Nr.36439.Jahrgang Ausgabe A nr. 178 Bezugspreis: ., Für den Monat August 90.voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar und 90temelgebiet, sowie Defterreich und Luremburg 138,- M., für das übrige Ausland 172,- M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg. Defter reich, Echweden, Schweiz Tschecho Glowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit", ber Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonperfillezette toftet 25,-. Reflamezeite 125,-. Alleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7, M.( zulässig zwei fettge druckte Borte), jedes meitere Wort 6. M. Stellengefuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 4,- 9., jedes weitere Wort 3, Bt. 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Die Reparationsdebatte und gut organisiertes Land mit fleißiger Bevölkerung, dessen indu fm Unterhaus wurde vom Schazkanzler Sir Robert Horne ftrieller Apparat unversehrt geblieben sei und das so gut wie feine eröffnet, der eine Uebersicht über die verschiedenen bisherigen Arbeitslosen habe, nicht imftande gewesen sei, mehr als den geStadien der Reparationsfrage gab. Hierbei erklärte er beiläufig, nannten Betrag zu zahlen. Zeitweilig werde dabei als Vergleich die daß unter der Reparationseinziehungsafte Großbritannien bisher Entschädigungszahlung angeführt, die fechs Millionen Pfund Sterling eingenommen habe. Bis zum 15: Juni habe Deutschland Zahlungen entsprechend dem aufgestellten Plane geleistet. Hierauf habe Anfang Juni infolge der Ermordung Rathenans und der dadurch enthüllten Unsicherheit der Lage in Deutschland eine Entwertung der Mark eingefeßt, die zur Forderung eines Moratoriums durch die deutsche Regierung führte. Leber den Bericht des Garantiefomitees fönne er noch nichts Endgültiges fagen, da der Bericht noch nicht in seiner Gesamtheit vorliege, aber er tönne mit ziemlicher Bestimmtheit erklären, daß die neuen deutschen Steuern entsprechend der erteilten Aufforderung eingeführt worden seien. Eine Erhöhung der früheren Steuern fei nicht für angängig gehalten worden, dafür habe Deutschland aber eine 3wangsanleihe von 70 milliarden Papier mar? ausgegeben. Die Zuschüsse für Getreide usw. seien aufge. geben worden. Frankreich nach dem Krieg zwischen 1871 und 1873 aufgebracht habe. Beide Fälle seien verschieden. Erstens sei der franzöfifch- preußische Krieg nur furz gewesen und Frankreichs aus. wärtige Bilanzen seien intaft geblieben; eine beträchtliche Summe, die Frankreich in ausländischen Kapitalien angelegt habe, sei underfehrt geblieben. Frankreich war imftande, seine Anleihen von anderen Ländern zu erhalten und habe tatsächlich während des genannten Zeitraumes 71 Millionen Pfund Sterling auf gebracht. Bor allen Dingen habe Frankreich 1872 und 1873 eine sehr gute attive handelsbilanz gehabt. Mit Deutschland stehe es in diefer Beziehung gerade umgekehrt. Der Krieg sei sehr lang und erschöpfend gewesen. In seinem Berlauf feien die auswärtigen Bilanzen und die Kapitalanlagen Deutschlands beschlagnahmt und durch den Friedensvertrag tonfisziert worden, so daß Deutschland in dieser Hinsicht nichts mehr befize. Seine Rapitalanlagen in neutralen Ländern seien durch Beschaffung von Lebensmitteln und Rohmaterialien während des Krieges so gut wie erschöpft gemefen. Die Bestimmmungen über die Kapi. talien hätten es Deutschland naturgemäß unmöglich gemacht, eine Anleihe aufzunehmen. Das sei aber noch nicht alles. Die Deutschland verbliebenen Beldquellen feien nach dem Krieg sehr in Anspruch genommen worden durch Reparationszwecke. Während des Krieges habe Deutschland Was die Forderung der Reparationsfommiffion betreffe, ronach die deutsche Regierung einen Plan zur Berhinderung der Kapitalflucht aufstellen sollte, so jei es leichter, ein foldes Berlangen zu ftellen, als einen solchen Plan ferfigzumachen. Die von der deutschen Regierung getroffenen Borkehrungen befriedigten diejenigen, die besonders lebhaft eine solche Maßnahme forderten; aber er wolle ganz offen fagen, baß feiner Ansicht nach Die einzig wirkliche und wirksame Maßnahme zur Verhinderung der alle Arten von Borraten einschließlich Lebensmittel eingebüßt. Rapitalflucht darin bestehe, daß die Leute in Deutschland, die Kapital befizen, zu der Lage Deutschlands genügend Bertrauen Das sei den Alliierten nie deutlich zum Bewutßsein gekommen, fo fo erhielten. Dann würden sie ihr Rapital nicht nach dem Ausland daß sie Deutschland ermutigten, einen Teil seines Goldes zu ver bringen. Nach Erwähnung der Gefeßgebung, betreffend die Reichs- wenden, um Lebensmittel zu kaufen. Deutschland habe tatsächlich bant, erklärte der Schaßtangler weiter, die geforderten Statistiken 250 Millionen Pfund Sterling größtenteils für Lebensmittel und feien versprochen worden. Er höre, daß die deutsche Regierung be- Gutterstoffe ausgegeben. 50 Millionen seien davon den deutschen züglich der Beaufsichtigung der Einnahmen und Ausgaben zuge. Golbporräten entnommen worden, 10 Millionen aus Wertpapieren stimmt habe, daß zwei Mitglieder des Garantiefomitees freie Ein- und, was besonders wichtig sei, 190 Millionen feien erlangt worden ficht in ble betreffenden Dokumente erhalten sollten, um ihnen die durch zeitweilige Kredite und durch den Ankauf von Wechseln. Dies Möglichkeit zu geben, der Reparationsfommission ihre Ansicht mit Schließe den Verkauf von enormen Summen deutscher Mark in fich. zuteilen. Benn auch der ganze Bericht des Garantiefomitees noch hinzu komme, daß große Kapitalien in deutscher Mark bestanden, die dazu führten, daß große Mengen davon sich in ausländischen nicht dorliege, so höre er doch, daß die deutsche Regierung Händen befanden, die in der Zeit der kritischen Periode auf den Markt geworfen wurden. Deutschland habe während der genannten Periode den größten Teil der Forderungen erfüllt habe, die von der Reparationstommiffion aufgestellt waren. Im weiteren Berlaufe seiner Rede im Unterhause fam Schahfangler Sir Robert Horne auf die Pariser Banfiertonfe. renz zu sprechen, die damit geendet habe, daß die Banfiers er. Märten, fie tönnten ihre Arbeit nicht zweckmäßig fortfegen, aber sie feien bereit, wieber zusammenzukommen, wenn Frankreich sich dem Beschluß der Mehrheit der Reparations tommiffion anschließe, wonach dem Bantierausschuß die Prüfung der Frage einer Herabsetzung der Reparationen freistehen solle. Der Schaßtanzler gab darauf folgenden Rückblick über mehr importiert als exportiert. Am Schluß seiner Rede wandte sich Horne der Frage der interalliierten Schulden zu und sagte, er a elle im Zusammenhang mit der Balfour- Note nochmals betonen, daß England feine Berpflichtungen gegenüber Amerika anerkenne und nicht beabsichtige, sich ihr in irgend einer Form zu entziehen. Gleichzeitig sei man in England nicht blind gegenüber der schweren Lage, die die gegenwärtige Berschuldung für die einzelnen Rationen bedeutet. Es gäbe tein größeres Hindernis für die Wiederherstellung der Welt als die Ausdehnung diefer Schulden. Diese Feststellung werde in keiner Weise durch die Kritifen gefchwächt, die hervorheben, daß England in der Lage sei, feine Gläubiger zu bezahlen, aber vielleicht nicht imftande sei, Geld von seinen Schuldnern zu erhalten. Was England anderen schulde, habe es nicht für sich selbst, sondern für seine Alliierten aufgebracht. Die gegenseitige Annullierung der Schulden werde der erste Schriff jein zur Wiederaufbau der Welt. England fönne aber in dieser Beziehung nicht allein vorgehen und nicht die Lage seiner Bürger vergessen. Horne wies darauf hin, daß die Schuld Englands pro Kopf der Einwohnerschaft größer sei als die der Bereinigten Staaten und Frankreichs. In dieser Beziehung fönne dem britischen Steuerzahler nicht zugemutet werben, allein die Lasten der Schulden und Kriegsschulden zu tragen. Es sei überflüssig, noch zu erörtern, daß unter allen Umständen alles getan werden müsse. England müsse sich aber an die Tatsachen halten und von Dingen abgehen, auf die die Welt vielleicht warte in der Erwartung, daß die Nationen ihre Beifteuer für den Krieg möglicherweise als Beifteuer für den gemeinsamen Erfolg ansehen fönnten. Hierauf ergriff Asquith das Wort. Er sagte u. a., die Reparationen müßten auf ein notwendiges Maß herabgesetzt werden. Das Problem erfordere eine schnelle Regelung, andernfalls werde Deutschland mit schnellen Schritten dem Bankerott entgegengehen. Im weiteren Verlauf der Debatte ergriff Lloyd George das Wort. Er sagte, er freue sich, daß Poincaré nach London tomme, um seine Borschläge der Regierung zu unterbreiten, und er pertraue darauf, daß das Barlament der Regierung gestatten werde, mit freien händen in die Konferenz zu gehen und ihr Beftes zu tun, um zu einem Abkommen zu gelangen. Lloyd George gab zu, daß die Alliterten, wenn Deutschland zu hart bedrängt würde, möglicherweise nichts erhalten würden, und daß die Gefahr bestände, daß es zur Berzweiflung getrie ben werden könnte und sich dann in die Hände der Reaktionäre oder Kommunist en werfen würde.. Aber es würde ein Irrtum Das Ergebnis sei gewesen, daß immer mehr Papiergeld ausgegeben sein, wegen dieser Gefahr feine gerechten Ansprüche fahren und der Wert dieses Geldes mehr gesunken sei. Biele Leute hätten zu lassen und er weise auf die gefährlichen Folgen hin, die eine befürchtet, daß die Mart noch mehr finden werde und hätten ihre Unterschätzung von Deutschlands Zahlungsfähigkeit mit sich brächte. Rapitalien nach dem Auslande gefchickt. In dieser Wenn wir, so sagte Lloyd George, am Montag auf der Konferenz Beziehung würden aber übertriebene Darstellungen gegeben. Er find, werden wir uns beide Erwägungen vor Augen halten. Bir glaube nicht, daß die deutschen Kapitalien im Auslande die Höhe follten sicherlich allen Borschlägen Widerstand leisten, die einfach die haben, die einzelne Leute behaupten. Wirkung haben würden, den 3erfall Europas zu vermehren, ohne irgend etwas für uns selbst zu sichern. Er glaube nicht, daß die Frage auf der Konferenz am Montag geregelt werden könnte. Es gäbe zuviel Schwierigkeiten und Komplitationen. Wir müssen fair fein gegen Deutschland, gerecht gegen Frankreich und auch gerecht gegen unser eigenes Bolt. Für ein Land wie Deutschland fel es notwendig, dem Ausland große Mengen von ausländischen Serien zu geben, um sich mit den notwendigen Rohstoffen zu versehen, die die Voraussetzung für die Weiterführung des Geschäftslebens bilden. Niemand habe ein Recht, diese Art von im Ausland befindlichen deutschen Geldern als illegitim anzusehen. Amerika und der Schuldenausgleich. die Celftungen Deutschlands seit dem Waffenftillstand: Barzahlungen an die Reparations tommiffion 77 Millionen Pfund Sterling, örtliche Zahlungen 30 Millionen Pfund Sterling, zusam men 107 Millionen Pfund Sterling. Wert der ausgelieferten Schiffe und der Naturalleistungen 160 Millionen Pfund Sterling, Regierungseigentum im abgetretenen Gebiet( Bolen, Danzig, Tschecho flomatei) 125 Millionen Pfund Sterling, Gaarbergwerfe etwa 23 Der angegebene Betrag der tatsächlich nach dem Ausland verMillionen Pfund Sterling, zufammen 415 Millionen Pfund Sterling; schobenen Rapitalien sei außerordentlich übertrieben. Die deutschen Washington, 3. August.( Reuter.) Das Schazamt teilt amtnicht eingerechnet felen die Gebiete, die an andere Staaten Rapitalanlagen im Ausland überschritten vermutlich nicht ben Beich mit, daß die Note Balfours das Verhalten der Vereinig abgetreten wurden. Bon diesen 415 Millionen Pfund Sterling habe trag von 100 Millionen Pfund Sterling. Deutschland war bis zu ten Staaten in der Frage der Auslandsschulden nicht Großbritannien 56 Millionen Pfund Sterling erhalten, die so gut einem gewiffen Grade an seinem Unglüd selbst schuld, erstens in- ändern wird. wie ganz für die Befagungsarmee verwendet seien. Die gegenmär folge feiner Finanzpolitit während des Krieges, New Yort Globe" schreibt über die Balfour- Rote, es tigen Kosten der britischen Besatzungsarmee feien aber auf zwei Mil außerdem habe es versucht, das Defizit seines Budgets durch den würde töricht sein, wenn die Bereinigten Staaten auf die geschullionen Pfund Sterling pro Jahr herabgesetzt worden. Was die Drud von Banknoten auszugleichen. England habe des beten Summen verzichteten, solange Europa nicht bereit sei, feine Privatschulden betreffe, so gehörten diese nicht zum Ronio Reparationen. Ihre Zahlung beeinfluffe aber die Fähigkeit ber beut. megen oft Borstellungen bei Deutschland erhoben, und seit 3a. unmögliche politische und wirtschaftliche Haltung aufzugeben, die es schen Regierung, auswärtige Zahlungsmittel für die Reparations. der Lage des deutschen Budgets wahrzunehmen. Er sei nach reif feits föricht sein, wenn es sich an das Trugbild der Rückzahlung der nuar dieses Jahres fei in diefer Beziehung eine Befferung feit dem Waffenstillstand eingenommen habe. Wenn aber derartige Juficherungen gegeben werden könnten, dann würde Amerika feinergegangen, movon Großbritannien erhalten habe 22 millio- trächtliche Reparations fumme zahlen tönne. Zweifelleiftungen zu finden. Bisher ſeien 38 Millionen Pfund Sterling ein licher Ueberlegung der Ansicht, daß Deutschland eine be- feits föricht sein, wenn es sich an das Trugbild der Rückzahlung der nen, Frankreich 12 Millionen, Belgien 2 Millionen. Mohlos werde Deutschland selbst den Wunsch haben, eine vernünftige zu bezahlen feien 35 Millionen, davon 12% Millionen an Groß Reparationssumme zu zahlen, die feiner Leistungsfähigkeit Was den Spreche, aber im Augenblic set Beschluß der franzöfifchen Regierung ein Zahlungsaufschub erforderlich. hinsichtlich der deutschen Forderung auf Herabfehung der monat- Mehr fönne er im Augenblick nicht sagen, denn der franzöfifche Milichen Zahlungen von 2 Millionen auf ½ Million Pfund Sterling nifterpräsident werde in der nächsten Woche in London sein. betrifft, so wird die Frage am Montag zwischen dem französischen Es sei flar, daß irgendeine Erklärung über die Richtlinien, die und dem englischen Premierminister erörtert werden. Die in ber die britische Regierung verfolgen werde, die Verhandlungen leicht Das führende kommerzielle Blatt New Yorks, Journal of Breffe aufgetauchte Behauptung, die Aktion der franzöfifchen Regie- nachteilig beeinflussen fönnte. Der französische Minister Commerce", fagt dagegen, die Note werfe eine Frage auf, die rung bilde eine Antwort auf die Balfour- Note, sei unrichtig. Das präsident habe bereits angefündigt, daß er mit gewiffen forgfältig und in großmütiger Weise behandelt werden sollte. franzöfifche Ultimatum fei ergangen, mehrere Tage benor die Borschlägen nach London tomme, diese würden geprüft und es Die amerikanische Politit sei bisher engherzig gewesen. Balfour- Note bekannt geworben sei. Es werde vielfach die Frage würden Verhandlungen darüber geführt werden. Das Haus werde Die Zeit werde kommen, wo die Lage in menschenfreundlicher und aufgeworfen, wie es fomme, daß Deutschland, ein gut diszipliniertes seiner Ansicht zustimmen, daß die Regierung freie Hand haben müsse. großzügiger Weise betrachtet werden sollte, britannien. 0 Schulden flammern wollte. ,, New York Times" fritisiert die Note scharf und nennt entfordern. Blond George habe die Angelegenheit beim verkehrten es Tollheit, die amerikanischen Gefühle herauszuEnde angefaßt. New York Tribune" erklärt, es sei nicht sehr wahrscheinlich, daß der Kongreß ein Gesetz annehmen würde, dessen richtiger Titel lauten müßte: Gefeß betreffend lebernahme der deutschen Schulden". Der MarkfchwunS. Sie rapide Entwertung der Mark als internatio- ii.iles �Zahlungsmittel setzt sich unter lebhaften Zuckungen fort. Es ist bezeichnend, wie in den letzten Tagen, nämlich seit Sonnabend, die amtlichen Notierungen des Dollars von L7l) bis auf 830 in die Höhe gingen, wie aber an einem einzigen, dem gestrigen Tage, der Preis des. Dollars im freien Verkehr zwischen 730 und 900 hin- und herpendelte. Ein Geldwert, der an einem einzigen Tag u m e i» F ü n f t e l seines Wertes schwankt, ist keine Rechnungseinheit mehr, wie sie in dem Kreislauf des Waren- und Zahlungsverkehrs gebraucht wer- den kann. In der Tat ist deutlich zu beobachten, wie die Mark nicht nur im Auslande an Wert verliert, sondern auch im In- lande als Tauschmittel zurückgedrängt wird. Phantastische Preissteigerungen für Industriewaren und Nahrungsmittel zeigen, wie sich die Besitzer der Produktionsmittel über die Währungskatastrophe hinweghelfen, wie sie sich leichten Her- zciis gleich aus den netten Stand der Mark einstellen, lind selbst bis, in die Kreise der Arbeitnehmer ist die Forderung gedrungen, die Papiermarklöbne durch Goldlöhne abzulösen. Allerdings ist es hier den sonst so dienstfertigen Helfern des Privatkapitals, den vgewsrkschaftsfeindlichcn leitenden Ange- stellten, vorbehalten geblieben, eine solche Forderung aufzustellen. Die organisierte Arbeiterschaft ist besonnen genug, diese Jagd nach der Valuta nicht mitzumachen. Sie£eii't gewissenhafter als jene famosen„Wirtschaftsführer" auch daran, datz sich die Mark einmal bessern kann, und dast bei einer Ueberspannung der industriellen Erzeugungskosten eine schwere Absatzkrise unvermeidlich ist. Gleichwohl bleibt die Tatsache bestehen, twst die Mark aus dem Zahlungsmittelvertehr des Auslandes schon jegt so gut wie ausgeschaltet ist, daß man an ihrer Stelle auch im Inland in steigendem Maße andere Einheiten als Wermmßstab sucht. Aus den Kreisen der Zahlungsfähigen schwindet die Mark, je größer ihre Schivankunzen sind, je mehr sich ihr Wert dem Nullpunkt nähert. Sie ist heute, fast ebenso wie die öfter- reichische Krone, das Geld der kleinen Leute gewor- den. Inzwischen taumelt der Markt der internationalen Zah- lungsmittel, der Devisenmarkt, wie in steucrloses schiff hin und her. Trotz aller Einschränkungen, die-Zer schlechte Geld- stand dem deutschen Volke auferlegt, wandern wachsende Men- gen Papiergeldes durch den Umtausch in fremde Werte ins Ausland und drohen, jede Tendenz zur Dessermig der deut- stheii Währung im Keime zu ersticken. Das Ausland, das ebenso wie wir in jeder neuen französischen Drohnoie eine neue Gefäbrdung der wirtschaftlichen und finanziellen Ernsten, z Deutschlands sieht, sucht sich seines Markbesitzes zu entledigen und drückt so den Kurs, nachdem vorher die deutsche De- visenspekulation längere Zeit die Führung bei der Attacke auf die Mark gehabt hat. Dem steiaenden Dollarkurs mlgen die inländischen Warenpreise in einem Tempo, wie es bisher noch nicht beobachtet worden ist. Dennoch dauert es geraume Zeit, bte am gesamten Warenmarkt die Tatsache ihren Ansdn.ck gefunden bat, daß die Mark heute knavp einen halben Pfennig gilt. Es ist also mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen. So entlädt sich die ganze Wucht des Wähnirrgselends auf die wehrlosen Sozialrentner, auf die Festbesoldeten, auf die Lohn- empfänger. Und es ist kein Ende der Entwicklung abzu- sehen, wenn nicht die internationale P o i i i/ t sich auf die so oft geforderte, aber bis setzt nicht durchgeführte Verstän- digtprg über die Reparationsfräge besinnt. P Aber es ist undenkbar und unwürdig, den Dingen ihren fr«en Lauf zu lassen, bis das Währungselcnd über uns zu- sarnmenschlägt. Die Wuchergesetzgebung, so sehr wir ihre schärfste Anwendung wünschen, reicht nicht aus, um die Wirkung des Währungsschwundss vom Warenmarkt gänzlich ab- zuhalten. Maßnahmen gegen die Spekulation in fremden Zahlungsmitteln oAein genügen ebenfalls nicht, um das Bild des Devisenmarktes zu verändern, wo augenblicklich einem völlig zusammengeschmolzenen Angebot eine dauernde und dringende Nachfrage gegenübersteht, so daß auch Kleine Legende. Von Karl Ettlinger, München.* Die Seligen waren im großen Festfaal des Himmels versam- melt, um dem„Monstre'onzert zugunsten beschädigter Flügelchen" zu lauschen. Die Sitzplätze waren„ausverkauft", die Stehplätze überfüllt, und es war nur ein Gottesglück, daß oerklärte Seelen nicht in Ohnmacht fallen können, denn sonst hätte man an diesem Abend im Himmel die Freiwillige Sanitätswache einführen müssen. Gerade hat der„Posaunenchor der Jugendgruppe Jehova-West" einem hymnischen Choral zu Ende geblasen, das übliche andachts- volle Schweigen der Ergriffenheit wallte durch den Saal— da platzte plötzlich eine dröhnende Applaussolve in die Stille. Er- schrocken sahen sich die Seligen nach dem Missetäter um: eine erst gestern aufgenommene Seele, die enggepreßt im Mittelgang stand, hatte diesen unerhörten kaux pss begangen.„Da sieht man's," zischelte eine alteingesessene Seele ihrer Nachbarin zu.„Die neuen Seelen."* Petrus aber, eingedenk seiner Würde als Festordner, flog über die Köpfe de» Parterre zu dem Frevler, klopfte ihm väterlich auf die verklärte Schulter und belehrte ihn gutmütig:„Liebe Seele, im Himmel wird nicht applaudiert. Das ist hier nicht Sitte." „Wieso denn?" staunte die Ccese. Es war doch ganz schön? Ich versteh freilich wenig von Musik, aber—" „Pst" machte Petrus, denn der Posaunenchor begann seine zweite Programmnummcr: eine Fuge in irgendeiner Dur-Tonart. (Moll gibt's im Himmel nicht.) Kaum aber war das Schlußpianisiimo verhaucht, da klatschte das Ungetüm von einer Seele abermals- wie besessen. Diesmal huschte schon ein Murmeln des Unwillens durch den Saal. War es erhört?„Leut' kommen jetzt in den Himmel..." flüsterte ein süd- deutscher Verklärter. Auch Petrus fühlte sich durch den wiederholten Verstoß gegen die himmlische Konzertordnung heftig erregt:„Beim krähenden Hahn, wenn er einmal etwas sagte, so konnte das doch genügen. Was glaubte denn eigentlich dieses himmlische Greenhorn?" „Du, meine liebe Seele," sagte er mit Betonung,„jetzt hörst Du aber auf mit dem blöden Beifallklatschen. Das bitt ich mir aus. Sonst muß Du Dir den Saal ein bißchen von außen be- trachten. Verstanden?" „Aber warum denn?" verwunderte sich der Uebeltäter.„Also mir hat's tatsächlich ganz gut gefallen. Nun ja, ein bißchen lang kam mirs ja vor, aber.. „Psti Still bist!" knurrte ihn Petrus an, denn inzwischen war auf dem Podium der Posauncnchor durch die„Gesangsgruppe Halle- luja-Süd" abgelöst worden, die jetzt einen ihrer beliebtesten Lob- gesänge anstimmte. Herrlich erbrausten die wunderbar»» Klänge, und besonders die Tenors sangen mit einer Reinheit, die man auf Erden schwerlich Regulierungsversuche der Reichsban? nicht dagegen aufzukommen vermögen. Die Sachwalter des Reiches haben die Pflicht, verschärsts Maßnahmen zur Ueberwachung des Devisenverkehrs zu treffen. Nichts liegt hier näher, wie die auch während des Krieges erfolgte Ausschaltung des freien Marktes durch eine Zentralisierung des Devisenver- kehrs. Zu diesem Schritt haben sich u. u. Deutschösterceich vnd Ungarn neuerdings wieder entschließen müssen. Man hält dem jedoch entgegen, daß eine Zwangswirtschaft für Devisen nur von geringer Wirkung in Deutschland aus den Markt sein kann, weil Deutschland durch die Besetzung �des Rheinlktndes eine riesige und von keinem deutschen Gesetz' be- troffene Wechselstube in seinen eigenen Landesgrenzen hat. Immerhin sollte versucht werden, die Ueberwachung des De- vifenverkehrs zu verschärfen und nach Möglichkeit zu v e r- hindern, daß die für die Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen notwendigen fremden Zahlungsmittel der Speku- lation gegen die Volksinteressen, insbesondere aber der De- visenhamsterei anheimfallen., Das fremde Geld, das in Deutschland eindringt, ist in Wirklichkeit eine Anleihe, die mir dem Ausland geben. Während Deutschland unter einer, die ganze Wirtschaft be- drohenden Geldknappheit leidet, konnten die Länder mit hoher Valuta ihre Zinssätze fortgesetzt ermäßigen, weil sich mit dem Fortschreiten der Weltwirtschaftskrise anlogesuchendes Kapital gehäuft hat. England konnte sogar feine"schwebende Schuld zum wesentlichen Teil durch Anleihen fundieren. Die Anleihe, die wir dem Ausland dadurch geben, daß wir die ihm entbehr- lichen Zahlungsmittel gegen immer höhere Beträge von Mark eintauschen, bedeutet eiste Entlastung der übrigen Geldmärkte »nd wird von Deutschland unglaublich teuer bezahlt. Der Preis für sie ist die Verelendung wachsender Volksmasien. Es. muß also die Ausgabe der verantwortlichen Finanzpoliiikcr sein, die im Ausland umlaufenden Beträge deutscher Mark durch eine Goldanlcihe zu fesseln. Bisher hat sich die Industrie dagegen gesträubt, die nötigen Garantien für eine solche Goldanleihe zu geben. Sie allein ist dazu imstande, weil sie über die deutschen Produktionsmittel verfügt. Sie ist aber auch selbst daran interessiert. Die KapUalkimppheit kommt daher, daß der Markschwund mit seinen Folgen, den steigen-- den Preisen und Produktionskosten, den Bedarf an Be- triebskapital in einer Weife erhöht, der weder Geld- markt noch Notenpresse gewachsen sind. Die Industrie steht damit vor der Frage, ob sie in absehbarer Zeit infolge Kapitalmangels zu Stillegungen schreiten will, obwohl es an Aufträgen nickt fehlt, und ob sie zu dem Währungselend noch eine Arbeitslosigkeit heraufbeschwören will, deren innerpolitischd Folgen unabsehbar sind. Darum sollte sie setzt ihren Wider- stand gegen eine solche Goldanleihe aufgeben. Wiederholt ist die Forderung nach ihr erhoben worden, um die Stöße der Schwonkungen am Devisenmarkt auf die deutsche Wirtschaft zu mildern. Jetzt ist Gefahr unmittelbar im Ver- z u g e. Alle erhofften Erleichterungen von außen her können das Währungselend nicht beseitigen, wenn Deutschland sich nicht selbst zu helfen sucht. Auch an der New Porter Börse war die Mark gestern außerordentlich starken Schwankungen ausgesetzt. Man notierte 100 Mark Abschließend mit 13'/» Cents; dos würde einem deutschen Dollarkurs von 748,40 entsprechen. Der höchste Kurs war 14 Cents, was einem deutschen Kurs von 7 14,30, der niedrigste 11'/», was dem deutsche» Dollorkuv von 800 gleichkäme. tzeute Kabinettssitzung. Die Einladung der Reichsregierung an den bayerischen Ministerpräsidenten zu persönlichen Verhandlungen in Berlin ist bereits am Donnerstag nachmittag nach München abgegangen. Am Freitag vormittan wird die Reichsregierung zu einer Kabinettssitzung zwecks Besprechung der Ant- wort des Grafen Lerchenfeld auf den Brief des Reichspräsi- deuten zusammentreten. antrifft.— So klatschte denn auch unsere widerspenstige Seele dies- mal eine Beifallskanonade, die einen modernen Dillenbau unfehl- vor zum Einsturz gebracht hätte.( Jetzt war es kein Murmeln des Unwillens mehr, das als Echo antwortete, sondern laute Entrüstung.„Also, da hört sich ja doch der Gemüsihondel auf. Jetzt bin ich schon sechshundertvierzehn Ewigkeiten hier oben, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Also, meiner Scel, wenn wir hier nicht im Himmel wären, ich tat sagen: Schmeißt ihn naus, den Lackel."— Dem wütenden Petrus brauchte man dies erst gar nicht zu sagen; mit hochrotem Kopf packte er den störrischen Lösewicht beim rechten Flügel und schleppte ihn vor Gottes Thron.—„Aber ich versteh Sie gar nicht," stotterte die Seele unterwegs.„Das Programm war doch wirklich gar nicht so übel? Ein bisset mehr Abwechslung tat ja freilich nicht schaden, aber—" „Wirf Dich niederl" fauchte ihm Petrus ins Ohr. Du stehst vor Gott." Gott winkte ihnen mit der Hand das Zeichen des Auf- stehen».„Was hast Du, Petrus? Schon von weitem hörte man Dich ja schimpfen?"—„Was ich Hab?" zeterte der Schlüsselgewaltige und berichtete erregt das Geschehnis.„Und deshalb sag ich," schloß er,„die Seele da muß erst noch ein paar Jahrhunderte ins Feg- feuer. So einer hat heroben noch nichts zu suchen." „Willst Du meiner Entscheidung vorgreifen?" wie» ihn Gott zurecht. Und sich mit mildem Lächeln zu dem Beschuldigt.>n. wen- den, fragte er:„Und nun sprich Du. Weshalb folgtest Du Petri Anweisung nicht?"— Di« arme Seele hob treuherzig ihre Augen zu dem Glänze Gottes und sagte demütig: Ich hött's ja gern getan, aber ich tyint ja nicht anders. Schau, Gottvater, ich war zu Leb- zeiten Kellner in einem Kabarett, und da hatte ich's vertraglich, daß ich nach, jeder Nummer applaudieren mußte... Die Macht der Gewohnheit, da kannst holt nix machen.. „Ins Fegfeuer," tobte Petrus.„Faule Ausrede. Dir werden wir schon Anstand beibringen."—„Ruhig, Petrus. Hier bin ich, der liebe Gott.— Sprich, arme Seele, wie lange warft Du denn Kabarettkellner?" „Zehn Jahre, Gottvater." Da fuhr Gott unwillkürlich von seinem Throne auf.„Zehn Jahre? Zehn Jahre lang hast Du allabendlich ein Kabarettvrogramm mit anhören müssen?— O himmlische Barmherzigkeit. Und wenn Deine Missetaten zahlreicher wären denn der Sand am Meere, stehe auf, arme Seele, kelre zurück in den Festsaal des Himmels. Allc'Deine Sünden sind Dir vergeben." -. Bismarck und Lassalle. Zu den Lieblingszitaten Bismarcks ge- hörte der Birgilvers(„Aencis" VII, 312):„Ulectere zj nequeo fiiperos Aclieronta movedo", den der neue Brockhous mit den Worten wiedergibt:„Wenn ich den Himmel nicht erweichen kann, werde ich die Hölle in Bewegung setzen." Zweimal spielt Bismarck im dritten Bond der /.Gedanken und Erinnerungen" auf dielen Vers an, und schon in seiner Rede gegen Virchow vom 21. Januar Die baperifche Antwort. Dir haben bereits gemeldet, daß dem Briefwechsel zwischen' dem Reichspräsidenten und dem bayerischen Ministerpräsi« deuten mündliche Verhandlungen folgen sollen. Wenn aber von anderer Seite behauptet wird, mit dem Brief des Grafen Lerchenfeld sei„eine Verhandlungsgrund-- läge" geschaffen, so müssen wir dem widersprechen. Ver- Handlungsgrundlage kann nur der Brief des Reichspräsidenten sein, der die bayerische Verordnung für verfassungswidrig er- klärt und die Notwendigkeit ihrer Beseitigung zugunsten des verfassungsmäßigen Reichsrechts darlegt. Der Brirt des Grafen Lerchenfeld ist wegen der Absonderlichkeit des Stand- Punkts, den er einnimmt, eher als ein Hindernis für den Erfolg der mündlichen Verhandlungen zu betrachten. Der Inhalt des Münchener Briefs läßt sich kurz in bis Worte zusammenfassen:„Die Reichsverfassung ist mir nichts, die bayerischen Hoheitsrechte sind mir alles." Es ist möglich, daß der.bedauernswcrte Briefschreiber es anders meint, aber so ist es ihm von den wirklichen Machthabeern Bayerns in die Feder diktiert worden. Die Möglichkeit, daß sich Bayern a u f d e n Boden der Reichsoerfassung zurückbegibt, wird nicht einmal angedeutet, dagegen wird verlangt, daß die Reichsversassung entgegen dem Willen des Reiches und sämt- lichcr anderen Länder nach den Wünschen der Bayerischen Volkspartei umgestaltet wird. Eine schriftliche Antwort auf dieses Schreiben hätte un- seres Erachtcns sehr scharf ausfallen müssen. In mündlichen Verbandlungen wird sich dagegen manches sagen lassen, was, unmittelbar in die Oeffentlichkcit geworfen, nur dazu dienen könnte, deck Konflikt in verhängnisvoller Weise zu vor- tiefen. Wir haben gar kein Verständnis dafür, wenn sonstige Bewunderer einer„starken Staatsautorität" dem Reich zu- muten, es solle vor dem bayerischen Rechtsbruch wie ein Taschenmesser zusammenklappen. Und wenn die„Tägliche Rundschau" meint, man solle den ganzen Streitfall angesichts der auswärtigen Lage begraben, so kann das nur so geschehen, daß sich der Teil dem Ganzen fügt, daß er auf das Privi- legium des Verfassungsbruchs verzichtet und damit seinen von ihm selbst gerühmten Pairiotismus beweist. Wir heben indes aus dem Lager derer, die sich selbst eine besonders hoch� gradigc Vaterlandsliebe zusprechen, noch keine Mahnung ge- hört in dem Sinne, daß Bauern seinen rechtswidrigen Wider- stand gegen die staatlichen Grundlagen der deutschen Volk?- gemeinschaft mit Rücksicht auf die bedrohliche äußere Lage aufgeben solle. Das Reich kann sich aber nach außen nicht dadurch helfen. daß es im Innern Sieben eine gerade Zabl sein läßt. Es mag seine Methoden behutsam wählen, darf aber Bayern gegen- über sein Recht nicht aufgeben, wenn es sich nicht selber aufgeben will. O Der Reichswehrminrster hat bekanntlich bei der Be- sprechung der Regimentsfeiern im Reichstage den Wunsch ge- äußert, das Parlament möge einen Untersuchungs- a u s s ch u ß einsetzen, der die einzelnen Beschwerden über die Reichswehr prüfen soll. Ein entsprechender Antrag der Koa- liitonsparleien wurde angenommen. Nach Blättermeldungen soll jetzt der bayerische Reichswehrgeneral Mühl einen Befehl herausgegeben haben, der besagt, daß er einen un- mittelbaren Verkehr des Untersuchungsausschusses mit den Truppenteilen nicht für angängig hält. Eine De- stätigung dieser Meldung war am Donnerstagabend an zu- ständiger Stelle noch nicht zu erhalten. Sollte dieser Befehl wirklich ergangen sei», so stände er im direkten Gegensatz nicht nur zum Willen des Ministers, sondern auch zum Willen der Mehrheit des Reichsparlaments. Der Untersuchungsausschuß kann seiner Aufgabe nur gerecht werden, wenn er durch nichts in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Eine im ReichOwehrministerium stattgesundene Besprechung hat zu demselben Ergebnis geführt. Wir erwarten vom Reichswehr- minister, daß er, falls der General Möhl den erwähnten Bc- fehl wirklich erlassen hat, diesen sofort aufhebt.- 1804 hat er das Zitat benutzt, um seinen Standpunkt in der Sck>les- wig-Holsteinischen Frage zu rechtfertigen. Kaum zwei Monate später stand Ferdinand Lassalle vor Gc- licht, weil er durch Agitation für das allgemeine Wahlrecht die preußische Lerfastunz habe stürzen wollen. Damals rief er seinen Richtern zu:„Es wikd vielleicht kein Jahr mehr veraehen — und Herr v. Bismarck hat die Rolle Robert Peels gespielt. und das allgemeine und dirtte Wahlrecht ist oltroyierti" Das �war keine Phrase, denn Lassalls tonnte Genaueres über Bismarcks Pläne wissen: hatte er doch 1803 mehr- fach eingehend mit dem Ministerpräsidenten verhandelt.„Lassall« war ein energischer und sehr geistreicher Mensch, mit dem zu sprechen sehr lehrreich war"— so hat sich Bismarck später geäußert—; „unsere Unterredungen haben stundenlang gedauert, und ich Hab« es immer bedauert, wenn st« beendet waren." Ausdrücklich hat er dann bezeugt:„Unsere Unterhaltungen drehten sich sicherlich auch um das allgemeine Wahlrecht." Und nun ist es merkwürdig, daß der erwähnte Birgilvers auch ein Lieblingszitat Lassalles gewesen ist, der ihn vielleicht noch mit größerem Recht auf sich anwenden konnte als Bismarck. Aus äuten Gründen hat denn auch der erste Biograph Lassalles, Georg Brandes, gerade dielen eminent symbolischen Vers seiner schon vor Jahr und Tag erschienenen, aber noch heute lesenswerten Dar- stcllung an die Spitz« gestellt. Die porzellansammlung der wiilelsbacher. Aus München wird geschrieben: Das Residenzmuseum, wohl das be- deutendste Museum fürstlicher Innenarchitektur Europas, hat einen weiteren Zuwachs an Schauräumen erhalten. In diesen Räumen, die einst vom Rokokobaumeister Cuvillie eingerichtet wurden und Kurfürst Karl Albrecht als fürstliche Sommenvohnung dienten, ist nun die reiche Porzellansammlung der Wittelsbacher unterge- bracht worden. Unzählige Meißner Prunkstücke, staunenswert in ihrer Material- und Immvollendung, geben den Auftakt. Daran reihen sich Nymphenburger Porzellan von 1770 und gleichzeitig Service aus der Frankenthaler Manufaktur. Der zweite Raum birgt französisches Porzellan. Seores, La Reine und Le Gros sind hier vor allem vertreten. Die Empireprachlftücke aus der Zeit des ersten Napoleon gehören zum Besten der Epoche. Im dritten Raum siebt das berühmte umfangreiche Service mit seinen meterhohen Vasen, ein Brautgeschenk der Gemahlin Morimiiians II., einer preußischen Prin-essin. Daran schließen sich als ebenfalls erst jetzt zugänglich gemachte Räume der Ahnensoal mit den Bildern der früheren Wittelsbacher und das Spiegelkabinetc, das einst als Schatz. kammer diente. Die bedeutendsten Porzellanmanukatturen Europas, wie Berlin, Meißen, Sevres, Nyniphcnbura, Wien, als auch die Ostasiens sind hier mit hervorragenden Mustern vertreten. Die Erschließung der Münchener Residenz wird weiter fortge- setzt. Zunächst werden dt« S i l b e r k a m m e r und das A n t i- quarium dem öffentlichen Besuche zugänglich gemacht werden. Die Radiumbank. In New Park ist eine„National Radium Bank" gegründet worden, die eine Raliumu»nge im Werte von 400 000 Dollars besitzt und sie zu den verschiedenartigsten Zwecken ausleiht. Radium ist ja der kostbarste Stokf der Welt, etwa 170 000- mal lo. wertvoll wie Gold. Es bedarf also schon einer bedeutenden si- nanziellen Organisation, um das Radium zu beschossen und auch in Hr. Zö4 ♦ 3H. �ahrgaüg Sellage des vorwärts 5rettag. 4. Mguft1422 wie das märkische Land entstand. Die Stadt Berlin auf Salzgrund. Wer des Siztmtags oder während der Ferien hinauswandert in[ Rät, durch Letten, Ton« und Mergel vertreten ist. die zur Kach l- di« nähere und fernere Umgebung Berlins, in dem wird auch der. Herstellung abgebaut werden.? In dieser Rötzeit begann sich da- Wunsch rege, den erdgeschichtlichen Aufbau des durchwanderten Ge- Land zu senken. Don Süden her. drang�das Meer ein, dos m einer biets kennen zu lernen. In der Natur ist nichts unveränderlich! „Alles fließt", sagte schon ein altgricchischer Philosoph. So ist denn auch das Landschaftsbild, wie wir es schauen, ein anderes, als es vor- dem war und nachdem fein wird. Diese Veränderungen gehen in der Mark Brandenburg so überaus langsam vor sich, daß sie nur im mäßig tiefen Bucht die Schichten des Muschelkalks absetzte. Namen hoben dies« Schichten von den Mu'>sln, die sich als Der- steinerungen im Kalk zahlreich finden. Much Haisischzähne und Saurierknochen kommen miiunter vor. Der Muschelkalk Rüde s- dorfs l>at eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung erlangt. Die eisten Kalksteine wurden um t2Z0 von den Mönchen des Feisklosters Laus langer Zeiträume wahrgenommen werden können. Aber die Kogel bei Rüdersdorf gebrochen. Seitdem wurde der Steinbrech �..... � betrieb ständig erweitert bis zu der Ausdehnung, die er heute besitzt. Die rohen Kalksteine werden als Bausteine verwandt. In der Haupt- fache wird der Kalkstein jedoch in den Kalksandstein- und ZeMent- sabriken sowie in den Zuckerfabriken und Eisengießereien gebraucht. Aus den Kalkab'ällm wird gewaschener Schotter, Kalksteinsand und Ton gewonnen Der Schotter wird bei der Herstellung von Beton an Stell« des Kieses benutzt. Der Kalksteinsand dient infolge sein:s hohen Gehalts an kohlensaurem Kalk(8S Proz.) als Düngemittel und der Ton wird zur Ofenkachel- und Fliesenherstellung verwandt. » Auf den Muschelkalk folgte als jüngstes Glied der Trias die Keupcrzeit, in der die Mark Festland war. Hierauf kam die Jura- formation mit Meeresbedeckung. Schichten aus diesen Formationen sind in der Mark nur erbohrt worden. Am Schluffe der nun folgen- den Kreidezeit, die ebenfalls dem Mittelalter der Erdgeschichte, und zwar als jüngste Unterabteilung, angehört, überflutete das Meer wieder den märkischen Boden. Dieser Zeit entstammen di« Kreide- vorkommen, die im nördlichen Teil der Uckermark, bei Schmölln und Grimme, erschlossen wurden. Die Schuhten sind nicht sehr mtsge- dehnt, jedoch lohnt auch hier ein Abbau, viel gewaltiger« Kreide- ablagerungen weist Rügen auf, von denen Stubbenkammer und Ar- kona am bekanntesten sind. Spuren, die wir aus früheren erdgeschichtiichen Zeiten finden, sei es durch Tiefbohrungen oder. durch Aufschlüsse in Steinbrüchen und Bergwerken, sind zahlreich igenug, um uns ein einigermaßen beut- liches Bild jener fernen lffage zu geben. Der Boden unserer engeren Heimat war zu den verschiedenen erdgeschicht.ichen Zeitabschnitten bald vom Meere überflutet, bald Festland. So sind denn auch die Ablagerungen, die den einzelnen Abschnitten entstammen, durchaus verschieden voneinander. Das älteste Gestein. Dl« Erdgeschichte oder Geologie unterscheidet von der Zeit an, da sich die erste fest« Kruste auf dem Erdball bildete, vier Hauptab- schnitte: Urzeit, Altertum, Mittelalter, und Neuzeit. Aus der Ur- zeit sind Ablagerungen in der Mark noch nicht gefunden worden. Die ältesten Gesteinsschichten, die hier anstehen, gehören dem Altertum an. Sie bezeugen uns, daß zu jener Zeit auch die Mark, wie der größte Teil Deutschlands, vom Meere bedeckt war. Der Unter- abteilung des Silur(nach dem keltischen Dolksstamm der Silurer in England benannt) gehört die aus Grauwacke bestehende kuppe des Koschenbergs bei Senflenberg nah« der Südgrenze der Mark an. Sie ist das älteste zutage tretende Gestein in der Mark. Ander« gleichaltrige Gesteine sind in der Gegend nördlich vom Koschenberg in 170 und 268 Meter Tiefe erbohrt worden. Die Kosihenberger Grauwacke wird in einem Steinbruch abgebaut und liefert besonders Schotter für Chausseen und Eisenbahnen. Gips und Steinfalz. Einer jüngeren Unterabteilung des Altertums der Erdgeschichte, dem Zechstein(von zach— zäh, also„zäher Stein"), gehört der Gips von Sperenberg südlich Zossen an. Der am Nordufer des Krummen Sees gelegene, etwa 27 Meter hohe Schloß- oder Weinberg besteht aus Gips. Er ist gebildet worden, als das Meer die Oberstäche der Mark und Norddeutfchlands bedeckt. Es stand mit dem Weltmeer in Verbindung, wurde jedoch durch ein« Landhebung von ihm ab- geschnitten und in einen Binnensee verwandelt. Bei dem zu jener Zeit hier herrschenden warmen Klima verdampfte das Wasser, und die in ihm enthaltenen Stoffe wurden ausgeschieden. So lagerten sich Steinsalz, Anhydrit(wasserfreier schwefelsaurer Kalk) und Gips (wasierhaltiger schwefelsaurer Kalk) übereinander ab. In Speren- berg sind Anhydrit und Steinsalz nur erbohrt worden. In den Iah- ren 1867 bis 1871 wurde hier vom Fiskus eme Bohrung vorgenom- men, die bis in«ine Tief« von 1272 Metern ging. Während der letzten 1183 Meter stand die.Dcchrung im reinen Steinsalz. Dieses gewaltige Steinsalzlager ist auch im Untergrunde von Berlin sowie bei hermsdors und bei Rüdersdorf erbohrt worden. Aus dem Sperenberger Bohrloch quellen große W-assermengen empor, die etwa drei Hundertteile Salz enthalten. Das Wasser wird in den Krummen See gepumpt, der dadurch so stark salzhaltig geworden ist, daß ihn alle Fische mit Ausnahme der Aale verlosten haben. Ein reger Stcinbruchbetrieb auf Gips geht auf dem Slbloß- oder Wein- berg um. Der Gips wird in die am Bahnhof Sperenberg gelegene Fabrik befördert und hier zerkleinert und gebrannt. Früher benutzte man ihn auch als Baustein, wie noch an einzelnen Häusern Speren- bergs zu sehen ist. Die Sperenberger Gipsbrüche sind über 350 Jahre alt. Der nützliche Kalkstein. Dem Mittelalter der Erdgeschichte gehören die Rüdersdorfer Ablagerung« an. Als die letzten Reste des Zechsteinmeeres verschwun- den waren, brach eine Wüstenzeit an, die Trias. Der Name bedeutet „Dreiheit", weil dieser Zeitabschnitt drei Glieder umfaßt, von denen jedoch nur di« beiden älteren bei Rüdersdorf zutage kommen. Das öltest« Glied Ist di« Duntsandsteinformation, deren obere Schicht, der vogelsterben. Auch eine??olge d?S ungünstigen Wetter?. Das regnerische Wetter der letzten Zeit ist der Berliner Vogel- welt sehr schlecht bekommen. Ein starker Gewitterretzen stört unsere lieblichen Wald- und Feldfänger in der Regel bei ihrem Brutge- schäst nicht, selbst ein anhaltender Landregen ist hierbei in seinen Auswirkungen nur selten verderbenbringend. Wenn aber, wie das in den vergangenen Wochen wiederHoll der Fall war, der Regen ununterbrochen Tage und Nächte hindurch herabrieselt, weicht er das im Büsch oder auf freiem Felde angelegte Nest so vollständig auf, daß di« Vögel dieses verlast« müssen. Tropfen auf Tropfen rinnt an Zweigen und Gräsern nieder bis in das Nest hinein'und die arm« Tiere können Eier und Junge mit ihr« ausgebreiteten Flügeln schließlich nicht mehr schütz«. Tausende von Neste« sind deshalb in diesem Sommer verlast« ward«, die Eier lieg« ver- darben, die Jungen tot in den Nestern. Am schwerst« Hab« die im Rohr unserer Sümpfe und Flüste angebaut« Brutställm durch das Wetter gelitten. Die muntere Rohrdrossel und der kleine fleißige Rohrfänger bau« ihr kunfwolles Nest zwischen den Rohr Halmen, etwa 25 Zentimeter über dem Wasser, so daß es völlig in d« Halmen hängt, an d«en es so be- festigt ist, als ob es.angenäht" wäre. Der Reg« ssckert nun aber an den Halmen bis zu der Nahtstelle hinab, wird durch diese am weiteren Abwärtsgleiten verhindert und dringt in das Nest ein, auch wmn es von oben durch die Flügel des brütenden Weibchens be» deckt wird. Die Vernichtung der Brut ist die unabwendbare Folge. Doch auch nicht im Frei« brütend« Vögel haben durch das naß- kalte Wetter erheblich gelitten, weil es ihnen selbst oder ihrer Brut an der nötigen Nahrung fehlte. Zu dies« zählt vornehmlich unsere allbekannte Turmschwalbe, die ihre Nahrung nur in höher« Luft- region« sucht. Sie nistet in Berlin meistens w Lücken unter den Däche« oder über d« Dachrinnen zwischen den Häusern. Der Dauerregen hiett die Insekt« aus den Lüften fe« und die nütz- lichm Vögel mußt« ihre Jungen in den Neste« vielfach vorhungern lassen. §olgen öer Geldentwertung. Ein Sparprogramm des Berliner Magistrats. Das rapide Sinken des Markwertes trifft die Stadt Berlin in ihrer augenblicklich ohnedies sehr schwierig« Finanzlage besonders hart. Der Berliner Magistrat hat sich daher zu folgenden Beschlüssen genötigt gesehen: Die katastrophal« Geldcntwerluna der letzt« Wochen zwingt zur größten Sparsamkeit und Rückstellung aller nicht unbedingt erforderlichen Arbeiten. Zur Prüfung der dazu geeignet« Maßnahm« wird ein RIagistratsansschuß von sieb« Mitgliedern eingesetzt, welcher Sachkundige für die verschiedenen Gebiete zuzieh« soll. Der Ausschuß soll nam«tlich prüf«: 1. Welche einmaligen Ausgol!«, Reuanlagm und Baut« des Haushalls ISZZ abgebrochm und zurückgestellt werd«. 2. Erhebliche Ersparnisse an Heizungskost« durch Kohlcnfen« in den Doch« der strengsten Winterkäite. Z. Ersparnisse im Schulwes« durch Iusamm«Iegung der gering besuchten Obcrklasim. 4. Ersparnisse im krank«hauswes« durch Einführung der getrennt« Diensszeit oder Einstellung einzelner Krank«anstalten. S. Die Einstellung von Beihilfen an Bereine, die auch mit der noch möglichen städtischen Unterstützung ihre Ausgab« nicht mehr erfüll« könn«.— Der Ausschuß soll dem Magistrat baldmöglichst berichten. Der Ausschuß wird«ine sehr schwierig« Aufgab« zu bewältigen haben. Man wird sich besonders hütm müssen, bei den beabsichtig- ten Erlpa«ifl« im Schul- und Krankenhauswefen zu weit zu geh«. Auch in der Frage der Abbrechung von Bauten wird man die sehr schwerwiegend« Folgen erörtern müssen, die sich, um nur eins her- auszuhebm, z.B. bei der in der Bollendung begriffenen Nord-Sü''- bahn, technisch und finanziell notw«dig ergeben müssen. Morötateu bei Potsdam. In Deetz an der Havel bei Potsdam wurde die Frciii eines Viehändleri Brandt unter Haferstroh versteckt mit ein« geschlagenem Schädel aufgefunden. Der Tat dringend ver- dächtig ist der bei dem Viebhändler beschäftigte Knecht, der noch Hamburg abgereist ist.— In der Potsdamer Gegend wurde der Oberforstmeister Kowalski von einem Wilderer durch Dum« Dum-Geschosse niedergestreckt. Der Täter wurde von dem am Boden liegenden Kowalski, dem beide Unterschenkel zerschmettert waren, kampfunfähig gemacht und kurze Zeit darauf verhastet._ örotsupxe mit Rattengift. Die geheimnisvolle Fremde. Unter der Anklage des versuchten Morde» hatte sich gestern die ISjährlge Hausangestellte Klara L. vor der Ferienstraf- lammet des Landgericht« Hl zu verantworten. Die Angeklagte war bei einem Apotheker Otto B. in einem märkischen Städtchen als Hausangestellte in Stellung. Als sie eine« Tages für die Familie Brotsuppe kochte, fiel der Frau B. der eigentümliche Geruch der Suppe auf. ES stellte sich heraus, daß der Suppe 24 Gramm eines scharf wirkenden Rattengiftes beigemengt war«. Da nur die Angeklagte als Täterin in Frage kommen konnte» sagte man ihr Mordversuch auf den Kopf zu. Das junge Mädchen gestand weinen?: Eines TageS sei auf der Straße eine schwor,- gekleidete, tiefverschleierte Danie an sie herangetreten und habe ibr gesagt, fie wolle an der Familie B. furchtbare Rache üben. Di« Unbekannte gewann ein« unheimlichen Einfluß auf sie und unter diesem Einfluß habe sie sich zu der Tat verleiten lassen. Diese Aussage wiederholte das 14jährige Mädchen auch in der gestrig« Verhandlung, wobei eS einen sehr absonderlichen Eindruck machte, so daß Rechtsanwalt Dr. Grünwald als Verteidiger der Angeklagt« Bedenken gegen die geistige ZurechnungS- f ä h i g k e i t erhob mit dem Hinweise, daß e» völlig rätselhaft sei. wie eine Vierzehnjährige zu einer so ungeheuerlichen Tat kommen könne. DaS Gericht beschloß, die Angeklagte erst durch den Sanitäts- rat Dr. Li p p m a n n auf ihr« Geisteszustand beobachten zu lassen und vertagte dementsprechend die Verhandlung. Der Sprung in die Welt. Ein Jungarbeiterronuin von Artur Zickler. Gegen zehn Uhr brachen die beiden Freunde auf und gingen zum Zeitungshause, wo sie bei der Expedition der um Mitternacht gedruckten Sonntagsausgabe des General- anzeigers als�Helfer tätig waren. Diese Arbeit machte ihnen den meisten Spaß. Der Betrieb begann manchmal erst später, als er angesetzt war, dann veranstalteten die Zeitungsfahrcr Radrennen um den Häuserblock, bis die Lampen im Rotations- maschinensaal in voller Helle aufflammten und die letzten Blei- stocke in die Druckriesen gehoben wurden. Die Maschinen- meister drückten die Schalthebel hoch, die Motore begannen zu singen und bald verstand man im Gebrüll der Kolosse sein eigenes Wort nicht mehr. Die Zeitungsstöße häuften sich und die Jungen schleppten die Ballen zum Aufzug. Im Morgen- grauen tappten die Freunde hundsmüde ihren Betten zu. Am Bahndamm wehte das junge Grün des Frühlings. In den Siedlergärten wimpelten bunte Fähnchen. Hans und Rudi hockten auf einem Zaun, und Hans las aus dem Carnegie vor, einem Buche, das beide heftiger interessierte als der Große Katechismus des Pfarrers Schneider. Andrew Carnegie, der es, ein Ausläufer wie sie, zum amerikanischen Stahlkönig ge- bracht hatte, wurde chr leuchtendes Borbild, die Verkörperung ihrer Hoffnungen und Sehnsüchte, und sie zweiselten nicht daran, daß ihre Lebensfrische und ihr Wagemut ausreichen würden, das gleiche Ziel zu. erreichen. „Wir müssen Kaufleute werden, Rudi, und feste lernen. Cs wird ein paar Jahre dauern, aber wir klimmen doch nach oben. Wenn wir ausgelernt haben, gehen wir in fremde Län- der. Wir packen alles an, wie es komint, und schmeißen es. Wir müssen nur immer Energie haben, dann kann nichts schief gehen. Wenn wir dann unsere eigenen Fabriken haben, fahren wir nach Hause und holen die Alten. Wir sagen zu ihnen: „Es ist alles nllrixht" und schleppen sie mit, natürlich im Auto. Und alle von der Bande, die zi: uns gehalten haben. kriegen Posten in unseren Werken: sie müssen dort natürlich richtig arbeiten, aber wir werden sie sehr anständig bezahlen. Wenn wir auf der Höhe sind, werden wir auch heiraten, aber nur reiche Mädchen, und wenn sie hübsch sind. Unsere Eltern bekommen ein Haus auf dem Lande, und Sonntags fahren wir mit unseren Frauen und Kindern zu ihnen hinaus. Sie WOcda» dann sogen- ,Jhr seid große Lausejungen gewesen und wir hätten nicht gedacht, daß ihr euch so herausmacht— jetzt aber sind wir stolz auf euch!" Was denkst du darüber?" Rudi blinzelte.„Natürlich— aber es wird schwer halten. Du weißt doch, daß die Göbels in die Kolonien gegangen sind. Der lange Max Göbel, den du auch noch gekannt hast, wollte dort eine Farm gründen. Er hat seine Mutter, die ihre Krä- merei vertaust hat, und seine Schwester mitgenommen. Nach einem Jahre ist er am Fieber gestorben, und die beiden sind bettelarm wiedergekommen. Ich habe die alte Göbel vor acht Tagen getroffen und sie meinte, man sollte im Lande bleiben und sich redlich nähren. Wenn sie den erwische, der ihrem Max die Fliege in den Kopf gesetzt habe, spucke sie ihm ins Gesicht. Das braucht uns nicht zu hindern, reich zu werden, doch ich denke, man muß sich alles reiflich überlegen. Wir brauchen jedenfalls nicht in der heißen Zone anzufangen, an die man sich so schwer gewöhnt." „Darüber wollen wir uns jetzt den Kopf nicht zerbrechen," sagte Hans,„die Hauptsache ist, die Alten herumzukriegen, daß sie uns Kaufleute werden lassen. Mein Bater ist kein großer Freund davon. Was sagen deine Eltern dazu?" „Mein Vater kümmert sich nicht viel darum, meine Mutter sähe es ganz gerne, wenn ich etwas Besseres werde und nicht immer nach Mist stinke, wie mein Bater, der es beim Dünger- cxport nur aushält, weil er vom Lande ist." Die Turnhalle der Gemeindeschule war festlich geschmückt. Durch die hochliegenden Fenster siel das Frühlingslicht in goldenen Garben. Ein Harmonium präludierte, der Gesang des Mädchenchores suchte jubelyden Ausweg ins Freie. Mutter Onfreder faß weinend unter den sonntäglich gekleideten An- gehörigen der Konfirmanden, die den Hintergrund der Halle füllten. Sie weinte immer bei feierlichen Anlässen. Im Vorder- grund saß die Jugend, deren Eintritt in den„Ernst des Lebens" heute verkündet wurde, steif und befangen, in neuen, ungewohnten Kleidern. Der Direktor der Schule hielt eine Ansprache: er war ein dicker, wenig beliebter Mann, und die väterliche Güte, die er in seine Stimme zu legen versuchte, klang erzwungen, aber das merkten die wenigsten. Gesang beendete die Feier, die Lehrer stellten sich an den Ausgang und gaben jedem ihrer bisherigen Schüler zum Ab- schied die Hand. Druaßen schössen Schwalben über den Schulhof. Mutter Onfreder wischte sich die letzten Tränen vom Ge- ficht und küßte Hans, dam: ging sie schwer und eifrig neben ihm her.„Vergiß das nicht, 5)ans, was der Direktor euch zum Abschied gesagt hat, werde ein braver Mensch. Deine Jugend ist nicht besonders schön gewesen und deine Eltern sind arme Leute, aber Schlechtes hast du nicht bei uns gesehen. Du bist gesund und gescheit und die Jungensjahre sind jetzt für dich vorbei. Unser Leben ist schwer, und wir haben noch deine jüngeren Geschwister, denen du nun ein Beispiel sein mußt." Jetzt blieb sie stehen, weil sie schon wieder weinen mußte. Da sah Hans seinen Bater über die Straßenbreite herüber- kommen, der hagere Mann zeigte sein hellstes Gesicht.„Na— hat es der Herr Sohn geschafft! Jetzt wollen wir in eine -Kaffeestube gehen und Kuchen essen." Der Ausschank des Volksvereins war fast leer. Onfreders Bater wählte einen Tisch am Fenster und holte drei Töpfe Kaffee und einen Teller in Streifen geschnittenen Kuchen beran. Die Mutter aß am wenigsten, sie war noch blaß und bewegt. Der Vater erzählte ein heiteres Erlebnis aus der Werk- statt, kaute vergnügt und strich sich dpn kleinen, blonden Schnurrbart.„Jetzt müssen wir uns auch darum kümmern, was aus Hans werden soll," sagte die Mutter,„damit er nicht ins Bummeln kommt. Er will Kaufmann werden." Der Vater wurde ernst, sogar ein wenig ärgerlich.„Ich kann die Stehkragenproletarier nicht leiden, das sind alles dünkelhafte Hungerleider. Sie werden schlechtr bezahlt als die Handarbeiter, und es kann mir einer sagen, was er will, ein Handwerk bleibt ein Handwerk." Hans wollte ihm in die Rede fahren, aber er fuhr fort„Ich weiß, was du sagen willst. du hast albern« Bücher im Kopfe, und was ich aus Erfahrung beurteilen kann, zählt bei dir nichts. Ick) weiß auch, daß du deinen Willen durchsetzen wirst, aber wenn der Zeitpunkt ge- kommen sein wird, wo du die Nase voll hast, werden mit weiter darüber reden. Dazu ist ein Vater schließlich da, daß er die Flausen seiner Kinder noch ein Weilchen auswetzt: ich will dir den Spaß nicht von vornherein verderben, weil es der meine nicht ist. Deine Mutter hast du ja auf deiner Seite, der kann der Herr Sohn nicht fein genug sein— daß aus dem Acker kein Weizen blüht, ist euch nicht einzureden. Was heißt denn Kaufmann? Ein Kaufmann wirst du nie, weil dazu Geld gehört, das wir nicht haben, und für einen Tintenkuli würde ich«ich an seiner Stelle bedanken. Ich sehe es doch an �>en Schreibern bei uns in der Bude, fie tragen Gummiwäschs, aber in der zweiten Hälfte des Monats knallen sie sich saure Gurken aufs trockene Brot. Wenn ein Kaufmann stellungslos wird, kann er sich aufhängen: denn das Arbeiten hat er in- zwischen verlernt und von sauberen Fingernägeln kann man nicht leben." tFortsetzung folgt.) Der Kriminalbeamte im Wäscheschrank. Berhaftung raffinierter Diebesbanden. Ein gemeingefährliches Verbrechen ist vor einiger Zeit von dem Schriftseher Otto Iacobi und dem Polsterer Leonhard Schmiz in Gemeinschaft mit einem noch nicht ermittelten und zurzeit flüchti gen mehrfach vorbestraften Verbrecher namens Balzereit verüot worden. Sie hatten in Erfahrung gebracht, daß der Ehemann einer in der Brunnenstraße wohnenden Frau W. auf längere Zeit verreist und deshalb die Frau allein in der Wohnung war. Sie erschienen eines schönen Tages dort, einer von ihnen gab sich als Kriminalfommissar aus und erklärte, daß er wegen Ber dachts der Hehlerei eine aussuchung vornehmen müsse. Die Angeklagten wußten aber nicht, daß ihr Plan, bei dieser Gelegenheit die Wohnung auszuräumen, bereits der Kriminalpolizei bekannt geworden war, und daß in Kleiderschränken und hinter Bor hängen schon einzelne Kriminalbeamte standen, die nur darouf warteten, zugreifen zu können. Während eine der angeblichen Beamten die Frau in einem Zimmer festhielt, fingen die anderen an, die Haussuchung" vorzunehmen, und waren nicht wenig über rascht, als fich plötzlich eine stählerne ette um ihre Hand gelente legte. Während Jacobi urd Smit festgenommen wurden, sprang Balzereit mit einem machtigen Satz zur Tür und war im nächsten Augenblick auch verschwunden. Wegen dieser Tat hatten sie sich nunmehr vor der vierten Ferienftraffammer des Landgerichts I zu verantworten. Das Cericht fam mit Rücksicht darauf, daß die Tat der Angeklagten unter Umständen sehr leicht den Anfang eines schweren Raubes oder Mordes hätte merden können, zu einer empfindlichen Bestrafung der beiden Angeflagten, indem es auf je 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust erkannte. * H Die Verpachtung der städtischen Güter behandelt Etadtverorba Eine Schwindelgründung. Groß Berliner Wohnungsverwaltungsgesell neter Genosse Brolat in der letzterschienenen Nummer 31 der schaft m. b. H. hatte der Kaufmann Wilhelm Wiener ein höchst Kommunalen Bragis". Er kommt zu dem Ergebnis, daß die un zweifelhaftes Unternehmen genannt, das ihn unter der Anklage des befriedigenden Ergebnisse der Güterverwaltungen in erster Linie mehrfachen Betruges vor die Ferienstrafkammer des Landgerichts II auf ihre bureaukratische Schwerfälligkeit zurückzuführen seien. Es führte. Der Angeklagte ist ein schwer vorbestrafter alter Berbrecher, jei eben rationell, Beamte als Wirtschaftsleiter oder in der zuletzt zu einer dreijährigen Zuchthausstra fe verurteilt anderen Stellungen bei wertenden Betrieben zu beschäftigen, diese worden ist, die er aber noch nicht verbüßt hat, da er die Repolu. Stellen müßten vielmehr im Privatdienstvertrage und mit anges tidns wirren dazu benugen verstand, sich der Strafverbüßung zu messenem Gehalt besetzt werden. Vorbedingung für eine ertragsentziehen. Er widmete fich weiter feinem alten Gewerbe und reiche Wirtschaft sei, daß die gesamte Güterverwaltung aus dem gründete die Groß- Berliner Wohnungsverwaltungsgesellschaft. Bei städtischen Etat herausgenommen und zu einer selbständigen Gr feinem eleganten und sicheren Auftreten gelang es ihm, mehrere be- fellſchaft unter Ausschluß des Privatkapitals gemacht werde. Wie tannie Berliner Rechtsanwälte als Syndici für wir hören, bewegen sich neuerdings die Absichten des Magiſtrats fein Unternehmen zu gewinnen und nachdem er auf diese Weise der in dieser Richtung. Gesellschaft einen äußeren Anstrich gegeben hatte, ging er auf sein Die Berliner Straßenbahn teilt mit, daß wegen Bauarbeiten eigentliches Ziel los. Auf Grund der von ihm erlassenen Inserate, bis auf weiteres die Endhaltestelle der 2inien 25 und 125 und in denen er Hausverwalter suchte, die in der Lage sein mußten, der dort endigenden Wagen der Linien 30 und 32 aus der Chareine größere Raution zu stellen, trat er mit den jetzt als Zeugen lottenstraße in die Georgenkirchstraße verlegt wird. erschienenen Personen in Verbindung und nahm ihnen Beträge Eine amtliche Haudausgabe des Mennwett und Lotteries von vielen tausend Mart ab. Unter Berücksichtigung der geleges vom 8. April 1922 ist, wie das Preußische Landwirtschafts Gemeingefährlichkeit des Treibens erfannte das Gericht, dem Antrage ministerium mitteilt, nebst Ausführungsbestimmungen und der für Breuzen des Staatsanwaltes folgend, auf eine Gefängnisstrafe von gültigen ministeriellen Ausführungsanweisung im Berlage von Karl Hey 3 Jahren, die späterhin in eine Zusagstrafe zu der noch nicht man, Berlin W 8, Mauerstr. 44, erschienen. verbüßten Zuchthausstrafe umgewandelt werden soll. Groß- Berliner Parteinachrichten. finden vom Freitag, den 4. Auguft, ab immer Dienstags und Freitags von 5-8 Uhr im Humboldtheim und Schillerpark statt. Alle Genossinnen und Genossen werden gebeten, ihre Rinder an diesen Spielen, welche audi nach den Ferien forgefegt werden, teilnehmen zu laffen. sammlung in der Schulaula Scharrenstraße. Thema: ,, Die Einigungsfrage Referent Rurt Heinig. 2. Distusfion. 3. Anträge zum Parteitag. 4. Bohl der Delegierten. Von den aus 9. Rrets Wilmersdorf. Freitag, den 4. Auguft, 7 Uhr, erweiterte Rreisooze fandssigung bei Rollath, Seidelberger Blag 1. fchule, Thema: Parteitages". Referent Gen. Altmeiner. 2. Stellungnahme zum Parteitag. Heute, Freitag, den 4. August: Wegen Mißbrauchs der Erwerbslosenfürsorge hat sich das Neus 3. Kreis Wedding. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde: Die Ferienspiels föllner Bezirksamt wiederum veranlaßt gesehen, im April und Mai dieses Jahres gegen acht unberechtigte Unterstügungsempfänger das gerichtliche Strafverfahren einzu leiten. Diese hatten zum Teil beträchtliches Einkommen der Che-. Arets Charlottenburg. Freitag, den 4. Auguſt, 7 Uhr, Kreisvertretervez gatten absichtlich nicht angegeben bzw. neben dem Bezuge der Unterstüßung selbst Arbeit verrichtet oder Handel getrieben und den sich Eine Bande gewerbsmäßiger Ladendiebinnen, daraus ergebenden Verdienst bewußt verschwiegen. die in äußerst raffinierter Weise verschiedene Ceihäftsleute im Norder Vorzeit laufenden Straffachen haben in den genannten Monaten den Berlins um erhebliche Werte geschädigt hatte, ist vor einiger Zeit 13 ihre Erledigung durch Verurteilung gefunden; je nach dem Um- bule, Rönstraße, Stelspettreretonieren. Shemie Aufgaben des durch die Aufmerksamkeit eines der Geschädioten un chädlich ge= macht worden. Es handelte sich um eine mehrfach vorbestrafte Frau fange des Betruges wurden Geldstrafen bis 1500 m. bzw. 23 eftphal, eine 15jährige Frieda S. und die 21jahrige Gertrud Gefängnis bis zu 30 Tagen verhängt. Bei dieser GelegenNeumann. Während die B. und die S. bereits anderweitig ab- beit jei erneut darauf aufmerksam gemacht, daß den in Frage fom- 6. Abt. 7½ Uhr Sigung aller Funtionäre bei Dobroblaw, Swinemünder menden Personen neben den erwähnten Strafen faft ausnahmslos Straže 11. geurteilt worden sind, hat sich heute die Beklagte Neumann vor Anträge zum Parteitag find bis zum 7. August mittags beim Borfigenden abzu der Straffammer zu verantworten. Die Angeklagte behauptete, daß durch längeren oder gar dauernden Ausschluß von der Fürsorge er- 77. bt. Schöneberg. Die Funktionärsigung für August fällt aus. geben. Die Gigung des engeren Borstandes findet schon am 7. August, sie in die Hände der Frau W. gefallen fei, die sie zunächst zu einem hebliche Nachteile erwachsen. Ein bekannter Berliner Schulmann, der Reftor Emil Bren 81. Abt. Friebenau. 8 Uhr Abteilungsvorstandsfizung bei Unbrich, Sandfern8 Uhr, bei Wittkowski, Martin- Luther- Str. 78, fat. Diebstahl verleitet und ihr dann drohte, sie anzuzeigen, wenn fie nicht weiter mitmache. Die drei Diebinnen hatten nert, ist im 77. Lebensjahr gestorben, nachdem er vor furzem firage 85. Wäsche, Kleidungsstüde, Goldwaren und sogar Zigarren und Ziga- in den Ruhestand getreten war. Brennert war länger als 50 Jahre retten erbeutet. Bon Justizrat Dr. Sudheim wurde als( traf Berliner Rettor und ist in den 90er Jahren durch sein mannhaftes mildernd geltend gemacht, daß es sich hier wieder einmal um ein Auftreten in der damaligen firchlich- liberalen Bewegung in den junges Großstadtkind handele, dem während des Krieges die väweitesten Kreisen bekanntgeworden. Seine Rechenlehrbücher waren terliche Erziehung gefehlt habe und sich selbst überlassen in allen Berliner Schulen eingeführt. Besonders bekannt war der war, da die Mutter zur Arbeit gehen mußte. Da außerdem eine alte Brennert im Often, wo er eine Mädchenfortbildungsschule und 7. Berführung durch eine alte Diebin verliege, empfehle sich die An- eine Knabenschule in der Fruchtstraße leitete. Die Beifegung findet mendung der bedingten Begnadigung. Das Bericht be- am Sonnabend um 3 Uhr nachmittags auf dem alten Petri- Kirchhof rücksichtigte diese Ausführungen und erkannte auf 4 Wonate Ge- in der Friedenstraße statt. fängnis und setzte eine Bewährungsfrist von Jahren fest. Ein Bubenstück. J Ein mißlungener Drahtseilanschlag wird nach träglich bekannt. Am 26. b Mte. famen zwei Kraftwagen der Bofifraftwagenstelle Berlin- Borsigwalde über den Tegeler Weg. Einer hatte den anderen im Schlepptan. In der Nähe des Königsdammes merkte der Fahrer des ersten Wagens, daß ein Zinkdraht etwa in Mannshöhe über die Straße ge ipannt war. Er fonnte im letzten Augenblick noch start bremsen. Nun fuhr jedoch das geschleppte Auto auf den plöglich baltenden ersten Wagen so start auf, daß er ich mer beichädigt wurde. Nach den bisherigen Ermittelungen scheint es sich um einen Bubenstreich von halbwüchigen Burschen zu bandeln. Mit teilungen zur weiteren Aufklärung nimmt Kriminalfommissar Dr. Riemann im Zimmer 34 des Polizeipräsidiums entgegen. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft etwas lebhaft. Fisehe reichlicher, Geschäft flau. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft flott. handelspreise: pelinstraße. 103. Abt. Oberschöneweibe. 8 Uhr engere Borstandsfigung bei Becher, gep. 108. Abt. Ripenid. 8 Uhr Borstandsskung bei Müller, Mag- Str. 17. 114. bt. Lichtenberg. 7% Uhr Funktionärßigung bei Schwarzer, Gabriele Morgen, Sonnabend, den 5. Auguft: 11. st. 7½ Uhr Gigung der Betriebsvertrauensleute und Funktionäre bel Bärwalde, Schlegelstr. 8. bt. 7 Uhr wichtige Sigung der Bezirksführer und Funktionäre bei Berger. 17., 21., 22. unb 23. Abt. Elternbeiräte! 7 Uhr wichtige Zusammenkunft im Ronferenzzimmer Nr. 7 der 183. Gemeindeschule, Muller, Ede Triftstraße. 25. ib. 7 Uhr bei Taube, Müllerstr. 62a, Cinüben sozialistischer Lieder, Alle Genoffinnen und Genossen find dazu eingeladen. 25. Abt. 7 Uhr Sigung der Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute und Citetas beiräte im Werneuchener Schloß, Werneuchener Str. 1. 52. bt. Charlottenburg. 8 Uhr Funktionärßigung bei Bade, Raiferin- Augufta Allee 52. 86. Abt. Mariendorf. 8 Uhr Funktionärfigung bei Hoch, Chauffeeftr. 44. Vol ftändiges Erscheinen aller Funktionäre Pflicht. 115. bt. Lichtenberg. 7% Uhr funktionärligung bei Gonell, Jungftr. 32, de Scharnweberstraße. Die Parteifunktionäre und milfen erscheinen. Betriebsvertrauensleute 141. bt. Rosenthal. 7 Uhr Funktionärßigung bei Milbrodt, Aronpringen Ede Balderfeestraße. Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende KleinRindfleisch 50-55 M., ohne Knochen 56-78 M. Schweinefleisch 80-102 M. Kalbfleisch 60-85 M. Hammelfleisch 58-80 M. Rückenfett Schellfisch 14-18 M. Seelachs 10-17 M. Rotzungen 98-101 M, 15-18 M. In Eis: Schleie 60-78 M. Hechte 55-85 M. Aale 58-70 M. 45. Lebende Blele 70 M. Hechte 90-98 M. Aale 70-88 M Eler 7,50-7,75 M. Margarine 60-75 M. Schweineschmalz 95-98 M. Weißkohl 3-5 M., Wirsingkohl 6-8 M.. Mokrrüben 4-7 M., Blumenkohl 10-25 M. der Kopf. Spinat 8-9 M. Wachsbohnen 12 M. Kohlrabi 10-17 M. die Mandel. Pfefferlinge 20-22 M. Schoten 9-12 M. Zwiebeln 10-12 M. Grüne Gurken 8-20 M. das Stück. das Stück. Naturbutter 92-104 M. bt. Die Genoffen werden gebeten, fich am Familienausfing des 6. Kreises und Gesangverein Hallesches Tor" zu beteiligen.( Am Sonntag, dex. 6. Auguft.) Filz Nachzügler Restaurant Ganssouci, Gadowa, große Spiel mieje. Wetter bis Sonnabend mittag, Vielfach beiter, in den Lagesftunden mäßig warm, borübergehend weber starter bewölft und im Norbert noch einzelne leichte Regenfälle. Draußen in Tempelhof, dicht am Kai, lagert des Edeltabaks goldene Last wohlbewahrt, wohlbewacht. Aus den gefüllten Speichern quillt jener würzige, fremdartige Wohlgeruch wie er nur dem mor genländischen Tabak eigen ist und wie ihn der Kenner an der guten Massary- Zigarette rühmt. Uffeilen Sie selbst! MASSARY ORIENT TABAKE Massary Delft edel wie der Name CA 298030 KON AINON Minna Cauer zum Gedächtnis. tionen auschloß, wurde der Berein für Frauenstimmrecht Bittere Stunden blieben ihr nhht erspart. Es schmerzie gegründet. sie, daß selbst innerhalb der bürgerlichen Frauenbewegung Bon Tony Breitscheid. Die Arbeit für die politische Gleichberechtigung der Frau ihrem Birken fo viel Steine in den Weg gelegt wurden. Die Ein Leben des Kampfes und Ringens ist abgeschlossen. nun an alles andere. Wohl nahm sie an anderen Organisa- ihr noch eine große Enttäuschung. Die Organisation war auf und gleichzeitig für ihre politische Erziehung verdrängte von legten Jahre in dem Kampf um das Frauenwahlrecht brachten Trauer erfüllt uns, die wir das Glück hatten, Minna fionen teil und schenkte ihnen ihren Rat und ihr Interesse, gebaut. Alles schien zu den besten Hoffnungen zu berechtigen. Cauer näher zu stehen. Es gibt wohl faum einen Menschen, der mit Minna damals, im Jahre 1907, daß der Einfluß der deutschen Frauen die Minna Cauer nicht gehen fonnte, ohne sich selbst zu verbesonders allen Bildungsbestrebungen, aber sie erkannte schon Da fam es zu Spaltungen und zu einem Abgleiten auf Wege. Cauer in Berührung tam und nicht von dem eigenartigen sich so lange nicht genügend auswirken fonnte, als sie nicht leugnen. Es war in der Zeit der Kämpfe um das preußische Reiz ihrer Persönlichkeit ergriffen wurde. Ihr Geift war politische Rechte besaß. Nirgends stieß sie auf größere Oppofi- Wahírecht. Die Auseinandersetzungen zwischen Demokratie ( prühend lebendig bis in die letzten Tage hinein, als der tien, als in diesem Kampf. Berge von Vorurteilen, von Un- und Reaktion drangen auch in die FrauenstimmrechtsorganilaKörper schon so schwach war. Noch von ihrem Seffel aus, in fenntnis, von Mißgunst und Selbstherrlichkeit mußten über- tionen ein. Als wir sahen, daß der Opportunismus nicht aufbem fie lag, verfolgte sie aufmerksam alles, was in der Welt wunden werden. So selbstverständlich uns heute die Tatsache zuhalten war, schieden wir aus. Dies Verlassen der von ihr vorging. Mit einer erstaunlichen Frische besprach die Achtzig- onmutet, daß Frauen in Reichstag und Landtag, in den Be- selbst begründeten Bewegung brachte Minna Cauer Irwere jährige noch ihre Eindrücke, verlangte fie andere Auffaffungen zirks- und Stadtverordnetenversammlungen sigen- fo ge- innere Rämpfe. Sie blieb Sieger, weil sie eine überz- ge zu hören. Unwillkürlich gehen die Gedanken zurück zu den läufig war damals der großen Maffe im Bürgertum und auch Demokratin im besten Sinne des Wortes war. Sie hätte sich ſizen Sahren, in denen wir gemeinsam arbeiteten, gemeinsam noch vielen Arbeitern der Gedanke, daß die Frau ins Haus felbst aufgegeben, hätte sie einer Sache weiter gebient, die si tämpften. Und es ist uns ein Trost, zu wissen, daß diese Frau gehöre und sich um Politit nicht zu fümmern habe. Manch gegen die Demokratie richtete. die Früchte ihrer Arbeit ernten durfte, anders vielleicht, einer hätte in diesem Kampf, in dem das Recht auf unserer als fie erhofft hatte, aber sie fonnte doch an ihrem Lebens- Seite, alle anderen Waffen aber in den Händen der Gegner ihrer Zeitschrift Die Frauenbewegung" zurück. Hier nam Mehr und mehr zog Frau Cauer sich auf die A.bet in ende fagen, daß ihre Mühe nicht umsonst gewesen ist: waren, verzweifelt. Es bedurfte der ganzen Zähigkeit und sie zu allen Fragen des öffentlichen Lebens Stellung. Ab.r Ausdauer Minna Cauers, um in diesem ungleichen Ringen auch diefe Arbeit wurde durch den Krieg gehemmt. Mehr als nicht den Mut zu verlieren und die anderen noch anzuspornen einmal drohte ihrer Zeitschrift das Verbot durch die Zensur. und mitzureißen. Schritt für Schritt wurden fleine Zugeständ- Gie fegte sich mit den Zenfurstellen auseinander, es half n: s; nisje erreicht, aber sie bedeuteten nichts im Vergleich zu dem die Verständigung der für den Frieden wirkenden Frauen in Ziel, das wir uns gesteckt hatten. allen Ländern durfte sie während des Krieges nicht öffentlich vertreten. Man möge es mir nicht verdenken, wenn die Gedenkworte den Charakter einer persönlichen Erinnerung tragen. Es trennen uns zu wenige Stunden von dem letzten Zusammenjein mit der Toten, als daß ein gesammelter Ueberblick über ihr Leben und Wirken möglich wäre. Als ich Frau Cauer 1905 fennen lernte, hatte sie schon Die Schaffung eines freieren Bereinsrechts ermöglichte die eine Reihe von Jahren intensiver Arbeit hinter sich. Sie hatte Ausdehnung der Organisation. Immer häufiger sah man bereits den Kampf gegen die Reaktion innerhalb der deutschen Minna Cauer, nun schon nahezu 70 Jahre alt in für die Minna Cauer zwanzig Jahre hindurch und länger geDie Revolution brachte die Erfüllung der Forderungen, Frauenbewegung aufgenommen, hatte den Verein Frauen großen Versammlungen. Sie sprach gern, und sie verstand es. tämpft hat. Sie freute sich dieser Wandlung, obwohl sie oftroohl begründet, der unter ihrer Leitung zum Sammelpunkt die Zuhörer zu feffelu. Aber es wäre ein Irrtum, zu glauben, mals äußerte, daß das Wahlrecht für die Maffe der türgereller fortschrittlichen Tendenzen in der bürgerlichen Frauen- daß sie in erster Linie Agitatorin gewesen sei. Bis vor weni lichen Frauen mehr bedeuten würde, wenn sie es selbst erbewegung wurde. Wie leicht sich das hinschreibt! Niemand, gen Jahren war sie eine eifrige Besucherin der Bibliotheken. tämpft hätten. In wieviel größerem llmfang begriffen die der diese Jahre nicht miterlebt hat, weiß, wieviel Kraft die Jede neu auftauchende Frage wurde gründlich studiert. Ein tämpft hätten. In wieviel größerem Umfang begriffen die Urbeit erforderte, wieviel unermüdliche Tätigteit; wieviel sach besonderes Interesse hatte sie für die Geschichte der Völker. proletarischen Frauen den Wert diefer Woffe! Immerhin, ihr liche. und noch mehr unsachliche, persönliche Angriffe abge- Immer wieder wies fie ihre Mitarbeiterinnen an, zu lernen Ziel war erreicht: die politische Gleichberechtigung von Main wehrt werden mußten, wieviel entfegliche Gleichgültigkeit zu und ihr Urteil nur auf Renntnissen aufzubauen. und Frau auf der Basis des allgemeinen und gleichen Wahl= überwinden war. Wenn heute die Frauen in Deutschland. fast rechts. Sie zog sich nun ganz von der politischen Arbeit zurück. Ich weiß, daß eine Schilderung ihrer politischen Tätigkeit gleichberechtigt find mit den Männern, wenn ihnen Bildungs- allein ihrem Wesen nicht vollkommen gerecht wird, aber mir Ihre Zeitschrift ließ sie vor drei Jahren eingehen, aber sie und Arbeitsmöglichkeiten offen stehen, von denen sie am Befcheint, ihre Hauptneigung ging nach dieser Seite hin. Mit nötig schien, sich zu einer Frage zu äußern. Eine große Freude mirichrieb noch hier und da für andere Zeitungen, wenn es ihr schrieb noch hier und da für andere Zeitungen, wenn es ihr ginn des Jahrhunderts faum zu träumen wagten, so ver- Polititern aller Richtungen fam fie in Berührung; durch war es ihr, daß eine Berliner Mädchenschule nach ihr beBanten sie es zum großen Teil auch Minna Cauer, die ge- ihren Gatten in zweiter Ehe zunächst mit den großen Führern nannt und so doch noch nachträglich die fortschrittliche Frauenmeinsam mit anderen Gleichgesinnten und als ihre Führerin des Liberalismus, dem Kreis, der sich um den kranken Kaiser bewegung, die sie repräsentierte, anerkannt und gewürdigt den Boden bereitet hat. Friedrich gebildet hatte, den Ridelt, Bamberger, Schrader, Von dem Verein Frauenwohl, der im Jahre 1888 ent- Fordenbed. Später sprach sie viel mit August Bebel, einige stand, gingen alle Bestrebungen aus, die den deutschen bürger- Jahre lang stand ihr Lily Braun nahe, und sie erzählte gern Minna Cauer ftets mit großer Achtung verfolgt. Sie fühlten, Die sozialdemokratischen Frauen haben die Arbeit von lichen Frauen Rechte erkämpfen und sie für die Uebernahme von ihrer Zuneigung zur Klara Zetkin von ehedem und zu neuer und größerer Pflichten vorbereiten wollten. Er war Rosa Luxemburg, die sie außerordentlich hochschätzte. Sie daß diese bürgerliche Frau ihren eigenen Kampf verstand und die erste bürgerliche Organisation in Deutschland, die der haben sich bekämpft, wo sie es für notwendig hielten, aber sie unterstützte. Sie ftrebten auf verschiedenen Wegen dem Frau politische Aufgaben zuwies und politische Rechte achteten sich gegenseitig, und nie fam es zu persönlicher Ge- gleichen Ziel zu. An ihrer Bahre grüßen die proletarischen für sie forderte, und stets war Minna Cauer die Anregerin hässigkeit. Frauen noch einmal die Kämpferin für das Recht der Frau. Des Fortschritts. Nicht nur das: fie gab in der Arbeit das Eine Fülle bekannter Persönlichkeiten ist im Laufe der Vorbild. Müdigkeit fannte sie nicht, Widerstände waren da, Jahre an Frau Cauer vorbeigezogen. Biele sind in ihrem um überwunden zu werden. Weder die rückständige allge-| Hause ein- und ausgegangen. Sie hatte eine besondere Gabe, meine Anschauung noch' andere Hemmnisse durften sie und die Menschen heranzuziehen; fie interessierte sich für sie, für ihre Mittämpferinnen hindern. Sie erzwang sich und ihrer ihre Arbeit so gut wie für ihr persönliches Geschic. Die UnArbeit Achtung. Unter Umgehung der Bestimmungen des nahbarkeit, eine Eigenschaft so mancher Führer, lag ihr vollBereinsgesetzes, das die Frau von allen politischen Organi- fommen fern. Trianon-Th. Täglich 8 Uhr: Theater, Lichtspiele usw. Time Fran Eine Staatstheat. Volksbühne ohne Bedeutung ( Schauspielkons) 6½ Uhr: INDRA- PARK & Uhr. Greifswalder Str. 128/133. 5 Ubr. Heute Freitag: ELITE- TAG. Adele Sandrock Gr. phänomenales Feuerwerk. Täglich: Gr. Konzert. Operetten- Gastsp. Die Walküre. Luise Werkmeister Tägl. 7% Uhr: Die beiden Lessing- Th. Komische Sommerspielzeit. Nachtigallen Allabendl. 8 Uhr: Deutsch. Theat. Der Schildpattkamm 78 Oper 78 Der Meister YOm Montmartre 7: Der Raub der Deut. Künstler- Th. Offenbachs Liebesleb. Sabinerinnen So. 7: Der Raub d. Sabinerinnen Kammerspiele Sommerspielzeit Allabendi. 8 Uhr: Die erste Nacht Berliner Prater99 Central- Theater 8 TalU.: 8: D.ewig lächeln de Frau mars Ted Theater Kastanienallee 7-9. $ 4.- 10. August 1922 UFA- PALAST AM ZOO Chaplin- Filme Ein Prachtmädel Person. Gastspiel PAUENTZIEN- P. So Intimes Theater Bernhard Rose in 8: Die ewig lächelnde Frau Talmars Tod 3: Die Peitsche und? Lauf doch nicht Mar nicht drängeln und MOZARTSAAL Der Liebling der Götter Gr.Schauspielh. Immer nackt herum Das denisch.Lied KURFORSTEND ( Karlstraße) Neues Operett.- Th. 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Der Reichspräsident hat an den Bruder der verstorbenen Frau Cauer telegraphiert: Anläßlich des Hinscheidens Ihrer Schwester, Frau Minna Cauer, der unermüdlichen Borfämpferin der deutschen Frauenbewegung, die auch auf sozialpolitischem Gebiete sich große Berdienste erworben hat, spreche ich Ihnen meine aufrichtigste Teilnahme aus. Suche zur Selbstverwertung Sie malerischeMark& delsteine METROPOL und Edelmetalle zu höchsten Preisen RIET G. Schliephacke, Juwelier Behrenstr. 54 Uhr: Das große August Programm BTL Potsdamer Str.38 Herzop Ferrantes Ende Turmstr. 12 Renny Porten in: Sie und die 3 Fried., Rheinstr. Roman einer Halbweltdame Friedrichstraße 210 Ecke Kochstraße. Platin-. Gold- und Silberhruch Zahngebisse, Uhren, Ketten, Ringe sowie Altmetale kauft samtl. Engrospreisen zu Roseneck, Berlin 0, Schreinerstraße 32( Laden) 1 Minute vom Bhf. Frankf, Allee FabrgeldvergütungGrößtes Absatzgebiet für fiändler Deutscher BelleidungsarbeiterVerband Filiale Berlin, Sebastianftr. 87. Fernsprecher: Morigplay 9737. Achtung! Kolleginnen u. Kollegen der Herrenkonfektion! In einigen Betrieben wird gefreiff, meil unbesonnene und unverantwortliche Mitglieder es für ratfam erachtet haben, Forderungen zu erheben, die die Organifation nicht beden tann. Diefer Streit ist demnach ein wilder Streit! Et ift unverantwortlich deshalb, weil am 5. August mit den Arbeitgebern über die von der Organisation aufge stellten Forderungen verhandelt wird. Wir erwarten von unseren Mitgliedern, daß dieselben sich an. diefer Attion nicht beteiligen und in den Betrieben bleiben, sowie fich streng an die Weisungen der Organisation zu halten. Die Streifenden fordern wir auf diesem Wege nochmals auf, in die Betriebe zurückzukehren, andernfalls sie die keusequenzen felbst zu tragen haben. 131/18 Die Ortsverwaltung. J. A.: Willy Lehmann. Niemand konnte meine MIAMA Preise bisher erreichen! AUSSTELLUNG DES WIEDER AUFBAUS weil meine Beziehungen als renommierte Firma unschlagbar waren! 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Die Berichte, welche die preußischen Handelskammern über den Berlin zu kommen, um in Verhandlungen mit der Reichsregierung tivgruppe der Parteilofen Vereinigung" von russischen Monar= einzutreten, am Sonnabend in Berlin einireffen. Der Reichs- chi ft en entwendet und der Mostauer Regierung zugestellt wurde. Geschäftsgang von Handel und Industrie im Mai und Juni dem fanzler hat die Reichsminister Gehler und Fehr, die zurzeit Auf Grund dieses Materials behauptet sie, daß die Mitglieder dieses die äußerst schwierige wirtschaftliche Page Deutschthren Urlaub in ihrer bayerischen Heimat verbringen, gebeten, an den Administrativen Bentrums, dem eine Reihe im Auslande lebender lands. Diese läßt befürchten, daß der nur zum Teil noch bestehenVerhandlungen in Berlin feilzunehmen. Vor ihrer Reise nach Berlin russischer Sozialrevolutionäre angehört haben, im Jahre 1921 in den Scheinkonjunktur bald äußerst schwere Zeiten folgen werden, in werden die beiden Minister Gelegenheit nehmen, den Grafen Rußland Aufstände vorbereitet und zu diesem Zwecke Geld- denen Deutschland nur dann vor einem völligen wirtschaftlichen Cerchenfeld in München zu besuchen. mittel und anderweitige Hilfe von einigen ausländischen Res Busammenbruch bewahrt werden kann, wenn sich die Angehörigen gierungen bezogen haben. Wir sind zurzeit noch nicht in der aller an feinem Wirtschaftsleben beteiligten deutschen Kreise zu Lage festzustellen, was an dem aus Paris den Moskauer Bolsche- höchster Arbeitsleistung und Selbstbeschränkung entschließen und wisten zugestellten Material echt ist. Wir halten es aber für dringend wenn unsere ehemaligen Feinde endlich zur Einsicht kommen, daß erforderlich, fofort in ganz energischer Weise Stellung zu nehmen von ihrem eigenen wirtschaftspolitischen Interessenstandpunkte ihre bisher befolgte Politik grundfalsch war. Nachdem im Mai als Ergegen den Bersuch der Roten Fahne", mit dem von ihr gebrachten gebnis der Genua- Konferenz eine günstigere Entwicklung erwartet Material das geplante Todesurteil gegen die Angeklagten im wurde, ist nach dem erfolglosen Verlauf dieser Konferenz und mit Moskauer Prozeß zu begründen. Die Moskauer Angeklagten, dem Scheitern der internationalen Anleiheverhandlungen in den denen das Todesurteil zugedacht ist, befinden sich feit zwei bis beiden letzten Monaten der neue starte Marksturz eingetreten, der drei Jahren im Gefängnis. Es hat für sie also nicht die das ganze Wirtschaftsleben in seinen Bann zog. 3war feßten alsgeringste Möglichkeit bestanden, an irgendwelcher im Auslande ent- bald infolge des Strebens nach Vorausversorgung Angst fäufe falteten Tätigkeit teilzunehmen. Dem Gericht gegenüber haben sie in großem Umfange ein und belebten so das Geschäft in Handel und ausdrücklich betont, daß sie jede Solidarität mit der Tätigkeit des Industrie; doch müssen bei der immer schwächer werdenden KaufAdministrativen Zentrums" ablehnen. Von ihrer Mitschuld an der fraft des Inlandes notwendig Zeiten starker Geschäftsstille folgen. Andererseits begünstigt die Marfentwertung nicht mehr so wie früher Tätigkeit dieses Zentrums fann keine Rede sein. Dagegen find uns die Ausfuhrmöglichkeit, da sich jetzt die Inlandpreise immer sichere Beweise dafür bekannt, daß die Angeklagten während ihres schneller der gefuntenen Kauftraft der Mart anpassen Aufenthaltes im Gefängnis sich in scharfer Weise gegen alle und alsbald wieder den Weltmarktpreis erreichen oder gar überneuen Bersuche eines bewaffneten Aufstandes und schreiten und dadurch die Unterbietung der vielfach unter viel gün=" gegen jede neue Intervention ausgesprochen haben. Es bleibt also stigeren Bedingungen arbeitenden ausländischen Wettbewerber un bei dem, was alle autoritativen Organe des Weltproletariats den möglich machen. Die Industrie leidet zudem immer stärker unter Mostowitern wiederholt zugerufen haben und was wir in zwölfter dem infolge der Ablieferung von Reparationsfohle bestehenden Stunde noch einmal wiederholen: Die Todesstrafe gegen Brennstoffmangel. Industrie und Handel müssen außerdem zu einer immer größer werdenden Einschränkung ihrer Betriebe schreiten, die Moskauer Sozialrevolution re wird weil die infolge der starken Markentwertung nötig werdende Beich machvolles Berbrechen sein. Die Moskauer Macht schaffung von erhöhten Betriebskapitalien infolge der Geldknapphaber, die es wagen sollten, dieses Berbrechen zur Ausführung zu heit unmöglich ist. Die dauernden Devisenschwankungen und Berbringen, würden dafür die volle und schwere Verantwortung vor änderungen der Preise verhindern auch jede ordnungsmäßige Ralder Arbeiterklasse der ganzen Welt zu tragen haben. Aus den Einzelberichten find folgende Mitteilungen herverzuheben: Bie erst jetzt bekannt wird, erhebt der Korpsdiener eines Charlottenburger Rorps Anspruch auf die mehr als 2 Millionen Mart betragende Belohnung, die für die Ermittlung der Mörder des Ministers Rathenau ausgesezt waren. Er will als Erster die Spur auf Techow gelenkt haben. Nach seinen Beobachtungen fuhr am Donnerstag, dem Tage vor dem Morde, vor dem Rorps haus ein Auto vor, das Techom steuerte und in dem zwei Bersonen faßen. Diese luden im Rcrpshaus zwei Koffer ab, die jie am gleichen Tage wieder abholten. Wohin das Auto fuhr, fann Der Korpsdiener nicht sagen. Er hat aber Techow als Führer bestimmt erkannt, da ihm dessen Person genau bekannt war. Techow soll nämlich wiederholt an Rommersen und Zusammenfünften des Sorps teilgenommen haben und hat auch selbst Kneipabende im Rorpshaus veranstaltet. Wie behauptet wird, foll am Abend des Mordtages ein Kommers im Korpshaus stattgefunden haben, bei dem mindestens Techow anwesend war. Als der Korpsdiener die nähere Beschreibung des Autos und der Täter las, wurde in ihm der Berdacht rege, daß Lechon zu den Tätern gehöre, und er machte schon am Sonntag der Polizei Mitteilung, so daß nach seiner Meinung zuerst die Spur auf die Täter gelenkt worden ist, und daß er den Hauptanspruch auf die Belohnung habe. Möglicherweise wird es zu einem Klageperfahren fommen. ein tulation. Der zum besonderen Untersuchungsrichter in der Mordfache Wer verhindert das Ausgleichsverfahren? Im Steinkohlenbergbau hielt der Rüdgang der FörRathenau ernannte Landgerichtsdirektor Alfen hofft, das Berfahren in den nächsten Tagen so weit fördern zu können, daß er Das dem Deutschen Reiche durch den Friedensvertrag aufge- derung an. Eine starte Nachfrage entfaltete der inländische Bedarf an Ende der Woche, bzw. nächste Woche die Voruntersuchung zwungene Ausgleichsverfahren bringt seiner ganzen Einrichtung Rali. Die Eisenindustrie des Westens meldet gleichfalls abschließen und die Akten dem Staatsgerichtshof in Leipzig nach eine gewaltige Verzögerung in der Regelung der Vereine lebhafte Nachfrage, während die Erzeugung durch Koksmangel zur Erhebung der Anflage übergeben kann. Es wird sich im wesents bindlichkeiten aus der Vorfriegszeit mit sich, unter und durch die Abwanderung von Arbeitskräften erschwert wurde. lichen darum handeln, ob bei dem einzig Ueberlebenden von den drei Tätern, Te chow, dem Führer des Autos, Mittäterschaft oder der die betroffenen Privatpersonen ebenso in Deutschland wie in Einzelne Teile der Großindustrie sind auf Monate hinaus beschäjBeihilfe zum Mord in Betracht kommt. Beiter wird auch in den alliierten Ländern leiden. Gegenüber dem in den alliierten Län- tigt. Selbst die Kleineisen- und Stahlwarenindu( Erwägung gezogen werden, ob diejenigen Personen, die in der Mord- dern immer mehr wachsenden Unwillen des Publikums pflegen strie verzeichnet nach dem Sturz der Mart wieder größere Ausfache teils wegen Begünstigung nach der Tat, teils bei der Bor- neuerdings die in Betracht kommenden alliierten Behörden sowie landsaufträge, die in den legten Monaten nachgelaffen hatten. Bei bereitung, soweit fie weniger belastet sind, in haft behalten werden die Breffe die Berantwortung für diese in der Sache liegenden ihr, wie innerhalb der Textilindustrie und der Tabatfollen. Der Kreis der Beteiligten beläuft sich auf ungefähr Uebelstände auf das Reichsausgleichsamt abzuwälzen, dem Kapitalfnappheit geltend. Das Sinken der Kauffraft des Inlands industrie macht fich infolge der start gestiegenen Robstoffpreise 15 Personen. Im übrigen haben die Berhafteten auch dieeine bewußte Berzögerung in der Anerkennung und Gutschrift macht sich u. a. in der Spiegelglasindustrie bemerkbar. Es bedroht jenigen, die fofort wieder aus der Haft entlassen worden sind durch ihre Berteidiger gegen den Oberregierungsrat Weiß vom gegnerischer Forderungen vorgeworfen wire. Gegenüber diesem bei Anhalten der Breishauffe früher oder später die meisten In= Bolizeipräsidium wegen Freiheitsberaubung und mißbrauchte Borwurf muß ausdrüdlid) betont werden, daß das Reichsausgleichs duftriezweige mit einer 2bfaftodung. Im allgemeinen lassen die Amtsgewalt Strafantrag gestellt. Sie fühlen sich dadurch amt in der Gutschrift gegnerischer Forderungen den alliierten Aus- jeßigen Berichte noch auf einen guten Geschäftsgang schließen, der aber über die Gefahren der gegenwärtigen Lage nicht hinwegtäuschen beschwert, daß fie bis zu 17 Tagen im Polizeipräsidium inhaftiert gleichsämtern weit voraus ist. darf. newesen find, ohne dem zuständigen Richter vorgeführt zu werden. Sie berufen sich dabei auf einen Erlaß des früheren preußischen Justizministers Dr. Rosenfeld. Demgegenüber nimmt die Bolizei das Recht für sich in Anspruch, den Inhaftierten solange in der Haft zu behalten, bis die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen find, was in diesem Falle erst im Laufe der erwähnten Frift erfolgte. Schulunterricht im Geiste der Bölfernerföhnung. Im Anschluß an unsere Beröffentlichung über eine Berfügung des preußischen Kultusministers betreffend den Schulunterricht im Geifte der Bölterverföhnung war die Behauptung aufgetaucht, daß es fich hierbei um Borgänge handle, die bereits lange Zeit zurücklägen. Bon unterrichteter Seite wird uns nun hierzu mitgeteilt, daß diese Berfügung des Ministers Dr. Boelig erst in der neuesten Zeit in Nummer 12 des amtlichen Zentralblattes für die gesamte Unterrichtsverwaltung Preußens veröffentlicht worden ist und infolgeDeffen für mehr als hunderttausend preußische Lehrer verbindlich geworden ist.. geschäftlicher Beziehung nubbar zu machen. Der wichtigste Nuken des Radiums liegt in feiner Heilfraft; man gebraucht es bei der Behandlung von Krebs, Gefchwülsten, Hautkra kheiten und anderen mehr oder weniger gefährlichen Schädigungen. Radium wird aber auch von der Industrie verwertet, und zwar liefert es in erster Linie ein Leuchtmaterial für Uhren. Es ist.cht das Radium, das leuchtet, sondern es sind andere Stoffe, die leuchtend werden, wenn eine außer ordentlich geringe Menge Radium mit ihnen in Verbindung fritt. Viele Millionen Uhren mit leuchtendem Zifferblatt sind schon auf diese Weise angefertigt worden. Die abei vermenbeten Ratiummengen find äußerst gering. Man hat berechnet, daß bei der Hers ftellung von einer Million Uhren etwa 2 Gramm Radium verbraucht merden. Auch in der Landwirtfuaft offenbart der geheimnisvolle Stoff gewaltige Rräfte. Unter der Einwirtung von Radium wird das Wachstum der Pflanzen beschleunigt und erhöht. Man hat fest. gestellt, daß Mohrrüben und Radieschen etwa sechsmal so schwer werhen unter dem Einfluß von Radium, als es beim gewöhnlichen Bachstum der Fall ist. Fast jeden Tag werden neue Verwendungsmöglichkeiten für Radium entdeckt. So wurde fürzlich eine Gesell schaft gegründet, die leuchtende Hausnummern, leuchtende Sike an Theaterplägen usw. herstellt. Auch leuchtende Fischföder und leuch tende Puppenaugen werden auf diese Weise verfertigt. Elektrisch betriebene Schiffe find neuerdings zum Fruchttransport von einer ausländischen Importfirma in Auftrag gegeben morden. Die Dieselmaschinen zur Krafterzeugung sind auf dem Hauptded oberhalb der Wasserlinie angebracht. Es entsteht auf diefe Weise eine Art Zentralfraftstation, und der erzeugte Strom mird an die Elektromotoren geliefert, die möglichst weit am hinteren Ende des Schiffes angebracht find. Bon dieser Einrichtung verspricht man fich eine beträchtliche Erhöhung des Fassungsvermögens der Schiffe. Ob allerdir.gs die neue Bauart, die so wesentlich von den jetzigen Syftemen abweicht, sich praktisch bewähren wird, ist noch fraglich. Nach dem Stande vom 30. Juni 1922 hatte an Forderungsbeträgen England Deutschland gegenüber Deutschland England gegenüber anerkannt und anertannt und gutgeschrieben gutgeschrieben Frankreich Deutschland gegenüber anerkannt und gutgeschrieben Deutschland Franire'ch gegenüber anertannt und gutgeschrieben. Elsaß Lothringen Deutschland gegenüber aner. tannt und gutgefchrieben Deutschland Elsah Lothringen gegenüber Deutschland Elfaz Lothringen gegenüber aner. fannt und gutgeschrieben Belgien Deutschland gegenüber anerkannt und gutgeschrieben Deutschland Belgien gegenüber anerkannt unb gutgeschrieben 120 fache 3ölle. Für die Zeit vom 9. Auguft bis einschließlich 23 Bros. 15. Auguft beträgt das Goldzollaufgeld 11 900 vom Hundert 49 27 36 4 : 13 1 # 20 " A Diese Zahlen dürften beweisen, daß die gegnerischen Aus. gleichsämter feinen Anlaß haben, sich über die Säumigkeit des Reichsausgleichsamts zu beflagen. Das Reichsausgleichsamt mußte im Gegenteil die Erfahrung machen, daß die Gutschriften von seiten der gegnerischen Aemter immer spärlicher eingehen. So hat das französische Amt dem Reichsausgleichsamt im Monat Juli überhaupt feinen Betrag gutgeschrieben, während die deutschen Gutschriften gegenüber diesem Amt in dem genannten Monat 32 Millionen Frank betragen. Der„ Lokal- Anzeiger" erscheint wieder. Der Berliner Lotal- Anzeiger" wurde am Dienstag auf die Dauer von 3 Wochen wegen eines Berichtes seines Münchener Korrespondenten verboten. Der Minister des Innern Genosse Severing hat nunmehr dieses Berbot dahingehend abgeändert, daß dem Berliner Lokal- Anzeiger" schon am fommenden Sonntag das Erscheinen wieder gestattet wird. Zu dieser Milderung gab die Feststellung Anlaß, daß die Notiz infolge verschiedener Störungen in der Telephonleitung verstümmelt nach Berlin fam und daß die Redaktion aus ihr nicht entnehmen tonnte, daß es fich dabei um eine vollständig fonfuje Wiedergabe des Inhalts eines anderthalb Spalten langen Artikels. des Bayerischen Kurier" handele. Die Redaktion hat die Bersicherung abgegeben, daß es ihr völlig fernlag, die Reichsregierung und insbesondere den Reichstangler zu verleumden, daß sie vielmehr das Opfer einer leicht fertigen Berichterstattung geworden ist so daß fie, wie wir wissen, die Konsequenzen zu ziehen gedenkt. Für alle diese Angaben wurden stichhaltige Unterlagen herbeigeschafft, so daß der Minister des Innern glaubte, eine Milderung des Berbotes verantworten zu fönnen. Die Ernteaussichten, Gegenüber vielfachen Klagen aus Berbraucher. und vor allem aber aus landwirtschaftlichen Erzeuger freisen über schlechte Ernten oder gar Mißernten hören die B. B. N. en der zuständigen Stelle des Reichsernährungsministeriums, daß auf Grund der Berichte aus den verschiedenen Gebieten Deutschlands die Ernteaussichten für Kartoffeln als günstig zu be zeichnen sind. Auch die Hackfruchternte wird ebenfalls nicht ungünstig beurteilt. A u sfälle an Ernte sind höchstens in einzelnen ebieten des Reiches, so Schlesien, für Getreide zu befürchten. Dod ist auch hier, allgemein beurteilt, die Lage feineswegs als ungünstig zu betrachten. Der Verbrauch ausländischer Kohle in Deutschland ist infolge der Ententemaßnahmen außerordentlich angewachsen und ver Schlingt einen großen Teil der eingehenden ausländischen Zah lungsmittel. Bekanntlich ist selbst die Reichseisenbahn genötigt, englische Kohle einzukaufen und zu verfeuern. Inwieweit sich insbesondere die Exportindustrie auf den Verbrauch ausländischer Kohle umgestellt hat, geht daraus hervor, daß nach Mitteilungen aus der feramischen Industrie dieser Erwerbszweig bereits 50 bis 60 Prozent feines Sohlenbedarfs durch den Bezug englischer Rohle deden muß. Gleitende Preise für isolierte Leitungsdrähte. Die Bertaufsstelle Bereinigter Fabrikanten isolierter Leitungsdrähte, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in Berlin GB. 61, Tempelhofer Ufer 11, teilt mit, daß für alle ab 4. August 1922 von ihr bestätigten Aufträge die Berechnung nur noch zu gleitenden Preisen vorgenommen wird. Stichtag der Preise und Teuerungszuschläge ist der Liefertag. Deutschland und Australien. Nach einer Reutermeldung.aus melbourne nahm Australien mit dem 1. August omtlich den anbelspertehr mit Deutschland wieder auf. Die Berordnung, die die Einfuhr aus ehemals feindlichen Ländern von einer besonderen Erlaubnis des Ministers für Zölle abhängig macht, bleibt indeffen bis auf weiteres in Kraft. Devisenturse. Die amtliche Rurstabelle gibt an, wieviel Dtart man aufwenden muß, um die in der ersten Spalte genannte Einheit der auf das bezeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. 100 holländische Gulden. 1 argentinischer Bapier Befo 3. Auguft Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Aurs Kurs 32559.25 8264055 307.60 308.40 6491.85 6508 15 2. Auguff Räufer. Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 29952.50 80087.50 282.121, 282.871 5932.55 5947.45 14531.80 14508.20 12983.75 13016.25 22072.35 22127.65 20174.75 20225.25 1) 18227.15 18272.85 16479.35 16520.65 Das Arbeitszeitgesetz für die Eisenbahn. Die Berhandlungen der Spizenorganisationen mit dem Reichs. 100 belgische Frank Byrons Haus eingeäichert. Den Stämpfen, die fürzlich zwifchen verkehrsministerium über die Regelung der Arbeitszeit bei der Eisen- 100 norwegische Kronen.) 100 dänische Kronen Rommunisten und Kalcisten in Ravenna, der von Byron als Aufent balt Bevorzugten italienischen Stadt, stattfanden, fiel auch der eine Sehens- bahn, die gemäß den Abmachungen bei den Streikabbruchverhand- 100 fchwedische Stronen. 1) würdigkeit der Stadt bildende Renaissancepalait Rasponi, in dem Byron lungen im Februar auf dem Wege der Vereinbarungen zwischen 100 finnische Mart Er be: Ministerium und Organisationen erfolgen sollte, hatten Anfang Juni 1 japanischer Yen. mährend seines italienischen Aufentbelts gewohnt hat, zum Dbfer. berberate die Bureaus des fommunistischen Arbeiterverbandes und wurde dieses Jahres zur Aufstellung von Richtlinien geführt. Che sich die 100 italienische Lire desbalb von den Fascisten gestürmt und verbrannt. Berbände endgültig über die Frage der Annahme oder Ablehnung 1 Pfund Sterling dieses Ergebnisses vielmonatiger Berhandlungen schlüssig wurden, i Dollar. versuchten sie in einer nochmaligen Eizung in den Kernpunkten des Broblems Berbesserungen zu erzielen, und tatsächlich wurden seitens der Berwaltung damals einige Ronzeffionen gemacht. Stener auf Rirchenbesuch. Die Stadtvertretung von Brug in der Ticheichoilowafet balte die Ausgabe für Airben und Stiftungen im Vor aniclage des Jahres 1922 nicht bewilligt. Diefer Beschluß winde als un gelekli aufgeboben. Da min den Erfordernissen für Kirchenzwede von 180 000 Stronen nur 3000 Stronen an Eir nabmen gegenüberfieben, so er mäct der Brüger Stadtrat den Gedanken, das Defizit durch Erhebung einer bgabe für das Betreten der Kirche in der Stadt Brüg zu deden. Der Alkohol in Mukland. Staum ist das Defret der Sowjetregierung über Freigabe der Wodkaherstellung und des Betriebs von folchem herausgekommen. fo macht sich auch schon eine von privater Seite mit Hochdrud betriebene napefabritation bemerkbar, die den Moskauer Sowjet bereits zum Einscheiten veranlagt bat. Diefer erließ foeben eine Berordnung, wonach jede private Schnapsfabrikation oder die Herstedung son Sprit und Alkoholfurrogaten bei harter Strafe untersagt wird. Am Mittwoch haben nunmehr die Großorganisationen des Eisenbahnpersonals zu den Richtlinien über die Arbeitszeit der Eisenbahner endgültig Stellung genommen und find dabei über einstimmend zu dem Ergebnis gelangt, daß bei aller Aner fennung der Berbesserungen in gewissen Einzelheiten der Entwurf des Reichsverkehrsministeriums abzulehnen fei. Die endgültige Stellungnahme der gewerkschaftlichen Spizen organisationen der Arbeitnehmer zu diesem Problem steht noch aus. .1) 1 brasilianischer Milreis 100 franzöftiche rank 100 Schweizer Frank. 100 spanische Besetas 100 österr. Kronen( abgest.) 100 tschechische Kronen. 100 ungarische Stronen. 100 bulgariiche Lewa 1802 70 1807.30 397.00 398.00 3765.25 3774.75 8755.30 3764.70 828.96 831.04 6791.50 6808.50 113.85 114 50 15955.00 15995.00 12883.85 12916.15 1.33 1.37 2057.40 2062.60 33.70 83.80 519 35 520.65 1657 90 1662.10 374.50 375.50 3515.60 3524.40 3445.65 3454.35 776.52 778.48 6267.15 0282.85 107.86 108.14 14981.25 15018.75 12209.70 12240.30 1.23 1.27 1872.65 1877.85 31.95 32.04 459 40 460 60 Die Ziffer 1) bedeutet, daß die Nachfrage richt bei den notierten Rurfen gededt werden konnte und daß das angebotene Material rationiert werden mußte. 100 Bolen marf wurden etwa mit 12,15 m. bewertet. Gewerkschaftsbewegung I sich, daß jeder etwas anderes darunter verstanden wissen will. Die waltigen erflärten sich zwar bereit, die Entscheidung des Arbeits Fabritarbeiter find Anhänger der einheitlichen Zusammenfassung amts über die Lohnfestsetzungen anzunehmen, lehnen jedoch die der Arbeiter in Betrieben und Industrien. Wenn aber nach dem Wiedereinstellung der Streitenden ab und fordern Gedankengang Dißmanns einheitliche Industrien zerrissen werden besonderen Schuh für die Streifbrecher, mit denen sie den follen und die einzelnen Gruppen dadurch zur Ohnmacht verurteilt Eisenbahnverkehr in Gang halten wollen. Man wartet nunmehr Ein beliebtes Thema der Arbeitgeber und der Arbeitgeberpresse merden, fönnen sie nicht mitmachen. Der Fabritarbeiterverband gespannt, mas Harding gegen die Brüstierung seines Verfind die Klagen über den Terror, welcher von freigemerfschaftlichen mit feinen 760 000 Mitgliedern hat in den 32 Jahren feines Be. mittlungsentwurfs unternehmen wird. Kein Arbeitgeberterror. · Arbeitnehmern gegenüber anders organisierten oder unorganisierten stehens den Nachweis erbracht, daß er die Interessenvertretung der Berbindlich erklärte Zarifaerträge für fanfmännische Angestellte. Gemäß der Angestellten, Belle- Alliance- Str. 7/10. Arbeiter in den von ihm vertretenen Industriezweigen ist. Berfügung des Reichsarbeitsministeriums Dom 7. bzw. 14. Juli find für das Arbeitnehmern angeblich ausgeübt wird. Hiernach wäre anzunehmen, daß in Arbeitgeberkreisen Terror etwas durchaus Unbe- der Organisation fommen mußte, ergab sich aus den letzten großen möbelhandel vom 22. bzw. 27. Mära( VI 2887/28); 2. der Tarifvertrag Daß der Verbandstag zu einer Neuregelung des Finanzwesens Gebiet der Stadtgemeinde Berlin folgende Tarifverträge für allgemein verbindlich erklärt worden: Mit Wirkung vom 1. März: 1. der Tarifvertrag im kanntes ist. Die„ Deutsche Arbeitgeberzeitung" behandelt in ihrer Kämpfen, die die Organisation führte. Die Beitragsfrage wurde im Glas- und Keramit großhandel vom 3. April( VI 1792/48) Nummer vom 30. Juli 1922 in einem Artikel Politische Reife?" nach dem Grundfah:„ Der Wochenbeitrag ist gleich und mit Wirkung ab 1. April der Tarifvertrag für den Seriilor on handel vom 21. Oftober 1921 mit den Nachträgen vom 1. Februar und Die Streifunterstützung 19. April 1923( 1995/45). einen Fall, wo der Inhaber der Elzer Zelluloidwarenfabrit.- G. einem Stundenlohn!". geregelt seinen Arbeitern zur Feier des 1. Mai die Summe von 500 m. zur wurde weiter ausgebaut, während die anderen Unterstützungen ab- Gedruckte Tarifverträge und Ausfünfte im Bureau des Zentralverbandes Berfügung gestellt hatte. Auf Grund dieses Vorkommnisses hat sich gebaut wurden. der Lahn- Arbeitgeberverband in Wehlar, dem die vorangezogene Firma nicht angehört, mit dieser in Verbindung gesezt. Der Briefwechsel wird nunmehr von der Deutschen Arbeitgeberzeitung" Der öffentlicht. Die angegriffene Firma fragt in dem Briefwechsel den Lahn- Arbeitgeberverband nach dem tieferen Grund", der zur Rüd frage geführt habe. Der Arbeitgeberverband antwortet, daß die Feier des 1. Mai zur Propagierung sozialdemokratischer Forde rungen diene und schreibt wörtlich: " „ Ein Arbeitgeber aber, der sich freiwillig in die Reihe seiner Gegner stellt und deren Bestrebungen durch Geldmittel unterftüßt, gewährt immerhin einen recht merkwürdigen Anblid." Diese Feststellung wird von der Deutschen Arbeitgeberzeitung in Sperrbrud wiedergegeben. Die Arbeitgeber werden sicher mit aller Energie abstreiten, daß diese Art und Weise des Vorgehens gegen eine Firma einer Berrufserklärung gleichkommt. Jedenfalls tönnen unsere Arbeitnehmervertreter dieses Material mit verwenden, wenn wieder einmal auf seiten der Unternehmer das Geschrei über Terror der Arbeitnehmer anhebt. Die Einleitung des vorangezogenen Artikels der„ Deutschen Arbeitgeberzeitung" sei jedoch außerdem hier wiedergegeben. Dieselbe lautet: mittag 4 Uhr in Graumanns Festsälen, Naunynstr. 27, Berfammlung der Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Freitag nach metalformer und Berufskollegen. Tagesordnung: Bericht über unsere etneute Lohnverhandlung. Die Branchenkommission. Redner wandte sich scharf gegen alle Fraktionsbildungen in den Gewerkschaften, die zurzeit ein Unglüd sind und die Arbeit nur hindern. Zum gedruckten Kaffenbericht übergehend, der bei der Hauptfasse in Einnahme und Ausgabe mit 2 713 542,10 m., in der Deutscher Werkmeisternerband, Bez. 15. Fachgruppe Papier: Bersammlung ofalfaffe mit 1987 382,62 m. bilanziert, erklärt der Redner, daß, Frei Deutscher Transportarbeiterverband. Deutscher Transportarbeiterverband. Gettion I, Funktionäre aus dem ge gemessen an der Geldentwertung, der Lokaltassentestand zu gering famten Großhandel: Sonnabend cbend 6 Uhr im Seal 4 des Gewerkschafts Tagesordnung: Stellung ist. Das erweiterte Tätigkeitsgebiet der Bahlstelle, darunter die hauses, Engelufer 24/25, Funktionärversammlung. nahme zur allgemeinen Lohnbewegung und evtl. Beschlußfassung. Rein Be neue Rechtsabteilung, und die damit verbundene Erweiterung des trieb darf in dieser Versammlung unvertreten fein. Branche 12, Reichs bureaukratischen Apparats, erfordere große Mittel. Der Mitglieder betriebe: Freitag abend 7 Uhr in den Residenz- festfälen, Landsberger Str. 31, bestand hat sich im legten Quartal um 350 erhöht. Der Marken- Branchenvollversammlung. Tagesordnung: Bericht über bie neuen Lohnverhand. lungsergebnisse. Ohne Mitgliedsbuch tein Eintritt. Branche der Geschäfts. umfaz pro Mitglied ist geringer geworden. tutscher, Lagerarbeiter usw.: Gonnabend abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Eine Disfuffion über den Bericht fand nicht statt. Dem Gaal 1, Gruppe Rohprodukte, Versammlung. Tagesordnung: Bericht von der Staffierer wurde einstimmig Entlastung erteilt. Ohne Diskussion Test ftattgefundenen Lohnverhandlung. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. wurde ein Antrag der internen Ortsverwaltung angenommen, der ab 33. Woche den wöchentlichen Beitrag für Männer auf 24 m., für Frauen auf 16 M. festgesetzt. Bugleich wurde der erweiterten Berwaltung Vollmacht erteilt, ab 3. Woche September die Beiträge nach dem vom Verbandstag aufgestellten Grundsatz zu regeln. Zum Streik bei M. Wertheim. = Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: Auch am zweiten Streiftage legien die im Ausstande befind lichen Belegschaften aller Wertheim Betriebe eine glänzende ,, Daß es in Deutschland noch immer weite Kreise des Bürger Kampfesstimmung an den Tag. Die Firma ist durch die geschlossen tums gibt, die sollen wir sie beklagen oder beneiden? in durchgeführte Bewegung nicht in der Lage, ihre Betriebe offenzuholder Ideologie befangen sind und daher allen politischen Dingen halten. Um Arbeitswillige zu gewinnen, bietet die Geschäftsleitung mit rührender Berständnislosigkeit gegenüberstehen, ist leider eine Sonderprämien bis zu 100 m. pro Tag mit freier Beföftigung für Tatsache, die bekannt genug sein sollte." die Streifbrecher an. Da dies nicht zog, wurde das Rote Kreuz, Diese Feststellung sollten auch die Arbeitnehmer allerdings ohne Erfolg, ersucht, Flüchtlinge als Streitbrecher zu beherzigen. Die Unternehmer versuchen mit allen Mitteln, liefern. Das durch die Streifleitung über die Streifgründe aufgeflärte Bublifum hat für die Treibereien der Firma tein Verständnis auch den lehten Arbeitgeber in ihren Reihen zu organisieren. und drückt den Streifenden dadurch ihre Sympathie aus, daß es die Wenn mit derselben Energie auch die Arbeitnehmer versuchen, ihre Wertheim- Betriebe meidet. Die streitenden Angestellten, Handels, Klaffengenossen in Partei- und Gewerkschaften zu erfassen, dann Hilfs- und Facharbeiter nahmen in der am Donnerstag stattgefunmuß das Klagen der Arbeitgeber über Terror endlich aufhören, da denen Versammlung einen Situationsbericht der Streilleitung enteine vollkommen einige und geschloffene Arbeiterklasse ihre ganze gegen und formierten fich dann zu einem imposanten DemonstrationsKraft gegenüber den Unternehmern zur Geltung bringen fann und zug. Kommt es nicht unverzüglich zu einer Berständigung mit der dann der Borwurf des Arbeiterterrors in sich zusammenfällt. Firma, fo ift zu erwarten, daß eine Verschärfung des Streifs Streits in der Handelsgärtnerei. Krise im Textilgroßhandel. eintritt. Der Verband der Gärtner schreibt uns: Infolge Nicht In einer außerordentlich stark besuchten Versammlung der fauf männischen Angestellten des Tertilgroßhandels im großen Saal der bewilligung der von den Arbeitnehmern gestellten Forderungen lam Mufiterfestfäle am Mittwoch referierte mener vom Zentral es am 1. August in verschiedenen Gärtnereibetrieben zur Arbeits verband der Angestellten über den Stand der Lohnbewegung. Die direkten Verhandlungen scheiterten, weil die Arbeitgeber unerfülleinstellung. Inzwischen geführte Verhandlungen führten zu feiner bere Bedingungen den Angestellten stellten. Nach Abbruch der Ber. Einigung, es ist vielmehr mit weiteren Arbeitseinstellungen zu handlungen wurde der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin angerufen. rechnen. Lebhafte Zustimmung gab die Versammlung darüber kund, daß die Die Forderungen betragen pro Stunde für gelernte Gärtner Tariffommission den Bergleichsvorschlag des Schlichtungsausschusses 22. bis 27.50 Mart, für Arbeiter 17.- bis 25.- Mart, für abgelehnt hat. Der darauf folgende Schiedsspruch, welcher in der Arbeiterinnen 12- bis 15. Mart. Diese wohl als bescheiden zu Gehaltsfrage zwar eine Verbesserung der Gehaltssäge, dagegen bezeichnende Forderung wurde von den Arbeitgebern als zu hoch eine Verschlechterung in der Teuerungsklausel brachte, wurde vom bezeichnet und im Höchstsatz für verheiratete Gärtner 25.- Mart, Rebner als völlig ungenügend bezeichnet. Mit geringen Aus für verheiratete Arbeiter 21.- Mart und für Arbeiterinnen 11.- Mart nahmen forderten die zahlreichen Diskussionsrebner eine Ableh nung des Schiedsspruches. Ein aus der Versammlung gestellter angeboten. Eine am Dienstag stattfindende Versammlung wird die Antrag auf Ur abstimmung in den Betrieben fand Annahme. weiteren Beschlüsse dazu fassen. Wir ersuchen die übrige Arbeiterschaft, Im Schlußwort wies der Referent auf den Ernst der Situation die Streitenden in ihrem gerechten Kampf zu unterstüßen. hin, die eine große Aehnlichkeit mit der Situation im Oktober 1920 hat und damals zu einem breiwöchentlichen Streit führte. Die zweijährige Bause ist nicht ungenügt verstrichen. Stärker und fester als zuvor steht die angestelltenschaft des gesamten Textilgroßhandels liner Möbeltransporteure E. B. wurden für Auguft folgende LohnZwischen dem Transportarbeiterverband und dem Verein Ber fäße bereinbart: Kutscher, Bader, Arbeiter und Kraftwagenführer heute zusammen. Auguft- Löhne im Möbeltransport. Verbandstag der Lithographen. Nürnberg, den 2. Auguft. Am dritten Verhandlungstage wurde, da die Statutenbera tungsfommission, die schon zwei Tage vor dem Verbandstag zufammengetreten ist, um das neue Einheitsstatut zu beraten, mit ihren Arbeiten noch nicht fertig ist, zunächst in geschlossener Sizung die Tarifpolitit des Verbandes behandelt. Das Referat dazu hielt Herbst. Nach langer Debatte wurde folgende Resolution angenommen: Der Verbandstag befennt sich erneut zum Abschluß von Zen trattarifen, obgleich die jetzigen Berträge noch ideelle und auch starke materielle Mängel enthalten. Als wichtiger Bestandteil der Berträge gelten zentrale Lohnfeftiehungen, die erhalten bleiben müffen. Die Freizügigkeit der hergestellten Produfte bedingt Einheit. lichkeit des Lohnes, auf den sich besondere, frei zu vereinbarende Entschädigungen für Qualitätsleistungen aufbauen und Ausgleiche gegenüber wirtschaftlicher Ungleichheit gefchaffen werden müssen. Die Mitwirkung in der Preisbildung der Produkte ist u erstreben. In der Porträtphotographie ist tätige Beteiligung der im Berufe Beschäftigten unerläßliche Voraussetzung zur Herbeiführung tariflicher Verhältnisse. Die Vereinigung der Reichstarife ist mit allen Kräften zu be treiben, damit Sohn- und Tarifverhandlungen gleichzeitig geführt werden fönnen. Darüber hinaus wird ein Mantelvertrag für das gesamte graphische Gewerbe gefordert, der durch Zusatzverträge die besonderen Verhältnisse der einzelnen Berufe regeft. welchem die Mitglieder aufgefordert werden, die Anweisungen des Der Verbandstag erneuert den Beschluß von Magdeburg, nach Berbandsvorstandes aus freier Entschließung anzuerkennen mit ber Ermächtigung, daß Verstößen, die den Verband und die Verträge gefährden, mit Mitteln des Statuts bgeegnet werden kann." 7 Uhr. Jugendveranstaltungen. Mitgliederversammlungen am Freitag, den 4. August: Blankenbng: Jugendheim Gemeinbeschule Triftstraße, 8 Uhr. Brif: Jugendheim Chauffeeſtr. 48 II. Charlottenburg: Jugendheim Rosinenftr. 4T, Salensee: Jugendheim Gemeinbeschule Joachim Friedrich- Str. 35/36. Landsberger Viertel: Jugendheim Baracenfqule Olivaer Str. 12/16, Bor trag: Jugend und Sozialismus". Moabit: Jugendheim Waldenserstr. 21. Nordost: Jugendheim Heinersdorfer Str. 18. Schöneberg II: Niederschönhausen: Jugendheim i. Gemeindeschule, Blankenburger Str. 60/70, Jugendheim Comenius- Schule, Frankenstr. 10, Bortrag: Das deutsche Bolls. Beißensee: Jugend 18 Uhr. Tied". Spanban: Jugendheim Neuendorfer Str. 87. heim Boeldpromenade 1. Morgen, Connabend, den 15. Auguft, findet im Jugendheim, Sindenstr. 3, eine Abteilungstonferenz pinttlich 7 2hr statt. Tagesordnung: 1. Die Mädchen in unserer Organisation. Referentin Lisa Albrecht. 2. Geschäftliches. Auch bie Mädchenvertreterinnen haben Zutritt und müssen alle erscheinen. Vorträge, Vereine und Versammlungen, Dresdener Garten, Dresdener, Ede Bringenstraße, Bersammlung. Thema: Sozialpolitit". Referent Genosse Felgentreu. Bezirksverein Berlin 1 9B. Sonnabend, den 5. Auguft, 8 Uhr, im Briefkasten der Redaktion. Die Straßenbahner lehnen ab. erhalten einen Wochenlohn von 1950 m., nicht angestellte Arbeiter Die am Dienstag und Mittwoch vorgenommene Urabstimmung und Bader täglich 375 M., Stalleute und Wächter wöchentlich bei der Straßenbahn über Annahme oder Ablehnung des den Ab 1700. Ueberstunden werden nach dem Stundenlohnsaz von bau der Sonderzuschläge bringenden Schiedsspruches hat, wie zu 46,50. bezahlt. Für Sonntagsarbeit, Ueberstunden, Heberland. erwarten war, eine übergroße Mehrheit für Ablehnung erfahrten für Geldschrank und Klaviertransporte find besondere Bergeben. Bon 11 095 abgegebenen Stimmen lauteten 10 271 für Ab einbarungen getroffen. lehnung und 734 für Annahme. Es soll nun der Versuch gemacht In einer Vollversammlung am 81. Juli wurde dem Abkommen Beschlossen wurde, den streikenden Instrumenten- Betefli dhe Austunft wird nigterteilt. Jeber für den Brief. werben, mit dem Magistrat in neue Verhandlungen über diese zugestimmt. arbeitern Solidarität zu erweisen und deshalb jeden Einzeltrans taften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Rummer Frage einzutreten. bei. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof part. Tints, vor. Schriftftüde und Berträge sind mitzubringen. port bon Instrumenten abzulehnen. D. B. 13. Sie haben beiden Kindern Unterhalt zu gewähren. Von Ihrer Frau lönnen Sie aber einen Beitrag fordern. F. B. Maßgebend ist ber Der Gemeindearbeiterstreik in Ostpreußen. Mietvertrag. haben Sie nach diesem die Prämie übernommen, so müffen Durch den Ausstand der städtischen Arbeiter ist in Königsberg nach unserer Anftat find Sie zur Tragung der Roften nicht verpflichtet. Sie fie auch zahlen. Das Reichsmietengefeg ändert daran nichts... 101. und in Allenstein der Straßenbahnvertebr stillgelegt worden. In Sportfez C. B. 6. Rein. Cin Teftament fann auch durch eine von Ihnen Rönigsberg wie auch in den übrigen Städten der Broving, wie unter Angabe des Ortes und bes Tages eigenhändig geschriebene und unterMarienburg, Allenstein nnd Tilfit, werden Notstandsarbeiten aus- schriebene Erklärung errichtet werden. geführt. Zwischen den Parteien finden dauernd Verhandlungen statt, von benen man eine baldige Beilegung des Ausstandes erhofft. Bei der Hochbahn haben die Funktionäre zu dem neuen Angebot der Direktion die Verantwortung für eine Annahme der vorgeschlagenen Lohnregelung abgelehnt, so daß eine nochmalige Abstimmung unter den Hochbahnern erfolgen wird. Die Fabrikarbeiter Berlins. Handlungsgehilfenftreit in Frankfurt a. M. Am Sonntag fand im Gewerkschaftshaus die Generalver jammlung der Berliner Fabritarbeiter statt. Der Bericht über die Lohnbewegungen lag gedruckt por und wurde vom 1. Bevollmäch tigten W. Reimann ergänzt. Aus ihm geht hervor, daß die Lohnabschlüsse für die verschiedenen Branchen nur immer für einen Monat gemacht wurden; troßdem hielten die Löhne nicht gleichen Die laufmännischen Angestellten sind in Frankfurt a. M. am Schritt mit der Teuerung. Daraus feien auch die Bewegungen, die Donnerstag in den Streit getreten, weil sie mit dem bom zum Streit einmal gegen den Willen der Organisation Demobilmachungskommissar für verbindlich erklärten Schiedsspruch führten, zu erflären. Der Grund der dauernden Unzufriedenheit und Unruhen sei aber in Wirklichkeit der trotz der schweren Arbeit nicht einverstanden waren. Die Filialen der bekannten Lebensmittelschlechte Berdienst. Auch durch Drohungen des BBMI., die in firmen find geschlossen, ebenso die großen Warenhäuser und einem Schreiben an das Metallfartell enthalten sind, ist die Zu- Konfettionsfirmen, auch in einer Anzahl von Fabrikbetrieben feiert friedenheit nicht zu schaffen, sondern nur dadurch, daß man die das faufmännische Personal. niedrigen Löhne beseitigt. Im übrigen sehe man den Kampfmaßnahmen des BBM3, mit Ruhe entgegen. Zu den Beschlüssen vom löhne wurde am Montag beendet. Die Lohntürzung beträgt neun Der Kampf um die Herabsehung der sichechischen BergarbeiterGewerkschaftskongreß und Verbandstag übergehend, fagte Reimann, daß in Leipzig die Delegierten der Fabritarbeiter ohne rozent, falls nicht die ganze Woche hindurch gearbeitet wird, sieben Prozent. Die Lohnherabsehung wird durch entUnterschied der Partei geschlossen gegen Dißmann für die Resolu tion Tarnow gestimmt haben. Die Resolution Tarnow fußt auf der sprechende Kürzung der Leuerungszulagen und der Ueberstundengeschichtlichen Entwicklung der Gewerkschaften Deutschlands, während bezahlung bewirkt und gilt ab 1. Auguft. Dißmann etwas erreichen will, was nur das Wert der Zeit sein tann. Die Resolution Dißmann ist durch die mündlichen Erflä rungen der Unterzeichner nicht flarer geworden. Schon hier zeigte Die amerikanischen Eisenbahnpräsidenten haben den Ber. mittlungsvorschlag des Präsidenten Harding abgelehnt, die Berfstättenarbeiter haben ihn angenommen. Die EisenbahngeBerantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An. arigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. 5.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Linbenftr. B. Hierzu 1 Bellage. 99 Hauptbestandteile: Dros. Mittel zur Linderung bei Herzgefäßstörungen u. Alterserscheinungen Aerztlich empfohlen. 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