Nr.Z72 ♦ ZH.Fahrgavg Musgabe A Nr. 182 Bezugspreis: Fllr den Monat August 90,— M.. voran» zadtbar. Unier Kreuzband silr Deutschland, Danzig. Saar» und Memelzebiet. sowie Oesterreich und Luxemburg 138.— M.. iiir da» iibrige Ausland 172,— M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, Eng- land, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland. Lettland, Luxemburg, Oester- reich, Schweden. Schweiz, Tschecho- Slowakei und Ungarn, Der„Vorwärts* mit der Sonntagsbeilage„Volk und Feit*, der Unter- Haltungsbeilage„Heimwelt* und der Beilage„Siedlung und Kleingarten* erscheint wochcntäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm-Adreffe: «Sozlaldemokrat Setlitt* Morgen Ausgabe c 3 Mark ") * LNW � f •Betlinc*: Volksblslt Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeil« tostet 25,— M. Reklamezeile 125,— M. �SlelneAnzeigen" das fettgcdruekte Wort 7-— M. lzuläsftg zwei lettge- druckte Worte), jedes weitere Wort 6,— M. Stellengesuche und Schlaj- stellenanzetgen da, erste Wort 4.— M„ jede» weitere Wort 3.— M. Worte Uber 15 Buchstaben zählen fUr zwei Worte. Familien-AnzeigenfürAbvn- nenten geile 10.— M. Anzeigen für die nächste Nummer mllssen bis i'/, Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW 58, Linden- straße 3, abgegeben werden. Dcäffnet von S Uhr srUh dl» 5 Uhr nachmittag» Zentralorgan der Sozialdcmokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW HS, Lindenstraße Z 3eer«stirKll,ckr* Dönhoff 893— SSS »ifernipreciier. ä506-«507 Mittwoch, den 9. August 1922 Vonvarts-Verlag G.m.b.H., SW HS, Lindenstr. Z Kernktirrclior- Berlag, Hauptexpedition n. Inserate». tvrrniyrcriicr. zz�tiung; Dönhoff SS««- 2507 Entftheiöung der Sachverständigen. PoincarLs Vorschläge nicht produktiv. P a r I s. 8. August. swTD.) havas ersähri von seinem Sonder- berichlerstatter in London, die Sihung der alliierlen Sach- verständigen sei um 1,15 Uhr zu Ende gegangen. Ihrem Aus- trag entsprechend hätten fie die Frage geprüft, ob die von Poincar- vorgeschlagenen Maßnahmen produktiver Art seien. Sie hätten sich darüber geeinigt, daß die Maßnahmen tatsächlich eine im Vergleich zu den deulschen Verpflichtungen geringe Summe einbrächten. die aber immerhin sich aus dreihundert bis vierhundert Millionen Goldmark stellen dürste. Englischerseils habe man indessen eingewendet, daß die vorgeschlagenen Mahnahmen nur einen geringen Ertrag ergeben würden und die Gefahr mit sich brächten, das deutsche Wirtschaftsleben zu desorgani- fieren. Der Widerstand Deutschlands habe sich besonders gegen die Besteuerung der aus dem Ruhrgebiel abbeförderten waren gerichtet. Paris, 8. Äugest.(WTB.) Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas meldet über den weiteren Verlauf der Beratungen der gestern eingesetzten Sachverständigenkommission: die b r i t i s ch e n Sachverständigen hätten erklärt, daß die Alliierten schon auf Grund der früher getroffenen Abmachungen über präzise und produktive Pfänder verfügen, wie z. B. die 26prozentige Abgabe von der deutschen Ausfuhr und die Inanspruchnahme der Summe für Reparationszwecke. Uebrigens hätte der im Monat Mai vorigen Jahres eingesetzte Garantieausschuß die Macht- befugnisse, ähnlich« Maßnahmen zu ergreifen, wenn er es für not- wendig erachte. Finanzminister de Lasteyrie habe erwidert, daß Deutsch- land sich nicht mehr seiner Verpflichtungen in bezug auf die Abgabe vom Export entledige, wie e» das mit dem Rest seiner Schulden tue. Wenn andererseits Deutschland für die schwebenden Schulden ein Moratorium bewilligt werde, könnten die ergriffenen Maßnahmen nicht mehr angewendet werden. Die ins Auge ge- faßten Pfänder seien technische, fiskalische und produkive Pfänder und hätten keinen militärischen Charakter wie etwa die Besetzung neuer deutscher Gebiete. Heute nachmittag werden die Sachverständigen eine neue Sitzung von kurzer Dauer haben. Die Ministerpräsidenten werden sehr wahrscheinlich gegen Ende des Tages zusammenkommen. Da dem Londoner Sachverständigenausschuß lediglich die Rolle eines Gutachters zufällt, bleibt abzuwarten, wie der Oberste Rat seine Entscheidung aufnimmt. In den p o l i t i- schen Kreisen Englands scheint man dem Plan Pom» car6s sehr skeptisch gegenüberzustehen.„Daily Expreßsagt, praktische Kontrollmaßnahmen seien für England viel- leicht aus denselben Gründen unmöglich wie die militärischen Sanktionen. Auch„Daily News" glauben nicht, daß Pom» canss Vorschläge praktische Resultate zeitigen werden.„Daily Chronicle und„Morning Post" deuten an, daß es für Frank- reich notwendig sei, der Führung Englands zu fol- gen. Demgegenüber ist die französische Presse, soweit Auszüge vorliegen, der Ansicht, daß Poincar6 auf der Durch- führung seines Planes bestehen werde. Man darf es vielleicht als verfrüht bezeichnen, wenn der„Temps" sagt, eine gemein- same Regelung in London sei nicht mehr zu erwarten, Frank- reich müsse nunmehr selbständig vorgehen: hier handelt es sich augenscheinlich um einen etwas voreiligen Temperamentsaus- bruch. Vorsichtiger ist der„Figaro, indem er andeutet, daß das weitere Verhalten Frankreichs von der Lösung der Pfän- derfrage abhängig ist.„Gaulois" glaubt, die Alliierten hätten eingesehen, daß es sich nicht um einen Bluff handele, wenn PoincarH sage, er werde in der Pfänderfrage unter keinen Umständen nachgeben. Indem er den Vorschlag untersuchen lasse, habe der Oberste Rat den Mangel an gutem Willen auf feiten Deutschlands eingeräumt. Im großen und ganzen be- folgt die französische Press« nach diesen Proben also die Politik der Drohung mit einem So nd ervorgehen. Auch Poincarö schlug in seinem ersten Auftreten in Lon- don diese Taktik ein. Das führte, wie nachträglch bekannt wird, zu einem höchst unliebsamen Zwischenfall mit Lloyd George, der aus den Worten Poincar�s«in U l t i- m a t u m herauszuhören glaubte. Wenn dieser Zwischenfall von Lloyd Georg« mit der Absicht veranlaßt wurde, PoincarH zu einer Aeußerung über die Grenzen seines Eni- gegenkommens zu veranlasien, so hat Lloyd George sein Ziel erreicht. P o i n c a r 6 erklärte, er bestehe zwar auf dem Grundsatz der Kontrolle, sei aber bereit, über ihre e n d- gültige Form zu verhandeln. Hier zeichnen sich bereits die Konturen eines Kompromisses ab, und es ist nicht weiter verwunderlich, wenn sich die beiden Staatsmänner am Montag mit der Versicherung gegenseitiger Einigkeit und Solidarität trennten und sich gestern zu einem Frühstück in der französischen Botschaft trafen. Als wichtiastes Ergebnis der Sitzung am Montag ist zu verzeichnen, daß sich die Kon- ferenzteilhaber dafür entschlossen, den Mitgliedern der R e p a» rationskommission möglichst gemeinsame In- struktionen zu erteilen. Auch das ist ein Zeichen dafür, daß in London ein Kompromiß gesucht wird. * London, 8. August.(EP.) Der gestrige Konferenztag litt zu- | nächst unter einer gewissen Spannung. Als Poincare seinen Plan über die Finanzkontrolle entwickelte, unterbrach ihn S ch a n z e r mit den Worten:„Ich leugne nicht, daß Ihr Dorschlag Geld einbringen kann, aber ich habe Bedenken in politischer, sozialer und moralischer Hinsicht." Poincare antwortete:„Ich danke." Als etwas später Lloyd Georg« Poincare unterbrach und ihn darauf aufmerksam machte, daß er sich Funktionen der Reparationskommission anmaß«, sagte Poincare:„Ich glaube, ich habe Ihnen diese Anmaßung auch schon bereits vorhalten können." weit ab vom Ziel. London, 8. August.(WTB.) In Besprechung der gestrigen ersten Sitzung der Londoner Konserenz drückt„M a n ch e st e r Guardian" die Befürchtung aus, daß die Zeit noch nicht ge- kommen sei, wo es ein französischer Ministerpräsident wagen werde, die übertriebenen Hoffnungen seiner Landsleute bezüglich der Re- parationszahlungen zu enttäuschen. Der hohe finanzielle Verlust auf dem Papier, der mit einer vernünftigen Regelung der Rkpara- tionsfrage Hand in Hand gehen müsse, werde auch nicht durch den Verzicht Englands auf die ihm geschuldeten Gelder vermieden werden. Es sei aber noch gar nicht an der Zeit, von emem solchen Verzicht zu sprechen, deun Voraussetzung dafür wäre nicht nur die Herabsetzung der Reparationssumme, sondern auch die Zurückziehung der Vesahungsarmee, Verzicht auf ausländische Kon- trolle de» deutschen Finanzwesen», Zulassung Deutschlands in den Völkerbund und Aufhebung der kleinlichen wirtschaftlichen Sanktionen. die Frankreich soeben in Kraft gesetzt habe. 5rankreichs Liqtiiüationen. Pari», 8. August.(WTB.) Der„New Pork Herald" gibt eine Darstellung des deutschen Standpunktes in der Frage der Aus- gleichszahlungen. Unter dem Hinweis auf die illoyale Durchführung der Liquidation des sequestrierten deutschen Eigentums in Frankreich fragt das Blatt, ob die deutsche Regierung zu verlangen beabsichtige, daß die Reparationskommission nicht nur die künftigen Zahlungen kontrolliere, sondern auch alle früheren Der- kaufe nachprüf». Das Blatt führt eine ganz« Reihe deutscher Be- schwerdepunkte auf, darunter den Verkauf des M u m m s ch e n Hauses in Reims für ein Zehntel des Betrages, auf den es 1S14 geschätzt wurde, den Verkauf von zwei Villen in Ca n n e s, die mit Möbeln, Tapeten und Gemälden 1% Millionen Frank gebracht haben, den Verkauf des von Seckendorffschen Besitzes in Marokko, für den vor dem Kriege LDOOOO Frank geboten wurden, für 44 000 Frank. Deutscherseits führe man noch darüber Beschwerde, daß bei den Verkäufen die Werte durch zer st reutes Anbieten ein- zelner Stücke gedrückt worden seien. Zum Beispiel dadurch, daß man Küchenstühle zusammen mit kostbaren Tischen und Schränken verkauft habe. « Unter der Ueberschrift:„Wofür Deutschland so ungeheuren Schadenersatz an Frankreich leisten soll" bringt„S o c i a l- D«- mokraten" in Kopenhagen eine Prioatmitteilung aus London, die zeigt, wie Fabritanten im zerstörten Gebiet sich an den deutschen Wiedergutmachungszahlungen gesund machen wollen. Anscheinend möchte man in Frankreich die Sache möglichst ohne Aufsehen er- ledigen. Es ist aber doch schon in die Oeffentlichkeit gekommen, daß in Laon Gerichtsverhandlungen stattfinden. Eine An- zahl von Unternehmern hat im gqnzen 13 Millionen Franken Schadenersatz verlangt, während der Schaden, den sie srlitten haben, nur 250000 Franken beträgt. In einer Fabrik hatten die Deutschen sich weiter nichts angeeignet als die Messingteile: der Besitzer meldet« jedoch Schadenersatzforderungen für die ganz« Fabrikeinrichtung an. Man habe darauf- hin sämtliche Forderungen geprüft und sei zu beträchtlichen Herab- setzungen gekommen. Wie viele solcher betrügerischen Forderungen werden wohl trotz der Prüfungen noch erhoben werden! die deutschenausweisungen im Elsaß. Pari», 8. August.(WTB.) Dem„Journal" wird aus Straß- bürg berichtet, die ersten Ausweisungslisten seien von den Präfetten der drei Departement» gestern vormittag dem Ober- kommissariat in Straßburg mitgeteilt worden. Man warte jetzt nur noch den Befehl des Quai d' O r f o y ab, um den be- troffenen Deutschen ihre Ausweisung mitzuteilen. Man glaube, daß innerhalb 24 Stunden eine Entscheidung getroffen werde. Die Straßburger Liste enthalte 150 Namen. Von den sechs Aus- Weisungen, die Sonnabend erfolgt seien, habe man drei zurück- nehmen müssen, weil sich nachträglich herausgestellt habe, daß es sich um kürzlich naturalisierte Franzosen(!) handele. Mus der öeamtenbewegung. Von 555. Thurau- Berlin. Der preußische Landtagsabgeordnete Riedel veräfsent- lichte kürzlich im„Berliner Tageblatt" einen Artikel über die„Vorgänge in der deutschen Beamtenbewegung", der in seiner einseitigen Tendenz nicht unwidersprochen bleiben kann. Er behauptet, daß im alten Obrigkeitsstaat das Koalitionsrecht der Beamten durch Verwalwngsanordnungen beschränkt war. Demgegenüber steht die Tatsache, daß im alten Obrigkeitsstaat für die Beamten ein Koalitionsrecht überhaupt nie bestand. Die bestehenden Harmonieverbände wurden gegeneinander ausgespielt. Die Vorgänge der Kriegszeit zeigten der Be- amtenschaft jedoch, daß auf den bis dnhin befchrittenen Wegen eine wirtschaftliche Interessenvertretung absolut nicht zu erreichen war. Die Beamtenschaft kam des- halb zu der Ansicht, daß sie genau so. wie die Arbeiterschaft es vor Jahrzehnten schon getan hat, sich zu g e w e r k s ch a f t- lichen Organisationen zusammenschließen müsse, um der Verfolgung ihrer Wirtschastsinteressen die notwendige Stoßkraft zu geben. Aus diesem Grunde wurde im Kriege der Bund der Festbesoldeten gebildet, aus dem sich später der Deutsche Beamtenbund entwickelte. Mit Recht sagt Riedel, daß der Deutsche Be- a m t e n b u n d es bis zum heutigen Tage noch nicht ver- mocht hat, eine gewerkschaftliche Organisation im strengsten Sinne des Wortes zu werden. Daran ändert auch nichts der Z 2 seiner Satzungen, wonach er zur Erreichung seiner Ziele alle gewerkschaftlichen Mittel anwenden will. Gewerkschaft» liche Mittel können selbstverständlich nur von einer G e w e r k» s.chaft angewendet werden. Da der Deutsche Beamtenbund eine Gewerkschaft überhaupt nicht ist und nicht sein will, wird er auch niemals in die Lage versetzt sein, mit gewerkschaft- lichen Mitteln zu arbeiten. Er will weiter nichts sein als eine Vereinigung der früheren Harmonieverbände. Aus dieser Er- kenntnis. heraus ist er auch nie von irgendeiner noch so unter» geordneten Verwaltungsstelle ernst genommen worden. Ueber seine Wünsche'.und Beschwerden ging man stets kaltlächelnd zur Tagesordnung über, weil man eben wußten daß der Deutsche Beamtenbund infolge seines mangelhasten Aufbaues niemals gewerkschaftlich arbeiten konnte, ja es gar nicht ein- mal wollte. Bollkommen irreführend ist aber die Auffassung, daß der! Deutsche Beamtenbund den Grundsatz, der partei» politischen und religiösen Neutralität stets streng zu wahren versucht habe. Als BewMsmittel hierfür diene folgendes Beispiel: Zu einer Beamtenversammwng im Münsterlande, in der ein hervorragendes Mitglied des Deut- schen Beamtenbundes das Referat übernommen hatte, waren die Einladungen vorher von den Kanzeln be- kanntgegeben worden. Die Versammlung selbst wurde von einem Pfarrer geleitet. Dieser konnte in seinem Schluß- resümee seiner Ueberzeugung ausdrücklich dahin Ausdruck geben, daß in der Beamtenschast keine andere Meinung Herr- schen dürfe als die der Kirche. Wörtlich erklärte dieser vorbild- liche parteipolitisch neutrale Versammlungsleiter, daß,„wenn Rom gesprochen habe, aller Meinungsstreit zu Ende sei". Irreführend ist auch die Behauptung, daß der All- gemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, mit dem der Allgemeine Deutsche Beamtenbund in gemeinsam interessierenden Arbeitnehmerfragen kollegial zusammen- arbeitet, ausgesprochen sozialistisch eingestellt ist. Riedel weiß als hervorragender Führer des„Gewerkschaftsringes" ganz genau, daß auch die freien Gewerkschaften durchaus nicht auf das Parteiprogramm der sozialistischen Parteien einge- stellt sind, sondern unter. Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Reiches für die Lebensnotwendigkeiten der Gesamtarbeitnehmerschaft eintreten. Der Deutsche Beamtenbund ist unter der Leitung Flügels mehr und mehr in eine wirtschaftsfriedliche Rich- t u n g hineingedrängt worden. Ueberall zeigte es sich, daß man auf die Forderungen der großen Masse der unteren Be- amtenschaft nicht das geringste Gewicht legte, sondern daß man d i e Politik trieb, die die oberen Beamten in ihrem eigenen Interesse als die richtige ansehen. Ein großer Teil der oberen Beamten, die Mitglieder des Stahlhelmbundes, des Verbandes Deutscher Offiziere und ähnlicher Verschwörerbünde sind, hat gleichzeitig das Mitgliedsbuch des Deutschen Be- amtenbundes in der Tasche. Unter der Führung solcher Ele- mente kann und wird der Deutsche Beamtenbund niemals eine gewerkschaftliche Organisation werden. Der Deutsche Be- amtenbund ist— wie in Dutzenden Beispielen bestättgt werden kann weder parteipolitisch, noch religiös neutral und hat bisher fast nur die Interessen der an und für sich schon höher bezahlten Beamtenschast vertreten. Aus diesem Grunde rebellierte die große Masse der unteren und schlecht bezahlten Beamtenschaft schon lange gegen die offene und versteckte Leitung des Deutschen Beamtenbundes. Diese Verhältnisse führten dazu, daß dieReichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter im Juni aus dem Deutschen Beamtenbunde ausschied und mit 13 anderen Organisattoneu den.Allgemeinen Deut- sch e n Beamtenbund, der eine vollkommen selbständige Spitzenorganisation darstellt, gründete. Für einen wirklich gewerkschaftlich denkenden Beamten, insbesondere der unteren und mittleren Besoldungsgruppen, kann es kein Ver- bleiben in dem alten reaktionär eingestellten Beamtenbunde inehr geben. Er muß— insofern er eine wirtschaftliche Interessenvertretung haben will— zum Allgemeinen Deutschen Beamtenbund übergehen. Man sieht schon, wo der Fuchs zum Loche hinaus will. wenn man dieser Neugründung eine parteipolitische Note an» zuhängen sucht. Der Deutsche Veimtenbund, der unter der jetzigen Leitung stets die Politik der wirtschaftsfriedlich einge- stellten Organisationen, also in erster Linie des Gewerkschafts- ringe», dem Herr Riedel angehört, getrieben hat, schreit über Verletzung der parteipolitisch neutralen Grundlagen anderer Organisationen, sobald diese wirklich parteipoli- lisch neutral sind, lediglich um die noch �außenstehenden Beamten mit demagogischem Geschrei schrecken zu können. tonnen. Der Artikel des Herrn Riedel bedeutet weiter nichts als eine Anbiederung des Gewerkschaftsringes an den Deutschen Beamtenbund, um beide überlebten Gebilde wieder lebensfähig zu machen. Die wirklich gewerkschaftlich denkende Be- omtenschaft wird darüber zur Tagesordnung übergehen und. soweit es noch nicht geschehen ist. dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund beitreten. /lgrarische Rechenkünste. Die Unverfrorenheit, mit der die Agrarier ihre Preistreiberei am Lebensmittelmarkt zu rechtfertigen suchen, aber auch die Dummdreistigkeit, mit der sie sich in die tollsten Widersprüche verwickeln, ohne auch nur mit der Feder zu zucken, erregt allgemach berechtigtes Erstaunen. Rechnet da die„Deutsche Tageszeitung" die Unkosten der Berliner Milchversorgung auf 529 Millionen Mark jähr- lich heraus und begeht dabei bloß den kleinen Fehler, nicht nur den Zuschlag auf die Kartenmilch in Höh« von 45 Pf. je Liter, sondern auch den für freie Milch in Höhe von 3,85 M. je Liter als Berwaltüngskosten zu benennen. Dabei ist der Mehrertrag aus der freien Milch zur Verbilligung der«für Säuglinge, werdende Mütter usw. bestimmten Kartenmilch bestimmt, Bekanntlich stellen aber die Milchproduzenten, die ja nicht weit von den Agrariern wohnen, ihre Preisforderungen für Milch auf Grund der Butter preise. Was sagt nun die „Deutsche Tageszeitung" über diese? Hier ist es: „Wirkliche Butter ist für die größte Mehrheit der Staatsbürger nicht mehr erschwinglich." In einem Anfall der Gedächtnisschwäche, wie er bei Agrariern oft gerade dann eintritt, wenn man ihn braucht, verschweigt das Agrarierorgan, daß der„unerschwing- liche Butterpreis" in der herrlichen restlos freien Wirt- s ch a f t entstanden ist. Weil wir wiederholt darauf hinwiesen, daß die Agrarier Nutznießer des Valutaelends infolge der hochgäricfie- nen Getreidepreise seien, stellte kürzlich die„Deutsche Tageszeitung" folgende Rechnungen auf: Die Getreideumlage ist ein F e h l s ch l o g. Denn sie verteuert durch das billige Getreide das Brot. Es soll bekanntlich jetzt 31,69 M. kosten, während Brot aus freiem Getreide sich auf 42 M. stellen würde. Die A g r a r i e r bekommen gar nicht die hohen Getreidepreise, sondern nur der H a n d e l. Des- halb sind sie für die freie Wirtschaft eingetreten und wollen sie restlos durchführen. Soweit ist kein Kommentar nötig. Wesentlich aber für die Frage: Valuta und Agrarier erscheint uns jedoch das Folgende: Nicht nur sind die Agrarier durch die hohen, sogar während des jetzigen Valutaelends noch die Preise der C h i k a g o e r Börse überschreitenden Preise an der Zer- ver Unfug öer wistensthast. Von Hans Bauer. Das bayerische Obellandesgericht hat die Gültigkeit der baye» rischen Negierungsverordnung, die das Rcichsgcsetz zum Schuft der Republik außer Kraft setzt, bestätigt. Es feien Unruhen zu erwarten, wenn das Reichsgesetz in Bayern angewendet werde und nach Para- graph soundsoviel der Bestimmung vom Soundsovielten habe Bayern ein Recht dazu. Fein säuberlich wird das bewiesen. Mit gebildeten Worten und einwandfreien Säften. Und ist dennoch Unsinn, ist ge- deichselte Wortakrobatik, wie jeder Republikaner weiß, auch wenn er von Jurisprudenz keinen Schimmer hat. Aber es läßt sich das eben machen. Es läßt sich alles beweisen. Mit Wissenschaft. Mit jener Wissenschaft, die sich als die Kunst definiert, eine Unwahrheit sozusagen, daß sie für eine Wahrheit gehalten werden kann. Unter solchen Umständen dürfen sich die Vertreter der Wissen- schaft nicht darüber wundern, wenn ihr Kredit im Schwinden be- griffen ist. Gerade seit dem Kriege-Haben wir häufig genug gesehen, daß Wissenschaft nicht das Exakte, Zuverlässige, Unbedingte gegenüber einem nebelhaften Gefühlvollen ist, sondern im Gegenteil häufig ge- nug das Eingebildete, Vorgestellte eine bessere Instanz war. Medizin zum Beispiel I Bitte, gehen Sie heute, auch wenn Sie sich leidlich wohl fühlen, zu dem ehemaligen Stabsarzt Ihre« Ba- lü'.llmtS. Verlassen Sie sich darauf: er findet bestimmt irgend etwas na otjrwi auszusetzen. Ihr lßerz oder Ihre Lunge sei nicht in Ord- nung sagt er. Und er rät und verschreibt und bittet Sie höflich. wiederzukommen. Sie seien krank. Damals indessen: Damals, als es Ihnen hundemies zumute war, damals im Felde hat er Sie keineswegs gebeten, die Revierstube noch einmal zu besuchen. Damals fand er Sie sehr mobil und wedelte Sie kurzerhand in den Schützengraben zurück. Sie seien durchaus gesund. Damals bewies er auch, daß Rüben und Graupen eine sehr kräftige Kost seien. Heute legt er keinen Wert mehr auf diesen Beweis. Oder die Theologie' Es ward„belegt" mit taufenden, zehn- taufenden Stellen' aus der Schrift, daß Gott, der tausend-, zehn- tausendmal als Gott der Liebe voraestellt worden war, eben auch ein Gott des Kampfes, des- Hasses sein könne. Es ging. Es sieh sich machen. Worte gab es sa gemig in der deutschen Sprache. Diese Worte mußten nur richtig aneinandergeschmiegt werden. Oder die Nationalökonomie! Wie haben sie damals festezpeg lachgeurteilt, daß Deutschland ohne größeren Kolonialbesitz ircht leben könne und ohne Kriegsentschädigung gar verhungern müsse.... Es klappte immer. Die Sätze gingen auf. Das Satzgefüge funktionierte. Es wurden Tatsachen angeführt. Es wurde aus ihnen gefolgert. Alles stimmte. Alles unterschied ssch der Form noch durchaus vom Etammtischgefafel. Alles hatte eine massive Kon» struktion. Alle, war Wissenschaft. Wissenschaft— wie das Urteil des banerifchen Obertandesgerichts. Ja doch: Wissenschaft muß und soll sein. Wer möchte nicht der Letzte lein, der dem Arzt widerspräche, wenn der ihm dos'Wesen der Krankheit, an der er daniederliegt, mit Hilf« von 17 lateinischen Namen klarzumachen»ersucht.-r« 4 rüttung der Mark interessiert, sie haben diese sogar öffentlich meist verschwiegenen Programmpunkt chres berüch- tigten„Hilfswerks" erhoben. Auf der Tagung der Preußischen Hauptlandwirtschafts- kaminer, die in diesem Frühjahr stattfand, hielt der Landwirt- schaftsminister des Stegerwald-Kabinetts, Warmboldt, ein Referat über dieses Hilfswerk. Er wies u. a. darauf hin, daß die Landwirtschaft die Entwertung des Geldes sich für die Produktionssteigerung zunutze ziehen müsse. Für das gute Geld, das man als Anleihe aufnehme, könne man landwirtschaftliche Maschinen kaufen, Meliorationen durchführen u. dgl.— mit schlechtem Geld wären die Anleihen zurückzuzahlen. Wir haben an sich nichts gegen diese Politik. Wurden doch an ihr viele Schieber reich, warum soll die Landwirtschast nicht damit eine dem ganzen Volte nützliche Produktionssteigerung treiben; solange einmal die Geldentwertung nicht auszuhalten ist. Aber es kommt noch besser: Mit wissenschaftlicher Gründlichkeit führte Warmboldt aus, daß einmal auch der Punkt der Gefahr eintrete, nämlich wenn die Mark stabilisiert würde. Dann— man höre und staune— solle der Staat durch weitere Notenausgabe und Käufe fremder Devisen das Geld weiter verschlechtern, dann müsse man auch die Kredithilfe organisieren. Es folgte eine kleine Reihe vernünftigerer Mittel zur Sanierung der dann verfahrenen Landwirtschaft. Der Vortrag, der so die Verelendung des Volkes zu Nutz und Frommen der Agrarier als Selbstverständlichkeit hinstellte, wurde von den im Land- wirtschajtsministerium versammelten Kappisten und sonstigen Agrariern mit Beifall aufgenommen. Er beweist, daß die Landwirte nicht nur, ach, so bedauern?- werte Opfer des Valuta elende sind, das sie leider Gottes nun mal auch mit Valuta preisen überschüttet. Er beweist, daß sie sogar diese Politik bewußt machen, die die E n t- e i g n u n g der kleinen, oft genug deutschnotionalen Reut- ner bedeutet, die die Kaufkraft des Volkes unterhöhlt, die beim Anhalten der Preisschraube zu Teuerungskrawallen führen muß— wie oft hat die Organisation 0 schon darauf gewartet.... Daß die Agrarier Nutznießer des Valutaelends find, muß aber festgehalten werden. Uebrigens wirft der Beifall, mit der Warmboldt? Referat aufgenommen wurde, auch Streiflichter auf die sonstige Wirtschaftspolitik der Deutfchnationalcn. Man begreift, warum der landwirtschaftliche Kreditbedarf so sehr zugenommen hat. Es ist nicht nur die Hoffnung auf die Produktionssteigerung, sondern auch die Spekulation auf das .schlechte Geld, mit dem man dereinst die billig bescbafften Sach- werte, nicht nur Maschinen und Kunstdünger, sondern auch Klaviere, kostbare Ausstattungen usw. zurückzahlen will. Und man begreift auch, weshalb H e l f f e r i ch neuerdings wieder mit Feuereifer die Beschleunigung der von ihm auf dys ar- beitende und das von der Arbeit Ersparnis lebende Volk losgelassenen Notenpresse verlangt. »Reale pfänüer�. Bayern imitiert Poiuear6. München, 8. August.(Eigener Drahtbericht.) Die Abreise der bayerischen Delegation nach Berlin ist heute abend erfolgt. Die bayerische„Ordnungs"presse gibt den Delegierten noch Ver Haltung smaßna hm en mit auf den Weg. So schreibt die Bayerische Bolkspartei-Korrespondenz unter dem vielsagenden Titel:„Der unverrückbare bayerische Standpunkt":„Die bayerische Notoerordnung kann erst ausgehoben werden, wenn die Be- denken Bayerns gegen die republikanischen Schutzgesetze des Reiches beseitigt sind. Das bayerische Volk, das geschlossen wie noch nie hinter der Politik seiner Regierung steht, verlangt von den Unter- Händlern, daß sie sichtbare und reale Pfänder mit nach kHause bringen. Mit einem Wechsel auf die Zukunft ist es in Bayern nicht getan. Jetzt handelt es sich nicht um Reichstreue und um die Einheit des Reiches, sondern darum, ob die Fanatiker des Einheitsstaates so viel Einsicht besitzen, der staatspolitischen Nur eben: wenn ich mich krank fühle m>d der Arzt findet nichts an mir, dann bin ich der Wissende, obwohl er der gelehrte Fach- mann ist. Auch die Rechtspflege hat ja wohl ihr« Probleme, bei deren Er- örterung der Laie schweigen soll. Aber wenn nach dem Kapp- Prozeß in Berlin ein republikanisches Blatt jubelte, endlich sei es heraus, daß das Kapp-Unternehmen ein hochverräterisches gewesen sei: das Reichsgericht habe es gesagt, so ist dies eine ebensolche Ueberschötzung des Wertes eines Reichsgerichtsnrteils, wie es eine Ueberschätzung des bayerischen Oberlandesgcrichts wäre, wenn es verlangte, daß auch nur der dümmste Ackerknecht seine Entscheidung als irgend etwas Bindendes ansehen soll. Deutsche« Ihealer:„Das Glas Wasser" von Scrib«. Der Schrei nach dem Glas Wasser wird zum Kriegsgeschrei, das die englische Königin Anna und die Herzogin Marlborough, ihre Oberhofmeisterin, anstimmen. Beide gewännen gern den jungen Kapitän für ihr Schlafgemach. Es ist diese alte, prächtig gezimmerte S e r i b e sche Komödie, ein Stück, in dem lustig unter dem Himmel- bett gesündigt werden soll. Es ist trotzdem ein entzückend gefedertes Lufffplel feinster Hand des Erfinders, ein wenig Hintertreppen- gehirn, wenn der Geschichtschreiber seine Meinung ausspricht. Doch bei allem witzig, aus einer nahrhaften Theaterbrust geschöpft, an der bis heute ganze Geschlechter von Dramatikern ihre naschhaften Mäulchen gelabt haben.— 3Ter britische Hof, der gegen den vierten Ludwig Krieg führt. Die Historie als Hintergrund. Es ist zwar nur der Alkoven, der enthüllt wird. Doch er ist in jeder Szene famos aus- staffiert, und dann dieser Bolingbroke, dieser Opposilionsmann, beinahe ein Liberaler, der gegen den Krieg redet und ihn entlarvt als Eigensucht und Betrug des habgierigen Feldherrn. Bolingbroke ist ein Marquis Posa ins Journalistische übersetzt. Welche Bomben- rolle allezeit für die großen Birtuofen: für Sonnenthal, Barnny, und all die Provinzmimen, die bei ihren Benefizen auf Lorbeer und Salamiwürste spekulierten. Die Würde von einstmals ist heul« bei Herrn Janssen, dem letzten Bolingbroke, etwas ins Alltag- liche gerutscht. Man möchte sagen, vom Perückenstil allzu heftig in den Kaborettstil hineingetrieben. Sonst verhütete Herr Bernhard Reich, der mst Einfällen gesegnete Regisseur, solche Unfälle. Ihn unterstützte besonders auch die Marlborough des Fräuleins Straub, bei ihr bemerkte man die Disziplin, die schauspielerische Arbeit bis ins Aeußerste. Herr Brausewetter, Fräulein M e w e s, Fräulein Et er l er waren gefügige Trabanten, fest an der Strippe laufend, aus dem eigenen Temperament und Talent allerhand Er- sreuliches beisteuernd. M. H. Jakob Moleschokk. Hundert Jahre sind heute vergangen, seit der berühmte Physiologe Jakob Moleschott in Herzogenbusch das Licht der Welt Erblickt hat. Holländer von Geburt, bekundete er zeitig eine Vorliebe für Deutschland, studiert« in Heidelberg Medizin und Naturwissenschaften und beschäftigte sich auch eingehend mit der Iung-Hegelschen Philosophie, der sich damals viele revolutionäre Geister wie Batunin, Rüge, Marx und Lassalle zuwandten. Noch al» Student erwarb er sich einen Preis durch Lösung»ner von seiner heimatlichen Universität Haarlem ausgeschriebenen Aufgabe, ließ sich Hann in Utrecht als Arzt nieder und war auf wissenschaftlichem Ge- Wirklichkeit m Deutschlani ein Opfer zu bringen." Wie unter diesen Umständen mit den Leuten, die ein derartige, Mandat in Berlin zu vertreten haben, verhandelt werden soll, ist nicht oüszu- denken. Die„Süddeutsche Demokratische Korrespondenz" spricht mit Recht von einer Provokation des Reichs durch die Koa- litionsumbildung und schreibt:„Es ist wahrhaftig eine seltsame Be- i kundung des bayerischen Berständigungewillens, wenn man d i e ! Partei in die Regierung hineinnimmt, die bisher den Gedanken seiner Verständigung entschieden bekämpft hat. ; SBir sind nicht am Ende, sondern am Anfang des Konfliktes." Auch im Bauernbund rührt sich allmählich der Widerstand gegen die kritiklose Gefolgschaft der Landtagsfrattion im Schlepptau de? Deutschnationalen. So schreibt das Pfälzer Organ des Dayerischnr Bauernbundes.„Es klingt wie ein Hohn. Im Moment, da alles nach Schutz der Republik schreit, wird das Justizministerium Mon- archisten ausgeliefert, der Bayerischen Mittelpartei, zum Schutze der gegenwärtigen Staastsorm. Dies ist zum Lachen. Wir konstatieren, daß dieser Schritt der Bauernbundfraktion ohne jede Fühlung- nahm« mit der Fraktion erfolgt ist." Selbswerständlich ziehen nun die illegalen separatistischen und monarchistischen Organisationen, wie z. B.„Der Bund Oberland", die Konsequenzen aus der verfahrenen politischen Lage. In Schlier- see fand kürzlich eine förmliche Mobilisation der mon» a r ch i st i s ch e n Putschisten statt. Es wurden Gerüchte aus- i gesprengt, die oberbayerischen Bergarbeiter würden Schlierjee und I Miesbach überfallen, ferner von der Ortsgruppe Schliersee des ! Bundes Oberland würden in den Hotels Wachen eingerichtet, Zu- ! gangswsge nach den Dörfern der oberbayerischen Bergarbeiter mit > Posten besetzt und in den Nachtstunden Patrouillen eingerichtet. In den Kreisen der Nechtsbolschewisten war man offenbar In � den kritischen Tagen bereit, dem Reich unter Umständen auch mit ! Gewalt Widerstand zu bieten, wenn die bayerisch« Regierung sich auf den Boden der Reichsgesetze gestellt hätte. Das beweist neuer- . lich wieder die Nachricht über die Mobilmachung des Bundes Ober- land in den verschiedenen Grenzorten des oberbayerischen Hoch- landes. Waffenfunöe in Neiße. Nach einer Havns-Meldung sollen von der Interalliierten Kon- trollkommission in der Festung Neiße 1000 Tonnen Kriegsmaterial gefunden worden sein. Die sofort getroffenen Feststellungen haben ergeben, daß in der Tat in den Kasematten der längst ge- schleiften Festung Neiße in einigen von der militärischen Verwaltung nicht mehr benutzten Räumen Kriegsmaterial in größe- r c n Mengen vorgefunden worden ist. Entdeckt wurden u. a. S43 Gewehre und Karabiner, sechs leichte und acht schwere Ma- schinengcwehre, außerdem große Mengen von Puloer und Munition. Geschütze oder Minenwerfer sind nicht vorgefunden worden. Es ist anzunehmen, daß der größte Teil dieser Bestände von dem sogenannten wilden Selbstschutz in Oberschlesien während der früheren Unruhen dort versteckt worden ist. Der Um- stand, daß außer dem Material auch Schrott vorgefunden worden ist, legt die Vermutung nah«, daß ferner au» gewinnsüchtigen Z w« cke n Material dort versteckt worden ist, um es bei Gelegenheit dort zu verwerten. Die Angab« der Havas-Meldung, wonach deutsche Militärbehörden versucht hätten, die Nachforschungen zu erschweren, trifft nicht zu. Reiße ist keine Festung mehr; es befindet sich dort auch keine Kom- mandantur. Die Kontrollkommission hat sich bei ihren Nachsorschun» gen überhaupt nicht der Unterstützung militärischer Stellen, sondern der Polizei bedient. Die Untersuchung de» Borfalls ist i m Gange. Bon irgendwelcher militärischen Bedeutung ist der Fund mit Rücksicht auf die geringe Zahl der oorgesundenen Waffen nicht. Abgelehnter Regierungspräsidentenpostea. Der zum Regierungs- Präsidenten in Stettin in Aussicht genommene Obcrregierungsrat Moriz in Magdeburg, ein Bolksparteilcr, hat die Annahm« des ihm angetragenen Amtes aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt. Zu der Ablehnung dürft« beiaetragen haben, daß es bei den Der- hältnisscn in Pommern auch für einen Volksparieiler nicbt leicht ist, mit den ganz rechts gerichteten Selbstvcrwaltungskörperschosten zu- sammenzuwirkcn. biete auch literarisch hervorragend täiig. Sein Heim verlegte er bald wieder nach Deutschland, indem er sich 1847 an der Universität Heidelberg als Privaldozent habilitierte und ein physiologisches Labo- ratorium begründete. Zahlreiche hochbcdeutende Schriften entsprossen seiner Feder, besonders über Rahrungsmittelfraaen, welche ihn zu weiteren physiologischen Bettachtungen führten. Damals brachen sich Entwicklungs- und Abstammungslehren Bahn und wurden namentlich durch Darwins epochemachende Leistungen gefördert. Zu den For- � schern, die sich auf diesem Gebiete die größten Verdienste erwarben, gehört Moleschott. In zahlreichen, ebenso klar wie gründlich gehal- tenen Werken vertrat er den materialistischen Standpunkt, wonach das Menschenleben im Stoffwechsel ausgeht und auch die seelischen Funkttonen aus diesem beruhen, verwarf die metaphysischen Speku- lationen und arbeitete der neuen Richtung in die Hände. Diese aber wurde in den Tagen der wiedcrerstarkten politischen und kirchlichen Reaktion scharf verfolgt und ihre Bertteter als Athessten gerichtet. So erhielt denn auch Moleschott 1854 von obenher eine strenge Ber- Warnung und sah sich veranlaßt, seiner Lehrtätigkeit zu entsagen, leitete aber sein Laboratorium weiter und gab eine wissenschaftliche Zeitschrift heraus. Auch wußte das Ausland feine Verdienste zu würdigen. Schon 1856 berief ihn die Universität Zürich zum Pro- fessor der Physiologie. Hier wirkte er fünf Jahre, folgte dann einem ehrenvollen Rufe nach Turin-und verlegte nun sein Schaffen nach Italien, wurde auch von dessen Regierung zum Senator ernannt und wirkte zuletzt als Arzt und Professor in Rom. Reben vielen rein naturwissenschaftlichen Schriften verfaßte er auch biographische, so. über Darwin nach dessen Tode, brachte auch eigene Lebenserinne- rungen mit der Ueberschrift„Für meine Freunde" zu Papier. Nach- dem er am 20. Mai 1893 in der Ewigen Stadl seine Tage beschlossen hatte, wurden sie veröffentlicht und zeugten von dem redlichen und gründlichen Streben des Mannes, dem Wissenschaft und Aufklärung viel verdanken. W. Sch. Der Salorlenindex. Die Indexziffern, die von amtlichen Siellen errechnet werden, spielen gegenwärtig eine große Roll«, denn man will eine möglichst genaue Borstellung von dem Fortschreiten der Teuerung bekommen, um danach Lohn- und Gehaltsansprüche sowie auch die Berechtigung mancher Prcisforderungen nachzuprüfen. Die Indexziffern aber, die über das Existenzminimum u»d die Kosten der Lebenshaltung bekannt werden, leiden an Un- sicherheit, indem man zum Teil mit willkürlichen Annahmen arbeite�. Eine möglichst sichere und einfache Grundlage für einen Index sucht nun der Direktor des Statiftiichen Amtes in Frankfurt a. M., Dr. August Busch, zu gewinnen, indem er von der Ernährung»- e i n h c i t ausgeht. Wie er in der„Umschau" mitteilt, hat er eine Kalorie nindexzisfer berechnet, die den Betrag festlegt, der für den Ankauf von 1000 Kalorien aufzuwenden ist. In seine Be- rechnung des Preises für 1009 Kalorien Nahrungsmittel sind 26 Lebensmittel einbezogen, und zwar nckk demjenigen Gewicht, daß 1000 ausnutzbaren Kalorien des betreffenden Lebensmittels entspricht. So ergibt sich eine interessante Aufstellung, die übrigens mit den Teuerungszahlen des Statistischen Reichsamis fast vollkommen übereinstimmt. Für 1000 Kalorien wurden für Frankfurt folgende Preise errechnet: Im Januar 1913: 34 Ps., 1914: 41 Pf., 1915: 48 Pf.. 1916: 61 Ps„ 1917: 110 Pf., 1918: 113 Pf., 1919: 132 Pf„ 1020: 297 Ps, 1921: 537 Pj, 1922: 918 Pj. Für dm JuL der be-, Nr. 372 ❖ 39. Jahrgang Heilage des vorwärts Mittwoch, H. �ugttst?H22 was öer Mensch braucht. Das Geheimnis der Indexziffer im Kleinhaushalt. Der„Dorwärtz" veröffentlicht seit einer Reihe von Monaten regelmäßig die an der Berliner Zentralmarkthalle geltenden Klein- handelxpreise. Sie sollen den Hausfrauen bei den Einkäufen in ihren Stadttellen einen gewissen Anhalt geben. Sie werden diese Preise nicht nur mit den in ihrer Stadtgegend geltenden, sondern unwill- kärlich auch mit den Preisen der Vorkriegszeit vergleichen und schätzungsweise wohl auch das Vielfache feststellen, das sie heute gegen früher bezahlen müssen. � Seöingter Wert öer Teuerungsziffern. Es ist somit kein Wunder daß gerade die von den Sorgen des Alltags geplagten Frauen auf die Statistik aufmerksam werden, die ihnen in mehr oder minder einwandfreier Form die Preissteigerung vor Augen führt. Diese Arbeiten der Statistiker sind zweifellos von großem Wert. Sie lassen die Preisbewegung erkennen und können als Anhalt für die Berechnungen verschiedenster Art dienen. Es muß jedoch betont werden, daß die Ergebnisse dieser Statistiken, die „Undexzissern". aus Grund von Annahmen ausgebaut werden und daß Ihnen somit nur ein relativer wert Zukommt. Bei allen Index- zissern sind Fehlerquellen vorhanden, die nicht vermieden werden können. Alle, auch die sorgfältigsten Methoden, die zu ihrer Er- rechnung benutzt wurden, stellen keine ideale Lösung des Problems dar, die durchschnittliche Preissteigerung der Lebenshaltung einwand- frei festzustellen. Die Schwierigkeiten liegen, wie es in einer Bcr- öffentlichung des Straßburger Statistischen Amtes richtig heißt, Haupt- sächlich in der Unmöglichkeit, die Mengen der für einen..normalen" verbrauch als zulässig geltenden Bedürfnisse und deren Normalpreise zu bestimmen. Die Verschiedenheiten in den Lcbensgewohnheiten sind zu groß. Auch ist die Wirkung der Verteuerung auf die ein- zelnen sozialen Klassen, ja sogar auf die einzelnen Individuen der gleichen Klasse je nach der Anpassungsfähigkeit grundverschieden.— In welcher Weise nun die Verteuerung der Lebenshaltung berechnet wird, mögen einige Beispiele erläutern. 5este Nationen als Serechnungsgrunölage. Das Statistische Reichsamt hat folgenden Weg zur Schaffung zahlenmäßiger Unterlagen über die örtlichen Teuerungsoerhältnisse beschritten: Es fetzte seinen Berechnungen eine Familie von fünf Köpfen zugrunde, die aus dem Ehepaar und drei Kindern im Alter von 12,? und 1% wahren besteht. Unter Berücksichtigung der physio- logischen Seite wurden für 4 Wochen für eine Reihe von Lebens- Mitteln bestimmte Verbrauchsmengcn angenommen. In den statisti- ichen Landesämtern wird nun für die einzelnen Gemeinden, die cnt- prechende Fragebogen ausfüllen mußten, die Teuerungszahl be- rechnet, die sich sehr einfach als die Summe der Preise für die ge- nannten Gebrauchsmengen in Pfennigen darstellt. Diese Ergebnisse werden dem Statistischen Reichsamt, zum Teil sogar telephonisch, zu- gestellt und von diesem veröffentlicht. Es handelt sich also, wie leicht ersichtlich ist, bei diesen Angaben nicht um die Festsetzung eines Existenzminimums, sondern lediglich um die Schaffung eines XeiK- rungsmaßstabes. der das Schwanken der Preise von Monat zu Mo- not erfolgen läßt. 6(K> Orte sind von dieser Statistik erfaßt. Der „R e i ch s i n d e x" wird aus den Zahlen von 47 Orten errechnet, die olle Größenklassen und Bezirke vertreten. Sehr oft werden in den Zeitungen die Indexziffern von Calwer genannt. Diese leucrungsziffern sind auf einer sehr schmalen Grundlage, nämlich der„großen Ration� der Marinesoldaten der Vorkriegszeit, aufgebaut, die sich folgendermaßen zusammensetzt: ihren Lohnkämpfen verhalten will, daraus kann auch die Hausfrau ersehen, wie in manchen Zeiten trotz drückendster Not es immer noch mehr geboten ist, sich einzuschränken und gut hauszuhalten, damit die fortschreitende Welle nicht über ihren sorgenvollen Haus- halt zusammenschlägt. Diese wöchentlichen Berbrauchsmengen wurden bereits vor dem Kriege als Grundlage für die Berechnungen gewählt. Sie sind ge- kennzeichnet durch ihre verhöltrismäßiqz Höhe und zeigen, wie sehr sich die Lebenshaltung des Volkes durch den Krieg verschlechtert hat. Was nämlich der ein« Marinesoldat in der Woche einst brauchte, muß heute genügen, um zwei oder auch drei Personen in der gleichen Zeit zu ernähren.. Calwer berechnet seine Zahlen für eine vier- köpfige Famile— Ehepaar und zwei Kinder. Er multipliziert die oben angegebenen Mengen sogar mit 3, da er für die beiden Kinder die Derbrauchemenge eines Erwachsenen annimmt. Seit Mai 1921 berechnet Calwer Tcuerungsziffcrn für eins oierköpfige Familie neben der bisherigen Art auf der Grundlage der sogenannten kleinen Ration(1909 Gramm Schweinefleisch, 599 Gramm Schmalz, 399 Gramm Mehl, 399 Gramm Reis, 7599 Gramm Brot und 25 999 Gramm Kartoffeln). Calwers Statistik erfaßt etwa 299 deutsche Städte. Aus dem Durchschnitt der Tcuerungsziffern dieser Städte errechnet er die„Rcichsindexzisser". vom lkxiftenz- und Ernahrungsmlnimum. Während das Statistische Reichsamt und Calwer von einer festen Ration ausgehen, berechnet der Direktor des Statistischen Amtes Berlin-Schönebcrg, Dr. R. kuczynski, seit Anfang des Jahres 1929 monatlich das.Existenzminimum" bzw. den.Geldwert für Groß- Verlin", indem er bei seinen Berechnungen von dem in Kalorien ausgedrückten Nährwert der Nahrungsmittel ausgeht. Er nimmt dabei eine tägliche Bedarssmeny« an, die für den Mann 3999, für die Frau 2499 und für zwei Kinder im Alter von 9— 19 Jahren zusammen ctwä 4999 Kalorien beträgt. Je nach den Preisen legt er seinen Berechnungen veränderliche Rationen zugrunde, die unter Ve- rucksichligung der billigsten Rahrungsmittel eine dem erwähnten Kaloriengehalt entsprechende Ernährung sicherstellen sollen, wobei die Waren so qewählt werden, daß Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in richtiger Mischung vorhanden sind. Zu diesem.Ernährungsminimum" werden zur Errechnung des monatlichen.Existenzminimums" noch die Ausgaben für die Heizung(1 Zentner Briketts), Be- lcuchtung<6 Kubikmeter Gas), Wohnung(Stube und Küche) und ein Zuschlag von 39 Proz. der bisher berechneten Ausgaben für sonstige Bedürfnisse hinzuaddicrt. Es wird auch bezüglich der von Kuczynski aufgezählten Be- dürfniffe niemals möglich sein, in Wirklichkeit so billig einzukaufen, so daß man den Eindruck gewinnt, als ob versucht werde, mit diesen Berechnungen der Teuerung gleichsam auszuweichen. Die Folge ist, daß das errechnete„Existenzminimum" unter der im Hansbalte fühlbaren Teuerung zurückbleibt. Diese Mängel sind natürlich auch Dr. Kuczynski bekannt. Cr selbst schreibt einmal:„Die Frage — wie kann man das Existenzminimum berechnen?, läßt sich aus tausend Gründen einwandfrei nicht beantworten. Hier soll ein möglichst einfacher Weg gezeigt werden, der annähernd zum Ziel« führt." Im Gegensatz"zu Kuczynsti begnügt sich der Direktor des Statistischen Amtes der Stadr Berlin, Professor Dr. Silberglcit, damit, das.Ernährungsminimum" festzustellen, wobei er jedoch ganz ähnlich vorgeht wie Dr. Kuczynski. Er veröffentlicht monat- lich die Kosten des Ernährungsbedarfs für einen Mann, ferner für eine aus Mann und Frau, sowie für eine aus Mann, Frau und einem sieben, bis zwölfjährigen Kinde bestehende Familie. « Alle Indexziffern sind eben auf besonder« Weise gemischt und schwer im einzelnen Haushalt zu gebrauchen. Die Calwerfchen Ziffern mit ihren großen Lebensmittelrationen z. B. werden un- gefähr den Aufwand eines gesunden schwer arbeitenden Mannes mit einer ebenso gesunden, tüchtig arbeitenden Frau und kräftigen Kindern einigermaßen spiegeln, während der Bureauarbeiter sich an diesen Fleischportionen vielleicht den Magen verderben würde. Diejenigen Meßzisfern aber, die sich auf Kalorien aufbauen, kommen vielleicht einem sehr knappen und dürftigen Haushalt nahe. So können diese Ziffarn nur ungefähr die Richtung der Teuerung angeben und jede der verschiedenen Ermittelungen läßt andere Schlüsse zu.— Es sei nur noch darauf hingewiesen, daß die Großhandelsindexziffern eins wertvolle Er- gänzung dieser Lebcnshaltungsmeßziffern sind, weil die Groß- Handelspreise in der Regel den Kleinhandelspreisen vorauseilen. Oft gehen sie schon zurück, wenn die Kleinhandelspreise noch steigen, meist aber, besonders jetzt, ziehen sie verschärft an, noch ehe der ein- , zcln« Haushalt weiß, wie rapide die Preisschraube sich fortdreht. I Daraus kann man nun entnehmen, wie sich die Arbeiterschaft bei Stralauer Zisthzug. Die Geschichte des Stralauer Fischzuges, der in diesem Jahre modernisiert wiedererstehen soll, reicht bis in das IS. Jahrhundert zurück. Viel älter ist aber die Geschichte des ehemals wendischen Fischerdorfes Stralow selbst, das in alten Zeiten von Pfahlbauten und Burgwällen umgeben war. Den Namen Stralow hatte nicht nur das Fischerdorf, sondern auch ein Lehn- und Vasallen- gut beim Stralower(Rummelsburger) See, das später in den Urkunden als„Nygerhof"(neuer Hof) erscheint und im Jahre 1354 an die junge Stadt Berlin kauflich überging. Schon 1249 werden urkundlich nach diesem Gut die Ritter von Pstralowe erwähnt. Die Stralauer Kirche, heute natürlich nur noch in den Fundamenten und Formen erhalten, ist 14V4 erbaut, aber erst ein Jahrhundert später, im Jahre 1574, ist zum ersten Male vom Fischzug urkundlich die Rede. Am Tage des Schutzheiligen der Fischer, also am Bartholomäustage(24. August), soll der Pfarrer von Stralow zur Aufbesserung seines Einkommens den Ertrag eines Fischzuges erhalten haben. Das gestaltete sich im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Volksfest aus, das in der ersten Hälfte des 19. Jahr- Hunderts oft auch von Mitgliedern des preußischen Königshofes offiziell besucht wurde. Bereits aus dem Jahre 1841 werden(39 999 Besucher genannt. Schließlich wurde das Festtreiben noch schlimmer als ein„Rummel". Selbst der Stralauer Friedhof blieb von müsten Orgien nicht verschont, wie man aus zahlreichen satirischen Gedichten erfährt. Mit der baulichen Aufteilung des großen Festplatzes am Rummelsburger See hatte das Fest seinen Höhepunkt überschritten. Es wurde im Jahre 1873 zunächst ganz aufgehoben, kam dann zeit- weise wieder in Gang, ohne aber jemals den guten Charakter alter Tage zu gewinnen. Im städtischen Archiv befindet sich eine Denkmünze, die auf der einen Seite die Inschrift trägt:„Zu Wasser und zu Lande geht's heute nach Stralows Strande 1839" und aus der anderen das Datum des 24. August mit der Abbildung des damaligen städtischen Gast- Hauses und der Ueberschrift„Vivat Treptow". Die Hochbahn erhöht ab 10. August. Die Hockibahngesevschast wird die angekündigte Erböbung ibrer Fahrpreise bereilS vom 19. August ab in Kraft rreten lassen. Bon Donnerstag ab werden daher folgende Fahrpreise erhoben: bi« zum 5. Bahnhof in 3. Klasse 3 M.. in 2. Klasse 4 M. darüber hinaus.3., 4, ,2., 5, Für Fahrten nach und von Dahlem ist, wie bisher, ein be- sonderer Zuschlag von 1 M. zu zahlen. Die Geishas vön öerlin N. Haussvchungskrick mit falschen Kriminalbeamten. In der Elsasser Straße gedeihen die seltsamsten Dinge. Ein japanisches Absteigequartier hat sicher da noch niemand vermutet und doch scheint es sich recht gut rentiert zu haben, wie eine Ver- Handlung vor der F«rienstrafkammer des Landgerichts I ergab. Wegen Diebstahls und unbefugter Ausübung eines öffentlichen Amtes waren angeklagt der Gemüsehändler Hermann Göllnitz, der Kellner Franz H e i d i ck e, der Revisor Karl Koch, der Reisende Georg L a w r enz. In einem Hause der Elsasser Straße betreibt eine Vermieterin W. eine sogenannte Pension. Wie die Polizei beobachtet hatte, setzten sich die Besucher dieser Pension fast ausschließlich aus Ja- panern zusammen, die hier offenbar einen Betrieb ü la. P o s h i- w a r a eingerichtet hatten. Bei der W. wohnten eine Anzahl junger „Damen", deren nähzre Personalien schon seit Jahren in einer bestimmten Abteilung des Polizei-Präsidiums bekannt find und die in der Pension fast ausschließlich als eine Art Geisha den Besuch von Japanern empfangen. Bei der Heuligen Valuta bildete diese Kundschaft für die Pensionsinhaberin natürlich ein sehr lukra- „ Der Sprung in die Welk. Ein Jungarbeikerroman von Arkur Zickler. „Nein— das kenne ich schon. Erzähle mir etwas von dir. Du bist doch bestimmt schön verliebt gewesen, wie kam das und wie ist das abgelaufen— daraus soll eine schöne Ge- schichte werden, und du darfst sogar ein bißchen flunkern dabei." Hans dachte nach und wußte nicht, wie er beginnen sollte. „Wie hieß sie denn?" hals sie nach.„Das weiß ich nicht," sagte Hans.„Ich sah sie auf dem Wege zur Schule. Sie war schlank und groß und hatte lange Zöpfe. Wenn ich ihr be- gegnete, wurde mir heiß an den Augen. Ich brachte schließlich heraus, wo sie wohnte und ging morgens zeitiger von zu Hause weg, um auf dem ganzen Wege zur Schule hinter ihr herzulaufen." „Und was geschah weiter?" „Nicht viel. Sie merkte es schließlich. Eines Tages war sie mit ihren Freundinnen auf einer Bank im Spielpark, ich saß nicht weit davon, las in einem Buche und sah verstohlen zu ihr hinüber. Plötzlich stand eines der Mädchen vor mir und richtete mir aus, ich sollte hinüber zu ihnen kommen. Ich sah mich entdeckt, ging aber doch mit. Als ich drüben war, lachten die Mädchen aus vollem Halse, wahrscheinlich habe ich sehr dumm ausgesehen. Weil ich nichts zu sagen wußte und die Mädchen immer toller lachten, drehte ich mich um und lief weg. Am andern Tage foppte mich die ganze Klasse." „Bist du dann sehr unglücklich gewesen?" „Nein, ich fand die Sache plötzlich albern. Später habe ich mir wohl gesagt, daß ich Hoffnung gehabt hätte, weil ich merkte, daß Mädchen immer lachen, wenn sie sich Mut machen wollen zu etwas, was sie gern möchten, sich aber nicht recht getrauen." „Sind das alle deine Sünden?" ..Es hat sich nichts weiter ereignet. Ich kam dann bald aus der Schule. Die Schulmädchen waren mir zu kindisch, und die Mädchen, die in meinem Alter waren, sahen sich von dem Augenblick an, da sie lange Röcke trugen, nach Aelteren um." „Du bist also noch ein keuscher Knabe. Als ich dich gestern abend sah, dachte ich: das ist einer, der Gedichte macht." Hans lachte verlegen. „Sieht man mir das an?" Sie schwieg. Ihre Augen waren halb geöffnet. Hans sah plötzlich, daß sie einen feinen Wund hatte und wie ihre Brüste sich atmend bewegten. „Du bist ein Hans-Taps," sagte sie leise,„komm küß mich!" Eine heiße Lohe schlug ihm ins Gejicht. Er sah ihren wartenden Mund, das Zittern ihrer Lider, erzeugte sich zu ihr nieder, ein fremder, lockender Duft ging von ihr aus. Sie legte den Arm um seinen Hals, er fühlte ihre Lippen, ihre feste Zunge. Hans vergaß, wo er war, in ihm klang und rauschte es, dann schrak er hoch und wunderte sich, daß die Sonne noch schien: denn er war in einer anderen Welt ge- wesen. Friedels Augen waren in feuchtem Glanz auf ihn gerichtet, sie lächelte: du Hans-Taps! du Hans Taps! Sie war sicher älter als er, auch bestimmt nicht so uner- fahren. Er fühlte seine Schläfe klopfen, in seine Freude mischte sich die Angst vor der Unruhe, in der er jetzt leben würde. Wie sollte er, der schon mit dem Leben nicht fertig wurde, zu klaren Zielen kommen, wenn das, was auf ihn einstürmte, sich noch vervielfältigte? Das Mädchen spielte gewiß nur, aber in ihm lohten die Flammen, jetzt stand auch die Furcht vor Hassel- strunk wieder wie ein Henker vor ihm und gesellte sich zu jähen Gewissensbissen: warum schreibe ich meinen Eltern nicht? Er dachte daran, wie schön es sein müßte, aus dieser seligen, licht- überströmten Stunde in ein Nichts hinüberzuträumen. ... und verstehe die Freiheit, aufzubrechen, wohin er will... Freude und Furcht schlugen um in Kraft. Das Mädchen lächelte noch immer, er küßte sich froh und übermütig an ihr, das Lachen der beiden sprang über die Grabmäler und ver- strickte sich im Gerank der Heckenrosen und Winden. Als Hans zum Abendbrot erschien, merkte er sofort, daß etwas los war. Der Onkel hatte einen Brief von seinem Bruder erhalten, in dem dieser in verzweifelten Sätzen das spurlose Verschwinden seines Sohne berichtete. „Das ist nicht schön von dir, Hans," sagte der Onkel,„du wirst morgen in der Frühe foiort wieder nach Hause fahren. Warum bist du denn ausgerissen?" Hans erzählte von Hasselstrunk. Er werde um keinen Preis zu dem Schinder zurückkehren. Ob er nicht dableiben könnte und in der Fabrik arbeiten, in der der Onkel beschäftigt sei. Er wolle sich die größte Mühe geben und sei stark genug. auch harte Arbeit zu zwingen. Der Onkel schüttelte den Kopf. „Daraus wird nichts. Selbst wenn ich wollte, habe ich kein Recht, dich hierzubehalten. Morgen früh fährst du!" So mußte Hans wohl oder übel das Fahrrad ölen. Der neue Tag war frisch, der Abschied von den Verwandten herz- lich und ohne Groll. Aehrenlcser gingen gebückt über die Stoppelfelder, wieder passierte Hans unbehelligt die Grenze. Er war mutig und gefaßt, und noch war es nicht Abend, als er die Türme seiner Heimatstadt wiedersah. Während er durch die Vorstadtstraße fuhr, sah er vor sich den Vater laufen. Das Herz schlug ihm schneller, er rief ihn an. Vater Onfreder wandte sich jäh herum und sah Hans starr an, den es weh durchfuhr; denn des Vaters Gesicht schien viel älter geworden zu sein. Zorn und Freude kämpften jetzt darin. „Verdammter Ausreißer," sagte er schließlich,„du machst mir nette Streiche." Dann gingen sie nach Hause. Die Mutter saß am Fenster, Hans erschrak über ihr Aussehen. Sie begrüßte ihn nicht, jetzt erst kam Hans das volle Gefühl dessen, was er angerichtet hatte. Er küßte die Mutter und weinte. Das löste auch ihre Tränen, sie fuhr ihm durchs Haar und sagte matt:„Tu das nicht wieder, Hans!" Der Vater holte jetzt zu einer offenherzigen Aussprache aus. „Deine Stehkragenphantasien kannst du dir jetzt an den Hut stecken. Ich habe auch keine Lust mehr, dich in eine andere Lehre zu tun. Ich habe nur noch ein Interesse daran, auf- zupassen, daß kein Vagabund und Spitzbube aus dir wird. Richte dir dein Leben ein, wie du willst, nur verdiene dir dein Brot durch ehrliche Arbeit— aber bald! Wenn du uns keine Sorgen mehr machst, wollen wir vergessen, was du. uns an- getan hast. Das Rad bringe ich jetzt zu Hasselstrunk, der Gott sei Dank die Nase von dir voll hat: ich werde dem Burschen noch einige Wahrheiten sagen, die er sich hinter dem Spiegel aufheben kann. Deinen sauberen Kumpan hat der Seifen- mann übrigens auch rausgeschmissen, und an deinem ameri- konischen Stahlkönig haben wir uns den Kaffee gewärmt." Hans atmete auf. Der Weg war frei. Nun wollte er auf sich selber bauen, auf seine gesunden Arme, und sich und dem Vater beweisen, daß er ohne Hilfe durch die Welt kam. Am meisten freute ihn, daß auch Rudi den Mut gefunden hatte, den Karren herumzuwerfen, und er machte sich auf den Weg zu ihm. Er traf ihn in blauer Bluse und erfuhr von ihm, der Hans lachend umarmte, daß er bereits den ersten Tag als Fabrikarbeiter hinter sich hatte.„Das ist viel schöner." behauptete Rudi,„als hinter dem Pulte zu hocken. Mir tun zwar tüchtig die Knochen weh. doch daran gewöhnt man sich: das beste ist, daß ich am Wochenende ein Goldstück habe und weiß, wofür ich mich plage. Was willst du denn jetzt anfangen?" „Ich weiß noch nicht, ist bei euch noch Platz?" „Ich glaube nicht, aber du kannst es ja versuchen." In dieser Nacht tat Hans einen langen, friedlichen und' traumlosen Schlaf. (Fortsetzung folgt.) Von Hand zu Hand. I wird vorausfifli ab Donnerstag durchgeführt werben fönnen. Nach der Genehmigung des Antrages ist das Rauchen in den An hängewagen versuchsweise bis zum 15. Ottober erlaubt. Warnemünde 3 Uhr 35. Ant tives Geschäft. Dies hatte die weitere Folge, daß eines Tages in einem jener zweifelhaften Cafés in der dortigen Gegend der Plan ausgeheckt wurde, der Frau W. in der Rolle von Kriminal Das voltsbetrügerische Treiben der Holzschieber. beamten einen Besuch abzustatten und dabei deren Schmud Die enorme Breissteigerung für Brennholz fand eine teilweise fachen verschwinden zu lassen. Um diese geplante Haussuchung Erklärung in einer Berhandlung, die das Buchergericht des Der nächste Sonderzug an die Offfee. Am Sonntag, den 13. Aurecht glaubwürdig zu gestalten, wurde verabredet: Der Angeklagte Landgerichts III beschäftigte. Angeklagte megen Kettenhandels und gut, fährt vormittags 7 1hr 57 vom Stettiner Bahnhof ein Sonder Heidecke follte an der Wohnungstür flingeln, erklären, daß er von unerlaubter Breissteigerung waren die Holz- und Kohlenhändler ug nach Warnemünde zu bedeutend ermäßigten Fahrpreisen. Der der Polizei verfolgt wäre, durch die Wohnung hindurch und über Georg Klaus und Arthur Hasler. Bie der vor Gericht ver- Borverkauf findet auf dem Stettiner Bahnhof den ganzen Tag über die Hintertreppe verschwinden. Dies geschah auch ganz programm nommene Sachverständige befundete, besteht in dem Holzhandel der statt. Bläse find noch in größerer Anzahl zu haben. Der Fahrmäßig, so daß Frau W. in den Nachstürmenden wirkliche Kriminal Mißbrauch, daß sich in den Großhandel alle möglichen Personen Preis für Hin- und Rüdfahrt beträgt 158 Mart. Antunft in beamte vermutete, die angeblich den aus dem Zuchthaus ausge- einschieben, die zum Teil den schlagbaren Baumbestand schon im brochenen Schwerverbrecher verfolgten. Nachdem sie alles durch a Ide faufen. Das geschlagene Holz wandert dann von and Ein neuer Sonderzug nach Ostpreußen. Da die Nachfrage nach stöbert hatten, verließen die angeblichen Kriminal- zu hand, wobei jeder einzelne Käufer natürlich verdient, bis es den Feriensonderzügen nach Ostpreußen sehr rege ist, wird am beamten mit höflichem Gruße die Wohnung. Erst am nächsten mit einem außerordentlich hohen Aufschlage nach Berlin fommt und 15. Auguft noch ein befonderer Sonderzug nach Ostpreußen Tage vermißte Frau W. die Schmudlachen im Werte von hier durch den Kleinhandel an den Berbaucher gelangt. So mar der( Marienburg, Elbing. Braunsberg, Königsberg) eingelegt, und zwar etwa 300 000 m. Die Antlage behauptet nun, daß die An- Sachverhalt auch in der vorliegenden Antlage. Der Angeklagte ab Charlottenburg 8.24 abends, ab Friedrichstr. 8.46 1hr, ab geklagten bei dieser Haussuchung" die Schmuckfachen entwendet Klaus hatte ein Waldterrain zum Abholzen angekauft, das Alexanderplay 8.58 Uhr, ab Schlesischen Bahnbof 9.05 Uhr. haben. Von den Verteidigern wurde in der gestrigen Verhandlung Holz in Stangen fahneiden laffen und diese auswärts in der Nähe Königsberg 8.16 lbr früb. Für den Zug werden nur Fahrkarten unter Beweis gestellt, daß in der Pension wiederholt sehr zweifel eines Bahnhofes lagern laffen. Nachdem durch das mehrmonatige III. Selajie ausgegeben. Fabrvreise für die Sin- und Nüdfahrt bis hafte Leute, darunter Schwerverbrecher, sich unangemeldet auf Lagern bereits eine erhebliche Erhöhung des Holzpreises erreicht Marienburg 312 M., Gibing 332 M., Königeberg 412 M.; der Vorgehalten hätten und deshalb die Möglichkeit bestehe, daß der Dieb war, wanderte das Holz an den Mitangeklagten H., der ebenfalls verlauf der Sonderzugfarten beginnt bei der Fahrkartenausgabe stahl von diesen ausgeführt worden sei, zumal die Beugin den Großhändler ist. Diefer verkaufte es wiederum an einen britten Charlottenburg, am Stuttgarter Plaz, am 2. Auguft 10 Uhr vor Berlust der Schmuckfachen erst am nächsten Tage bemerkt habe. Das Großhändler, der es dann feinerseits an den vierten verfauft mittags. Gericht hielt auch den Diebstahl für nicht genügend auf hat. Auf diesem Wege wurde der Preis des Holzes auf das geflärt und famt megen dieses Punttes der Anflage zu einer undertfache des ursprüngligen Breises hochgeFreisprechung. Im übrigen lautete das Urteil megen un trieben. Das Gericht war der Ansicht, daß derartige geschäftliche befugter Amtsausübung auf je 4 Monate Gefängnis unter Manipulationen höchft verwerflich find, weil dadurch die Brennstoffder Anrechnung von 2 Monaten der erlittenen Untersuchungshaft. not der Großstädte noch mehr gefteigert werde und erkannte gegen Riaus auf 8000 Mart und gegen Hasler auf 10000 Mart Geldstrafe. Was find Strafen von 8000 bis 10 000 Mart gegen diese Sorte von Boltsbetrügern. Neben dem Hundertfachen der Straffeftfegung würde ihnen nur eine längere Gefängnisstrafe imponieren. Nun aber Schluß! 4 Berliner Varietés. gezeigt. Die Gymnastiker Zwei Reros. die Fangspieler son Hunter und Jm Wintergarten wird auch im Sommer beachtenswerte Artistit Barney, der Equilibristenaft der Scent Co., bie 4 Arconis und die komischen Radfahrer Bruds beweisen, daß es auch auf der Barletébühne immer noch cimas Reues gibt. Dann produziert fich das Stimmphänomen Lee Loma, indem sie es mühelos zum berühmten hohen C bringt auch mehr eine Infolge unserer Nachricht( in Nr. 363), daß der Reichs poft artistische als eine fünftlerische Leistung. Marguerita Gabun und Wera Waldbeim zeigen neue Tänze in guter Aufmachung. Ein hübscher Dreffur minister durch einen Erlaß allen Postbeamten eingeschärft hat, die monarchistischen hoheitszeichen" aus den post= all soll nicht vergessen werden. Vien amtlichen Hausinschriften, Schriftstüden, StemBerlin in der Sägerstraße ist jest ebenfalls ganz in die Unterbringung von Kindern auf dem Lande. Reibe der Barietébühnen getreten. Gut führen fich hier wieder die in peln ufm. vollständig auszutilgen, sind uns wieder Bor einigen Tagen hatten wir eine Barnung der Städtischen Berlin nicht unbekannten Bhlegmatiker Broth Carlton ein Jbze fabelnoch mitteilungen über Berlegung dieser felbstverständlichen Pflicht Schulbeputation wiedergegeben, in der auf die Tätigkeit der Pflege haften, spielend leicht gezeigten Stünfte sind eine außergewöhnliche Auralzugegangen. Es fann fein, daß die jezt gemeldeten Fälle teine ftellen- Zentrale Neukölln, Saalestr. 8, hingewiefen wurde. Diese erotischer Bögel, bie von den Gracielas vorgefübri mird. tion. Eine überaus liebenswürdige Rummer ist die gelungene Dreffur Berstöße gegen den neuen Erlaß sind, der für Nichtbeachtung Sentrale ersucht uns nunmehr um Veröffentlichung folgender Er nerdient feinen Titel als Startenphänomen mit Recht. Daria Paint ftrengste Ahndung in Aussicht stellt, aber vielleicht den Bostbeamten flärung:„ Es ist nicht richtig, daß als Vermittler Erich Heims und und fait ans Unwirkliche grenzenden Künfte, die Baini mit einem Spiel Die unerfierlichen nicht früher als uns befannt geworden ist. Sie zeigen aber, daß Emil madsad auftreten. Leiter der Pflegeftellen- Sentrale ist Starten felbst bei nerbundenen Augen ausführt, wird ihm felbft fein Risale der Unfug bis in die letzte Zeit hinein getrieben worden ist, so daß lediglich Herr Erich Heims. Es trifft auch nicht zu, daß eine Bernachmachen lönnen. der Erlaß, der längst notwendig gewesen war, immer noch nicht mittlungsgebühr Einen luftigen Abfchlag des Brogramms bringen Don 300 Mt. gefordert oder gezahlt die erzenhischen Afrobaten The Taibas. Ein jebr anmaßender Herr trat überflüssig sein dürfte. Noch Ende Juli hatte man sich nicht zu der wird, sondern werden 300 m. für Eisenbahn- Hin und Rückreise ferner als Zeitläufe gloffierender Humoriſt" anf. Er war mehr als Maßregel durchgerungen, alte Reite von gebrudten Ber( ob Offee, Pommern, Ofthavelland, Spreewald ufw. bleibt gleich), schlimin, nämlich langweilig. fchlußmarten mit der Aufforift Raiserliches Bersicherung, Transportbegleitung Werbegebühr u. dgf. erhoben. Es Post amt sound fo" überhaupt aus dem Verkehr zu ziehen und find bisher viele Hunderte von Kindern in nachweisbar guten Stellen im ganzen Deutschen Reich auf allen Bostämtern zu vernichten, untergebracht, was Rinber sowie deren Eltern unaufgefordert der damit es feinem Postbeamten mehr passieren fann, daß er die Zentrale bestätigt haben. Durchstreichung des Wortes Kaiserliches" Unerklärlich erscheint es fomit, aus vergißt. Aus der welchem Grunde sich die Städtische Schuldeputation veranlaßt fühlt, Bolizeisiedlung Adlershof" geht uns die Mitteilung zu, daß poft eine derartig ehrabschneidende Barnung zu erlaffen, zumal feinerzeit amtliche Benachrichtigungen über eingelaufene Sendungen, deren fämtliche in Frage fommenden amtlichen Stellen von der Tätigkeit Empfänger nicht zu Haufe angetroffen worden waren, immer der Pflegeftellen- Sentrale in Renntnis gelegt worden find. Auch wieder mit den Berschlußmarfen Raiserliches Post am: schwebt fein Strafverfahren gegen mich wegen Beirug. Wie gut Adlershof" an die Zimmertüren geklebt wurden. Bor uns liegt die von hier vermittelten Stellen find, geht daraus hervor, daß das eine aus den allerlegten Tagen des Juli herrührende postamtliche Jugendamt Neukölln, Abteilung Jugendfürsorge, von hier Stellen Mitteilung an einen dortigen Polizeimachtmeister, geschmüdi" mit für Waisenfinder genommen und auch befeht hat. Die Zentrale ist zwei derartigen Verschlußmarken, auf denen das Wort„ Raiser bereit, jedermann Auskunft über bereits verschickte Kinder sowie noch liches" nicht durchstrichen ist. Auch bei einer uns vorliegenden Ber: zu befeßende Stellen zu geben. schlußmarfe, die Mitte Juli vom Post amt, Dortmund 3" auf einen Briefumschlag geflebt wurde, hat der Beamte sich nicht die Mühe gemacht, das Wort„ Raiserliches" zu durchstreichen. " = # Stellung nimmt. Es wird nötig sein, daß der Magistrat zu diefer Erflärung Heiratserlaubnis für Schuhpolizeibeamte. Wieder Meuferei im Brandenburger Zuchthaus. Im Zuchthaus Brandenburg meuterien gestern 8 Zuchthäusler, die die Auffeher überwältigten und webrlos machten. Die Meuterer fonnten das Zuchthaus verlassen, wurden aber sofort berfolgt. echs von ihnen fonnten wieder eingefangen werden, einer wurde erich offen, während es einem gelang. zu entfliehen. Der Borfall ereignete sich in demselben Zuchthaus, wo im Jahre 1920 150 Buchthäusler meuterten und ausbrachen. Englischer Flugdienst Condon- öin- Berlin. Bie bie Co logne Boft" erfährt, wird die Abteil für den öffentlichen Flugverfehr im englischen Lufiministerium demnächst einer Gesellschaft die Einrichtung eines von der Regering unterstützten Flugdienstes gmi fchen London und Röln übertragen, ber später bis Berlin aus. gedehnt werden soll. Groß- Berliner Parteinachrichten. Hellen, Bremer Str. 73, Kreisvertreterversammlung. Thema: Die Auf gaben des Barteitages su Augsburg". Referent Genoffe Artur Säugler. Straße 29, Cigung der Seitungstommiffion. 6. Steis Kreuzberg. Donnerstag, den 10. Auguft. 7 Uhr, bei Neim, Urban. 15. Kreis. Donnerstag, ben 10. Auguft, pünktlich T½ Uhr, Arelsvertretervez Aber noch Schlimmeres als über die Postverwaltung wird uns diesmal über die Eisenbahnverwaltung gemeldet. Ein Der preußische Minister des Innern Severing bestimmte in Fahrgast kaufte, wie er uns mitteilt, eine zwischen Berlin und Erweiterung eines Eriaffes von 1921, daß auf Grund der nach dem 2. Ateis Tiergarten. Donnerstag, den 10. Auguft, I Uhr, in ber minus. Lichtenrade oder Lichterfelde- Ost oder Nicolasfee geltende Fahr- Erian vom 24. mai 1922 vorzunehmenden Umgestaltung der Parte für die 2. Klaffe, auf deren Rücfeite noch ein roden preußifen Polizei die Zahl der verheirateten, stempel RED. Berlin"( D. h. Königliche Eisenbahn- in den Einzeldienst überführten Beamten, die nicht in staatlichen Direktion Berlin) zu sehen ist. Die Karte gehört nicht zu den so be- Gebäuden untergebracht sind, nicht auf die Zahl der 20 vom liebten alten Beständen", die erst aufgebraucht werden müffen", undert perheirateten Stellen innerhalb der einzelnen fammlung in der Schulaula, Nieberschöneweide, Berliner Str. 31. fondern ist eine von den allerneuesten, denn fie zeigt den Schuhpolizeitörper in Anrechnung fommt. Zu den Beamten 14. t. 7 Uhr in der Schulaula Demminer Str. 27, Mitgliederversammlung. Heute, Mittwoch, den 9. Auguff: neuestens erhöhten Preis bereits aufgebrudt, nicht aufgestempelt. des Einzeldienstes gehören auch die technischen Kraftfahr, Beschlag-, Mir felber haben noch am 8. Auguft eine solche Fahrkarte getauft. Sanitäts- und Luftpolizeiüberwachungsbeamten sowie das Stamm 29. Abt. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in ber Soulaule Senefelderstr. 6. Thema: Die politische Lage". Referent Genofie Boede, Unter den Behörden, die durch unentwegte Beibehaltung monarchi personal der Polizeischulen. Allen im Einzeldienst beschäftigten BeThema: Berfaffung und Republik". Referent Artur Säußler. stischer" Hoheitsrechte" immer wieder Entrüftung erregen, fehlt auch amten ist, unabhängig von jeder Brozentberechnung, die Heirats- 1. Abt. Wilmersdorf. 8 Uhr zahlabend bei Rohr, Raiſerallee 51/52. Bericht die Justizverwaltung nicht. Ein parteigenöffischer Beamter erlaubnis unter Zugrundelegung der Bestimmungen der Erlasse Rentölln. 89. Abt. 7½ Uhr Zablabende in ben bekannten Sotalen. ilber den Bezirkslag. 93. Wt. macht uns darauf aufmerksam, daß immer noch das Amtsgericht vom 4. Mai 1920 zu erteilen". 96. und 98. Bezirk: 7 Uhr Behlabend bei Rönig, Rannet, Ede Cifter. Berlin Wedding durch die am Gebäude angebrachte Inschrift ſtraße. 96. bt. 7% Uhr bteilungsversammlung bei giller, Rogatals Rönigliches" bezeichnet wird. Die Kritif, die er daran Straße 57 fnüpft, wollen wir lieber nicht wiedergeben. Ein anderer ParteiUm die russische Staatszugehörigkeit. 124. Abt. Mohlsdorf. 8 Uhr Zahlebende. Stord bei Gruhn, Söhnower Straße; Oft bei Anders. Bahnhofstraße; Süd im Lokal, Suberius", Röpenider Alee. genoffe, den das Umiazsteueramt Charlottenburg um In der Berordnung des allruffischen Zentral- Erefutinfomitees 125. Abt. Weißenfee. 8 Uhr Begirlsabende. 1. und 2. Bezirk bei Menge, eine Zeugenaussage ersuchte, übersendet uns die Borladung, auf und des Rates der Bolfskommiffare vom 15. Dezember 1921 wird Lothringenstr. 32; 3. Besirf bei Bindbrud, Langhansstr. 62; 4. Bezirk bei Gampe, Lichtenberger Str. 8. der noch unkorrigiert der gedruckte Briefkopf Magiftrat der bestimmt, daß alle Personen, die sich längstens 5 Jahre un- 137. Abt. Steinidendorf- Weft. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Bobler, Königlichen Residenzstadt Charlottenburg" prangt. unterbrochen im Auslande aufgehalten und die von den Scharnweber, Ede Schillingstraße. Auch in Berlin wird der Magiftrat noch als Magiftrat Sowjetvertretungen teine Auslandspäffe oder entsprechende Be- Wit, 140s Mittenau. 15 Uhr itgliederversammlung bei Schuls, Hauptstraße. Bilbau. 8 Uhr im Rafino. Bahlabend. hiefiger Königlichen Haupt- und Residensstadt cheinigungen bis zum 1. Juni 1922 erhalten haben, das ruffifche Nowawes. The im Shafta Restaurant. Mitgliederversammlung. Referent bezeichnet auf einer Tafel, die am Laufizer Play an dem Ge= Bürgerrecht perlieren. Ebenso verlieren Bersonen, die Genoffe Dr. Litterscheid. Thema: Das Reichsmietengefes Bichtige meindeschulhaus hängt. Die neben dem Haupteingang an Rußland nach dem 7. November 1917 ohne Erlaubnis der Tagesordnung, deshalb das Erscheinen aller Mitglieder notwendig. auffälliger und leicht erreichbarer Stelle angebrachte Tafel ist be Sowjetbehörden verlassen haben, oder welche freiwillig malt, so daß die Aufschrift ohne Mühe hätte abgeändert werden in Armeen, die gegen die Sowjetbehörden gefämpft haben, dienen, Junglozialisien. Freitag abend 7 Uhr Berfassungsfeier in großer Saale der können. Es ist ein Standal, sogar den Berliner Magiftrat in solcher sowie Personen, die das Recht haben, für die russische StaatsGesellschaft sehen zu müssen. angehörigkeit zu optieren und von diesen Rechten bis zum Ablauf der jeweils feftgefesten Frist feinen Gebrauch gemacht haben, das ruffische Bürgerrecht. Anzeige der Friedensmiete. Brauerei Friedrichshain. Referentin Clara Bohm- Schum. Donnerstag abend 6 Uhr Arbeitsausschußßigung im Borwäris" Gebäude. Gruppe Brig: Donnerstag, den 10. Auguft, 6% Uhr, Steffen zur Besichtigung des Eegualwissenschaftlichen Instituts auf dem Spielplag Hannemannstraße. Freitag, den 11. Auguft, 6 Uhr, Treffen zur Berfassungsfeier auf dem Spielplas Hannemannstraße. Männerchor Sermonie", Charlottenburg. Begen Renovierung ber Aula fet die Uebungsstunde am Freitag aus. Dafür Mitwirtung bei bez Berfaffungsfeier in Wilmersdorf. 7 Uhr: Bismard- Gnm nafium, Pfclsburger Straße. Linien 5 und 10. Nächte Uebungsstunde Montag( Aula.) siebzigsfelt Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 9. Auguft: Das Zentralamt für Wohnungsweien teilt mit: Nach dem festgesetzte Frist verstrichen ist und Sowjetrußland schon im Frieden Nachdem am 1. Juni d. J. die in der erwähnten Berordnung Reichsmietengeleg und der unter dem 12. Juni 1922 hierzu er Den Brest- Litomst von Deutschland de jure und de facto anerkannt gangenen Preußischen Ausführungsverordnung haben die Verift, würden für alle Personen, die von der Verordnung betroffen mieter binnen 6 Wochen nach Inkrafttreten des Reichsmieten werden, in Deutschland die geltenden Bestimmungen über„ Staaten. gefe der Gemeindebehörde anzuzeigen, was ihnen über die Göbe lofe" zur Anwendung gebracht werden müffen. der das Haus betreffenden Friedensmieten bekannt ist. Aus der Anzeige muß der Mietszins te jebe Wohnung oder fonstigen Mietraum getrennt hervorgehen. Die Anzeigen sind eine Stätte des Sportes, die insbesondere auch für den Arbei Die ungeheure Belastung durch die Lustbarkeitssteuer bebroht vor Absendung den Mietern oder ber Wieterbertretung teri port eine Bebeutung befizt. Der Sportpalast rief die zur Kenntnisnahme vorzulegen. Zur einheitlichen Gestaltung der Amateurverbände sowie die Bertreter der Breffe zusammen, um an zu erstattenden Anzeigen sind von der Zentrale des Mieteinigungs Hand genauer Unterlagen zu zeigen, daß diese Heimat des Sportes eff amts im Einbernehmen mit dem Bund der Berliner Haus und eingehen muß, wenn nicht die Stadt Berlin ein Einsehen hat Grundbesitzervereine Formulare aufgestellt worden, die gegen ein und die Besteuerung des Sportes wesentlich herabfeßt. In der regen eine Gemeindefchule Danziger Gir. 33, Mitgliederbang. geringes Entgelt bei der Geschäftsstelle des Bundes, Spandauer Besprechung fam von allen Seiten der Bunich, den Sporthof: Sugenbheim Germaniaftr. 67( enaeum), zefeber, ex Straße 9 und von den örtlichen Grundbefizervereinen bezogen palast feiner Bestimmung zu erhalten. werden können. Es wird dringend empfohlen, von diesen Formulution, die gefaßt wurde und sich im Inhalte mit der Wichtigkeit, des Eine Refo Mensch ist gut". Beften: Jugendheim Baugewertschule Rurfürftexftr. 141, Zefenbend: laren Gebrauch zu machen. Die Anzeigen sind bis zum 12. Auguft Sportes für die Jugendentwicklung beschäftigte, bittet den Magiftrat Bente abend 7 Uhr findet in der Why Sophien- 2yzcums, Beinmeister. bei der Abteilung des Mieteinigungsamts in dessen Bezirk das sein Möglichstes zu tun, um den Sportpalast zu erhalten. Grundstüd liegt, einzureichen. Woche ftatt. Diebesbanden unter sich. Der Raucheranhänger der Straßenbahn. Die Genehmigung für die Aufhebung des Rauchverbotes auf der Straßenbahn, foweit die Anhängewogen in Frage kommen, ist nunmehr erteilt und auch bei der Direktion der Berliner Straßenbahn eingetroffen. Sie Lebensmittelpreise des Tages. Fische knapp, Bas Jugenbfetretariat bleibt heute ab 4 the infolge ber Funktionärtonte. Friebrichsfelbe: Jugendheim Berliner Str. 44, 7 1hr gefeabenb: ,, Reuter". Friebrichshagen: Jugendheine Scharnweberftr. 165, 7 Uhr Diskussions Landsberger Biertel: Jugendheim Baradenfchule Olisaer Str. 12/16, Diskussionsabenb. Marienberf: Sugendheim Rönigstraße( Goulberade): BorBrenzlauer Borstadt: Jugend teag: 3wed und giele unferer Bewegung Kempel Dez fraße 16/17, bie Forffegung der Funktionärsgung vom Donnerstag voriger Aus der Partei. Beiträge der Abgeordneten. Bon der Reichstagsfraktion SPD. wird mitgeteilt: Aus den Beiträgen der Mitglieder der Reichstage fraktion wurden dem Parteivorstand 100 000 Mart überwiesen. Briefkasten der Redaktion. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft rege. Geschäft still. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- taften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer handelspreise: Der sicherlich feltene Fall, daß eine Diebesbande aus den Gegäftsräumen des Bestohlenen von einer zweiten Diebes= bande gewaltsam hinausbefördert wird, tam in einer Berhandlung vor der Ferienftraffammer des Landgerichts II zur Sprache. Angeflagt waren der Kinofontrolleur Schumacher, ein Handlungsgehilfe Eisner und ein Schloffer Rodel. Der mehrfach vorbestrafte Rockel ist flüchtig und zurzeit nicht auffindbar. Gines Nachts waren mehrere Diebe in ein in Oberschöneweibe ge= Beteftiche austunft wir nicht erteilt. Seber Hr Ben Briep legenes Rinotheater eingedrungen, mit der Absicht, die dort aufbewahrten Borräte an Likören und einen zu stehlen. bei. Cilige Anfragen trage man in der Juriftifchen Sprechstunde, Lindenste. 3. Während sie bei der Arbeit waren, brang eine zweite Bande von 80-100 M. Kalbfleisch 60-82 M. Hammelfleisch 60-86 M. Rindertalg halten Sie in den nächsten Tagen noch bestimmte Auskunft. Rindfleisch 52-62 M.. ohne Knochen 64-78 M. Schweinefleisch 1. Saf part. links, vor. Schriftstüde und Verträge find mitzubringen. M. R. 10. Baden in geldloffenen Ortschaften verboten: in übrigen er Dieben unter Führung des Rodel in das Kino ein. Rodel zwang 85-95 M. B1. 18. Eine die Konkurrenz Rückenfett 98-102 M. Schellfisch 10-15 M. mit vorgehaltener Schußwaffe, schleunigst das 10-20 M. Kabeljau 15-20 M. In Eis: Aalé 60-72 M. Rotzungen G. m. b. 8. ift eine Handelsgesellschaft. Für die Berbindlichkeiten der Ge Hechte 50 bis felfchaft haftet ben Gläubigern berfelben nur bas Gefellfchaftsvermögen. Lolal zu verlassen, was diese auch angesichts der Bedrohung mit der 68 M. PI8tzen 20-25 M. Lebende Aale 80-90 M. Hechte 65-75 M. Gertrud. Der Antrag auf Erstattung der Beiträge ift an ben Rentenausschuß, Schußwaffe taten. Die zweite Bande hatte es auf den Borführungs- Schlele 90-100 M. Eler 7,25-7,55 M. das Stück. Margarine 65 bis Berlin- Bilmersdorf, Rifolsburger Blas 2, au richten. Die Sälfte ber für Ihre apparat und die Filme abgesehen. In der Berhandlung beftritt der 75 M. Naturbutter 110-118 M. Schweineschmalz 112-116 M. Frau entrichteten Beiträge. B. 2. Sie Tonnen verlangen, beg 3hnex fiatt einen bahingehenden Antrag an die Reichsfchuldenverwaltung. ber Buchforderung wieber die Bertpapiere ausgehändigt werden. Stellen Sie barden die Gelegenheit zum Einbruch nachgewiesen zu haben, feine 10 Pfund. Rotkohl 7-9,50 M. Blumenkohl 15-30 M. der Kopf. Weiß wenn eine folche ausbrüdlich übernommen worden in. $. 100. Neue Kartoffeln 40-60 M. Smeifelhaft. Cine rechtliche Verpflichtung aur Sahlung befteht nur bank. Schuld, so daß das Gericht zu einer Vertagung tommen und be- kohl 5-6 M. 68. 200. Die Bacht schließen mußte, noch weitere Ermittlungen nach dem Haupttäter 8-10 M. EBbirnen 12-20 M. Pflaumen 12-20 M. Zitronen 2-4,50 M. find, anderweit, feftaufegen. Gegen die Entscheidung ber Bachteinigungsämter Wirsingkoht 6-6.50 M. Spinat 9-10 M. Wachsbohnen einigungsämter find befugt, für Grundftüde die Leiftungen, bie unter ben ver änderten wirtschaftlichen Verhältniffen nicht mehr als gerechtfertigt anzufehen Rodel anzustellen. das Stück. ift die Rechtsbeschwerde zuläffig; fie mus innerhalb 2 Wochen erhoben werden. Erbsen Angeklagte Schumacher, der beschuldigt wurde, beiden Diebes- 99 M. Nudeln 24-25 M. 18-25 M. Weiße Bohnen 15-18 M. Graupen 16-18 M. Hafergrütze Reis 20-28 M. Manoli * « Klasse» Suggeftion* Theater, Lichtspiele usw. Deutsch. Theat. Volksbühne 7 Uhr: Das Glas Wasser Donnerst. 7: Das Glas Wasser Tägl. 7, Uhr: Carmen Hammerspiele Lessing- Th. Sommerspielzeit. 7: Er ist an Allabendi.& Uhr: allem schuld Die ewig 15- Der Schildpattkamm chelnde Frau Do. 7: Er ist an Dent. Künstler- Th. ' allem schuld Die ewig la chelnde Prau Sommerspielzeit Allabendi, 8 Uhr: Gr.Schauspielh. Die erste Nacht" ( Karlstraße) 72: Die Maschi. nenstürmer Do. 7: Die Maschinenstärmer Theater I. d. 8: D. wunderlich. Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Fedora Tilla Durieux Königgrätz. Str. Waldem. Staegemann Kapellm. Kreisler Trianon- Th. Geschichten des Komödienhaus Täglich 8 Uhr: Eine Frau 8 U. ,, Gretchen ohne Bedeutung Adele Sandrock Berliner Th. Luise Werkmeister 7 45: Madame Flirt 8 U Central- Theater Ein Prachtmädel Deutsch Opernhaus Sonnt, 13. Aug., 7 U: Theater des Ostens ( Rose- Theater) 5 Uhr: Konzert 7%, U.: So teben wir Urania Tannhäuser 8 Uhr: Intimes Theater Im Schwarzwald 8: Die Peitsche und? Lauf doch nicht Komische immer nackt herum Lustspielhaus 73% Oper 73 8 Uhr: Werwolf Der Meister Neues Operett.- Them Montmartre 7% U: Die Mädels von Davos Bis15 Aug Lichtenstein Neues Th. am Zoo Offenbachs Liebesleb. Casino. Theater Ab Sonnab. 12. Aug. Ab Freitag, 11. Aug. Täglich 8 Uhr: Tal 8U( Erstauff.): Scampolo Lämmelmanns Metropol- Theater Uhr Bummelfahrt Die Bajadere Berliner PraterSchiller- Th. Charl. 8U.:Die kl.Sünderin Theater Von Jean Gilbert. Kastanienallee 7-9 UFA PALAST AM ZOO WORNER FILM DER UFA OTHELLO REGIE: DIMITRI BUCHOWETZKI DARSTELLER: WERNER KRAUS, PERD. V. ALTEN, THEODOR LOOS, EMIL JANNINGS FRIEDR, KÜHNE, ICA V. LENKEFFY, LIA DE PUTTY BEGINN 7 UND 9 UHR Y. VORVERKAUF 11-1 UHR Sommernachtsfest. Frau Reklamel Sonnabend 12. August im ULAPE am. Lehrter Bahnhof Großer Empfang bei Frau Reklame Tesp Das Riesenreklamebilderbuch der 100 ersten Firmen Das Publikum als Preisrichter aliert durch Stimmettel Bilder stellen aus: die 10 lastigst.Reklameblider Batschary, Käte Münzer, Leichner, Marie Leitz, 0. Braun& Co., Leiser, Kahlbaum, Continental Caoutchuc- Guttapercha Co., Homagsolan, Urbin, Drecoll, Rückl, A. C. Steinhardt, Hermann Hofmann, Kantorowicz, Löwenbrauerei, Dinse& Eckert, Weylandt, Eckert, Daimler, C. P. Geerz, Erich Meyerfeld, Zum Margrai, Sarotti, Szawe usw.( Forts. foigt.) Prelstanz um deutsche Erzeugnisse Mastermesse in Alt- Berlin Reklamefeuerwerk der Prominentem Die amerikanische Valuta- Sturzbahn Adalbert uad.die 3° Der Stecknadelmann, die Stecknadelfrau Einführung der neuen Sommernachtszeit I. ULAP- Palais- Ball Alles das Beste" 2 Tanz- Orchester 2 Festbureau: Ulap, Alt- Moabit 4-1. Hansa 1641-43. Tafma Shag Th. a. Nollendorfpl. Personi. Gastspie Vorzüglicher Rauchtabak. The Verliebte Lente Bernhard Rose in Uhr Th.d.Westens 8 Uur nicht drängeln Heimliche Brant und Operatia wa Gard- Boglia Das deutsch.Lied Bei Schwäche, Neurasthenie Theater in d.Kommandant. Str. 8: Beginn 5 Uhr. beiderlei Geschlechts 3: Liebe u. Trom Reichshallen Dr.Hoffbauers. Yohimbin- Lecithin- Präparate petenblasen WIND KEN Varieté- Spielplan Rauchen gestattet! 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Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Rohrleger August Bechthold Wilmersdorf, Augustastraße 40 am 4. Auguft gestorben ist. Die Einäscherung findet Donners tag, den 10. Auguft, nachm. 3 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Gemeindefriedhof, Berliner Straße, statt. Unser Rollege, der Schloffer Otto Klabunde appel ist am 4 August gestorben Allee 21a Die Einäscherung findet Donnerstag, den 10. August, vorm. 91/2 Uhr, im Krematorium Berlin. Gerichtstraße, statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung. Die Vertretung der Ukrainischen Sozialistischen Räte- Republit gibt hierdurch bekannt: Laut Beschluß des Allukrainischen SentralExekutivkomitees vom 28 März 1922 werden Unentbehrlich im Haushalt ist Dr. Thompson's Geifenpulver Marke Schwan Es eignet sich nicht nur zum Waschen sondern auch zum Putzen, Scheuern uúbseifen Überall erhältlich Stategorien, die nach ber Beröffentlichung Schlafzimmer bie rader des erwähnten Beschlusses des AUBER im Auslande bleiben und bis zum 1. Januar 1923 von der Bertretung der UGRR. in Deutschland feine Bässe oder dement sprechende Dokumente erhalten, das Recht auf die utrainische Staatsangehörigkeit Derlieren: a) Alle in der Ufraine geborenen Berfonen, die ununterbrochen über fün Jahre im Auslande verweilen, b) Personen, die das Gebiet der UGRN. verlassen und ins Ausland gehen, ohne dazu eine entsprechende Bewilli gung der Sowjetregierung erhalten zu haben, c) Personen, die freiwillig in den Ar meen, die gegen die Sowjetregierung fämpften, gedient oder an Organi fationen, die den bewaffneten Rampf gegen die Sowjetregierung bezwedten, in irgendwelcher Weise teilgenommen haben, d) Berfonen, welche das ukrainische Optionsrecht besaßen, bis zu deffen Ablauf jede tenen Gebrauch davon gemacht haben. Die erforderlichen Erklärungen und Erfundigungen werden von der Vertretung Cich., Schleiflad, Mahag., Kirschb., Speisezimmer Herrenzimmer Wohnsalons Küchen Klubgarnituren Standahren Einzelmöbel Große Auswahl Enorm billige Preise Möbelhaus Hans Lennert Berlin N 54 Lothringerstr. 55 a.Rosenthalerẞl. Verkaufszeit 8-6. ber UGЯ. in Deutſchland, Berlin W 15, 10 000 Mk. Joachimsthaler Str. 35, erteilt. Vertretung der USNN. in Deutschland. Brfst. junges Ehepaar sucht f. Borwärtsstreb. und Juwelenbesitzer Wir schätzen Ihnen kostenlos Ihre Brillanten, Juwelen, Platin, Gold, Silber- Bruch, Perlen, Smaragde und kaufen dieselben zum heutigen wirklich reellen Wert, insbesondere große Steine sowie ganze Nachlässe. Günstiger An- u. Verkauf von Juwelen und ebenso Gemälden. Hubert Hommelsheim G.m.b.H. Legitimation Königgrätzer Str. 123 neben Hotel„ Fürstenhof" am Potsdamer Platz. Zentr. 1923. erforderlich. Erfinder Maßkorsetts Juwelen- Ankauf Auffl. Anreg., g. 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Kaufhaus des Weftens Berlin W 50 Sauentsienstr. Gegen die Verhetzung der Jugend. Ein Erlaft des Kultusministers Boelitz. De? preußische Kultusminister hat an die Provinzialschulkollegien und Regierungen folgenden vom 4. August datierten Runderlah her- ausgegeben. Die Ereignisse der letzten Zeit haben die Notwendigkeit einer Erziehung zu lebendiger Staatsgesinnung, zu einem Staotsideal, in dem Bolksgefühl und Staatsgefiihl sich durch- dringen, mit furchtbarer Deutlichkeit gezeigt. Unser Staat muß in dem Gewissen und dem Pftichtbewußtsein der Jugend gegründet sein, wenn er nicht in seinem Bestände bedroht sein soll. Nur der Wille zum Staat und die Einsicht, daß alle kulturellen Güter auf dem Staat beruhen, daß er die Lebensform der Nation ist, daß Staat, Volk, Persönlichkeit unlöslich aufeinander angewiesen sind, könne das Deutsche Reich vor dem Zusammenbruch rcttem Die staats- bürgerliche Erziehung, diese wichtigste Aufgabe der deutschen Schule, macht es erforderlich, daß von den Schülern und Schülerinnen der mir unterstellten Schulen alles ferngehalten wird, was geetgnef wäre, sie in ihrer Staatsgesinnung zu verwirren oder sie gar gegen den Staat zu beein- f l u s s e n, zu dessen Bürgern und Bürgerinnen sie herangebildet werden und dem sie einmal mst Hingebung dienen sollen. Gegenüber jugendlichen Entgleisungen und V e r- stiegenheiten habe ich bisher geschwiegen. Die Gewissens- konflikte weiter Jugendkreise und die Erschütterungen ihrer Gefühls- «elt sollen durch verständnisvolle Erziehung zum lebendigen Staats- gefühl, zum freiwilligen Gehorsam gegen das der Rechtsidee ent- sprechende Staatsgesetz, zur freie»? Achtung vor der Republik über- wunden werden. Diese Erwartungen haben sich zu meinem Be- kauern nicht überall erfüllt. Es wird mir von planvollen Der- ketzungen Jugendlicher gegen Staat und Staakssonn berichtet, und es erscheint erwiesen, daß eine Reihe von Zugendverbänden und Schülervereiuen dem Erziehungswillen des Staates entgegenarbeiten und die Autorität des republikanischen Staates, seiner verantwort- l'chen Leiter und seiner Maßnahmen in den Köpfen unreifer Schüler und Schülerinnen aufs schwerste erschüttern. Das aber bedroht den Frieden und die Aufbauarbeit der Schule, erzeugt überhitzte Fieber- ftimmungen und ruft zum Widerstande gegen die Staatsautorstöt, ja zu Schlimmerem auf. In Ausführung der am 19. Juli d. I. getroffenen Bereinbarirng der Unternchtsveruxiltungen der Länder und in Ergänzung dos Runderlaffes vom 11. März 1920 bestimme ich, daß es den Schülern (Schülerinnen) aller Schulen verboten ist, Schülerver- einen oder sonstigen Vereinen anzugehören oder an ihren Veranstaltungen teilzunehmen, die sich nach ihren Satzungen oder nach ihrer Betätigung gegen de nZS t a a t und die geltende Staatssorm richten, seine Einrichtungen bekömpsen oder Mitglieder der Regierung, des Reiches oder eines Landes ver- öchtlich machen. Das gleiche gilt von Vereinen, die nach ihren Satzungen oder nach ihrer Betätigung die verfassungsmäßigen Grundrechte der Deutschen mißachten, Glieder der deutschen Volks- aemcinschaft ihrerAbkunft.rhresGlaubensundihre» Bekenntnisses wegen bekämpfen oder die sonst in ihren Be- strebungen und Zielen die Erziehung zum Bürger der beut- schenRepublikim Sinne des Artikels 14S der Reichsverfassung gefährden. Die Provinzialschulkollegien und Regierungen beaustrage ich, schleunigst für die Durchführung dieses Dcrbotes zu sorgen, lieber jedes einzelne Verbot ist inir sofort unter eingehender Mitteilung der Gründe zu berichten. Daß das Verbot sich ohne weiteres auf diejenigen Vereine bezieht, die von der Reichs- oder Landes- regierrmg oder ihren Organen allgemein verboten find, ver- ficht sich von selbst. Im übrigen blerben die geltenden Vestiinmungen über Schülervereine vorläufig unverändert. Zur Lorbereitung der in Aussicht genommenen allgemeinen Umarbeitung der Bestimmungen über Schülervereine ersucht der Minister, binnen 4 Wochen noch einen besonderen eingehenden Bericht über die Beobachtungen vorzulegen, die in letzter Zeit mit denjenigen Jugentwerbänden und Schülervereinen gemacht worden sind, die mchr oder minder politisch bzw. p a r i e i- politisch gefärbt sind. Es sollte uns allerdings nicht wundern, wenn die deutsch- nationalen Herrschaften in den Provinzialschulkollegien alsbald die Gefährlichkeit der.politisch geführten"' Arbeiterjugend oder andere republikanischen Jugendverein« entdeckten! treffenden Jahre ergaben sich die folgenden Zahlen: 1913: M Pf., 1914; 46 Pf.. 1915: 83 Pf., 1916: 115 Pf.. 1917: 137 Pf., 1918: 161 Pf.. 1919: 274 Pf., 1920; 621 Pf., 1921; 597 Pf. Für Juli 1922 sind die Zahlen noch nicht errechnet. Doch läßt der Kalorienindex der einzelnen Monate von 1922 die gewaltig ansteigende Teuerung erkennen: Januar 918 Vf., Februar 1527 Pf.. März 1752 Pf., April 2075 Pf.. Mai 2304 Pf., Juni 2750 Pf. Di« Saisonschwankungen, die während der Kriegsjahre sehr deutlich zu bemerken sind, nehmen nach dem Krieg« immer mehr ab und treten 1922 bei der unaushalt- sam fortscheitenden Teuerung nicht mel»r in die Etscheinung. Der Haupworteil des Kolorienindex besteht darin, daß man in kürzester Zeit aus den Tag die Indexziffer berechnen kann und daß auf«in- heitlicher Grundlage der Vergleich der Kosten der Ernährung an den einzelnen Orten sich mit dem geringsten Aufwand an Rechen- arbeit ermöglichen läßt. E» läßt sich dadurch für die Berechnung der Ernährungskosten auf wissenschaftlicher Grundlage ein Existenz- Minimum angeben: für andere Lebensnotwendigkeiten ist dies nicht möglich, und die Willkür der Annahmen wird immer größer, je mehr andere Kosten man einbezieht, z. B. Kleidung, Wäsche, Haus- gerät, kulturelle und Luxusbedürfniffe. Die Telegraphen linie zur.verboten«, Skadl". Die Hauptstadt von Tibet, Lhassa, einst die.verbotene Stadt", in deren Vereich kein Europäer eindringen durste, ist seit dem Zuge des englischen Obersten'Äounghusband dem Verkehr erschlossen worden, und Euro- päer gehen jetzt in der.heiligen Stadt" und in den Palästen des Dalai Lama ans und ein. Der deutlichste Beweis für die Erschließung Tibets Ist die Tatsache, die setzt aus Bombay gemeldet wird, daß eine telegraphische Verbindung zwischen Lhassa und Indien geschaffen worden ist. Sin Handbuch der ncnerev Geschichte. Wie das Reichsminifterinm des Innern mitteilt, trifft es zurzeit in Ausführung von Wünschen der Konferenz der Kultusministerien vom 19. Juli die Vorarbeiten für ein Preisausschreiben zur Schaffung eines Hand- buche», dos die neuere Geschichte von de? Französischen Revolution bis zur Gegenwart behandelt. Die Darstellung soll neben den politischen Ereignissen die wirtschaftlichen, sozialen und kultu- rellen Triebkräfte der neueren Geschichte, sowie besonders den Ein- fluß der zur staatsbürgerlichen Mitverantwortung erwachenden breiten Schichten des Volkes gebührend zur Geltung bringen. Wie wir hören, ist als erster Preis ein Betrog von 150 000 M. vorge- sehen, doch sollen auch namhafte Beträge für zweite und dritte Preise bereitgestellt werden, um ein« Reihe tüchtiger Historiker und Päd- agogen für die Arbeit zu interessieren. Die näheren Einzelheiten hinsichtlich des Preisausschreibens und des Preisrichterkollegiums sollen demnächst bekanntgegeben werden. Tie Gastft'kele der Kainmcripiese dcS Moskauer Künstre?. theaterS werden bis ,um 13. Slu-,ust derlöngerl. Als Nenailffilbrung wird noch.Hoffnung auf Segen" von HeyennanZ(zuerff cm 9. klugul») gegeben werden. Weimar-Woche der Thüringer»oskShvchkchule. Di- VoUSboch. schule Thüringen» veranitaltct vom 15. bis 24. September«ine.„Sei- mar-rooche*, in der den SeUnefime: n die ktoisrichen Slälten gezeigt und die Bedeutung unserer Dichter stlr dl« Eiegeiiwarl nahegebracht werden sollen. An stührunacn dinch die llSulccn und Erinueiungsplätze sollen sich B-ivrechungen und ArbcitSgemeiuschasieu in dein iövllisch gelegenen Pari teS TchlötzchenS Ticsurt schließen. Sozialdemokrat und Kirche. Gegen den sozialdemokratischen Pfarrer Eberlein in Stettin war vom Evangelischen Konsistorium ein Ermittlungsverfahren«in- geleitet worden, das damit endete, daß man Eberlein Urlaub bis zum Ende des Jahres anbot, wenn er dann aus dem Kirchendienst aus- scheiden wollt«. Eberlein nahm diesen Vorschlag an, aber der Ober- kirchenrot lehnte am 17. Juli den Vergleich ob und da» Konsistorium lies es nun Eberlein wissen, daß es dos Disziplinarverfahren auf Dienstentlassung gegen ihn durchführen werde. Unter diesen Um- ständen hat, wie die PPN. hären, Cberlein nach 11 jähriger Psarrertätigkeit aus Beruf und Titel als Pfarrer ver- z i ch t e t, weil auch nach seiner Auffassung die Kluft zwischen den Idealen der Kirche und seiner Weltanschauung unüberbrückbar groß geworden fft. Bei der Abschiedsfeier in der Gertrud-Kirche dankte der andere in der gleichen Gemeinde wirkend« sozialdemokratische Geistliche Postor Buchholz dem Postor Eberlein noch einmal für sein selbstloses Wirken im Dienst der Gemeinde. Dann wurde mitgeteilt, daß die Mitglieder des Gemein de-Kirchenrats, die Anhänger der Pastoren Buchholz und Eberlein sind, ebenfalls ihre Aemter niedergelegt haben. Geßler an die Reichswehr. Der Reichswehrminister hat dem Reichsheere fetzt offiziell Kenntnis gegeben von der Erklärung, die er aus Anlaß der im Reichstag von der sozialdemokratischen und unabhängigen Partei übor die Dorgäng« bei der H i n d e n b ur g- F ei er in Kö.rigsberg und über die Beteiligung der Reichswehr bei Regi- mentsfeiern eingebrachten Interpellationen durch seinen Bs- austragten hat abgeben lassen, und von dem Schreiben des Reichs- Präsidenten, in dem er um Einsetzung eines Untersuchungsausschusses für die Reichswehr bittet. Er hat dazu folgenden Erlaß an das Reichsheer gerichtet: „Ich lege Wert darauf, dies« Maßnahme der Truppe bekannt- zugeben uird dabe- zum Ausdruck zu bringen, daß mir eine der- artige Untersuchung als der beste, wenn nicht einzige Weg er» scheint, um die systemcuische Lügenpropaganda gegen das Heer in aller Orffentlichkeit aufzuklären und dadurch die Parteien der Interpellanten im Reichstag zur Anerkennung de» durch- aus loyalen Verhaltens der Reichswehr zu zwin- gen. Das Schild der Reichswehr ist blank. Ihre Haltung und ihr Auftreten wird und muß von jedem Unparteiischen, wie qe- rade jetzt wieder in Oberschlesien, gern anerkannt werden. Wo Fehler vorkommen, die sich in einer so großen Gemeinschaft nie ganz vermeiden lassen, werden sie abgestellt. Wir haben es nicht nötig, uns beschimpfen zu lassen und brauchen kein« Untersuchungen zu scheuen. gez. Dr. G e ß l e r." Dieser Erlaß, der all« seit Iahren von Republikanern jeder Parteirichtung erhobenen Vorwürfe einfach als„Lügenpropaganda" abtut, wird das Selbstgefühl jener monarchistischen Offizierstreise wesentlich stärken, die der Republik nur widerstrebend dienen und jede Telegenheit benutzen, ihr ein Schnippchen zu schlagen. Dafür wird er dos Bertrauen in den persönlichen guten Willen des Herrn Geßler sehr erheblich zu schwächen geeignet sein. Bei dieser Gelegenheit wollen wir eine andere Sache erledigen. Bei der Uebernahme Oberschlesiens ergaben sich erheblich« Diffe. renzen wegen der Flaggen, die gehißt werden sollten. Ein ober- schlestsches Zentrumsblatt brachte ausführlich« Mitteilungen über Ber- Handlungen, die mit Reichsoehrkommairdostellen wegen der Flaggen- frage geführt wurden und bei denen sich ergab, daß die betreffenden Stellen Bedenken gegen da» Hissen der schwarzrotgoldenen Fahne erhoben und, wenn nicht schworzweißrot. so doch höchsten» schwarz- weiß geflaggt haben wollten. Tatsächlich ergaben sich sehr häßliche Konflikte wegen der Flagge. In Kreuzburg sollte das italienische Be- satzungskommando erst der interalliierten Flagg«, dann der Reichs- flagge Ehrenbezeugung machen. Es ergab sich aber, daß keine Reichsflagge vorhanden war und dafür die preußische gehißt wurde. Dieser aber militärische Reverenz zu erweisen, lehnten die Italiener ab und zogen davon, ohne die Reichsfahne grüßen zu können. Diese Aorgänge sind im„Vorwärts" vom 22. Juni besprochen worden in der irrtümlichen Voraussetzung, daß bei diesem Akt des Fahnen- grußes auch Reichswehr anwesend gewesen sei. An dem Berhalten der Reichswehr gegenüber der Reichsflagge wurde sehr scharfe Kritik geübt. Sie ist insoweit grundlos geworden, als die Voraussetzung fehlte, nämlich die tatsächliche Anwesenheit der Reichswehr bei der Fahnenhissung. Wir bedauern dies Mißverständnis. Daß der Mangel an Reichsfahnen in Oberschlesten trotzdem ein Skandal bleibt, ist selbstverständlich. Internationale Sergarbsiterfolidarität. Der Internationale Bergarbeiterkongreß beschloß am Montag. in den amerikanischen Bergarbeiterstreik nicht direkt einzugreisen durch Behinderung der Kohlenbeschaffung. Der Vorstand de» Inter- nationalen Bergorbeiterverbandes schlug eine Tagesordnung vor, in der den streikenden amerikanischen Bergleuten die Sympathie de» Kongresse» ausgedrückt und den Landesverbänden empfohlen wird, ein« Unterstützung von 10000 Pfund für die amerikanischen Genossen auszubringen. In nichtössentlicher Sitzung wurde dieser Antrag mit einer redak- tionellen Aenderung angenommen. In der gestrigen Dormittagssitzung berichtet« G. Dißmann (Deutschland) über das Pensionskassenwesen. Er empfahl die Annahme folgender Entschließung:„Die dem Internationalen Vergarbeiterverband angeschlossenen Organisationen sind bereit, mit aller Energie auch weiter dahin zu drängen, daß da» Los der In- validen, Witwen und Waisen«in bessere» wird. Sie treten daft'ir ein, daß die Berufskrankheiten der Bergarbeiter mit unter das Unfallgesetz einbezogen werden. Sie fordern von der Gesetzgebung der verschiedenen Länder, daß von jetzt ab ein K n a p p s ch a f t s g e s e tz für die Bergarbeiter geschaffen wird. Ihre gefährliche, schwere und gesundheitsschädliche Arbeit erfordert außer der Zahlung der Pension, die auch andere Versicherte er- halten, eine ausreichendeKnappschastspension.die den Bergarbeitern nicht nur zustehen söll, wenn sie berufsunfähig sind, sondern auch damt> wenn sie 50 Jahre alt sind und 25 Jahre Berg- arbeit zu verzeichnen haben. Ferner ist die K r a n k« n v e r s i ch e. r u n g in ollen Ländern dahin auszubauen, daß die Kranken auch wirklich ohne Sorgen um das tägliche Brot ihrer Heilung entgegen- sehen können." Zu der Entschließung waren von verschiedenen Seiten Abänderungsanträge eingegangen, die nach sehr langer Aus- sprach« mit der Entschließung an die Redaktionskommission gingen. Untersuchungen über deutschlands Not. Nrüsirl. 8. August.(MTB.) Tie hier versammelten Vertreter der Zweiten und Wiener Internationale bcschlosien, die Untersuchung über die wirtschaftlich« und politische Lage Deutschlands, mit der sie betraut wurden, an Ort und Stelle fort- zuführen, und setzten die Punkte de» Fragebogen» für diele Untersuchung fest. Sie geben allen Arbeitern bekannt, daß die Lebensbedingungen des österreichischen Proletariats täglich elender werden, und weisen darauf hm, daß seine Lage eine sofortig« ausreichend« i)ilse erfordere. Wivtfdyafi vom legitimen Holzhandel. Uns wird geschrieben: Bekanntlich sollten die Wohnungsfürfo«k*- G esekl- schaften kein Siedlungsholz vom Fiskus mehr bekomme», sondern der Forstfiskus wollte es nach wie vor lieber mit dem legitimen Holzhandel hallen. Wie es mit diesem aussieht, davon bekommt man«in Bild, wenn eine Wohnungsfürsorge-Gesellschast auf dem Holztermin von Margarinefabriken ausgeboten wird. Ein anderes nettes Bild über die berühmte Legitimität des Holzhandels entnehmen wir dem„Holzmarkt": Ein thüringisches Sägewert oersendet(datiert vom 6. Juli) vervielfältigte Schreiben an seine Kundschaft. Diese Vervielfälti- gungen sehen ganz so aus, als ob sie in einein Verbandsbureau her- gestellt find und den Verbandsmitgliedcrn auf deren zu liefernde Briefbogen abgeklatscht wurden, damit diese dann nur die Brief- adressen hineinsetzen und aus diese Weise ein einheitliches Lorgehen aller Verbandsmitglieder erreicht wird. Dieses vervielfältigte Schreiben des thüringischen Sögewerts an seine Kundschaft besagt auszugsweise das Folgende: „Ich habe für Sie noch mehrere Waggons Schnittmaterial zu liefern. Infolge der unvorhergesehenen unruhigen wirtschaftlichen Verhältnisse und des ganz katastrophalen Sturzes der Mark ist eine weitere starke Aufwärtsbewegiing der Holzpreise nicht mehr aufzu- halten. Die Holzlieserung für Sie zu den zugrundeliegenden Preisen auszuführen, ist mir leider nicht möglich. Soweit die Aufträge von mir nicht schon imter dem„Vorbehalt der Lieferungsmöglichkeit" hereingenommen sind, erfolgt die Lieferung unter den Lieferungsbedingungen der Thüringer Säge- w e r k s i n d u st r i e, der ich angegliedert bin. Es gelten somit auch heute in der Holzbranche für alle Verarbeitungswerte, also Säge- werke, für die Berechnung nicht die Preise ain Tage der Auftrags- erteilung, sondern die zurzeit gültigen Preise. Ange- licht« der rapid erhöhten Gestehungskosten sehe ich mich oeranlaßt, die Preise für sämtliche noch an Sie zu liefernden Hölzer mit sofort in Kraft tretender Wirkung um 20 Proz. zu erhöhen und bitte Sie, Ihre Abnehmer hiervon zu verständigen und mir Ihr Einverständnis der Ordnung halber zu übermitteln. Die Lieferung»- bebingungen des Verbandes der Thüringer Sägewerke schützen die liefernden Sägewerte dahingehend, daß in dem Falle sämtliche Auf- träge gestrichen werden, wo der Abnehmer sein Etnverständ- nis zu dem vom Wert geforderten Mehrpeis versagt. Diese Lieferungsbedingungen sind zu einer unbedingten Notwendigkeit ge- worden, wenn sich die Sägewerke schützen wollen. Sollten Sie nicht einverstanden sein, bin ich genötigt, die mir erteilten Aufträge zu streichen." Aus den Bemerkungen, die der„Holzmarkt" dazu macht, geht hervor, daß es sich hier um Einwendungen des Sägewerks gegen Lieferungen handelt, welche zu festen Preisen vereinbart sind. Wenn der„Holzmarkt" dazu bemerkt, daß man unmöglich von jedem Ab- nehmer eines Sägewerks verlangen könne, daß er die Lieferung?- bedingungen des Verbandes kennt, und wenn er in die Auffassung verfällt, als ob ein Berufen auf die Lieferungsbedingungen gegen- über dem Lieferungsvertrage zu festen Preisen wertlos sei, so kann man ihm darin nur beipflichten. Wir möchten daran nur noch die bescheidene Frag« sowohl an den„Holzmarkt", wie an die staatlichen Forstverwoltungen knüpfen, ob sie diese Art legitimen Holz« Handels als die geeigneten Bersorger der gemeinnützigen Bautätig- keit mit staatlichem Bauholz ansehen wollen. Uebrigens macht sich auch im Brennholzhandel die wuchs- risch verteuernde Wirkung des Holzhandels bemerkbar. Während der Forstfiskus an die Verbraucher nur in beschränktem Umfange verkauft, legen sich manche Händler erhebliche Stapel zum Trocknen und Zerkleinern hin. Andere haben noch Bestände aus dem vor- jährigen Einschlag liegen. Die zu billigem Preise eingekauften Mengen werden dann zu den mit der Valuta hochgetriebenen Markt- preisen abgestoßen, wenn die Verbraucher infolge der Kohlennot jeden Preis bewilligen müssen. Die Zustände erfordern hier nicht weniger wie beim Brennholz und beim Papierholz, wo sie schon des öfteren gerügt worden sind, die Aufmerksamkeit der zuständigen Behörden. Erhöhung her Kali preise. In der gestrigen Vollsitzung de« Reichskalirates wurde in der Hauptsache der Antrag des Deutschen Kalifyndikats auf Erhöhung der Inlandshöchstpreise, welcher mit Wirkung vom 9. August 1922 ab eine durchschnittliche Preiserhöhung v o n 3 0 Proz. bei den Kalisalzen und Kalisalz- sabrikanten vorsieht, gegen die vier Stimmen der Landwirt- schaft angenommen. Bon dieser Preiserhöhung sollen aus- geschlossen sein alle bis zum 19. Juni 1922 beim Deutschen Stall« fyndikat G. m. b. H. eingegangenen Austräge der inländischen Land- Wirtschaft und Industrie/ welche noch zu den alten Preisen erledigt werden sollen. Der Reichskalirat hat außerdem iür den Fall, daß bis zum 15. Oktober 1922 die Kohlenpreise, die Kohlenfrachten, die Kohlensteuer, die Löhne und- Gehälter der Kalibergarbeiter und .angestellten oder die eine oder die andere dieser Positionen eine Steigerung erfahren sollten, eine aus sechs Mitgliedern des Reichs- kalirates gebildete Kommission, bestehend aus zwei Vertretern der Kalierzeuger, zwei Vertretern der Kaliverbrouchcr und zwei Vertr-tern der Arbeitnehmer, ermächtigt, vom Tage dieser Steigerung an die am 8. August 1922 vom Reichskalirat beschlossenen Ka'i- preise in demselben Verhältnis zu erhöhen, wie sich die Selbstkosten der Kaliindustrie für den Doppelzentner hierdurch erhöht haben. Sie Beschlußfassung der Kommission soll mit Stimmenmehrheit erfolgen. Die Beschlüsse bedürfen der Zustimmung des Reichswirt- schaftsministerium»._ Devisenkurse. Die amtliche Kurstabelle gibt an, wieviel Mark man aufwenden muß. um die in der ersten Spalte genannte Einheit der aus das be- zeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. 100 holländische Gulden.. 1 argentinischer Papier-Peso 100 belgische Frank.... 100 norwegische Kronen.. 100 dänische Kronen.... 100 schwedische Kronen... 100 finnische Mark..... 1 japanischer Den...... 100 italienische Lire.... 1 Pfund Sterling..... 1 Dollar........... 100 französische Frank.. l brakiliamscher Milrvi».. 100 Schweizer Frank.... 100 spanische Peseta»... 100 österr. Kronen(abgest.) 100 tschechisch« Kronen... 100 ungarisch« Kronen... 100 buigariiche Lewa.... Käufer» «beld.) Kur» 3. August Aerkäuler 29560.00 275.90 5847.65 13058.65 16329155 1987.'. 10 1609.95 3475.65 3400.70 762 04 6182.25 103 37 14431.90 11735.30 1.45i;s 1875 65 48.43 («tief.) flu» 29537.00 276.60 5862.35 13091.35 16370.45 19924.90 1614.05 3484.85 8400 30 763.!'0 6107.75 103.63 14408 10 11764.70 149"., 1880 35 48.57 ■452 60' 7. August flüaftc. «Seid-) flu» 30262.10 277.90 6817.70 13338.30 16604.20 20074.85 16.'4.05 840.50 3440.65 3415.70 751.65 61 17.30 100.87 14182 25 11460 65 1.53 1872.05 42.94 460.40 Verkäufer (Vrlef.) Kur, 30367.90 278 60 5832.30 18366.70 16645.80 20125.15 1629.05 350 50 841035 8424.80 753 43 618270* 101.13 14217.75 11489 35 1.67 1877.35 43.06 461.60 451.40 Die Druckfehler, die sich in den von einem Teil unserer gestri- gen Abendau-gobe gebrachten Kurszetiel eingeschlichen habe», sind in der obigen vervollständigten Kurstafel berichtigt. 100 Polenmark wurden mit etwa 11)4 Mark bewertet. Gewerkschaftsbewegung 18. Verbandstag der Tabakarbeiter. Lohnbewegung der Elbe- Schiffsbefagungen. waren, nicht anerkannt. Amerikanische Arbeiterfragen. Die für die Schiffsbesagungen des Stromgebiets der Elbe getroffene Lohnregelung endet mit dem 12. August. Zum Zwede der Festsetzung der neuen Löhne fanden Verhandlungen am 5. August William 3. Ripley, Professor für Nationalökonomie und statt, die nicht zum Abschluß führten. Von den Arbeit Soziologie an der Harvard- Universität, schreibt in„ The Survey": gebern wurden die überreichten Forderungen der Arbeitnehmer, Die Arbeiterfrage in den Vereinigten Staaten ist mit den Verdie unter Berücksichtigung der beutigen Verhältnisse und nach sorg- hältniffen in feinem anderen Lande der Welt zu vergleichen. Die fältiger Berechnung der heutigen Bapiermarlenswertung aufgestellt ganz außergewöhnliche Zusammensetzung der Bevölkerung der VerDagegen schlugen die Arbeitgeber vor, das Reichsarbeitsartiges Vorgehen. Jeder, der sich mit der amerikanischen ArbeiterEin Gegenangebot erfolgte nicht. einigten Staaten verlangt zu ihrer Lösung ein ganz besonders einzigministerium anzurufen. Um den Wirtschaftsfrieden wenn frage zu befassen hat, stößt dabei immerfort auf die Auswirkunger irgend möglich zu erhalten, haben die Arbeitnehmer sich nicht da der Einwanderung von Europa und anderswoher. Aber es bestehen gegen gewandt. Staaten der Union, die jeder einzeln und auf dem Wege einzelstaathier noch weitere Besonderheiten. Deren eine ist die Bielheit der licher Gesetzgebung die Beziehungen zwischen Arbeiter und Arbeitgeber geregelt haben. Diese verschiedensten Regelungen, die in vielen Fällen zurückgehen bis in eine Zeit, wo die Verhältnisse in den Industrien wesentlich einfacher lagen als heute, werden nur allzu oft von den einzelnen Gerichtshöfen als Grundlage genommen zur Beurteilung der Gültigkeit gegenwärtiger Maßnahmen, wie der Abschließung von Kollektivverträgen, dem Streifpoftenstehen usw. Dies zwingt die amerikanischen Arbeiterorganisationen, einen Druck auf die Arbeitgeber auszuüben; und gerade für diese Beziehungen und Auseinandersetzungen erweist sich die heterogene Zusammensetzung der Bevölkerung als ein llebel. ein die Schiffsbefagungen befriedigender Schiedsspruch gefällt wird. Die bisher gemachten Erfahrungen lassen nicht erwarten, daß In diesem Falle ist der Streit in der Elbeschiffahrt unvermeidlich. Bom 7. bis 12. August hält im Volkshaus in Dresden der Deutsche Tabatarbeiterverband seinen 18. Verbandstag ab. Der Labafarbeiterverband hat seit seinem letzten Verbandstag vor drei Jahren die Zahl seiner Mitglieder start vermehrt, insbe= sondere die der weiblichen; ebenso die Zahl der Ortschaften, in denen Zahlstellen des Verbandes errichtet werden konnten. Die ent sprechenden Zahlen lauten: Ende 1918 362 3ahlstellen mit 35 382 Mitgliedern; Ende 1921 669 Bahlstellen mit 129 155 Mitgliedern. Der 3uwachs beträgt demnach 307 Bahlstellen und 93 773 mit glieder. Die Zahl der männlichen Mitglieder erhöhte sich von 10 895 auf 26 783, die Zahl der weiblichen von 24 487 auf 102 372. Die hohe Ziffer der weiblichen Mitglieder entspricht dem Verhältnis der weiblichen Beschäftigten in der Tabakindustrie und ist sehr erfreulich. Von ihrem Bestehenbleiben wird sehr wesentAus dem pommerschen Landarbeiter- Paradies. lich eine wirksame Bertretung der Arbeiterinteressen in der Tabak- Die Arbeitgebergruppe des Pommerschen Landbundes, Kreisindustrie abhängen. Auf die einzelner Branchen der Tatatindustrie gruppe Lauenburg, hat am 31. Mai ein Rundschreiben veröffentlicht entfielen Verbandsmitglieder am Schluffe 1921: 3igarrenherstellung und zu einer Sigung am 10. Juni eingeladen. Auf der Tagesord96 460( 74 907 weibliche), 3igarettenherstellung 23 951( 21 748 weib- nung stand: liche), Rautabatherstellung 2997( 1845 weibliche), Rauch, und Schnupftabatherstellung 5128( 3520 weibliche), sonstige Tabalbranchen 619( 352 weibliche). Wie die Mitgliederzahl, so stieg auch das Vermögen des Verbandes ganz erfreulich. Es betrug am Schlusse 1918 784 213,82 M., am Schlusse 1921 9 902 700,87 M. Dieser Stand genügt aber nicht, soll der Verband allen seinen Aufgaben voll gewachsen sein. Es werden deshalb den Beitragserhöhungen aus den letzten Jahren noch weitere folgen, und daneben wird auch die richtige Eingruppierung aller Mitglieder nach der Verdienstklasse, der sie angehören, bewirft werden müssen. Die Lohnregelung in der Metallindustrie abgelehnt. Die Berliner Metallarbeiter haben in der am Montag vor genommenen Urabstimmung, die zwischen dem Verband Berliner Metallindustrieller und dem Deutschen Metallarbeiterverband getroffenen Vereinbarungen über die neue Lohnregelung mit großer Mehrheit abgelehnt. Für Annahme wurden 27 054, für Ab lehnung 55 199 Stimmen abgegeben. Der Verband Berliner Metallindustrieller wird heute zu der durch die Abstimmung geschaffenen neuen Lage. Stellung nehmen. " Streifgefahr im Eisenhandel! Im Groß Berliner Eisenhandel hatten die beiden Lohnkom missionen neue Lohnsäge für August vereinbart, denen die Kommission der Arbeitnehmer zugestimmt hatte. Der Arbeitgeberverband teilt soeben mit, daß seine Mitgliederversammlung dieses Angebot zurückzieht. Falls nicht noch bis morgen abend der Arbeitgeberverband eine andere Mitteilung macht, wird der Streit im Eisenhandel unvermeidlich sein. Die Versammlung, die am Mittwoch, abends 6 Uhr, im großen Saal des Gewerkschafts. hauses tagt, wird dann zu keinem anderen Resultat kommen, als dem der sofortigen Arbeitsniederlegung. Die Arbeitgeber haben es in der Hand, diesen Schritt zu vermeiden, indem sie die von ihrer eigenen Kommission gutgeheißenen Säße annehmen. 1. Der Streit sowie Verteilung der durch den Streik verursachten besonderen Kosten, 2. Erweiterung des Flurschutes durch Feldhüter, 3. Sonstiges. In dem Rundschreiben heißt es u. a.: ,, Die Frage der Räumung der Wohnungen durch die endgültig entlassenen Streifheger ist überall brennend. Renitenten Leuten ist natürlich die Bieh weide zu sperren und das Beziehen von Nahrungsmitteln auf dem Gute nach Möglichkeit zu erschweren. Die Beschäftigung derartiger arbeitslos gewordener, aber noch in ihren Wohnungen fizender Leute auf Nachbargütern als Fremdarbeiter( z. B. bei Moor: gleichfalls unbedingt unterbleiben. Es wird gebeten, arbeiten ohne ausdrückliche Zustimmung des Heimatgutes) muß die Beamten besonders hinzuweisen. Innerhalb der Gewerkschaften selbst und zwischen denselben Spigen fich nationale Gegensätze zu. Die daraus entstehenden Gewalttätigkeiten werden gemeinhin auf Machenschaften der Arbeitgeber zurückgeführt, was nicht in jedem Falle zuzutreffen braucht; man erinnere sich etwa daran, daß auf der letzten Jahresversammlung des Gewerkschaftsbundes in Cincinnati ein Antrag der jüdischn Arbeiterverbände, gegen die jetzige Pragis der Einwanderungsbeschränkung eine Entschließung zu fassen, entschiedene Ablehnung gefunden hat. Wo der Boden schon jetzt für eine Wirksamkeit des Arbeitnehmer- In welcher Weise sich die Arbeitgeber die nationalen Verschiedenfekretärs reif erscheinen sollte, wird gebeten, ihn beim Landbunde an- heiten zunuze machen, zeigt etwa die Praxis mancher Betriebe, nach den nächsten Wochen noch nicht beabsichtigt, da im Augenblick die gen. Die Unmöglichkeit, sich zu verständigen, mag in vielen Fällen zufordern. Im allgemeinen ist sonst eine weitere Propaganda in Möglichkeit nie zwei Arbeiter gleicher Zunge zusammen zu beschäftiTatsachen Abzüge, Räumungen usw. dieser Propaganda erst dazu dienen, müßige Unterhaltungen auszuschalten; sie verhindert den Boden bereiten und die Leute erst zur Besinnung kommen sollen aber gleichzeitig auch eine Diskussion der Arbeiter über ihre Lage und über das, was der Streit ihnen beschert hat. Das Direktorium in Stettin hat den Wunsch, Schupobeamten eine Kritik an dieser, wie auch den Zusammenschluß der Araus dem zuverlässigen Grünen- Verbande" einen beiter zu dem Zweck, Forderungen an den Arbeitgeber zu stellen. Sommererholungsurlaub zu ermöglichen. Es wird ge- Es kommt auch vor, daß von Unternehmerseite Streitbrechertrupps beten, bis zum 15. Juni hierher mitteilen zu wollen, welche Güter nach ihrer Nationalität zufammengestellt und gegen Streifende welcher Zeit. Soweit kleine Dienste, wie Bewachung von Obstalleen schwer verständigen können, was zur Folge hatte, daß es in manchen derartige erholungsbedürftige Schupoleute bei sich aufnehmen und in anderer Nationalität verwendet werden, mit denen sie sich nur sehr usw., verlangt werden, wird gebeten, dies ausdrücklich anzugeben. Fällen, vor allem bei den verschiedenen Bergarbeiterstreiks, zu blutibeamten zu zeigen, daß für sie gesorgt wird." Es liegt im Intereffe der Sache, deutsch gesinnten Supo- gen Busammenstößen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Rundschreiben enthüllt flar und eindeutig die Gesinnung und das Weiterhin besteht angesichts eines solchen Menschenkonglomerats Das Schreiben ist unterzeichnet von Dr. Graf v. d. Golg. Das Nationalitäten gefommen ist. Ziel des Bommerschen Landbundes. Die Junker fühlen sich wieder die Schwierigkeit, den Arbeitergefeßen Gültigkeit zu verschaffen; im Sattel, und nicht nur in Pommern. An einen Landarbeiter N. hierauf bezügliche Anschläge in den Fabrifräumen müßten in vielen fandte der Vertreter eines Gutsbesizers ein Schreiben, das folgende, Fällen in über fünfzig Sprachen gedruckt werden. Und es ift für für den Bildungsgang des Herrn bezeichnende Bemerkungen enthielt: Aufsichtsorgane nahezu unmöglich, an Hand der Lohnlisten bei einer Wie der ganze gang hier ist, wird Ihnen doch wohl schon Ihr immer wieder geänderten Schreibung des Namens eines Arbeiters Sohn mitgeteilt haben:, Nehmlich wir dulden feinen, der im verband ist noch irgend wie betätigt oder sticheleien oder hintericks wiegeleien einen Arbeitgeber der lebertretung des 54- Stunden- Gesetzes oder Abschluß der Lohnbewegung der Kellerarbeiter. macht? des Kinderschutzgesetzes zu überführen. Die in den Weingroßhandlungen und Likörbetrieben beschäftigten sofortigen Kindigung. Sozialdemokratische betätigung irgendwelcher Art ist Grund der Arbeiter, Arbeiterinnen, Kutscher und Kraftwagenführer, die im Deutschen Transportarbeiterverband organisiert sind, hatten mit holungsbedürftigen Grünen Berband" der Stettiner Schupobeamten Wir empfehlen dem Minister des Innern, sich einmal den er Rücksicht auf die enormen Teuerungsverhältnisse die Forderung auf genauer anzusehen. Vielleicht ist es notwendig, diese erholungs eine Lohnzulage von 730 M. pro Woche für männliche und von bedürftigen Beamten dauernd zu beurlauben. Diese Haltung er 600 M. für weibliche Beschäftigte gestellt. Die Arbeitgeber erinnert nicht allein an gewiffe amerikanische Praktiken, sondern auch klärten diese Forderung als unerfüllbar. Eine so hohe Belastung an eine hart an die Grenze der Käuflichkeit gehende Bereitwilligkeit könnten die Betriebe nicht tragen. Nach längerer Verhandlung für kleine Dienste". machten die Arbeitgeber folgendes äußerstes Zugeständnis: Zu den bestehenden Löhnen wird für männliche Beschäftigte eine Zulage Der 2. Kongreß der Internationalen Landarbeiter- Föderation von 500 m., für weibliche von 382 M. und für Jugendliche von tagt vom 15. bis 17. August in Wien. Ihm liegen Anträge vor auf 298 bis 397 m. gezahlt. gefeßliche Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Stellung ber Die Versammlung am 7. August nahm den Bericht der Bohn Landarbeiter, gegen den Militarismus, ein Antrag des Deutschen kommission entgegen. In der sehr lebhaften Diskussion wurde Landarbeiterverbandes auf Anpassung der Beschlüsse und lebermehrfach darauf hingewiesen, daß die gemachten Zugeständnisse nicht einkommen der Konferenz von Washington 1919 ausreichend seien. Das Lohnabkommen müsse abgelehnt oder bei betreffend den Schutz der Arbeiter in Industrie und Gewerbe auf die der nächsten Lohnverhandlung ein Ausgleich geschaffen werden. Die Landwirtschaft in allen Mitgliedstaaten der Internationalen ArbeitsAbstimmung ergab eine starke Mehrheit für Annahme. Gedrudte organisation des Bölkerbundes. Ein Antrag des Desterreichi Exemplare des Lohnabkommens sind im Verbandsbureau, Engel- fchen Verbandes will die Verschmelzung der Gewerkschaftsufer 24/25, Zimmer 88, gegen Vorzeigung des Mitgliedsausweises verbände verwandter Produttonszweige, so daß alle Arbeiter von zu haben. der Urproduktion bis zur Edelverarbeitung einer großen Gewerkschaft angehören Derselbe Berband will den 3u Beihilfen an Lehrlinge des Baugewerbes. fammenschluß der Kleinbauern, Säusler und KleinDer Reichsarbeitsminister hat durch ein Rundschreiben an die liche Ausbildung in allen Fragen der landwirtschaftlichen pächter zu einer Gilden organisation. Ferner fach Regierung der Länder vom 15. Juli d. J. mitgeteilt, daß er aus Produktion, wozu die Regierungen die nötigen Einrichtungen schaffen Mitteln der Erwerbslosenfürsorge 1 Million Mart zur Förderung sollen. Ein Antrag der Engländer nimmt zu den Bestrebungen der Lehrlingshaltung im Baugewerbe zur Verfügung gestellt hat. nach einer weltumfassenden Regelung der Nah Die Landesberufsämter, denen die Mittel zur Verfügung gestellt rungsmittelproduktion Stellung, die er begrüßt, sofern die werden können, sollen davon ein Fünftel für Werbezwecke( zur Er- Interessen der Landarbeiter dadurch nicht beeinträchtigt werden und lernung des Bauhandwerks) und ein Fünftel für Sachleistungen die Landarbeiterorganisation in allen Körperschaften und Konferenan Lehrlinge des Baugewerbes verwenden. zen, die sich mit landwirtschaftlichen Fragen vom internationalen Ges Diese Sachleistungen sollen als einmalige Beihilfen solchen fichtspunkte aus befaffen, eine angemessene Bertretung erhalten. Die Lehrlingen gewährt werden, deren finanzielle Notlage eine Unter- holländer wollen, daß die Organisationen der Gartenarbeiter sich stügung notwendig macht. Sie sollen in der Regel 1500 m. nicht der Internationalen Landarbeiterföderation anschließen. übersteigen und sind durch das örtliche Berufsamt beim LandesZentralverband der Angestellten. berufsamt zu beantragen. Voraussetzung ist, daß ein ordnungsmäßiges Lehrverhältnis mit Lehrvertrag vorliegt. Die Zahlung solcher Beihilfen an Lehrmeister soll in der Regel ausgeschlossen fein. Die Beihilfen können verwendet werden: zur Lieferung von Arbeitsgerät und als Beitrag zur Beschaffung von Arbeitskleidung, als Buschüsse an die Eltern für die Kosten des Rebensunterhalts des Lehrlings, als Beiträge zu den Fahrtkosten von und zur Arbeitsstelle, als Beiträge für Unterbringung in Lehrlingsheimen. Es ist notwendig, in Arbeiterkreisen Kenntnis von dieser Unterstüßungsmöglichkeit zu verbreiten, damit nicht ohne zwingende Gründe Jugendliche in das große Heer der ungelernten Arbeiter gedrängt werden. Donnerstag 5% Uhr in den Bentral- Festfälen, Alte Jakobftr. 30/32, Mitglieder. Samt und Geibenwarengroßhandel: versammlung. Baumwoll, Leinen- und Kleiberstoff- Großhandel: Freitag fammlung. 5% Uhr in der Neuen Philharmonie, Köpenider Str. 96/97, MitgliederverDeutscher Transportarbeiterverband. Branche 7, Graphisches Gewerbe, Gruppe( Bapier und Rappen): Donnerstag 5 Uhr in der Schulaula, Stall schreiberstr. 54a, Gruppenversammlung. Bericht von der Lohnverhandlung. felfchaftshaus Hein, Spandau, Nitterstraße, Versammlung unserer Funktionäre Verband der Gemeinde. und Staatsarbeiter. Donnerstag 6 Uhr im GeDonnerstag 6% Uhr in Heinrichs Festfalen, Große Frankfurter Str. 51, Berfür den 8. Berwaltungsbezirk( Spandau). Branche 7, Bart und Friedhöfe: fammlung der Funktionäre( Betriebsräte, Beitragssammler und Obleute). Die Branchenleitung. überwiegend bewölft mit zahlreichen, meist geringen Regenfällen. Bielfach Wetter bis Montag mittag. Ziemlich warm, zeitweise beiter, jedoch Gewitter. Auch den Arbeiterorganisationen erwachsen Schwierigkeiten aus dieser babylonischen Sprachverwirrung. Sie müssen ihre Flugblätter Bielsprachigkeit der Arbeiterschaft ihren Stab von Agitatoren erheb etwa in wenigstens sechs Sprachen druden lassen und angesichts der lich vergrößern. Dazu kommt die Verlegenheit, vor allem in fritischen Beiten, gleichzeitig Bersammlungsräume für die Nationalitäten gruppen innerhalb ein und derselben Gewerkschaft aufzutreiben. Bei dem Tertilarbeiterstreif in den Neu- England- Staaten z. B. waren an einem Orte allein 15 Romitees aufgestellt worden, entsprechend den verschiedenen unter den Streifenden vertretenen Nationalitäten. Man wird sich vorstellen können, wie leicht es für jemand, der ein Interesse daran hat, sein muß, unter solchen Gruppen Mißtrauen zu fäen. Und der Polizist, gemeinhin irischer Abkunft, tut das Seine, um sein Autoritätsgefühl zum Ausdruck zu bringen, wenn es zu Zusammenstößen tommt zwischen Leuten, die für seinen schlichten Verftand Gefeß und Ordnung repräsentiren, und den unwissenden Ausländern". Rassen und der verschiedenen Lebenshaltung unvermeidlich bei den Aber auch in den Massen selbst schafft der scharfe Gegensatz der Eingefeffenen ein ftarfes Klaffenbewußtsein; die armseligen Kreaturen" hält der Durchschnittsamerikaner für etwas von ihm voll. die ersten großen irischen Auswanderermassen nach den Neu- Englandtommen Berschiedenes. Als nach der Kartoffelhungersnot in Irland Weberdörfern tamen und ihr Elend mit dorthin brachten, und als demgegenüber die Arbeitgeber Neigung zeigten, durch Wohltätigkeitsmaßnahmen einen gewiffen Ausgleich zu schaffen, da begannen die sozialen Gesichtspunkte der Arbeiter auf der einen und der Arbeitgeber auf der anderen Seite sich in eigentümlicher Weise zu ver schieben. Es hat sich von daher eine instinktive Feindseligkeit der Arbeiterorganisationen gegen solche Maßnahmen erhalten, die sich allerdings nicht auf die Vereinigten Staaten allein erstreckt. Angesichts sclcher Tatsachen und der entsprechend nur sehr lang Boden eines wohlgegründeten sozialen Programms mag es wunder. famen Heranbildung einer Solidarität der Arbeiterschaft auf dem nehmen, nicht daß die Lage der Arbeiter in den Bereinigten Staaten um wenigstens ein Menschenalter hinter der in England und Deutsch. land zurück ist, sondern eher, daß sie es nicht noch weit mehr ist; verhältnisse bestehen, kommt noch die weitere Romplizierung durch denn zu den Schwierigkeiten, die auf Grund der Einwanderungsdas Negerproblem hinzu, ein besonderes und sehr entmutigendes Rapitel in der Geschichte der amerikanischen sozialen Verhältnisse. Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 8. Berantw. für ben rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Hierzu 1 Beilage. WENESTI RUND ARCAY BERLIN E RUND NEST WENEST RUND RUN WENE FEINE MILDE CONSUM- ZIGARETTE MIT UND OHNE GOLD!