Nr.368 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 180 Bezugspreis: Für den Monat August 90,- M., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, sowie Defterreich und Luxemburg 138,- M., für das übrige Ausland 172, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, Eng land, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho. Glowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntags- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 4 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 25,- M. Reklamezeile 125,- SR. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7, M.( zulässig zwei fettge= druckte Worte), jedes weitere Wort 6.-M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 4,-, jedes weitere Wort 3.- M. 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Herr Poincaré hat sich durch den klaren Nachweis der deutschen Regierung, daß er im Unrecht ist, nicht daran Deutschland sieht sich außerstande, monatlich auch noch Vertreter Ferra die Feindschaft seiner Regierung gegen hindern lassen, sein neuerdachtes System der Retorsionen in 40 Millionen Goldmark für die nach der Borkriegsvaluta um Zwangsmaßnahmen notifiziert hat, greift Frankreich wieder Kraft zu setzen und hat dann seine Roffer gepact, um zur gerechneten Kriegsschäden privater Ententegläubiger deutscher zur Gewalt, stellt das Ausgleichsverfahren, das es ohnehin Konferenz der Entente- Staatsmänner nach London zu Schuldner zu zahlen und richtet an die Regierungen von Belgien, so schleppend betrieben hat, ein, rächt sich an den brutal ver- reisen. Was zunächst auf dem Gebiet der„ Retorsionen" in Frankreich und Großbritannien das wohlbegründete Gesuch, triebenen Eljaßdeutschen und zwingt dem Reich neue Zah- Erscheinung getreten ist, ist gerade nichts Weltbewegendes und diese Zahlungen einstweilen auf ein Biertel herabzusetzen. lungen unter Entziehung selbst solcher Guthaben auf, die ihm Erscheinung getreten ist, ist gerade nichts Weltbewegendes und Belgien und England antworten, daß sie diese Frage mit dem französische Spruchlammern zugesprochen haben. läßt sich eher unter die kleinen Schikanen registrieren. Aber Moratorium der Reparationszahlungen sobald wie möglich entscheiden werden. Frankreich sagt fategorisch nein. Deutsch Gegner der deutschen Friedensrepublik- das ist des heutigen Da über das Wann und Was dieser weiteren Maßnahmen Herunter mit der deutschen Mark, Stärkung der inneren das jetzt Verhängte ist ja nur der Anfang, der erste Grad der Tortur, dem, wie angekündigt wird, stärkere folgen sollen. land ist mit den Ausgleichszahlungen nicht im Rückstand, der Frankreichs Politik. Verfallstermin ist der 15. August, aber unter beleidigender das tiefste Stillschweigen bewahrt wird, bleibt den GerüchtNichterwähnung der letzten eindringlichen Hinweise des Reichsfabrikanten und Panikmachern ein unbegrenztes Feld für fanzlers auf die Bedeutung noch weiterer Herabdrückung des Paris, 5. Auguft.( WTB.) Der französische Sozialistenführer ihre jegensreiche Tätigkeit überlassen. Versuche, die deutsche Markwertes für die ganze Welt und am Vortag des Londoner und Abgeordnete Léon Blum schreibt unter der Ueberschrift: Wirtschaft und die deutschen Finanzen in Ordnung zu bringen, Ententerats verfügt die französische Regierung laut einer Unglückliches Land" im„ Populaire": Ist, wie man gesagt müssen unter solchen Umständen Unternehmungen bleiben, die Havasmitteilung das folgende: hat, die Rede davon, aus Elsaß- Lothringen die hunderttausend zu voller Aussichtslosigkeit verurteilt sind. Herr Poincaré hätte Da die deutsche Regierung heute nur eine dilatorische( ver- Deutschen auszuweisen, denen man gestattet hatte, dort zu wohnen, alles Recht, von den Börsenhaifischen, die auf ein weiteres schleppende. Red.) Antwort erteilt hat, hat die französische Regie- und die von einem Tag zum anderen ihre Naturalisation erwarteten? Sinken der Mark spekulieren, am Reingewinn beteiligt zu rung folgende zur Sicherstellung ihrer Ansprüche bestimmten Be- Depeschen aus Straßburg haben das widerrufen, aber das Dementi werden. schlüsse gefaßt: besagt nicht viel. Sicher ist, daß das ganze Elsaß, das ganze Der französische Ministerpräsident ist freilich an dem Zu1 Die Ausgleichsämter von Paris und Straßburg werden auf- Protest erhebt. Léon Blum schreibt weiter, die Deutschen von Elsaß- interessiert, desto mehr ist er es politisch. Sollte jemand französische Elsaß, schon im voraus gegen diesen unbegreiflichen Blan sammenbruch der deutschen Finanzen nicht privatwirtschaftlich gefordert, bis auf weiteres jede Anerkennung deutscher Lothringen seien mit dem gesamten Wirtschaftsleben des Landes noch daran gezweifelt haben, so muß ihn nicht nur das neue Forderungen aufzuschieben. 2. Die Ausgleichsämter erhalten Anweisung. für Rechnung der verbunden. Ihre Ausweisung und die Sequeftierung ihrer Güter System der Retorfionen" eines anderen belehren, noch mehr deutschen Regierung aus dem Erlös der Liquidationen der deut- würde schlimmer als eine Unruhe, fast wie ein Desastre wirken, und liefert ihm der Plan, den Herr Poincaré laut„ Havas" jchen Güter in Frankreich die durch die Urteile des gemischten es würden dann nicht mehr viel Dummheiten, die man dort unten nach London mitnimmt, den vollgültigen Beweis dafür. Schiedsgerichts gewährten Entschädigungen bis auf welferes nicht begehen könne, übrig bleiben. Sei es auch, wie man diesmal ohne Dieses Schriftstüd, das gestern abend hier abgedruckt wurde, zu bezahlen. Die Wirkungen des franzöfifch- deutschen 2b- Dementi angekündigt habe, wahr, daß die deutschen Guthaben und ist so tostbar, daß sich seine genauere Analyse verlohnt. Wir tommens von August- September 1921, auf Grund dessen die von Kredite und die deutschen Vermögensstücke im besetzten Gebiet, ja geben darum seinen entscheidenden Teil hier noch einmal den Ausgleichsämfern Paris und Straßburg gewährten Zahlungen felbft in Frankreich, beschlagnahmt werden sollten? Bei dem Ge- wieder: erfolgten, werden bis auf weiteres suspendiert, und die deutsche danken diefer Brutalität bäume man sich auf, indem man denke, Regierung wird die Urteile, die zu ihren Ungunsten ausgefallen sind daß diese Beschlagnahme, die gegen jedes moderne Recht sei, nicht oder ausfallen werden, aus eigenen Mitteln ausführen müssen. einmal dazu bestimmt sei, die geheiligte Reparations 3. Die Ausgleichsämter Paris und Straßburg find angewiesen forderung zu decken. worden, jede Notifikation( Mitteilung) des Reinerlöses aus LiquiUeber die Bilanz der poincaristischen Methoden sagt Blum dationen deutscher Güter in Frankreich einzustellen. Diese am Schluß seines Artikels: Boincaré werde nicht einen Pfifferling Maßnahme wird die Entschädigung von Deutschen mit in Frant. von der Forderung an Deutschland einkaffieren, dagegen werde reich liquidiertem Befih praktisch unmöglich machen und Deutschland er es dahin bringen, daß die französischen Schulden an England verhindern, Guthaben im Interesse dieser Kategorie seiner und Amerika fällig würden, und diese Lage werde andauern und Staatsangehörigen zu verwenden. von Stunde zu Stunde schlimmer werden. Paris, 5. Auguft.( WTB.) Der Temps" meldet aus Straßburg, daß der elsässische Abgeordnete Frey Poincaré in einem Brief auf die Nachteile gewiffer Zwangsmaßnahmen und deren Wirfung in Elsaß- Lothringen hingewiesen habe. Der Brief sei von den beiden elfäffischen Abgeordneten Walter und 4. Die im Gange befindliche Ausführung des in Baden- Baden gefchloffenen Abkommens über die Wiedererstattung von Mobiliar, das von deutschen Eigentümern in Elsaß und Cothringen zurüd gelassen worden ist( werden mußte. Red.), wird suspendiert. 5. Falls diese verschiedenen Maßnahmen zur prompten Regelung der Frage nicht ausreichen sollten, werden sie durch weitere Müller gegengezeichnet. progressive Bestimmungen ergänzt werden. Paris, 5. Auguft.( EP.) Der Korrespondent, des Temps" in Ein neuer unverhüllter Bertragsbruch reiht sich hier an Weißenburg schreibt, daß in Weißenburg alles auf die bevorden noch nicht wieder gutgemachten der Besetzung Frankfurts stehende Durchführung von Sanktionen hinweist. Die Pässe der am Main und an die noch bestehenden vertragswidrigen Gewaltatte der Besehung von Düsseldorf, Duisburg, Ruhrort und der Einführung der Zollinie zwischen dem besetzten und dem übrigen Deutschland. Während Englands leitende Staatsmänner eben erft feierlich bekundet haben, daß Deutschlands Ruin die ganze Welt gefährdet, am Tage nachdem Italiens Darf Lerchenfeld nicht nach Berlin? Die Angst vor der deutschnationalen Straße. Wie die Dena von gutunterrichteter Seite erfährt, bestätigt es fich, daß der bayerische Gesandte in Berlin, Herr v. Preger, nach feiner Rückkehr aus München der Reichsregierung mitgeteilt hat, daß Graf Lerchenfeld bereit sei, nach Berlin zu kommen. Die Reichsregierung hatte dem Grafen Lerchenfeld darauf eine Einladung übermittelt, die Herr v. Preger überbracht hat. Graf Lerchenfeld war also bereit, nach Berlin zu kommen, als sich in den Kreisen der Bayerischen Volkspartei ein starker Widerstand gegen diese Berliner Reife des bayerischen Ministerpräsidenten geltend machte, hat Graf Lerchenfeld es doch vorgezogen, die Einladung nicht anzunehmen. Er wird nunmehr nicht nach Berlin kommen. Reisenden werden mit äußerster Strenge fontrolliert, die Zollbeamten verdoppeln ihre Aufmerksamkeit. Die Polizeipräsidenten und Unterpolizeipräsidenten von Elsaß- Lothringen haben den Befehl erhalten, bis auf weiteres ihren Bosten nicht zu verlassen. Man befürchtet an der Grenze, daß die Sanktionen am nächsten Montag zur Durchführung kommen werden. " Wenn es auch offensichtlich ist, daß Deutschland einen großen Teil der Verantwortung an seinem finanziellen Zusammenbruch trägt, so scheint es doch schwierig, die Feststellung bestimmter Tatsachen zu erlangen, die juristisch einen absichtlichen Verstoß gegen den Bertrag in der Vergangenheit beweisen. Infolgedeffen könnte Deutschland ein kurzfristiger Zahlungsaufschub von vier bis acht Wochen für die nächsten Zahlungen gewährt werden. Während dieser Zeit müßte jedoch Deutschland in einwandfreier Weise Beweise seines guten Willens dadurch geben, daß es einen sehr vollständigen Plan finanzieller Reformen annimmt und verwirklicht: Geldreform, 3ollkontrolle usw. Gleichzeitig müßte die allgemeine hypothek auf Deutschland, welche die Alliierten nach dem Friedensvertrag besitzen, in Kraft treten, wie Abgabe von 26 v. H. des Kapitals der deutschen Industrieunternehmungen, Inbetriebnahme und sogar Abtretung der staatlichen Bergwerke und Forsten auf dem linken Rheinufer. Sollte sich Deutschland weigern, sich diesen Maßnahmen zu unterwerfen, oder Schwierigkeiten machen, jo würde diesmal ein freiwilliger Berstoß offen zutage liegen, und die Alliierten hätten fein anderes Mittel nach Ablauf des festgesetzten Termins als 3wangsmaßnahmen im Rheinland und Ruhrgebiet zu treffen, besonders durch die Ueberwachung der Transportmittel. In diesem Falle wird die französische Regierung, wie man versichert, unter voller eigener Berantwortung vorgehen, da fie diese Kontrolle als unerläßlich betrachtet. Danach wagt selbst Poincaré nicht zu behaupten, daß Fehr, die sich beide augenblicklich in Bayern befinden, veranlaßt, sich nach München zu begeben. Heute vormittag hat mit den beiden Deutschland die Verantwortung für seinen finanziellen ZuHerren Reichsministern unter dem Vorsiz des Ministerpräsidenten sammenbruch allein trägt, nur ein großer Teil" und unter Teilnahme des Herrn Landtagspräsidenten, der beiden davon soll ihm zufallen. Es wäre interessant festzustellen, wie zuständigen Ressortminifter, das Gesandten Dr. Don Preger groß dieser Teil ist und wer die Verantwortung für den Besprechung stattgefunden, über deren Ergebnis die Herren Reichs- zugeben, daß eine stärkere Regierung durch konstantere Maßund einiger Bertrauensleute der Roalitionsparteien eine eingehende anderen Teil trägt. Man kann ruhig die Möglichkeit minister in Berlin Bericht erstatten werden. Es ist zu erwarten, nahmen das deutsche Finanzelend vielleicht um etwas hätte daß sich eine Rommission ber bayerischen Regierung verringern fönnen. Aber woran liegt es, daß die Kraft der in den nächsten Tagen nach Berlin' begeben wird, um die Berhand- deutschen Regierungen immer wieder geschwächt wurde und lungen weiter zu führen. daß die vollkommene Unsicherheit aller Berhältnisse umfassende Reformpläne nicht zur Reife gedeihen ließ? Ist daran die Entente, Frankreich an der Spike, nicht mitschuldig? Die Reichspost am Verfassungstag. Ueber das Flaggen am 11. August, dem Verfassungstage, ist Dieser interessanten Feststellung der offensichtlich„ teilvom Reichspostminster bestimmt worden, daß an diesem Tage alle meisen" Verantwortung Deutschlands folgt der erschütternde Im Gegensatz dazu meldet die TU., daß an den bayerischen Mi- Boft- und Telegraphendienstgebäude in den Reichsfarben zu Berzweiflungsschrei, es scheine doch schwierig, Tatsachen nisterpräsidenten Graf Lerchenfeld eine offizielle Einladung beflaggen sind. der Reichsregierung ergangen fei, zu Berhandlungen über den schwarzrotgold nicht vorhanden sind oder von den Fabriken nicht lichen Verstoß gegen den Vertrag beweisen. Das ist in der Soweit Reichspoftflaggen oder Nationalflaggen zu erlangen, die juristisch in der Vergangenheit einen absichtschwebenden Streitfall nach Berlin zu kommen. Wann Graf rechtzeitig geliefert werden können, sollen Fahnen von Behörden, Tat schwierig, um so mehr als die ehrliche Absicht der gegenLerchenfeld in Berlin eintreffen wird, stehe noch nicht feft, doch Bereinen oder Privatleuten entliehen oder gegen Entgelt gemietet wärtigen deutschen Regierung, alles irgendwie Erfüllbare zu nehme man an, daß seine Ankunft bereits am Sonntag, werden. Wenn auch das nicht möglich ist, sollen Behelfsfahnen erfüllen, von den alliierten Regierungen wiederholt feierlich spätestens aber am Montag zu erwarten fei. Zurzeit befindet sich schwarzrotgold hergerichtet und am 11. Auguft verwendet werden. anerkannt worden ist und als sich zwei deutsche Minister für auch der bayerische Gesandte Dr. von Breger noch in München. Wir sind neugierig, ob troß diefer eindeutigen, alle Ausreden diese Politik der ehrlich versuchten Erfüllung sogar totEine bayerische Kommission nach Berlin. verhindernden Verfügung nicht doch ein findiger" Postrat eine schießen ließen. Das Blut Erzbergers und RatheMünchen, 5. Auguft.( TU.) Bon amtlicher( bayerischer) Seite schwarzweißrote Lüde findet. Selbstverständlich werden wir unsere naus redet eine beweisträftigere Sprache als die Tinte wird mitgeteilt: Nach Eingang des bayerischen Antwortschreibens Lefer gern davon unterrichten. Poincarés. hat der Reichspräsident im Einvernehmen mit dem Herrn ReichsSo steht der gute Ministerpräsident Frankreichs in der fanzler an die bayerische Regierung durch Vermittlung des Herrn Die erste Sihung des preußischen Gnadenausschusses. Gesandten Dr. von Breger die mündliche Einladung zur Auf- gemäß§ 4 des preußischen Gesezes über die Gewährung von Straf: Er braucht für seine Politik ein Deutschland, das sich vor den Der Tat vor einer Schwierigkeit, die ihn fast verzweifeln läßt. nahme von Berhandlungen ergehen lassen. Der bayerische Minister- freiheit vom preußischen Staatsministerium einberufene Ausschuß präsident hat darauf angeregt, zunächst eine Besprechung in München hielt am 4. 5. M. im Breußischen Justizministerium seine fon- Augen der Welt ins Unrecht feht, dafür findet er eines, das über die schwebenden Fragen und die Richtpunkte für solche Ber- ftituierende Gigung ab. 3u feinem Vorsitzenden wurde der Ab- ihn selber ins Unrecht setzt und das die Welt jeden Tag handlungen mit. Bertretern der Reichsregierung zu veranstalten. geordnete Dr. Siegfried Rosenfeld( SPD.), zu deffen Stellver- mehr von seinem guten Recht überzeugt. Er braucht den Die Reichsregierung hat die Herrn Reichsminister Dr. Geßler und treter der Abgeordnete Dr. Seelmann( Dnat.) gewählt, Labsichtlichen Verstoß" Deutschlands, hat ihn aber nicht, Was zuführen? Das gewünschte Ergebnis ist leicht zu erzielen. Man stellt neue Forderungen an Deutschland, die so unmöglich, so unsinnig und so schimpflich sind, daß man von vornherein ihrer Ablehnung vollkommen gewiß ist. Dann hat man, was man braucht, den„ absichtlichen Verstoß" und kann nach Herzenslust über Deutschland herfallen. Bom österreichischen Ultimatum an Ser! bien erfuhr man erst viel später, daß es absichtlich so unannehmbar wie möglich formuliert wurde, da es als Handhabe für ein gewaltsames Vorgehen benützt werden sollte. Die Wiener und Budapester Kriegsmacher genierten sich wenig stens noch, ihre Absicht offen einzugestehen. Herr Poincaré geniert sich gar nicht. Er sagt mit schönster Offenheit, daß sein Ultimatum den Zweck hat, nicht angenommen zu werden und ihn aus der Verlegenheit zu befreien, in die ihn die loyale Haltung der deutschen Regierung versetzt hat. Das ist der Fortschritt der politischen Moral seit dem Sieg des Rechts", den Frankreich mit seinen Verbündeten erstritten hat. Und das ist der Plan, mit dem in der Tasche Herr Poincaré nach London reist! Es muß sich zeigen, ob es außerhalb Frankreichs Staatsmänner gibt, die überhaupt bereit sind, über einen solchen winkeladvokatorischen Kniff zu debattieren. Man sollte meinen, das Weltgewissen, wenn es so etwas gibt, müßte den Urheber eines so schändlichen Vorschlags an den Pranger stellen und in Frankreich selbst müßte sich ein allgemeiner Schrei des Entsetzens erheben über diese Selbstentblößung seines leitenden Staatsmanns! Wir sind nicht optimistisch genug, das anzunehmen. Die politische Moral in Frankreich ist durch den Sieg vergiftet, um so mehr als dieser Sieg nicht durch eigene Kraft errungen Und die Verbündeten sind mit Frankreich an die Galeere des Versailler Vertrags geschmiedet, die sie längst verwünschen, von der sie aber doch nicht los fönnen. Auch Poincaré muß als Verbündeter ertragen und behandelt werden. genug gerüstet habe. Weiter wird erklärt, daß man = Als beachtenswert sei aus Ludendorffs Verteidigung nur noch angeführt, daß er die zweitausend Lodes urteile, die 1917 in Frankreich gefällt wurden, der schwäch lichen" Unterdrückung der innerdeutschen Unruhen im gleichen Jahre als leuchtendes Beispiel entgegenhält. Paßt Ludendorff nicht durchaus zu den Blutmenschen, die jeht in Moskau die Sozialrevolutionäre unter allen Umständen in den Tod schicken wollen? Die Münchener Genossen kampfbereit. bleibt da anderes übrig, als ihn mit Lift oder Gewalt herbei- deshalb geführt werden müssen, weil Deutschland nicht Heilbehandlungskosten für Kriegsopfer. sich weder dem tonservativen Parteiinteresse noch über- Das Reichsversorgungsgeseh gewährt Kriegsbeschädigten haupteiner Partei- auch nicht der Deutschvölkischen? to stenfreie Heilbehandlung für ihr Dienstbeschädigungsleiden. irgendwie jemals verschrieben habe. Zum dritten wird um auch Kriegsteilnehmern, die von diesem Gesez nicht erfaßt bestritten, daß die Oberste Heeresleitung im Sommer 1918 worden, die Ausgaben für die Heilbehandlung zu verringern, sind durch ihre falschen militärischen Maßnahmen jede Handlungs- beim Haushalt des Reichsministeriums des Innern Mittel zur freiheit verloren habe. Gewährung von Zuschüssen zu den Heilbehandlungskosten zur Verfügung gestellt. Sie werden gewährt, wenn die Kriegs-, Verstümmelungs- oder ähnliche Zulagen des laufenden Jahres für die Bestreicung der Heilbehandlungskosten nicht ausreichen. Unter gewissen Umständen kann ein Teil der Verstümmelungszulage bei der Anrechnung außer Ansatz bleiben. Die Zuschüsse werden bewilligt bei Krankenhausbehandlung, unter gewissen Bedingungen bei Hauspflege, bei Kuren in inländischen Bädern, Sanatorien und Lungenheilstätten, falls eine organische Erkrankung schwererer Art vorliegt. In gleicher Weise wird die Beschaffung von Körpererfaßstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln sowie ron München, 5. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Erhard Auer Führerhunden für Blinde erleichtert. Die Anträge sind mit sprach gestern abend zu den Münchener Parteifunktionären. Ge- einem Zeugnis über die Notwendigkeit der Heilbehandlung, das von noffe Auer zeigte die Zusammenhänge zwischen der bayerischen Re- einem Kreisarzt( Bezirksarzt) oder von einem beamteten Vergierung und deren Hintermännern auf. Die Mittelpartei, welche forgungsarzt ausgestellt ist, sowie mit einer Uebersicht über die vorießt das Heft in der Hand habe und die Bayerische Volkspartei als aussichtlichen Kosten dem für den Wohnort zuständigen Hauptver willenloses Werkzeug gebrauche, sei in völliger finanzieller Abhängig- forgungsamt zur Weiterleitung an die bewilligende Stelle vorzufeit von dem aus Preußen importierten Bund der Landwirte". legen. Volksentscheidung zu reden, solange sie das Bollzugsorgan von Die bayerische Regierung habe nicht das Recht, von einer Entschädigung Kriegsbeschädigter und KriegsElementen sei, die zu allen Berbrechen fähig sind. Es gäbe hinterbliebener bei Vorladungen. in Bayern allein zwei illegale Organisationen, welche den Zusammen die vom Bersorgungsamt oder Hauptversorgungsamt zur UnterKriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene schluß Deutschösterreichs mit Bayern zu einem eigenen Staat be= trieben. Dieser Staat brauchte nach ihrer Meinung nicht unbedingt fuchung, Beobachtung oder zur Erörterung gestellter Anträge vor eine Monarchie zu sein. Es genüge ihnen zunächst die Schaffung geladen werden, erhalten die Reisekosten und sonstigen eines Staatswesens nach dem Vorbild Ungarns Man brauche baren Auslagen erstattet und außerdem in angemessenem Umaber in dem Widerstreben, die hochverräterischen Einflüsse auf die fange Eriaß für nachweisbar entgangenen Arbeitsverdienst. Um bayerische Regierung aufzudecken, nicht weit zu gehen. Habe doch die sofortige Erstattung zu ermöglichen, sind Bescheinigungen des der Bayerische Kurier" kürzlich in einem Artikel sechs bis sieben Arbeitgebers über die Höhe des entgangenen Arbeitsverdienstes und Belege über sonstige Ausgaben mitzubringen. In der Bescheinigung Hochverratsdelikte begangen. Auer wies erneut auf die politische Verseuchung der bayerischen des Arbeitgebers über die Höhe des entgangenen Arbeitsverdienstes Polizei und Justiz hin. muß auch angegeben werden, welcher Betrag von ihm als Es ist wahr, daß alles, was in England dieser Tage geSeit dem 30. Juni brandmarke die„ Münchener Post" das hoch- Steuerabzug einzubehalten sein würde, da die Versorgungsbehörden redet worden ist, die schärfste Verurteilung jener in famen verräterische Treiben des deutschvölkischen Agitators henrich. diesen Betrag nicht zu ersehen haben; fehlt die entsprechende AnPläne bedeutet, die der französische Ministerpräsident durch Jetzt endlich, wo sich das Material über diesen Mann verdichtet habe, gabe, so wird der Arbeitsverdienst um 10 Broz. gefürzt. Wer Wert " Havas" mit zynischer Offenheit enthüllt. Aber es ist ebenso sei er aus München verschwunden. Genosse Auer schloß mit den darauf legt, daß die ihm zustehenden Beträge gleich bei der Interwahr, daß die englische Politik bisher in der Offenbarung Worten:" Der Kampf der bayerischen Sozialdemokratie gegen die ſuchung gezahlt werden, versehe sich schon vorher mit den unanfechtbarer wirtschaftlicher Erkenntnisse und moralischer Geheimorganisationen muß durchgefochten werden. Das ist ein Sentenzen bestanden hat, ohne daß daraus irgendwelche praf- bringen uns vielleicht diesen Entscheidungskampf. Ein Zurück in praf- Rampf auf Leben und Tod. Schon die nächsten Tage tische Konsequenzen gezogen werden konnetn. Daß die Lon- der Frage der Reichsgesetze zum Schutz der Republik darf es für doner Konferenz den Plan Poincarés mit Begeisterung zum die Reichsregierung nicht geben. Möge sie aber Energie nicht mit Koblenz, 5. Auguft.( MTB.) Die interalliierte RheinlandBeschluß erheben und dann mit Bruderfüffen auseinander Nervosität verwechseln. Genossen, seid zum Kampf bereit!" fommission hat durch Schreiben vom 1. August 1922 dem Reichsgehen werde, erwartet niemand, am wenigsten sicherlich Poin- Genosse Saenger führte zu der Frage der Justizhoheit Banerns fommissar mitgeteilt, daß Anlage 7 der Einquartierungsbestimmuncaré selbst. Sein Vorschlag ist ein Marimalvorschlag, aufs aus:„ Es sei ein Hohn, daß sich gerade Bayern über eine Aus- gen für die französische Armee folgenden Zusaz erhalten hat: Bei Abhandeln eingerichtet. Aber wenn man sich nahmegefeßgebung aufrege. Ein Land, in dem jetzt noch fechzig bis der Bezeichnung der zu den Schlafzimmern mit 1 oder 2 Betten, darüber überhaupt aufs Handeln einläßt, dann heißt es Gute- fiebzig Prozent aller strafbaren Handlungen durch Volksge- dem Eßzimmer und dem Salon gehörenden Gegenstände ist zuzunacht für Deutschland und das übrige Europa, das mit richte" abgeurteilt würden. Beriges Jahr noch habe man in fügen: In den zur Verfügung der Offiziere gestellten Wohnungen Deutschlands Schicksal untrennbar verbunden ist. Die Gewiß- Bayern die Errichtung eines Standgerichts" erwogen, in dem wird eine elettrische Klingelanlage für das Dierstsämtliche Beisitzer von Herrn Boehner ihr Mandat erhalten sollten. heit, daß Poincaré auch sein eigenes Vaterland in den Ab- Der bayerischen Justizhoheit sei nicht nur durch die Berfassung von personal im Schlaf, Eßzimmer und im Salon eingeWeimar ein Ende bereitet worden, sondern schon durch die Verträge Solange Frankreich vom Poincarismus besessen ist, kann des Jahres 1871." feine Konferenz helfen, die nicht ihre Beschlüsse gegen Frankreich faßt und durchführt. grund führt, fann uns fein Trost sein. Ludendorffs Kampf gegen die Wahrheit. Es wurden nicht genug ,, innere Feinde" erschossen. Die Kölnische Bolkszeitung" hatte in einem Artikel des Freiherrn v. Weitershausen zu dem Thema„ Graf Hertling und Ludendorff" Stellung genommen. Ludendorff hat jetzt darauf geantwortet. Es ist unmöglich, immer wieder zu beweisen, daß Ludendorff einen vergeblichen Kampf gegen die Wahrheit führt. Es ist deswegen unmöglich, weil sich in Deutschland jeder denkende Mensch gegen die fortgesetzte Wiederholung tausendfach erhärteter Tatsachen sträubt. Wir registrieren daher nur, daß Ludendorff den Mut hat, zu behaupten, der Krieg hätte Die Entdeckung. Bon Mar Geisenheŋner. Weißt Du," sagte mein Onkel ,,, komm mit mir vor die Stadt, ich habe Dir etwas Wichtiges zu sagen, ich habe nämlich eine große Entdeckung gemacht." " erwähnten Belegen. richtet. Für die Sicherheit der Besatzung. Effen, 5. Auguft.( MTB.) Aus einer großen Anzahl neuer, Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der es heißt: unerhörter Ausschreitungen franzöfifcher Besagungstruppen, die Angesichts der Bedrohung der deutschen Wirtschaft und der nunmehr ihre amtliche Bestätigung finden, seien zwei Fälle hervor. Souveränität des deutschen Boltes durch den franzöfifchen Imperia- gehoben: Bei einer Maifeier in Siegburg murde ein Arbeiter lismus verurteilt die Versammlung ganz besonders aufs schärffte von einem französischen Kraftwagenführer überfallen und mit die Unterhöhlung der Reichseinheit durch die kurzfichtige, verant- Meffer und Schlagring bearbeitet, taß er schwerverletzt sich in ärztwortungslose Haltung der bayerischen Regierung. Die Sozi.Demo- liche Behandlung begeben mußte. fraten Münchens warnen die bayerische Regierung und die Landtagsmehrheit in lehter Stunde, ihre gegen die Reichsverfassung gerichtete In Euskirchen lief am 19. Mai in später Abendslunde ein Politit fortzusetzen. Bei allen Maßnahmen, die die Reichsregierung franzöfifcher Soldat mit blanfgezogenem Seitengewehr umher und zum Schuhe der Reichseinheit für notwendig hält, werden fie ge- flach auf alle ein, die ihm über den Weg liefen. Zwei Arbeiter cr= fchloffen hinter den Leitern der deutschen Republit stehen. Jeder hielten so schwere Sieb- und Stichwinden, daß sie noch in der Nacht einzelne wird feine ganze Perfon für die Erhaltung der demokrati- ins Krankenhaus gebracht werden mußten. fchen deutschen Republik einsehen. Die Flucht aus der Deutschnationalen Boltspartei. Wie das B. T." meldet, ist in Medlenburg der bisher der Deutschnationalen Bolkspartei angehörende Generalmajor Graf v. Schlieffen zur Deutschen Bolkspartei übergetreten. Die Rheinlandtommission hat unter erneutem Verbot der früheren Reichsfarben das Flaggen von Schwarz- Rot- Gold gestattet. Paris, 5. Auguft.( Frff. 3tg.), Wie die„ Cre Nouvelle" mit<< teilt, hat der französische Bostminister den französischen Postbeamten verboten, ihre Ferien in Deutschland zu verbringen. und der Materialien. Die Klavier- und Flügelausstellung ist bcsonders reichhaltig; fast alle großen Berliner, fächsischen, thüringi schen, ostpreußischen und schlesischen Firmen sind vertreten, das Rheinland scheint zu fehlen, auch Süddeutschland hat nur wenig ausgestellt. das Pfund. Aendert das etwas daran, daß der Himmel blau ist?" Berflucht noch mal, dachte ich. Will er mich frozzeln? Aber schon fuhr er fort:„ Oder denke Dir, Du hast großen Hunger und besonderen Appetit auf eine Schweinshare, so eine schöne, zarte, falte. Die foftet aber eine halbe Million Mark und Du hast nur Bei der Vorbesichtigung war unter dem Lärm der letzten Aufnoch drei Mark in der Tasche. Rauschen darum die Bäume weniger stellungsarbeiten und dem Durcheinander von Spielern und Ich wollte erst nicht recht, denn mein Onkel ist ein Schriftsteller schön?" Stimmern das Auge mehr befriedigt als das Dhr. Die große und fängt z. B. seine Geschichten mit den Worten an:„ Heute war ein Er hob sich aus dem Straßengraben, lächelte, flopfte sich ab und fuhr scher Firmen, und es ist ein Wahrzeichen deutschen Gewerbefleißes, Diesmal hatte mein Onkel aber eine mächtige Knallschote fißen. Mannigfaltigkeit aber spricht schon für die großzügige Leistung deutherrlicher Tag." und ich weiß bestimmt, daß es an dem betreffenden Tag geregnet hat. So etwas fann mich furchtbar ärgern. fort:„ Der gute Mensch muß leiden, jetzt haust Du und zu Hause wirst daß die vor dem Krieg unerreichte Klavierindustrie wieder Mein Onkel ist also unzuverlässig. Was mochte er wieder haben. Du werden. Nichts darf Dir mehr imponieren. Wenn Dein Haus den Preisen, so stockt allerdings das Herz, und man weiß, daß der Du's einsehen. Je höher die Preise steigen, um so fröhlicher mußt ihren konkurrenziosen Plaz einzunehmen beginnt. Fragt man nad Sicherlich war die große Entdeckung auch nichts anderes als ein wirt morgen zu Dir kommt und sagt:„ Am nächsten Ersten müssen schnitt des Berufsmusikanten an die Anschaffung von Instrumenten geistige Arbeiter, der fünstlerisch Studierende und der gute Durch Schwindel. Wer weiß, was da wieder herauskommen würde. Sie ausziehen oder auf Ihre eigenen Kosten mein ganzes Haus zu Beltmarktpreisen in Jahren nicht mehr denken kann. Reich iſt Schließlich aber, denn ich bin ein guter Mensch, ging ich mit ihm. Vor dem Tore angelangt, fragte mich mein Onkel:„ Du bist doch anstreichen," dann mußt Du nur leise grinsen, mit den Schultern auch die Industrie der Spiel apparate, der mechanischen im Dalles?"„ Ja," erwiderte ich ärgerlich ,,, hast Du mich darum zucken und an irgend etwas denken: An einen Wih im Illustrierten Klaviere mit allem Zubehör, vertreten. Wer für Technik etwas hierhergelockt, um mich das zu fragen? Natürlich bin ich im Dalles, Deine Braut, die ein anderer geheiratet hat, furz an lauter fröhliche fegung in mustergültiger Form. Die Firma Schott hat in dem Blatt", an eine Kegelkugel, die Deinem Freunde daneben ging, an übrig hat, sieht die Bestandteile des Klaviers und ihre Zusammenselbstverständlich. Mir stehen die Haare so zu Berge, daß ich mich Dinge. Da ich wieder einen roten Kopf bekam, sprang mein Onkel für Literatur etwas knappen Raum die Darstellung eines Musikschon nicht mehr frisieren kann. Wenn ich eine Kartoffel schlucke, einen Schritt zurück und schrie:„ Siehst Du, das, was ich eben tue Blas und Streichindustrie( in der auch das Revalo drucks von der Platte her ausgestellt. Die Interessenten der fühle ich ordentlich einen Zweimarkschein in der Kehle, esse ich und was Du nicht begreifft, das ist das Mittel zur Ueberwindung allen instem energisch vertreten ist) finden das ihre, und über allem Schweinefleisch, ist es mir, als faute ich auf einem Blauen herum. Elends: Distanz halten zu allem, was nach uns schlagen will, schwebt Sinn für Kompensation von Gutem und Schönem, über Wohin ich gehe, spricht man vom Geld, wohin ich mich wende: Geld. Ueberall Geld. Efelhaft. Und wie soll das noch alles werden!" Distanz zu Verwandten und Preisen." allem auch der Wetteifer des Bessermachens und des leber= Mein Onkel strahlte. Siehst Du," sagte er ,,, das ist es ja Ich sah auf meinen Onkel wie ein Stier auf einen Torrero. Ich trumpfenwollens der Konkurrenz. Die Ausstellung ist bis Mitte gerade, ich will Dir helfen. Hör einmal zu wie ich das jetzt einmal hätte ihn am liebsten aufgespießt, aber ich dachte, warte nur. Und August geöffnet. mache und nimm Dir ein Beispiel an mir. Ich bin heute morgen, da es schon spät war, lud ich ihn, obwohl ich nur noch hundert Mart statt wie sonst zu fahren, eine halbe Stunde früher von zu Hause batte, in eine Kneipe ein. Dort bestellte ich heimlich beim Kellner weggegangen, bin zu Fuß in die Stadt gewandert. Ich hatte bei ein Rumsteat und für meinen Ontel eine Portion Graupen, für mir, um über alles Widerwärtige hinwegzukommen, scharf überlegend und gewaltsam beschlossen, mich zu freuen. Ich kam dabei zu folgendem Ergebnis: Ich freute mich darüber, daß ich zwei Beine habe, daß an meinen Stiefeln erst eine Sohle durchgelaufen ist, daß der Hosenboden meines Nachbarn um anderthalb Grad blanker war als der meine, daß ich auch ohne Zigarre und Du weißt, ich bin ein leidenschaftlicher Raucher deutlich sehen konnte, wie " 1 19 Als das Bestellte kam, erläuterte ich ihm furz, daß der Himmel mich einen Schoppen Wein und für ihn ein Glas Brunnenwasser. genau jo blau sei, ob er nun Rumsteal oder Graupen effe, daß die Gewiß," sagte mein Onkel, und schüttete mir die Graupen und das Bäume ebenso schön rauschten, ob er nun Wein oder Wasser trinke. Wasser über den Kopf ,,, gewiß, aber es fommt auf die Stimmung an, und die hast Du mir soeben gründlich verdorben." Sprach's und die Morgensonne die Baumgipfel vergoldete. Ich freute mich, daß ich ihn direkt totgeschlagen, und ich bin überzeugt, das wäre ein verschwand. Wäre er nur noch eine Sekunde dageblieben, hätte ich in meinem, zu einem Taghemd verwandelten Nachthemd ohne Manschetten die Linie der Berge besser sehen fonnte, als mein Chef, gutes, ein nüßliches, ein begrüßenswertes Wert gewesen. Oder der auf einem Motorrad vorüberraste, und dem ich eine Panne und sollte der Onkel mit feiner Entdeckung am Ende doch recht gehabt ein Loch in der Hose wünschte, über das er im Bureau immer die Hände halten müßte, furz, ich freute mich über alles, in erster Linie aber darüber, daß die Preise seit vorgestern wieder so erheblich gestiegen sind und weiter steigen werden." Ich mußte nach dem Ausspruch meines Onkels wohl etwas rot vor But geworden sein, denn er legte mir die Hand auf das Schultergelent, aus dem heraus ich gerade eben hatte ausholen wollen, und meinte:„ Wie nervös Du bist. Ich sage Dir noch einmal, die Teuerung ändert nichts an der Schönheit der Welt. Man muß ganz ruhig bleiben. Stell Dir einmal vor, die Butter kostet morgen 60 000 m. haben? Musik- Fachausstellung. Im Sportpalast wurde Sonnabend durch den Oberbürgermeister Böß und den Vorsitzenden des Zentralverbandes Deutscher Tonkünstler, Arnold Ebel, eine Musik- Fachausstellung eröffnet. Den fünstlerischen Auftakt gab das Vorspiel zu den„ Meistersingern", ge= durch Ansprachen des Vorsitzenden und des Ehrenpräsidenten. Im frielt vom Tonfünfilerorchester. Die formelle Gröffnung erfolgte Riefenrund der Halle sind die Erzeugnisse fünstlerischen Gebildes zu jehen, in allen Niancen des Fabrikates, der Farbe, des Musters „ Der wahre Jacob" ks. ist im Gebiet der Brüdenköpfe Düffeldorf und Duisburg wiederum von dem französischen Rom mando verboten worden. Er revanchiert sich also: In Düsseldorf und Duisburg Sind abermals wir unten durch! Und unfre Bilder, unsre Strophen Kann links des Rheins man nicht mehr foofen! Das Tintenfaß voll Wehmutzähren, Woll'n wir die Gründe euch erklären, So wie sie stehn im Interdikte, Mit welchem uns Paris beglückte: Die Sicherheit, die militär'sche, Ward schwer bedroht durch unsere Versche! Der schwarzen Krieger Würde ward Lädiert durch Bilder roher Art. Wer darf denn auch beim Wißereißen Die Rage eine Raze heißen! Und wer darf ungestraft es wagen, Französischen Rentnern die Wahrheit zu sagen! Se nun, es fehlt uns der Respekt Bor dem, was hier ward ausgehedt. Wir denken, wie schon Göß gefonnt, Bezüglich seiner Hinterfront! DIE BÜCHERSCHAU NR. J6S/ 39* JAHRGANG BEILAGE DES VORWÄRTS SONNTAGt 6. AUGUST IPSÄ Soziale Literatur über Cnglanö. Von Dr. Charlotte Lütkens. Nuch die Siegerstaaten sind nicht unverändert aus dem Krieg hervorgegangen. Ucberall sind mit den wirtschaftlichen die sozialen Verhältnisse in Gärung geraten, sind neue Triebkräfte am Werk, die ein Ungeschehen- oder auch nur Vergessenmachen der Kriegszeiten verhindern. Die internationale Verflochtenheit und gegenseitige Be- einflussung der Einzelländer, die sich, je stärker die Versuche zu nationalistischer Abschließung werden, um so deutlicher fühlbar macht, fordert so nicht nur eine Berücksichtigung der p o l i ti s ch e n Entwicklung des Auslandes, sondern entsprechend auch ein Eingehen auf die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse. Wie England politisch mit an erster Stelle Europas Geschick be- stimmt, können auch seine inneren Verhältnisse nicht ohne Rück- Wirkung auf unser eigenes Geschick bleiben. Ist doch auch seine Außenpolitik durchaus abhängig von den sozialen Konstellationen im Innern. Für den Sozialisten, dem diese Zusammenhänge der Inter- nationalen, besonders deutlich sind und sein Weltbild mitbestimmen, kommt dazu noch das Jnteresie an den Zuständen und Gedanken- kreisen, in denen die Genossen, die der umfangreichsten Arbeiterpartei angehören, leben. Es kann hier nicht genauer auf die Bedeutung der kriegswirt- schaftlichen Organisation Englands eingegangen werden..(Eine um- fassende Darstellung findet sich in meinein Buch: Mendelsohn, „Wandlungen des liberalen England durch die Kriegswirtschaft." I. C. B. Mohr, Tübingen 1921.) Doch dürfte es klar sein, daß diese Entwicklung in ihrer Tragweite nur dann übersehen werden kann, wenn uns vorher als Grundlage ein Bild Englands in der Vorkriegszeit vor Augen gestellt wird. Liese Aufgabe mag unter gewissen Einschränkungen eine kurzgefaßte Schrift von Her- mann Leo y: Die englische Wirtschaft(Teubner, 1922, 1S3 S.) erfüllen. Seine Aufgabe, Richtfachleuten eine Anschauung von den englischen Wirtschaftszusiänden zu geben, erfüllt es für die Zeit bis zum Krieg— allerdings werden gerade die Arbeitsverhältnisse nicht sehr ausgiebig und vor allem keineswegs überall mit ge- nügendem Verständnis(oder dem Willen dazu?) für den Sozolismus behandelt. Unzureichend, zum Teil auch verkehrt ist leider die Dar- stellung der Kriegs- und Nachkriegszeit! es fehlt auch der Hinweis auf ganz ausschlaggebende Strömungen der neueren sozialistischen Theorie. Ebenso scheint uns eine Behandlung der neuesten indu- striellen Konzentralionsbewegung, die durch den Krieg erhebliche Fortschritte gemacht hat, wünschenswert, sind doch gerade die Ka- vilel, die die industrielle Organisation vor dem Kriege behandeln, die anschaulichsten und übersichtlichsten des ganzen Buches. Das Levysche Buch kann schon aus dem einen Grunde für das Sonderinteresse des Sozialisten nicht als ausreichend betrachtet werden, als es von den sehr wichtigen Parallelerscheinungen zu Strömungen des modernen deutschen Sozialismus nichts weiß. Wir haben etwa gelegentlich der Sozialisierungsdebattcn erfahren, daß der Gedanke des Eigentums an den Produktionsmitteln nicht mehr die Rolle spielt, die ihm die Vorstellung früherer Jahre, die in der Verstaatlichung bereits die Lösung des Kapitalismus sahen, Begeben hatten— daß vielmehr psychologisch wie praktisch das Zroblem des Betriebes in den Vordergrund gerückt ist. Der Rätegedanke, die Betriebsdemokratie, das Prinzip der Bauhütte u. a. gehören hierher. In entsprechender Weise hat sich nun auch im englischen Sozialismus die Abkehr vom allen Swatssozialismus der Webb und der Fabier vollzogen; bedeutet doch das Aufkommen der neuen Richtung auch das Einstrmnen der Gedanken von einer von der politischen Zentrale nicht abhängigen Wirtschaftsvertretung. Im Rahinen dieser neuen Tendenzen ist so der' vielgenannte Eildensozialismus zu verstehen. Es ist eine Fortentwick- lung syndikalistischer Theorie aus d e m o k r at i s ch e r Grundlage, ja oft in einer Ueberspitztheit des demokratifch-individualistischen Prinzios, die an der Durchführbarkeit zweifeln läßt. Gut referierend gibt die Entwicklung der englischen Theorie auch mit Behandlung der neuesten Entwicklung der Webbschen Richtung das Buch von Charlotte Leu buscher: Sozialismus und Soziclislecung in England(Gustav Fischer, 1921, 229 S.) wieder. Außerdem kann es als wertvolle Ergänzung zu Levy gelten, da es gerade die Gewerk- schaftsentwicklung seit 1914 wie überhaupt die Kriegsorganisation, soweit sie mit dem Thema in Verbindung kommt, eingehend dar- stellt. Theoretisch wichtiger ist der 1. Teil, der die gildensozialistische Theorie sowie den heutigen Stand der staatssozialistischen(kollekti- vistischen) Theorie behandelt. Die Verfasserin bemüht sich mit sehr großer Objektivität, nur gelegentlich die Dinge aus sich heraus ritisch zu beleuchten. Aehnliches, wenn auch vom bekannten und bestimmten Standpunkt aus, versucht H i l f e r d i n g in der Ein- dar, der vielleicht als Ergänzung nützlich ist. Der Gilden- sozialismus, dem übrigens auch z. B. die W e b b s in ihrem neuesten Buch über die Verfassung der sozialistischen englischen Ge- sellschaft in England(s. Lcubuscher) Konzessionen machen, ist als Beitrag zur modernen sozialistischen Theorie ohne Zweifel sehr be- deutsam und hat auch in den theoretisch interessierten Kreisen der englischen Sozialisten, die aber immer noch sehr gering sind, großen Einfluß gewonnen. Doch soll man seine praktische Bedeutung nicht überschätzen. Uns werden aber alle seine Aeußerungen, die übrigens kein festes„System" im deutschen Wissenschastssinne darstellen, wichtig und willkommen sein, weil wir daraus erkennen, wie die gleichen Gnindprobleme, die heute für unsere Bewegung bestimmend sind, auch im Ausland Eingang und Ausdruck gefunden haben und wie an ihnen das sozialistischche Bewußtsein der früher prinzipiell oft recht indifferenten englischen Genossen einen Anhaltspunkt gefunden hat. I Thesing. H. R. Cngelmanm Cole stellt sehr ins Detail gehend den Aufbau der Industrie und des gesamten Staatswesens dar, wie ihn sich die eine Richtung der zildensozialistischen Theoretiker vorstellt. Es ist eine Vcrguickung yndikalistischer Ideen von der Selbstverwaltung der Industrie durch _;ie in ihr Beschäftigten(der Gilde), End zwar zum Unterschied vom Syndikalismus, der Kopf- wie Handarbeiter, mit der kollektivistischen Forderung des Gemeineigentums an den Produktionsmitteln, die so von der Gilde nur zu treuen Händen verwaltet werden. Inter- essant sind vor allem die Kapitel, die sich mit der Stellung des Staates und der Staatssouveränität besaßen. 5)ier liegen u. a. wohl auch die schwersten Angriffspunkte gegen den gildensozialistischen Gedanken, der in seiner allgemeinen Durchführbarkeit aber auch sonst allerlei Klippen zu umschifsen haben wird— ja an denen er mög- licherweisc scheitern wird. Ein kurze Zusammenfassung der gildensozialistischen Ideen, in der nicht wie in dem großen Buch die Details manchmal für den theoretisch geschulten deutschen Sozialisten leicht ein wenig lang- weilend überwuchern mögen, stellt ein Vortrag E o l e s: Gilden- sozialismuv(Deutsch von Eva Schumann, Verlag Kadrn u. Co.) Wege zur Erkenntnis. Eine Sammlung aufklärender Schriften: Schlafen und Träumen, von Dr. Fischer-Defoy: Hypnose und Sug- g e st i o n, von Dr. Sanders; Prophezeien und Hellsehen, von Dr. Albert Moll; Anthroposophie, von Carl Ludwig. (Frankhsch« Verlagsbuchhandlung, Stuttgart.) Die drei ersten Bändchen haben bereits jedes eine gute Anzahl von Auflagen erlebt, so daß zu ihrer Empfehlung kaum noch etwas bemerkt zu werden braucht. Besondere Beachtung verdient das von Moll, dem berühmten Nervenarzt, verfaßte Werkchen. Der den Fachgelehrten so oft gemachte Borwurf, daß sie selbst nicht zum Volke„herabzusteigen" belieben, wird hier in anerkennenswerter Weife von einer der ersten Autoritäten auf seelenkundlichem Gebiete durchbrochen. Die Kartenlegerinnen und ähnliche das Licht scheuende Gewerbetreibende haben heutzutage einen nach llmfanq und Intelligenz nur noch Schafherden zu vergleichenden Zulauf, und keinerlei polizeiliche Verbote, sondern nur die weiteste Verbreitung von Schriften wie der Mollschen und die schon in der Schule nach- drücklich anzusetzende Ausklärung kann hier Wandel schaffen. Ganz neu ist Ludwigs„Anthroposophie, ihr Wesen und ihre Ziele". Hier spricht ebenfalls ein Berufener, denn Ludwig konnte diese Bewegung in Dornach bei Basel, dem Mittelpunkt der Rudolf Steinerschen Bewegung, genau studieren. Er sucht Steiner, als einer ernsten, hochgebildeten Persönlichkeit, alle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, und seine Polemik ist verhältnismäßig sehr milde, ver- mutlich, weil er sich noch zu sehr als ehemaliger Gast Steiners fühlt. Der Anthropofoph erlangt seine Kenntnisse, indem er zunächst von seiner Umwelt absieht und sich in„lebendiges Denken" versenkt. Dabei erwirbt er durch langwierige Schulung schließlich ein„hell- seherisches Bewußtsein", mit dessen Hilfe er Dingen auf die Schliche kommt, von denen ein gewöhnlicher Sterblicher keine Ahnung hat. So wird ihm z. B. eifrige Betrachtung und Beobachtung von Natur- objekten nahegelegt, und Steiner selbst empfiehlt u. a. die Be- trachtung eines Samenkorns, das dann mit der Zeit dem Schauenden „von einer kleinen Lichtwolke eingeschlossen erscheinen wird". Solche Erscheinungen sind aber als Halluzinationen längst bekannt, und die Bohne in der Lichtwolke ist eigentlich nicht die Bohne wert, wenn man bedenkt, daß ein Alkoholiker in seinem„hellseherischen Be- wußtsein" weiße Mäuse regimenterweisa zu sehen imstande ist. Die Erscheinungen und hellseherischen Erkenntnisse, die der Jünger der Anthroposophie zu haben glaubt oder die ihm eingeredet werden, sind alleiniges Eigentum des betreffenden Menschen, so gut wie das Alpdrücken oder die Träume, die ihn plagen. Sic lassen sich nicht vorhersagen und nicht nachprüfen. Die Anthroposophie ist daher, auch nach Ludwig, keine Wissenschast! Indem Steiner seine Lehre als„Geisteswissenschaft" und das als geistigen Mittel- punkt seiner Bewegung geltende Haus in Dornach als„Goetheanum" bezeichnet, schlägt er aller Wissenschaft und Goethes Manen ins Gesicht. Der Krieg und seine Folgen hat viele Gemüter aus dem Gleich- gewicht gebracht, die nun nach einem Halt suchen. Das Streben ist begreiflich, die Richtung ist verderblich. Folgt nicht den anthro- posophischen, theosophischen und ähnlichen mystischen Verstiegen- heilen, sondern folgt Goethe und sucht euer Gleichgewicht in der Be- rührung mit der von ihm über alles gestellten Natur wieder- zuerlangen! Jeder Grashalm, jede Butterblume, jeder Schmetter- ling, jeder Vogellaut, mit offenen Sinnen aufgenommen, lehrt und beruhigt unendlich mehr als das von der Außenwelt losgelöste, „sinnende In-sich-selbst-Versenken", das— wie Ludwig berichtet— in verschiedenen Fällen schon geistige Erkrankungen und selbst Todes- fälle verschuldet hatl> Wilm. Rudolf Skeiners tvehelmwlssenschasl behandelt Genosse Dr. Max Apel in einer kurzen Broschüre(Geheimwissenschaft, ein philo- sophischer Ausflug in die übersinnlichen Weitem Dr Rudolf Steiners, Bolkshochschulverlag, Charlottenburg, 1922). Apel gibt, mit einigen spöttischen Zwischenbemerkungen, ausführliche Zitate aus Steiners Werken. Es handelt sich meist um Aussprüche, die sich selber richten und die nützlich zu lesen sind für alle die, ivelche nicht Zeit und Lust haben, sich in Steiners umfangreiche Bücher zu vertiefen. Alle Leser werden dem Verfasser beistimmen, wenn er schließt:„Wenn Geister spuken, geh' er seinen Gang.— Aber allzuvicle blendet der Spuk, und so war es doch geboten, bei diesem Spuk zu verweilen, um ihn in seiner Nichtigkeit zu erblicken." Dr. B. E. Paul kockjoy:„Lieder des Heimallosen".(Im Eigenverlag: Auslieferung: Waldowsche Buchhandlung, Frankfurt a. d. O.) Tiefes, ganz persönliches Empfinden und neue aus eigenem Erleben ge- wonnene Gedankengonge werden in Rhythmen von konzentriertem Gepräge und wunderbarem Wohlklang vorgetragen. Der Verfasser gehört zu den Auserwählten, denen alle äußeren und inneren Er- eignisse des Daseins sich in Poesie umsetzen. Nichts Gesuchtes und nichts Gezwungenes, alles aus reicher innerer Fülle zwanglos ge- schöpft und eigenwüchsig gestaltet. Es ist charakteristisch, daß dieser Dichter für sein Werk keinen Verleger finden konnte und genötigt war, das Buch in Maschinenschrift zu vervielfältigen! I. S. Süüslawen-öücher. Jugoslawien, das durch den Krieg geschaffene neue Balkanland, rückt nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich ständig mehr in die deutsche Interessensphäre. Je mehr der Tiesstand der deutschen �Valuta uns die westlichen Märkte verschließt, desto nachdrücklicher weist er uns auf Absatzgebiete, die für unsere Währung noch als einigermaßen aussichtsreich angesehen werden können. Zu dlesen Absatzgebieten gehört das neue Slldslawenreich, für das die Kram, Kroatien, Slowenien, Südungarn, Bosnien, die Herzegowina, Dal- matien, Serbien, Montenegro und Mazedonien die staatlichen Bau- steine hergaben. Daß das für diese Länder neu erwachende deutsche Interesse ein tieferes ist, erweisen zwei Bucherscheinungen: Dr. A l c x- ander Szana„Länder- und Völkerbünde Zugoslawiens"(Heidel- berg, Julius Groos) und Hermann Wendel„Von Belgrad bis Buccari"(Frankfurt a. M., Verlag der Sozietätsdruckerei. Preis broschiert 40 Mk., gebunden 60 Mk.). Szanas Buch gibt sich in einem wissenschaftlichen Anstrich. Es versucht eine(anfechtbare) Geschichte des neuen Staatengebildes zu konstruieren, ergeht sich in geographi- schen und geologischen Betrachtungen, schildert Land und Leute, ver- weilt ausführlicher bei der Kultur des Landes und gibt allerlei an dieser Stelle nicht näher nachzuprüfende wirtschaftliche Ausblicke; ein Literaturverzeichnis erteilt schließlich demjenigen allerlei Hinweise, der sich für das eine oder das andere Gebiet interessiert und sich gern Quellcnmaterial beschaffen möchte.— Das Buch unseres Genossen Hermann Wendel ist eine flott geschriebene Journalisienarbcit. Wir begleiten ihn auf einer in Belgrad beginnenden Fahrt, die durch das serbische Stammland über Uzize, Sarajewo, Mostar, Rngusa, Cattaro, Spaluto, Sebenico, Buccari, Agram zurück nach dem Ausgangspunkt führt. Satz um Satz der Schilderung lebt, stellt uns Land und Leute mit kinematographischer Treu« vor Augen. Einflechtungen politischer, kunstgcschichtlicher und wirtschaftlicher Art vertiefen die Art des Vor- trags. Eindringlichkeit ist es in erster Linie, das uns in der Wendel- schen Schrift fesselt. Ein leichter Humor fehlt nicht. Dazu kommt eine lebensprühende Freude an ollem Sinnlichen: an einem guten Tropfen, an einem hübschen Mädchengesicht, an einer schönen Land- schaft. Ein warmes Freundschaftsgefühl für das nunmehr zu einem mächtigen Staat geeinte Südflawcnvolk kommt noch hinzu, den In- halt des Buches besonders überzeugend zu gestalten. Zahlreiche in Kupfertiesdruck hergestellte Bilder(nach eigenen Aufnahmen des Verfassers) sowie eine Karte des neuen Staatengebildes unterstützen nicht unwesentlich den Text. Mendels Buch ist wohl die erste größere zusammenhängende Arbeit eines Deutschen über den neuen Balkan- staot. Wer sich als Laie für die Entwicklung und Gestaltung der Dinge im Südosten Europas interessiert, dem kann namentlich die' Lektüre dcs Wendelschen Buches nur bestens empfohlen werdem Weshalb russisch lernen? Die Redensarten des Bolschewismus und die Schilderungen des russischen Paradieses finden bloß dcs- halb in Deutschland auch in der Arbeiterschaft hie und da Boden, weil über unser östliches Nachbarreich vielfach völlige Unklarheit herrscht. Es ist an der Zeit, daß hier Abhilfe erfolgt. Vieles leisten ja bereits die Volkshochschulkurse, leistet vi« Presse. Doch mancher oermißt vielleicht ein billiges und jedem Laien sofort verständliches Hilfsmittel, sich zunächst einmal praktisch ins Lesen, Schreiben und Sprechen des Russischen einführen zu lassen. Diese Aufgabe löst Dr. Erwin Walter mit seinem„P u s s i s ch e n Alphabet", das man mitsamt einer ausgezeichnet gearbeiteten Lauttafel für ganze 2,7S Mk. in den Straßenbuchhandlungen kauft(Verlag Otto Holtzcs Nachf., Leipzig.). Zeitungstitel, Aufschriften auf Maschinen, Briefen, Flugblättern, Fahnen usw. lassen sich danach sofort deutsch lesen. Wer weiter strebt, kann für 7 Mk. die vollständig«„Ein- führung" erstehen oder für 35 Mk. diese und das gesamte Ucbungs- buch, das Sllsted Cosack und E. Walter zusammen bearbeitet hat. Kein wissenschaftlicher Ballast! Keine Vorkenntnisse! Klare Darstellung, die durch zahllose Proben gedruckter und geschriebener Schrift, durch Mundstellungsbilder und Uebersetzungsschlüssel anregend gestaltet wird. R. Z. Von Meyers kleinem Handatlas(Leipzig. Verlag des Biblio- graphischen Instituts) ist bereits knapp nach Jahresfrist eine neu« Auflage nötig geworden. Das zeigt, wie stark das Bedürfnis heute ist, sich über die Neuordnung der Landkarte zu unterrichten, so bittere Gefühle sie auch in uns Deutschen erwecken muß. In den vorzüglich gedruckten, auf holzfreiem Papier ausgeführten 48 Haupt- Und 36 Nebenkarten sind stete auch die früheren politischen Grenzen eingetragen, so daß die Veränderungen sogleich auf den ersten Blick ins Auge springen. Sehr zu begrüßen ist, daß dieser Atlas für di« neuerstandcnen Staatengebilds, wie Deutschöfter- reich, Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, Sowjetrußland, selbständig« Kartenblätter bringt und kulturell oder wirtschaftlich zusammen- gehörige Gebiete zu gemeinsamen Kartenbildern vereinigt. Gegen- üb«r der ersten Auflage ist die Erweiterung durch 6 Hauptblätter zu erwähnen, serner die Hinzufügung eines alphabetischen Namens- Verzeichnisses. Mittels des auf den Karten eingetragenen Netzes können nun alle im Atlas eingezeichneten Orte sofort gesunden werden. Der Preis zeigt, wie erschreckend teuer auch Bückier jetzt geworden sind. Gegenüber viclen, ohne Farbendruck ausgeführten, auf schlechterem Papier gedruckten Werten ist er jedoch immerhin noch nicht hoch zu nennen(280 M.). Dr. H. Fr. „Die Wasserkräfte in der Natur." Die Kohlennot und die Aus- ficht auf die schließliche Erschöpfung dieses Bodenschatzes haben die Aufmerksamkeit des großen Publikums auf ein« unversiegbare Kraftquelle gelenkt, die auch in Deusschland noch keineswegs voll ausgenutzt ist: die weiße Kohle. Wer mehr davon erfahren möchte, wer sich über das Wasser und seine Kraft, über die technischen An- lagen(Wasserfasiung, Stauwerke, Turbinen), über die Talsperren, über Ebbe und Flut und schließlich über das Wosserrccht orientieren will, dem sei ein reich und gut illustriertes Buch von Leo G a l- l a n d empfohlen(Verlag M. Krayn, Verlin). Es führt auch den Laien leicht in dieses wichtige Gebiet nationaler Kraftgewinnung«in. FEINE � milde C OM5 UH--Z/GA HETTE AA/r UND OHNE GOLD/ m " Phyfit und Kulturentwidlung. Bon Otto Wiener.( Ber-] vertraut sind und genügend philofophische Borbildung befizen, um und frei ins Oberbayerische übertragen. Dieser gute Renner der lag B. G. Teubner, Leipzig. 2. Auflage. Mit 72 Abbildungen.) den nicht nur darstellenden, sondern auch kritischen und polemischen Antike, der bereits einen Horaz in der Lederhos'n" auf dem Konto Der Leipziger Phyfiter gibt hier in gedrängter Uebersicht und der Ausführungen folgen zu können. Solchen Lesern bietet es eine be- hat, versteht es vortrefflich, den alten Wein in neue Schläuche zu ständlicher Sprache die reizvollsten und wichtigsten Tatsachen und queme Handhabe, um sich in dem durcheinanderwirbelnden Strome faffen. Seine Beherrschung des urwüchsigen Dialekts und seine fröh Lehren der Physit. Hier werden Apparate als Erweiterungen der modernen philosophischen Richtungen zurechtzufinden. Es führt liche Laune machen das Büchlein Bom Dirndel und Buab'na unferer Sinne", Werkzeuge und Maschinen als Erweiterungen und vom materialistischen Monismus Haeckels bis zur neuesten Mystik fang"( F. P. Datterer u. Cie, Freising) zu einer vergnügten Leks Ausdehnungen unserer Gliedmaßen vorgeführt, und als Krönung und Theosophie. Einige Lücken sind vorhanden( z. B. ist Weininger türe. Bildchen von Otto Gerhards passen vortrefflich dazu. des Ganzen die Erweiterung des menschlichen Geistes durch den überhaupt nicht erwähnt) und man wird den kritischen Standpunkt andauernden Ausbau der Wissenschaften. Zusammen also eine Dar- des Verfassers nicht immer teilen können aber im allgemeinen ist Ettore Janni, Auf fleinem Nachen. Erste Eins stellung der Leistungen, die den Menschen so weit über die Tier- es ein brauchbares, bequemes und zuverlässiges Kompendium. J. S. führung in Dante." Ins Deutsche übersetzt von Johann welt erhebt und damit zugleich eine Darstellung der Grundlagen von Wiesler.( Meran, Berlagsanstalt S. Pözelberger.) Ciné unserer Kultur, soweit sie mit physikalischen Dingen zusammen-„ Der Kampf um den Reigen." Vollständiger Bericht über die volkstümliche Biographie Dantes, in die eine ziemlich ausführliche hängt. Die natürlichen Sinne, die Empfindlichkeit der Wage, Erd- Verhandlung gegen Direktion und Darsteller des Kleinen Schau- Inhaltsangabe der Göttlichen Komödie" eingeflochten ist. Für den bebenmessung, das Dasein der Atome, die Unmöglichkeit des Per- spielhauses. Herausgegeben und eingeleitet von Wolfgang deutschen Geschmack ein wenig zu wortreich und nicht immer frei petuum mobile, die Kohle als Energiequelle das sind einige der Heine.( Ernst Rowohlt, Berlin.) Ein Zeitdokument allerersten von tönender Phrase. Die deutsche Uebersetzung des in Italien meits zahlreichen Abschnitt- Ueberschriften. Im Schlußkapitel bekommt Ranges. Die eindringlichste Illustration des Sazes, daß in jedem verbreiteten Buches soll dazu dienen, der deutschen Jugend Südder Verfasser nationalistische Anwandlungen, indem er gegen die Kulturvolk die Menschen verschiedener Jahrhunderte nebeneinander tirols die Bekanntschaft mit dem größten ihrer neuen„ Landsleute" ,, Gleichmacherei" und die Umstürzler" poltert. Leider hat er unter leben. Einzelne Teile lesen sich wie Szenen eines grotesken zu vermitteln. J. S. laffen, die näheren Beziehungen der Gasgranaten, Flammenwerfer Schwants. Keusche Berliner Bankbeamte, robuste Betschwestern aus und ähnlicher physikalischer Erweiterungen unserer Gliedmaßen" den tiefsten Hinterwäldern der Kultur, zarte Seelen, die ihrem Unzur Kulturentwicklung zu beleuchten. Einem Geheimen Hofrat und mut durch Schmeißen von Stinkbomben Ausdruck geben, und als deutschen Universitätsprofessor muß man aber manches zugute Mittelpunkt und Krone des Ganzen: Herr, Professor Karl Brunner halten. Die verunglückten Schlußseiten sollen uns daher nicht hindern, das im übrigen recht anregende Buch zu empfehlen. der Stolz Pforzheims, lauter Typen, wie sie der Stift des 2. derbsten und grellsten Satirifers nicht derber und greller zeichnen tönnte. Das Buch sollte in der Bibliothek feines Sittlichkeitsapostels und keines Possendichters fehlen. Willy Moog,„ Die deutsche Philosophie des 20. Jahrhunderts"( Ferdinand Enfe, Stuttgart). Das Buch ist aus Borlesungen erwachsen, die der Verfasser an der Universität Greifswald gehalten hat. Es wendet sich nicht an das große Lejerpublikum, sondern an solche, die mit dem Stoff im allgemeinen schon g Ausschneiden! Theater, Lichtspiele usw. Kleines Theater 0000000000 Staatstheat. Volksbühne ( Schauspielhaus) Operetten- Gastsp. 3 U.: Der Freischütz 7 Uhr: Tagl. 7, Uhr: Die Walküre. Die beiden Nachtigallen Unter den Linden 44 830 Der Sektkübel 830 Die Dame ohne Kopf Lessing- Th. Ballett Celly de Rheidt Sommerspielzeit. Allabendl. 8 Uhr: Deutsch. Theat. Der Schildpattkamm 7%: Der Raub der Sabinerinnen Deut. Künstler- Th. Mo. 7: Der Raub Sommerspielzeit d. Sabinerinnen Allabendi. 8 Uhr: Kammerspiele Die erste Nacht" 8: Dewig lächeln99 de Frau- Tal- Theater des Ostens mars Tod Mo. 72: Er ist an allem schuld Die ewig lä chelnde Frau Gr.Schauspielh. ( Karlstraße) 7: Die Maschinenstürmer ( Rose Theater) Uhr: Konzert 7% U.: So leben wir Komische 734 Oper 734 Der Meister Mo. 72: Die Ma- vom Montmartre schinenstürmer Theater i. d. Offenbachs Liebesleb. Königgrätz. Str. Casino. Theater Ab Freitag, 11. Aug. 8: D. wunderlich. Tgl 8U( Erstauff.): Geschichten des Kapellm. Kreisler Komödienhaus 3U.:,,Gretchen" Berliner Th. Lämmelmanns Bummelfahrt $ 7:45: Madame Flirt 4-10.August 1922 8 U. Central- Theater UFA- PALAST AM ZOO Ein Prachtmädel Chaplin- Filme Intimes Theater 8: Die Peitsche und? Lauf doch nicht immer nackt herum Neues Operett.- Th. 78% U: Die Mädels von Davos Lichtenstein, Seidl Metropol- Theater 71% TAUENTZIEN- P MOZARTSAAL Der Liebling der Götter KURFÜRSTEND. NOLLEND.- PL. Stürzende Mächte NOLLEND.- PL. Thr Die Bajadere verlobungsSchiller- Th. Charl. 8 U.: Die kl. Sünderin Von Jean Gilbert. Thalia- Theater 71/2 UHF: Prinz Don Juan Th. a. Nollendorfpl. 73% Uhr. Verliebte Leute 312: Gastsp. d. Russ.Operette Moskau: Die Macht der Liebe Theater d.Westens 32 u. 8 Uhr: relse FRIEDRICHSTR ALEXANDERPL WEINBERGSW. Das Fest der Venus KAMMER LICHT Fridericus Rex I u. II. Teil SCHÖNEBERG Marion Heimliche Brant HASENHEIDE 28 Operette von Gesch- Koglim Intriguen und Theater in d.Kommandant. Str. 8: Liebe u. Trom petenblasen Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Dolche $ Fedora Berliner PraterTilla Durieux Theater Kastanienallee 7-9. mit Karin u. Iven Andersen in neuen Tänzen. Letztmalige Sondervergünstigung erhalten die Leser des „ Vorwärts" gegen Vorzeigung dieses Inserats am Sonntag, den 6. August: 10. Reihe) 35 M. 9. " statt 200.50, 8. 60 " 99 7. 75 99 1. bis 6. Reihe zur Hälfte des Preises. Ende der Sommerspielzeit am 15. August 5. n, 13. Aug. nachm. 4: Die Pfarrhauskomödie Ausschneiden! Der neue Vergallgungspark ULAP am Lehrter Bahnhof Heute: Groß- Feuerwerk 7 Uhr 9 Uhr Die waghalsigen Turmseil- Gymnastiker Gebrüder Wichmann Doppel- PromenadenKonzerte Alt- Berlin ULAP- Kabarett Gr. Berl. Kunstausstellung 5- Uhr- Tanztee im ULAP- PALAIS Abend- Tanzrendezvous der eleg. Welt Eintritt 6 Mark u. 5 M. Steuer Alhambra- Park Waldem. Staegemann Persönl. Gastspiel00 Bernhard Rose in Trianon- Th. Nur nicht drängeln Täglich 8 Uhr: Eine Frau ohne Bedeutung Adele Sandrock Luise Werkmeister Primus Palasti Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Verlängert. 2. Woche der Unitas- Film und Das deutsch.Lied Beginn 5 Uhr. MET Behrenstr. 54 8/48 Uhr: Das große AugustProgramm Jim Jeffries Reichshallen.Th. 10 Akte... 1. Tei:: Der Sohn d.Straße ?. Teil: Die rätselhaft.Ehe 7. u.9 Uhr, Sonntags 3, 7 u. 9 Uhi Allabendl. 7 Uhr 00000000000000 am Moritzplatz 5 Varieté- Attraktionen Bei schlechtem Wetter im Saal Neue Welt Arnold Scholz, Hasenheide 108/114 Täglich Münchener Keiler- Fest ( Bei jeder Witterung) Oberbayern, Drehstübl, Tanzdiele 100 bayer. Mad'l 5 Kapellen Außerdem: BALL Anfang 5 Uhr Anfang 5 Uhr Vorzügliche Küche, wohlgepflegte Biere bei Musik u. Gesang bietet das Stettiner Heimd. Berliner Arbeiterschaft Sänger Doahoff Brett'l Ant.70. „ Gewerkschaftshaus" Engel- Ufer 25 Ovid auf Oberbanerisch. Die Liebesgeschichten und-rezepte des alten Römers Dvid, die in den wortgetreuen Uebersetzungen niemand mehr genießen mag, hat Eduard Stemplinger frisch VIER UFA- PALAST URAUFFÜHRUNG DES MONTAG 7. AUGUST Wie ich Pflanze und Tier aushorche. Bon Cornel Schmidt ( Verlag Dr. F. P. Datterer u. Co., Freising u. München.) Nach Bildern und Text ein recht funterbuntes Buch, eine Sammlung von sechs Dutzend flott heruntererzählten Erlebnissen aus der Tier- und Pflanzenwelt. Hypnotisierte Frösche, Feldwespen, Mauerbienen gelbe Lupinenfelder, Ameisen, Schwefelregen, Vogelgesang( mil Notenbeispielen) und vieles andere zieht in bunter Folge an uns porüber, und wenn es ein Buch gibt, das bei unserem jungen Volt das durch den landläufigen Unterricht zu Tode gelangweilte Interesse an Tier und Pfanze und an der freien Natur wieder zu beleben vermag, so ist es dieses!, AM ZOO WORNER- FILMS DER UFA OTHELLO REGIE: DIMITRI BUCHOWETZKI DARSTELLER: EMIL JANNINGS( OTHELLO) WERNER KRAUSS( JAGO)- THEODOR LOOS( CASSIO) JCA VON LENKEFFY( DESDEMONA) BEGINN 1,7 UND 9 UHR VORVERKAUF 11-1 UHR M. 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Wir sehen uns nun veranlaßt, die Meinung unserer Kollegen in den Betrieben feftzuitellen; zu diesem Zweck findet am Montag, den 7. Auguft in allen Betrieben des Verbandes Berliner Metall- Industrieller!!! Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. nach den ftatutarischen Vorausfegungen eine Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836. Montag, 7. August, nachm. 4, Uhr, im Lokal von Gliefing, Waffertorir. 68: ( Bez.) Bezirks- Versammlung( a.) Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen ist unbedingte Pflicht. Urabstimmung über das Verhandlungsergebnis, welches in der„ Metallarbeiter- Zeitung" Nr. 31, Wochenbeilage Dom 5. August 1922 enthalten ist, statt. Das Resultat der Arabstimmung muß bis Dienstag früh 9 Uhr im Bureau des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes, sein. Montag, MAKE AKOMAD Grosse sehenswerte Paar 28.50 Diese billig Greise! Swinemünderstr.86 EckeLortzingstr 10 000 Mk. 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August, nachm. 42 Uhr, Alegandriner", Alegandrinenfraße 37a( Saal 1): Außerordentliche Brauchenversammlung Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der Reichstarifverhandlung in Dresden 2. Branchenangelegenheiten. 3. Ber schiedenes. E Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. Bollzähliges Erscheinen wird erwartet. Dienstag, 8. Auguft, abends 7 Uhr, im Lotal von Schwarz, Reibelstraße: Vertrauensmänner- Versammlung der anschlosser und Kollegen aus den Betrieben für gelochte Bleche. twoch, 9. Auguft, nachm. 5 Uhr, im Krieger- Vereinshaus, Chaussee jtraße 94: Branchenversammlung Tagesordnung: Akkordbafis 24,456, fefter Std.- Zuschlag 23,655,75 22,905,50" 3. Jugendliche Arbeiter von 14-18 Jahren: im Alter von 14-15 Jahren 14,25 M. " " .15-16 15,15 16-17 17.15 " " " " " 17-18 M 19,-" b) Frauen. 1. Jugendliche Arbeiterinnen von 14-18 Jahren: im Alter von 14-15 Jahren 13,75. 15-16 " " " 14,45 16-17 " " " " " W 16, 17-18 対す M 16,90 PT 2 " Stundenlohn Akkordbasis 1. Arbeiterinnen über 21 Jahre. 20,75-21,20 15,553,65 fefter Std.- Zuschlag 2. Arbeiterinnen von 18-21 Jahren. 20,00-20,45 15,553,65 fefter Std.- Zuschlag In der Glühlampen- Industrie beschäftigte Arbeiterinnen: Gruppe Stundenlohn It 1. Bericht über I II die Tarifverhandlungen. 2. Diskussion und Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Shting! Kunstgewerbe. Achtung! Moa tag, den 7. Auguft, nadim. 5 Uhr, mlegandriner", Alegandrinenfte.37a Versammlung aller Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben des Berliner Kunstgewerbes. Tagesordnung: 1. Bericht von den Lohnverhandlungen. 2. Diskussion. Werschiedenes. 3. Achtung! Weißmetall. Achtung! Mittwoch, 9. Auguft, nahm. 4½½ Uhr, im eichenberger Hof", Reichenberger Straße 147: Atfordbasis 1. Arbeiterinnen über- 21 Jahre. 20,75-21,20 15,80+ 3,85 fefter Etd.- Zuschlag 20.75-21,29 15,553,65 " 2. Arbeiterinnen von 18-21 Jahren. 20.00-20,45 15,80+3,85 fefter Std.- Buschlag 20,00-20,45 15,553,65 " " Die Familienzulagen wurden wie folgt erhöht: filr bie Frau auf 1,75 M., für jedes Rind unter 14 Jahren auf 2,25 9 Die Säge frefen mit dem 31. Juli 1922 in straff and gelten bis zum 27. Auguft 1922. Geschlechtskranke 123 12 Syphilis, Männerschwäche, Frauenleiden. Hart. näckige veraltete Ausflüsse rinden schnelle Hilfe ohne Berufsstörung durch Phorosanos neues deutsches Reichspatent Tausende, auch die schwersien Fälle, die anderweitig jahrelang ohne Erfolg behandelt waren, werden d Phorosanos kurz ristig geheilt. Täglich viele Danksagungen u Dankschreiben. Untersuchung und Aufklärung kostenlos. Teilzah: ung. Gewissenhafte ärztliche Leitung. Phorosanos Heilanstalten: Potsdamer Str. 109, nahe Steg itzer Str., Brunnenstr. 191, nahe Rosenthaler Platz Getrennt für Herren und Versammlung Damen. 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Die Nacht ist diesmal ausnahmsweise Douleoard-Sensationen brühwarm" übermittelt wurden, konnie � marm� und die schweren Federbetten drücken wie ein Alp aus die man in den chundstogen stets die Bemerkung lesen, daß der echte Pariser sich auch im Sommer nicht von seinem geliebten Asphalt trenne. Es fehlt« nicht an Aufzählungen berühmter Koryphäen, die nie aus Paris herausgekommen waren. Nun, der Berliner ist andere geartet, er spielt gern den Naturburschen. Einfach ländlich» sittlich sei die Parole. Man wohnt, wenn man nicht Verwandte hat. die man heimsuchen kann, beim Bauern. Und wer selbst das nicht aufbringen kann, fliegt Sonnabend und Sonntag hinaus in die freie Natur, und wandert und rastet, wo er weilt. Beide Kate- gorien der zeitweiligen Landbewohner, der seßhafte wie der wan- dernde, erleben nun manchmal das, was man auf gut Deutsch eine Enttäuschung nennt. Die fette Milch hat sich in Magermilch ver- wandelt, die Butter hat der Margarine Platz gemacht und die ver. flixten Hühner, die schon so früh die Stimm« erschallen lassen, scheinen sich.verschworen zu haben, keine Eier für die ihnen Zweifel» los wenig sympathischen Stadtleute zu legen. »Saison' auf dm Dorfe. Ist so der materiell« Inhalt des Daseins nicht immer so glän- zend, wie man ihn sich ausgedacht hat, so bleibt aber doch— so höre ich von allzu begeisterten Lippen rufen— der ideale Zug, der uns auf dem Lande entgegenweht. Ach ja, die Poeten haben die Natur so oft In den Himmel gehoben, daß es vermessen erscheint, dagegen auf nüchterne Tatsachen hinzuweisen. Aber hast du schon ein« „Saison" im Dorfe zugebrocht, ohne die Miseren des Lebens im Freien kennenzulernen? Du gehst spazieren und findest einen Platz, der zum Ausruhen wie geschaffen erscheint— man lagert sich, aber plötzlich krabbeln die Ameisen heran und geben gratis«inen naturwissenschaftlichen Unterricht. Oder die Hummeln und Bienen und Wespen umschwärmen dich, bedrohen dich mit ihren Stacheln und jagen auch den wehrhaftesten Mann in die Flucht. Dann gibt es Frösche— oder sind es gar Kröten?— die den zartbesaiteten Frauenseelcn auf die Nerven fallen— ferner Heuhüpfer, Käfer— appetitliche und weniger anmutende—, Raupen lau» denen ja mal schöne Schmetterling« sich ent- falten). Spinnen usw., Fliegen pflegen in dickem Format auf- zutreten, mit dieser Majestät der Erscheinung ist ober auch ein ver» stärktes Gebrumm verbunden. Aber gesetzt den Fall, die sröhliche Gesellschaft trotze allen diesen DeHerrschern de«„entzückenden Naturplatzes"— fühlst du nicht nach einiger Zeit, daß du eigentlich recht unbequem gelagert bist? Hast d» dich hingesetzt, so tut das Kreuz weh. bist du lang auf dem Boden ausgestreckt, fühlt die Hüfte oder irgendein anderer werter Teil deines Volumens Beschwerden, und du sehnst dich nach einer weicheren Unterlagt.... Nbenöllche Jreuüen. Schon weht der Wind über die Stoppeln und de« Abend« ist es— zumal in diesem regnerischen Sommer— empfindlich kühl. Man ist also auf ein bis zw«i Stunden abends auf das Zimmer angewiesen und brennt entweder die altväterliche Petra- leumlampe oder knipst in Dörfern, die mit der Kultur fortgeschritten sind, da» moderne elektrisch« Licht an. Di« d u m p f e L u f t in den Stuben machl es unbedingt nötig, daß alle Fenster geöffnet sind— sich da, welch eine Anziehungstraft übt nun das Licht auf die Nacht- fchwärmer da draußen aus! Da fliegen große Motten und Zikaden um das Licht und wagen gelegentlich einen Flug um deine Ohren: euch eine Fledermaus verschmäht es nicht, die Insassen des so lange versästossen gewesenen guten Zimmers in Augenschein zu nehmen. Und an den Wänden krabbeln Spinnen und schlüpfen Neichen empor, andere Kriechtiere tauchen als schwarze Punkt« auf und regen die Wißbegier zur weiteren Erforschung an. Schlafenden.-- Die wahre Erholungskunst. Der alte Gegensatz zwischen Poesie und Prosa, Ideal und Wirk- lichteit! Das Land und das Landleben ist ideal, wenn man es richtig zu packen weiß— nicht ganz als Faulenzer, dem jede Fliege und Mücke Beschwerden bereitet, sondern ruhig zugegriffen, wo die Arbeit drängt. Dann schmeckt das Essen, dann liegt man weich auf dem grünen Nahirpolster und schläft den schönen traumlosen Schlaf auch unter den dicken Betten. Wer so am Busen der Natur„ausruht, wird die Stärkung wohl verspüren, die mehrere Wochen reine Luft zuteil werden lassen. Das hat man bei den Kiydern gesehen, denen die Wohltat eines Landaufenthalts zu- gewiesen werden konnte— sie faulenzen eben nicht, sondern regen die jungen Glieder, auch wenn sie nicht ftüelend toben— sie sammeln Futter für das Kleinvieh, sind um das Brennholz besorgt, reißen Untraut aus und flettern in Entdeckungsfahrten auf Böden und in Scheunen umher... stet» der Langeweile durch ein sich selbst gesteckte» Ziel entrückt. « Vor allem ist e» der wirtliche Wanderer, der von der Natur alle vorteile zieht. Nicht mit der Bahn in« Wirtshaus oder den ganzen Tag an einem Ort gelagert, da müssen die kleinen lln- bequemlichkeiten überwiegen. Nein, die Bein« in die Hand ge- nommen und»ine Tour gemacht, die auch dem Geist etwa» bietet. dann bleibt der Körper frisch und findet in der Rast all die Selig- keit, die da» Sprichwort ausdrückt:. „Nach getaner Arbett ist gut ruhen!"> i Kiefernsch onungen, große Kolonien. Er wächst selbst auf ganz dürs- tigem Sandboden. Sein Fleisch ist wohlschmeckend und bei richtiger Aufbewahrung auch recht haltbar. Man erkennt ihn unschwer an seinen grünen Lamellen. Sein Wachstum fällt aber mehr in den Spätsommer und dauert solange, bis der erste Frost eintritt. Wäh- rend der Rehpilz selten auf den Markt kommt, wird der Grünling zu seiner Zeit massenhaft in den Handel gebracht. Es lohnt sich auch für alle Pilzsucher, diesem eine verdient« Beachtung entgegenzu- bringen. Man sollte aber bei der Pilzernte stets ein Messer zur Hand haben, um die Gewächse über dem Boden abzuschneiden, weil beim Herausreißen die im Boten hastenden Fäden und damit die Ernten für kommend« Zeiten vernichtet werden. Sammelt Pilze. In einer Zeit so riesiger Teuerung aller Nahrungsmittel, wie wir sie heute zu verzeichnen haben, müßte stets von neuem auf die Bedeutung der für die menschliche Ernährung so wichtigen Pilz« hingewiesen werden, deren Wachstum heuer durch das feuchte Wetter ungemein gefördert worden ist. Leider ist die Pilzkunde immer noch so wenig oerbreitet, daß e» dem überwiegenden Teil unseres Voltes nicht möglich ist, die eßbaren Pilze von den giftigen zu unterscheiden. Man geht deshalb argwöhnisch an den reichen Schätzen vorüber, die von der Natur in Gestalt wohlschmeckender Pilze kostenlos zur Ver- fügung gestellt werden. Vorbedingung ist natürlich, daß jeder Pilz von einein wirklichen Kenner als genießbar, erkannt worden ist. Aller- größte Vorsicht ist hierbei geboten. Es gibt eine ganz« Reihe von eßbaren Pilzen in den märkischen Gefilden. Von diesen sind der beliebte Steinpilz und der Pfifferling ollgemein bekannt. Beide sind leicht von den gistt- gen zu unterscheiden. Auch der C h a m p i g n o n ist bei einiger Aufmerksamkeit nicht leicht mit anderen Pilzen zu verwechseln. Ebensowenig die Spitzmorchel. Unbekannter sind schon B.ir« nen-Milchling, Semmel- Stoppelpilz und Reizker. Der K u h p i l z ist stellenweise in großen Massen anzutreffen, er ist aber wenig beliebt, well er stark von.Würmern befallen wird und nur kurze Zeit haltbar bleibt.» Als ein guter Pilz kann ferner der Rehpilz angesprochen werden, der in unseren Kiefernwaldungen weit verbreitet ist. Das Fleisch diese« oft sehr großen Pilzes Ist recht haltbar. Er sieht aber recht unappetitlich aus und findet wohl aus diesem Grunde eine un- verdiente Nichtachtung. Man muß selbstverständlich— wie bei allen Pil�n— die alten und wurmstichigen stehen lassen. Auch der Grünling bildet an vielen Stellen, namentlich in Das tzartgelü noch in weiter§erne. Nur lOOO Dreimarkstücke vom 11. Angust ab im Uml�if» Einig« vielwissende Berliner Blätter meldeten vor einigen Tagen, daß das neue Hartgeld— 6«, S- und 1-Markstücke— am 11. August zur dreijährigen Wiederkehr des Derfassungstages aus- gegeben werde. Wie wir erfahren, steht die Sache wesentlich anders. Das dazu gehörig« Metall ist erst vor kurzer Zeit auf- gekauft worden und harrt noch gemächlich seiner Verarbeitung. Das Erstaunlichst leistet« sich aber jene Mit- tagszeittmg, die bereits den Klang der noch ungeprägten Geldstücke zu beschreiben imstande war. Am 11. August werden in Wahrheit nur einige Z-Mart stücke— vielleicht 1VV0 an der Zahl— im ganzen Reich zur Erinnerung de» Verfassung». tage» herausgegeben, während die Millionen der noch zu prägen- den Stücke in sehr weiter Ferne stehen. « Die neuen Münzen des Reiche» werden aus Aluminium mit einem geringfügigen Kupferzusotz bestehen. Der Metall- wert der Stücke bleibt wesentlich hinter ihrem Nennwert zurück, so daß durch Ausgab« dieser Münzen das Reich einen ganz erheblichen Münzqewinn macht. Technisch gleichwertige Vorschläge für eine billi- gere Herstellung der Münzen haben nach dem Urteil der Münzsach- verständigen nicht vorgelegen. Die BeHoupwngen der Rechtspresse, daß durch Ausführung solcher technisch gleichwertigen Borschläg« sich «ine Ersparnis von SSO Millionen Mark hätte machen lassen, sst daher völlig unbegründet._ Erhöhung der EnverbslosenunterMtzunZ. Der Reichsrat stimmte in seiner letzten Sitzimg am 29. Juli d. I. einer Vorlage der Reichsregierung zur Erhöhung der Erwerbs- losenunterstützung zu. Di« Unterstützungen für Personenüber 21 Jahre, die nicht im Haushalt eines andern leben, sowie die Familienzuschläge werden durchschnittlich um SO vom Hundert erhöht. Die neuen Sätze sollen am 14. August d. I. in Kraft treten.. Eine entsprechende Verordnung wird im Reichsarbcitsblatt veröffentlicht werden. die Polizei im geftohlenen fluto. Eine Diebesfahrt ins Gesängais. Das seltene Pech, sich selbst und die Polizeibeomten zum Po« lizeipräsidium fahren zu müssen, hatten zwei Autodiebe, gegen bis die Ferienstrafkommer des Landgerichts II zu verhandeln hatte. Wegen schweren Diebstahls waren der Rohrleger Emanuel S z c z u k a und der Krafttvagenfllhrer Hans Keil angeklagt* Kriminalkommissar Dr. Riemann hatte in Erfahrung gebracht, daß in der Nacht zum 21. Januar dieses Jahres gegen 3 Uhr die Straße Am Karlsbad der Schauplatz eines eigenartigen Handelsgeschäftes werden sollte. Zwei Diebe wollten dort ein erst kurz vorher gestohlenes Auto an die Hehler verkaufen. Der Kriminalkommissar ließ darauf in aller Stille die Straße Ay, Karls- bäd durch Beamte besetzen und nahm eine Droschke, in der er un- auffällig mehrmals die Straße durchfuhr. Punkt 3 Uhr erschien auch ein von mehreren Personen besetztes Auto. Der vorher in- *] Der Sprung in die Well. Ein Zuagarbeilerroman von Artur Zickler. Hans trollte immer müder durch die späten Abende. Er fühlte seinen Frohmut schwinden. Er sah ein. daß er im Leim- kontor nichts lernen konnte. Im zweiten Jahr würde er. die Faßverrechnung, im dritten eine andere Nebenkladde als Lehr- Mittelzusatz erhalten, die Fortbildungsschule bot nur primitivste Theorie— und wie mühevoll wurde es für den Bater, ihn durchzuschleppen! Es blieb Hans keine Zeit, sich zu erholen, selbst am vonntagvormittag mußte er ins Geschäft kommen und dreimal zur Post laufen. Am Nachmittag legte er sich nieder und schlief Vorrat für die kommende Woche. Sein Gesicht wurde blaß und trüb, unter seiner Traurigkeit jedoch verbarg sich ein Hunger nach Freiheit und Erlebnissen, der immer stärker wurde und manchmal seine Brust zersprengen wollte. Von der Straße tönte Rudis Pfiff. Hans ging ans Fenster, winkte ihm. setzte sich seinen Hut auf und ging hin- unter. Sie schlenderten hinaus ins Außenland, sogen die Sonntagsluft in die Lungen; auf einmal brach der Zwang und sie sprangen über Hecken und Zäune, rempelten sich und rannten ausgelassen dahin. Die Straße lockte, sie schritten wacker aus, bis sie in die Heide kamen, wo der Sommerwind wehte, die Kiefern mit den Büscheln nickten'und rote Vogel- beeren leuchteten. Sie warfen sich in den Sand, wühlten die Hände hinein, wälzten sich und neckten die Ameisen mit Reisern. Aus einem Holzstapel rissen sie handfeste Knüttel und gingen damit gegeneinander an wie eifersüchtige Ritter, die um eme schcne Frau kämpfen. Dann warfen sie sich in ein Knick und iuöhten auf die ferne Straße, waren wieder, wie einst, kühne Delawaren und Irokesen, die den Blaßgesichtern Den Weg in die heimischen Iagdgründe verlegen. Sie sprangen auf und schrien, bis sie vor sich selbst erschraken. Zuletzt lagen sie auf dem Rücken, ihr Blick stürzte In die Unendlichkeit des blauen Himmels und zog mit weißen Wolken in jene Fernen, wo weder Leim noch Seife gekocht wird. So trieben sie es bis zur Dämmerzeit und landeten schließ- lich in einem Krug zwischen Dorf und Stadt, wo Tanzbeine die sandbestreute Diele wetzten und ein verstimmtes Klavier sich das Brot seiner alten Tage verdiente. Sie mischten sich in den Trubel der tanzheißen Menschen, brauschten sich an frohen Augen und blonden Haaren und probierten.sich zuletzt selber an den einfachen Rundtänzen. Als sie heimkehrten, lag die Straße im hellen Schein des Mondes, vor ihnen dunstete der Lichtbrodem der Stadt, die nach ihnen griff und der sie zum erstenmal den Haß einer armseligen und sehnsüchtigen Jugend rntgegensandten. „Wenn ich an meine Seifeikhöhle denke, muß ich kotzen," sagte Rudi,„ich denke schon immer daran, einfach fortzulaufen. Ich habe zwar nicht soviel Strafe zu zahlen wie du, wenn ich Sack haue, aber ich glaube, auch das kann man sparen. Ich brauche mich ja nur so zu benehmen, daß mich der Seifenjokel von allein rausschmeißt!" „Du hast es noch besser als ich: dein Alter ist bloß ein Trottel, der meine aber ist wie ein Tier, das ich fürchte und nicht mehr ertragen kann. Wenn er schreit, ersticke ich in der Roheit, mit der er mich anglotzt. Ich bringe fast jeden Abend die Brote wieder mit nach Hause, die mir meine Mutter ein- packt, weil mir im Käfig jeder Bissen im Halse stecken bleibt. Meinem Vater wage ich nichts zu sagen, weil er mir ant- warten wird, das sei-nur die Suppe, die ich mir selbst einge- brockt habe. Wenn ich nur an die paar Monate denke, die ich jetzt hinter mir dabe, graut mir vor den zweieinhalb Iahren, die ich dort noch verbringen soll. Aber was soll ich tun? Hasselstrunk läßt mich nicht fort, und der Bater kann das Läsegeld nicht zahlen. Trotzdem kann das so nicht weiter- gehen— es wird etwas passieren." Sie kamen an die ersten Laternen der Stadt, da besann sich Rudi, kramte in den Taschen und brachte ein Stück Zei- tungspapier zum Borschein.„Ich habe gestern ein Stück Ge- dicht gefunden, das ich nicht ganz verstehe, trotzdem es mich so eigenartig bewegt," sagte Rudi und las im Schein der Laterne: ... Denn nie, sterblichen Meistern gleich, habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden, daß ich wüßte, mit Vorsicht mich des ebenen Pfads geführt. 2llles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er. kräftig genährt, danken für alles lerne, � und verstehe die Frecheit. aufzubrechen, wohin er will! „Gib mir das Gedicht, ich will es noch einige Mole durch- lesen," bat Hans, und Rudi gab ihm das Papier. Hans legte sich zu Bett und schlief gleich ein. Mitten in der Nacht wachte er aus und sprach die klaren Worte:.-. und ver- stehe die Freiheit, aufzubrechen, wohin tzr will! Es tat ihm wunderbar wohl, ohne daß er sagen konnte, warum. Hasselstrunk gab Hans eine Retorte zu halten, in der er Pferdemark aufgekocht hatte, weiß der Teufel, zu welchem Zwecke. Die Retorte war zu heiß, Hans ließ sie fallen und sie zersprang. Das Pferdemark stank wie die Pest. Hasielstrunk schrie, daß die Scheiben zitterten und schlug Hans ins Gesicht. Hans blieb ruhig stehen, nur seine Knie bebten, dann wandte er sich um und ging langsam in den Abortraum, wo er zu weinen begann. Die Tränen liefen durch seine Finger, und' während er ruhiger wurde, sprach es wieder in ihm: alles prüfe der Mensch und verstehe die Freiheit, aufzubrechen, wohin er will... »Da klopfte es draußen gegen die Tür. Der Ziegenpeter stand draußen und sagte Hans, er solle sofort zu Abel und Bretschneidcr fahren und drei Kaltleimmuster abgeben. Hans steckte die Muster in die Tasche, holte das Rad aus dem Ver- schlage und fuhr los. Als er über die Brücke fuhr, packte ihn ein heftiges Weh in der Brust: er sprang vom Rade, trat an das Brückengeländer und sah in den Strom, auf dem die Sonne gleißte. Er verfiel der Täuschung, der Strom stehe still und die Brücke sei ein Schiff, das sich bewege und ihn fort- führe in ein anderes Land. Lange stand er so und starrte in die Flut, dann hob er den Kopf— und war ruhig und froh. Er holte die Kaltleimmuster aus der Tasche und warf sie in den Strom.... Unaufhaltsam fuhr er dann am Kai des Stromes entlang, ließ bald die Häuserflanken, die ihn zur Rechten begleiteten, zurück und kam in grünes Wiesenland. Er verfolgte den Lauf des Stromes auf Wegen und Straßen, durch Dörfer und an Waldungen entlang: der Tag war yoarm, Hans öffnete die Hemdbrust. Rur einmal, an einem Bahnwärterhäuschen, stieg er ob und ließ sich ein Glas Wasser geben, dann fuhr er erfrischt weiter, in die Berge hinein, die immer näher heranrückten* Keine Spur von Müdigkeit war in ihm, nur ein jauchzendes Gefühl körperlicher und seelischer Erlösung. Er freute sich un» bändig über die bunte Welt, durch die er glitt, über den schimmernden Staub der Straße, die dunklen Äaumhänge der Berge, über den Sommerhimmel ünd das ziehende Wasser, das alles spiegelte. Wenn sich die Straße zu steil aufbäumte, schob Hans das Rad, um dann nach kurzem Ausblick auf die in eigene Schönheit versunkene Landschaft bei wirbelnden Pedalen mit weitabgestreckten Beinen ins Tal zu sausen. Es war, als sei die Maschine sein Verbündeter: die in der Stadt jeden Tag ihre Tücken gezeigt hatte, schnurrte leicht und sröh- lich und ohne Havarie dahin: selbst den Sprung über eine am Ufer befestigte Schiffskette nahm sie nicht übel. Die Berge waren zusammengerückt, Hans fuhr den Paß entlang, den der Strom gegraben hatte, und als die Dämmening ihre ersten Schleier zwischen die Bergfalten hing, war Hans in die Nähe der Grenze gelangt. Er ließ sich auf das andere Ufer übersetzen und erreichte den Uebergang in voller Dunkelbelt. Er sah das Licht der Zollstation und führte das Rad ,zu Fuß vorbei, ohne zu zögern. Der Zollwächter warf nur einen flüchtigen Blick auf Hans, den er für einen der Arbeiter halten mochte, die regelmäßig die Grenze überschreiten, und rief ihn nicht an. Hans atmete auf und stihr den Lichtern der Stadt zu, die einen knappen Kilometer vor ihm lag. (Fortsetzung folgt.) fituierte Drofchtenfutscher fuhr absichtlich etwas in die Fahrtrichtung in der Form eines reinen Gemeinschaftslebens geübt wird, eine mög des Wagens, so daß das Auto abftoppen mußte. Der Beamte trat lichst konzentrierte sein fann. Trog diefer in der Hauptsache gleich. an den Lenker des Kraftwagens heran und fragte utter höflicher mäßigen Fülle von Arbeit und Berantwortlichkeit werden die Vah Berbeugung, ob man nicht jo liebenswürdig fein rer einschließlich des Oberleiters, weil sie feftbefo det wolle, ihn nach dem Polizeipräsidium zu fahren, sind, um die Hälfte geringer bezahlt als die nich. da es mit der Droschte zu langsam gehe. Gleichzeitig zog er zwei lehrer. Die Lelyrer als Spielfeiter petitionieren jegt um Gleich bereitgehaltene Pistolen hervor und nun erfolgte das Kommando: ftellung und vertreten dabei den Standpunkt, daß sie in jedem Jahre Hände hoch!" Während es mehreren Insassen des Wagens, auf die Erholungsreise verzichten und während der Ferien min der etwa eine Stunde vorher einem in der Kazbachstraße wohn destens ebensoviel arbeiten als im eigentlichen Schuldienst, während haften Kaufmann Wirsig gestohlen worden war, gelang, zu ent- alle übrigen Lehrer während der Ferien das volle Gehalt beziehen, fommen, war es möglich, die beiden Angeklagten zurückzuhalten. ohne zu arbeiten. Der Kriminalkommissar nahm mit der gespannten Pistole hinter ihnen Blaz und zwang die beiden Angeklagten, ihn nach dem Präsidium zu fahren, wo das Eintreffen dieses eigenartigen Transports großes Gaudium hervorrief. Das Schöffengericht Berlin- Mitte hatte in erster Instanz den Angeklagten Szczuka zu 3 Jahren Zuchthaus und Keil zu 1% Jahren Buchthaus verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte Keil Berufung eingelegt und ließ geltend machen, daß er damals lediglich durch Not und Berführung durch den mehrfach vorbestraften Szczufa auf Abmege geraten sei. Das Gericht verwarf die Berufung gegen S. unter Bestätigung des ersten Urteils, hob dagegen auf die Berufung Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Bez. Brenzlauer Berg. Sonntag, 6. August 1922. Ausflug nach Buch. Treffpunkt Nudoll- Mosseftr., Eingang Spielwiese, 8 Uhr. Abmarsch 8, Uhr. Kinder möglichst unzerbrech 19. Ver liches Trinkgeschirr mitbringen. Eltern und Gäste willkommen. punkte Bahnhof Karow, Blantenburg, Hermsdorf, Bankow Nordbahn, 8 Uhr waltungsbezirt. Dienstag, den 8. Auguft Badetour nach Lehniz, Treffmorgens, Fabrgeld 3.50 Mt. Donnerstag, den 10. Auquit Abschiedsfeit in Buch, Treffpunkte Pantow- Schönhausen, Hermsdorf, Blankenburg, Karow, morgens 9 Uhr, Fahrgeld 1.50 Mt. Trinkbecher mitbringen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 3. Arcis Bebbing. Montag, den 7. Auguft, 7 Uhr, Kreisvertreterversammlung in der Schulaula Pani, Ede Biesenstraße. Thema: Der Parteitag zu Augsburg" Referent Robert Fendel. Die Abteilungsfunktionärtonfe Aveis Prenzlauer Berg. Montag, den 7. Auguft. 6 Uhr, Fraktionssigung renzen fallen aus. Beteiligung Berlins an der Wohnftättengesellschaft. Der Magistrat der Stadt Berlin beabsichtigt, sich an der Wohnftättengesellschaft m. b. 5., einer vom Reichsarbeitsministerium ge. gründeten gemeinnügigen Gesellschaft zum Bau gesunder und zweckmäßiger Wohnungen für minderbemittelte Familien, mit einem 9. Behntel des Stammtapitals zu beteiligen. Er verlangt dafür im Aufsichtsrat Siz und Stimme. Die Stadtverordnetenbes Keil das gegen ihn ergangene Úrteil auf und erkannte auf ein Für die Republik und Reichsverfassung, Jahr Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten der erlittenen Untersuchungshaft: Eine mysteriöse Betrugsaffäre. für Demokratie und Sozialismus. Freitag, den 11. August, abends 7 Uhr: Verfassungsfeier der SPD. im Zirkus Busch. Eine höchst dunkle Angelegenheit, die sich in dem Reichs. tommiffariat für Wiederaufbau ereignet hat, beschäftigt zurzeit den Untersuchungsrichter des Landgerichts I. Dieses Rommiffariat leitet die Sachlieferungen, die Deutschland für die zer störten Gebiete zu leisten hat, dorthin und reguliert zugleich die Zahlungen, die die Lieferanten dafür zu beanspruchen haben. Im im Bezirkssekretariat, Lindenstraße 3( Bildungsausschus). Eintrittskarten à 2 M. bei allen Abteilungskaffierern und Frühjahr ist es nun Personen gelungen, eine Zahlungsan. weisungen über 3 300 000 m. zu fälschen, und zwar wurde dazu diejenige Abteilung des Reichskommissariats benußt, die für eine Lieferung zur Wiederherstellung der Wasserleitungen in Belgrad bestimmt war. Das Geld sollte schon bei der Bant, an die die Summe angewiesen werden sollte, abgehoben werden, als es gelang, den Schaden vom Deutschen Reiche abzuwenden. In den Verdacht der Täterschaft gerieten zwei Angestellte des Kommiffariats, D. und E. Gegen ersteren richtete sich in sofern der Berdacht, als eine Schriftvergleichung durch den Sachverständigen Prof. Scheffer Anhaltspunkte dafür ergab, daß D. die Quittungen gefälscht hatte. E. soll sich nach dem Eingang des Betrages bei der Bant erfundigt haben. Beide wurden in Untersuchungshaft genommen. Der Verdacht gegen E. roar so gering. daß dieser jetzt auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Puppe gegen cine mäßige Sicherheit aus der Haft entlassen werden konnte. persammlung wird um Zustimmung ersucht. Der Beitrag zum Stammkapital beträgt lediglich 2000 Mart, was wohl darauf zurück. zuführen ist, daß das gemeinnüßige Unternehmen im großen Um fange mit Krediten sein Betriebskapital bestreiten muß. Zurzeit hat die Gesellschaft folgende Bauvorhaben in Ausführung: 1. Zehlendorf, im Anschluß an die Siedlung des Beamtenwohnungsvereins an der Berlepschstraße( 108 Wohnungen), 2. Dahlem, Asternplatz( 230 Woh nungen), 3. Schöneberg, Ceciliengärten( 100 Wohnungen). Geplant ist ein weiteres Bauvorhaben in Schlachtensee an der Hubertus- und Wannseestraße( 128 Wohnungen). 2500 Mart für ein Zwanzigmarkstäd. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Boft erfolgt in der Woche vom 7. bis 13. August zum Preise von 2500 m. für ein Zwanzigmartstück und 1250 m. für ein Zehnmarkstüd. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Breise gezahlt. Der Ankauf von Die lockenden Blumen am Wittenbergplatz. Reichsfilbermünzen durch die Reichsbank und Post erfolgt vom Die enorme Steigerung eller Preise, die auch auf die Schnitt 7. August bis auf weiteres zum 60 fachen Betrag des Nennwertes. blumen übergegriffen hat, hat eine neue Art Diebe erstehen lassen, Für die Volkshochschule. Der Magistrat bewilligte in seiner die die mit großen Roften angelegten Schmudanlagen plün- legten Sigung zu den früher bewilligten 600 000 m. weitere dern. Wiederholt wurder die großen Beete am Wittenberg- 150 000 m. an die Volkshochschule Groß- Berlin. plag über Nacht ihres Schmudes beraubt, ohne daß es gelang, den Täter hierbei abzufaffen. Die Kriminalpolizei richtete deshalb einen besonderen Bachdienst ein, der den Erfolg hatte, daß es in der Nacht zum 13. September v. 3. glückte, den Angeklagten, Kaufmann Nietusch, festzunehmen. Nach seiner Bernehmung im Bolizeipräsidium wurde er wieder entlassen und besaß die Frechheit, drei Tage darauf an der gleichen Stelle Rosen zu stehlen. Nun mehr wurde er in Haft behalten und das Schöffengericht Charlottenburg verurteilte ihn zu drei Wochen Gefängnis. Inzwischen stellte es sich heraus, daß N. auch zu einer Bande von Friedhofsdieben gehörte, die aus frischen Kränzen Blumen herausschnitt. Er wurde wegen diefer Straftaten zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, die er zurzeit verbüßt. Gegen das milde Schöffengerichtsurteil legte N. noch Berufung ein, die gestern von der Straffammer vermorfen wurde. Die Bezahlung der Ferienspielleiter. Selbstverständlich können die Männer und Frauen, je ich niele Wochen lang mit Ausnahme des Sonntags täglich 10 Stunden in den Dienst der Jugendpflege auf den Außenspie päßen der Stadt Berlin stellen, diese Arbeit nicht unentgeltlich verrichten. Ebenso mußte die Bezahlung den Zeitverhältnissen angepakt werden. Nicht etma jeder Lehrer oder pädagogische Laie ist für solche Arbeit geeig net. Hierzu gehört eine besondere Befähigung and möglichst auch fängere Erfahrung. Biele Spielleiter sind schon jahrelang in diesem Sonderfach tätig. Es sind nicht durchweg Lehrer und Lehrerinnen Diese sind sogar in der Minderzahl, haben aber die verantwortlichen Boften. Mehr als die Hälfte der Spielleiter besteht aus fcgenannten Junglehrern, die nicht dem Schuldienst angehören, auch aus Frauen, die in der Jugendpflege praktische Erfahrungen sammeiten. Alles untersteht und fügt sich willig dem Spieloberleiter. Für etwa 70-80 Rinder ist ein Spielleiter bestellt. Die Arbeit und Verantwortlichkeit ist für jeden einzelnen Erwachsenen größer, als man sich das in der Deffentlichkeit wohl vorstellt. Sie ist in den lezten Jahren noch größer geworden durch den noch lange nicht ab getlungenen psychischen Einfluß des Krieges und der Revoluinnt auf die Schuljugend. Deshalb wurde überall die Zahl der Spiellester vermehrt, damit die Uebersicht und Aufsicht, die natürlich auch hier Bom Kreis Wilmersdorf. Montag, den 7. August, 7 Uhr, Kreisvertreterver der Bezirksperordneten mit dem erweiterten Kreisvorstand im Bezirksamt, Danziger Straße. Tagesordnung: Die neuen Wohlfahrtskommissionen. fammlung bei Rohr, Raiferallee 51/52. Thema: Der Parteitag zu Augs burg". Referent Kurt Heinig. 2. Bahl eines Areistaffierers. 14. Areis Reukölln. Montag, den 7. August, 7 Uhr, Kreisvertreterverfamm lung mit den Funktionären in. der Rindl- Brauerei, Hermannstr. 214. Thema: Der Parteitag zu Augsburg". Referent Genoffe Altmaier. 18. Kreis Weißenfee. Montag, den 7. Auguft, 8 Uhr, AreisfunktionärverfammTung im Rathaus, 8immer 21. 5. Kreis Friedrichshain. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde. Spieltage Dienstags, Mittwochs, Donnerstags und Freitags. Schlußfest Donnerstag, ben 10. August, von 1-7 Uhr. Die Spiele werden nach den Ferien fort. gefeßt. Ausstehende Gammellisten müssen abgerechnet werden. 7. Kreis Charlottenburg. Dienstag, den 8. Auguft, Ausflug mit den Rinbern nach dem Grunewald.( Große Bälle mitbringen.) Treffpunkt Spandauer Berg, Ede Fürstenbrunner Weg( Blumenhalle) 1½ Uhr. Mundoorrat nicht vergeffen. Gäste willkommen. Morgen, Montag, den 7. August: 4. bt. 7% Uhr Borstandssigung bei Auguft Groffe, Blumenftr. 88. Alle Funk. tionäre müssen auch erscheinenn. 8. Abt. 7½ Uhr Gigung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute bei Ridert, Steinmegitr. 36a. ii. abt. 7 Uhr im Lobal Berger, wichtige Funktionärkigung. Eine Stunde debt unionärisung bei Hübner, Bilsnader Str. 34. vorher Sigung der Abteilungsleitung. 12. Wbt. 7 Uhr Funktionärligung bei Triller, Berlichingenftr. 7. 13. Abt. 7 Uhr bei Liebsch, Wilhelmshavener, Ede Birkenstraße, Sigung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute. 24. bl. 7 Uhr Funktionärßigung bei Winzer, Chriftburger, Ede Binsstraße. Sämtliche Betriebsvertrauensleute sind eingeladen. 27. ib. 7½ Uhr im bekannten Zimmer der Schule Sonnenburger Str. 20 35. 39. Gigung der Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute und Eine Stunde vorher Abteilungsvorstandsßigung. Elternbeiräte bei Hellriegel, Rigaer Str. 54. Elternbeiräte. bt. 7% Uhr Sigung der Funktionäre und Betriebsvertrauensleute fowie Straße 3. b. Uhr Funktionärsigung in der Juristischen Sprechstunde, Linden40. t. 7% Uhr bei Reufner, Sagelberger Str. 20a, Gigung der Funktionäre, 41. Sibt. The Gigung fämtlicher Funktionäre bei Schult, Mariendorfer Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. Straße 5. 42. bt. 7 Uhr bei Söhlte, Bergmannstr. 69, Funktionärfonferens. Die Mit44. bt. 7 Uhr Sigung der Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elterngliederversammlung fällt aus. beiräte in der Rantine, Rottbuser Ufer 39/40. 45. bt. 7 Uhr Sihung fämtlicher Funktionäre in der Oberklasse der Schule 46. Abt. 7% Uhr Sigung der Abteilungsleitung und Funktionäre bet Geißler, Forster, Ede Reichenberger Straße. Staliger Str. 59. Kuhnert, Mustauer Str. 12. 47. Abt. 7 Uhr Konferenz der Funktionäre und Betriebsvertrouensleute bet 48. t. 7 Uhr bei Mener, Fürstenstr. 3, Funktionärkonferenz. 103. Abt. Oberschöneweide. 8 Uhr Borstands- und Funktionärsigung im Ston124. bt. Mahlsdorf. 7% Uhr bei Anders, Bahnhofstraße, Funktionärsizung. Frauenveranstaltung: ferenzzimmer ber Rottmeher- Schule, Eingang frischenstraße. Genoffen Dr. Schütte. Uebermorgen, Dienstag, den 8. Auguft: Brotfartenstichwort. In der Woche vom 7. bis 13. Auguft darf 16. Abt. 8 Uhr bei Steinke, Hermsdorfer, Ede Suffitenstraße, Bortrag bes Brot und Mehl nur auf die Brotfarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort( Ga s" tragen. 14. Auguft ab werden Stichworte für die Brotfarten nicht mehr 7. bt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in Röhlers Festfälen, Tickstr. 24, Derwendet. Die Gültigkeitsdauer ist von diesem Zeitpunkt an jeweils gültigen Brotkarten in der Mitte die Nummer der laufenauf jeder Brotfarte besonders angegeben. Außerdem tragen die den Kalenderwoche. Bezirksbildungsausschus. Freitag, den 11. Auguft, abends 7 br, im Zirkus Busch Verfassungsfeier. Starten à 2 Mart bei den bteilungstaffierern. Fettonzerte: Die Zeichnungslisten find ausgegeben und liegen aus bei der Ausschußmitgliedern der Abteilungen und borstellungen beginnen am Sonntag, den 3. September, im Neuen im Bureau, Lindenstr. 3, II. bf 2 Treppen Zimmer 8. Die Theater. Theater am 300 mit der Aufführung von„ Einsame Menschen" pon Gerhart Hauptmann. Die Obleute der Kreisbildungsausschüsse werden gebeten, die Theaterkarten für September sofort abzuholen. Lebensmittelpreise. der Woche. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft flau. Fische etwas knapp, Geschäft still. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. 29. Thema: Das Reichsmietengeset". Referent Genosse Felgentreu. Parteifunktionäre. bt üht bei W. Burg, Brenzlauer Allee 189, wichtige Gigung der 31. 74. führer und Betriebsvertrauensleute fowie aller Genoffen, welche in Armen, Waisen, Schul- und Wohlfahrtstommiffion tätig sind. Abt. Zehlendorf. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Raiserhof. ,, Die Gemeinschaftsschule". Referent Genoffe Plauschen. 2. Raffenbericht. 3. Wahl der Delegierten zum außerordentlichen Begirtstag. bt. Lidterfelbe. Bormittags 9 Uhr veranstaltet der Ausschuß für Rinderferienspiele eine Wanderung für Kinder nach dem Grunewald. Treffpunkt Partstraße, Ede Hindenburgdamm. Mundvorrat ist mitzubringen. Rege Beteiligung, auch von Erwachsenen, wird erwartet. st. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Gigung bereite Thema 83. Jugendveranstaltungen. Morgen, Montag, den 7. August: Hermsdorf: Jugendheim Schule Roonftraße, Bortrag: Ferdinand Laffalle". Karlshorst: Jugendheim Schule Auguste- Bittoria- Str. 43, Mitgliederversamm lauer Biertel): Jugendheim Schule Staglerftr. 3, Mitgliederversammlung. Tung. Lankwig: Jugendheim Seydligstr. 6, Mädchenarbend. Often( Stra Silbest( Reichenberger Biertel): Jugendheim Glogauer Str. 16, 7 Uhr, Borttag: ,, Der Friedensvertrag von Versailles". Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. 17, 7 Uhr, Bortrag: Was ist Sozialismus?" In der Woche vom 30. Juli bis 5. August galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Achtung, Mädchen! Die Mädchenkonferens finbet erst am Montag, den 75-95 M. Kalbfleisch 60-80.M. Hammelfleisch 75-90 M. Geräucherter Rindfleisch 60-70 M., ohne Knochen 70-85 M. Schweinefleisch 14. Auguft, statt. Schinken 150-170 M. und Speck 130-150 M. Irgendweihe 17. Rreis unb Oftbahn. Zur Serbstjugendweihe am 24. Sep. Rehfleisch 85-90 M. Wildschwein 30-75 M. Hühner 70-110 M. Gänse Ad. Baranowski, Niederbarnimftr. 5; A. Günther, Wotanstr. 10, gerichtet Hirschfleisch 75 M. tember im Cäcilien- Lnzeum müssen alle Anmeldungen fofort an die Genoffen 105-110 M. Enten 96-100 M. Tauben 68-72 M, zwei Stück. Schell- werben. fisch 14-18 M. Kabeljau 16-20 M. Flundern 20 M. Rotzungen 12 bis 18 M. In Eis: Zander 120 M. Aale 40-60 M. Wetter bis Montag mittag. Beitweise beiter, aber ziemlich fühl Schleie 75 M. Hechte 75 M. Lebende Aale 75-85 M. Schieie 120 M. Barsche 40 bis und veränderlich bei schwachen vorherrschend nördlichen Winden, besonders 60 M. Plötzen 36-50 M. Bleie 40-60 M. Naturbutter 100-114 M. östlich der Dder zahlreiche leichte Regenfälle. Margarine 65-75 M. Schweineschmalz 115 M. Kartoffeln( neue) 50 bis bis 18 M. die Mandel. Spinat 10 M. Wachsbohnen 8.50-11 M. Schoten 65 M. 10 Pfund. Weißkohl 5-6 M. Wirsingkohl 6-7 M. Kohlrabi 15 18 M. Grüne Gurken 5-30 M. das Stück. Pfefferlinge 23-26 M Steinpilze 8-12 M. Himbeeren 25 M. Kirschen 10-14 M. Stachelbeeren 18-15 M. Johannisbeeren 11-12 M. Pflaumen 14-23 M. Warten Sie nicht mit Jhren Einkäufendie Preise ffeigen Beispiele unserer noch billigen Preise: Kinder- Hausschuhe prima Stoff, mit Kordelsohle, in extra frischen Grösse 31-35 82,00, 27-30 72,09, 20-24 6800 Kinder Schnürschuhe schwarz u.weiss Segelt., m.angegoss. Gummisohle. Sol. Vorra, Kinder- Turnschuhe grau u. schwarz Segeltuch, mit prima Chromledersohle. Besond. prakt. für 8800 tedungen und Erkältungen. Vergessen Sie nicht, eine Schachtel Panflavin Baftillen Der Staub im Bahnabteil und auf ber and flaße reist bie Schleim find angenehm von Geschmack und in allen Apothelen und Drogerien erhältlich. auf die Reife mitzunehmen, das Schußmittel für Mund- und Rachenhöhle. 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Entgegen dem Einheitsstatut der graphischen Borstände murbe neben dem Beirat auch der Verbandsausschus wieder eigneführt. In bezug auf die Zusammensetzung des Verbandsvorftandes murde noch beschlossen, daß unter den unbesoldeten Mit gliedern, die die Mehrheit im Verbandsvorstand bilden, auch nach Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen und die Möglichkeit ein Vertreter der Betriebsräte sich befinden soll, ebenso von Professor Chajes vorgeschlagene Resolution einstimmig ange. bei den Ortsvorständen. Dem Berbard ist seit 1908 eine 2ehr nommen, laut der der Verbandstag fich für die Forderung belingsabteilung angegliedert. Der möchentliche Beitrag für stimmter Sicherungen gegen Berufsgefahren ausspricht, außerdem die Lehrlinge wurde auf 2 M. heraufgefeßt. Dafür erhalten die für die Erzielung einheitlicher statistischer Aufzeichnungen über Lehrlinge Krantenunterstützung von 18 M. und ein Sterbegeld bis Krankheitsursachen, für periodische ärztliche Untersuchungen der Be31 200 M. Das neue Statut tritt am 1. Oftober in Kraft, der neue Beitrag vom 1. September ab. Betriebsräte! Auf Beschluß des Zentralrats der Freigewerkschaftlichen Befriebsrätezentrale findet morgen Montag, abends 5 Uhr, im Saat 4 des Gewerkschaftshauses, die Generalversammlung der Betriebsräte Der Rest des Tages, der wieder eine neunstündige Sitzung brochte, wurde durch eine auf bemerkenswerter Höhe stehende De batte über die zukünftigen Aufgaben der Gemertfchaften ausgefüllt, die durch ein großzügiges Referat des Berbandsvorsitzenden Haß eingeleitet wurde, nachdem zunächst je ein Bertreter der anderen politischen Richtungen das Wort mit verlängerter Redezeit erhielt. Trotz dieser Scheidung der Redner nach Fraftionen trot nicht das Trennende in den Vordergrund, sondern in der ganzen Debatte tam das innerste Bedürfnis der Arbeiterschaft statt, mit der Tagesordnung: nach endlicher Herbeiführung der Einheitsfront sehr lebhaft zum Ausdruck. Die fommunistischen Redner wehrten sich entschieden gegen den Vorwurf, der ihnen auf Grund auch der neuesten Erfahrungen nach dem Rathenau- Mord von verschiedenen Rednern gemacht werden mußte, daß sie nur für eine fommunistische Einheitsfront zu haben wären. Einig waren sich alle Redner darin, daß die Hauptaufgabe der Gewerkschaften in der heutigen die Belegschaften der einzelnen Betriebe auf, dafür zu sorgen, daß Besondere Einladungen ergehen nicht und fordern wir deshalb Zeit die Sicherung der Republik und die Erhaltung die in ihren Betrieben tätigen Generalversammlungsdelegierten vollder Boltsrechte sei. Ferner wurde gefordert Ausbau der fo- zählig erscheinen. zialen Gesetzgebung auf den verschiedensten Gebieten und Abwehr aller Angriffe auf den Acht stunden tag. Da von allen drei Richtungen Refolutionen zu diesem Punkt vorlagen, man aber auf cine einheitliche Kundgebung des Verbandstages Wert legte, wurden die Resolutionen der Redaktionsfommission überwiesen. „ Die politische Lage und Bayern". wählten Generalversammlungsdelegierten, der Zentralrat, sowie als Teilnahmeberechtigt an der Generalversammlung find die geGäfte die Gruppenräte und die Delegierten zur Plenarversammlung der Gewerkschaftskommiffion und des fl- Bundes. Ohne Delegiertentarte, und Verbandsbuch tein Zutritt! Betriebsrätefarte Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin. 9. Verbandstag der Berufsfeuerwehrmänner fchaftlichen Epigenor higienische Zentralftelle bei den freigewerf. Epigenorganisationen. Die Vorarbeiten zu diefen AufAnt 1. August wurde im Breslauer Gewerkschaftshaufe der gaben soll der Verband unter Zuziehung ärztlicher Fachmänner Verbandstag eröffnet. Der Regierungspräsident, der Oberpräsident fofort aufnehmen. In der Diskussion war betont worden, daß auch für Kommufür Niederschlesien, der Magistrat, die Stadtverordneten hatten Ver treter entsandt; ausländische Organisationen( im Ausland sind die nalfeuerwehrleute die Frage der Berufserkrankung wichtig sei wegen Earufsfeuerwehrmänner anderen Organisationen angeschlossen) der zu beanspruchenden Zuschläge. waren durah Ibsen Kopenhagen, Gränisch Wien, Ein fachliches Referat von Weilmaier über Bolkswirtschaft Bader Basel, Saars und Burmann Holland, der und Feuerschuh" führte zur einstimmigen Annahme einer Refolu AfA und durch Kleiner Berlin, der Gemeinde- tion, die die und Staatsarbeiterverband durch Müntner, der Bund der technischen Angestellten durch Schwerin W Der Verbandsvorstand wird beauftragt, die zur Erreichung dieses Zieles möglichen Schritte einzuleiten und hierzu die Hilfe der gewerkschaftlichen Spizenorganisationen in Anspruch zu nehmen. Der Verbandstag erwartet, daß die Gewerkschaften die erbetene Unterstützung nicht versagen werden. Schaffung einer Reichsfeuerversicherungsanstalt, vertreten. Das Reichsarbeitsministeruim, das preußische Ministe- Versicherungszwang und räumliche Abgrenzung der Versicherungsrium des Innern, der 2DGB., die Internationale Föderation der gebiete als notwendig erklärt. Arbeiter wünschten durch Schreiben der Tagung erfolgreichen VerIcuf. Als Bertreter des in Leipzig neu gegründeten Allge meinen Deutschen Beamtenbundes gab Händler Berlin seiner Freude darüber Ausdruck, daß er gerade dem Berbandstag der Berufsfeuerwehrmänner feine Glückwünsche übermitteln fönne, denn dieser Berband zähle zu denjenigen, die feit 1½ Jahren auf das Ziel der Gründung eines Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes eingewirkt haben, der ein Gegengewicht gegenüber allen reaktionären Bestrebungen bilden solle. Es bestehe auch die Aussicht, doß in nächster Zeit die Gründung eines Kartellverbandes mit dem AfA- Burd und dem ADEB. zustande kommen und so die Einheitsfront aller Arbeitnehmer getildet werde.. Profeffor Dr. Chajes hielt einen außerordentlich interessanten Bortrag über die Berufsgefahren der Feuerwehrleute. Bu ihren häufigsten Berufsfrankheiten gehören die durch Bergiftung hervorgerufenen. Die Wirkungen der Rauchvergiftung find aber ganz verschiedenartige. Sie äußern sich in verschiedener Weise und treten auch, je nach der individuellen Veranlagung unmittelbar nach der Vergiftung auf oder erst nach Monaten oder Jahren. Dies genau festzustellen ist besonders wichtig für die Betriebsfeuerwehren bei Klärung der Frage, ob Berufsinvalidität vorliegt oder nicht; die Berufsfeuerwehrmänner der Kommunalwehren haben Beamtencharakter. Reichstagsabgeordneten wiffell über allgemeine Beit Lebhafte Zustimmung fand auch ein großzügiger Vortrag des fragen, worin insbesondere unsere Wirtschaftslage und der Gegenfaz der beiden Wirtschaftsauffassungen, der bürgerlich- individualistischen und der sozialistisch- kollektiven, dargelegt wurde.. Ein Referat nebft folgender Diskussion über Organi, fationsfragen führte zu dem Beschluß des Anschlusses an den Allgemeinen Deutschen Beamtenbund, die Reichsgewerkschaft deutscher Kommunalbeamten sowie an die Internatio nale Föderation der Arbeiter öffentlicher Betriebe".. Eine lebhafte Diskussion entwidelte sich im Anschluß an ein Referat über das neue Beamtenrecht. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, wonach der Ver. bandsvorstand bei den freigewerkschaftlichen Spikenorganisationen, vor allem beim ADB., dahin wirken soll, daß ein freiheitliches Be amtenrecht unter Anlehnung an das allgemeine einheitliche Arbeitsrecht geschaffen wird. Sie verurteilt das Bestreben der Regierung und des Deutschen Beamtenbundes, durch Sonderregelung des Be Beim Betriebsfeuerwehrmann spielt die Frage, ob die Krant amtenrechts Klaffengegensähe zwischen den Arbeitnehmern herzuFeit die Folge einer Dienstbeschädigung ist oder nicht, bei der stellen und zu erhalten. Von den politischen Parteien verlangt fie Rentenfeßschung eine große Rolle. Sehr häufig sind Augentrant- die baldige Verabschiedung eines Gesezes, das den Anforderungen heiten als Folge der Rauchvergiftung. Herz- und Nervenstörungen, an ein modernes Beamtenrecht entspricht, ferner, daß die in der BerErtranfungen der Atmungsorgane gehören auch zu den Berufs- fassung gegebene Zusage eines Beamtenvertretungsgesetzes endlich frankheiten der Feuerwehrmänner. Die so häufig auftretenden erfüllt wird. Das Beamtenrätegeseg muß mindestens dieselben nervösen Störungen haben ihre Ursache in der ständigen hast, in Rechte für die Beamten enthalten, wie das Betriebsrätegesez für die der die Männer leben; fie müssen immer in Alarmbereitschaft sein, Angestellten und Arbeiter. Sie verurteilt das Bestreben der Reauch während der Mahlzeiten. Daß die Arbeit der Feuerwehr- gierung und einiger Parteien, die Rechte der Beamten zu beschneiden männer äußerst gefährlich ist, beweist der hohe Prozentsaz der früh und nimmt mit Genugtuung davon Kenntnis, daß die Arbeiterzeitig Benfionierien; während gleidhaltrige Arbeiter anderer Berufe parteien mit aller Energie für das Mitbestimmungsrecht einge.. noch ihren Beruf ausüben tönnen, ist der Feuerwehrmann schon oft treten sind. elzwaren für die Reise zu auffallend billigen Preisen! Kreuz-, Alaska-, Blau-, Zobel-, Silber-, Welssfüchse, Luchse, Wölfe, Maulwurfschals, Nutria- Mäntel,' Sportpelze, Gehpelze. Keine Lombardware. 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Es ist unbegreiflich, wie ein solcher Tiefstand von einem bony immerhin fritischen Publikum bingenommen werden konnte. Die Lange tammern von Benedig bezogen. Gespielt wird das Zeug so, wie man weile dieser auch photographisch mißlungenen Atte scheint aus den Bleianno Saiperle- Theater Nitterſtüde gespielt hat. Im Tauentaienpalait zeigt man einen nordischen Filmer Liebling der Götter" mit Gunnar Solnaes. Ein Lustspiel. Sagt das Programm. Ganz falsch. Wo blieben die fein ausbalancierten Luftfpielwerte? Wo die schwingende, mitteilsame Atmosphäre heiteren Behagens, die Spannkraft, die Tragfähigkeit eines herzhaften Humors? Verpufft, der flogen. Rüditand: eine wenig amüsante Komödienhandlung mit Poffeneinschlag und mit einer nicht immer angenehnt derben Situationsfomit. Dazu die gewaltsame Scherzhaftigkeit der Titel. Das Thema bom grogen Tenor, der vor der Begeisterung flüchtet, ist dünn und uninteressant. Gunnar Tolnaes hat eine faum bantbare Rolle, die überdies frampihaft auf Star zurechtfrisiert ist. Die Regie vergriff sich im Tempo. Sie wirbelte, ohne daß die Situation den Wirbel berechtigte. Der Borführer jagte zudem die 6 Afte im D- Bugs- Tempo berunter. Eine eine Anfrage: verschiedentlichen Filmen geschah, Journalisten von der Leinwand herunter alt manges für besonders wizig, wenn, wie das jest bintereinander in lächerlich gemacht werden? Also Lustspieie! Qustspiele!! Nichts braucht der Film nötiger. Einen Dame der feinen Gesellschaft". Hat nur den Wachteil einer alle titif U. T. Aurfürstendamm; it ameritanischer Haunst und heist Gine freilich bekam man in dieser Wome zu sehen. Es ist allerliebst, läuft im und Logit entwafmenden Naivität; dafür aber das Atoma eines überaus liebenswürdigen Humors. Dorotby Dalion, die den Aufstieg von einer Barmaid zur Gesellschaftsdame mit Charme und din chaus glaubhaften Mitteln darstellt, zeigt in einer Schwipsizene delikate Zurüdhaltung. Dieler hübsche, harmlose Scherz entschädigt für die Qualen der Woche. P- S Du juft nicht begehren. Amerita macht auch in Siroler Filmen. Es geht der Sache mit Schmalz und Gefühl auf den Leib und tie Courths Mabler ist dagegen gar nichts mehr. Der Film mit dem Titel ans den zehn Geboten, der in der Albambra( Surfürstendamm) gezeigt. wurde, gibt sich auch sonst gar nicht amerikanisch. Es iſt typisch geimische Name aus den Uranfängen des Films. Eifersucht, tiene Liebe, die einem ränte vollen able tapfer widersteht. Der Fable ist ein öfterreichischer Offizier ( in Uniform), und vielleicht hat man deshalb den anmaßenden Unsinn auf aber beileibe nicht ersttasfig, wie man es fonit bei amerikanischen Filmen gebracht, der Film sei deutschbezerisch. Gut ist einiges in der Bhotograpie, gewohnt ist. Die ganze Sache ist faum der de wert und alles andere als ein amerikanischer Großfilm". „ Wacifte und die Tochter des Tilberkönigs", diese abenteuerliche Geschichte in sechs Akten von Banloo- Schmidt, erlebte im Marmorbaus die Uraufführung. Der Film ist eitel Strastmeierei. Maciste wird, um seine Stärke zeigen zu fönnen, natürlich andauernd überfallen und auf die abwechielungsreichste Art und Weise angegriffen. Er reißt dann Laternen blable und Telegraphenmasten aus, mit denen er wild um fich schlägt uitd bergleichen Wäschen mehr. Um einen solchen Körper zu erhalten, muß natürlich der Mann, wenn er nicht nur Qualitäts-, sondern auch noch Duantitätseffer ift, an einem Tage so viel verzehren dürfen, wie der ehrlich arbeitende Mensch in valutaschwachen Ländern während des ganzen Monats Anfang an wußte, wie es enden würde, blieb man doch bis zum Schluß verspeisen darf. Das Manuskript ist unglaublich. Aber obwohl man von bei guter Laune und Stimmung, weil manche Kleinigkeit erheiterte. 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Nach der Erdrosselung der Freiheit des Dollars seit lettem Sonnabend von 605 auf 829, um dann die eigenen Worte der Roten Fahne" stehenden Sozial- und Unabhängigkeit der georgischen Republik sollen nun die revolutionäre. Sie verlangt deren Tod, weil sie die Ursache besten Kräfte der georgischen Arbeiterklasse phyfisch ausgeroffet etwas abzubröckeln und sich am Sonnabend wieder zu erholen, dazu feien, daß ,, tausende irregeführter, im feindlichen Lager werden. ohne jedoch den Rekordstand des Donnerstags zu erreichen. Noch fämpfende Proletarier und Halbproletarier von der SowjetDas einzige Mittel, das Leben der georgischen proletarischen heftiger waren die Schwankungen des freien Berkehrs. Es ist on macht hingemordet werden mußten". Ob die Rote Kämpfer zu retten, ist die Intervention des europäischen Brole- fich nicht zu verwundern, daß unter dem Druck der außenpolitischen Fahne" dabei an jene Drahtzieher dachte, die in Mitteldeutsch- tariats. Wird das Proletariat Europas es dulden, daß Tausende Lage, der neuen„ Sanktionen" Frankreichs und in dem inneren land tausende Proletarier in die Verzweiflung, ja in den Tod seiner Klassengenossen, die in ihrem Leben dem Sozialismus und der politischen Wirrwarr sich die gleichen spekulativen Kräfte regen, trieben? Sie verlangt das Blut jener Veteranen der russischen Freiheit treu und opferfreudig gedient, vom brutalen Eroberer ein- denen die deutsche Währung zum Schaden des ganzen Volkes schon denen die deutsche Währung zum Schaden des ganzen Bolles schon fozalistischen Bewegung, weil sie an der Schwächung der russi fach umgebracht werden? seit dem Kriegsende ausgesetzt war. Nicht daß die Mart sinft, fen Sowietrepublik und damit auch am Sieg der Bournimmt wunder Wir wenden uns an das Gewissen des Weltproletariats und und der Politik der Helfferiche und der Entente, viel mehr be= denn das ist eine Folge des verlorenen Krieges gecifte im Kampf gegen das ungarische, finnische und bayerische bitten um seine Hilfe. Broletariat schuldig seien. Die Rote Fahne" behauptet, daß fremdend sind einmal, das Tempo der Verschlechterung der Mark ter flassenbewußte revolutionäre Teil der Arbeiterschaft aller Länder die Bernichtung jener Männer verlange So wird auf die Beſtialität die Lüge getürmt, denn es ist nicht wahr, daß in der Arbeiterschaft aller Länder abgesehen von einem winzigen Splitter, der in Rubelfron lebt irgend jemand den Tod der Sozialrevolutionäre wünscht. Arreiterhenker und Bourgeoislakaien werden diejenigen genannt, die sich bemühen, den Moskauer Bluthunden in den Arm zu fallen. Mit zynischer Offenheit gibt die ,, Rote Fahne" zu, daß die, deren Ermordung sie verlangt, an den Aufständen der letzten Jahre gar nicht teilgenommen haben, weil sie während dieser Zeit im Gefängnis faßen. Aber die Angeklagten haben den Mut aufgebracht, auch im Angesicht der Todesdrohung sich mit ihrer Partei solidarisch zu erklären. Und deshalb fordert die russische Arbeiterschaft, das revolutionäre internationale Poletariat, den Tod für diese Erzfeinde der Arbeiterklasse!" Das alte Rußland ist daran gestorben, daß es den Geist durch Blut bannen wollte. In Deutschland hat die unter dem Schutze der schwarzweißroten Flagge sich auslebende Mordfucht eben erst wieder erkennen müssen, daß sie gewaltige Gegenträfte auslöst, die ihren Zielen unübersteigliche Hindernisse auftürmt. Ohne Unterschied der Partei rückt von jenen Leuten alles, was menschlich fühlt, ab. Efelhaft ist, daß dennoch die Ermordung als politisches Heilmittel weiter gepredigt wird. Aber das allerwiderlichste ist doch wohl, wenn be zahlte Schreier Mördern zujubeln. Wir verstehen nicht, daß es noch Arbeiter gibt, die es über sich bringen, ein solches Blatt als den Bertreter ihrer Interessen zu betrachten. solches Blatt als den Bertreter ihrer Interessen zu betrachten. Die Leiden Georgiens. Vom Kommunismus zum Imperialismus. So heißt die Bro- und dann die Umstände, unter denen sie sich vollzieht. Wenn schüre der Wiener Volksbuchhandlung, Bien 6, Gumpendorfer- seit dem Tode Rathenaus, also innerhalb von sechs Wochen, der straße 18, die die Berichte des Genossen Julius Braunthal über Kurs der Mark auf zwei Fünftel des damaligen Wertes und weniger seine Feststellungen in Georgien zusammenfaßt, wobei er die zusammenschrumpft, wenn in wahnsinnigen Schwankungen innerEine stärkere Anklageschrift gegen die Bolschewisten als diese ruhigen, pofität zum Ausdrud fommt, wenn alles das stattfindet, obwohl Arzneispenden der deutschösterreichischen Arbeiterschaft gebracht hat. halb einzelner Börsenstunden eine geradezu panifartige Merauf reiches Material gestützten Schilderungen, ist kaum zu denken. Das Reich keine Devisen am freien Markt fauft und im AnDer italienische Bürgerkrieg. # blick internationaler Verhandlungen, die die Reparationsfrage doch mindestens nicht mehr verschärfen, sondern nur mildern können wenn das alles zutrifft, so gibt es nur ein werden muß. Rom, 5. Auguft.( EP.) Nach einer Meldung des„ Messaggero" Urteil: der Boden unserer Währung ist so morsch, daß er gestützt betrug die Zahl der Opfer bei den Zusammenstößen in Mailand am Dann aber ist es beschämend, daß man in zager Hoffnung auf gestrigen Freitag vier Tote und mehr als sechs Verwundete, darDer Erzbischof von Mailand hat einen London wartet, ohne selbst diejenige Entschlußkraft zu entunter fünf Schwerverletzte. Aufruf zur Ruhe erlaffen. In Parma kam es zu Zusammenstößen falten, die eine Katastrophe dieser Art notwendig macht. Oder zwischen Fascisten und Kommunisten. Diese waren mit maist es keine Katastrophe, wenn ein unglaubliches Emporschnellen chinengewehren und Handgranaten ausgerüstet und hatten aller Preise die Lebenshaltung des ganzen arbeitenden Boltes und sich stark verschanzt. 3ahlreiche Fascisten trafen in Parma ein. In noch mehr der Rentner plötzlich und gewaltig verschlechtert? Glaubt Genua dauert der Kleinkrieg auf dem Piazzo Ferrari an, wo Auto- man, daß die Hilfe von außen viel nüßen kann, wenn man in der mitrailleusen in Tätigkeit treten mußten. Die Kommunisten Leitung des Zentralnoteninstituts damit spielt, unter dem Deckschießen aus den Fenstern auf die Polizei und auf die Fascisten. namen der„ produttiven" Inflation dem Markschwund mit der Diese wurden auch mit kochendem Wasser übergossen. Die Fascisten Notenpresse zu folgen und nachzuhelfen? Wiederum hat der Ausweis der Reichsbank Ende Juli eine Vermehrung der Papiergeldentrissen den Kommunisten zwei Maschinengewehre. die Auflösung der Kammer und die wegen der unruhigen Zustände nur unter größten Schwierigkeiten imftande, dem Bedarf an Das Kabinett Facta dürfte zwei wichtige Entscheidungen treffen: zeichen um 13,73 Milliarden Mart gebracht, und man war doch nicht mehr zu umgehende Umwandlung in eine Regierung der Zahlungsmitteln zu genügen. Aber es ginge zu weit, wollte man öffentlichen Wohlfahrt. Eine große Anzahl Kommissare, aus den be- allein den verantwortlichen Stellen der Regierung die ganze VerKabinett zur Seite gegeben werden, und in Abwesenheit der Kam- eine demokratische Republit angewiesen ist, ganz und gar versagen. deutendsten Persönlichkeiten aller Parteien zusammengesetzt, soll dem antwortung beimessen, während diejenigen Kreise, auf deren Hilfe mer ein beratendes Komitee sein. Wenn die Sozialisten und Fascisten In der Industrie hegt man einen geradezu stupide anmutenden Die Zentrale der Sozialdemokratischen Partei Georgiens teilt diese indirekte Mitarbeit an der Regierung annähmen, so fönnte Beffimismus: der Dollar steigt. Daß er immer weiter steigen muß, man auf eine gewisse Beruhigung der Lage rechnen. Neuwahlen menn man längst als richtig erkannte und anerkannte Wege der erinnert sei hier an die Pläne einer Goldanleihe, wie sie Nach dem Prozeß der russischen Sozialrevolutionäre ist die Mos- würden sich alsdann erübrigen. Unter den augenblicklichen Um- Hilfe fauer Regierung im Begriff, ein neues, nicht weniger schamloses ständen wären allerdings Neuwahlen ohnedies völlig unmög- der Industrielle Dr. Jordan Mallinckrodt vor Jahren vorVerbrechen zu begehen. Während es sich bei den Sozialrevolutio- ich. Man erwartet von dem bevorstehenden Sozialistentongreß, gezeichnet und der Reichswirtschaftsrat im sogenannten Entwurf nären um einige Dugend Genossen handelt, sollen diesmal Tau- daß er die allgemeine Demission aller sozialistischen Generalräte und 5 a chenburg noch weiter entwickelt hat nicht im Moment sende geopfert werden, und zwar die in den Kerfern des offu- Stadträte in Italien beschließen wird. Dadurch wird die Regierung der Gefahr beschreitet, das vergißt man im Tanz der einzelnen pierten Georgiens schmachtenden georgischen Freiheitskämpfer. Seit genötigt fein, mehrere hundert fönigliche Kommiffare für die Ver- Unternehmungen um ihr privates goldenes Kalb. 3wei Beispiele aus anderthalb Jahren sind diese Genossen dem Henkerregime derwaltung der Gemeinden zu ernennen. Die Ernennung solcher Persönlichkeiten wird aber außerordentlichen Schwierigteien beTscheta, dem Hunger und Epidemien preisgegeben. Die besten uns mit: von ihnen haben in unsäglichen Qualen in den Kerfern ihr Leben laffen müffen. Tausende fiechen in unbeschreiblichem Elend langfam dahin. Nicht genug damit, haben sich die Okkupationsbehörden jetzt entschlossen, die eingeferferten georgischen Genoffen in die Konzentrationslager der Hungergebiete Rußlands zu verbannen, d. h. sie, wenn auch ohne Strid und ohne Blei, einfach umzubringen. Diese Maßnahme haben bei der Moskauer Regierung die Befehlshaber in Georgien durchgesetzt alte zaristische Generäle, indem sie auf die wachsende Entrüstung der Bevölkerung und auf die immer von neuem qufflammende Aufstandsbewegung im Lande hinwiesen. Moskau genehmigte cinstweilen die Verbannung der republikanischen georgischen Offiziere nach dem von der Pe st verseuchten A strachan, um sie rasch gegnen. Eine derartige Maßnahme war seit vielen Jahrzehnten nicht notwendig. Soll Frechheit fiegen? Die fürzlich verbotene Ember Zeitung" fündigte die durch ein Extrablatt an, in dem es heißt: Diese Maßnahme der Regierung macht uns also für 14 Tage scheintot, wir werden aber nach her zu neuem Leben erwachen. Unsere Abonnenten bitten wir dieser Regierungsmaßnahme halber um Geduld, wir werden das Bersäumte reichlich nach holen, und darum auf Wiedersehen in 14 Tager. Unterm alten Regime durften Verbotsnachrichten nur ohne Kommentar erscheinen. Was hätte man damals zu solch einem„ Extrablatt" des" Vorwärts" wohl gefagt? ,, Unfere" Marine. Kürzlich hat die Hannover" Osternothafen unter den Klängen des„ Stolz weht die Flagge Schwarz- Weiß- Rot" verlassen. Verbot einer Regimentsfeier in Celle. Durch Verfügung des Oberpräsidenten Noske ist die für den 6. Auguft geplante Einweihung des Denkmals für die Gefallenen des InfanterieRegiments Nr. 77 ebenso wie der Trauergottesdienst in der Celler Stadtkirche verboten worden. letzter Zeit: Die Schwerindustrie erhöhte, um ja nicht zu spät ins Geschäftchen zu kommen, fürzlich ihre Preise für Walzeisen und Stahl auf mehr als das 190fache. Sie griff damit der Geldentwertung noch vor, obwohl die Undurchsichtigkeit der Devisenbewegung zu äußerster Borsicht mahnte. Jetzt wird endlich auf den Proteft der Arbeitnehmer hin der Eisenwirtschaftsbund zusammengerufen. Hier werden sie Gelegenheit haben, sich mit der Brets politik des schwerindustriellen Kapitals auseinanderzusehen. Man wird sich daran erinnern müssen, daß die Großeisenindustrie wiederhelt ohne Rücksicht auf die Weltmarktpreise ihre Preise aufgestellt hat und daß es jetzt höchste Zeit ist, durch Höchstpreise der plan- und maßlosen Verteuerung dieses Rohstoffes zum Schaden anderer Industrien Einhalt zu gebieten. gestern die Erhöhung der Ausfuhrabgaben beraten. Im Ausfuhrabgabenausschuß des Reichswirtschaftsrats wurde Nachdem der Dollar innerhalb der letzten Wochen auf weit mehr als das Doppelte gestiegen ist, verlangt die Regierung eine Ber doppelung der vielfach herabgesetzten Exportabgabentarise. Wieder sind es die Unternehmer, die Bedenken haben, gegen eine schematische Erhöhung nach dem Valutastand zu stimmen. Nun werden ja ie Tarife dauernd daraufhin revidiert, ob sie der Volkswirtschaft schäd ich find oder nicht. Ist es der Fall, so werden sie ermäßigt. Es ist also praktisch ohne jeden Belang für etwa zu schwer tetroffene Gewerbezweige, ob die Industrie grundsätzlich die Verdoppelung ander Unternehmer gegen die Forderung der Regierung. Ein Antrag, die Ausfuhrabgaben dem Valutastand anzupassen, wurde gegen ihre Stimmen angenommen. Der Sinn des Verhaltens der Unternehmer fann nur sein, einen Aufschub zu erzielen, bis sich die Inlandspreise den emporgeschraubten Weltmarktspreisen wieder anpassen, bis also die Valutagewinne des Exportes von der allgemeinen Preissteigerung der Fabrikanten verschlungen sind.( Die Schwerindustrie hat ja einen recht stattlichen Anlauf dazu genommen.) Dafür, daß man die Entwickelung der Inlandspreise aufhalten muß, um sie erst nach einer Beruhigung der DevisenbeweDie deutsche Einheitskurzschrift. Der amtliche Entwurf der deutschen Einheitsfurzschrift, herausgegeben vom Reichs ministerium des Innern in Berlin, ist socbn erichienen. Dem Entwurf ist vom Staatssekretär Schulz ein Vorwort vorhergeschickt, in dem es heißt:„ Der von der Reichsregierung und den ReHejjas und die Nationalgesinnten. Wie das Ingarische Tele. gierungen der deutschen Länder eingesetzte Sachverständigenousschuß graphen- Korrespondenzbureau meldet, hat ein Bertreter des aufzur Schaffung einer Einheitskurzichrift hat seine Arbeiten zum Abgelöften Reichsdeutschen Verbandes nationalgesinnter schluß gebracht und mir den Entwurf eine: Berkehrsschrist überreicht. Soldaten dem Mörderhäuptling Hejjas die Verbands Damit ist ein Wert geschaffen, das dazu berufen ist, den jahrzehnte- medaille auf schwarzweißrotem Bande mit Schwertern übernimmt. Trotzdem stimmten gestern die zwei anwesenden Vertreter langen Kampf der verschiedenen Stenographenschulen zu beendigen reicht: die gleiche Auszeichnung" erhielten der Vater und die Brüder und die Kurzschrift zum Gemeingut des deutschen Volkes zu machen. von Hejjas. Ein Einheitsentwurf tann niemals fo geartet sein, daß er dem einem Systemfenner vorschwebenden Jesal einer Kurzichrift entspricht. Es fann sich lediglich um die Frage handeln, ob die Leistungsfähigkeit und die Einfachheit des Entwurfes allen an ein neuzeitliches System zu stellenden Anforderungen gerecht wird, so daß sich die Wiederaufnahme des erbitternden, werivoile Kräfte unnütz verzettelnden Systemtampfes nicht rechtfertiget iäßt. Dies darf von dem vorliegenden Entwurf, an dem die bewährtesten, in jahrzehntelanger Arbeit ge= Die amtliche Kurstabelle gibt an, wieviel Mart man aufwenden schulten Syſtemtenner beider Richtungen mit unermüdlicher Gebuidh, um die in der ersten Spalte genannte Einheit der auf das beund beftem Willen zur Sache gearbeitet haben, gefagt werden. Es zeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. scheint mir daher die Pfich eines jeden, die gemeinsamen Interessen an der Kurzschrift als Volts gut über die besonderen Systeminter. essen zu stellen." Der Entwurf ist im ftenoacaphischen Berlage Heckner, Wolfenüttel, erschienen( Preis 12,50 m. postfrei, Postscheckkonto Hannover 7549). Wirtschaft Devisenkurse. 5. August Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Aurs Kurs 4. August Käufer. ( Gelb-) Kurs Berläufer ( Brief-) Kurs gung den Auslandspreifen anzupassen, fehlt jedes Verständnis. Das Volk zahlt's ja, zahlt es mit Einbuße am Reallohn und an Arbeitskraft. Um so mehr haben wir das Recht und die Pflicht, zu fordern, daß man dem Devisentaumel zu Leibe geht, indem man die Ströme der im Inland und Ausland umlaufenden überschüssigen 100 holländische Guiden. 30362.00 80438.00 29363 25 29436.75 Mengen Papiermark durch eine Goldanleihe festlegt, sie dem. Der Kampf ums Schulgeld in Rußland. Die Grundfrage der 1argentinischer Papier- Pejo 285.62 287.371/ 2 276.65 277.85 Inlandsmarkt zuführt und so ohne neue Inanspruchnahme der 6072.40 6087.60 Entgeltlichkeit des Schulunterrichts wird in der Sowjetpresse und 100 belgische Frant 5902.60 5917.40 Notenpresse den Bedarf der inneren Wirtschaft an Zahlungsmitteln in den Kreisen der Sowjetregierung schon seit mehr als einem 100 norwegische Kronen.) 13433.15 13466.85 12933.80 12956.20 fpeiſt. 1) 16903.30 16946 20 16304.55 16345.45 Monat lebhaft erörtert. Die Regierungsfreise verharren auf dem 100 dänische Kronen Standpunkt, daß der Staat außerstande sei, die Unterrichtstoften zu 100 schwedische Kronen..1) 20574.25 20625.75 19675.35 19724.65 trogen; auch ein in Petersburg abgehaltener Kongreß von Ver- 100 finnische Mark tretern des Bildungswesens hat sich soeben für die Entgeltlichkeit des 1 japanischer Yen Schulbefuchs ausgesprochen, da die Schulen vom Staate die nötigen 100 italienische Lire Mittel nicht erhalten. Demgegenüber erhebt die Arbeiterschaft ein- fund Sterling ftimmig Einspruch gegen eine Entgeltlichkeit des Schulunterrichts und das Bolkskommissariat für Bildungswesen hat befchlossen, die von den lokalen Sowjets in der einen oder anderen Form eingeführte Entgeltlichkeit in allen Schulen aufzuheben. So war in Betersburg eine Schulsteuer eingeführt worden, von der nur die Besonders bedürftigen Kinder befreit sind. Es wurden vielfach Privatschulen organisiert, in denen Kinder wohlhabender Eltern gegen Schulgeld unterrichtet werden. Fribi Maffary wird ihr diesjähriges Gantspiel im Berliner Theater mit der Darstellung der Titelrolle in eo Falls neuer Cperette Madame Bombadour eröffnen. 1 Dollar. 100 französische rant 1 brasilianischer, Milreis. 100 Schweizer Frant. 100 spanische Beietas • 1677.90 1682.10 3595.50 3505.60 788.01 6367.00 105.86 1.53 1598.00 1602.00 354.50 3604.50 3455.65 3464.34 3514.40 3375.75 3384.25 789.99 761.04 762.96 6383.00 6142.30 6157.70 106.14 100.87 101.13 1.57 11460,65 11489.35 1.53 1,57 1802.25 33.55 459.60 ・ Fusion in der Jute- Indufirie. Unter der Firma ,, Bereinigte 355.50 Jute Spinnereien und-Webereien Aftiengesellschaft in Hamburg" wird die Norddeutsche Jute- Spinnerei und-Weberei, Haniburg, im Wege der Fusion die Jute Spinnerei und -Weberei Hamburg- Harburg in Harburg, die Süddeutsche Jute Industrie Mannheim Waldhof, die Jute Spinnerei und Weberei Berlin Baugen, 14771.50 14808.50 14132.30 14167.70 2ftiengesellschaft in Rauzen und die Westdeutsche Jute- Spinnerei 12009.95 12040.05 und Weberei in Beuel übernehmen. Das Kapital der Norddeutschen Jute- Spinnerei und Weberei von 3. 3t. 10 000 000 m. wird auf 60 000 000 m. erhöht. Zum Umtausch der Aktien der erwähnten 4 Gesellschaften werden ca. 26 500 000 m. benötigt. Es ist in Aussicht genommen, der Reft zum Erwerb von weiteren Anlagen sowie für die Uebernahme von Werten und Interessen zu verwenden, die in die Vereinigte Jute- Spinnereien und-Webereien Aktiengesellschaft" übergehen zu lassen erstrebt wird. Hierdurch sollen die Beziehungen, insbesondere auf dem Gebiete des Absatzes, besonders befestigt werden. Die Norddeutsche Jute- Spinnerei und Weberei wird ferner 5 000 000 m. 6 prozentige Vorzugsaftien mit 12 fachem Stimmrecht ausgeben, die zu 100 Prozent. an die engere Bantengruppe des Unternehmens geher, so doß diefe dem 13. Teil der stimmberechtigten Aktien das gleiche Stimirr Lausüben werden mie alle übrigen Aktionäre. 33.45 458.46 100 österr. Stronen( abgeft.) 100 tschechische Kronen. 1902.60 1907.40 1797.75 100 ungarisce Stronen. 37.20 37.30 100 bulgarische Lewa 47440 475.60 Die Ziffer 1) bedeutet, daß die Nachfrage nicht bei den notierten Kursen gedeckt werden konnte und daß das angebotene Material rationiert werden mußte. 100 Bolen mart wurden etwa mit 11,50 m. bewertet. Die österreichische Krone hat den katastrophalen Niedergang der Für das Programm des nächsjährigen Tonkünstlerfestes des Mart mitgemacht. Auch ar: der Wiener Börje wurden die Kurse Allgemeinen Teutichen Muiitvereins müssen Einsendungen fremder Devisen auf Refordhöhen getrieben. Infolaedeffen hat jetzt von Kenirontionen bis pateitens 1. September d. I. erfolgt fein mude Desterreich- ungarische Barf die Goldparität. das Umred) awar unter Beifügung des Rüdpertos an die Adresse: Dr. Fr. Nöich( für numesverhältnis bei der Zollgehlung in Gold für die Zeit vom 7. bis den Allgem. Deutschen Mujitverein) Berlin SW. 66, Wilhelmstr. 57/58, 13, August auf 10570 tonen feitgefekt, Eine große oberschlesische Kunstansitellung foll im nächsten Frühjahr in Gleiwi Werte aller in Oberschlesien schaffenden oder dort ge borenen Künstler vereinigen. Gewerkschaftsbewegung hänge zur Erkenntnis unserer Klassenlage geläutert wird, wachse der Ein Notschrei der Geknechteten. das durch gehörige Aufklärung über die wirtschaftlichen Zusammen- 1 Da ab 15. Auguft mit einer erheblichen Brotverteuerung und damit einer Berteuerung aller anderen Lebensmittel und Bedarfsartikel zu Klaffenkampf. rechnen ist, sollen die Löhne für die Zeit nach dem 17. Auguft erneut fest elegt werden. Hinsichtlich der Tarifpolitik bemerkte der Redner: Es ist zu beachten, daß wir dabei mit den Privatbetrieben zu rechnen ( RB) Eine Anzahl russischer Genossen, die eine hervorragende haben. Die Tarifpolitik hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung Rolle in der ruffifchen Gewerkschaftsbewegung spielen, haben an den ab und muß je nach der gesamten Wirtschaftslage eingestellt wer Internationalen Gewerkschaftsbund in Amsterdam und an das den. Das Arbeitsrecht befindet sich seit der Revolution in der UmSekretariat des Internationalen Buchdruckenverbandes ein Schreiben formung; es bildet sich ein neues Recht heraus, auch für die Begerichtet, in dem sie an die öffentliche Meinung der gewerkschaft- amten. Es muß eine einheitliche Rechtsbafis geschaffen werden. lichen Internationale appellieren. Es heißt in diesem Schreiben: Die Buntscheckigkeit der Eisenbahnerorganisationen hat sich als ein Die Entwicklung des privaten Kapitals und der staatlichen Trufte großes Hemmnis erwiesen und jede positive Arbeit fast unmöglich der Sowjetregierung, die die typischen Methoden der kapitalistischen gemacht. Namentlich hat hier die Sonderbrötelei der KPD.- Leute Ausbeutung anwenden, stellt die russischen Arbeiter vor die Not- hemmend gewirkt. Diese sind bereits zu einer kleinen Sefte zu wendigkeit, nach Schuhmaßnahmen Umschau zu halten, um ihre ge- fammengeschrumpft, und solche wird es immer geben. werkschaftlichen Interessen vor dem sich entfaltenden Kapital zu verteidigen. Indeffen macht der Mangel freier, unabhängiger Organifationen, die wirkliche Verteidigung proletarischer Interessen voll tommen unmöglich. Das Bündnis der bolchemistischen Gewerkschaften mit der regierenden Partei und ihre finanzielle Abhängigkeit von dem staatlichen Apparat führt dahin, daß die erwähnten Gewerkschaften die Grundfäße der Harmonie zwischen Arbeit und Kapital zu verwirklichen trachten. Zugleich führt das Bestreben, die Arbeiter im Sinne der herrschenden Politik zu beeinflussen, zu dem Ergebnis, daß die Gewerkschaften sich zu Vermittlern zwischen den Unternehmern und den Arbeitern degradieren. Unter diesen Umständen hat auch die offizielle Proklamierung einer neuen Gewerkschaftspolitik an den bestehenden Verhältnissen nichts geändert. Nach wir vor werden jene Berbände, die der kommunistischen Obrigkeit und der Gewerkschaftsbureaukratie wegen ihres unab hängigen Charakters nicht genehm sind, aufgelöst, wie das beispielsweise fürzlich in Jekaterinoslam mit dem Buchdruckerverband der Fall war. Funktionäre der Gewerkschaften und der politischen Barteien werden verhaftet und in fernliegende Gouvernements perbannt. Es wüfet ein polififcher Terror, Der 11. Gewerkschaftsfongreß hat freie Bahn auf gewerkschaftlichem Gebiete geschaffen. Unsere Aufgabe muß zunächst sein, uns zu überzeugten Sozialisten und Gewerkschaftlern heranzubilden, um bei der kommenden Umformung der Wirtschaft erfolgreich mitzumirfen. Dann können wir auch jeder abwegigen Kritik sachlich entgegentreten. Die Zustände in Rußland sind durchaus kein erstrebenswertes Ideal. Das Wirtschaftsleben Rußlands liegt völlig danieder, Kohle und Naphtha sind Lurus geworden, die Holzfeuerung überwiegt bei den Lokomotiven. Wälder müssen abgeholzt werden und der Getreidebau wird geschädigt. In 23 Hungergebieten leiden 26 Millionen Menschen Hunger. Wir fönnen unmöglich russische Zustände wollen, sondern bleiben als freie Gewerkschaftler bei der Amsterdamer Internationale. Jeder möge sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, daß unsere SPD.- Genossen bei der Wahl der Delegierten am 13. Auguft zum Verbandstag gewählt werden. Nach einer kurzen Diskussion, in der die Ausführungen des Vortragenden ergänzt wurden, war die Konferenz beendet. Die Kandidaten der SPD.- Eisenbahner zum Verbandstag find: Paul Beyer, Werkstätte Amt Tempelhof ,; Mar Bonagy, Schloffer, Werkstätte Amt Grunewald; Paul Hahn, Güterbodender von den Kommunisten bei allen Wahlen angewendet wird, die arbeiter, Anhalter Güterbahnhof: Fri Jafer, Ortsbureauange übrigens durch öffentliche Stimmabgabe vorgenommen stellter; mag Klein, Maschinenpuzer, Betriebswerkstätte Wusterwerden müssen. In den Gewerkschaften werden die Wahlen des Vor- mart; Karl Schüler, Rangierer, Rangierbahnhof Ringbahn; standes nicht von der Mitgliedermasse selbst auf dem Wege der Ur- fred Szelinsky, Schmied, Werkstätte Amt Tempelhof; abstimmung oder auf Generalversammlungen vorgenommen, sondern Johann Beefer, Ortsbureauangestellter; Bruno Wilde, in dem engen Kreise der Vertreter der einzelnen Betriebe. Die An- Oberschaffner, Schlesischer Bahnhof. gelegenheiten der Gewerkschaften werden ohne Befragung der Generalversammlung geregeit. Die Institution der Betriebsbevollmächtigten ist aufgehoben. Unter diesen Umständen stehen die Massen vollkommen gleichgültig der Tätigkeit der Gewerk schaften gegenüber, was zur Folge hat, daß sich in der Arbeiterschaft eine völlig unfoziale Atmosphäre ausbreitet. Der neue Lehrplan der Betriebsräteschule. Die neuen Löhne der Maßschuhmacher. Zwischen dem Berein Berliner Maßschuhmachermeister und dem Zentralverband der Schuhmacher, Zahlstelle Berlin, ist gestern vor dem Schlichtungsausschuß Groß- Berlin zur Regelung der Lölme der Maßschuhmacher folgender Bergleich abgeschlossen worden: für die Beit vom 31. Juli bis 5. August 1922 erhalten alle Arbeitnehmer auf ihre bisherigen Löhne eine Nachzahlung in Höhe von 3 M. pro Stunee. Für die Zeit vom 5. August bis 2. September 1922 be trägt der Mindeſtſtundenlohn für männliche Zeitlohnarbeiter und als Akkordbafis für neue Arbeiten 39 M., für weibliche Zeitlohn. arbeiter und als Attordbasis für Reparaturen 36 M. Diese Vereinbarung gilt vom 31. August bis 2. September 1922. Die neuen Lokalbeiträge der Buchbinder. Die gestern stattgefundene Urabstimmung über die Erhöhung den Lokalbeiträge hatte folgendes Resultat: Es wurden abgegeben 5705 Stimmen. Mit Ja stimmten 3878, mit Nei 1785, ungültig waren 44 Stimmen. Somit ist die Erhöhung der Lokalbeiträge mit 3weidrittelmehr.. heit beschlossen. Die zum Montag einberufene erweiterte Berwal, tungsfizung fällt aus. Achtung! Schildermaler! Der Berein Berliner Schilderfabri fanten hat es abgelehnt, eine den Teuerungsverhältnissen einigermaßen Rechnung tragende Entlohnung der Schildermaler eintreten zu lassen. Daraufhin hat die am 4. Auguft abgehaltene Branchenversammlung beschlossen, vom 1. August ab einen Stundenlohn von 42,50 m. und vom 16. August ab 45 m. zu fordern. diese Forderug nicht bewilligt wird, treten die Kollegen am 5. August in den Streik. WD Verband der Porzellanmaler. Abt. Schildermaler. Achtung! Schallplattenarbeiter! Die Arbeitsaufnahme der streitenden und ausgesperrten Schallplattenarbeiter des Lindströmtonzerns findet am Montag früh stat. Verband der Fabritarbeiter. Ortsverwaltung Groß- Berlin. Transportarbeiterverband. Handelshilfsarbeiter trieben bes Sextilgroßhandels: Montag 24 hr sollversammlung in Ber bomstr. 12; Moabit: Marg, Oldenburger Str. 10. Dienstag 5 Uhr Bögow- Brauerei. Stellungnahme und Beschlußfassung zur Lohnbewegung. Sandelshilfsarbeiter aus allen Betrieben der Hut-, Mingen- und Pelzwarenbranche: Dienstag 6 Uhr Gruppenversammlung bei Witte, Poftstr. 29. Gruppe Beerdigungskutscher: Dienstag 8 Uhr im Lotal Mogwig, Barnimstr. 13, Bersammlung. Lohnforderungen. Die Betriebsräteschule der freigewerkschaftlichen Betriebsräte- im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Aufg. B, vorn ptr., 8immer 3, BerGruppe Kartontutscher: Dienstag 7 Uhr zentrale für Groß- Berlin hat einen neuen Lehrplan aufgestellt, der fammlung. Bericht über die Entschädigung der Sonntagsarbeit. Branche 3b, 53 Kurse enthält, die in das Arbeitsrecht, in die Privat- und Be- Gruppe Export: Dienstag 5 Uhr im Schultheiß, Alexandrinenstr. 103, Gruppenversammlung. Bericht der Lohnfommission. triebswirtschaft und in die Bolkswirtschaft einführen und ferner Der russische Arbeiter, der in schlimmeren Verhältnissen und mit eine Reihe von Einzelfragen dieser Gebiete behandeln. Zentralverband der Schuhmacher. Montag 5% Uhr bei Hentschel, Köpenicker Somohl Straße 127a, Vertrauensmännerfigung der Schuhindustrie. Bezirksversammgrößerer Anspannung arbeitet als vor dem Kriege, einen geringeren der Anfänger als auch der bereits Fortgeschrittene hat die Mög- Gantte, Schillerstr. 34; Steglig: Behnte, Heeseste. 1; Westen: Wiemers, Bülowlungen der Schoßarbeiter Montag 7 Uhr in folgenden Lotalen: Charlottenburg: Lohn erhält, kann dennoch nicht den Fragen der Arbeitslosigkeit, der lichkeit, sich geeignete Kurse auszuwählen. In den Lehrstraße 58; Neukölln: Ahlburg, Ziethenstr. 58; Güdoft: Görlich, Adalbert Wiederherstellung der Industrie, des Arbeiterschutzes usw. gleichberatungssprechstunden der Schule( Montags und Frei- ftraße 8 Oft- Lichtenberg: Hoffmann, Gubener Str. 5; Norden: Lokal, Usegültig gegenüberstehen. Doch jeder selbständige Schritt der Arbeiter tags von 4-7 Uhr) hat er Gelegenheit, die Wahl der Kurse bzw. bei Boelker, Weberstr. 17, Branchenversammlung der Maschinen, Sand wider auf diesem Gebiete zeigt grell feinen weiteren Ausbildungsgang mit Vertretern der Schule zu und-8miderinnen; Branchenversammlung der Stepperinnen und Vorrichte die tragische Einsamkeit der Arbeiter besprechen. rinnen aus den Fabriken 5 Uhr Röpenider Str. 127a. Hörerfarten zum Preise von 15 M., für Arbeitslose unentgelt- Krüger, Suffitenstr. 34, Frattionsfigung. Wichtige Tagesordnung.. Erscheinen AEG., Brunnenstraße, SD.- Fraktion. Dienstag nachmittag 3 Uhr bei bei der Berteidigung ihrer Interessen, und wirft gleichzeitig helle lich, sind in den Ortsverwaltungen der Gewerkschaften sowie im aller Frattionskollegen unbedingt notwendig. Schlaglichter auf die wirkliche Natur der russischen Gewerkschaften, Bureau der Betriebsrätezentrale, Berlin SD. 16, Engelufer 24/25, die ungeachtet der schönen äußeren Fassade sich die Methoden 2. of I, erhältlich. Die Betriebsräte und Funktionäre nehmen in der gelben Organisationen angeeignet haben. Wenn den Betrieben am besten Sammelbestellungen auf und hinzugefügt wird, daß die Arbeiterklasse sich in völliger Recht überweisen sie dem Bureau der Schule. Iosigteit befindet, weder Pressefreiheit noch Ber= fammlungsfreiheit, und Unantastbarkeit der Person genießt, wenn ferner auf die Herrschaft der offiziellen Presse hingewiesen wird, die entweder die Aktionen der Arbeiter verschweigt oder sie mit Hohn und Berleumdungen überschüttet, wie man sie sonst nur in den gelben Organen der kapitalistischen Presse findet, so treten die Ergetnisse der Herrschaft der Kommunisten in den Arbeiterorganisationen und der Mangel unabhängiger proletarischer Verbände mit aller Deutlichkeit hervor. Konferenz der SPD.- Eisenbahner. Die zum Freitag abend nach dem Gewerkschaftshaus einberufene Konferenz der im DEB. organisierten SPD. Eisenbahner er freute sich einer regen Teilnahme. Auf der Tagesordnung stand ein Bortrag über die Bedeutung der Verbandstages( am 10. September in München) und unsere Aufgaben". Deutscher Werkmeisterverband. Sämtliche Betriebs- und Vertrauensleute sowie Funktionäre der Fachgruppe Metallindustrie haben Mittwoch 6 Uhr im Klubhaus, Ohmstraße, Versammlung. Lage in der Metallindustrie und Tarif. Berantw. für den rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für An. eigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Vorwärts- Verlag G. m. b. H.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruckerei u. Berlansanſtalt Baul Singer u. Co. Berlin. Lindenstr. 3. Sierzu 1 Beilage und Die Bücherschan". „ Einer sagt's dem Undern" In dem Maße, in dem sich die wirtschaftlichen Verhältnisse fomplizieren und schwer übersehbare arbeitsrechtliche Bestimmungen die rechtliche Bertretung der Arbeiterschaft erschweren, wächst die Dringlichkeit unserer Aufgabe, uns durch intensive Schulung die für die Vertretung der Arbeitnehmerinteressen unbedingt notwendigen Kenntnisse zu erarbeiten. Diese Aufgabe besteht nicht nur bag er in der nächsten Drogerie eine hervorragende Haut- und Gesichts- Ereme mit für die Betriebsräte und Funttionäre, sondern für alle 50 Gramm Federmanns Novalan und 50 Gramm Roſenwaſſer burch verfreigewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellten, auch für rühren erhält. Die Novalan- Rofenereme wird nie hart, bringt schmell die Arbeiterinnen und vor allem für die Jugend in den Be- in die Haut ein, macht Hände und Gesicht ſammetweich. In einer mitgebrachten Creme oder Galbendose gleich zum mitnehmen. Wo nicht zu haben, bitte Anruf Arbeiter! Angestellte! Betriebsräte! Seid euch der Berant- how 8947. Chem. Fabrik M. Federmann. wortung bewußt, die auf euch ruht. Seid auch in der Bildungsarbeit Führer eurer Kollegen! Besucht die Kurse der Betriebsräteschule! trieben. Löhne der Spritarbeiter. Die in den Betrieben der Verwertungsstelle der ReichsmonopolDer Vortragende Jahn wies in seinen fachlichen Ausführungen verwaltung für Branntwein beschäftigten, im Verband der Lebensdarauf hin, daß es Hauptaufgabe der freien Gewerkschaften sein mittel- und Getränkearbeiter Deutschlands, Ortsverein Berlin( bisher müsse, die wirtschaftliche Machte zu erlangen. Ein Unding sei es Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter) organisierten Arbeiter aber, wie das nach den kommunistischen Forderungen geschehen solle, und Arbeiterinnen haben am 4. August d. J. eine neue Lohnbe auf die heutige fapitalistische Wirtschaft die kommunistische aufzugung beendet. Die Monopolbetriebe sind dem Arbeit eberverb ind pfropfen. Man fönne teine Zeitepoche überspringen. Wenn von der Getränkeindustrien und verwandter Gewerbe von Groß- Berlin jener Seite so oft und laut zum Klassentampf" aufgerufen werde, angeschlossen. Die mit dem Syndikus dieses Arbeitgeberverbandes so müsse demgegenüber betont werden, daß jede Handlung, die der und dem Vertreter der Monopolbetriebe geführten Lohnverhandlun Arbeiterschaft eine Verbesserung ihrer Lage bringt, ein Stüd Klaffen- gen hatten folgendes Ergebnis: Bom 28. Juli 1922 ab erhalten Gefampf darstelle. Das Klassenbewußtsein impfe die tapitalistische lernte usw. 2010 M. Wochenlohn, Ungelernte 2000 m., Arbeiterinnen Epoche den Arbeitern schon ein und aus diesem Bewußtsein heraus, 1610 m. Dieses Lohnabkommen gilt bis einschließlich 17. Augt. Alle Welt raucht LANDE ZIGARETTEN Stoffe für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland H Gertraudtenstraße 20-21. RUDOLPH HERTZOG BREITE STRASSE in neuzeitigen Bindungen BERLIN C. BRUDERSTRASSE Für die Einsegnung Schwarze reinwollene Kleiderstoffe Breite 85-100 cm, das Meter von M. 175.- an Schwarze reinwollene Kostümstoffe .... 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