Nr.375 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 181 Bezugspreis: Für den Monat August 90,- R., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Oesterreich und Luremburg 138,- M., für das übrige Ausland 172, M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho Slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 25,- M. Reklamezeile 125.-M. KleineAnzeigen" das fettgebruďte Wort 7, M.( zulässig zwei lettge druckte Worte), jedes weitere Wort 6, M. Stellengesuche und Schlai stellenanzeigen das erste Wort 4,- 901. jebes weitere Wort 3,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwe Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Belle 10,-. Anzeigen für die nächste Rumme müffen bis 4 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Cinden straße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Donnerstag, den 10. August 1922 Ablehnender Sachverständigen- Entscheid. Ministerrat in Frankreich und England.- Morgen Vollsikung der Konferenz. Condon, 9. Auguf( Reuter.) Der Bericht des Sach- Rheinufer erfolgen. In dritter Linie dürfte man alsdann, wenn verständigenausia jes über die Vorschläge Poincarés auch das nicht zum erwünschten Ziel führen sollte, die Aufrichtung ift überreicht worden. Der Ausschuß ist zu dem Schluß gekommen, der beiden 3011fchranten am Rhein und im Ruhrgebiet bedaß die Vorschläge überhaupt teine außerordentlichen fchließen, aber nicht als Mittel, Zahlungen herbeizuführen, sondern Gelder von Deutschland einbringen würden. als Ganttion. Belgien erkläre, man dürfe nicht zugleich von Hinsichtlich des Vorschlages, daß die Alliierten eine Kontrolle produktiven Pfändern und von Santtionen sprechen, sondern man über die deutschen dem Staate gehörenden Kohlenbergwerte müsse fagen: Heute produttive Pfänder, morgen und Forsten errichten sollten, ffimmie der italienische und der Santtionen. japanische Vertreter darin überein, daß eine solche Maßnahme 3wedlos fel, außer als Sanktion. wünscht sei. Frankreich für ein Kompromiß? 11 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Haubtexpedition n. InseratenAbteilung: Donhoff 2506-2507 Das Erziehungsproblem. ergelen. Bon Dr. R. Streder, Hessischer Unterrichtsminister a. D. In Genf waren vom 28. Juli bis 1. August Schulmänner der Pädagogit zu erörtern. Auf der Tagesordnung stand die aller Erdteile versammelt, um brennende Gegenwartsprobleme Frage des Geschichtsunterrichts, sodann die des Verhältnisses von Philosophie und Moral sowie der sozialen Bildung. Uns Sozialisten schien manchmal, um dies gleich oorweg zu nehmen, das lehte entscheidende Wort zu fehien, eine gewisse Scheu vor den notwendigen letzten Konfe quenzen, die Ergebnisse der Diskussion in etwas zu entwerten. Aber diese Feststellung soll feineswegs den Wert der Konfe renz in Zweifel ziehen. Gerade wer als Pädagoge beurteilen Was die vorgeschlagene 3ollinie zwischen dem befehten Ge- Parifien" meldet: Die Regierungschefs und die Sachverständigen Paris, 10. Auguft.( WTB.) Der Berichterstatter des Betit fizzenhafte Andeutung ist, der wird dankbar jeir für die Unfann, wie sehr unser Programm in Schulzingen noch bloße biet und dem übrigen Deutschland anlangt, so waren alle Ulliierten haben sich dahin geeinigt, daß die Summen, die dem Garantie. regungen, die sich aus der von den verschiedensten Gesichts. außer Frankreich der Ansicht, daß eine solche Maßnahme uner- ausschuß direkt überwiesen werden sollen, also die punten aus geführten Diskussion über die Genfer Probleme 26 prozentige Abgabe und die 3olleinnahmen, mähGegen die Anregung, daß die Alliierten einen Anteil von rend der Dauer des Moratoriums vom Ausschuß der deutschen Re- phisch moralischen Betrachtungen, die Erörte Am wenigsten fruchtba: schienen mir die philoso= 60 Proz. an den deutschen hemifchen Fabriten über- gierung übermittelt werden, anstatt Reparationszweden zu dienen. rungen des Verhältnisses von Religion, Wissenschaft und nehmen sollten, erhoben alle Alliierten außer Frankreich Wider- Man glaube, daß man dadurch ein energischeres Drudmittel gegen Sittlichkeit zu sein. So bedeutiam diese Fragen an sich gewiß Phisch moralischen Betrachtungen, die Erörte spruch und betrachteten eine folche Garantie nur als einen Grund Deutschland in Händen habe, als es irgendeine territoriale Besetzung find, laffen sie sich doch eben nicht auf Rongreffen entscheiden, für Deutschland, mehr Papiergeld zu druden. sein würde. Dieses in London erzielte Ergebnis fei und sind gerade in der gegenwärtigen chaotischen Zeit ron Die nächste Sihung der Konferenz wird am Frei- nicht ohne Bedeutung. Warum müsse also über die Frage definitiven Lösungen: weiter entfernt denn je. Hier wollten tag früh flattfinden. Die britischen Minister nehmen den Stand- der Zollschranken am Rhein und Ruhr, deren Schaffung die franzö Metaphyfiter und Hrchliche den Moralunterricht auf die Repunkt ein, daß es nicht wünschenswert fei, irgendeine Meinung über fische Delegation empfehle, ein Konflikt ausbrechen? Nicht zufrieden ligion gründen; Positivisten auf eratte Wissenschaft, der Berdie Lage zu äußern, bevor sie mit ihren Kollegen beraten haben. Damit, die Beschlagnahme gewiffer Einnahmequellen Deutschlands, treter des Agnostizismus glaubte, für die Moral jeder belon Ministerrat auch in Frankreich. die nunmehr die Zustimmung der Alliierten gefunden habe, vorzu deren Stüße entbehren zu fönnen. So standen sich Männer schlagen, halte es die französische Regierung offenbar für unerläßlich, wie Paul Barth Leipzig, August Forel- Zürich, Paris, 10. August.( WTB.) Ministerpräsident Poincaré indirekt zum System der Santtionen zurückzukehren, auf die Gefahr 21 fred Brisy- Paris, Ostar Ewald- Salzburg und hat gestern den Präsidenten der Republik miller and über den hin, die Finanzlage Deutschlands zu verwideln. Man tönne fich je Brisio Casiola Italien- um ein paar HauptStand der Beratungen unterrichtet und ihn ersucht, einen Mi- doch nicht verheimlichen, daß dieser Plan fämtlichen Allierten Frant nisterrat einzuberufen, da Lloyd George feinerseits sich ent- reichs unangenehm sei. Während sie in dem ersten Teil der Maß- namen zu nenneneinander gegenüber. schlossen habe, einen Kabinettsrat abzuhalten. Die französischen nahmen einen Fortschritt erblickten, der nicht nur Reparationszah Minister werden sich daher heute vormittag unter Borsiz des Präfi- lungen, sondern auch eine Stabilfierung der Mart mit sich bringen denten im Elysee zusammenfinden. fönne, betrachteten sie die Wiederaufrichtung von Zollschranken im Innern Deutschlands als einen Rückschritt, der zu den größten Berwicklungen führen würde. Es sei flar, daß diejenigen, welche die Verantwortung für Frankreichs Befchlüffe tragen, diese Tatsache nicht auker acht laffen würden. Sie würden ihre endgültige Entscheidung erst nach reiflicher Ueberlegung treffen. Der belgische Kompromißvorschlag. Paris, 10. August.( WTB.) Ueber den belgischen Kom. promißvorschlag erfährt der Sonderberichterstatter des„ Echo de Paris", Belgien dürfte zuerst empfehlen, die geplante 26- Pro 3.Abgabe von der Ausfuhr und die Einziehung der 3oll= einnahmen durchzuführen. Sollten diese Maßnahmen nicht genügen, um Deutschland, wie das Blatt sich ausdrückt, auf den rechten Weg zu bringen, dann dürfte die Beschlagnahme der Staatsbergmerte und Staatsmälder auf dem linken 100 Deutsche ausgewiesen. Paris, 10. Auguft.( WEB.) Mafin" berichtet, daß geffern etwa 100 Deutschen in Elfah- Cothringen ein Ausweisungs befehl zugestellt wurde, der heute ausgeführt würde. H. Anders wurde die Sache, wo die moralischen Probleme für sich behandelt wurden, und ganz besonders, wo sie in das Gebiet der sozialen Moral übergingen. Hier leuchten Fragen der Praxis, der pädagogischen Technik auf, in denen die Vertreter der verschiedensten Weltanschauungen doch sehr wohl zu Verständigungen gelangen fonnten. Auch war intereffant zu beobachten, wie manche der Probleme, die uns deutsche Schulreformer beschäftigen, in Wirklichkeit pädagogische Weltprobleme genannt werden können. So trat der Begriff der Arbeitsschule, der école active start in den Lern- und Tatschule treten. An Stelle der Erziehung zu egoBordergrund. An Stelle der Lern- und Buchschule soll die iftischer Streberei eine solche zu gegenseitiger Hilfe, an Stelle des blinden Autoritätsprinzips die Idee bewußter freiwilliger Gemeinschaftsarbeit. Es mar besonders der Schweizer Herwerden können, es trifft Leute, die zum größten Teil bereits mann Erbler, Direttor eines Landerziehungsheims, der feit langer Zeit in Gefangenschaft fizen und deren Bergehen dieses Programm im großen Zusammenhang wirkungsvoll Condon, 9. Auguft.( WEB.) Reuter meidet aus Riga: Der fannt war. Uebersicht man das Ergebnis der 77 Berhand rate als spezielle Erläuterungen zu diesem Brogramm begegen die Staatsgewalt der Sowjetregierung ebenjolange be- entwickelte. Man fann eine große Anzahl der übrigen RefeMostaner Oberste Gerichtshof hat gefiern über die Hauptführer lungstage, so ergibt sich sogar, daß die Schuld geringer trachten. der Sozialrevolutionäre das Todesurteil ausge- ist, als man ursprünglich anzunehmen geneigt sprochen. Ihre Namen lauten: Goh, Donskoj, Gerffein, Gendelman, war. All das läßt den Urteils spruch als eine willkürliche chologie der Versuchung darlegte, die hauptsächlich darin beSo sei hervorgehoben, was Paul Büro über die PsyGrabowsky, Lihatschew, Iwanow, Eugenie Ratner, Elfiud, Timo- Maßnahme erscheinen, für die nicht rechtliche, sondern fieht, daß das Individuum sein nichtsoziales Berhalten in der fejew, Morocoff, Aljanow, Altowsky und Helene 3wanowa. Der politische Gesichtspunkte maßgebend sind. Alruffische Zentralvollzugsausschuß hat befchloffen, das Todes. Regel damit entschuldigt, daß es feinen eigenen Fall als einen Aber derartige Erwägungen stoßen in einen luftleeren unter feine Regel paffenden Ausnahmefall betrachtet. urteil zu bestätigen, aber feine Ausführung aufzu- Raum. Tatsächlich hat die fommunistische Staatsgewalt Ruß- Uebrigens wirkte Büro felbft, ohne es zu wollen, als lebende schieben, die indeffen zu einem baldigen Zeitpunkte stattfinden lands von vornherein gar nicht bestritten, daß es ihr lediglich llustration hierzu. Sowohl seine Eremplifizierung auf foll, falls die fozialrevolutionäre Partei ihre Gewalttaten und Spio- darauf ankomme, in diesem Prozeß ihr Partei intereffe zu deutsche Kriegsverwüstungen wie feine Darlegungen bei nage gegen die Sowjetregierung nicht einstellen sollte. der Friedenskundgebung des 30. Juli waren weit mehr nach der gemeinsamen Aufgabe der internationalen Kooperation hin orientiert. Todesurteile im Moskauer Prozeß. Die Ausführung aufgeschoben. Der Humanité" zufolge sind zwei der angeklagten Sozialrevoolutionäre freigesprochen, 10 der Angeklagten sind zu Gea fängnisstrafen von 2 bis 10 Jahren, 14 zum Tode verurteilt und weitere 10 begnadigt worden. wahren, und daß ihr nichts so gleichgültig sei wie Recht und Unrecht. Nicht um die Sühne von Bergehen handelte es sich, sondern um eine Radikaltur an der Sozialrevolu tionären Partei, die der kommunistischen Dittatur um Interessant waren die Resultate von gut organisierten so unbequemer werden muß, je mehr sie genötigt ist, ihr ar- Enqueten über Einstellung der Kinderwelt zu beiterfreundliches Mäntelchen fallen zu lassen. Wie man heute Geld und Krieg. Die erstere zeigte ein leider erschreckenNach unserem westeuropäischen Rechtsempfinden ist das mit den Sozialrevolutionären verfahren ist, wird man morgen des Vorherrschen des materialistisch egoistischen Interesses Massentodesurteil gegen die Angeklagten der ersten Gruppe mit den Menschemisten verfahren und mit denjenigen, von schon bei der Jugend. Erfreulicher mar die starte Abneigung, im Prozeß gegen die Sozialrevolutionäre ein Justizver- denen zu befürchten ist, daß sie im russischen Volk Boden faffen. mindestens aber fritische Stellung zum Kriege. Als in der brechen, wie es empörender nicht gedacht werden kann. Die Kommunisten wissen nur zu gut, daß ihre Diktatur ledig. Diskussion die Frage des berechtigten BerteidiIn der ersten Gruppe sigen jene Führer der Sozialrevolutio- lich von den Spigen der Bajonette getragen wird, und sie gungstrieges aufgeworfen wurde, erkannte man freilich nären Partei Rußlands, die an ihrer Ueberzeugung und dem- handeln danach. Den Stommunismus haben sie längst über sogleich wieder, wie schwer fich in der Praxis auseinandergemäß an der Opposition gegen die kommunistische Diktatur Bord geworfen, geblieben ist bie Diktatur. Und diese Dittatur halten läßt, was in der Theorie sauber zu scheiden feine festgehalten haben. Sie führten einen offenen Kampf gegen ist, wirtschaftlich, politisch und kulturell ge- Schwierigkeiten bietet. Wertvoll waren die Anregungen zur Dieses System, der sich nach einer Periode bewaffneten Biber- fehen, fein Fortschritt, sondern ein Rückschritt, der seinen praktischen Ausmünzung der mütterlichen Instintte standes feit geraumer Zeit auf die nach unseren Begriffen Vergleich nicht in der Zeit des letzten 3aren, sondern in den bei der weiblichen Jugend sowie auch die zur Einführung der legalen politischen Mittel beschränkte. Die zweite Gruppe Anfängen der russischen 3arengeschichte Rooperation in die Schulen und zur ethisch erzieherischen Befeßt sich aus jenen schwankenden Gestalten zusammenn, die zu- findet. handlung des Arbeiterproblems. Hinter diesen Referenten nächst gegen den Willen der zum Tode ver- Die Bollzugsgewalt hat das Todesurteil bestätigt, aber( Bieczŋnsti, Cuninal, Beenstra) tauchten die geurteilten Angeklagten die Kommunistendittatur es hat die Bollstreckung aufgehoben, um das weitere Berhalten waltigften fozialen Brobleme im Hintergrunde auf, dasjenige mit dem Terror befämpften, um dann später in das Lager der Sozialrevolutionären Partei abzuroarten. Das heißt, die der Mutterschaft und Frauenarbeit, ferner das des Verhält der Kommunisten überzulaufen. In ihren Reihen fißen die Verurteilten werden gegebenenfalls für Verbrechen, zu denen niffes von Kapital und Arbeit und endlich das der genossenAttentäter auf Lenin und andere Führer der Kommunisten. fie in feiner Beziehung stehen, hingerichtet. Diese Methode schaftlichen Wirtschaft. Man wäre hier als Sozialist gerne Es wird abzuwarten fein, welches Urteil das fommunistische tennzeichnet besser als alles andere das Kulturniveau, auf dem mehr in die Tiefe gegangen, als es die stark besetzte TagesGericht gegen fie fällen wird. Daß es in feinem Verhältnis die fommunistische" Staatsgewalt Rußlands steht. Man ordnung erlaubte. zu dem Urteil gegen die Angeflagten der ersten Gruppe stehen greift auf das System der Geiseln zurück, ein System, Wertvoll aber war zu sehen, wie start ein weitschauendes wird, ist nach dem Verlauf der Prozeßführung fchon heute das bei halbwilden Völkern üblich ist. Es wird ein langer Erziehungs- und Unterrichtssystem tatsächlich einer Sozia nicht mehr zu bezweifeln. Das Todesurteil trifit also nicht Weg sein, den Rußland zurückzulegen hat, um aus dieser Ber- lisierung der Gesellschaftsordnung vorardie Mörder und Attentäter, fondern eine Reihe von Politikern, wilderung herauszufommen. Rußland felbft muß es über beiten fönnte und müßte. Es wurden da von bürgerlicher denen gemeine Verbrechen nicht zur Last gelegt laeffn bleiben, ihn zu finden. Seite Mängel aufgedeckt und prattische neue Möglichkeiten gezeigt, die in einem sozialistischen Schulprogramm alle Beach-| seit drei Jahren alles vorbereitet", um die Republik- ihren| daß im Jahre 1922 der vormalige Kaiser von Deutschland tung verdienen. Das gleiche gilt von der Einführung der Ju- Abgott!" der hohenzollernschen monarchistischen Reaktion noch das ehedem an Krone und Thron gebundene Recht hat, gend direkt in die sozialen Probleme der Zeit. Was direkt in die Hände zu liefern. Was diese Sozialdemokratie in der Nähe seines Besitzes gelegenes Privateigentum für hier vom jugendlichen Roten Kreuz in Amerika( Mac Cracken) auch nicht alles fertig bringt in einem fommunistischen sich zu beanspruchen. oder von seinem Ableger in der Tschechoslowakei( Drtina) be- Aufruf! Auch sonst verdient nach wie vor die Hohenzollernsche richtet wurde, was auch an die Erfahrungen mit sozialer Ju- Etwas später ist man schon soweit, die KPD. als einzige Vermögensverwaltung die allergrößte Aufmertgendarbeit bei uns im Kriege gemacht wurde, spricht in der patentierte Schüzerin der deutschen Republik, den„ Abgott", samkeit. Wir bedauern außerordentlich, wieder einmal das Tat sehr dafür, schon die Jugend durch aktive Hilfeleistung zu empfehlen, und das hängt so zusammen: preußische Finanzministerium auf Dinge aufmerksam machen ( z. B. für die russischen Kinder) und durch Einblicke in soziale Die deutschen Kommunisten wissen sehr gut, daß die bürgerliche zu müssen, die es nach unserer Kenntnis bisher übersehen hat. Nöte( Hilfsdienste in Lazaretten, Armenhäusern usw.) zu stär- Republik fein Schwert in der Hand des Proletariats ist, und trotzdem Inmitten Hohenzollernscher Hofkammerreviere, in Neuterem sozialen Pflichtbewußtsein zu erwecken. Eine den ver- waren die einzigen, die Euch zu einer wirklichen Vertei- brüd wurde nach dem Kriege ein großes Sägewerf eingeschiedenen Altersstufen der Jugend angemessene Dosierung digung der Republik aufgefordert haben, weil sie wenigstens richtet. In diesem Sägewerk werden aus den anliegenden solcher Aufgaben versteht sich für den Pädagogen vone selbst. einen gewiffen Spielraum bietet für den Kampf um die Rätediktatur hoffämmerlichen vier Oberförstereien gefällte Holzmengen zuWohl am meisten spezialisiert waren die Besprechungen des Proletariats, um den Sozialismus. sammengetragen und verarbeitet. Merkwürdigerweise über den Geschichtsunterricht. Was hier über ZielAlso erst verteidigt die Sozialdemokratie die Republik zu soll der Leiter des Sägewertes es bisher noch nicht fertigsetzung und Methode vom erfahrenen Historiker aller Schul- fehr, dann verteidigt sie die Republik zu wenig. Nun wird gebracht haben, für diese Holzgeschäfte kaufmännische gattungen geäußert wurde, wäre in der Tat des Studiums entdeckt, daß die Republik für den Kampf um den Sozialismus Bücher einzurichten. Merkwürdig ist, daß die Hohenin allen Ländern wert. Man möchte unseren deut- wenigstens einen gewissen Spielraum bietet". zollernfche Hausverwaltung diese Dinge sehr genau fennt, schen Schulverwaltungen nahelegen, das Stu- Triumphierend wird der Sozialdemokratie als neueste fom- denn sie hat schon verschiedentlich Beamte zum Sägewerk gedium gerade dieser Genfer Besprechungen munistische Offenbarung vorgehalten, was sie selbst immer ge- fchickt, damit dort Revisionen vorgenommen würden. Der den Geschichtslehrtonferenzen dringend zu sagt hat. Leiter des Sägewertes soll unglücklicherweise zu solcher Zeit empfehlen. In schroffem Gegensatz zu der stiefmütterverschiedentlich im Sanaorium gewesen sein. So ist's lichen Behandlung der Geschichte in den Lehrplänen auch bisher noch zu feiner Revision gekommen. nach der Republik stand hier die flare Erkenntnis, daß die geschichtliche Bildung in Wirklichkeit Grundlage der ethischen der Leute zu nennen, die dienstlich seit Jahren mit dem Säge= Wir sind gern bereit, dem Finanzministerium eine Anzahl und namentlich der politischen Bildung überhaupt sei. Hatte wert und dessen merkwürdigen Holzgeschäften zu tun gehabt Roger Confinet als Wesen der Arbeitsschule Erziehung haben und zum Teil noch heute zu tun haben. Sie werden zur Sachlichkeit durch Umgang mit den Sachen selbst festgevielleicht bei einer ernsthaft gemeinten Kontrolle etliches stellt, so wurde dies Prinzip von den Historikern auch auf die nügen können. geistigen Tatsachen und auf die Methode des Geschichtsunterrichts übertragen. Nicht auswendig lernen, sondern denken und verstehen lernen ist die Aufgabe. Deshalb vergleichende Quellenlektüre, deshalb Referate über Parlamentsverhandlungen und Lektüre von Zeitungen, deshalb gründliche Bertiefung in bedeutende Biographien. Nicht eingebildete Lückenlosigkeit des Wissens und Fertigkeit des Urteils ist das Ziel, sondern im Gegenteil ehrfürchtige Scheu vor der Unendlichkeit der Probleme und Einsicht in die Komplexität aller historischen und politischen Zusammenhänge! Um aber einen Unterschied zu markieren, wird die Rätediftatur des Proletariats" dazwischen eingeschoben. In Mosfau weiß man aber am allerbesten, daß es so etwas überhaupt nicht gibt, denn in Rußland. wo das Experiment gemacht wurde, ist die„ Räte diktatur" sehr rasch zugunsten der fommunistischen Parteidiktatur, die etwas ganz anders ist, wieder abgeschafft worden. Trotzdem bleibt soviel richtig: Könnte über die Ausgestaltung einer„ Rätediktatur" ein konkreter Vorschlag gemacht werden, so wäre in der Republik für den Kampf um ihn ein gewisser Spielraum" ge= schaffen, da nach dem deutschen Vertrag das Bolt, wenn es will, durch Stimmenmehrheit bei einer allgemeinen Boltsabstimmung auch die Rätediktatur" einführen kann. Das wird aber freilich nicht möglich sein, solange nicht gesagt werden fann, was die Rätediktatur ist und welche Vorteile das Bolt von ihrer Einführung erwarten kann. Die Verhandlungen mit Bayern. heute vormittag die direkten Verhandlungen fortgefeht werden. Die Nach den geffrigen Besprechungen innerhalb der Refforts werden Beratungen haben um 11 Uhr unter dem Borfih des Reichskanzlers Dr. Wirth begonnen. Reichsjuftizminister Dr. Radbruch, Reichsminifier des Innern Dr. Köfter und die Reichsminister Schmidt und Fehr, sowie die bayerische Kommission unter Führung des Grafen Auf der anderen Seite ist der Gedante, es fönnte in Cerchenfeld nehmen an der Sigung teil. Man hofft, heute mit den Deutschland einer kleinen Minderheit, die selber nicht weiß, Beratungen zu Ende zu tommen und eine Verständigung zu Es war überraschend zu sehen, eine wie weitgehende was sie will, gelingen, über das Volk gegen dessen Willen erzielen. Sollte das der Fall sein, dann wird die bayerische Delegation Uebereinstimmung der Ansichtn hier schon besteht, die nur die Macht zu gewinnen, so aberwikig, daß es unter ernsten noch heute nach München zurüdfahren, um das Ergebnis der Beleider noch nicht den ihr gebührenden Einfluß auf die Braris Menschen gar nicht verlohnt, über ihn zu reden. Der Mos- sprechungen dem bayerischen Landtag vorzulegen. gefunden hat. Begreiflich, daß sich hier Methodenlehren, Lehr- fauer Aufruf ist ein Dokument russischer Konfusion und Unbücher und Anschauungsmaterial noch vielfach in einem Sta- wissenheit. Die Herrschaften sollen erst einmal dafür sorgen, dium des Erperimentierens und der Unreife daß die russischen Arbeiter aus ihrer unglücklichen Lage befreit befinden. Man ermeist aber unserer Zeit einen sehr schlechten werden, die viel elender und menschenunwürdiger ist, als die Dienst, wenn man die notwendigen Begleiterscheinungen aller ihrer Klaffengenossen in der ganzen übrigen Welt, bevor sie ersten Anfänge zu billiger und böswilliger Kritik benutzt, statt sich anmaßen, die deutschen Arbeiter mit ihren Ratschlägen zu verständnisvolle Geburtshelferdienste zu leisten. Auf das leg- belästigen. tere fommt alles an und hier fönnten die Unterrichtsverwal tungen sehr viel mehr tun, als es geheimrätliche rücwärtsorientierte Bedenklichkeit seither zuließ. 9 Kaiserliche Nebengeschäfte. Das Programm der Verfassungsfeier. Ueber das Programm der Verfassungsfeier om morgigen 11. Auguſt, die im Reichstagsgebäude stattfindet, erfährt die„ Lena" noch folgendes: Die Feier wird eingeleitet mit Beethovens Egmont Ouvertüre, daran schließt sich die Rede des badischen Staatspräsidenten Dr. Hummel. Das Vorspiel zu den Meisterfängern von Nürnberg" beschließt die Feier im Reichstage. Der musikalische neralmusikdirektors Blech ausgeführt. Borher wird der ReichsTeil wird vom Philharmonischen Orchester unter Leitung des Gepräsident vor der großen Freitreppe vor dem Hauptportal des Wir sind in unserer deutschen Schulpolitik start gehemmt Die Auseinandersetzung mit den Hohenzollern ist wieder durch finanzielle töte, fonfeffionelle Gegenfäße und rechts- einmal hinter dichten Schleiern verschwunden. Die angefünpolitische Sabotage. Aus den Genfer Verhandlungen wären digten Denkschriften lassen sehr auf sich warten. Es wäre ein Reichstages die Front der Ehrenfompagnie abschreiten. Staatsviele praktische Richtlinien zu gewinnen, die weder finanzielle Irrtum, anzunehmen, daß deswegen auf der Seite des Haupt- präsident Hummel ist bereits heute in Berlin eingetroffen. Der noch fonfessionelle Schwierigkeiten machten und gegenüber interessenten und seiner Bermögensverwaltung die gleiche Reichspräsident wird der Feier im Reichstag in der großen Seitendenen schließlich auch die politische Sabotage insofern versagen Ruhe herrsche. Dort wird systematisch an der Wiederher- loge beiwohnen. In seiner Begleitung werden fich Reichskanzler müßte, als nur noch die Allerböswilligsten sich dagegen auf- richtung der alten Rechtsverhältnisse gearbeitet. Dr. Wirth und der Präsident des Reichstages Löbe befinden. lehnen fönnten. Dafür heute nur ein kleines Beispiel: Die Abendfeier im Staatstheater wird mit dem Prolog der Pythia aus dem Gerhart- Hauptmann- Jahrhundertfestspiel eröffnet werden, den Gerda Müller vom Staatstheater sprechen wird. Es folgt das Andante der C- Moll- Sinfonie von Brahms, an das sich die Deklamation der Worte der Athene- Deutschland, gesprochen von Charlotte Schulz vom Theater an der Königgräger Straße, anschließen wird. Den Schluß der Feier bildet die 5. Sinfonie von Beethoven. An Demokratie und Räteherrschaft. Bekanntlich besaß der Herr v. Doorn früher das Vorfaufsrecht überall dort, wo sich in der Nähe seines Landbesizes Privateigentum entwickelt hatte. Kam solch Besitzer auf den Das Moskauer Erefutiofomitee der Kommunisten ver- Gedanken, sein Eigentum verkaufen zu wollen, so war das öffentlicht einen verworrenen Aufruf an die deutschen Ar- für ihn nur möglich, wenn vorher die Krone oder in ihrer beiter. Wie dacin mit den Tatsachen umgesprungen wird, Vertretung die Hohenzollernsche Güterverwaltung auf das zeigt z. B. die überraschende Mitteilung, im Reichstag habe Borkaufsrecht verzichtet hatte. Wie ist es aber möglich, Stelle des erkrankten Furtwänglers übernimmt Busch die mufifafich bei Beratung der Schutzgesetze ein Block um helffe- daß im März 1922 bei einem Grundstückstaufgeschäft in lische Leitung. Reichspräsident Ebert wohnt den Darbietungen von rich bis Dittmann und Crispien" gebildet, damit Rheinsberg dem die Sache vermittelnden Justizrat unter Rück der fleinen Seitenloge aus bei. In seiner Begleitung befinden sich fein Ausnahmegesetz gegen die Konterrevolution geschaffen gabe der Abschrift des Kaufvertrages herablassend mitgeteilt die Mitglieder der Reichsregierung und der preußischen Staatswird. Der Sozialdemokratie wird vorgeworfen, sie hätte aus wurde, daß wir im vorliegenden Falle nicht regierung, sowie der Vertreter der Länder, ferner prominente Verder bürgerlichen Republit einen Abgott gemacht und auf beabsichtigen, das Vorkaufsrecht auszutreter von Kunst, Wissenschaft, Industrie, Handel und Presse, Abgefeinem Altar alle Interessen des Proletariats geopfert." Ein üben"? ordnete des Reichstages und der Landtage und Vertreter der berufpaar Zeilen darauf wird versichert, die Sozialdemokratie habe Es wird sicher die Allgemeinheit interessieren, zu erfahren, lichen Organisationen. Das entthronte Modell. Von Bruno Manuel. Wenn von einem bis dahin Bielbegehrten feiner mehr was wissen will, wenn ein Günstling der Gesellschaft bloß noch prächtige Rüdenpartien zu sehen triegt, das ist bitter. Wen Gott lieb hat, den schüßt er drum nicht vor seinen Feinden. Vor seinen Freunden bewahre er ihn, damit sie ihn nicht zur Berühmtheit machen können. Eines unverhofften Tages haben die Schalmeien doch für ihn ausgeflötet. " Was mag er mun heute machen? Die Maler gehen ihm aus von Kilometern weit, und dann fam im April und Mai die letzte dem Wege. Er ist total ruiniert. Dabei schwebt er ständig in Ge- übermenschliche Anstrengung, mit der die Sommerausfaat geleistet fahr, noch für den gehalten zu werden, für den er sich selber hielt. wurde. Und wenn wir die Saat mit den Händen unter die Erde S. M. zahlt ihm feine Pension. Er war sein treuester Diener. Es scharren follten," sagten die Bauern, es muß geschehen, und es war teine Kleinigkeit, Kaiser zu spielen, ohne einer zu sein. wird geschehen." Heute dürfen wir glauber, daß dieses heldenrühmtheit ist keine Altersversorgung, die man mit dem fünfund- folonien als gerettet gelten, Freilich ist fast die Hälfte der KoloDas Los aller Untergeordneten ist, übergangen zu werden. Be- mütige Eichaufraffen nicht vergebens mar, und falls nicht noch ein Hagelwetter die Ernte in legter Stunde vernichtet, können die Wolgasechzigsten Lebensjahr abhebt; an der man dann knabbert, bis zum nisten gestorben und verdorben oder ausgewandert. legten Pulsschlag. Hinter dem Ruhme galoppiert immer die Verzweiflung. Sie fommt noch zur rechten Zeit. Und wenn sie ihr Opfer erst bei Toresschluß erwischt; ihre Visitenkarte legt sie doch ab. Alles Erdgeborene ist ja leider Gott sei Dank vergänglich. Die soviel von Ewigkeit faseln, sind gerade deshalb vielleicht am vergänglichsten. Das entthronte Modell bleibt ,, ewig" beispielhaft. mer feltene Gäste geworden, und auch Hausfliegen treten in vielen Ein infefienarmer Sommer. Die Wespen sind in diesem Som Gegenden spärlich auf. Weshalb die Wespen fehlen, ist schwer zu Es hat sogar jemand daran glauben müssen, der wirklich Anlaß fagen. Vermutlich ist ihr Ausbleiben auf die nach anfänglicher Milde hatte, sich zeitlebens begehrt zu glauben. Er konnte nichts dafür, daß wieder eingetretene Kälte im Frühjahr zurückzuführen. Ob wir uns man sich nach ihm riß. Mach einer aber was gegen das rätselhafte Spiel der Natur. Hier ließ fie einen zum Verwechseln ähnlich wer der Abwesenheit der Wespen freuen oder sie bedauern sollen ist eine offene Frage. Es unterliegt zwar feinem Zweifel, daß sie der Obstben mit Wilhelm dem Gewesenen. Das ist doch gewiß ein Wink ernte Schaden zufügen; dieser Nachteil wird aber durch den Vorteil mit dem Zaunpfahl. Ein Tor, wer nicht mit solcher Gelegenheit haufieren geht. Das kaiserliche Ebenbild verstand die Zeichen seiner die über Rußland durch die Mißernte des Vorjahres hereingebrochen wird aber gewiß von niemandem beklagt werden. Ueber die hygieniDie Not der Wolgadeutschen. Die furchtbare Hungerfatastrophe, Raupen bringen. Daß wir in diesem Sommer Fliegen selten sehen, aufgewogen, den sie der Landwirtschaft durch die Bernichtung von Zeit und wählte den Beruf, für den es Gott quasi geschaffen hatte: war, hat auch die Deutschen der Wolgafolonien ergriffen und in schen Schäden der Fliegenplage ist man fich überall einig. Ein Lones wurde Modell; Wilhelm II. i. V. Ein Herrscher fonnte doch das schrecklichste Elend gestürzt. Ueber die Not der Wolgadeutschen doner Arzt glaubt sogar, die auffallend.iedrige Zahl von Todesnicht auch noch Modell sizen. Er mußte regieren. Aber die und über die Zukunft dieser urdeutschen Ansiedlung im Herzen fällen, die in diesen Wochen in England zu verzeichnen ist, auf das vaterländische Kunst konnte trotzdem nicht untergehen. Da schuf Got Rußlands spricht Otto Fischer in der Deutschen Rundschau". Das auch dort diesmal sehr spärliche Auftreten der Hausfliege zurüdder Herr ihn zum zweiten Male und sagte: Werde sein Modell, mein Sohn! führen zu dürfen. des Simplicismus seit vielen Sabren in München lebt, war für ein Lehramt Gulbransson der schwedische Zeichner und Maler, der als Mitarbeiter Doch hat der Künstler die Berufung abgelehnt. Das geschah, wie das an der Berliner Hochschule für die bildenden Künste in Aussicht genommen. farte fich in Selbsttoritatur als schüchternes Mädchen gezeichnet, und darunter Stunsiblatt" berichtet, auf echt Gulbranssoniche Art: er foll auf einer Postdie Antwort geschrieben haben: Sprechen Sie mit Mama!" Die Genossenschaft deutscher Tonseter( Anstalt für musikalisches Ausführungsrecht) veröffentlicht foeben ihren Geschäftsbericht für das Jahr 1921. Es wurde eine Gesamteinnahme von 714 200 Rf. erzielt; an Aufführungsgebühren allein gingen 649 200 Mt. ein, wovon 429 700 Mt. an die bezugsberechtigten onseker, Dichter, Verleger sowie an dio Unterstützungsderungen wegen seit dem 15. Juni geschlossen ist, wird am 15. September kasse der Genossenschaft zur Verteilung gelangten. unter der Direktion der Frau Margarete Ebinger unter dem Namen„ WestDas Neue Operettenhans in Schöneberg, das baulicher VeränStammerspiele neu eröffnet. Deutschtum ist in den Wolgatolonien noch rein erhalten, die Umgangssprache ist deutsch, und die deutschen Sitten wurden mit größter Inzwischen hat das ja nun aufgehört. Tausend Maler haben gesucht hat, ist über alle Beschreibung furchtbar." Reges Leben war Treue bewahrt. Die Hungersnot, die diesen Bauernstand heimbis dahin Leinwände filometerweise mit Kaiferköpfen aufgezogen. in den Kolonien im Gemmer, wenn es zur Arbeit ging, im Winter, Es war eine herrliche Kunst. Wenn es nach ihnen ginge; sie hätten menn so weitergepinselt, bis ihnen der Schädel endgültig auf die Palette Fischer, heute herrscht überall Schneigen und Tod. Wenn man man bei den Nachbarn gesellig zusammenfam", schreibt gerutscht wäre. in ein Dorf hineinfommt, so findet man in vielen Häusern die Der aufgefragte Hohenzollerndoppelgänger war begreiflicher Fenster vernagelt und die Türen verschlossen. Ihre Bewohner haben weise das meist gesuchte Modell im Staate. Man stand gewisser- vor dem Hunger das Weite gesucht, ihre Habe ist verkauft, um die maßen Rette um ihn. Er stellte die Gewohnheit auf den Kopf: suchte Reise und den Unterhalt unterwegs zu bestreiten, das Haus ist leer sich seine Maler aus, anstatt ausgesucht zu werden. Und der S. M. und verlassen. Sie selbst suchen irgendwo im russischen Reich eine i. B. sah seinen hohen Zweck durchaus ein. Es war ihm angenehm, Möglichkeit, zu leben, und doch finden sie nur die wenigsten von vom Schicksal zugeschnitten zu sein, um nationale Pinsel in Gang zu im Juli 1921 zählten, lebten im Dezember 1921, als die spärlichen ihnen." Von den 360 000 Bewohnern, die die Wolgafolonien noch setzen. Für ihn arbeiteten die Goldleistenfabriken mit Hochdrud. Um Refte der Ernte aufgezehrt waren, nur noch 320 000 dort; heute feinetwillen schlugen vaterländische Familienväter überm Sofa Nägel beläuft sich die Zahl der deutschen Wolgakolonisten höchstens noch ein. Er persönlich blickte mit Herrschermiene von allen Wänden. auf 200 000-250 000 Menschen. Dieses so unendlich fruchtbare Land Sein selbst segnete den Ausgang und Eingang sämtlicher Familien- an der Wolga, das schon seit Jahrhunderten die reichsten Ernten wärtig in München seine Tagung abhält, sprach sich für die Herabsetzung Der Reichsverband Deutscher Lichtspiel- Theater, der gegenmitglieder. hervorbringt, ohne daß besondere Maßnahmen zur Verbesserung des Schugalters für Jugendliche von 18 auf 16 Jahre aus, mit der BeEr hatte natürlich mie fagt man doch: viel zu tun. Allein des Bodens getroffen wurden, wird von Zeit zu Zeit bei großer gründung, daß sonst die Jugendlichen in Bergnügungsstätten getrieben die Morgentoilette! Natürlich mußte er fanft nachhelfen, um mit Trockenheit von vollständigen Mißernten heimgesucht. Ein solches werden, die nicht selten unter dem Niveau des heutigen Stinos ständen.(?) ihm wirklich eins zu werden. Wie ein Ei hem andern. Er schlief Hungerjahr war 1921, wo der Acer noch nicht einmal das zur Aus- Weiter wird Schutz verlangt gegen ungefebliche Ueberwachungsmaßnahmen die ganze Nacht mit der Bartbinde, woran man sich erst gewöhnen saat verwendete Getreide wiedergab. der Gemeinden und Verwahrung eingelegt gegen die Berunglimpfung des Kinos. muß. Und dann beim Waschen: der Bart mußte vorsichtig um der Hoffnung auf die diesjährige Ernte verknüpft. Die Bauern findet gegenwärtig in der finnischen Hauptstadt selsinki( elling. Die Zukunft der deutschen Wolgakolonien ist vollkommen mit gangen werden. Viel zu schaffen machte auch der Scheitel. Doch das haben ihre letzte Energie verwendet, um schon im vergangenen for 8) statt. Das finnische Parlament hat in diesem Jahre Esperanto- Kongreß. Der XIV.' elffongreß des Esperanto war nur im Anfang so. Später besorgte das täglich der Friseur. Er Herbst die Wintersaat in die Erde zu bringen. Was von der Re- reits zum dritten Male fonnte sichs leisten. Gott sei Dant brauchte er nicht noch extra gierung zur Aussaat verteilt wurde, das holten die von Hunger stugung im Betrage von 50 000 Finmark bewilligt; die Stadt Helsingfors dem finnischen Esperanto- Verband eine UnterKleider wefeln. Man wollte bloß sein Gesicht. und Krantheit Entfräfteten mit ihren mageren Pferden Hunderte that ebenfalls 10.000 Finmart für den Nongrej ausgeworfen. damit bes Deutschland und Italien. Rückgabe des deutschen Eigentums. Rom, 9. August.( WTB.) Der Ministerrat hat das Abkommen vom 25. Juli über den Rückauf des deutschen Privat besizes in Italien gutgeheißen. Gleichzeitig genehmigte die Regierung die Auslieferung des vierzehn deutschen Staatsangehörigen gehörenden Besitzes und des deutschen kunsthistorischen Instituts in Florenz. Der Postpräsidentengarten. Ein neugieriger Leser unseres Blattes aus Röslin fragt an, warum ein Postpräsident einen fistalischen Postgarten haben muß, warum er dafür noch extra jährlich 200 M. erhält, und warum er von seiner vorgesetzten Behörde Postgärtner gestellt und bezahlt bekommt. Wir tönnen ihm darauf leider auch nicht antworten; vielleicht aber das Reichspostministerium. einen 13. Verbandstag der Tabakarbeiter. Dresden, 7. August. Zahltag an der Rentenstelle. April 1919 ist Mieter dieser Privatwohnung die Firma Ph. Rosenthal u. Co. A.-G. Sie benutt 3 Räume zu Geschäftszwecken; die die Postanstalten befinden, die die Monatsrente der Kriegsbeschä- Untermieter diefer 5 Räume, Herrn Dr. Pollack, eine andere WohGegen Ende jeden Monats stehen in den Straßen, in denen sich übrigen 5 Räume sind ihr von der Wohnungsinspektion II ebenfalls zu Geschäftszwecken zugefagt worden, sobald dem jetzigen digten auszahlen, in langen Reihen die Rentner. Um den Verkehr nung zugewiesen worden ist. nicht zu stören, drücken sie sich an die Hausmauer, und die Schupo zweiten Stod wertes, bestehend aus 6 Räumen, murde Die andere Hälfte des sorgt für Ordnung. Eine nervöse Spannung liegt über den Reihen, schon vor dem Kriege von der Firma Ph. Rosenthal u. Co. A.-G. und die Schuhleute sorgen durch Ruhe und große Gemütlichkeit für als Privatwohnung für ihren Prokuristen, Herrn Heidinger, die„ Entgiftung der Atmosphäre". Truppweise drängen sich die Be- gemietet und wird dementsprechend verwendet. Die über dem schädigten und übrigen Rentner durch die schmale Tür, bis der Be- zweiten Stockwerk liegende Atelier- Wohnung, bestehend amte mit einem Wiz seinen Arm wieder in die Reihen hält und aus 4 Räumen, wurde vor dem Kriege als Privatwohnung Ungeduldige wieder zum Warten ermuntert. Drinnen stehen fte 21.-G., als Lagerraum und Nähstuben. Eenutzt und dient jetzt der Mieterin, Firma Ph. Rosenthal u. Co. wieder in einer langen Kette mit ihren Quittungen in den Händen. fällig, daß nicht weniger ais 23 zum Es ist aufHinter der Barriere fizen die Postbeamten vor Kästen, in denen sich wöhnlich große Räume, die früher als Privatwohnungen Teil ungeKartothekkarten in beängstigender Masse tummeln. Quittungen und brugt wurden, der Firma Ph. Rofenthal u. Co. A.-G. und der Stammfarten werden verglichen und verbucht und der Beamte mit Hamburg- Amerika Batetfahrt- 2.- G. zu Geschäftszweden resp. zu der Geldkassette zahlt, zahlt, zahlt. Unterfunftszwecken für Passanten zur Verfügung gestellt worden Alle Augenblicke schlagen die Wellen der Erregung über, aber find, daß die Bergebung von weiteren 5 Wohnräumen zu Gegleichmütig sitzen die Bostbeamten und arbeiten. Sie kennen das schäftszwecken der Firma Ph. Rosenthal u. Co. A.-A. in Aussicht Am Montag morgen begannen etwa 117 Delegierte, die Gau- besondere Merkmal der Kriegsbeschädigten, die Nervosität, und be- genommen ist, daß der frühren Inhaberin der Privatwohnung im Leiter sowie die Vertreter des Vorstandes, der Redaktion und des ruhigen sie durch ihre eigene Ruhe und Freundlichkeit. Wenn es der Matthäilirchstr. 7 zur Verfügung gestellt worden ist, und daß Ausschusses im festlich geschmückten großen Saal des Dresdner Volts- einmal ganz schlimm kommt, schreitet der Schupomann ein und redet dem Inhaber der Fünf- Zimmerwohnung im zweiten Stockwerk, hauses ihre Arbeiten. Aus dem Ausland sind Vertreter der mit dem Erregten. Der Schluß ist dann regelmäßig, daß man sich Herrn Dr. Pollack, eine Ersatzwehnung zugewiesen werden soll. belgischen Bruderorganisation und Eichelsheim- Amsterdam, die Hände schüttelt und sich ewiger Freundschaft versichert. Die der Sekretär des Internationalen Tabatarbeiterbundes, vom ADGB. Postbeamten fennen ihre ganze Kundschaft und schwihen gern, bis die betreffende Firma die Räume unbedingt benötige und daß für Man wird zwar mit dem bekannten Einwand antworten, daß ist Wissell zugegen. Die Organisationen aus Dänemart, Schweden, Norwegen, Desterreich und der Tschechoslowakei über sie ihre tausend Beschädigten abgefertigt haben. Drei oder vier den Fall der Verweigerung eine mehr oder minder große Zahl der jandten beste Wünsche. Tage brodelt es in der Auszahlungsstelle, dann wird es wieder ruhig, von ihr Beschäftigten arbeitslos werden müsse. Wenn dieser EinDeichmann, Frau Stolz- Dresden und Thomeier- und nur ab und zu stört ein altes Mütterchen die beschauliche Ruhe wand anerkannt werden sollte, dann habe die bekannte WohnungsHeilbronn leiten die Tagung. Der vorgeschlagenen Tagesordnung der Zahlstelle, bis am 29. des laufenden Monats wieder die Straße mangelverordnung gar feinen Wert.. Man wird schließlich in solchen wurde auf Antrag Leipzig noch der Punkt Lehrlingsfrage" ihr besonderes Gesicht erhält und die Reihen durch die Schupo- Fällen immer zwischen der angeblich entstehenden Arbeitslosigkeit angefügt. Vor Eintritt in die Vorstandsberichterstattung gab eine beamten in Ordnung gehalten werden. große Anzahl Delegierter eine scharfe Mißbilligungserklärung daund der tatsächlich schon bestehenden Wohnungsnot zu wählen haben. gegen ab, daß die bevorstehenden nächsten Lohnverhandlungen in Und jeden Monat fommen die Beschädigten aus der Zahlstelle Im übrigen wäre es doch zu überlegen, ob es nicht vorteilhafter ist, der Tabalindustrie erst am 19. August in Weimar beginnen sollen. und zählen die paar Scheine, die als Vergütung für verlorene Beine, Geschäftshäuser zu bauen und allmählich ehemalige WohnDann gab Deichmann den allgemeinen Borstandsbericht. Arme oder Augen übrig bleiben. häufer wieder für private Wohnzwede nutzbar zu machen. Er verwies in vielen Einzelheiten auf den vorliegenden gedruckten Geschäftsbericht, der Darlegungen über Tabatbesteuerung, Tabatbewirtschaftung, Mitgliederbewegung, Arbeitslosigkeit, Betriebsrätezeitung, Bureauhaus, Wohlfahrtsgesellschaft, Arbeitsgemeinschaften, Lohnbewegungen und allgemeine Verbandseinrichtungen enthält und aus dem wir die Ziffern der Mitgliederzahlenentwicklung bereits im Vorbericht brachten. Die Borstandstätigteit sei eingestellt gewesen auf das Ziel der endlichen Schaffung einer allumfassenden Organisation. Das Ziel fei in einem erheblichen Maße erreicht und nun stehe man vor der Tatsache, daß = vier Fünftel der Organisation Arbeiterinnen find. Diesem Umstande müsse die ganze Vorstands- und Verbandstätigkeit Rechnung tragen. Ein bedeutendes Agitationsfeld läge noch brach. In 4843 deutschen Tabaksbetrieben stehen 173 030 Beschäftigte, darunter 137 400 weibliche. Im Intereffe aller in Tabatbetrieben tätigen Arbeiter liege es, daß die in anderen Organifationen Stehenden sich dem Tabatarbeiterverbande anschlössen, Damit er im Interesse aller zur vollen Industrieorganisation werde. Im Sinne des Beschlusses der letzten Generalversammlung habe Der Vorstand bei den Lohnbewegungen gewirkt. Es besteht ein Reichstarif mit Bezirkszuschlägen. Unzweifelhaft seien Erfolge erreicht, womit aber nicht gesagt sei, daß es gelang, die Arbeiterwirtschaftslage über die von vor dem Kriege hinaus zu erheben. Darüber hinaus gehoben sei sie faum, in vielen Fällen sei fie fogar gefunten. Ausreichend seien die Löhne der deutschen Tabalarbeiter und arbeiterinnen nicht, vor allem nicht in der Bigarren her stellung. Redner beleuchtete dann die Lohnerfolge, und zwar in Berbindung mit der Kurve der Arbeitslosigkeit, denn in Verbindung mit ihr müßten die durchaus nicht immer befriedigenden Lohnerfolge ihre Würdigung finden. Zugleich auch noch in Berbindung mit dem zwar besser als früher gewordenen, aber immer noch heiflen Zustand in der Beitragsleistung. zur Tabakbesteuerung Bei der Besprechung der Haltung des Borstandes und Verbandes ( der ein gewisser Teil der Mitglieder oppofitionell gegenübersteht) und ebenso zum§ 91 des Tabafsteuergeseßes, der die Bestimmungen über die zu zahlenden Unterstügungen an die infolge des Tabatsteuergesetzes arbeitslos gewordenen oder geschädigten Labatarbeiter und-arbeiterinnen enthält, versicherte Deichmann, daß Vorstand und Berband ihre volle Schuldigkeit getan haben. 17 Die ersten Raucherwagen. Was wir bereits angefündigt, ist zur Tatsache geworden, die hat nicht halt gemacht vor Berboten, die nahe zu Methusalems Raucher" haben einen hehren Sieg erfochten. Die Revolution Beiten aufgestellt worden sind. Die Glimmstengel dürfen ohne Stirnrunzeln der Beamten ihren mehr oder minder aromatischen Duft versenden. Man darf als guter Deutscher, der Verbote als täglich Brot behandelte, mit Ruhe seine Pfeife, Bigarre oder Zigarette rauchen, ohne Gefahr zu laufen, ein Strafmandat zu erhalten. Was will da manche Errungenschaft bedeuten gegen diese, die so recht bezeichnend ist für das Beharrungsvermögen, das seinen Grundsay findet in: Beharrlichkeit führt zum Ziel. Also furz, er ist da, der Raucherwagen in der Straßenbahn. Heute sind die ersten Wagen mit Schildern: Rauchen gestattet! auf die Tour gefandt worden. Auf den Bahnhöfen werden Sonderdienste eingerichtet, die die bisher nicht als Raucher gefennzeichneten Wagen mit entsprechenden Schildern versehen. In den Anhängern" ist das Rauchen versuchsweise bis zum 15. Oftober gestattet worden. Blumes Vergangenheit. Rennschieber, Schriftsteller und Mörder. " Der Kampf gegen das Inftige Kleid. Das Fernſprechamt IV, Morigplay, das schon durch seine geworden ist, hat ausreichend Beschäftigung für seine Aufsichten und Feuerprobe" anläßlich der Rathenau- Gedächtnisfeier bekannt Oberaufsichten. zeugen, ob auch sämtliche Telephonistinnnen die Amtsblusen Ständig hat eine Beamtin sich davon zu übertragen, die ionen nicht etwa geliefert werden, sondern die sie sich bei den heutigen schweren Zeiten für ihr eigenes Geld be schaffen müssen. Diejenigen jungen Mädchen, die im Dienst während der heißen Tage in den schlecht ventilierten Räumen mit Iuftigen Bekleidungsstücken betroffen wurden, stellen die Aufsichtsbeamten sofort fest und die 11 ebeltäterinnen erhalten am nächsten Tage ein Protofoll, das zu ihren Personalatten gebt und werden zur Oberaufsicht zitiert, wo sie eine strenge Verwarnung erhalten. Ist es Herrn Giesberts wirklich nicht möglich, seinen Leuten eine nüglichere Beschäftigung zu geben, oder hegt man die Befürchtung, daß die selbstgewählte Belleidung der jungen Damen zu Modedebatten Anlaß geben und so die Zahl der falschen Verbindungen" steigern fönnte?? Kähne aus der Haft entlassen. Lohnzahlung der städtischen Hilfskräfte. Angestellten, welcher einer wiederholten Besprechung dem Magiftrat Der Magistrat Berlin hat auf Antrag des Zentralverbandes der unterlag, beschlossen, daß unter Berücksichtigung der gegenwärtigen für die Hilfskrätfe Abstand genommen wird. Konferm der Regesprunghaften Preisentwicklung von der monatlichen Gehaltszahlung lung im Reiche und Staate wird am 15. jedes Monats eine Akontozahlung an die Hilfskräfte erfolgen. Für den Monat Auguſt iſt die Höhe dieser Afontozahlung auf 2000 m. festgesetzt. Diese Maßnahme ist zu begrüßen, weil die Angestellten in der Lage sind, jetzt bei Empfang der Teilsumme tilliger einzufaufen, wie es ihnen am Monatsschluß möglich wäre. von den schweren Verlegungen, die er bei seiner Verhaftung in DresDas Leben und Treiben des Briefträgermörders Blume, der Die Potsdamer Straffammer hat heute vormittag dem Haftden erlitt, noch nicht so weit hergestellt ist, daß er nach Berlin ge- entlassungsantrag des Verteidigers des Herrn v. Kähne, Justizrat bracht werden fann, ist immer noch nicht ganz aufgeklärt. Nach und Josefsohn, Potsdam, stattgegeben. Kähne ist heute vormittag nach werden Einzelheiten bekannt, die den Mörder schon in früheren aus dem Potsdamer Untersuchungsgefängnis entZeiten in einem bedenklichen Licht erscheinen lassen. In Berlin ver- lassen worden. Die Untersuchung wegen Totschlag geht gegen ihn trieb Blume schon im Jahre 1912 unter den Namen Harry Lavy- weiter. hend und Thomas Ready Renntipps. Wegen betrügerischer machenschaften, die er sich dabei zuschulden kommen ließ, wurde er er schon im Jahre 1900 als Inhaber eines Wetibureaus auf. Bu damals zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. In Hannover trat gleich gründete, er dort ein Verlagsgeschäft. Seine Unternehmungen gingen zeitweilig so glänzend, daß er 25 Angestellte beschäftigen fonnte. Trotzdem brachen sie endlich zusammen, und Blume ging nach Paris. Er hatte aus seinen ganzen Verdiensten nur noch das Fahrgeld und seine Uhr übrig behalten. Wegen an geblicher Betrügereien bei diesen Geschäften angezeigt, wurde er von Hannover aus gesucht. In Paris fam er bald wieder hoch. Durch In der Frage der ebenfalls umstrittenen Arbeitsgemein- Wettgeschäfte, befonders den Bertrieb Pariser Renntipps fchaft fem er nach Darlegung ihres allgemeinen Programms und nach Deutschland verdiente er schweres Geld. Als er dann, ohne zu ihrer tatsächlichen Leistung zu dem Schluß: einen materiellen wissen, daß er verfolgt wurde, nach Deutschland zurückkehrte, wurde Schaden habe sie nirgends angerichtet. In manchen Bunkten habe er verhaftet. Fast zwei Jahre nach den Morden an den Geldbriefdie Arbeitsgemeinschaft recht fördernd gewirkt. Der Gemert- trägern Weber und Lange gründete Blume in Berlin im Novem Genossen Rud. Wissell spricht der Genosse Dr. Ad. Braun. Verfassungsfeier in Wilmresdorf. An Getelle des verhinderten schaftstongreß habe sich in der bekannten Form wieder für Arbeits- ber 1920 eine Firma, die sich mit Warenschwindel befaßte. So gemeinschaften ausgesprochen, der Verbandstag werde wohl auch zu erbeutete er, wie festgestellt werden konnte, mindestens 300 000 mt. Wegner. Karow, bei Klick, Pantgrafenstraße. Redner: Genosse Kurt Peinem andern Entscheid fommen. In Dresden lernte er eine Frau Koch kennen, die Inhaberin einer Trinkhalle am Terassenufer war. Mit ihr wurde er näher bekannt, weil Sonderzug zur Breslauer Herbstmesse. Zur größeren Bequemer ihren Kindern gegenüber den freigebigen und liebenswürdigen lichkeit der Besucher der diesjährigen Breslauer Herbstmesse wird am Onkel Harry spielte.„ Schriftsteller Gilers, wie er sich 2. September ein Sonderzug von Berlin nach Breslau in folgendem nannte, gründete dann mit Hilfe dieser Frau, ihrer Tochter und einer Fahrplan verkehren: Ab Berlin- Charlottenburg 12.39 nachmittags, Berwandten von ihr, die ihm volles Vertrauen schenkten, den Do- ab 300 12.47 nachm., ab Friedrichstraße 12.59 nachm., ab AlexanderIm Auslande scheint man die politische Lage noch wesentlich haus das angeblich von ihm verfaßte Stück„ Simmili" auf- 2. Klasse auf 170 Me. und in der 3. Klasse auf 102 Mr. Die Abgabe rian- Berlag, um durch das Neustädter Schauspiel- plag 1.06 nachm., ab Schlesischer Bahnhof 1.15 nachm.; an Breslau 8.30 nachm. Die ermäßigten Fahrpreise stellen sich in der angünstiger zu beurteilen als in Deutschland. Infolgedessen trat führen lassen zu fönnen. Für die Inszenierung bezahlte er dem der Gonderzugfahrkatren erfolgt nur gegen gleichzeitige Entnahme an der gestrigen New Yorker Nachbörse ein starkes Angebot in Theater 40 0000 m. Ob dieses Geld noch aus dem Berliner Waren des Messeausweises zum Preise von 50 Mt. Der Verkauf der Sonderdeutschen Zahlungsmitteln hervor. Am heutigen Vormittag er- schwindelunternehmen oder aus anderen Schwindeleien herrührt, folgten von Holland aus große Martverkäufe. Dies übt steht noch nicht fest. Als die Mittel Blumes wieder einmal zu Ende zugfahrkarten und Messeausweise findet bis zum 20. August in den auf den Berliner Devisenmarkt einen sehr fühlbaren Einfluß aus. er nach Brasilien reisen müsse, weil 100 000 m., die er aus gegangen waren, schwindelte er seinen Dresdener Freunden vor, daß Reisebureaus Wertheim, Leipziger Str. und Königstraße von sofort ab statt. Ausländische Zahlungsmittel waren heute faum zu betom feinen Plantagen bei Rio de Janeiro erwartet habe, ausgeblieben men. Der Dollar setzte mit 850 bis 860 ein und stellte sich gegen feien. Eine Zeit lang hielt er sich noch im Harz auf, dann aber reiste Mittag auf 865. er nach Brasilien ab. Was er in dem halben Jahre vor seiner Rückfehr getrieben habe, muß noch aufgeklärt werden. Ohne Zweifel hat er die ganze Zeit über andere Namen geführt. Raffierer Krohn gab den Kassenbericht und plädierte gleich Deichmann für eine diesmal ganz fräftige Steigerung der Beiträge. Devisenkurse. 0 Am Effettenmarkt setzt die Hausse in Montanwerten sich weiter fort. Heute standen im Vordergrunde des Interesses Rheinstahl und Mansfelder Attien, aber auch an den anderen Märkten Beigte sich zunehmende Kauflust. Die amtliche Kurstabelle gibt an, wieviel Mart man aufwenden muß, um die in der ersten Spalte genannte Einheit der auf das bezeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. 1 argentinischer Bapier- Beso 100 belgische Frant 10. August Käufer( Geld-) Kurs 310.85 9. August Berkäufer ( Brief-)( Geld-). Kurs Kurs Bellevueftraße 10. = in enger Wahl für den Bosten des Berliner Städtebaudirettors gestanden hat, Neuzeitlicher Städtebau. Dr.- Ing. Erwin Guttind, der seinerzeit schreibt in Nr. 32 der Kommunalen Bragis" über neuzeitlichen Städtebau, deffen wichtigste fiedlungspolitische Aufgaben er wie folgt formuliert: Auflösung der Großstädte, nicht Berschlagung berselben, sondern eine Umbildung der großen Städte zu werteschaffenden menschlichen Siedlungen, eine Umwandlung der unerträglichen Zusammenpressung von Menschenmassen zu wertvollem Nebeneinander; Bildung großer wirtschaftlicher städtebaulicher Einheitsbezirke, um die Großstädte nicht als Fremdkörper gesondert im Land bestehen zu lassen, fondern fie mit der Kraftquelle des flachen Landes und den auch heute noch wertvollen Aufgaben der Mittel- und Kleinstädte in städtebaulicher Hinsicht untrennbar zu verknüpfen. Nur dann wird es denkbar sein, auch den Gegenfag zwischen fiädtischer und ländlicher Siedlung nicht nur zu überbrüden, sonfchen Städtebauwirtschaft muß grundlegend angegriffen und mit äußerster dern ihn ein für allemal auszuschalten. Die ganze Frage der zwischenstädtiSorgfalt durchgearbeitet werden. Auch hier gilt es: Ausschaltung der indi viduellen zerfegenden Einflüsse durch Kollettipleitung und Kollektivträger." als Grundfäße für die fünstlerische Entwicklung des Reine traditionslofe, zukunftweisende Formen der Bauten, teine Milderung der sogenannten Gegenfäße, die doch nur Berschwommenheit bedeutet. An Stelle der städtebaulichen Blickpunkte, der Be züge, Hausreihen und Massensteigerung. Auch hier muß das einzelne dem tonung" durch Einzelgebäude Blickeinheit großer Massen und ganzer Straßen. Ganzen weichen: Wohnftätte, Erholungsstätte, Arbeitsstätte, Verkehrsfläche, ein jedes für sich muß ganz und mutig sein künstlerisches Eigenleben aus seinem besonderen Innenleben heraus führen." Jugendveranstaltungen. Ein Haus, das für Geschäftszwede„ ausgemietet wurde. Taufende von Familien müssen sich mit ungenügenden Unterfunftsräumen begnügen. Taufende und abermals Tausende warten auf die Zuteilung einer Wohnung. Die Wohnungsnot hat geradezu unerträgliche Zustände gezeitigt. Man sollte daher annehmen, daß nicht ein einziger Raum, der bisher für private Wohnzwecke zur Ver- Städtebaues nennt Guttind: Käufer Berkäufer ( Brief-) fügung stand, unter Berücksichtigung dieses Notstandes für geschäftKurs liche Unternehmungen verwendet werden dürfte. Nun werden uns 100 holländische Gulden..33348.10| 33541.90||| 30262.10| 30337.90 über die Mietverhältnisse im Hause Bellevuestraße 10 Mitteilungen 311.65 280.121, 280.871/ 2 über höchst systematisch gehandhabte„ Ausmietungen" gemacht, die 6541.80 6558.20 5992.50 6007.50 geeignet sind, die öffentliche Kritik herauszufordern. 14881.85 14918.65 13333.30 18366.70 Das Erdgeschoß und das Kellergeschoß dieses 18601.70 18648.30 16654.15 16695.85 Hauses, bestehend aus 9 resp. 3 Räumen, wurden schon vor dem 22571.75 22628.25 20124.80 20175 20 Kriege als Geschäftsräume verwendet. Zurzeit dienen sie der 1712.15 Firma Ph. Rosenthal u. Co. A.-G. zu Ausstellungs-, Lager375.50 und Badkräumen. Das erste Stodmert, bestehend aus 8573.00 3582.00 16 Räumen, wird erst seit dem Februar 1920 nicht mehr als 3474.35 Privatwohnung benut. Der früheren Inhaberin, Frau 779.02 780.98 Irene Gerson, zugleich Hauseigentümerin, wurde eine Woh 6367.95 nung in der Matthäikirchstr. 7 zugewiesen. Die 16 Räume des 106.86 107.14 ersten Stockwerkes werden seit dem Fetruar 1920 von der Ham14981.25 15018.75 burg- Amerika Paketfahrt- A.- G. zu Bureauzwecken und als 12209.70 12240.30 gelegentliche Unterkunft für vorübergehend in Berlin an 1.50% 1.54 wesende Direktoren und Gäfte der Hamburg- Amerika Paketfahrt1992.50 1997.50 2.-G. verwendet. Die eine Hälfte des zweiten Stod 52.93 53.07 merfes, bestehend aus 8 Räumen, wurde bis April 1919 von Berlin nnd Umgegend. Ein wenig fühler, zeitweise[ beiter, aber 462.40 463.60 Herrn Dr. Bollad als Privatwohnung benutzt. Seit sehr verändealich bei ziemlich frischen westlichen Binden, öfter etwas Regen.. 100 norwegische Kronen 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen. 100 finnische Mart 1 japanischer Yen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar B 1802.70 1807.30 1707.85 3855.15 3864.85 866.41 868.59 100 französische Frank 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer Frant. 100 spanische Besetas 100 österr. Kronen( abgest.) 100 tschechische Kronen. 100 ungarische Kronen. 1.501 2167.25 60.92 100 bulgarische Lewa.+. 484.35 1.541 2172.75 61.08 485.65 374.50 3465.65 6352.05 Das Jugendsekretariat bleibt morgen infolge der Rundgebung der republikanischen Jugend im Saalbau Friedrichshain geschlossen. Achtung! Bon jeder Abteilung müssen 3 Ordner um 6 Uhr zur Berfaffungsfeier im Saalban Friedrichshain sein. Dortfelbft Ausgabe der Ordnerbinden. Für den Fackelzug: Verkauf von Fackeln vor der Feier im Saalban Friedrichshain ab 6 Uhr zum Ausnahmepreis von 5,- Mt. gegen Ausweis der Abteilung. Groß- Berliner Parteinachrichten. gungjozialisten. Gruppe Tempelhof- Mariendorf, Heute abend 7 Uhr im Lotal Radzuweit, Tempelhof, Werder- Ecke Kunigundenstr.: Bortragsabend. Wetter für morgen. Gewerkschaftsbewegung Die chriftliche Zitierkunst. Erst jetzt wird uns eine Glanzleistung der„ Bottroper die der Bolfszeitung"( 3entrumsorgan) bekannt, Bergknappe", das Organ des Christlichen Gewerf vereins in Effen, übernommen hat. Das genannte Sentrums blait brachte einen Artikel mit der Ueberschrift 3ur Bewegung der Bergarbeiter im Ruhrbergbau", worin es u. a. hieß: „ Der alte Bergarbeisserverband versucht die Erfolge der letzten Manteltarifoerhandlungen auf fein Konto zu sehen. Daß diefes merecht ist, dürfte den meisten wohl bekannt sein. Für diejenigen, die bisher den Erfolg nicht dem Gewerkverein christlicher Bergarbeiter zuftehen wollten oder darüber noch Zweifel hatten, dürfte schaft aus der Reichsgewertschaft ausgefchieden, aber weder dem| Realität geworden ist. Der Redner besprach eingehend die Berhält Deutschen Gewerkschaftsbund, noch einer anderen Gewerkschaft bei- niffe in den einzelnen Ländenr. Eigentliche Betriebsrätegeseze gibt getreten. Ebenso unwahr ist, daß auf Grund des Anschlusses der es nur in Deutschland, Destereich und der Tschechoslowakei. Dethier Reichsgewertschaft an den Allgemeinen Deutschen Beamtenbund stellte sodann Grundsätze für die Kontrolle durch die Arbeiter( Be große Teile der Reichsgewerkschaft den Austritt erklärt haben. triebsräte) auf und betonte zum Schluß, die Arbeiter müßten die InDies trifft vielmehr nur auf einen sehr kleinen Kreis unserer ehe- dustriellen in der Produktion überflüssig und sich selbst unentbehrlich maligen Mitgliedschaft zu, der sich zu dem ungewerkschaftlichen machen, an Gebilde der gehobenen mittleren Beamtenschaft, der sogenannten Gewertschaft deutscher Reichseisenbahnbeamten, geschlagen hat. Daß die Reichsgewerkschaft nicht wesentlich geschwächt, sondern im neuen Aufblühen begriffen ist, bemeist ihr derzeitiger und stetig wieder wachsender Mitgliederbestand von über 220 000, der die Reichsgewerkschaft noch immer zur größten Beamtengewerkschaft Deutschlands stempelt. Die Auguftlöhne für Bauschlosser. Der Referent unterbreitete dem Kongreß folgende Entschließung: " Der internationale Bergarbeiterfongreß ertiärt es als Pflicht der nationalen Sektionen, sich für die Einführung von Betriebsräten in der Bergwerfsindustrie einzusetzen, die Forderung der Betriebsräte, deren Mitglieder unter der direkten und ständigen Rontrolle der Arbeiterorganisationen stehen, in den Bordergrund zu stellen und für ihre beschleunigte Durchführung Sorge zu tragen. In der Diskussion gaben die einzelnen Redner Schilderungen der Verhältnisse ihrer Länder. 4 der„ Borwärts", das Zentralorgan der sozialistischen Partei der Gewerkschaften, als besserer Lehrmeister in Frage kommen. Der Borwärts", der bisher nur Tadelndes über den Gewerfverein schrieb, fommt in feinem Bericht vom 15. Jull Sloffereien verliefen refultallos, weil die Arbeitergeber sich beharr. Behindert. Die Franzosen dürften sich nicht allzufehr auf die Interzu folgenden Aeußerungen: Die Katastrophe, die die gesamte deutsche Wirtschaft aufs fdywerfte bedrohte, tonnte im legten Augenblid glücklicherweise abgewehrt werden. Diefes Ergebnis ist ein Erfolg des Reichsarbeitsministers, und wir müssen hinzufügen: ein Erfolg des Gemertvereins, der die Verhandlungsmöglichkeit noch nicht erschöpft fah, den Reichsarbeitsminister um Berhandlungen ersuchte und diese Berhandlungsattion erfolgreich zum Abschluß brachte." 2e Aeußerungen find genau wie hier in Fettdruck gebracht und für die einzig richtige Handlungsweise des Gewertvereins chrift licher Bergarbeiter ber beste Beweis." Der zweite Satz des vorstehenden Zitats aus dem Bor märts" bridt im ersten Teil ab. Er lautet vollständig wie folgt: „ Dieses Ergebnis ist ein Erfolg des Reichsarbeitsministers; es ist ein Sieg des Bergarbeiterverbandes, dem die Unionisten und die Chriftlichen in frauten Verein mitten im Kampfe in den Rüden fielen; es iff eine Garantie für die wirtschaftliche Weiterentwidlung." Die weiteren Ausführungen dieses Sages paßten dem Zentrumsblatt natürlich nicht in den Seram, weshalb sie dieselben glattmeg unterschlagen hat. Nur auf diese unwahrhaftige Weise fonnte es den„ Borwärts" als Zeugen zitieren für einen angeblichen Erfolg des chriftlichen Gewerfvereins. In Wirklichkeit ist es der Attion der freien Gewerkschaften und vor allen Dingen dem Deutschen Bergarbeiterverbande zu verdanken, daß Die Vermittlungsaktion des Reichsarbeitsministers erfolgreich war. Traurige Zustände. Die einander überstürzenden Teuerungswellen schaffen un haltbare, unmenschliche Zustände in der Lebenshaltung der Kreise, die nicht, gestüßt auf eine starte gewerkschaftliche Organisation, in der Lage sind, einen Ausgleich durch Erhöhung der Löhne zu schaffen. Zu diesen Kreisen gehören zum Teil auch die Arbeiter der Konfektion, die, zersprengt und verstreut, nur schwer in einer Gewerkschaft zusammenzuhalten sind, auch die bei Zwischenmeistern beschäftigten Arbeiter. Das Zwischenmeistersystem, eines der ärgsten Auswüchse der fapitalistischen Entwicklung, ist in mancher Beziehung noch schlimmer als das der direkten Heimarbeit. Hier schiebt der Unternehmer die Berantwortung auf den Zwischenmeister, dieser auf den Unternehmer, beide aber beuten den Arbeiter aus. Diefer tann sich um so flechter seiner Haut wehren, als der Zwischen meister sozusagen vor dem Unternehmer wie eine schützende Wand steht und die Arbeiter in einer großen Anzahl von fleinen Wert stätten verstreut oder wieder als Heimarbeiter für den Zwischen meister befchäftigt find. Ueber das Ergebnis der Lohnverhandlungen für August wurde Der deutsche Delegierte Schmidt- Saarbrüden erklärte, daß am Mittwoch in einer Versammlung der Bauschlosser und die Bassivität der französischen Kollegen für das Saargebiet sehr hinKollegen aus den Betrieben im Kriegervereinshaus" von derlich wäre. Dort würde jeder soziale Fortschritt, auch auf dem Bogeler berichtet. Die Berhandlungen mit dem Schuhverband der Berliner Gebiet des Betriebsrätegefeßes, von der franzöfifchen Verwaltung lich weigerten, auf die Forderungen der Arbeitervertreter einzugehen. nationale verlassen, sondern müßten vor allem in ihrem Lande bessere Der von lehteren angerufene Schlichtungsausschuß hat am Dienstag Bustände schaffen. Bei Stimmenthaltung der Franzosen wurde die Entschließung an folgenden Spruch gefällt: genommen. Alle 20 Jahre alten Facharbeiter sollen für die Zeit vom 1. bis 15. August auf die bestehenden Stundenlöhne einen Zuschlag von 5 M. und vom 18. bis zum 31. August einen weiteren von 3 m. erhalten. Junggesellen im 1. und 2. Jahre nach der Lehrzeit 3 bzw. 2,50. Jugendliche Arbeiter im Alter von 18 bis 20 Jahren 2 bzw. 1,50 M., im Alter von 16 bis 18 Jahren 1,50 bzw. 1 M. und im Alter von 14 bis 16 Jahren 1 M. von Anfang bis Ende Auguft. Für alle laufenden Akkorde ist bis zur entsprechenden Regelung der neuen Attordfäße derselbe Zuschlag zu zahlen, den die über 20 Jahre alten Lohnarbeiter erhalten. Frauen sollen die Säße erhalten, die für die Kollegen im und 2. Gesellenjahr vorgesehen sind. Die Bauzulagen sind, wie bisher, mit 35 Pf. pro Stunde bezahlen. An Montage zulagen für auswärtige Arbeiten sollen vom 1. bis 15. August täglich 125 M. und vom 16. bis 31. August 150 m. gewährt werden. Die Lehrlinge erhalten im ersten Jahre 75, im zweiten 100, im dritten 125 und im vierten 150 M. Die Zulage für Verheiratete mit Stinbern unter 14 Jahren beträgt 1,65 W., für Berheiratete mit eigenem Haushalt ohne Kinder 80 Pf. pro Stunde. 1. zu Eine Konferenz der Vertrauensmänner hat die durch den Spruch zugeftandenen Löhne für ungenügend befunden, fich aber in der Mehrheit unter Berücksichtigung aller Verhältnisse für Annahme ausgesprochen. In der Diskussion fam eine große Unzufriedenheit mit dem Spruch zum Ausdruck. Bei der Abstimmung wurde der Schiedsspruch jedoch gegen eine erhebliche Minderheit angenommen. Lohnbewegung in der Altpapierbranche. lleber die beschleunigte Durchführung der inters nationalen Beschlüsse sprach der Belgier Déjardin. Der internationale Bergarbeiterbund sei nicht untätig gewesen, um die derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnisse zu ändern. Es fönne ohne Ueberhebung gesagt werden, daß die Bergarbeiterinternationale bezüglich der Bertretung der Arbeiterintereffen an erster Stelle genannt werden könne. Was für den Fall des Kriegsausbruchs beschlossen, ein Weltstreit aller gewerkschaftlich organisierten Arbeiter, das müßte in gleicher Weise für die von den internationalen Kongressen angenommenen Forderungen, nachdem diese vorher in den einzelnen Ländern ratifiziert und Vorbereitungen getroffen wurden, geschehen. Am Schluffe feiner Ausführungen wandte fich der Redner besonders gegen die Streiftaftit der Franzosen. Um erfolgreiche Aktionen möglich zu machen, sei vor allem eine starte, gutfundierte Organisation notwendig, mit der man auch längere Rämpfe durchführen könne. Der Redner unterbreitete folgende Resolution, die er eingehend begründet hatte: Der Internationale Bergarbeiterfongreß bestätigt die Beschlüsse des Genfer Kongresses betreffend den internationalen Generalfireif im Falle eines Krieges und ersucht den Internationalen Gewertschaftsbund in Amsterdam, die notwendigen vorbereitenden Maßnahmen zu ergreifen, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Der Knogreß beschließt: das Bureau des Internationalen Bergarbeiterverbandes zu beauftragen, auf die Tagesordnung des nächsten Kongresses der Bergarbeiter- Internationale zu setzen: Prüfung der Mittel für eine internationale Attion und Mitteilung der getroffenen Maßnahmen an den internationalen Sekretär. Sich unverzüglich mit den Bergarbeitern der verschiedenen Länder in Berbindung zu sehen, um daselbst Gewerkschaftsorganisationen ins Leben zu rufen, deren Anschluß an die Bergarbeiter- Internationale zu bewerkstelligen, auf Grund des Programms und auf der Basis der von der Internationale festgesetzten Richtlinien. An dieses Referat schloß sich eine längere Diskussion, in der erneut die gegenfägliche Anschauung der franzöfifchen Delegation zum Ausdruck fam. Barthuel begründete zunächst einen Antrag der franzöfifchen Delegation, in dem die Mobilisierung der Kräfte der internationalen Bergarbeiter für einen Streit von 24 Stunden als erste Warnung und als Antwort auf die Angriffe der Unternehmer verlangt wird. Barthuel fagte, so wie bisher, dürfe es nicht mehr weitergehen. Das bedeute sonst, das Scheindasein der Internationale weiterführen. Wir wollen die Bergarbeiter durch den Borschlag eines. eintägigen Weltgeneralstreifs mobilisieren, sie zu kämpfen vorbe reiten. Das kann man, ohne daß wir zu warten brauchen, bis die amerikanischen Berhältnisse dafür reif find. Die im Transportarbeiter- Berband, Gruppe Altpapier, organisierten Geschäftstutscher, Lagerarbeiter und LagerarbeiteDas Internationale Romitee zu beauftragen, mit möglichster rinnen, nahmen am Mittwoch den Bericht von der letzten Lohnverhandlung entgegen. Eingangs erwähnte Snapp, daß die Raschheit alle praktischen Maßnahmen anzugeben, die geeignet sind, Verhandlungen sich sehr schwierig gestalteten. Die Robprobut- die Beziehungen mit der amerikanischen Bergarbeiterorganisation wirt. tenbranche, die hier an erster Stelle verhandelte, hat mit 3u- famer zu gestalten." Stimmung ihrer Lohntommiffion folgenden Bergleich angenommen: Chauffeure 1855 Mt., Kutscher 1755 Me., Arbeiter 1633 M., Frauen und Jugendliche im Durchschnitt 966 bis 1127,30 Mt. Wocheniohn bei 46stündiger Arbeitszeit. Dieser Bergleich sollte auch für die Altpapierbranche angewandt werden. Die Lohntonimisfion lehnte das ab, und so fällte man folgenden Schiedsspruch: Kutscher 1755 mt., Unter diesen traurigen Zuständen leiden jetzt auch die Arbeiter 1680 Mt., Frauen 1064 Mr. und Jugendliche unter Zwischenmeister. Auch diese haben sich übrigens organisiert. Am 18 Jahren 922 Mr. Wochenlohn bei 48ftündiger Arbeitszeit. In der lebhaften Diskussion sprach man für und wider den Dienstag beschäftigte sich eine Versammlung, die vom Verbande Schiebsspruch. Die Abstimmung ergab die Annahme. Der Verder Werkstätteninhaber einberufen war, mit den unhaltbaren Zugleich in der Rohproduktenbranche sowie der Schiedsspruch in Gruppe ständen, die sich besonders in der Leichtkonfektion( Schürzen usw.) Altpapier gilt ab 1. August. Zum Schluß der Versammlung wurden herausgebildet haben. Der Referent Georg Wenzel, Borsigen die Lohnforderungen für den Monat September formuliert. der des Zentralverbandes der Werkstätteninhaber, wies darauf Es werden gefordert für Rutscher 2500 Mt., für Arbeiter 2300 ms., hin, das durch die dauernde Entwertung der Mark in der Ron- für Frauen 1700 Mt. und für Jugendliche unter 18 Jahren 1500 mt. feftion sowohl wie in der Wäscheindustrie immer unhaltbarere Wochenlohn. Bustände eingetreten feien. Der tariflose Zustand bringe es mit fich, daß noch in letzter Zeit Etundenlöhne von vier, acht umb zehn Markt gezahlt würden. Den Forderungen der Zwischen beschloffen, über die Frage Soll ein Drtstarifvertrag auf Grund Kameraden! Unsere Bahlstellenversammlung am 8. d. Mts. hat meister und Heimarbeiterinnen auf Erhöhung der Fasjonpreise des Reichstarifvertrages abgeschlossen werden oder nicht?" am und Löhne um 100 Broz. hätten die Fabrikanten entweder kein Sonntag, den 13. August, in der Zeit von 10-12 Uhr vormittags, Gehör geschenkt oder sie hätten mit unannehmbaren Angeboten eine Urabstimmung in den Bezirkslokalen vorzunehmen. geantwortet. Angesichts dieser Hungerlöhne, die nicht im ent- Rameraden! Es ist Pflicht eines jeden einzelnen, fich bestimmt ferntesten einen Bergleich mit dem Berdienst der Industriearbeiter zur Entscheidung über diese wichtige Frage an dieser Urabstimmung und Handwerker aushielten, bleibe den Zwischenmeistern und zu beteiligen. Eine Einladung durch die Bezirksleitungen bann nicht Heimarbeiterinnen nur der Kampf um die Durchführung ihrer erfolgen, und die Organisationsleitung erwartet, taß jeder seine Forderungen übrig, falls die Arbeitgeber den gerechten Wünschen Pflicht erfüllt. Reiner darf fehlen! der Arbeitnehmer nicht Rechnung trügen. Nach einer lebhaften, Ausführungen des Referenten gehaltene Entschließung angenommen, in der die Werkstätteninhaber und Heimarbeiterinnen alle Berantwortung für einen durch Ablehnung ihrer Forderungen verursachten folgenschweren Beschluß ablehnen. Achtung, Zimmerer! Der Borstand. Für die englische Delegation sprach Robson mit viel Temperament und unter lebhafter Zustimmung des Kongresses gegen Barthuel und für den Antrag des Referenten. Nur auf dessen Grundlage tönne man eine internationale Aftion aufbauen. Das Unternehmertum werde durch einen 24ftündigen Proteststreif nicht geschreckt. Be sonders die französischen Unternehmer würden über einen solchen Befchluß lachen. Ein Streit, wie ihn Barthuel vorschlage, würde unter arbeiter aller Länder haben nichts notwendiger als wirtschaftden heutigen Verhältnissen ein großes Unglück bedeuten. Die Berglichen Frieden. Um eine einheitliche Aftion zu veranstalten, brauchen wir eine einheitliche Ansicht, ein einheitliches Ziel. Die Franzosen legen anscheinend mehr Gewicht auf die Politik als auf den Ausbau der Gewerkschaften. Büttner Deutschland erklärte für die deutsche Delegation die zustimmung zu dem belgischen Antrag. Solange die deutschen Bergarbeiter nicht nach dem Saargebiet können, fönnen wir nicht zu den Vorschlägen von Barthuel Stellung nehmen und von einem allgemeinen Generalstreik reden. Banderbilt Holland ist ebenfalls gegen den französischen teilweise ziemlich erregten Ausprache, wurde eine im Sinne der 26. Internationaler Bergarbeiterkongreßa Frankfurt a. M., 9. Auguft. Im Schlußwort polemisierte Déjardin Belgien unter wieders Dritter Berhandlungstag. holter Zustimmung der Mehrheit des Kongresses gegen die Aus führungen von Barthuel. Die Ablehnung des Antrages der FranAls Präsident für den heutigen Tag fungiert Mansart- 3ofen bedeutet nicht die Ablehnung der internationalen Aftionen. Belgien. Wir sind für den Generalstreit, wenn er notwendig ist und ein be Ueber die Kontrolle der Industrie durch die Arstimmies Ziel hat, wie das, einen neuen Krieg zu verhindern. Beim Der angebliche Zerfall der Reichsgewerkschaft. beiter hielt Dethier- Belgien ein sehr instruktives Referat. fetten englischen Kampfe hätte man durch eine internationale Aktion Die Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und-an- Gr betonte, neue Zeiten erforderten auch neue Methoden. Die Ron- etwas tun können. Wo waren da die Franzosen? Wir in Belgien märter schreibt uns: trolle der Industrie durch die Arbeiter sei von grundlegender sozialer haben die englischen Kameraden unterstützt. Eine bessere DemonDurch den Austritt eines früheren Funktionärs der Reichs- Bedeutung. Im Bergwerksbetrieb werde dem Arbeiter nur ein ein- ftration als ein 24ftündiger Streit ist eine starke gewerkschaftliche gewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und anwärter, Eisen- ziges Recht zugestanden: zu arbeiten. Das Recht, sich als Mitarbeiter Organisation. Wir müssen sehr praktisch vorgehen und nicht ausbahn- Inspektor Klein- Münster, sind erneute Gerüchte in Umlauf im Produktionsleben zu betätigen, werde ihm vorbehalten. Die schließlich mit Theorien operieren. Wir müssen unsere Forderungen gekommen, die von einem Berfall unferer Organisation sprechen. Broletarier feien nicht gesonnen, diesen Zustand bestehen zu lassen. in allen Ländern durchfeßen; um dies zu können, muß man aber im Es wurde z. B. gesagt, daß Herr Klein geschloffen mit seinen Nachdem fie fich als Staatsbürger ihre politischen Rechte erobert eigenen Lande start genug sein.( Lebhafter Beifall.) Bertrauensleuten und Funktionären ausgetreten und mit feinem hätten, würden sie sich auch aus der wirtschaftlichen Knechtung zu gesamten gewerkschaftlichen Verwaltungsorganismus zum Gesamt- befreien wissen und der Demokratisierung der Industrie die Wege verband Deutscher Beamten- und Staatsangestelltengewerkschaft ebnen. Die Unternehmerautokratie hat bereits zum Teil das Feld ( chriftlich- national) übergetreten sei. In Wirklichkeit ist Herr Klein räumen müssen. Die Vorbedingungen für eine Demokratisierung nur mit einem der früheren Funktionäre der Reichsgewert- sind bereits vorhanden, wenn nicht schon die Arbeiterkontrolle eine Perser Teppiche Strickjacken Gold Klaviere, Flügel aller Art, Jumper, Kimonos, Strandhöchfte Tagesor. zahlt äckchen etc.- Einzelverkauf bester Silber Herer, Pallassir. 9, Karf. 9104 Qualitätsware. Billigste Bezugsquelle Platin -Bruch BERLITZ Bruno Richter, Mendelstr. 36, 1. Zahngebisse Fabrik- Niederlage thüring. Wollwaren. SCHOOLS Straßenbahn: 46, 47, 49, 51. 57, 151, 116. Leipziger Str. 1232) Ecke Wilhelmstr. Tauentzienstr. 19a FREMDE SPRACHEN Einzel- Unterricht. Zirk.monatl.125- M. Ausführl. Prospekt über Patent Anmeld. usw. erhalt. Lostenlos Erfinder darch Ing. Carl Fr. Reichelt. Berlin, Lindenstr, 116. 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Wittenb.- Pl., Nähe Zoo Telephon: Steinplatz 11803. Handelsgerichtlich eingetragene Firma. Telegr- Adr.: Trauringkanene Berlin un Der Antrag der Belgier wurde sodann mit 86 gegen 16 Stimmen angenommen. eigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. 6. S., Berlin. Drud: Verantw. für den rebatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für AnBorwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenste. 8. dinen Zahngebisse Sonderangebote. Gelegenh.- Käufe in Resten Stores, Bettdecken Madras- und Künstlergardinen. Spezial- Gardinenwerkstatt Heukölln, Bergstr.67 am Ringbahnhof. aud zerbrochene Platin-, Gold, Silber- Brud vert. Sie am vorteilhaft. b. Selbstverbr. Wir zahlen Ihnen die höchst. Breise Saboratorium f. Zahnerfas Berläng.Hedemannstr.6 Ecke Wilhelmastr., 3 Min. v. Anh.Bbf. Spez. Beh. Ischias Kinderwagen nur für i. Hüft., Ges. u. Bein. Bettfedern Da schw. Fälle in 15 Korbmöbel Tag.bes, hierüb. un10 000 MK, f. Borwärtsstreb. und Erfinder Auftl. 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