Nr.363 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 175 Bezugspreis: Für den Monat August 90,- 902, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar und Memelgebiet, sowie Defterreich und Luremburg 138,- M., tiir das übrige Ausland 172, M. Vostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland. Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, TschechoSlowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter. haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglia) zweimal, Sonn tags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2 Mark Anzeigenpects: Die einspaltige Nonpareillezette foftet 25,- M. Retiamezcile 125.- 9. leinenzeigen" das fettgedruckte Wort 7, M.( zulässig pei fettge. drudte Worte), jetes weitere Wort 6.- 9. Stellengesuche und Echiat fiellenanzeigen das erite Wort 4,- W., jedes weitere Bort 3.-M. Worte liber 15 Buchkaben zählen flir zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 10.-. Vnzeigen für die pchste Summer müssen bis 42 219 nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin G 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet ern 9 Uhr frith bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 63, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Donnerstag, den 3. August 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Hauptegpedition n. InseratenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Die bayerische Antwort. Der bayerische Gesandte v. Breger hat heute mittag um 12 ihr dem Reichspräsidenten folgende Note der bayerischen Regierung übergeben: Hochverehrter Herr Reichspräsident! Euer Hochwohlgeboren gefälltges Schreiben vom 27. Juli 1922 regt eine Berständigung über die schnelle Beilegung des Streitfaűcs zwischen dem Reiche und Bayern aus Anlaß der gesetzgeberischen Maßnahmen zum Schutze der republikanischen Staatsverfassung an. Zum Wohle unseres deutigen Boltes und Landes wünschen Sie, die Aufhebung der barerischen Berordnung vom 24. Juli 1922 auf Grund des Artikels 48 jah 4 Gaz 2 der Reichsverfassung vermieden zu sehen. Für diese aus floatsmännischen Erwägungen entspringende Auffassung weiß Ihnen die bayerische Regierung aufriiigen Dant; denn auch sie erblickt in der Ausschaltung des 3wanges die einzige Möglichkeit, den Streitfall ohne Schaden für das deutsche Baterland zu schlichten. Wenn des Schreiben vom 27. Juli 1922 den Standpunkt vertritt, daß die bayerische Berordnung der verfassungsmäßigen Grundlage entbehre, fo vermag ich dem nicht beizupfichten. Ich muß mir an dieser Stelle verfassungsrechtliche Ausführungen versagen, um so mehr, als eine bloß formal- rechtliche Entscheidung feine Lösung einer Frage bringen tönnte, deren wesentliche Bedeutung auf politischem Gebiete Tiegt. Die Verordnung ist eine Abwehrmaßnahme, zu der die bayerische Regierung als die verantwortliche Hüterin der verfassungsmäßigen Ordnung innerhalb ihres Gebietes durch die flare Erfenntnis eines staatlichen Notstandes gezwungen worden ist. Der Reichspräsident wird im Einverständnis mit dem Reichskanzler den bayerischen Ministerpräsidenten bitten, baldmöglichst zu persönlichen Beratungen nach Berlin zu Commen. Die Lage in München. = nicht möglich ist, geschaffen werden, wenn die in Bayern r Wie aber soll das Bertrauen, ohne das eine Verständigung gierende Bartei in diesem Augenblick die Deutschnationale Bartei in die Regierung aufnimmt? Kann eine Rückkehr zum Kahr Pöhner- System eine Wiederannäherung brin= gen, oder bedeutet eine solche Rückkehr nicht vielmehr bewußte schärfsten Konflitt? Soll es soweit fommen, daß man eines Herausforderung, bewußtes Hineintreiben in den allerTages sagen kann, Frankreich und Bayern seien gleichzeitig zum Angriff auf das Deutsche Reich übergegangen? München, 3. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Der Inhalt der bayerischen Note an den Reichspräsidenten wird heute schon von der Münchener Preffe lebhaft kommentiert. Selbstverständlich sprechen die bürgerlichen Blätter dem Bauernbund, welcher die Umbildung der Regierung Lerchenfeld nach rechts ermöglichte, ihre volle AnEs gibt, wenn überhaupt, in Bayern sicher sehr wenige eriennung aus. Baterländische Gründe" seien für den Bauern Menschen, die innerlich dazu bereit wären, mit Frankreich zur bund maßgebend gewesen. Man sollte diese vaterländischen Gründe Zerstörung des Deutschen Reichs gemeinsame Arbeit zu leisten. des Bauernbundes nicht allzu hoch einschägen. Zu anderen Zeiten nicht sie sind die Gefahr, die Gefahr ist jene unerlaubte wäre der gleiche Bauernbund bereit, in eine Räteregierung einzu- urzsichtigkeit, die nicht zu erkennen vermag, wessent treten, wenn ihm das Landwirtschaftsministerium verbleibt und ein Geschäfte durch die Verschärfung des innerdeutschen Konflikts genügend hoher Preis für die landwirtschaftlichen Produkte ge- bis zum äußersten besorgt werden. Die bayerischen Partifichert wird. Man hofft, daß bis Ende dieser Weche die Regierungs- fularisten sind zum Teil nicht nur Gegner des gegenwärtig umbildung vollzogen wird. Daß die Entwicklung der letzten Tage in Frankreich herrschenden Kurjes, wie wir es find, sondern eine Beilegung des Konfliftes mit dem Reiche nähergebracht habe, sogar ausgesprochene Franzosenfreffer. Aber diese Franzosendas getrauen sich selbst die deutschnationalen Blätter nicht zu sagen. frejser handeln so, daß niemand an ihrem Borgehen Freude Man hält wieter tert, wo man am Anfang des Konfliktes ge- haben fann ois Herr Poincaré. standen ist. Diese Zusammenhänge werden außerhalb Bayerns flar erkannt. Es ist notwendig, daß man fid auch in Bayern ihrer bewußt wird. Die größte Verwunderung erregt die Tatsache, daß Graf nalen an seinen Boften fo gäbe festhält. Die„ Süddeutsche demoLerchenfeld trotz seiner früheren Gegnerfchest zu den DeutschnatioDie Bayerische Staatszeitung" hat es an dem Tag, an fratische Korrespondenz" fahreibt, daß es unverständlich sei, daß der dem Poincaré seine Drohnote an die deutsche Reichsregierung feibe Mann, der nicht nur von der deutschnationalen Bresse, sondern schickte, fertig gebracht, denjenigen overrat an Bayern auch von deutschnationalen Parlementariern in schamloser Weise porzuwerfen, die als bayerische Staatsbürger um die Erhaiverunglimpft morden sei, auf seinen Besten aushalte. Genosse Cr- tung der Reichseinheit besorgt und daher Gegner des gegenhard Auer nimmt in der Münchener Post" unter dem Titel Ber- wärtig in Bayern herrschenden Kurses find. Wir wollen den hindert die Reichszerstörung" das Wort und mahnt das vernünftige Spieß nicht umdrehen, obwohl die Bersuchung bazu nahe Bürgertum, in den kommenden schweren Tagen, die unter Umständen genug liegt. Aber Berständnis möchten wir is Bayern für den offenen Ronflitt mit dem Reich bringen fönnten, den Gedanken wecken, daß es tatsächlich an Hochvirret am treu zum Reich zu stehen. Reiche grenzt, wenn man jetzt in Bayern nur noch an Bayern und fein Berhältnis zum Reich, nicht an das Reich und seine bedrohte äußere Lage denkt, daß man den Kampf um bayerische Hoheitsrechte" zum äußersten treiben mill, während dem letzten Nest deutscher Hoheitsrechte von Frankreich her der schwerste Stoß droht. Bayern und Frankreich. In der Tat find trotz ihrer Borstellungen und Warnungen wich tige bundesstaatliche Hoheitsrechte durch die neuen Geseze beeinträchtigt worden. Diese Notlage ergibt sich aber auch aus der tiefgehenden Erregung weitefter, von treuer deutscher Gesinnung er füllter Kreise des bayerischen Boltes über den Vollzug dieses Gefches, eine Erregung, die fortgefekt in zahlreichen Kundgebungen von Angehörigen aller Schichten und aus allen bayerischen Gebieten in Süd und Nord wie aus der Pfalz Ausdruck findet. Sollte die Verordnung, sei es schlechthin beseitigt, sei es durch eine unbefriedigende, den Reim neuer Berwidlungen bergende Regelung er- In einem Augenblick stärtster außenpolitischer Spannung fcht werden, so würde in ganz Bayern ein Zustand der Beunruhi- wird die Einigkeit des Reiches in bedrohlicher Weise durch gung cintreten, für den die bayerische Regierung auch vom Stand- den Handel mit Bayern gestört. Der Streit zwischen punkte des Reichswohles die Berantwortung nicht übernehmen dem Reich und seinem zweitgrößten Bundesstaat, war faum fönnte. Vielmehr erfordert es der Ernst diefer Lage, vom Stand- in ein fritisches Stadium gerüdt, als sich auch schon der punkt der politischen Betrachtung, daß eine Rechtslage geschaffen französische Imperialismus zu einem neuen liner" Regierung liegt, das bayerische Bolf in seinen Empjinwird, die auch unseren Stcatsnotwendigkeiten entspricht. Hierzu die Hand zu bieten, ist die banerische Regierung jederzeit bereit; fie hat den dringenden Wunsch, über die Beilegung des jetzigen Falles hinaus die Wurzel fünftiger Ronflitte zu beseitigen und damit den Beziehungen zwischen Reich und Ländern dauernd zu dienen. Die Stimmung des banerischen Boltes Borstoß gegen Deutschland anschickte. Wir haben auf den inneren Bufammenhang diefer beiden Ereignisse bereits hingewiesen, der sicherlich nicht vom bayerischen Bolt, aber ebenso gewiß von Poincaré gewollt ist. Grafen Lerchenfeld, der hier ausdrüdlich gebilligt worden ist, Der Brief des Reichspräsidenten an den zeigt deutlich genug, wie wenig es in der Abficht der„ BerDungen zu kränken. Kein Bolitiker, der es mit feiner Berantwortung ernst nimmt, rät hier au Taten übereilter Size griff geht von Bayern aus, und bedauerliche Vorzeichen oder treibt in irgendwelcher Weise Scharfmacherei Der Anbestehen dafür, daß dort die Absicht besteht, ihn fortzusehen. Ist aber das der Fall, dann wird das Reich gezwungen fein, feine Berteidigung aufzunehmen, dann fämpft es wird vor Bolt und Geschichte die Schuld derer sein, die ihn einen Verzweiflungstampf um seine Eristenz, und riesengroß entfesselt haben! Bayern ist indes seiner Verantwortlichkeit dem Reiche gegenüber nicht dadurch enthoben, daß es bezüglich des franmird hauptsächlich von der Besorgnis geleitet, die Weimarer Ber- ihm yerlangen, daß es aus der außenpolitischen zösischen Vorgehens seine Hände rein weiß. Man muß von fajfung fönnte so ausgelegt werden, als ermögliche sie die schrittweise Lage seine Konsequenzen zieht, wenn es nicht dem Beseitigung der Hoheitsrechte, ja der Staatlichkeit der Länder. Sie haben, fehr verehrter Herr Reichspräsident, sowohl bei Ihrem ganzen deutschen Volke gegenüber die schwerste Schuld auf sich laden will. Für die weitere Entwicklung der Dinge wird die bayeletzten Aufenthalt in München wie auch in Ihrem Schreiben den rische Note, die heute der Reichsregierung überreicht Entschluß, die Staatlichkeit der Länder zu schützen, flar ausgeerschärfung der Gegenfäge als eine Milderung ge- Gedanke der Reichseinheit wird in Bayern von einem starten Leider haben die Vorgänge des gestrigen Lages eher eine werden ist, schwerlich die letzte Entscheidung bringen. Der sprochen. Das bayerische Bolt erkennt dies mit Befriedigung an und vertraut, daß sich mit Ihrer tatkräftigen Hilfe ein Weg finden bracht. Die angekündigte Koalition der Bayerischen Volks- Teil der Bevölkerung fräftig vertreten, und wir sind stolz und vertraut, daß sich mit Ihrer tatkräftigen Hilfe ein Weg finden partei mit der sog. Mittelpartei, den vereinigten Boltspartei- darauf, daß unsere bayerischen Genossen, die möge um eine entsprechende Sicherheit für die Zukunft zu erhalten, lern und Deutschnationalen ist ein verhängnisvoller Schritt. dafür von der Bayerischen Staatszeitung" als Hochund zwar durch Vorschriften, die eine dauernde, Bürgschaft Die Bolksparteiler der Pfalz haben ihren Austritt aus der verräter an Bayern" beschimpft werden, feine dafür bieten, daß Hoheitsrechte der Länder nicht ohne deren Zustimmung beseitigt oder eingeschränkt werden können. Sor= Mittelpartei erklärt, weil sie ihr Verbleiben in diesem Partei- kämpfer sind. Hoffentlich werden die nächsten Tage in noch verband mit ihrer Reichstreue nicht vereinbaren fonnten. weiteren Kreisen der bayerischen Bevölkerung des Berständnis Die Volksparteiler der Pfalz leben unter der französischen Be- dafür wecken, was für das Reich und damit auch für Bayern fehung, sie stehen unter dem Eindruck der französischen Losgerade die Not der Gegenwart und des staatlichen Lebens gebiete flareren Einblick in die außenpolitischen Zusammenhänge und heit nicht verzichten kann, und sie werden von denen abZum Schluß darf ich der Ueberzeugung Ausdruck verleihen, daß reißungsbestrebungen im Westen, und sie haben daher einen jetzt auf dem Spiel steht. Sie werden dann begreifen, daß das Reich auf die Wiederherstellung der gestörten Rechtsein= risch dazu führen sollten, das ganze deutsche Volf in seinen einzel- die dem Reich drohenden Gefahren als die Kirchturmpolififer rüden, die als freiwillige oder unfreiwillige elfer der staatlichen Gruppen und aus eigener Gesinnung heraus zu freudiger der Bayerischen Volkspartei und des Bauernbundes, die eben französisch- imperialistischen Portif DeutschMitarbeit an den Aufgaben des Staates heranzuziehen. Regierung jezt bereit sind, sich mit der Mittelpartei", in Wirklichkeit land an innerem Haber zugrunde gehen lassen wollen. und Bolk in Bayern sind auch ihrerseits ernstlich gewillt, einer Bartei der extremsten Reaktion, zu foalieren. das Deutsche Reich vor Erschütterungen zu bewahren, die zu ver- Eine Verständigung mit Bayern wäre erleichtert, wenn meiden gerade in dieser Zeit außenpolitischer Spannung gemein- im übrigen Reich das Vertrauen herrschte, daß die bayerische In der Pfalz errichten die Franzosen ein gewaltiges Munitionssame Pflicht ist. Regierung das reichszerstörende Treiben der lager mit über 200 Lagerbauten, Difizierhaus, Staferne und Industries Mit der Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochschätzung äußersten Rechten wenigstens mit der gleichen Energie befesten Gebiet ausgewiesen wurden Architekt Jakob Loohmann in aleis auf fruchtbarstem Boden der Gemeinde Ramstein. Aus dem bekämpfen würde wie irgendeine andere Landesregierung. Koblenz, weil er alldeutschen Verbindungen angehören soll, Kriminal Thr sehr ergebener Die deutsche Republik hat doch wahrhaftig nicht aus Bosheit fommissar Bergen, seine Frau und Polizeiinspektor Schmidt in oder aus prinzipieller Steckenpferbreiterei gegen Bayern etwas Düsseldorf. unternommen, sie gönnt jedem Land jedes Hoheitsrecht", das Not der bayerischen Preffe. ie vor längerer Zeit die mit dem notwendigen Schutz des gesamten Staatswesens ver- München- Augsburger Abendzeitung" mußte nun auch der Baye Wie der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" erfährt, einbar ist. Aber sie muß auch die Kraft haben, sich gegen Berrife Kurier" in München, eins der führenden Organe der hat unmittelbar nach Ueberreichung dieser Note eine Konferenz schwörungen und blutige Anschläge zu schüßen, sonst geht sie Bayerischen Volkspartei, von heute ab zur einmaligen ErDes Reichspräsidenten mit dem Reichstanzler stattgefunden. I rettungslos zugrunde und das deutsche Boil mit ihr. scheinungsweise übergehen. bin ich gez.: Hugo Graf Lerchenfeld. Minna Cauer gestorben. scheinlich vergessen, daß auch das Deutsche Reich immer noch aus rund zwanzig Einzelstaaten besteht und daß niemand energischer für die Aufrechterhaltung der Hoheitsrechte" dieser Einzelstaaten cintritt, als unfere Deutschmonarchisten. Dieser Widerspruch ist allerdings daraus leicht zu erklären, daß der verantwortliche Redakteur für„ bas Lalglicht aus dem Osten" selbst ein Mann aus dem Often ist, nämlich der aus einer ruffifchen Broving stammenbe Otto v. Schilling. haben, ohne die keine gesunde menschliche Gemeinschaft bestehen fann. Wie zerstörend die sezialdemokratischen Lehren auf die fit Jm 82. Lebensjahre ist die bekannte Führerin der Frauen- lichen Begriffe nairer Menschen wirken, trat mir drastisch vor bewegung, Frou Minna Cauer, in der Nacht zum Donnerstag Augen, als mir vor etwa 25 Jahren mal ein einfacher Mann, der gestorben. Mit ihr ist eine der interessantesten Frauenerscheinungen das foglaltemofcalifde Gift in fi eingefogen hatte, seine Berwun des deutschen Geisteslebens dahingegangen. Sie hat die moderne derung darüber aussprad), daß seine Kinder in der Schule noch Frauenbewegung in vielseitigfter Weise beeinflußt, ja, fie in ge- ebenso ben Ratechismus mit den 10 Geboten lernen müßten wissem Grade erst neu gesojaffen. Als Tochter eines evangelischen wie er in seiner Kindheit. Er meinte, biefe alten Anschauungen seien Pfarrers hatte sie ihre Kindheit in einem fleinen Landstädtchen in dech wohl überlebt und paßten nicht mehr in die moderne" Zeit. der Mart verlebt. Früh verwitwet, machte sie das Lehrerinnens In der Tat steht die Sozialdemokratie im Gegensah zu allen Ein republikanisches Studentenfartell. eramen und ging als Erzieherin nach Paris, das bamals unter zehn Geboten. Ihr gotteslästerlicher Hohn, den sie bei allen Der in Jena abgehaltene Rongreß der republikanis Napoleon den Mittelpunkt der Welt spielte. Nach Deutschland Gelegenheiten laut werden läst, ist die traffefie Berleugnung ber zurüdgelehrt, wurde sie die Gattin des Gymnasialdirektors Eduard crften beiden Gebote.... Was ihre Berachtung des vierten Gebotes fchen Studenten Deutschiands hat am 1. Auguft zur Gründung Cauer, der als Geschichtsforscher einen Namen hat. Sn Berlin, wohin für Früchte zeitigt, hat sich an dem obenerwähnten Manne gezeigt, bes Rartells der deutschen republikanischen Studentenschaft" geführt. sie mit ihrem Gatten übersiedelte, wurde sie Ende der achtziger Jahre der mir 12 Jahre später einmal unter schwer verhaltenen Tränen Das Rartell dient dem Schuß und sozialen Ausbau der demofratischen in die Frauenbewegung gezogen, der sie bis in ihre lehten Lebens- flagte, daß er nicht mehr herr in seiner eigenen Boh- Republil und führt auf den Hochschulen ben Rampf gegen die Rejahre ihre ganze Kraft gewidmet hat. Obschon aus bürgerlich nung fei und fein erwachsener Sohn sich sogar soon aftion und den Geist der Bölferverhetzung und militaristisen Geliberalen Kreifen stammend, hatte sie doch stets ein großes und einmal tätlich an ihm vergriffen habe. Als ich ihm weltpolitif. Es besteht aus den republikanischen Studentenblods tiefes Berständnis für die Bestrebungen der Sozialdemokratie. Mit fagte, das sei die Folge davon, daß seine Kinder ihren Kategismus reichsdeutscher und beutschösterreichischer Hochschulen und studentischen August Bebel, dessen Buch über die Frau und der Sozialis- vergeffen hätten, meinte er refigniert: Ja, es wächst eine ganz Reichsverbänden mit entsprechenden Zielen. Das Reichsfartell wird mus" ihr manche Anregung gegeben hatte, stand sie in freundschaft- gottiofe und pflichtvergessene Jugend heran."... von einem Siebenerausschuß geleitet; Sitz der Zentrale ist München. lichster Beziehung. In Erinnerung ist noch ihre tiefempfundene Die Sozialdemokratie hat, seit sie während des Krieges Gedenfrede auf diefen großen sozialistischen Bortämpfer der Frauen zu ihrem Lande stand, und nach dem Kriege, als sie durch rechts. Minna Cauer hatte zwar sehr viel Interesse und ein großes feftes 3ugreifen das zusammengebrochene Deutschland vor dem Die Freiheit" zitiert aus dem Freien Arbeiter" Briefe, die Maß von Arbeit den sozialen Seiten der Frauenbewegung ge- Chaos bewahrte, die mannigfachsten Angriffe und Vorwürfe widmet, aber ihre Hauptarbeit hatte sich boch ber politischen ertragen müssen. Die Art aber, wie der Reichsbote" sie verder wegen Mitschulb am Rathenau- Mord" verhaftete deutschnatio Seite zugewandt. Wie sie denn auch im Berein für Frauenstimm- nichtet, ist von einer jo grandiosen geistigen Höhe, daß dagegen nale Student Günther für den Deutschnationalen Studentenrecht den Boden bereiten half für die Erringung der politischen die Leistungen selbst des seligen Reichsverbandes gegen die dienst"( mit dem Brieftopf der Deutschen Tageszeitung") geschrieben Gleichberechtigung der Geschlechter, die erst die Revolution bringen Sozialdemokratie" einfach verblassen. Zerfnirscht müssen wir haite. Man fann aus ihnen entnehmen, daß die Stoßtrupps" zur fonnte. Auch wir Sozialdemokraten haben Anlaß, der mutigen befennen, daß alle Arbeit der Partei in ihren Organisationen, Bersammlungssprengung im Einvernehmen mit der Geschäftsleitung Vorfämpferin des Frauenrechts ehrend zu gedenken.. in Barlament und Regierung vergeblich sein wird, weil sie der Deutschnationalen Partei gebildet worden sind. Aus dem den Programm Des beigefügten den Katechismus vergessen hat! Wahrscheinlich ist diese unsere Briefen Deutschnationalen Unterlassungsfünde auch Schuld an dem Ausbruch des Welt- Studentendienfies intereffieren die Allgemeinheit gewiß dicse frieges, an dem Tode von Millionen und schließlich am Steigen Punkte besonders: des Dollar! Den legten Punkt hat der Steinzeitpriester im Reichsboten" noch nicht berührt. Wir dürfen erwarten, daß er das baldigst nachholt. 1 Dollar mittags 860 Mark! " 1 Das Talglicht aus dem Osten. Die Entwertung der Mark macht weiter bedeutende Fortschritte. Gestern war an der New Yorker Börse der Schlußfurs 100 m.= 0,11% Dollar, was einer Dollarparität von 851 entspricht. Im heutigen Berliner Bormittagsverkehr trat in Anbetracht der hohen Kurse zunächst Angebot hervor, das den Dollar bis auf 810 drückte. An der Börse setzte jedoch eine neue starke Hauffe ein; der Dollar schwankie zwischen 840 Unter dieser geschmackvollen Ueberschrift leiftet sich die Deutsche und 880. Um die Mittagsstunde wurde er mit 860 gehandelt. Beitung" folgende politische Dummheit. Sie bespricht eine angeblich Die Umfäße sind nach wie vor verhältnismäßig gering.cmtliche Sarte der russischen Sowjetre publif und versichert, An den Effektenmärtten verhält sich die Spekulation dieser herrliche Staat" zerfalle in nicht weniger als 27 felb. ebenfalls sehr reserviert. Da aber gleichzeitig das Publikum ständige Einzelstaaten. Dann geht es los: teine Effekten verlauft, genügt eine geringe Nachfrage, um Die ehrfurchtgebietenden Bölterschaften, die sich hier zu die Kurse wieder in die Höhe zu treiben. fammengefunden haben, heißen nach der Karte: Karelen, Syrjänen, Wotjaten, Maryster, Tschuwaschen, Tataren, Baschtiren, Kirgisen, Kalmüden, Grusier, Abehafen, Tscherkessen, Kabardiner, Dage staner, Uferbeidschaner, Armenier und Jafuien. Die Karte zählt noch andere Wölfer auf, die dazu gehören sollen, es tatsächlich aber nicht tun, verfchweigt jedoch aus unbekannten Gründen das verdienstvolle Bolk der Juden. Politik aus der Steinzeit. Zu den amüsantesten Gewächsen auf dem deutschen Beitungsader gehört der Reichsbote", ein pictistisches Organ, das in den orthodogen ländlichen Pfarrhäusern genossen zu werben pflegt. Es unterrichtet seine Abonnenten über die hohe Politik vom Standpunkte eines Menschen aus, der in der Steinzeit gelebt hat und sich daher in der hastenden Gegenmart nicht zurechtfindet. Neuerdings beschäftigt sich dies Blatt der Landpastoren und ältlicher Diakonissen mit der sozialdemokratischen Minderwertigteit". Wir geben unseren Lefern zu ihrer Freude eine Kostprobe aus dem evangelisch- muckerischen Gebräu: Die Sozialdemokratie ist eine Best für jedes gefunde Beltsleben, meil sie das Empfinden für wahre Sittlichkeit, Ehre, Recht und Tugend abstumpft und schließlich ganz abtötet. Sie ist eine Art Jefuitentum des Atheismus. Deshalb findet sie sich auch praktisch bis zu einem gewiffen Grabe mit den Vertretern jesuitischer Morai ein gut Stüd Weges so trefflich zusammen. Aber es fommt noch besser: Was die Sozialdemokratie unter Freiheit versteht, ist nichts weiter als die Lockerung aller sittlichen Bande, die in göttlichen und menschlichen Tugendgeboten gegeben sind. Darum steht sie auch mit dem Katechismus auf Kriegsfuß und untergräbt die Achtung vor den zehn Geboten, die seit Jahrtausenden die Grundlage für rechtschaffenes staatsbürgerliches Leben gelegt Die Enttäuschung. Bon Hans Bauer. Stäheres wußte man zwar nicht, aber es galt als ausgemacht, daß die beiden jungen Herren mindestens sehr geheimnisvolle Per fonen wären. Fest stand auch, daß sie schon über vier Wochen auf dem Schlosse wohnten und daß der Graf sie nur sich zeigen ließ, wenn ein fo exquisiter und feudaler Kreis wie heute eingeladen war. Deutschvölkische Arbeit. 21 1. Wahlpropaganda. Hierin find einbegriffen: Sprengfrupps Befür gegnerische Bacjammlungen, Soustrupps für eigene. schaffung von Flugblättern und Plakaten für die Wahlen. 4. Einrichtung eines befonderen Spihelbienfics für politische Aufklärungs- und Crmittelungsverfahren. Hierbei arbeiten wir Hand in hand mit der politischen Ariminalpolizei durch Vermiltfung des Grajen Reventlow. Ein Fall, bei dessen Aufklärung wir zurzeit sind, wird demnächst die Presse beschäftigen. Leider verschlingt diese Epißelorganisation durch Reisen, Bestechungs. gelber usw. erhebliche Summer. Man wird auf das Dementi des Grafen Reventlom nicht erst warten brauchen. Aber wichtig ist, zu erfahren, ob wirklich diese Herrschaften mit der politischen Kriminalpolizei zusammenarbeiteten, um linksradikale Anschläge aufzuklären". Waffenfunde in Hannover. In den Ortschaften Heefsel und Wennepostel in Hannover find bei zwei Landwirten umfangreiche Waffenlager gefunden und be Senn jetzt die Wotjaten, Tschuwaschen und Jakuten noch schlagnahmt worden. Es handelt sich im ganzen um etwa 50 Inden Gebrauch des Taschenbuches erlernt und die Kenntnis des fanteriegewehre und mehrere Maschinengewehre mit Lefens und Schreibens erworben haben werden, dann wird wohl auch für Deutschland die Baschliren- Stunde geschlagen haben. Erfahteilen, die angeblich vor Jahren vom Generalfommando zur O Schnaps, Taiglicht und du unbezwingliche Laus! Bildung und Ausrüstung von Einwohnerwehren geliefert worden anwaltschaft erstattet worden. fein sollen. Gegen die beiden Landwirte ist Anzeige bei der StaatsDas reichstecue Nürnberg. Der Stadtrat hat beschlossen, da man man wissen, daß die Anhänger der„ Deutschen Zeitung" ihre ganze Um diese bedenlos geistreiche Bemerkung voll zu würdigen, muß Bolitik eingestellt haben auf ein Bündnis mit Rußland gegen den Besten. 3war nicht mit Sowjettusland, aber doch schließlich nicht mehr warten fünne, bis von der jetzigen bayerischen Staats. mit den Völkern, die auf russischem Boden wohnen. Diese Bölfer regierung eine bezügliche Anordnung für alle bayerischen Gemeinden werden nun in einer so unverfrorenen Art verhöhnt und be- getroffen werde, bie Gemeindebeamtenordnung der Stadt Nürnberg schimpft, wie es seit jeher Mode bei den Elitedeutschen gewesen ist, an deren Wesen die Welt genesen" sollte. Diese Art, überlegen und höhnisch über alle anderen Bölferschaften abzuurteilen, hat dem deutschen Wolfe in seiner Gesamtheit so erbitterte Gegnerschaft in allen Teilen der Welt geschaffen, wie wir sie während des Krieges Schmerzvoll zu fühlen befamen. Die Audeutschen sind auch jetzt am Werte, um die Sünden des wilhelminischen Zeitalters zu wieder holen. auf Grund des Reichsgefches für die Pflichten der Beanien zum Schuge der Republik einer Durchsicht zu unterziehen und die diesbezüglichen Bestimmungen des Reichsgefeßzes mit au zunehmen. Der Bollzug des Gesetzes foll sofort in Angriff genom men werden. Bayerischer Richlerschwur. In der Münchener Post" lesen wir folgende fleine Geschichte: Am Grabe des Borfizenden des Baye rischen Richtervereins hat fürzlich der Präsident des bayerischen Besonders geistreich ist der Hinweis des alldeutschen Blattes Obersten Landesgerichts auf dem Münchener Waldfriedhof des feierliche Gelöbnis abgelegt:„ Nie und nimmermehr werden die darauf, daß die russische Sowjetrepublit aus 27 selbständigen bayerischen Richter ein Gesez anwenden, das sich einseitig gegen eine Einzelstaaten bestehe. Man hat in der Deutschen Zeitung" bestimmte Bartei richtet." Meint der Mann die bayerischen Kome bei der Begeisterung für Schnaps, Talglicht und Läuse" augen-| munistenverfolgungen? ... L Sprittwiß war baff: Aber Graf! Ja, haben Sie denn ernstlich| Als Erstlingsvorstellung hatte man eine Dramatisierung von geglaubt Haben Sie nicht gewußt, men Sie vor sich hatten? des alten Didens einft viel gelesenen und vielgeliebten„ eimHaben Sie nicht freudig. nicht freudig fogar Mördern Asyl chen am Herd" gewählt. Eine Dramatisierung, die, wie auch der des Ruffifchen Untundige merfte, literarisch um fein Haar besser. gewährt?" mar als es bei solchen Ausschlachtungen erfolgreicher Novellen und ,, Aber das haben sie mir ja nur vorgelogen. Es waren wirklich Romane sonst der Brauch ist. Es schien Borstadttheaterarbeit, die einfache Roofmichs, die mich mit falschen Angaben über ihre Person fich selbst um die äußeren technischen Bedingungen der bühnenbetrogen hatten, die feiner republikanischen Fliege ein Haar gemäßigen Wirkung nicht viel fümmert. So vortrefflich die Künstler trümmt hatten." " Harmlose Koofmichs!" hauchte Sprittwiz. Nicht die Mörder? - Solche Lumpen!" fich auch auf stummes Spiel verstanden, gab es da Szenen, in denen fie derartig lange zuzuhören hatten, daß sie geradewegs zu unbewegter Bassivität verurteilt waren. Die tief liebenswürdig verflärende Güte des großen, in dieser Stizze rein idyllisch optimistisch eingestellten Romanciers, rückte in der vergröbernden Wiedergabe der Bearbeitung nahe an den Typus rührfeliger Familienftüde aus Großvaters Beit. Aber bei allen Trivialitäten blieb doch genügend freier Spielraum, in dem die wunderbare Runit intimer Auch diesem gegenüber bewahrten die Herren aber eine große Reserve, die von einigen Gäften sogar als Beleidigung aufgefaßt wurde, da sie in ihr eine Herabfeßung des Wertes ihrer Gesinnung Eine bedeutsame Rede des Rettors Walter Neraft. Die Bersahen, die durch diese Reserve als nicht absolut zuverlässig verdächtigt finer Universität beging heute mittag das Gedächtnis ihres Stifters wurde. Zum Trozze schlug der kleine von Sprittwiß nach einem Friedrich Wilheims III. mit einer Feier, die durch eine Rede des Individualisierung, die dem Mostauer Künstlertheater zu seinem Träftigen Schlud Rognat dem einen der Herren auf die Schulter, Rektors Walter Nernst ihr besonderes Gepräge erhielt. Weitrufe verholfen, sich entfalten fonnie. Der treuherzige Kutscher zwinferte mit den Augen und fragte mit breitem Feigen: Haben Nie wird, so betonte Nernst einleitend, in weiteren Streifen des des Herrn Ditis war schlechthin eine Meisterleistung. Daß der Sie schon in der Zeitung gelesen: bie... die„ Mörder" nennense preußischen Boltes die Erinnerung an den Großen Kurfürsten, mächtige blond haarige Gefelle mit der empfindsam weichen Kindergloobig egal, also die Mörder von dem Judenminister da, die sollen Friedrich Wilhelm I., Friedrich II und Kaiser Wilhelm I. eriöschen. feele, der glücftrahlend an seinem jungen, tüchtigen und so viel gar nich mehr in Deutschland sein!" Der Angezwinterte zog die Aber ebensowenig dürfe verschwiegen werden, daß nach den aufgewekteren Frauchen hängt, ausgesprochen russisches Kolarit Nasenflügel zusammen, schob die Augenbrauen hoch, lächelte und Novembertagen manches besser geworden ist, als viele Bürger das hatte, war ganz gewiß fein Schaden. Durch die Berpflanzung auf Nafenflügel zufammen, schob die Augenbrauen hoch, lächelte und mals sich vorstellten: insbesondere die Fortentmidlung der bem heimischen Boden verstärkte sich, worauf es in letter Linie wollte eben darauf erwibern, als der Graf dazu kam, sich leise bei wiffenfchaftspflege. Den ersten Teil seiner Rede widmete einzig anfemmt, der Eindruck bodenständiger Natürlichkeit. In jedem Sprittwißen einhängte und ihn, ehe er noch eine Antwort hatte, in Nernst dem Gedächtnis Rathenaus. Denn, so sagte er, die Bug das Bild vollkommener, organischer Einheit bietend, wuchs die das Spielzimmer entführte. Universität darf nicht schweigen, wenn sie ben innersten Kern ihrer Gestalt heran und erweckte in ihrer rührenden inbeholfenheit zu Durch solche Vorgänge wurde die Vermutung aber nur um so Bestrebungen bedroht sieht, wenn euchelmorb eingreift, mo gleich die wärmsten Sympathien. So wenig die Bühnenfabel übermehr befestigt, daß es bei den beiden etwas zu verbergen galt. Kämpfe mit den zwar scharfen, aber ritterlichen Waffen des Geistes zeugt, die den braven Burschen dann plöglich an der Treus seiner Und es war offenbar, daß es sich um große Dinge handelte. Russische Und es war offenbar, daß es sich um große Dinge handelte. Russische ausgefochten werden. Alle mildernden Umstände entfallen, wenn Liebsten irre werden läßt, jo menschlich wahr erschien im Spiel die Zarenoffiziere, wurde zuerst gemunkelt, die Verbindung mit deut- reinpolitische Meinungsverschiebenheiten auf dem Wege heimtüdi- ueberwindung des jäh aufwallenden eifersüchtigen Haffes und der schen Ueberfalls erledigt werden sollen. fchen gefinnungsähnlichen Zirkeln suchen. Aber schnell wurde diese dentenschaft, die diesen Tag beging, richtete Nernst die Mah- endlich selber merit, wie unnük feine Sorge. Das Frauchen der Und an die Stu ungeschlacht elementare Jubelousbruch, als der Schwerfällige dann Ansicht verworfen. Unsinn: 2o sei denn das Erotische an denen! nung: Aufgabe der wissenschaftlichen Erziehung ist es, nicht nur zum Duraffowa hielt sich auf gleicher Sjöhe, wenn man auch die Dann hieß es, die beiden gehörten einem Verschwörerkonventitel logischen Denten, fondern auch zum freimütigen Bekenntnis und Borte nicht verstand, folgte man mit dem lebendigsten Interesse an, jenem, aus dem die Mörder des Ministers entstammten Und zum offenen Eintreten dafür heranzubilden, was es für wahr und dem weidyen unaufhörlich wechielvollen Minenspiel jeder Bedann ging man noch einen Schritt weiter. Dies alles freilich nur, richtig erachtet. Er charakterisierte Rathenau als den Patrioten, der wegung der seltsam beredten Hände und Finger. Auch fie mehr wenn der Gastgeber gerade nicht dabei war. Dieser sagte, wenn im Dienste des Baterlandes wirkte und als Belitiker wie selten einer ruffisch. Die Versöhnung der beiden schließt stilgerecht mit einem auch mit spisem Lächeln, über die beiden nichts anderes, als was sie die Hilfsmittel der Wissenschaft sich zu Dienste zu machen bemühte. ruffischen Tanz. Stark eindrucksvoll war auch die Darstellung der felbft augenzwinkernd sagten: daß sie ftellungslose Kaufleute wären, und er fuhr fort: Unser Zeitalter wird kaum einen zweiten Mann blinden Freundin in der Szene, wo dieselbe, im Stuble figend, bleich, felbft augenzwinkernd fagten: daß fie ftellungslose Kaufleute wären, neben Rathenau zu nennen wissen, der die Kultur feiner Beit so mit unermüdlich tätigen Händen an der Arbeit befield. ftill zärtdie durch die Bermittlung des Gefangvereins Liederkranz zu sommer vielseitig und dabei so gründlich aufgenommen het. Der Gelehrte fich mit dem Bater spricht.( Fri. Re walshaja.) 2ehnlich wie die licher Landarbeit an den als edelmütig bekannten Grafen gewiesen schios seinen Nachruf mit dem Sage:" Nicht rohe Gewalt, nicht die Mostauer bei ihrer berühmten Ausführung der Brüder KaramaMacht des Reichtums, nur des Geistes Zepter währen ewig." jow" das Spiel mit Vorlesung aus Dostojewitis Tegt ergänzten, Dieser Satz steht auf dem Prager Grabe von Tygo de wurde hier der Abend durch die Rezitation von Dickens stimmungsBrahe, dessen Entdeckung, dem plöglichen Auftauchen neuer vollen Eingangsworten eröffnet. Herr Gotowiem sprach fie Sterne, der wissenschaftliche Teil von Nernsts Rede galt. warm und herzlich. worden wären. Stellungslose Raufleute- Gesangverein Liederkranz! Spriitwiz stieß den aufgeschossenen Major a. D. ins Knie. Bier Wochen später war wieder Gesellschaft bei dem. Grafen. Die Eingeladenen, Sprittwig im besonderen, vermißten die jungen Herren. Wo denn die stellungslosen Kaufleute" wären, wurde diskret gefragt. 4 Ruffifches Theater. Die Truppe der im Mostauer Rün ftTertheater unter Stanislowftis Leitung ausgebildeten Darsteller begann am Mittwoch in dem so ganz anderen Zwecken dienenden Räumen des Apollo Barietés ihre Borstellungen. Der große Saal war Kopf an Kopf von ihren Landsleuten gefüllt, die ihnen Der Graf rollte die Augen:„ Diese Schufte!... diese Strolche!. am Schluffe( nach den Einzelaften durften die Schauspieler nicht erSo meine Gastfreundschaft zu mißbrauchen, mich so zu betrügen!" I scheinen) brausenden Beifall spendeten. dt. Der Sturm. In der August- Ausstellung, Potsdamer Str. 134a werden zum ersten Male in Deutschland Arbeiten des russischen Bildhauers und Malers Radline, der in Deutschland lebt, gezeigt. Feiner neuere expreffionistische Gemälde des Schweden Costa Adrian Nilsson( Paris). Galerie Berbinaus Möller. In der Sommerausstellung werden Merle von Corinth, Heckel, Hodler, Suth, Kaus, Koloschta, Kolmik, Modersohn, Pechstein, Rohlfs, Schmidt- Rottluff, Schioichtenberg a. a. gezeigt. Poincarés Sanktionsplan. Paris, 3. Auguft.( EE.) Poincaré erklärte bezüglich der Zwangsmaßnahmen, die er Deutschland gegenüber nach dem 5. Auguft ergreifen will, einem Mitarbeiter des„ Denore", die Maßnahmen, die vorbereitet sind, follen steigende Kraft bejizen. Vom 5. August an follen ffrenge Maßnahmen angewandt werden, die allmählich verstärkt werden sollen. Wir sind sicher, daß man uns nicht hindern fann, in wittjamer Weise vorzugehen, wenn Deutschland seinen Berpflichtungen nicht nachfommt. Deuore" fügt hinzu, daß es sich zweifellos um eine Beschlagnahme der deutschen Einnahmen und später des Bejikes deutscher Privateigentümer im Elsaß und im Rheinlande handle. Berliner Ferien. Hundefleisch als Heilmittel. beiden Ringbahnstreden tamen und in Stralau- Rummelsburg aus. bzw. eingesetzt wurden. Diese Züge werden den Uebergang Das Jugendamt der Stadt Berlin hat in den legten drei Jahren auf die Stadtbahn Warschauer Straße erleichtern, da viel zur Berbesserung der Außenferienspielplätze getan, was in den an dem gleichen Bahnsteig auch eine Reihe der Berortzüge halten Einzelheiten noch wenig bekannt ist. So sind auf sämtlichen Außen- sollen. Die Inbetriebnahme des neuen Bahnsteiges wird verausplätzen wunderhübsche Freilichtbühnen eingerichtet worden. fichtlich noch im Laufe des Jahres erfolgen können. Bir lahen auf dem idaeisten diefer Spielplätze, im Plänterwald, die etwa einen Meter hohe Freilichtbühne im Halbrund von Lebensbäumen umgeben, vorn mit einem Blumenstreifen eingefäumt. Davor ist eine meterhohe Hede, zwischen dieser und der Bühne ge nügend Raum für eine Musittapelle, die schon bis zu 20 Mann start fonzertierte. Den vorzüglichsten Hintergrund bilden die hohen Parkbäume. Im Planterwald haben schon vier Vorstellungen stattge funden, anfangs unter Zuhilfenahm erwachsener Schauspieler, später nur durch Kinder. verfahren vor der Potsdamer Straffammer verhandelt. Eine nicht alltägliche Diebstahlsgeschichte wurde im BerufungsAuf der Domäne Rostow bei Brandenburg a. 5). verschwanden in Juli 1921 vier wohlgenährte acht Wochen alte Jagdhunde. Als Dieb wurde der Stellmacher der Domäne, ein gewiffer Stemden, er. mittelt. Semden hotte auf der Fahrt Berlin- Nauen einen Händler Paris, 3. Auguft.( WTB.)„ Chicago Tribune" erklärt, die SantScheu aus Berlin fennengelernt, der ein sehr Iungentranter tionen, die Franfreid) am Sonnabend mitieg gegen Deutschland Mann war und in jene Gegend gefahren war, um junge Hunde, ausführen werde, würden, wie gestern offiziell mitgeteilt worden Zu den Neuanlagen im Plänterwald gehören ferner die lange die er erft mästete, als Heilmittel gegen seine Zubersei, in der Beschlagnahme deutscher Industrieunternehmungen in genug schmerzlich entbehrte Wasserleitung, Laufcinnen zur Reini- lofe aufzukaufen. Aus Mitleid hatte Kemden den Scheu in den Elsah- Lothringen bestehen, es würde auch vorgeschlagen, Industrie- gung der Eßgeschirre, eine eigene mit 35 000 m. Kostenaufwand am darauffolgenden Tage wurden die Tiere von der Bolizei bei besitz im besetzten Deutschland und möglicherweise im Ruhr bei den städtischen Eierhauslokalen erbaute Badeanstalt, nach dem Händler beschlagnahmt. Das Brandenburger Schöffengericht gebiet zu beschlagnahmen. Das französische Kabinett werde aber der halbstündlich Gruppen von Kindern geführt werden, und die erft perurteilte Scheu megen gemeinschaftlichen Diebstahls zu drei heute morgen erst die Entscheidung treffen, ob diese ernste Maßnahme in diesem Frühjahr vollendete mächtige, geschlossene Unterkunfts- Monaten und zwei Wochen Gefängnis. Gegen das notwendig sei. Die franzöfifche Regierung gedenke die Beschlag- halle für den Fall des plötzlichen Ausbruges eines Unwetters. Urteil legte sowohl der Staatsanwalt als auch der Angeklagt Scheu nahme durch Zivilprozeß herbeizuführen, was auch im be- Die Badeanstalt wird ungemein fleißig benutzt. Die Verpflegung por der Botsdamer Straftammer Berufung ein. Scheu gab zu setzten Deutschland möglich sei. Die Beschlagnahme von Industrie-( vormittags Kaffee zum mitzubringenden Frühstück, mittags% bis feiner Entschuldigung an, daß er cis tuberkulöser Mann schon seit bejiz im Ruhrgebiet würde die Verwendung von Truppen er 1 Liter Erbfen, Bohnen, Neis, Gries, Haferfloden oder Nudeln, nach- ängerer Zeit junge Hunde anlause, diese mäste und dann später fordern und sei deshalb un wahrscheinlich. Das Journal" schreibt, die geplanten Zwangsmaßnahmen feien progressio und würden sich entsprechend den Umständen entwickeln. Die ersten Santtienen feien gemäßigt. Losreifung des Reinlandes! = Varis, 3. Auguft.( EP.) Im„ Journal" erklärt Lucien Chaiffaigne, daß die Sanktionen Boincarés die folgende seien: Er richtung einer 3o11grenze gegen Deutschland und Herabfehung der Zölle zwischen Frankreich und dem Rheinlande, Schaffung eines besonderen Budgets für das Rheinland, Erschung des Mart geldes im Rheinlande durch eine gesunde Devise; die preußischen Beamten im Rheinlande würden durch rheinische Beamte erfetzt werden; die Vollmachten der Rheinlandtommission würden ausgedehnt und eine Provinzversammlung einberufen werden; die deutschen Industriellen des besetzten Gebietes würden enteignet und die Hilfsquellen des Rheinlandes würden direkt durch Frankreich ausgebeutet werden. Englische Beurteilung. Der diplomatische Mitarbeiter des„ Daily Telegraph" stellt fest, daß das Ultimatum Poincarés den neuen gewaltigen Marksturz zur Folge gehabt hat. Es stelle ein Abgehen von der Methode der interalliierten Bereinbarungen dar. Selbständige Santtionen einer Macht seien unzulässig, Poincaré habe sich selbst darauf verpflichtet. In juristischer Beziehung würden die Alliierten Frantreichs vielleicht nicht in der Lage sein, bei Ganttionen im Eifa B zu intervenieren. Aber andere Sanktionen, z. B. im besetzten Gebiet, fönnten von Frankreich nicht selbständig vorgenommen werden, außer unter Berlegung des Versailler Vertrages und unter Nichtbeachtung der Autorität der interalliierten Rheinlandtommission. Frankreich werde es sich zweimal überlegen, che es den Verfailler Bertrag zerreiße. In britischen Kreisen würden naturgemäß einige Einsprüche gegen den Eaz erhoben, in dem zweifellos Boincaré das Recht für sich in Anspruch genommen habe, in dieser Frage nicht nur im Intereffe der französischen Bürger, sondern auch ,, aller der anderen alliierten Signatarmächte" zu sprechen. Die französische Regierung habe zum mindesten Großbritannien in die unangenehme Berlegenheit gebracht, eine etwaige Anfrage der deutschen Regierung, ob Poincaré in feiner Note Englands Anschauungen und Interessen vertreten habe, mit ein beantworten 3 müssen. Zum Schluß erinnert der Mitarbeiter daran, daß auf der Ronferenz von Cannes die Franzosen bei Gelegenheit dem zuge stimmt hätten, daß die deutschen Zahlungen wegen der Borkriegs schulden von 2 Millionen auf 1% Millionen Pfund herabgefeßt würden. Die Wirkung der Balfour- Note. Keine Hoffnung auf Amerika. mittags Kaffee mit 150 Gramm Gebäck) ist tadellos. Trotzdem läßt die Beteiligung zu wünschen übrig. Während im Blänterwald in Friedenszeiten täglich 2000-4000 Kinder spielten, wird jezt nicht die Zahl 1200 überschritten. Zuweilen finden sich nur 600-800 Kinder ein. Zum Teil mag das an der anhaltend ungünstigen Bitterung liegen. Die praktisch sehr erfahrenen Spieloberleiter wollen es hauptsächlich auf das neu eingerichtete Kartenfyftem zurückdie ganze Woche gelöst werden. führen. Bisher mußte an jedem Montag die Zeilnehmerkarte für Die beiden ersten Kinder der gleichen Familie zahlten 15 und 12 M. mit Fahrgelegenheit, ohne Fahrgelegenheit 10 und 6 M. Viele Eltern wollen sich aber für die ganze Woche nicht binden. Von Donnerstag, 3. August, ab, werden Die Praftifer haiten daher albwochenkarte cingeführt. auch das noch für ungenügend und wünschen, daß jeder beliebige Wochentag als erster Spieltag gerechnet werden soll, sind auch nicht für Zurüdweisung von Kindern, die nur den Betrag für einen Tag nach dem Sammelplatz mitbringen. Bon der Wenderung des bisherigen Kartensystems with eine wesentliche Hebung des Besuches erwartet. Den Eltern fehlt noch viel zu sehr das Verständnis, melcher gewaltiger Vorteil hier für die Gesundheit ihrer Kinder er blüht. Aber auch der wirtschaftliche Vorteil ist groß. Was die Kinder hier an Berpflegung erhalten, festet in der Famille mindestens das Vierfache. Lockrufe nach Mexito. aufs Land gefahren, um die Tiere zu Heilzwecken für sich zu bebas ausgelassene Hundefett verzehre. Cr sei damals schaffen. In Berlin fönne er täglich aite Hunde haben, diese wären aber zu seinen Zweden ungeeignet. Das Gericht ließ die Einwendungen des Angellagten wohl gelten, da er aber bereits mehrmals wegen Diebstahis perbestraft war, wurde feine Berufung wie auch die des Staatsanwalts verworfen. Wohnungsbeihilfe an verfette Beamte. Die Bestimmungen über Gewährung von Wohnungsbeihilfen werden, wie der omtliche preußische Breffedienst aus einer Be 1. Januar 1922 ab dahin ergänzt, daß die Vorschriften auch befelbete planmäßige und nicht planmäßige mit auf Beamte laufender Grundvergütung die die Absicht haben, sich zu verheiraten, und turz vor der Berheiratung verfekt werden, ent sprechende Anwendung finden, menn vor der Bekanntgabe der Bersekungsverfügung bestimmte Borauslegungen erfüllt sind. Räuber am Schlesischen Bahnhof. Seite 33 folgendes Gesuch: Im„ Daheim", Nr. 43/44 vom 22. Juli 1922, befindet sich zu überfallen und auszuplündern. Ihre Opfer wurden Merito. Für den Herbst d. 3. fuche ich eine gebidete, heitere Kindergärtnerin 1. RI., nicht unter 24 Jahren, die befähigt ist, meine 8jährige Tochter zu unterrichten( Rontraft 3 Jahre) und Sprache Englisch verlangt; außerdem müßte betreffende Dame im Hause arbeiten, im Ruschneiden von Wäsche, in Kindergarderobe bewonhert. fein. Wohnort: Kaffar Finca, Klima wundervoll, greie Ueberfahrt, Cehalt 1000 Mt. monatlich. Gefl. Zuschr. an Frau Margarete Büschel. Babenhaufen bei Darmstadt, Heffen. Bahnhofs unsicher machte, von dort aus auch weitere Streifzüge Eine gefährliche Räuberbande, die die Gegend des Schlesischen unternahm, ist von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht worden. Die vierföpfige Bande, die aus einem Ignaz ocezikowski, einem Joseph Wirwich, einem Ignaz Kurasch, unter der Leitung eines angeblichen 26 Jahre alten Arbeiters Theodor un gusch, bestand, lauerte harmlosen Leuten auf, die auf dem Schlesischen Bahnhof eintrajen oder die sonst dort zu tun hatte, und Derfchippten fie in Lokale oder in cinseme, Gegenden, um fie dann wiederholt auch Leute, die argios in irgendeiner Wirtschaft der Ilmgebung des Bahnhofs einfchrten. Hier brachen die Räuber einen Streit mit ihnen vom Baun, schleppten sie dann hinaus, flugen fie nieder und nahmen ihnen alles ab, was fie an Geld nber Bertsochen bei sich hatten. Go erging es erst fürzlich einem Schiffseigner B. aus Dresden, der mit seinem Kahne unweit des Bahnhofes in Berlin lag. Er geriet in einer Schantwirtschaft in der übers. dorfer Str. 42 unter diese Räuber, wurde auf der Strafe von ihnen zu Boden geschlagen und seiner Barschaft von 3000 m2. unb Der Schiffspapiere beraubt. Beamten des Raubdezernats und Dazu fchreibt uns eine unterrichtete Leserin: Ich bin lange der Streifmannschaft der Kriminalpolizei gelang es, zunächst brei Süden. ausgenommen die Bestfüste, und ebenso die dortigen Ber- Haupitäter, ben angeblichen Languich, und brachten auch ihn Jahre in Merito gewesen und fenne das Land vom Norben bis zum der Täter festzunehmen. Gestern ermittelten fie dann auch den hältnisse. Schon vor 10 Jahren zahlte ich monatlich meinen merita- hinter Schloß und Riegel. nischen Criadas( ungelernte, einfache Mand) 7 Pesos das sind nach heutigem Kurs über 2000 Mt. monatlich. Und diefe Dame wagt einer geprüften deutschen Kindergärtnerin 1000 r. monatlich anzubielen. Bei einem dreijährigen Kontrat: ist die Ueberreise selbstverständlich frei, vielleicht nimmt die Dame das Fräulein auch versönlich mit. erwartet also auch schon unterwegs Dienste von ihr. Die Lebensmittel in Merito sind billia, aber Klei dung, Schute ufro. febr teuer, 3. 33. bei einem monatlichen Gebat Don 1000 mr.. Das sind taum 5 Besos, würde das ganze Jahreseintommen nicht reichen, um sich ein ein aiges anständiges Kleid zu kaufen, die Preise sind in den lehten Jahren sehr gestiegen. Auskunft erteilt Kurfürften. damm 220, der Deutsch- Meritan. Berband. Das betreffende Fräulein würde, faum im Lande, sofort erkennen, wie schwer man es getäuscht hat und ein Zurückkommen oder sich bewerben um andere Stellung ist sehr schwer von einer Finca ous, da die Entfernungen in Megifo sehr groß sind und eine Finca stets entlegen ist. $ 9 Die Reichspot will aufräumen. # Paris, 3. August.( CE.)" Chicago Tribune" läßt sich aus London melden: Sm englischen Kabinett machten sich ernste Meinungsverschiedenheiten dauernd geltend, als man die Wirkungen der Note Balfours n den Vereinigten Staaten fennen lernte. Lloyd George entschloß sich erst am Sonntag tazu, die Note veröffentlichen zu laffen, weil sie erklärte, England würde auf seinen Anteil an den deutschen Reparationszahlungen sowie auf jenen Anteil an ber alliierten Schuldfumme, der England selbst von den Bereinigten Staaten nachgelaffen würde, verzichten. Durch diese Rote Balfours te Hoheitszeichen ungenügend oder gar nicht gefilgt..." hoffi Lloyd George einen genügenden Drud auf Poincaré ausüben zu können, damit Frankreich auf alle Pläne zu unabhängigen Aftionen Deutschlands gegenüber verzichte. Sollte Poincaré dieser Haltung Lloyd Georges zustimmen auch sich weiter hin auf eine abwartende Bolitit Deutschland gegenüber einstellen, so würde der englische Ministerpräsident gewisse Erleichterungen in der Rüdzahlung der Schulden Frankreichs an England erörtern. Bierpcnt Morgan, der sich gegenwärtig in England auf hält, habe verschiedenen Bantiers mitgeteilt, daß jede Hoffnung auf eine Aenderung des amerifanijdjen Standpunktes in der Schuldenfrage in unmittelbarer Zukunft vergeblich wäre. Erft in einigen Jahren fönnte vielleicht in der öffentlichen Meinung in Amerifa in dieser Hinsicht ein Umschwung eintreien. Washington, 3. Auguft.( Reuter.) Oeffentliche Kommentare zu Washington, 3. Auguft.( Reuter.) Deffentliche Kommentare zu der Note Balfours find nicht zu haben. Die Auffassung der Finanz beamten neigt zu der Annahme, daß die Note hauptsächlich bestimmt ift, die bevorstehenden Berhandlungen zwischen Lloyd George und Poincaré zu beeinflussen. Die amtlichen Kreise sind mit der Ertlärung der britischen Regierung über die Zinsenzahlung der bri tischen Schulden an Amerifa im Oftober einverstanden. Die Note mird vielleicht die Neigung der amerikanischen Schulden fommission bestärken, in der nächsten Tagung des Kongresses ein Gesez anzuempfehlen, das die Zinsenraten her abfett. Ein Beitartikel des Lloyd George nahestehenden" Daily Chronicle" betont, baß Großbritannien nicht um Gnade bitte und zum Bezahlen bereit fei; tie Streichung seiner Echulden würde ihm nicht nugen, da es für Europa viermal fopiel tun werde. England würde dann Frankreich drei Viertel seiner Schulden erlassen, das Im Kampf mit Kohlenschiebern. " Beim Koblenamt Berlin war von privater Seite die Melbung eingelaufen. daß im Keller des Hauses Weinbergsweg 7 größere Koblenborräte lagerten, die allem Auidein nach hinten berum" verschoben werden sollten. Als fich Beamte des Kohlenamtes dar aufbin am Montag nach dem bezeichneten Hauie begaben, um die Kohlenvorräte in Augenschein zu nehmen, stellte sich ihnen der Bee fizer des Hauses, ein gewiffer Salo Goldmann, mit einer ganzen Scar von Galizien, etwa 20 an der Zab!, entgegen, um eine Durchsuchung der Stellerräumlichkeiten zu berhindern. Den städtischen Beamten blieb angesichts der drohenden Haltung dieter Leibwache" des Hausbesizers nichts anderes übrig, als die Bolizei um Unterstügung zu bitten. Mit deren Hilfe wurde dann der Keller durchsucht und tatsächlich über 100 Rentner Britetts gefunden, die fofort beschlagnahmt und einem Wohlenkleinhändler zur Verteilung an seine Sundicaft zugeführt wurden. Gegen Goldmann, der von dem Kohlenborrat nichts getuußt zu haben behauptet, und der angibt, daß ein„ Unbekannter" diefen Steller für einige Tage gemietet habe, wurde ein Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft eingeleitet. Das Stotlen amt Berlin weist bei dieser Gelegenheit erneut darauf hin, daß jeder sagen, der mit Briketts oder Steinkohlen beladen ist, den Namen der Firma tragen muß. Die Gefährlichkeit der weisen Frauen." Das Handwerf bar weisen Frauen scheint jest in Botsdam in beängstigender Beise überhandzunehmen. Bor nicht allzu langer Zeit verfiarb ein junges Mädchen nach einer Behandlung bei einer weisen Frau. Gestern erfolgte die Einlieferung eines 20jährigen Dienstmädchens in des Städtische Krantenhaus, das aber bereits auf dem Transport perftorben war. Heute vormittag wurde eine 37jährige Chefrau in bas aleiche Krantenhaus eingeliefert, die gleich darauf an den gleichen Folgen verstarb. Die stäbfische Soulzahntlinit in Jeukölln nimmt auch während In einem sccben veröffentlichten Erlasse wendet sich der Reichspoftminister Giesberis an die gesamte Teamtenschaft der Boftverwaltung. In dem Erlaß wird auf eine Reihe von Be fchwerden hingewiefen, die in legter Zeit bei der Berwaltung eingegangen sind. Es heißt in diesem Erlasse:" Dem Reichspostministerium gehen fortgesezt Beschwerden darüber zu, daß frog aller 23 erwaltungsanordnungen auf Bofthausschildern, Giegel und Verschlußmarten, Stempels, Bordrucken usw. Hoheitszeichen der früheren Staatsform entweder gar nicht oder so unge nügend getilgt morden sind, daß die unzulässigen Zeichen fpäter mieber zum Borldjein lommen, in den Diensträumen( einschließlich Erfrischungsräumen usw.) Bildwerke, deren Berbleib in amtlichen Räumen als Widerspruch gegen die Republit angesehen wird, noch immer nicht entfernt worden sind. Durch derartige be= dauerliche Borkommnisse wird nicht nur das Ansehen der Berwaltung der Ferien bedürftige. Schulkinder in Behandlung. und zroor ist die in der Deffentlichkeit start herabgefeht, sondern auch die Achtung des Bublifums vor den Beamten geschädigt, und Verwaltung und Be- Sprechstunde für Neuaufnahmen werftäglich von 9 bis 10 Uhr vorbewerben in ihrer Gesinnung und Stellung zur Republik ver- mittags feſtgeſetzt. bächtigt.... Die Beamten werden aufgefordert, die ergangenen Gin Rathenan Jugendbund. Im Süden Berlins hat sich eint Borschriften genau zu beachten und mit größter Sorgfalt republikanischer Zugendbund mit Namen„ Stafhenau" gebildet, der dem„ Nealles zu vermeiden, was der Reichspostverwaltung und ihren bubli antichen Reichsbund" angegliedert ist. Die Ziele des Rathenau- JugendOrganen als Biderstand gegen republifanilche unterschied der Parteis und Religionszugehörigkeit, die für den Bestand der Einrichtungen" gedeutet werden kann. Der Erlaß schließt: Mepublit eintreten, zu einem nemeinsamen Ganzen zu faminein. Sigung Dem deutschen Bolte tut innerer Friebe dringend not. Dabei mit jeden Mittwoch im Restaurant Dito Boil, Gräfeitr. 26, Ede Müllenhoffstraße. allen Kräften ihrerseits mitzuwirken, ist Pflicht aller Beamten. Ber- Gefchäftsstelle des Rathenau- Bundes: Friedrich Krebling, Urbanfir. 137, Tel.: pf. 4902. Geschäftsstelle des Stepublitaniidien Reichssundes": legung dieser Pflicht wird fortan strengstens geahndet werden." Es hat ja ein bißchen lange gedauert, und es bedurfte perBerlin- Wilmersdorf, Berliner Str. 157, Tel.: Uhland 9663. schiedener Rippenstöße, bis dem Reichspostminister diese Einsicht fam, aber die Republik hat ja immer lange genug ihre Geduld bewiesen. Der neue Bahnsteig Warschauer Straße. d Bundes find: Die Vereinigung aller schuilentlassenen jungen Reute, obne Kurban Bayram. Im Namen der Mitglieder des, Vereins zur Unterstübung russisch- mohammedanischer Studenten" Groß- Berliner Parteinachrichten. Indet der Lagermullah Dr. St. Bedri zu der Feier des Sturban- Bagram, die am Freitag, den 4. Auguft d. S., unter Leitung des türkischen Ober gelftlichen Dr. Safis Schütri Ben in der Moschee des einbergslagers, Die zwischen den beiden Stadtbahnhöfen Schlesischer Bahnhofünsdorf bei 3offen, ftattfinden wird, alle in Berlin weilenben moba legte Viertel müßte Frankreich von Deutschland bekommen, Sit und Stralau- Rummetsburg gelegene Station Warschauer Straße medanischen Glaubensgenossen herzlichit ein. Der Bug nach Wünsdorf fährt Gefängnisstrafen für seinen Schuldner Deutschland erlange Frank- überlasteten Bahnhof Stralau Rummelsburg, auf dem bisher neben wird demnächst zu einer Entlastungsstation für den start morgens 8 Uhr 20 Min. vom Potsdamer Ringbahnhof ab. reich nicht viel Geld; eines Tages werde Frankreich diese Wahr- den zahlreichen Borortzügen von und nach Raulsdorf, Friedrichsheit verstehen und danach handeln. hagen- Ertner und Grünau auch noch die Bollringzüge beider Richtungen abgefertigt wurden. Durch einen bereits feit längerer Zeit 3. Ein Communiteuptozes in Frankreich. Die wegen Aufreizung im Bau befindlichen zweiten Bahnsteig soll der Bahnhof Stralau von Militärpersonen angeflagten fommunistischen Abgeordneten Rummelsburg vor allen Dingen dadurch entlastet werden, daß sich Vaillant Couturier und Marcel Cachin wurden zu ein Teil des Umsteigeverkehrs, der sich bisher in Stralau- Rummels= 500 Franken Geldstrafe sowie der Kommunist Beri zu 100 Franten burg abwickelte, nunmehr auch auf dem Bahnhof Warschauer Straße Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagten wollen gegen dieses Urteil vor sich gehen kann. Auf diesem Bahnsteig sollen eine Reihe pon Berufung einlegen, Zügen enden bzw. beginnen, die bisher als Einsatzzüge von den Kreis, Bedding, Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Die Ferienspiele finden ab Freitag, den 4 Auguft, jest immer Dienstags und Freitags non 5-8 Uhr im Humboldthain und Schillerpart statt. Alle Genoffen und Genoffirzten werden gebeten, ihre Kinder an diesen Spielen, die auch nach den Ferien fortgesett werden, teilnehmen zu lassen. 123.- 130. abteilung, Pantow. Seute abend 7% Uhr: Funktionärsihung im Jugendheim. Alle im Jugendheim geplanten Barteiveranstaltungen sind rechtzeitig beim Genossen Kraft, Berliner Straße 5, anzugeben. der beiden Gemaßregelten erhoben hat, am besten, daß die von der veranlaßt haben. Gewerkschaftsbewegung ,, B3." angeführten Gründe ihn nicht zum Verbleiben im Betriebe Der 26. Internationale Bergarbeiterkongreß wird vom 6. bis 11. August in Frankfurt a. M. abgehalten. Auf der Tagesordnung steht 1. Internationale Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen( Ref. Frank Hodges, England); 2. Arbeitsstunden( Ref. Husemann); 3. Berbot von Intertagearbeit für Frauen und Jugendliche( Ref. Franz Schmidt); 4. Arbeitslosigkeit, Arbeitsversicherung( Ref. A. Delattre, Belgien); 5. Urlaub und Weiterzahlung des Lohnes ( Ref. Lombard, Belgien); 6. Pensionierung( Ref. G. Wis mann); 7. Arbeitsinspettion im Bergbau( Ref. Jarolim, Tschechoslowakei); 8. Mitspracherecht der Arbeiter in der Be triebsleitung( Ref. Dethier, Belgien); 9. Sozialisierung( Ref. Pohl, Tschechoslowakei); 10. Internationales Bureau für die Ver= teilung der Kohle( Ref. Karl Borrit, Holland); 11. Internationale Aktion( Ref. Dejardin, Frankreich); 12. Informations Bureaus( Ref. Frant Hodges); 13. Kongreßtermine ( Ref. Quintin, Frankreich). = Die ausländischen Delegierten werden am Abend des 6. August von den Frankfurter Gewerkschaften empfangen und die Verhandlungen am 7. Auguft eröffnet. Verhandlungen bei der Hochbahn. Auf Grund des Streitbeschlusses bei der Hochbahn hat gestern der Demobilmachungskommissor die Vermittlung übernommen. Die Berhandlungen ergaben folgendes Resultat: Im Monat Juli merden auf die bestehenden Löhne für Männliche 600 M., für Weibliche 400 m., für Jugendliche 250 M. gezahlt. Für den Monat August erhält die Gruppe 1-4 des Berkehrsperfonals statt 7,75 8,00 m., die Gruppe 5-7( Fahrkartenausgeberinnen) statt 5,25 5,75 M., die Gruppe 6( Dienstanwärter) statt 7,25 7,50 M.; darüber hinaus tritt ab 1. Auguft eine Stundenlohn erhöhung für männliche um 1,50, für weibliche Angestellte von 1 m. ein. Die Kinderzulage wird vort 1 M. auf 1,25 m. erhöht. Mit diesem Ergebnis war die Zentralfireilleitung nicht ein= verstanden. Es wurde deshalb heute nochmals mit der Direk tion verhandelt. Die Direktion erklärte sich bereit, die ab 15. August zugebilligte Erhöhung der Stunden öhne schon ab 1. Auguft eintreten zu lassen und die Löhne der tinigungsfrauen um 50 Bf. zu erhöhen. Für Juli wurde die für die Fahrkartenausgeberinnen zugefagte Summe um 50 M. erhöht( statt 400 450 22.). Mit diesem Resultat werden die Funktionäre sich heute nachmittag beschäftigen. Zur Arbeitszeit der Eisenbahner. Die Spitzenverbände der Eisenbahnergewerkschaften befaßten fich gestern mit dem Entwurf des Reichsverkehrsministeriums über die Neuregelung der Dienstbauervor= schriften. Sie tamen zu dem einmütigen Entschlusse, diesen Entmurf atzulehnen, da er teine geeignete Grundlage zu Berhandlungen biete. Zum Streit bei der Firma A. Wertheim. Der Betriebsrat der Firma erklärt: Tatsache ist, daß die übergroße Mehrheit der Belegschaft von A. Wertheim sich im Ausstand befindet und die Arbeit nicht eher wieder aufnehmen wird, bis die Maßregelungsfälle wieder gut gemacht und ferner Garantien dafür gegeben find, daß das sogenannte Lockspitzelsystem bei A. Wertheim ein für allemal ein Ende hat. * Nach der BS.- Korrespondenz hängt die weitere Entwidlung des Streits von dem Ausgang des Prozesses mit ab, der wegen der Entlaffung der Kassiererin heute vor dem Kaufmannsgericht verhandelt wird. Wöchentliche Gehaltsauszahlung für Angestellte. Der Betriebsrat einer Banffirma schreibt uns: ,, Die wirt. fchaftliche Notlage bringt selbst Angestelltenkreise dazu, sich der wöchentlichen Lohnzahlung der Arbeiter anzuschließen. So ist jetzt diese Art der Auszahlung in einem größeren Bankhause auf Wunsch der Angestellten durchgeführt werden, und ist zu hoffen, daß sich die übrigen Angestellten bald anschließen werden." Auguftlöhne der Speditionsarbeiter. Die Rollkutscher und Speditionsarbeiter nahmen am Mittwoch abend in einer überfüllten Bersammlung zu den Ergebnis der Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern Stellung. Bor Eintritt in diesen Punkt der Tagesordnung hielt Betriebsfefretär Sehner einen Vortrag über die Bedeutung des Betriebsrätcgefeges. Dann berichtete Büschel über die Abmachungen mit den Arbeitgebern. Bon der Vollversammlung am 27. Juli wurde das Angebot der Arbeitgeber, als Epizzenlohn 1800 m. wöchentlich festzusehen, abgelehnt und die Lohnfommission beauftragt, erneut in Ver= handlungen zu treten. Am Montag ist nochmals verhandelt worden und die Arbeitgeber haben sich schließlich bereit erflärt, ein höheres Angebot zu machen. Bom 1. August an sollen erhalten: Rollfutscher, Lastkraftwagenführer, Wagenbegleiter über 21 Jahre, Bodenarbeiter, StallTeute und Wächter wöchentlich 1900 M. Aushilfs Ueberstunden( einarbeiter 43 M für die Stunde. schließlich des 40 prozentigen Aufschlages) 40 m. für die Stunde. Wagenbegleiter im Alter unter 17 Jahren 767 M., von 17 bis 19 Jahren 863 m., von 19 bis 20 Johren 1050 M. und von 20 bis 21 Jahren 1308. Ueberstunden 17, 19, 23 und 28,50 M. Die Sonderflosse von Bogenbegleitern im Alter von 19 bis 21 Jahren deren Lohn bisher 991,50 m. betrug, erhält 1320 m. pro Boche, für Ueberstunden 27 m.- Die übrigen Bestimmungen des Manteltarifs bleiben durch diese Bereinbarung unberührt. Büfe hemerfte am Schluß, daß die Lohnfommission nach eingehender Prüfung ihr Cinverständnis mit dieser Abmachung er flärt habe. Bei der Abstimmung wurde das Angebot gegen wenige Stimmen angenommen. Mindestlöhne der Kupferschmiede. Noch erneuten längeren Verhandlungen wurden folgende tariflichen Mindestlöhne vereinbert: vom 16. Jali bis 31. Juli 37 Mt. pro Stunde; com 1. Auguft bis 15. Auguft 40 m. pro Stunde. Bei Stadtmontage wirs ein Buschlag den 1 Mt. pro Stunde gezahlt. Bei Affordarbeit müssen mindestens 15 Proz. über die genannten tariflichen Löhne gezahlt werden. Die Ortsverwaltung. Die B3." vom 2. August 1922 behauptet in einem Artifel zur Arbeitseinstellung bei der Firma A. Wertheim, daß der Streif, als ein wilder zu bezeichnen sei, weil der Betriebsrat den Betrieb nicht verlassen habe. Dem gegenüber legt der Betriebsrat Wert darauf, festzustellen, daß er in diesem Streif feine Pflichten entsprechend dem Betriebsrätegesez nur glaubt er- Ein Streit der faufmännischen Angestellten in Frankfurt a. M., füllen zu fönnen, wenn er seine Tätigkeit nicht einstellt. Indessen der in den Betrieben mit 90 Brez. Der Abstimmenden beschlossen beweist allein die Tatsache, daß der Betriebsrat entschieden Einwurde, begann hente früh, weil die vom Schlichtungsausschuß für spruch gegen die Kündigung bezw. Entlassungen Juli festgesezten Gehälter als unzureichend erachtet wurden. Gold Geld für Erfinder Schlafzimmer Silber beschafft durch Verwertung guter Erfindungen ohne Kostenvorschuß Hans Honegger Priedrichstr. 21, Berlin SW, 48. Quecksilber kauft höchstzahlend Heinrich Trapp, Benthstr.10 ( Laden nahe Spittelmarkt) Eich., Schleiflack, Mahag., Kirschb.. Speisezimmer Herrenz miner Wehnsalons Küchen Klabgarnituren Standuhren Einzelmöbel Große Auswahl Enerm billige Preise Möbelhaus Hans Lennert N 54 Beberall inZigarrengeschäften erhält.istothringertr. 55 d. echte Kapitän Kautabak nur mit Betteleinlage( Rollen, Schleifen, Stangen, Twift). Berkaufsstellen durch Carl Röcker, Sichtenberg.Str.22( Raft 3861) a Rosenthaler Pt. Verkaufszeit 8-6. 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Formen, 4080.- 3603.- 2500.* Der Kleinbahnerffreit in Holstein dürfte beigelegt werden ina folge eines Schiedsspruches der in Kiel unter dem Vorsiz eines Referenten des Reichsarbeitsministeriums am Montag gefällt wurde und die Löhne bis Ende August festsetzt. Deutscher Transportarbeiterverband. Gektion I, Funktionäre aus dem ges famten Großhandel: Sonnabend abend 6 Uhr im Gaal 4 des Gewertschaftshauses, Engelufer 24/25, Funktionärversammlung. Tagesordnung: Stellung nahine aur allgemeinen Lohnbewegung und evtl. Beschlußfassung. Kein Be trieb darf in dieser Versammlung unvertreten sein. Zentralverband der Angrftellien, chemische Industrie. Mitgliederversammlung morgen Freitag, 72 Uhr, in den Mufiter- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31. Wirtschaft Gegen den Wucher. Sollen Der Sozialdemokratische Barlamentsdienst schreibt: Der Stand des Dollars nahe 800. Sind wir ganz auf der schiefen Ebene? Der Wert der Mark schmilzt dahin, die Preise tlettern unheimlich hoch. Was können wir tun? wir die Hände in den Schoß legen und mit Fatalismus dem Beitstanz der Mart und des Dollars zusehen und auf bessere Zeiten warten? Die außenpolitische Situation treibt allem Anschein nach jezt rascher einer Lösung entgegen. Nichts ist in den entscheidenden Stunden nötiger als faltes Blut- faltes Blut auch bei den Massen. Was jehen wir aber? Die Nervosität und die Gereiztheit nehmen zu. Gewiß ist der Stand des Dollars, gewiß sind die französischen Drohnoten feine Kleinigkeit. Aber es ist auch nicht nötig, daß Alarm geschlagen und eine Banif hervorgerufen wird. Schlimm ist die Lage, aber sie ist nicht viel schlimmer, als sie etwa vor drei Monaten war. Wirklich schlimm wird es erst, wenn das Volk das Gefühl befemmt, daß es den Nackenschlägen der Banit, der Teuerung, der Preisanarchie schnglos preisgegeben ist. Die durch ihre Organisationen wirtschaftlich bewaffneten Boltsa gruppen fönnen fich vielleicht noch vor dem Schlimmsten schügen. Ater was soll nun aus den vielen anderen werden, die fájon jezt am Hungertuch nagen. Was wird aus den fleinen Rentnern, den Sozialrentnern und allen deren Schichten, in denen bereits heute der Hungertrphus mütet? Wir erleben heute eine vollständige Noch einige Bernersion alles volkswirtschaftlichen Geschehens. Wochen und wir stehen mitten in einer wahren Preisanarchie. Jede Gruppe diftiert und heßt die andere vorwärts. Das geht nicht so weiter. Das Bolt muß das Gefühl bekommen, daß wenigftens der Versuch gemacht wird, mit fräftigen Mittein dem Preiswirrwar und der hemmungslosen Preissteigerung Einhalt zu fun. Wir haben wohl draußen im Lande Preisprüfungsftellen die Menge. Da und dort taugen sie etwas. Das hängt von lofalen Berhältnissen ab. Ganz allgemein aber brauchen dieje Breisprüfungsstellen dem Bolf gegenüber mehr Autorität. Diese fann nur geschafffen werden, wenn vom Reich aus feste Normer für das ganze Reich zur Eindämmung des Preiswuchers aufgestellt und rücksichtslos durchgeführt werden. Eine zentrale Preisfommission muß Wandel schaffen. Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßrahmen. Zuchthausstrafen auf die Ueberschreitung der für bes stimmte Zeiträume festgefehten Preisgrenzen. Mit Geldstrafen er.. reicht man gar nichts. Bei den Nahrungsmitteln muß angefangen werden, weil hier der Bucher geradezu gemeingefährlich ist. Man darf aber nicht bei den Nahrungsmitteln stehen bleiben, sonst fagt die Landwirtschaft mit Recht, nur ihr allein gegenüber seige man die starke Faust. Es muß einer gehalten werden wie der andere. Das Bolt will Festigkeit und Energie sehen. Ein paar Wochen noch und die neue Ernte ist da. Soll auch in diesem Jahr über den Wucher nur geredet werden? Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klübs, Berlin- Lichterfelde; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. 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