and Nr.358 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 175 Bezugspreis: Bierteljährlich 270,-, monatlich 90,- rei ins Haus, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Desterreich u Luxemburg 138, M., für das übrige Ausland 172, M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich. Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich. Schweden, Schweiz, Tschecho- Glowatei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntagsbellage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezelle toftet 25,-M. Reklamezeile 125.-M. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7, M.( quläffig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 6. M. 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Auguft in London Forderungen sich einsehen werden. zu treffen. Cloyd George fchlage vor, die Beratungen auf die Reparationsfrage zu beschränken; es heißt, daß auch Italien und Belgien eingeladen werden sollen, Bertreter zu entfenden. Die deutsche Antwort. Die Notwendigkeit der Stundung. = Immer mehr häufen sich die Anzeichen, daß gewisse reaktionäre Kreise bestrebt sind, den Preußischen Staatsrat, der Provinzen bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Staates zu vertreten, zu einer ersten Kammer auszugestalten. Der ursprüngliche Verfassungsentwurf der Regierung hatte den Staatsrat nicht vorgesehen, und in den monatelangen Vorberatungen zwischen den Führern der Koalitionsparteien, die der Einbringung der Berfassung vorangingen, hatten sich die Sozialdemokraten auf das entschiedenste gegen die Schaffung eines solchen Gebildes gewandt, weil sie sich sagten, daß das letzten Endes die Einführung des Zweikammersystems bedeute. Zentrum und Demokraten dagegen forderten eine angemessene Vertretung der Provinzen innerhalb der zentralen Staatsorganisation, um so ihre landschaftliche Selbständigkeit mit dem Staatsganzen organisch zu verbinden. Ein aus Bertretern der Provinzen zu bildender Staatsrat würde nach ihrer Auffassung dieser Funktion entsprechen und gleichdem Landtag noch ein zweites pon diesem unabhängiges zeitig in befriedigender Weise das Problem lösen, wie neben Im Zusammenhang mit der ablehnenden Antwort der französischen Regierung auf das Gesuch Deutschlands, die aus dem Clearingverfahren erwachsenden Kosten herabzusehen, verlohnt die Fest stellung daß der Gesamtbedarf Deutschlands an Golddevisen auch ohne Reparationsleistungen, ohne Besatzungskosten Das Reichskabinett hat in seiner Montagssigung die Ant- und die Kosten für das Ausgleichsverfahren die Einnahmen wortnote an Frankreich fertiggestellt. Die Note wurde am Deutschlands an Golddevisen übersteigt. Allein in der Zeit vom Montag abend telegraphisch der Deutschen Botschaft in Paris mai 1921 bis April 1922 betrug der Devisenbedarf 4,60 milliar übermittelt, foll am Dienstag vormittag überreicht werden, o ben Goldmark. Auf die Lebensmitteleinfuhr entfielen hiervon daß mit einer Veröffentlichung in Deutschland bereits für 1,75 milliarden Goldmark, auf die Rohstoffeinfuhr, darunter HalbDienstag abend, spätestens aber Mittwoch früh, zu rechnen ist. fabrikate, 2,25 Milliarden Goldmark, und die Einfuhr von FertigDie Reichsregierung nimmt in ihrem Antwortschreiben feine fabrikaten, die nicht zu umgehen war, auf 0,60 Milliarden Mark. positiv ablehnende Stellung ein, sondern erklärt vor allem, daß nach ihrer Auffassung die Frage der Ausgleichs die das deutsche Produktionsgebiet durch den Friedensvertrag erDiese Zahlen geben ein frasses Beispiel von den Veränderungen, zahlungen von allen hierfür in Betracht kommenden Regie- fahren hat. Der Berlust wichtiger und großer Ernährungsgebiete Staatsorgan zu schaffen fei. rungen gemeinsam geregelt werden muß und die Repara machte trotz aller Einschränkungen eine große Lebensmitteltionsfrage insgesamt von der Behandlung der Ausgleichszah einfuhr notwendig. Während noch im Jahre 1913 von Deutschlungen nicht getrennt werden könne. Im übrigen verweist das lands Gesamteinfuhr die Lebensmittel 28 Broz. beanspruchten, stieg Reichskabinett nochmals ausführlich auf die innerpolitischen dieser Prozentsatz im Jahre 1921 auf 38 Pro3. Früher besaß Deutsch Berhältniffe Deutschlands, wobei die Stellung der Gehalts- land Rohstoffe, insbesondere Erze und Rohlen, reichlich im Lande und Lohnempfänger besondere Berücksichtigung findet. In entschiedener, dennoch aber versöhnlicher Form, wird ferner und erwarb durch ihre Ausfuhr Goldwechsel, während es heute umgegen die ultimative Politik der französischen Regierung pro- gelehrt diese Rohstoffe gegen Bezahlung von Goldwechseln einführen testiert und im Zusammenhang hiermit auf die Weltkatastrophe muß. Allein durch die Gestaltung der Handelsbilanz ist die deutsche hingewiesen, die eintretn mu B, falls die Entwicklung der Ber- Bahlungsbilanz heute mit mindestens 1 Milliarde Goldmark passiv. hältnisse in Deutschland unter dem Druck der Ententepolitik in Diese Feststellungen, beweisen die Notwendigkeit einer langfristigen Stundung aller deutschen Zahlungen. dem bisherigen Maße fortschreitet. Wenn die Reichsregierung in ihrer Antwort besonders auf den engen Zusammenhang von Moratorium, Reparationszahlungen und dem Gesuch um Herabsetzung der Aus: gleichsraten hinweist, so gibt ihr hierzu vor allem die vorläufige Antwort der belgischen Regierung auf den deutschen Wunsch, die Ausgleichszahlungen entsprechend unserem Können herabzusehen, alle Berechtigung. Die vorläufige belgische Antwort lautet: ..Die belgische Regierung wird sich über den Antrag auf Herabfehung der zu zahlenden Entschädigungssummen forcie über den Antrag auf Gewährung eines Moratoriums äußern. Sie bestätigt schon jekt ihren Willen, den Reparationszahlungen gemäß dem Vertrage das Vorrecht vor allen übrigen Lasten des Reiches zu geben." Die belgische Antwort erweckt die Hoffnung, daß England und Italien jedenfalls nicht auf das deutsche Gesuch in einer Art und Weise antworten werden, die nach vierjähriger Friedenszeit im diplomatischen Verkehr unter den Mächten unmöglich sein sollte. Aber nicht nur das, auch bleibt anzu Ein neues Kabinett Facta? England und das Ausgleichsverfahren. London gerichtete Antwort der englischen Regie Die gestern eingegangene an den deutschen Botschafter in rung auf die deutsche Note vom 14. Juli 1922 wegen Barzahlungen im Ausgleichsverfahren ist datiert vom 26. Juli und lautet wie folgt: Ich beehre mich, den Empfang der Note Euerer Exzellenz Mr. A 1454 pom 14. Juli zu bestätigen, welche sich auf die Zahlunge nbezieht, zu denen Deutschland gegenüber den alliierten Ausgleichsämtern und nach Abschnitt IV des Teiles X aus dem Vertrag von Bersailles verpflichtet ist. Die Regierung Seiner Majestät nimmt an, daß eine gleiche Note an die anderen beteiligten Regierungen gerichtet worden ist und beabsichtigt, die in Ihrer Note aufgeworfenen Fragen bal. digst mit den anderen beteiligten Mächten zu er örtern, um zu gegebener Zeit in Gemeinschaft mit den anderen allierten Mächten der Deutschen Regierung eine Antmort zu erteilen." so zu, daß die Sozialdemokraten vor die Frage gestellt wurden, Im Verfassungsausschuß spizten sich die Dinge schließlich ob das Berfassungswert gegen sie zustande kommen, oder ob fie fich zu gewissen Konzeffionen bereit erklären sollten. In diefer 3wangslage entschieden fie sich, wenn auch schweren Herzens für den Staatsrat, allerdings unter Ablehnung aller Anträge, durch die auch nur der Schein seiner Gleichstellung mit der eigentlichen Volksvertretung erweckt werden könnte. Gefeßgebende Körperschaft ist einzig und allein der aus allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen hervorgegangene Landtag. Gegen die von ihm beschlosse= nen Geseze steht dem Staatsrat freilich der Einspruch zu, aber wenn der Landtag seinen früheren Beschluß mit Zweidrittelbei der erneuten Beschlußfassung des Landtages für den frühemehrheit erneuert, so bleibt es dabei. Nur went ren Beschluß nur eine einfache Mehrheit erreicht wird, so iſt der Beschluß hinfällig, falls er nicht durch einen vom Landtag herbeigeführten Boltsentscheid bestätigt wird. Die Zuſtimmung des Staatsrats ist ferner erforderlich, wenn der Landtag Ausgaben beschließen will, die über den vom Staatsministerium vorgeschlagenen oder bewilligten Betrag hinausgehen. Stimmt der Staatsrat nicht zu, so ist der Beschluß des Landtages nur wirksam, soweit er mit dem Vorschlag oder der Bewilligung des Staatsministeriums übereinstimmt. Ein Volfsentscheid ist in diesem Falle nicht zulässig. zurücktreten. Sozialistische Parteien und Gewerkschaften würden auf vertreten. Mitbestimmend für die Schaffung des Staatsrates Grund eines Bündnisses aller Parteien der Linken zum Kampfe aufrufen. Rom, 31. Juli.( WTB.) Der König empfing heute früh& acta. Es wird versichert, daß er ihm die Bildung des Rabinetts angeboten hat. Facta behielt sich die Antwort vor. Der Versuch Rom, 31. Juli.( EP.) In seiner Unterredung mit dem König Factas wird als sehr schwierig bezeichnet, da noch tiefe Gegenfäße legte Turati ihm die Gründe für die veränderte Haltung seiner die politischen Parteien trennen. Wenn es, wie man glaubt, zu Partei dar, die jetzt geneigt ist, in die Regierung einzutreten, von einer Entscheidung fommen sollte, wird Facta, wie man als sicher der die Fascisten und Kommunisten ausgeschlossen bleiben, während annimmt, bas Rabinett mit den Demokraten, der Ratholischen Bolts- eine Beteiligung der Rechten fte zwingen würde, in der Oppofition partei und der Rechten unter Beibehaltung mehrerer feiner au perharren. Die Gruppe der Sozialdemokratie billigt die neue bisherigen Mitarbeiter und seines früheren Programms bilden. Orlandos mißglückter Versuch. Haltung der gemäßigten Sozialisten und hat einer Lösung der Rrife durch Orlando oder de Nicola ihre Unterstützung zugesichert 3m sozialistischen Lager hat dieser Beschluß der ge Rom, 31. Juli.( EP.) Orlandos Bersuch zur Bildung eines mäßigten Sozialisten und das Zusammentreffen Turatis mit dem Kabinetts unter Mitwirtung von Mussolini( Fiscist) und König die Spaltung noch verschärft und die Bildung Turati( Sozialist) als Minister ohne Portefeuille ist nach lang einer neuen fozialistischen Partei unter Führung wierigen Berhandlungen mißlungen. Die Sozialisten bestanden Bellas sicher gemacht. auf der Bildung eines ausgesprochenen Kabinetts der Linken unter Ausschluß der Fascisten. Hierauf hat Orlando vergeblich Fascistenmobilisation. Die Berhandlungen des Verfassungsausschusses lassen feinen 3weifel darüber, daß die Einfügung des Staatsrates nicht die Annahme des Zweikammersystems bedeutet, sondern daß es sich im wesentlichen um eine Nachbildung des Reichsrates handelt. Wie der Reichsrat die Länder bei der Gefeßzgebung und Verwaltung des Reiches, so soll der Staatsrat die Provinzen bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Landes war für die bürgerlichen Koalitionsparteien nach Preuß die Ueberzeugung, daß die Neugestaltung des Berhältnisses der Provinzen zum Staate eine wichtigste und wesentlichste Aufgabe des preußischen Verfassungsmertes sei, sowohl unter dem Gesichtspunkt des ferneren Zusammenhaltens Preußens, wie auch unter dem seiner Eingliederung in das Reich. In der Tat ist die Frage der Provinzialauto= nomie eine der wichtigsten nicht nur preußischen, sondern auch deutschen Angelegenheiten. Wenn auf der einen Seite durch die Reichsverfassung die Zuständigkeiten der Länder mehr und mehr eingeschränkt, auf der anderen Seite durch die preußische Verfassung die Zuständigkeiten der Provinzen erweitert werden, so werden sich in absehbarer Zeit die Länder nicht mehr wesentlich von den preußischen Provinzen unterscheiden, und der Boden für den Einheitsstaat ist geebnet. Mit den Bestimmungen der Verfassung über die Provinzialautonomie stehen die über den Staatsrat in engem Zusammenhang. Nicht so weit wie die Rechte des Reichsrates gehen die versucht, ein Robinett zu bilden, in dem die Rechte nur durch die Rom, 31. Juli.( EP.) Infolge der Drohung des sozialistischen des Staatsrates insofern, als die Einbringung von GesetzesLiberalen, jedoch nicht durch die Fascisten vertreten gewesen wäre. Arbeiterbundes mit dem allgemeinen Landesstreik in Italien wegen vorlagen der Reichsregierung grundsäßlich der Zustimmung Auch diesen Versuchen haben sich die Sozialisten widersetzt. Die der Unruhen in Ravenna am Donnerstag, hat der Zentral- des Reichsrates bedarf, während dem Staatsrat nur Gelegen= Führer der gemäßigten Sozialisten erklärten über das Ergebnis der vorstand der nationalen Fascistenpartei in Rom heit zur gutachtlichen Aeußerung gegeben zu werBerhandlungen mit den anderen Gruppen der Linken, sie hätten sich auf Anordnung Mussolinis die allgemeine Mobilmachung ben braucht. Umgekehrt gehen die Rechte des Staatsrates bereits die Zustimmung der Katholiken, der Reform aller Fascisten in Italien anbefohlen. Die römischen Abendblätter weiter als die des Reichsrates, soweit es sich um Einsprüche fozialisten und der sozialen Demokraten für ein Rabinett der veröffentlichen diesen Aufruf, in dem betont wird, die Fascisten gegen die vom Barlament beschloffenen Gesetze handelt, wobei 2inten gefichert. Eine entsprechende Mitteilung machten sie auch partei nehme die Herausforderung der Sozialisten an und fordere aber die letzte Entscheidung niemals beim Staatsrat, sondem Kammerpräsidenten de Nicola für den Fall seiner Berufung. alle Arbeiter, Eisenbahner und Beamten auf, auf ihrem Posten dern beim Landtag oder bei der Gesamtheit des zu bleiben. Die Fafciften geben dem Staat 48 Stunden Volkes liegt. Vor ernsten Entscheidungen. Beit, um seine Autorität gegenüber allen Angestellten und jenen Nach den sowohl im Verfassungsausschuß als auch im Rom, 31. Juli.( EB.) Laut Paeso" planen die Sozia- zu zeigen, die die Existenz des Landes bedrohen. Nach Ablauf Plenum der Landesversammlung abgelehnten Anträgen der Mften, menn jetzt nicht eine Regierung zustandekommt, die die dieser Frist behält sich die Fascistenpartei volle Handlungs beiden Rechtsparteien sollte der Staatsrat zu einer ersten Autorität wiederherzustellen weiß, gleichzeitig alle Provin- freiheit vor und droht, sie werde sich an die Stelle des Staates Rammer mit weitgehenden Befugnissen ausgestaltet werden; zial- und Gemeindeverwaltungen mit sozialistischen sehen, wenn er nochmals seine Unfähigkeit zeige. Die Behörden er sollte ein berufsständisch und provinzialständisch zusammenMehrheiten zurücktreten zu lassen, wie es bereits in 44 Städten treffen in allen Städten umfassende Maßnahmen zur Sicherung gesetztes Gebilde darstellen, dessen von den Mitgliedern des der Provinz Cremona geschah. Ebenso würden die Deputierten des Verkehrs und der Ruhe. Landtages gewählter Präsident mit den Machtbefugnissen eines " # In einer Versammlung in Münster hielt der Zentrumsführer Marg eine politische Rede, in der er sagte: Staatspräsidenten ausgestattet, und dem nicht nur ein weit meiner eigenen Wenigkeit besteht". Derselbe Herr Abg. Marx gegen die Bayerische Volkspartei. gehendes Einspruchsrecht gegen Beschlüsse des Landtages, son- pflegt sonst recht breitspurig als deutschvölkisch aufzutreten und dern sogar das Recht der Auflösung des Landtages zustehen für sich und seine Rasse besondere Rechte in Anspruch zu nehsollte. Diese Anträge scheiterten an dem entschiedenen men. Vor dem Heros Ludendorff versinkt er plöglich mit Widerspruch der Sozialdemokraten, und wenn jetzt ein treudeutschen Augenaufschlag in den Erdboden!" Nicht treu, Man kann heute sagen, wir stehen an einem Wende Teil des Staatsrates selbst entgegen den klaren Bestimmungen nicht deutsch.... punkte für das Vaterland und für das Verhältnis zur der Verfassung und entgegen der unverkennbaren Absicht des Ludendorff nennt in einem Brief an Herrn Sontag Bayerischen Volkspartei. Es muß aufhören, daß bei der Gesetzgebers seine Befugnisse ausdehnen will, so ist das ein seinen früheren intimen Mitarbeiter General Hoffmann Berfolgung von Staatsverbrechern, wie den Rathenau- Mördern, offenbarer Vorstoß gegen die zu Recht bestehende Verfassung, frankhaft ehrgeizig. ganz unter dem Einfluß seiner jüdischen einfach die Kriminalpolizei an der Grenze des Landes haltmachen Frau stehend, einen Schädling, der in echt jüdischer Weise muß. Es fann sich um Stunden und halbe Stunden handein; es iſt den der Landtag sich nie gefallen lassen kann. Welcher Art die Meinungsverschiedenheiten sind, ergibt vaterländische Werke zerstört; er weist mit unverkennbarer Ab- unerträglich für die ernste Strafverfolgung, daß gerade in dem entsich aus den Punkten, zu deren Klärung der Staatsrat vor sichtlichkeit auf seinen Verkehr in einem gewissen politischen scheidenden Augenblicke die Landesinteressen im Wege stehen. Lafür kurzem die Entscheidung des Staatsgerichtshofes angerufen Salon hin, auf den Schlaganfall, der einem Seftgelage folgte... ist die Lage zu ernst. In diesem Konflikt hat sich der Reichspräsident hat. Einmal verlangt der Staatsrat, daß ihn das Staats- und in einer Schlußbemerkung bittet er scharf Stellung zu Ebert als ein Mann von flugem Geschid gezeigt. Man fann ministerium über alle wichtigen Staatsgeschäfte, z. B. auch nehmen, ohne ihn als den Urheber zu verraten. Das heißt, sagen, er ist der richtige Mann an der richtigen Stelle. über den preußischen Vertretern im Reichsrat erteilte Instruf General Ludendorff meuchelt hinterrücs seinen früheren Mit- Man muß die Berdienste des Reichspräsidenten an der Republik und tionen zu unterrichten hat. 3weitens verlangt er eine arbeiter und Vertrauensmann ab, aber niemand darf wissen, Bolk anerkennen. Hoffentlich gelingt es ihm, uns über die Krisis erweiterte Mitwirkung bei der Verabschiedung von daß er den Dolch von hinten führt. Das ist der Heros der hinwegzubringen. Gesetzen, indem er sich auf den Standpunkt stellt, daß ein Gesetz Deutschvölkischen in seiner ganzen Größe. Das ist die politische Auf eine in der Diskussion gestellte Anfrage antwortete nicht verfassungsmäßig zustande gekommen ist, wenn der Ent- Burückhaltung des„ großen Heerführers"." Nicht treu, nicht Marg, daß das Zentrum mit seinem neuen Aufruf zur Erwurf dem Staatsrat nicht zur Begutachtung vorgelegen hat. Deutsch, nicht ritterlich, nicht ehrlich. Endlich vertritt er die Ansicht, daß auch Verordnungen auf Wer danach noch Ludendorff ,, dem ganzen deutschen Volk weiterung des Zentrumsbodens nichts Neues schaffen wolle, Grund des Artikels 55 der Verfassung, d. h. Verordnungen, zu erhalten wünscht", ist ebensowenig zu furieren wie die sondern daß es immer Wert darauf gelegt habe, auch in prodie das Staatsministerium in Uebereinstimmung mit dem Deutschnationale Bolfspartei, wenn sie nach wie vor auf die testantischen Kreisen Boden zu gewinnen; es sei teine tonständigen Ausschuß des Landtages erlassen hat, ehe sie später Bugehörigkeit des völkischen Flügels in seiner ganzen Helden- feffionelle, sondern eine politische Partei. dem Landtag zur Genehmigung zugehen, ihm zur Begut- größe Gewicht legt. achtung vorgelegt werden müssen, und daß er gegen die auf Borlage erfolgenden Beschlüsse des Landtages das Ein spruchsrecht hat. Erste Sihung des Staatsgerichtshofes. Der Deutsche Herold", der von Wulle gegründet wurde und Ceipzig, 31. Juli.( WTB.) Die erste Berhandlung des geiftig geleitet wird, hat auf seinem außerordentlichen Vertretertag Wir zweifeln nicht daran, daß der Staatsgerichtshof die sich für die Aufrechterhaltung der deutschnationalen Parteieinhen Staatsgerichtshofes cum Schuße der Republik findet unter dem BorStreitigkeiten in unserem Sinne entscheiden und den Staats- ausgesprochen. Er fann aber nach den Vorgängen den ihm ange- fih des Senatspräsidenten Dr. Schmidt, des Ceifers der Kriegsbe rat desavouieren wird, denn die Materialien zur preußischen hörenden völkischen Abgeordneten die weitere Mitarbeit in der fchuldigtenprozeffe, am 10. 2 ug u ft statt. Als Richter nehmen die Berfassung lassen die von dem Staatsrat beliebte Deutung Fraktion nur zumuten, wenn gewisse Sicherungen gewährleistet Reichsgerichtsräte Niedner und Dr. Baumgarten, außerdem der feinesfalls zu. Die verfassunggebende Landesversammlung hat find, zu denen Neuwahl der Parteileitung und des frühere Reichskanzler Fehrenbach, die Reichstagsmitglieder Her mit voller Absicht das Zweikammersystem abgelehnt. Es Parteivorstandes entsprechend der Zusammensetzung der mann Jaedel und Erkelenz feil. Berhardelt wird zunächst gegen den Archivar Karl Laun- Füffen würde aber auf nicht mehr und nicht weniger hinauslaufen Wählerschaft und Einberufung des Parteirertretertages und des als auf die Schaffung einer ersten Rammer, wenn dem Staats- Parteitages gehören. Das heißt, die Wullegruppe will zunächst und Genossen, den Kaufmann Julius Mengeri- Nürnberg, den Kapis rat so weitgehende Befugnisse eingeräumt würden, wie er sie den Versuch unternehmen, die Hergt, hugenberg und Ge- tän Eduard Geerken- Hamburg, den Kaufmann Ceorg BuchlerOppurg, den Studenten Manfred Bacherer- Heidelberg und Genossen jett ohne jeden Schein des Rechtes beansprucht. nossen aus der Partei hinauszudrängen. und gegen den Landwirtschaftseleven Rudolf Ziepke- Greifswald. Treudeutsche Briefe. " In der ersten Glanzperiode des Antisemitismus ging ein Vers um, der folgendes Charakterbild von den deutschvölkischen Antisemiten entwirft: Nicht treu, nicht deutsch, nicht ritterlich, nicht ehrlich, nur ganz unglaublich dumm; und das macht fie gefährlich." Die Briefe, die in unserer Sonntagsausgabe veröffentlicht wurden, erinnern an diese Zeilen. Da ist ein deutschvölkischer Politiker und Zeitungsdirektor, der am 11. Juli feinen bisherigen Parteigenossen und Mitkämpfern einen Eselstritt versetzt und mit allen Segeln einer neuen Barteigründung zusteuert. Das Unternehmen wird Freiheitspartei mit völkischem und sozialem Charakter ge= fennzeichnet. Ludendorff wird als Vertrauensmann nach seinen besonderen Wünschen gefragt. Eine Woche darauf, als es gilt, der Deffentlichkeit gegenüber Rede und Antwort zu stehen, weiß derselbe Bertreter des unverfälschten Deutschtums nichts mehr von seinen Plänen. Und Ludendorff? Auch der General hat mit der Sache nichts zu tun. Herr Sontag frugt sich, indem er diese ,, Richtigstellung" unternimmt, zwar nicht auf§ 11 des Preßgesezes, aber er appelliert freundI ich st an eine Loyalität, die er in seinen politischen Rampf stets hat vermissen lassen. Es ist seltsam, wie überaus höflich diese Herren plötzlich werden, wenn es heißt, seine Farben zu verteidigen, es ist seltsam, ein wie verschwommenes Aussehen diese Farben, aus ihrem Schlupfwinkel hervorgeholt, annehmen können. Das ist das eine. " In seinem Schreiben an den Vorwärts" verwahrt sich Herr Sontag gegen einen intimen Berkehr mit Ludendorff, " da dieser Ausdruck allzusehr den Unterschied verkennt, der zwischen der überragenden Größe Sr. Exzellenz und Hundert zu Eins. Bon Theodor Thomas. Die Bürger zogen erstaunte Gesichter, als sie am Morgen nach einer stürmischen Reichstagsfizung im ganzen Land folgenden öffentlichen Anschlag fanden: Entwertungsgejekz. Hierdurch wird bekannt gemacht, daß von heute an die gesamten im Umlauf befindlichen Münzen, Papierscheine usw. von Hundert zu eins zurückgesetzt werde mit der Maßgabe, daß der Einmarkschein von jetzt an einen Pfennig, der Zehnmarkschein gleich zehn Pfennig, der Hundertmarkschein eine Mark u. f. f. gilt. Dementsprechend sind auch die Preise aller Lebensmittel, Gebrauchsgenstände, furz alles was feilgeboten wird, von Hundert auf cins zurückzusetzen. Die Reichsregierung. O, bu grundgütiger Himmel", klagte der dide Meggermeister, ,, nun habe ich mir drei Millionen zusammengespart, jetzt habe ich auf einmal nur noch dreißigtausend Mart. Ueber Nacht bin ich zum armon Mann geworden." Und ich erst", wimmerte eine Arbeiterfrau, die mit Tränen in den Augen die Verfügung gelesen hatte,„ bin bettelarm geworden Gestern brachte mir mein Mann vierzehnhundert Mart, jetzt sind es noch lumpige 14 Mart. Die Regierung gehört auf beiden Seiten geohrfeigt, überall wo Plaz ist." Maurenbrecher und Düringer. " Die von Mar Maurenbrecher geleitete Deutsche Zeitung", die mit einiger Borsicht den Völkischen die Stange hält, hat durch die Auslaffungen der Deutschnationalen Parteilorrespondenz" Mut bekommen, gleichfalls auf den Abg. Düringer loszupaufen. Sie findet sein Berhalten empörend",„ tiefbeschämend"," gehäffig" und jogar sinnlos". Dann fährt sie fort: Um so unverständlicher ist uns aber, wie der Borstand der Deutschnalen Volkspartei es zulassen konnte, daß einem solchen der Partei nur äußerlich angehörenden Mann" in der Stunde ernster Gefahr die Vertretung der Deutschnationalen anvertraut wurde. Seit langen Monaten brachten zahlreiche Mitglieder der deutschnationalen Fraktionen Erzellenz Dü ringer unbegrenztes Mißtrauen entgegen, und daß die Partei im Lande nicht schon lauten Einspruch gegen seine Tätigkeit erhoben hat, liegt lediglich daran, daß man draußen über feine Person nicht genügend Bescheid wußte. War dem Parteivorstand das alles unbekannt? Der deutschnationale Parteivorstand mag sich mit der Schwäche alles Menschlichen entschuldigen. Es gibt eben nicht lauter so unwandelbare Charaktere, wie Mag Maurenbrecher einer ift! Flesch am Harden- Attentat beteiligt. In dem Strafverfahren gegen den angeblichen Studenten Werner Flesch, der befanntlich feinerzeit verhaftet worden war, weil er unmittelbar nach Bekanntgabe der Ermordung Rathenaus im Reichstage dem Abg. Dr. Helfferich einen Blumenstrauß mit einer schwarztreten durch die am Sonnabend erfolgte neuerliche Verhaf eigroten Schleife überbracht hatte, ist jetzt eine Bendung einge tung des Flesch. F. war bald nach dem Ueberbringen des Straußes von den Abgeordneten Remmele und Unterleitner verprügelt und die Treppe hinuntergeworfen worden. Er hat deshalb durch seinen Rechtsbeistand beim Reichstage die Genehmigung zur Strafverfolgung der beiden Abgeordneten nachgesucht. Ferner hat er sich be schwerdeführend an den Untersuchungsrichter beim Staatsgerichtshof in Leipzig gewandt und die evtl. Einleitung eines Strafverfahrens gegen die beteiligten Beamten wegen Freiheitsberaubung beantragt, weil er entgegen den Vorschriften der Strafprozeßordnung 14 Tage in Untersuchungshaft gesessen habe, ohne dem Richter vorgeführt zu sein. Nachdem F. wieder aus der Haft entlassen worden war, ist er am Sonnabend aufs neue verhaftet morden, und zwar wegen Teil nahme an dem Attentat an Marimilian Harden. Jellungsverbote in Hannover. Das Oberpräsidium der Prening Hannover hat auf Grund des Gefezes zum Schuhe der Republik das Die Entschädigungen für Geschworene. Ein Genosse versah vor Erscheinen des„ Bielefelder Kreis- Anzeigers" für die nächsten drei wenigen Tagen beim Amtsgericht Cöpenid seine Bürger- Nummern verboten. Auf 14 Tage ist der Ostfriesische Generalpflicht als Schöffe. Als er die auf Grund der neuen gesetzlichen Be- Anzeiger" in Leer verboten worden, der in der Druckerei der vers ftimmungen ihm zustehende Entschädigung für versäumte Arbeit botenen„ Emdener Zeitung" hergestellt wird. erbat, erhielt er die Antwort, daß dazu der Gerichtsschreiberei noch feinerlei Anweisung gegeben morden sei. Das ist ganz unver- Richtlinien für die höheren Grade" eines Verschwörerbundes. Jetzt Deutschvölkische Wühlarbeit". Wir veröffentlichten fürzlich ständlich. An wen liegt die Schuld? teilt uns die Ordenstanzleides Jungdeutschen Ordens in Kassel mit, daß diese Richtlinien nicht von ihr fiammen. Das ist richtig, fie stammen von dem in der Zwischenzeit verbotenen Deutsch bund. Der Bölkerbundfreistaat Danzig foll 700 Millionen Mark Besagungskosten zahlen. Der Botschafterrat mill jetzt prüfen laffen, ob man den Freistaat" nicht doch etwas geringer belasten fönnte. " spiel die Tarife der Bahn nicht mitgekommen sind, um nur eins zu| nennen. ,, Was, zu billig gefahren sind wir?" Ein anderer ergänzte diese Worte: Jest ist die Bahn frei zuz einer wirklichen Reform. Jetzt muß aber auch denen, die dem Etaat Geld geliehen haben, das Erempel: cins zu hundert, flor gemacht werden." Jawohl, eine Eisenbahnfahrt Berlin- Frankfurt foftete bis gestern 265 Mark. Bon heute an 2,65 Mart. Ein Ei fostete gestern„ Dies ist selbstverständlich," sagte der Herr, der vorhin die 8 Mart, es foftet von heute an 8 Pfennige. Das ist etwa der langen Ausführungen zum besten gegeben hatte. Man wird ja Friedenspreis, die Bahn aber ist siebenmal billiger gegen früher. im Ausland von einem Staatsbanferott sprechen, aber das schadet Wir mußten also auf jeden Reisenden- auch wenn es einer war, nichts. Ein teilweiser Banfrott ist dem ganzen unbedingt vorzu der im Gelde schwamm-, einen hohen Betrag von Reichs wegen ziehen. Wir müssen heraus aus dem Moraft. Konfequenterweise zuzahlen". Alles sah den Redner befremdet an: ,, Das ist nur ein Beispiel, nun umgekehrt zu den Löhnen. Dort drüben der Maurer verdient 40 Mark Stundenlohn. Ein schönes Geld" hörten wir gestern, heute sind es vierzig Pfennig, der Mann hat aber vor dem Krieg 70 Pfennig verdient. Geht Ihnen nun ein Seifenladen auf?" Es tam Bewegung in die Masse:„ Der hat recht", hörte man. ,, Natürlich hat er recht!"" Warum haben wir uns das gefallen lassen?"" So was, so was, so was!" „ Warum Ihr Euch das gefallen lassen habt? Beil wir nur die Ziffern hörten, die wir verdienen, aber nicht überlegten, was wir dafür kaufen können. Da seht..." Gerade vor dem Haufen Menschen wechselte ein Kaufmann im Schaufenster die Preise laut Regierungsverordnung: Seife, ein Stück Schokolade, eine Tafel Kartoffeln, das Pfund Kaffee, das Pfund Reis Ein Anzug Eine Hose 15 Pfg. 25 Bfg. 5 Pfg. 120 Pfg. 30 Pfg. 60 Mark. 12 Mart. Sie sind absolut nicht ärmer geworden, lieke Frau." Ein würdiger Herr sagte das über die Köpfe hinweg. Im Gegenteil, Sie sind reicher geworden. Passen Sie mal auf, nun kommt der ganze Jammer, den Sie trotz des„ vielen Geldes" ge= habt haben, zum Vorschein. Bisher hat Sie der Haufen Papier getäuscht, nun dem Papiergeld die aufblähenden Fetzen vom Leibe So ging es weiter. Mit Interesse verfolgten die umstehenden diefe gerissen sind, werden wir bald genug merken, woran wir sind." neuen Preise. Die Umstehenden hörten ihm ungläubig zu:„ Auch so ein Seht, hier findet Ihr ungefähr das, was die Sachen im Schieber", hörte man.„ Wer weiß, was da wieder dahinter steckt." Frieden fofteten. Einige Artikel sind immer noch viel teurer, weil Allmählich zerstreute sich die erste Bartie, jammernd und weh- fie weit über das Hundertfache gestiegen sind. Aber nun nehmt flegend teilte sich die Menge. Neue Lefer schoben, drängten an Euren Lohn von heute und kauft zu der Preisen von damals, und die Anschlagfäulen. Fluchten, tobten, bailten die Fäuste. der Jammer liegt klar auf der Hand." ,, Der erste Schritt zur Besserung", behauptete ein Besonnener. „ Jetzt ist der Weg frei zu angemessener Entlohnung. Nun fann wieder normal gedacht, gerechnet und gehandelt werden." ,, Aber unser Geld ist futsch", schrie es aus der Menge. Ihr Geld war längst futsch, aber jetzt bekommt das wenige, was Sie haben, doch wieder Wert." „ Der Mensch ist närrisch, haut ihn." ,, Nicht doch, nicht doch," wehrte er ab, denkt doch, auf wie einfache Nenner jetzt alles zurückkehrt. Nun wird der Echwindel aufkommen, den man mit uns getrieben hat. Ich bin auch nur ein einfacher Beamter, ich weiß, wo Euch der Schuh drückt. Bir haben heute zum Teil unser Vermögen verfchenkt, weil zum BeiDen Menschen um den Redner wurde nun erst flar, was er wollte. Ein Panzer fiel ihnen von den Augen. " Wo haber wir nur unsere Vernunft gehabt", schrien einige Arbeiter verzweifelt. „ D, es gibt schlimmeres. Denkt an die Beamten, an die geistigen Arbeiter, die ihr Gehalt taum verfünffacht haben. Denkt an die Steuermoral, die durch das Papiergeld auf das tieffte gefunten ist. Denkt an die vielen, die mit dem hundertfach entwerteten Geld ihre Goldmartschulden bezahlt haben, denkt..." müssen auch alle privaten Schuldforderungen herabgesetzt werden." Eine Frau schrie vor Freude hell auf:„ Da bin ich auf einmal meine Sorgen los. Fünftausend Mart habe ich geliehen, fünfzig find es jetzt noch. Fein, fein!" „ Es bleibt das gleiche für Sie und der andern," mußte sie sich belehren lassen, nur flarer und durchsichtiger wird das Ganze." Ein gewaltiger Haufen hatte sich ongesammelt, neuer Mut zog in die Massen. Man hörte vielfach rufen und jubeln:„ Die erste gute Tat..." Leider wurde ich hier wach. Meine Frau weďte mich aus dem Mittagsschlaf mit den Worten:„ Du, das Rindfleisch festet jetzt 70-80 Mart das Pfund." Da habe ich aber mit den Zähnen geknirscht. Indianer als Schrittmacher des Pazifismus. Der Bölferbund hat unter den Rothäuten Nordamerifas einen Vorgänger, der bis zur Stunde noch am Leben ist. Gegen das Jahr 1570 hatten sich die zur großen irofefischen Spracheinheit gehörigen fünf Indianerstämme der Onandage, Mohamt, Oneida, Cayuga und Seneca zu einem Schuß- und Trugbündnis zusammengeschlossen, das zu dem 3wed gegründet mar, den Indianern den Frieden zu sichern und eine allgemeine Entwaffnung durchzuführen. Die Spize des Bundes richtete sich infolgedessen gegen die wilden und friegerischen Stämme der Nachbarschaft. Durch die Angliederung der Tuscarora, eines südlichen Irotesenstammes, als sechste Nation gelangte dieser gleich er nicht mehr als 2000 Rämpfer ins Feld stellen konnte, er ursprüngliche Fünfvölferbund auf den Gipfel feiner Macht. zielte der Bund dank der Kriegstüchtigkeit, die ein Charakterzug des rotesenstammes ist, bei seinen Pazifismusbestrebungen große Erfolge. Zweieinhalb Jahrhunderte bewährten sich die Irotesen als treue Bundesgenossen der Engländer, denen sie Sanada retteten. König Georg III. überwies ihnen deshalb, um fie für die im amefanifchen Unabhängigkeitskrieg verlorenen Ländereien zu entschädis gen, Wohnsize in Ontario, wo noch heute 5000 Zingehörige der Jrofefenftämme leben und den Friedensnertrag vom Jahre 1570 als oberstes Gesetz in Ehren halten. Im Weltfrieg weigerten sich die Jrotesen entschieden, fich der enalischen Dienstpflicht zu untermerfen. Sie entsandten aber 300 freiwillige Schüzen nach Frankreich, von denen 40 fielen. Eine Behörde, die deutsch spricht. Es gibt ein schlechtes Jours „ Nein, wir wollen handeln, wir wollen nicht mehr denten", rief nalistendeutsch), ober es gibt noch ein viel schlimmeres Beamteneiner aus der Menge,„ dieser Schritt der Regierung ist die erste deutsch. Erfreulicherweise wird aber in der Republik gegen die über. gute Tat." ladene, bombastische Amtssprache, die ganz zum alten Stil des Nr. ISS» ZH. Jahrgang vienstag.?. Mgust?�22 Ein Slick in Sie G In mehreren Bezirken Groß-Berlins ist man eifrig am Werke, Gemeinschaftsschulen im Sinne des Paulfenfchen Aufrufs zu schaffen. Es ist zu hoffen, daß diese Vorbereitungen zum Ziele führen werden, da ja der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung die grundsätzliche Genehmigung zur Errichtung von Gemeinschaftsschulen gegeben hat. Die alte Schule ist heute noch eine Klassen- und Sto.ndesschule. Ein gegenseitiges Helfen und Fördern im Sinne des schönen Wortes:„Einer für alle, alle für einen" kennt man bei der Art des gegenwärtigen Unterrichts„belriebes" in unseren Schulen wenig oder gar nicht. Sie sind Lehr- und Erziehungsanstalten, in denen sich auch noch ein Stück des im Sterben liegenden Militaris- mus wicdcrspiegelt. Man denke nur an das Aeußere vieler Schul- „kasernsn" sowie an die mannigfachen Formen des Strafens, die lebhaft an den Kommiß unseligen Angedenkens erinnern(körper- liche Strafen= Nachexerzieren, Nachbleiben= Arrest). Wie sieht es dagegen in der Gemeinschaftsschule aus, wie wir sie uns denken? Werfen wir einen flüchtigen Blick auf das frisch-fröhliche Leben und Treiben in einer solchen Reformschule! vis GroZen. Es ist kurz vor acht Uhr morgens. Knaben und Mädchen eilen vergnügt zur Schule. Keine Spur von Befangenheit, Scheu oder gar Furcht zeigen sie, denn sie wissen, die bisher üblichen Arten der Strafe find in ihrer Schule unbekannt. Dort herrscht kein unnatürlicher Zwang, höchstens der Grundsatz, daß jeder sich der Gemein- schast, der er ja dient und die ihm weiter hilft, zu unterwerfen hat. In dem sauberen, von fleißigen Kinderhänden gepflegten Vorgarten sind einige gerade dabei, die Blumen und Sträucher, die sie selbst ge- pflanzt haben, zu begießen. Wie wohnlich und behaglich haben die Kinder ihren Arbeitsraum eingerichtet. Statt der zwei- oder mehr- sitzigen Schulbänke stehen dort richtige Tische und Stühle wie daheim. Hier und da Blumen in Vasen, Topfpflanzen, Bilder aller Art und Schülcr.zcichnungen an den Wänden erhöhen die Behaglichkeit. Auch der„Thron" des Lehrers, das Katheder, ist verschwunden. Sein Platz ist mitten'unter den Kindern, deren Kamerad und geistiger Führer er sein will— selbst ein Glied der Gemeinschaft. Und nun an die Arbeit! Die einseitige, verderbliche Tyrannei des Lchrplans ist gebrochen. Die Schüler bestimmen mit ihrem Führer gemeinsam den Unterrichts- gang.„Herr T., wir haben gestern einen Ausflug gemacht; ich möchte gern etwas darüber erzählen."„Herr T., ich bin von meinem Erholungsaufenthalt zurück; darf ich etwas berichten?" Schnell werden die Stühle im Halbkreis aufgestellt. Die Erzähler treten in die Mitte und beginnen. Manchmal werden sie von Zwischen- rufen und-fragen unterbrochen, die sofort von dem oder jenem, die zu antworten wissen, erledigt werden. Bedenken werden laut. Zweifel tauchen auf. Hier stimmt man zu, da lehnt man ab. Und wird's zu lebhaft, so regen sich schon Ungeduldige und schaffen ohne Zutun des Lehrers Ordnung und Ruhe. Ein Stück Selbsterzichung. An die Berichte knüpft sich eine rege Aussprache. Was gibt's da nicht alles zu fragen, zu erörtern und klarzustellen. Kinder sind wißbegierig, wollen lernen und tätig sein. Man darf ihnen nicht das Fragen verbieten wollen, man lasse ihnen Spiel- räum, gewähre ihnen rechte Schaffensfreude. Statt der Lchrerfrage die Schülersrcge, statt des Lchrervortrags die SchülererzShlung. die aus inncrem Drange heraus entstehen müssen. Künstlich errichtete Dämme, wie„Das gehört nicht Hierher" oder„Wir müssen in un- screm Stoff fortfahren" werden mit all ihrer Unnatur von der Sturmflut des kindlichen Intsrestes und von der Einsicht des Lehrers in die psychologische. Gesetzmäßigkeit des menschlichen Werdeganges hinweggejchwemmt. Erziehung zur Selbständigkeit. Bald meldet sich ein Mädchen mit der Bitte, ein Gedicht, das von ihm freiwillig gelernt worden ist, vortragen zu dürfen. Die Kleine tritt mitten unter dos„Publikum" und beginnt. Im Klang ihrer Stimme, im Spiel ihrer Mienen zeigt sich's, daß das Gedicht ihr Mm Erlebnis geworden ist. Und nun sollen die Mitschüler und -schülerinnen es auch erleben. Darum bietet sie all ihr Können auf zu höchster Leistung. Die Zuhörer stehen völlig unter dem Einfluß der Dichtung und des Vortrages. Das Werk ist gelungen, die Arheit reich belohnt durch den Beifall der Zuhörerschaft. Wieder folgt eine Aussprache. Die Rezitation hat in der Klasse Kräfte ge- löst, die sich nun auswirken. Man forscht daheim, bei Bekannten ,md Verwandten nach Gedichten in Büchern, Zeitschriften und Zei- emeinsihastssihule! tungen, man legt sich eigene Gedichtsammlungen an, liest gelegentlich daraus den Kameraden vor, lernt Gedichte auswendig, um sie auch einmal vor der Klasse aufzusagen. Es ist ein Suchen und Forsäien nack) dem Schönen, das hier mit Hingebung getrieben wird. Bei der bisherigen Unterrichtsweise lernen die Kinder nur einen winzigen Bruchteil aus der Fülle dichterischen Schaffens kennen. Noch ein anderes Beispiel aus der Gemeinschaftsschule der größeren Schüler möge zeigen, wie der Lehrer der Gemeinschaftsschule sich bemüht, die Kräfte der Jugend zur Entfaltung zu bringen. Es handelt sich um die schriftstellerischen Versuche unserer Kleinen im Aussatzunterricht. Noch heute wird oft genug das Thema der Arbeit, ja auch die Gliederung vom Lehrer gegeben. Bis zu einem bestimmten Tage muß der Aufsatz ausgearbeitet sein, dann wird er von einigen vor- gelesen, noch einmal durchgesprochen, um in der Reinschrift zur Korrektur, wieder zu einer befohlenen Zeit, abgegeben zu werden. Das ist ein Zerstörungsprozeß. nie und nimmer Aufbauarbeit! Das Kind in der Gemeinschaftsschule wählt sich das Thema selbst, schreibt den Aufsatz, wenn es den inneren Drang dazu fühlt. Ist die Klassen- gemeinschaft an freie geistige Arbeit gewöhnt, sind immer einige da, die irgend etwas Niedergeschriebenes, sei es ein Erlebnis, eine selbst erdichtete Erzählung, die Schilderung eines außerordentlichen Er- eigniffes, der Bericht über die Besichtigung eines Museums oder eines industriellen Unternehmens, der Klasse darbieten wollen. Der Höhepunkt der Arbeit unserer kleinen Schriftsteller ist natürlich da» Vorlesen inmitten der Zuhörer, die dann seine Kritiker werden, denen gegenüber er seine Auffasiung und Darstellungsweise zu verteidigen hat. Er ist Lehrender und Lernender zugleich. Dasselbe gilt von den Zuhörern. Gegenseitig spornen sie sich an zu immer höheren Leistungen— Gemeinschaftsarbeit, die den Gemeinschaftssinn weckt und stärkt. Sozialkräfte und Individualkräfte befruchten sich Wechsel- seitig. Die einen sind begabte Schriftsteller, andere tüchtige, Phantasie- Drama ganz oder teilweise(natürlich im Rahmn des Möglichen) werden auch talenwolle Schauspieler entdeckt, wenn es gilt, ein Drama ganz oder teilweise(natürlich im Rahmen des möglichen) vorzuspielen, nachdem durch fleißige Haus- und Gruppenarbeit die Vorbedingungen zur Vortragsreife geschaffen worden sind. Der Raumknappheit müssen wir es uns versagen, hier einen Blick in die Werkstätten, die in einer ausgebauten Gemeinschafts. schule nicht fehlen dürfen, zu werfen oder das Leben und Treiben im Schulgarten sowie in den Arbeitsgemeinschaften für Physik, Ge- schichte. Mathematik usw. zu schildern. die Kleinen. Eben kehrt ein Lehrer mit Kindern des ersten Schuljahres von einem Lshrspaziergang zurück. Cr hat mit seiner Schar einen ver- kehrsreichen Bahnhof besucht. Dort haben sie eine Stunde„Bahn- hofsfludien" getrieben, die Reisenden, die Güter- und Personen«, Äorort- und Schnellzüge gesehen, die verschiedenen Eisenbahn- beamten und-arbeiter bei ihren Hantierungen kennengelernt, die Lokomotiven bewundert, den Schrankenwärter besucht, kurzum eine Menge neuen Stoffes aus dem wirklichen Leben gesammelt. Die kleinen Plappermäulchen wollen nicht stillstehen. Wie viele Fragen stürmten auf den Lehrer ein!. Nun wird in der Klasse im freien Lehrgespräch der draußen„erlebte" Stoff gesichtet und durchforscht. Damit nicht ein heilloser Wirrwarr entsteht, darf nur der sprechen, dem vom Lehrer das Wort erteilt wird. Wochenlang hält das Inter- esse an diesem Stoff an. Da werden Lokomotiven, Schranken mit Wärterhaus, Signalmast, Eisenbahnzüge gemalt, einige basteln aus Streichhölzerschachteln einen Zug zurecht, dann geht's zum Spiel auf den Schulhof. Schienen werden gelegt(parallele Striche im Sande), das Bahnhofsgebäude wird markiert. Eine Anzahl Kinder stellen einen Zug dar, indem sie sich in einer Reihe hintereinander anfasien. Es werden von den Reisenden am„Schalter" Fahrkarten gekauft(Rechnen, Geldwechseln). Schließlich folgt ein Singspiel, z. B.„Wir reisen nach Jerusalem". Ein fröhliches, kindliches Treiben herrscht. Spielend werden viele Kenntnisie erworben. Schreiben und Lesen kommen nicht zu kurz. Mit dem Lesekasten werden in der großen lateinischen Druckschrist Wörter und Sätze gedruckt, dann ge- schrieben oder mit Stäbchen gelegt, z. B.„Nicht einsteigen!"„Rauchen verboten!"„Hier halten die Wagen II. Klasse",„Nicht öffnen, bevor der Zug hält!" usw. Das ist ein naturgemäßer, dem kindlichen Geiste und seiner Entwicklung entsprechender Arbeitsunterricht. Die üblichen Lehrbücher mit ihrem unkindlichen Leitfadenstil und ihren monarchistischen Tendenzen, die Lesebücher sind völlig überflüssig, wenn für gute Klassenbüchereien gesorgt Der Ruf durchs Fenster. <57j Roman von Paul Frank. Ich habe Reuß beschworen, von seiner Reise nach Riga abzusehen, ein Verlangen, dem er, obwohl seine Frau sich bittend mir anschloß, heftigen Widerstand entgegensetzte. Er leugnete, daß er überhaupt erkrankt sei, und die Tage bis zu seiner Abfahrt beruhigten ihn insofern, als er keinen weiteren Anfall mehr erlitt. Wichtig ist ferner, daß Sie. meine Herren und Damen, sich vor Augen halten, daß der Schauspieler in jener kritischen Zeit seiner Erkrankung von der Rolle und dem Stück fasziniert und beherrscht gewesen ist, mit dessen Inhalt ich Sie nun notwendigerweise zum besseren Verständnis der resultierenden Ergebnisse bekanntmachen muß. Stellen Sie sich, meine sehr verehrten Zuhörer, einen Mann vor, der in fanatischer Zuneigung einem geliebten Wesen, seiner Frau, zugetan ist, einen Menschen überdies, der mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattet ist und sich im Besitz von Kräften weiß, die ihm eine gewisse Herrschast über die Seelen, über den Willen anderer sichem und der diese Kräfte zwar oft erprobt, jedoch eigentlich noch nicht geübt, sich ihrer in keiner Weise bedient hat. Er weiß, daß ihm erliegen. seinen Wünschen dienstbar werden müßte, wen er sich er- wählen würde. Er widersteht solcher Verlockung, obwohl ihm «mancherlei vorteil erwachsen müßte, und lebt zurückgezogen mit seinem angetrauten Weibe, das er abgöttisch liebt, seiner bürgerlichen Beschäftigung verbunden und in Gedanken aus- schließlich seinem Ideal ergeben. Aber diese Frau ist Unheil- bor krank, und die kommenden und gehenden Aerzte sind nicht in der Lage, Hisse zu bringen, so sehr der um das Leben feines teuersten Besitzes zitternde Mann auch in sie dringt. Die Männer der Wissenschast sind genötigt, zu erkennen zu -geben, dag ihre Kunst in diesem Fall nicht mehr helfen könne, daß Siechtum und vorzeitiges Dahinscheiden nicht mehr auf- zuhalten seien. Der Mann, der solche trübe Botschaft ver- nimmt, leistet hierauf einen Schwur. Bis dahin hat er ein dem Herrn wohlgefälliges Leben geführt; damit soll es von dem Tag an vorbei fein, an dem man ihm sein Liebstes nimmt, da er aus dieser Welt nichts anderes wünscht, als die Frau behalten zu dürfen..."_ Jiiefc der Wifimschast fee* Aerzte vch gegeben, haucht sie ihr armes Leben aus. Run vollzieht sich die Wandlung des Mannes, der keiner Trauer sich hingibt, sondern, kaum daß der Sarg aus dem Hause geräumt ist, zum Werwolf wird, der an der gesamten unschuldig-schuldigen Menschheit sich rächt, Seelen einfängt und sie Verbrechen be- gehen heißt. Er lockt Sanftmütige vom Pfade der Tugend ab und heißt sie, nachdem er sie mit seinen stechend schwarzen Augen angesehen, andere Wege gehen. Wer seine Bahn kreuzt, der ist ihm verfallen, der kein Mitleid kennt, ebenso- wenig wie jene Welt, die ungerührt blieb, da sein Weib sterben mußte, das er über alles geliebt hatte. So ungefähr rolli/dle Handlung des Stückes ab, in deren Verlauf der Werwolf ein junges Mädchen aus dem Eltern- haus entführt. Er läßt den Bräutigam in Verdacht fallen, der Mörder seiner Liebsten zu sein, er verleitet einen Unbe- scholtenen zum Diebstahl... Das macht den Inhalt von Klaus Garbislanders„Wer- wolf" aus, und Sie haben inzwischen wohl selbst gefunden, daß zwischen dem hier Erzählten und den im Laufe dieser Woche in Riga vorgefallenen Ereignissen eine merkwürdige Aehnlichkeit besteht. Die lokale Chronik hat doch gleichfalls von einem entführten, plötzlich verschwundenen jungen Mäd- chen berichtet, von einem Bankbeamten, der über Nacht zum Dieb geworden ist, ohne daß jemand eine Erklärung für eines der beiden Phänomene hätte geben können. Nun denn, meine oerehrten Anwesenden, ich bin in der Lage, Ihnen mitteilen zu können, daß diese Aehnlichkeit keineswegs eine zufällige ist, daß die Identität der Lorgänge, jener, die Garbislander im Rohmen seines Stückes erfunden hat, und der. die in Riga sich ereignet haben, vielmehr eine beabsichtigte gewesen ist! Ich habe vorhin eingangs meiner Ausführungen versichert, daß das Gastspiel Albert Reuß' wirklich stattgefunden hat— allerdings nicht im Deutschen Theater! Albert Reuß hat in Riga den„Werwolf" gespielt! Albert Reuß ist aus de? Garderobe des Deutschen Theaters verschwunden. Wir alle haben eine Woche lang geglaubt, daß er das Opfer eines tückischen Ueberfalls geworden ist. Er aber ist in diese für ihn fremde Stadt gegangen und hat hier, im Dämmerzustand befangen, im täglichen Leben die Rolle des„Werwolfs" gespielt! Ich erbitte nur noch für eine kurze Spanne Zeit Ihre Aufmerkjamkeit«nö ZeUnahme, da. waK M Lhmn joebea wird. Diese dürfen freilich nicht fehlen, schon bei den Schul- anfängern nicht, denen gute Bilderbücher vorzügliche Erziehungs- dienste leisten. Hinaus mit den Kindern ins frisch pulsierende Leben, in die herrliche Naturl Hinein mit Leben und Natur in die modernde Schulluft! Beide sind das große unerschöpfliche Lehrbuch, aus dem auch der Erwachsene noch ständig lernen wird, wenn die Schule ihm den starken Trieb zum Weiterlernen und Fortbilden mit auf den Lebensweg gegeben hat. -» Zum Schluß bitten wir den Leser, doch einmal über das Urteil nachzudenken, das ein berühmter Mediziner über die alte Schule qe- fällt hat. Prof. Dr. med. H. Klaatsch schreibt in seinem Buche„Der Werdegang der Menschheit" folgendes;„Schon genug wird durch den Schulorill verdorben, der die frische Blüte kindlicher Orginalität grausam zerpflückt und den kindlichen Berstond, der gerade im 4. bis 6. Lebensjahr sich zu einer eigenartigen Stufe erhoben hat. zum Durchschnittsniveau poliert. Wie viel reicher könnte sich das Geistes- leben der Jugend gestalten, wenn die Schulen einer gründlichen Revision und Reformation unterzogen würden. Lernen soll und muß der Mensch, aber wie vieles könnte er spielend lernen, wozu Neigung und Befähigung ihn treibt, und wie manches geht zugrunde durch den Zwang, dem armen Gehirne Dinge einzuprägen, die nun ein- mal dem Betreffenden nicht eingehen wollen!" Es ist überflüssig, hier auch nur ein Wort der Zustmnnung anknüpfen zu wollen. Kämpfen wir mit aller Kraft und Energie für die neu« Schule, die das Fundament der neuen Zeit ist! Unsere �ugenSweihen. Um all den Kindern, deren Eltern sich innerlich von der Kirche losgesagt haben, Gelegenheit zu geben, beim Eintritt ins Leben an Stelle der Konfirmation eine würdige Feier zu bereiten, veranstalten wir auch in diesem Jahre unsere Jugendweihen. Zur Teilnahme an der Jugendweihe ist der Austritt aus der Kirche nicht erforderlich, ebenso ist es auch nicht notwendig, daß die Kinder bereits vom Rcli- gionsunterricht befreit sind; die Teilnehmer dürfen lediglich nicht außerdem noch an einer Konfirmation teilnehmen. Die Anmeldungen zu der Jugendweihe, welche am 17. Sep- tember, vormittags 11 Uhr, und zwar für den 1., 2. und 4. kreis im Saalbau Friedrichshain, 7. kreis Charlottenburg in der Leibniz- Oberrealschule, Schillerstr. 127, 14. kreis und südliche Vororte im großen Saal des„Orpheum"(früher Happoldt-Brauerei), Neukölln, Hasenheide, 17. kreis und östliche Vororte im Cecilien-Lyzeum, Lichtenberg, Rathausstr. 8, und am 24. September, vormittags 11 Uhr, und zwar für den g., 1». und 11. kreis und westliche Vor- orte In SchSneberg, 19. kreis und nördliche Vororte im Lyzeum, Pankow, Görschstraße, stattfinden, können bei den nachstehenden Genossen unter Einzahlung des Einschreibegeldes von 5 M. erfolgen: Für Berlin im Jugendsekretoriat, SW. 68, Lindenstraße 3, 2. Hof II l., Zimmer 11(geöffnet von 9— 4 Uhr. Mittwoch und Freitag vyn 9— 7 Uhr); bei B.Haß, SO. 36, Harzer Str. 117; bei S. Joseph, NW. 21, Wilhelmshavcner Str. 48(Laden); bei A. Hönisch, N. 65, Müller- Ecke Triftsttaße(Laden): bei Walter Rüdiger, N. 28. Lychener Str. 127, Gth. III.; bei Richard Schröter, NO. 55, Goldaper Str. 9; bei Richard Timm, NO. 18, Höchstestr. 51; bei M. Wartmann, O. 34, Königsberger Str. 37; für Charlotten- bürg: bei A. Wilk, Schillerstr. 40; bei F. Schmidt, Rosinenstr. 4 (Zigarrenladen): bei Ernst Tost, Helmholtzstr. 11; für Neukölln: bei M. Baranowski, Niederbarnimstr. 5; bei A. Günther, Wotan- straße 19; für Schöneberg, Friedenau und we st liche Vororte: bei A. Petri, Schöneberg, Ebersstr. 70; bei Frau Ungerer, Wilmersdorf, Hanauer Str. 43, Siedelung. Der Einführungsunterricht beginnt in der zweiten Woche des August. Die Anmeldungen müssen bis spätestens 5. August erfolgen. Die schweigsame Eisenbahndirektion. Ueber Waffenfunde auf dem Schlesi scheu Bahn" Hof halten wir im„Vorwärts" Nr. 242 vom Sonabend, dem 22. Juli berichtet. E4 wurde mitgeteilt, daß im Malerialmagazin 14 Gewehre mit der dazu gehörenden Munition in einem Schrank versteckt waren. Es wurde ferner ganz besonders auf das Verhalten des Bahnhofsvorstandes Dr. Siein brechcr und des Amimannes Bott bei dieser Angelegenheit hingewiesen. Die Eisenbahndireklion hat sich bis jetzt noch nickt zu diesen Mit- teilungen geäußert. Wir hoffen, daß sie eS doch noch für nötig er- achten wird, zu dem von uns gekennzeichneien Falle Stellung zu nehmen. mitgeteilt habe, Ihnen sogleich nicht mehr absurd erscheinen wird. Sie müssen die ganz eigenartige krankhafte Disposition des Schauspielers bedenken, die überdies mit einer durch die Darstellung dieser Rolle hervorgerufenen AutoHypnose zu- sammenfällt. Die Literatur kennt einen Fall, den der fron- zösische Arzt Dufay berichtet, der allerdings von dem vor- liegenden bei weitem übertroffen und in den Schatten gestellt wird. Dr. Dufay erzählt von einer Bühnenkünstlerin, die für eine Kollegin, die erkrankt war, eine Rolle spielte, die sie nie- mals studiert hatte. Die Schauspielerin bewältigte ihre Auf- gäbe im hypnotischen Zustand ausgezeichnet und mußte von Dr. Dufay nach der Borstellung erst geweckt werden. Reuß hingegen bat seine Rolle im Leben weitergespielt. Ich habe Ihnen vorhin anzudeuten versucht, welches Studium der Künstler an diese Rolle gewendet hat. Sind Sie sich denn überhaupt im klaren, was das heißt, Schauspieler zu sein, Rolle um Rolle zu lernen und jeden Abend einen anderen Menschen anzuziehen? Das ist doch die Aufgabe des dar- stellenden Künstlers, daß er allabendlich sich selbst vollständig vergißt, daß er sein eigenes Leben auslöscht, seine Menschlich- keit gleichsam in die Versenkung fallen läßt, daß er dos eigene Antlitz mit Farbe zudeckt, sich ein anderes anschminkt. Gang, Bewegungen, Stimme eines anderen annimmt, jede Regung seines eigenen Ich unterdrückt, ausschaltet, daß er gezwungen ist, an hundert Tagen hundert Menschen zu verkörpern. Welch ein Beruf, meine sehr verehrten Herrschaften! Nicht wahr! Schaudert einem nicht die Haut, wenn man be- denkt, daß einer sein Leben lang verurteilt ist, allabendlich ans ihr zu schlüpfen, sich mit einer anderen zu umgeben, sich keineswegs mit ihr wie mit einem Fell zu umwickeln, sondern sie sich zugehörig und angewachsen zu betrachten. Was den großen Schauspieler ausmacht, ist dieses restlose Untertauchen in der vom Dichter vorgeschriebenen und vorgezeichneten Ge- statt. Was dieser am Schreibtisch, beim Schein der Lampe erträumt und ersinnt, gewinnt Leben in der Verkörperung durch den Darsteller, der seine eigene Seele preisgibt, nur allzu willig verleugnet und, stets bereit, sie mit der eintauscht, die in der Rolle lebt. Ueberall dort, wo ein Riß sichtbar bleibt, wo es einen klaffenden Spalt gibt zwischen Darsteller und Dargestelltem, dort wird man von keiner einwandfreien Lei» stung sprechen dürfen. Dort kann von Meisterschaft keine Rede sein, denn da ist ein Stümper, ein Unvollkommener am Werk. (Schluß folgt.) " Wirtschaft Nächtlicher Besuch auf Schlof Hasenheide. Schwere Munifionstatastrophe in Rumänien. In Focsanip Gewerbsmäßige Verbrecherbanden, die von Berlin aus die Mark ist infolge außergewöhnlicher Hize in der Kaserne des und auch die Provinz heimsuchen, um besonders Schlösser auszu- 3. Genieregiments durch Selbstentzündung ein Munitionsplündern, machen sich in der letzten Zeit wieder besonders bemerkbar. Depot explodiert. Die Munitionskatastrophe verursachte sechs Der Materialschaden überDie Weltwirtschaftskrise läßt nach. In vorletzter Nacht wurde das Schloß Hasenheide bei Lote und zehn Verwundete. Bernau von einer solchen Bande heimgesucht. Während die Be- schreitet 4 Millionen Lei. In der Stadt Focsani sind durch die unNach den vom Reichsarbeitsblatt" zusammengestellten neuesten wohner im ersten Stock schliefen, machten sich die Berbrecher im geheure Gewalt der Detonation alle Fensterscheiben zersprungen. Berichten über die Wirtschaftslage im Auslande macht sich in hohen Erdgeschoß in aller Ruhe an die Arbeit". Durch ein Fenster, Katastrophale Wolfenbrüche in China. Aus Pefing wird ge- verschiedenen wichtigen Industrieftaaten eine leichte Belebung daß sie eindrückten, eingestiegen, bohrten fie an einer verschlossenen meldet, daß Wolfenbrüche von ungeahnter Heftigkeit des gewerblichen Beschäftigungsgrades und eine Lür nebeneinander eine ganze Anzahl Löcher, bis sie ein Stück Holz über den Provinzen Nord china niedergegangen find. Die entsprechende Besserung der allgemeinen Arbeitsmarktlage bemer? herausnehmen und so durch die Oeffnung hindurchgreifen und von Wolkenbrüche, die bereits seit acht Tagen andauern, haben in Befing bar. Die Ursachen dieser Erholung sind natürlich nicht überall die innen die Tür aufschließen fonnten. Ebenso ruhig wählten sie dann bereits 1800 Häuser zerstört. von dem vorhandenen Familiensilber die kostbarsten Stücke aus, pacten alles ein und verschwanden damit unbemerkt. Das Silberzeug, Be itede, große Tee- und Kaffeeservice, find zum Teil E. v. R. gezeichnet und tragen auch zum Teil ein appen, einen Fisch darstellend. Zweifellos ist die Bande mit ihrer Beute, auf deren Biederbeschaffung eine sehr hohe Belohnung ausgesetzt ist, nach Berlin gefahren. Mitteilungen über die Bande und den Verbleib der Beute nimmt Kriminalfommissar Dr. Anu Ichat im Zimmer 32 des Berliner Polizeipräsidiums, Hausanruf Dr. 459, entgegen. Die blaue Tinte. Wohnungssuchende als Privatdektive. Seim Magistrat Charlottenburg ist ein Fahrstuhlführer J. beschäftigt, der sich verschiedenen Personen gegenüber unter Aus nugung des heutigen Wohnungslends anheischig gemacht hatte, ihnen gegen Bezahlung Wohnungen zu verschaffen. Die zu zahlenden Beträge sollten angeblich zu Aufbauzwecken verwendet werden. Nachdem J. Anzahlungen erhalten hatte, und zwar in zwei Fällen je 20 000 m., brachte er den Wohnung suchenden zunächst einen sogenannten Dringlichkeitsschein, das übliche vorgedruckte Formular mit Stempeln das Wohnungsamtes. Hinterher stellte es sich heraus, daß die Scheine gefälscht und von dem Bruder des J. ausgefüllt waren. Nachdem die Staatsanwaltschaft schon einmal, da sich der Sachverhalt nicht genügend aufklären ließ, das Berfahren eingestellt Latte, spielten die Geschädigten auf eigene Fauft Detektiv und ließen durch ihren Rechtsbeistand feststellen, daß sich in der Wohnung des Brubers dieselbe auffällige blaue Tinte befand, mit der auch die gefälschten Scheine ausgeschrieben waren. Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin nach einer Haussuchung das Strafverfahren wieder aufgenommen. Gegen die Gebrüder I. wurde Antiage wegen schwerer Urkundenfälschung und Betrug erhoben. Beide Beschuldigten bestreiten ihre Schuld und behaupten, die Scheine von einem Magistratssekretär Schmidt erhalten zu haben, der auch das Geld in Empfang nahm. Der angebliche Mas gistratssekretär fonnte jedoch nicht ermittelt werden, so daß der Berdacht besteht, daß es sich entweder um den großen Unbekannten oder um einen der zahlreichen von der Polizei gesuchten WohnungsDem entgegen steht allerdings die von der Priminalpolizei festgestellte Tatsache, daß die beiden Beschuldigten am Tage, nachdem ihnen das Geld gezahlt worden war, in ihrer Wohnung eine Geftfneiperei veranstaltet und daß sie zu der felben Beit große Ausgaben für Wohnungseinrichtungen usw. gemacht haben. Die Verhandlung soll vor der Ferienstraffemmer des Landgerichts III demnächst stattfinden. schwindler handelt. Ein Eisenbahnjubiläum. Am 1. August wird es gerade ein Jahr sein, daß die Anwohner der Bannseebahn das höchst zweifelhafte Vergnügen genießen, an jedem Monatsersten ihre Monatsfarte auf eine Eisenblechplatte, die das Bild des Inhabers trägt, aufnieten zu laffen. Man schien sich damals in der Eisenbahndirektion Papiergeldberge von dieser Neueinrichtung zu versprechen. Als sich nach einiger Zeit der erhebliche Widerspruch der Wannseebahnbenutzer bemerkbar machte, wurde eiſenbahnamtlich beschwichtigend bemerkt, taß man doch die Wirkung der neuen Einrichtung erst ausprobieren müsse. Darüber ist nun, wie gesagt, rund ein Jahr verflossen und man hat nichts über die Wirkung" gehört. Wir möchten deshalb kurz den Vorschlag machen: Die Eisenbahndirektion hebt den Erlaß auf, damit die Angelegen beit zum alten Eisenblech gelegt wird. Schon wieder ein Autounfall. Filmschau. gleichen. Es spielen dabei vor allem auch örtliche Verhältnisse, wie beffere Ernteergebnisse. Preissteigerungen der betr. Landesprodukte ufm., eine gewisse Rolle. Für verschiedene europäische Länder mar aber auch die Tatsache von großer Bedeutung, daß die Warenpreise schritten haben. in Deutschland die Weltmarktpreise sielfach erreicht oder gar überin den Michard- Dewald- Richtspielen seine Uraufführung erlebte, ist genau io " Wem nie durch Liebe Leid geschah, dieser neue Koop- Film, der schmalzig, wie sein Titel. Er nennt sich einen Roman aus dem Zirkus. Eine nachhaltige Anregung erhält die Weltmarktfonjunktur leben. Außer dem bewußten Rudelbrettschimmel im abgekürzten Manege durch die Besserung der Wirtschaftslage in den Bereinigten galopo bringt er noch einige ganz nette Artiſtennummern, man fcheute Staaten. Die Belebung geht bort vom Baumartte aus, der im faber offenbar vor einer grouzügigen Aufmachung zurück. Der Arlist Alredo, Johannes Riemann, spielt diese Hauptrolle, ist von beängstigender Beichen regster Tätigkeit steht. Außerdem hat sich die Rauftraft der Bielseitigkeit. Er wird sehr oft in Großaufnahmen gezeigt, obwohl die für Farmer durch das Steigen der Getreidepreise wieder belebt. Der Riemann gerade nicht vorteilhaft sind. Zu allem Ueberflug wird das augenblickliche Bergarbeiterstreit bildet natürlich zunächst eine starte Bublifum mit einer gräflichen Familie behelligt, wie man fie in fteter Hemmung für den Ronjunkturaufstieg. Immerhin läßt sich in allen Wiederholung in den Filmmanuskripten findet. Ber aus dem Fitm seine Zweigen der weiterverarbeitenden Industrie eine 3 unahme der Weisheit jaugt, der muß unbedingt für die Heiligsprechung aller Brajen robuftion feststellen. Die Koheisenerzeugung umfaßte im Mai eintreten. In diesem Zirkusdrama z. B. macht der Graf sich Geldausgaben d. 3. 2,31 Millionen Lonnen gegen 1,7 Millionen Tonnen im Borüber Geldausgaben und raslet nicht, bis er seinen verschollenen Bruder oder dessen Nachkommen gefunden bat, damit denen das Erbe nicht ver- menat und 1,2 Millionen Tonnen im entsprechenden Monat des Borluftig geht. In der rauben Billichkeit siebt es oft anders aus, da fommi jahres. Einige Hütten fonnten im Mai schon feine Aufträge mehr es jogar vor, daß Grafen Lente dingen. um unliebiam langweiligen annehmen. Die Eisenbahnen haben außerordentlich große Aufträge Grafen, die zu beerben sind, den Lebensjaden abzuschneiden. für Waggons usw. erteilt. Die Zahl der Arbeitslosen vermindert sich auf Rechtschreibung, sondern auch auf ftilistische Schniker nachzusehen. Ein Union veranstaltete Erhebung der Affociated Brez" ergab am Raisam wäre es, den auf der Leinwand laufenden Filmtert nicht nur von Woche zu Woche. Eine in den 16 führenden Industriestaaten der Gewinn war Claire Rommer als Hanna, man lab sie wirklich gern. 31. Mai d. J. 1,35 Millionen Arbeitslose gegen 3,5 Millionen am dem schuf lfa Grüning als Amme eine prachtvolle Alt- Frauen- Gestalt. Friz Arno Wagner als Photograph bolte mit Landfchafts- und Tierauf- 1. Mai 1921. nahmen sehr viel heraus. Heinz Schall tann sonst als Regisseur sehr viel, Auch in England ist neuerdings eine leichte Besserung der diesmal scheint er jedoch keine glüdliche Stunde gehabt zu haben. e. b. Wirtschaftslage eingetreten, obgleich wie der amtliche Bericht des Arbeitsministeriums betont die Gestaltung der Berhältnisse im allgemeinen noch immer als schlecht bezeichnet werden muß. Die Besserung der Lage in der Blechindustrie, in der Baumwoll, Jute-, Birtwaren- und Bollwarenindustrie macht weitere Fortschritte, auch im Baugewerbe hat eine Belebung eingefekt. Die Arbeitslosigkeit zeigt einen langsamen Rüdgang. Im Mai d. J. zählte man nur noch rund 1,6 Millionen gefeßlich versicherte Arbeitslose gegen 2,1 millionen im entsprechenden Monat des Borjahres. Bei den Gewerkschaften ist in der gleichen Zeit die Zahl der erwerbslofen Mitglieder von 298 000 auf 228 000 oder von 22,2 Broz. auf 16,4 Proz. zurückgegangen. " Seine Exellenz der Revisor nennt F. Carlsen die fünf Afte, die er unter freier Benutzung Gogolscher Motive für die Lichtbühne bear beitete. Diese zeitlose Komödie läßt er in der Zeit der in ihrem Selbstbewuztiein und Rechtsempfinden völlig unentwickelten Menschen und der forrupten Beamtenschaft, mithin in der sogenannten guten, alten spielen. Bis zum vierten Aft hält er sich ziemlich genau an sein Vorbild und dann schlägt er nm zum regelrechten Film. Chlaftałow und Marja läßt er nämlich vereint einer neuen Zukunft entgegen gehen, das heißt entfliehen. Was natürlich eine wilde Schjagd der angeführten Herrschaften ( in Besellschaftstoilette) durch den Wald zur Folge hat und urtomische Situationen ergibt. Schließlich kommt die Nachricht: Der Revisor ist soeben angefommen", die Verfolgung wird abgebrochen und der elegante Saugenichts Chlestatow fann mit Marja und seinem Diener in Rube und Frieden seinen Weg zu seiner vielversprechenden Tante ziehen, die er dereinst beerben wird. " Die Uraufführung im Marmorhaus" gestaltete sich zu einem vollen Erfolg für Friedrich Zelnik, der Regisseur und zugleich Träger der Hauptrolle ist. Mit Ausnahme der zu tollen llebertreibung der Zufände im serantenbaus ist alles iadellos beobachtet. jede Aleinigkeit sorgfältig au ihre fomische Seite hin bet: achtet. Alles reiht fich wie aus einem Buz zum lustigsten Geschehen. Eine gewisse Eigenart berrät die wirkungsvolle Her Die handelnden Personen spielen aber ausarbeitung der Traumbilder. fonit oft ganz und gar im Hintergrund, was befremdlich wirkt und im Film ablenten fann. Die Schauspieler waren samt und sonders mit Luft nnd Liebe bei der Sache. Diegelmann als Gouverneur, Toni Telaff als seine unerträglich gefallsüchtige Frau und Lilly Flohr gleich gut als rüder Badfisch und liebendes junges Mädchen. Arnold Ried und Karl Harbacher waren natürlich als Bobschinsti und Dobschinsli an ihrem Flag, was auch von den anderen Schauspielern gesagt werden kann. e. b. In feinem anderen Lande macht sich die Abschwächung der Weltwirtschaftstrije so deutlich bemerkbar wie in Frankreich. In allen Industriezweigen, besonders aber in der Eisen- und Metall industrie, hat sich die Lage im Bergleich zum Borjahre bedeutend gebeffert. Deutschland ist nicht nur. für die lothringischen Erze Abs nehmer, sondern bezieht auch Halbzeug- und Balzwerferzeugnisse in steigendem Maße, da Frankreich besonders seit den letzten großen Preiserhöhungen in Deutschland in seiner Wettbewerbsfähigkeit begünstigt wurde. Die lothringischen Eisenerzgruben tlagen zwar in letzter Zeit über geringeren Bestellungseingang seitens der deutschen Hüttenwerke, sie geben aber selbst zu, daß die Ursache dafür die ungenügenden Rotsporräte der deutschen Werke infolge der Spa- Rohlenlieferungen find. Die französischen Hütten sind voll be schäftigt und verlängern die Lieferfristen. Die gebesserte Nachfrage nach Trägern hält an. Die Stahl und Balzwerte haben so viel Bestellungen, daß Beschäftigung zum Teil auf vier bis fünf Monate gewährleistet ist. Die Stahlerzeugung ist im April doppelt so groß, wie im gleichen Monat des Borjahres. Die Borräte gehen überall fühlbar zurüd, die Preise sind fest und neigen zur Hauffe. Eine Be schränkung wird hier der französischen Eisenindustrie nur durch den belgischen und englischen Bettbewerb geboten.) Gür die Werkzeugmaschinenindustrie erscheint jetzt der gefürchtete deutsche Wettbewerb infolge der Preissteigerungen ausgeschaltet. Eine Befferung des Geschäftsganges zeigt sich ferner in der chemischen Großindustrie sowie im Spinn- und Webstoffgewerbe. Eine Belebung des Geschäftsganges wird auch in den wichtig. sten Industrien Belgiens festgestellt. Dementsprechend zeigt sich seit Januar d. J. auch gegenüber dem Vorjahre eine fortgesezte Berminderung der Arbeitslosigkeit. In Luxemburg werden fortgesetzt weitere Hochöfen in Betrieb genommen, da die starke Ausfuhr von Roheisen, Halbfabritaten und Stabeifen nach Deutschland, sowie das lebhafte Ueberseegeschäft zunehmende Beschäftigung fichern. In Luremburg herrscht besonders infolge der regeren Bautätigkeit Arbeitermangel. Im Primus Theater wird ein Abenteurerfilm Jim Jeffries" gespielt, der vom lluitas- Film herausgebracht wird. Der Aufstieg, Triumph, Fall und am Ende das Liebesglud eines Gludstifters wird darin in jei mal fünf loder zusammengeballenen Aften bildmäßig mit möglichst wenig Tert im Galoppschritt vorgeführt. Das Neue besteht darin, daß hier die Effette bis zum Blaken gehäuft werden und in konzentrierteiler Form vorüberrajen. Die große Welt der Diplomaten und Trustmanager ist durch die Person Jim Jeffries, des aus besseren Berhältnissen stammenden und alles fajainierenden Apachenhäuptlings, mit der Kehrseite, dem Berbrechen und Gefängnisfe in Beziehung gebracht. Der Kampf um die Frau hegt die großen Geschäfteschieber gegeneinander: ein chinesischer Gesandter bleibt auf der Strecke. Der zweite Teil bringt eine Eheschliegung mit verbundenen Augen und augenblidlicher Trennung. Aber Jim Jeffries gewinnt nach den abenteuerlichsten Zwischenfällen auf wunderbare Weise die Frau doch, die ihm zunächst nur Mittel war, um wieder zu Gelde zu fommen. Das Kolportagemäßige des Etoffes wird weder verdedt noch beschönigt. Cin schwerer Kraftwagenunfall ereignete sich gestern morgen Die Spannungsreize und der stets wechselnde Ausschnitt werden für start gegen 7 1hr auf der Kreuzung Prinzessinnenweg- Friedrich- Karl- genug gehalten, um die Zuschauer nicht zur Ruhe und Besinnung tommen Straße in Wannsee. Hier stießen zwei Privattraftwagen zu lassen. Zwei ungarische Filmleute, Alerander Petrovics und la mit voller Gemalt zusammen und wurden erheblich be- oth, machen das Rennen mit gutem Geschic, es gibt feine toten schädigt. Der Infasse des einen Autos, der Fabrikbefizer Otto Punkte. Hagedorn, Wannsee, trug schwere innere Verlegungen davon. Er wurde nach seiner Wohnung transportiert, wo fofort ärztliche Hilfe zur Stelle war. Bon den Insassen des anderen Autos, Mit= gliedern einer Filmgesellschaft, erlitten der Hilfs- 6. Kreis Kreuzberg. Mittwoch, den 2. August, 7 Uhr, Areisvertreterversammlung regisseur Hans Neuendorf einen Oberschenkelbruch, Frau Gambez aus Charlottenburg einen Nafenbeinbruch, der Angestellte Willy 11. Frütsch aus Charlottenburg Hautabschürfungen und der. Filmoperateur Willy Briesemann aus Berlin ebenfalls Hautabschürfungen. Rauendorf mußte nach dem Kreiskrankenhause in 20. Nowawes geschafft werden, während sich die anderen Berletzten nach Anlegung von Verbänden nach ihren Wohnungen begeben fonnten. Nach den bisherigen Ermittlungen dürfte die Schuld den 32 Jahre alten Chauffeur Erich Rüh treffen, da er in einem zu weiten 33. Abt. Pünktlich 7 Uhr Konferenz sämtlicher Funktionäre im Lotal Lojad, Stronenfrediten jeglicher Art an Ausländer wie bisher ver Bogen aus der Friedrich- Karl- Straße in den Prinzessinnenweg cigelenkt hat. Rüz besitzt feinen Führerschein. Groß- Berliner Parteinachrichten. I. in Rabes Festsälen, Fichteftr. 29. Thema: Der Parteitag". Referent Ermin Barth. Areis Schöneberg- Friedenau. Sweds Stellungnahme zum Parteitag findet in den Abteilungen am Mittwoch, den 2. Auguft, ein außerordentlicher Zahlabend statt. Areis Reinickendorf. Mittwoch, den 2. August, 7 Uhr, im Rathaus Bitte nau, Areisvertreterversammlung. Thema:„ Die Aufgaben des Parteitages". Referent Friedrich Schiegel. Morgen, Mittwoch, den 2. Auguft: 32. bt. 7 Uhr bei Rromphardt, Grüner Weg 49, Funktionärsigung. Benmestr. 8. Bezirksführer abrechnen! Armbinden mitbringen. Erscheinen aller Funktionäre Pflicht. 38. Abt. 7 Uhr Sigung sämtlicher Funktionäre bei Bauer, Große Frank. furter Straße 1. Charlottenburg. 51. Abt.& Uhr bei Schellbach, Königin- Elifabeth- Str. 6, Mitgliederversammlung. Thema: Berfassung und Republit". Referent Dr. Schütte.-54. Abt. 7% Uhr im Lofal Birnbaum, Galvanisir. 13, Abteilungsversammlung. Thema:„ Die Einheitsfront". Referens Ernst Toft. 2. Der Barteitag und Stellung von Auträgen 3. Bericht som Bezirkstag. Königin- Luise- Str. 42. Ein falsches Mordgerücht rief Sonntag die Kriminalpolizei nach hem Reichstagsufer. Borübergehende sahen um 5 Uhr nachmittags eine männliche Leiche in der Spree treiben. Beamte des Reichswasserschutzes landeten sie vor dem Hause Reichstags- 76. st. Bahlen. Ihr Rahlabend und Mitgliederversammlung bei Caixing, ufer 1 und stellten fest, daß Hände und Füße mit Striden umschnürt waren. Sie brachten ten Toten, so wie er war, zur genaueren intersuchung nach dem Schauhause. Die Kriminalpolizei fam zu der Ueberzeugung, daß ein Selbstmord vorliegt, daß der Mann sich, wie das ja schon oft vorgekommen ist, selbst Hände und Füße gefesselt hat, um sicher unterzugehen. Der Tote wurde festgestellt als ein 41 Jahre alter Kaufmann Hans Knutter aus der Belziger Straße 5 zu Schöneberg. Auf einer Steuerfarte, Die man bei ihm fand, hatte er einige Zeilen geschrieben, die zwar fehr verwaschen sind, aus denen man aber einzelne Worte als Abschiedsmorte noch feststellen konnte. Nach den RüdStänden der Steuerkarte hat Rutter seit längerer Zeit wohl teine Beschäftigung mehr gehabt und vermutlich deshalb den Tod gesucht... Bis auf das Hemd ausgezogen wurde der 43 Jahre alte Arbeiter Johann Jafzewsti, der sich hier auf der Durchreise auf hielt. Man fand ihn nachts auf dem Hofe der Bäckerherberge, Strautstr. 38, in finnlos betrunkenem Zustande. Unbekannte Täter hatten ihn bis auf das Hemd ansgeplündert. Man brachte ihn nach dem Polizeirevier und nahm ihn bis zu feiner Ausnüchterung in Schutzhaft. Nachdem er nüchtern geworden war, konnte er sich auf die Vorgänge nicht im geringsten mehr besinnen. öneberg. 77. bt. 7% Uhr außerordentliche Bahlabende. 1. und 2. Bezirk bei Milde, Nollendorfftr. 16. Thema: Der Parteitag". 3. und 4. De Bezirk bei Grund, Meininger Str. 8. Thema: Der Parteitag". Referent Genosse Joachim. 78. Abt. 7% Uhr außerordentlicher Zahlabend in der Schulaula Feurigstr. 57. Thema: Der Parteitag". Referent Genoffe Oft. 79. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Groß, Gedanftr. 17. Thema: Der Parteitag". Referent Genosse Czeminski. Erscheinen aller Funktionäre und Helfer ist Pflicht. 80. Abt. 8 Uhr gemeinsamer Zahl abend bei Gürlich, Rubens-, Ede Begasstraße. Thema: Die politische Lage und der Parteitag". Referent Genosse Rafper. Sämtliche Funktionäre treffen sich im felben Lokal eine Stunde vorher. 82. Abt. Steglig. 8 Uhr Gigung des erweiterten Abteilungsvorstandes bei Mehlis, Düppelstr. 64. In den nordischen Ländern zeigt sich ebenfalls eine Bes lebung der Ronjunttur, in Holland und der Schweiz liegt jedoch die geschäftliche Tätigkeit noch völlig danieder. Währungsstützung in Deutschöfferreich. Die neue österreichische Devisenordnung wird die Einführung der Abgabepflicht für Exportvaluta, das Verbot des freien Handels in ausländischen Zahlungsmitteln und das Verbot des Rronenverkaufes an das Ausland vorieben. Das den Ausländern bieber zugestandene freie Verfügungsrecht über ihre Kronenguthaben bleibt ihnen gewahrt, dagegen ist die Erteilung von boten. Devisenkurse. Anregungen unserer Leser folgend, werden wir fortab die Mel Dungen unseres Abendblattes über die Devisenturse durch die Wiedersabe des vollständigen amiliex Desifextursettels in der Morgenausgabe ergänzen: Die amtliche Rurstabelle gibt an, wieviel Mar? max aufwenden muß. um die in der ersten Spalte genannte Einheit der auf das bezeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. 31. Juli 29. Juli Räufer. Berläufer Räufer. Berkäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld)( Brief-) Aurs Aurs Rurs Rurs 25817.65 25882.35 23620.70 23679.60 220.20 222.80 100 holländische Gulden. 9 83. bt. Lichterfelbe. 7½ Uhr im Gesangssaal der Oberrealschule, Ringstraße, 1 argentinischer Papier- Bejo 244.671, 245.321/ Mitgliederversammlung. Stellungnahme zum Parteitag, daher vollzähliges 100 belgische Frant Erscheinen Pflicht. 84. bei Uhr bei Lehmann, Raifer- Wilhelm- Straße, Mitglieber. 100 norwegische Kronen verfammlung. Thema: Das Reichsmietengeset". Referent Stadtrat Moos. 100 dänische Kronen " 89. Abt. Neukölln. 7 Uhr Funktionärsigung bei Barnte, Ransenstr. 1. .1) 5103.60 5116.40 11385.75 11414.25 4719.05 4730.95 10436.19 10463.10 14282.10 14317.90 13033,65 18066.35 106. Abt. Johannisthal. 8 Uhr erweiterte Vorstandssitung mit allen Funt. 100 fchwedische Kronen..) 17403.20 17446.80 15830.15 15869.85 100 finnische Mart 107. tionären. bt. Alt- Glienice. 7½ Uhr bei Alingenberg, Grünauer Str. 29, Frauen. 1 japanischer Yen. leseabend. Thema: Berufsmöglichkeiten des Boltsschulkindes". Referentin 100 italienische Lire Genossin Dickmann. Um 7½ Uhr im felben Lokal Borstandssigung. Er. scheinen dringend erforderlich. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Jeber für den Briet faften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Gilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenste. 3. 1. Sof part. links, vor. Schriftftilde und Berträge find mitzubringen. 2. S. 67. Reix.. 2. 36. Rein. tänden ja. In Ihrem Falle aber dürfte eine strafbare Handlung nicht vorg. 28. 1. Meix. 2. Unter Um 1 Bfund Sterling 1 Dollar. 100 französische Frant 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer Frant. 100 spanische Pejetas 100 österr. Kronen( abgest.) 100 tfchedische Kronen. 100 ungarische Stronen.. 100 bulgarische Lewa 1258.40 1261.60 1368 25 1871.75 317.00 818.00 3046.15 3053.85 2771.50 2778.50 2701.60 2708.40 2971.25 2978.75 669.16 670.84 605.24 606.76 5398.20 5411.80 5018.70 5028.30 91.88 92.12 12684.10 12715.90 11610.45 11639.55 10327.05 10352.95 8463.15 9488.85 1.40% 1.44% 1423.20 1.80%, 1.34 1596.00 1600.00 31.21 31.29 413 65 414 05 1426 80 81.46 367.50 81.54 368.50 Ein Viertelmillionendiebstahl wurde auf dem Postamt in Lübed durch den Posthilfsschaffner Arnhold verübt. Der Dieb ergriff mit feiner Beute die Flucht, ist jedoch alsbald verhaftet worden. Die Lübecker Kriminalpolizei fand eine Spur, die am liegen. Travelanal entlang führte. Mehrere Beamte seßten dem Flüchtigen mit einem Automobil nach, fanden ihn auch und nahmen jedoch überwiegend bewölkt. Wetter bis Mittwoch mittag: Warm und schwül, zeilweise heifer, Die Ziffer) bedeutet, daß die Nachfrage nicht bei len notierten ihn fest. An der Küste ziemlich zahlreiche und stellen- Kursen gebedt werden konnte und daß das angebotene Material Der Berhaftete hatte noch alles unterschlagene weise starte, im Binnenlande nur vereinzelte, meist geringe Regenfälle, rationiert werden mußte. Geld bei sich. strichweise Gewitter. 100 olen mart wurden etwa mit 10 Mt. bewertet. Aus der Partei. An die Parteitagsdelegierten! Ammersee, ein anderer nach Füssen in die Berge gehen. Die Ge-| nossen, die sich daran beteiligen wollen, werden gebeten, anzugeben, welchen Ausflug sie mitzumachen gedenken. Am Sonntag, den 17. September, findet vormittags 10 Uhr eine Die Delegierten zum Parteitag werden gebeten, zur Wohnungs- Ausstellung von Handschriften und Frühdrucken, die sich im Besitz anmeldung nur die Karten zu benutzen, die bereits vom Hauptaus- der Stadtbibliothek Augsburgs befinden, statt, wenn eine genügende schuß bzw. der Wohnungskommission des Parteitages, an die Be Beteiligung garantiert ist. An die Ausstellung soll sich ein Vortrag zirksvorstände versandt worden sind. Besonderer Wert wird bei über„ Erstlinge der Buchdruckkunft" anschließen. Zuschriften in all der Anmeldung auf die genaue Angabe des" Ankunftstages gelegt. diesen Angelegenheiten sind an den Vorsitzenden des HauptausDie Augsburger Parteigenosse: beabsichtigen, bei genügender Be- schusses, Clemens Högg, Augsburg, Mittleres Kreuz F 280, zu teiligung einige Ausflüge zu arrangieren. Einer soll an den richten. MARKE SALA ANDER Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 1. Auguft: Riederschöneweide: 8 Uhr im Jugendheim, Gemeindeschule Berliner Str. 31, Distuffionsabend: Unser Jugendschutzprogramm". Rosenthal: 8 Uhr im Jugendheim Walderfeestr. 5a( Milbrodt), Mitgliederversammlung. Rosenthaler Vorstadt: Jugendheim Gemeindeschule Gipsstr. 23a, Mitgliederversamm Jung. Südwest: Jugendheim Lindenstr. 3, Mitgliederversammlung. Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. 15, 7 Uhr Mitgliederversammlung. * 7 uhr, im Sophien- Lyzeum statt. Tagesordnung: Berichterstattung von der Eine Funktionärtonferenz findet am Donnerstag, den 3. August, abends Reichskonferenz. ANDER SALA ANDER MARKE ALAMAND NDER DER GEDIEGENE STIEFEL Theater, Lichtspiele usw. Staatstheat. Volksbühne ( Schauspielhaus) 61 Uhr zum 1. Male Tägl. 7%, Uhr: Operetten- Gastsp. Die Walküre. Die beiden Lessing- Th. Nachtigallen Allabendl. 8. Uhr: Der Schildpattkamm Deutsch. Theat. 72: Der Raub der Sabinerinnen Mi.: do. Sommerspielzeit. Deut. Künstler- Th. Sommerspielzeit Allabendi. 8 Uhr: Kammerspiele Die erste Nacht" 8: D.ewig lächeln de Frau- Tal Theater des Ostens mars Tod Mi. do. Gr.Schauspielh. ( Karlstraße): 7 Die Maschinensturmer ( Rose Theater) Uhr: Konzert So leben wir Berliner PraterTheater Mi. 7 Die Maschinenstürmer Kastanienallee 7-9. Persönl. Gastspiel Theater 1. d. Bernhard Rose in: Königgrätz. Str. 8: D. wunderlich. Nur nicht drängeln Geschichten des und Kapellm. Kreisler Das deutsch.Lied Komödienhaus 8 U: ,, Gretchen" Berliner Th. Beginn 5 Uhr. Urania 8 Uhr: ceo Neue Welf Arnold Scholz, Hasenheide 108/114) Täglich Münchener KELLERFEST Oberbayern, Drehstüble, Tanzdiele Pariser, Jazz- Band 5 Kapellen 100 bayerische Madl Großes RiesenFronten-Feuerwerk und BALL Anfang 5 Uhr H Anfang 5 Uhi Rennen zu Grunewald Dienstag, den 1. August nachm. 3 Uhr Behrenstr. 54 48 Uhr: Ausbau der Kinderfürsorge durch die Gemeinde von Die malerisch. Mark Carl Bolesko Dr. Selma Schöfer. 7 45: Madame Flirt Casino- Theater Central- Theater 8 Ein Prachtmädel Intimes Theater 8: Die Peitsche und Lauf doch nicht immer nackt herum Neues Operett.- Th. 7 U: Die Mädels von Daves Lichtenstein, Seidh Neues Volkstheater Uhr: Die erste Geige Metropol- Theater Ab 1. August 71% U.: Die Bajadere Schiller- Th. Charl. 8U.: Die kl. Saaderin Ven jean Gilbert Thalia- Theater Uhr. Prinz Don Juan Th. a. Nollendorfpl. 734 Verliebte Lente Theater d. Westens Eröffnung.August Lämmelmanns Bummelfahrt 00 Potsdamer Str.38 Das Mädchen aus dem Golden Westen Turmstr. 12 Roman einer Halbweltdame Fried., Rheinstr. Dr. Mabuse. 1. T. in der Auweck Eine notwendige Schrift für Be., Theateragentur" Ramashow- Truppe hörden und AusHeinr. Kohlbrandt 3 Sellons Willy Agoston 2 Bollingers Lo Fleuron Canova Ilocka Szartory Ernst Riedel Von der Reise schüsse, Lehrer und Erzieher, wie überhaupt für alle, die sich in der Wohlfahrtspflege betätigen. Preis 5, Mk. Buckhandlung Vorwärts Berlin SW, Lindenstr.2 Spez- Beh. Ischias nur für 1. Hüft., Ges. u. Bein. Da schw. Fälle in 15 zurück[ 38/13 Tag. bes. hierüb. unDr. A. Kahn, antastb. Heilerfahr. best. u. Ref. InvalidenReichshallen Th. Berlin- Schönebergs straße 106. v. 10-2.Jacoby Tägi. 7 Uhr: Stettiner Sänger Donheff Brett'l Anf.71/ U 7 Uhr: Die heim- Theat.a.Rottbus.Tor liche Braut Moritzplatz 16077 Jeden Abend 7%, U.: Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Fedora Tilla Durieux Waldem. Staegemann Trianon- Th. Täglich 8 Uhr: Eine Frau ohne Bedeutung Adele Sandrock Luise Werkmeister Komische 78% Oper 73 Der Meister vom Montmartre ELITESänger Gänzlich neues Programm Volkspreise! Vorvkf. 11-1 u 4-6 HIND RTEN Heute Premiere Zwölf Attraktionen Offenbachs Liebesleb. Rauchen gestattet! Hauptstraße 24. Preisrätsel. Welches Buch wird jeht und in den nächsten Monaten am meisten gebraucht werden? auszuschreiben, ift überflüffig. Denn jeder weiß, daß der kommenfar zum Reichsmietengefeh von Ministerialraf Hans Kräger zur reibungslosen Neuregelung der Miele und der neuen gegenfelligen Rechte und Pflichten jetzt für Mieter und Bermieter durchaus notwendig ist. Preis geh. 30 Mart, geb. 42 mart. Buchhandlung Vorwärts Berlin GB. 68, Lindenstraße 2 INDRA- PARK Täglich 5 Uhr Täglich 5 Uhr Greifswalder Straße 128-133 Eröffnung: Dienstag, den 1. August Tägl. Gr. 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Auguft, nachm. 3% Uhr, von ber Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Ferner starb am 28. Juli unser Kollege, der Bohrer Hugo Schneider Treptow, Beermannstraße 10 Die Einäscherung findet am Mitte woch, den 2. Auguft, nachmittags 3 Uhr; im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Klempner Fritz Mielke Gipsstr. 29 am 23. Juli gestorben ist. 123/3 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. KLEINE ANZEIGEN Verkäufe Möbel Kleibernäherin, Handnäherin, Stroh 22946 fchein, Schönfließerstraße 21. Schürzennäherinnen, eventuell aits Schlafzimmer jeder Gräße, einfacher Leihhaus Spiegel, Chauffeestraße 7, und eleganter Ausführung, finden Sie lernen. Hänisch, Kreuzigerstraße 21 II. verkauft spottbillig, erstklassige Anzüge, noch in reicher Auswahl zu soliden Prei Schlüpfer, Razenjaden, Sportpelze, sen in der Schlafzimmer- Spezialfabrik Gehpelze, Füchse aller Art. 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Die Entwirrung der politischen Lage in Bayern macht außerordentlich schlechte Fortschritte, so daß mit einer Lösung der Krise in den allernächsten Tagen noch nicht zu rechnen ist. Das ist natürlich, weil sich die baŋerische Regierung durch die Annahme des Vertrauensvotums von feiten der Mittelpartei in eine parlamentarisch geradezu unhaltbare Lage versetzt hat. Die bayerische Mittelpartei, deren Fraktion heute in langen Besprechungen ihre Forderungen an die Regierung for muliert hat, ist nicht gewillt, den Konflikt auf gütlichem Wege beizulegen. Sie will die Rechtseinheit des Reiches brechen, im Interesse der Unterminierung der deutschen Republik. Hierzu stellt fie in ihren Blättern die strifte Forderung an die Regierung für Wiedereinbeziehung in die Koalition. Der Ministerrat tagte heute den ganzen Vormittag, ohne einen Ausweg aus der verfahrenen Lage zu finden. In der Bayerischen Boltspartei und beim Bauernbund sind bereits Stimmen hörbar geworden, welche die katastrophale Politik der Deutschnationalen ablehnen und gegen den Eintritt der Mittelpartei in Zum 11. August. 912 Die innnerpolitischen Krisen haben es leider verhindert, daß der Reichstag vor Beginn der Ferien den Gefehentwurf über den Nationalfeiertag verabschiedete. Aber trojdem wird der 11. August im ganzen Reiche gefeiert werden. In Berlin findet am Vormittag des 11. August eine Feier im Reichstag statt, in der, wie bereits bekannt, der badische Staatspräsident Hummel die Festrede halten wird. Während der Feier im Reichstag wird die 2ufiffapelle einer Reichswehr- Ehrenfompagnie vor dem Hause touzerlieren. Für den Abend ist im Staatstheater eine künstlerische Feier vorgesehen, zu der der Reichspräsident die Einladungen ergehen läßt. Bon der republikanischen Jugend wird ein Fadelzug geplant, der vor dem Staatstheater enden soll. Wie in Berlin, so werden auch im Lande die Staatsbehörden den 11. August durch einen Festait feierlich begehen. Ueber die Einzelheiten dieser Feiern, insbesondere über die in den Schulen, schweben noch Berhandlungen, die in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen werden. die auf dem Boden der Reichsverfassung stehenden Lehrer dent Unterricht nicht im Geiste der Völkerversöhnung geben förten. Daraufhin hat Minister Dr. Boelih nun entschieden, daß der Artikel 148 Abs. 1 und 2 der Reichsverfassung bereits heute geltendes Recht darstelle. Das Ende der Legende. Der englische General Maurice gilt bekanntlich in Deutschland als Präger der Auffassung, daß Deutschland im Herbst 1918 dem „ Dolchstoß der Heimat" erlegen sei. Der General selbst hat sich jetzt hierzu folgendermaßen geäußert: Ich habe niemals an irgendeiner Stelle der Meinung Ausdruck verliehen, daß der Kriegsausgang, so wie er sich abge= spielt hat, der Tatsache zu verdanken sei, daß das deutsche Heer von dem deutschen Volte rückwärts erdolcht worden sei( Dolch= stoß der Heimat). Im Gegenteil habe ich immer die Meinung vertreten, daß die deutschen Heere an der Westfront am 11. Rovember 1918 aus militärischen Gründen eines weiteren wirksamen Widerstandes nicht mehr fähig waren. Ich habe ge= sagt, daß, wenn man den deutschen Heeren Zeit gelassen hätte, sich zu erholen, diese dann wahrscheinlich den Kampf noch verdie Regierung ihre warnende Stimme erheben. Die Geister, die Betriebsvertrauensleute der Arbeiter und Angestellten! längert haben würden, daß aber ihre endliche Niederlage unver" die bayerische Mittelpartei gerufen hat, wird sie aber nicht loswerden, da sie sich den Todfeinden der Republik zur Verfechtung ihrer eigensinnigen föderalistischen" 3deen mit Haut und Haar verschrieben hat. So flafft in der Bayerischen Volkspartei immer deutlicher ein Riß zwischen dem rechten und dem linken Flügel. Der rechte Flügel vertritt im Bayerischen Kurier" geradezu hochverräterische Auffassungen über die Loslösung der bayerischen Wirtshaft von Deutschland und deren Verknüpfung mit dem französischen und tschechoslowakischen Wirtschaftsgebiet. Der linte Flügel macht fich in nichtsfagenden Phrafen in der Augsburger Postzeitung" und im Regensburger Anzeiger" Luft, um seine Verlegenheit zu verbergen. So bleibt der bayerischen Regierung voraussichtlich nur die ahl, pater peccavi" zu sagen und das gelöste Bündnis mit den Demokraten wieder aufzunehmen oder hart zu bleiben und mit den Deutschnationalen eine Ratastrophenpolitik fortzusehen. Darüber täuscht auch nicht eine Auslassung der Staatszeitung" hinweg, in der es heißt:„ Seit 14 Tagen sind sehr viel Kundgebungen an die Regierung gerichtet worden, und fortgesetzt erfheinen Delegationen aus allen Teilen des Landes, Abordnungen von Arbeitern( das glaubt die Bayer. Staatsztg." selbst nicht!), Handwerkern, Gewerbetreibenden und Industriellen, welche die Regierung bestürmen, fest zu bleiben, und erklären, sie würden alle mit der Regierung einstehen im Kampf für die Erringung und Erhaltung der bayerischen Staatshoheit." " Im übrigen ist es sehr bedentlich, daß der heutige Leitartikel Der Staatsztg." ein Gutachten des Landesbürgerrats" bringt, das einer offenen Absage an die Vermittlungsaftion des Reichspräsidenten gleichkommt. Der bayerische Ministerrat tann tagen, solange er will, über die ,, Alternative",„ Entweder Rückkehr zur Rcalition der Mitte oder deutschnationale Koalition mit der Spitze gegen das Reich" wird er nicht hinauskommen. Büßen muß den Narrenstreich aber das deutsche Bolt. Mittwoch, den 2. August, abends 7 Uhr, im ficinen Saal des Lehrervereinshauses, Alexanderstraße 41: Funktionär- Konferenz. Tagesordnung: 1. Wesen und Ursachen der Balutanot. Referent: Regierungsrat Dr. Löwe vom Reichswirtschaftsministerium. 2. Die politische Lage und die Aufgaben der Bertrauensleute. 3. Wahl der drei Vertreter der Betriebsvertrauensleute in den Bezirksvorstand. Legitimationstarte und Mitgliedsbuch vorzeigen. Der Bezirksvorstand. Sammlung der Republikaner! meidlich war. Diese Anschauungen, die ich in meinem Buche„ Die letzten vier Monate"( Last four months) ausspreche, halte ich aufrecht und habe sie immer aufrecht erhalten." Dazu schreibt jetzt der bekannte Oberst Schwertfeger: Die Erklärung des Generals Maurice hat mir im Original vorgelegen. Es ist danach nicht mehr zulässig, den General Heimat" in Anspruch zu nehmen. als Bertreter und Präger der Auffassung vom„ Dolchstoße der Wer hat denn nun in Deutschland eigentlich die Behauptung aufgebracht, daß General Maurice vom Dolchstoß gesprochen habe? In der vierzehnten Sigung des Untersuchungsausschusses der verfaffunggebenden Deutschen Nationalversammlung am 18. November 1919 war es Hindenburg. Dort sagte er, daß der englische General es mit Recht behaupte:„ Die deutsche Armee ist von hinten erdolcht worden." Demnach hat auch Hindenburg etwas behauptet, was gar nicht gesagt worden ist. Ueberdies geht auch die große nationale Zeitung", der nur noch einmal spät abends erscheinende„ Tag" auf den„ Dolchstoß" ein. Er kann nicht bestreiten, daß alle bisher dafür beigebrachten Beweise wie auch der einer entsprechenden Feststellung des englischen Generals sich als falsch erwiesen haben. Er meint aber, der Dolchstoß bleibe doch eine unumstößliche Tatsache. Aus dieser Gehirnverrenkung ist zu ersehen, wie leid es den Deutschnationalen tut, daß ihr Dolchstoßschwindel sich nicht mehr halten läßt. -Ein Appell des Reichsbundes. Wir erhalten den nachstehenden Aufruf mit der Bitte um Beröffentlichung: Durch den verbrecherischen Bahnsinn reaktionärer Mörder, durch die schamlose Hege gegen die deutsche Republik und ihre führenden Männer, durch die Vergiftung der öffentlichen Meinung ist alles, was wir in mühsamer Arbeit unter ungeheuren Cyjern Schwere Gefahren bedrohen den inneren Frieden, in drei Jahren wieder aufgebaut haben, in Frage gestellt. die Einheit und Wohlfahrt unseres schwergeprüften Bolfes und Reichswehr schüßt die Grenze. Baterlandes. Unfer gesamtes politisches Dasein, unsere Bulkswirt- Ans Paiiau wird uns über ein bayerisches Kabinettstückchen schaft ist lebensgefährlich erschüttert. Landesverräterisches Bergeichrieben: Der Gewerkschaftsverein Passau hatte seine Mitglieder brechertum stellt sich dem deutschen Bolke in den Weg, das endlich und die angrenzenden Vereine zu einer Demonstration für wieder zur Ruhe und zu einem gesicherten Dasein fommen möchte. Die Folgen find: Zerspaltung im Innern, Vernichtung des die estigung der Republik eingeladen. Da Passau deutschen Ansehens in der Welt, Zerstörung unfres Krebits, fortge- Grenzstadt ist, und um der Verbrüderung mit Deutschösterreich Rechnung zu tragen, wurden von den Passauer Kollegen die Linzer fetzte Entwertung der Mark, unerträgliche Teuerung. Das darf nicht so weitergehen! und die an der bayerischen Grenze wohnenden österreichischen Gewertschaftskollegen zu einem allgemeinen Verbrüderungsakteingeladen. Der Linzer Eisenbahner- Verband hatte sogar seine 30 Mann storie Musikkapelle angekündigt, auch aus den meisten Grenzorten waren Delegationen angesagt. Aber die bayerischen Reaktionäre und Königsmacher begannen von dem Tage an, da die öffentliche An fündigung für die Aktion erfolgte, ihre Wüblarbeit. Zunächst wurde den Linzer Kollegen der Extrazug versagt, der ihnen schon vorher versprochen war. Sodann durfte nicht einmal die Musikkapelle nach Ferner wurden alle Grenzübergänge Passau fahren. doppelt und dreifach besetzt. Von München rückte Verstärtung der Reichswehr, feldmarichmäßig ausgerüstet ein, die ganze Passauer Garnison war in Alarmmbereitschaft. Und das alles, weil die niederbayerischen Arbeiter ihre Treue für die Republik fundgeben wollten. Aber genügt haben die Gewalt maßnahmen nichts. Troz aller Gegenmaßregeln waren in dent durch ihre musterhafte Demonstration die Treue zur Republik befleinen Passau Tausende von Republikanern auf den Straßen, die Die Münchener Entscheidung wieder verzögert. Die Maffen aller ehrlichen Republikaner dürfen diesen Vernich Aus wohlinformierter Quelle erfährt die„ Dena", daß der tungskrieg gegen das deutsche Bolt nicht weiter dulden. Es ist an Ministerrat in München auch heute noch zu feiner Entscheidung ge- der Zeit, daß wir Republikaner uns sammeln, daß wir der Realtion, langt ist. Das bayerische Kabinett will erst die Entscheidung der die geschossen ist, eine starte Front wahrhafter Freunde des Mater Barteien abwarten, ehe es endgültig zum Brief des Reichspräsiden- landes entgegenstellen. Diese Front will der Deutsche republikanische ten Stellung nimmt und ihn beantwortet. Am Mittwoch werden Reichsbund bilden. Er stellt sich als Kultur- und Bropa Die Beratungen des Kabinetts wieder aufgenommen werden. Da- gandabund die Aufgabe, unter Sammlung und Schuß mit ist eine bedauerliche Berzögerung der bayerischen Entscheidung und Auslande den republikanischen Gedanken im Bolke zu fördern aller überzeugter Deutscher Republikaner im Inist um so bedauerlicher, als das Reichskabinett gerade jezt mit und zu vertiefen, um so auf demokratischer Grundlage die in der schwierigen außenpolitischen Problemen belastet ist, und die Be- Verfassung von Weimar verankerte repubitanische Staatsreform reinigung des innerpolitischen Konflikts schon aus außenpolitischen Deutschlands zu festigen. Gründen so schnell wie möglich wünschenswert gewesen wäre. bis Mitte der kommenden Woche eingetreten. Diese Verzögerung Der Nationalrat von Cypern nahm einstimmig eine Entschlies Bung an, in der erklärt wird, es sei der einhellige Wille des voltes, sich mit dem Mutterlande Griechenland zu vereinigen. 11 barocken faiserlichen Deutschlands paßte, der Kampf aufgenommen und zur Einfachheit und Klarheit und Höflichkeit erzogen. So hat die Eisenbahn- Generaldirektion Dresden ihren Beamten zu be herzigen gegeben: Häufig leiden amtliche Schreiben, Berichte und Bekanntmachungen noch an den Schwächen des sogenannten Kanzleistils." So heißt es da:„ Der Eisenbahnverkehr erfaßt alle Kreise der Bevölkerung. Dienstliche Erlasse wenden sich an Mitarbeiter aller Bildungsgrade. Es geht daher nicht an, daß sich der Eisenbahnbeamte einer Bunftsprache bedient, seine schriftlichen Aeußerungen müssen vielmehr flar und allgemein verständlich sein." Der Bund ist teine Bartei! Er ist bestrebt, alle auf dem Boden der demokratischen Republik stehenden Parteien für eine dauernde republikanische Zusammenarbeit zu gewinnen. Ein Land der Gerechtigkeit! Ein Land der fittlichen Freiheit! Ein Land des inneren Friedens! Mitbürger! Männer und Frauen! Republikaner aller Stände und Parteien! Wir fordern euch auf: Tretet dem Deutschen republikanischen Reichsbund bei! Werbt Mitglieder in Stadt und Land. Sammelt Spenden! Beranstaltet om 11. August überall Verfassungsfeiern im Berein mit allen republitanischen Organisationen. Das soll das neue Deutschland werden: Die Deutsche Republit wird nicht untergehen, wenn wir Republikaner treu zusammenhalten! Weimar, den 15. Juli 1922. Der Deutsche republiianische Reichsbund. Frhr. v. Brandenstein, Weimar. Epiz, München. Geschäftsstelle: Weimar, Schwanscestraße 4. Jm Geiste der Völkerversöhnung. Eine Verfügung des preußischen Kultusministers. fundeten. Ungarn und die Optanten. Man schreibt uns: Nach der Dedenburger Zeitung" sollen in den von Ungarn abgetretenen Gebieten insgesamt 80 000 Personen für die ungarische Staatsbürgerschaft optiert haben. Des genannte Blatt gibt diese Meldung ohne Kommentar wieder. Das ist sehr begreiflich, denn damit hat das Magyarentum eine cußerordentlich klägliche Niederlage erlitten. Nach einer uns vorliegenden Statistik betrug der Gesamtverlust der Länder der ungariIn einzelnen gut gewählten Beispielen werden dann besondere schen Krone durch den Vertrag von Trianon in sg efa mt 13 065 200 Schönheiten des Kanzleiftils als abschredendes Beispiel vorgeführt, Einwohner. Dieselben verteilen sich folgendermaßen: An die als da find: angestellte Erörterungen",„ maßgebende VorausTschechei wurden abgetreten 3 524 800, an Rumänien 5 263 400, an fegungen"," einschlägige Bestimmungen" usw. Vor allem wird davor Südflawien 4 080 000 und an Deutschösterreich 272 000 Bewohner. gewarnt, modegemäß alle Zeitwörter zu verlängern durch HauptBon den 13 Millionen ehemaliger Untertanen der ungarischen Krone, wörter, wie z. B. Züge zur 2lblaffung gelangen" lassen, anstatt ab- Der preußische Kultusminister Dr. Boelig hat in einer Ber die jetzt anderen Staaten zugeteilt sind, sollen nach der ungarissen zulaffen, Beträge zur Auszahlung" und" llebertretungen zur An- fügung entschieden, daß der Artikel 148 Abs. 1 und 2 der Reichs- Statiftit 3 152 100 Magyaren gewesen sein. Wie wenig das den atReige" bringen, anstatt auszuzahlen oder anzuzeigen. Daß das alte verfassung, wonach der Unterricht Im Geiste des deutschen BolksErbübel, statt der einfachen Partikel er derfelbe" zu sagen, vom tums und der Bölkerversöhnung" zu urteilen ist, bereits heute gel- fächlichen Verhältnissen entspricht, und mit welchem Terror die VolksAmtsschimmel weiter gezüchtet wird, ist selbstverständlich. Schließ- tendes Recht darstelle( Amtlicher Teil des Zentralblatts für zählung zugunsten der herrschenden magyarischen Nation gefälscht lich wird- was ja in der sozialen Mepublik nicht ganz unangemeffen die gesamte Unterrichtsverwaltung Breußens, Heft 12, Jahrgang wurde, ergibt sich aus dieser Statistik in überzeugendster Weise. Legt erscheint darauf hingewiesen, daß die Runden nicht befehls- 1922). Wie wir erfahren, liegt dieser Berfügung folgender Vorfall man das jegt im Burgenlande geltende Wahlrecht der Berechnung zuhaberisch zu behandeln sind. zugrunde: grunde, so müßten unter den abgetretenen Magyaren, die jetzt in Auf diesem Gebiete fönnten andere Behörden noch manches von Der Berliner Studienrat Dr. Erich Witte hatte in einer Ein- dem tschechoslowakischen, rumänischen, südslawischen und deutschöfterder Eisenbahn- Generaldirettion Dresden lernen! gabe an das Berliner Provinzialschulkollegium das Recht für sich in reichischen Gebiete leben, rund 1 Million das Wahlrecht besitzen. Gegen den Boykott der deutschen Wissenschaft. Bei der Bres- Anspruch genommen, im Unterricht u. a. die folgenden Gegenstände Wenn von diesen nur 80 000 für Ungarn optiert haben, so ist das ein Tauer Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft des Bölferbundes nebst dem Selbstbestimmungsrecht und das Pro- flar auf Grund einer ungarischen Angabe bewiesen, wie wenig Anzu behandeln, wenn sich die Gelegenheit dazu biete:„ Das Problem für Ungarn geradezu jämmerliches Resultat. Es ist damit flipp und wurde unter der Zustimmung zahlreicher Geologen des Auslandes blem ber internationalen Schiedsgerichte; das internationale Leben durch die geologischen Gesellschaften, Landesanstalten und Hochschul- der Gegenwart; Aufklärung der Schüler über die Kulturwidrigkeit ziehungskraft der ungarische Staatsgedanke auf seine früheren Belehrer der Geologie in Deutschland und Desterreich Einspruch dagegen der Kriege." Das Provinzialschulfollegium entgegnete ihm, daß es wohner ausübt. Die erdrüdende Mehrzahl von ihnen, diejenigen erhoben, daß die belgischen Geologen die Fachgenossen aus den politische Erörterungen diefer Art im Unterricht nicht billigen nicht ausgeschlossen, die sich als Magyaren bezeichnen mußten, wollen Ländern der Mittelmächte von der Teilnahme an der in Brüssel könne. In einer Zeit, in der sich die politischen Gegenfäße so von Ungarn nichts mehr wissen. tagenden Geologenversammlung ausgeschlossen haben. scharf ausprägen und sich so heftig auswirken wie in der jezigen, sei es Pflicht jeden gewissenhaften Lehrers, im Unterricht alles zu Streik- Ende in Amerika? vermeiden, was Andersdenkende verlegen fönnte. Dr. Bitte berief London, 31. Juli.( WTB.) Reuter meldet aus New York, in fich gegenüber dieser Antwort auf Artifel 148 Abs. 1 der Reichsver= fassung, wonach der Unterricht im Geifte der Bölferver- Kreisen, die genaue Kenntnis über die Streiflage hätten, werde verNichard Wagners„ Weistersinger" Partitur. Zu den toitbariten öhnung zu erteilen sei. Gegenüber diesem Hinweis erklärte das sichert, daß über die Friedensbedingungen im Eisenbahnerstreik inBefistümern des Germanischen Museums in Nürnberg gehört die auto- Provinzialschulkollegium, daß dieser Absah nur das in allen Schulen folge der Bemühungen des Präsidenten Harding bereits eine Einigraphische Bartitur von Richard Wagners„ Meister fingern von Nürnberg". zu erstrebende 3iel aufstelle, aber noch nicht vom Unterricht gung erzielt worden sei. Es bleibe zur Beendigung des Streifs nur Nun erlaubt der Rustand des Manuskriptes es von Jahr zu Jahr weniger, spreche. Im übrigen verkenne Dr. Witte die Bedeutung der Ber- noch übrig, daß die Bedingungen morgen endgültig auf der Berdie Partitur aus dem Schautatien in die Hände der vielen Besucher zu fassung des deutschen Reiches, die keineswegs bestimmt sei, die sammlung der Vollzugsausschüsse der Eisenbahner und auf der Vergeben, die das Werk in der Niederschrift des Schöpfers zu sehen wünschen. Landesgefeggebung und die Verordnungen der Berwaltungsbehörden Daber bat die Direktion des Germanischen Museums dem Münchener überflüssig zu machen. Vielmehr bestimme Artikel 10 der Berfaffung, fammlung der Streitführer in New York bzw. in Chicago an getreue Reproduktion der Handschrift herzustellen, die fönne, z. B. auch für das Schulwefen. Drei Masten- Verlag die Ermächtigung erteilt, eine original daß das Reich im Wege der Gefehgebung Grundsätze aufstellen genommen würden.( Diese Meldung scheint uns reichlich optimistisch.) Ende des Sabres auf Subffription erscheinen soll. Da es sich um eine Angelegenheit von prinzipieller Bedeutung Wegen Antimilitarismus gemaßregelt hat die französische ReDer veriveiste Arst. Nam Meidungen aus Helsingfors ist ein Arzt handelte, rief Dr. Bitte nunmehr die Entscheidung des Ministeriums gierung den kommunistischen Bürgermeister Morizot von Bou namens Serblow, ein früheres Mitglied der russischen Duma, ein Opfer der für Kunst, Wissenschaft und Boltsbildung an. In einer Eingabe logne- sur- Seine, weil er anläßlich der Truppenparade am 14. Juli Menschen efferei geworden, die in einigen der russischen Sungergebiete mies er darauf hin, daß nach der Auffaffung des Brovinzial chul- einen für Armee und Regierung beleidigenden Brief an den KriegsEines Rad is wurde er zu einem Stranten gerufen, der in einiger Ent- follegiums der Unterricht anscheinend erst donn im Beiste der Böl- minister Maginot gerichtet hat. Er ist schon mehrfach gemaßregelt fernung monte. Als er von seinem Besuch nicht mehr zurüdtegrte, unter- ferversöhnung erteilt werden dürfe, wenn das Ministerium dahin worden, so 1907, als er als Bibliothekar des Justizministeriums in nabm man nabere Nachforschungen und stellte jest, daß er von Hungrigen aber hätten die Militaristen im Unterricht völlig freie hand, während einem Zeitungsartikel den damaligen Ministerpräsidenten auss überfallen, getötet und verzehrt worden war gehende Ausführungsbestimmungen erlassen habe. Auf diese Weise schärfste angegriffen hatte, Der Nachfolger von Bildgans. Burgischauspieler Mar Baulsen wurde als Nachfolger von Anton Wildgans mit der Zeitung des Burgtheaters betraut. Bericht Der Arzt lebte in Samaa vud übte hier seine Tätigkeit aus. Gewerkschaftsbewegung Die Lohnbewegung der städtischen Arbeiter. Die B. S.- torrespondenz meldet: Ein Nachwort zum Kistenmacher- Streik. Der Verlauf dieser Bewegung zeigt deutlich, welche Berbrechen Die große Tarifkommission der städtischen Arbeitnehmer, die durch den zur Schau getragenen Ueberradikalismus einiger Die Hochbahner lehnen den Schiedsspruch ab. sich am Sonnabend mit dem im Reichsarbeitsministerium gefällten unverantwortlicher Elemente in der Ristenbranche an der Arbeitera Das technische und das Verkehrspersonal der Hochbahnen nahm Schiedsspruch über die Lohnregelung der städtischen Arbeiter be- bewegung begangen werden. Der Deutsche Holzarbeiterverband war in einer start besuchten Versammlung am Sonntag in der Bod- faßte, hat mit großer Mehrheit beschlossen, der ant heutigen Diens- ienen Leutchen feine Kampfesorganisation mehr. Sie wollten frei sein von jedem Bureaukratismus und selbst bestimmen, wann und brauerei Stellung zu dem am 28. Juli gefällten Schiedsspruch des tag stattfindenden Funktionärfonferenz die Annahme dieser vor in welcher Form wirtschaftliche Kämpfe zu führen sind. Gie Schlichtungsausschusses Groß- Berlin. Den Bericht gab Knobel geschlagenen Lohnregelung zu empfehlen. machten sich selbständig unter dem Namen„ Bereinigung der Kisten= vom Verkehrsbund. macher". Eine Berständigung mit den Vertretern der Hochbahn Die erste Tat dieser„ revolutionären" Organisation, der auch der Vor der Entscheidung bei A. Wertheim. war nicht zu erreichen. Sie lehnten die Forderung, der größte Teil der in der Kistenbranche beschäftitgen Arbeiter zulief, Arbeiterschaft für den Monat Juli eine Nachzahlung von 1500 M. Der Zentralverband der Angestellten ersucht uns um Aufnahme war, daß sie einen vom Deutschen Holzarbeiterverband sanktionierten im Hinblick auf die gewaltige Teuerung zu gewähren, ab und waren folgender Zeilen: Streif im Frühjahr dieses Jahres unmöglich machte. zunächst auch nicht geneigt, für August eine Lohnerhöhung vorzu- Wie bekannt, sind im Warenhaus 2. Wertheim zwei Betriebs- Parole der Radikalen war in diesem Fall: alle Betriebe, in denen nehmen. Dagegen schlugen sie eine Aenderung des Manteltarifs räte, gemaßregelt. Nach wie vor weigert sich die Firma, mit dem Mitglieder des Holzarbeiterverbandes in den Streit treten, durch vor, die noch eine mefentliche Verschlechterung der Zentralverband der Angestellten, der zuständigen Organisation, über„ revolutionäre" Kistenmacher zu besetzen, Streifbrecher zu spielen. bestehenden Zustände bedeutet hätte. Dafür wurde eine Lohnzulage diese Fälle zu verhandeln. Dafür geht sie neuerdings dazu über, mit Die Anhänger jenes neu erstandenen Gebildes mußten nun von 30 Pro3. ab Auguft angeboten. Diese Verbesserung Aushängen folgender Art an das Personal heranzutreten: Fräulein unter Lohn- und Arbeitsbedingungen leben, die wesentlich hinter mußte abgelehnt werden. Wille( das entlassene Betriebsratsmitglied) hat einem Kunden, einem denen der Hilfskräfte der Berliner Holzindustrie zurückgeblieben Das Reichsarbeitsministerium war bereit, die Vermittlung zu hiesigen Arzt, 100 M. zuviel abgenommen, sich dieselben angeeignet waren. Diesen Zustand konnten selbst die nicht länger ertragen, übernehmen. Doch wurde zunächst der Schlichtungsausschuß und den Vorgang abgeleugnet." Es ist bezeichnend für die Firma, die in der Vereinigung der Kistenmacher ihr Heil zu finden glaubten, Groß- Berlin angerufen. Der Schlichtungsausschuß wurde auf die daß sie eine derartige Behauptung aufstellt, die noch durch keine Ber- und so fam es, daß dieser Verein Lohnforderungen stellte, für die große Notlage der Hochbahner aufmerksam gemacht, wie handlung erwiesen worden ist und jemals erwiesen werden wird. Dann am 7. Juli der Kampf aufgenommen wurde. Die Mitglieder auch darauf, daß in den kommunalen und Privatbetri e- Charakteristisch wirkt weiter, daß der Arzt weder der Kassiererin be- des Holzarbeiterverbandes erachteten es trotz alledem als ihre Pflicht, ben erheblich höhere Löhne gezahlt werden. Er hat fannt ist, noch ihr oder der Organisation, trok dringenden Ber- solidarisch auch mit den„ radifal" Organisierten zu kämpfen. cm 28. Juli einen Spruch gefällt. langens, befanntgegeben wird. Wie wäre es denn, wenn der be- Der Führer der Bereinigung, Herr Weibel, brachte je Die Handwerker, Angelernten, Arbeiter und treffende Arzt sich selbst bei der Organisation meldete, da es sich in doch die aus den Betrieben herausgezogenen Arbeiter in Nebenungelernten Arbeiter erhalten für August eine Zulage diesem Fall zweifelsfrei um ein Mißverständnis handelt, und der Arzt berufen zu noch viel schlechteren Arbeitsbedingungen unter, damit auf die Stundenlöhne von 8 m., so daß sich ihr Stundenlohn auf selbst ein Interesse daran haben müßte, richt auch in den Berdacht sein inzwischen gefüllter Geldbeutel nicht angegriffen wurde. Er 28,75 bzw. 27,25 und 26,75 m. stellen würde. Bei den Portiers zu kommen, bestellte Arbeit geleistet zu he ea. Bei dem eigentlichen selber nahm seine engeren Schußbefohlenen an sich und ging in und Telephonisten soll die Zulage 6,75 und bei den Arbeiterinnen Fall, der direkt zur Entlassung führte, hat die Firma ja die bestellte einen neu aufgemachten Betrieb und arbeitete dort treu und brav 5,75 m. betragen. Diese würden demnach einen Stundenlohn von Arbeit zugegeben. Eine Firma Wertheim, die selbst unverantwortlich in drei Schichten, damit auch die Kundschaft der bestreiften Firmen 24,70 bzw. 19,20 m. erhalten. Diese Stundenlöhne beziehen sich leichtfertig mit Behauptungen obiger Art umgeht, wagt ihrerseits in auf über 24 Jahre alte Arbeiter und Arbeiterinnen, die jüngeren dem Aushang von„ unverantwortlichen Hezern" zu sprechen, die da nicht gar zu sehr vernachlässigt wird. Restlos standen die Mitglieder Arbeitskräfte des technischen Bersonals sollen zwar die gleiche Zulage drohen, die Angestellten mit Gewalt, unter Berlegung der Gefeßze", des Deutschen Holzarbeiterverbandes bis zum Abbruch des Kampfes im Streit. Sie führten ihren Kampf um die Verbesserung der erhalten, ihre Grundlöhne sind aber niedriger. Jugendlichen in einen Kampf zu jagen. Wir kennen die Weise, wir kennen den Lohn- und Arbeitsbedingungen und ihre Organisation hat ihnen die Arbeiterinnen unter 18 Jahren ist eine Erhöhung des Stundenlohnes Tert Die fürzlich veröffentlichte Resolution der Belegschaft von weitgehendste Unterstüßung garantiert. Ueber den Erfolg haben um 4,75 M. zuerkannt, so daß dieser für August 16,15 Mt. betragen. Wertheim, die die sofortige Wiedereinstellung der gemaßregelten wir bereits am Sonntag berichtet. würde. stehen bleiben. Ein Jubelpaar im Gewerkschaftshaus. Seute, am 1. August, begeht unser Freund und alter Partei genosse Gustav Busse mit seiner Gattin das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Fünfzig Jahre haben beide, die heute noch in feltener Rüftigkeit und geistiger Frische ihrem schweren Tagewerf nachgehen können, Freud und Leid miteinander geteilt; wir Gustav Busse zählt heuer der Lenze 78, seine Gattin 70. wünschen, daß es beiden noch recht lange beschieden sein möge. Gustav Busse ist einer von den vielen, von denen nierichten. Wie der Referent betonte, stehen die Löhne hinter denen in der Raffiererin fordert, und ferner die Aufgabe der Absicht, einen Privatindustrie und den kommunalen Betrieben erheblich weiteren Betriebsrat zu fündigen, wurde mit der sofortigen Rünzurüd. So beträgt z. B. der Stundenlohn für ungelernte digung des letzterwähnten Betriebsrats beantwortet. Also HerausArbeiter in den kommunalen Betrieben 28,65 mt., für Anforderung über Herausforderung! gelernte 29,25 m., für Handwerker 30,90 und für Ar beiterinnen 21,48 m. Aehnlich liege das Verhältnis bei dem Streit auf den westdeutschen Kanälen. Berfehrspersonal. Die Bestimmungen des Manteltarifs sowie die sozialen Zulagen und sonstigen Abmachungen sollen be- personal hat Ende Juni durch seine Organisation Lohnforderungen Das auf den westdeutschen Kanälen beschäftigte SchiffahrtsAm Schluß feines umfangreichen Berichts wies Knobel dargestellt, die bis heute noch nicht geregelt sind, da die Arbeitgeber auf hir, daß das Fahrpersonal besonders schlecht weg- sich weigern, Zugeständnisse zu machen, mit denen das Personal sich mand spricht, die indessen mit seltener Ausdauer und treuer tomm und daß die Larifpolitif der Hochbahn eine einigermaßen zufrieden geben kann. Inzwi.chen sind zum 1. Auguft Pflichterfüllung ihre Arbeit im Dienste der Arbeiterbewegung verSchädigung des tommunalen Betriebes bedeute. Einem den Arbeitgebern neue Lohnforderungen überreicht worden. Ueber Antrage von den Bertretern der freien Gewerkschaften, daß bei der diese Forderungen wird in Dortmund verhandelt werden. Als im Jahre 1901 bas Berliner Gewertschaftshaus Regelung der Tariflöhne nur die vertragschließenden Organisationen Eine am 28. Juli tagende Versammlung hat beschlossen, wenn in feinen Räumen den Gewerkschaften ein neues Heim wurde, ift in Frage kommen sollten, sei von einem Vertreter der gelben die ohnforderung nicht bewilligt wird, in den Gustav Busse der Verwalter der Herberge der Berliner gewerkRichtung widersprochen und dieser darauf vom Schlichtungsausschuß Streit einzutreten. Die Lohnkommission hat entsprechende schaftlich organisierten Arbeiter geworden. Seit 22 Jahren wirft Wollmachten erhalten und ist berechtigt, den Streit im geeigneten abgelehnt worden. In der sehr lebhaften und ausgedehnten Diskussion sprachen Moment au erklären. Als Organisationen fommen in Frage der er an dieser Stätte mit treuer Liebe und bewundernswerter Sorg falt unter tatkräftigster Hilfe feiner Gattin. fich alle Redner scharf gegen das ungenügende Zugeständnis aus. Deutsche Verkehrsbund und der Zentralverband der Heizer und Anobel fam in feinem Schlußwort nochmals auf die Berhand- Maichiniſten. Kommt es in der Kanalschiffahrt zu einem Streif, lung vor dem Schlichtungsausschuß zurück und erklärte, daß die o wird damit die Erzzufuhr auf dem Wasserwege voll Herren Dr. Neumann( vom BBMI.), Lelke( Deutsche Bank), ständig unterbunden, die zurzeit schon unter dem Streit des Direttor Krüger und der Borſizende Landgerichtsrat Dr. Tölt holländischen Schiffahrtspersonals auf dem Rhein die Berantwortung zu tragen hätten, wenn sich aus diesem Schieds- zu leiden hat. Ebenso wird aus dem Industriegebiet die Kohlen zufuhr per Schiff eingestellt werden. Es sind al spruch Komplitationen ergeben sollten. ich were wirtschaftliche Schäden, die durch einen Streit in der Stanalschiffahrt entstehen können. Roch I( Metallarbeiterverband) richtete an die Anwesenden die Aufforderung, es nicht bei den Bravo- Rufen bewenden zu lassen, sondern die Nerven zu behalten, die Disziplin zu wahren und für Aufklärung und Einigkeit in den Kreisen der Kollegenschaft Sorge zu tragen. Man würde sich einem Trugschluß hingeben, wenn man glaubte, die Direktion von ihrer Starrföpfigkeit abbringen zu können. Nur durch volle Einmütigkeit werde es gelingen, die gestellten Forderungen durchzusetzen. Auch Knobel bat dringend, nichts zu tun, was die Kampf front stören tönnte. Zur Aufklärung aller Kollegen sollen sofort Flugblätter hergestellt werden. „ Die Republik und ihre Angestellten." In Nr. 352 des ,, Borwärts" berichteten wir über eine Bersamm. lung der Behördenangestellten unter dieser Ueberschrift und er wähnten dabei die Angabe eines Diskussionsredners ,,, daß der ,, Gedag" den Tarifvertragsentwurf( für die Reichsangestellten) als geeignete Verhandlungsgrundlage erklärt habe." Obwohl er in diesen langen Jahren manchen Merger und Vers bruß mit in den Kauf nehmen mußte, hängt er doch mit findlicher Liebe an seiner ihm lieb gewordenen Tätigkeit. Wir bringen unserm Jubelpaare zu ihrer Goldenen Hochzeit die herzlichste Gratulation bar und wünschen, daß beide ihrem Wirkungstreise noch recht lange erhalten bleiben. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Solzrahmenbranche: Seute, Dienstag, nachmittag 5 Uhr Versammlung in den Andreas- Festfälen, Andreas ftvaße 21. Tagesordnung: Berichterstattung von den Lohnverhandlungen. Boll zähliges Erscheinen aller Rollegen und Kolleginnen wird erwartet. Zentralverband der Angestellten. Heute, Dienstag, abends 7 Uhr, findes im Lehrervereinshaus, Aleranderplah, eine Vollversammlung des Betriebes von A. Wertheim statt, in der die Belegschaft entscheidende Stellung zu den Vorgängen nehmen wird. Deutscher Transportarbeiterverband. Rollfutscher, Speditionsarbeiter ufw.: Mittwoch abend 6% Uhr bei Boeker, Weberstr. 17, Bollversammlung. Tages. ordnung: 1, Bericht der Lohntommiffion über die Berhandlung mit den Spedi teuren. 2. Verschiedenes. Bollzähliges Erscheinen ist dringend notwendig. Sektion I, Handelsgewerbe. Handelshilfsarbeiter und arbeiterinnen aus allen Betrieben des Chemikalien- Großhandels, des mineralöl- und Fette- Großhandels und der Berbandsmittelhersteller: Mittwoch nachmittag 5% Uhr im Dresdener Kasino, Dresdener Str. 76, Bollversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zur Lohnbewegung. Der Gedag" ersucht uns, unter Berufung auf§ 11 des Pre- Mitgliedsbuch legitimiert. gesetzes, zu berichtigen, daß er in der Deffentlichkeit zu diesem Einhellig wurde folgender Resolution der Funktionäre des Hoch- Tarifvertragsentwurf noch feinerlei Stellung genommen hat." Es bahnbetriebes zugestimmt: bleibt also abzuwarten, welche Stellung der„ Gedag" in der Deffentlichkeit einnehmen wird. Metallarbeiter! Die Rückständigkeit der gebotenen Löhne gegenüber denen in städtischen und privaten Betrieben, die ungeheure Teuerung und weitersteigende Geldentwertung zwingen uns, gegen den Schiedsspruch Stellung zu nehmen, um nicht dem Hunger preisgegeben zu werden. Wir wollen auch nicht die Schmugtonfurrenz gegenüber der Straßenbahn, die durch unsere Hungerlöhne möglich ist, unterstüßen. Die Funktionäre empfehlen da- nicht stattgefunden, da der VBMJ. und das Reichsarbeitsministerium her den Belegschaften, bei der Urabstimmung am Dienstag in den Betrieben den Spruch durchweg abzulehnen. Die Bertreter der Organisationen und die Betriebsvertretung werden beauftragt, sofort die nötigen Maßnahmen zur Durchführung der Bewegung in die Wege zu leiten. Rom Deutschen Metallarbeiterberband wird uns geschrieben: Die Nachverhandlungen über die Erhöhung der Julilöhne haben eine Verhandlung ablehnten. Die Lohnverhandlungen über die Tariflöhne für Monat August haben in der ersten Besprechung zwischen den Parteien zu feiner Einigung geführt. Am Dienstag. den 1. August, werden die Verhandlungen endgültig fortgeführt. Glaser. Donnerstag 5 Uhr im Gewerkschaftshaus Mitgliederversammlung. Bericht der Lohntommiffion. Mitgliedsbücher find vorzuzeigen. Die Orts verwaltung. Berantw. für den redatt. Teil: Franz Alühs. Berlin- Lichterfelde; für An. zeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. S. Sierau 1 Beilage. 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