des Welt- krieges am„heilig schwarzweißroten" Bande, trotz des tendenziösen Inhalts des Vordrucks, in dem die Republik und die Regierung ge- schmäht wurden, übernommen hatte. Gegen sechs Polizeiofsiziere ist das Entlassungsverfahren ein- geleitet, weil sie im Unterricht auf der höheren Polizeischule in Eiche beleidigende Zwischenruf« gemacht haben, die sich auf den Reichspräsidenten und die Verfassung bezogen. Ein Polizeioberleutnant in Münster ist entlassen worden, weil er sich in Uniform an einer monarchistischen Kundgebung be- teiligt hat. Ein Polizei-Oberstwachimeister in Breslau mußte den Dienst quittieren, weil er im Dienst eine Gesinnung betätigte, die mit der Treue zur Verfassung nicht in Einklang zu bringen wor. Ein derer Breslouer Polizeioffizier hatte sich an militärischen Uebungen im Glatzer Bergland beteiligt, die mit der Geheimorganisation C in Verbindung gebracht werden. Er ist vom Dienst enthoben worden. Zwei Hildesheimer Polizeiofsiziere gehörten dem„Stahlhelm" an und haben für diesen Berein geworben. Gegen sie ist das Entlassungsverfahren eingeleitet. Vierzehn"Polizeioffiziere in Hannaver haben sich gelegent- lich eines Kasinos est cs im Garten der früheren Kriegsschule in Han- nover antirepublikanisch ausgeführt. Die Entlassung ist vom Minister verfügt worden. Zwei Ossiziere in L y ck haben ihre Berusspflichten bei einer Kundgebung für den General Litzmann bzw. einem Sportfeste des Masurischen Reitervereins gröblich oerletzt. Ein anderer Lycker Offizier hat sich bei der Untersuchung durch eine Ministerialkom- Mission die ungehörigsten Bemerkungen über die Befugnisse feiner Vorgesetzten erlaubt." Die beiden ersteren sind mit einem strengen Verweis bestraft und versetzt worden: der letzter« wird entlassen. Zwei Offiziere in Marienwerder haben durch herab- setzende Aeußerungen über die Regierung den Beweis ihrer illoyalen Gesinnung erbracht. Auch sie sind entsprechend bestrast worden. Der Reichspräsident in Magdeburg. Magdeburg, 28. Juli.(Eig. Drahtbericht.) Am Freitag vor« mitlag traf der Reichspräsident zum Besuch der Miama in Magde- bürg ein. Tausende von Republikanern füllten den großen Bahn- Hossplatz bis zur Republikstraße hinauf. Die Farben der deutschen Republik weht?« überall. Air der Zug einlief, ertönten TauseiSe von Hochrufen und hallten von den Bahnsteigen hinab auf die Straße zu den Tausenden, die den Ruf aufnahmen. Langsam bahnten sich die Autos einen Weg durch die dichte Menge, in der ein Hochruf den andern ablöste. Einem deutschnationalen Jüngling, der dem Präsidenten Schmähworte zurief, wurde von der erregten Menge die oerdiente Züchtigung zuteil: er wurde von der Schutzpolizei verhaftet. Auf dem Platz der Mitteldeutschen Aus- stcllung(Miama) hielt Oberpräsident Hörsing die Begrüßungs- anspräche, in der er besonders die Verfassungstreue und republika- nische Gesinnung der Bevölkerung der Stadt Magdeburg und der Provinz Sachsen betonte. Nach dem Rundgang durch die Ausstellung folgte eine Besicht:- gung der berühmten Gruson-Getvächshäufer und eine Rundfahrt durch das bunte Magdeburg. Der Reichspräsident besuchte vor allem die Arbeitersiedlungen des Mieter-Bau- und Sparoereins und der Gartenstadt„Reform", wo er von der Arbeit er. j u g e n d begrüßt wurde. gehatten zu werden. Denn neben viele andere gehalten, beweist auch sie die Notwendigkeit dessen, daß die Parole des„Nie wie- der Krieg!" ein Schlachtruf fein muß wider eine Erziehung, die dem Raub- und Mordinstinkt im Menschen Vorschub leistet und die„Ideale" des Landsknechttums so sehr kultiviert hat, daß der Schritt vom Haudegen zum— Bravo nicht ungelan bleiben konnte. Thcaiergeschichlllches Lehrfach an der Universität Köln. Nachdem bereits im vergangenen, Jahre eine Theatergeschichtliche Abteilung des deutschen Seminare an der Universität Köln gegründet worden ist, beschloß die philosophische Fakultät nunmehr, Thcatergeschichte als besonderes Prüfungsfach beim Doktorexamen anzuerkennen. Dadurch hat Köln den Ansang mit einer Entwicklung gemacht, die dem Theater- fachmann ein besonderes Studium ermöglicht. Im Wintersemester werden besondere Kurse unter Leitung von Dramaturgen und Re> gisseuren abgehalten werden. Sinderimpack. Wie man weiß, ist Frankreich schon längst infolge der sinkenden Geburtenzahl von Entvölkerung bedroht. Noch nie zuvor hat aber eine Volkszählung so beunruhigende Ziffern aus- gewiesen, wie die vom Jahre 1921, deren Ergebnisse soeben veröf- fentlicht worden sind und ein« Gesamtbevölkerung von nur 29,2 Millionen Seelen zeigen. Die Volkszählung zeigt weiter, daß in Frankreich die Geburten die Sterbesälle nur um 140 000 jährlich übersteigen, gegenüber S00 000 in England und 800 000 in Deutsch- land. Noch schlimmer ist aber, daß bei weiterem Sinken der Ge- burtenziffer in dem seit dem Kriege beobachteten Ausmaß schon im Jahre 1925 die Zahl der Todesfälle die der Geburten um mehrere Hunderttausend übersteigen wird, was die Gefahr des Aussterbens der Nation in bedrohlichste Nähe rückt. Auch die eifrigste Propaganda zur Vermehrung der Kinderzahl, die die Franzosen betrieben haben, hat nichts genützt, und nun plant man. Kinder, hauptsächlich Knaben, aus anderen Ländern zu„importieren", um dem Lande neues Blut zuzuführen, dann aber, um der Entvölkerung Einhalt zu tun. Schon in den letzten Jahren sind aus den notleidenden östlichen Ländern zahlreiche kleine Kinder, von denen die meisten kaum über zwei Jahre att waren, übernommen worden, aber bisher nur au» Wohl- tätigkeitsgriinden, um diese Kinder vom Hungertod zu erretten. Erst neulich wurden tausend polnische Kinder auf die französischen Land- orte vretcilt. Gegenwärtig warten in Konstantinopel zweitausend kleine Russen darauf, nach Frankreich verpflanzt zu werden. Da- gegen haben jetzt aber unerwarteterweise die orthodoxen Priester Einspruch erhoben, mit der Begründung, Frankreich bekenne sich nicht zur griechisch-katholischen Lehre. Aber auch im Lande selbst melden sich Gegner gegen den„Kinderimport" im großen. Mau befürchtet, durch den fremden Einschlag einen Zuwachs, der die Rasse ungünstig beeinflußt. Die Anhänger der Idee, die etwa 1 Million Kinder nach Frankreich verpflanzen möchten, betonen da- gegen, die französische Kultur sei im Laufe der Jahrhunderte Ein- flüssen und Strömungen der verschiedensten Art unterworfen ge- wesen, ohne daß dadurch der typischen französischen Art und Kultur Abbruch getan worden sei. Im Potsdamer Schauspielhaus wird vom 2. Auault an«Ine Lommenplclz-it eröffnet. Man wird die„Ballerina deS König«' lvieleu und der fremden wegen schon um 4 Uhr ansauge». fir. 354 39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Sonntägliche Wanderziele. Buckow. Buckow, die Perle der märkischen Schweiz, bildet das Ziel der heutigen Wanderung. Mit den Fernzügen der Ostbahn fahren wir bis Dohmsdorf Müncheberg. Sonntagsrückfahrkarte, die zur Hinfahrt schon am Sonnabend von 12 Uhr mittags an berechtigt, vom Schlesischen Bahnhof III. Klaffe 19 M., IV. Klajje 15 M., von den Fernbahnhöfen der Stadtbahn 22 M. und 18 M. Bom Bahnhof wandern wir auf dem neben der Kleinbahn führenden Wege nach Buckow. Das Gelände ist außerordentlich hügelig, Berge und Mulden wechseln ständig miteinander ab; häufig sind die Mulden von Wasser angefüllt, die bei größerer Ausdehnung als Geen das Landschaftsbild teleben. Wir befinden uns in einem Endmoränengebiet der Eiszeit. Eine längere Zeit hindurch lag hier der Rand der nordischen Inlandeismassen; vorn schmolz ebensoviel Eis ab, wie von hinten nachfloß. Sonnabend, 29. Juli 1922 Fahrpreiserhöhungen und kein Ende. Bon der neuen Straßenbahn- Fahrpreiserhöhung waren gestern ( Freitag) morgen viele Fahrgäste, die offenbar feine Zeitungen mehr lesen, sehr überrascht, und die Schaffner und Fahrer betamen feine Schmeicheleien zu hören. Es wird zunächst mit einer Aba Rübchen", die auch heute noch in Teltow und Umgebung ange- wanderung in die Stadt- und Ringbahn und die Hochbahn gerechnet. baut werden und sich durch köstlichen Wohlgeschmack auszeichnen. Als nächstes Verkehrsinftitut folgte bereits 24 Stunden später die Ueber den Marktplatz und an der Andreaskirche vorüber, Allgemeine Berliner Omnibus- Gesellschaft, die deren hochragender Turm weithin im Lande sichtbar ist, fomme: für heute( Sonnabend) eine Erhöhung der Autobus- Fahrpreise einmir zur Neuen Straße und zur Potsdamer Straße; fie führt uns treten läßt. Teilstrecken kosten in Zukunft 5 M., die ganze Strecke, zum Städtchen hinaus nach Klein- Machnow. Dieses Gut mit Ausnahme auf der Linie, E, 7 M. Für die sogenannie Luxusgehört der Familie von Hake, die es schon etwa fünf Jahrhunderte linie E beträgt der Fahrpreis für die Teilstrecken 5 und 7 M., und lang befizt. Rechts der Hauptstraße, an der Zehlendorfer Straße, für die ganze Strecke 8 m. Weitere Tariferhöhungen liegt die Burg mit dem Bergfried. Einer derer von Hafe war es, werden voraussichtlich auch bei der Hochbahn und im Stadtgenannt Hate von Stülpe, der 1517 in der Zinnaer Forst bei bahnverkehr eintreten, die letztere wird voraussichtlich zum Jüterbog den Ablaßkrämer Tezel überfiel und ihm den gut ge- 1. Oftober, möglicherweise aber schon früher, gezwungen sein, die füllten Geldfasten abnahm, nachdem er sich vorher bei Tezel Ablaß Fahrpreise für die Stadt- und Ringbahn( Mindestfahrpreis) für diese erst zu begehende Günde gekauft hatte. Wir kommen zur heraufzusehen. Die Betriebslage bei der Omnibusgesellschaft, die Ma ch nower Schleuse, der einzigen Schleuse des Teltow- diesmal wieder die Straßenbahn mit der Tariferhöhung hat vorausfanals auf seinem 37,8 Kilometer langen Lauf. gehen lassen, erfordert, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, einen noch höheren Tarif, so daß in absehbarer Zeit eine weitere Steigerung des Tarifs erforderlich sein wird. Auch die Kraftdroschtenbesizer sind bereits um eine erneute Erhöhung der Tage eingekommen, deren Genehmigung durch den Magistrat bereits erfolgt ist, während der Polizeipräsident voraussichtlich schon in den nächsten Tagen seine Zustimmung geben wird. Auch die Tarife der Berliner Verkehrsmittel nähern sich also im Sturmschritt den Weltmarktpreisen an. Bon der Machnower Schleuse wandern wir auf der Chaussee Von der Kleinbahnstation Budom mandern wir weiter durch die Klein- Machnower Forst. Wir über nicht in die Stadt, sondern links ab durch die Mühlenstraße und schreiten die Potsdamer Bahn, die in einem tiefen Einschnitt geauf dem Wege nach Hasenholz zwischen Abendrotsee( links) führt wird, kreuzen bald darauf den Königsweg und biegen etwa und Weißem See( rechts) hindurch zur Buckower 3ie nach 7 Minuten rechts ab zum Jagdschloß Dreilinden. gelei. Hier wenden wir uns nach rechts zum Westufer des Vor dem Schloß steht ein großer Runenstein, der 1864 in Haders. Schermügelsees, dem wir gen Nord folgen. Der Weg leben in Schleswig aufgefunden wurde. Er ist mit Rumen, den führt auf dem Talgrund in der Nähe des Sees entlang; er bietet altgermanischen Schriftzeichen, bededt. Derartige Steine wurden große landschaftliche Schönheiten. Die aus beträchtlicher Höhe zur Erinnerung an hervorragende Personen oder bedeutsame Geziemlich steil zum See abfallende Hochfläche ist von zahlreichen schehnisse errichtet. Bon Dreilinden folgen wir dem Wege zur Schluchten, sogenannten Kehlen durchschnitten, die von den Regen- Chauffee, die neben der Eisenbahn hinführt. Unter der Bahn hinund Schneeschmelzwassern ausgewaschen wurden. Sie liegen meist durch und dann rechts hinauf fommen wir zum Bahnhof Wanntroden; nur nach größeren Regenfällen und zur Zeit der Schnee- fee. Von hier Rückfahrt entweder zur Stadtbahn oder zum schmelze dienen sie als Abflußrinne. Am Nordende des Scher- Wannseebahnhof. Weglänge 15 Kilometer. mügelfees liegt die Bollersdorfer Höhe. Von hier genießen wir eine prächtige Aussicht über den langgestreckten See. Er gehört zu den Rinnenseen, die von den eiszeitlichen Schmelzwassern ausgefurcht wurden. Von der Bollersdorfer Höhe steigen wir zur Chaussee von Buckow hinab. Vor dem Sophienfließ wenden wir uns nach links auf den Poeten steig, der am Waldrand in der Nähe des Fließes hinführt. Auf einigen Eteinen überschreiten wir das Fließ und steigen nun bargan. Ein schöner Mischwald hat uns aufgenommen, der besonders viel Akazien enthält. Ueber Jenashöhe gelangen wir zum Dachsberg, auf dem eine Schuhhütte in Form eines Pilzes steht. Am Fuß des Berges schimmert die grünliche Wasserfläche des Kleinen Lorno w= fees. In der Nähe liegt der Teufels stein, ein gewaltiger Findlingsblock, der in zwei Teile geborsten ist. Wir wandern weiter durch die Silberfehle, ein flammartige Schlucht mit Treppenwegen zum Elysium, und am Großen Zornow= fee vorüber zur Prizhagener Mühle. men Vom Wirthaus der Mühle wandern wir nach Süden. Kurz nachdem wir den Abflußgraben des Großen Tornowsees überfchritten haben, biegen wir von der Straße links ab. In der Nähe steht die Blutbuche, ein stattlicher Baum mit gewaltiger, braunroter Krone. Bir bleiben nun am Rande der Niederung, die von der Stobberom oder Stobber durchflossen wird und kombeim Schweizerhaus wieder an die Straße nach Budow. Dicht bei sprudelt die Güntherquelle. Bald haben wir Budow erreicht, ein sauberes Städtchen, das vielfach als Sommerfrische aufgesucht wird. Der an der Stelle einer alten wendischer Siedlung errichtete Ort wird bereits in einer Hrfunde von 1249 erwähnt. Besonders viel Bienenzucht wird hier getrieben. Durch die Stadt wandern wir zum Bahnhof der Kleinbahn, die uns nach Dahmsdorf Müncheberg zurückbringt. Weglänge 22 Kilometer, Teltow. * $ 4 Wie wird das Sonntagswetter? NW ... N.. NO WO SW SO SWS Sturm Regen und Veränderlich Schön • Wind Gewitter 30-30 2020 1010 00 10 10 Der Schritt vom Wege. Böse Folgen einer unbedachten Che. Ein aufsehenerregender Silberdiebstahl in der Billenkolonie Westend, bei welchem, dem Beingroßhändler H. Familienfilber im Werte von vielen hunderttausend Mark entwendet worden war, bes schäftigte gestern das Schöffengericht Charlottenburg. Angeflagt waren der Fleischer Walter Hermann und der Werkzeugmacher Kurt Wilke, sowie drei Berliner Metallhändler. Der Angeklagte Hermann hat ein sehr wechselvolles Schicksal gehabt. Nachdem er im Felde schwer verwundet worden mar, trat er in das Geschäft seines Baters ein. Gegen den Willen feiner Eltern heiratete er dann ein übelbeleumbetes Mädchen, so daß ihn der Vater verstieß. Seine Frau dankte ihm dies damit, daß sie ihm nach kurzer Zeit unter Mitnahme sämtlicher Wertsachen mit ihrem früheren Geliebten durchbrannte. Dies hatte einen völligen moralischen Zusammenbruch des jungen Menschen zu Folge, der nun in schlechte Gesellschaft geriet und verschiedene Diebstäble beging, bis er schließlich bei seinem Onkel, dem Weinhändler H., eine Zufluchtsstätte fand. Eines Tages war er verschwunden und mit ihm das gesamt: Tafelsilber im Werte von 300 000 m. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß die beiden Angeklagten, Neffen des Bestohlenen, und ein inzwischen flüchtig gewordener Friseur Larisch als mutmaßliche Täter in Frage famen. Vor Gericht ließ sich die Schuld des Wilte nicht nachweisen, so daß dieser freigesprochen werden mußte. Hermann wurde zu 6 Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt, die wegen Hehlerei mitangeflagten Metallhändler freigesprochen. Nach ein paar ziemlich heiteren, warmen Tagen trat zu BeDas Schweigen in den Züflen. ginn dieser Woche wieder trübes, regnerisches Wetter ein, das im Hausdiebe in der Komischen Oper" hatten feinere.s größten Teile Deutschlands mit kurzen Unterbrechungen anhielt. Die zum großen Teile von Gewittern begleiteten Regenfälle waren zeit um meniger hundert Mark willen der Direktion einen Schaden morgen in Trier 31, in Torgau 26, am Dienstag in Stralsund 42, läuft. Diese Diebstähle hatten gestern vor dem Schöffengericht an vielen Orten ergiebig. Beispielsweise wurden am Montag zugefügt, der sich auf über eine halbe Million Mark beam Mittwoch in Beuthen 25 Millimeter Niederschlagshöhe ge- Berlin- Mitte ein gerichtliches Nachspiel. Angeflagt wegen Diebstahls messen. Ueberall fand wieder e eine bedeutende Abkühlung statt, die zwischen Dienstag und Mittwoch, nachdem sich die Winde in mehreren Fällen waren der frühere Oberbeleuchter, der Komischen verstärkten und nach Nordwest gedreht hatten, noch zunahm. In Oper" Friz Erdmann und der Elektrotechnifer Erwin NeuBerlin sank die Temperatur in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag bis auf 10 Grad C. Zwar stieg sie, nachdem ein Hochdruck- mann, während sich mehrere Kaufleute, Inhaber von Installationsgebiet von Südwesten nach Mitteleuropa gelangt war und der geschäften, unter der Anklage der Hehlerei zu verantworten hatten. Ilimmel sich aufgeklärt hatte, am Donnerstag vormittag ziemlich Im Dezember v. J. wäre beinahe eine Störung der Borrasch empor. Aber schon am Nachmittag fanden abermals Regen- ftellungen der„ Komischer: Oper" dadurch erfolgt, daß plötzlich die fälle und Abkühlung statt, da vom europäischen Nordmeer ein Elettromotoren der Wind- bzw. Donnermaschine und der mit dem schon seit längerer Zeit in Nordwestruẞland befindlichem neues Tief nach der skandinavischen Halbinsel zog und sich dann Regenvorrichtung auf geheimnisvolle Weise verschwanden, Tiefdruckgebiet vereinigte, während das Hoch aus Mitteleuropa o daß, wo das Publikum Sturm, Regen, Donner erwartet hätte, nach dem Biskayischen Meer zurückwanderte. Jetzt scheint das allgemeine Stille in den Lüften über den weltbedeutenden Brettern nordöstliche Tief seinen Weg langsam in östlicher geherrscht hätte. Kurz darauf wurden auch die großen Motoren Richtung fortzusetzen. Nach seiner Entfernung dürfte sich der Heizungsanlagen ihrer Anker beraubt. Als Diebe wurden die das südwestliche Hochdruckgebiet wieder weiter nach nordost- beiden jegigen Angeklagten ermittelt, welche die Motoren bzw. den wärts ausbreiten. Rei ziemlich frischen westlichen bis Sonnabend, wieder überwiegend trübes, aber für bebenken, daß dadurch ein Schaden von mehreren Hunderttausend Sonntag etwas wärmeres, vielfach heiteres, obwohl entstand, da die Motorkörper nur noch als altes Eisen verkäuflich noch veränderliches Wetter und an beiden Tagen nur waren. Wie Direktor James Klein als Zeuge bekundete, ist ihm inswenig oder überhaupt keinen Regen zu erwarten. besondere dadurch auch ein enormer Schaden erwachsen, daß die entMit den Zügen der Wannseebahn fahren wir bis 3ehlen dorf- Mitte. Von dem alten Dorf, das dem Kloster Lehnin gehörte und von dem schon Urkunden aus der Mitte des 13. Jahrhunderts berichten, ist nichts mehr vorhanden; er ist in einen joge nannten Billenvorort umgewandelt worden. Wir gehen durch die Teltower Straße und auf der Teltower Chaussee durch Schönow zum Teltow kanal, den wir auf der Knesebeck- Brücke über schreiben. Jenseits des Kanals liegt Teltow, das in der durch Urfunden überlieferten Geschichte erstmalig gegen Ende des 13. Jahrhunderts auftaucht. Das Städtchen, das bis in die jüngste nordwestlichen Winden haben wir daher zwar für Kupferdraht für wenige hundert Mart verschärft" hatten, ohne zu Bergangenheit einen stillen verschwiegenen Winkel in der Nachbarfchaft der Großstadt bildete, ist durch die Lebensader des Teltow tanals zu einem im Aufblühen begriffenen Ort geworden. Bejon derer Beliebtheit erfreuen sich von altersher die„ Teltomer 65] Der Ruf durchs Fenster. Roman von Paul Frant. teurer und Lebemann plöglich in reiner Liebe einem Mädchen fich verbindet... schaubern gemacht, feineswegs unabhängig voneinander entstanden. Der wichtigste Punkt, den es heute für mich zu erledigen gilt, ist der, die rätselhafte Psychologie des Phänomens Klaus Garbislander kam zu Albert Reuß und dieser war Reuß und der damit in Berbindung stehenden Fälle derart zu von dem Erstlingswerk des bis dahin völlig unbekannten deuten und vor Ihren Augen flarzulegen, daß Sie hieraus zu Schriftstellers geradezu entzückt. Als er Herrn Garbislander erfennen vermögen, was im Grunde Triebfeder und Wurzel solches Urteil mitteilte, gestand dieser, daß er, als er dieses Obwohl ich Ihnen, meine sehr verehrten Herren und dieser Ereignisse gewesen ist, die allesamt mit Verbrechen und Stück schrieb, was die Hauptrolle anlangte, einzig und allein Damen, in einem Atem und meinen eigenen Worten nur Verbrechertum nichts zu schaffen haben, da die Wahrheit über an Reuß gedacht hatte, daß dieser sein Borbild gewesen sei, scheinbar widersprechend, zugleich die überraschende Mitteilung Albert Reuß weder den Untersuchungsrichter noch die Ge- als er die Figur des Verderbers und Verführers, des Wehrmachen muß, daß dieses Gastspiel gar nicht unterblieben ist, schworenen, sondern einzig und allein den Arzt angeht, der wolfs, geformt und entworfen habe. Kaum, daß der Autor sondern daß es dennoch stattgefunden hat. Der Werwolf' ist, sie auch im Verlauf der nächsten Stunde verkünden wird! den Schlußpunkt hinter die letzte Szene gesetzt hatte, ist er mit mit Albert Reuß in der Hauptrolle, aufneführt worden. Hier in Riga hat die Vorstellung stattgefunden, allerdings nicht auf eines Abends selbst verschwunden ist, und daß man ihn für kommen wiedergegeben werden, in Betracht kam. Vielleicht Wir wollen uns vor allem erinnern, daß Albert Reuß nach der einzige war, der für die Hauptrolle, sollte diese vollseinem Stück zu jenem Darsteller gegangen, der seiner Ansicht einer der üblichen Bühnen, vor allem nicht, wie ursprünglich das Opfer eines geheimnisvollen Verbrechens gehalten hat, hat Reuß schon während der Lektüre gespürt, wie der vom für beabsichtigt und wie man hätte annehmen können, im Deut während wir heute wiffen, daß er die Entführung der Erika Dichter erschaffene Charakter in seine Bersönlichkeit hineinschen Theater überhaupt nicht unter den geplanten Modalitäten, sondern unter anderen, ungewöhnlichen, man möchte Diest sowie die Berleitung des Richard Faltin auf sich zu wuchs, und aller Wahrscheinlichkeit nach hat sein in zahlreichen beinahe sagen, unter noch nie dagewefenen Umständen. Die nehmen hat. Jedermann wird den krassen Widerspruch er- Schlachten erprobter Instinkt ihm damals schon den richtigen Stadt Riga kann jedenfalls für sich die umumitößliche Tatsache kennen, der zwischen dieser Behauptung und jener liegt, die weg gewiesen. Klaus Garbislander sah somit die Erfüllung, in Anspruch nehmen, daß das, was sich hier in den letzten Tagen ohin die Kompetenz des Richters für den Fall Reuß geleug- die Verwirklichung seines Ideals nahegerückt, sein Stück war ereignet, niemals zu irgendeiner Zeit in irgendeiner Stadt net hat. Es handelt sich nämlich nur um einen scheinbaren angenommen, und er hatte Gelegenheit, sich immer wieder zu der Welt sich zugetragen hat... Haben Sie bloß noch ein Widerspruch, da wir die Umstände noch nicht kennen, die das überzeugen, daß das Interesse des Schauspielers, dem er sein wenig Geduld, und ich will versuchen, Ihnen all das zu Theatergarderobe zur Folge gehabt hat. Um es deutlicher zu wie bedeutende Aufgabe gestellt hatte, sich in gleichem Maße geheimnisvolle Verschwinden des Schauspielers aus der Werk anvertraut, und dem er zugleich eine ebenso schwierige, fagen: Sie fennen diese Boraussetzungen nicht, meine sehr ver- erhielt. Wir alle haben jetzt eine Reihe von aufgeregten Tagen ehrten Herrschaften, aber ich kenne sie! hinter uns, wie fe diese Stadt hoffentlich noch nicht allzuoft Die Proben zum Werwolf waren in vollem Gange. durchgemacht hat. Ein boshaftes Schicksal schien uns nicht zur Klaus Garbislander zu sprechen, dessen Hauptrolle Albert Bergebung bitten, wenn ich die scheinbare unwesentliche VorEs wird minmehr nötig sein, von jenem Stück des Herrn und ich muß die verehrten Anwesenden hier nochmals um Ruhe kommen zu lassen, und die schlimmen Ereignisse, die Reuß zuletzt studiert, für das er sich eingesetzt, das er durch geschichte hier breit und ausführlich erzähle. Sie müssen mir mehr als peinlichen Vorkommnisse überstürzten sich, reichten einander die Hand, löften einander ab. Die Polizeibehörde gefeßt und dem er schließlich in Wien zu einem großen, eben glauben, daß sie wesentlich und wichtig ist, und wenn ich hatte wahrlich mehr Arbeit zu leisten, als ihr lieb gemefen wohlverdienten Erfolg verholfen hat. Sie können sich wohl vom Werwolf' spreche und immer wieder auf ihn zurüdsein mochte, und noch niemals schien das Gesetz der Serie porstellen, meine sehr verehrten Damen und Herren, daß ein komme, sa geschicht es darum, weil er zur Sache gehört und derart zur Geltung fommen zu wollen, wie gerade diesmal, berühmter Schauspieler, der jahraus, jahrein feft im Berufe gleichsam Basis und Fundament für die folgenden Vorgänge da der Fall Reuß durch den Fall Diest und dieser wieder durch steht und Rolle um Rolle spielt, eines Tages für ein Werk, das bildet. die Affäre Faltin verdunkelt worden ist. erflären. So weit halten wir immerhin schon, daß die Zusammengehörigkeit dieser drei Fälle als befannt vorausgesezt werden darf, die noch vor furzer Zeit niemand geahnt oder für möglich gehalten und die ich selbst geleugnet hätte. Trotzdem ist, was uns im Verlauf der letzten Woche in Erstaunen gefeßt, uns er gleichfam entdeckt hat, ganz besonderes Interesse zeigt, weil Reuß ist an das Studium der Rolle des Melchior Krafft ihn der darzustellende Charakter im besonderen reizt, und der gegangen, von der er sich, seinem eigenen Ausspruch nach, infolgedessen mit alien Kräften an der Arbeit ist, dem Werk ungeheuer viel erwartete und die ihn ganz besonders stark zum Siege zu verhelfen, an das er bisher allein geglaubt hat. interessierte. Daß. seine Wahl eine glückliche gewesen, bezeugt Der Fall ist ähnlich, wenn ein aus mannigfachen Stürmen des der Erfolg, den er errungen und den die einstimmig enthusiaLebens heil hervorgegangener, von allen Hunden gehegter, mit stich sich äußernden Kritiken wiederspiegelten. allen Wassern gewaschener, in allen Säffeln gerechter Aben Fortjehung folgt.) Wo bleiben die Kohlen? Der Einen grauenhaften Fund machten gestern abend Beamte der wendeten bzw. demolierten Motoren zu der Hervorbringung ge-| eilte in das Haus Nr. 25 hinein und war wieder verschwunden. Man wisser technischer Effekte in der Höllenszene einer neuen Revue entdeckte ihn aber auf einem Treppenabfaz, auf dem er sich in einer Schußpolizei in der Spree. An der Jannowizbrücke landeten sie verwendet werden sollten, so daß nun zu den heutigen Preisen neue bunklen Ecke niedergelegt hatte, und brachte ihn nach der Wache. zwei Holzfisten, die verwestes Fleisch, Säcke, Stücke Motoren beschafft werden müssen. Das Gericht berücksichtigte die hier nannte er sich Erich Mahnke und spielte den Harmlosen. Mit von Trikotbeinkleidern und Reste von Blumen enthielten. vom Referendar Loewenthal vorgebrachten Milderungsgründe, der unschuldigsten Miene versicherte er, daß er an feinen Einbruch Fund wurde zu genauer Untersuchung nach dem Schauhause. erkannte aber mit Rücksicht auf den angerichteten großen Schaden gedacht habe, aber er sei sehr nervös und deshalb habe ihn die gebracht. gegen Erdmann auf 8 Monate und gegen Neumann auf Mitteilung der Frau zur Flucht veranlaßt. Bei weiteren NachDie Eröffnung des Schiffsverkehrs durch Polnisch3 Monate Gefängnis. Letzterem wurde die bedingte Begnadi- forschungen ergab sich, daß er ein alter Zuchthäusler war, der aus Westpreußen der Strafanstalt in Maugard ausgebrochen war, ein 39 Jahre alter, gung gewährt. Die Mitangeklagten wurden freigesprochen. aus Kamenz gebürtiger Kellner Adolf Lomazsch, ein gewerbsmäßiger über Nege und Bromberger Kanal steht bevor. Die polnischen KonWohnungs- und Geschäftseinbrecher. Lomazich war zuletzt in fulate in Deutschland find angewiesen, die Paßvisa für die Schiffer Dresden festgenommen worden. gegen eine Gebühr von 5 M. zu erteilen. Wichtige Einzelheiten Die Klagen über die mangelhafte Rohlenbelieferung sind in der dieses Berkehrs sind jedoch nicht geregelt. Den Schiffern ist daher egten Zeit immer lebhafter geworden und kommen aus allen Kreisen Auf der Straße hypnotisiert und bestohlen. dringend die größte Borsicht zu empfehlen, wenn sie schon vor der Bevölkerung. In der Regel wird dem Kohlenkleinhändler die Gestern abend gegen 8 Uhr wurde vor dem Café Braune, der erst noch zu erwartenden polnischen ErkläSchuld an den herrschenden Zuständen zugeschoben, indem immer wieder behauptet wird, daß der Händler die ihm zur Verteilung über- Aleganderstr., 54, ein Mann beobachtet, der völlig geisterung durch den Wasserkorridor fahren wollen. Mit der Fürsorge für die deutsche Schiffahrt zwischen Ostwiesenen Rohlenmengen mit Rücksicht auf die zu erwartende Preis- abwesend auf dem Bürgersteig stand. Bahlreiche Neufteigerung zurückhalte. In allen Fällen, in denen tatsächlich nach gierige, die sich schnell angesammelt hatten, schien er überhaupt preußen und dem übrigen Deutschland ist vorläufig der Regierungsgewiefen wird, daß Händler ihre Kohlenvorräte aus spekulativen nicht zu bemerken. Als eine Streife der Schuppolizei auf ihn zu präsident in Schneidemühl betraut; an ihn haben sich die SchiffGründen zurückhalten, schreitet das Kohlenamt schonungslos ein, die trat und einer der Beamten ihn am Arm faßte, fiel er plöglich, fahrttreibenden wegen aller Ausfünfte und Beschwerden zunächst Borräte werden beschlagnahmt und die betreffenden Betriebe ge- wie vom Blik getroffen und steif wie ein Stock, zu Boden. Man zu wenden. Uebrigens hat das polnische Auswärtige Amt soeben fchloffen, ebenso wirb gegen die milden Händler, die in letzter Zeit brachte ihn nach der Aleranderwache, wo er sich erst nach längerer angeordnet, daß die Bezeichnung Bolnischer Korridor" nicht wieder häufiger auftreten und zu Phantasiepreisen Kohlen anbieten, Beit erholte. Auf Befragen gab er an, daß vor dem genannten mehr gebraucht werden dürfe. Statt deffen folle es immer heißen mit aller Schärfe vorgegangen. Die gegenwärtige Kohlenkalamität Staffeehause ein Mann auf ihn zugekommen fei und ihn scharf an- Polnisches Territorium". Auch sei darauf hingewiefen, daß häufig in Berlin, die sich feit etwa 14 Tagen bemerkbar macht, hat ihre gesehen habe. Was weiter geschehen sei, tönne er nicht sagen. Zu Brieffendungen nach Bolen aufgeliefert werden, die vom Ursachen in erster Linie in dem Rückgang der Förderung seinem Schreck bemerkte er jegt, daß ihm ein Betrag von 125 M. Absender mit ungebührlichen und für Polen verlegenden im Senftenberger Braunfohlenrevier, das be fehlte. Der Hypnotisierte ist ein 38 Jahre alter Schlosser Robert M. 3ufäßen versehen sind. Die polnischen Dienststellen haben in Aussicht gestellt, folche Sendungen fünftig von der Beförderung fanntlich von Unruhen und Grubenbränden heimgesucht war. Zurzeit machen die täglichen Briketteingänge nach Berlin noch nicht die Für 400 000 mart Steuermarfen gestohlen. In dem großen auszuschließen. Es liegt daher im Interesse der Absender, solche Hälfte der sonst üblichen Kohlenzufuhren aus. Noch schlechter ehlerprozeß, in welchem es sich um den strafbaren Bertrieb der von Bufäße zu unterlassen. steht es seit der vollzogenen Teilung Oberschlesiens dem Postsekretär William Müller in Pyriz veruntreuten mit der Steinkohlenversorgung. Schon seit längerer Stenermarken in Höhe von 400 000 Mark handelte, kam das Gericht Zeit ist die Stadt Berlin gezwungen, für den Betrieb ihrer Berke zu folgendem Urteil: Die Hauptbeteiligten Otto Berndt und englische Kohle anzukaufen. Im Hinblick auf diese Störun- Hermann Sachen wurden zu Gefängnisstrafen von gen in der Kohlenbelieferung ist mit einer Freigabe weiterer Kohlen- 1 bezw. 14 Jahren verurteilt, gegen die übrigen wurden Geabschnitte vor dem 15. Auguft feinesfalls zu rechnen, da denjenigen fängnisstrafen von 8 bis 6 Monaten verhängt. Für die der Hehlerei Händlern, die mit der Belieferung ihrer Kunden noch im Rückstand bezichtigten Angeklagten teips, Engelte und Lemme war find, Gelegenheit gegeben werden soll, die Versorgung der Ber- von den Rechtsanwälten Justizrat Dr. Meyerstein, Dr. Karl braucher in dem vorgesehenen Umfange durchzuführen. Leider wird Loewenthal und Dr. Juliusburger I ein umfangreicher es sich dabei nicht vermeiden lassen, daß die betreffenden Konsumen Entlastungsbeweis angetreten worden, den das Gericht für erbracht ten die in wenigen Tagen zu erwartende Steigerung der Brikett- hielt und diese Angeklagten deshalb auf Kosten der Staatskasse preise auf 100 Mark für den Zentner mit in Kauf nehmen müssen. frei sprach. Städtische Kurse für Wassersport. プラ Absturz des deutschen Posiflugzeuges 150. Wie aus Boizenburg an der Elbe gemeldet wird, hat sich am Freitag nachmittag 3% Uhr das Postflugzeug 150 der Deutschen Luftreederei 6 Kilometer von Boizenburg entfernt überschlagen und ist in die Gülzer Tannen abgestürzt. Der Führer v. Bertal und drei Passagiere, anscheinend Amerikaner, haben sämtlich den Tod durch Schädelbruch erlitten. Die Leichen wurden geborgen. Die Ursache des Unfalls ist noch ungeflärt, da das Flugzeug völlig zertrümmert ist. Ein raffinierier Banffchwindel. In Nürnberg meldete sich am Freitag ein Unbekannter in der Reichsbantfiliale bei der Aufrufung eines Kontrollftreifens an Stelle des betreffenden Bankdieners und erhielt 300 000 m. ausgezahlt. Der Schwindler ist spurlos ver schwunden. Die Ehefragödie in der Howaldstraße. Die Leiche des Oberleutnants a. D. v. Stillfried und Rathenig ist gestern in der Friedhofshalle in der Enthstraße zu Schöneberg gerichtsärzt- Erngutes Großfeuer in Hamburg. Ein Großfeuer hat in der Die Stadt Berlin hat, wie bereits im Vorjahre, so auch in diesem lich obduziert worden. Das Ergebnis bestätigte den Befund, Nacht zum Freitag den größten Teil der Hammerbrooker Jahre zur förperlichen Ertüchtigung der Jugend für den Prof. Dr. Strauch bei der ersten Besichtigung der Leiche fest- Reiswerte in Hamburg, Gustavstraße, eingeäschert. Die die wassersportliebenden Jugendlichen Kurse ein gerichtet, in denen das sportmäßige Rudern in eigenen Sportbooten gestellt hate. Der Einschuß befindet sich links an der Schläfe, der Höhe des Schadens läßt sich zur Stunde noch nicht übersehen. Ausschuß rechts am Hinterkopf. Eine Brandstelle zeigt, daß der der Stadt durch tüchtige Ruderlehrer gelehrt wird. Die Lehrkurse Schuß aus allernächster Nähe abgefeuert worden ist. Man glaubt werden auf dem Bootsplak Sadowa, an der Spree bei der Vorort- daher sicher auf Selbstmord schließen zu können. station gleichen Namens( Bahnstrecke Friedrichshagen- Erkner) gelegen, abgehalten. Der Unterricht wird sich bei günstigem Wetter bis Die Gaspreise werden, wie die Direktion der städtischen Gasgegen Ende September d. 3. erstrecken. Als Gebühr sind für die Teilwerte im heutigen Anzeigenteil mitteilt, mit Wirkung von der nahme am Kursus 40 m. aur teilweisen Deckung der Unkosten beim Standaufnahme im Auguft einheitlich auf 8 M. für den KubikJugendamt, Neue Friedrichstr. 80, 3immer 39, einzuzahlen. Beson- meter festgesezt. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Heute abend 6 Uhr wichtige Sigung im Sekretariat, LindenArbeitersport. dere Sporttieidung ist nicht erforderlich. Der Unterricht findet wochen- Nie wieder Krieg. Am Sonntag, den 30. Juli, vormittags ftraße 3. täglich von 5 bis 7 Uhr nachmittags statt. Baden dortfelbft fostenlos. 9 Uhr, Friedensdemonstrationsversammlung in Buch. Treffpunkt Gelegenheit, Schwimmunterricht zu nehmen, ist gleichfalls vorhanden. 9 Uhr Restaurant zur Tanne". Alle Republikaner von Buch, BuchSportfreudigen Jugendlichen wird deshalb umgehende Anmeldung Holz, Blankenburg, Karow, Schönerlinde und Röntgental werden im vorgenannten Amte empfohlen. Arbeitersportler- Funktionäre! von den Ortsgruppen Buch der Deutschen Friedensgesellschaft, der lichen Bericht des Bundestuenfeftes in Leipzig gelangt am Dienstag, den SPD. und der USBD. gebeten, sich zahlreich zu beteiligen. 1. August, nachmittags 3 Uhr, in der Köpenider Str. 108( 1. Hof rechts, 1 Tr.) zur Ausgabe. Die Zeitungsabholer von Fichte" 4 Uhr. Der nervöse Einbrecher. In seiner eigenen Falle, die er einem anderen gestellt hatte, fing sich ein schwerer Junge" in der Warschauer Straße. Eine Frau in dem Hause Nr. 12 war allein in der Wohnung, als ein fleines Mädchen erschien und ihr bestellte, fie folle zu einer bestimmten Zeit nach der Warschauer Brücke kommen, weil dort jemand mit ihr aufammentreffen wolle. Die Frau schöpfte Berdacht und ließ, als fie fich auf den Weg machte, vorsichtshalber einen Betannten in der Wohnung zurüd. Nach einiger Zeit hörte denn auch der Mann ein verdächtiges Geräusch an der Tür der gegenüberliegenden Wohnung. In diesem Augenblick fehrte auch schon die Frau zurück, die. wie sie vermutet hatte, nur durch eine Vorspiegelung nach der Brüde gelodt worden war, Vor der Tür war jetzt niemand mehr zu sehen. Die Polizei wurde benachrichtigt und beobachtete das Haus. Bald kam denn auch ein fremder Mann heraus und ging nach der Borhagener Straße zu. Als der Beamte ihn ungefähr eingeholt hatte, ergriff er die Flucht, Wiener Ausflug. Der Arbeiter- Sport" mit dem ausführ Freie Turnerschaft Groß- Berlin- Schöneberg. Die Turnstunden finden bis Ende der Ferien auf dem Dominicusplat statt, und zwar jeden Sonntag, Mitt Freitag, den 11. August, Boroch und Freitag. Anmeldungen daselbst. turnersihung. Achtung, Kanubefizer! Alle Sportarten haben sich zu Arbeitersportver bänden zusammengefunden, nur der Ranufsport nicht. Viele Arbeiter, die diesen Sport treiben, irren ziellos herum, da fie feinen Verband haben und schließlidh auf die blauen Bereine angewiesen sind. Es soll nun ein Bund ge gründet werden, und der Unterzeichnete fordert alle gleichgesinnten Babbler mit eigenem Boot auf, fich an ihn zu wenden. Hentschler, Berlin, Markusſtraße 47. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft flau. Fische knapp, Geschäft schleppend. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft flott. Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 48-62 M., ohne Knochen 63-89 M. Schweinefleisch 78-96 M. Hammelfleisch' 50-80 M. Kalbfleisch 42-75 M. Schellfisch 9-18 M. Seelachs 10-18 M. Rotzungen 12-18 M. In Eis: Schleie 40-62 M. Hechte 45-58 M. Aale 60-72 M. Lebende Aale 68-85 M. Hechte 70-80 M. Eier 7-7,50 M. das Stück. Naturbutter 88-98 M. Margarine 60-70 M. Schweineschmalz 80-92 M. Kartoffeln( neue) 45 Blumenkohl 15-35 M. der Kopf. Weißkohl 6 und bis 55 M. zehn Pfund. bis 7.50 M. Mohrrüben 6-10 M. das Bund. Spinat 7-9 M. Kohlrabi 10-16 M. die Mandel. Schoten 6-12 M. Grüne Gurken 10-18 M. das Stück. Grüne Bohnen 6-12 M. Salat 2,50-4 M. der Kopf. Kochäpfel 4-5 M. Eßäpfel 10-15 M. Blaubeeren 12-14 M. Kirschen 8 bis 15 M. Kriegs- und Hungerjahre, gefunden. Hinter jedem Grasbüschel leuchten sie hervor, diese leeren Büchsen, aus jenen Ländern der Erde, die mehr haben als wir armen Deutsch- Desterreicher. Wer die Schönheit der Umgebung Wiens ruhig genießen will, muß die Straßen meiden, darauf die Alltäglichkeit wandert, muß die stillen Pfade aufsuchen, die zur Einsamkeit führen. Arbeiterturnerbund, 4. Bezirk. Zum Gruppenfest am 13. August in Lichten rabe werden folgende Ausschreibungen erlassen: Männer: Gerätesechskampf, gemischter Rehntampf, leichtathletischer Fünftampf in Hochsprung, Weitsprung, Distuswerfen, Rugelstoßen und 100- Meter- Lauf, Einzeltämpfe in 400 und 3000 Meter. Meitere Turner: Dreikampf in 100 Meter, Weitsprung Kugelstoßen. Turnerinnen: Gerätefechskampf, Dreikampf in 100- Meter- Lauf, Weitsprung, Speerwerfen, Eingeltämpfe in Hochsprung und Rugelstoßen. Für Jugendturner in 2 Altersklassen: gemischter Behnkampf, leichtathletifer Fünffampf wie Männer, Einzeltämpfe in 2011 GwedenStafetten für Männer, Turnerinnen und Jugend: 4X100 Meter und Schweden. ftafette. Meldungen bis 1. August an Bezirksturnwart Zeilinger, Schöneberg, Dominieusplay. Aber es gibt auch erfreuliche Bilder. Da ist das arbeitende Jung- Wien. Die strammen Burschen und Mädels haben entdeckt, welch großer Reiz und welch ungeheure Wichtigkeit für Körper und Seele, in den fonntäglichen Wanderungen durch den Wienerwald liegen. Und es flingen die Zupfgeigen und tönen die Lieder. Spl daten würden das feine guten mehr. Aber Kämpfer werden sie alle. Kämpfer für die zu erringenden Menschenrechte. Kämpfer, die einmal den verderblichen Kapitalismus niederringen werden. Ich bin einen stillen Waldpfad gegangen, und der hat mich auf eine freie Blöße geführt. Unten lag das weite, schöne Land mit den verstreuten Ortschaften, den welligen grünen Triften, es schimmerten blaue Leiche und gligerten die Bäche. Und die Berge reihten fich einer an den andern, bis weit in die blauverdämmernde Ferne. Der Himmel war wunderbar blau, und im Westen lohten die Abendfeuer. Aus der Ferne aber tönte leise das alte, ehrliche deutsche Lied:„ Das Wandern ist des Müllers Luft Und da bin ist so froh geworden und habe gelächelt über meinen anfänglichen Zorn und Aerger über das Schieberpack. Lassen wir fie schlemmen und prassen. Nicht mehr fern ist die Zeit, wo dem goldenen Kalb endgültig die Kehle zugeschnürt werden wird. Mit Militarismus und Gottesgnadentum sind wir fertig geworden. Mit der Herrschaft des goldenen Kalbes aber werden die Jungens fertig werden, die fingend den Heimweg einschlagen. Die Jungens die Hoffnung unserer Zukunft. Bon J. Binzenz, Wien. Fangen wir, wie bei der Erschaffung der Welt, mit dem Better an. Der Frühling ist uns heuer viel schuldig geblieben. Ein rauher April, ein falter Mai und ein unzuverlässiger Juni. Es hatte den Ueber die hellen, weißen Straßen, die hin zu den Bergen streben, Anschein, als follte sich zur Bedrückung seitens unserer lieben Nach- fausen die Autos der neuen Wiener, die selbst bei einem Stand der Ach, hätten doch Poincaré, wie überhaupt alle die sogenann barn, fich auch noch die himmlische dazugefellen. Der Frühsommer Krone von 0,05%, die herrlichsten Profite zu erzielen wiffen. Die aber hat alles wieder gutgemacht. Er sendet einen Tag schöner als im üppigen Sommerflor prangenden Alleebäume bedeckt bald eine ten Sieger, die heute ihre Macht mißbrauchen und das deutsche Bolk den andern, gibt uns Himmelsbläue und Sonnengold in solch dichte Staubschicht, und die auf Schusters Rappen dahintrabenden ärger bebrüden, als es je ein Bolt des Altertums mit Besiegten reichem Maße, daß es schier nicht zu ertragen ist. Die Wiesen, die unteren Hunderttausend bekommen den Benzingeftant reichlich zu getan, hätten diese blinden Haffer doch Augen und Ohren für das, in Wien schon hinter den letzten Borstadthäusern beginnen, sind gleich verspüren. Das Ziel der Autos ist Baden oder der Semmering. In wie das wahre Volk denkt, und nicht nur immer für die Großschnaugrünen Teppichen über die fanft gewellten Hügellehnen hingerollt, der guten alten Zeit, das heißt bis zum Kriegsausbruch, fonnte man zigkeit einiger Säbelraßler, ihre Angst vor einer Revanche brauchte und hinter hnen beginnt der Reigen der Wienerwaldberge. für sechs Kronen hin zum Semmering und zurück nach Wien dann bei weitem nicht so groß zu sein, als sie angeblich ist. Die Straßenbahn( 260 Kronen di eFahrt) fährt bis zu den fahren. Jetzt hat sich die Sache verändert und man bezahlt zweiDie neuen Wiener zahlen mühelos Biesenrändern hin. Wenn die Wagen an schönen Sonntagen ihren taujendzweihundert Kronen. lebenden Inhalt ausfpeien, bleibt der Großteil davon aus Bequem- diesen Preis, die alten aber sind nicht mehr in der Lage, dies zu lichkeit gleich auf dem nächsten grünen Fled liegen. Wehe folch leisten. Also bleibt das herrliche Bergjuwel unbestrittenes Eigentum einer armen Wiese, wenn das gräßlichste Erzeugnis der Schöpfung, der Schieber. genannt Mensch, in Rudeln daherkommt! Das tollt und jagt und In einem lieblichen Winkel des Wienerwaldes steht ein Gastlagert sich um die Tafeln, auf denen in großen Buchstaben und in baus. Dieses war früher ein beliebtes Ausflugsziel der Arbeiterschaft schlechter Orthographie steht: Das Betretten der Wiesen ist bei und kleinen Geschäftsleute. Die Schieber entdeckten es und bald Straffe verbohten!!!" Die altehrwürdige Ziehharmonifa und die fonnte fein Arbeiter mehr dort einlehren. Heute ist das einst so neumodische Zupfgeige werden in Tätigkeit gesetzt, das uralte anheimelnde Waldwirtshaus ein Hotel und unter den herrlichen Fangerifpiel"( Haschen) und das„ Blinde- Ruh- Spiel", das besonders Baumkronen schlemmen die Schieber. täppisch anmutet, wenn es von ältlichen Jungfrauen und Jung- Es ist ein Anblick für Götter, diese neue Gesellschaft zu beobgesellen mit Glazen betrieben wird, beginnen. Kein Mensch sagt sich, achten, wenn sie sich unter sich fühlt. Ich getraue mich meine daß die Wiese eigentlich den Zweck hat, durch reichlichen Graswuchs sogenannte unsterbliche Seele zu verwetten, daß unter mehr als die Kühe zum Mehrertrag der loftbaren Milch( der Liter 500 Kronen) breihundert Leuten, die ich am letzten Sonntag in dem Waldhotel anzuspornen. Der Flurwächter tutet wie ein Irrfinniger in der antraf, feine zwei waren, die Wien als ihre Geburtsstadt bezeich Ferne, was aber von richtigen Wiener nie ernst genommen wird. nen tönnen. Die bekannte Stadt Babel wird nach erfolgter Spra Nun schnauft der Mann heran. Sein Kopf ist vom vielen Tuten und chenverwirrung fein solches Stimmenchaos aufzuweisen gehabt ha- Amerika und der englische Alkoholfchmuggel. Die Aufdeckung vom noch größeren Aerger so rot wie die Aufschläge an seiner Uni- ben, als ich an jenem gefegneten Tage dort vorfand. Man hat nach eines umfangreichen Alkoholschmuggels, an dem sich 15 englische form, und seine ehrenrührigen Worte, mit denen er die menschlichen dem Zusammenbruch prophezeit, Wien werde ein zweites Brügge, Schiffe beteiligten, hat der amerikanischen Regierung Anlaß gegeben, Grashüpfer anschnaubt, fönnen unmöglich aus einem Amtsregle- werde eine tote Stadt werden. Die Propheten haben sich tüchtig eine Note vorzubereiten, in der sie von der englischen Regierung die ment stammen: Wann nöt glet schau'n, daß aus der Wief'n geschnitten, haben nicht der neuen Wiener gedacht, die, eine Mil- Bestrafung der Kapitäne aller Schiffe fordert, die den Alkoholaußa tuman, so, hau i Ihner d'Har'n a!" So brüllt der Wächter lion wird gerade langen, jene Wiener ersetzen, welche Krieg, Hun schmuggel zwischen den Bahama- Inseln und den in den New Yorker und ist schrecklich anzusehen in seinem heiligen Zorn. Wer auf diese ger, Grippe und Abwanderung zum Opfer fielen. Jetzt hat Wien Gewässern freuzenden amerikanischen Schiffen vermitteln. liebenswürdige Aufforderung den Plaz verläßt, ist sicherlich kein mehr Einwohner als vor dem Kriege und dazu die fürchterlichste mag erwähnt werden, daß das trockengelegte Amerika bereits feine Wiener. Dieser bleibt vielmehr gemächlich liegen und fagt ganz ge- Wohnungsnot. Und woher fam uns der Erjah? Der Kriegswind Helden" hat, die in den Blättern in spaltenlangen Artikeln gefeiert mütlich: Aber Herr Nachbar, wer wird denn glei so schrei'n! Warum hat ihn aus allen Himmelsrichtungen, sogar aus den Ententelän- werden. So wies man fürzlich mit Genugtuung darauf hin, daß foll'n den grad mir aus der Wief'n herausgeh'n? Wo soviel andere dern, hergeweht. Menschenfehricht, den man anderswo hinausfegte, der im Kampf gegen den Alkoholteufel unermüdliche Wanderprediger noch drin sind!" Und merkwürdigerweise ist durch diese gütliche An- und der jegt in Wien lebt, schreit, die Kaffeehäuser, soweit sie noch Bussyfoot, nachdem er aus einem Schiffbruch gerettet worden war, sprache der Zorn des Wächters gebrochen. Jeffas na, mann's nur nicht zu Bankhäusern umgewandelt find, füllt und um die legten froß seiner Erschöpfung eine Tasse Kaffee mit Rum, die ihm zur regnen tät", fag er und verläßt entfagungsvoll den Plaz. Weiß er Trümmer des einstigen Boltsvermögens schachert. Es hat viele Kräftigung gereicht wurde, entrüftet zurückgewiesen habe. Als boch ganz gut, daß es ihm nicht möglich ist, all die Hunderte zum Kriege gegeben, es wird auch immer Kriegsgewinner gegeben ha Kuriofum sei hinzugefügt, daß die drahtlosen Telegramme, die den Berlassen der Wiese zu bewegen. ben. Nie aber dürften es solch unappetitlichen Geschöpfe gewesen amerikanischen Blättern die erschütternde Tatsache meldeten, die Der andere Morgen findet hier einen Anblick zum Erbarmen. fein, wie diese neuen Reichen. Was da vor einigen Jahren in irgend- Gefte" Buffyfoots als eine der Antike würdige Heldentat" beBaren einft folche Ausflugswiefen mit den üblichen Wurscht einer Kleinstadt vergraben war, saß in dem schönen Hotelgarten, zeichneten. papierin" überreich garniert, fand man die Blätter aller Richtungen, zeigte feine Goldzähne und schleppte das Teuerste, was Juwelier und bie sich bis aufs Messer bekämpften, hier im friedlichen Beifammen- Modesalons verfertigen, auf den gedunsenen Körpern herum. Und sein, so ist dies jegt einerseits wegen der Wurst- andererseits wegen man trifft stets dieselben Bilder, sei es jetzt in Baden, oder in Schönber Papiernot nicht mehr jo arg. Dafür aber ist vollwertiger Erfaß brunn, oder auf dem Rahlenberg, Ueberall diefe unförmigen Treffer in ben nielen onfervenbüchsen, diefer perruchten Erfindung derma fumpfen Genießer 21 Dabei mittag 4 Uhr, zu fleinen Preisen Lautensads. Pfarrhauskomödie Im Kleinen Theater gelangt ab 30. Jult an jedem Sonntag nachmit Mili Kemper( Irma), Hans Strien( Stooperator), Rosy Lemm( Ambrofia) und Paul Birnbaum( Pierrer), der zugleich die fünstlerische Zeitung hat zur Aufführung Gedlandsiedlung in Nordwestdeutschland. men, weil sich jekt efogar Organisationen wie der West- Idie Rede. Nach dem Kriege aber fete sich die Borgwirtschaft ført, die fälische Bauernverein und maßgebende Politiker, schwebenden Schulden des Reiches wuchsen und überschreiten jetzt das wie der Zentrumsabgeordnete Herold, auf die Seite der dritte Milliardenhundert! Hätte das Reich oder die Reichsbant Grundbesizer stellen. Sehr aufschlußreich ist folgender Fall: amtlich den Kredit verteuert, so hätte es zunächst seine eigenen Von W. Helling, Bors. d. Nordwestdeutschen Heuerleuteverbandes. 80 Hektar bewirtschaftet, sollten auf Antrag der Kreisfied- Herauffeßung der Gelbfäße ab. Inzwischen haben sich die Berhält Dem Hofbefizer Tebbe- Südmerzen, welcher eine Fläche von 3insiasten vermehrt. Darum fah man noch 1920 von der Durch das Reichssiedlungsgesetz vom 11. August 1919 ist fungsgesellschaft Bersenbrüd 8 Settar Debland ent- nisse grundlegend verändert. Der Brivattrebit war immer schwerer das Siedlungswert geseggeberisch in Angriff genommen eignet werden. Noch während das Enteignungsverfahren zu erhalten. Zinssäge von 10 und 12 Broz. wurden die Regel, bazu worden. Dieses Gefeß verfolgt volkswirtschaftliche wie auch schwebte, hat Tebbe versucht, das Land zu einem namhaften famen noch harte Bedingunngen an Brosifonen und sonstiger Art. foziale Biele. Zunächst soll durch Urbarmachung der Moor- Breise nicht an einen Siedler, sondern an einen größeren Nur die Reichsbant vergütete auf die bei ihr hinterlegten Wechsel und Dedländereien und durch Aufteilung von schlecht bewirt- Eigentümer zu vertaufen. Der Landrat des Kreises noch 5 Broz. Dafür mußte fie zusehen, wie der freie Markt bie schaftetem Großgrundbesiz die Anbaufläche und somit Bersenbrück verweigerte daraufhin die Genehmigung zum Reichsschaganweisungen nicht mehr aufnahm. Man gab fie ihr zuauch die landwirtschaftliche Produktion ver- Berkauf, weil eben das Enteignungsverfahren schon eingeleitet rüd und verlangte Noten. Die Notenpreffe arbeitete dafür in vergrößert werden, auf der anderen Seite will man streb war. Die Mehrheit des Kreisausschusses billigte dies Bor- fchärftem Tempo, ohne genügend Zahlungsmittel auf den Martt famen Landarbeitern, Pächtern und Heuerleuten den sozialen gehen des Landrats. Troßdem hat der Westfälische Bauern- bringen zu können. Hatte Anfang 1920 noch mehr als zwei Drittel Aufstieg ermöglichen, damit diese Menschen gesunde zufriedene verein am 11. Juli in Bersenbrüd eine Protestversammlung der Schabanweisungen des Reiches glatt bet Brivaten abgelegt wer Staatsbürger werden und nicht durch Auswanderung dem gegen die Enteignung des Tebbeschen Dedlandes abgehalten, den können, so verschob sich in der Folgezeit das Bild immer mehr, deutschen Volksganzen verloren gehen. Bekanntlich gibt es und der Zentrumsabgeordnete Herold wurde beim preußi- bis jetzt am 22. Juli- fich für 196 Millierben Mart Schahanweiin Hannover, Oldenburg und Westfalen große fchen Landwirtschaftsministerium zugunsten von Tebbe vor- fungen in den Trefors des Zentrainoteninftituts häuften, so daß nur Strecken Dedlandes, welche sich ausgezeichnet zur Kultivierung ftellig. Wie es heißt, ist in den Händen des Westfälischen noch ein Drittel von ihnen im freien Bertelt war. Die Gründe der und Besiedlung eignen. Gerade die Dedlandsfiedlung stellt Bauernvereins ein Schreiben eines Ministerialdirektors aus Geldverknappung, die den Abfaß der Reihspapiere erschwerte, find durch Verbindung des sozialen mit dem volkswirtschaftlichen dem preußischen Landwirtschaftsministerium, in dem das Vor- bekannt. Die steigenden Preise schufen bei Inbustrie und Handel Gesichtspunkte eine außerordentlich glückliche Lösung des gehen des siedlungsfreundlichen Landrats beanstandet wird. einen großen Bedarf an Betriebstapital. Die Unternehmungen aber Siedlungsproblems dar. Wenn man als Volkswirtschaftler Die Entwicklung dieses Falles ist typisch. hatten in völliger Berkennung ber seltswirtsofichen Lage ihren gegen die Aufteilung gut bewirtschafteter Güter und Domänen gewisse Bedenken hegen muß, fo glaube ich jedoch, daß man zahl von Beamten unterhalten, um die Siedlung zu fördern. wöhnt und jede noch so fühne Profitfalutation bec privatfapitalistiAuf den Kulturämtern wird vom Staate eine große An- rebit perpulvert, ihr kapital verreäffert, bie Attionäre ver jedem deutschen Staatsbürger die Ueberzeugung beibringen Ein Unbeteiligter kann aber leicht den Eindrud gewinnen, daß ichen Geldgeber angenehm entrust. So figen e jet me ats kann, daß unkultiviertes Dedland unbedingt und ohne große die Kulturämter in einer nur zu großen Anzahl der Fälle ihrer der Zeit der steigenden Preise viele Griftengen eingebungen, die Umstände im Interesse des Volksganzen zu Siedlungszwecken Aufgabe nicht gerecht werden. enteignet werden muß. Im so befremdender muß es wirken, daß eine Enteig Deblandsiedlung frei machen, dann muß in§ 3 des verfügten. Das verarmende Belt närte fie, e Breisbiftahir ber Will man den Weg zu praktischer Arbeit in der nichts als Profitmacher sind und weder über genügend Erfahrung, noch über genügend Realbesis, noch über are rebrumblagen Praris so gut wie unmöglich ist. Hunderte von sieb- nommen werden, daß Moor- oder Debland auffie. Alle diese Leute brauen Betriebsfapital. Was ever an Renung des Deblandes in Nordwestdeutschland in der Reichssiedlungsgesetzes eine Bestimmung aufge: verfügten. Das verarmende Bolt nährte sie, se reisbiktatur ber Rartelle und die rücksichtslose Breispolitik ber Bobrifanten züchtete lungslustigen Bächtern und Heuerleuten müssen die Erfahrung Antrag eines Siedlungsgesezes pom zustän= machen, daß zwar Dedland in großen Flächen vorhanden ist, bigen kulturamt sofort ohne weitere Rechtswinnausschüttungen und durch die gesingen Bezugsrews: ferven aber sie es leider nicht bekommen können, trotz Republik und mittel enteignet werden kann. Auf dem bis- oder durch andere Realisierung der„ Seingane" zu einem eroffenen oder stillen- be rear, ik burch he reien Ge Siedlungsgesetzgebung. winnausschüttungen und durch die gebringen Bezugsre herigen Wege jedenfalls tommt man nicht weiter. heblichen Teil in bie Speculation, sen ihr in bat Barbratish berg führt worden. Und so fete es feie en Mein, die dem Ras pitalmarkt zur Verfügung gestellt werden tomaten. Bezeichnend für die Lage ist, daß sich auch ber private rebit in fteigaben tage an die Reichsbant wanble. In ben fetten Monaten hat ihr Be stand an bistontierten Wechseln und Sheets auf 7 ilia.ben erhöht, nachdem er im Ofteber corigen Jahres auf ewiger als sina Milliarde zusammengeschrumpft war. Warum? In erster Linie, weil nach langen Rämpfen die Zentrumsabgeordneten Herold und Burlage in§ 3 des Reichs= siedlungsgesehes durchgefeht haben, daß die Enteig mung von Dedland erst dann stattfinden kann, wenn der Eigen tümer sich nicht verpflichtet, innerhalb einer ihm gesetzten angemessenen Frist eine seinen wirtschaftlichen Berhältnissen entsprechende Fläche selber in Kulturland umzuwandeln. Dadurch wird die Möglichkeit gegeben, das Siedlungsgefeß mit Hilfe von einem Stab von Rechtsanwälten zu fabotieren. In den Versammlungen der Grundeigentümer hört man zwar viel von dem Hilfswerk der Landwirtschaft, Vermehrung der Anbaufläche usw. Wenn aber diese Herren ihre großen Worte in die Tat umsehen sollen, dann geht das Eigentums recht am ererbten Grund und Boden über das Wohl der Gesamtheit. Der eine besät die betreffende Fläche zum Schein des Gerechten mit Seradella, der andere brennt die Heide ab und fät nach den Rezepten des Waldbauvereins einige Kiefern famen, um nur ja dem bösen Siedlungsgesez ein Schnippchen zu schlagen. Glückt es dem Kulturamt trotzdem, beim Landeskulturamt einen Antrag auf Enteignung durchzusehen, so erfolgt prompt von der Seite des Eigen tümers eine Beschwerde beim preußischen Landwirtschaftsministerium. Hat der Antragsteller Ländereien von anderer Seite zugepachtet, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß ihm dieselben restlos gekündigt werden. Wirtschaft Diskonterhöhung. reichende Mittel da. In den Brobuftionspraaß ab ferner während Mit dem geftrigen Tage hat die Reichsbank ihren Disfontsag von 5 auf 6 Pro3, den Lombardzinsfuß von 6 auf Dieses Misverhältnis teures Gefd a privaten Seld7 Prozent erhöht. Gleichzeitig ist auch der Binsfuß der Darlehns- markt, billiges Geld bei ber Reichsbant und für bas Reie war tassen um 1 Broz. heraufgefeßt worden, und ebenso stieg der Bins- auf die Dauer nicht aufrechtzuerhalten. Die Reichsbent hat sich endfuß, der bei der Abgabe unverzinslicher Reichsschaganweislich entschloffen, die Gelsäge zu erhöhen. Es ist teum anzunehme jungen dem Abnehmer vergütet wird, um 1 Brozent. daß damit schon ein Nusgleich erreicht ist. Jun agenteil: die große Wahrscheinliteit springt dafir, baß die Reigabent ihre Finesä noch weiter wird erhöhen müßen. Für bes Kusten bietet auch ein Zinsfuß von 6 Broz. nur einen geringen Mersiz, Gelb in Deutschland angulegen, solange bie Balutenverhältnife fe verworren, die Finanzlage des Reiches so unsicher ist wie jest. Die Reisban? wird fich also noch mehr ben privaten Gelbfägen anpassen müffen, wenn nicht bald die erhoffte, aber immer hinausgefehebene Regelung der Reparationen der deutschen Wirtschaft und den deutschen Reichsfinanzen eine gefundere Grundlage gibt. Daß damit der Kredit bes Reiches fich auch verteuert, wird hoffentlich auch den maßgebenden Finanzbehörden eine Mahnung sein, alles zu tim, was aus eigener Kraft gegen das Finanzelend und gegen die zunehmende Geldentwertung getan werden kann. Was bedeutet diefer Schritt der Reichsbank? Bunächst ist fie eine Bestätigung der Tatsache, baß es allgemein an Arebiten mangelt. Eine Erhöhung der amifichen Gelbleibrate hat den Zweet, nach außen hin zum Ausbruck zu bringen, daß auf Grund der Beobachtungen und geschäftlichen Erfahrungen des Zentralnoteninstitutes ber Gelbmartt angespannt ist, daß es sich infolgedessen empfiehlt, durch Erhöhung der Zinssätze die Nachfrage nach Gelb zurückzuschrauben, sein Angebot dagegen anzuspornen. Ein erhöhter Binsfaß schreckt unzuverlässige Kreditfucher ab, reizt dagegen die Be figer baren Geldes an, ihre Mittel bem Kapitalmarkt zur Verfügung zu stellen. Wenn nun die Reichsbank diefen Schritt unternimmt, so macht sie sich die Auffassung zu eigen, daß jetzt die Stunde gekommen ist, in ben Geldmarft regulierend einzugreifen. Das Siedlungswerk leidet aber auch unter dem bureau- Das ist um so bemerkenswerter, als bisher die Reichsbant mit kratischen Vorgehen vieler Behörden, Kulturämter solchen Maßnahmen sehr vorsichtig umgegangen ist. Seit 1914 ijt Die Verkehrstage im Ruhrbezirk war auch in der abgelaufenen und z. T. sogar des preußischen Landwirtschaftsministeriums, der Reichsbankdiskont unverändert geblieben. Wohl hat in Woche unverändert gut. Die Brennstofflagerbestände auf den Zechen das die Enteignungsanträge derart verder Zwischenzeit die von Helfferich angekurbelte Notenpresse immer find bis auf faft 200 000 Tonnen abgetragen. schleppt, daß allen Beteiligten die Lust zum Siedeln ver- wieder dafür gesorgt, daß ein auftauchender Geldmangel durch große gehen muß. Ein zutreffendes Bild über den gegenwärtigen Mengen neuer Scheine rasch beseitigt wurde. Allein schon 1920 Stand der Dedlandsiedlung in Nordwestdeutschland geben die zogen sich die Wolken am Horizont der Wirtschaft zusammen, die zahlenmäßigen Unterlagen aus dem Kreise Bersen- Kredite wurden knapp, und weitschauende Finanzpolitiker steckten bie RAUENZIE leder Bezieher des Kommentars zum brüd. Auf Grund des Reichsfiedlungsgesetzes wurden bis her aus dem Kreise Bersenbrück im ganzen 109 Anträge auf Neu- oder Anliegersiedlung gestellt. Es handelt sich bei diesen Antragstellern vielfach um Bächter, welche nicht nur über einen großen Biehbestand und das notwendige landwirtschaftliche Inventar verfügen, sondern auch noch genügend Bargeld befigen, um mit eigenen Mitteln die notwendigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude zu errichten. Für die Enteignung fommt hier nur unfultiviertes Dedland in Frage, weil die Bestimmungen des Reichsfiedlungsgesetzes in fast allen Kreisen Nordwestdeutschlands die Aufteilung der Güter ausschließen. Von diesen 109 Antragstellern haben durch Enteignung oder freien Verkauf im ganzen fünf Personen Land erhalten; abgewiefen oder zurüdgezogen, weil keine Ausficht auf Enteignung vorhanden, wurden 26 Anträge, das Berfahren schwebt noch für 78 Fälle. Aber auch diese Antrag steller werden wahrscheinlich größtenteils fein Land bekom Am 22. d. M verstarb das Mitglied d. Landgerichts Berl. Il Landgerichtsrat Dr. Robert Leiden Wir verlieren in ihm ein wertvolles Mitglied des Republikanischen Richterbundes, einen überzeugten Bertreter unserer Jbeen, einen bewährten und voltsfreundlichen Richter, einen frohen und aufrechten Freund. Chre seinem Andenken Bekanntmachung. Gaspreis. Röpfe zufammen, um über Maßnahmen gegen die Kreditnot zu be raten. Bugleich trat der Konjunkturrüfschlag ein, der viele Tausende von Arbeitern aus den Werfftätten jagte; die Notenpresse druckte weiter; große Mengen von Geld, die vorher in Waren angelegt waren, wurden durch die Assaystockung frei – und die Kreditnot VARIETE war überstanden. 3wet Merkmale sind es, bie bie heutige Gituation tennzeichnen. Einmal die Tatsache, daß die Reichsbant jetzt den Schritt unternimmt, nachdem furz vorher durch Gesetz ihr eine weitgehende Selbstverwaltung und eine gewiffe Unabhängigkeit von den Reichsfinanzen verliehen worden ist. Dann aber, daß sie sich von der Tradition der letzten sieben Jahre losreißt und den Distont erhöht. Während des Krieges waren es bie betamten Gründe der Durch haltepolitit, die nicht nur alle Regeln gesunder Steuerpolitik vergeffen ließen- fo verzichtete man auf die Finanzierung des Krieges durch Steuern und fegte Anleiheapparat und Notenpresse in Bewegung. Auch von einer Regulierung des Geldmarktes war nicht mehr Deutscher Metallarbeiter- Verband Unter Bezugnahme auf den Beschluß Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. ber Stadtverordnetenversammlung vom Geschäftszeit varm, 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. 2. Mai 1922 haben wir den Gaspreis für eleph.: Amt Norsen 185, 1289, 1987, 9714. bas Berforgungsgebiet fämtlicher Ge meindegaswerte, also der ehemaligen Montag, 31. Juli, nahm. 5 Uhr, im Berliner, Charlottenburger, Reutöllner, Sophien- Egzeum, Weinmeisterftr. 16/17: Lichtenberger, Spandauer, Copenider, 171/19 Segeler, Wittenauer, Friedrichshagener, Versammlung und Nacheiferung seiner Treue zum freien deutschen Boltsstaat! Berlin, den 29. Juli 1922 Der Reichsausschuß bes Republikanischen Richterbundes. Hermsdorfer und Heiligenfeer Gaswerte mit Wirkung von der Standaufnahme im aller in der Knopfindustrie be. August ab einheitlich auf 8.- Mart für das Rubikmeter festgefekt. Berlin, den 28. Juli 1922. Direffion der städtischen Gaswette. Gadamer. Tremus. schäftigt. Kolleginnen u. Kollegen. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Lohnabkommen. 2: Berbands angelegenheiten und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt Achtung! Achtung! Nachruf. BERLITZ Kautabak- Niederlage Elettromonteure und Helfer. Am 19. d. M. Starb unser Genosse Paul Holz nach schwer, Krant heit. Wir verlieren ein langjähriges SCHOOLS Leipziger Str. 123a Ecke Wilhelmstr. Tauentzienstr. 19a G. A. Hanewacker, Nordhausen Grimm& Triepel, Nordhausen Fischer& Herwig, Hann. Münden M. Hansen jr., Hadersleben Joseph Doms, Ratibor C 2, Poststraße mitglied. Die Ein- FREMDE SPRACHEN Max Ziegenhals, Tel: Zentrum 297. äscherung fand am 27.7.22 ftatt. 5/18 143. Abt. Waidmannsl. Echte Einzel- Unterricht. Verkauf nur an Händler Zirk.monatl.125 M. extrast. Walthorius Hienfong- Essenz ( Destillat) 12 FI. M.75, bei 24 FI. M.135 frk.u. inkl. Zu haben in Apoth u. Droger. Herst. Quecksilber aut enorm hohen Breifen tauft Metallauftaufu.- Schmelze Bredowstr. 50, Ede Turmffr. Laboratorium E. Walther, Halle a.S.- Trotha 143 Telephon: Moabit 592 1 C. Schmidt. Montag, den 31. Juli, abends 7 Uhr, in der Schulaula, Weinmeisterftr. 16/17: Branchenversammlung Gewerkschaftskongres 2 Branchen- und Tagesordnung: 1. Bericht vom Berbandsangelegenheiten. 3. Verschiebenes. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt Die Ortsverwaltung. 122/20 Nasenröte, Sommersprossen Möbel Pickel, Hautunreinigkeiten, Gesichtsröte usw., werden schmerzl., unmerkbar f. d. Umgeb., abgeschält durch echte Vater- Philipp- Schälkur, danach kommt anmutige junge zarte Vorschein. Haut zum Laboratorium DresdenZschachwitz 146, in Berlin erhältlich bei Elefanten- Apotheke, Leipziger Straße. Städt. subv. Technikum Sternberg Neckl Maschinenbau Elektrotechnik Hochbau Tiefbau noch billig! in großer Auswahl Bar od.Teilzahlung Möbel- Gross Gr. Frankfurter Str. 141 Invalidenstr. 5, Eing. Ackersir. efere auch ausw Tüchtige Tischler melden sich sofort auf eine Kleine Anzeige im ,, Vorwärts 25. Jahrgang Queisser& Ca G. m. b. H. Hamburg 19 Im TamentalenPalast, 8 30 Das WeltstadtVarietéProgramm. 4 Uhr Tanztee Kalte und warme Küche. Betriebsrätegesetz Flatow braucht auch den Kommentar zu der Verordnung betreffend Maßnahmen gegenüber Betriebsabbrüchen und Stillegungen nebst der Ausführungsanweisung Unentbehrlich für Betriebsräte, Gewerkschaftler, Behörden, Arbeitgeber, Arbeitnehmer Preis 8,- Mark Buchhandlung Vorwärts Berlin SW 68, Lindenstraße 2 Sin WIEN Jägerstraße 63a 330 Das RiesenYarProgramm 4 Uhr Kaffee m. intern. TanzVorführungen Kalle and warme Küche Zum Einmachen feiftet Süßstoff allerbeste Dienfle. Er ist völlig rein ohne Rehengeschmad, bequem zu verwenden, biffig unb befömmlich. Cine H.Dadung, 1,20 M entspricht ber Süßtraft von 1 Pfund Buder, Erhältlich in Rolonialwaren, Drogen. handlungen und pethelen Von den 12 echten Jubiläumsperlen,( Wert 150.000 Mark), der Zahnpasta Kaliklera werden Anfang Oktober 5 echte Perlen an die eifrigsten Sammler von Kaliklora- Kartons mit Kontrollstreifen verteilt. Die Einsendung der Kartons muss in der Zeitv.152-30.Sept. 1922 erfolgen. 2 halbe gleich 1 ganzen Faltschachtel Back Theater, Lichtspiele usw. Staatstheat. Volkshähne ( Schauspielhaus) Operetten- Gastsp. Tägl. 7 Uhr: Die beiden Tägl. 7%, Uhr: Robert and Bertram Deutsch. Theat. Central- Theater 7/2: Potasch und U. Ein Prachtmädel Perlmutter Stg. 7: Potasch 1. Perlmutter Kammerspiele 8: Dor Raub der Sabinerinnen 8 Intimes Theater 8: Die Peitsche und? Lauf doch nicht immer nackt herum Neues Operett.- Th. Gastspiel Hugo Thimig 7 U: Die Mädels som Wiener Bargtheater Stg. 8: Der Raub von Davos Lichtenstein, Seidl Nachtigallen Lessing- Th.d. Sabinerinnen Neues Volkstheater Sommerspielzeit. Allabendl.& Uhr: Gastspiel Hugo Thimig vom Wiener Burgtheater. Uhr: Zelt I Direktion: Richard Weise. Täglich ab 6 Uhr Das große Die erste Geige VarietéResidenz- Th. Der Schildpatikamm Gr.Schauspielh. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Fedora Tilla Durieux Waldem. Staegemann ( Karlstraße) Beut. Künstler- Th. Die Maschi Sommerspielzeit Allabendi. 8 Uhr: Die erste Nacht Trianon- Th. Berliner PraterTäglich 8 Uhr: Eine Frau Theater nenstürmer Ab 1. August 71% U.: Programm Die Bajadere Nachm. 3-6 Uhr und Stg. 7: Die Maschinenstürmer Schiller- Th. Charl. 8 U.: Die kl. Sünderin Theater i. d. Königgrätz. Str. Von Jean Gilbert. Thalia- Theater 8: D. wunderlich. 7 Prinz Don Juan Geschichten des Uhr: Kapellm. Kreisler, Kastanienallee 7-9. Komödienhaus Th. a. Nollendorfpl. Täglich: ohne Bedeutung Die Prinzessin v. Mil. ,, Gretchen Operette in 3 Akten Berliner Th. Adele Sandrock sowie Spezialitäten. Luise Werkmeister VIER Sonntags mittag 11 bis 2 Uhr Militär freikonzerte ausgeführt von den Kapellen d. Reichswehr hr Verliebte Leute Garderobe Theater d. Westens 18 Uhr: Ital. BallettBeginn 5 Uhr. 17.45: Madame Flirt Stagione. Ileana Leonidoff UFA- PALAST AM ZOO LACHSTURME! CHAPLIN Heute 7 und Uhr Morgen - FILME für Herren und Damen noch wirklich billig auf Teilzahlung Anzüge Raglans Damen- Mäntel Kostüme Röcke Beiser Urania 8 Uhr: Die malerisch. Mark Reichshallen Th. Während der Ferien der Stettiner Sänger Tägl. 7 Uhr: Gastspiel der Residenz Sänger Dir.: MiKomische Theater des Ostens 734 Oper 7345 Uhr: Konzert Der Meister vam Montmartre Offenbachs Liebeslab. NIRIEN ardo A Varieté- Spielplan 1. August winder Rauchen gestattet! Stettin. Sänger ( Rose- Theater) 7 U.: Dorns Resi Theat.a.Rottbus.Ter Rottbus. St.( Meritzpl.16 877) Jeden Abend 7%, U.: Gastsple! FreyersLeipziger Sänger Seit 24. Progr.- Wechsel Blüthgen- Konzert 1.Aug:: Wiederauftreten der Elite- Sänger. 6000 Neue Well oooo Arnold Scholz Hasenheide 108-114 Heute Sonnabend, den 29. Juli 1922: Eröffnung des MÜNCHENER KELLERFESTES ( Bei schlechtem Weiter in den verdeckten Hallen und Sälen) 100 bayer. Mad'l Fünf Kapellen Riesen- Fronten- Feuerwerk Tanzdiele+ Pariser Jazband Kowa- Schuh Prinzenstr. 79 am Moritzplatz bietet in dieser Woche beim Einkauf ganz besondere Vorteile! Benutzen Sie die Gelegenheit, jetzt noch billige * Schuhwaren einzukaufen* Waren aus älteren Ab.. schlüssen sind eingetroffen u. werden noch preiswert abgegeben.** Beginn der Vorstellungen 5 Uhr Uhr Uhr Vorverkauf 11-1 Uhr Lothringer Str. 67. Jedes Wort 6.-M. Das tettgedruckte Wort 7.-M.( zulässig 2fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort( fettgedruckt) 4.- M., jedes weitere Wort 3.-M. Worte über 15 Buchstaben zählen doppelt Verkäufe Kleine Anzeigen Git Fahrradankauf, höchftzahlend, fchinerstraße 78." Metallschmelze, Neanderstraße 35( nur Anzeigen Nummer müssen für die nächste bis 4/2 Uhr nachm. in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Tüchtiger, Unterricht famer junger Metall- Schreibmaschinentechnifer welcher Mechaniker im Laden), Fauft Zahngebiffe, Blatin- Seinrich Maurers Privat- Zuschneide. einige Erfahrung im Werkzeugbau abfälle, Goldfachen, Gilbersachen. Queckschule, Alexanderplat( Cingang Königss aum fofortigen Einsilber, sämtliche Metalle. graben). Sages, Abendkurse, Herren-,( Schnitte, Stanzen) tritt gesucht. SchriftBewerbungen Laß, Alexanderstraße 8a, tauft Wäsche, Damenschneiderei, Puzturse, Schnitt- fowie im Sartloten liche Garderoben, Stoffe, Betten, Brismen- Beichnen, Zuschneiden, Rähkurse, Schnitt- hat und mit Fabrik- m. Zeugnisabschriften gläfer. mufter. personal umzugehen Derfteht, als Robert Fabig Glähsteumpfafche, Spiegelabkrag, Dörfer, Kraut- Quedfilber fauft zu Meister Edelmetall- Einkaufsbureau, Weberstr. 31. Getragene Friedensanzüge, große Aus- Metallbetten 300.-, Chaiselongues wahl, zum Teil auf Geide, fehr villig, 325.-, Patentmatraßen, Polsteraufjede Figur passend, auf Lager. Frad, lagen, Kinderdrahtbett. Meide, August Kreuzfüchse, Alastofachse, Smokinganzüge. Schnurmacher, Staliger Straße 32a, Quergebäude. fämtliche Pelzarten, spottbillige Sommerpreise. Straße 108, Laden. Hochbahn Oranienstr. Steine Lombardware. Leihhaus Rosen- Staunenerregend! Kreuzfüchse, GilberMusikinstrumente thalevtor, Linienstraße 203/204, Ede füchse, Rotflüchse, Alastafüchse, 8obelMosenthalerstraße. fühle, Opoffum, Wölfe, Stuntse. RiesenPianos preiswert. Klaviermacher auswahl! Fabelhaft billige Gommer Lint, Brunnenstraße 35. Nirgends beffer kaufen Sie erft- preife! Spezial- Belzverkauf im LeihMaffige Anzüge, Baletots, Setupfer, haus Warschauerstraße 7. Nur neue, Cutaways, Covercoats, Streifhosen usw. teine Bersagwaren! in unübertrefflisher Auswahl, fonfurrenzlos billig. Sämtliche Baren find Ersatz für Maßverarbeitung. Belzwaren Gelegenhoitotöatfe. Lombardware. Leihhaus, straße 5, dirett Rosenthalertor. Krebit Mat, Gardinen, Mabras, Große Stores, Bett- und Diwendecken. AnReine Bilge, Schlüpfer, größte Auswahl, beBrunnen- queme An- und Abzahlung, Elsafferftraße 44 I, nahe Oranienburgertor. Monatsanzüge, wenig getragene * Leihhaus Spiegel, Chauffeeftraße 7, Serrenkleider, neue Jadettanzüge ververkauft spottebillig, erstklassige Anzüge, tauft billig leganderstraße 28a, hoch Schlüpfer, Razenjaden, Sportpelze, parterre.( Gesellschaftsanzüge leibweise.) Gebpelze, Füchse aller Art. Reine LomAuf Teilzahlung. Moderne Herrenbardware. garderobe in vornehmster Ausführung, Anzüge, Sommerpaletots, Gommer- bequeme, diskrete Teilzahlung. Ge schllipfer, Covercoats, Cutaways, Gch- brüder Feniger, Oranienburgerstraße 58, rodanzüge, Gummimäntel, Sofen, iezt Seitenflitgel( Nähe Oranienburger fünfzig Prozent billiger. Friedens Tor). Geschäftszeit 9-7. Hausnummer ftoffe. Reine Lombardware. Leihhaus genau beachten. Rosenthalertor, Linienstr. 203/204, Ede Rosenthalerstraße. Lombardware. # * * Bandonion billig. Straße 17( gewerblich). Für Stellenangebote aller Branchen ist der Vorwärts das allerwirksamste Insertionsorgan Berlins Engrospreisen Verschiedenes Gilberfüchse 600.-, Kreuzfülchfe, geblendet, 500.-, Wölfe 700.- WeißLeihhaus Friedrichstraße 2( Sallesches füchse, Zobel-, Alestafüchse, Stunts, Tor) verkauft spottbillig Anzüge, Marder enorm billig. Belzmäntel, Schlüpfer, Baletots. Pelzwaren- Ge- Sportpelze, Gehpelze. Ferner: Herrenlegenheitsfäufe: Sporipelje, Gehpelse, anzüge, Ulster, Cutaways, Roftüme, Kazenjacken, Füchse aller Art. Reine Mäntel verkauft Leibhaus, Moriz platz 58a. Reine Lombarbware. Kreuzfüdhje, Belzwaren fpottbillig. Gardinen. Großer Saisonausverkauf Leibhaus, Reinickendorferstraße 105( Stets nur noch bis einschließlich Montag, den telbeckplay). * 31. Juli. Gardinenstoffe, prima Englischtüllgewebe, doppeltbreit, Meter von 2 Belzmäntel, Brachtstüde, elegant ge, 56.-, Rünstlergardinen, Fenster von filttert, 6800.-, wundervolle agen 325.-, mabrasgarnituren in allen Farfade 4500.-, fefche Slimtejade, Silber ben, Fenster von 590.-, Halbftores, wolf, Gilberfreuzfachle billig verkäuflich reizende Muster, Fenster von 325. Großmann, Berlin- Schöneberg, Stuf- Bettdecken für zwei Betten von 650.Steinerstraße 2, varn I, Untergrund- Mart aufwärts. Frieds Gardinenhaus, bahn Bayerischerplay. Prinzenstraße 84 II, am Morigplay. ,, Borwärts"-Leser erhalten Kleiberpring, Prinzenftr. 24, verkauft Rein Laden. Spottbillig erstklassige Angülge, Schlüpfer, fünf Prozent Extrarabatt. Sofen aus prima Stoffer. Genau auf Erstklassige Anzüge, Schlüpfer, PaleFirma achten. tots taufen Sie gut und billig im Analge 1600.-, Gummimäntel ver- Bekleidungshaus", Beinzenstraße 84 II. Lauft Leihhaus, Reinickendorferstraße 105 Jadettanzüge neue Modelle, Cutaways, ( Spettelbrdplag). Möbeleinlauf. Teppiche, Federbetten, Reine Bombardware. Jünglingsanzüge, Winterschlüpfer, Er fat file Maßarbeit. Große Borräte, Nähmaschine, Kleidungsstüide, höchſt Sibirischer Krenzfuchs, geblendet, sel- noch zu alten Preisen. zahlend. Rönig, Elsasser Straße 19. ten schön, 825, prachtvoller Blaufuchs, Norden 749. Rokosti, Goldschmied, kauft zu günGilberwolf, 8obelfuchs, außerdem eleftigen Preisen: Platin-, Gold, Silber- Reibahlen, möglichst verstellbar, von ganter Sportpelg billig verkäuflich. bruch, unmodernen Schmud, Bahn- 5 bis 40 Millimeter, sowie ArbeiterGoldmann, Alegandrinenstr. 44 II, Ede Gelegenheit. Kleiderschrank 800, Bertito 500, Umbaue, Sofas, Büfett 2100, gebisse, Brennstifte. Eigene Berwertung. Schränke tauft Schrader, Reinickendorferftraße 118. Moabit 6935. 179/ 8* Monatsanzüge, Sommerpaletots Trumeaus, Schreibtische 1800, Baschtoi. Goldwaren- Fabrit, Brunnenstraße 168. zu Scftforte, Weinforte, Staniole fauft staunend billigen Preisen. Naß, Gor- letten 600, Flurgarderoben, SpeisezimNachttische, große Auswahl in jedes Quantum Brand, Linienstr. 201a, mannstraße 25/26, früher Muladstraße. mer, Cinzelstüden, Chaiselongue 800, Bett- Laben( Rosenthaler Tor). Kommandantenstraße. Möbel Kaufgesuche Bertranenssoffe Auskunft, Unter- per fofort gesucht. fuchung, gewissenhafte Behandlung, Offerten mit Gehalts distret, Damen, Sonntags auch. Frau ansprüchen und Au Schneiderin, ärztlich ausgebildet, Lange- spriichen und Anitraße 4. III linis, Nähe Schlesischer gabe der bisherigen Bahnhof, Jannowigbrüde. * Tätigkeit au richten Aus- unter A. 50 an die Edel, Expedition des„ Bor wärts", Lindenstr. 3. Gewissenhafte Untersuchung, funft. Erfahrene Hebamme Billowstraße 62. Vermietungen Heltefter Nachweis möblierter Bim iner, Wohnungen, Bureaus. Tausch. Damen, Herren, Ehepaare. Riesenauswahl. Witt, Kaiserstr. 21. Kgst. 2227. Arbeitsmarkt Stellenangebote Arbeitsbarschen, willig, 16jährig, fucht Drohmann, Roftizstraße 20. Einrichter 22365 für Halbautomaten, Bitfler- und Lowe- Revolverdrehsäufe, sowie Revolverdreher Spitzendreher ftellt ein NAG, Oberschöneweide Tüchtige, erfahrene Blechlackierer die von Grund auf fpachteln und ladieren tönnen, sofort gesucht Persönliche Borstellungen in der Hauptbetriebsleitung im Wert Friedenau d. [ 300 Härter mit großer Er fahrung im Härten von Werkzeugen an G. m. b. S. Wert Neuruppin. Intelligentes, junges, träftiges Madchen welches fich als Poliseuse a. Boltermotor einarbeit. möchte, gef. Off.11. B.50,, Vorwärts" tellenangebote finden im Vorwärts und Schnellstahl hesteBeachtung bohrern gesucht. Schulz& Braun Schierstein a. Rh. Junge Stenotypistin mit allen Bureauarbeiten vertraut, wird per sofort gesucht Berfönt Bor stellung mit Bewerbungsschreiben bei Hubert Hommelsheim G. m. b. M. Königgräger Straße 123. Botenfrauen und Männer werden zu den neuen, im Juni um über 50 Prozent erhöhten Löhnen sofort eingestellt Adferstr. 174( Roppen- tartusftraße 36 plag) Süllerstraße 34 a Bärwaldstraße 42 Petersburger Platz 7 Baftianstraße 7 Brinzenstraße 31 Opfischen Anstalt C.P. Goerz A.-G. Boghagener Str. 62 Stegliger Straße 34 Berlin- Friedenau, Rheinstr. 45/46. Kontoristin, Geschäftsankäufe GreifenhagenerStr22 Battitraße 9 Immanueltirchftr. 24 Wilhelmshavener Laufiger Play 14/15 Straße 48 Restaurant, Größe und Preis NebenAuf Seilzahlung. Servenanzüge, stellen, Stand Betten verkauft Gottlieb, Fahrradantauf, Linienstraße 19.[ 149 fache, mit tauschloser Wohnung, fauft Borfigwalde, Räuschstraße 10 Cutaways, Ulster, Schlüpfer, moderne Rügenerstraße 13, Bahnhof GesundRähmaschinen zu hohen Preisen tauft fofort Brehmer, Schöneberg, HauptMaßarbeit, bequeme, diskrete Raten- brunnen. Bersand auch nach außerhalb: Ruster, Frobenstr. 9. Stollendorf 8682. Lichtenberg, Wartenbergstraße 1 Neutöln, Nedarstr. 2u. Siegfriegstr. 28/29 straße 9. Stephan 4584. zahlung, reichhaltiges Lager, fiets Cin- Lieferung frei Haus. mit Stenographie und Schreibmaschine Niederschöneweide, Fennstr. 23 gang von Neuheiten. Leifer Gottlieb, Metalbetten, Polsterauflagen, Rorb- Korbflaschen und Steintruten tauft Geschäft mit tauschloser Wohnung vertraut, per fofort gesucht. Offerten Reinidendorf- Oft, Provinsitr 56 Nollendorfstraße 22a, 2. Etage, Nähe möbel, billigste Gelegenheiten. Bingler, Germania- Bersandhaus, Große Frank Zauft fofort Brehmer, Schöneberg, unter 3.40 an die Hauptgeschäftsstelle Schöneberg, Belziger Straße 27 Nollendorfplatz. Geöffnet 9-7. Neukölln, Weserstraße 212 1. furter Straße 63. Königstadt 6834. Sauptstraße 9. des Borwärts". Tempelhof, Raiser- Bilhelm- Straße 31 " 1 ,, Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme Haupterpedition: Berlin, Lindenstr. 3, Laden. Zentrum: Acterstr. 174, am Roppenplay. Westen: Stegliger Str. 37, Ede Magdeburger Straße. Süden: Bärwaloftr. 42, an der Gneisenaustraße. straße 31, Hof rechts parterre. Often: Martusfer. 36. Petersburger Blaz 4. Südosten: Laufiger Plat 14/15. Nordosten: Immanueltirchstr. 24. Moabit: Wilhelmshavener Str. 48. PrinzenWedding: WHNlerstr. 34a, Ede Utrechter Straße. Nosenthaler und Dranienburger Borstadt: Wattstr. 9. Gesundbrunnen: Bastianstr. 7. Schönhauser Borstadt: Greifenhagener Str. 22. Ablershof, Wit- lieuide: Frl. Walter, Adlershof, nossenschaftsstr. 6, parterre. Eggersdorf: Schönherr. Landsberger Str. 10. Ertner: Albert Bernice. Friedrichstr. 21. Fichtenau: Krachte, Bismardite. 1. Faltenberg: Salamann, Falkenberg, Gartenstadtstr. 10. Friedenau: Rheinstr. 27, Ede Rönnebergstraße. rebersdorf- Betersbagen: Uffenmaffer. Betershagen. Friedrichshagen: Soffmann, Friedrichshagen, Kurze Straße 1. Grünau: Franz Rlein, Friedrichstr. 10. Halensee, Grunewald: Salenfee, Johann Sigismund- Str. 18. Hennigsdorf: Frau Korba siusti, Rathenauftr. 3. Hohenneuendorf: Siegeris, Bismarckstraße. Johannisthal. Alwin Gammifch. Bismarckstr. 8. Ge. Karleborst: Otto, Seiligenbergstr. 10. Raulsdorf: Liebig, Finsterberger Str. 14. Bichtenberg 1: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Baumschulenweg: Frau Köpfe, Riefholaftr. 180, Paden. Rönigswusterhausen: E. Meyer, Potsdamer Str. 9. Bernau, Röntgental, Revernid. Schönbrid, Karow und Bud: Rovenid, Hirschgarten: Slaa. Rieker Str. 6( Laden). Seinrich Brofe. Bernou. Mühlenfir. 5. Piesbari:. anneberg Viktoriaftr. 11. Bohnsdorf: Sorlemann, Genossenschaftshaus Paradies. Buchholz, Blankenburg: Wagner. Blankenburg, Burgwall ffrage 63. Charlottenburg I: Sesenheimer Str. 1. Charlottenburg 11: Tauroggener Str. 11. Charlottenburg III: Staiferdamm 101. Charlottenburg IV: Regensburger Straße 10. Lichtenberg 11, Rummelsburg, Strales: Lichtenberg. Bog. hagener Str. 62. Mahlsdorf: Emil Rausch, Lemkefir. 25. Mariendorf: uauft Bei». Chauffeeftr. 29. Marienfelbe: Greulich, Berliner Str. 143. euenhagen: enate, Biegelftr. 11. Reukölln I: Nectarstr. 2. Reukölln II: Siegfriedstr, 28/29. Neukölln- Brig: Mittag. Briz, Chauffeeftr. 82. Rieberschöneweide: Schindler, Fennstr. 23. Rowawes: Karl Rrohnberg. Eisenbahnftr. 10. Oranienburg: ei nr. 2oenhardt, Stralsunder Str. Oberschöneweibe: Robert Paul, Mathildenste. 5. Bankow: Nikmann, Mühlenstr. 70. Botsdam: Frau Sod, Rurfürstenstr. 11. Rahnsdorf: Teichert, Forststr. 7. Reinidendorf- Oft, Schönbola: Albert Bable, Brovina Strake 56( Laden). Tegel, Borsigwalde, Neinickendorf- West, Zegefort, Joers. felde, Conradshöhe, Wittenau, Waidmannetust, Herms. dorf, Hohenиenendorf, Birkenwerder: Paul Sienast, Borsigwalde, Räufcbfir 10. Teltow: fel, Ritterftr. 29. Sempelhof: Raiser Wilhelm- Str. 13. Tempelhof: Randler, Hohenzollernforso 5. Trebbin: Göring. Bahnhofstr. 62. Steptow: Weiß, Riefholzstr. 18b. 6. Weißenice; reune, Berliner Allee 54. Reinickendorf- Rosenthal: W. Buro. Bring Heinrich- Str. 34. Schmargendorf: Rehab, Breite Gir. 4. Schöneberg: Belziger Str. 27. " Gillmann, Carmen- Sylva- Straße 57. Wilbau Hoherlehme: Rud. Lettow. Wilhelmshagen, seffenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 31. aue 42 Wilmersdorf: Bifchoff, Gasteiner Str. 12 und Wilhelms. Tilbinger Cir. 2a. Wittenan: Wilh. 8immermann, Rosenthaler Str. 46. Boltersdorf:& chut baum Eichendamm 22. Behlendorf, Schlachtensec, Ritolasfee: Behlendorf, Teltower Straße 3. Senzia, Mittenwalde, Schenkendorf, Rieberlehme, Rene Beuthen, Miersdorf: A. Behling. Bahnhofstr. 2. Lichtenbera 11. Friedrichsfelde: Frankfurter Allee 185. Laden. Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friedewald, Genzig, goñen: Witt. Bahnhofstr. 25. Lichtenrabe: Franz Wichura, Kaifer- Friedrich- Str. 9. Restaurant. Siemensfladi: Friese, Bödicersteig 10. Lichterfelbe Oft, Lantwis: S. Wenzel, Pantwit Railer Staaten: 351fel. Eichenwinfel 16. Wilhelm- Str. 3. Lichterfelde Weft: Berndt, Gtegliger Str. 19. Chauffeeftr. 54. Steglig: Frost, Dippelstr. 35. Isübenbe: Ludwig, Salsteftr. 36. Sämtliche Literatur forple alle mifenfchaftlichen Werke werden geliefert. Sonntags find die Geschäftsstellen geschloßen. �ule�Guesüe� Der Telegraph bringt uns die Trauerbotschaft vom Tode des Apostels des wissenschaftlichen Sozialismus in Frankreich IulesGuesde. Mit Jules Guesde verschwindet der letzte Vertreter jener glänzenden Phalanx von Volkstribunen, die sich in der 1. Internationale um Karl Marx scharte und in allen Ländern, die von der kapitalistischen Entwicklung durch- setzt waren, das auf wissenfchaftlicher Kritik begründete welt- erlösende Evangelium des Sozialismus verkündete. Jules Guesde war ein Mensch von ausnahmsweiser Be- gabung. Geboren am 11. November 1845 in Paris, Sohn einer Familie von Intellektuellen, widmete er sich gleichfalls dem Studium und bestand schon mit 17 Jahren das Examen, das ihn in Frankreich besähigt hätte, Mittelschulprofessor zu sein. Aber Guesde war eine zu ausgesprochene Kämpfer- natur, um sich in den Schranken einer beschaulichen Gelehrten- laufbahn wohl zu fühlen. Noch in jungen Jahren wurde er Journalist, bestieg die Rednertribüne, die er beide gleich einem antiken Volkstribunen beherrschte. Der Kampf gegen das Kaiserreich führte ihn zur Kom- mune, zu welcher Zeit er in Montpellier wirkte. Dann mußte er ins Exil wandern, wo er in der Schweiz und in Italien als Sprachlehrer sich mühselig durchschlug. 1876 wieder nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er sofort das unbestrittene Haupt jener kleinen Gruppe, die den Arbeitern die Harmonie- duselei austrieb. Er hat sein Aposteltum mit Verfolgungen und Gefängnisstrafen und mit dem blinden Haß eines bornierten und verhetzten Spießertums büßen müsien. Er hat sein sieber- hastes Apostelwerk frühzeitig mit jener nervösen Erschöpfung zahlen müssen, die die Tragik seines Kämpferlebens blieb und die ihn jene vielseitige und schier unerschöpfliche Tätigkeit ver- bot, die er Jaurds bewundernd neidete. Frühzeitig oerband ihn mit PaulLafargue, der Laura Marx ehelichen sollte, eine ideelle und persönliche Freundschaft, die in mehr als einer Hinsicht an das Verhältnis zwischen Marx und Engels, Liebknecht und Bebel erinnert. Lafargue, voll von Paradoxen, immer sprudelnd, aber von sel- tener Gelehrsamkeit, trug viel dazu bei, daß der ebenso glän- zende wie unerbittlich logische Guesde der Apostel und Mär- tyrer des Marxismus in Frankreich wurde. Von 1876 bis 1879 war Guesde fieberhast tätig, mit dem Erfolg, daß der in diesem Jahre in MarseMe tagende allge- meine Kongreß der Gewerkschaften und Genossenschaften, die bis dahin unter der Leitung verschwommener Sozialgenossen- schaftler standen, mit großer Mehrheit sich zum Sozialismus bekannte. Nun war der Weg frei zur Gründung der sozia- listischen Partei, die ein Jahr darauf erfolgte. Wir übergehen die folgenden Jahre, die zum großen Teil ausgefüllt waren mit inneren Kämpfen, die 1882 zur ersten Spaltung, 1893 zur zweiten Spaltung, zu einer immer größeren Zersplitterung und Schwächung führten und die Kräfte von Guesde erschöpften. Erst 1990 begann das Werk der Wiedervereinigung, das endlich 1995 vollendet war, bis der Weltkrieg auch hier seine zerstörenden Keime legte... Jules Guesde blieb in allen diesen Wirren und Kämpfen immer derselbe unerbittlich logische Verfechter des sozialistischen Klassenkampfes. Sein Werk hier zu schildern, dazu fehlt uns der Raum. Wer Guesde nur von den Kongreßtribünen kannte, mußte ihn notwendig für einen unzugänglichen Kampfhahn halten. Aber hinter diesen schneidenden Allüren eines Dog- matikers verbarg sich eine fast kindliche Künstlernatur.. Jules Guesde war wohl auch einmal Minister. Er wurde von der sozialistischen Partei mit S e m b a t in das Ministerium der„Nationalen Verteidigung" delegiert, das im Augen- blick der höchsten Gefahr, am 28. August 1914, als Frank- reich verloren schien, gebildet wurde. Er war ein Minister ohne Portefeuille. Er, der stets den„Minifterialismus" be- kämpft hatte, nahm diesen Posten nun an, weil seine Partei von ihm dieses Opfer verlangte. Aber er hat nie ein Wort chauvinistischen Hasses gebrochen oder empfunden. Jules Guesdes faszinierende Beredsamkeit beruhte in erster Linie auf der unerbittlichen Logik seinerBeweisführung und auf der wunderbaren, bilderreichen und doch klassisch einfachen Form der Sprache. Mit Jaurhs, der in überquellender Bescheiden- Heft ihn als Lehrmeister behandelte, haben ihn trotz einer fast jahrzehntelangen, tiefgehenden Divergenz doch stets Bande der Freundschaft verknüpft. Und dieser große Apostel, der einst auf den Höhen der Menschheit gewandelt ist, er starb in Ar- mut, wie er stets gelebt hat. Wir grüßen ehrerbietig und er- schüttert das Andenken dieses Vorkämpfers. J—S— I. Die Moskauer prozeffe. ZNoskau, 28. Juli.(OE.) Nach 31tSgig«r Verhandlung hat das Revolutionstribunal die Beweisaufnahme im Sozialistenprozeß für abgeschlossen erklärt. Am 27. Juli kam der Vertreter der Anklage, der Volkskommissar für Bildungswesen, Lunartscharski, zu Wort. In Anbetracht der unbeugsamen Haltung der Ange- klagten vor Gericht fordert das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei die T o d e s st r a f e, gegen die auch Eugen D e b s- Nord- amerika drahtlich protestiert. Aus Anlaß der in der Auslandspresse erschienenen Mitteilungen über den Moskauer Aerztekongreß, dessen offen oppositionelle Haltung als Anzeichen anwachsender regierungsfeindlicher Strömungen gedeutet wurde, hat die Sowjetregierung die Ltiter des Kongresses nach Turlestan verschickt— ganz wie unterm Zarismus! Vor dem Revolutionstribunal begann der Prozeß wegen der Ermordung Spiridonows, eines Berichterstatters- der Mos- kauer„Prawda". Wie die„Prawda" mitteilt, hat Spiridonow einen Kampf gegen die Raubwirtschaft einer Arbeitergruppe der Fabrik Zündel geführt, die der K o m m u n i st i s ch e n Partei angehörte und die Fabrikleitung in Händen hatte. Angeklagt sind der Borsitzende des Arbeiterkomitees, Lewin, der Fabrikdirektor Firssow und ein gewisser Wolodin. Der mm Dollarrekorö. Dollar 551*— Der Anteil Bayerns.— Was geschieht? f>ejjas freigelaffen! Der Versuch der ungarischen Regierung Bethlen, dem Drachen des reaktionären Terrors den Kopf abzuschlagen, indem sie den Massenmörder H e j j a s verhaften ließ, ist gescheitert. Noch Don» nerstag mittag» hotte Bethlen energisch das Verlangen einer„Ab- ordnung der Bevölkerung von Ketschkemet" zurückgewiesen, die in der Kuppelhalle des Parlaments die Freilassung des Hejjas forderte und zwischendurch die Parlamentsberichterftatier der Linkspresse mit Knüppeln bearbeitete. Aber H o r t h y und verschiedene Regierung». parteilcr, die ihre„Wahl" dem Terror verdanken� legten sich ins Mittel, und abends war Hejjas frei. Die„Erwachenden Ungarn" erhielten einige Begrüßungstelcgromme, von denen eines 1000 Kronen für den Ankauf eines Ehrensäbels für Hejjas anbietet. Die Mark hat gestern einen neuen Tiefstand erreicht. Amtlich notierte der Dollar mit 551 den höchsten Kurs, den deutsche Börsen jemals gesehen haften, und das bei anhaltend fester Tendenz. Bei der neuen Dollarhausse spielen natürlich die außenpolitischen Gründe eine große Rolle, so insbesondere die Ablehnung der von Deutfchland verlangten Aenderung des Ausgleichsoerfah- r e n s und der voraussichtliche Aufschub derLondonerKon- f e r c n z. Nicht ohne Einfluß ist ferner die Tatsache, daß die Reichs- dank wieder 1)4 Milliarden neuer Noten ausgeben mußte und daß die schwebende Sch'uld Deutschlands auf mehr als 309 Milliarden angewachsen ist. Aber auch sonst ist die innen- politische Lage von katastrophalem Einfluß auf die Mark. Hierzu wird uns von gut unterrichteter Seite geschrieben: Die rückgängige Bewegung der Mark ist in ihrer Auswirkunz in hohem Maße auf die bayerische Sonderaktion zurück- zuführen. War nach dem Tode Rathenaus in Industrie- und 5)an- delskreifen gerade in Deutschland der Eindruck entstanden, daß der Mord nicht nur in politischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hin- ficht„furchtbare Folgen" zeitigen würde und war im Verfolg dessen eine Flucht aus der Mark erfolgt, so hat sich diese Erscheinung nach dem Erlaß der bayerischen Verordnung wiederholt und ver- schärft. Die Tendenz zum Kursfall ist wiederum stark von Deutsch- land selbst ausgegangen. Das Ausland verhält sich zurzeit den Kurs- bewegungen gegenüber ziemlich passiv; es will nicht mehr in Sveku- lationen mit der Mar! eintreten— und selbst, wenn sie stark sinke, sich nicht an einem größeren Kauf beteiligen. So ist der Kurssturz als Folge unserer inneren Lage zu deuten. Industrie und Handels- welt bezeichnen also das Verhalten Bayerns ins Wirtschaftliche über- tragen als Gefährdung nicht nur der politischen, sondern auch der wirtschaftlichen Einheit. Unter diesen wirtschaftlichen Erscheinungen haben aber die Nicht- besitzenden— also das Volt in seiner großen Gesamtheit— schwer- stens zu leiden. Die Löhne können einer derartig um sich greifenden Geldentwertung nicht mehr folgen. Kapitalistischer Eigennutz sucht die Jnlandpreise auf die Devisenschwankungen einzustellen, um Kapital- Verlusten vorzubeugen. Der ganze große Mittelstand und vor allem die A r b e i t e r s ch a f t und die Lohn- und Gehaltsempfänger können dieser Bewegung nicht folgen. Die ganze Last aus dieser schwanken- den Kursbewegung wird auf ihre Schultern gelegt. Der wichtigste Teil des deulschcn Dolksvermögens, die Arbeitskraft, schwindet in furchtbarem Ausmaße dahin. Dieser Auswirkung der hinaufschnellenden Devisen ist bisher die not- wendige Beachtung gerade von den führenden Wirtschaft s- kreisen nicht geschenkt worden. Es muß wundernehmen, daß selbst bei den letzten' Reichstagsoerhandlungen von Demokraten, Zentrums- abgeordneten und Volksparteilern Anträge gestellt wurden, auch die Wiederbeschaffungskosten im Falle einer vorliegenden Notlage plus' Geschäftsunkosten als nicht unter den Wucher fallend anzusehen. Man wollte das Industrie- und Handelskapital mit dieser Bestimmung schützen, sah aber nicht, daß man den wichtigsten Kapital- bestand— Arbeitskraft und vor allem den großen Mittelstand— dadurch weiterhin einseitig mit der ganzen Wirkung der Geldentwertung b e l a st e t. Reichswirtschaftsminister Schmidt hat sich erstaunt hierüber aus- gesprochen, daß kein Redner von Industrie und Handel eine Aeuße- rung gefunden habe, die auf die Vernichtung dieses Produktions- faktors eingegangen wäre. Den Gipfel der Verstandnislosigt�ft m dieser Hinsicht zeigt der demokratische Abgeordnete G o t h e i n im Leitartikel eines Börsenblattes. Erst wenn es wieder fast zu spät oder gar zu spät ist, wenn unsere Arbeitskraft extensiviert wor- den ist, wird die Einsicht zu dämmern beginnen. Industrie und Handel spürt heute schon selbst in der sich immer weiter fortsetzenden K r e d i t n o t die Folgen dieser gepriesenen freien Wirtschaft, dieser kurzsichtigen, nur auf das prioatwirtschaftlichc Jnter- esse gerichteten Wirtschast der Erhaltung des Produktions- und Han- delskapitals. Die Industrie und der Handel spürt aber auch selbst die politischen Auswirkungen bayerischer Sonderaktionen— spürt die darauf einsetzende Wirkung haltloser Devisenkäuse. Die mit den Devisen springend steigende Entwertung des Geldes übersteigt die vorhandenen Betriebsmittel selbst größerer Unternehmungen. An eine Kapitalverwässerung ist heute nicht mehr so leicht wie früher zu denken, da die Banken die Obligationen und jungen Aktien nicht mehr unterbringen können. Die Reichsbank hat den Diskont herauf- gefetzt. Der Bankkredit wird knapper und knopper. Die Wiederein- führung des Handelswechsels, eines kleinen Mittelchens, stößt auf größten Widerspruch beim 5)andel. Eine verminderte Produktions- basis bringt aber verminderte Rentabilität, verringerte Betriebs- mittel bringen aber zum Schlüsse Arbeitslosigkeik. und so muß auch hier wieder der schwerste Anlest von der Arbeitskraft getragen werden. Die politischen Folgen einer steigenden Arbeits- losigkeit, die finanziellen Lasten von Staat und Gemeinden sind nicht auszudenken. Was wird nun gegen dies alles getan? Da ein weiteres Sinken der Valuta, ein weiteres Steigen der inneren Preise geradezu von unausdenkbaren Folgen für die Erhal- tung unserer Arbeitskraft ist, müssen zur Entlastung des Devisen- Marktes von der Reichsregierung Mahnahmen getrofsen werden. Das Wasser steht uns bis zum Halse! Es muß also, auch wenn eine Entscheidung der Reparationskommisston noch ausbleibt, ein Kredit gesucht werden. Sollte es richtig sein, daß die Clearingzahlungen uns nicht gestundet werden, dann können wir diese Geldzahlungen nicht mehr aus dem freien Markte herausnehmen, wir müssen hierzu eine Anleiheaktion in Aussicht nehmen. Wir brauchen eine Eoldanleihc, die durch unsere Industrie garantiert wird. Es ist auch natürlich, daß derartige, auf Jahr? sich erstreckende Ausgaben durch Anleihen auf- gebracht werden. Collie man nicht versuchen, für den Augenblick unseren Goldbestand für eine Anleihe zu lombardieren? Ein weiteres Sinken der Devisen nach österreichischem Muster ist doch für unsere deutschen wirtschaftlichen Verhältnisse unmöglich. Auf die Devisenfrage, welche nur wenigen Großen einen Nutzen, der gesamten Volkskrast aber ungeheuren Schaden bringt, muß das Augenmerk gerichtet werden. Ist in den Maßnahmen gegen die Kapitalflucht alles getan, damit nicht gerade diese Lage benutzt wird, um nicht für die wenigen Nutznießer dieser Situation auch noch eine bleibende Anlage draußen zu schaffen? Die wirtschafftichen Auswirkungen dieser bayerischen Aktion sind furchtbarer als die politischen. Dem ganzen Volk ist ungeheurer Schaden getan. Die verantwortlichen Führer Bayerns können sich von dieser schweren Last nicht befreien. Aber trotz allem: die äugen- blickliche Deoisensituafton ist Wetterleuchten. Man muß wirk- schasiliche Maßnahmen auf dem Devisenmärkte ergreifen, damit nicht das Unwetter über uns alle hereinbricht. Die Sitzung des Xleberwachungsauschusses. Die in der Presse wiedergegebenc Mitteilung, daß der Ueberwachungsaus» sch uß des Reichstages am Diensiag zusammentritt, um die baye- rische Frage zu behandeln, trifft nicht zu. Nichtig ist, daß der Uebcrwachungsausschuß am Dienstag über die Hilfsaktion für die Lebensversicherungsgesellschaften Beratungen pflegen wird. unsere Leser unö Zreunöe! Die Lage der Presse wird infolge des erneuten starken Markswrzes immer bedenklicher. Zur Erhaltung der Presse, die doch unbedingt Erfordernis ist, wenn unsere Kultur und politische Bildung nicht verkommen soll, ist eine Anpassung an die allgemeine Preissteigerung notwendig. Nach wie vor bemühen wir uns, auf die mißliche Lage der Arbeiter, deren Einnahmen nicht mit derselben Schnelligkeit sich steigern können, mit der die Preise für die notwendigsten Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sich erhöhen, Rücksicht zu nehmen. Aber selbst die jetzt vom Reich in Aussicht genommene Hilfsaktion für die Presse wird in den nächsten Monaten eine Erleichterung nicht bringen. Inzwischen steigt die Belastung der Zeitungen ins Unerträgliche. Die aus der allgemeinen Preissteigerung folgernde Erhöhung der Löhne des Druckereipersonals bringt eine erneute 49prozentige Steige- rung des Druckpreises. Die nicht zu umgehende Erhöhung der Gehälter der Redakteure und Angestellten sowie der Löhne des gewerblichen Personals und der Austräger müssen getragen werden. Aber besonders drückend ist die allmonatliche, und zwar von Monat zu Monat stärker anziehende Erhöhung des Papierpreises. Die Ende Juni von uns angenommene Steigerung des Papierpreises um das 97fache des Vorkriegspreises ist schon im Juli auf das 1 9 9 f a ch e gestiegen und soll im August eine besonders starke Steigerung erfahren. Die Kohlenpreis- erhöhung wird weiter die Produktionskosten sowie die allge- meinen Ausgaben erhöhen. Unsere Freunde werden aus diesen kurzen Angaben ersehen, daß die Lage der Presse, die nur auf ihre Einnahmen aus Abonnements und Inseraten angewiesen, eine außerordentlich schwere ist. Es muß deshalb neben der Jnseratenpreiserhöhung auch leider eine wesentliche Erhöhung der Abonncmentsgebühr stattfinden. Wir müssen, so unangenehm wir es selbst empfinden, daß die Belastung unserer Leser durch Erhöhung des Abonnements immer stärker wird, den Bezugspreis pro Exemplar für den Monat August auf 99 W. festsetzen. Wir möchten dabei wiederholt darauf hinweisen, daß auch dieser Bezugspreis nur möglich ist unter Zuhilfenahme der Jnserateneinnahmen, und bitten deshalb unsere Freunde, die Inserenten des„Vorwärts" bei Einkäufen zu berück- sichtigen. Durch das von unseren Lesern und Genossen der schwie- rigen Lage unserer Presse bisher entgegengebrachte volle Ver- ständnis sind wir überzeugt, daß sie auch weiter durch Fest- halten am Abonnement und durch Propaganda für den„Bor- wärts" den Bestand unseres Organs sichern werden. Verlag unü Redaktion Ses„vorwärts". Morüsache Rathenau. Verhandlung im September. Das Polizeipräsidium teilt durch WTB. mit: Zeitungen berichten, daß die Verhandlungen in der Ak o r d s a ch e R a t h e n a u im Oktober vor dem Staatsgerichlshof stattfinden wird. Diese INitteilung Ist irrig. Gegenwärtig ist der vom Staatsgerichlshof cingeselzle Untersuchungsrichter mit der Bearbeitung der Angelegenheit be- schäftigk. Wenn sich auch noch kein genauer Termin für die haupk- verhandlung bestimmen läßt, so wird man mit Sicherheit damit rechnen können, daß die Verhandlung bereits im September ftallsindct. Der von der Berliner politischen Polizei wegen Begünstigung der Rathenau-Biörder festgenommene Meter der Burg Saaleck, Schriftsteller Dr. Stein, sowie der ebenfalls wegen Begünstigung von der Berliner Polizei festgenommene Kapilänleuinant a. D. Wolsgar.g Dietrich aus Erfurt sind nicht vom Unier- suchungsrlchter des Staalsgerichlshofes, sondern von dem zuständigen Berliner Amtsrichter aus freien Fuß geseh! worden. Der Ovcrreichs- anmalt Hai sofort, als er von dieser Freilassung Kenntnis erhielt, die neuerliche Festnahme von Ar. Stein und Dietrich ange- ordnet. Daraufhin ist Dr. Stein, der sich noch in Berlin aufhiclk. am Freitag, den ZS. Zuli, von der Berliner Polizei wiederum fest- genommen worden. Der preußische fimnestieausschuß. Der preußische Iustizminister hat durch Rundocrfügung vom 12. d. M. den Justizbehörden Beschleunigung der auf Grund des Amnestiegcsetzes zu treffenden Verfügungen und Entscheidungen, zur Pflicht gemacht und die Generalstaatsanwälte angewiesen, das Gesetz nach seinem Inkrafttreten durch die Amtsblätter b e k a n n t zu inachen. Durch Verfügung vom 26. d. M. sind weitere Anordnungen über die Anhörung der Beteiligten und ihre Belehrung über die Bestimmungen des Gesetzes, besonders über das Recht zur Anrufung des durch Z 4 vorgesehenen Ausschusses, getroffen Das Staatsministerinm hat beschlossen, daß dieser Ausschuß aus folgenden Landtagsabgcordneten bestehe: Dr. Siegfried R o e n f e l d lErsatzmnnn K u t t n e r, SPD.), G o t t w a l d- Berlin(Frau Hsßberger, Ztr.),, Dr. S eel m a n n (Dr. Kaufmann. Dirnt.)), Dr. Kriege(Dr. v. Eynern, D. Vp.), Dr. Liebknecht(Leid, USP.), N u s ch k e(Dr. Preuß, Dem.), Menzel- Halle,(Dr. Meyer-Ostpreußen, KPD.). Der Ausschuh wird im Preußischen Justizministerium, Berttü W. 8, Wilhelmstr. 65, tagen und hat dort seine Geschäftsstelle. * Der Iustizminister hat gemäß der Entschließung des Landtags, durch welche das Staatsministcrium ersucht ist, in eine Nachprüfung der aus Anlaß des letzten Eisenbahner streik? abgeurteilten Stroffälle einzutreten, die Anordnungen für eine Prüfung dieser Sachen zur etwaigen Herbeiführung von Gnaden- erweisen getroffen. Karl vkommsen, der Sohn des großen Geickiichlsiclireibeis. ist gestorben. Von Beruf Bankier, hat Karl Mommsen sick als Linls- liberaler auch poiiliich betätigt und hat früher dem Reichstag, dem preußischen TreiklassenhauS und der Berliner Stadtverordnete!" Versammlung angehört. Gewerkschaftsbewegung auch durch Gründung eines gelben Verbandes. 3u diesem 3wed| Erbitterung erzeugt. Die Behandlung der Bergleute, die an zahla lud man einige alte Führer des Harmonieverbandes nach Hannover reichen Einzelfällen erläutert wurde, ist vielfach unglaublich und ein. Ein anwesender selbständiger Dentist hatte sich den volfspar- erinnert, wie ein Redner meinte, bisweilen an die Behandlung teilichen Herrn Geißler, den Vorsitzenden des gelben Nationalver- der Ifraeliten in Aegypten. Berliner Gemeindearbeiter und Kommunisten. bandes Deutscher Berufsverbände aus Potsdam mitgebracht. Herr Im Berlaufe der stattfindenden Berhandlungen zwischen Saara Für nur technisch Beschäftigte 1500-2100( 1200-1500). Für technisch und operativ Beschäftigte 2500( 1900). Für Affiftenten 3200 ( 2400). Die Zahlen in den Klammern geben die Säge in den fleinen Orten an. Anscheinend, weil man dort so fabelhaft billig lebt, find fie bedeutend niedriger. Zusammenschluß in der Schweiz. ( IGB.) Am 1. Juli fand der Zusammenschluß des„ Schreizes rifchen Soizarbeiterverbandes"( zirfa 9500 Mitg ieder mit dem Schweizerishe. Bauarbeiterrerband"( zirka 800 Mitglieder) statt. Die neugeschaffene Organisation heißt Bau- und Holzarbeitervers band der Schweiz". " Die„ Rote Fahne" jubelt, da von 25 zum Verbandstage der Geißler stellte Geld und eine Geschäftsstelle beim Verband zur Ver- bergarbeitern und Bergwerksdirektion wurde, mie aus Saarbrücken Gemeinde- und Staatsarbeiter zu wählenden Delegierten 20 Rom- fügung, außerdem verpflichtete er sich, einen Geschäftsführer zu be- gemeldet wird, zugesagt, daß die Direktionen über die vorge munisten gewählt wurden. Die Gleichgültigkeit der folden. Ein anderer Selbständiger übernahm den Posten des Vor- brachten Beschwerden, insbesondere über die Entlassungen Untera großen Masse der Mitglieder, das unleidliche Berhältnis zwischen fizenden und ein gewiffer Herr Hempel wurde Geschäftsführer. Auf fuchungen anstellen wolle. Mie verlautet, beschwerten sich die Ard SPD. und 11SPD.- Verbandsmitgliedern hat den diese Art und Weise wurde nun, ohne nur einen Angestellten zu beitervertreter über den schleppenden Gang der Verhandlungen Kommunisten diesen Sieg" recht leicht gemacht. Wenn ein Teil der fragen, ein gelber Berufsverband Deutscher Dentisten( Angestellten- und verlangten endlich Taten und Zugeständnisse. Berliner Gemeindearbeiter etwa glaubt, daß die Kommunisten ihnen organisation) ins Leben gerufen. Trotzdem dieser Verband, wie ja das Paradies im städtischen Arbeitsverhältnis alle derartigen Vereinigungen, nur eine fleine Mitgliederzahl bebringen fönnen, wie es ihnen die Kommunisten versprochen, ist er fint, fam es gleich zu einem„ Larifabschluß", nur um diese verauf dem Holzwege. Selbst wenn das kommunistische Element unter förperte Geibsucht zu erhalten. Die Gehaltsfäße dieses Tarifes erden Berliner Gemeindearbeitern die Macht bekommen sollte, den reichen folgende fabelhafte Höhen( aber nur in Städten über 300 000 Bogen zu überspannen, dann wäre die unausbleibliche Folge die, Einwohner): daß die Pläne der kapitalistischen Feinde der Gemeinde- und Staatsbetriebe, die wichtigsten städtischen Betriebe dem Privatfapital auszuliefern, durchgeführt werden. Dann würden viele der heutigen Kommunisten" unter den Berliner Gemeindearbeitern samt den Schleppenträgern der Kommunisten im Handumdrehen wieder zu biederen Gelben. Darin besteht die Gefahr folcher vorübergehenden Erscheinungen wie dieser kommunistische Wahlfieg, über den im Lager der Gegner jeder Betriebsverstadtlichung und verstaatlichung die ungeteiltest e Nun ist es ganz natürlich, daß nach diesem Bemeis der ExistenzFreude herrscht. Deshalb wäre sehr zu wünschen, daß man fich in den Reihen der Berliner Gemeindearbeiter einmal allen unfähigkeit einer gelben Bereinigung auch die Indifferenten unter Ernst es mit der Frage befaßt, ob man die Rüdreise in den fapi- den Angestellten erkennen, daß die gewerkschaftliche Organisationstalistischen Betrieb mitmachen, fie fördern will, oder aber ob form die richtige ist. Um nun aber wirklich Durchgreifendes zu eres nicht legten Endes vorteilhafter ist, dazu beizutragen, fie unter reichen, ist es unbedingt erforderlich, daß sich jeder zahntechnische allen Umständen zu verhindern. Auch in der Berliner Angestellte, auch die Schwestern und Helferinnen, dem Verband Gemeinde arbeiten sich Rechts- und Linksradikale in die Hände. der angestellten Dentisten und Helferinnen, Siz Berlin, Grüner Lassen sich die Gemeindearbeiter zum Spielball mißbrauchen, haben Weg 102, anschließen. Ortsgruppen bestehen an vielen Orten und sie sich die Folgen selber zuzuschreiben. Verärgerungspolitit mag die Geschäftsstelle des Verbandes ist zu jeder Auskunft bereit. radifal" erscheinen, in Wirklichkeit ist sie töricht. Die Vernunft muß die Oberhand behalten. Streifbrecherwerbung nach altem Muster. Mit den aus Oberschlesien vertriebenen Deutschen hat wohl jeder Stammesgenosse Mitleid. Es ist auch wohl jeder bestrebt, Diesen armen Menschen zu helfen. Das Unternehmertum und seine Selfershelfer versuchen aber, diese geflüchteten Menschen auch als Streitbrecher zu benußen und dabei helfen ihnen auch Verbände heimattreuer Oberschlesier! Die Bezirksgruppe Münster( Westf.) dieser Verbände versandte folgendes Schreiben: „ Vereinigte Verbände heimattreuer Oberschlesier Bezirksgruppe Münster i. W. Münster, den 13. Juli 1922, Herrn Dr. Steinhaus, Münster( West f.) Eisenbahnstr. 9/10. Der oberschlesische Flüchtling Klempner Fritz Rowad wünicht auch bei der Firma Windmöller u. Hölscher in Lengerich in Arbeit zu treten, wenn ihn die Firma gebrauchen fann. Mit deutschem Gruß Diefen vorfintflutlichen„ Tarif" will man auch noch„ reichsverbindlich" erklären lassen. Es wird wohl daraus nichts merden, denn die gewerkschaftliche Richtung hat mit Unterstützung der AfA sofort Einspruch erhoben. Ein Valutagewinnler als Hauspascha. Kommt da irgendwoher, aus Polen über Schweden, ein Herr Malliniat, versehen mit dem notwendigen Mammon, nach Berlin und beteiligt sich hier an dem allgemeinen Ausverkauf". Der Herr ersteht zu Spottpreisen mehrere Industriehäuſer Mil lionenobjekte und versucht jetzt, dieselben mit ansehnlichen Geminn wieder loszuschlagen. In seiner Eigenschaft als aus wirt beschäftigt Herr M. eine ganze Reihe von Hausangestellten Hausmeister, Heizer, Fahrstuhlführer denen er geradezu fürstliche Gehälter bezahlt. -O Im Industriehous Neue Königstr. 61/64 zahlt Herr M. den Fahrstuhlführern, welche den ganzen Tag ununterbrochen schwere Lasten in die einzelnen Etagen zu transportieren haben, einen Wochenlohn von 125 m. Nun haben sich allerdings die Mieter des Haufes bereit erklärt, um diese armen Menschen nicht buchstäblich verhungern zu lassen, 3uzahlung zu leisten, so daß ihnen der horrende Lohn von wöchentlich 350 M. gezahlt werden kann, wovon noch die gesetzlichen Abzüge fortfallen. Zu weiteren Zugeständnissen sind weder die Mieter noch der Hauswirt zu bewegen. Die Mieter deswegen nicht, weil sie schon freiwillig erhöhte Micien bezahlen, und der Befizer nicht, weil das Haus mit Unterbilanz arbeite. Der Herr Hauswirt will die Leute lieber aufs Straßenpflaster sehen, ehe er einen Pfennig mehr Lohn zahlt. ( Unterschrift unleserlich.)" Bei der Firma Bindmöller u. Hölscher standen die Arbeiter im Streit, weil die Firma bei einem Vorkommnis, das sehr Teicht bei nur etwas gutem Willen hätte beigelegt werden können, 20 Arbeiter maßregeln wollte. Davon waren einige Solche Zustände in einem der größten Industriehäuser Berlins 10 Jahre und länger bei der Firma beschäftigt. Dr. Steinhaus ist der Synditus der Metall- find einfach skandalös. Die Organisation hat sich bereits die industriellen des Münsterlandes und versucht nun noch den größte Mühe gegeben, hier durchgreifende Besserung zu schaffen, es ist aber an den Herrn M. nicht heranzukommen. Der ausländische oben angegebenen Arbeiter zum Streitbrecheragenten zu benutzen. Balutagewinnler spreizt sich ganz entschieden, seine deutschen ArDr. Steinhaus schrieb an die Firma einen Brief, den er dem Arbeiter auskömmlich zu bezahlen, und hält sich befugt, als moderner beiter mitgab: Sflavenhalter die Hungerpeitsche schwingen zu fönnen. Der Herr dürfte sich darin irren. Firma Bindmöller& Hölscher, Hochachtend Lengerich. Dr. Steinhaus." Der Angestellten- Schiedsspruch der Metallindustrie! Ueberbringer ist mir vom Verband Heimattreuer Oberschlesier zugewiesen und wünscht eingestellt zu werden. Falls Sie den Die auf Aufforderung des AfA- Bundes in den Groß- Berliner 11eberbringer als Klempner nicht als Arbeiter einstellen Metallbetrieben vorgenommene Urabstimmung über den am fönnen, eignet er sich vielleicht dazu, gemeinsam mit Herrn 21. Juli 1922 im Reichsarbeitsministerium für die Angestellten geStocamp in Oberschlesien ordentliche Leute anzufällten Schiedsspruch hat unter Berüdjichtigung der gegenwärtigen werben. Ja habe dem Manue 50 M. Reisegeld gegeben, er Urlaubszeit eine außergewöhnlich starte Beteiligung der machte auf mich einen guten Eindruck. Belegschaften und zugleich deren Willen gezeigt, sich auf die Dauer die vom Verband Berliner Metallindustrieller beliebte Art der Tarifverhandlungen nicht mehr gefallen zu lassen. Besonders deutlich trat dies Berlangen in den während der eigentlichen Hauptzeit der Abstimmung einlaufenden Meldungen hervor, während die finn gemäße Auswertung des endgültigen Gesamtzahlenergebnisses formell zunächst zu weitergehenden Entschlüssen nicht führen fonnte. Innerhalb der auf Antrag des Afa- Bundes vom Reichsarbeitsministerium bis Freitag mittag verlängerten Erklärungsfrist hat deshalb munmehr der Afa Bund den Schiedsspruch ange= nommen; vorher hatten schon die anderen Angestelltenverbände sowie der Verband Berliner Metallindustrieller zugestimmt. leber die weiter, vor allem für August. zu treffenden Maßnahmen werden die Afa- Funktionäre der Metallindustrie Anfang der nächsten Woche in einer Versammlung beraten, deren Termin in der Arbeiterpresse bekanntgegeben wird. Dr. Steinhaus weiß wohl noch nicht, daß sich ordentliche Leute nicht als Streitbrecher anwerben laffen, denn zum Verräter lassen sich ordentliche Leute nicht gebrauchen. uns: Die Gelben unter den zahntechnischen Angestellten. Der Verband der angestellten Dentisten und Helferinnen schreibt Wohl felten finden die gelben Berbände einen so günstigen Boden für ihre unmoralische Organisationsform als bei den Zahntechnifern. Die Gelben arbeiten nur mit den Schlagwörtern Individualismus und Berufsstolz und wollen dem Angestellten einreben, daß bei den Gewerkschaften beides unterdrückt wird. Ein unbehindertes Ausleben der Persönlichkeit gibt es innerhalb dieser Berufsgruppe schon lange nicht mehr. Ein jeder ist der Sklave der besonders schlechten wirtschaftlichen Lage, hervorgerufen durch eine jeder Anständigkeit ins Gesicht schlagende Entlohnung. Dadurch ist Nach einer Bekanntmachung des Tarifamts der Deutschen Buchauch der Besuch von Fortbildungsinstituten, der Ankauf von Büchern druder vom 20. Juli haben die Brinzipalsvertreter und Instrumenten sowie das Einrichten einer eigenen Braris zur fämtlicher Tariffreise den Buchdrudertarif nebst angehängtem Reiche Unmöglichkeit geworden. Troh dieser Tatsachen werden besonders tarif für das Buch- und Zeitungsdrudereihilfspersonal zum Jahres. von den Dentisten immer munter Lehrlinge gezüchtet, als wenn ein fchluß gekündigt. Mit dem Ablauf dieser Tarife erlischt zugleich Mangel an Arbeitskräften bestände. Während Zahnärzte und Dentisten ziemlich restlos schon seit die Tarifgemeinschaft der deutschen Buchdruder. Jahren organisiert sind, waren die Angestellten immer sehr flau in Ausdehnung des Danziger Werftarbeiterfireiks. dieser Hinsicht. Seit 1900 vegetierte ein sogenannter HarmonieverKündigung des Buchdruckertarifs. Die Die Verhand Die Mißstände auf den Saargruben. band dahin. Man hatte weiter nichts zu tun als zu fachfimpeln Die Streiflage in Danzig verschärft sich immer mehr. und Studentenmanieren nachzuahmen; ein soziales oder wirtschaft- Bauarbeiter und Tischler streifen jetzt gleichfalls. liches Problem gab es nicht. Nach dem Umsturz 1918 wurde es lungen auf der Danziger Werft haben bisher noch zu feinem Erbesser, man sah die Erfolge anderer Berufsgruppen, besonders der gebnis geführt. Man spricht davon, daß am 1, Wuguft noch größere Gewerkschaften, und es wurde versucht, einen Tarif zum Abschluß zu bringen. Dieses Ziel wurde auch erreicht, nur fiel derselbe nach be- Aussperrungen erfolgen sollen. rühmten Vorbildern aus und es wurden auch selten die darin enthaltenen Sätze gezahlt. Um diesen Zuständen ein Ende zu machen, bildete sich im November 1921 der Verband der angestellten Den- Fast täglich findet an einigen Orten des Saargebietes eine tiften und Helferinnen auf gewerkschaftlicher Grundlage. Der alte Massenversammlung der Bergleute statt, die sich mit der augenHarmonieverband löste sich im Januar dieses Jahres auf. Der Weg blidlichen Lage im Saarbergbau befaßt. Die Versammlungen für die gewerkschaftliche Organisationsform lag frei. Diese Gefahr geben ein let haftes Bild von der Stimmung unter den Bergarbeiließ besonders den Dentisten nicht ruhig schlafen, während dem fer. Infolge der vielfach schlechten Behandlung und der durch die Zahnarzt diese Frage ziemlich gleichgültig ist. Mit allen Mitteln französische Berwaltungsmethode hervorgerufenen mehr als unwurde versucht, die Angestellten zu zerjplittern, teilweise gelang es haltbaren Zustände wurde innerhalb der Arbeiterschaft furchtbare ONY Dex moundmwoolle Die Mitglieder der beiden Organisationen hatten im Laufe der Monate Februar und März in einem Referendum den von ihren Zentralvorständen gemeinsam aufgestellten Fusionsvertrag gut geheißen. Am 16. und 17. Juni tagten die Holz- und Bauarbeiter zum letztenmal in gesonderten Kongressen, worauf am folgenden Tage die Statuten der neuen Organisation in einem gemeinsamen Rongreß mit 113 gegen 10 Stimmen angenommen wurden. Der gemeinsame Kongrek nahm eine Resolution des Bauarbeiterverbandes an, welche sich für die moralische und, wenn gea nügend Mittel vorhanden sind, auch für die finanzielle Unterstützung der Produftingenossenschaften ausspricht. Am 24. Juni wurden in Bern in einer gemeinschaftlichen Kons ferenz von nachfolgenden Organisationen die Statuten für einen Graphischen Bund aufgestellt: Typographenbund, Lithographen bund, Buchbinderverband und Verband der Papier- und graphischen Hilfsarbeiter der Schweiz. Dieser Bund soll die genannten Berufss gruppen mit insgesamt zirka 10 000 Mitgliedern zusammenfassen. Die Mitglieder der vier Einzelverbände werden sich in einer Abstimmung über die Annahme oder Ablehnung dieser Statuten auszusprechen haben. Urabstimmung der Buchbinder. Sonntag, den 5. August von 12 bis 5 Uhr findet die Urabstimmung über die Erhöhung der Lotalt eiträge in den befannten Lokalen statt. Mittwoch, den im Gemerfa 16. August, vierteljährliche Generalversammlung schaftshaus, Engelufer, Saal 4. Anträge hierzu müssen bis Freis tag, den 4. Auguft in den Händen der Verwaltung sein. Die Orisverwaltung. Eine Urabftimmung der Hufarbeiter über die Verschmelzung mit dem Bekleidungsarbeiter Verband erfolgt in der Erforderlich ist eine ZweidrittelBeit vom 23. bis 26. Auguſt. mehrheit der Abstimmenden. Das Verbandsorgan befürwortet die Verichmelzung. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Am Mittwoch, den 2. August, nachmittags 5 Uhr, findet bei Graumann, Naunynire. 27, eine fombinierte Bertrauensmänner- und Betriebsrätesizung aller Branchen statt, Tagesordnung: 8um Lokalbeitrag. Abt. Groß- Berliner Parteinachrichten. 123a Raulsdorf- Süb. Scute abend 8 Uhr Mitgliederversammlung und Sahlabend im Lofal Sanssouci, Raulsdorf- Süd. Gruppe Erfner. Nachmittags 3 Uhr Gruppenkonferenz bei Sandtle, Erkner, Berliner Str. 3. Tagesordnung u. a. Distuffion der Landgemeindeordnung. plag zur Friedenstundgebung. Die Gruppe schließt sich den A.- J.- Gruppen Jungiozialisten. Gruppe Friedrichshain: Morgen 9 Uhr Treffpunkt am RudolfOften an. Königswusterhausen. Sonntag, den 30. Juli, von 2 Uhr ab, im Bahnhofs hotel, Feier bes 20jährigen Bestchens bes Wahlvereins. Gartenfonsert, Ecfangsvorträge, sportliche und furnerische Vorführungen, Darbietungen der Jugend, Runstradfahren, Rinderbeluftigungen, Preisschießen und fegeln, Tang. Abends großer Fadelaug. Festrede des Ministers Giering. Alle Bartci, Jugend- und Gewertschaftsangehörige ladet mir der Bitte um zahlreiches Erscheinen herzlichst ein der Festausschuß. Charlottenburg- Spandau. Die juristische Sprechstunde fällt aus. * Jugendveranstaltungen. 4 1 Alle Abteilungen beteiligen fich am Sonntag an der Rundgebung ,, Ric wieder Krieg. Die Kundgebung wird mittags 12 hr nicht 1 Uhe stattfinden. Die Jugend sammelt fi am Schloß( Lustgartenfeife). Für die Arbeiter- Jugend" wird dort der Genoffe Ollenhauer sprechen. Die Abteilungen treffen sich zum Abmarsch an folgende Stellen: Friedrichsselbe: 10 Uhr Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde. Friedenau: 9 Uhr Lauterplag. Friedrichshagen: 9 Uhr Bahnhof Halensee: 10 Uhr Rathaus. Sermsdorf: 10 Uhr Bahnhof. Karlshorst: 9 Uhr Bahnhof Rarlshorit. Landsberger Biertel: 914 Uhr Landsberger Allee, Ede Peters burger Straße. Lichtenberg: 410 Uhr am Schwarzen Adler( Ringbahnhof). Zichtenzabe: 10 Uhr Bahnhof. Lichterfelbe: 10% Uhr Sändelplag. Rauls. bort: 10 Uhr Bahnhof. Raulsdorf- Süd: 9 Uhr Restaurant Sanssouci. Marienborf: 9 Uhr Chauffee-, Ede Eisenacher Mahlsborf: 10 Uhr Bahnhof. Straße. Moabit: 10 Uhr Sleinen Tiergarten. Neukölln- Norb: 10 Uhr Hermannplck. Rieberschönhausen: 9 Uhr Friedensplaz. Rorden: 3 Uhr Often( Stralaner Brunnenstraße, Ede Gustav- Mener- Alec( Normaluhr). Biertel): 10 Uhr Rudolfplak. Brenzlauer Berstadt: 9 Uhr Danziger Straße, Reinidenbors- West: 9 Uhr Boltshaus. Reinidendorf- Oft: 9½ Uhr Scebad. Ede Schönhauser fee( Normaluhr). Schmargendorf: 210 Uhr nor dem Schöneberg I, II, III( Sindenhof): 8 Uhr Kaifer- WilhelmJugendheim. Staaten: 9 Uhr Bahnhof. Steglig: 9 Uhr Düppelplak. Süden: Blaz. 9 Uhr Morikplatz. Südosten( Köpenicker Biertel): 9 Uhr Görliger Bahn hof. Südwesten: 10 Uhr Blücherplag. Wedding: 9 Uhr Nettelbedplay. Beißensee: 10 Uhr Antonplatz. Westen: 10 Uhr Dennewitzplay. Wilmers borf: 10 Uhr Rathaus. Briefkasten der Redaktion. Bunadi bei Ihrem Bolizeirevier Bakvorbescheinigung beantragen, zwei Lichts Bilder mitnehmen. Denn Pak beantragen beim Polizeipräsidium, Zimmer 154 E. Bum zuständigen Finanzamt, dann österreichisches Konfulat, Bendlerstr. 15. FF. 100. Uns nicht bekannt. Frei Heil". Pag 37 M., Visum 60 M. Berantw. für den redalt. Teil: Franz Alühs. Berlin- Lichterfelde; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Borwärts.Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Budybruderci u. Berlagsanitait Baul Ginger u. Co., Berlin. Lindenstr. 8. Hierzu 1 Beilage. Etwas ganz delikates sind Faden- u. Figuren- Nudeln Sie geben rasch und billig appetitreizende und doch nahrhafie Suppen. Auch als Auflanf, Pudding mit oder ohne Obst eine köstl Speise. Dujourdin Weinbraund deutsche Dujardin u. Lo., J. m. b. H. vorm. Gebr. Melcher. Gegr. 1810 Uerdingen a. Rhein Detailverkauf von Herren-, Damenstiefeln und Weinberger Brunnenstr.25-schuhen zu Fabrikpreisen. G De Schuh- Fabrik