Nr. 378 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 185 Bezugspreis: Für den Monat Auguft 90, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar und Memelgebiet, fowie Defterreich und Lugembura 138,- M., tir das übrige Ausland 172.-M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, Eng land, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho Glowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareegrile toftet 25,-M. Reklamezeile 125,- SR. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedrukte Wort 7,- M.( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jebes weitere Wort 6.-M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen bas erste Wort 4- M jedes weitere Wort 3,- WM. Worte liber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Beile 10,-. nzeigen für die nächste Summer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 35 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Sonnabend, den 12. August 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., GW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Haupterpedition n. InseratenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Das Volk huldigt der Republik. Der Abend im Schauspielhaus. Reichspräsident Ebert. Reichstanzler Wirth erschienen mit anderen Besuchern des demokratie war. Wir fönnen an den Grundrechten der Republik Schauspielhauses auf der Freitreppe, und dann wollte der Jubel nicht vorübergehen. Eine der wesentlichsten Aufgaben der SozialEin offizielles Fest im republikanischen Deutschland. Ein tein Ende nehmen. Nur unter großen Anstrengungen gelang es demokratie muß es fein, Aufklärung in alle Boltstreise hineinzu Aft der Repräsentation, zu dem der erste Beamte des Reichs dem Schauspieler George vom Deutschen Theater, der einen von tragen. Die Berfassung hat uns nicht in allem das gebracht, was und die Spiken aller Zentralbehörden erschienen sind. Aber Friz Unruh zur Feier dieses Tages verfaßten Prolog sprach, fich Ge- naives Hoffen von ihr forderte. Denn mit der Verfassung ist eine feine Spur von Pruntentfaltung, von theatralischer Maste- hör zu verschaffen. Mitten im Sprechen mußte er abbrechen, als wei- Bolt das Werkzeug zur Schaffung des Nexen in die Jahrtausende alte Entwicklung nicht hinweggewischt. Nein sie gab dem rade, von posierender Feierlichkeit, feine Spur jenes hohlen tere Züge mit ihren Musikkapellen heranrückten. Tausendstim hand. Das Bolt muß zum Ausdruck bringen, was es wünscht. aufgeblasenen Gepränges, dessen Zeugen wir früher so oft in mige Rufe verschafften ihm Ruhe, und als er den Prolog mit Die Idee des Sozialismus fordert Menschen für den klassischen Räumen des Schinkelbaues sein mußten. einbrudsvollen Worten beendet hatte, ergriff der von der Menge die 3utunft, die sich flar find, was es heißt, poli.. Schlichte, ernste, natürliche Würde im Arrangement, fulti- fehnsüchtig erwartete Reichspräsident das Wort zu folgender Antische Gefehe zur Anwendung zu bringen und an rierter Geschmad in der Ausführung. Man fühlt: hier herrscht sprache: mirtschaftlicher Gestaltung mitzuarbeiten. Aufnicht mehr der ordinäre Barvenügeschmad eines fommandierenden Dilettanten, sondern menschlich vornehmes Empfinflärung und Erziehung wollen wir hinaustragen in die Welt, um den Grund zu legen für den stolzen Bau der Zukunft, den wir aufden, fluges Tattgefühl und feine Künstlerhände haben dem der uns vor drei Jahren das neue Grundgeseh der Nation, die neue ungeheuer schwer machen. Wir fönnen die Demokratie und den Wir haben heute im ganzen Reich des Tages feftlich gedacht, richten wollen. Hier sind Kräfte am Wert, die uns die Aufgabe Fest die Gestalt gegeben. Bunft acht Uhr erscheint in der kleinen Fremdenloge links Reichsverfassung unferes Staates, die Reichsverfaffung von Weimar Sozialismus nur feftigen, wenn wir die Menschen gewinnen. Laffen der Reichspräsident; die Anwesenden begrüßen durch gebracht hat. Diese Verfaffung von Weimar 3 u vertiefen und Sie mich schließen mit den Worten: Treue zur deutschen Republik, Erheben von den Sitzen den Repräsentanten der deutschen fe ft 3u begründen muß unser aller Aufgabe für die Zukunft Treue zum deutschen Bolt, Republik. Der Bühnenvorhang teilt sich und vor einer ein.( Braufender Beifall.) Ihnen, der freiheitlichen und republiTreue zum Sozialismus. metallfarbenen, mit dem Riesenbild des neuen Reichsadlers tanischen Jugend erfteht insbesondere die Aufgabe, das Wert, das geschmüdten Gardine erflingen, von Gerda Müller ge- uns den Weg aus dem Chaos gewiefen hat, zu fühen und zu Reichsminiffer Dr. Köfter. prochen, Gerhart Hauptmanns düstere, schwer- feftigen. Einigkeit und Bewußtsein des Rechts, aber Als Scheidemann die Republik ausrief, war der deutsche Wirtflüffige Rhythmen, der Prolog der Pythia aus dem Jahr land müssen Sie auf diesem Wege begleiten.( Beifall.) Darum möge und seelischem Hunger ergriffen. In diesem Zustand, in diesem Glend auch Bewußtsein der Pflichten gegen das Bater- schaftsförper ausgemergelt und halb tot, das Bolt von physischem hundertfestspiel. Das Bild Europas, von Kriegen zerriffen, todesmatt und schweißbedeckt", steigt auf. Ein furchtbares. Ihnen, der Berliner freiheitlich und republikanisch gesinnten Jugend, trostloses Bild. Nur ein matter Hoffnungsstern schimmert auf die wir bauen und hoffen, der Tag befchieden sein, von dem om fernen Horizont: vorhin die Worte des Dichters sprachen, der Tag der Einigkeit, des Rechtes und der Freiheit.( Beifall.) So wollen wir heute unsere Wünsche vereinen für unsere nation, deren Kinder wir sind und der wir mit ganzem Herzen angehören. Darum rufen wir: Es lebe die Republik, es lebe das Vaterland, es lebe das Bolt. ich sehe dämmern fern des Friedens Tag, so sehr die giftige Bestilenz auch heute noch, und finsterer Wahnsinn, toben in Europas Blut. Die Worte des Dichters verflingen und es seht das Andante der C- Moll- Sinfonie von Brahms ein, an Stelle des ertrantten Furtwängler durch Busch dirigiert. Dann betritt Charlotte Schulz das Podium, um wieder Verse Hauptmanns die Worte der Athene- Deutschland aus dem Jahrhundertfestspiel zu rezitieren. Die Segnungen des Friedens preist der Dichter, und die Liebe, die Schaffende, die Schöpferin: Darum gilt 3 Nicht endenwollender Jubel und brausende Hochrufe tönten aus der vieltaufendtöpfigen Menge zum Präsidenten empor. Darauf richtete Reichskanzler Dr. Wirth gaben mir uns in Weimar die Verfaffung. Die Laft jener Elendsherrschaft schleppen wir noch mit uns herum und bas Elend ist nicht abzusehen. Und dennoch lebt und wächst die Republit. lieben diese Republit dennoch, wie eine Mutter ihr Kriegskind liebt. Wir werden verhöhnt und verlacht, weil die Republit arm ist, und ( Beifall.) Deutschland ist eine Republit und alle Macht geht vom Bolle aus.( Beifall.) Genoffen, die Verfassung von Weimar findet Anerkennung und Beachtung im Ausland. Ein franzö fischer Gelehrter hat ihr eine tiefgründige Arbeit gewidmet unb Jrland hat sich an uns gewandt um dieser Verfassung willen, die von den Reaktionären Deutschlands verhöhnt wird. Man hat dieser Republik unter dem Bruch der 14 Punkte Wil fons ein Stüd Land nach dem anderen genommen. Repara tionen über Reparationen fordert man von uns. ir zu Herzen gehende Worte an die Jugend der Republit. werden zu politischen Schachfiguren und zum Spielball des Er führte u. a, aus, daß sich die Männer, die ihr Leben für die Börsen getriebes, und dennoch besteht diese Republik. Aber deutsche Republit gelassen haben, die Herzen der deutschen Jugend diese Republik hat auch zu kämpfen gehabt mit einer immer fresher erobert hätten. Es gilt, die deutsche Jugend zu fördern, daß jedem werdenden Reaktion. Wie weit diese Organisationen gediehen sind, Kind, das deutschen Herzens ist, der Arm wächst, un an diesem das wissen sie. Drei Jahre lang hat der organisierte Mord gegen der fleischgeworbenen Liebe dieses Fest, die sich Staat mitzuarbeiten und ihn wieder emporzuführen zu Freiheit die Republit gewütet und dennoch lebt fie. Das Bolt mußte erst durch auswirkt im Geist! Und aus dem Geifte wiederum und Glüd.( Brausender Beifall.) Diesem Ziele dienen wir mit ben app Butsch, durch die Schüsse gegen Erzberger, in Wort und Ton, in Bildnerei aus Erz und Stein, ganzem Herzen. Dabei denten wir in fiefer Demut aller derer, die gegen Rathenau aufgewerkt werden. Mehr als burch alle Schutzin Maß und Ordnung, furz in Tat und Tätigkeit. gejege, mehr cis durch 200 000 Mann bewaffneter Republikaner wird unter der Flagge der Freiheit für die deutsche Republit bie Republit befestigt, menn wir fie perantern in ben ergen Als Schluß der Feier erflang die Fünfte Sinfonie ihr Ceben gelassen haben.( Braufende Zuftimmung.) Unfer unserer Jugend. Bei ihr fann fie geistiges Sdeal werden, um Beethovens, vom Philharmonischen Orchester meister- lebhaftem Beifall gedachte der Reichskanzler des ermordeten Walter das man sich erkämpft. Die neue Jugend unterscheidet sich von der haft vorgetragen. Rathenau und er schloß mit den Worten, daß das republikanische alten wohl dadurch, daß sie ihre Ehrfurcht richtet zum Bolt hinauf Inzwischen hatten sich draußen die Züge der Fadelträger Deutschland alle Länder Europas und der Welt grüße, die an der und nicht zu den alten Göttern und Halbgöttern.( Beifall.) Die dem Schauspielhause genähert und ein wogendes Lichtmeer Gejundung und dem Wiederaufbau der Welt mitarbeiten wollen. Jugend muß dafür sorgen, daß diese Republit in ständiger innerer überflutete den Schillerplay. Die Marseillaise erklingt und Aus dem Jubel, der dieser Rede folgte, löfte sich brausend der Neuschöpfung bleibt. auf der Freitreppe erscheint der Reichspräsident, von schwarz- legte Bers des Deutschlandliedes Einigteit und Recht und rotgoldenen Fahnen umweht. Lautloses Schweigen herrschte Freiheit" aus, das wie ein troßiger Schwur in den Nachthimmel in der ungeheuren Masse, die den Play besetzt hielt. stieg. Wie auf einen Schlag sang dann die Menge bie Inter. nationale, weil sie das richtige Empfinden dafür hatte, daß nur der, der sein Baterland aufrichtig liebt, die Liebe der anderen Bölfer zu ihren Ländern zu begreifen und zu schäßen vermag. Die Feier der Partei. Auf dem Gendarmenmarkt. Mieder mit allem, was der Republit feindlich! nieder mit allen Mordorganisationen! Nieder mit allen bewußten und unbewußten Gegnera der Republik! Mieber mit dem Geist der Dumpfheit unb 3agbeit, der nicht die Zeichen der Zeit ertannt hat! Nieder mit jenem Geist, der die Zeichen Europas und die Lage Deutschlands im Herzen Europas nicht erkennen will und der nicht beiß, was hier in Deutschland auf dem Spiele steht. Hoch aber die Republik selbst, Hoch die Mütter, Hoch das neue Geschlecht. Stimmen Sie mit mir ein in den Ruf: dos Bolf, es lebe hoch. Der Blag vor dem Schauspielhause am Gendarmen marit, auf den bas helle Bogenlicht bes Staatstheaters setne Strah len warf, war in den frühen Abendstunden durch eine Rette der Schupo abgesperrt. Noch um 8 Uhr war nur eine schwache The Sabe ber RD. im Sistus Busch sollte erst um 7 Whr Menschenanfammlung in der Martgrafenstraße festzustellen, da die abends beginnen. Aber fchon furz nach 4 Uhr fanben fh die erften melften von dem Schauspiel der zu erwartenden Facelzüge aus dem Teilnehmer ein und bald war der weite Raum der Arena dicht geFriedrichshain und dem Lustgarten angelodt, fich unter den Lin- füllt. Die Massen strömten in schier endloser Folge. Zahlreiche Brausend hallten die Hochrufe auf das Volt durch den Raum. den aufgestellt hatten. Es war wohl auch die Meinung verbreitet, schwarzrotgoldene Fahnen leuchteten im Scheine der Bogenlampen, Reichsjuftizminifter Genoffe Radbruch daß das Opernhaus das Ziel der Fackelzüge, die zu Ehren der und über der Bühne prangte das alte rote Banner der SozialRepublik an diesem Tage veranstaltet wurden, fei. So war denn demokratie. Kurz nach 7 Uhr wurde die Feier sehr stimmungsvoll gnig von der Baterlandsliebe aus. Wir Waterlandslosen das Opernhaus, die angrenzenden Straßen und Bläge mit einer durch den meinedeschen Männerchor mit dem Liede feiern unfer schwarzrotgoldenes Baterland, wir lieben es. Waren wir es doch von je, die auf ihre Weise ihr dichten Menschenmenge besetzt. Und da war fein Fled- rönt den Tag" und Empor zum Licht" eingeleitet. Baterland liebten. Dem Tag der Demütigung des Baterlandes chen, das nicht seinen Mann trug. Auf allen Gefichtern war die alsdann sprach Elfriede John Freiligroths Republi" und entstieg die Lichtgestalt der Republit. Jegt fönnen wir unserer Spannung zu lesen, die dieser Tag in den Herzen der Freiheitlichen, das„ Celöbnis" von Bröger. Chorgesang und Rezitationen Baterlandsliebe offen Ausbrud geben, fie rüdfidytslos befennen. in den Herzen der Republikaner auslösen mußte. Nur langfam löften stürmischen Beifall aus. Dann trat lautlose Stille ein, und Dreifach ist die Baterlandsliebe. Sie ist Heimatliebe, Nationalvermehrte sich die Zahl der Schaulustigen vor dem Schauspielhaus, Reichsminister Genoffe Schmidt und dann war es, als ob ein Zauberer die Parole Auf zum Gendarmenmarkt" ausgegeben habe. Schwarz rollten die Maffen ergriff das Wort. Der 11. August 1919, so führte er aus, wird in heran. Nur mit Mühe vermochte das schwache Schuppaufgebot ben ber deutschen Geschichte einen dauernden Ehrenplatz behalten. An diefem Tage hat die Nationalversammlung die deutsche Verfassung Strom der vordringenden Menschenwoge zu hemmen, um den beendet. Die Republif mar anerkannt, die demokratische Idee hatte Blag vor ber Freitreppe für die zu erwartenden Fackelzüge frei- fich durchgerungen. Nicht gering waren die Widerstände, und die zuhalten. Dann fündeten Musit, Gesang und dauernde Hochrufe das Sozialdemokratie hat ihren Anteil an ihrer Beseitigung. Ein ZuNahen des ersten Zuges, der weitere Massen mit sich riß. Hell rud gibt es nun nicht mehr. Es gilt nun auf der Macht zu sein hob sich der Fackelschein aus dem Dunkel der Straßen heraus und und für alle, denen es Ernst um das Neue ist, Hand anzulegen. warf sein Licht über das Gewoge von Tausenden. Im Augenblick Die Berfassung gibt den Rahmen, in dem gearbeitet werden soll. war ber freie Blag von einer begeisterten frohen unerschütterlich ist der Glaube, daß as Bolt det Jugend, die zur Freitreppe stürmte, befeht. Und dann famen üter feiner Rechte ist. Das ist es, was in der Berfaffung immer weitere Züge, und die Maffen wollten fein Ende nehmen. zum Ausdruck fommt. Die politische Erkenntnis wird sich Bahn brechen. Aber ohne Kampf und ohne Einsehen der Persönlichkeit Das war das für Gewoge und Gedränge, ein Singen und Rufen. werden wir das nicht ausgestalten fönnen, was bisher geschaffen Dann ftodte einen Augenblid das Leben der Maffe: Die Türen wurde. Der Redner erinnerte an die Frage des Frauenwahl des Schauspielhauses gingen auf, Reichspräfident Ebert, rechts, die stets eines der wesentlichsten Postulate der Sozial bewußtsein und Gemeinfin. Die Bunge ist unserer Baterlandsliebe erst gelöst durch die Berfassung. Die Verfassung ist uns ein unsichtbares Baterland, der 11. Auguſt der Feiertag des Boltes, wie der 1. Mai der Feiertag der Menschheit ist. Die rote Fahne der Menschheit, die schwarzrotgoldene Fahne des Baterlandes, für uns sind sie unzertrennlich.( Bravo!) Gewiß, auch das alté Deutschland haben wir geliebt, aber das Deutschland mit Dornen fronen des Leibens und der Demütigung, das lieben wir erst recht in unserem Herzen. Und wir sind einverstanden mit den Worten jenes revolutionären Dichters, den wir mit Recht einen der unferen nennen, mit den Worten, mit denen unser Friedrich Ebert den heutigen Tag eingeleiett hat: Einigkeit und Recht und Freiheit find des Glüdes Unterpfand. Hieran schloß fich der Gesang des Tord Foleson und der Frühlings stürme, wiederum vom Meinecefchen Männerchor, die gleichfalls mit großem Beifall aufgenommen wurden, W Zum Schlusse durchbraufte die Internationale den weiten Raum. In den Refrain ihrer Strophen stimmten die Ane Ane wesenden begeistert ein. Mögen die Völker die Signale hören! Die Feier der Jugend. ier der Juge Jm Lustgarten. Verfassungsfeiern im Reiche. Am Geburtshause der Verfassung. Weimar, 11. August.( Eigener Drahtbericht.) Unter starter Bes teiligung der Bevölkerung und dem Geläut der Glocken fand die Berfaffungsfeier und die Einweihung einer Gedächtnisa tafel an der Stätte der Tagung der Nationalversammlung, dem Deutschen Nationaltheater, statt. Arbeitergefänge leiteten den Fest aft ein, Staatsminister Genosse Baudert sprach darauf als Leites des thüringischen Gebiets Weimar. Er erinnerte als Mitglied der Beimar beraten und beschlossen, vom Reichspräsidenten in Schwarz Nationalversammlung an die Bedeutung, die Weimar und Thüringen in jenen Tagen der Gärung gehabt haben. Die Verfassung iſt in burg i. Thür. am 11. Auguſt unterzeichnet worden. Unter brausendem Hoch auf die Republik fiel dann die Hülle von der Gedächt nistafel, die in schwerer Bronze die folgende Inschrift trägt: In diesem Hause gab sich das deutsche Volf durch feine Nationalversammlung die Weimarer Verfassung vom 11. August 1919." Genosse Franz Krüger erinnerte darauf zum Schluß an| Plätzen stimmte die Menge begeistert in das Hoch auf die Republik Regierungspräsident seine Ansprache. Reichswehr spielte dann zum tie Abneigung, die 1848 gegen die Verfassung das Blatt ein. Einen derartig imposanten, unter lodernden Fadeln von Promenadenkonzert auf. Bapier" betundet wurde, das sich nicht zwischen das Volk und echter Begeisterung beschwingten Jugend- und Volksfestzug für die seinen König drängen solle. So bestand bis vor drei Jahren der Republik und ihre Verfassung hatte Berlin vorher noch nicht Die Verfassungsfeier der Sozialdemokratischen Partei Zustand der Verfassungslosigkeit. Sind wir auch nicht in allen Spandau im Neuen Stadttheater erfreute sich eines starken Leiten mit den Dingen einverstanden, so ist in der Verfassung immer gesehen. hin manches verwirklicht, was wir ersehnten. Sie bildet den besten Besuches. Der Arbeitergesangverein Hoffnung" leitete die Feier mit einem Chorgefang ein. Nach einem Prolog Freiligraths Rampfboden für die Verfechtung unserer Endziele. Leider hat in der Arbeiterschaft jahrelang der Kampf darüber getobt, ob man als Zu Hunderttausend waren die Republikaner dem Aufrufe der Schwarz- Rot- Gold" sprach Genosse Lüdemann über die Be Sozialdemokrat auch ein Demokrat fein kann. Wir, die wir den republikanischen Verbände gefolgt. Bei Dunkelwerden deutung der Verfassung von Weimar. Insbesondere ging er in Boden dieser demokratischen Republik zuerst betreten haben, freuen entflammten vor dem Dom und der Freitreppe die Fackeln und seiner großangelegten Rede auf die Bedeutung ein, die die Arbeiters uns, dah dieser Streit gegenstandslos geworden ist. Einigkeit ist hoch auf dem Denkmal thronte ein Junge mit einer blutrot brennen- schaft der Verfassung der Republik beimessen muß. Seine mit die festeste Stütze der deutschen Republik. Der nächste Verfassungs- den Leuchte. Musikhöre ließen von verschiedenen Seiten ihre Met die Republik, in das alle Versammelten einstimmten. Große Bes Begeisterung aufgenommene Ansprache endete mit einem Hoch auf tag möge die Sozialdemokratie als die wieder gesen erschallen, und besonders vor dem Denkmal erflangen immer wie geisterung erregte ein Nachspruch von Brögers Gelöbnis". Ans einigte geschlossene Matfinden.( Stürmischer Beifall.) der die Lieder, die das Volk als Freiheitslieder kennt und denen es schließend an diesen Nachspruch sang der Chor„ Lord Foleson, das Deshalb müssen wir dieser Einigung alles Störende aus dem Wege räumen, damit die geeinte Partei alles aus dem Wege begeistert durch Mitsingen huldigte. Schwarzrotgoldene Fahnen, Banner fann stehen, wenn der Mann auch fällt". räumen kann, was ihr entgegensteht. Die deutsche Sozialdemo- vom Lichte der Fackeln beschienen, schwangen neben den Roten im fratie als die festeste Stüße der deutschen Republik, auch als inter- Winde hin und her. Ein jeder hatte sich mit der Farbe der Republik nationales Glied, fie lebe hoch! als Abzeichen, feiner Gesinnung geschmüct. Biele Sozialisten, an den Parteizeichen erkenntlich, die im Zirkus Busch keinen Zutritt mehr gefunden hatten, gaben ihr Bekenntnis zum Verfassungstage der Republik hier ab. Pünktlich zur angefehten Zeit erflangen die Rezitationen der Schauspieler, die in der Republik auch für ihre Kunst die hehrfte Stätte zu finden wiffen. 1848er Freiheitsgedichte mit der machtvollen Sprache der Dichter, die seinerzeit für denfelben Gedanken, den heute das ganze Land bewegt, den Gedan Daß die junge Bolksgeneration die Republik als den einzigen fen der Freiheit kämpfen und leiden mußten. Nach den SchauspieWeg zu einem neuen Deuschland und zu ihren hohen Freiheitsidealen lern gedachten die Redner der Bedeutung des Tages und in starken zu der der Verein Arbeiterjugend Groß Berlin gemein Massen darzubringen. Begeisterter Beifall, der in die Dunkelheit erkannt hat, bewies die Verfassungsfeier der republikanischen Jugend, Worten wußten sie den tiefen inneren Wert der Verfassung den Groß- Berlin sam mit der Demokratischen Jugend aufgerufen hatte, und hincinrauschte, lohnte sie. Reichsminister Gen. Köfter ergriff an die unter starker Beteiligung der Jungen und Mädchen im Saalbau der Museumstreppe das Wort und hatte mit seinen Ausführungen der Friedrichshain- Brauerei veranstaltet wurde. Auf der einen Beifall, der sich immer wieder erneuerte und in Hochrufe ausvon Buchsbaumgrün umrahmten und im Hintergrund mit einer flang. Nach ihm sprach der Reichstagsabgeordnete Nuschke und schwarzrotgoldenen Fahne geschmückten Bühne eröffnete der SPD.- wies darauf hin, daß in dem Hause gegenüber zur Gründungsfeier Männerchor Friedrichshain mit zwei Liedern, die begeistert aufge- die Minister im Ministerfrad und weißen Strümpfen sowie Schnallennommen wurden, die Feier. Nachdem ein Jugendgenosse ein Geschuhen im weißen Saale höchst zeremoniell sich versammelten, wähdicht vorgetragen hatte, hielt die Genossin Clara Bohm- Schuch rend heute die Minister des Volkes vor das Volk hintreten und fretdie Festansprache." Der Friedenswille des Boltes," so begann sie, mütig mit ihm sprechen. Er betonte, daß das Volk sich durch die Beist es gewesen, der die Republik geschaffen hat, die Republik, die zwingung des Kapp- Putsches die Republik verdient hat, und weil sie damals Rettung aus dem Zusammenbruch und heute noch der ein die Gefahren überwunden hat, die ihr drohten, ist sie die einzigste zige Weg zum Aufstieg ist. Gerade die Arbeiterklasse und die Jugend Form, die für das deutsche Volt nur gelten kann. Er forderte von des Proletariats find mit dee Republik auf Leben und Tod ver- den Massen den Schmur, jetzt und immerder und täglich für die Rebunden. Die Arbeiterschaft weiß, daß eine freie und starte publik zu fämpfen. Dann flang das hoch auf die Republik Republik zu schaffen die erste Aufgabe ist. Erst wenn alle an und die Massen, die sich mit Fadeln versehen hatten, ordneten sich dieser Aufgabe arbeiten, kann unsere Freiheits- und Friedenssehnsucht unter dem Klange der„ Internationale" zu einem Zuge, der mit über Deutschland hinaus zur Tat werden, erst dann dürfen wir auf seinem glutroten Schein, in den er tauchte, den Dom und das Schloß die Erfüllung unseres tühnsten Traums, auf ein freies Menschertum bis auf die Dächer hinauf bestrahlte und sich in den hunderten Fenauf freier Erde hoffen." Nachdem der Beifall im Saale verhallt stern der großen Schloßfront widerspiegelte. Fahnen wurden bemar, sprach Landahl als Vertreter der Demokratischen Jugend. strahlt und die Musikkapellen gaben das Zeichen zum Abmarsch. Ein „ Die jungen Demofraten," so führte er u. a. aus, feiern den Tag langes brennendes Band 30g mit begeistert zu der Republik stehenden der Verfassung als den ersten Tag, an dem sich das deutsche Volk Menschen, den Reichspräsidenten zu begrüßen. zu einer dauernden politischen Tat aufgerafft hat." Er legte für die demokratische Jugend das Gelöbnis ab, die letzten Kräfte für die Repunt einzusehen und schloß mit einem stürmisch aufgenommenen „ Heil!" auf die Deutsche Republik. Nach Darbietungen des Der Verfassungstag wurde in Potsdam nachmittags mit einer Männerchors beendete der gemeinsame Gesang" Wann wir schreiten" Feier auf dem Hofe des Stadtschlosses begangen. Bürgerschaft, „ Wann Reichswehr und sämtliche Spizen der Behörden waren vertreten. Man sah den Oberbürgermeister Boßberg, den Polizeipräsidenten v. Zigewiß, den neuen Schupokommandeur und den Vertreter des Landgerichts. Auch das Reichsarchiv war vertreten. Eingeleitet Draußen sammelte sich nun die Jugend in breiten Reihen zum wurde die Feier mit dem Gesange„ Die Himmel rühmen des Ewigen Fadelzug. Boran eine große schwarzroigoldene Fahne und das Ehre". Danach hielt Regierungspräsident Schleusener eine Un aufrüttelnde Schmettern und Trommeln einer Feuerwehrmusikkapelle, sprache, in der er hervorhob: Nicht um die Begehrlichkeit des Volkes, viele tausend Fadeln im Zuge und in ihrem Leuchten nicht um Belohnung für geleistete Dienste handelt es sich, sondern unzählige schwarzrotgoldene und rote Fahnen, bewegte sich der Lebensnotwendigkeit war es, aus der unsere Verfassung geboren große Zug der Jugend in breiter Ausdehnung und wohl zwei bis wurde, denn wir konnten unser Staatsleben nicht mehr führen ohne drei Rilometer lang, durch die Neue Friedrich die verantwortliche Freudigkeit aller Sajichten des Volkes. Unsere straße über den Alexanderplah, durch die Königstraße, Verfassung ist mehr als bloße Form, sie ist eine am Schloß vorbei zum Gendarmenmarkt. Wie ein heller Dentungsart. Sie hat uns hinausgeführt über das Wert von Feuerstrom wälzte er sich durch die schon dunkeln Straßen. Zu 1870. Die Verfassung von 1919 hat uns zum einheitlichen Volk beiden Seiten ein unübersehbarers schwarzes Gewimmel, zogen gemacht, das ist das Größte, was eine Verfassung geben fann. Mit die Straßenpassanten mit. An den Straßenkreuzungen und großen einem Hoch auf das deutsche Volk und die Verfassung schloß der die Feier im Saale. Fackelzug durch die Straßen. Kleine Erlebnisse. Bon Georg Eggert. = 1 Uhr nachmittags. Die Streitversammlung war aus, der Streit geht weiter." Bin ich um 1 Uhr nicht zu Hause, dann wartet mit dem Essen nicht auf mich", war die Weisung, die ich beim Fortgang der Frau gab. Mittagessen im Hause eines Streifenden. Mögen Sie die paar Kartoffeln mit Stippe selbst auslöffeln, damit wenigstens die Kinder einigermaßen satt werden! So dachte ich und beschloß, trotz der Hize, die den Asphalt weich werden ließ, einen Rundgang durch die Stadt zu machen. Die Feier in Potsdam. ich schwimmen in erfrischenden Limonaden, und ein Jahr meines Lebens hätte ich für ein oder zwei Glas dieser Herrlichkeiten hingegeben so dürftete mich. -Bor mir gehen zwei Damen und ein Herr. Nach Bruchstücken Von der Unterhaltung, die ich aufschnappe, Deutschamerikaner. Schütteler ist weitem fällt uns ein bettelnder Einbeiniger auf Eine der Damen wird von er auch. Vielleicht ein Kriegsopfer? tiefem Mitleid erfaßt, ganz entsetzt flüstert sie ihren Begleitern etwas zu, alle drei ziehen ihre Geldtaschen und mir blieb die Spude weg drei Fünfzigmartscheine flattern in die Mühe des Invaliden. Mit einem furzen Reigen des Kopfes dantend, schob der Bettler die 150 M. gleichmütig in seine Rocktasche. Einen Moment sah ich dem und ich fühlte es, der war an reichlich Menschen in die Augen in hohe Gaben gewöhnt. Und weiter ging mein müder Schritt vielen Höfen hielt ich Umschan nach einem Brunnen. An einer Straßenpumpe meinen unfäglichen Durst wie ein Schulbube zu löschen, schämte ich mich, und so ging ich halb verzweifelt in eine Apotheke und bat um ein Glas Waffer. Bitte, bedienen Sie sich", fagte der alte, würdige Herr. Ich trant die Karaffe leer, und da passierte es mir, daß sich eine Träne in mein Auge stahl. Warum? Fragt nicht danach! So tam ich heim zu einer müden Frau und meinen stillen Kindern. Hallesches Lor. An jeder Ecke ein vornehmes Zigarrengeschäft. Bigarren zu 10-25 M. pro Stüd waren ausgestellt. Sie müssen die lieblich dusten und den Hunger vertreiben, dachte ich und ging weiter. Die Friedrichstraße nahm mich auf, und bald empfanden meine Geruchsnerven den köstlichen Duft von irgendwelchen gut geleiteten Küchen. Um meinem Magen eine Genugtuung zu verschaffen, las ich verschiedene Speisekarten so lange, bis sich die am Fenster fizenden Satten über mich luftig machten und mich aus meinem Baradiese verscheuchten. In eine stille Nebenstraße einbiegend, stieß ich mit einer start angesäuselten Rofotte zusammen! " Hoppla! Da hafte de nod) watt zum Roochen" lallte die Holde, und ehe ich mich versah, steckte sie mir eine Sandvoll Zigaretten in die Hände und wantte singend in das Café Hotel Haiserhof. Gm ge= Wenn der Taifun tommt... Ein furchtbarer Taifun ist vor dämpfies klirren von Gläsern, Schüsseln und Tellern, ein undefi- furzem über die Stadt matau in Südhin a hingegangen, nierbarer Geruch von föftlichen Soßen, Braten, Früchten und und neben ungeheuren Materialschäden war bei dieser NaturkataBeinen. Eine Gier nach Essen überfällt mich aufs neue. Ich bin strophe der Berluft von 500 Menschenleben zu beklagen. Glücklicherwie geistesabwesend da, ein grelles Hupenfignal, ein Aufschrei weise haben Taifune nicht immer so verhängnisvolle Folgen, sondern von ein paar Menschen, and beinahe lag der Streifende unter fie sind in der jezigen Jahreszeit, der Taifunsaison", in und um einem Auto, dessen Wert sich in einer hohen sechsstelligen Zahl Hongkong eine sehr häufige Erscheinung, die meistens ohne allzu schweres Unheil vorübergeht. Das Gespräch über Taifune bildet ausdrückt. " * * Verfassungstages im Rathause mittags 12 Uhr ein kurzer Fest aft Hannover, 11. August.( TU.) In Hannover fand anläßlich des statt, der von den Vertretern der Behörden sowie des Handels und der Industrie stark besucht war. Noske, der einen furzen Ueberblick über die Geschichte der deutschen Die Festrede hielt Oberpräsident Verfassung gab. Die Reichsverfassung sei ein dokumentarisches Be kenntnis des Boltes zur staatlichen Ordnung. Sie bedeute die schärffte Absage an die Rätewirtschaft und den Bolschewismus. Sie sei die erste große Leistung des deutschen Volkes und feiner Vertreter schloß mit dem Dichterwort:„ Einigkeit und Recht und Freiheit für nach dem Zusammenbruch des alten Reichsbaues. Der Oberpräsident das deutsche Vaterland, danach laßt uns alle streben, brüderlich mit, Herz und Hand." Musikalische Vorträge schlossen die Feier. * * Glückwunsch Hardings. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat anläßlich des Verfassungstages an den Reichs präsidenten folgendes Telegramm gerichtet: dem" Deutschland die republikanische Staatsform angenommen hat, " Präsident Ebert, Berlin. Zur Wiederkehr des Tages, aut bin ich glücklich, Ihnen meine aufrichtigsten guten wünsche und meine Hoffnung auszudrüden, daß die große deutsche Republit stetig vorwärts schreite auf den Wegen des Friedens, die zu einer guten Verständigung, zn Gedeihen und Glück führen. Warren G. Harding." Der Reichspräsident hat hierauf erwidert: „ Präsident Harding, Washington. Aufrichtig erfreut durch Ihr freundliches Gedenken unseres Verfassungstages bitte ich, mit herzlichen Dant meine Wünsche entgegenzunehmen für das Wohl ergehen der Vereinigten Staaten. Deutschland hofft, daß die gleichen Grundsätze und Ideale unserer gemeinsamen republikanischen Staatsform zu einer guten Verständigung und glücklichen Zukunft unserer Völker führen mögen. Ebert." Aristokratischer Seufzer. Gestern war wieder solch Tag, wo ich nicht ausgehen mag. Republikanische Fetzen wehten auf Straßen und Plätzen, Schwarzrotgold'ne Couleur Bitte, Johann, Glas Liför! Wieder mal Demonstration gegen Altar und Thron? Republikanische Feier? Reichstagshaus, Phrasengeleier, Arbeitersang irgendwo? Wieso? Demokratischer Staat, Recht beim Proletariat, Arbeiterfreiheitsgedanke, Brüderlichkeit. Ma, ich danke! Weimar, Verfassungsspruch Traurig genuch! -Mann aus dem Bolt Präsident, den keine Fürstlichkeit kennt. Sozialistisches Back! Nationalfeiertag! Alberne Sitte Glas Rognat bitte! Reinerlei Autorität, Judenmajorität, Militär gilt nicht mehr. Fühl' mich nicht Herr mehr im Haus, ich ziehe aus! Bitte scheen, Lassen wir'n geh'n! Ich war ein bißchen blaß geworden vor Schreckt. Die Wilhelm- einen Hauptumterhaltungsgegenstand in der europäischen Kolonie straße entfang bis zu den Linden. Ein Herrenartikelgeschäft. von Hongkong und Kanton." Taifunwarnungen erscheinen fast tägWundervolle Leibwäsche gab es da zu kaufen nur nicht für mich. lich in den Zeitungen und füllen eine halbe Spalte mit Hieroglyphen, Ein Blumenladen. Zwei Ausländerinnen sind erstaunt, daß sie für die nur der erfahrene Seemann versteht," erzählt eine Engländerin, 150. fo ein entzückendes Sträußchen erhielten. Dicht daneben die seit langem im fernen Often lebt. Den weniger Sachver eine Gaststätte vornehmsten Stils. Eine Droschte fommt vorge- ständigen genügt schon die Nachricht:„ Ein Taifun herrscht in Luzon," fahren, ihr entsteigt ein elegant angezogener Globetrotter, der in weil man weiß, deß die schlimmsten Stürme von dort fommen. Hans Klabautermann. irgendwelche Differenzen mit dem Kutscher gerät. Der Hüter des Dann blickt jeder ängstlich nach den Taifunsignalen, die an be. Balastes, der sprachgewandte Portier, erscheint auf der Bildfläche stimmten Stellen gehißt werden. Eine rote Fahne verkündet, daß Eine amerikanische Riesenfilmstadt. Eine Filmstadt von so ges und weist den Kutscher mit der Miene eines Grandseigneurs ab. ein Taifun im Umfreis von 300 Kilometern wütet; eine schwarze waltigen Ausmaßen, daß dagegen alle derartigen Aufbauten bei uns Blöhlich zerknauscht der Rosselenker einen 20- Mark- Schein und wirft besagt, daß er näher tommt. Wenn die große Kanone ihre Stimme als zwergenhaft erscheinen, ist zu holyoood in Kaliforniem ihn dem Fahrgast vor die Füße. Bielleicht war es zu wenig? erschallen läßt, weiß jeder, daß ein Taifun im Bereich von 100 Kilo- durch den fürzlich erfolgten Zusammenschluß zweier Filmkonzerne Dann fährt er davon. Ich strebe dem an der Erde liegenden metern ist und bald über die Stadt hereinbrechen wird. Barometer entstanden. Die Filmstadt besteht aus 22 amerikanischen Papierchen zu, ebenso ein gut gekleideter Herr. Wie die Raubvögel merden befragt; die Neulinge bestürmen die Altanfäffigen mit 5 ä u serblods. In deutsche Maße übertragen, fönnte man sich stoßen wir zu. Doch vergeblich. Der Grandseigneur Pardon! Fragen. Man verbarrikadiert Fenster und Türen mit Schuß eine Ortschaft vorstellen, deren vier Hauptstraßen von je elf Quers der Portier hatte offenbar mehr Uebung im Erfassen solcher jalousien und schweren Riegeln, so daß die Stadt fast den Eindruck straßen durchzogen sind. Der Wert dieser Riesenniederlassungen mit Bapierchen, er hatte es weg und versentte den Lappen in feine einer belagerten Festung macht. Im Hafen herrscht größte Auf Grundstücken, Bauten, Fundus und maschinellen Einrichtungen ist Hosentasche. regung; die großen Dampfer find bereit, fich jeden Moment in auf 12 Millionen Dollar geschäßt, eine Summe, die sich in unserer Ueberall stehen betteinde Menschen, umgeben und gestreift von Sicherheit zu bringen; die fleineren Schiffe flüchten sich in die ge- valutabedrückten Währung überhaupt nicht mehr vorstellen läßt. Auf hoher und höchster Kultur. Ich schleiche nur noch der Gaumen schühten Buchten, wo sie zu Tausenden, eng aneinander gepackt wie diesem Riefenraum ist nun alles untergebracht, was in zwanzig vers ist ausgedörrt, eine Margarineftulle und ein Topf schwarzer Gersten- Sardinen in einer Büchse liegen. Ueber Stadt, Hafen und Ein- schiedenen, oleichzeitig arbeitenden Aufnahmeräumen gebraucht wird. faffee sind schlechte Wegbegleiter, find Sohn für einen gefunden wohnern liegt eine halb erwartungsvolle, halb ängstlidje Stim Die ganze Welt ist in Kulissenform hier zu haben. Maler und Bild Männermagen. Borbei en überfüllten Bier- und Beinlofalen. mung, und all dies ereignet sich manchmal zweimal in der Woche, hauer leiten den Aufbau. Den Wert eines Fundus, der außer histo Gläser mit föfilichem Naß funkeln von den Lischen, schiante und manchmal auch in längeren Zwischenräumen während der Taifun rischen Möbeln aller Zeiten alles befißt, was zur Ausstattung der dickbauchige Flaschen stehen in Eiskübeln, und Früchte aller Art fah| fafion." raffiniertesten Räume benötigt wird, macht sich nur durch Zahlen I Ne. 37$ ❖ 3H. �ahrgakg Heilage öes vorwärts SonttabenS. 12. August 1922 Die branüenburglMen Schweizen. Serliner Schweiz. Es gehörte viel Mut dazu, die hinter Schmöckwitz am Seddin- see mit der Schiller-Warte gekrönten, weithin als Sandkuppe leuchten- den Gosenberge in Berliner Schweiz umzutaufen. Oder war es gastronomischer Unternehmungsgeist, schlagfertiger Spreewitz, des naturlicbenden Urberliners leicht entzündbare Phantasie? Immer- hin— der Lug ins märkische Land von der massigen, kastellartigen Dichterwarte lohnt es, den Sand hinaufzukraxeln und dann noch ächzend 8S Treppenstufen zu treten. Was der stattliche Sandkegel außer dem bei klarem Wetter wundervolle» Fernblick an Reizen nickst bieten kann, das erfüllt um so besser seine wald- und wasser- reiche Umgebung. Das hübsche Seglerdörfchen Schmöckwitz ist ja das Einfallstor zu de? von vier großen Gewässern, dem Seddin-, Zeuthener, Krossin« und Wernsdorfer See, umrandeten, vom Oder-Spree-Kanal durchschnittenen langgestreckten Halbinsel, die bis nach Gosen hinauf kaum ein Fleckchen ohne zum Teil sehr schönen Wald zeigt, in der vielbegangenen Scddinpromenade neben den bewaldeten Ausläufern der Gosenberge für die Berliner eine besondere Anziehungskraft ausübt und an der Spige mit dem in einer kleineren Ducht versteckten lieblichen R au ch- fangswerder abschließt. Prächtige Ausblicke von den mit zahl- reichen ausgezeichneten Freibade stellen versehene» Ufern der Halbinsel nach Ärampenburg, Eichwalde, Albrechtshos, Zeuthen mit seiner möchtigen Segelbootslotte, Hankels Ablage und Ziegenhals geben ein Rundgemälde von seltener Vielseitigkeit. In der Mitte des Seddinsees, gegenüber den Gosenbergen, liegt eine sagenumwobene, fast nur von Ruderern und Seglern besuchte kleine Insel. Der Name Seddinwall ist falsch. Die Insel heißt seit über einen: Jahrhundert„R o b i n s Eiland�. Seddinwall, heute längst verschwunden, war gegenüber aus der Halbinsel ein Steindamm, den ausgangs des 18. Jahrhunderts ein hier einsam hausender Fähr- mann, der.Fischer von Kaniswall". errichtet haben soll. Als Itzvll die Franzosen ins Land kamen, flüchtete der Fährmann mit Weib und Kind vom Wall nach der im Schilf verborgenen Insel, baute hier später ein Blockhaus und versorgt« die Köpenicker mit Fischen. Fontane hat die Geschichte des märkischen Robinson bis zu dessen Tod im Jahre 18S0 vorfolgt. Leider ist infolge der Fahrgeldver- teuerung auch der einstige Strom der Ausflügler nach der Berliner Schweiz stark eingeebbt. Die trauernden Sommerwirte stehen wieder vor dem Zustand, als der Dampferverkehr noch nicht bis hierher reichte und auch die vferbahn von Grünau bis Schmöckwitz noch nicht ihre ehernen Linien zog. Märkische Schweiz. lieberall grüne Waldrücken, tiefe Schluchten, rauschende Berg- quellen, blumige Matten, blauende Seeaugen... das gibt schon eher einen kleinen Abguß von Schweiz. Die richtiggehende Schweiz mit echten Sennhütten und echtem Alpenglühen bekommst du ja wohl doch nie zu sehen. Also scheue, um nicht immer dicht bei deinem Berlin kleben zu bleiben, nicht das Geld für eine Zweistundensahrt, setz' dich möglichst frühzeitig in den Zug nach Dahmsdorf- Müncheberg, sattle dort in die Kleinbahn noch der Bienen- und Honigstadt Buckow um, wo„die Lunge auf Samt geht". Etwa nur den vierten Teil der Blumentalwaldungen umfaßt die Buckower und nördlich davon die romantischere Pritzhagener Forst, und doch hat hier Allmutter Natur aus ihrem Füllhorn die schönsten Blüten verloren. Im Gegensatz zu anderen märkischen Waldgebieten, die immer erst nach langen Strecken etwas Besonderes zeigen, fällt man hier bergauf und bergab förmlich aus einer Naturschönheit in die andere. Wieviele Berliner kennen diese Spielzeugschachtel Schweiz nur dem Namen nach? Sicher noch recht viele, die das Fahrgeld abschreckte, als es noch so billig war. Schon das Städtchen selbst am Buckowsee. stellenweise in Gebirgsformation übergehend, ist eine Augenweide. Wer will, mag an feinem Nordende dem den Bethmann Hollwegs gehörigen Schloßpark einen Besuch abstatten. Gleich dahinter öffnet der Stodthauptweg weiten Ausblick auf die ganze Länge des Scher mutzclsees(nicht zu verwechseln mit dem Scharmützelsee bei Fürstenwalde). Nach einem kurzen Seiten- sprung auf die Bollersdorfer Höhe führt eine mit großem Geschick angelegte vielgewundene Kunststraße am Poetensteig und Sophienfließ vorbei in schneller Abwechslung nach Berg und Tal, so daß keine der auf der Spezialkcrrte verzeichneten Sehenswürdigkeiten verfehlt wird. Wir bewundern Buchenhaine, Granitblöcke, Quell- stürze, Waldschluchten beinahe wie im Harz und stoßen am Schluß des großen Waldftraßenbogens um die beiden Tornowseen herum bei der Gllntherquelle auf ein im echtesten Etil erbautes Schweizerhaus zum wohlverdienten Rasten. Ein entzückendes Fleck- che» Erde, wie geschaffen zum Widerruf des dummen Spottes aus dte märkische Sandwüste, liegt hinter uns. Noch hallt die Begeiste- rung nach: viel schöner kann doch... ach, wir Berliner sind ja so bescheiden... die richtige Schweiz auch nicht sein! Ruppkner Schweiz. Gerade dort mußte Fontane geboren sein. Die Iugendeindrücke gaben Richtung für ein ganzes harmonisches Leben, fesselten sein Herz an die Natur. Aus dem Born der Ruppiner Schweiz scholl schon vor länger als einem halben Jahrhundert fein Weckruf: Wie wird das Sonntagswetter? W' sii I AI»»u Beginn dieser'Woche hoher Luftdruck von Nordwest nach Mitteleuropa vordrang, klärte sich das Wetter rasch auf und die Temperaturen begannen allgemein ru steigen, so dass an vielen Orten, besonders in West- und Mitteldeutschland 33 Grad Celsius erreicht oder überschritten wurden. Als aber ans niedrigen Breiten des Atlantischen Or.eans ein Tiefdruckgebiet nach Südengland und Nordfrankreich gelangte, nahm die Bewölkung zunächst westlich der Elbe, dann auch im Osten wieder zu und es gingen zahlreiche Gewitterregen nieder, die sich bei weiterem Vordringen des Tiefs nach der mittleren Ostsee und beim Vorüberpang verschiedener flacher Teiltiefe im ganzen Reich öfters wiederholten und an einigen Stellen sehr ergiebig waren. In der Mitte der Woche erhoben sich frische westliche Winde, die zunächst in der südwestlichen Hälfte Deutschlands stärkere Abkühlung herbeiführten, am Donnerstag dehnte sich dann die Abkühlung auch auf den Nordosten ans. so dass nachts die Temperaturen vielfach unter 10 Grad Celsius sanken. Der Himmel klarte sich zwar zeitweise etwas auf. doch blieb das Wetter unbeständig und kühl, mit öfters wiederholten Regenschauern. Jrtüt tat«lau nordttatllchc Tief nach Finnland weiter gewandert und von Weist cn folgt Ihm hoher Iinftdrnck nach. illn neue», bei Island erschienenen Tief dürfte»nnüchnt unser Wetter noch nicht beeinflussen, da es wohl einer mehr nördlich von uns gelegenen Zngbahn folgen wird. Die Bewölkung wird daher voraussichtlich am Sonnabend mehr und mehr abnehmen, und am Sonntag können wir mit grösstenteils heiterem, etwas warmem Wetter bei schw achen, meist südwestlichen Winden rechnen. „Märker, wacht auf! Ihr sitzt mitten im Paradies und wißt es nicht!" Leise weht von den nicht zu fernen Grenzpfählen schon meck- lenburgische Stimmung herüber. Land und Leute zeigen nicht mehr so ganz den Tvpus der Mark. Alles ist behäbiger, behaglicher, ge- mütlicher. Auch die Wälder und Seen haben ein anderes Gesicht, weil sie wohlig es fühlen: wir wachsen auf üppiger, reicher Erde! Dieser prangende Reichtum der Natur ist es, de? recht viele Aus- flügler zu einer Eintagsfahrt nach der Ruppiner Schweiz locken soll. So schön die Neustadt am Ruppiner See ist, soll man sich doch hier nicht lange aufhalten, sondern gleich nach A l t- N u p p i n wan- dern und von da zur Rundfahrt über Malchow, Teetzen, Zer- m ü tz e l- und Tornow-See den Dampfer benutzen. Ob man unterwegs irgendwo landet oder die ganze Rücktour zu Fuß erledigt, hängt von Geschmack, Zeit, Rüstigkeit und Geldbeutel ab. Nirgends ist eine größere Feldlücke. Hochwald und Seen, silberklare Bäche, lauschige Waldweiher, idyllische Wassermühlen sind eng verwachsen ein Ganzes wie aus einem Guß. Und wenn wir auf dem Rückwege zum Bahnhof in der Neustadt am Denkmal Fontanes vorüber- kommen, hebt sich die Hand zum Gruß: Dank dir, du Sänger der Mark!"___ Um die Mietezuschläge. Der städtische Ausschuß für das Wohnungswesen trat im Berliner Rathaus unter dem Vorsitz des Stadtrats W u tz k y zusammen, um für Berlin die Ausführungsbestimmunqen zum Reichsmietengesetz festzusetzen. An den Verhandlungen nahmen die als Sachverständigen geladenen Vertreter der Vermieter und Mieter sowie die Vorsitzenden der Groß-Berliner Wohnungsämter teil. Nachdem bereits am 31. Juli eine Sitzung ergebnislos ver- laufen war, verfiel auch diese Beratung nach über vierstündiger Dauer der Vertagung, weil die Vorschläge der Parteien weit auseinander gingen. So schlugen z. B. in einem Falle die Vertreter der Mieter einen Zuschlag von 30 Proz., die Vermieter dagegen von 300 Proz. vor. Der Wohnungsausschuß wird daher erst am Sonn- abendnachmittag zu einer Beschlußfassung zusammen- treten. Die Verhandlungen gestalteten sich auch gestern sehr lebhast und führten stellenweise zu erregten Auseinandersetzungen zwischen den Vertretern der Mieter und der Vermieter. Beschwerde gegen Kahnes Haftentlassung. Wie der amtliche preußische Pressedienst von zuständiger Stelle erfährt, wird von der Staatsanwaltschaft gegen die Haft- entlasiung des Herrn von Kähne beim Strafsenat des Kammer- gerichts Beschwerde eingelegt werden. Das Schießen auf Staötbahnzüge. Schwierige Aufklärung in den meisten Fällen. Um dieser Unsitte energisch entgegenzutreten, ist dieses Gebiet einem besonderen Dezernat beim Polizeipräsidium ange- gliedert worden, dessen Leiter der Kriminalkommissar Dr. R i e- mann ist. Vor dem Kriege kannte die Kriminalistik solche Ver- gehen nicht, sondern erst in der Nachkriegszeit traten sie in Er- scheinung. Gerade in allerletzter Zeit mehrten sich die Fälle außer- ordentlich. Seit etwa einem halben Jahre sind ungefähr 6 0 Fälle von Beschießung und Dewerfung der Züge vor- gekommen. Es ist dank der erfolgreichen Tätigkeit des Dr. Riemann gelungen, hiervon bereits 2Z Fälle aufzuklären. Als Täter kommen junge Burschen und hauptsächlich Schulkinder(in einem Falle, den wir letzthin meldeten, waren es Schüler eines Wilmersdorfer Gymnasiums) in Frage, die sich der Folgen dieses Unfugs nicht bewußt sind. Es liegt ihnen daran, festzustellen, wie sie bei ihren Vernehmungen angeben,„ob sieden Zug treffen würden". Ob es sich in einzelnen Fällen um vorsätzliche Attentate auf Züge handelt, war bisher nicht nachzuweisen. In einem Falle handelt es sich um einen Schuß, den ein Wächter auf vermutliche Einbrecher abgab, und der als Fehlziel in die Scheiben eines Zuges drang. Die diesbezügliche Aufklärung durch die Kriminalpolizei ge- staltet sich äußerst schwierig, da man nie den Täter kennt. Dies er- klärt sich aus der Tatsache, daß die Reisenden nicht daran denken, sich nach einem„Attentat" nach dem Täter umzusehen, schon au? Furcht, es könnten mehrere Schüsse fallen. So gelingt es den Schützen, fast in jedem Falle zu entkommen, ohne auch -3 Der Sprung in die Welk. Ein Jungarbeilerroman von Artur Zickier. Dieser unerwartete Ausgang der Geschichte machte die Mädchen aufsässig, sie verlangten ihre Küsse zurück, was ihnen die beiden Freunde denn auch nicht abschlugen. So scherzten sie noch ein Weilchen und brachen dann auf. Draußen flammten in klarer Nacht die Sterne. Sie brachten die Mäd- chen zu ihren Haustüren, und als sie dann allein waren, meinte Rudi:„Ich kann noch nicht schlafen, mir ist so sonder- lich zumute, wollen wir noch ein Stück durch die Nacht streifen?" „Es ist mir recht, Rudi, um zwei muß ich wieder in der Molkerei sein, dann lege ich mich gar nicht erst hin." Sie gingen aus der im matten Sternlicht schimmernden cheeestratze dahin. Die Kasernen waren dunkel, weithin ver- nchmbar scholl der harte Tritt der Wachtposten. Hans philosophierte:„Ich bin unzufrieden mit mir. Die beiden Mädchen sind liebenswerte Geschöpf«, aber sie machen mich unruhig, und diese Unruhe schlägt über sie hinaus— es ist ganz nett, sich zu küsien und dumme Geschichten zu erzählen; mitten im Scherzen packte mich eine Sehnsucht, ich wünschte, draußen hätte ein Pferd gestanden, und ich hätte reiten dürfen durch Nächte und Tage, einer großen Aufgabe entgegen, die tollen Mut verlangt und äußerste Anstrengungen, die voller Gefahren ist und außergewöhnlichen Gewinn verspricht. Auf den Carnegie pfeife ich jetzt, sein Ausstieg war nur in einer anderen Zeit und in einem anderen Lande möglich. Mich läßt der traurige Gedanke nicht los, daß ich in eine falsche Zeit hineingeboren bin, in der das Los der armen Menschen hoff- nungslos ist, die dazu verurteilt sind, ihr Leben lanGMiter der Fuchtel von Unteroffizieren, Krämern und vorge�tzten Le- amten zu bleiben. Mein heftiger Drang ist, aus mir etwas von Bedeutung zu macheu und dabei Kopf und Kragen zu riskieren, aber ich habe nicht das Sitzfleisch zum Streber. Was soll man nur tun? Wir sind erst sechzehn Jahre alt, ich möchte nichts an Zeit und Kraft vergeuden, alles auf ein Ziel ein- stellen— und weiß nicht auf welches! Wenn man auf ein fal- fches zugeht, kommt man auf Grundeis, und wenn ich noch ein paarmal so auffliege wie mit meinen Kaufmannsidealen, fürchte ich, verzweifelt zu werden, und ein solches Ende hoher Absichten ist lächerlich. Wenn ich mir unsere Allen betrachte, so möchte ich sie beinahe beneiden, ich weiß nicht, ob sie sich mit denselben Wünschen und Gedanken herumgequält haben. Jedenfalls haben sie es aufgegeben, verlangen nicht mehr, als sie haben, und sind ruhig dabei. Da kann ich nicht mit, ich halte es nur aus, weil ich hoffe, es wird einmal anders, es kommen ungeheure Wendungen meines Schicksals als Folge meiner Kraft, meines Willens, meiner Ideale. Jetzt trage ich Milch aus, das ist eine ehrlich» und anständige Sache, ich kann mir bloß nicht vorstellen, daß ich in zwei oder gar in zehn Iahren immer noch mit der Zampa über die Marienbrücke zockle. Wie soll ich zu dem wilden und freien Dasein gelangen, von dem ich träume? Manchmal glaube ich, das kann man nur, wenn man auf die Ehrlichkeit pfeift, die uns Lehrer und Pfarrer ein- gepaukt haben, und sich auf Mauserei verlegt, aus Einbrüche und Schwindeleien; das geht auch nicht, weil einen bald die Meute fängt, und Tütenkleben ist noch häßlicher als Hassel- ftrunks Faßkontrolle. Bin ich dann zerknirscht, so empfinde ich das gräßliche Gefühl, ich sei ein Mensch, der zu nichts taugt und sich selbst betrügt, der sich etwas einredet, um der Wirt- lichkeit und seinen Pflichten zu entrinnen." Rudi pfiff durch die Zähne.„Mir schwebt allerhand Prak- tische? vor. Ich glaube, für jeden von uns findet sich etwas Patentes, wir müssen nur immer herumhorchen und dauernd auf dem Sprunge fein. Was der Carnegie damals gemacht hat, waren ganz neue Sachen, unsere Kaufmannslernerei aber war etwas, was Hunderttausende anfangen, die sich außerdem besser dazu eignen. Da ist natürlich kein Blumentopf dabei zu gewinnen. Wir müssen ausgefallene Ideen aufgreifen, die eine Zukunft haben. Bor acht Iahren wohnte bei uns im Hause der Werkzeugschlosser Reichert, dessen Junge damals so alt war, wie wir jetzt. Er lernte ebenfalls Schlosser; wenn er abends nach Haufe kam, baute er sich aus Wursthölzern und Pergamentpapier kleine Flugzeugmodelle, mit denen er am Sonntag auf die Wiese zog, um sie auszuprobieren. Vor vier Iahren fand er einen reichen Mann, der ihm Geld vorschoß, und Reichert baute ein Flugzeug nach eigener Idee. Draußen in der Heide hatte er seinen Flugzeugschuppen, und ich war oft draußen, um die Flugversuche mit anzusehen. Die Leute haben sich halb schief gelacht, wenn Reichert wie ein Floh mit seiner Maschine über den Sand hopste und hinten nicht hoch kam. Einmal brachte er es auf acht Meter, dann blieb er in den Bäumen hängen. Er ließ sich aber nicht beirren, und vor einigen Wochen habe ich gelesen, daß er von Berlin nach Paris geflogen ist und den Rekord geschlagen hat. Das hat mir Mut gemacht, und ich habe mir gesogt: wenn in uns etwas steckt, wird auch unsere Stunde kommen, wenn nicht, werden wir uns bescheiden müssen. Solange wir nicht wissen, wo wir überhaupt hinauswollen, können wir auch nichts Bestimmtes anfangen, sondern nur herumsuchen. Haben wir die feste Ueberzeugung, daß wir zu etwas vorbestimmt sind, so müssen wir ausprobieren, zu was, heute wissen wir noch nicht einmal, ob wir zum Rennfahrer oder zum Dichter, zum Schauspieler oder zum Politiker berufen sind. Das Schlimmste ist, daß wir die Welt zu wenig kennen, und da wir an nichts gebunden sind, wäre ich dafür, daß wir auf die Wanderschaft gehen und zusehen, wo wir uns mit Tod und Teufel herumschlagen können." Hans lachte in sich hinein.„Natürlich," rief er fröhlich, „natürlich! Wir gehen auf die Walze! Wir sehen uns Deutsch- land an und was drum und dran hängt. Ueber den Winter bleiben wir noch in der Stadt und sparen uns Geld zusammen, und wenn die ersten blauen Tage des Frühlings kommen, hauen wir ab! So— und nun wollen wir kehrt machen, ich bring' dich noch zu deiner Tür und geh' dann zu meiner Zamva." Singend schritten sie die Straße zurück. Als sie an der niedrigen Friedhofsmauer vorbeikamen, zeigte Rudi über die vom Mond beschienenen Gröber hin.„Die sind alle einmal hier herumgelaufen, genau wie wir. Was gäbe ich darum, zu wissen, wann und wo man mich verscharrt. Wenn ich ein Ziel habe, das fest ist, so das, auf der Höhe des Lebens zu sterben und nicht mit einem fetten Bauch oder hängendem Kiefer..." „Es wird die höchste Zeit, daß du ins Bett kommst," lachte Hans. Dater Onfreder hatte ein ausgesprochenes Mißtrauen gegen die beiden Freunde. Er war wohl jetzt zufrieden mit Hans, aber er fürchtete, eines Tages könnten Rudi und Hans eine neu? Idee haben, die allerband Aufregungen mit sich brächte. Es wurde darum versucht, ihn freundlicher zu stim- men, und Rudi besorgte drei Billetts für die Galerie der Oper, das dritte war für Vater Onfreder. Der erkundigte sich zuerst nach dem Preis.„Achtzig Pfennige?" meinte er kritisch,„dafür kann man ja einen ganzen Tag leben. Ihr treibt's nobel." Er ging aber doch mit. Das Textbuch zu lesen, lehnte er ab.„Wenn ich es ge- lesen habe, brauche ich es nicht mehr zu sehen." Hans erklärte, die Hauptsache sei doch die Musik.„Ach so, ein Konzert— ich dachte, es wird Theater gespielt." (Fortjetzung folgt.) Zur Kapitalknappheit. nur gesehen zu werden. Eine Berfolgung ist aussichtslos, da natur- 1 Feier ant Sonnabend, den 12. Auguft 1922, 6%, Uhr. Spandauer Bod, gemäß eine Benachrichtigung der Polizei erst erfolgen tann, nachdem rechte Seite, zur Erinnerung an die Leiden der Gefangenschaft und die der Zug, mitunter eine halbe Stunde nach dem Schuß, in der näch des bekannten Boltsrezitators Ernst Friedrich und des ihm nabestehenden land dem Dollar tuts getreulich gefolgt. Ging die fremde Baluta Freude der Heimkehr ein. Mufitalische Darbietungen werden die Vorträge Bis zum Spätwinter 1922 sind die Aktienkurse in Deutschften Station einläuft. Die Polizei ist hier also auf umfangreiche Freien Boltsquartetts, sowie die feftrede des Bauvorsitzenden Großmann in die Höhe, dann stiegen auch die Aktien der Industriegesellschaften, Mitwirtung des Publikums angewiesen. Hierzu umrahmen. Fadelzug, Belustigungen und Tanz sollen die Feier beschließen. find Passanten selbst am besten imstande, wenn sie die jugendlichen Freibeit ist das höchste Gut der Menschheit". Diese Worte finden wir auf weil man sich ganz richtig sagte: Das Vermögen der Aktienunterilnholde sofort anhalten und Erzieher und Schuldirektoren die dem Programm, fie deuten klar auf Tendenz und Motiv dieser Bernehmungen besteht in Sachwerten, und die Aktien stellen daher AnKinder auf die großen Gefahren ihres Handelns dauernd hinweisen. anstaltung bin. Karten zum Preise von 10 M. inklusive Steuer an der Die Polizei warnt nochmals dringend, den Schießunfug fortzusetzen, Staffe im neu renovierten Lofal des Spandauer Bods( rechte Seite) oder teile m Sachvermögen dar, das der Geldentwertung nicht ausge und macht darauf aufmerksam, daß die Täter mit harten durch die Geschäftsstelle Wilmersdorfer Str. 86. Strafen belegt werden. Der Jockei als Juwelendieb. Das Diebesgut in den Saffeehäusern der Friedrichstadt. Der zurzeit disqualifizierte Berufsrennreiter Willy Kraymann macht wieder einmal von sich reden. Gegen ihn wurde, wie erinnerlich, vor längerer Zeit wegen einiger Turfschiebungen ein Startverbot erlaffen. Er fand freundliche Aufnahme in dem Hause eines bekannten Großindustriellen und Sportmannes in Frant furt a. M. Kratzmann belohnte diese Gastfreundschaft dadurch, daß er eines Lages während einer kurzen Abwesenheit der Wohnungsinhaber sämtliche Schränke und Behältnisse durchstöberte, zum Teil auch erbrach und daraus Juwelen im Gesamtwerte von 4 Millionen Mart sich aneignete. Unter den Schmuckfachen befanden sich u. a. zwei Blatinohrringe mit haselnußgroßen Rubinen im Gewichte von je 6½ Karat, die allein einen Wert von 3½ Millionen Mart haben. Der Juwelendieb verschwand sodann schleunigft aus Frankfurt a. M., wandte sich zunächst nach Neuß und tauchte dann hier auf der Rennbahn Grunewald in Begleitung einer bekannten Halbmeltdame, die sich schon seit Jahren der befonderen Aufmerksamkeit der Berliner Sittenpolizei erfreut, wieder auf. Als diese von der Geschichte Wind befam, machte sie die Bolizei auf ihren Kavalier aufmerksam, die A. nun am vergangenen Montag verhaftete. Die weiteren Ermittlungen ergaben, daß R. die fleineren Schmucksachen bei mehreren hiesigen Juwelieren zum Teil verfauft, zum Teil verpfändet hatte. Die wertvollen RubinOhrringe hatte er an einen Zahntechnifer verkauft, der nebenbei einen Gold- und Juwelenhandel betreibt. Dieser hatte auf die Ohrringe nach seiner Angabe 10 000 M., nach Angabe des Jockeis nur 2000 m. angezahlt und wollte sie gerade an Ausländer verkaufen, als die Kriminalbeamten ihn verhafteten. Die fleineren Schmuck fachen, u. a. ein Paar Borhemdknöpfe im Werte von 150 000 m. maren inzwischen in Raffeehäusern der Friedrichstadt, in denen der heimliche Juwelenhandel blüht, von Hand zu Hand gewandert und fonnten nicht mehr ermittelt werden. Dagegen murden drei der Hehlerei verdächtige Juweliere verhaftet und dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Oeffentliche Volkskonzerte. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Heute abend 6 Uhr Sihung im Sekretariat, Lindenstraße 3. Charlottenburg- Spandau. Die juristische Sprechstunde findet erft wieder im Kreis Wilmersdorf. Sonntag, den 15. Auguft, Kreisfahrt zum Turnerfest nach Michendorf. Treffen zum 8uge 11.42 Uhr Fernbahnhof Charlottenburg. Banner und Fahnen mitbringen. 9. Geptember statt. Heute, Sonnabend, den 12. August: 42. Abt. Die Bezirksführer werden ersucht, zur Berfassungsfeier in den Gruppe Ostbahn, Kreis Rieberbarnim. Gruppenkonferenz heute abend 8 Uhr Blüchersälen, Blücherstraße, zahlreiche Freunde unferer Partei einzuladen. in Nenenhagen, Cafe Tiek. Thema: Die außenpolitische Lage" Referent Genosse Breitinger. Bortrag über Arbeitsrecht: Genosse Schuhmacher. Pünktliches Erscheinen dringend erbeten. Morgen, Sonntag, den 13. August: 57. Abt. Charlottenburg. Familienausflug nach dem Grunewald. Gammel punkt vormittags 9 Uhr bei Arndt, Rantstr. 51. Lokal wird nicht besucht. Gäste willkommen. Für Nachzügler Bahnhof Eichkamp 12 Uhr. Abt. Steglik. Baldfeft der Abteilung in der Waldschänke zu Dahlem, Kronprinzenallee. Anfang 4 Uhr. Die Bildungsausschußmitglieder und 82. Helfer treffen fich um 3 Uhr im Lokal. 121. Abt. Karlshorst. Gemeinsamer Ausflug nach dem Restaurant Spreeschloß. Treffpunkt für die Nordfeite 2 Uhr am Bahnhof, für die Südfeite 3 Uhr Waldfiedlung Konsum. Der Abmarsch findet pünktlich statt. Gewerkschaftsunterkommiffion, 15. Areis Treptow. Sonntag, den 13. Auguft, Waldfest auf dem Ferienspielplay Wuhlheide( Wasserwerk). Gemeinsamer Abmarsch mit Mufit um 2 Uhr vom Bahnhof Niederschöneweide. Dort sportliche Aufführungen, Rinderspiele usw. Abends gemeinsamer Rüd. marsch. Arbeitersport. Die erste Sportabteilung der Freien Turnerschaft Wilmersdorf veranstaltet zu Beginn der Fußballfaison ein Fußballturnier am Sonntag, den 13. Auguft auf dem Sportplag in der Württembergischen, Ede Zähringer Straße. Bis ezt haben sich zur Teilnahme gemeldet: Arminia 20, Mariendorfer Sport flub, Freie Turnerschaft Schöneberg, Froh und Frei Lichterfelde, Sportklub Teltow und Sportklub Bossen- Borwärts. In Anbetracht dieser teilnehmenden Vereine find spannende Kämpfe zu erwarten. Wir laden alle Freunde und 6 Uhr; Der Zwischen- und Endspiele Sonntag um 2 Uhr. Gönner unseres Sportes freundlichst ein. Anfang der Spiele Sonnabend Der R. F. C. Boruffia spielt am Sonntag, den 13. Auguft, auf dem Borussia- Salley- Sportplatz in Reinidendorf Oft, Hauptstraße, hinter dem Rathaus, gegen Betener Ballspiel- Inb. Da Boruffia und Velten das erftemal zusammentreffen, fann man auf den Spielverlauf gespannt verbindung: Straßenbahnlinien 41 und 32 bis Reinidendorf- Oft, Rathaus ( Endstation). In der kommenden Woche veranstalten Berliner Männergesang- fein. Beginn des Spieles 5 Uhr. Borher Spiel der 2. Dannschaften bereine auf städtischen Plägen nachstehende Konzerte: 13. August ab 11%, Uhr mittags Dorfaue Lankwitz, Lantwiß. nachmittags Bartanlagen Musilpavillon, 3 " " 13. 13. 15. 15. 15. 17. 17. " " 18. " 712 277777 223 " Teltow, am Teltowkanal. nachm. Uferpromenade Weißenfee. abends Friedrichshain, Nordosten. Maybachplatz, Friedenau- Steglit. Mariannenpart, Südosten. Märchenbrunnen, Friedrichshain. Fichtenberg, Eteglitz. Arnswalder Plaz. " " и Das Philharmonische Orchester gibt folgende städtische Bolfskonzerte: Orpheum( vorm. Etablissement Happoldt), Montag, den 14. August, abends 8 Uhr; Brauerei Königstadt, Dienstag, den 15. August, abends 8 1hr; Germania Prachtfäle, Freitag, den 18. August, abends 8 Uhr; Brauerei Friedrichshain, Montag, den 121. August, abends 8 Uhr. # Abschied im Plänterwald. nachm. 3 Uhr. Eintritt 5 M. Jugend 3 M. willkommen. 3. Rennen. Sport. ſetzt ist. Seit dem Frühjahr 1922 ist der Dollar weiter bis auf schwin delnde Höhen gestiegen. Ihm folgten die Marktpreise für Sach tapital: Wenn man Maschinen, Baumaterial, Rohstoffe taufen will, muß man heute ein Bielfaches von dem anlegen, was dieje Dinge noch vor wenigen Monaten gefoftet haben. Aber die Aktien, die doch eben Anteile am Sachvermögen sind, stiegen und steigen trotz einzelner Zuckungen nach oben nicht entsprechend der Markentmertung. Woher kommt diese höchst merkwürdige Entwicklung, die scheinbar allen Gefeßen der fapitalistischen Marktwirtschaft widerspricht? Jeder Banklehrling weiß heute schon die Antwort darauf: Bon der Rapitalfnappheit! Diese Antwort ist im Kern richtig, obwohl sich nicht immer ganz zutreffende Borstellungen mit ihr verbinden. Der Krieg ist ein Rapitalvernichter größten Stils ge wefen. Zwar Papierzettel, Geld, tapital", hat er uns in Hülle und Fülle gebracht, aber wirkliches, volfswirtschaftliches Kapital hat er in riefigem Umfange zerstört. Die Zerrüttung der Verkehrswege, die Verlotterung des landwirtschaftlich benutzten Grund und Bodens durch Arbeiter- und Düngermangel. die fostspieligen Betriebsumstellungen auf unproduktive Kriegsarbeit sind dafür weniger augenfällige, aber noch wichtigere Beispiele als die unmittelbaren Zerstörungen in den Kriegsgebieten. Nun entspricht der Leihzins dem Mietpreis für Rapital; da es so viel weniger Kapital gibt, sollte man denken, daß der Leihgins enorm in die Höhe gegangen fei, wie der Mietpreis der Wohnungen bei freier Wirtschaft in die Höhe gehen muß, wenn zu wenig gebaut worden ist. 2lbsolut genommen haben wir auch heute einen recht respettablen 3insfuß: im Durchschnitt vielleicht den doppelten Prozentsatz wie vor dem Krieg. Aber an der erfolgten Kapital vernichtung gemessen, und nun gar, wenn wir in Rücksicht ziehen, daß zwischen der Darlehnsaufnahme und der Darlehnsrückzahlung regelmäßig eine Geldentwertung stattfindet, ist der Zins sehr niedrig. Das Schuldenmachen ist für den, der das Geld in einen Betrieb stecken kann, gegenwärtig ein geradezu glänzendes Geschäft; das haben am deutlichsten die Bauern erfahren, die vor dem Krieg mit Hypotheken schwer belastet waren und die heute die Hypothekenzinsen überhaupt nicht mehr spüren, weil sie diese in entwertetem Papiergeld zahlen können, während ihr Hof ein Sachvermögen darstellt. Das Stoden in der Rursbewegung der Wertpapiere ist das erste Anzeichen dafür, daß die Kapitalknappheit sich geltend macht, daß es also mit dem niedrigen Zinsfuß nicht mehr so weiter gehen wird. Daß die Wertpapiere feinen entsprechend hohen Kurs mehr erreichen fönnen, ist ja nur ein anderer Ausdruck dafür, daß die Kapitalbefizer heute einen höheren Zinsfuß verlangen und durchsehen können. Wenn jemand, um eine Jahresdividende von 2500 mt. zu erhalten, statt 100 000 m. Rurswert nur 70 000 t. zu zahlen braucht, so beArbeiterturnerbund( Nordgruppe bes 4. Bezirks). Sonntag, den 13. August, Gruppenfest in Lichtenvade. Beginn vorm. 8 Uhr; Hauptwettkämpfe Freie Turnerschaft Groß- Berlin- Schöneberg. Von nächster Woche ab finden wieder die Turnstunden statt, und zwar: Männer und Frauen Dienstags und Freitags Räterstraße( Mittelschule); Schiller und Jugend Montags und Donnerstags Hochenzollern- Schule, Belziger Straße; Schülerinnen Montags und Donnerstags in der Ebersstraße. Leichtathletik und Fußball jeden Mittwoch deutet dies, daß der Zinsfuß für Rapitalanlagen der betreffenden und Sonntag Dominicusplat Arbeiter Banderverein ,, Berlin". Wanderung am 13. Auguft Michendorf- Art nicht 2%, sondern 3½ Broz ist. Der bisherige verhältnismäßig Sienewik- See. Abfahrt 7.32 Uhr Charlottenburg. Mittwoch, den 16. Auguft, niedrige Binsfuß war eine rein geldwirtschaftlich bedingte Erscheinung. abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung bei Wollschläger, Adalbertstr. 21. Gäste In den Kassen der Banten drängten fich infolge der ungeheuren und ständig fortschreitenden Inflation Papiergeld und Anweisungen auf 13. August, ein Turn- und Sportfest mit interessantem Programm. Der Arbeiterturnerbund Sichtenta veranstaltet om Sonntag, den Papiergeld so start, daß man nur bei einer Niedrighaltung des Zinsfußes hoffen fonnte, für diese großen Mengen nominalen Geldtapitals Anlagemöglichkeiten zu finden.. Nunmehr ist zwar die Inflation nicht geringer geworden, aber die Preissteigerung hat ein schnelleres Tempo eingeschlagen als die fortschreitende Sättigung des Rennen zu Nuhleben am Freitag, den 11. Auguft. Verkehrs mit Zahlungsmitteln, woran teils Spefulation, teils die 1. Rennen. 1. Seidepring I( Grube), 2. Liefe E.( F. Schmidt), äußere Geldentwertung unter dem Einfluß der passiven Handels3. Mariechen H.( J. Kozal). Zot.: 140: 10. Plat: 39, 67, 37: 10. Ferner Die Ferienspiele, die durch den Magistrat im Plänterwald verliefen: Sandfelt, Marita, Jason jr., Morr, Dr. Adolph R., Rogenluft, bilanz schuld war. Weil nun alle Betriebe infolge der Preissteigeanstaltet waren, fanden vor einigen Tagen ihren Abschluß. Noch Harder, Juglans, Erich I. Gassenmädel, Gertrud Bingen, Adler, Miocuna, rung viel mehr Kaptal brauchen, ist die Nachfrage nach Kapitol Nelly VIII, Ypsilanti, Nanette 1, Hadrian, Graziös jr., Prinzeß Magow. in Geldform viel stärter gewachsen als das Angebot, infolgedessen einmal vereinigten sich Spielleiter und leiterinnen und die Kinder 2. Rennen. 1. Boby( A. Rogowski), 2. Meininger( B. Buhrmester), muß der Rapitalpreis, der Zins, in die Höhe gehen. Die durch den in einem Abschiedsfefte zu gemeinsamer Fröhlichkeit. Sie schmückten. Erbgraf( Knöpnadel). Tot.: 120: 10. Blaz: 21, 21, 16:10. Ferner Krieg bewirkte Berschlechterung in der Ausstattung der deutschen den Platz mit Girlanden und Fahnen. Nach dem Morgenkaffee liefen: Devilinger I, Bombar, Siegnand Silver, Biene III, Bingen jr., Bolfswirtschaft mit Sachtapital muß mun, wenn auch noch abgeaber ging es zur Naturbühne Dort sollten die Kleinsten ihre Rafael, Wilfür, Simpler, Glücksdirndl. Jadi, Faust II. schwächt, im Zinsfuß zur Geltung fommen. 2. Dr. Preßbourg 1. Langufte( M. Ballerstedt), Reigen und Puppenspiele vorführen. Sie löften ihre Aufgabe recht schön. Einzelne hatten ihre Künste vollkommen ohne( D. Berger), 3. Edinhard F. Brigat). Lot: 37:10. Blaz: 19, 35, 50: 10. Ferner liefen: Bechnelle, Teddy Mea, Mädel, Fremdling, Billy I, Amorette, Leitung eingeübt. Bald wurde zum Mittagessen gerufen. Köstlich schmeckte der Gries mit Milch und Zucker! Nach einer kurzen Ruhe- Harald I, Seemind, Firlejanz, Eduard I, Film, Libelle, Liltompbi I, Allertoni, Cybina, Clara I. pause famen die Großen heran, um ihre Künfte auf der Bühne zu 4. Rennen. 1. Kusa Dillon( W. Preußler), 2. Beta Girl( N. Groß zeigen. Boltstänze, Freiübungen und fleinemann), 3. Ulf( A. Ridert). Tot.: 118: 10. Play: 21, 14, 38: 10. Ferner Theaterstücke wechselten in bunter Reihenfolge ab. Beson- liejen: Libanon, Anton, Araber. 5. Rennen. beren Antlang fanden die rhythmischen Freiübungen 1. Fafner J.( H3. Schleusen), 2. Harry W.( W. Tzerson), Tot.: 43: 10. Plaz: 14, 68, 15: 10. der Mädchen sowie ein fleines Theaterstück am Schluß der Bor- 3. Ima Guy( R. Großmann). führungen. Nachher wurden von den Großen die meister- erner liefen: Bolly, Bella Dawson, Else B. I, Schneewolte, Blaumaise, Mohikaner, Charlotte Mathilde, Brinz Magowan, Fenelon. fchaften in Faust- und Völker ball ausgetragen. 6. Rennen. 1. Huscha Bell( M. Ringius), 2. Heiderose B.( F. LichtenWährenddessen spreite eine fleine Kapelle zum Tanze feld), 3. Tello( Steinnagel). Tot.: 43:10. Blag: 16, 16, 16: 10. Ferner Dolkswirtschaftlich unentbehrlicher Eristenzen, denen wir besseres auf, und luftig drehte sich jung und alt im Kreise. Doch zu bald liefen: Jalus I, Exzelenz, Adelei B., Allene, Feldherr, Heidemann, rückte der Abend heran. Nach einem Umzuge um den Spielplatz Glücksmädel. rüsteten sich die Gruppen zum Abmarsch, denn die Straßenbahn wartete bereits, um die Scharen nach Hause zu bringen.„ SD fcheiden wir mit Sang und Klang" schallte es auf allen Wegen. Im nächsten Jahre wollen sie alle wieder zur Stelle fein, wenn die Ferienspielplätze wieder eröffnet werden. An alle Eltern aber, namentlich an die ärmeren, die ihren Kindern feinen Aufenthalt auf dem Lande ermöglich können, richten wir hiermit die Bitte: Schickt eure Kinder auf die Ferienspielplätze. Dort sind sie sicher unter gewissenhafter Aufsicht, erhalten reichliches und fräftiges Essen und können bei munterem Spiel in frischer Luft an Herz und Leit gesunden. Hoffentlich läßt der Magiftrat der Stadt Berlin im nächsten Jahre seinen Segen reichlicher fließen, damit auch die sanitären Einrichtungen im Blänterwald ihre äußerst notwendige Berbesserung erfahren können. Ein städtischer Hundezwinger. Die Stadt Berlin hat, wie seinerzeit berichtet, den Vertrag mit 7. Rennen. 1. Die Beste( R. Großmann), 2. Madenjen( M. Ringius), 3. Stuijertrud( W. Lemzer). Tot.: 18:10. Play: 13, 14:16. Ferner liefen: Guy Baron, Karla, Josef. 8. Rennen. 1. Pieque, teine Betten( M. Neuenfeld), 2. Biene III ( E. Speer), 3. Weddigen( Schon). Tot.: 145: 10. Blah: 30, 35, 41: 10. Ferner liefen: Walfisch, Zeitgeist, Respekt, Fistus, Barde, Colonel Dilon, Filmdiva, Wilhelmina, Firn, Schlips. Briefkasten der Redaktion. .. I ist richtig. Wirtschaft Devisenkurse. Die amtliche Rurstabelle gibt an, wieviel Mart man aufwenden Das Ansteigen des Binsfußes wird aller Boraussicht nach eine dauernde Erscheinung während der nächsten Jahre sein. Der Staat wird nicht viel dagegen macher tönnen, er beherrscht die Wirtschaft heute nicht in dem Maße, daß er eine so tief begründete Entwicklung aufzuhalten vermöchte. Es ist in diesem Rahmen nicht möglich darzustellen, was diese Tendenz der Gegenwartswirtschaft, vom sozia listischen Standpunkt gefehen, bedeutet. Nur auf eine praktische Ronfequenz sei hingewiesen: Bir Sozialdemokraten betreiben feine Mittelstandsretterei recttionären Stils, aber wir haben in den uns nahestehenden Bevölkerungsfdichten eine ganze Menge fleiner felbständiger, auch in dem Zeitalter der großen Ronzentrationen noch wünschen, als daß sie eine vielleicht langandauernde, aber schließlich doch vorübergehende Konjunktur auf dem Rapitalmarkt megfegt. Nun ist aber flar, daß der Kleine Mittelstand von einem Ansteigen des Zinsfußes aufs stärkste bedroht ist, wenn ihn die Ent widlung unvorbereitet trifft. Man kann daher allen von den Ge= fahren der Kreditnct bedrohten kleinen Handwertern und anderen Gewerbetreibenden nur die Mahnung zurufen: Richtet Euch barauf ein, daß das Kapital noch viel tnapper und viel teurer wird els heute!. Seht zu, daß Ihr langfristigen Rredit betommt! Wenn Ihr das nicht privat erreichen könnt, sucht Euch auf genossenschaftlichem Wege zu helfen! Denn die Zinsfrage wird aller Boraussicht nach für eine ziemlich lange Epoche zur Schidfalsfrage des fleinen Mittelstandes werden und wohl auch in diesen Kreisen die Zweifel an den Segnungen der kapitalistischen Wirtschafts3r. R. ordnung vermehren. 2. dem Berliner Tierschuhperein wegen des Hundefanges gekündigt und muß. um die in der ersten Spalte genannte Einheit der auf das beleuchtet und die Wirkungen der Geldversteifung auf viele volkswirtdas Einfangen von frei umherlaufenden Hunden ohne Steuermarte zeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. Wir bringen obigen Beitrag, obwohl er die Gründe der Kapital knappheit nicht erschöpfend behandelt, fie aber marktwirtschaftlich be. schaftlich vorläufig nicht entbehrliche Betriebe andeutet. Unseres Er achtens hat viel Mitschuld an der gegenwärtigen Rapitalnot die Tat10. August sache, daß mit den geringen verfügbaren Ueberschüssen nicht wirtRäufer. Bertäufer schaftlich disponiert worden ist. Beweis dafür sind die enormen Gewinnausschüttungen, die unmittelbar nach dem Kriege und bis in die jüngste Zeit hinein erfolgt sind, die Kapitalverwässe 11. August Räufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs ( Geld-) Kurs ( Brief-) Kurs in städtische Berwaltung übernommen. Infolge der Vergrößerung Berlins und der Zahl der in Betracht kommenden Hunde, die sich trob der fortgesetzten Erhöhung der Hundesteuer nicht erniedrigt hat, ist die Anlage eines besonderen städtischer Hundezwingers erforderlich geworden. Nach einer Bereinbarung zwischen dem Magistrat und dem Bezirksamt Neukölln soll der städtische Hundezwinger in biefem Bezirk erbaut merden. Die Anlage soll neben dem Zwinger 100 holländische Gulden. 33458.10 33541.90 33458.10 33541.90 rungen usw. Diese Wirtschaftsführung" wofern man das Wort Pferdestall und Wagenschuppen umfassen; für die An- 1 argentinischer Bopier- Peso gestellten soll ein besonderes Wohnhaus mit fünf Wohnungen 100 belgische Frant erbaut werden. Die Baukosten für den städtischen Hundezwinger 100 norwegische Kronen find auf 2,5 Millionen Mart veranschlagt, für das Wohnhaus auf 2,65 Millionen Mart. Zu der. Hundefanggebühren will die Stadt außerdem einen besonderen Beitrag von 750 000 m. zahlen. 100 dänische Kronen 100 fchwedische Kronen.. 100 finnische Mart 1 japanischer Yen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar. • Sozialdemokratisches Sommerfest in der Brauerei Friedrich hain. Am Sonntag, den 13. Auguft, findet in der Brauerei Friedrichshain ein Sommerfeft atf. das in herkömmlicher Weise dazu dienen soll, die Berliner Parteigenossen und Anhänger unserer Sache auf einige Stunden in Geselligkeit zu vereinigen. Neben dem Tonkünstler orchester von Franz 100 franzöftiche Frant Sollfelder werden der Sprechchor der Arbeiterjugend und der Männerchor 1 brasilianischer Milreis. Brenzlauer Tor" zur Berschönerung des Festes beitragen. Für die Kleinen 100 Schweizer Frank.. findet Stafperle- und Marionettentheater statt: Bon 3 Uhr ab Kaffeelochen. 100 spanische Besetas Eintritt infl. Steuer 5 M. Kinder frei. Billetts sind an der Staffe zu 100 österr. Stronen( abgest.) haben. Bei ungünstiger Witterung findet die Veranstaltung in sämtlichen 100 tichechische Kronen... 100 ungarische Kronen. 100 bulgarische Lewa. " Sälen statt. Erinnerungsfeier der ehemaligen Kriegsgefangenen. Die Reichsbereinigung ehemaliger Kriegsgefangenen, Ortsgruppe Charlottenburg, ladet fämtliche Kameraden und ehemalige Angehörige des Boltsbundes zu ciner . • 312.35 313.15 310.85 311.65 überhaupt in diesem Zusammenhang gebrauchen fann hat nicht 6641.65 6658.35 6541.80 6558.20 nur dadurch den Geldmarkt untergraben, weil damit Reserven an 14856.40 14898.60 14881.35 14918.65 gegriffen und porduftionsnotwendiges Rapital über die 18526.80 18573.20 18601.70 18648.30 Spekulation in den Verbrauch übergeführt wurde, fondern auch das Spiel an der Börse in einer Weise gefördert, daß jede Nebersicht über 1807.30 den Bestand an Anlage fuchendem Rapital verloren gehen mußte. So 3929.95 erscheint denn auch jetzt die Kapitalnot in einem schärferen Lichte. 400.50 22621.65 22678.35 22571.75 22628.25 1817.70 1822.30 1802.70 415.45 416.55 399.50 3945.05 3954.95 3920.05 3875.15 3884.85 868.91 871.09 6991.25 7008.75 115.85 116.15 16579.25 16620.75 13388.25 13416.75 1.50% 2157.30 59.92 1.541 2162.70 60.08 472.40 473.60 100 Bolenmart galten etwa 12 M. 3855.15 3864.85 866.41 868,59 6966.25 6983.75 Erhöhung der Roheisenpreise. Die Preisbewegung in der Großeisenindustrie ist weiter mit den Kursen der fremden Devisen 117.85 118.15 scharf aufwärts gerichtet. Der Roheisenausschuß des Eisen16779.00 16821.00 wirtschaftsbundes beschloß gleich eine zweimalige Preis 13583.00 13617.00 erhöhung; und zwar wurden die Preise für Gießereiroheisen I und 1.54 III für die 2. Detade des August um 1302, diejenigen für die 1.501 2167.25 60.92 481.35 2172.75 61.08 485.65 3. Defade um 2205 m. je Tonne erhöht. Es stellen sich jetzt von den gebräuchlichsten Sorten im 3. Drittel des Auguft: Hämatit auf 14 817 M., Gießereiroheisen I auf 12 686 m., Gießereiroheisen IIL auf 12 616 m. je Tonne. Internationale Jugendtreffen. Bon E. Ollenhauer. Alis Ende Juli vorigen Jahres die belgischen Teilnehmer am ersten internationalen Jugendtag in Bielefeld von ihren deutschen Freunden Abschied nahmen, da luden fie ihre GastEtappenverbrecher. Freiherr und Prinz als Mörder. geper halb im Scherz, halb ernsthaft ein, zum nächsten inter Ridelt v. Gagern und Prinzen zu Stolberg- Roßla, Er habe bis drei gezählt und geschossen. Auf den Schuß hin Die deutschen Akten gegen die früheren Offiziere Freiherrn so werde er bis drei zählen und dann seinerseits schießen. nationalen Jugendtag nach Belgien zu kommen. die jetzt in Belgien im Kontumazialverfahren zum Tode verurteilt fehrte der Prinz zurück und fand den Baron mit einer Schußwunde Niemand glaubte damals in Anbetracht der politischen Verhältnisse sind, ergeben folgendes: an eine schnelle Erfüllung dieses Planes. Aber schon im Frühjahr in der Brust anscheinend leblos am Boden liegend vor. Neben ihm d. J. konnten die belgischen Freunde ihre Einladung wiederholen Urteil des Feldkriegsgerichts zu Brüssel wegen Totschlags und die Spaten herbeizuholen. Als der Prinz beim Auto ankam, hörte Der Rittmeister Freiherr v. Gagern ist am 7. Juni 1916 durch stehend Gagern. Bagern beauftragte den Prinzen, aus dem Auto und mitteilen, daß die belgischen Arbeiterorganisationen beschlossen megen Meineids zur Entfernung aus dem Heere und 15 Jahren er einen zweiten Schuß fallen. Gagern behauptet, der Baron hätten, den zweiten internationalen Jugendtag in Berbindung mit Zuchthaus verurteilt norden. Zugleich ist gegen den Leutnant Prinz fei wieder zum Bewußtsein gekommen, worauf er ihm erklärt habe, anderen Veranstaltungen der belgischen Arbeiterbewegung im zu Stolberg- Roßla wegen Beihilfe zum Zweikampf mit tödlichem Cr August in Antwerpen abzuhalten. fie müßten fich nochmals schießen. folg auf fechs Monate Festungshaft(!) erkannt werden. Er habe wiederum bis drei gezählt und noch einen Schuß abgegeben. Bom 12. bis 15. Auguft wird Antwerpen die internationale Der Berurteilung liegen folgende Feststellungen zugrunde: Bom Ob der Baron seine Weffe zur Hand genommen habe, wisse er nicht, Jugendtagung beherbergen und am 16. und 17. Auguft wird in Dezember 1914 bis Erde März 1915 lag der Stab des dritten Garde- nehme es jedoch nicht an.( Ein deutscher Offizier!) Die Sektion er Brüssel eine internationale Ronferenz der Arbeiterbildungsaus- ulanenregiments, dem der Berurteilte v. Gagern angehörte, in einem gab das Vorhandensein von zwei Brustschüssen, von denen der eine schüsse stattfinden. Alle der Arbeiter- Jugend- Internationale ange Zwischen dem Ehepaar d'Udekom und der Einquartierung herrschte lich, der andere ein lebensgefährlicher Lungenschuß war. Die Leiche Schlosse des Barons d'Udekom füdlich von Brügge im Quartier. nach dem Gutachten der ärztlichen Sachverständigen unbedingt tödschlossenen Verbände werden in Antwerpen vertreten sein. Go werden die Franzosen mit einer fleinen Gruppe fommen, die liche Zuneigung zu der Baronin, die von ihr, wie sich aus angestrengten Untersuchungsverfahren wurde Gagern, ehe sich der gutes Einvernehmen. Bei Gagern entwickelte sich eine leidenschaft surde im September 1915 durch einen Zufall gefunden. In dem Dänen haben sich angemeldet, die Schweden haben mehrere dem Briefwechsel zwischen beiden ergibt, erwidert wurde. Aus dieser Verdacht gegen ihn verdichtete, eidlich als Zeuge vernommen und Genossen delegiert, die Holländer werden selbstverständlich ihre Leidenschaft erwuchs der Plan, den Baron zu befeifigen, da auf machte unter seinem Eide, um jeden Berdacht von sich abzulenken, belgischen Nachbarn besuchen und selbst die deutsche Arbeiter andere Weise eine Lösung der Ehe nicht möglich schien. Gagern fam wiffentlich faliche Angaben. Das Gericht hat Gagern des jugend wird voraussichtlich trotz aller Balutaschwierigkeiten vertreten auf den Gedanken, Verbrechens des Lotschlags( wieso nicht des Mordes?!) schuldig be= fein. Zunächst mar daran gedacht, eine größere Gruppe für die funden. Die Annahme einer Tötung im 3meifampf hat es ausReise nach Antwerpen zusammenzustellen. Es lag auch eine ganze worden sei, hat das Bericht verneint, weil es zu der Auffassung gedrücklich von sich gewiesen. Daß die Tat mit Ueberlegung ausgeführt Anzahl Meldungen vor, aber die belgische Regierung hat langt ist, daß Gagern zunächst den Zweikampf beabsichtigt habe, und in letzter Minute das Sammelvisum und die Einreisedann, als der Baron hierauf nicht einging und Gagern infolgedessen erlaubnis für die gemeldeten über 20 Genossen und Genoffinnen seine Hoffnung auf eine Bereinigung mit der Baronin hinschwinden verweigert! Es besteht noch Aussicht, daß einige Vertreter sah, jede ruhige lleberlegung verloren habe.(!!)... Brinz Stolder Verbandszentrale die Einreiseerlaubnis erhalten, so daß der berg ist nur wegen Beihilfe zum Zweikampf bestraft worden. Das Verband der Arbeiterjugendvereine Deutschlands nur durch eine Gericht hat angenommen, daß Gegern ihn in dem Glauben gehalten fleine Delegation vertreten sein wird. habe, es handele sich um ein Duell, daß er hierin durch das Verhalten des Barons, der in der Wald mitging und seinen Revolver entgegennahm, bestärkt worden sei, und daß er infolge mangelhafter Kenntnis der französischen Sprache den Auseinandersetzungen zwischen Gagern und dem Baron nicht habe folgen können.(!!) 1917, unter die alle militärgerichtlich verhängten, fechs Monate nicht übersteigenden Freiheitsstrafen fielen, der nichtverbüßte Rest der Strafe erlassen worden. Er ist im Jahre 1917 schwer verwundet worden und 1920 in St. Blasien gestorben. Gagern, der seit dem 28. März 1916 in Untersuchungshaft war, hat seine Strafe bis zum 16. Januar 1919 im Zuchthaus zu Butzbach verbüßt: dann ist er auf 16. Januar 1919 im Zuchthaus zu Butzbach verbüßt: dann ist er auf haus entlassen worden. Durch§ 5 Abs. 2 dieser Verordnung vom 7. Dezember 1918( Reichsgefeßblatt S. 1415) aus dem ZuchtGrund der militärischen Amnestie des Rates der Volksbeauftragten wurde auch solchen Berurteilten, die noch mehr als ein Jahr Freiheitsstrafe zu verbüßen hatten, der Rest mit einer Bewährungsfrist von drei Jahren erlassen, falls die Erwartung gerechtfertiot war, daß sie die Freiheit nicht zu neuen Straftaten mißbrauchen würden. Diese sie die Freiheit nicht zu neuen Straftaten mißbrauchen würden. Diese Borschrift ist durch Das Festprogramm der Antwerpener Veranstaltung läßt schon erkennen, daß der zweite internationale Jugendtag der Arbeiterjugend anders geartet sein wird, als der Bielefelder im Vorjahre. In Antwerpen werden neben internationalen Jugendkundgebungen Sportkämpfe, Theatervorstellungen und sonstige Feiern das Programm bestreiten. Diese Art des Jugendfestes erklärt sich aus der anderen Organisationsform der belgischen Genossen. Sie haben in ihrem Verband neben den eigentlichen Jugendlichen auch die Kinder und Sportler in eigenen Gruppen organisiert. In den Jugendgruppen verbleiben die Jugendlichen bis zum 25. Lebensjahr. Bom 22. Lebensjahr ab müssen sie außerdem Mitglieder der Partei sein. In der Arbeit dieser Jugendgruppen spielt der Kampf gegen den Militarismus seit langer Zeit eine große Rolle. Die älteren Jahrgänge der Mitglieder beteiligen sich auch in hervor ragendem Maße an den politischen Aktionen der Partei. Neben der wissenschaftlichen Auftlärungsarbeit steht dann die förperliche Ertüchtigung durch die Sportgruppen. Kulturelle Arbeit, wie wir sie in der deutschen Arbeiterjugend finden, wird in Belgien bisher nur wenig betrieben. Troß dieser Unterschiede in den Arbeitsmethoden sind die sozialistischen Jugendorganisationen verbunden durch die gemeinsame Weltanschauung. Das wird in Antwerpen von neuem zutage treten, Selbstverständlich ist, daß die Antwerpener Tagung wieder in startem Maße den Friedenswillen der gesamten sozialistischen Jugend zum Ausdruck bringen wird. Wenige Tage nach dem Antwerpener Treffen werden sich etwa 300 junge deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen nach Salzburg begeben zu einem anderen internationalen Treffen der sozialistischen Jugend. Vom 19. bis 21. August findet dort der internationale dem Baron einen Zweikampf aufzuzwingen, in dem er als guter Schütze seinen Gegner unschädlich zu machen hoffte. Er wollte als Vorwand den Umstand benutzen, daß der Baron ihn zur Ausstellung einer dienstlichen Bescheinigung veranlaßt habe, nach der im Schlosse teine Waffen vorhanden wären, während tat fächlich Waffen verborgen gehalten wurden. Gagern suchte zunächst den Ordonnanzoffizier des Regiments zur Unterstützung bei dem Duell" zu gewinnen. Als dieser schroff ablehnte, wandte sich Gager an den Bronzen Stolberg. Prinz Stolberg fagte, ohne weiter zu fragen, die Erfüllung der Bitte zu. Pfingsten 1915 hielt Gagern den Zeitpunkt für die Erfüllung seines Plans gefommen. Das Regiment der Angeklagten war inzwischen nach der Provinz Limburg 25. Mai früh nach dem verlegt worden. Gagern erklärte dem Prinzen Stolberg, sie würden am Barons d'Udekom fahren; Stolberg habe nichts weiter zu tun, als etwa 150 Kilometer entfernten- Schlosse des den Baron zu einer Auseinandersehung aus dem Schlosse ins Auto zu holen. Am 24. Mai fuhren die Berurteilten im Auto nach Brüssel und von dort am 25. früh morgens in der Richtung nach Brügge weiter. Gagern hatte schon aus dem Quartier zwes Spaten mitger.ommen, deren Vorhandensein dem Prinzen Stolberg zunächst nicht bekannt gewesen sein soll. In einiger Entfernung von dem gingen in den Wald hinein und Gagern suchte im Beisein des Prinzen Schloffe ließ Gagern an einem Gehölz halten. Beide Berurteilte einen„ Kampfplatz" aus. Das Auto fuhr zum Schloffe, wo es gegen 8 Uhr morgens eintraf; der Bring handelte der Anweisung Gagerns gemäß und der Baron fetzte sich ohne Bedenken zu Gagern ins Auto, während Prinz Stolberg neben dem Chauffeur Blah nahm... Auf der Fahrt zu dem Gehölz erklärte Gagern dem Baron, es müsse zwischen ihnen ein Duell stattfinden. Der Baron lehnte den 3weikampf ab. Er stieg aber mit den Berurteilten an dem Gehölz aus dem Auto aus und ging hinter den beiden in den Wald. eise abgespielt: Er habe dem Baron erklärt, fie müßten sich auf Nach der Behauptung Gagerns hat sich das meitere in folgender Tod und Leben schießen. Der Baron fönne zuerst schießen. Er habe sich in etwa 15 Schritten Entfernung von dem Baron aufgestellt und ihn aufgefordert, zu schießen. Der Baron habe knieend gebeten, sei mieder aufgestanden, habe aber nicht geschossen. Gagern Darauf habe er erklärt, wenn der Baron nicht schießen wolle, Dem Prinzen Stolberg ist durch die Amnestie vom 27. Januar Entscheidung des Präsidenten des Reichsmilitärgerichts auf Gagern angewendet worden. Eine Kritit dieser Amnestierung strafrechtliche Berfolgung gegen ihn wieder aufzunehmen, ist angeversagt sich die Reichsregierung. Gagern lebt im Auslande. Die fichts der erfolgten Amnestierung nach den bestehenden Gesetzen unmöglich. Die Reichsregierung ist infolgedessen nur in der Lage, eine rückhaltlofe Darstellung des Sachverhalts zu geben. Sie weiß sich mit der Deffentlichkeit des In- und Auslandes in der Verurteilung der ungeheuerlichen Tat eins. Jugendtag der Internationalen Arbeitsgemeinschaft 26. Internationaler Bergarbeiterkongreß ein gewissen Ländern eine Anhäufung von Borräten bewirten, sozialistischer Jugendorganisationen statt. Da hier die Organisationen beider internationalen Verbindungen vertreten sein werden, wird er werpener Tagung. Es sind bereits jetzt starte Delegationen aus während sie andererseits den Kohlenmangel in Deutschland verGegen die übertriebenen Kohlenlieferungen. schärfen. Der Kongreß ist daher der Meinung, daß diese Frage Der Ausschuß des Internationalen Bergarbeiterbundes nahm gleichzeitig den in Genf gefaßten Beschluß, der die Einsetzung einer einer neuerlichen Brüfung unterzogen werden muß und bestätigt ein noch stärkeres internationales Gepräge tragen, als die Ant- am Freitag folgende Entschließung an:" Der am 11. Auguft in internationalen Kommission zur Regelung der Rohlenfrage emp Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Georgien, Frankfurt a. M. tagende internationale Bergarbeiterbund bestätigt fiehlt. 3. Che jedoch Maßnahmen in Anwendung kommen, die geBelgien, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Georgien, die früheren auf iederaufbau der zerstörten Gebiete bezüglichen eignet sind, die Ursachen der Arbeitslosigkeit an ihrer Wurzel zu Holland, Desterreich, aus der Tschechoslowakei und den russischen Randstaaten angemeldet. Die Teilnehmer werden sich dort verDie Teilnehmer werden sich dort ver- Beschlüsse der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale, ohne damit fassen und zu beseitigen, müssen ihre Opfer geschützt werden. Das einigen zu einer internationalen Jugendkundgebung, zu einem zu der allgemeinen Nachkriegspolitik Stellung zu nehmen. Er drückt Risiko der Arbeitslosigkeit muß aufgeteilt werden zwischen dem fröhlichen Jugendfest auf den Höhen vor Salzburg und zu einer angesichts der starten Unregelmäßigkeit auf dem Arbeitsmarkt, der Staat als dem Vertreter der Gesellschaft, dem Unternehmer als dem Nugnießer der Arbeit und schließlich dem Arbeiter selbst, der gemeinsamen Wanderung in das herrliche Salzburger Land. Ihre fchlechten Arbeitsbedingungen des Bergbaues in allen europäischen fich der Einsicht einer derartigen Maßnahme nicht verschließen fann. besondere Bedeutung erhält die Veranstaltung durch die Tatsache, Ländern und der dadurch geschaffenen meitverbreiteten Not, beson- In Ansehung aller dieser Schlüsse fordert der Kongreß die allge= daß sich hier zum ersten Male die Jugend aus den Organisationen ders in Deutschland, die Ansicht aus, daß die auf die deutschen meine Durchführung der Arbeitslosenversicherung unter Anteilbeider internationaler Verbindungen die Hand reicht zum freund. Rohlenlieferungen an die alliierten Regierungen bezüg- nahme von Staat, Unternehmer und Arbeiter. Zu der Frage der geseglichen Festlegung der Arschaftlichen Bund. Dieser Bund wird getragen sein vom gemeinlichen Bestimmungen des Abkommens von Spa in gewissem Grade samen sozialistischen Wollen. Aus dieser ersten und wichtigsten Ge- für die gegenwärtige ernste Lage verantwortlich beitszeit wurde folgende Entschließung Husemann( Deutschland) meinsamkeit wird sich hoffentlich in absehbarer Zeit eine geschloffene find. Er beschließt, an die Reparationstommiffion das Ersuchen nach längerer Ausforache gegen die Luremburger Stimmen angeRampffront der sozialistischen Jugend aller Länder entwideln. zu richten, eine Abordnung des internationalen Bergarbeiterbundes nommen: Der IBK. erklärt, daß allen Versuchen der BergwerksMit jeder der beiden Rundgebungen sind auch Beratungen der zu empfangen zu dem Zweck, eine Abänderung des Abkommens von ämter, die Arbeitszeit im Bergbau zu verlängern, mit allen gemertschaftlichen Mitteln entgegengetreten werden muß. Der Kongreß internationalen Romitees verbunden. Go wird in Antwerpen am Spa zu erreichen und dadurch die heutige wirtschaftliche Lage im fordert, dak mit aller Energie darauf hingewirkt wird, um die Kohlenbergbau zu erleichtern." 14. August das Komitee der Arbeiter- Jugend- Internationale zusiebenstündige Arbeitszeit, einschließlich Aus- und Einfammentreten, um in Anwesenheit eines Vertreters des Interfahrt, gefeßlich zu erhalten. Ferner ist die Schichtzeit in einer Temnationalen Gewerkschaftsbundes über den Kampf für die wirtschaft. peratur von über 28 Grad Celsius auf 6 Stunden, bei einer Temlichen Forderungen der arbeitenden Jugend zu beraten. Dort wird peratur von über 32 Grad Celsius, auf 5 Stunden festzusetzen. Für auch über das Berhältnis zur gewerkschaftlichen Jugend tragen, bei fortschreitender Entwicklung auf technischem Gebiete ent die Uebertagearbeiter soll die Arbeitszeit höchstens 8 Stunden bearbeit diskutiert werden. Man wird ferner über die Ausgesprechend der Gesundheit der Bergarbeiter eine weitere Verkürzung staltung der internationalen Beziehungen reden und schließlich das Berhältnis zur fommunistischen Jugend- Internationale flarstellen. Im wesentlichen werden dort die Fragen vorberaten, die dann auch auf der gemeinsamen Sigung der beiden internationalen Romitees in Salzburg am 22.». M. zur Beratung stehen. In beiden Lagern ist der Wunsch rege, in Salzburg in allen diesen Bunften eine gemeinsame Stampffront zu bilden, um so die Rampfreihen der sozialistischen Jugend soweit wie möglich zu schließen. Es ist bestimmt zu hoffen, daß sowohl die Beratungen als auch der Jugendtag selbst zu einer starken Annäherung der beiden fozialistischen Verbindungen führen werden. Vorträge. Vereine und Versammlungen. tag, Auch die beiden französischen Bertreter stimmten dieser Entschließung zu, nachdem der Ausschuß seine grundsätzliche Geneigtheit ausgesprochen hatte, Borschläge zu machen, die an Stelle der ausfallenden Kohlenlieferungen andere Sachlieferungen setzen. Der Kongreß nahm diese Resolution einstimmig unter Beifall an, nachdem sie der Engländer Frant Hodge befürwortet hatte. 4. Berhandlungstag. Transfurt a. M., 10. Auguft. Ser Kongres beschloß heute die Herausgabe eines Mittei lungsblattes in deuther, franzöfifer und englischer Sprache. Auf Antrag des franzöfen Delegierten Quinten wurde beschlossen, den Beschluß des Jahres 1013 zu erneuern, nach dem die Internationalen ergarbeitertengreife nur alle zwei Jahre abgehalten werden sollen. Als Ausnahme hierzu wurde bestimmt, im Falle einer drohenden Krists, oder wenn eine Frage von besonderer Bedeutung zu behandeln fei, tann das Exekutivfomitee einen außerordentlichen Rongreß berufen. Im Verlauf der Nachmittagssigung fand dann die belgische Resolution über die Arbeitslosenversicherung auf deutschen Antrag in folgender Form Annahme: Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinter. 1. Die über die ganze Welt verbreitete Krise findet ihre aufBiebenen, Bezi: Norden 14. Die Mitgliederversammlung findet Mon- richtige Erklärung in der Anarchie der heutigen Produktion und den 14. August, abends 7½ Uhr, in Büttners Festfälen, Schwedter Berteilung der Reichtümer. Auch haben die durch den Krieg verStraße 22/24, statt. Bahlreiches Erscheinen erwünfdit. Reue urjachten Schwankungen der Währung zweifellos zu ihrer Ber: Freie stenographische Bereinigung Stolze- Schren", Groß- Berlin. Anfängerkurse in der Woche vom 14. bis 19. August, abends 128 bis 10 Uhr. stärkung beigetragen. Es sind daher vor allem Maßnahmen auf Often und Nordosten: Dienstag, Gemeindeschule Straßmannstr. 6. Südosten: diesem Gebiete nötig. 2. Die Kohlenfrise stellt nur eine Seite der Mittwoch, Gemeindeschule Köpenider Str. 125. Neukölln: Mittwoch, Gemeinde schule Boddinftr. 52/56. Briz: Freitag, Gemeindeschule Bürgerstr. 25. Oberallgemeinen Krise dar, aber die im Friedensvertrag Deutschland fchöneweide: Montag, Gymnasium Seppelinstraße. auferlegten Rohlenlieferungen verschärfen das Unheil noch. indem der Schichtzeit eintreten. Jugendveranstaltungen. Hente, Sonnabend, den 12. Mugu Brig: Wanderung Oranienburg- Birkenweber. Step 6 Uhr Germaniapromenade. Moabit: Wanderung Beisdam- Lienewigsee. Treffpunkt 6 Uhr Strom, Ede Turmstraße. Sport Zuckme! 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Die erste Nacht" ( Karlstraße) Residenz- Th. 72: Orpheus in der Unterwelt Stg. 72: Orpheus in d. Unterwelt Theater i. d. Königgrätz. Str. Täglich 8 Uhr: Fedora Tilla Durieux 8: D. wunderlich. Waldem. Staegemann Geschichten des Kapellm. Kreisler Trianon- Th. Komödienhaus Heute 7% Uhr: 8 U.:,,Gretchen" ( Ob Regen oder Sonnenschein) Oberbayern, Drehstübl, Jazz- Band 100 bayer. Mad'l:: 5 Kapellen und BALL S Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend: Riesen- Fronten- and Schlachten- Feuerwerk Antang 5 Uhr Anfang 5 Uhr WIEN Das Unterhaltungs- Variété! Gretchen Femina BERLIN Berliner Th. 7.45: Madame Flirt Arnstedt, Burg. Falkenstein 8 Central- Theater Theater des Ostens U. 8 Uhr: 4 Uhr: J. Ein Prachtmädel Rose- Theater) Das hervorragende Kaffe m. Internat. Deutsch Opernhaus 5 Uhr: Konzert T Casino- Theater 8 Uhr: Die Berliner Posse Lämmelmanns Bummelfahrt WIND BORTEN Varieté- Spielplan Rauchen gestattet I Behrenstr. 54 8/48 Uhr: Das große August Programm Theat.a.Kottbus.Tor Moritzplatz 16077 Jeden Abend 7%, U.: Jch hab's Liann Erhalt' Dir Deine teuren Schuh, Verwende nur urbin dazu Terpentinoeltoare in Dofen mit Banderole Bekanntmachung Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom 20. Juli d. J. bringen wir hiermit zur Kenntnis, daß in Berlin Berlin- Dahlem Berlin- Schmargend. Lichtenrade Schöneberg Friedenau Grunewald Lonkwig " Neukölln Steglig Nikolassee 11 Tempelhof Rudow Wilmersdorf Schönefeld " Mariendorf Budow Selchow Marienfelde Groß- Biethen NiederStahnsdorf Grunewald- Forst Teltow fchöneweide Klein- Machnow Waßmannsdorf Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin H 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836. Dienstag, 15. Auguft, nachm. 5 Uhr Wichtige Sigung der Branchenkommission der Mechaniker. von dem Tage der laufenden Gasmesserstandsaufnahme im 123/15 Monat Auguft ab der Preis für das Kubikmeter Gas bis auf Die Ortsverwaltung. weiteres 8,00 m. einſchließlich Rohien- und Umſayſteuer, fowie So lange Vorrat Abgabe an die Gemeinden, beträgt. Für das durch Münzgasmeifer entnommene Gas erhöht fich dieser Preis um die Gasmesseretnrichtungemiete. Berlin, den 11. Auguft 1922. Gasbetriebsgesellschaft, Aktiengesellschaft Der Vorstand: E. Körting. 250 an Birksverband SPD. 6. Abteilung. Am Montag, Am.Op.Felle Am.Op.Schal- 1600an 7. Aug. 1992 ver Austr.Op.Schal. 200 starb unser Mitglieb, der Schrift. an feger ELITE- Kautabak- Niederlage 3eitungspapier Kreuz-, Alaska- Zobel- Robert Schultze Sänger Gänzlich neues Programm G. A. Hanewacker, Nordhausen Grimm& Triepel, Nordhausen Fischer& Herwig, Hann- Münden M. Hansen jr., Hadersleben Joseph Doms, Ratibor C 2, Poststraße 1 Volks Max Ziegenhals, Tel: Zentrum 29. preise! Sonnt., 13. Aug., 7 U: 7% U.: So leben wir Varieté- Programm Tanzvorführungen Vorvkt. 11-1% 11. 4-6 Tannhäuser Mont. 72: Mignon Komische Intimes Theater 73 Oper 734 8: Die Peitsche und? Laui doch nicht immer nackt herum Lustspielhaus Der Meister vom Montmartre 8 Uhr: Werwolf Offenbachs Liebesleb. Neues Operett.- Th. Letzter Monat! 74: Die Mädels von Davos Urania 8 Uhr: Lichtenstein, seid Rügen Neues Th. am Zoo Scampolo Berliner Prater- Th. Metropol- Theater Kastanienallee 7-9. Thr Die Bajadere Personi. Gastspiel Schiller- Th. Charl. Bernhard Rose in: 8 U.: Die kl. Sünderin Von lean Gilbert. Nur nicht drängeln Thalia- Theater The Prinz Don Juan Uhr: u. Das deutsch. Lied Beginn 5 Uhr. Reichshallen- Th. Th. a. Nollendorfpl. Allabendl. 7 Uhr 73/4 Uhr Verliebte Leute Sig. 32: Vetter aus Dingsda Th.d.Westens 8 U.: Heimliche Braut Operette von Gesch- Koglin Theater in d.Kommandant. 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Rege Beteili gung erwartet Die Abt.- Leitg. Von der Reise zurück Dr. Ernst Rachwalsky Facharzt für innsre Krankheiten. Lindenstr. 101/2 8wet liebe, brave Mitarbeiter hat der Tod von uns genommen. Am 7. Auguft starb im Alter von 68 Jahren der Schriftseger Robert Schultze. Ihm folgte tags darauf der Senior unserer Belegschaft. der Schriftfetzer Eduard Georgi, der ein Alter von 82 Jahren erreicht hat und noch vor Jahresfrist beruflich tätig war. Die Berstorbenen haben in 18. jähriger Tätigkeit im Vorwärtshause burch wahre Kollegialität und stete Pflichttreue fich die Liebe und Achtung threr Mitarbeiter und der Geschäftsleitung zu erwerben verstanden Ein ehrendes Gedenken ist ihnen sicher. Die Geschäftsleitung und das Gesamtpersonal der Borwärts- Buchdruckerei. Die Einäfcherung des Kollegen Georgi erfolgt am Montag, nachmittag 3 Uhr, die des Kollegen Schulze am gleichen Tage, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Benischer Metallarbeiterverband. Verw. Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfere Kollegin, die Arbeiterin Stephani Ziolkiewicz Lichtenberger Straße 20 am 7. b. M. geftorben ist. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 12. b M., nadm. 34 Uhr, von der Leichenhalle bes St. Pius- Kirchhofes in Wilhelmsberg, Röldestr, aus statt. Unser Rollege, der Werkzeugmacher Luisen Julius Bohlmann et 32 ift am 8. d. M. gestorben. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 12. Auguft, nachm 82 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen JakobiKirchhofes, Hermannstraße, aus ftatt. Unser Rollege, der Gilberarbeiter Paul Kabisch Ebertyftraße 30, starb am 8. d. M. Die Einäscherung findet Sonnabend, den 12. Auguft, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, statt. Chre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 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Ein sozialdemokratischer Schriftfte er mußte sich natürlich keiner der Volksbeauftragten gedacht; es blieb einem Boincaré und Theunis heute vormittag 10 Uhr eine neue ebenfalls vor kurzem von einem deutschnationalen Richter fonservativen Kriegsgerichtspräsidenten des alten Systems Unterredung, die bis 1 Uhr dauerte und nachmittags 6 Uhr wieder in Wernigerode beschimpfende Sätze ins Unteil schreiben lassen, vorbehalten, durch eine ganz finnwidrige Anwendung des aufgenommen wurde. Die Vollsißung, die auf 11 Uhr an weil er das Treiben der Etappe zu brandmarken gewagt hatte. Amnestieerlasses Deutschland eine Schande mehr vor dem beraumt war, ist verschoben worden. Die Besprechung brehle Und nun veröffentlicht die deutsche Regierung die Aften über Ausland zu bereiten. Wenn jezt die reaktionäre Presse über sich um den Kompromißvorschlag Lloyd Georges. den Fall der Offiziersmörder Freiherrn v. Gagern und Amnestierung politischer Verbrecher Zetermordio schreit, so Die Gegenvorschläge schen sich aus 10 Punkten zusammen: Prinz zu Stolberg.( Siehe 1. Beilage) Ein Abgrund sollte gerade sie bedenten, wie hier von einem Beamten ihres 1. Autonomie der Reichsbank, 2. 26prozentige Ausfuhrobgabe, von Niedertracht und Schurkerei, der jede Phantasievorstellung Schlages ein elender Mörder der Bestrafung entzogen wurde. 3. Beschlagnahme der Zölle, 4. Kontrolle der Ruhrbergwerke und übersteigt, tut sich auf. Der Freiherr v. Gagern hält sich im Ausland auf, der der staatlichen Waldungen im Rheinland. Die Punkte 5 bis 9 beUm die Gattin eines belgischen Barons in sein Bett zu Brinz zu Stolberg ist gestorben. Da es sich um einen gemeinen ziehen sich auf die Durchführung der vorgenannten Forderungen. zwingen, will der deutsche Rittmeister Freiherr v. Gagern den Mord handelt, so wäre wohl die Auslieferung des Bunft 10 bestimmt, daß Deutschland für eine nicht näher Gatten unter nichtigen Vorwänden zum Duell fordern in der Täters an die belgische Regierung zu ermöglichen. Wir bestimmte Zeitdauer ein Moratorium für die BarBerechnung, daß er als vorzüglicher Schüße den Herausgefor- würden sie begrüßen. zahlungen gewährt werde. Die 26prozentige Ausfuhrabgabe würde derten niederstrecken wird. Unwillkürlich erinnert man sich, als Garantie für eine internationale Anleihe dienen. Das in welch glühender Weise die Vertreter des„ echten alten Garantiefomitee soll seinen Sig in Berlin aufschlagen. Es verBreußentums" stets die Notwendigkeit der Duellunjitte ver 500 ausgewiesen, Weitere 500 mit Ausweisung bedroht. die interallierten Schulden in Betracht gezogen hat, wenn lautet außerdem, daß das englische Kabinett die Erörterung über teidigt haben. Und dabei war tatsächlich mancher Zweikampf Der Reichsregierung ist gestern nachmittag die Nachricht eine Einigung mit Poincaré nicht zustande käme. Poincaré foll ein derartiger„ Einfampf", bei dem ein ausersehenes Opfer zugegangen, daß in Paris eine Berbalnote der fran- erklärt haben, daß die Konferenz noch einige Tage dauern werde. von einem sicheren Schüßen abgeknallt wurde, wir erinnern zösischen Regierung übergeben wurde, welche den Dies wird dahin ausgelegt, daß die Debatte erweitert und die interan den Duellmord, den die Junkertaste an intelden ver- Inhalt der bereits in der Preffe verbreiteten Meldungen über alliierten Schulden einbezogen werden sollen. Das englische Kabinett übt hat. Der belgische Baron steht zwar unter dem Zwange die Ausweisung deutscher Staatsangehöri wird sich heute nachmittag von neuem versammeln. der Besagungsmacht, hat aber für derartige altpreußische gee bestätigt. Danach sollen 500 deutsche Staatsangehörige Sitten feinen Sinn und will sich nicht schlagen. Darauf aus Elsaß- Lothringen bis zum 12. Auguft ausgewiesen daß eine Einigung in den ersten 6 der 10 vorliegenden Artikel erzielt Der Korrespondent des" Temps" in London glaubt zu wissen, zwingt ihn der preußische Rittmeister und Freiherr, nachdem werden. Es wird ihnen gestattet, Handgepäck sowie den würde. Die Besprechung des Artifels 7, der sich mit den staatlichen er ihn mit Hilfe seines prinzlichen Komplizen an einen ein Gegenwert von 10 000 m. für eine Familie und von Kohlengruben des Ruhrgebiets und mit den staatlichen Wäldern auf samen Ort gelockt und rührende Voraussicht die Spaten 5000 m. für die unverheiratete Person mitzunehmen. Die dem linken Rheinufer befaßt, wird heute nachmittag fortgesetzt für die Beerdigung seines Opfers gleich mitgebracht hat, die Aus meifung weiterer 500 Deutscher wird anWaffe in die Hand und schießt den sich nicht wehrenden gefündigt für den Fall, daß die französischen Forderungen nieder. Dann folgt die Krönung des„ ritterlichen" Schauspiels: nicht erfüllt werden. der Belgier ist nicht tot, sondern nur schwer verwundet. Darauf wird der Sterbende nochmals zum 3weikampf" gezwungen und nunmehr völlig erledigt. Die Deutschenausweisungen. Tagung der 2. Internationale. werden. Es wurde in folgendem eine Einigung erzielt: Deutschland wird ein Moratorium für die Barzahlungen bis Ende 1922 erhalten. Die Sachleistungen bleiben aber bestehen, besonders für Holz und Kohlen. Als Garantie wurde angenommen die Für diese Lat zweier der Edelsten und Besten der Am Sonnabend und Sonntag findet in Prag eine 26prozentige Au sfuhrabgabe und die Beschlagnahme gewisser ZollNation" müssen heute Millionen Deutsche, namentlich im be- Sigung des Exekutivkomitees der Zweiten Internationale ftatt, einnahmen. Die daraus hervorgehenden Summen werden von der fetzten Rheinland, büßen. Gewiß werden die Ausschreitungen die fich hauptsächlich mit der Frage der Einberufung eines Reparationskommiffion erheben und während der Dauer des Moder Besatzungsarmeen durch die Freveltaten der deutschen Internationalen Kongresses beschäftigen wird. Besonders ratoriums der deutschen Regierung zur Verfügung gestellt werden. Etappenverbrecher nicht gerechtfertigt. Aber die Wut- und steht zur Erörterung, ob der geplante Kongreß nicht angesichts Der Ertrag der staatlichen Kohlengruben des RuhrHabstimmung manches Belgiers und Franzosen findet in der in Deutschland eingeleiteten Verhandlungen zwischen So- gebiets und der Staatswaldungen auf dem linken Taten, wie der des Freiherrn v. Gagern und des Prinzen zioldemokraten und Unabhängigen zweckmäßigerweise ver- heinufer wurde als Sanktion dem Garantiefomitee zus zu Stolberg ihre psychologische Erklärung. Die scheußliche Tat fchoben werden solle. Am Montag veranstalten die Prager Berfügung gestellt, falls Deutschland seinen Verpflichtungen nicht der beiden adligen Offiziere läßt sich auch nicht als„ Einzelfall" Genoffen eine große Brsammlung, in der u. a. die Genoffen nachtommen sollte. Frankreich würde für die geplanten zwei abtun. Sie ist nur ein Gipfelpunkt unter den psychologischen Bandervelde( Belgien), Tom Shaw( England) und Otto Einnahmequellen ein Privileg eingeräumt werden. Als weiAuswirkungen des Größenwahns, den die unbegrenzte Machtels( Deutschland) sprechen werden. tere Verpflichtung würde Deutschland auferlegt werden: des Offiziers sowohl gegen die Einwohner der besetzten GeAutonomie der Reichsbant, Erlaß eines Gesezes über die Kapital. biete als gegen die eigenen Untergebenen erzeugt hat. Zucht, Konsolidierung der schwebenden Schuld und tatsächliche Kontrolle der Reichsfinanzen durch das Garantiefomitee. Ein Brief- 6 Mark Porto! Polen und die Reparationskrise. Es gibt feine deutsche Schande, an der nicht die Infolge der Neuregelung der Gehälter und Löhne der Beamten deutsche Justiz in hervorragendem Maße beteiligt märe. bzw. Staatsarbeiter hat sich das Reichspofiminifterium bereits Mitte Ein deutsches Feldkriegsgericht hat zwar den Freiherrn Juli veranlaßt gesehen, für den ersten Oktober eine neue Gebührenv. Gagern zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, wobei es un ordnung vorzunehmen. Inzwischen ist eine weitere Erhöhung des begreiflicherweise Totschlag, nicht Mord annahm, den fürst allgemeinen. Teuerungszuschlages um 55 Proz. und vom 1. Auguft fierte nationalistische Presse wiederholt in der ReparaP. Warschau, 11. Auguft.( Eig. Drahtbericht.) Die gut organilichen Helfershelfer aber nur zu sechs Monaten Festungshaft. ob eine solche von 80 Broz. bewilligt worden. Durch diese neuen tionsfrage die Gedankengänge Poincarés von dem bösen Willen der Es hat diesen dabei als eine Art trottelhaften Dummtopf ent Ausgaben wird der Bosthaushalt jährlich um weitere 9,5 milliarden deutschen Regierung, von der abfichtlichen Verschlechterung ihrer schuldigt, eine Geistesverfassung, die den Prinzen jedoch nicht Mart belastet, für die feine Deckung vorhanden ist. Deshalb hat Staatsfinanzen und dergleichen mehr. Einmütig erklären das verhindert hat, es zum Leutnant der alten Armee zu sich das Reichspoftministerium veranlaßt gefehen, die bisher gefranzösische Journal de Bologne" in Warschau und die national. bringen! Beide Verbrecher aber wurden vor Verbüßung plante Gebührenerhöhung fallen zu lassen und eine weiter demokratischen Blätter, man dürfe Deutschland eine Zuge ihrer Strafe amnestiert, der Prinz noch während des gehende Gebührenordnung auszuarbeiten, die den Teue- ständnisse machen, denn das würde die deutsche Revancheluſt Krieges, der Freiherr kurz nach der Revolution. rungsverhältnissen Rechnung trägt, und wirtschaftlich eine Steige tärten. Aber nicht nur die sozialistischen Blätter, sondern feder Die reaktionäre Presse sieht hier einen willkommenen An- rung um fast 50 Prozent der bestehenden Gebühren vorsieht. Mensch, der in Polen wirtschaftlich denkt, weiß, daß dies laß, diese Amnestierung den Volksbeauftragten in Danach soll ab 1. Oftober der Brief im Ortspertehr die Schuhe zu schieben. In Wirklichkeit liegt hier ein Schul- bis zu 20 Gramm 1,50 Mt., über 20 bis 100 Gramm 4 M., über Phrasen sind, daß das polnische Wirtschaftsleben beispiel vor, wie eine vernünftig gemeinte Berordnung der 100 bis 250 Gramm 6 M. fosten. eng mit dem deutschen verknüpft ist. Hat doch die Boltsbeauftragten von einem erzreaktionären Be- Im Fernverkehr betragen die Kosten für einen Brief bis polnische Mark de Sturz r deutschen in seinen einzelnen amten, in diesem Falle dem Präsidenten des zu 20 Gramm 6 M., über 20 bis 100 Gramm 7 M., über 100 bis Phasen ziemlich genau mitgemacht. Zahlenmäßig ist der Doliar in Warschau von 3000 auf 6600 gestiegen, während er in Berlin von 300 bis über 700 stieg. flar. Da sind orientalische Teppiche für etwa 40 000 Dollar, die Draperieabteilung wird auf 50 000 Dollar geschäßt, und allein die verschiedenen Beleuchtungsartikel erreichen eine Summe von 25 000 Dollar! Ein Wunder der Technik aber ist der künstliche See, der zu Untermasseraufnahmen dient. Er fann sich aus einem Ententeich in ein stürmisches Meer verwandeln. Ein Riesenwasserturm speift die für Aufnahmen nötigen Wasserläufe und läßt die Lagunen um enedigs Paläste rauschen. 250 Gramm 8 M. Für Postkarten ist im Ortsverkehr eine Gebühr von 1 M., im Fernverkehr von 4 M. vorgesehen. Für Pafete bis zu 5 Kilogramm tommen 12 M. Bortofoften in der Nahzone in Frage. Für die Fernzone betragen die Portofäße bis 5 Kilogramm 24 M. Die Säße für Versicherungsgebühr bei Wertbriefen für je 1000 m. find auf 2,50 M., bei Wertpaketen für je 1000 Mt. auf 3 M. erhöht. Als Mindestgebühr für derartige Sendungen sind 4 M. in Aussicht genomemn. Ein Vermögen auf einem Brief. Eine hungernde Familie in Bostanweisungen bis 100 m. foften 4 m., über 100 m. Rußland schickte dieser Tage an einen Verwandten in London einen bis 250 m. 5 m., über 500 M. bis 1000 m. 7 M. usw. Brief, auf dem sich für 400 000 Rubel Marken befanden. Die Erhöhung der Postanweisungsgebühr wird auch eine entDiese Summe, die in der Vorkriegszeit ein Riefenvermögen dar- fprechende Erhöhung der Gebühr für zahltarten mit stellte, ist heute allerdings in englischer Währung nur wenige Pence fich bringen. mert. Der Brief aber machte doch auf dem Londoner Boftamt Im Telegraphenverfehr foll die Bortgebühr auf 3 M., einiges Aufsehen, und die Zeitungen würdigen diese Tatsache in im Fernsprechpertehr der Zuschlag zu den gefeßlichen und längeren Betrachtungen. Das Schreiben war nämlich nicht nur perordnungsmäßigen Fernsprechgebühren auf 400 vom Hundert über und über mit 7500- Rubelmarken beklebt, sondern auch in festgesetzt werden. einem vollständigen Umschlag von diesen Marken gehüllt, der mehrZur Beratung der neuen Gebührenordnung hat der Reichspostmals um den Brief herumging. Die merkwürdige Tatsache, daß minister den Verkehrsbeirat für Montag, den 4. September, eineine hungernde Familie ein Borkriegsvermögen anwendet, um berufen. einen Brief zu schicken, wird aber dadurch tragisch, daß der Inhalt des Schreibens die grenzenlose Not der Leute schildert. Sie find Das Verfahren gegen die Rathenau- Mörder frant und nicht imstande, sich zu ernähren, und sie haben ihr legtes Geld auf die Briefmarken verwendet, um den englischen Verwandten ihr Elend mitzuteilen. Was mag wohl ein eingeschriebener Brief fosten? fragen die Blätter. Und ist überhaupt noch jemand in Rußland reich genug, um ein Batet nach London zu schicken? Jeden falls wird er die Marken dafür wohl vorher bei der Post bestellen müssen und sie sich mit einer Handkarre abholen. Zu der im gestrigen Morgenblatt veröffentlichten, der ,, Dena" entnommenen Mitteilung über den Stand der Vorunter fuchung gegen die Rathenau- Mörder wird uns aus dem Reichsjustizminsterium geschrieben: W Die Gründe der politischen Abhängigkeit Polens von Frankreich find wohl bekannt und bedürfen keiner Erläuterung. Frankreich hat sich aber die politische Verbindung mit Polen durch erhebliche wirtschaftliche Zugeständnisse abfaufen lassen, die vor allem im französisch- polnischen Handelsvertrag, in den franzöfifoen onzessionen im galizischen Petroleumgebiet und der Privilegierung französischen Kapitals in Oberschlesien zum Ausdruck kommt. Obwohl wesentliche Teile der entsprechenden Konventionen sorgfältig geheim gehalten worden, ist man sich in fachmännischen Kreisen darüber klar, daß sie eine wirtschaftliche Ausbeutung durch den Bundesgenossen bedeuten. Darum bemühen sich auch französisch beeinflußte Politifer in Polen, die natürliche deutsch- polnische Annäherung zu stören. Doch es ist zu hoffen, daß die wirtschaftliche Vernunft stärker sein wird als der politische Haß. Teuerungsdemonstration in Tirol. Innsbrud, 11. August.( Eigener Drahtbericht.) Zum Protest ler Genossen gestern eine imposante Demonstration gegen Preisanarchie und Volksaus wucherung haben unsere Tirogegen den Mißbrauch des Fremdenverkehrs in Tirol durchgeführt. um 4 Uhr nachmittags wurde in allen Betrieben die Arbeit eingestellt. Man formierte sich vor dem Arbeiterheim zu einem Zuge aus mit den Fremden" wurden mitgetragen. Die Geschäftsund marschierte in die innere Stadt. Tafeln mit der Inschrift, inleute hatten in einem Anfalle von Panit sämtliche Geschäfte geschlossen, um Plünderungen zu entgehen. Die Meldung bedarf in verschiedenen Punkten einer Richtig stellung. Die Voruntersuchung in der Rathenau- Mordsache selbst Das metrische System in Polen. Der polnische Reichstag hatte( Te chow und Genoffen) ist abgeschlossen.. Die Atten liegen cine Kommission eingesetzt, die sich mit allem zu beschäftigen hat, bereits dem Oberreichsanwalt zur Erhebung der Anflage vor. Da mas Industrie, Gewerbe und Handel angeht. Diese Kommission hat neben schwebt wegen Begünstigung der Rathenau- Mörder Die Abordnung der Demonstranten erklärte dem Landes. fich jetzt zugunsten der allgemeinen Einführung des metrischen ein selbständiges Verfahren gegen Dr. Stein Saaled hauptmann, daß den größten Teil der Tiroler Bevölkerung eine diesem Vorschlage anschließen wird. In diesem Falle würde wohl und den früheren Kapitänleutnant Dietrich, rfurt. In dieser wahre Berzweiflungsstimmung erfaßt habe und ver Dietrich- rfurt. fchen Maß- und Gewichtssystem zu erfolgen haben; dem Groß- fuchungsrichter des Staatsgerichtshofes in Berlin statt. Auch die forderung wurde vom stellvertretenden Landeshauptmann mit einer bereits mit dem 1. Januar 1923 aller Kleinhandel nach dem metri Sache finden augenblicklich noch Bernehmungen durch den Unter- langte von der Regeirung sofortige Abhilfe. Die vorgestern von der Kommission des Gewerkschaftstongresses überbrachte Aujhandel würde man noch ein Jahr länger Zeit laffen, fich in die Neu- Mitteilung, daß Voß eingeschriebenes Mitglied der Kommu- Verlegenheitsphrase zunächst abgewiesen, dann aber Behandlung im zeit zu finden. In den früher deutschen und österreichischen Landes- nistischen Partei sei, sowie die Angaben über die Verteidigung Landtage zugesagt. Der Haupterfolg der Demonstration war jeboa) teilen rechnet man schon längst nach Metern, Litern, Kilogramm Techows entsprechen nicht den Tatsachen. Einzelheiten ufw.; aber das alte russische Kongre polen ist noch zu fehr an die des Untersuchungsergebnisses fönnen im jetzigen Stadium des Ver" Bud" und Werst" gewöhnt. Man wünscht aber einheitliches Maß fahrens der Deffentlichkeit nicht bekanntgegeben werden. im neugeeinten Polen und zieht in diesem Falle die metrische Ordnung vor. Neue Verhaftung. eine Konferenz des zufällig in Innsbruck anwesenden deutschmit Arbeiter österreichischen Finanzministers pertretern der Länder Tirol und Borarlberg, die den größten Fremdenverkehr, die höchsten Preise, aber die niedrigsten Löhne Frankfurt a. M., 11. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Auf Ber- haben. Der Minister erklärte im Gespräch mit einem unserer GeDie Jahrhundert- AnBitellung der Deutschen Gartenbau. Gefellimaft, die vom 30. august bis 18. September bauert und alle anlassung der Abteilung la der Berliner Polizei wurde hier am nossen, er sei angesichts der Tiroler Preisanarchie wie vor den Kopf Gebiete des Obst- und Gemüsebaues, der Pflanzenzucht, der Kleingärtnerei Donnerstag der unter dem Verdacht der Teilnahme am geschlagen. Es ist zu hoffen, daß durch diese Demonstration Mittel und des Siedlungswesens umfaßt. wird vom Reichspräsidenten Mathenau- mord stehende Ernst Salomon verhaftet. Er und Wege geschaffen werden, um den in Tirol zum Ausdrud geam 30. Auenit, rormittags 11 Ubr, im Schloß park Bellevue en öifnet werden. wird nach Berlin gebracht, wo er am Sonnabend eintrifft. Man fommenen Boltszorn und die Berelendung der Massen in den Gin Denkmal für Walther Heymann. Mehrere Künstler und nimmt an, daß er als Mitglied einer Geheimorganisation an der deutschösterreichischen Außenländern in gesetzliche Bahnen zu lenken. Schriftsteller, die sich gern auf der Surifden Nehrung aufgehalten Vorbereitung der Tat hervorragend beteiligt war. haben, veröffentlichen einen Aufruf, in dem sie Spenden für ein Denkmal der Erinnerung an die gefallenen Entdecker der Nehrungslandschaft: den Eulm und Hans Borichte, erbitten. Eine fteinerne Bant, von " Die Mitteldeutsche Presse zum zweiten Male verboten. Die Die deutschen Flüchtlinge aus Polen im Heimfehrlager FrankDichter Walther Heymann und die Maler Ernst Bischoff Mitteldeutsche Bresse ist wegen eines Artikels Plauderede" vom furt a. d. D. haben an den Reichspräsidenten und den Reichstag Sümitlerband entworfen und auf malerischer Waldeshöhe in der Nähe der Oberpräsidenten Serfing zum zweiten Male, und zwar auf zehn eine Adresse gerichtet. in der sie gegen die Forderung Frankreichs, Niddener Dorfin che aufoestellt, soll die Ramin der dici gefallenen Freunde Tage verboten worden. Der Verleger hot die Aufhebung des Ber- die Schadenersahzahlungen zu fiftieren, Protest erheben und dem Gedächtnis bewahren. 1 bots beim Minister des Innern beantragt. baldigen Ausgleich der erfittenen Schäden bitten. Gewerkschaftsbewegung Teuerungsausgleich. Am Donnerstag abend nahmen die Vertreter der gewerkschaft lichen Spitenorganisationen der Beamten und Angestellten im Staat und den Gemeinden Stellung zu den in den legten Tagen sprung haft weiter gestiegenen Haushaltskosten. Es wurde beschlossen, die Reichsregierung zu ersuchen, sofort in Verhandlungen einzutreten, damit die Augustbezüge des im Reichs- und Kommunaldienst befchäftigten Berfonals aufgebessert werden. Ueber die zu erhebenden Forderungen wurde ein Beschluß nicht gefaßt. Das wird erst geschehen, wenn bei dem Beginn der Verhandlungen sich Geldentwer tung und Preisgestaltung völlig übersehen lassen. Die Arbeitszeit bei der Reichsbahn. BIB. teilt mit: In der anschließenden Aussprache, an der sich etwa 20 Redner| Betriebsratswahl in den Zentralverwaltungen Berlins beteiligten, fam es wiederholt zu stürmischen Ausein= Der Zentralverband der Angestellten schreibt uns: andersehungen. Die Zugeständnisse wurden als viel zu niedrig bezeichnet und gegen den Referenten wurden heftige Vorwürfe Magistrats Berlin die Wahl des Betriebsrates statt. Der WahlvorIn allernächster Zeit findet in den zentralen Verwaltungen des erhoben, weil er anläßlich eines Teilstreits im Vorwärts" und in stand, der aus Mitgliedern der Union der Kopf- und Handarbeiter der Freiheit" ein Inserat veranlaßt hat, worin dieser Streit als zusammengesetzt ist, und dem das Betriebsrätegefeh ein Buch mit wilder" bezeichnet und die Erwartung ausgesprochen wurde, daß fieben Siegeln zu sein scheint, versucht, durch Nichtachtung der gesetzdie Mitglieder des Verbandes sich nicht daran beteiligen, sondern in lichen Vorschriften bezüglich der Fristen für Einreichung der Kandiden Betrieben bleiben und sich streng an die Weisungen der datenliften und einer genügenden Bekanntmachung der Wahl, diese Organisation halten werden. Die Streitenden forderte er für seine politischen Biele zu mißbrauchen. Ein Ueberrumplungsnamens der Ortsverwaltung auf, in die Betriebe zurückzukehren, manöver dieser Herrschaften haben die Anhänger der freien Gewerfanderenfalls sie die Konsequenzen selbst zu tragen hätten. schaften am Donnerstag bereits durchkreuzt. Bestimmte Elemente auf die Befolgung der freigewerkschaftlichen Grundsätze und der delegieren, auch den Anforderungen gewachsen sind, die die BetriebsDer Angegriffene verwies darauf, daß es seine erste Pflicht sei, fragen sehr wenig danach, ob die Kollegen, die sie in den Betriebsrat Verbandssa kungen zu achten. Die Streifenden hätten sich ratstätigkeit bei der Zentralverwaltung des Magistrats er= aber über diese Grundsäge und Bestimmungen einfach hinweggefeht, fordert. Die Hauptsache ist für diese Leute, daß der Betriebsrat der und das, obgleich die Verhandlungen mit den Arbeitgebern schon zentralen Berwaltung nach der Pfeife einer bestimmten politischen am 5. Auguft vor sich gehen sollten. Bezeichnend sei, daß die Be- Richtung tanzt. Hier heißt es für unsere Mitglieder: Alle Mann an teiligten einen besonderen Aktionsausschuß" bildeten; das lasse Deck! Jeder muß Hand ans Wert legen, damit ein Betriebsrat auf Verbindungen mit der Münzstraße schließen. Die Er- gewählt wird, der imftande ist, die wirklichen Interessen der Wähler regung der Beteiligten erscheine verständlich angesichts des Ver- nachdrücklichst zu vertreten. haltens der Arbeitgeber, und er habe diesen bei den Verhandlungen auch gehörig die Wahrheit gefagt. Die beteiligten freigewerkschaftlichen Organisationen, der Zentral verband der Angestellten und der Bund der technischen Angestellten Ruebach ertlärte ebenfalls, daß er die Erregung der und Beamten, rufen zur Aufstellung einer Kandidatenliste ihre Mit Kollegenschaft verstehe. Die Verhandlung früher zu erreichen sei glieder zu einer Versammlung am Montag in der Neuen Philaber nicht möglich gewesen. harmonie, Köpenider Str. 96/97, Pylastersaal, zusammen. Jeder Nach Schluß der Aussprache wurden folgende Anträge anBetrieb muß vertreten sein, fein Betrieb darf fehlen. Es geht um die genommen: elementarsten Intereffen jedes Angestellten! " Dem Bevollmächtigten Lehmann und der Ortsverwaltung das größte Mißtrauen auszusprechen; wenn die Urlaubsfrage für die Heimarbeiter nicht bis zu einer bestimmten Zeit geregelt werde, den Angestellten der Ortsverwaltung den Urlaub zu entziehen; bei der nächsten Lohnverhandlung nicht 80, fondern 100 Pro3. 2ohnerhöhung zu fordern; den an dem wilden Streif Beteiligten sei die Sympathie auszusprechen und für eine Unterstüßung auf zwei Wochen durch die Kollegenschaft Sorge zu tragen. Bis zum 28. Auguft sind die Vorbereitungen zu neuen Lohnverhandlungen zu treffen. Bei, der Abstimmung wurde das Abkommen mit den Arbeitgebern mit 399 gegen 256 Stimmen angenommen. Der Reichsverkehrsminister hat, wie schon kurz berichtet, die neuen Dienstbauervorschriften in Kraft gesetzt. Sie bringen eine Reihe grundsählicher Neuerungen, insbesondere im Bereich der ehemaligen preußischen Staatseisenbahnen, und die Verwaltung er wartet eine wesentliche Hebung der Wirtschaftlichkeit durch den neuen Zustand. Es wird fünftig grundfäßlich unterschieden zwischen wirklich geleisteter Arbeit, Aufenthalt am Dienstplaz ohne Leistung von Arbeit( Dienstbereitschaft) und Bausen, d. h. Zeiten, während deren eine Entfernung vom Dienstplag erlaubt ist. Diese Unterscheidung ermöglicht es, nicht nur den achtstündigen Arbeitstag Döllig unangetastet zu lassen, sie verwendet ihn sogar als allein gültigen Normalmaßstab für alle Bewertungen. Jeder Dienstvorgang erfährt eine durchschnittliche Bewertung, und die Summe der Dienſtvorgänge während einer Dienstschicht ergibt das Maß der in dieser Schicht enthaltenen wirklichen Arbeit. Um nicht endlose Reibereien zu schaffen, werden hierbei Zeitsplitter bis zu fünf Minuten als geleistete Arbeit angesehen. Dienst bereit fchaft wird verschieden bewertet, z. B. wird sie beim Lokomotivpersonal mit Lokomotive mit 80 vom Hundert, beim Bahnhofs- und Zugbegleitungspersonal mit 50 vom Hundert und beim Bahnüberwachungspersonal mit 33% vom Hundert als Arbeit angerechnet. Die Länge der Dienstschichten ist nach oben begrenzt und richtet sich im übrigen nach ihrem Gehalt an wirklich geleisteter Arbeit. Das Personal hat im Jahre Anspruch auf wenigstens 52 Ruhetage von 32 Stunden Mindestlänge; 17 hiervon sollen auf Lohnerhöhungen in der Knaben- und Burschenkonfektion. Sonntage fallen. Die Branche der Knaben- und Burschentonfektion des Deutschen Zu dieser Mitteilung des Reichsverkehrsministeriums ist zu Bekleidungsarbeiterverbandes nahm in einer Versammlung am sagen, daß abgewartet werden muß, wie die Dienstdauervor Donnerstag in Haverlands Festsälen den Bericht über die Lohnverfchriften in der Praxis durchgeführt werden. Aus einem durch- handlungen mit dem Fabrikantenverband der Berliner Knaben- und aus nicht ganz unberechtigten Mißtrauen gegen die praktische Hand- Burschenkonfektion entgegen. Der Bericht wurde vom Branchenleiter habung dieser Borschriften erklärt sich die überwiegend ab- Alde gegeben. lehnende Haltung der Eisenbahnerorganisationen. Es ist Sache Nach der getroffenen Abmachung wird ab 29. refp. 31. Jufi der des Reichsverkehrsministeriums, durch Herausgabe entsprechender Teuerungszuschlag für Stüdiohnarbeiter Don 2250 auf Anweisungen dieses Mißtrauen zu überwinden. Nur wenn die Be- 3200 Pro3. plus 8 Proz. Heimarbeiterzuschlag erhöht. Für Zeit teiligten selbst bei der Durchführung herangezogen werden, fönnen Iohnarbeiter wird der Teuerungszuschlag von 2250 auf Unzuträglichkeiten vermieden werden. 3200 Proz. plus 20 Proz. Sonderzuschlag auf die Endlohnsumme Kein Streit der Hochbahner! erhöht. Bertnöpferinnen nach Gruppe IV, die selbst abzeichnen, Vom Deutschen Verkehrsbund wird uns geschrieben: erhalten auf ihre tariflichen Stüdlohnsäße einen Sonderzuschlag von In unserem letzten Bericht teilten wir mit, daß über das Ver- 10 Proz. Für Zuschneider wird der wöchentliche Tariflohn von handlungsergebnis mit der Direktion am 3. August, das über das 1480 auf 2215 Mt. mit Birkung ab 29. resp. 31. Juli erhöht. 3u Ergebnis hinausging, was der Demobilmachungskommissar bor- fchneiberinnen erhalten nach beendeter einjähriger Lehrzeit schlug, eine Urabstimmung stattfinden soll. Diese fand am 4 August möchentlich 600, nach weiterer einjähriger Tätigkeit 910, nach meiteren statt und ergab, daß sich 50 Proz. der Belegschaft für die Annahme 2 Jahren 1075, nach 3 Jahren 1290 und nach 4 Jahren 1540 M. bes Angebots aussprachen. Von 2583 am Tage der Urabstimmung An Zeitlöhnen werden gezahlt für Arbeiterinnen im Dienst befindlichen Personen beteiligten sich 2155. Dabon über 18 Jahre in der 1. Klasse 1029,60 bis 1188 m. möchentlich. stimmten für den Streit 1071, für Arbeit 1069, ungültig 15 Stimmen. Werkstattleiferinnen erhalten 1485 m. In der 2. Klasse sind die Auch in den einzelnen Abteilungen außer der Werkstatt Grunt- Löhne 910,80 bis 1077 m. wald war eine Mehrheit für den Streit nicht vorhanden. Unter Arbeiterinnen von 14 bis 15 Jahren erhalten 364,32 bis diesen Umständen erklärte die Belegschaft der Werkstatt Grunewald, 435,60 m., von 15 bis 16 Jahren 455,40 bis 534,60 m., von 16 bis daß sie sich dem Mehrheitsbeschluß füge. Damit hat die Bewegung 17 Jahren 728,64 bis 871,20 m. und von 17 bis 18 Jahren 819,72 ihr Ende erreicht. bis 980,10 m. Die Zulage für Monat August beträgt demnach für technisches An den Bericht schloß sich eine kurze Aussprache, nach der das Berfonal, für Bugprüfer, Zugfabrer, Zugbegleiter und Zugabfertiger Abkommen einstimmig angenommen wurde. 9,50 M. für die Stunde, für Portiers und Telephonisten 8,25 M., Die Versammlung stimmte ferner einem Beschluß der Betriebs. für Dienstanwärter 9 M., Fahrkartenausgeberinnen, Dienstantvärte- räte zu, der die Organisationsleitung auffordert, unverzüglich neue rinnen und Arbeiterinnen 6,75 M., für jugendliche Arbeiterinnen Lohnverhandlungen einzuleiten. Auch ein Antrag, für Heim5,75 M. und für Reinemachefrauen 5,25 M. für die Stunde. Die arbeiter einen höheren Zuschlag zu fordern, wurde der Organi Kinderzulage wird auf 60 m. für die Woche bzw. 260 M. für den fationsleitung überwiesen. Monat erhöht, Für Monat Juli erhalten die männlichen Arbeiter und Bediensteten 600 M., die weiblichen 400 M. und die Jugendlichen 250 M. nachgezahlt. Streit im Eisenhandel. Der Deutsche Transportarbeiterverband teilt mit: Der Schlichtungsausschuß hat den Spruch in der Form bestätigt, wie die Verhandlungsfommissionen verabredet hatten. Trotz dem hat der Arbeitgeberverband den Schiedsspruch abgelehnt. Damit tritt der Versammlungsbeschluß vom Mittwoch nunmehr in Kraft und ist in allen Betrieben sofort die Arbeit nieder zulegen. Zentralftreitbureau befindet sich bei Feyfara, Melchiorstraße 15. Tel. Amt Morigplatz 1854. „ Radikalismus" in der Herrenkonfektion. Eine Bersammlung aller in der Herrenkonfektion Beschäftigten owie der Zuschneider und Zuschneiderinnen am Donnerstag in Böfers Feftfälen nahm zu dem Lohnangebot Stellung, das bei den Berhandlungen für August von den Arbeitgebern gemacht wurde. Referent mar B. Lehmann, Bevollmächtigter der Ortsverwaltung des Deutschen Bekleidungsarbeiterverbandes. Er führte aus: Für Berlin find folgende Löhne vereinbart worden: 3u[ xeiber( Mindestlohn) 2215, ügler 1925 unb ert tattenarbeiter 1785 m. möchentlich. Maschinennahe rinnen und Knopflocharbeiterinnen 1250 m. genbite Arbeiterinnen im Alter von 18 bis 20 Sahren 1115, im iter on 16 bis 18 Jahren 900 M. Handadherinnen über 20 Jahre 1155 m. Jugendliche im Alter von 18 bis 20 Jahren 1045, von 16 bis 18 Jahren 930 m. Diese Säge entsprechen einem Zuschlag von rund 40 ro3. auf die bisherigen Löhne. Sie gelten für Heimarbeiter ab 31. Juli, für Stüdarbeiter ab 7. Auguft. Neue Löhne im Fuhrgewerbe. Achtung, Zimmerer! Stameraben! Unsere Bahlstellenversammlung am 8. August hat Beschlossen, über die Frage Soll ein Drtstarifvertrag auf Grund des Reichstarifvertrages abgeschlossen werden oder nicht" morgen, Sonntag, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr vormittags eine Ur abstimmung in allen Bezirkslokalen vorzunehmen. Kameraden! Es ist Pflicht eines jeden einzelnen, sich zur Ents scheidung über diese wichtige Frage bestimmt an der Urabstimmung zu beteiligen. Eine Einladung durch die Bezirksleitungen fann nicht erfolgen und die Organisationsleitung erwartet, daß jeder feine Pflicht erfüllt. Reiner darf fehlen! Bei dieser Wahl fönnen die Mitglieder die Listen der statistischen Erhebungen in den Bes airtelokalen abgeben unter Vorlegung des Parteibuches und der legten Quittung der Arbeiterpresse. Der Streit der Buchdrucker in Frankfurt a. M. hat sich auf Offenbach, Bad Homburg und Friedrichs. Dorf ausgedehnt. Die Buchdrucker in Hanau und Höchst haben ihren Unternehmern ein Ultimatum gestellt und sie aufgefordert zu erklären, ob sie bereit seien, ihren Angestellten ohne Unterschied des Alters und des Geschlechtes einen Borschuß bon 1500 m. auszuzahlen, andernfalls sie sofort in den Streif eintreten würden. Die Frankfurter Unternehmer baben das diedsgericht angerufen, um feststellen zu lassen, ob ein Tarifbruch vorliegt. Das Schiedsgericht hat sich für befangen erflärt. Aus diesem Grunde hat das Tarifamt in Berlin entschieden, daß diese Frage vor dem Schiedsgericht in Mainz ver handelt werden soll. Im übrigen wird der Streik in Frankfurt und Umgegend vom Tarijamt verurteilt. Es handele sich hier nicht um eine Tofale Regelung der Löbne, sondern um eine Regelung innerhalb des gesamten deutschen Buchdruckgewerbes. Handelsarbeiter der Engrostonfeffion! Die im Juli vereinbarten Tariflöhne find für den Monat August durch Verbandlungen um airka 50 Broz. erhöht. Die Tarifabdrucke sind im Bureau, Zimmer 31, gegen Ausweis der Mitgliedschaft erhältlich. Deutscher Holzarbeiterverband, Berwaltungsstelle Berlin. Montag abend 6 Uhr im Arbeitslosensaal, Rungestr. 30, BranchenversammTung. Tagesordnung: 1. Die Lehren des letzten Streifs. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Alle Riftenmacher haben in dieser wichtigen Bersammlung zu erscheinen. Riftenmacher: Achtung, Funktionäre der chemischen Industrie! Heute nachmittag 5 Uhr allgemeine Funktionärtonferenz der chemischen Industrie im Gaal 4( großer Gaal) des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Berichterstattung von den Berhandlungen über die Auguftlöhne. Butritt haben alle freigewerkschaftlich zeigen. organisierten Funktionäre. Legitimationskarte und Mitgliedsbuch find vorzuVerband der Fabritarbeiter. Die Branchenleitung. Aus der Partei. Ein neues Parteiblatt in Deutsch- Oberschlesien. Da das bisherige In einer am Sonntag für die in den gewerblichen Fuhrbetrieben oberschlesische Parteiorgan, der„ Bolkswille", der seinen Gig in Rattomiz hat, in Polnisch- Schlesien verbleibt und dort die InterGroß- Berlins beschäftigten Schwer und Leichtfuhrwertstutscher stattgefundenen gut besuchten Versammlung berichtete Sydow über effen der deutschen Sozialisten in Bolen vertreten wird, war es not einen von dem Schlichtungsausschuß Groß- Berlin gefällten Schieds- wendig geworden, für das deutsch gebliebene Oberschlesien ein spruch, der auf die bestehenden Lohnfäße Erhöhungen von 322 m. neues SPD.- Organ zu schaffen. Das Blatt erscheint nunmehr feit bis 540 M. pro Woche in Aussicht stelt. In der stattgefundenen 1. August unter dem Namen„ Boltsblatt" in Hindenburg Disfuifton fam zum Ausdrud, daß trop der gewährten Zulagen, Blatt wird der fozialistischen Bevölkerung Deutsch- Oberschlesiens bei in einem eigenen, neuerbauten Drudereiunternehmen. Das neue der Steallohn der früheren Zeit gegenüber statistisch tiefer stehe, ben fünftigen politischen Kämpfen und der aussichtsvollen Entwic die Löhne die Lebensmittelsteigerung ausgleichen follen. Notwendig in die Berwaltung der deutschen Republik zurückgegebene Land aber es bedinge für die Zukunft der Aufwendung aller Kräfte, wenn lung Oberschlesiens ein tatkräftiger geistiger Führer sein, wie ihn das in Leipzig angenommene Entschließung, welche fich auf die Tene- bringend bedarf. sei es, daß der ADGB. fich für die auf dem Gewerkschaftstongreß rung bezog, in allen einflußreichen Instanzen stärker intereffiere. Berantw. für ben redatt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An. Im weiteren wurde der Schiedsspruch angenommen. Da auch die acigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Arbeitgeber den Schiedsspruch angenommen, haben die neuen Lohn- Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. fäße mit Wirkung ab 1. August 1922 Geltung. Das neue Lohn ablommen ist gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches beim Deutschen Transportarbeiterverband, Engel- Ufer 24/25, erhältlich. Streit und Aussperrung in der Schuhindustrie. Bei der Lurusschuhfabrik Stichard Ehenstein früher Burgherbt u. G., Berlin, Neue Friedrigstraße$ 7, 2. of III, ist erneut ber Streit ausgebrochen. Die Firma weigert fic, bie tariflichen Buschläge für Monat August zu zahlen, sowie die Stache zahlungen für den Monat Juli zu leisten. Bisher gepflegene er bandlungen find ergebnislas verlaufen. Der Betrieb bleibt für organisierte Kollegen gesperrt. Die Firma, Elegantia", Schuhfabrt, Berlin, Grüner eg 2, hat ihre Arbeitnehmer entlassen, weil sie sich weigerten, täglich neun Stunden zu arbeiten. Der Betrieb ist für organisierte Kollegen bis auf weiteres gefperrt. Hierzu 1 Beilage. aller Küchenforgen ledig ist die Hausfrau, die Gerichte mit Makkaroni, Nudeln und Hörnle beverent. Teigwaren sind die bakemm lakste, nahrhafteste Speke, dabei wm vieles billiger wie Fleisch und Gemüse. Teigwaren sind rasch zubereitet. daher willkommene Ersparnisse an Zeit und Gas. WENESTI RUND AMCAY BERLIN 3 NEST WENEST RUND RUND WENE RUN FEINE MILDE CONSUM- ZIGARETTE MIT UND OHNE GOLD!