Nr.392 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 192 Bezugspreis: Für den Monat Auguft 90,- 9, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar und Memelgebiet, fowie Defterreich und Buremburg 138,- M., für das übrige Ausland 172,- M. Boftheftellungen nehmen an Belgien, Dänemart, Eng land, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Buremburg, Defter reich. Schweden, Schweiz, Tschecho Glowalei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 4 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile loftet 25, M. Meklamezeile 125.-M. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 7, M.( zuläffig zwei fettge brudte Worte), jedes weitere Wort 6. M. Stellengefuche und Schlai. ftellenanzeigen das erste Wort 4.-M., jedes weitere Wort 3.- M. Worte fiber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Beile 10.-. Unzeigen für die nächste Summer müffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, Lindenftraße B, abgegeben werden. Geöffnet van 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Wernsprecher: Dönhoff 292-295 b und 2506-2507 Sonntag, den 20. August 1922 Bradbury unterwegs. Amerikanische Anerkennung für Dr. Wirth. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernfprecher: Berlag, Saunterpedition u. Inseraten. Abteilung: Dönbeif 2506- 2507 Tschechoslowakische Politik. Bon Richard Bernstein. Nichtbegüterte Reichsdeutsche, die jetzt in die Tschecho" Paris, 19. Auguff.( ED.) Die Miffion Bradbury ist heute abend genden Beweis liefert, daß die Saarregierung die Rechte der Be flawakei reisen mollen, werden dazu ohne freundschaftliche 7.40 Uhr mit dem Warschauer Expreß nach Berlin abgereift. Die völkerung mit Füßen tritt, da erbittet sie Schuß beim Bölkerbund. Hilfe drüben nicht imftande sein. Bor drei Jahren, als ich Miffion wird sich, wie der„ Temps" schreibt, bestreben, von Deutsch- Sie hütet sich, zu erklären, daß von deutscher amtlicher Seite unzum erstenmal nach dem Kriege mein früheres deutschböhland die Abtrennung produttiver Pfänder gegen Gewährung eines richtige Behauptungen aufgestellt wurden fie fann es nicht. misches Arbeitsgebiet besuchte, galt die Tschechenkrone eine Moratoriums bis zum Ende des Jahres zu verlangen. Die Miffion Und schließlich die gefährdete Autorität: Herr Rault, der Prä- halbe mart jetzt( bitte freibleibend) dreißig! Jeber Zug werde nur furze Zeit in Berlin bleiben, da jedermann das Gefühl fident der Saarregierung. ließ sich die Erinnerung Loucheurs ruhig von drüben ist überfüllt mit Kronenbefizern, die in habe, die gegenwärtige Lage fönne nicht mehr von langer Dauer sein. gefallen was Frankreich von ihm erwartet", er ließ es auch Deutschland Aller Voraussicht nach werde die Miffion nächsten Freitag wieder in zu, daß Herr Poincaré ihm noch in diesen Tagen Borhaltungen deutschen Zollbeamten fontrollieren freilich bei der Rückfahrt billig eintaufen wollen. Die Paris sein, so daß die Reparationskommission ihren Beschluß schon machte über die nicht genügend geleistete französische Poli- sehr scharf und es seht massenhaft Beschlagnahme neuer am kommenden Samstag bekanntgeben könne. tit im Saargebiet". Darüber liest man nichts in dem Bericht an Sachen, Goldzollzahlungen, Schmuggelstrafen in Geld und den Bölkerbund! felbst in Haft. Kaufen die Leute von drüben hier nicht, Die Elsässer gegen Poincaré. so lassen sie sichs wenigstens auf deutschem Boden gut gehen. Berlin, 19, August.( TU) Nach einer längeren Unterredung Paris, 19. Auguft.( BTB.) Wie sich der" Temps" aus Straß- Bifum gehen an die Ostsee und finden es so sehr billig. Die Das sind die mit dem Grenzschein" mit dem Reichsfanglee Dr. Wirth äußerte fich Herr James Cor, burg meldeni läßt, fonstatiere man in der öffentlichen Meinung eine deutsche Baßftelle in Brag ist auch, im Gegensatz zu unseren die mit Paß und früherer amerikanischer Präsidentschaftskandidat und Führer der Bewegung gegen die Retorfionen, die am 5. August innerdeutschen, Kapitalflucht fürchtenden Finanzamtern, sehr demokratischen Partei, einem amerikanischen Berichterstatter gegen gegen die in Elsaß- Lothringen wohnhaften Deutschen ergriffen wor- freigebig mit Dauersichtvermerken, und da ein solcher über wie folgt: Kein Staatsmann Europas trägt eine größere Ver- den find. Die Presse nehme ohne Unterschied der Partei oder 260 Tschechentronen toftet, werden die Sichtvermerkgebühren antwortlichkeit als der Reichskanzler Wirth. Ich bin durchaus über- der Religion Etellung gegen die Ausweisung und die Sequestrierung wohl die Unterhaltungskosten der Bertretung des Reiches in zeugt, daß er die Demokratie im Deuifchen Reiche aufrecht zu erhalten der deutschen Guthaben. In der„ Neuen Straßburger Zeitung" wie- Brag decken, wie ja überhaupt die Existenz der deutschen verfucht und weiter davon, daß er Frieden und Ruhe in der ganzen berhole ber Abg. Frey, mas er schon früber gegen die Sanktionen Gesandtschaften und Konjulate unter den gegenwärtigen BerWell eindringlichst wünscht. eingewandt habe, und befinde fich damit plöglich in Uebereinstimmung hältnissen taum möglich wäre ohne den Riesenstrom der Bamit feinen raditalen Gegnern. Die tatholischen Zeitungen Der franzöfifche Generalfommiffar in Straßburg hat auch die die haltung der Kommunisten unterstreiche, die am Freitag abend führten die gleiche Sprache, ebenso bas Organ der Sozialisten, das Guthaben der Saarbanten in Elsaß- Lothringen der Beschlagnahme eine Protestversammlung gegen die Ausmeifungen haben. Wie der unterworfen. Da das Saargebiet tatsächlich dem Bölferbund unter: Temps" binzufügt, feien die Maßnahmen in verschiedenen Punkten steht, aber nicht tatsächlich Reichsgebiet ist, wird im Saargebiet scharf gemildert worden. Da die Regierungskommission von Saargegen diese Maßnahme protestiert, die natürlich die Wirtschafts- brücken zu gunsten der recht zahlreichen, in Elsaß- Lothringen wohnbeziehungen Saargebiet- Elsaß schwer schädigt. Ein Antrag des baften Saarländer interveniert habe, sie ihr anscheinend die demokratischen Landratsmitgliedes an die Regierungstommiffion Bersicherung gegeben worden, daß deren. Personen und Güter von weist darauf hin, daß in einem Bericht der Regierungskommiffion der Maßregel nicht berührt würden. Zu den Saarländern fämen an den Völkerbund betont wurde, die Ausgewiesenen fönnten noch die Pfälzer und Rheinländer, soweit sie auf dem unter Beachtung gewiffer Formalitäten jederzeit wieder zurüd linten Rheinufer wohnten, die, mie man fage, die gleiche Bevorzugung tehren. Dies ist jedoch der Bevölkerung in feiner Weise mit genießen sollten. geteilt worden, eine entsprechende Veröffent'ichung im Amtsblatt nicht erfolgt. Die Maßnahme hat aber für die ausgewiesenen Be refßungspolitit gebient werben, die bas offizielle Frankreich Mit dieser Art Milderung mit Auswahl soll natürlich der Los amten infofern noch eine besondere Bedeutung, als die Frage zu stets verleugnet. flären ist, ob sie nach erfolgter Rückkehr auch wieder in ihre alten Aemter eingefeßt werden. Saargebiet und Retorsionen. Frankreich zwingt zur Abwehr. London, 19, Auguft.( EP.) Wie die Morning Post" meldet, hat In ihrem 12, Bericht an den Bölkerbund ruft die Saarregierung die englische Regierung infolge des Beschlusses der Berstärkung zum Schluß die Unterstügung des Bölkerbundes an gegen die ber Luftflotte für den Neubau von Flugzeugen. Kontratte in Beschwerden, die in lezter Beit gegen fie von deutschen Parlamenten Höhe von 200 000 bis 300 000 Pfund Sterling abgeschloffen, und Ministern gerichtet worden sind und die nicht nur gegen ihre Autorität, sondern auch gegen die bes Bölferbundrates fich richten, Eine Schlappe der Arbeiterpartei. Diese ernannte Regierung erklärt bei jeder passenden und un- London, 19. Auguft.( EP.) In der durch die Ausstoßung Bottompassenden Gelegenheit, daß sie ihr Amt in demokratischem leys aus dem Parlamente notwendig gewordenen Erfahmahl in Geifte" ausübe und fich streng an die Bestimmungen von Berfallles Handnen wurde der Koalitionstandidat mit 9116 gegen halt.e In dem Augenblid aber, wo die Bevölkerung ihr den schla 9044 Stimmen des Arbeiterfandidaten gewählt. Deutschösterreich vor der Katastrophe. lutäre, die nach Deutschland reisen und dazu die deu; s he Einnung der segensreichen Neuordnung der Welt durch die reiseerlaubnis brauchen. Da diefe intereffante BegleiterscheiGötter von Versailles auch für viele andere Länder zutreffen dürfte, so wird auch nach dem Rückgang der Bolschewiftenfurcht bie internationale Baßplage nicht so bald aufhören. der Strone natürlich schwere Abfagitodung, ArbeitsFür das hochindustrielle Deutschböhmen hat der Hachstand einfchränkung und Lohndruck zur Folge. Ein Preisabbau ist driiben, bis auf ganz geringe Ermäßigungen der staatlichen Eisenbahn- und Tabatpreise und sehr kleine Berbilligungen einiger Eßwaren aber nicht in den fehr teuren Industriegebieten nicht eingetreten und die Kauftraft der Krone ift sind die Preise zwar weit nicht so wie bei uns, aber doch auch nicht entfernt fo gestiegen wie ihr Auslandswert. Seit 1919 erheblich gestiegen, steigen aber wenigftens nicht weiter und die Währung ist befestigt. Der Tschechenstaat hat von Anfang an sehr energische Finanzmaßnahmen getroffen; zunächst die Abst e mPelung der altöſterreichischen Banknoten auf die Hälfte, wobei der Rest nur mit 2 Proz. perzinst wurde, also eine 50prozentige 3wangsanleihe bei jedermann. Dann aber die Einstellung des Schuldendienstes für die Kriegsanleihe, die heute fast merilos ist. Unzählige, auch fleine Leute und gewiß auch Tschechen sind in der schärften Art dafür bestraft worden, daß sie im Kriege, unter der Militärherrschaft, abgeschnitten von der Welt, nicht den Scharfblick hatten, die Niederlage der Zentralmächte und die Auflösung Desterreichs durch die Sieger vorauszusehen ganz abgesehen von den erRepublikanisches Deutschtum im Ausland. ungenen Kriegsanleihezeichnungen so vieler Selbſtvermaltungstörper, Spar- und Krankenkassen und Einzelpersonen. Der Bundeskanzler Prälat Seipel reist nach Prag und Lange genug hat es gedauert, bis den zum Teil schlecht unter. Es ist heute nur die Verwertung der Kriegsanleihe möglich, Berlin, um mit Dr. Benesch und Dr. Wirth über die Katastrophe richteten, zum Teil durch die monarchistische Propaganda der in der daß man mit einem größeren Teil des Besizes davon erhebzu beraten, die dem deutschösterreichischen Volt bevorsteht. Die Ver- Welt umherreisenden Er- Generale gegen die Deutsche Republik auf lich weniger Staatsanleihe zu einem hoch über dem Börsenweisung der Kreditfrage durch die Londoner Ententefonferenz zur geheizten Auslandsdeutschen ein Licht über die wahre Lage Deutsch wert stehenden Kurs und mit geringerer Berzinsung als die Vorprüfung an den Bölkerbund hat die deutschöfferreichische Krone lands, über die Bedeutung und den wahren Charafter der Deutschen den Kriegsanleihezeichnern einft verbürgte faufen kann. Auch fast schon auf den Nullpunkt sinken laffen, die Lebensmittelpreije Republit aufging. Besonders aus Südamerika famen immer wieder die glatte Abschüttelung der Kriegsanleihe hat natürlich der brücken sich bereits in astronomischen Zahlen aus, 3. B. das Kilo Meldungen über feindseliges Verhalten der Auslandsdeutschen gegen. Staatstaffe gedient. Dazu kommt eine starke BermögensWurst 15 000, das Kilo Schweinefleisch 30 000, der Calb Brot 4400 Kr. über bem neuen Deutschland. Munmehr aber scheint fich das Blättchen abgabe und eben jest bie Verstaatlichung des GroßgrundDie Borräte der Getreideanstalt, mit denen das Brot noch verbilligt" gewendet zu haben. Auch die Rechtspreffe hat bereits etwas davon befiges, insbesondere feiner riesigen Waldungen im Grenzwurde, find erschöpft; inländisches Getreide ist rar und nicht billiger bemertt, und beshalb beellt sich die„ Deutsche Tageszeitung", den geblet, wobei die Entschädigung nach dem Papiergeldwert von Urwaldboten" in Blumenau( Brasilien) zu zitieren, der erklärt, ein 1914-17 gezahlt wird. Solche Maßnahmen ermöglichten Aus Innsbrud wird uns gedrahtet: Die Bedrohung der Reichskanzler, ber mit den vaterlandslofen Gefellen der Unabhängigen dem Staat natürlich, tron großer Einkäufe im Ausland, die Tiroler und der übrigen deutschösterreichischen Arbeiterschaft durch die pattiere, sei für das Auslandsdeutschtum erledigt. feineswegs immer sehr günstig waren und manche schweren in Aussicht stehende Hungerkatastrophe ist in den letzten Tagen durch Die D. Tageszig." mag sich trösten. Sitate wie das aus dem selbst einer Mobilmachung( beim ungarischen Karlputsch), ohne Berluste mit sich gebracht haben, und trok aller Lasten und den neuen Sturz der Krone wesentlich verschärft worden. Die fojial- Urwaldboten" find nichts Neues. Neu aber ist, daß trag der Heße den endlosen Rotationsnotendruck des reparationspflichtigen, demokratische Bolts- Zeitung" veröffentlicht einen Aufruf mit der gewiffer deutscher Zeitungen in Südamerifa und besonders in belegten und kontrollkommiffionierten Deutschland oder des Ueberschrift: Schluß mit dem Fremdenverkehr!" Der Argentinien her republikanische Gebante im Auslandsdeutschtum überhaupt lebensunfähigen Deutschösterreich auszukommen. Aufruf fchließt mit den Worten: Jn wenigen Wochen muß eine Fortfchritte macht, während der Monarchismus abflaut. So furchtbare Not bei uns eintreten, eine Not, die das Bolt zur Ber- wird aus Buenos Aires gemeldet, daß dort die start besuchte Bermischen Lage schwere Aufgaben erwachsen, ist durch die komDie Arbeiterbemegung, der bei der jetzigen ökono3weiflung treiben muß. Je mehr Effer im Lande, desto größer faffungsfeier der deutschen republikanischen Bereinigung in munistische Berreißung furchtbar geschädigt worden. Zwar ist die Not. Das Gebot der Selbsterhaltung dittiert allen Be- Anwesenheit des Gesandten Bauli einen glänzenden Verlauf nahm. der Mostauer Bann schon gebrochen, besonders nach der unpölferungsschichten unseres Landes, die von der furchtbaren Teuerung Su gleicher Zeit erfahren wir, baß der Deutsche Boltsbund für nerantwortlichen Dezemberattion von 1921, bie etwa der betroffen werden und die, wenn die Katastrophe eintritt, nicht aus Argentinien", betannt durch seine monarchistische Propaganda, völlig mitteldeutschen Affäre vom März entsprach, allein das dem Cande flüchten fönnen, wie es die Valutafremden fun, auf den Hund gekommen ist; feine Rasse ist leer, bie Mitglieder Treiben der Kommunisten, bas auf dem Boden der Kriegsdie Forderung: Schluß mit dem Fremdenverkehrt" eerlaufen fich. Der ganze Bolfsbund ist, wie die Neue deutsche verrobung eine bis bahin unbekannte Gehäffigteit in viele ArDie Säße des Finanzzolltarifs werden auf 50 Proz. der Gold- Zeitung", das deutsche republikanische Organ für die La Plata beiterköpfe hineinbrachte, hat ganze Maffen indifferent gemacht parität festgefeht. Für lebenswichtige Artitel wie Zuder, Tee, Kaffee Etaaten, hervorhebt, so weit diskreditiert, daß kein Mensch im ganzen oder sie gar den Nationalgelben zugetrieben, die ohnehin qus wird der Zolljah nur 40 Proz. der Goldparität betragen. der Tatsache der Verwandlung der Sudetendeutschen in eine als ausländisches. が Lande ihn noch ernst nimmt. in der Brauerei Friedrichshain. Heute 10 Uhr: Deutsch- Englische Friedenstundgebung isu beherrschte Minderheitsnation Gewinn zogen. Die Kommu- nicht in Frage. Man erwartet, daß die Besprechungen am nisten haben auch in den Gewerkschaften viel Unheil angerichtet Sonntag zum endgültigen Abschluß geführt werden und Mitte und sind jetzt daran, die Genossenschaften zu zerreißen. dieser Woche die bayerische Regierung die Notverordnung aufBeruhigung in München. 27 genz darstellen, klatschen dazu jubelnd Beifall! Ob das Gesez zum Schuß der Republik" auch auf den Herrn Bürgers meister Eberle Anwendung finden kann, mögen die Juristen Der Tschechenstaat trieb anfangs in den Gebieten der hebt. untersuchen. Er steht jedenfalls nicht allein auf ragender Minderheitsnationen, insbesondere also bei den Deutschen, geistiger Höhe. deren Gebiet ja erst gewaltsam einverleibt wurde, nach- München, 19. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) In München ist In Berlin erscheint nämlich zweimal wöchentlich ein dem es aus freiem Willen sich Deutschösterreich ange- zweifellos eine wesentliche Beruhigung der politischen Lage einge- anderes Blatt gleicher Richtung, die Kolonialwaren- Woche schlossen hatte, eine Politik, wie sie ähnlich das königliche treten. Die deutschnationalen und bayerisch- volksparteilichen Blätter als unabhängiges Organ für die gesamten Interessen des Hohenzollernpreußen in der ehemaligen Ostmark getrieben hat führen zwar noch ihre übliche Polemik fort, vor allem gegen den Lebens- und Genußmittel- Handels". Auch dieses Blatt tollert und wofür das besiegte Deutschland so schwer büßen muß. Der Borwärts", dessen„ verheßende Sprache" großenteils an der Ver- mehr schlecht als recht eifrig gegen Reichsregierung und ReichsBesitz der hochindustriellen deutschen Gebiete hätte Deutsch schärfung des Konflikts schuld sein soll( In München scheint die Kunst verfassung. Hierfür ein kleines Beispiel aus der Nummer 65 österreich wohl lebensfähig gemacht, wird aber für starf verbreitet zu sein, Splitter in des Nachbars Auge mit Balken vom 16. August, in der es heißt: den Tschechenstaat für unentbehrlich gehalten. Jetzt, wo alle im eigenen zu verwechsein! Red. d.„ B.".), schicken sich jedoch an, all- In diesen Tagen ging mit großem Aufwand von bunten staatsamtlichen Aufschriften, Formulare, Veröffentlichungen mählich klein beizugeben in der Furcht, sie könnten die Geduld der Fahnen und vielen schönen Reden die Feier des sogenannten Na und Aeußerungen, bis zur Fahrkartenbitte des Eisenbahn- Reichsregierung vielleicht doch zu ausgiebig in Anspruch genommen tionaifeiertages vor sich. Vor drei Jahren wurde in Weis schaffners, in Deutschböhmen zuerst tschechisch und haben. So schreibt die Bayerische Volkspartei- Korrespondenz", mar die neue Reichsverfassung angenommen. Die Wieder dann erst deutsch sind, wo der Staat überall, auch dort, nachdem sie sich in zwei langen Spalten mit dem Vorwärts" be- fehr dieses Tages galt den deutschen Republikanern so viel, daß sie wo nur ganz wenige oder fast teine Tschechen leben, die Er- schäftigt hatte:„ Die bayerischen Unterhändler reisen mit dem fordern, der 11. August solle Nationalfeiertag des deutschen Volkes richtung und Erhaltung tschechischer Schulen durchgesetzt hat, Frieden in ihrer Aktentasche nach Berlin. Ob sie ihn nach werden. Man kümmert sich nicht im mindesten darum, ob das Volk wo er genügend tschechische Beamte auch in Deutschböhmen hat Hause bringen, wird davon abhängen, ob man auch in Berlin den in seiner Gesamtheit hiermit einverstanden ist. Man feiert frisch und wo die tschechischen Minderheiten ganz gewaltig an Stärke Frieden will." drauf los, denn man hat ja die Macht! Für den deutschen Mittelund Selbstgefühl zugenommen haben, werden die Zügel manchstand liegt ganz bestimmt fein Grund vor, den Tag festlich zu be mal lockerer gelassen. So z. B. hat anläßlich des Heimatsfestes der Isergebirgswoche zu Gablonz an der Neiße, bei der übrigehen, an dem die neue Reichsverfassung angenommen worden ist, gens das hohe künstlerische Können der Glas- und Gürtlerdenn für den Mittelstand besteht die Verfassung nur auf dem industrie vorgeführt wurde, der Bezirkshauptmann für eine Papier..." Anzahl Stunden das sonst streng verbotene Sch war 3 rotgold, das drüben die deutschnationale Farbe ist, er laubt und ein Trukfest der tschechischen Turner für den gleichen Sonntag einfichtigerweise verboten; dergleichen wäre vor zwei drei Jahren kaum geschehen. Wir Reichsdeutsche wünschen, in den denkbar besten Beziehungen zu diesem Nachbarstaat zu leben und versagen uns jede Einmischung in seine inneren Berhältnisse. Wer über die Tschechen mehr weiß als die Masse unseres Volkes, das von der früheren Schule erstaunlich schlecht selbst über das nächste Ausland unterrichtet wurde, der fennt und schäßt das Tschechenvolk " Sehr viel zur Beruhigung der Gemüter trägt offenfichtlich die gemäßigte Sprache der Bayer. Staatsztg." bei. Der heutige Leit artifel ermahnt die bayerischen Separatisten, teine Forderungen zu tellen, die Baden, Württemberg, Hessen und Preußen ebenso zu vertrauen zwischen den Ländern und dem Reich würden gleichermaßen langen berechtigt wären. Die fortgesetzte Unsicherheit und das Mißdie Autorität der Länder wie des Reiches untergraben und lediglich den radikalsten Elementen rechts und links Wasser auf die Mühlen liefern. Auch den Erlaß des Reichswehrministeriums über die Abtrennung der militärischen Hindenburgfeier von der politischen verteidigt die Staatszeitung". Dieser Erlaß fei begründet in einer Dienſtvorschrift, welche es der Reichswehr verbiete, bei privaten Feiern als gefchloffene Truppe teilzunehmen. " Schließlich stellt die Staatszeitung" fest, daß die Notiz des Miesbacher Anzeigers", Graf Lerchenfeld habe als Ministerpräsident eine Huldigungsadresse an König Rupprecht unterzeichnet, eine üge iſt. Bösartige Mittelständler. An anderer Stelle heißt es in dem gleichen Blatt: aussieht, haben wir ja oft genug erleben müssen, wenn der Wie es mit dem durch die Verfassung gewährleisteten Schuß durch Ministerreden fünstlich aufgeputschte Mob die Läden der Aleinhändler plünderte." Diese Schreibweise, die kaum zu übertreffen ist, findet ihre Erklärung in der zum Schluß des Artikels gemachten Festftellung..... daß mittelstand und Demokratie zwei völlig gegenteilige Begriffe" seien. Die Geisteshelden, die diese Berlen von sich gaben, wollten augenscheinlich den Beweis liefern für die These, die so= eben von der agrarischen„ Deutschen Tageszeitung" aufgestellt wird:„ Die mittelständischen Schichten sind wirtschaftlich überhaupt taum noch von nennenswerter Kraft und Bedeutung. Deshalb muß sich die Masse der Arbeiterschaft an den Gedanken gewöhnen, daß nun ein Großteil der Aufgabe, uns wirtschaftlich zu rangieren, bei ihr liegt." Dolchstoßlügen auf Eis. nicht nur als ein begabtes und tüchtiges, sondern auch als em wahrhaft demokratisches.( Auf seinem Gebiet sieht man 3. B. feinen Soldaten oder Offizier außer Dienst bewaffnet herumlaufen, dabei ist es ein Land mit ein Land mit allgemeiner Wehrpflicht.) Wir hoffen darum, daß der Rausch der Erfüllung jahrhundertelangen Sehnens nach dem eigenen Reich bald verflogen sein und dann die Erkenntnis Was der ,, Kolonialwarenhandel" sagt. allgemein werden wird, daß der junge Staat aus den Fehlern Ein Freund unseres Blattes macht uns auf die„ Deutsche seines Borgängers Desterreich lernen muß. Je mehr sich an- Kolonialwaren- und Lebensmittel- Rundschau" aufmerksam, dere Staaten in den Wahnsinn von Bersailles verbeißen, desto das amtliche Organ des Reichsverbandes deutscher Kolounsicherer wird die Zukunft Europas, die sie in ihren Retten nialwaren- und Lebensmittelhändler", in dem über die Haupt- und widerlegt ist und sogar ihr angeblicher Bater, der englische Da die Dolchstoßlegende von 1918 zu gründlich abgetan unbeweglich gefesselt wähnen. Gerade die Tschechoslowakei versammlung dieses Verbandes ein ausführlicher Bericht verals ein zentral mitteleuropäisch gelegener und zur Entente ge- öffentlicht wird. Einer der Hauptredner auf dem Verbandstage General Maurice, feine Baterschaft energisch geleugnet hat, so hörender Staat wird sich und Europa den größten Dienst er- war" Bürgermeister" Dr. Eberle- Dresden, der über die Be- versucht es die Tägl. Rundschau" mit älteren Dolchsto zges weisen, wenn fie in der Entente ihr eigenstes deutung der Individualwirtschaft für den Wiederaufbau schichten, die sie jahrzehntelang auf Eis hat lagern lassen. Aus Intereffe erfüllt: das Gedeihen der friedlichen deutschen Repu- Deutschlands zu sprechen hatte. Dieser Bürgermeister, sicher dem völlig unwahrhaftigen und tendenziösen Geschichtswerk bliken zu ermöglichen, die das tschechoslowakische Gebiet von von Hans Blum werden einige Behauptungen zusammenges drei Seiten umgeben, und alles zu vermeiden, was das a. D., leiſtete sich folgende Unverfrorenheiten: deutsche Volk in die äußerste Berzweiflung treiben müßte. Nach der Revolution hat die neue Regierung dem Bolf gesagt: flaubt, die beweisen sollen, daß die Sozialisten schon vor einem Ihr habt blok halb soviel zu arbeiten und werdet dafür doppelte Menschenalter auf die Niederlage Deutschlands im Kriege Löhne erhalten." Die Arbeit ist um 50 Prozent gefürzt, aber das gegen Frankreich hingearbeitet hätten. Der französische Gene für wurde in der Weise bezahlt, daß die Mart bloß 50 Pf. wert Sozialdemokraten gezahlt, damit diese in dem von Boulenger ral Boulanger habe im Jahre 1887 Millionen an deutsche Die Verhandlungen mit Bayern. mar. Das ist die Wahrheit über unsere Währung. Es wurden betriebenen Kriege Frankreichs gegen Deutschland im Rüden Die Rücksprache der bayerischen Regierungsvertreter mit Noten ohne Deckung ausgegeben. Die Wahrheit und Sittlichkeit des deutschen Heeres die Revolution entfachten. Die Namen Bertretern des Reichsfabinetts hat gestern nach mehrstündigen verlangt, daß das gefunddenkende deutsche Bolt gesagt hätte: Wir der bestochenen Sozialisten fenne man leider nicht... Beratungen in einzelnen Punkten zu einem vorläufigen bringen die Reichsregierung, die Noten druckt und Schuldversprechun- Natürlich stimmt diese Art, Beschuldigungen so allgemein aufAbschluß geführt. Zu einer endgültigen Regelung ist die gen gibt, für die fie teine Deckung hat, wegen Falschmünzerei ins zustellen, daß der angegriffene Teil sich nicht verteidigen kann, Anwesenheit des Reichspräsidenten und des Reichs- Zuchthaus.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wie kommt nur rein zufällig mit den typischen Berleumdermes ministers Dr. K o este r notwendig, die am Sonntag vormittag es denn, daß das Ausland, das nach dem Friedensschluß noch Ber- thoden überein. Don Hamburg zurückkehren. Nach einer Rücksprache der baye- trauen zu uns hatte, jeht unsere Mark so gering bewertet?... Im Wie weit die Verdrehungskunst der Tägl. Rundschau rifchen Vertreter mit dem Reichspräsidenten sollen dann um Innern hat der Kampf zwischen Sozialismus und Bürger- geht, dafür nur das Beispiel, daß Wilhelm Liebknechts Bort 11 Uhr die Besprechungen über die hauptsächlich vom Reichs- tum Formen angenommen, daß man denken könnte, wir hätten vom 11. November 1888: Greift Frankreich an, dann ist innenministerium zu entscheidenden Punkte fortgesetzt werden. feine Sorge mehr um das Brot unserer Kinder, sondern nur der legte Sozialdemokrat verpflichtet zu Es handelt sich bei der Anwesenheit des bayerischen Innen- darum, wer in die Ministersessel kommt.( Beifall.) marschieren", als Beweis dafür zitiert wird, daß die So ministers und des Justizministers lediglich um Aus- In dieser Tonart behandeln die Wortführer des mittel- zialdemokraten Deutschland in den Rüden fallen woll künfte über das Protokoll; eine Aenderung der bereits ständlerischen Handels die weltwirtschaftlichen Probleme, und ten! Es gibt eine Winkeladvokatengeriffenheit, die immet von Graf Lerchenfeld unterzeichneten Vereinbarungen kommt die Delegierten, die doch auch schon eine Auslese der Intelli- recht behält. Aber mit der debattiert man nicht. Die Breslauer Hauptmann- Festspiele. Arbeiterkreise stärker an den Feſtſpielen zu beteiligen; sonst sah man gelockt durch einen elfenbeinernen Schirmgriff mit fein gemeißelter Von G. Beyer. teren Teile verschuldete. Nur hier war es möglich, die Breslauer| Hauptmann- Bigarre" und wurde Frau Kriegsgewinnler Krause and ganz überwiegend jene Echichten, die hohe Kunstfreude mit ent- Dichterbüste. Aber man sah in den Auslagen unzählige Hauptmann sprechendem Gelde bezahlen und das Defizit verringern können. Und Bilder, und die Buchhändler lobten den Dichter doppelt. Auch die der arme Dichter und Dulder Haupimann! Er arbeitete im Schweiße Arbeiter winften dem Dichter zu und lasen ihn, und die Jugend gab des Benzins; sein Auto raste jeden Abend von Theater zu Theater, ihm das Geleite. Diese Tage in der schlesischen Hauptstadt waren um sich wenigstens an einem Altschluß den nach ihm verlangenden für alle, die über die gemeine Sorge diefer Tage einen Blick ins Klatschern zu zeigen. Er dankte zulegt denen, die ihn für ihr gutes Kommende richten durften, eine Segnung deutscher Ewigkeit des Papiergeld immer wieder sehen wollten, mit einem Sehnsuchtsblid Geistes. nach Ruhe und Sammlung, nach sauren Wochen nach den frohen Festen. " Pemperleins Reise um die world. Bon Kuhei. Mensch, hast du schon Borschuß? Unsichere Antwort: Morgen." blickenden Redaktionsauge. So verschwand Bemperlein aus unserem ihm wehleidig nach Gerhart Hauptmann ist bald sechzig Jahre alt. Sein Leben war Kampf, Niederlage, Sieg und Krönung, und nun geheimnißt man in fein graulodig umftrahltes Haupt olympische Züge hinein und hebt ihn in die himmlischen Höhen der Klassit. Nie hat ein deutscher Dichter Ehren erlebt, wie sie Gerhart Hauptmann in der Stadt, in der er sich die ersten Stuf- n in den steinigen Felsen zur Kunst schlug, erfuhr. Ich fann getrost meine Augen schließen, denn wer fann mehr erfahren und mehr erstreben, als mir diese Was man von Gerhart Hauptmann wußte, was man an ihm Stunde schenkte?" Dies stolze und schlichte Wort, womit Hauptmann liebte, das haben diefe elf Tage tief eingeprägt. Heute, wo wir aus die Hymnen auf seinen Dienst am deutschen Bolte im Breslauer dem sogenannten Naturalismus heraus find, empfinden wir, daß Rathause beantwortete, war nicht nur an das geistige Deutschland Hauptmann ein bloßer Naturalist, bloßer Abschreiber der Wirklich- Bemperlein hatte schon vierzehn Tage lang feinen Borschuß der Kunstbewußten gerichtet. Es war ein Befenntnis zum neuen feit gewesen ist. Ueber seinen wichtigsten Gestalten, deren Schicksal geholt. Ihm mußten ernste Ereignisse draufgetreten sein! politischen, zum werdenden sozialen Deutschland, gesprochen vor dem ihr soziales Gein ift, die wie Rose Bernd, der Henschel, die Mutter furze Hosen, Nagelfiefeln, Cowboyhemb, fe ft umgeschnallten Leder Richtig, Pemperlein erscheint plöglich im Trotteur" fostüm: ersten Mann der Republit. Draußen wehten schwarzrotgoldene Wolffen aus dem Reiche deutscher Kunstgestaltung nie wieder zu vergürtel, fertig zur Reise um die Welt. Fahnen, Tausende sahen von den Steinen des Ringes zu den Erfern treiben sind, strahlt die Mitleidsseele eines Dichters, der, selber ein" Tja", meint er mit unnachahmlicher Sicherheit( er strahlt wie des Rathaus- Remters empor, hinter dem sich ein Händedruck voll Sprößling armer Weber, die Rainszeichen des Menschseins mit dem sein Freund Camembert riecht):" Bin engagiert. Gehe um die zog, der alle Ehre für Hauptmann an das ganze Deutschland abgab. Herzen bedichtete. Er ist später zum Märchen geschritten, er hat, Welt. Werde überall arbeiten. Werde überall arbeiten. Schreibe darüber. Bombiger, Hauptmanns beste Dramen und die höchste deutsche Schauspiel- wie Konrad Haenisch in seinem Hauptmann- Buche sagt, nach den fapitalistischer Verlag, hab mit ihm eben Vertrag geschlossen. funst fanden sich glanzooll zusammen, elf Tage hindurch auf drei legten Daseinsrätseln über sozialen Einzelfragen gesucht; aber dem Bigtausend Mart; natürlich monatlich." Bühnen. Geschichte der deutschen Literatur und der deutschen Bühne, Symbolisierungsbazillus", der großen Gefahr für alle Nachfahren mit ihnen ein Stück sozialer Zeitgeschichte der letzten vierzig Jahre, Ibsens, ist er selten erlegen. So nahe blieb ihm das Leben und das nahm Gestalt an. Hauptmanns Erstlingdsdrama„ Bor Sonnenauf Erlebnis, so sehr war er immer Dichter des Gefühls und nicht des gang", die erste Fanfare gegen die rosenrote Wahrheitsverfälschung, Gedankens, daß uns bei seinem jüngsten Wert, dem„ Opfer", ein Acht Tage vergingen ohne Bim Bam- Pemperleinchen. Dede die im Winter 1889/90 den Gipsplunder der deutschen Bühne zum menig fröftelt. Hier wird für die Lebensphilosophie eines von allen floß die Zeitung dahin. Sorgen fraßen in unserem Papierherz. Wackeln brachte, fehlte leider; dafür gab es aus der Reihe der so- Erdenfreuden Begünstigten, der sich am Ende den selbst geschaffenen Die Dame an der Kaffe wurde tiefsinnig. Der Verleger erlebte zialen Dramen neben den Webern" die„ Rose Bernd", den Gestalten ins große Nichts" entzieht, ein dramatisches Kleid ge- Wochen, ohne daß er Unterschriftsautogramme Pemperleins fanimeln " Fuhrmann Henschel",„ Einsame Menschen", die wirkt. Aber die reine Idee" ist des Dichters Sache nicht. Der In- durfte; er ging verzweifelt in Urlaub, hatte sein Da- fein ja doch Künstler- Tragikomödie Kollege Crampton", dann das Wert tellektualismus ertränkt die Bildkraft der dichterischen Schöpfung, feinen Sinn mehr. Aber wir, wir hieiten es einfach nicht mehr tiefster Heimatssehnsucht und Märchenzaubers Und Pippa und es bleibt uns immer nur der Hauptmann nahe, der keine dich!) Untoften unsere optische, Zeitbilder registrierende Rahmen. aus und schalteten unter großen( geistigen- ja, Bemperlein, ohne tanzt", Hanneles Himmelfahrt", die ein flein wenig Weltanschauung predigt, sondern durch Menschenschicksale geft al- antenne auf dem Schreibtisch ein, der vereinsamt, schweigfam feinem verzuckerte Auseinandersehung des Dichters mit der widerborftigen tet. Man darf von ihm wie von Florian Gener sagen:„ Ein bren großen abwesenden Dichter nachtrauerte. Holztränen fielen um und verständnisfernen Umwelt in der Bersunkenen Glode". nendes Recht fließt durch sein Herz." Dort, wo es brennt in armen Bemperlein. Anfang und Auftakt war die dramatische Ballade Florian Geelen, die ihre Umwelt in Schuld" verstrickt, die sehnsuchtsvoll Jeht sahen wir ihn! B. stand auf der forderen Plattform der Geyer" in der Jahrhunderthalle, das sinfonische Schicksalslied über diese Schranken schauen, dort, wo der Traum neben dem Mit- R- Route Spandau, Hamburg, Amerita, Tokio. Moskau, Neukölln. deutscher Volksnot, dem das Weisheitsepos„ Das Opfer" folgte; leid wohnt, dort, wo die Trommeln des Erwedens wirbeln und Es war Bemperleinscher Vormittag, fo etma Nachmittagskaffeezeit. B. schrieb. lleber die Arbeit. Die Arbeit des Straßenbahn die Tage flangen aus mit Kaiser Raris Geisel" und doch nicht erlösen dort gab ihm ein Gott, zu sagen, was die führers, des Beichenstellers, der dicken Guste mit dem Gemüsekorb, Schluck und Jau". Die Regiearbeit leisteten Felix Höllander, Menschen leiden. Und das wird bleiben von Gerhart Hauptmann, Flettenbrausers fennen Sie den nicht? Oh!- turz, Bemper Karlheinz Martin, Victor Barnowsky, Emil Lind, Paul Barnay, dem Dichter, nicht dem Denker. Das ist sein großes Geschent an fein arbeitete sich schriftstellernd immer weiter um die Belt. Waldemar Runge und Gerhart Hauptmann selber; Eugen Klöpfer, das neue Deutschland. In spandau( I. D. ganz draußen-) erstes großes Salt. Emil Jannings, Mar Ballenberg, Gustav Richelt, Karl Wallauer, Man könnte manch fritisches Wort gegen die dramatische Massen. Nach einer Stunde stolpert P. über einen Kohlenhaufen. Sagte Heinrich George, Hans Morr, Ludwig Wüllner, Else Lehmann, Lucie spende in Breslau sagen. Und möchte vor Uebertreibungen warnen. ich's nicht schon den Efeln in S. vorher: Rohle, Trimmer, Höflich, Elisabeth Bergner, Annemarie Dietrich dos find nur die weder dem Dichter noch urs nügen! Ein paar dunkle Flecken Amerita wenige Namen aus dem glanzvollen Künstlerkreise, der dem Werte werden von Breslauer Blättern aufgedeckt, die die Gemeinnügigkeit voll gedreht.( B. raucht mit Leidenschaft Muff- Muff in Papie In Südamerita merden bie papillos mit der Hand unft her Deutschen Bühnengenossenschaft diente. Stadttheater und des Unternehmens der Bührergenossenschaft in Frage stellen sollen. Streichhölzer find bei Meltreifenden immer vorhanden. Das 20betheater waren jeden Abend überfüllt; nur der Riesenraum Deni Dichter der Lorbeer der Berdienst dem Kaufmann! Hundert ist typische japanische Kleinkunst. Natürlich: hier wird alles der Jahrhunderthalle zeigte Lücken, die die schlechte Atuftit im hin Schritte pom Stadttheater leuchtete braungolden die Gerhart- mit der Hand geschnißt, Alte Kultur: Lleine Mädchen: Geishal " 1 Nr.Z?2» Z».?chrga»g"l* dC0 0)0�0 S-nntag, 2». ftugust 1922 Hezirksparteitag öranöenburg. Der diesjährige Bezirkstag des Bezirtsoerbandes Brandenburg wurde am Sonnabend abend um Uhr durch den Dorsitzenden, Genossen Sydom, mit einer Ansprache eröffnet, in der er auf die innen- und außenpolitischen Schwierigkeiten und auch auf die sich anbahnende Einigung der beiden sozialistischen Parteien hinwies. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Referat des Ge- nassen Wels über„Die politische Lage und der deutsche Parteitag". Den Geschäfisberichl erstattete Genosse Wilhelm Krüger, der u. a. ausführte: Als wir das im März zu Ende gegangene Geschäftsjahr 1S21/22 begannen, standen wir alle noch unter dem frischen Eindruck des mitteldeutschen Kommuni st en putsch es, dessen Wunden heute noch nicht vernarbt sind und dessen unglückliche Opfer heute noch zum Teil in den Gefängnissen sitzen, aber begründete Hoffnung haben, auf Grund des erlassenen Amnestiegesetzes bald wieder in die Frei- heit zurückkehren zu können. Die allgemeine Agitation, soweit sie durch Versammlungen, Flug- blätter und Broschürenmaterial bestritten worden ist, zeigte die Aktivität der Partei trotz aller Unbilden der Verhältnisse, wie sie sich auch speziell auf finanziellem Gebiet zeigen. Wohl hatten wir im Frühjahr dieses Jahres eine gewisse Müdigkeit in der Bevölke- rung seststellen können. Diese ist bereits wieder überwunden. Unsere Veranstaltungen zeigen gegenwärtig, gemessen an der Jahreszeit, einen sehr guten Besuch. Einen außerordentlich lebhasten Kampf hatten wir mit Deutschnationalen und Kommunisten vorwiegend auf dem Lande durchzuführen, der aber für unsere Partei keineswegs ungünstig verlausen ist. Die Gesamtzahl der in der Berichtsperiode abgehaltenen öffentlichen Versammlungen beläuft sich auf 2Z14. An Broschüren und Flugblattmaterial gelangten in der Lerichtszcit 503 220 zum Vertrieb. Im Broschürenoertrieb wurde zum erstenmal der Versuch unternommen, einen Verkauf der wichtigsten und wert- vollsten Erscheinungen zu organisieren. Für die Industriebevölkerung ist der Ausbau des Betriebsvertrauensmännerkörpers weiter durch- geführt worden. Aus diesem Gebiet der Agitation sind gute Erfolge zu verzeichnen, so daß eine erhebliche Verbesserung unserer Positionen innerhalb der Betriebe festgestellt werden kann. Auch in der B e- amtenagitation waren wir bemüht, durch Gewinnung von Vertrauensleuten in den einzelnen Dienststellen unseren Einsluh-zu verstärken, um damit auch neue Kräfte für die Partei heranzubilden. Redner schildert hierauf den Kampf der Press« gegen die katastrophale Steigerung aller im Buchdruckgewerbe notwendigen Materialien. Seit September v.J. stieg der Papierpreis von 3, M M. pro Kilo auf 28 M. i m A u g u st d. I., eine Steigerung um mehr als das Achtfache. Demgegenüber steht eine Erhöhung der Abonnementspreise um nicht das ganz Zweifache. Trotzdem trat ein Abonnentenverlust von rund 3000 ein, der sich auf g Zeitungen ver- teilt. Redner ersucht eindringlich alles zu tun, um unsere Unter- nehmungen auszubauen und den Verlust wieder weit zu machen. Die Jugendbewegung hat erfteuliche Fortschritte zu verzeich- nen. Zwei Bezirkssugendtag« in Neuruppin und Frankfurt a. d. O. fanden statt. Der Mitgliederstand ist auf über 3000 gestiegen. Der Einfluß der Partei in den Sclbstverwaltungstörpcrschaften ist im Wachsen begriffen. Gegenüber dem Vorjahr weist die Statistik 4044 Vertreter aus in Sg9 Gemeinden bzw. Kreisen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Mehr von 177 Gemeinden mit IIIS Vertretern. Die Provinz Posen-Westpreußen ist nunmehr durch Gesetz geschaffen. Im ersten Provinziollandtag gelang es uns. durch eine Koalition von der Bolkspartei bis zur USP., den Präsidenten zu stellen, den 2. Vorsitzenden im Provinzialausschuh und den Landeshauptmann für uns zu gewinnen. Der Bezirksverband Brandenburg ist der erste, der«inen Sozialdemokraten als Landeshauptmann in seinem Bezirk ausweist. Der Bezirksoerband hatte 8978 Neuaufnahmen zu oerzeichnen und übertraf damit das Borjahr um SSV. Die Zahl der Ortsoereine hat sich von 630 auf 635 erhöht. Di« Erhöhung würde größer sein, wenn nicht eine Anzahl kleinerer Verein« zusammengelegt worden »>äre Am 31. März zählten wir 12 Sekretäre in den Unterbezirken. Aus dem Saffenbenchk. den Genosse Richard Schmidt gab. fft hervorzuheben, daß der Etat des Bezierksverbandes mit 1 012 104,69 M. in Ausgabe und Einnahme balanciert. Im Verlauf des verflossenen Jahres mußte infolge der Geldentwertung ein« Beitragserhöhung kür Männer von 40 Pf. auf 1 M.. für Frauen von 30 Pf. auf 40 Pf. je Woche eintreten. Der diesjährige Bezirksparteitag wird sicki mü weiseren Beitragserhöhungen zu beschäftigen hoben. Die Mitglieder werden zu de- weisen haben, daß sie bereit sind, im Interesse der Schlagkraft der Organisation weitere Opfer zu bringen. Genossin TNatfchke behandelte den Stand unserer Frauen- bewegung in der Provinz Brandenburg. Trotz der großen wirt- schcstlichen Nöte ist festzustellen, daß die Mitarbeit der Frauen bei den Organisationsarbciten steigt. In einer großen Zahl von Orts. vereinen sind die Frauen bereits im Vorstand oertreten. Rodnerin spricht sehr eingehend über die Notwendigkeit, das religiöse Gefühl der Frauen bei unserer Agitation mehr als hisher zu berücksichtigen. (Beifall.) Die Verhandlungen des Bezirkparteitages werden heute weiter. geführt. � Sezirksbeamtentag für Sranüenburg. Der Bezirksverband Brandenburg hatte am Sonnabend im Abgeordnetenhaus den ersten Bezirksbeamtento-g ein- berufen, der zahlreich beschickt war. Der Bezirtssekretär Genosse Wilhelm Krüger wies einleitend darauf hin. daß es die erste Zu- jammenkunst der Beamtenschaft innerhalb des Bezirks sei. Es müsse endlich einmal Stellung genommen werden zu den wichtigsten Fragen, die die Beamtenschaft steigend interessieren, wie Beamten- recht und speziell die Organisierung der Beamten. Durch Zusammen- schluß der parteigenössischen Beamten soll ein innigerer Konnex zwischen ihr und der Bezirksleitung geschaffen werden. Daher Be- schlußfassung über Gründung eines Vezirksdeamtenwerbeausschusies. • Darüber referierte der Leiter des Werbeausschusses, Genosse Wäger. Er zeigte, wie die Beamtenschaft sich durch engsten Zu- sammenschluß Achtung und Ansehen verschaffen kann. Nicht taten- loses Beiseitestehcn, sondern innigstes Zusammenarbeiten mit den Handarbeitern wird und muß Erfolge bringen. Aus diesem Grunde ist es dringend notwendig wenn die parteigenössischen Beamten in den einzelnen Orten im Rahmen der Partei zusamlnenarbeiten, um dadurch die Unebenheiten und Mißverständnisse beseitigen zu helfen. die vielfach gegenüber der Partei bestehen. Darum die Gründung von Werbeausschüssen, die in allen Orten ins Leben gerufen werden sollen. Während in kleineren Orten alle Beamtenkoteaorien nur einem Werbeausschuß angehören, sollen sie in den Städten eigene Ausschüsse haben, die wiederum in einer Arbeitsgemeinschaft zu- sammenzufassen sind. Jeder Bezirk hat einen Werbeausschuh, der die Arbeiten für den Bezirk zu übernehmen hat. Damit die nötige Fühlung mit der Partei vorhanden bleibt, entsendet der Ortsausschuß einen Vertreter in die Parteiorganisation des Ortes, der Bezirks- ausschuß einen in den Bezirksvorstand. In der Aussprache wurden die Vorschläge lebhast begrüßt, nur wixd allgemein gewünscht, daß alle Parteigenossen, auch die in best höchsten Aemtern, sich anschließen sollen. Die Beamtenrechtsgese�gebung im Reich behandelte Reichstagsabgeordneter Genosse S t e i n k o p f. Kein noch so großes Geschrei gegen die Sozialdemokratie kann über die Tatsache hinweg- täuschen, daß unsere Partei alles getan hat, um die Rechte der Beamten wahrzunehmen. Man muß sich wundern, daß heute noch behauptet- wird, wir wollten der Beamtenschaft ihre wohlerworbenen Rechte nehmen. Hatten unsere Volksbeauftragten gleich nach der Revolution schon in einem Exlaß aufmerksam gemacht, daß die Beamtenschaft von der Sozialdemokratie keine Schmälerung ihrer Rechte zu fürchten hat, so ist gerade durch unsere Fraktion in Weimar diese Bestimmung in der Verfassung verankert worden. Redner zeigt, wie wir in der Frage der Personalakten einen zähen Kampf geführt haben. Von einer Beseitigung des Koalitionsrechtes kann keine Rede sein, das haben wir auf dem Weimarer Parteitag deutlich aus- gesprochen. Wir wünschen aber bei den Beamten, da sig. eine be- sondere Stellung im Staate einnehmen, daß alle Mittel erschöpft werden, um Arbeitseinstellungen zu vermeiden. In bezug auf die Besoldung sind unsere Wünsche von den bürgerlichen Parteien glatt abgelehnt worden. Wir waren und sind noch Gegner von 13 Besoldungsgruppen. Daß wir uns gegen allzu hohe Kinder- zulagen wenden, muß so verstanden werden, daß diese Soziallöhne, vom Reich eingeführt, auch auf die Privatindustrie übergreifen und eine große Gefahr gerade für die kinderreichen Familien bedeuten, weil die Unternehmer dann solch« Familienväter einfach nicht einstellest würden. Redner geht dann ausführlich ein auf das Beamtenrätegesetz. Leider konnte es noch nicht verabschiedet werden. Die Widerstände gegen das Gesetz gehen von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen. In der Diskussion wurde geklagt, daß manche Partei- Zeitungen der Provinz sehr schlecht über die Beamtenfragen unter- richten. Von einzelnen Rednern wurden Fälle von Drangsalierungen unserer Parteifreunde berichtet.- Einstimmig angenommen wurden zwei Anträge: 1. Der Bezirks- beamtentag bittet den Bezirksparteitag, erneut bei den maßgebenden Stellen vorstellig zu werden, daß alle im Gesetze zum Schutze der Republik angedeuteten Maßnahmen, insbesondere die Reinigung der Behörden von Beamten, deren amtliches Verhalten auf die Weiter- «ntwicklung der Republik nachteilig wirkt, energisch durchgeführt werden, weiter daraus zu dringen, daß die Anstalten, die die zu- künstigen Republikaner heranbilden, in ihrem äußeren und inneren Be- triebe republikanisches Gepräge bekommen. Zweitens wird beantragt, daß die Beurlaubungen der Schüler höherer Lehranstalten zur Tech- nifchen Nothilfe und als Streikbrecher gegen streitende Landarbeiter untersagt werden. Die Mitglieder für den Bezirkswerbeausschuß wurden provisorisch gewählt. Für den Bezirk Frankfurt a. O. der Genosse Iuschka, für Potsdam Genosse Käuz. Die endgiiltige Wahl wird in den Orten resp. Bezirken durch die parteigenössischen Beamten vorgenommen. Der Bezirk Grenzmark soll zunächsl mit dem Parteisekretär des Bezirks in Fühlung treten und später auf derfelben Grundlage auf- gebaut werden._ Ein böser Scherz. Bon Henri Barbusse. „Das ist verteufelt spaßig", meinte Lafitte. „Ich weiß noch Komischeres", entgegnete Iacobus.„Es spielt auch noch in dem australischm.Manch", wo sich alle Rassen und Leute der Welt,— die aber durchaus kein« Leute„von Welt"— begegnen und kreuzen. In einem- Winkel einer im Entstehen begriffenen Stadt, mit Namen— der Teufel soll mich Hillen, wenn st« nicht Burbank-City hieß— ihre Häuser waren aus Holzplanken und die Straßen Schmutz —. hatten sich einige.solide Bürger, zu denen ich gehörte, zu- sammengetan. Warum? Natürlich um Gold oder Silber zu suchen. Verwegen, mit Geld nicht knausernd, lüstern auf Abenteuer, bildeten wir eine Gesellschaft zu wechselseitigem Wagnis und Gewinn. Man fand es dort spaßig, uns Banditen zu heißen. Wie man sich auch zu dieser Behauptung stellen mag, die ich jetzt, wo ich in Ehren reich bin, verachte: sicher ist, daß man da unten sich anders zu Unterhalten pflegt wie im alten Europa. Während des Esenbahnbaues, der eine Ueberfchwemmung von Chinesen mit sich brachte,„speisten" wir in der mit bunten Reklame- -schildern beklebten Baracke der Arabella Cat. Ein dreistes Weibs- biß), das uns Kabeljaus vorsetzt«, die so hart wie em Pferdekieser waren, und Beefsteaks, an die man Schlittschuhe hätte schrauben können. Aber was! War trotzdem ein guter Ort und eine gute Zeit. Da war Billy Faggs, Fix Peccot, Iuniu» Textor, Sennor Espinosa Nicolai nicht zu vergessen, und ich. Aßen wir schlecht, so tranken wir dafür gut. Bor allem— und zwar aus Biergläfern— einen wahren Nektar, der„Athletenwhisky" hieß— und in den Konsumenten so- gleich den Wunsch erweckte, Bäume zu fällen. Ich war ein Kerl!— na, wie die anderen. Muß ober bekennen. daß Junius uns all« übertrumpft«. Ein Prachtexemplar! Trat er in seiner ganzen Läng« und Breite durch die große offene Türe, dann war es, als schlösse sie sich. Einmal hat er einen Mexikaner— eine dieser Typen, die lange braune Gesichter wie Zigarren haben— bloß dadurch festgehalten, daß er— bis Hilfe kam— seinen Fuß auf den des anderen fetzte. Und er war so von Branntwein durchtränkt wie der Docht eines Spirttuskochers. Man kannte ihr- als einen Freund von dunklen Abenteuern. Aber aus Mangel an Beweisen war immer olles ohne Folgen geblieben, und er stand im Begriff, im Augenblick, von dem ich spreche. Miß Lillie Bungalow, die ein ganz durchtriebener Enge! war und ein graziöses Teufelchen dazu, zu heiraten. Das war der Mühe sAon wert! Ihr Haarschopf glänzt« in der Sonne wie eine Goldpepitc. Der Dater Bungalow, ein aller reicher Geizhals, hatte sich dieser,"crbindung widersetzt. Er oerbarg — wo, das hatten wir niemals entdecken können, ich gesteh es, aber wir waren dessen sicher— einen unberechenbaren Schatz, der früher oder später das Glü» eines Schwiegersohnes bilden sollte. Nun, eines Morgens fand man den alten Bungalow ermordet. Und neben dem starren, durchlöcherten Kadaver, dem ausgeplünder- ten Koffer, Junius' Revolver! Noch wehr! Junius hatte diese Nacht die Baracke nicht betreten, die er mit Bob Plantiirus teilte. Nachdem ein ganzer Trupp Polizisten den Hünen— hinterrücks— festgenommen und mit Stricken und Ketten ins Gefängnis geschleift hotten— es waren soviel Transporteure nötig, wie man brancht, um eine groß« Gipsstatue(die immer dieselbe dumme Bewegung macht) zu überführen—, beschlagnahmt« man bei ihm Quittungen, die dem aus der Well geschafften Alten gehört hatten. Jlmius war des Wartens müde gewesen! Wir wurden, einer nach dem anbecen, vorgelassen, um den des Verbrechen? bezichtigten Goliath in dem vergitterten Keiler, wo man ihn eingeschlossen hatte, zu befugen. Lochend kamen wir wieder ans Tageslicht! Tatsächlich: so sehr auch aller Anschein g. gen ihn sprach, er war doch nicht schuldig. Kein Zweifel darüber! Ich weiß wohl, daß diese Gewißheit von sekundärem Werte war: aber es gab Besseres. Iu- nius war im Besitz eines Unschuldsbeweises, eines geradezu ausschlog- gebenden, in Form eines Alibis. Jene Nacht, in der er sich damit be- schästtgt haben sollte, den eigensinnigen Achtzigjährigen vom Leben zu kurieren, hatte«r mit William Trott, dem Inspektor der Wasser- Versorgungsgesellschaft, einem ehrwürdigen Beamten, beim Karten- spiel zugebracht. Junius gestattete sich den Schabernack, diese Tatsache dem Scherst vorzuenthalten. Unter dem Siegel des Geheimnisses weihte er uns ein, und wir freuten uns schon insgesamt aist das Gesicht des Richters, wenn nach den vortrefflichen Beweisen die entscheidende Zeugen- aussage kommen würde. Und William Trott, ein sehr origineller Biedermann, der einen so enormen Schädel hatte, daß er sich wie ein Hut ausnahm, gab sich bereitwillig zu diesem Versteckspiel her und rieb sich, im Vorgenuß dieser sensationellen Verhandlung, die Händ-. In ihrer Erwartung widmete er, erst vor kurzem in die Gegend ge- kommen, dem„Athletenwhisky", den er noch nicht genau kannte, eine wahr« Leidenschaft und imprägnierte sich damit in meihodischer, wohlbedachter, administrativer Weis«. In diesen jungen Ansiedlungen rechnet die Justiz schnell ab. Uebrigens war es nicht schwierig, die Anklageakten gegen unfern Kameraden zusammenzustellen, der, als guter Engländer, die Rolle des Opfers bis zur äußersten Grenz« spielen wollte. Wir schritten zur Verhandlung wie zur Hochzeit. E» ging schief — und je schiefer es ging, um so mehr stießen wir uns mit den Fäusten in die Seite— auch wie das bei einer Hochzeit vergnügte Gäste höflich tun. ♦ Sozusagen im letzten Augenblick und bei der letzten Frage er-. hebt sich mem Junius, wiegte sich wie eine Pappel hin und her und sagte klar und deutlich: „Bitte um Entschuldigung, Sir Horatio. Ich muh tatsächlich etwas hinzufügen. Oh, eine Kleinigkest! Die Nacht zum Sechzehnten habe ich mit emem Gentleman verbracht, einem Beamten der Wasser- versorgungsgesellschast, dem ehrenwerten Mister William Trott— den ich zu vernehmen bitte." Theatercoup! Di« Anwesenden johlten wie ein einzige» Weib. Der entgeisterte Vorsitzende schielt wie ein ungeschickter Jäger auf Junius, und die leere Flinte zielle auf«in großes Wild, da» sich, mit Eurer Erlaubnis, aus dem Staube macht. Sein« Stimm« fand gleichwohl die berufsmäßige Sicherheit wieder, um das Erscheinen ge- nannter Person anzuordnen. Aller Blick« haften auf dem Eingang. „Der ehrenwerte Zeuge!" Da ist er. Man führt ihn in die„Box". Er macht einen be- stürzten Eindruck. Wir freuen uns wie Schüler. Junius grinst bis an die Ohren. Stille herrscht wie in der Kirche. Der Richter fragt Mister William Trott, was er auszusagen hat. Der Beamte senkt die Augen. Ein schwaches Murmeln geht aus seinem Muzxde. „Ich bin«in Sünder." „Ach!— Aber was wissen Sie in bezug auf die Ermordung Mister Alexander Bungalows?" „Er war ein Sünder," spricht im gleichen Tone Trott. „Gut!" sagt der Richter.„Aber Sic kennen diesen Mann?" fügt er, auf den Angeklagten weisend, hinzu. „Das ist ein Sünder und Sie find auch einer," psalmodiert William Trotte ganz sanft.• Der Präsident stampft« mit dem Fuße auf und sein Gesicht zieht sich unterhalb seiner weißen Perücke zu linienartigen Furchen zu- fammen: wie eine Seite der Bibel sah es aus. „Um das olles handelt stch's nicht. Dieser Mann, verdächtig des in der Nacht zu Sonnabend, den Sechzehnten, an Alexander Bungalow verübten Morde», behauptet, diese Nacht mit Ihnen zu- sammengewesen zu sein. Ist da» richtig?" Der Wasserinspektor faltet die Hände und schüttett sein um- fangreiches Haupt. „Ich möchte in den Himmel kommen," erwidert er bloß. Und setzt sich, mit weit aufgerissenen und in Tränen schwimmen- den Augen: seine kurzen Schildtröienarme bewegen sich noch allen Seiten seines riesigen Rumpfes, in den ein Teil der kurzen Beine wieder hineingewachsen zu sein scheint. „Bei der Gerechtigkeit des Himmels! Ihr ahnt es: William Trott par verrückt geworden. Der in zu massiven Quantitäten genossene„Athletenwhisky" bewirkt bei schwachen Intelligenzen solch plötzliche Verheerungen. Zugleich mit der Vernunft de» einzigen Entlastungszeugen scheiterte Junius Textors letzte Hoffnung. Seine wahnsinnigen Gesten und unsere Proteste, Zurufe, Indirekten Aussagen fruchteten nichts. Im Gegenteil: um Haaresbreit« sahen wir uns der Mittäterschaft beschuldigt und mußten während der Abfassung und Ver- lesung des Urteilsspruchs sehr sitffam auf unseren Plätzen verharren und währenddessen noch behilflich sein, Mister Trott in einen mit Matratzen ausgepolsterten Raum zu überfüllen. Der mit Wasserheilmethode— innen und außen— behandelte Beamte genas sechs Monate nach dem Tage, an welchem Junius gehängt worden war, und drei Monate später stellte sich der wahre Mörder selbst. Noch ein Wort zum Schluß! Wir fanden zunächst das Aden- teuer ein wenig toll, aber dann kamen wir beim Nachdenken zu dem Ergebnis, daß unser Freund an jenem Tage zwar nicht hätte ge- hängt werden dürfen, aber dafür seit vielen Vohren so manches liebe Mal." _ tBtcechtigt« Utfctiftfrmfl von Johann«» Runhe.) SÄT GoiarlfGesunieitstaliakl ANUGA Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus 7 Uhr: Die Zauberflöte Schauspielhaus 7 Uhr: Volksbühne cog 3 U.: Der Freischütz 8 Ubr: Madame Butterfly Lessing- Th. Napoleon Sommerspielzeit. Ailabend!. 8 Uhr: Deutsch. Theat. Der Schildpattkamm 8 Uhr: Das Gla Wasser Montag 8: Das Glas Wasser Deut. Künstler- Th. Sommerspielzeit Allabendi: 8 Uhr: Kammerspiele Die erste Nacht" 71: Der Raub der Sabinerinnen Mo. Der Raub 99 Kleines Th. d. Sabinerinnen Nachm 4 Uhr kl. Pr.: Totentanz Gr.Schauspielh. Täg ich 8 Uhr: ( Karlstraße) 8: Orpheus der Unterwelt Mo. 8: in Totentanz Orpheus Irène Triesch, Paul in d. Unterweit Biensfeld, H. Moss ALLGEM. NAHRUNGS- U- GENUSSMITTEL- AUSSTELLUNG ANUGA 1922 MIELMANNGROSSE AUSSTELLUNGSHALLE AM KAISERDAMM VERANSTALTET VOM REICHSVERBAND DEUTSCHER FEINKOSTKAUFLEUTE MORGEN UFA- PALAST 1 29 AM ZOO URAUF FÜHRUNG des Decla- Bioscop- Froelich- Films der Ufa LUISE MILLERIN 7 Akte nach Schillers„ Kabale und Liebe Manuskript: Walter Supper und G. W. 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Eine Erklärung ist darin zu finden, daß bei der Pferdedroschke zwei Köpfe sich in die Fohrordnung teilen, und der Pferdekopf jedenfalls polizeifrommer ist als ein toter Benzinmotor. Leider schwindet diese gemütliche Fahrgelegenheit immer mehr aus dem Straßenbilde, was insbesondere die Radfahrer und die— Sperlinge bedauern. Letztere bedauern es, weil die Automobile nichts fallen lassen, was der nackten Existenz eines Sperlings zum Vorteil gereicht, erstere aus dem Grunde, daß die Automobilisten immer rücksichtsloser gegen die Radfahrer werden. Aus Sport ist auch der Radfahrer nicht auf den Straßen anzu- treffen. Ihn treibt heute die Rot zu diesem Verkehrsmittel, und wer die Augen aufmacht, kann schon hierbei über die Schichtung der Bevölkerung während der letzten Jahre Vergleiche anstellen. Niemals waren so viel Radfahrer auf den Straßen anzutreffen aus der arbeitenden Bevölkerung, als in den letzten Monaten, wo die Preise zur Beförderung auf den elektrischen Bahnen immer uner- schwinglicher werden. Es ist wirklich kein Vergnügen, mit dem Rad durch die Straßen zu fahren, es ist sogar ein lebensgefährliches Vorhaben. Wenn öer poUzekprähKent raöfahren würde. Es ist der Derllnsr Westen, der dem Badsabrer besonderen Grund zur klage gibt. Kier könnte die hochwohllöbliche Verkehrs- regelnde, verkehrshindernisbeseitigende und Hindernisaufbauends Verkehrspolizei noch eifriger am Werke sein als sie es schon ist. Wie oft siebt man die beklagenswerten Opfer des Verkehrs von einem Menschenknäuel umstrickt in der Potsdamer Straße. Beim näheren Zuschauen ist es wieder ein Radfahrer oder es sind ihrer zwei, die ein Stahlroß mit gebrochenen Felgen halten, wenn sie nicht selbst ihre geschundenen Glieder zur nächsten Unfallstation schleppen müssen. Sie sind an einer Straßenkreuzung angefahren worden, man hat sie zwischen Elektrische und Lastwagen gequetscht und in ihrer Not, einen Passanten nicht anzufahren, sind sie selbst willig das Opfer geworden. Selten wird der Schuldige für den Schaden austommen, da die Zufälle meiste so verwickelt liegen, daß allen Teilen eigentlich kein bösartiges Verschulden trifft, wenn man die Rücksichtslosigkeit der Fahrer anderer Verkehrsinstrumente auf Radfahrer dabei außer Betracht läßt. Und doch greift das Jammern der Beklagenswerten ans Herz, denn nichts ist teurer als Bad- reparaturen, die dann die ganze Sparsamkeiten und Mühe wieder auffressen. Wäre der Berliner Polizeipräsident gezwungen, auch auf einem Fahrrad zum Dienst zu fahren, ich glaube, seine Vor- schrift am nächsten Tage würde lauten, daß Radfahrer in Berliner Straßen die gleichen Anrechte auf die Straße besitzen wie jeder andere Fahrende. Jedem Auto müßte bei Strafe verboten werden, trotz furchtbaren Tutens von hinten d->m Radfahrer vorzufahren, wenn der Raum dazu zu eng ist. Denn die Schnelligkeit der Automobile und der Autobusse, die in den letzten Jabren Immer mehr gesteigert wurde, ist kein Privileg der höher Geschichteten, so- lange für die Radfahrer keine Radfahrweg« bestehenl Mit Sem Rod öurch öen Westen. Wer von einem westlichen Vorort das Zentrum der Stadt zu erreichen strebt, sollte sich ganz besonders hoch bei der Unfallverfiche- ,ung einkaufen. Bis zur vülowstraße ist glatter Weg. 5iier setzen bereits die schweren Kraftomnibusse ein, die Linien der Elektrischen an der Lützowstraße vermehren sich, der Wagenvertehr zu den Ber- liner Geschäftshäusern und der durch die Nähe des Potsdamer Güter- bahnhofs bedingte Verkehr wird unangenehm bemerkbar. An der Potsdamer Brücke rettet sich der Radfahrer vor den vorüberhasten- den Schieberautomobilen aus dem Westen, die wegen ihrer Geschäfte auf„kurze Sicht" keine Zeit zum Stoppen haben, mit einem Sprung in die Spree. Hat er dann zu Fuß glücklich die Eichhornstrahe pas- siert, so kann er erleichtert aufatmen und wieder aussitzen. Denn nun steht er unter dem gewaltigen Schutz des händeaushebcnden Verkehrspolizisten und flink und biegsam wie eine Schlange kann er durch die Lücken der gestauten Wagen oder im langsamen Trott an ihrer Seite den Potsdamer Platz überqueren. Doch wehe, wenn sie losgelassen, wachsend ohne Widerstand rollt sich nun in seinem Rücken die tolle Jagd des wilden Heeres auf. Er hatte ja die Ab- sicht, rechts über das Hallesche Tor auszubiegen, um zum Tiergarten zu gelangen, aber des Geschickes Mächte und der Chauffeur einer Droschke ließen es nicht zu. Er mußte notgedrungen links in die Budapefter Straße münden, wo man ihn ig den Rachen der voh- LesMl heute das slraße sagte. Die Loßstraße macht ein unschuldiges Gesicht, obwohl die Automobile hier auch auf der linken Seite fahren. Doch rettet man sich noch in eine Torfahrt zu Wertheim. Man fährt die schöne Pellevueslraße hinauf, um auch die Bekanntschaft der Rassentyp- wagen der Ententekommissionen und der Luxusoutomobile der Film- divas zu machen. Oos heißeste Pflaster. Unanständig aber, Herr Polizeipräsident, betragen sich die Auto- mobilisten auf der Charlottenburger Chaussee, die gewiß breit genug ist, daß jeder zu seinem Recht kommen könnte. Hier wird die höchste Geschwindigkeit eingeschaltet und förmliche Wettrennen werden zwischen den Wagen ausgefochlen. Wehe dem Radfahrer, der ge- zwungen ist, nach der Mitte der Straße einmal ausbiegen zu müssen. Es gibt keine Rücksicht für ihn. er muß Herz und Nerven beisammen haben, daß sie ihren Dienst nicht versagen. Passierte es doch erst kürzlich einem Radfahrer, daß er von einem hinter ihm fahrenden Automobil einfach aufgespießt wurde und er es nur der windschnellcn Schnelligkeit des Autos zu danken hatte, daß er nicht unter die Räder kam. Der Radfahrer wurde heruntergefegt, während das Rad im Schwung auf die Motorhaube zu liegen kam, wahrlich auch eine amüsante Beute für Sportautomobilisten I Obwohl die Chaussee breit genug ist, wird im schnellen Jagen schmal am Radfahrer vor» beigcfohren, man merkt die Absicht! Ganz im republikanischen Sinne erhebend wirkt es außerdem, daß geschniegelte Herren und Damen Platz zum Reiten links und rechts der Chaussee finden, wöh- rend für den Radfahrer kein noch so schmaler Streifen übrig ist. Es könnten ja auch etwa die Pferde scheu werden. Unter öen binden. Die Straße Unter den Linden, die große Avenue Berlin«, die Prachtstraße, entspräche dem heutigen Derkehrsleben sicher mehr, wenn das Mittelfeld mit den Bäumen beseitigt und mit dem breiten Damm verschmolzen werden würde. Selbst an Schönheit würde ein solches breites Fahrfeld nichts einbüßen. Heute bietet sie nur den Anblick einer veralteten, selbst der Historie und des letzten Kaiser- tums untreu gewordenen, in den Kinderschuhen steckengebliebenen Folie für etwas, was will und nicht kann. Radsohrcr kommen, hier überhaupt nicht durch. Interessant jedoch ist die Beobachtung des Verkehrs, der gewissenhaft widerspiegelt, wie in den letzten Lahr-n in Berlin gewerkelt, aber auch gepraßt und gefaulenzt wird. Ze- mehr die Mark fällt und der Dollar steigt, je heftiger zirkuliert in dieser Straße dos Menschenblut. Da haben sich in die prächtigen Karossierien der Fremden und der Reichen die schweren Rundfahrt- wagen und die hochsitzigen Autobusse hineingeschoben, Kutschen auf Gummirädern sieht man dazwischen und wiederum auch mit schweren SteincnOvder Eisenträgern beladene Wagen, deren Kutscher bösartig schimpfen. Und ein neues Element dazwischen, Handwagen über Handwagen, die wie in China von schwitzenden Arbeiterkulis ge- schoben werden. Menschenkraft als billigstes Transportmittels Nebenbei bemerkt, die Handwagen und Karren sind die tückischsten Feinde des Radfahrers. Wäbrend jedes mechanische Gefährt ihm einigermaßen die Sicherheit l.istet, daß es in fester Richtung ein Aegziel verfolgt, sind diese hastenden, von Menschenhand geschobenen Karren unberechenbar und ein seitliches Ausbiegen solcher Karren bringt den Radfahrer immer in Gefahr. Links der Fnedrichstraße und darüber hinaus in der Moabiler Gegend und nach dem Lehrler und Slettiner Bahnhof zu wird es für den Radfahrer schon angenehmer, obwohl der Verkehr hier wegen der großen Güterbahnhöfe und Hafenanlagen immer noch äußerst lebhaft ist. Aber der Radfahrer ist doch jedensalls in anständiger Gesellschaft. Nechls der Stetlincr Dahn bis in die fernsten Weiten des Nordens und Ostens ist er gänzlich außer Gesahr: hier ist das Eldorado des Radfahrers, hier Ist auch höfliche Rücksichtnahme. Lustig ertönt sein Klingelzeichen, wenn er eine Klingel besitzt. » Und nun möchte ich es dem geduldigen Leser nicht vorenthalten, warum ich dieses Lamento angestimmt habe und warum es mir am Tage zwblfmal kalt über den Rücken gelaufen ist. Es kam nur da- von, daß ich weder eine Klingel noch eine Bremse an meinem Rod besaß, meinem alten treuen Stahlroß. Und ein Rad ohne Bremse und Klingel ist wie ein Pferd ohne Augen und Ohren. Dafür wurde mein« Beobachtung um so mehr geschärft und nichts wird davon zurückgenommen, was hier geschrieben steht. Frei Heil! F. N. Das teure tzuhn. Die„proletarischen Agrarier", die heute mit Stolz auf eine Ziege, Kaninchen und etlichen Hühnern als ihr Eigentum hcrabblicken können, haben zeitweilig sicherlich schon des öfteren den Zeigefinger benutzt, um sich hinter dem Ohr zu kratzen und die Frage vorzulegen, ob die Rentabilität des Betriebes noch gewährleistet ist, wenn die Notwendigkeit vorliegt, in Zehn- oder Zwanzig-Pfund-Tüten mühsam das Futtermaterial heranzuschaffen. Die Unterhaltungskosten für die Kleintierzucht sind im Augenblick in geradezu erfchreckendem Maße gestiegen. Ganz abgesehen davon, daß das„lebende Material" heute kaum mehr zu bezahlen ist, muß man beachten, daß vor etwa einem Dreivierteljahr der Hafer, der zur Ernährung in umfangreichem Maße für die Kaninchen neben dem Grünzeug mit notwendig ist, von 2,S0— 3 M. auf 20 M. das Pfund gestiegen ist. Desgleichen„notiert" die Kleie im Augenblick unter günstigster Annahme 10 M. für das Pfund gegenüber einem Preise von 1— 1,50 M. vor einem Jahre. Das Grünzeug und die Kartoffelschalen werden von den Nachbarn heute nicht mehr ohne eine Gegenleistung abgegeben. Die Nachbarn rechnen ganz stark darauf, zu billigsten Preisen von ihrem Kartoffelschalenabnehmer Ge- müse oder Früchte, die im Garten des Abnehmers wachsen, zu er- halten. Wenn man beachtet, daß vor l�h Jahren ein Wurf Kanin- chen— etwa 4—6 Stück— 30 M. kostete, und heute dagegen 400 bis 500 M., kann einem die innere Freude an seiner„Landwirt- schaft" wirklich in die Binsen gehen. Diel ärger bestellt ist es mit einer Hühnerzucht. Eine Henne, die kein besonders guter Leger ist, wird heute mit 300 M. gehandelt. Die Gerste, die den Hühnern gegeben wird, hat heut« in dem Schnellauf der Preise desgleichen «ine unrühmliche Palm« erworben, indem sie sich mit an die Spitze gestellt hat und sich nicht unter 20 M. da» Pfund verkaufen läßt. Mais, gequetscht und ganz, stellt sich auf dasselbe Preisniveau und läßt es fast vergessen erscheinen, daß es«Ine Zeit gab, die kaum lange her ist, als man dafür 2,50 M. bezahlte. Mischfutter, das man früher für 1,80 M. einkaufen konnte, wird man heute mit 17,60 M. kaum einkaufen können. Ein genau so„teures" Gut ist die Ziege, die heute zu unerschwinglichen Preisen(2000 M.) im Stalle steht. Trotzdem In der Familie beständig eine Meinungsverschiedenheit darüber besteht, ob es noch zweckmäßig ist, die Landwirtschaft, ins- besondere die Viehzucht, weiter aufrechtzuerhalten, trägt dennoch fast immer derjenige den Sieg davon, der seine Liebe zu den Tieren so überzeugend dokumentieren kann, daß bisher die schätzbaren Haus- genossen an der Bratpfanne und dem Kochtopf vorübergegangen sind. Nur zu ganz großen Familienfesten entschließt man sich, einem der lieben Tierchen unter Wehmut den Hals umzudrehen und unter Ent- zücken festzustellen, daß da» Kaninchen z. B. in brauner Margarine- saure weit angenehmer duftet wie in lebendem Zustande. 3n der heutigen dentsch-eaglischeu Ariedenskundgebung reden von deutscher Seile Gustav S a b a t h als Borsitzender, von der SPD. Franz Krüger und Erwin Barth, llSPD. Dr. Rudolf Breitscheidt und Dr. MoseS. 181 Der Sprung in die Welt. Ein Iungarbeikerroman von Slrkur Iickler. Paul pfiff von der Siraße herüber, und die Kumpanei brach auf. In Hügeln gewellt, wie ein erstarrtes braungrünes Meer lag die Held« zu beiden Seiten der Straße. Landfahrer kamen ihnen entgegen. „Servus, Kunden! Wie weit ist es noch bis Bremen?" „Ein halber Tag und eine ganze Nacht." „Wie find die Bauern?" „Schlimmes Pack. Bor dem zweiten Dorf, in das ihr kommt, nehmt euch in acht. Dort hat ein Kunde vor einer Woche ein Mädchen mit Gewalt uinaelegt. Jetzt halten die Kuhschinder die Prügel bereit. Der Blechreiter hat ein Rad, und wenn er euch laufen läßt, so bloß darum, weil das s- Spritzenhaus schon voll ist. Morgen geht wieder ein Trupp nach der Schenigelwinde. Servus!" Sie trabten weiter.„Wir machen einen Bogen um das Kaff", entschied Paul. Am Abend hatten sie das Dorf umgangen und kamen wieder auf die Landstraße zurück. Der Wind war kühl ge- worden, und die Sterne glommen fern und kalt. Müde tor- kelten die Kunden hintereinnader her. Amanda sang mit l"her dünner Stimme: „Als wir einmal in Hamburg waren, sind wir im grünen August gefahren. Da brachten ste eine ins Verließ, weil sie ihre Titten aus dem Fenster hängen ließ. Er hörte bald wieder auf. well ihm die Kälte die Zähne zusammenschlug. Ein Zug mit hundert hellen Fenstern fegte am Himmelsrand dahin. Kurz vor Mitternacht erreichten sie ein Dorf. Im Wirts- haus dengelte Tanzmusik.„Richtig," sagte Rudi,„s'ist Sonn- tag heute." Knapp hinter dem Dorfe lag die kleine Dahn- station. Die Kunden wollten es sich im Warteraum bequem machen. Da kam ein Eisenbahner und brüllte:„Was fällt euch ein, hier ist keine Penne. Schert euch weiter!" „Fährt heute noch ein Zug?" fragte Hans. „In einer halben Stunde der letzte, ein Personenzug nach Kiemen." Die Freunde zählten ihre letzten Groschen, es fehlten zwanzig Pfennige.„Da habt ihr sie", sagte Paul und reichte ihnen die Hand:„Servus, Kunden!" „Servus, servus..." Paul und die drei anderen liefen wieder hinaus in die Nacht. Und wieder die Landstraße. Zwei Tage hatten sie in Bremen verbracht. Hatten vor Roland dem Riesen gestanden, den Lärm der Baumwollbörse beobachtet, im Rathaus die verräucherten Modelle alter, stolzer Kauffahrteischiffe bestaunt. Hatten auf der Brücke gestanden und ins gelbe Wasser der Weser geschaut. Von der Gewerkschaft konnten sie Zehrgeld erhalten, wofür sie einen langen Schlaf taten und ich satt aßen, aber an Arbeit war nicht zu denken gewesen. Nun schritten sie an den grünen Marschen entlang und waren schon froh, daß das Wetter lzeiter blieb. Geld hatten sie keins mehr; sie mußten fleißig ansprechen. Das fiel ihnen jetzt leichter. Sie machten sich wenig daraus, wenn ihnen eine Tür zugeschlagen wurde. Es fehlte nicht an lustigen Zwisch!n- fällen. So standen sie einmal vor dem Hause eines Dorf- sleischcrs und schauten durch das geöffnete Fenster in die Wohnstube, wo der Meister mit seiner Familie am Kaffee- trinken war. „Verdammte Landstreicher," polterte der Schlächter vom Kaffeetisch her.„seht zu, daß ihr vom Fenster wegkommt, ihr Bissenzähler, sonst fliegt euch etwas an den Kopf! Hans bekam es mit der Frechheit.„Ihr habt gut reden, Meister. Ihr habt euch einen dicken Bauch zurechtgesressen und wißt nicht, wie unsereinem zumute ist." „Du bist das frechste Aas, das mir semals in den Topf geguckt bat. Wollt ihr euch setzt endlich scheren?" „Wir denken nicht daran. Jetzt gucken wir so lange zu, bis wir sait sind." „Paiiliile— w�. sagst du dazu!" Pauline sagte gar nichts. Pauline war einfach sprachlos. So entstand eine Pause, bis der älteste des Nachwuchses meinte:„Hau sie aufs Maul, Vater!" Der überlegte. „Kommt mal in den Laden, ich will euch eine Leberwurst geben." „Mach' ich", sagte Hans und ging vorn in den Laden. Rudi blieb nor'orglich dw.ben und wartete das Weiter« ans gemessener Entfernung ab. Der Schlächter kam in den Laden und schüttelte den Kopf.»Du bist ein selten frecher Hund. Soll ich dich um die Ohren schlagen?". „Das werdet ihr nicht tun, Meister: denn ich habe euer Wort, daß ihr mir eine Leberwurst schenken wollt..." Jetzt lachte der Fleischer und gab ihm die Wurst.„Nun pack dich aber..." Und Hans packte sich. Drei Minuten später lagen Hans und Rudi im Straßen- graben, sahen in die ziehenden Frühlingswolken und aßen die Wurst. Wenn der Mensch satt ist, wird er müde, und wenn nicht ein großer Hund so laut gebellt hätte, der einen Karren an ihnen vorüberzog, wären sie von der Nacht überrascht wor- den. So aber glimmte das Abendrot, als sie aus dem Graben stiegen und die schlafrostigen Beine wieder in Schwung brach- ten. Nebel schleierten über die Wiesen, das Gelände wurde grau, die Fernen verloren sich. Eine seltsame Stimmung er- griff die beiden. Ein Wasser, das sie nicht sahen, murmelte in die Stille, ein Knizisix ragte im Dunst, und Feuchtigkeit legte sich auf die Gesichter. Unwillkürlich liefen die Freunde schneller, Sehnsucht packte sie noch Licht und Wärnre. So erreichten sie ein kleines Wirthaus. Sie traten in die Sttibe, in der ksin Gast weilte. Eine alte freundliche Frau kam herzu, und sie baten um einen Trunk. Die alte Frau sülltc ihnen zwei Gläser mit Bier und setzte sich mit an den Tisch. Die Freunde er» zählten von der Wanderschaft und von ihrer Heimat: das alte Weiblin hörte ihnen zu und sagte schließlich, daß sie für die Nacht dableiben könnten. In der Stube, in die sie geführt wurden, stand ein breites, wohlbezogenes Bett, und an der Wand hing dag Bild eines jungen Menschen.„Das ist mein Sohn," sagte die Alte leise,„er ist vor zwanzig Iahren in die Welt gegangen und ist nicht wiedergekommen." Dann wünschte sie eine gute Nacht und ging hinaus. Ein Hahn weckte die Wanderer: sie wuschen sich und liefen in die Wirtsstube. Die alte Frau war noch nicht da: so riegel- ten sie die Hintertür auf und gingen in d'n Hof, wo sie einen Sagebock neben Holzstapeln entdeckten. Die Aermel wurden aufgekrempelt. Rudi sägte die Scheite, und Hans schwang das Beil. Nach einer Stunde kam die Alte in den Hof und freute sich. Sie sckilug den beiden Eier in die Pfanne, die aßen sie zu schwarzem Brot und tranken warmen Kaffee dazu. Schließlich brachte die Alte noch zwei handfeste Stöcke herzu.„Sie sind von meinem Jungen. Er wird sie sich doch nicht mehr holen"— und sie winkte und nickte hinter den Freunden her, die in die steigende Sonne marschierten. _'(Fortsetzung folgt.) Gartenarbeit des Kindes. Filmschau. Die Filme der Woche. Berlin Deutscher Mietervereine hat sich daher an den Wohl. fahrtsminister und den Ober präsidenten gewandt, Im Verwaltungsbezirk Friedrichshain hat das der Berordnung des Magistrats die 3ustimmung zu ver zirtsjugendamt schulpflichtigen Rindern die Mögfagen. Da nach der Magistratsverordnung fast alle Reparaturen lichkeit der Betätigung im Gartenbau geschaffen. Der des praktischen Gebrauchs dem Vermieter abgenommen sind, so wird Tas Recht auf Liebe", das man im Marmorbans über sich Bezirk erstreckt sich nach Osten bis Stralau und ist reich an Kindern, durch deren jetzt unbedingt notwendigen Vornahme der Mieter ergeben ließ, nennt sich wie follte es anders Monumentalfilm". aber nicht besonders mit Erholungsstätten gesegnet. Draußen vor dem Stralauer Tor hat das Jugendamt auf dem früheren Müll- ungebührlich belastet, zumal der Bermieter jahrelang nichts an ionumental ist die Hilflosigkeit und Süßlichkeit des Vorwurfs( verstoßene Reparaturen ausführen ließ. Gattin, Kampf ums Kind), monumental der Unsinn der Titel. Für den Es flingt geradezu ungeheuerlich, Inhalt verantwortlich ist der amerikanische Produzent, der dem Film( dessen abladeplatz einen Garten eingerichtet, der unter den fleißigen Händen der Jungen und Mädel sich in furzer Zeit prächtig entwickelt hat. wenn für die wenigen jetzt dem Vermieter noch verbleibenden Repa- Manuskript sich großsprecherisch auf die Autorschaft eines Claude Favriere Dieser Lage fand dort eine kleine Feier statt, die vom Jugendamt raturen der Mieter 50 Proz. seiner Jahresmiete allein an Instand- beruit) nicht einmal die gute transatlantische Durchschnittsglätte zu geben veranstaltet wurde und als eine Art Stiftungsfest gedacht war. Sehungszuschlägen zahlen soll. Von der organisierten Mieterschaft verftand. Verantwortlich für die analphabetischen, graufam erheiternden Beim Gintritt in den Garten wurden wir von den freudig erregten wird gefordert: 1. Entfernung aller bereits in der Friedensmiete Titel ist die beutsche Aufmachung. War denn tein alphabetisch orientierter Mädel und Jungen begrüßt und durch die Beete geführt. Stolz enthaltenen Bestandteile, deren heutige Rosten umgelegt werden Schuljunge zur Hand? Die Photographie des Films ist anständig, in stilisierten Märcheneinlagen sogar von gewissem Stimmungsreiz. Borher erzählte uns einer der Jungen:" Ne ganze Mandel Kohlrabi habe sah man wieder einen der ganz tollen, artistisch durch wirbelten, lustigen ich Muttern schon mitgebracht und Köppe dabei, so groß!" und Falty Filme: Falty als Roch". dabei ballte er beide Hände zusammen. Ich habe schon eine Menge Schoten mit nach Hause genommen, berichtete freudestrahlend ein Mädel. Was ist da alles angebaut: Kohl jeder Sorte, vom Wirsing bis zum Rosenkohl, Mohrrüben, Erbsen, Bohnen, Auf zum Protest 75 Kürbis und natürlich auch Tomate. Sogar Tabatpflanzen fanden gegen die Moskauer Todesurteile! Schuld und Sühne, Schmalz und Zuder, Reichtum und Armut, Gut und Dienstag, den 22. Auguft, abends 7, Uhr: Gr. öffentliche Versammlungen wir auf den Beeten, aber sachverständig sagte uns ein elfjähriges Mädchen: Rauchen kann man den nicht, der hat zu wenig Sonne gekriegt in diesem Jahr." Auf dem mit Eichengirlanden geschmückten Festplatz hatte sich inzwischen ein Mädchenchor aufgestellt, der unter Leitung seines Lehrers altvertraute Bolkslieder mit zartem und innigem Ausdruck vertrug. Die Bezirksstadträtin Demmning mies in einer Begrüßungsansprache auf die Entstehung dieser Gartenanlage hin und versprach, nicht zu ruhen, bis alle Kinder, Kliems Festfäle, Hafenheide 13| Viehhof- Börse, Eldenaer Str. die Gartenbau treiben wollen, ihr Beet haben. Mit Chorgang Germaniafäle, Chauffeeftr. 110 Stadttheater, Alt- Moabit 47/49 und Reigentänzen, die von einer Mädchenriege eines ArbeiternEs werden folgende Genossen sprechen: nereins ausgeführt wurden, schloß die Feier. Dom Diner in die Freiheit. Die Einladung des Untersuchungsgefangenen. in folgenden Lolalen: Dr. Adolf Braun, M. d. R., Ernst Heilmann, M. d. C., Erich Kuttner, M. d. C., Dr. Theodor Liebknecht, Dr. M. Moses, M. d R., Dr. Kurt Rosenfeld, M.d.R., Alexander Stein, Heinrich Ströbel. Eintritt 1 M. Gin Labyrinth des Grauen8" tat fich den Besuchern der Rammerlichtspiele, Potsdamer Straße, auf. Diese romantische Geschichte" pferdt alles, was es an übler Filmromantik gibt, auf die Leinwand. Schuß durchs Fenster, brennende Eilenbahn, Wagenzertrümmerung, Baie, Schwarz und Weiß, Beilchen und Petroleum. Alles schön gerecht dosiert, unmenschlich richtig verteilt. Ritsch- Defonomie, durch eine maschinenmäßig flappernde Regie ohne wesentliche Störung des seelischen Zuschauergleichgewichts aufgebaut. In der Hauptrolle sieht man die schöne Wienerin Lucie Doraine; fie ist reizend, verfügt über differenzierten Ausdruc und natürliche Anmut. Alphons Fryland, hisch, fast unschauspielerisch schlicht, ist eine Freude. p- s. Im UT. Nollendorfplatz bestreiten die Ausländer diesmal das Programm. Sie bieten sehr viel Gutes. Borerst Eine Dampferfahrt“, die den Beschauer eine Rordlandreise genießen läßt. Die tadellose Bhotographie landschaft, ellebermittlerin aller Schönheiten der düsteren nordischen Wunderschimpanse übertrifft abermals die hochgespanntesten Erwartungen Programmnummer 2 bringt Joe Martin als Hotelboy". Der und wie immer steht man auch nach diesem Film wieder in ehrlicher Bewunderung vor der Dreffurkunst der Amerikaner. Natürlich birgt das Manuskript manche Einfälle, bei denen ein gut europäischer Durchschnitts. ftets bergnügter Stimmung. on kurzem wird fich die Straffammer des gandgerichts mit Männer und Frauen Groß- Berlins, erscheint in Maffen! to dine weiteres nicht mit tann. Aber was macht's, man bleibt Bezirksverband der SPD. Berlin. Bezirksverband der USPD. Berlin- Brandenburg. Gewerkschaftskommiffion Groß- Berlin. e. b. Die Dame und ihr Friseur war erstmalig im u... Kurfürstendamm zu sehen. In diesem Film dreht sich alles um die Launen einer eigensinnigen, schlecht erzogenen Frau. Jede Laune aber ahnt man vorher und ohne irgendeine überraichende Bendung spielt sich alles ab. Man hat sich start im Tempo vergriffen. Die fünf Afte find unendlich schleppend und die Altschlüsse matt. Der einzige Eindruck ist, die Baronin Banda langweilt fich und das Publikum. Der Titel des Films ist jedenfalls vielversprechender als sein Inbait. Hugo Doblin muß er wähnt werden, denn er schuf als Papierhändler helmann eine großartige Type. cinem interessanten Brozeß zu beschäftigen haben, in dem zwei Strafanstaltsbeamte sich wegen fahrlässiger Gefangenenentweichung Zweite Heimat", ein Svensfafilm der Deela Bioscop, iit ein Spiel zu verantworten haben. film, der für fich zu werben versteht. Er arbeitet mit starlen Spannungs. Diners find heutzutage an der Tagesordnung und wie dabei die Ziele im großen verfolgt werden, so momenten, die man bei den Schweden gar nicht erwartet. Mit jeiner Beobachtungsgabe, unter bervorragender Äusnugung landschaftlicher Schön. verfolgte mit einem splendiden Essen der berühmte internationale beiten, bringt der Regisseur Sohn W. Brunius Schlichtheit und NaturScheckschwindler und Betrüger Martin Goldschmidt seine perwahrheit in alle Begebenheiten binein. Von den Darstellern läßt sich nur sönlichen, aber für ihn nicht minder wichtigen Absichten im fleisen. müssen. 2. Angemessene und berechtigte Festsetzung der Zuschläge berg ist stets glaubbaft als Konsul Richard Brenner, Pauline Brunius gutes berichten. Baul Seelig schöpft seine Rolle voll aus, Tore SvennGoldschmidt war nach Berübung großangelegter Straftaten in nach den Vorschlägen des Gaues Berlin im Bunde deutscher Mieter- zwingt zu starfem Miterleben, und Renée Börling ist von entzüdender Ungarn, derentwegen seine Auslieferung beantragt worden ist, nach vereine. 3. Klare Stellungnahme dahin, daß Reparaturen, die bis Jugendfrische, Nils Lundell, ein echter Seebar. Deutschland gekommen, um hier mit einem Stomplicen, dem una her dem Vermieter oblagen, aber infolge feines Berzuges nicht zur rischen Privatgelehrten Alexander Jarinay, feine Tätigkeit zu Ausführung gelangt sind, nicht nach dem Reichsmietengefeß auf entfalten. Man hatte beide gefaßt und sie in das Untersuchungs- Miebertoften gemacht werden dürfen. Jede andere Politit heißt, gefängnis eingesperrt, wo sie zunächst ihrer Verurteilung in der am den Mitgliedern Sand in die Augen streuen. Wir warnen vor den 7. v. M. angefetzten Hauptverhandlung entgegenfahen. Dies und die Folgen. In anderen Städten, in denen die Magistrate ähnlich hohe Furcht, auch noch an die ungarische Regierung ausgeliefert zu wer- Buschläge festlegten, haben Kommunalaufsichtsbehörden bedeuden, ließen Herrn Goldschmidt darauf sinnen, wie er sich am schnell- tende Abstriche gemacht. Die Berliner Magistratsfestsegungen ften aus der üblen Patsche, in die er geraten war, herausziehen erscheinen ungeheuerlich, wenn man in Betracht zieht, daß für fonnte. Nachdem Krankheitsfimulierung und ein jogar gegen ihn Erfurt insgesamt nur 140 Prog. Buschläge festgesetzt sind, wobei selbst vor dem Landgericht I angestrengter Prozeß ihm nicht den noch alle Reparaturen" von dem Vermieter auszuführen sind. so sehnsüchtig gewünschten Weg in die goldene Freiheit gebracht Bon der organisierten Mieterschaft Berlins werden überall Protest. hatten, fam er auf eine originelle Idee, die zum vollen Erfolg führte. versammlungen gegen die Festsetzung erfolgen. Sollten die AufEr heuchette eines Tages entfehliche Zahnschmerzen und fichtsbehörden nicht eingreifen, so können die Spizenverbände der murde daraufhin, bewacht von den beiden Angeklagten, dem Straf: Mieterschaft für die Folgen hieraus nicht einstehen." ansialtsoberwachtmeister August Owsthanta und dem Wachtmeister Georg Fiedler in das Zahnärztliche Institut der Universität geführt. Die Speisekarte des Gefängnises weit nicht gerade Leckerbissen auf, und so fonnten die beiden Beamten den Munich des Gefangenen wohl verstehen, daß er sich nach einem guten Diner, zumal da es seine Braut geben wollte, einigermaßen sehnte. Ihre enfänglichen Bedenten schisanden unter dem Druck einer herzlichen Einladung dazu und alle vier machten sich nach der Ansbacher Straße auf, wo ihnen ein freundliches Dienstmädchen die Türe öffnete. Im Speiseraum lud eine üppige Tafel zu seltenen fullnarischen Genüssen ein und die Beamten, die derartige Festessen nicht gewöhnt waren, ließen sich von der Braut des Angeklagten, die die Honneurs machte, nicht lange nötigen. Man aß und trant und aß und wenn der Gefangene zwischendurch einmal die Toilette nuffuchen mußte, begleitete ihn jedesmal pflichtschuldigst ein Becmter, bis schließlich der Wein zu wirken anfing und dies einmal unterblieb. Damit hatte Goldschmidt gerechnet und von diesem Gang tehrte er nicht wieder. Die Beamten bemertten nicht einmal gleich sein langes Ausbleiben, da sie von der liebenswürdigen Gastgeberin in ein äußerst interessantes Gespräch vermidelt worden waren, das um so anreuber war, als ein paar Tausendmarkscheine von ihr auf den des Hauses gelegt wur Den. Frau Lilly Scharrer, die Braut des Angeklagten, ihr Dienstmädchen Anna Pohl und die beiden Beamten werden sich nun wegen dieser gelungenen Geschichte in Moabit zu verantworten F- Ser Entführt und verführt. Auf Eisbärenjagd", ein nordischer Film, war jedoch ein boller Gewinn des Abends. Diefe Bilder aus den Regionen des ewigen Eijes waren von einer ungeheuren Eindrufsstärke. Zudem sieht man, wie die jungen Gisbären in rührender Liebe an ihrer Mutter hängen. Selbſt wenn das Bärenweibchen getötet ist, feucht teine Gejahr das Jungtier von der Toten weg. Dann fängt man die jungen Eisbären, und man fieht den beschwerlichen Anfang ihrer Reise, die in irgendeinem Zoologischen e. b, Neue Lehrfilme. Die Brauntohle, ihre Entstehung, Sc winnung und Berbreitung" betitelt sich der neueste Bortrags- und Lehrfilm der Deutschen Lichtbild Gesellschaft. Die Versorgung Groß- Berlins mit Elettrizität wird durch dieselbe Gesellschaft dargestellt werden. d. Is., wieder eröffnet. Die Bolfsbücherei Neukölln wird am Montag, den 21. August Garten ihr Ende findet. Heber Bayerns Berrat am Reich wird Sauptmann Dr. Süsinger aus München am Dienstag, den 22. August, 7%, in einer Bersammlung in den Rammerfalen( Sallesches Tor) unter dem Borsik bellmut von Gerlach sprechen, die einberufen ist von der„ Liga junge Republik" und der Deutschen Liga für Menschenrechte"." Außerdem Sprechen Abg. Dr. Kurt Rosenfeld über Bayernrecht und Reichsrecht und Major Müller Brandenburg über Die Notwendigkeit der Reorganisation der Reichswehr". und liegen aus bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen und Bezirksbildungsausschus. Die Beichnungslisten sind ausgegeben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2.5of 2 Tr., Zimmer 8. Die Theatervorstellungen beginnen am Sonntag, den 3. September, nachmittags 3 Uhr im Neuen Theater am 300 mit der Aufführung Einsame Menschen" von Gerhart Hauptmann. Die Lehrpläne der So aialistischen Bildungsschule find erschienen und zu haben bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen und im Bureau. ausspruch ist jekt im Burean zum Preise von 20 M. pro Stüd zu haben. am Sonntag, den 6. d. Mts. in Bolt und Zeit veröffentlichte sozialistische 21 Der Auf alle von Wollstein gekauften Lose haben die nachstehenden Nummern gewonnen. Die Gewinne find täglich nachmittags von 4-6 Uhr Liebmannstr. 5, born rechts 3 Tr. in Embjang zu nehmen. 614, 658, 691, 620, 663, 689, 661, 521, 627, 692, 672, 616, 608, 523, 533. Nummern: Groß- Berliner Parteinachrichten. Wir bitten die Kreise 1, 7, 9, 10, 11, 12, 15, 17, 18, 19 und 20 um sofortige Abholung der Plafate für die Dienslagverfammlungen. # 2. Kreis. Arbeitsgemeinschaft Kinderfreunde. Montag, den 21. August, 7½ Uhr, in den Geschäftsräumen der 83., Wilhelmshavener Straße. Rach der Gigung wichtige Besprechung der SPD.- Funktionärinnen. Alle Hel ferinnen und Funktionärinnen der SPD. müssen erscheinen. nb 18. Kreis. Beißensee. Montag, den 21. Auguft, 8 Uhr, im Konferenzzimmer des Rathausgebäudes, Albertinenstr. 6, Sigung der Bezirksverordnetenfrat tion.( Siehe Rotia unter 125. Abteilung.) Kreisvertreterinnen, Areisvorfigende für Arbeiterwohlfahrt, Bezirks. Stadtverordnete. Dienstag, den 22. August, 7 Uhr, im Sigungsscal des Secretariats, Lindenstr. 3, Gigung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller erforderlich.( Berlegung wegen bez öffentlichen Bersammlungen leider nicht möglich.) Kreis. Tiergarten. Wegen der am Dienstag, den 22. August, 7% Uhr statt. finbenden öffentlichen Protestversammlung der SPD. und der USPD. im Stadttheater, Ait Moabit 47-49, treffen sich die Abteilungsleiter und Rasierer fchon um 6% Uhr. Erscheinen sämtlicher Genossen und Genossinnen Pflicht. 2. Die Vereinigung der Freunde von Religion und Völkerfrieden macht heute einen Ausflug nach dem Grunewald( Blag binter den Schieß- 4. jiänden, nahe der Untergrundbahnstation Dahlem- Dorf). Treffpunkt 3%, Ubr. Am Dienstag 7, Uhr in der Leibniz- Oberrealschule, Schillerstr. 125 ( nabe Anie), Bortrag des Pfarrers Bleier über Walter Rathenau, der Blut- 6. zeuge für die Völlerversöhnung." Distuffion. Die Flucht aus der Strafanstalt. Kreis. Prenzlauer Berg. Dienstag, den 22. Auguft, treffex fich die Ge. Roffen zum Abmarsch in den Abteilungslokalen. Treffpunkt 6½ Uhr Arnswalber Blaz. Arcis. Areuzberg. Alle Genoffinnen und Genoflex beteiligen sich an der öffentlichen Berfammlung am Dienstag, den 22. August, in Aliems Fest fälen, Sasenheide.( 14. Rreis.) 7. Areis. Charlottenburg. Dienstag, den 22. Auguft, 7 Uhr, im Sigungsfoal des Sekretariats, Lindenstr. 3, Ronferena fämtlicher Funktionärinnen fo wie der weiblichen Bürgerbeputierten. Im Behinderungsfalle ist Vertre tung zu entfenben. Jede Abteilung muß durch die Abteilungsleiterin ver. treten sein. abend in der Berfammlung Germaniafäle, Chauffeeftr. 110. Heute, Sonntag, den 20. Auguft: tionäre. abt. Die Raffierergeschäfte libernimmt vom 21. August bis 25. September Genoffe Gottbehilt, Mittenwalder Str. 7. Die Abenteuer einer Dreizehnjährigen. Eine nicht alltägliche Aufklärung fand ein Diebstahl, der in einem hiesigen Warenhause verübt wurde. Ein junges Mäddhen wurde dabei ertappt, als es einem Manne ein Paar Ladschuhe heimlich in die Tasche steckte. Beide wurden verhaftet und festDer gewaltsame Ausbruch von Strafgefangenen aus der Strafgestellt als ein 29 Jahre alter Schiffer Paul Kruger und eine anstalt in Brandenburg( Havel) am 7. August d. 3. ist, wie 19. Areis. Panlow. Die Genoffen und Genoffinnen treffen sich am Dienstag Echülerin Martha 3. aus Frankfurt a. d. O., die erst 13 Jahre zählt. der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, in der Weise ausge Krüger sprach am vergangenen Dienstag in Frankfurt führt worden, daß zunächst sechs Gefangene mit besonders en der Oder vor dem Postamit die fleine 3. an und fragte sie, langen Strajen gemeinschaftlich in ihrem Arbeitssaal den Aufsichts- 5. Abt. Familienausflug nach Hohenschönhausen, Sportplag. Treffpunkt 9 Uhr ob sie ihn nicht mehr fenne. Er habe doch früher schon einmal mit beamten und darauf in vier anschließenden Arbeitssälen andere 97. Abt. Rentölla. Früb 10 Uhr wichtige Besprechung jämtlicher Bezirks. Berolina, Alexanderplay. Sachailgler Straßenbahn 184 bis Lüderigstraße. ihr gesprechen, und ein anderes Mal mit ihrer Freundin, während Aufsichtsbeamte hinterrüds und überraschend nieder- führer beim Genossen Breuer, Emferstr. 23, vorn 8 Treppen. sie dabei gewesen war. Die Schülerin erinnerte sich nun auch eines warfen, teilweise feffelten und sich ihrer Schlüssel und Gespräches zwischen einer ihrer Freundinnen und einem Manne Seitengewehre bemächtigten. Trozdem fie dann in den zum Teil Morgen, Montag, den 21. Auguft: und glaubte, daß sie diesen jeßt wieder vor fich habe. Sie fand des start belegten vier Arbeitssälen durch Zurufen die Beteiligung der 17. Abt. 7% Uhr bei Dose, Nordhafen, Sigung der Bezirksführer und Funk. halb nichts dabei, daß er ihr versprach, ihr etwas schenten zu wollen, übrigen Gefangenen an dem Ausbruch zu erreichen versuchten, haben 24. abt. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Rösner, Immanuellirchstr. 5. und setzte sich zu ihm aufs Rad. Als man an einem Geschäft sich nur zwei weitere Gefangene angeschlossen. Die übrigen Ge Wichtige Tagesordnung. vorbei fam, ließ Krüger fie absteigen und schichte sie mit der Weifangenen haben sich vollkommen ruhig verhalten und nicht beteiligt, 31. Abt. 8 Uhr Sigung der Betriebsführer und Bertrauensleute bei Gold. schmidt, Stolpischeftr. 36. fung hinein, ihm eine Handtasche, die auf dem Ladentische lag, aber auch den Beamten keinen Beistand geleistet. Die insgesamt 42. herauszuholen. Sie tat das denn auch, ohne daß jemand etwas adt Gefangenen haben nach leberwältigung von weiteren Aufmerkte und gab ihm die Tasche. Krüger öffnete fie, fagte, es sei fichtsbeamten und nicht unerheblicher Verlegung eines Beamten 53. bt. Charlottenburg. 7 1hr Borstandssigung bei Zug, Ufnauftr. 1, 814 Uhr erweiterte Borstandsfikung ebenda. nichts drin, und gab sie ihr zurück mit der Aufforderung, sie weg- ihren Weg über die Anstaltshöfe und den Anstaltsgarten nach der 86. Abt. Marienborf. 7 Uhr Funktionärßigung in der Aula bez 2. Gezuwerfen. Nachdem sie das getan hatte, traf sich Martha 3. mit Hapel zu genommen und sind durch den Fluß in den dicht mit Geihrer Schwester und einer Schulfreundin. Allen Dreien faufte büsch und Unterholz bestandenen Nachbargarten gelangt. In- 125. Abt. Weißenfee. 8 Uhr Ronferenzzimmer des Rathausgebäudes, Alber. Krüger für 50 m. Speiseeis. Martha 3. gab er bann besonders zwischen hatten alle verfügbaren Beamten die Berfolgung aufgenoch 50 m., für die sie sich Bonbons faufte. Krüger sagte ihr dann, nommen. Dabei wurden fechs Gefangene ohne besondere Daß er für sie billige Strümpfe und Schuhe kaufen tönne und auf Schwierigkeit wieder ergriffen, während bei der Ergreifung fine Beranlassung ließ sie sich daraufhin durch ihre Schwester ihre eines weiteren Gefangenen ein Aufsichtsbeamter, der sich durch die Sparbüchse mit 150 m. von Hause holen. Darauf faufte ihr drohende Haltung und Worte des mit einer Waffe versehenen Behann Krüger auch Strümpfe und Schuhe. Auf seine Einladung ging fangenen und durch die in unmittelbarer Nähe vermuteten weiteren Fe jetzt mit ihm nach dem Bahnhof und fuhr mit dem seltsamen Ent- Ausbrecher ernstlich gefährdet fühlte, von der Schußwaffe Gebrauch führer nach Berlin, wo das Mädchen nach dem Diebstahl, den machte. Dieser Gefangene ist an der Schußperlegung alsbald gecuf Geheiß Krügers ausgeführt hatte, verhaftet wurde. storben; der achte Gefangene( mit lebenslänglichem Zuchthaus be- 8. Abt. Der Frauenabend findet erst am 28. August statt. ftraft) ist entfommen. Der ganze Borgang von seinem Be- 23. st. 74 hr bei Saube, Müllerstr. 62a. Thema: Hygiene bes Jchs". ginn bis zum Ausbruch der Gefangenen durch den Anstaltsgarten Ref. Geneffe Miethbe. hat fich in taum fünf Minuten abgespielt. Der Ausbruch ist hiernach 40. nur aus bem besonders den langfristigen Gefangenen innewoh M. b. M. nenden Drang nach Freiheit zu erflären; er hat mit der im Jahre 82. 1920 in der Brandenburger Strafanstalt stattgefundenen Meu terei nichts gemein. Ob durch schuldhaftes Berhalten eines Beamten der Ausbruch ermöglicht oder begünstigt ist, und ob der eine Aufsichtsbeamte von seiner Schußwaffe im Rahmen der Bor schriften Gebrauch gemacht hat, wird noch geprüft. Die neuen Mietzuschläge. Ein Protest des Bundes deutscher Miefervereine. Bom Gau Berlin im Bunde deutscher Mieterper eine wird uns geschrieben: Die vom Berliner Magistrat am 16. d. M. festgefehten 3u schläge nach dem Reichsmietengesetz haben das Befremden weiter Mieterfreise ausgelöst, da sie nicht nur nach den wirklichen Berhältnissen zu hoch gegriffen find, sondern auch die vom Breußischen Bohlfahrtsministerium festgesezten Höchstgrenzen übersteigen. Von den Mieterorganisationen waren dem Maftrat vor der Festlegung Borschläf für die Bemessung vorgeleat Gersfeld, 19. Auguft.( WTB.) Henzen- Hanover freugt im merden, die auf Grund gesammelten Materials eingehend geprüft, motorlofen Segelflugzeug fcit zwei Stunden etwa waren. Diese Borschläge wurden nicht berücksichtigt. Der Gau 200 meter über der Kuppe, Ter motorlose Segelflug. . meinbeschule, Rönigstraße, tinenstraße 6. Sigung des Abteilungsvorstandes. Die Mitglieder der Be zirksverordnetenfraktion werden zur Teilnahme an einer fich anschließenden Fraktionssigung um ihr Erscheinen gebeten. Die mit der Abrechnung der Sommerfeftfarten und Parteiabzeichen im Rildstand stehenden Raffierer merden um fofortige Abrechnung gebeten. . G. Ratelwer! Oberschöneweibe. Um 44 Uhr findet eine Sigung aller SPD.- Vertrauensleute und Betriebsräte im Ronferenzzimmer der Rott meier- Schule, Eingang Frischenstraße, statt. Es ist Pflicht eller Roflegen, zu erscheinen. Parteibuch ist mitzubringen. Frauenveranstaltungen: unb 41. bt. 7½ Uhr bei Boigt, Dreibundstr. 11. Theme: ,, Das Recht des ehelichen und des unehelichen Rindes". Ref. Klara Bohm- Schuch, Abt. Steelih. Helferinnen bei den Ferienspielen: Ausflug nach der Machnower Schleuse. Treffpunkt 2% Uhr Bahnhof Lichterfelbe- Dft. Die Genoffinnen der Abteilung sind eingeladen. Uebermorgen, Dienstag, den 22. Auguft: 108. bt. Röpenid. 1½ Uhr Aula der Rörner- Schule, Lindenstraße, tit. gliederversammlung. Thema: Die politische Lage". Ref. Gen. Heinrich. Geschäfts- und Raffenbericht. Jungfozialisten. Gruppe Lichtenberg. Teilnahme an der Protestversammlung. Treffpunkt 6½ Uhr im Jugendheim, Bartaue. Frauenveranstaltung: bis 20. 67 Uhr im Zebigenheim, Schönstadtftr. L Thema:„ Die 18. Entwidlung des Solidaritätsempfindens im Sozialismus" Ref. Genoffe Abolf Busaid. Währung und Wirtschaftspolitik.onjunttur Jahren mit sich gebracht hat. Man könnte sie fast als„ Gründer| versehen. Eine andere Sache aber ist es, wenn das Reichsbankgold tonjunttur" umschreiben, auf die unweigerlich ein schwerer einer Währungspolitit, ciner Stüßung des Martfurses, nutzbar gesteckte Arbeitslosigkeit. Die letzte Woche hat eine neue fatastrophale Entwertung der Rückschlag kommen muß. Niemand, zu allerletzt das arbeitende Bolt macht werden kann. In den Tresors der Zentralbant eingekapselt, Mark gebracht. Der Dollar, Ende voriger Woche noch mit 782 be- hat ein Interesse an der Aufrechterhaltung eines solchen Fieberzu- hilft uns das deutsche Gold ebensowenig wie das amerikanische zahlt, stieg bis zum Ende dieser Woche auf 1251 M., war aber an Worte des gemeuchelten Rathenau nichts anderes ist, als eine ver- seit Jahren vergeblich hoffen. Um so mehr sollte man Wege beschrei standes der Wirtschaft, der nach einem außerordenlich treffenden Gold, das wir nicht haben und auf das wir, dant Poincarés Politi, ber Sonnabendbörse im frein Verkehr zeitweilig noch bedeutend höher, nämlich mit etwa 1400 m, bewertet worden. In einer Woche ten, die eine Aussicht dafür bieten, uns aus dem Sumpf des So ist es denn unser eigenes Interesse, wenn der Wirtschaft Währungselends hinauszuführen und seinen verhängnishat also die Mart annähernd die Hälfte ihres damaligen Wertes eingebüßt. Galt sie damals etwa den von der Geldseite her Zügel auferlegt werden. Zwei Gründe vollen wirtschaftlichen Wirkungen steuern. 186. Teil ihres Verkriegswertes, also immer noch etwas mehr als ließen: der Staatsbedarf, worunter auch die Reparationspflichten waren es, die bisher den Notenumlauf der Reichsbank ansa; wellen ½ Pfennig, so ist sie jetzt auf mur ½ Pfennig im Werte gesunken. fallen, und der Bedarf der Wirtschaft an Zahlungsmitt In. Den Angesichts dieser enormen Verschlechterung der Mart ist das starte Anziehen der Warenpreise, begünstigt durch den Baluta- Ausverkauf, durchaus erklärlich. Wir gehen mit Riesenschritten auf der gleichen Bahn, die vor uns Defterreich gegangen ist. Und es ist nur ein Symptom der Zeit, daß faft zu gleicher Zeit der Reichskanzler seine warnende Stimme gegenüber unseren Gegnern erhob. während im Inland die Regierung, unterstützt von den Gewerkschaften, auf wirtschaftspolitische Maßnahmen sinnt, die die verheerenden Wirkungen des Marksturzes auf das Inland und auf die inländische Produktionstraft abschwächen sollen. Erfreulich ist, daß man nun wenigstens mit der gebotenen Beschleunigung eine Erhöhung der Ausfuhrabgabe im Reichswirtschaftsrat grundsätzlich beschlossen hat. Es ist aber notwendig, daß nun balb weitere Maßnahmen folgen, insbesondere eine Abschnürung der Luruseinfuhr und wirksame Vorkehrungen gegen ein Anschwellen der inländischen Lebensmittelpreise ins Ungemeffene. Post- Abonnenten Damit die regelmäßige Juſtellung des " Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bei dem zuständigen Postamt sofort zu erneuern. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Deutschlands Einfuhr an entbehrlichen Waren. werden muß, wird der Einkauf von Rohstoffen aus dem Auslande Mit jeder Mart, die zum Erwerb fremder Devisen aufgewendet schwieriger. Wir alle haben daher die Pflicht, unseren Ver brauch an ausländischen Genußmitteln und Lurusgegenständen einzuschränken, um nicht De= visen ins Ausland zu geben, die für die notwendige Einfuhr von Nahrungsmitteln und Rohstoffen für unsere Industrie gebraucht werden. Wie wenig aber dieses in unserer Situation oberste volkswirtschaftliche Gebot beachtet wird, zeigt folgender Auszug aus der Statistik über den deutschen Außenhandel im ersten Halbjahr 1922. Es wurden für 130 Milliarden Mark ausgeführt und für 142 Milliarden Mark Waren eingeführt. Darunter bc= fanden sich: Obst und Südfrüchte im Werte von 2½ Milliarden Mark 14 Tabak Kaffee 4 77 " 1,193 Frühgemüse Wein und Most " 263 Millionen Mark 477 " Liköre und Trinkbranntwein 272 Sprit " 252 . 4 " " Bigarren und Zigaretten. 73 Bier 18 " Da wir uns nicht den Lurus leiften fönnen, daß unsere durch die kostspieligen Bedürfnisse einer Hand voll Genießer und Schlemmer noch mehr entwertet wird, fordern wir von der Reichsregierung, daß fie nichts unterläßt, was geeignet ist, die Einfuhr von Genußmitteln auf das unumgänglich notwendige Maß zu beschränken. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Die Startmeldungen zum Sportfeft sowie die Abrechnungen der Abonnementsliften für die Theatervorstellungen müssen bis Mittwoch, ben 23., spätestens erfolgt sein. Heute, Sonntag, den 20. August: Charlottenburg. Besichtigung des Parteiarchivs. Treffpunkt 9 Uhr im Borwärtsgebäude. Morgen, Montag, den 21. Auguft: Reichenberger Viertel. Jugendheim Gemeindeschule Glogauer Str. 12-16, Während der Dollar anhaltend steigt, arbeitet die Notenpresse unverändert fort. In der Woche vom 8. bis 15. Juli brachte die Reichsbank für 6,3 milliarden Mart neue Zahlungsmittel heraus unter dem Druce des starken Bedarfs an Bargeld und Krediten, der an sie herantrat. Das Publikum stößt infolge der Geldknappheit die in seinem Besiz befindlichen Reichsscha anweisungen ab. So schwoll allein in der zweiten Juliwoche der Bestand der Reichsbank an diskontierten Reichsschaganweisungen Staatsbedarf einzuengen, ist eine Sache der Finanz- und der um 8 Milliarden an, obwohl das Reich seine schwebende Schuld in Außenpolitik. Den der inneren Wirtschaft zu beschränkten, ist eine der gleichen Zeit um ½ Miliorde vermindert hat. Zur Zeit beträgt wirtschaftspolitische Aufgabe, deren Ausführung vor allem in den Der Wert der Reichsschahanweisungen, die bei der Reichsbant ruhen, Händen der Reichsbant liegt. Diese verfügt über mehr als 217 Mil218 Milliarden Mart. Zwei Drittel der schwebenden Reichsschuld liarden Mark Papiergeld. Das ist blutwenig im Verhältnis gegen werden also nicht mehr vom Publikum geliehen, sondern von der früher, berechnet man den Goldwert dieser Summe- man kommt Reichsbank verwaltet und warten darauf, durch die Notenpresse„ ein- noch nicht auf 700 Goldmillionen! Aber das Erstaunlichste ist, auch gelöst" zu werden. Daß diese Art der Schuldentilgung die schwerste und von diesen 217 Milliarden ist ein großer Teil im Ausland, dient also rüdsichtsloseste Steuer ist, wurde von uns wiederholt dargelegt. Aber gar nicht dem Zahlungsmittelverkehr im Inland. Diese Beträge müssen und das geht ohne Notendruck es bietet sich vorerst noch feine Möglichkeit, die schwebenden Schulden dem Inland zugeführt in langfristige Anleihen umzulegen, und so ist ein absolutes, plötz werden. Auch hier sind Zahlen lehrreiche Hinweise. Eine Gold= liches Anhalten der Notenpresse noch nicht durchzuführen. anleihe von 500 Millionen würde nach heutigem Kurse einem Betrag en Papiergeld von rund 150 Papiermilliarden entsprechen, also wohl noch mehr, als es überhaupt deutsches Papiergeld im Vortrag:„ Jugend und Republik". einer Kreditbürgschaft der Privaten auch die Goldmilliarde der Ausland gibt. Würde zur Deckung einer solchen Anleihe außer Reichsbank herangezogen werden, so müßte es gelingen, die im Ausland und einen erheblichen Teil der im Inlano umlaufenden Beträge an Papiergeld zu feffeln. So scheint jetzt eine Goldanleihe möglich. Ihre Verzinsung und Rückzahlung in Gold würde jährlich 2. Vierteljahr d. J. von der Reichsbank zur Stüßung der Reichsmart viel weniger Devisen erfordern, als allein bei der Dollarhausse im auf den Markt und der Spekulation in die Hände geworfen werden mußten. Voraussetzung dafür ist freilich, daß die Entente nicht EinZahlung von Reparationen mit dem Golde der Reichsbank nieman wendungen erhebt. Ihr müßte entgegengehalten werden, daß eine dem etwas nügen fann. Sie würde der deutschen Valuta und damit der Fähigkeit Deutschlands zu weiteren Zahlungen den Todesstoß Und doch drängt sich die Frage, wie man die Notenpresse einschränken will, immer mehr zur Entscheidung. Nicht nur, weil die Entente es so will, sondern weil der Schwund der Währung das ganze Bolt bedroht. Borauslegung dafür ist freilich ein langfristiges Moratorium, daß uns wenigstens der drückendsten Goldverpflichtun gen an das Ausland enthebt. Aber die Geldentwertung ist nicht nur durch die Reparationen bedingt, sie ist bis zu einem hohen Grade in der irländischen Wirtschaft verankert. Die Scheinblüte der deutschen Wirtschaft darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß fie auf einer gänzlich ungefunden Grundlage, eben auf der Geldentwertung beruht. Kürzlich brachten wir einige Zahlen über die Ronkurse. Während in den letzten 13 Jahren vor dem Kriege der Apparat der fapitolistischen Konkurrenz mindestens 9000 Betriebe jährlich als unwirtschaftlich ausschied das war selbst in Zeiten der Hochkonjunktur der Fall, in Zeiten des Konjunkturrüdganges waren es noch mehr, im Jahre 1913 fogar 12 756, haben wir seit Kriegsbeginn diese Art der Selbstreinigung der Wirtschaft von unwirtschaftIlchen Betrieben so gut wie gar nicht mehr. Nur im Jahre 1921 wurden Betriebe in größerer Zahl durch Konturse ausgeschaltet. Es waren ihrer aber auch damals noch nicht 3000, und im ersten Halbjahr dieses Jahres zeigt die Entwickelung wieder einen neuen Rückgang der Konturse. Die geringe Zahl der Konkurse wäre unbedenklich, stände ihr auch eine geringere Zunahme neuer Betriebe gegenüber. Die Statistik der Neugründung von Aktiengesellschaften zeigt aber für die Zeit nach dem Kriege eine im Berhältnis zu früher gewaltige Zahl von Neugründungen. Sie bleibt auch dann noch sehr groß, wenn man berücksichtigt, daß es sich hier vielfach nur um fog. Umgründungen bereits vorhandener Unternehmungen handelt, die von der Einzelunternehmung in die Gesellschaftsform überge gangen sind. Täuschen wir uns also nicht: Es gibt eine große Zahl von Betrieben, die wirtschaftlich auf sehr schwachen Füßen stehen und die bei einem Anwachsen der Kapitalnot oder bei einem Abfagrüdgang in threr Eristenz bedroht sind. Die Geldentwertung hat also nicht nur an der Börse, wo jetzt wieder eine neue Hausse im Gange ist, ähnliche Wirkungen ausgelöst, wie sie die Ueberflutung Deutschlands mit den französischen Goldmilliarden nach den siebziger Bezirksv. Gr.- Berlin SPD. 89. Abt. Neukölln. Rachruf. Am 13. 8. per ftarb uns.Genoffe Karl Koch 1. Bezirk. Ehre seinem Andenken! Nachruf Am 13. Auguft 1922verstarb nach schwerem Leiden unfer langjährig. Angestellter und Kollege, Herr Karl Tatusch Während ber lang Jahre seiner Tätigkeit hat er es verstanden, burch seinen u ermitdlich. Fleiß, fein in jeder Hin ficht soziales Ber ftändnis den Raf feimiitgliedern negenüber u. fein burchaus follegialisches Wesen sich die Achtung der Vermaltung und feiner Kollegen zu erwerben.Sein Sinfcheiden bedeutet für uns einen herben Ber luft. Wir werden Andenten Ehren 1687 ſein stets halten. in Charlottenburg, 15. August 1922 Die Verwaltung Die Kollegenschaft b. Allgemein. Orts frantentasse Charlottenburg. Allen Freunden und Bekannten sowie der 22. Abt. SPD., die bei der Einäscherung meines lieben Mannes, unferes Baters und Sd, wiegervaters die legte Ehre erwiesen haben, herzlichsten Dank Witwe Radzay. Irma Radzay. Hedwig Wagner, geb. Radzay. Erich Radzay. 60/120 Gold Silber Platin -Bruch Ringe, Ketten, Löffel, Bestecke usw. 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Branchenangelegen- Untergruppen 15. Schwachitrom heiten. 3 Verschiedenes. Montag, 21. Auguft, nahm. 5 Uhr int Gewerkschaftshaus, Engelufer 24 tittwoch, 23. Auguft, abends 6 Uhr in der Schule, Weinmeisterstr. 16-17, Metalldrücker- Lehrlings- Versammlung Zeichenfaal Metallschleifer u. Galvaniseure im Dienstag, 22. Auguff, uacha. 5 2hr Dresdener Gesellschaftshaus, Dresdener Straße 116 Außerordentliche banten. 3. Beschlußfaff über Aenderung der§§ 20 Abf. 1 8iffer 1 und 25a der Raffenfagung ( betr. Familienhilfe). 4. Raffenangelegenh. Aufklär. Buch m. 50 Bild. über uns hilfebring ,, Orig. System daas" b. Rückgratverkrümm Hoher Schulter u. Hüfte( keine Berufsstörung) Zu bezieh. geg Eins. von 5 M od. Nachn. von Franz Menzel, Berlin W 7, Magdeb. Str. 25 Zum Eintritt find Spez- Beh. Korge Kann man bei unserer Valuta im Winter überhaupt noch kaufen Um uns zu orientieren und nach Möglichkeit noch neu einzudecken, haben wir in der letten Woche einen Tell der bedeutendsten Textil- und Konfektionswerke Süddeutschlands persönlich besucht. Das Resultat ist ein überaus klägliches, überall dasselbe Bild: Warenknappheit und die wenigen Vorräte sind nur zu unerschwinglichen, freibleibenden. gleitenden Preisen zu kaufen. Daß es so traurig aussehen würde, hätten wir selbst nicht geglaubt. Der Dollar kostet ca. 1000 Mark, dieses bedeutet für uns unerschwingliche Teuerung, Arbeitslosigkeit, Hungersnot. Wir gehen fürchterlichen Zeiten entgegen. Noch sind wir preiswert und haben große Vorräte! Versammlung nut berechtigt bie mit nur für Ischias Loden, Sportíasson mit Breeches oder langer Hose M. 3900, dito in JünglingsBezirk 10. Mittwoch, 23. August, nachm. 4, he in der Schulaula, te Jafobstr. 127 Vertrauensmänner- Konferenz Außerordenti. Bezirtstonferenz Tagesordnung: Stellungnahme Gämtliche Betriebsräte und Bertrauenszum Streit in den Berliner Schleifereten. leute müssen unbedingt erscheinen. Jeder Alle Bertrauensleute müssen erscheinen. Betrieb muß vertreten sein. Achtung: Eisendreher tung Bezirk 11. Dienstag, 22. Auguft, abends 7 Uhr Miffmod), 23. Auguft, nechm. 5 Uhr Linienftr. 83/85, Zimmer 10 bet Rofenthal, Schöneberg, Ebersstr. 66 Branchentommiffionsfigung Außerordentl. Begiristonferenz Alle Mitglieber müssen erscheinen. Achtung! Auto- Reparaturbetriebe Aditung Dienstag, 22. Auguft, abends 7 Uhr Funktionär- Sigung Bericht über die Berhandlung betreffs Auguft- Ausgleichsentlohnung. Jeder Betrieb muß einen Bertreter entfenden Sämtliche Betriebsräte und Bertrauens leute müssen unbedingt erscheinen. Jeder Betrieb muß vertreten fein. Bezirk 20. Donnerstag, 24. Auguft, nachm. 5 Uhr im Lokal von Bod, Jülicher Str. 2 Außerordentliche Die Interessengemeinschafts- u. Betriebs Bertrauensmänner- Konferenz vertreter find ganz befonders eingeladen. Alle Betriebsräte und Bertrauensleute Dienstag, 22. Auguft, abends 7 Uhr, müffen vertreten sein. Conrads Feftfälen, Friedrichshagen, Friedrichstraße Mittwoch, 23. Unguft, nadm. 41, Uhr, 99 Bezirks- Versammlung legandeiner", Megandrinenſtr. 37a ( Gaal 1) Branchenversammlung bes 22. Bezirks. Tagesordnung: 1. Vortrag über bas Reichsmietengeseg. 2. Diskussion. 3. Bezirksangelegenheiten. Bollzähliges Erscheinen wird erwartet. 2 Dienstag, 22. August, abends 7 Uhr, 4. Verschiebenes. in der Schulaula, Roppenplatz 12 Versammlung der Hauptgruppe VI Untergruppen 22 n. 23. Tagesordnung: 1. Die Aufgaben Der Betriebsräte. Referent: Kollege F. Jante. 2. Gruppenangelegenheiten. Mitgliebsbuch legitimiert. Das Erscheinen aller Betriebsräte ift unbedingt notwendig. der Graveure und Ziseleure. Tagesordnung: 1. Jahresbericht Steuwahl der Branchenfommission und Leitung. 3. Branchenangelegenheiten Ohne, Mitgliedsbuch kein Zutritt Rolleginnen und Rollegen! In Anbetracht der außerordentlichen Wichtigkeit der Tagesordnung darf niemand fehlen. Mittwoch, 23. Auguft, abends 6 2hr, in der Schulaula, Koppenplag 12 Branchenversammlung ber Einrichter und Revisoren. Tagesordnung: 1. Wie stehen unsere Bohnverhältnisse zur Beit?, Dienstag, 22. Auguff, abends 7 Uhr 2. Branchenangelegenheiten. im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str.11-12 Ohne Mitgliedsbuch lein 8utritt. Versammlung Es ist Pflicht aller Rollegen, zu erscheinen aller Metallarbeiter, die im Tief- Mittwoch, 23. Auguft, abbs. 6, Uhr, ban Groß- Berlins beschäftigt find. in der Schulauta, Grünthaler Straße 5 zum Lohnverhältnis. Tagesordnung: Stellungnahme Branchenversammlung Achtung! Fellenhauer. Achtung! der Wickler, Jiolierer, Impräg nierer. Kolletiorbauer usw. Tagesordnung: 1. Die beiberMittwoch, 23. Auguft nachm. 5 Uhr, feitigen Entwürfe zum Rahmenabkommen im Lotal von Gliefche, Ropenhagener u. bas bisherige Berhandlungs- Ergebnis. Straße 72 2. Wie stehen unsere Löhne zur Lebenshaltung und was ergibt sich daraus? Branchenversammlung 3.Branchenangelegenheilen u. Berſchiedenes. Die Tagesordnung wird in der Ber fammlung bekanntgegeben. tha Sahlreiches und pünktliches Erscheinen lift unbedingt notwendig. Die Ortsverwaltung.. Wir verforgen heute die Groß- Berliner Bevölkerung täglich mit Fleischwaren im Werte von faft 2 Millionen Mark, der belle Beweis für die Site Preis würdigkeit und die Beliebtheit der Emma- Erzeugniffe! EFHA- WERKE/ BERUN- BRITZ einer Einladung perf. Hüft., Ges u Bein fehenen Ausiduß Da schw. Fätie in 15 mitglieder.[ 168/18 Tag. bes. hierüb. unDer Borstand. artastb. Heilerfahr. Brühmüller, Borsigender. best. u. Ref. Invalidenstraße 106, v.10-2. Jacoby Gesetzlich geschützt Allen voran beim Einkauf von Brillanten → Platin Gold- u. 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Das neueste Bühnenwerk Die Zwillingsschwester Wilde... Das Bildnis des Dorian Gray ... Kassenpreis 60,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 162,00 Kassenpreis 90,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 243, GD Kassenpreis 120,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 324,00 Kassenpreis 150,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 405,00 Kassenpreis 180,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 486,00 Kassenpreis 210,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 567,00 Kassenpreis 250,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 675,00 Kassenpreis 300,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 810,00 usw., zuzüglich 15 Prozent Lustbarkeitssteuer für jeden Platz Die Ausgabe der Abonnementskarten erfolgt nur in den drei Häusern der Firma HERMANN TIETZ Leipziger Strasse, Alexanderplatz, Frankfurter Allee. Nähere Bedingungen dortselbst -Bruch Juwelen Perlen Margraf& Co. Gold Silber Berlin, Kanonieratr. 9. Platin Brillanten Besondere Ankaufs- Abfellong. 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Preis Mark 6.W. BYSTRANSKY: Menschewiki und Sozialrevolutionäre. Preis Mark 60.-. NEUE ENTHÜLLUNGEN ÜBER DIE PARTEI DER SOZIALREVOLUTIONARE. ( Das Pariser Geheimarchiv.) In Kürze erscheint! Preis Mark 3.-. L WARDIN: In Kürze erscheint! Die sozialrevolutionären Mörder und die sozialdemokratischen Advokaten.( Tatsachen und Beweise.) Preis Mark 45.-. J. SCHAFIR: Die Ermordung der 26 Kommunare in Baku und die Partei der Sozialrevolutionäre. Preis Mark 45.-. IGNATJEW Die Tätigkeit der Sozialrevolutionäre in Archangelsk. Preis Mark 40.-. Ausführliche Prospekte auf Verlangen. Verlag Carl Hoym Nacht. Louis Cahnbley, Hambg.& Gold Silber- Brillanten Hodam Platin, alte Münzen Linkstraße 46 Uhren, Zahngebisse Ecle Potsdamer Str. Hohe Ankaufspreise und Potsdamer Platz. Englische Gäste in Berlin. Begrüßung im Gewerkschaftshause. Im Gewerkschaftshaus fand gestern abend eine Begrüßung der englischen Gäste, die dem Verband der internationalen Schiedsgerichte angehören, der im Jahre 1870 gegründet wurde, statt. fegen. Das genannte Blatt besteht aber schon feit langem und fann deshalb, solange es nicht selbst Gründe zum Berbot gibt, verbreitet werden. Zur gleichen Angelegenheit erfährt der Sozialdemokratische Parlamentsdienst: Die deutsch- dänische Minderheitsfrage. Berlin, 19. Auguft.( WIB.) In ber Preffe taucht vielfach die aus dänischer Quelle stammende Meldung auf, die deutsche Regicrung beabsichtige, im Reichstage einen Gesezentwurf vorzulegen, in Der Brief an die Bayerische Staatsregierung, in dem von dem dem ein Minderheitenrecht für die im reichsdeutschen Schleswig anGenosse Saffenbach hieß die englischen Gäste, die allen Parteien, Berbot Kenntnis gegeben wird, ist nicht, wie eine Berliner Korre- fäffigen Dänen festgelegt wird. Diese Angabe ist unzutrefferd. Die von der Labour Party bis zu den Konservativen, angehören, im spondenz meldete, am Freitag, sondern erst am Sonnabend abge. deutsche Regierung würde einer gefeßlichen Fesilegung des MinderNamen der Berliner Gewerkschaften herzlich willkommen. Er wies gangen. Dem Schreiben sind Zitate aus dem„ Miesbacher An- heitenschutzes nur unter der Voraussetzung der Gegenseitig darauf hin, daß vor nunmehr 14 Jahren zum letzten Male in der zeiger", dem„ Bayerischen Kurier" und der„ München- Augsburger feit, wie es mit Bolen in bezug auf Oberschlesien geschehen ist, " Neuen Welt" jene gewaltige internationale Kundgebung zur Abendzeitung" beigegeben, die Beleidigungen der Reichs- bzw. zustimmen. Sie hat einen solchen gegenseitigen Minderheitenschutz Sicherung des Friedens stattgefunden hatte, und er sprach ins- preußischen Regierung enthalten. Das preußische Ministerium des auch Dänemark angeboten; das Angebot ist jedoch von dänischer besondere dem Sekretär des Verbandse für internationale Schieds- Innern gibt der Erwartung Ausdrud, daß die bayerische Re- Seite abgelehnt worden. gerichte, Maddison, seinen ganz besonderen Dank aus. Der gierung die Regierungen des Reiches und der Länder ebenso furchtbare Krieg ist möglich geworden, weil die Völker sich nicht vor Berleumdungen schüßen wird, wie die preußische genügend fannten. Er wies auf die Verhegung durch die Presse Regierung es getan hat. hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die persönliche Fühlungnahme ein engeres Verhältnis hervorbringen möge und daß sich die englischen Gäste durch persönlichen Augenschein von der Not des deutschen Bolles überzeugen werden, wobei sie sich nicht durch das Unter den Linden herrschende Leben täuschen lassen werden. Nach ihrer Rückkehr nach England werden sie das hier Erlebte schildern und so die Lage zeichnen fönnen, wie sie in Wirk lichkeit in Deutschland ist. Genosse Sassenbach übertrug seine Rede selbst ins Englische und erntete den besonderen Beifall der englischen Delegation. John Morgan antwortete in der herzlichsten Weise und brachte insbesondere zum Ausdruck, daß sie alle wünschten, daß endlich die Geheimdiplomatie verschwinden und die Politik vom Bolte gemacht werden möge. Ihr in Deutschland," so sagte er, habt ein Wahlrecht, sorgt dafür, daß Ihr die Mehrheit bekommt. Deutschland gehört noch nicht dem Völkerbunde an. Aber wir wünschen sehr, daß es Mitglied des Völkerbundes werden möge, um für sich selbst eintreten zu können." Nach ihm sprach der Bergarbeiter Barnet kennen, der aus feiner Jugendzeit erzählte, auf die schweren Kämpfe hinwies, die die Arbeiterbewegung in früheren Jahren durchfechten mußte, und wie in den jungen englischen Gewerkschaftsmitgliedern der Wunsch muchs, daß die Ideen des Sozialismus alle Welt erobern mögen. Er hat es nie verstehen können, daß die Völker fich befehdeten. Er münsche, daß über alle Grenzen hinweg die Völker sich die Hände reichen mögen, damit unseren Kindern und Kindeskindern eine bessere Zukunft beschieden sein möge. Die Reden löften nach der Uebersetzung durch den Genoffen Wendel den lebhaftesten Beifall aus. Die Stapelle stimmte Arbeiterlieder an, und bald hallte der Raum wieder von dem Gefang der Anwesenden. Ueberall bildeten sich lebhaft diskutierende Gruppen, die mit den Engländern die allgemeine Lage, die Not Deutschlands usw. eifrigst besprachen. So ist denn diese kleine interne Veranstaltung als ein Auftakt zu der großen Friedenstund gebung zu betrachten, die heute um 10 Uhr vormittags in der Brauerei Friedrichshain ihren Anfang nehmen wird. Das Verbot der„ Roten Fahne". Die preußische Regierung zu Verhandlungen bereit. Wie die PPN. hören, find beim preußischen Ministerium des Innern wiederholt Bertreter der Kommunistischen Partei vorstellig geworden, um die Aufhebung des Verbotes der" Roten Fahne" herbeizuführen. Die Regierung hat sich gern bereit erklärt, darüber zu verhandeln, aber nur mit dem berufenen Vertreter der Roten Fahne" selbst. Einer Aufhebung oder Verfürzung des Berbo es müsse vorausgehen, daß die Rote Fahne", wie feinerzeit der Berliner Lokal- Anzeiger", die Erklärung abgebe, daß fie feine Beschimpfung der republikanischen Regierungen im Sinne des§ 8 des Schußgefeßes fortzusehen beabsichtige. Für die„ Rote Fahne"" wird jetzt auch in Berlin vielfach die „ Rote Fahne für Brandenburg und die Laufiz" verbreitet. Ein Verbot dieses Blattes fommt vorläufig nicht in Frage. Das Berbot der„ Roten Fahne" umfaßt nur solche Blätter, die etwa Polen will die Delbrückschächte. Moskaus Prozesse. Riga, 19. Auguft.( TU.). Der russische Justizfommissar hat den Delegierten von Arbeitern und Bauern, die dm Prozeß gegen e Sozialrevolutionäre beigewohnt haben, offizielle Stenv Eine Eingabe des Gesamtbetriebsrats der Delbrückschächte bei gramme übergeben, und die politische Polizei hat von jedem Beuthen in Deutsch- Oberschlesien an den Präsidenten der Grenz- Delegierten eine Unterschrift genommen, daß sie in ihrem Heimatsort festlegungsfommission beruft sich auf dessen Aufforderung an alle, nur das verbreiten werden, was in den offiziellen Stenogrammen die durch die gegenwärtige Demarkationslinie in ihren Interessen steht. oder in ihrem Eigentume berührt werden, ihre besonderen Wünsche Moskau, 19. Auguft.( DE.). Eine Kommiffion des Obersten bei ihm vorzubringen. Die Eingabe führt dann u. a. aus: Revolutionstribunals begibt sich nach Batu, wo ein Prozeß gegen Am 20. Dezember 1921 haben einige Mitglieder des Sozialrevolutionäre beginnt, die u. a. Naphthaquellen angezündet früheren Arbeiterrats( Wieczorek und Gen.) eine Ein- haben sollen. gabe an die Grenzfommission gerichtet und darin die Juteilung der Delbrüdschächte an Polen gefordert haben. Eine Berechtigung dazu haben diese Mitglieder um so weniger gehabt, als den unterzeichneten Betriebsratsmit. gliedern, soweit sie dem früheren Betriebsrat angehört haben, nicht verständnis dazu eingeholt worden ist. Ebensowenig ist den Belegeinmal hiervon Mitteilung gemacht, geschweige denn etwa ihr Einschaftsangehörigen selbst hiervon etwas bekannt gewesen. Wenn Wieczorek und Gen. versucht haben, durch ein photo graphisches Bild die Kommission zu überzeugen, daß die gefamte Belegschaft sich ihre Forderung zu eigen mache, so beruht das auf einer argliftigen Täuschung; die Belegschaft wurde nämlich an einem Sonnabend nachmittag 2 Uhr, also zu einer Zeit, wo Tag und Nachtschicht auf dem Grubenhofe anwesend find, zu einer Bersammlung vor das Betriebsratszimmer geladen, in der das frühere Arbeiterratsmitglied Nittka über Lohnfragen sprechen wollte. Daraufhin hatte sich denn auch ein großer Teil der um die Bersammlung zu photographieren. Davon, daß dieses Bild dazu dienen sollte, Wünsche auf Buteilung der Anlage an Polen glaubhaft zu machen, ist weder vorher noch nachher gesprochen worden. Riga, 19. Auguft.( TU.). Das Moskauer Tribunal hat jetzt von 36 Ruffen und Esten, die enteignete Kirchenschäze entwendet und ins Ausland verkauft haben sollen, zwei Esten und vier Russen zur Er schießung verurteilt. Zehn andere Angeflagte erhielten Zucht hausstrafen. Der Militärstaat braucht Militärattachés. In nächster Zeit trifft, wie der„ Ost- Expreß" von unterrichteter Seite erfährt, aus Moskau ein sowjetrussischer Militär attaché für Deutschland ein. Der russische Militärattaché wird seinen ständigen Sig in Berlin haben, wo er der Sowjetbot schaft zugeteilt wird. Heimtransport geisteskranker Russen. Moskau, 19. Auguft.( DC.). Die Sowjetregierung hat mit der Ueberführung der geiftestranten russischen Kriegsgefangenen in die Heimat begonnen. Die Kranken wurden seinerzeit in verschiedenen deutschen Irrenanstalten untergebracht und waren wegen Transport schwierigkeiten bisher in Deutschland verblieben. Es handelt sich um mehrere hundert Mann. Der erste Transport hat bereits Riga passiert. Waffenstillstand in Turkestan. Post" aus Konstantinopel wurde zwischen Rußland und Turkestan London, 19. Auguft.( EP.). Nach einer Meldung der Morning folgender Waffenstillstand abgeschlossen: Sofortige Einstellung aller Feindseligkeiten. Turkestan verpflichtet sich, feine Sonderverträge abzuschließen, die die Interessen der Sowjetrepublik schädigen können, Erleichterung der Einwanderung von Rußland nach Turkestan. Dr ganifierung der Armee Turkestans durch Sowjetoffiziere und Ausfuhr aller überschüffigen Baumwolle nach Rußland. Dant dem Terror, der während der ganzen Dauer der Besegung durch die Polen mit Unterstützung der franzö fischen Besagung ausgeübt werden konnte, war es der Beleg schaft nicht eher möglich, gegen diese ungeheuere Fälschung des Willens und des Selbstbestimmungsrechts flammenden Proteft zu erheben; mußte doch ein jeder, der anderer Meinung war, fürchten, daß er des Nachts in feiner eigenen Boh nung von der Bojowfa Polska überfallen und mißhandelt würde. Die tatsächliche Stimmung unter der Belegschaft hat die Betriebsratswahl am 24. und 25. Juli d. I. gezeigt. Von 2623 Wahlberechtigten haben 1977 ihr Stimmrecht ausgeübt. Die haben deshalb Wahlenthaltung proflamiert; trotzdem haben beim polnischen Militärsportfest in Buzzig durch Abwerfen einer Bolen fonnten nicht eine gültige Vorschlagsliste aufstellen, und Polnischer Fliegersport. Wegen der Tötung harmlofer Zuschauer 76,2 Proz. für die deutsche& iste gestimmt. Die Nichtwähler fajarsen Bombe ist in Neupolen viertägige Landestrauer angeordnet. dürfen nicht den Polen zugerechnet werden, da an diesen Tagen Db in Bufunft nicht mit scharfen Bomben zum Sport geschmissen allein 200 Wahlberechtigte ertranft und beurlaubt waren und andere wird, sagt die Meldung leider nicht. aus sonstigen Gründen nicht wählen fonnten. Lug und Trug sind auch die Angaben in dem Protest 30= rembas und Wieczorets vom 20. Januar 1921 über Wohnort und Nationalität der Belegschaftsmitglieder. Nach genauen Feststellungen wohnen von der 3673 Mann starken Belegschaft 2132 in Deutsch- Oberschlesien und von den übrigen 1546 Mann wartet die große Zahl der Deutschgesinnten nur auf eine Wohnungsunterkunft in Deutsch- Oberschlesien, um neu herausgegeben werden würden, um die" Rote Fahne" zu er- verlaffen zu können. das polnische geloble Land Meine Frau fieht's ja nicht; hat jetzt hohes Einkommen; ja, meine Weltreise! Es wurde Abend. P. sehnt sich nach seiner Plauze. Mit dem Sinten der Sonne wurde seine Seele weich wie eine Harmonikahose. Berflucht, ist die Welt groooß, noch größer als meine bitte, feine Beleidigung. Sonst zitiere ic mir. Bastanden!? Nachts sehen auch wir nichts. Das letzte, was schwach erfennbar blieb, war eine Straßenlaterne( amerikanisches Gußeisen, Bas englischer Erfindung, Geruch Eierdöhle und Pintscher nicht von Pemperlein gemigt) im milde strahlenden Licht des Weltreißer mit Bleistift und Boftfarte, unfranfiert, schreibend: Erlebe großes, erfenne mich felbft, fehe eine nur bisher unbekannte Belt, schickt Borschuß für Rückreife. shakehand Bemperlein. Auch die am 18. bis 22. Juli d. J. vorgenommene Organisationsfontrolle ergibt, daß 2315 Mitglieder in deutschen Organisationen, 1178 in polnischen Organisationen und 185 überhaupt nicht rrgani fiert find. Die polnischen Organisationen verdanken auch diese 1178 nur der 29 Monate langen Tätigkeit der Bojowka Polska unter dem Schutz und Schirm der französischen Truppen. Der Behauptung Wieczoreks, daß die Produktion der Delbrück schächte innerhalb der jezigen Grenze ihres Grubenfeldes nur noch 10 bis 12 Jahre lang aufrechterhalten werden könne, wird entgegengehalten, daß in dem deutschgebliebenen Teil des Grubenfeldes noch 52% Millionen Tonnen Kohlen anstehen; bei der gegen wärtigen Jahresförderung der Delbrüdschachtanlage von 600 000 Tonnen gewährleistet diese Menge den ungestörten Fortgang des Betriebes für 89 Jahre. Die Eingabe schließt: Wirtschaft Die Ruhrfohlenförderung im Juli. Jm Monat Juli bat die Kohlenförderung des Ruhrbedens ( einschließlich der linkerheinischen Zechen) betragen: Gefamt förderung Juli 1922. 7 864 200 Tonnen Juni 1922. 7 078 361 Juli 1921. 7 782 676 Juli 1913. 10 150 347 Zahl der Arbeitstage arbeitstägliche Förderung 26 302 469 Tonitent 233 298 086 26 27 299 334 375 989 " Gegen den Vormonat ist mithin die arbeitstägliche Förderung im Berichtsmonat um 4433 Tonnen gestiegen, wo bei zu beachten ist, daß die Zahl der beschäftigten Arbeiter, die von Ende Februar 1922 bis Ende Juni 1922 um rund 25 300 abae nommen hatte, wieder eine geringe Zunahme, nämlich um 3600 zu verzeichnen hat. Bei der Gesamtförderung, die im Juli rund 786 000 Tonnen höher war als im porbergehenden Monat, ist die höhere Zahl der Arbeitstage( 26 gegen 234) zu berücksichtigen. Auf Grund dieser wahrheitsgetreuen Darlegungen und auf Fünf Festtonzerte veranstaltet der Bezirksbildungs. Grund ausschuß Groß- Berlin in diesem Winter und zwar: Deutsch- Oberschlesien schließen wir uns dem Wunsche Wieczoreks auf der 5. deutschen Ostmesse ist zu entnehmen, daß der Besuch aus der wirtschaftlichen Zusammenhänge mit amt herausgegebenen Uebersicht über den bisherigen Geschäftsgang Bon der deutschen Ostmeffe. Aus der vom Königsberger Me 1. Ronzert: Beethoven Liszt, mit Chor und großem Dr und Gen. an, und bitten, die Bedürfnisse und Wünsche der Arbeiter Cstpreußen ebenso wie aus den Randstaaten sehr rege ist. Die chester. Sonntag, den 15. Oftober 1922, in der Alten Garnisonfirche. 2. Konzert: Kammermusif. Gonntag, 19. November 1922, in in Betracht zu ziehen, die von ihren Vertretern ausgedrückt werden" Aussteller der Textil, Leder- und Lederwarenbranche waren am der Philharmonie. 3. Konzert: Weihnachtliche Mufit. und demgemäß fordern wir, die unter Anführung faischer Tatsachen dritten Meffetage bereits zum größten Teil ausverkauft. Auch sonst Am 28. Dezember in der Alten Garnisonfirche. 4. Konzert: Ruf- geltend gemachten Ansprüche Wieczoreks als gänzlich unberechtigt it die Nachfrage lebhaft. fifche Musit. Sonntag, 14. Januar 1923, in der Philharmonie. ab 3 u weisen und damit den Bedürfnissen der Arbeiter 5. Ronzert: Heitere Musik aus dem alten Desterreich. Sonn- gerecht zu werden. tag, 11. März, in der Philharmonie. Sämtliche Konzerte werden von ersten Kräften ausgeführt; ( Unterschriften.) Devisenkurse. Die amtliche Kurstabelle gibt an, wieviel Marf man aufwenden muß. um die in der ersten Spalte genannte Einheit der auf das be zeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. 19. Auguſt Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 48739.die Programme sind von ersten Fachleuten ausgewählt. Mit- Beuthen, 19. Auguft.( WIB.) In sämtlichen Anlagen der wirkende: Als Dirigenten die Herren: Gustav Brecher, Bro- Königin Luise- Grube abgehaltene Versammlungen der Belegschaften fessor Carl Thiel, Dr. Jokl, Dr. Kurt Singer. Als Solisten: Frau nahmen nach erregter Aussprache und einent flammenden Protest Hopf, Mitglied der Staatsoper, Gertrud Wolf, Walter Fischer, gegen die polnischen Bestrebungen einstimmig Entschließungen an, Prof. Klingler, Lambinon, Hermann Hopf u: a. Die Madrigalvereinigung am Staatlichen Institut für Kirchenmusik. Der Berliner in denen betont wird, daß die Königin Luife- Grube und die DelAerztechor, ein Knabenchor, das Philharmonische Orchester, das brückschächte Betriebseinheiten sind, die nicht zerrissen werden Blüthner- Orchester. Der Abonnementspreis für alle fünf fönnten, ohne die Betriebssicherheit der gesamten Anlagen 100 holländische Gulden. Ronzerte beträgt 50 m. schwer zu gefährden. Die Gesamibelegschaft lehnt es entschieden ab, 1 argentinischer Papier- Befo 456.921, polnische Staatsbürger zu werden. Wenn die polnische Regierung 100 belgische Franf. Sorge um die wirtschaftliche Zukunft der Arbeiter, die in Makoschau, 100 norwegische Kronen. Kunzenberg, Barnsdorf und Lipsdorf wohnen, hat, bleibt es ihr un- 100 danisde Kronen bencmmen, dafür einzutreten, daß diese Orte Deutschland zu 100 schwedische Kronen. gesprochen werden, um die wirtschaftliche Zukunft der Arbeiter 100 finnische Mart sichern. Ben der deutschen Regierung erwartet die Belegschaft, daß 1 japanischer Yen. sie sich mit allen Mitteln für ein Berbleiben der beiden Anlagen 1 Pfund Sterling 100 italienische Lire bei Deutschland einsetzt und jeden Versuch, die Anlagen gegen andere Dollar Gebietsteile einzutauschen, entschieden zurückweist. Die Be legschaft ift entschlossen, einer Zuteilung der Anlagen an Polen är fften Widerstand entgegenzusetzen. In Berlin werden taum ähnliche Qualitätskonzerte zu solchem Preise wieder geboten werden können. Sven Hedin vor einer neuen Tibetexpedition. Der schwedische Forschungsreisende Sven Hedin beabsichtigt, nach seiner Vortrags reise durch Amerita im nächsten Jahr eine dreijährige Tibeterpedition anzutreten, um die Quellen der großen chinesischen Flüsse und die Lage der Gebirgsfetten Zentraltibets festzustellen. Er beabsich tigt, von China aus nach Westen gegen die Oftgrenze von Tibet vorzugehen. Der Erforscher der Quellen des Indus und Bramaputras hofft auch, die Quellen großer chinesischer Flüsse zu erforschen und bereitet sich auch vor, die Karaforum- und LanglagGebirge zu durchstreifen. Dr. Even Hedin wird diesmal von einem ganzen Etabe schwedischer Gelehrter der verschiedenen Fächer begleitet werden. Ein deutscher Gelehrter nach Petersburg berufen. Der Brivat bozent für baut und Beschlechtsfranfheiten an der Universität Leipzig Dr. .. Celje hat einem Ruf als Direktor der neu zu errichtenden Boliffinit für Gent und Geschlechtshantheiten beim Alexanderhospital des Deutschen Roten Kreuzes in Petersburg Folge geleistet. Die Kulturabteilung der lifa lann ihre Veranstaltungen im Crnst. Saedel- Saal bis auf weiteres wegen Umbau nicht fortfegen. Die Bieber onfnahme der Borführungen wird rechtzeitig bekanntgegeben zu 100 französische Frank 1 brasilianischer Milreis. 100 Saweizer grant. 100 ipanische Besetas B 18. August Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 48861.- 44644.10 41755.90 418 471 419.521% 8739.05 8760.95 458.07 9508.10 9531.90 21672.85 21727.15 27066.10 27133 90 33108.55 33191 45 2596.75 2603.25 599.25 600.75 19975.- 20025.24818.90 24881.10 30362.- 30438. 2456.90 2463.10 5652.90 5667.10 5602.95 5617.05 5243.40 5256.60 5143.55 5156.55 1250.93 1254.07 1158.55 1161.45 9987,50 10012.50 9263.49 9286.60 167.29 167.71 18227.15 18272.85 23855.10 23944.90 22172.25 22227.75 19635.40 19684.60 1.55%, 1.591 1.3512 1.391 3755.30 3764.70 3205.95 3214.05 76.10 71.91 72.09 740.95 684.10 685.90 75.90 739.05 Die Untersuchung wegen des Harden- Ueberfalles. Bon der 100 österr. Kronen( abgest.) Abteilung la des Polizeipräsidiums wird mitgeteilt: Das Mord. 100 tschechische Kronen. attentat auf Maximilian Harden beschäftigt gegenwärtig den 100 ungarische Stronen. Untersuchungsrichter beim Landgericht III. In fürzester Zeit dürfte 100 bulgarische Lewa die Borunterfuchung abgeschloffen sein. Bon den Mordteilnehmern Nach den Hauptdevisen war die Nachfrage wieder so start, daß fahndet die Polizei noch auf den in Königsberg i. Pr. geborenen das angebotene Material nicht ausreichte und rationiert werden Saufmann und früheren Oberleutnant Walter 2ntermann. mußte. So erhielten die Käufer von Dollar nur 30 Proz. der Es wird erneut darauf hingewiesen, daß auf seine Ergreifung eine berlangten Beträge. Belohnung pon 100,000 art ausgefekt worden i 100 Bolenmart gelten ettun 14,60 27 Gewerkschaftsbewegung Eine Frage des öffentlichen Interesses. Schlichtungsausschusses entscheiden. Am Montag abend findet in den| fannten in zunehmendem Maße die schlechte Führung des Kampfes Germaniasälen, Chauffeestr. 110, eine große Bantbeamtenversamm und zogen daraus die richtige Folgerung, indem sie fluchtähnlich lung statt mit dem Thema„ Die außertarifliche Wirtschaftsbeihilfe". die Reihen der Union verließen und sich dem Deutschen Landarbeiterverband wieder anschlossen. Zu dieser Auffassung gelangte u. a. auch Lohnbewegung der Friseurgehilfen. der Gutsarbeiter und fommunistische Kreistagsabgeordnete Dentmann aus Gottesgabe bei Altfriedland. Seine politischen Ge21 Das Berliner Krantenpflegepersonal befindet sich in einer ge- Trotz der neuen Teuerungswelle gehen die Lohnverhandlungen sinnungsgenossen übten Rache. Sie erschienen eines Morgens gegen rechtfertigten Bewegung. Die Krankenpfleger fehen sowohl ihr im Friseurgewerbe nicht vorwärts. Deshalb hat sich unter den Roalitionsrecht wie auch den Ach ist und entag in Gefahr. Friseurgehilfen und gehilfinnen eine starle Erregung bemerkbar ge- 9 Uhr auf der Arbeitsstelle und mißhandelten ihn dermaßen mit Diese Erregung tam in einer überfüllten Versammlung am Freitag macht, die bei einem Bochenlohn von 725 M. ohnehin verschweren Knütteln, daß er noch heute schwer verletzt danieder liegt. zum Ausdruck, in der Rakowsky über den Achtstundentag und ständlich ist, obendrein aber burch allerlei Gerüchte noch geschürt Ein Vorgehen solcher Art ist nur dazu angetan, daß sich jeder anGenoffe Steiner Jullien über das Koalitionsrecht referierten. wird. Da ber Beruf in eine Unmenge Kleinbetriebe zersplittert ist, ftändige und denkende Arbeiter von solchen Führern" abwenden ein leichter. Das ist ein fundamentaler Irrtum, wie ja schon die in Groß- Berlin 18 Drganisationen der Arbeitgeber beſtehen, ge- felbst und ihrer Bewegung durch das leichtfertige und gewiffenlose Bielfach wird angenommen, der Dienst des Krankenpflegers ist die nur teilweise mit Gehilfen oder mit Lehrlingen arbeiten, und wird. Die Landarbeiter des Kreises Oberbarnim werden sehr bald in ihrer Gesamtheit erkennen, welchen unendlichen Schaden sie sich außerordentlich hohen Sterblichkeits- und Krankenziffern aufweisen. stalten sich die Verhandlungen sehr schwierig und langwierig. Sie Borgehen der Baumann und Genossen zufügten. Der Schaden fann Ganz abgesehen von den besonderen Berufsgefahren( Ansteckung) werden noch erschwert durch eine der Innungen, in der die leistungs- nur wieder wettgemacht werden, wenn sie sich mit größter Beschleu und der hohen Ansprüche in bezug auf Vorbildung, physischer und nigung einer besseren Einsicht folgend dem Deutschen Land. moralischer Beschaffenheit, die sonst von keinem Handarbeiter gefordert werden, erfordert der Dienst der Krantenpfleger ein so hohes arbeiterverband anschließen. Maß von Selbstverleugnung, daß es schon deshalb geboten erscheint, bas Krankenpflegepersonal mit der gebührenden Rücksicht zu behandeln. fähigsten Firmen vertreten sind, die aber auch am hartnäckigsten jede Lohnaufbesserung bekämpft und mit einem kleinen Fachberein Lohnbereinbarungen zu treffen sucht, die vollständig unzureichend sind. Die Mitglieder des Arbeitnehmerverbandes fordern wir daher auf, sich nicht auf solche Abmachungen einzulassen. Nur durch einheit Aber nicht allein deshalb. Die Gesamtbevölterung ist abschluß zu bringen. liches Vorgehen ist es möglich, die Verhandlungen zu einem günstigen im höchsten Grade daran intereffiert, daß das Krantenpflegepersonal loan fann sicherlich nicht als zu hoch bezeichnet werden. AbDie Forderung von 1200 M. Wochen feinen Dienst mit Luft und Liebe und mit der nötigen förperlichen lebnend verhalten sich auch die Innungen in Köpenid und in und geistigen Frische versieht. Es liegt im Interesse der Bevölkerung, Beißenfee. Der Vorstand des Zweigvereins. wenn dafür gesorgt wird, daß ein fachkundiges und auch genügend zahlreiches Krantenpflegepersonal vorhanden ist. Leider scheint das leitende Anstaltspersonal in manchen Berliner Krankenhäusern noch von jenem mittelalterlichen Klostergeist belastet zu sein, der so lange mit der öffentlichen Krankenpflege verbunden war. Die ganz bestimmten und fachkundigen Angaben der Organi fationsvertreter in jener Versammlung lassen die Zustände, die teil weise in den Berliner Krankenhäusern noch herrschen, in einem recht bedenklichen Licht erscheinen. Leider war kein Vertreter des Magistrats erschienen, beffen Anwesenheit sicher wesentlich zur Beseitigung der Mißverständnisse, zur Aufklärung und zur Beruhigung beigetragen hätte. Wir können nur bringend raten, den durchaus sachgemäßen Ratschlägen der Organisationsvertreter Gehör zu schenken, die sich feineswegs von furzsichtigen Berufsinteressen leiten lassen, sondern im höheren Sinne das Gesamtinteresse der Bevölkerung im Auge haben. Es erübrigt sich wohl zu sagen, daß die Kommunisten die Gelegenheit nicht vorbeigehen ließen, um ihren Parteistant an den Mann zu bringen. Doch handelt es sich, wie zu betonen ist, nicht um Krankenpfleger, sondern um berufsfremde Leute, die sich unberufen zum Hüter der Interessen der Krantenpfleger aufwerfen. In den beiden einstimmig angenommenen Entschließungen heißt es: " 1 Betriebsräte! Funktionäre! Aus verschiedenen Großbetrieben erhielten wir die Anregung, über die Notwendigkeit und die Methode der Betriebsräteschulung der Arbeitnehmerschaft in Betriebsratsfizungen und in Betriebsver ſammlungen zu sprechen. Wir weisen darauf hin, daß die Betriebsräteschule gern bereit ist, da, wo es gewünscht ist, Referenten zu entsenden. Jedoch ist es notwendig, daß uns das Stattfinden der betr. Sizungen hinreichende Zeit vorher bekanntgegeben wird, fonst ist es unmöglich, allen Betrieben in gleicher Weise Rechnung au tragen. Hörerfarten( zum Preise von 15 M., für Arbeitslose unentgeltlich) find in den Ortsverwaltungen der Arbeiter- und Angestelltengewert. fchaften sowie im Bureau der Freigewerkschaftlichen Betriebsräte zentrale erhältlich. Dort kann auch Bropagandamaterial( Unterrichtsverzeichnisse und Blafate) in gewünschter Anzahl angefordert werden. Betriebsräte und Funktionäre! Sorgt dafür, daß Eure Kollegen fich fähig machen, die fünftigen Arbeitstämpfe im Interesse der Arbeiterbewegung durchzuführen. Werbt für den Besuch der Betriebsrätefcule! Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. Es muß entschieden verurteilt werden, daß die höheren Ver Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. waltungsbeamten in Verfolg ihrer Maßnahmen auf Wiedereinführung der früheren menschenunwürdigen Berhältnisse den Anschein Die Präger und Prägerinnen der Luxuspapierfabrit Wilhelm zu erweden versuchen, als sei die Beseitigung der achtstündigen Mr. Bernhard 1. Co., Gerichtstr. 28, befinden sich wegen Lohnbeitszeit im Intereffe des Gemeinwohls, insbesondere der Patienten, bzw. Alforddifferenzen im Ausstand. Wir erfuchen die Kollegen gelegen. Die achtstündige Arbeitszeit hat sich seit ihrer Einführung, fchaft, hiervon Notiz zu nehmen und bei dieser Firma keine Arbeit im Jahre 1918, wofür eine Reihe Gutachten namhafter leitender anzunehmen. Aerzte vorliegt, im Interesse der Patienten und des Personals auf bas beste bewährt. Die Bersammelten glauben der Erwartung Ausdruck geben zu tönnen, daß der Herr Reichsarbeitsminister, getreu feinen, auf dem 11. Gewerkschaftstongreß in Leipzig geprägten Worten: an dem Achtstundentag darf nicht gerüttelt werden", den Bestrebungen der Berwaltungsbeamten, die geeignet sind, außerordentlich beunruhigend zu wirken, alsbald ein Ziel feßen wird. regeln. # Die Leitung der Luruspapierbranche. Kommunistisch- unionistischer Landarbeiterstreit. * worden, ferner wird auf zwei weiteren Gütern in überwiegender Die Arbeit ist seit Freitag auf 14 Gütern wieder aufgenommen Zahl gearbeitet. Ein Versuch der kommunistischen Union", die Industriearbeiter für den Streit zu intereffieren, ift gescheitert. Landarbeiterstreik. Im Freistaat Schaumburg- Lippe ftreifen feit gestern die Landarbeiter. In der Provinz Hannover, wo die Landarbeiter in den Kreisen Hameln und Springe streiken, ist die Lage noch völlig ungeklärt, und es bleibt abzuwarten, ob sich die Bewegung von biefen beiden Streifen auf weitere Teile der Provinz ausdehnen wird. Im Kreise Anflam bei Stettin wird augenblicklich ebenfalls noch gestreift, doch finden Verhandlungen statt, von denen man eine Beilegung des Konfliktes erhoffen darf. Lohnbewegning des städtischen Personals. In den heutigen Lohnverhandlungen mit den Arbeitnehmerorganisationen fonnte feitens der städtischen Tariftommiffion ein festes Angebot gegenüber den Lohnforderungen der städtischen Arbeiter noch nicht gemacht werden, da Berhandlungen im Reichsfinanzministerium mit den Spizenorganisationen ein Ergebnis über die Erhöhung der Reichsarbeiterlöhne bis zum Augenblick nicht erbracht haben. Die Tariffommission hat aber den Arbeiterverbänden zugesagt, dem Magistrat und dem Haushaltsausschuß zu empfehlen, eine Erhöhung der städtischen Löhne in dem Maße vorzunehmen, wie die Reichsarbeiterlöhne erhöht werden. Weiter wird die Tariffommiffion dem Magistrat empfehlen, an den nächsten Lohnzahlungstagen einen abermaligen Vorschuß auf die tommende Lohnerh hung zu gewähren. Streik der Zwischenmeister und Heimarbeiterinnen. In der Blufen, Kleider, Kinderkleider und Morgenrod. fonfettion ftreifen die Zwischenmeister und Heimarbeiterinnen feit legten Donnerstag. 3ahlt man doch den Werkstattinhabern und auch den Heimarbeiterinnen in den Engrosgefchäften noch Stundenlöhne, die 8, 12, 15 bis 20 mt. pro Arbeitsstunde betragen, wovon dann noch der Arbeitslohn der Näherinnen, alle Zutaten, Umfahund Gewerbesteuer und alles, was zur Erhaltung eines Betriebes erforderlich ist, gezahlt werden muß. Den paar Barabenäherinnen in den Ateliers bewilligen die Fabrikanten jegt 22 bis 26 Mt. pro Stunde, und Tausende pan Näherinnen und Heimarbeiterinnen verdienen weit unter die Hälfte! Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Montag nachmittag 4 Uhr im Gewerkschaftshaus, großer Gaal, Engelufer 24-25, Bersammlung aller in Buchdruckereien beschäftigten Buchbinder und Buchbindereiarbeiterinnen. Tagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen mit dem Berein Berliner Buchdruckereibefizer. Unbedingtes Erscheinen aller ift Pflicht. Die Branchen. Der Bandarbeiterstreit in Oberbarnim ist ein Schulbeispiel dafür, welche Folgen entstehen durch die Leichtfertigteit gemiffenloser Clemente, tie fich nicht fcheuen, die gut gläubige Arbeiterschaft für ihre dunklen 3wede zu mißbrauchen. Die wenig die Arbeiter über das Auliffenfpiel der unionisti Bezüglich der Teilung des Achtstundentages in den Anstalts.( chen Drahtzieher unterrichtet find, zeigt sich, wenn den Arbetrieben der Stadtgemeinde Berlin sind die Versammelten der beitern die Frage nach den Ursachen des Streits vorgelegt wurde, Die Einigung über die Erhöhung der Löhne für die Arbeiter bei Ueberzeugung, baß biefe Teilung, bie einer Befeitigung des fie die stereotype Antwort gaben: Baumann hat gesagt... der Reichsverwaltung und in den Reichsbetrieben ist gestern abend Achtstundentages gleichkommt, das ungeeignetste Mittel ist Der Vorwand des Kampfes waren Lohnforderungen auf einem zustande gekommen. Die Lohnerhöhung beträgt bei mehr als 24jährizur Erzielung etwa notwendiger Ersparnisse. Gute. Da sie nicht bewilligt wurden, traten die Landarbeiter ande- gen Arbeitern im allgemeinen in Ortstlajje A 11 M. in der Stunde, Der bereits praktisch durchgeführte geteilte Achtstunbentag" bei rer Güter in einen Sympathie streit ein. In Wirklichkeit bei mehr als 24jährigen Arbeiterinnen in derselben Ortstlaffe 7,25 m. ben beamteten Krankenpflegerinnen der städtischen Krankenhäuser hat jedoch handelt es sich darum, die Anerkennung der Union der in der Stunde. Ein Streif in Kaisers Kaffeegeschäft ist seit mehreren Tagen in feiner Hinsicht die geringsten Ersparnisse ge- and- und Kopfarbeiter und deren Tariffähigkeit durchzuzeitigt. Es ist erwiesene Tatsache, daß bei un geteilter Ar- feßen. Um das zu ermöglichen und die Arbeiter vor feinen Rarren in Spandau megen Lohndifferenzen im Gange. Es ist bedauerbeitszeit vielfach weniger Arbeitskräfte benötigt werden." zu spannen, versprach ihnen Baumann alles mögliche, richtiger: alles lich, daß gerade diefe Firma, die bisher immer ein gewiffes foziales In der zweiten Entschließung heißt es: unmögliche. Die Landarbeiter fannten aber weder Baumann noch Berständnis für die Notlage ihrer Arbeiterschaft gezeigt hat, es auf Die in Haverlands Festfälen versammelten Beschäftigten der seine Hintermänner. Sie wußten nicht, daß fie es mit jenen Leuten einen Streit ankommen ließ, nachdem die Teuerung in so erStädtischen Kranten- und Pflegeanstalten Berlins haben von dem zu tun haben, die ihre Hauptaufgabe barin erblicken, die 2r- schreckender Weise um sich gegriffen hat. Die Firma hat es immer Schreiben des Polizeipräfidiums vom 7. Juli an das Hauptgefund. beiterbewegung zu zersplittern und gewollt oder un- rechtzeitig verstanden, ihre Berkaufspreise entsprechend der Geldheitsamt Berlin, morin um Angabe der Namen von Krankenpflege- gewollt fie der gelben Bewegung auszuliefern. entwertung über Nacht umzumodeln. Mit der Anpassung der Löhne personal ersucht wird, die sich an dem Protest der Gemeinde- Der Streitführer Baumann mußte als Kreisleiter vom hat sie es weniger eilig. Die Streifenden richten an die Arbeiter. arbeiter am 4. Mai 1922 beteiligt haben, Kenntnis erhalten. Deutschen Landarbeiterverband entlassen werden, weil er als fchaft von Groß- Berlin die Bitte, fie in ihrem Kampf zu unterstützen. Aus erwähntem Schreiben geht deutlich die Absicht hervor, das dessen Angestellter ein hinterhältiges Doppelspiel getrieben hat. ObDie Lippeschen Mehlfabriken haben infolge von LohnstreitigKrankenpflegepersonal, das an der berechtigten Brotestfund- gleich er sich unterschriftlich verpflichtet hatte, sich jeder feiten Freitag mittag ihre Betriebe in Deynhausen, Herford und gebung der Arbeitnehmer der kommunalen Betriebe teilgenommen Berfplitterungsarbeit und der kommunistischen Zellenbildung zu ent hat, bafür burch Entziehung der staatlichen Anerkennung zu maß halten, tat er es dennoch. Hinter dem Rücken der Bau- und Ber- Lippe geschloffen. Das Landespräsidium fucht zu vermitteln. bandsleitung berief er Sonderfonferenzen ein, zu denen er leine Die Versammelten erkennen in dieser Maßnahme den Versuch politischen Gesinnungsgenossen einlud. Die Gewerkschaftskonfe= zur Beschränkung bestehender, auf Grund der Reichsverfassung allen renzen machte er zu politischen und gewerkschaftsfeindlichen Lummel Arbeitnehmern garantierter Rechte. Die Absicht des Polizei- plägen. Er propagierte dann die Beitragssperre. Als Anpräfibiums, bem Krantenpflegepersonal bie Roalitionsfreigestellter des Deutschen Landarbeiterverbandes verstieß er gröblich heit zu entziehen, stellt eine ungeheure Mißachtung ge- Berbandsgelder wollte er dazu verwenden, um einen eigenen Laden die ihm übertragenen Obliegenheiten. Die vereinnahmten feglicher Bestimmungen bar." aufzumachen". Wie wenig gewissenhaft er die Interessen der Ar beiter wahrnahm, als deren Sachwalter er fich ausgab, geht aus folgendem hervor: Für zwei gemaßregelte Mitglieder in KlosterDie Arbeitnehmer der Salomonmühle, Bergschloß Hafermühle, felde wurden Sammlungen unter den Landarbeitern veranstaltet Süttmühle, Humboldtmühle- Tegel, Berliner Dampfmühle, Vittoria und das Geld dem Kreisleiter übergeben. Soweit fich bisher fest mühle, Hafenmühle Neukölln, Walzenmühle- Neuköln sind gestern stellen ließ, wurden für diesen Zweck etwa 5000 W. nereinnahmt, allesamt in den Streit getreten. Grund: Lohnstreitigkeiten. Die von benen nur etwa 1000 m. den Gemaßregelten übergeben find. bestreitten Firmen find sämtlich dem Arbeitgeberverband der was mit dem übrigen Gelde geschehen ist, darüber fehlt jede KonMühlenindustrie Groß- Berlins angeschloffen. Zuzug ist fernzuhalten, trollmöglichkeit. Mit Baumann versucht ein anderer Unionist, der Verband der Lebensmittel- u. Geträntearbeiter, Ortsverein Berlin, Metallarbeiter Weyer, die Landarbeiter des Kreises Oberbarnim in den Dienst der Union zu spannen. Weyer fehlt jegliche Fähig teit, Aufbauarbeit in der Gewerkschaftsbewegung zu leiften. Er Tarifbewegung im Bankgewerbe. folge hatte er nur in der Zerretßung ber Organisation, bas hat er Wie der Allgemeine Berband der deutschen Bantangestellten nicht nur in Berlin, sondern auch besonders in Halle a. b. G. bewiesen, mitteilt, ist bereits vor einigen Tagen sowohl von seiner Organi In Halle versuchte W. der Verbandskasse des Deutschen Metall. fation wie vom Ratchsverband ber Bantangestellten bas Reichsarbeiterverbandes widerrechtlich 75 000 M. zu entnehmen und seinen arbettsministerium um Cinberufung des Schlichtungsaus politischen Spießgesellen zuzuwenden. Wenn auch der Plan nicht fchaffos für die Tarifftreftigteiten im beutschen Bantgewerbe ange gelang, brachte er es doch fertig, das Berbandsvermögen um 25 000 rufen worden, nachdem auf Grund einer vorherigen Fühlungnahme Mart zu verringern. die Bankleitungen sich nur bereit erklärt hatten, das August- Gehalt Bei ihren Unternehmungen haben die beiden Herren ganz bereits am 18. d. M. auszahlen zu lassen. Die genannten Organis übersehen, daß Tariftontrahent neben der Arbeitgeberorganifationen perlangen die unverzügliche Gewährung einer außerfation der Deutsche Landarbeiterverband ist, und es tariflichen Wirtschaftsbeihilfe. Das Reichsarbeitss darf festgestellt werden, daß die Arbeitgeber in dem vorliegenden ministerium wird am Montag über die Frage der Einberufung des Falle bisher ihre Tariftreue befundet haben. Die Landarbeiter erStreit der Mühlenarbeiter. WENESTI RUND AMCAY BEIN gegen RUND NES WENE WENESE RUN RUND leitung. Deutscher Transportarbeiterverband. Montag 7 Uhr. Branche Geschäfts. Alte Jakobite. 31. Dienstag 7 Uhr. Branche 2. Chemische. Branchenversamm futscher, Lagerarbeiter usw. Branchenversammlung in den Zentralfestfälen, lung in Wilkes Festfälen, Sebastiansty, 39. Gämtliche Untergruppen, Chauffeure, Kutscher und Fahrstuhlführer der chemifchen Industrie find besonders einge. laden. Aussprache über unsere Lohnforderungen. Dienstag 6 Uhr. Branche Sandelsarbeiter aus den Betrieben der Hüte, Mühen und Belzwaren, Grup. penversammlung bei Witte, Poftstr. 29. Ohne Mitgliedsbuch tein Butritt zu diesen Bersammlungen. Zentralverband der Schuhmacher. Montag 6 Uhr Branchenpersammlung der Stepperinnen der Hausschuhindustrie im Betrieb und Heimarbeiterinnen Köpeniderstr. 127a, Branchenversammlung der Ballschuhmacher 5 Uhr bei Boeker, Beberstr. 17. Große öffentliche Schuhmacherverfammlung 17 Uhr in den Residenz- Festfalen, Landsberger Str. 31( großer Saal). Die Antwort der Innungen auf unsere Lohnforderungen vom 2. August. Kollegen erscheint vollaählig! Deutscher Bauarbeiterverband. Mitgliederversammlung der Betonbaugruppe Dienstag 7 Uhr im Rofenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11-12. Berantw. für ben redalt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelbe; für An. eigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co ,, Berlin. Lindenste. S. Sterzu 2 Beilagen. ähne 30 u. 35 M. mit Friedenskautschuk 3 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bel Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 50 M. an. 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