Nr.11. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. OesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Umsturzvorlage umgestürzt. Berlin, den 12. Januar. Das ist das Ergebniß der sechstägigen Redeschlacht um die Umsturzvorlage. Redesch I acht? Nein Nein Schlacht sezt einen Kampf voraus zwischen ebenbürtigen Gegnern. Wenn gepanzerte Reiter einen Haufen stecken bewaffneter Jungen überreiten, so ist das keine Schlacht.„ Ein Schlachten war's nicht eine Schlacht zu nennen." Die Sozialdemokratie hatte in dieser Debatte keinen ebenbürtigen Gegner. Sonntag, den 13. Januar 1895. Expedition: SW. 19, 33enth- Straße 3. gesetz zu sein, daß die zweiten Aufführungen von geschicht-| Beamte eines Reichs, das einem zweifachen Generallichen Tragödien und Komödien schlechter ausfallen und Umfturz sein Dasein verdankt, in einigen vom Blatt Echauspieler von kleinerem Wuchs haben, als die ersten. Das abgelesenen Allgemeinheiten den Umsturz verwünschend, einzige was größer ist bei den zweiten Aufführungen, ist die und schließlich als Zweck der Umsturzvorlage einzig die Thorheit und Verblendung der Helden" oder Opfer. Bekämpfung des internationalen Verbrechen 3" beDie Monarchie das ist der Punkt, der geflissentlich, zeichnend dabei ganz außer Acht lassend, daß zur Bemit reklamenhaftem Lärm in den Vordergrund geschoben kämpfung von Verbrechen", nationalen und interward die Monarchie soll durch das Ümsturzgefeß ge- nationalen, in unserem Strafgesetzbuch alles Mögliche und schützt werden. Aber wer hat denn die Monarchie in Unmögliche bereits geschehen ist. Deutschland bedroht? Daß eine Gefahr für die Monarchie Fürwahr eine Schlacht war es nicht, nicht eine in Deutschland bestehe, das sagten uns erst die Vertreter Geistesschlacht, die unsere Vertreter in dieser Debatte gegen der Monarchie, die Leute der Regierung nebst Gefolgschaft. die Nieberding, Stumm, Köller, Hohenlohe zu schlagen Haben diese Leute Senn nicht so viel Verstand, einzusehen, hatten. Mit solchen Gegnern giebt's teine Geistesschlacht. Wir haben schon viele Sozialistenschlachten gehabt, daß sie durch ihr Gebahren den Glauben an die Monarchie und ließen wir blos die gegnerischen Reden" als aber niemals das hoben wir schon früher hervor hat erschüttern, die Monarchie in das unvortheilhafteste Licht Agitationsschrift drucken, sie wären durch ihre Inhaltsdie Sozialdemokratie so minderwerthige, nein: so nichtsstellen, und ihr eine Rolle zuweisen, die im Volk nur losigkeit mindestens so wirksam für uns, wie die Reden werthige Gegner gehabt. Es liegt in der Natur der Dinge, das Gegentheil von Gefühlen der Achtung erzeugen kann? Auer's und Frohme's durch ihren Inhalt. daß je klarer eine Wahrheit zu tage tritt, desto Haben diese Leute denn nicht so viel Verstand einzugeringer das geistige Maß derer sein muß, die sie leugnen sehen, daß jeder denkende Mensch, der ihre Jeremiaden an und zu ächten versuchen. hört, sich sagen muß:„ wenn die Monarchie und die sonstigen ewigen" Einrichtungen der Gesellschaft" solche Jammerprodukte sind, daß sie nicht auf eigenen Füßen stehen können und an einem Arm von einem Polizist, am anderen von einem Staatsanwalt gehalten werden müssen-dann steht es verteufelt miserabel um ihre Zukunft. Reicht der Verstand dieser Leute in der That nicht so weit? Es ist ein unfagbar klägliches Schauspiel, in den sechs Tagen dieser Umsturzdebatte auf der Bühne des Reichstages vor dem deutschen Volk und vor der zivilifirten Welt aufgeführt worden ist. Wir tönnen mit gutem Gewissen aussprechen: das Beste, was für die Umsturzvorlage gesagt wurde, waren platteste Gemeinpläge; der Rest: hohle Deklamationen und denunziatorische Ausgeburten beschränkten, kritiklosen Partei geistes. Kein Anflug staatsmännischen Geistes. Nicht einmal politische Ideen, blos polizeilich e. Genug die Umsturzvorlage ist umgestürzt durch ihre eigenen Urheber und Vertheidiger; und unsere Genossen haben ihr blos die Grabschrift zu schreiben. Der Reichstag hatte nicht den Muth, die Umsturz vorlage zu zerreißen und der Regierung vor die Füße zu werfen. Sie ist vor eine Kommission verwiesen. Was diese mit dem juristischen Ungethüm machen wird, die sie in eine präsentable Gestalt zurechtrecken soll, das wissen wir nicht. Das Ganze in den Papierkorb zu werfen, dazu Für den Polizeiminister v. Köller und seine Helferswird man sich nicht entschließen. Voraussichtlich wird man helfer in dieser Umsturzdebatte ist der Staat blos eine erBruchstücke übrig lassen und nothdürftig aneinanderkitten. weiterte Polizei- Wachtstube; und der Polizei- WachtstubenFezen werden aus den verschiedenen Paragraphen abGeist ist der einzige Geist, den sie begreifen. Und nicht einmal gerissen und zu einem buntscheckigen Lappen zusammenden vollkommen. Wir sind überzeugt, als Herr v. Köller Diese Gesetzesvorlage gegen den ,, Umsturz" hat, obgleich sie geflickt werden. In keinem Falle wird die Regierung das Stenogramm seiner gestrigen Umsturzrede durchlas, noch nicht Gesetz ist und wohl niemals Gesez werden wird, mehr haben, was sie haben wollte und was sie im Interesse des hat er sich sich selber zerknirscht zugerufen: das war polizei-| Umsturz verübt, als alle Umsturzparteien zusammengenommen Staats" haben zu müssen sie betheuerte. Ihre Niederwidrigungenügend. jemals verübt haben. Sie hat den Glauben an das Ve- lage ist sicher. Man kann ein sehr guter Naturbursche sein, und ist stehende und dessen Träger ins Wanken gebracht. Sie hat Die parlamentarische Schlacht hat die Regierung vers darum doch kein guter Minister. Herr von Köller hat von gezeigt, daß diejenigen, welche sich dem Volke als die höchsten loren. Und sie kann nicht von fich sagen: Alles verloren, dem Umfang und der Wuchtigkeit seiner Aufgabe keinen Autoritäten aufspielen, selber nicht an ihre Autorität außer der Ehre! Ehrenvoll für die Regierung war dieser Begriff er vertheidigt die Umsturzvorlage wie ein glauben. Sie hat die Ohnmacht, das Schwächebewußtsein Kampf nicht. Nicht daß wir sagen wollten: die Regierung Polizei Wachtmeister eine Verordnung über das Droschken- und die Baghaftigkeit derer enthüllt, die nach der frommen habe die Ehre verloren- das wäre zu hart; überdies wesen vertheidigen würde, und lächelt dazu ebenso ver- Legende gläubiger Unterthanen in olympischer Höhe über giebt es gar mancherlei Arten von Ehre gerade in den gnügt, wie einstens vor 24 Jahren Herr Olivier in der gemeinen steuerzahlenden Menge thronen. Für Hundert- Regierungskreisen, und persönlich halten wir die Frankreich, als er leichten Herzens" das Kaiserreich in tausende, die in dieser Legende erzogen worden sind, welche Regierungsleute allesammt für ehrenwerthe Leute alle den Krieg mit Deutschland riß. Und der Krieg Enttäuschung! Und welcher Umsturz! alle ehrenwerth. % mit einem auswärtigen Feind war nur ein Kinderspiel Und diese Enthüllungen! Diese Momentbilder! Ein Aber der Ruf der Regierung ist verloren. Ihre Verneben dem Krieg mit dem inneren Feind", in den Kriegsminister, der von dem Bürgerkrieg als von treter haben eine Unfähigkeit bewiesen, die am Ende des Herr von Köller vergnügt lächelnd das deutsche Kaiserreich einem heiteren Bilde spricht. Ein Staatsmann in spe 19. Jahrhunderts selbst der Regierung eines halbdespotischen ziehen will. und in partibus fidelium, der seinem legitimen Staates nicht erlaubt ist. Auch das ist ein Zeichen der Zeit, daß in einer Herrn den Treueid gebrochen und den Thron hat um- Wird die Regierung ihre parlamentarische Niederlage Krise, wie der gegenwärtigen, am Vorabend einer stürzen helfen, pathetisch für Religion, Sitte und Ord- einstecken? Wir können es nicht sagen. Es ist kaum mögsozialen und politischen Weltwende ohne Gleichen nung und gegen den Umsturz polternd. Ein in Ungnade lich, nach so trauriger Ausstellung der Schwäche, nach so Männer mie ein Köller an die Spitze der Re- gefallener, der Gnade aber rasch wieder zureifender Hof- eklatantem Fiasko. Thut sie es nicht, so folgt gierung gelangen können Männer, die, um prediger, der den Staatsstreich, das heißt den Eid- und mit mathematischer Gewißheit der schweren Niederlage im ihre junterliche Bettelsuppe zu kochen, das Balken- Verfassungsbruch, die Revolution von oben predigt. Der Ste ich stage die weit schwerere Niederlage werk des Staats und der Monarchie schmunzelnd einflußreichste Magnat des deutschen Geldprozenthums, der im Lande. anzünden. Wenn die Bettelsuppe nur gar wird! Sehe die kaltblütig die Mundtodtmachung von 2 Millionen deutscher Und giebt die Regierung sich dann nicht zufrieden Monarchie wo sie bleibe! Die Straffords und Genossen, Wähler befürwortet. Ein Regierungsprophet, der es in wohlan- so steuert die Reichsgaleere in den Malström die den vom Gottesgnadenthum und Unfehlbarkeitswahn der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung"" für Schwindel des Staatsstreichs und des Bürgerkriegs. berauschten Stuart zum Konflikt mit der Volksvertretung und nichts Anderes" erklärt, wenn die Sozialdemokratie Das nennt sich neuester Kurs. und dem Volk Englands drängten, waren da doch ganz der heutigen Gesellschaft den Spiegel der Wahrheit" Vogue la Galère! Fahre dahin, Galeere! Voll. andere Männer. Allein das scheint ein historisches Natur- vorhält. Der neueste Reichskanzler, das ist der oberste dampf voraus! Feuilleton. Am Exil. muthigender Miene, und als René ihn drängte, sich aus- Unglücklicher, mit solchen Fehlern gehst Du Deinem sichern zusprechen, ließ Verdier sich die Worte entreißen: Untergang entgegen. Was willst Du in einer Zeit der Siehst Du, mein Kleiner, die Literatur von heute Uebertreibung, der Brutalität, der Frechheit, des scham[ Nachdruck verboten.] ist fast nothwendigerweise reaktionär. Nichts ist natürlicher. losen Charlatanismus, wo man, um sich bemerklich zu Sie ist für die bestimmt, welche zahlen, und die Leute, machen, den Tambour spielen, seinen Ruhm selbst nach die Geld besigen, haben keine vorgeschrittenen Ansichten. allen Windrichtungen hinausposaunen muß? Ja, wenn Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung Ich kenne Dich, Du kannst nicht schreiben, ohne Deine Du noch so schmiegsam und biegsam wie Cayrolaz Ideen, etwas Tendenz, einen Zipfel der rothen Fahne sehen wärest! von Marie Kunert. XV. 50 zu lassen. Nun bist Du für die gutgesinnten Blätter, die Wer hindert ihn denn, es noch zu werden, wenn er Wir mögen thun, was wir wollen, wir werden doch auch gleichzeitig die gutzahlenden sind, zu sehr Demokrat. will? rief dieser. immer Deklassirte, Verstoßene bleiben, denen nichts gelingt." Wie kannst Du Talent haben, da Du ja an der Kommune Verdier zuckte die Achseln. René sagte ungeduldig: Diese Worte Verdier's tönten René oft gleich dem theilgenommen haft? Was die Soublätter anlangt, Zum Teufel! Nimm mir doch nicht schon vor dem Summen einer läftigen Fliege in den Ohren. Sie wirkten die sich an die armen Teufel wenden, so bist Du Kampfe die Hoffnung. Die Hoffnung ist eine Macht. indeß wie ein Sporn auf ihn. Warum sollte er es wieder zu sehr Aristokrat. Rede nichts dagegen; ich will Und er verharrte bei seinem Entschluß. nicht wie irgend ein anderer versuchen, von seiner Feder zu damit nur sagen, daß Du nicht für Hökerweiber und leben, vor das große Publikum zu treten, sich tapfer aus dem Dickicht zum Lichte empor zu arbeiten? Wenn die VerLeger wenig zugänglich waren, so blieben die Zeitungen, und jetzt, da er mit einem Fuße in der Presse stand, konnte er hoffen, seine Arbeiten unterzubrigen. Krämer arbeiten, daß Du die Unwissenden emporheben und nicht zu ihnen hinabsteigen willst. Ich sehe Dich darunter leiden, daß Du nicht eines jener triumphirenden Talente befizest, die aller Hindernisse spotten. Fühlst Du denn das Zeug in Dir, durchzubringen? Er unterzog den Inhalt seiner Mappe einer Durch Kann man sich selbst so weit beurtheilen? antwortete sicht. Da fand er Novellen, Erinnerung jan seinen langen René. Aufenthalt in der Schweiz und seine Ausflüge in die Berge, Du bist bescheiden, begann Verdier wieder. Eine Auseinen großen Roman von dreihundert Seiten, eine umfang- ficht weniger mein armer Junge! Du weißt also nicht, reiche Studie über den Sozialismus, eine Frucht der Lektüre daß jeder Anfänger heute Genie hat, weil er es von durch die er sich hindurch gearbeitet hatte, um Henri allen Dächern schreit, bis ihm schließlich auch einige glauben? Roveray bei der Klärung seiner Ideen behilflich zu sein. Ach, Du bist kein Großsprecher, kein arroganter Prahlhans. Eines Sonnabends abends kündigte er seinen beiden Du liebst das Maßhalten, Du hast eine diskrete Art, Dich Kameraden seine Absicht an, mit diesem Einsatz sein Glück zu äußern, kurz, Du bist ein chrenhafter Mensch. Du zu versuchen. Verdier wiegte den Kopf mit wenig er fürchtest immer, mehr zu sagen, als Du denkst. Aber, Er trug zunächst seine Studie über den Sozialismus nach einer großen republikanischen Revue, die gerade gegründet wurde. Die Schrift enthielt eine ruhige, methodische, unparteiische Darlegung der verschiedenen Lehren. Kaum glitt ein leichter Hauch der Sympathie über die mit fast wissenschaftlicher Strenge geschriebenen Blätter. Gut! Das Thema sehr interessant, sehr aktuell, sagte der Direktor mit liebenswürdigem Lächeln zu ihm. Kommen Sie in vierzehn Tagen wieder. An dem bestimmten Tage fand René sich pünktlich ein. Gründlich, klar, gut aufgebaut, Ihr Artikel, redete der Direktor ihn an. Aber ich möchte Sie nm einige kleine Aenderungen bitten. Und er zog das Manuskript, das mit großen Rothstiftstrichen versehen war, aus einem Kasten. ( Fortsetzung folgt.) Das Umsturzgesetz vor den Berliner Arbeitern. sammlung. Genoffe Hochauf sprach im Sinne des Referats und forderte die Anwesenden auf, das Hauptgewicht auf die Erziehung der Jugend zu legen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. uns in unserem Vorwärtsschreiten aufzuhalten. Ebenso, wie mit dem Sozialistengesez, würden wir mit dieser neuen Auflage fertig werden. Der gewaltsame Umsturz ist hent überwundene Thatsache. Die besten Revolutionsmittel sind die Waffen des Geistes. Ueber das, Ilmsturzgeset", das im harmlosen Gewande einiger Menderungen des Strafgesetzbuches und des Preß- Wurm vor einer äußerst zahlreich besuchten Versammlung das Redner schließt mit den Worten: Das Sozialistengeſetz hat uns Bei Specht, Martgrafenstraße 88, hielt Genoffe Durch Rede und Presse ebnen wir den Boden für die neue Gesellschaft. Diese Mittel wirken absolut sicher; sie führen zum Siege. gesetzes erscheint, in Wahrheit aber gegen niemand anders als Referat. In geistreicher, sarkastischer Weise entwarf der Redner das vorwärts strebende Proletariat gemünzt ist, hat gestern zuhalten bestimmt jt. " Resolution zusantmengefaßt: Die Vorlage ist weiter ein Zeugniß für die vollkommene RathTofigkeit und Unfähigkeit der herrschenden Klassen und Gewalten, dem immer dringender zu tage tretenden Verlangen der aus gebeuteten Klassen nach gründlicher sozialer Reformarbeit anders als auf dem Wege neuer Gewalt- und Unterdrückungsmaßregeln entgegenzukommen. Die Vorlage bedeutet somit eine Bankrotterklärung des herrschenden politischen und wirthschaftlichen Systems, das sich immer unfähiger eriveist, höheren Kulturansprüchen gerecht zu werden und die Ruhe des Kirchhofes erzwingen will. Diese Bestrebungen fordern alle, die Freiheit und Gerechtig teit lieben, heraus, nicht nur diefen Angriff auf unsere so fümmerlichen Volksrechte auf das entschiedenste zurückzuschlagen, sondern um so energischer für eine Ausdehnung der Volksrechte im Sinne des Programms der Sozialdemokratie einzutreten. Indem die Versammlang nachdrücklich gegen eine Vorlage Protest erhebt, die eines modernen Staatswesens unwürdig ist, spricht sie zugleich aus, daß sie jeden Funken von Vertrauen zu einem Regierungssystem verloren hat, das eine solche Vorlage einbringen konnte, und daß sie jeden als Kultur- und Boltsfeind betrachtet, der dieser oder einer ähnlichen Vorlage seine Zustimmung giebt." vollen, oft von zustimmenden Kundgebungen unterbrochenen zweiLebhafter Beifall lohnte dem Redner für seinen wirkungsftündigen Vortrag. Nach dem Vorschlage des Vorsitzenden, Genossen Kizing, verzichtete die Versammlung auf eine Diskussion und nahm die vorgeschlagene Resolution einstimmig an. " Mit die Berliner Arbeiterschaft zu Gericht gefeffen. In 16 überfüllten ein treffendes Bild der gegenwärtigen wirthschaftlichen Zustände, gegenüber nichts genutzt, wir haben es überwunden. Die Wider die Berliner Arbeiterschaft zu Gericht gesessen. In 16 überfüllten in deren Folge die Arbeiterklasse der rücksichtslosesten Willkür finnigkeit derartiger Gewaltmaßregeln ist damit dargethan. Ist Versammlungen wurde das neue Sozialistengese" den Versammlungen wurde das neue Sozialistengeset" den Genoffen vorgeführt und gezeigt, daß es weit entfernt ist, unsere des Rapitalismus preisgegeben sei. Die Erhaltung, ja womöglich unsere Lehre eine falsche, dann wird sie auch ohne solche Gesetze Genoffen vorgeführt und gezeigt, daß es weit entfernt ist, unsere die Berewigung dieser Zustände sei der lebhafte Wunsch aller zerfallen; ist sie aber wahr, dann wird sie trotz aller Gegen Bartei in ihrem Bachsthum aufhalten zu können, dagegen wohl Eine Diskussion fand nicht statt. Die vom Genossen Auer geeignet und auch darauf berechnet ist, über zahllose brave uns gegenüberstehenden Parteien, die, obgleich verschiedene maßregeln fiegen.( Braufender Beifall.) Interessen- Gruppen darstellend auch hier wieder zu Barteigenossen Berfolgung, Elend und Noth zu bringen, daß fammen halten, um den gemeinsamen Gegner, die auf dem vorgelesene Resolution wurde einstimmig angenommen. es den Fortschritt der Gesellschaft auf lange Zeit hinaus zu auf Boden der Wissenschaft fiehende und das Prinzip der Ent- einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die VerAllgemein war denn auch die Entrüftung der Genossen über wickelung vertretende Sozialdemokratie mit Ausnahmemaßregeln sammlung um 9½ Uhr geſchloſſen. das„ Umsturzgesetz", und in allen 16 Bersammlungen wurde Regierungsvertreter im Reichstage stelle sich dieses Gesetz als 1/28 Uhr polizeilich gesperrt. Der Referent, Genosse August au nebeln, denn trotz der gegentheiligen Versicherungen der Die bei Keller tagende Versammlung wurde schon um das Urtheil der Berliner Arbeiterschaft darüber in folgende eine Ausnahmemaßregel gegen die Sozialdemokratie dar, denn die Bebel, knüpft an den Satz der Thronrede vom 5. Dezember an, bürgerlichen Parteien, selbst Freisinn und Demokratie, wo es heißt, daß die Staatsgewalt ihre Pflicht darin sähe, für „ Die dem Reichstag vorgelegte llmsturzvorlage ist ein schlagen welche ja immer zahmer werden, würden sich schwer- die wirthschaftlich Schwachen einzutreten. Hier findet man auch der Beweis für den immer volks- und kulturfeindlicher werdenden lich in den Maschen desselben fangen. Die Einsichtigen das so oft mißhandelte Wort von der„ ausgleichenden Gerechtigunter unseren Gegnern wüßten zwar sehr gut, Geist der Regierungen and herrschenden Klassen. daß feit". Dieselben Redewendungen kehrten seit einer Reihe von aber wie der Kranke, der sein Ende herannahen sehe, nach jedem erinnere in dieser Hinsicht an die Verlängerung des Sozialisten. die gegenwärtige Eigenthumsordnung sich nicht verewigen lasse, Jahren jedesmal dann wieder, wenn etwas im Werke sei; er Mittel greife, um sein Leben aufzuhalten, so sei auch der gesetzes und ähnliche Anlässe.( Sehr richtig.) Daß dieses MißBourgeoisie jedes Mittel recht, welches ihr geeignet scheine, ihre trauen durchaus begründet sei, beweise schon der nächste Suz, wo Herrschaft noch möglichst lange aufrecht zu erhalten. Angesichts man von„ verderblichen Gefahren" spricht und von Bestrebungen, nach mancherlei Handeln und Feilschen zwischen Regierung und Strebens befürchtet. Gegenüber diesen unbestimmten Andeutungen dieser Sachlage sei es nicht zweifelhaft, daß das Umsturzgesetz von welchen man eine Störung, ein Hinderniß dieses edlen Mehrheitsparteien in irgend einer Form angenommen werde. müsse man denn aber doch fragen:" Wo ist das Hinderniß der Was aber auch dabei herauskommen möge, die Entwickelung Sozialreform, wer stört?" Sei es nicht längst notorisch und wird dadurch nicht gehemmt, und unserer Partei wenn durch Aussprüche politischer Größen wiederholt erhärtet, daß Hunderte dem Gesetz zum Opfer fallen, so treten neue Kämpfer in die Bresche, denn eine Bewegung, die aus den ganzen Sozialreform, die moralische Urheberin der allergerade die Sozialdemokratie die Triebfeder der Verhältnissen herausgewachsen ist und so tief im Volte wurzelt, bings fälschlicherweise so hoch gepriesenen sozialen Gesetzgebung wie die sozialdemokratische, läßt sich durch keine Gewaltmaß ist!( Lebhafte Zustimmung.) Die Arbeitervertreter hätten nur regeln aus der Welt schaffen. deshalb ihre Zustimmung zu diesen schwächlichen Gesezen vermindeftmaß dessen enthielten, was man billigerweise von einer sagt, weil sie ihnen nicht weit genug gingen, nicht das Regierung die unter dem Banner Schuß den Schwachen" marschiren wolle, verlangen fönne. Was werde denn überhaupt von dieser Seite in der nächsten Zukunft geboten werden? Nichts, Die Versammlung im Louisen städtischen gar nichta! Solange dieser Kanzler die Zügel führe, der sich Konzerthaus war von etwa 400 Personen besucht. Das dahin ausgesprochen, daß man vorläufig nicht in dem Tempo Referat über die zur Zeit den Reichstag beschäftigende weiter gehen wolle, weil die Industriellen sich schon beschweren msturz vorlage" hielt Reichstags- Abgeordneter arm. über das Uebermaß des Segens, der auf die Arbeiter herabDer Redner vertrat die Ansicht, daß die gegenwärtigen träufele, geschehe nichts. Während der Amtsperiode dieses neuen Parlamentsdebatten dem deutschen Waterland wenig zur Ehre alten Kanzlers unberechenbar sei diese Periode gegenwärtig gereichen. Sollte die Vorlage in der von der Regierung allerdings genau so wie das Wetter( Heiterkeit!)- habe feinen Fortgang einer ernsthaften Sozialreform zu eingebrachten Form, was faum zu erwarten sei, dennoch man Ueber die einzelnen Versammlungen und die überall herrschende Gesetz werden, dann höre Deutschland auf, an der Spitze der erwarten. Seit drei Jahren hofft man auf die Kampfestimmung geben wir die folgenden kurzen Berichte: Zivilisation zu stehen, denn dann scheide es überhaupt aus der Einführung der im Gesetz verheißenen Sonntagsruhe für die Für die Genossen des ersten Wahltreises Neihe der Kulturstaaten aus. Statt friedliche Reformen platz- Industrie vergeblich. Bertröftungen und Versprechungen bildeten tagte die Versammlung bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44. greifen zu lassen und der wirthschaftlichen Entwickelung die Wege den Hauptbestandtheil dieser Sorte von Sozialreform. Schon die Hier hatte der Reichstags- Abgeordnete, Genosse Schumacher zu ebnen, suchen die gegenwärtigen Gewalthaber mit allen Anerkennung aber, daß Unzufriedenheit, berechtigte UnzufriedenSolingen das Referat übernommen. Unter lebhaftem Beifall Mitteln ihre Vorrechte und Sonderinteressen zu schützen; das heit bestehe, tönne fich die Sozialdemokratie auf das Konto des übte Redner an jedem Paragraphen eine vernichtende Kritik. Auf Bolt, dem alles mangelt, soll zur Zufriedenheit gezwungen Erfolges schreiben, dahin habe sie die Weisen der bürgerlichen einige geschichtliche Beispiele bezug nehmend, im besonderen auf und die Ruhe des Kirchhofes hergestellt werden. Doch möge Gesellschaft gebracht. Die Taktif, welche man gegenwärtig beliebe, erinnere aufLudwig XVIII., Karl X., Ludwig Philipp und Napoleon I. zeigt fommen, was da wolle, die überzeugte, zielbewußte Redner, wie die Erschaffer von Ausnahmegesehen diefelben felten Arbeiterschaft würde auch ein derartiges Knebelgesetz überwinden. fallend an die Bewegung nach den Attentaten, als man plante, überdauert haben und schloß seinen zündenden Vortrag mit dem Die Sozialdemokratie schreite dennoch unaufhaltsam vorwärts, den großen Millionen- Fischzug unter Bismarc'scher Aegide zur Die Bedrohung des öffentlichen Zuruf an die Gegner:" Ihr hemmt uns, doch ihr zwingt uns sie ist die moderne Sphing wer vor ihr steht, muß ihre Ausführung zu bringen. nicht; unfer die Welt trotz alledem!" Brausendes Bravo folgte Räthsel lösen oder untergehen.( Lebhafter Beifall.) An der Friedens" war die Kouliffe, welche den Raubzug der agrarisch und einstimmig nahm die Versammlung die obige Resolution an, Diskussion des intereffanten, etwa einstündigen Vortrages be- fchutzöllnerischen Ausbeuter- Gesellschaft mastiren mußte. Man Im Märkischen Hof" hatte der Reichstags- Abgeordnete theiligten sich Sch a 11, Apelt und Lindemann, von denen wollte verhindern, daß die Opposition ihren Mahn- und Weckruf Molkenbuhr das Heferat übernommen. Das Lofal war besonders der erstere durch seine sarkastische Redeweise es ver- ertönen lasse. Deshalb die drakonischen Strafen, die Auflösung überfüllt, so daß Tische und Stühle entfernt werden stand, die Redner der rechten Seite und des Zentrums im Reichs- der Vereine, die Unterdrückung der Presse! Achnlich ständen die mußten; wohl gegen 800 Personen mögen anwesend sein. tage mit wohlverdientem Spott zu überschütten. Die Resolution Dinge heute.( Beifall.) Im Hintergrunde lauern die beute luftigen Agrarier wieder mit ihren nicht weniger als beHedner gab in feinem etwa zweistündigen Vortrage Vortrage fand einstimmige Annahme." zunächst einen geschichtlichen Rückblick, Hierauf besprach Reichstags- Abgeordneter Meister die scheidenen Wünschen betreffend die Zuckersteuer, Branntweins Antrag Kanik u. f. w. Die Preise für Stroh, vies, daß zu allen allen Zeiten das Alte, Bergehende Tabat- Fabritatsteuer- Vorlage, welche eigentlich teuer, mit Gewalt den neuen Ideen sich gegenübergestellt, daß ebenfalls den Namen Umsturzgesetz" verdiene, allerdings in für Getreide, für Fleisch seien den Junkern zu niedrig; man rufe aber schließlich doch das Neue Sieger geblieben fei. Redner wirthschaftlicher Hinsicht. Der Redner legte überzeugend flar, deshalb den Staat zur Abhilfe dieser Kalamität auf. Wenn diese verwies auf die Kämpfe in der Reformationszeit, vor und während daß ein folossaler Rückgang des Konsums, und demzufolge das auf das Futter der Staatskrippe Lüfternen Edelsten und Besten von Arbeitern bei Ein- soviel Entgegenkommen von der Regierung gewahrten, würden der großen Revolution, sowie auf die Geisteskämpfe dieses Jahr. Brotlosmachen vieler tausende hunderts. Auch der Sozialismus werde schließlich alle Hindernisse führung dieses Gesetzes eintreten würde. Redner forderte die sie natürlich nicht zögern, der von oben" ausgegebenen Parole Gesetz nur in Geldsachen gegen ein derartiges ent zu folgen und Herz und Hand und Kopf überwinden und tros Ausnahmegeseze und Umsturzvorlagen zum Arbeiterschaft auf, Siege gelangen. Nachdem Redner die einzelnen Paragraphen schiedenen Protest zu erheben und zu verlangen, daß die sind sie zurückhaltender( stürmischer Beifall) gegen den Umftura einer vernichtenden Kritik unterzogen, schloß er unter großem aften, welche die verstärkte Heeresmacht zu ihrer Erhaltung zur Verfügung zu stellen. Die große Gefahr", von der jetzt auf Rommando alles Beifall seinen Vortrag. Von einer Diskussion wurde beansprucht, auf die Schultern derjenigen Bevölkerungsklasse Abstand genommen, die Resolution einstimmig angenommen. gelegt werden, welche ausschließlich ein Interesse an dem Be- phantafirt, habe absolut feinen realen Boden. Es werde so darGenoffe Koblenzer macht bekannt, daß zur heutigen Versamm- stehen und der Vermehrung des Militärs haben. Nicht aus der gestellt, als ob die legten vier sozialistengesetzfreien Jahre für uns Tung zuerst Kurth's Festfäle"( Inhaber Fogge) gemiethet ge- indirekten Besteuerung der nothwendigsten Lebens- und Genuß- fo außerordentlich angenehm gewesen seien. Im Gegentheil. Herr Fogge habe aber nachträglich sein Wort mittel, sondern aus einer progressiven Einkommensteuer möge Das Leben habe man den verhaßten Sozialdemokraten in volldie Mittel hierfür zu gewinnen suchen.( Braufender ständig legaler Weise" herzlich schwer gemacht. Dreihundertzurückgezogen, sein Lokal sei am heutigen Abend anderweit man vergeben; seine Frau und sein Personal habe den Bestellern des Beifall.) Um die Wirkung des vorzüglichen Vortrages nicht fünfzig Jahre Gefängniß und diverse hunderts Saales feinerzeit mitgetheilt, daß er frei sei. Mehrere Genossen abzuschwächen, wurde von der Diskussion Abstand genommen tausend Mart Strafen und Kosten seien ganz gewiß haben sich nun heute Abend überzeugt, daß die Lokalitäten noch und die imposante Versammlung mit einem Hoch auf die Sozial- feine Kleinigkeit!( Sehr wahr!) Das sei möglich gewesen unter dem gemeinen Recht mit der Auslegungskunst strebsamer Staatsbis 10 Uhr vollkommen finster waren. Der Vorfall werde demokratie geschlossen. ftüzen man sollte wirklich meinen, das genüge.( Lebhafter Beifelbstverständlich der Lokalkommission unterbreitet werden. Hier- In den Armin hallen waren etwa 500 Personen, fall.) Man sei aber bereits derart empfindlich geworden, auf schloß der Vorsitzende die imposante Versammlung mit einem darunter viele Frauen, versammelt, welche den geräumigen Saal baß man jeden Luftzug als Sturm anſehe, und aus Angst vor jedem bis in den letzten Winkel füllten. Der Referent, Reichstags Luftchen, das dem rissigen und brüchigen Gesellschaftsgebäude Der Referent, Reichstags. Abgeordneter 3 u beil, widmete den ganzen politischen VerhältDie Versammlung bei 3ubeil, Lindenstr. 106, war von niffen einer, von der Versammlung sehr zustimmend aufgenommenen gefährlich sei, präsentire man ein solches Monstrum wie die ungefähr 400 Personen besucht und schon kurz vor 8 Uhr polizei- Besprechung. Wird die Vorlage Gesetz- so etwa schloß der Umsturzvorlage. An den Bestand, oder vielleicht gar die ewige lich abgesperrt. Genosse Pfannkuch referirte und fein zirka Redner seinen 1/ 2stündigen Vortrag- dann müssen entweder Dauer biefer bürgerlichen Ordnung glaube ja heute sowieso kein 11/2 stündiger Vortrag wurde häufig durch Beifall unterbrochen. Tausende unserer Genossen ins Gefängniß wandern, oder denkender Mensch mehr. Jeder einzelne sei unzufrieden, ſelbſt Der Redner beleuchtete die Stellung der verschiedenen Parteien allein die Zufriedenheit raube.( Heiterkeit.) Wer könne zu der Vorlage und die Aenderung des alten und neuen Kurses. jede Kritik in Wort oder Schrift der herrschenden Zustände Herr von Stumm, dem die Existenz der Sozialdemokratie schon und Einrichtungen wird uns zur Unmöglichkeit; was Die Nachdem man mit dem Ausnahmegesetz von 1878 so schlechte Bartei aber nicht abhalten wird zu kämpfen, bis überall überhaupt noch bei dieser verrückten Wirthschaft zufrieden sein? Erfahrungen gemacht habe, versuchte man im Jahre 1890 durch die rothe Fahne weht.( Lebhafte Zustimmung.) Hierauf Wo stecke denn eigentlich die planmäßigkeit und Ordnung einer Versprechung von Reformen die Arbeiterschaft von der Sozial- ergriff der Abgeordnete Genssse Geyer das Wort, um Wirthschaftsmethode, wo man nothleidet, weil zu großer Ueberfluß vorhanden ist. Die„ Vossische Zeitung" berichte, daß in demokratie abzuwenden. Außerdem versuchte das Unternehmer die Steuerpläne der Regierung einer Kritik zu unterziehen. fluß vorhanden ist. Die" Bossische Zeitung" berichte, daß in einem Regierungsbezirk im thum, die durch den Sozialismus noch nicht vergifteten" Arbeiter Die Beunruhigung der Tabakinduftrie durch die Steuerprojekte 67 000 Menschen auf den Verpflegungsstationen gespeist seien. in chriftliche Vereine zu organisiren, um sie gegen die sozial der Regierung fand in der Versammlung eine entschiedene Ber- 67 000 Menschen auf den Verpflegungsstationen gespeist seien. Mittel hat sich als unpraktisch erwiesen, und mit fliegenden wenn ihr der lautere Ton nicht mehr gestattet sein würde, trob Nein! Die Züchtung von solchen Menschen, die im gegebenen demokratische Arbeiterschaft auszuspielen. Aber auch dieses urtheilung. Hedner schloß in der Ueberzeugung, daß die Partei,( Hört! Hört!) Seien daran auch die Sozialisten schuld, hätten die Sozialdemokraten überhaupt Einfluß in dieser Richtung? Fahnen tamen diefe in das Lager der Sozialdemokratie. Nach ihrer Abneigung gegen alle Geheimthuerei, fie fich des Flüster Moment, durch die Noth getrieben zu allen Verbrechen bereit dem man eingesehen hat, daß die Sozialdemokratie trotz aller tones bedienen würde, um sich in diesem zu gemeinsamem Handeln feien, bleibe das Verdienst der Helden für Sitte, Religion und Machinationen immer mehr sich ausbreitet und in Massen neue Anhänger gewinnt, da versucht man nun mit roher Gewalt den u verständigen.( Lebhafter Beifall.) Da tein Gegner das Wort begehrte, wurde von einer Dis- Eigenthum.( Lebhafter Beifall.) Sozialismus zu erstiden. Wenn die bürgerliche Gesellschaft behauptet, daß die Sozialdemokratie alles umftürzen will, so ist das fuffion Abstand genommen. Die Protestresolution fand einstimmige Annahme. eine Unwahrheit, die oft genug nachgewiesen ist. Hoch auf die Sozialdemokratie. wobei er nach" " Laufe eines Jahres über Die Entrüftung über die Tattit der Sozialdemokratie sei aber auch in jeder Beziehung überflüssig. Man solle sich doch auf seiten der Gegner vergegenwärtigen, welche Mittel fie anDie Sozialdemokratie habe gar feine Ursache, die Errungen Die im 4. Wahlkreis( Südost) bei Hence, Naunyn- gewandt hätten, als sie genöthigt waren zu kämpfen, als sie in schaften der Zivilisation und die Fortschritte der Kultur zu straße, tagende Versammlung war von etwa 1000 Personen be- der Opposition standen. Wenn die Wortführer des Bürgerthums untergraben, sondern kämpft dafür, daß sie jedem Menschen zu sucht. Schon um 1/28 Uhr wurde das Lokal, nachdem man um den Sozialdemokraten vorhalten: Ihr erstrebt mit gewalt= gute fommen und nicht zur Ausbeutung der Arbeiter benutzt Platz zu schaffen Tische und Stühle entfernt hatte, gesperrt. f a men Mitteln den Umsturz, so könnten sie dafür noc) werden. In bezug auf Sitte steht die sozialdemokratische Presse Hier hatte der Genosse Auer das Referat, in welchem er das teinen Beweis antreten, wohl aber verzeichne die Geschichte der hoch über allen anderen Zeitungen, was aber nur dann an neue Sozialistengefet, unter fortwährend wiederholendem Beifall, legten drei Jahrhunderte auf jedem Blatt revolutionäre Arte des erfannt wird, wenn sich bürgerliche Zeitungen bekämpfen. arg zerzauste und zerpflückte. Genosse Auer erklärte, daß es un- Bürgerthums. Selbst die Art, wie in dieser Epoche von hohen Wo die Sozialdemokratie dominirt, nehmen die Vergehen möglich sei, nach den erschöpfenden Grörterungen in der Presse, Personen gesprochen wurde, sei damals eine ganz andere, schärfere auch im Reichstage, noch neue Momente an- gewesen, als heute; man solle nur die Reden im französischen gegen das Eigenthum und gegen die Sittlichkeit, wie statistisch als fönnen. nachgewiesen, ab. Die Sozialdemokratie ist eine ethische und führen zu Die Parteigenossen seien sich über Nationalkonvent und selbst die liberalen Blätter nachlesen; fulturfortschrittliche Partei. Das Verbrechen der Sozial- das Wesen der Umftursvorlage flar. Die Versammlungen Lothar Bucher, der Vertraute Bismard's habe in der 48er Be demokratie besteht lediglich darin, daß immer mehr Anhänger haben nur den Zweck gegen diese neue Kuebelung der politischen wegung offen feine Wähler zu den Waffen gerufen, um die fich um das Banner des Sozialismus schaaren, um das Erbe der Freiheit Protest zu erheben. In drastischer Weise erörtert er die Uebergriffe der Reaktion abzuwehren; man sollte sich erinnern, bürgerlichen Gesellschaft anzutreten. Die bürgerliche Gesellschaft Ungeheuerlichkeiten der verschiedenen Paragraphen der Vorlage, wie jebige nationalliberale Größen damals die Republit für hat es in der Hand, auf friedlichem Wege die nothivendigen Re darauf verweisend, wie es möglich sei, alle und jede Bestrebungen Deutschland als das Schönste und Beste hingestellt haben. formen anzubahnen, will sie es nicht, will fie die Gewalt, so damit unter Strafe zu stellen. Was den bürgerlichen Parteien( Beifall.) wird auch davor die Sozialdemokratie nicht zurückschrecken und erlaubt sei, ist den Sozialdemokraten schon heute in vielen Eingehend auf die Einzelheiten der Regierungsorlage, geigt für Recht und Gerechtigkeit kämpfen, aber erst dann, wenn Fällen verboten. Bei dem Anklagemonopol und der Findigkeit der Redner an einer Reihe von Beispielen, in welcher Art die es uns beliebt. Die Sozialdemokratie hat unvorbereitet das unserer Staatsanwälte könnten wir uns auf recht eigen Staatsretterei dann vor sich gehen würde, und beleuchtete in Sozialistengesetz ausgehalten, sie steht gerüstet und wird auch dem feiner sarkastischen Manier die Ungeheuerlichkeiten, welche man neuen Ausnahmegefeße mit Ruhe entgegensehen. einem Volfe, das feinen Anlaß für ein solches Vorgehen Langanhaltender Beifall bewies die Zustimmung der Vergegeben habe, su bieten wage. Wenn die Deduktion mancher Ge artige Erfahrungen gefaßt machen. Trotzdem hat die Sozialdemokratie das Gefeß nicht zu fürchten. Dieses Angst produkt der heutigen bürgerlichen Gesellschaft ist nicht im stande, anderes Gesicht. = M " richte, daß die Verwirklichung sozialdemokratischer Jdeen eo ipso In der sich anschließenden kurzen Diskussion sprachen durch zu retten, daß wie es vom Absolutismus zum Ron durch Gewalt erfolgen müffe, allgemein angewandt würde, wäre die Genossen Kopmann, Thierbach und Feber, alle im stitutionalismus übergegangen ist, es jetzt zum sozialen man nicht sicher, daß fogar die Agitation im Familientreife, Sinne des Referenten. Die Entrüstung der Versammelten Königthum sich ausgestalten will. Der demokratische Geist beispielsweise versucht bei einem Angehörigen des Soldaten über das neue Knebelgeses gab sich in dem lauten Beifall fund, sei aber im fiegreichen Fortschreiten begriffen und derselbe standes, mit hohen Gefängniß- und Zuchthausstrafen belegt der den einzelnen Rednern bei deren Verurtheilung des Gesetzes werde alle Hindernisse überwinden. werden könne. Die Schüßer der Familie" zeigten sich hier in zu theil wurde. etwas absonderlicher Gestalt.( Bravo.) Und nun erst die Vor- Die Resolution wurde einstimmig angenommen und die Gegen die Minister und Herrn v. Köller's Zitatensac bereitung zur Vorbereitung zum Hochverrath"!( Heiter- Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die Sozial- erinnerte Frohme u. a. an die Praktiken des Polizeiteit.) Wenn das durchgehe, werde die Regierung nothwendiger demokratie geschlossen. fommissars Engel in Altona, welcher den Färber Wichmann weise eine Erhöhung der Strafen für den eigentlichen HochIn Schneider's Salon, Belforterstraße, sprach Genoffe benützte, um die tollsten Nachrichten und Beleidigungen in verrath beantragen müssen.( Sehr gut!) Die beiden§§ 130 Robert Schmidt vor einer sehr gut besuchten Versammlung, die Most'sche Freiheit" hinein zu bringen. und 181 wären im Jahre 1870 auf Veranlassung national es waren ungefähr 600 Personen anwesend, über das Thema. Frohme schloß unterm lebhaften Beifall unserer Fratliberaler Abgeordneten in ihrer jetzigen verbesser. Redner behandelte eingehend die politische Lage, um im Anschluß tionsgenossen mit der Erklärung, daß die Sozialdemokratie ten Form hergestellt; und selbst im Jahre 1876 daran eine treffende Kritik an der sogenannten Umsturzvorlage bleiben werde, was sie ist. fei eine Verschlechterung pure abgelehnt. Was die Inter- zu üben. In der Diskussion bemerkte Genosse Augustin: pretation Die Rede unseres Genossen brachte zwei Minister auf des Reichsgerichtes schon aus diesen! Paragraphen Sucht man gegen uns Geseze in Anwendung zu bringen, die es herausbestillirt habe in den zwei Jahrzehnten, hätte alle Er- unmöglich machen, unsere: Ideen auf dem bisherigen Wege die Tribüne, erst den Kriegsminister, der wieder wartungen übertroffen.( Beifall.) Außer dem geltenden Straf zu verbreiten, so werden wir gezwungen sein, wiederum zu eine Probe seiner Schneidigkeit" gab, und dann Herrn gesetz habe man nach und nach ein zweites Gesetz aus lauter dem von uns schon einmal benutzten Mitteln zu greifen, von Röller, der auch in diesem Punkte den WegKommentaren zusammen gestellt, und dieses habe ein ganz nämlich unsere Literatur vom Auslande aus zu verbreiten.( Leb- spuren des Herrn von Puttkamer folgend den Polizisten, hafter Beifall.) Die Polizei und der Staatsanwalt find gegen welche sich im Kampfe gegen die Sozialdemokratie ausFest stehe zum Glück schon heute, daß diese beiden uns besonders eifrig, eigenthümlicherweise ist es ihnen aber nicht zeichnen, seine höchste Protektion versprach. Das„ allgemeine Paragraphen, die weitgehendsten in der Vorlage, in gelungen, den planmäßig vorbereiteten Landfriedensbruch der Ehrenzeichen" des Thring- Mahlow hat also Aussicht auf ihrer jezigen Fassung nicht Annahme fänden, aber man Blumberger Bauern zur Bestrafung zu bringen, weil sie die müsse sich bemühen, daß auch den anderen die Giftzähne Thäter nicht finden konnten; das Malheur passirt den Herren neue Auflage. ausgebrochen würden. Die Sozialdemokratie, so hebt der bei uns nicht.( Heiterkeit.) Mögen unsere Gegner beginnen, Mit einer Rede des konservativen Herrn von Buchka Redner zum Schluß hervor, hat keinen Anlaß gegeben für eine was sie wollen, ein jeder von uns wird am Blaze sein, wenn es wurde die sechstägige Verhandlung kurz vor 6 Uhr geVerschärfung der Geseze, die wirklich mehr als aus bei der Auflösung des Reichstages erforderlich ist. schlossen, die Vorlage selbst aber einer Kommission von reichend sind. Wenn die Regierung ihrem Drange für Sitte, Nachdem Genosse Schädlich kritisch die heutigen Arbeits- 28 Mitgliedern überwiesen. Ordnung, Eigenthum und dergleichen schöne Sachen genügen verhältnisse beleuchtet hatte, besprach der Referent in seinem will, so foll sie oben die beffernde Hand anlegen. Da sind Schlußwort die finanzpolitischen Probleme der Regierung, im Es kriselt. Außer Herrn v. Berlepsch soll auch Herr noch viele Unterlassungsfünden gutzumachen. Das Bolt fann besonderen die Tabalsteuer Vorlage. Darauf erfolgte die ein- v. Bötticher über kurz oder lang den Lucanus erwarten. ohne und mit diesen Ausnahmegesetzchen doch nicht von seinen stimmige Annahme der Resolution und mit einem begeistert auf Die Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt der Zielen abgelenkt werden! Was in ihren Kräften steht, werden genommenen Hoch fand die Versammlung ihren würdigen Ab- Minister v. Marschall und v. Bötticher werden, wie man die sozialdemokratischen Abgeordneten dazu beitragen, daß der schluß. nach der Freis. 8tg." in parlamentarischen Kreisen wahrs Regierung die Umsturz- Vorlage zerfetzt vor die Füße ge Im Kelle'schen Saal( Schönhauser Allee), der polizei- nimmt, von der engeren Freundschaft des Fürsten Bismarck worfen wird! Der stürmische, anhaltende Beifall, der Bebel's zweistündiger lich gesperrt war, sprach der Reichstags- Abgeordnete Rie es in Berlin gefliffentlich zu vertreiben gesucht. Magdeburg. Redner machte es sich zur Aufgabe, nicht nur das Rede folgte, bewies, daß die ganze Versammlung diesen Wunsch Vorgehen der Regierung gegen den Umfturz" kritisch zu be- nicht geflissentlich verbreitet zu werden, es liegt klar zu Daß die Bismarder jetzt Oberwasser haben, braucht theilte. Diskussion wurde nicht verlangt. Bei der Abstimmung erhoben sich alle Hände für die Resolution, die schon bei ihrer leuchten, sondern auch die Wirkungen der indirekten Steuern einer Tage. Goeben war ein Flügeladjutant des Kaisers als Erörterung zu unterziehen, wobei er ganz besonders auf das Berlesung mit Beifall begrüßt wurde. Nach 10/2 Uhr wurde Projekt der Mehrbelastung des Tabats bezug nahm. Seine Aus- Ueberbringer von kaiserlichen Geschenken bei Bismard, die vom besten Geiste getragene Versammlung geschlossen. führungen, die er mit einer Ermahnung schloß, allen tommenden morgen tritt der Reichskanzler seine Wallfahrt nach In Gründel's Saal waren die Genoffen des fünften Bedrängungen zum Troß treu und unerschütterlich zur sozia Friedrichsruh an, in der heutigen Reichstagssigung war Kreises sehr zahlreich versammelt. Daselbst referirte Genosse listischen Sache zu halten, fanden stürmischen Beifall. Tub. Herbert Bismarck der Gegenstand vielbemerkter AufmerkſamGerisch, welcher in einer 21/2 stündigen Rede, des öfteren be cf e erinnerte an das Sprichwort:„ Den Sozialismus in seinem feit seitens des Reichskanzlers, seines Sohnes, des Kriegsdurch Beifall unterbrochen, die einzelnen Paragraphen des Knebel Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf". Heidemann hielt, ministers und des Ministers des Innern. gesetzes Revue passiren ließ. Der Referent legte seinen Aus- nach seinen Ausführungen zu urtheilen, die Umsturzvorlage eben- Wir registriren furz die uns zugetragenen Gerüchte führungen vor allem den Passus der Thronrede, daß die wirth- falls für keine Glanznummer, während Fischer die Meinung aus- über Herr die Veränderungen in den Ministerien. schaftlich Schwachen in moralischer und sittlicher Beziehung zu sprach, auch das neueste Maulkorbgeſez werde nur die Wirkung v. Berlepsch soll sich in's Privatleben zurückziehen, unterstüßen seien, zu grunde. Endlich habe sich auch haben, daß die Sozialdemokratie in eiserner Disziplin zusammen das Räthsel gelöst, wer diejenigen seien, die der Re- halte. Nach einem Schlußwort des Referenten, der die Sozial- als preußischer Handelsminister soll an seine Stelle der Obergierung hinderlich im Wege stehen, um den Unterdrückten die demokratie gegen den Unsinn verwahrte, Ehe und Familie zer präsident von Westfalen, Herr Studt, berufen werden, versprochene Hilfe zu theil werden zu lassen. Die Arbeiter stören zu wollen, wurde die Resolution mit folgendem Zusatz der durch Herrn v. Boetticher in Westfalen ersetzt werden schaft sei es, und dieser müsse deshalb ein Gefeß, wie das vor einstimmig angenommen:„ Ebenfo protestirt die Versammlung soll. An stelle des Herrn Marschall v. Bieberstein soll als liegende, auferlegt werden. Draftisch waren die Vergleiche, welche gegen jede weitere Mehrbelastung des Tabaks, wie überhaupt Staatssekretär für das Auswärtige Herr v. Radowiß, der der Referent aus dem Leben der Gegenwart den einzelnen Para- gegen jede indirekte Steuer". Mit einem begeisterten Hoch auf Botschafter in Spanien, berufen werden. Auch der Name araphen des Gesetzes der Zukunft anpaßte. Den Schluß des die Sozialdemokratie ging die Versammlung auseinander. Vortrages bildete ein Resume der bereits gepflogenen Verhandlungen im Reichstage über die Umsturzvorlage. Die mitgetheilten Prostauerstraße, referirte Reichstags- Abgeordneter Reißhaus Friedrichsberg. In Schneider's Gesellschaftshaus, Ausführungen des Abg. Sigl erregten lebhafte Heiterfeit. Mit dem Mahnwort, bei einer event. Neuwahl zum Reichstag treu vor ca. 500 Personen über die Umsturz vorlage". Unter aur Fahne der Sozialdemokratie zu halten, schloß der Redner lebhaftem Beifall der Versammelten, unter denen sich viele feinen interessanten Vortrag. Andauernder Beifall und Bravo: Frauen befanden, besprach der Redner die einzelnen Punkte der Bundesrath. In der am 10. b. M. abgehaltenen Plenarrufe folgten seinen Ausführungen. An der Diskussion betheiligten Vorlage und führte den Anwesenden in anschaulicher Weise die fich die Genossen Rasante und Guadt, welche im Sinne des ganze Ungeheuerlichkeit der Umsturzvorlage vor Augen, die er fizung des Bundesraths wurde von dem Vorsitzenden, VizeReferenten sprachen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. an einer Reihe von Beispielen nachwies. Einstimmig gelangte präsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Die Protestresolution zur Annahme. Dr. von Bötticher, zunächst dem am 20. Dezember v. J. verDie Versammlung in Reichert's Salon, Müllerstraße 7, war von gegen 700 Personen besucht. Obgleich vor einer zahlreichen Zuhörerschaft über das Thema. In Pankow referirte Reichstags- Abgeordneter Bueb storbenen töniglich fächsischen stellvertretenden Bevollmächtigten, Auf den General- Staatsanwalt Geheimen Rath Held ein ehrender das Versammlungslokal noch Raum für viele bot, war dasselbe mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine lebhafte Nachruf gewidmet. Nach dem Eintritt in die Tagesordnung doch polizeilich gesperrt und von einer starten Polizeimacht be: Diskussion, in der sämmtliche Redner im Sinne des. Referats wurden der Entwurf eines Gesetzes für Elsaß- Lothringen, wacht. Reichstags- Abgeordneter Fischer hatte hier das Referat übernommen. In einer treffenden Weise, oft von dem sprachen. Gegner meldeten sich trotz mehrfacher Aufforderung betreffend die Gebäudesteuer, der Gefeßentwurf wegen FestBeifall der Zuhörer unterbrochen, geißelte Redner die Vorlage. nicht zum Wort, und gelangte sodann die Resolution einstimmig ftellung des Landeshaushalts- Etats von Elsaß- Lothringen für Die Resolution fand ohne Diskussion einstimmige Annahme. Bon zur Annahme. den durch die polizeiliche Absperrung an der Theilnahme an der Ver" fammlung Berhinderten, den„ Draußenstehenden“ war ebenfalls Politische Leberlicht. Berlin, den 12. Januar. Herbert Bismarck's wird für diesen Posten genannt. Ueber Neichsamte des Innern verlautet nichts, nur scheint festden eventuellen Nachfolger des Herrn v. Boetticher im zustehen, daß die Herren v. Rottenburg und Boediker keine Aussicht haben sollen, in Frage zu kommen. 1895/96, und der Entwurf einer Verordnung wegen Des völligen Inkrafttretens der auf die Sonntagsruhe bezüglichen Bestimmungen der GewerbeOrdnungs- Novelle vom 1. Juni 1891 den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Eine Nachweisung der Veränderungen im Bestande des als Eigenthum des Reichs festgestellten Grundbesizes wurde vorgelegt. Von der Denkschrift über die Entwickelung des Schutzgebietes Longo wurde Kenntniß genommen und über die Wiederbesetzung der Stelle eines Mitgliedes bei der Verwaltung des Reichs- Invalidenfonds Beschluß gefaßt. Endlich wurden die Ruhegehälter für eine Anzahl von Reichsbeamten festgestellt und dem Entwurf einer Ergänzung der Reichsbeamten festgestellt und dem Entwurf einer Ergänzung der stellen bei den Reichs- und Staatsbehörden mit Militäranwärtern Grundfäße für die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamten( Anrechnung der Dienstzeit in den Schutzgebieten) die Zustimmung ertheilt. = M Sonntagsruhe in der Industrie. Der„ Reichs- Anzeiger" schreibt: Nach dem dem Bundesrath zur Beschlußfassung vorliegenden Entwurf einer Verordnung, betreffend das völlige Inkrafttreten Der auf die Sonntagsruhe bezüglichen Bestimmungen der Gewerbe Ordnungs Novelle vom 1. Juni 1891 sollen die BeStimmungen der§§ 105 a bis 105f, 105h und 105i des Gesetzes, betreffend die Abänderung der Gewerbe- Ordnung vom 1. Juni 1891( Reichs- Gesetzbl. S. 261), soweit sie nicht bereits durch die ruhe im Handelsgewerbe bezüglichen Bestimmungen der GewerbeVerordnung, betreffend das Inkrafttreten der auf die SonntagsOrdnungs Novelle vom 1. Juni 1891, vom 28. März 1892 ( Reichs- Gefeßbl. S. 339) in Kraft gesetzt sind, hinsichtlich der zu ihrer Durchführung erforderlichen Maßnahmen mit dem Tage der Verkündigung dieser Verordnung, im übrigen mit dem 1. April 1895 in Kraft treten. eine Protestresolution gegen die Umsturzvorlage eingelaufen, welche von der Versammlung sympathisch begrüßt wurde und allseitige Zustimmung fand. Die Versammlung tagte gleichzeitig Aus dem Reichstage. Gehört Bayern auch zum für den Stadttheil Moabit, da das dortige Lokal, Viktoria- Salon, Deutschen Reiche? So mußte man sich heute unwillkürlich, Berlebergerstraße, nicht zu haben war. In dieser Angelegenheit angesichts der Ausführungen des ersten Redners, des Herrn brachte der Vertrauensmann für Moabit, Joh. Pfarr, ein Landgerichts- Rath Lerno, Vertreters für Amberg, fragen. Schreiben zur Kenntniß der Versammlung, worin der betreffende Die Abgg. Kröber und Dr. Sigl haben gestern die Fuchs Saalinhaber, Herr Maul, anzeigt, daß sein Lokal fernerhin zu Verfaminlungszwecken nicht benußt werden könne, da es den bau- mühler Vorgänge zur Sprache gebracht. Diese Vorgänge polizeilichen Anforderungen nicht entspreche. Die Angelegenheit haben Aufsehen nicht nur in Bayern und Deutschland, sonfoll genau geprüft und nach dem sich ergebenden Resultate ver- dern in der ganzen fultivirten Welt gemacht. Herr Lerno fahren werden. aber mühte sich heute eine Viertelstunde lang damit ab, Jm Colberger Salon, Colbergerstr. 23- im se chsten zu beweisen, daß die Fuchsmühler Affäre nur eine Wahlkreissprach Liebknecht. Das Lotal war schon vor rein bayerische Sache sei und daß die Abgeordneten Kröber 8 Uhr polizeilich gesperrt, und auf der Straße befanden sich auf- und Sigl einen groben Verstoß begangen haben, als sie von fällig viele Echuyleute, darunter berittene. Obgleich dies etwas diesem Thema im Reichstage sprachen. aufregend war, so herrschte doch bis zu Ende die musterhafteste Das Urtheil der bayerischen Wähler über diese VerRuhe. Redner wies in anderthalbstündiger Rede nach, wie tuschungsversuche dürfte dem Zentrum wenig günstig sein. die Bourgeoisie durch das Emporkommen der proletarischen Bewegung mehr und mehr von ihren freiheitlichen Idealen ab- Der Abgeordnete Kröber nahm in einer persönlichen Begebracht und zum reattionär brutalen Klaffenkampf gedrängt merkung die Gelegenheit wahr, um die Schulmeisterei des werden mußtewie sie dazu veranlaßt wurde, zur Diskreditirung Weidener Amtsgerichtsraths ebenso energisch wie drastisch der proletarischen Bewegung den Anarchismus zu pflegen. In abzuweisen. Frankreich, dem klassischen Land der politischen Entwickelung, finden Der zweite Redner aus dem Zentrum, der Abgeordnete wir diese Züchtung des Anarchismus und anarchistischen Ver- Spahn, gab die Antwort auf die Liebeswerbungen der brechen systematisch ausgebildet; und die Verbrechen, die natür- Regierung. Dieselbe fiel recht wenig entgegenkommend aus. lich nicht ausblieben, gaben die erwünschte Handhabe zur Der Redner ließ aus juristischen und politischen Gründen Knebelung der Arbeiterklasse. In Deutschland verhinderte die Sozialdemokratie die Züchtung von anarchistischen Verbrechen. tein gutes Haar an der Vorlage. Und so war die deutsche Bourgeoisie in der unangenehmen Lage, Eine Erklärung, die dann der Herr Reichskanzler halb teinen plausiblen Grund für die beabsichtigte Knebelung frei vortrug, halb ablas, trug einen sehr diplomatischen Ter Gefeßentwurf über den„ unlanteren Wettder Arbeiter Ju haben. Das hinderte fie jedoch Charakter. Interessant ist an ihr das Geständniß, daß das bewerb", über den wir vor einigen Zagen an leitender Stelle Die Umsturzporlage fam ein juristisches Ungeheuer, das es Urtheil über den Werth des Sozialistengesetzes sehr ver- berichteten, soll, wie die Köller'sche Korrespondenz" mittheilt, ermöglicht, ie den straffähigen Menschen ohne Ausnahme, der schieden sein könne. Die Regierungen haben deshalb zu in anbetracht der von vielen Seiten betonten Dringlichkeit eines Die Regierungen haben deshalb zu gefeggeberischen Einschreitens gegen unrebliche Machenschaften eine den Machthabern nicht gefallende Ansicht hat, ins Gefängniß der jegigen Vorlage ihre Zuflucht genommen. oder Zuchthaus zu sperren. im Handel und Verkehr" schon in der zweiten Hälfte des Februar Redner begründete dies im einzelnen und schloß mit dem enthalte aber auch das Mindeste, was die Regierungen ver- an den Bundesrath gehen. In diesem Falle würde für die Munsch: Lieber heute die Auflösung des Reich 3. langen müßten. Was aber dann, wenn dieses Mindeste" Berathung im Reichstage voraussichtlich noch genügende Zeit nicht gewährt wird? Tritt dann das Köller'sche: Wenn bleiben. tags als morgen! Von einer Debatte ward abgestanden, und die Resolution nicht, nicht,- in sein Recht oder erfolgt die Auflösung? Justizminister Schönstedt ist zum Mitgliede des Herrenunter stürmischer Begeisterung einstimmig angenommen. In einer vortrefflichen Rede rückte der Abgeordnete hauses auf Lebenszeit und zugleich zum Kronsyndikus Im Swinemünder Gesellschaftshaus sprach Frohme der Vorlage und ihren Vertheidigern auf den berufen worden. Es entspricht dies einem Herkommen in der Abgeordnete Herbert aus Stettin. Der Saal war schon Leib. Frohme wies besonders die Unterstellungen und An- Preußen, daß der jeweilige Justizminister als Kronsyndikus auch um 8 Uhr polizeilich gesperrt, sodaß viele Genoffen nicht mehr zapfungen der konservativen Redner zurück, wobei besonders Mitglied des Herrenhauses ist. Ginlaß finden konnten. Im Saal waren Tische und Stühle Herr v. Stumm sein gehörig Theil abbekam. Das Umfturzgefeh, beleuchtet von einem Theo= ausgeräumt; etwa 1500 Männer und Frauen hatten Play Sehr am Blaze war, dem albernen Geschwätz über die Logen. gefunden. Genosse Herbert sprach ca. 11/2 Stunden über die geplante unzufriedenheit und Genußsucht der Arbeiter gegenüber, Schrempf herausgegebene Wahrheit" schreibt in einem Die von dem württembergischen Lizentiaten Vergewaltigung der Arbeiterschaft und erntete von seinen Die bisher ge- der Hinweis auf die Erhöhungen der Zivilliften, die in Artikel über die Umsturzvorlage: Zuhörern wiederholt lebhaften Beifall. lieferte Begründung der Vorlage habe niemanden im den letzten Jahren verlangt und auch gewährt worden sind. Gin grober und unverständiger Beamter oder Offizier macht Reichstag überzeugt. Wenn man das Gefeß aber trotzdem an- Die Stumm'sche Geschmacklosigkeit, unserer Partei die mehr Leute rebellisch als zehn Sozialistenführer. Gin Ausbeuter, nähme, so würde die Regierung die Erträge der neuen Tabak Beruntreuungen einzelner Vereinskassirer vorzuwerfen, beaut- ein Wucherer, ein Riesenschwindler, ein Wüstling u. f. w. ste fieuern dazu gebrauchen, neue Gefängnisse für die auf grund des wortete Frohme mit dem Hinweis auf die liberalen find soziale Brandstifter" und Umstürzler" gefährlichster Art. ilmsturzgesetzes Bestraften zu bauen. Die Bestimmungen des Millionendiebe Jerusalem 2c. Alle Anarchisten und Sozialdemokraten Frankreichs sind in BeGesetzes im einzelnen durchgehend, zeigte der Redner, welche Recht wirkungsvoll waren auch die Ausführungen über ziehung auf Unterwühlung des Staates, auf Beförderung des UmSchäden dem ganzen Stulturleben durch diese Paragraphen die negativen Erfolge der christlichen Liebeswerfe und über furzes u. f.w. die reinsten Waisenknaben gegen die Panamiſten und zugefügt werden können. Jede Kritik würde unmöglich bie beftochenen Abgeordneten. Ob nicht die Thaten eines Reinach, auch jeder Fortschritt verhindert. den Verfall der bürgerlichen Parteien und vor allem des Herz, Arton u. f. w. die Attentate eines Ravachol und Henry gemacht damit aber Die herrschenden Zustände würden aber nicht durch Unter- Liberalismus. Der bürgerliche Staat verfault und das an Staatsgefährlichkeit übertreffen, ganz abgesehen davon, daß brückung der Kritit, sondern durch zeitgemäße Reformen gebessert. Königthum, welches nicht mit verfinken will, sucht sich das erstere den letzteren allen Glauben an die Menschheit aus dem Sie " Serzen riffen! Nicht Staatsanwälte, sondern muthige und ehr- 1 Nach einer Londoner Depesche der Boffischen Beitung" er-[ au V = Dolch gekommen sei, erwiderte Scobry, liche Bürger müssen den Umsturz mit Wort und That bekämpfen; fährt der Stand." über Berlin, daß Japan jest folgende daß er denselben auf dem Wedding gefunden und da er ihn als die Hauptsache im sozialen Rampf der Gegenwart tann tein Friedensbedingungen stellt: Die Unabhängigkeit werthlos angesehen, für sich behalten habe. Es wurde darauf Strafparagraph und fein Richter besorgen. Weil wir ernst Koreas unter Oberhoheit Japans; Abtretung gewisser Inseln Anklage wegen Fundunterschlagung gegen ihn erhoben. haft wider den Umfturz sind, deshalb find wir gegen die Umsturz- feitens Chinas; Schleifung der Takuforts; Port Arthur Vor dem Schöffengerichte wiederholte Scodry seine Angaben, Vorlage!" und Wai Hai Wai sollen nicht länger Kriegshäfen sein; worauf das Schöffengericht nach dem Antrage des Staats„ Der Sozialist", der infolge der unausgesetzten gericht Schleifung aller Forts auf dem Wege von Korea nach anwalts Dr. Benedig auf ein Jahr Gefängniß China die An- erkannte und den Angeklagten lichen und polizeilichen Verfolgungen das Weitererscheinen China; Anerkennung des Rechtes Japans sofort verhaftete. einstellen muß, hat heute seine letzte Nummer heraus- zahl und Bauart der Kriegsschiffe vorzuschreiben; Bahlung Das Schöffengericht begründete das Urtheil etwa wie folgt: einstellen muß, hat heute seine letzte Nummer heraus- einer sehr bedeutenden Kriegsentschädigung; wenn möglich, Her- Nach den Berichten der Polizei besuche der Angeklagte gegeben. Es ist nur ein einseitiges Flugblatt, in dem den stellung freundlicher Beziehungen als Vorbereitung für ein anarchistische Versammlungen, derfelbe sei also Anarchist. Die Lesern das vorläufige Eingehen des Blattes mitgetheilt chinesisch- japanisches Bündniß. Anarchisten seien aber, wie ebenfalls die Polizei bes wird. Der Schluß des Artikels lautet: rich te, dabei, sich zu bewaffnen und planten einen gewaltsamen Angriff. Der„ Sozialist“ habe in einem Artikel geschrieben, im Falle der Nothwehr würden die Anarchisten Gewalt gegen Gewalt seßen, und der Anarchist Schewe habe bereits auf einen Polizeibeamten, der ihn verhaften Zukunft." Wie weit sich diese Nachrichten bestätigen, bleibt abzuwarten. Parteinachrichten. = „ Fürs erste sind wir aller Mittel entblößt und wir hören auf. Mitten aus fruchtbarster Aufklärungsarbeit werden wir so herausgerissen; und andern Kräften müssen wir es überIaffen, unsere Arbeit aufzunehmen und das große Werk zu beginnen, an das wir uns gerade machen wollten: die NeuParteiliteratur. Unter dem Titel: Umfturz und wollte, geschoffen. belebung des wirthschaftlichen Kampfes, die Sozialdemokratie erscheint im Laufe der nächsten Woche im Das Gericht habe daher die Neberzeugung, daß der AngeUmgestaltung der Arbeiter Gewerkschaften zu Verlage der Vorwärts Buchhandlung die zur Massenlagte den Dolch sich zugeeignet habe, um damit ein an freien Produktions- und Konsumtions- Gruppen, archistisches Verbrechen zu begehen. Mit Rücksicht Die die Grundlage abgeben müssen für die freie Gesellschaft der berbreitung bestimmte Broschüre, welche die im Reichstage auf diesen 3wed sei die Strafe von 1 Jahr Gefängniß für in den letzten Tagen gepflogenen Berathungen über die Umsturz- die Fundunterschlagung angemessen. Wenn die Leute so harmlos sind und nichts weiter vorlage wiedergiebt. Der starke Umfang, den diese Umsturzwollen, als Produktions- und Konsumtions- Genossenschaften debatte angenommen hat, ließ es angebracht erscheinen, die gründen, dann hätte sich Herr Staatsanwalt Dr. Benedix Generaldebatte in zwei Heften herauszugeben im Preise von je wirklich nicht so zu bemühen brauchen.-15 Pfennigen und in der Stärke von je ca. 8-9 Bogen( bei Partieenbezug Rabatt. Das erste Heft erscheint am Mittwoch, 16. Januar, und erhält außer der Regierungsvorlage mit den Motiven die Reden von Nieberding, Auer, Stumm, Gröber und die Erwiderung von Nieberding. Das zweite Heft bringt die Debatten vom Donnerstag, Freitag und Sonnabend mit den trefflichen Ausführungen unseres Genossen Frohme. Der Landtag der Provinz Sachsen ist auf den 29. d. M. zu einer außerordentlichen Tagung einberufen, um, wie die " Hallesche Zeitung" meldet, über die Errichtung einer LandHallesche Zeitung" meldet, über die Errichtung einer Landwirthschafts- Kammer für die Provinz Sachsen zu berathen. Die Emser Depesche soll von Bismarck nicht gefälscht worden sein schreibt die reaktionäre Presse triumphirend und bezieht sich auf eine Berliner Korrespondenz d. d. 2. Januar in der Neuen Zeit", worin es heißt: Die Berliner Brauereien hätten, indem sie trotz der Erklärung der Gewerkschaftskommission, daß sie an dem Beschlusse der Rixdorfer Bersammlung nicht den geringsten Antheil habe, eine formelle Berleugnung dieses Beschlusses verlangten, eine Forde rung gestellt, die ebenso eine Kriegserklärung war, wie im Jahre 1870 die Forderung der französischen Regierung, die preußische Regierung solle nicht nur thatsächlich auf eine hohenzollernsche Kandidatur in Spanien verzichten, sondern sie auch formell verleugnen." Der Verfasser des Briefes in der Neuen Zeit" ist mit den Thatsachen nicht vertraut. Er weiß nicht, daß der französische Gesandte die ablehnende Antwort des Königs von Preußen auf jene Forderung nicht als Kriegserklärung aufgefaßt hatte, und die Angelegenheit für erledigt hielt. Dann kam die berüchtigte, von Bismarck eingeftandene Verwandlung der Chamade in die Fanfare durch Fälschung der Emser Depesche. Die ungarische Ministerkrisis dürfte mit der wohl morgen zum Abschlusse gelangenden Bildung eines Ministeriums Bauffy beendet sein. Ein Theil der alten Minister dürfte ins neue Rabinet treten. = Das Protest Manifest der sozialistischen Ab= geordneten der französischen Kammer gegen die Dem Sozialisten Gerault- Richard gegenüber angewendeten Maß regeln lautet dahin, daß die Kammermajorität ein Attentat begangen habe, wie es weder unter dem Kaiserreich noch unter der Republit jemals vorgekommen sei. In dem Manifest wird ferner mitgetheilt, daß viele Abgeordnete durch die letzten Finanzstandale arg mit kompromittirt seien und daß dieselben nur der Drohung eines Abgeordneten, er werde sie eventuell den Gerichten anzeigen, nachgegeben und für die Regierung gestimmt hätten. Schließlich ergeht in dem Manifest die Aufforderung an alle Wähler, gegen das Kammervotum zu protestiren. Der rheinische Parteitag, der bekanntlich am nächsten Sonntag in Duisburg stattfindet, mußte abermals sein Sigungslokal wechseln. Dem Vertrauensmann von Duisburg ist es aber gelungen, nunmehr ein drittes Lokal, die Schützenburg, zu bekommen und zwar gegen Vertrag und Miethe. Nun wird den guten Duisburgern der Einzug der Sozaldemokraten nicht erspart bleiben. * Polizeiliches, Gerichtliches: c. Genosse Hülle sollte in der - Freigesprochen. von ihm redigirten Freien Preffe" den Kirchengemeinde Vorstand in Apold a beleidigt haben. Das Gericht erkannte nach längerer Verhandlung auf Freisprechung, da in dem infriminirten Artikel eine Beleidigung des Kirchenvorstandes, welcher den Strafantrag gestellt, nicht gefunden werden könne. des Genossen Müller aus Wilfau gegen seine schöffen Vom Zwickauer Landgericht wurde die Berufung gerichtliche Verurtheilung zu 45 M. event. 15 Tagen Gefängniß wegen unbefugter Veranstaltung eines öffentlichen Umzuges verworfen. Die Wilkauer Genossen waren mit fünf Leiterwagen zum Arbeiter Sängerfest nach Grimmitschau gefahren und Müller sollte der Anführer" des Umzuges" gewesen sein. V " Gewerkschaftliches. Achtung, Metalldrücker! Die entstandenen Differenzen bei der Firma Loewy u. Söhne, Wasserthorstr. 50, wurden durch gütlichen Vergleich zur Zufriedenheit erledigt. Der Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Auffällig war es, daß der Angeklagte sich bei dem Erkenntniß beruhigte, dann aber doch von dem Vater Berufung eingelegt kammer, daß er die Unwahrheit vor der Polizei und vor dem wurde. Scodry erklärte im gestrigen Termine vor der 9. StrafSchöffengericht gesagt habe. Er habe den Dolch nicht gefunden, sondern ihn für drei Mark von einem Kollegen gekauft, wie die zu heute geladenen Beugen bestätigen würden. habe, daß der Verkäufer des Dolches ebenfalls wegen Anarchis Er habe anfänglich die unwahrheit gesagt, weil er befürchtet mus verfolgt und in Ungelegenheiten kommen würde. Wenn er sich bei der hohen Strafe beruhigt habe, so sei dies geschehen, weil er befürchtete, sechs Monate in der Einzelhaft des Untersuchungsgefängnisses zubringen zu müssen, bevor eine zweite Verhandlung stattfände, und da habe er lieber gleich die ganze Strafe auf sich nehmen wollen. Er sei auch kein anarchist, sondern habe nur einige der anarchistischen Diskussionsabende besucht. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Herzfeld, beantragte hierauf Vorlegung des Anarchisten- Dolches". Es ergab sich aber, daß derselbe an eine dritte Person verausgabt war und nicht vorgelegt werden konnte.( 2iegt er vielleicht bei den Umsturzakten? D. R.) Der AnDie Beweisaufnahme ergab zweifellos, daß der Angeklagte jezt die Wahrheit gesagt hatte. Es wurden von den geladenen legentlich in der Fabrik das Gespräch auf Waffen gekommen Zeugen nur zwei vernommen. Der erste bekundete, daß geset. Er habe erzählt, daß sein Schwager im Besige eines hübsch gearbeiteten Dolches sei, den er verkaufen wolle. nach einiger Zeit sei der Handel in der Werkstätte in Gegenwart geklagte habe den Wunsch geäußert, die Waffe zu erstehen und drei Mark für den Dolch bezahlt. Der zweite Beuge bestätigte vieler Kollegen abgeschlossen worden. Der Angeklagte habe bies, beide Beugen gaben eine so genaue Beschreibung des Dolches, daß darüber kein Zweifel beſtehen konnte, daß derselbe mit dem angeblich gefundenen identisch war. Staatsanwalt Dr. Benedir war mit der Abstandnahme von der weiteren Beweisaufnahme einverstanden. Der Vertheidiger, R.-A. Herzfeld, hielt es für selbstverständlich, daß der Angeklagte freigesprochen werde. Aber ebenso wichtig sei es im Interesse der Rechtspflege, damit der Glaube an die Unparteilichkeit der Richter erhalten bleibe, das erste Urtheil gebührend zu reprobiren. Diese ganz gewöhnliche Fundunterschlagungssache eines Gegenstandes im Werthe von 3 M. sei von dem Staatsanwalt damit eingeleitet worden, daß er die Aften, Anarchist enfache" überschrieben habe, obgleich es nimandem zweifelhaft sein könne, daß Fundunterschlagung mit Anarchismus gar nichts zu thun habe. Dieser Direktive nachgebend habe dann das Schöffengericht den Angeklagten wegen feiner angeblichen politischen Gesinnung mit Die ausgesperrten Brauereiarbeiter hielten am Sonn- einer harten Gefängnißstrafe belegt. Denn die Begründung, abend vormittags im Elysium eine Versammlung ab, um welche das Gericht für die Strafe von 1 Jahr Gefängniß für Clémenceau hat, wie aus Paris telegraphirt wird, die ihm Stellung zu nehmen zu den am Sonntag stattfindenden Wahlen, die Fundunterschlagung eines Gegenstandes im Werthe von 8 M. im Arrondissement Tonnerre angebotene Kandidatur zur Deputirten aus denen die Arbeitervertreter zum Kuratorium des Arbeits- gebe, sei ein juristisches Unding. Eine Strafverschärfung fammer abgelehnt. nachweises der Ringbrauereien hervorgehen sollten. Nach den wegen des Zwecks der Unterschlagung fenne die Rechtswissen= Beitungskonfiskation in Frankreich. Die letzte Nummer Darlegungen der beiden ersten Redner, Schneider und Eierschaft nicht. Im übrigen sei die Feststellung der anarchistischen des belgischen Sozialistenblattes, Peuple" ist an der fran- mann, ist dem Vorsitzenden des Vereins der Brauereien, Herrn Gesinnung und der Absicht des Angeklagten, den Dolch zu einem zösischen Grenze fonfiszirt worden. Das genannte Blatt wird Happold, durch die Kommission ber Brauereiarbeiter die Liste anarchistischen Verbrechen zu gebrauchen, ohne die geringste feit einigen Tagen von der französischen Polizei überwacht und derjenigen Arbeitnehmer, welche zur Zeit noch vom Ausstande thatsächliche Unterlage. Sie beruhe auf Leumundsist in Frankreich verboten. Auch die französische Bourgeoisie her arbeitslos sind, eingereicht. Nach Ansicht besagter Kommission& eugnissen der Polizei, deren Benukung die Strafweiß sich eben gegen den vordringenden sozialistischen Gedanken sind dies 426 Arbeiter, die auf Grund der Abmachungen zwischen gesetz- Ordnung ausdrücklich verbiete, auf der That des teinen anderen Rath als die rohe Gewalt. Das System ist der Boykottkommission und der Vertretung der Ringbrauereien Anarchisten Schewe und einem Artikel des Sozialist", Dinge nicht neu, hat aber noch nirgends zu irgend welchen Resultaten wahlberechtigt sind. Von dieser Liste sind durch den Vorstand mit denen der Angeklagte nichts zu thun habe." des Vereins der Brauereien 222 gestrichen, und nur 204 als Dergleichen Urtheile tragen mehr zum„ um= geführt. Zum Prozeß Dreyfus. Pariser Blätter theilen mit, daß wahlberechtigt anerkannt. Die Kommission ist nach wie vor der Sturz" bei als Schewe und der Sozialiſt" zunach den im Prozeß Dreyfus vorliegenden Beweisen Dreyfus Meinung, daß den von ihr vorgeschlagenen 426 Arbeitern das fammengenommen. verschiedene Pläne an das Ausland ausgeliefert habe. Aus diesem Wahlrecht zusteht. Ferner sind den wahlberechtigten Arbeitern Staatsanwalt Dr. Benedir hob hervor, daß der Angeklagte Grunde hat das Kriegsministerium die Eisenbahn- Verwaltung von seiten der Brauereien Karten mit den Namen der für das sich die Folgen seiner Verlogenheit selbst zuzuschreiben habe. In angewiesen, den ganzen Dienst, die Militärtransporte betreffend, Kuratorium von den ringfreundlichen Arbeitern aufgestellten übrigen sei der Grundsatz, den Zweck bei dem Strafmaß zu beumzuändern. Am 15. d. M. sollen diese Pläne dem Ministerium Kandidaten zur Verfügung gestellt, mit der Bestimmung, rücksichtigen, in dieser Zeit berechtigt, auch er beantrage jetzt eingereicht werden. Alle alten Mobilifirungspläne und Zeich- daß diese Karten als Legitimation für den Wähler, Freisprechung. nungen sollen vernichtet werden, und zwar unter Aufsicht von und gleichzeitig als Stimmzettel dienen sollen. Wer andere Ministerialbeamten. Dersammlungen. aber, der Kontrolle durch die 11 Depeschen. " Der Gerichtshof erkannte nach diesen Anträgen und sprach Kandidaten, als diese wählen will, hat außer seinem Stimmzettel den Angeklagten frei. Er führte auch aus, daß die Fest Für den Zersehungsprozeß der französischen noch die erwähnte Karte als Legitimation abzugeben. In der stellung des Schöffengerichts, der Angeklagte sei Anarchist und habe Bourgeoisie spricht auch die folgende Depesche aus Paris: fehr lebhaften Debatte sprach sich allgemeine Entrüftung über die den Dolch zu einem anarchistischen Verbrechen benutzen wollen, nur Der Ritter der Ehreniegion Thévenet, Direktor der Société Sandlungsweise der Brauereien aus. Man folgerte aus der auf Vermuthungen beruhe, und selbst wenn sie erwiesen unter Zurückweisung der 222 Arbeiter, denen sich zu= wäre, tein Grund zur Strafschärfung bei der Nicoise des Transports maritimes", die ihren Sitz in Paris, fällig" alle aus der Rue Taitbout hat, sowie der Administrator Bourdenay dieser mißliebig gewordenen Elemente befinden, daß der Brauerring aus der Brauerbewegung den Unternehmern Anklage wegen Fundunterschlagung sei. Ans Mangel an Akten verzögerte sich gestern die ErGesellschaft wurden heute unter der Anklage des Betruges ver nicht willens sei, die Friedensbedingungen loyal auszuführen; öffnung der von der vierten Straffammer am Landgericht I haftet. Ein gleicher Verhaftsbefehl wurde gegen Ferrier, den Direktor des Blattes„ La voie ferrée" erlassen; derselbe ist sowie er in diesem Falle einem großen Theil der Arbeiter das abgehaltenen Sigung um eine Stunde. Neulich traf das gleiche ausdrücklich zugestandene Wahlrecht abspreche, werde er auch in Malheur bekanntlich eine Schöffengerichts- Sigung. Wie kommt jedoch flüchtig. Die Papiere des Blattes wurden beschlagnahmt allen anderen Bunkten die den Arbeitern gemachten Zugeständnisse es, daß die Akten sich dem Gericht gegenüber so unanständig Heute Nachmittag ging das Gerücht von einer neuen Verzu umgehen suchen. Es sei unter diesen Umständen gar feine geberden, wie ehedem nur Ahlwardt gegenüber? Haftung einer der der Presse angehörigen Persönlichkeit. Aussicht vorhanden, Arbeitervertreter, welche auf seiten der AusDie Londoner Spitzel- Entlarvungsgeschichte war gesperrten ständen, in das Kuratorium zu bringen, da die von natürlich Schwindel, wie wir vorausgesehen hatten. Eine den Unternehmern als wahlberechtigt anerkannten zu gering Wolff's Telegraphen- Bureau. gewöhnliche Anarchistenfpigelei, wie sie zu London alle Jahre an Bahl seien, die gegenwärtig in den Ringbrauereien Im Laufe der Paris, 12. Januar. Deputirtenkammer. infolge zu Dugenden vorkommen. Ein Bürschchen, namens Cotin, Beschäftigten 20 Jahre alt, der sich selbst als Korrespondenten Legitimations- resp. Stimmzettel sich nicht getrauen würden, Berathung über das Budget der Ehrenlegion erklärte der des Pariser Polizeip räfekten bezeichnete, ist der„ Entlarvte". andere als auf diesen Betteln verzeichnete Kandidaten zu Sozialiſt Rouanet, er habe beabsichtigt, einen Abstrich von 1000 Fr. zu beantragen, um gegen gewisse Ernennungen innerNatürlich hatte er keine Geheimnisse" zu verrathen Aus diesen Gründen waren alle Redner, namentlich Pohl- halb der Ehrenlegion zu protestiren, allein wie die jüngsten jedenfalls weniger, als einige der„ Entlarver". und Abstimmungen zeigten, fönne die Kammer kein ehrliches Votum mann, Eiermann, Schneider, Neumann Der serbische Hochverrathsprozeß ist nun beendet. Nach Büchner der Meinung, daß die Betheiligung an diesen mehr abgeben.( Lebhafter Widerspruch.) Der Vorsitzende Brisson mehrtägiger Berathung und entsprechender Bearbeitung seitens Wahlen für die Arbeiter nuhlos fei, und empfahlen beantragt die zeitweilige Ausschließung Rouanets. Millerand Versammelten, des Justizministeriums haben die feilen Richter die Angeklagten den daran sich nicht zit betheiligen.( Sozialist) meint, die Kammer könne die Ausschließung nicht geRanto Taisitsch, Djakowitsch, Zujewitsch, Stanojewitsch, Ruzitsch, Dagegen war Träger der Ansicht, daß die in Den nehmigen, denn damit würde sie nur der Leidenschaft nachgeben. Dimitsch und Tauschanowitsch zu je 3 Jahren und Tschebinah Listen verbliebenen 204 Ausständigen ihr Wahlrecht aus Redner erinnert an einen Artikel des Figaro", in dem es in Berücksichtigung feines Geständnisses zu 2 Jahren Gefängniß üben, daß man aber gegen die Zurückweisung der übrigen hieß: Wenn die Deputirten nicht gegen die Freilaffung Gerault verurtheilt. Die Angeklagten Nowakowitsch und Nenadowitsch protestiren solle. Nach Schluß der Debatte wurde ein Antrag Richard's stimmten, würden sie alle nach Mazas tommen. wurden freigesprochen. In betreff des Giftattentats wurden die Schneider, welcher unter ausführlicher Motivirung den Aus:( Heftiger Lärm.) Brisson erwidert, die Kammer habe sich nicht Angeklagten Djakowitsch und Mischkowitsch freigesprochen. ständigen die Nichtbetheiligung an der Wahl zur bei solchen Beleidigungen aufzuhalten. Er besteht auf der zeita Stambulow. Aus Sofia wird der Polit. Correspondenz" Pflicht macht, gegen drei Stimmen angenommen. weiligen Ausschließung Rouanet's, welche darauf genehmigt Ferner nahm die Versammlung einen Antrag einstimmig an, in wird. Rouanet verläßt den Saal. ( Depeschen- Bureau Herold.) Bon gutunterrichteter Seite wird versichert, daß eine gericht: dem der gesammten Arbeiterschaft für die opferwillige UnterWarschau, 12. Januar. In einem Zirkus zu Kiew stürzte liche Anklage gegen Stambulow wegen der Angelegenheit der tügung der ausgesperrten Brauereiarbeiter die Anerkennung der während der Vorstellung eine Gallerie ein. 36 Perſonen stürzten Ermordung Beltschew's gänzlich ausgeschlossen sei. Wahrscheinlich letzteren ausgesprochen wird. in das Parterre; 12 derselben wurden getödtet, die anderen mehr sei die Untersuchung bereits eingestellt. oder minder schiver verletzt. gemeldet: wählen. Gerichts- Beitung. denen auch der Japanisch chinesischer Krieg. Die Japaner rücken, wie Bukarest, 12. Januar. Infolge plöglichen Eintritts telegraphirt wird, energisch gegen fin- tschou vor, während sich warmen Regenwetters haben große Ueberschwemmungen stattdie Chinesen langsam nach der großen Mauer zurückziehen, wo ,, Anarchistensache". Am 14. September v. J. nahm die gefunden. fie, wie man erwartet, Halt machen und dem Feinde entgegen- Polizei bei verschiedenen als Anarchisten verdächtigen Personen, Tarnopol, 12. Januar. Die Hauptverhandlungen gegen treten dürften. Der Schnee erschwert den Marsch der Truppen. au 19jährige Vergoldergebilje Franz die hiesigen Studenten, die des Hochverraths und der MajestätsMehrere fleine Gefechte haben stattgefunden, bei denen die Scodry, gehörte, Haussuchungen vor. Bei dem letzteren beleidigung verdächtig sind und sich noch in Untersuchungshaft Chinesen zahlreiche Verwundete hatten. ein Dolch gefunden. Auf die Frage, wie er befinden, werden Ende nächsten Monats stattfinden. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. wurde Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 11. Parlamentsberichte. werden. Deutscher Reichstag. = = " Sonntag, den 13. Januar 1895. an 12. Jahrg. alles er in be zu Ausnahmegesehen gemacht haben. Unser Volt Entgegen den Behauptungen der Regierung richtet sich die Vor, ist nicht so verroht, daß man die Aufforderung zu Verbrechen Iage hauptsächlich gegen die Sozialdemokratie unter besondere Strafe stellen muß; haben doch die bezeichneten denn bei der ganzen Begründung der Vorlage ist man immer 13. Sigung vom 12. Januar 1895, 1 Uhr. Verbrechen zum theil abgenommen und finden sich nicht gerade von unseren Bestrebungen ausgegangen. Herr v. Stumm schöpfte Am Tische des Bundesrathes: Hohenlohe, Bötticher, in den Bezirken, wo die Sozialisten die Oberhand haben. Die feine Bitate gegen uns hauptsächlich aus dem bekannten Werke Bronsart von Schellendorf, Schönstedt, Nieber Vermehrung der Sozialdemokratie in Berlin Die Lügen der Sozialdemokratie". Es war auch nicht ganz ding, v. Köller. hat teinen Einfluß auf die Vermehrung der forrekt von Herrn v. Stumm, der sich sonst durch Offenheit gegen In der Fortsetzung der ersten Berathung des Gesehentwurfs Verbrechen gehabt. Die größten Vergehen und uns auszeichnet, einen Unterschied zwischen der Partei innerhalb betr. Aenderung und Ergänzung des Strafgeset Verbrechen sind hauptsächlich auf den Brannt des Hauses und draußen im Lande zu machen. Eine unmaß buches, des Militär- Strafgesetzbuches und des wein zurückzuführen und gerade in den geblichere Begründung der Vorlage, als Herr v. Stumm gab, Gesetzes über die Presse erhält das Wort Reihen der tonservativen Partei befinden kann ich mir faum denken. Es ist eine unwahrheit, Abg. Lerno( 3.): Es ist gestern die Fuchsmühler An- sich die größten Branntweinbrenner. Die daß die Sozialdemokraten den Arbeitern die freie Liebe gelegenheit hier zur Sprache gebracht. Das ist eine ganz Sozialdemokratie hat ihre feste Organisation; sie versteht es, predigen. Studiren Sie nur die Annoncen in den Blättern der interne häusliche Angelegenheit von uns Bayern, die nie die Arbeitergroschen nicht blos von ihren Parteigenossen, sondern herrschenden Klassen, dann werden Sie finden, wo die freie mand weiter etwas angeht. Das Gericht, dem auch von anderen Arbeitern einzuziehen; wegen dieser festen Liebe maffig umgesetzt wird. In den Hamburger Nachrichten". ich selbst angehöre, wird darüber zu entscheiden haben, ob das Organisation verliert diese Vorlage für die Sozialdemokratie die auch den Umsturz ganz im Sinne des Herrn v. Stumm be Borgehen eines bayerischen Beamten und Offiziers berechtigt war, eigentlich jeden Schrecken. Aber schon die Bezeichnung fämpfen, befinden sich in einer Nummer nicht weniger als im übrigen wird der bayerische Landtag über die Sache ver- Umsturz vorlage" hat es den Sozialdemokraten 15 Annoncen von Heirathsbureaus, in welchen 18 junge Damen, handeln. Die ganze Affäre ist nur eine Berkettung von unglück- leicht gemacht, in den Arbeitern die Ueberzeugung zu erregen, 28 junge Damen, 11 junge Damen, reiche Wittwen u. s. w. wie feligen Zufällen. Der Abg. Sigl sagte hämisch, die 160 Fuchs- daß sich die Vorlage gegen fie richtet. Jeder, der die Hammelheerden ausgeboten werden. Wo bleibt da die Heilig. mühler würden natürlich nicht vor das Schwurgericht, sondern auf grund des Gesetzes verfolgt wird, wird als ein politischer feit der Ghe? Herr v. Stumm behauptet auch wieder, die vor das Landgericht gestellt. Die Leute vertrauen ihren Gerichten Märtyrer angesehen und gewinnt an Einfluß. Den Hinweis Sozialdemokratie verherrliche die anarchistischen Attentate, und soweit, daß sie ebenso gut vor das Landgericht wie vor das auf andere Staaten weist Redner zurück und weist dann nach, stützte sich dabei auf 3itate, die absolut nichts beweisen, Schwurgericht gehen. Es liegt das ist bereits festgestellt. daß die Institution der Ehe, der Familie, des Eigenweil sie für uns unkontrollirbar sind und weil die tein Verbrechen vor, daher wird das Landgericht entscheiden. thums u. f. w. genügend geschützt sind. Unsere Sozialdemokratie weder in der Presse noch in Die Ausführungen des Abg. Sigl waren ganz unbegründete europäische Kultur ist auf das Christenthum begründet und Versammlungen auch nur versucht hat, an Angriffe auf die Unparteilichkeit der bayerischen Gerichte. darum wird sie den Anprall der Sozialdemokratie aushalten ar chistische Attentate au glorifiziren.( Widers Herr Sigl hat Behauptungen aufgestellt, daß Mitglieder fönnen; sie braucht dazu nicht gesetzgeberische Maßregeln gegen spruch rechts.) Wohl aber haben wir versucht, diefe Er des obersten bayerischen Gerichtshofes fozial- eine Minderheit. scheinungen zu erklären. Ich will Ihnen zeigen, wie wir über demokratisch gestimmt haben. Darin erblicke Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Ich glaube, daß die Ge- die Attentate denken. Da heißt es allerdings unter anderem ich eine schwere Beleidigung des bayerischen fahr, von welcher die bürgerliche Gesellschaft bedroht ist, auf daß die That des Ravachol ein Kinderspiel sei gegen die ana Richterstande 3. Ich muß diese Behauptung als eine grobe dem Wege dieser Vorlage beseitigt werden kann. Die verbündeten archistischen Verbrechen, welche im Verlaufe der ganzen Welta Unwahrheit zurückweisen, solange er nicht den Beweis dafür ge- Regierungen sind der Ansicht gewesen, den Bedürfnissen weiter geschichte so oft die herrschenden Klassen unter Berufung auf die führt hat. Herr Kröber hat die Vorlage namens des bayerischen Kreise des Volkes, welche sich durch die Umsturzbestrebungen in göttliche Autorität der Menschheit begangen begangen haben; Volkes bekämpft; er ist aber nur der einzige demokratische ihren heiligsten Gefühlen in Sitte und Religion bedroht fühlen, narchismus und Propaganda der That find Vertreter Bayerns dieses Hauses, wir vertreten eine größere Rechnung zu tragen. Zu diesem Zwecke boten sich zwei Wege, legitime Kinder der autoritären Gewalt. Anzahl des bayerischen Volkes. Herr Sigl freilich hält sich auch für der Weg des Ausnahmegesetzes und der Weg der Verschärfung Welche barbarischen Thaten weist nicht die Geschichte etwas Bedeutendes. Er behauptet, daß man ihn einem Armee- einzelner Bestimmungen des gemeinen Rechts, des Strafrechts. auf! Das ganze Mittelalter hindurch wurde unter forps gleich geschäßt habe. Er schätzt sich also ebensoviel werth wie Ob die günstigen Folgen, die man seinerzeit von dem dem Namen des Faustrechts die Propaganda der That in die halbe bayerische Armee, die nur aus zwei Armeekorps besteht. sogenannten Sozialistengesetz erwartet hat, eingetroffen größtem Maßstabe betrieben, die englische Geschichte ist ( Heiterkeit.) Ich bin überzeugt, daß unsere bayerischen Wähler sind oder nicht, will ich nicht untersuchen. Es handelt mit Blut geschrieben, die Geschichte des Barenthums nicht minder. mit der Haltung des Zentrums übereinstimmen werden, das die sich für uns darum, eine gewisse eine gewisse mittlere Diagonale Wenn man behauptet, daß Anarchismus und Propaganda der Vorlage in eine Kommission verweisen will, um sie nach unserem einzuhalten, und auf dieser Grundlage bewegt sich der That Erscheinungen der Neuzeit seien, so versündigt man sich an Sinne abzuändern und zu verbessern. Für eine weitere gegenwärtige Gesetzentwurf. Derselbe enthält das Mindest der historischen Wahrheit. In unserer Presse ist erklärt worden Einschränkung der Presse im Sinne der Vor- maß dessen, was nach Ansicht der verbündeten Regierungen und ich bekenne mich dazu, daß jeder, der den Massen. lage sind wir nicht zu haben. Aber es wird vielleicht zur Sicherung des Reiches nothwendig ist.( Sehr mord im Kriege als eine Heldenthat ver möglich sein, einen Befähigungsnachweis für die gut! rechts.) Es ist vollkommen irrig, zu glauben, daß der herrlicht, der ein Verdienst darin erblickt, die Kunst der Journalisten einzuführen, und einen Ehrenrath, um die Gefeßentwurf die freie Meinungsäußerung Massenabschlachtung durch neue Waffen und Maschinen Was Anarchist ist. Mißstände in der Presse zu beseitigen, die allgemein beklagt beschränken will; eine derartige Absicht liegt nicht vor, zu vervollkommnen, ein und eine solche Wirkung wird auch nicht eintreten. Nicht die der Geschichte gegen Gesundheit, Menschenleben, Menschen= Präsident v. Levehow: Der Redner hat eine Behauptung Aeußerung an sich soll beschränkt werden, sondern die Form der wohlfahrt und Glück, gegen die heiligsten Güter des eines Abgeordneten als eine grobe Unwahrheit bezeichnet; das Aeußerung. Die Vorlage trifft nicht die Meinungsäußerung, Menschenthums geschehen ist, läßt sich nicht in turzen ist unparlamentarisch; ich rufe den Redner noch nachträglich zur sondern die Methode des Kampfes. Der Gegner soll über Worten beschreiben, ist aber bekannt genug. Herr v. Stumm Ordnung. zeugt, aber nicht vernichtet werden. Die Waffen des Hasses, müßte gerechterweise zu einem anderen Urtheil über unsere Partei Abg. Spahn( 3.): Der Staatssekretär des Reichs Justiz der Verleumdung und der Gewalt sollen keine Verwendung kommen. Er meint, die Sozialdemokratie bereite den Umsturz amts hat behauptet, die Vorlage sei nicht gegen die finden und die heiligen Grundeinrichtungen des Vaterlandes und vor, und verwies auf unsern Kalender. Da sind aber nicht nur Sozialdemokraten gerichtet. Die weiteren Ausführungen, der Familie sollen geschützt werden.( Beifall rechts.) Man hat die Attentate auf Fürsten verzeichnet, sondern auch Hinrichtungen, namentlich auch die des preußischen Ministers des Innern gemeint, soziale Uebelstände könne man nur durch wirthschaft- also Thaten der strafenden Gerechtigkeit. Herr v. Stumm zählt zeigten, daß diese Behauptung nicht wörtlich geliche, nicht durch Strafgesetze aus der Welt schaffen. Demgegen in dem Kalender 28 Attentate, aber das in Berlin erschienene nommen werden darf. Der letztere hat nur Ausschnitte aus über kann ich mich darauf berufen, daß seit der Gründung des Jahrbuch von Ulstein zählt ca. 37 Attentate auf, und wollten etwa diesem Verfasser fozialdemokratischen Zeitschriften verlesen, und wenn das auch Deutschen Reiches, namentlich seit der Botschaft des Kaisers Sie auch imputiren, noch nicht ausreicht, um das Gesetz zu einem Ausnahmegesetz zu Wilhelm I. keine Session vorübergegangen ist, ohne daß die ver- absichtige damit den Umsturz vorzubereiten? Nicht die Lehre machen, so liegt der Charakter desselben doch darin, daß nicht bündeten Regierungen gemeinsam mit dem Reichstage nach den der Sozialdemokratie führt zu Gewaltthaten, sondern das Verdie Handlung selbst, sondern die Tendenz be- verschiedensten Richtungen für das Wohl der arbeitenden Klaffen halten der herrschenden Klassen gegen diefelbe provozirt straft werden soll. Das Jesuitengesetz ist troß des fördernd eingetreten sind( Bustimmung) und die Regierung des Gewaltthaten und macht eine friedliche Entwicklung unmöglich. Widerspruchs des Grafen Limburg Stirum ein Ausnahmegesetz. jeßigen Raisers ist durch die Förderung des Arbeiterschutzes auf Es war immer die Erbsünde der herrschenden Klassen, zu bes Denn wenn es sich auch nur gegen die paar Jesuiten richtet, internationalem Wege eingeleitet worden. Seitdem haben die haupten: so wie es ist, ist es vollkommen, und wer das allen die katholische Kirche mit so steht doch ist ein Verbrecher gegen die Ordnung. ihren verbündeten Regierungen sich unablässig bemüht, auf dem nicht glaubt, iſt Einrichtungen, mit den Jesuiten, unter wer dem Fundament des christlichen Volkslebens die weniger bemittelten Gerade unter allen Umständen für sich Kapital Schutz der Verfassung.( Eehr richtig! im Zentrum.) Und wir Boltsklassen zu fördern und gegen Krankheit, Unfall und In- herauszuschlagen sucht, wirkt im Sinne des Umsturges. Katholiken können verlangen, daß unsere Einrichtungen geachtet validität zu schüßen. Darin sind wir von keinem anderen Lande Herr von Stumm hat seine Vorschläge zur Bekämpfung des Umwerden. Der Herr Staatssekretär hat sich auch auf Windthorft der Welt übertroffen.( Beifall.) Dieser Boden wird nicht versturzes gemacht und hat uns damit nicht überrascht. Wenn er berufen, er wird aber kaum davon den Beweis erbringen können, lassen werden. Die verbündeten Regierungen sind überzeugt, alle anarchistischen und sozialdemokratischen Agitatoren aus= daß Windthorst die Vorlage in dieser Form gebilligt hätte. daß sie dabei auf die Unterſtügung des Reichstags werden weisen will, so muß er bedenken, daß diese eine ganz bedeutende Redner wendet sich darauf gegen eine Aeußerung des Abg. Graf rechnen fönnen. Der Kampf gegen die Strömungen des gewalt- Bahl repräsentiren. Wir sollen die Unzufriedenheit sein! Im Limburg- Stirum mit einem Protest, dessen Inhalt aber, da der samen Umsturzes und der bestehenden Staatsordnung richtet sich Grunde ist ja niemand zufrieden im Staate, nicht einmal die Redner sich dabei rechts wendet, unverständlich bleibt. Die nicht gegen bestimmte Klassen der Bevölkerung. Agrarier. Man möchte die Arbeiter stumpfsinnig Freiheit der Wissenschaft wollen wir nicht antasten, wir Er ist ein Kampf gegen das internationale und und demüthig, nicht nach denkend über ihre Lage wollen nur, daß die Angestellten der Schule, welche aus das soziale Verbrechen, und in diesem Kampfe das und Rechte haben. Wir werden unausgefeßt fortfahren. unserm Wege die Arbeiter an ihre Rechte öffentlichen Geldern bezahlt werden, den Ton der Achtung ist meine Ueberzeugung werden die verbündeten Regierungen auf zu vor dem Christenthum wahren, den wir verlangen können, die Zustimmung der Nation und die thatkräftige Unterstützung erinnern. Man sei froh, daß die Masse des arbeitenden Boltes durch eine Propaganda, wie wir sie treiben, auf einen Weg geman uns besondere Schulen und Universitäten, die der Mehrheit dieses Hauses finden.( Beifall rechts.) wir mit unserem Gelde bezahlen wollen, nicht gewährt. Abg. Leuschner( Rp.): Jedermann wird damit einverstanden wiesen wird, der die organische Entwickelung verbürgen will, Der preußische Minister der Justiz hat erklärt: wenn Sie Ver- sein, daß die Arbeiter in ihrer Lage möglichst verbessert werden. und nicht einen gewaltsamen Umsturz mit sich bringt; und trauen haben zu den Richtern, so nehmen Sie die Vorlage an; Aber die Sozialdemokraten streben nicht danach, sie sind durch wir sind nicht schuld, wenn es anders kommt. Der Abgeordnete, von einem sozialistischen Staat im haben Sie kein Vertrauen, so lehnen Sie die Vorlage ab; darum aus nicht so harmlos, wie sie sich anstellen. Wenn sie erst die von Stumm sprach handelt es sich nicht. Vertrauen zu den Richtern haben wir Macht haben, werden sie den Boden der friedlichen Entwickelung Staate, thäte besser des im Königreichs Stumm 8it gedenken. Da haben wir einen absoluten schon, denn die Richter werden ihre Pflicht nicht verlegen. Aber bald verlassen. Es wird sich dann ein Terrorismus sonder Staate den Richtern muß eine Strafvorschrist gegeben gleichen entwickeln. Deshalb muß den Hezereien der Sozial- Regenten, einen Großunternehmer, einen Herrn über so und so werden, die anwendbar und klar ist; hier wird demokraten entgegengetreten werden. Die Arbeitgeber müssen auch viel Arbeiter, und nicht blos über ihre Arbeitskraft, sondern auch eine solche Strafvorschrift nicht gegeben, sondern wir ge- in diefer Beziehung etwas energischer werden, denn die Sozial über ihre politische Gesinnung. Die Herren sollten sich nicht mit find nicht die Vertreter der ihren wohlthätigen Einrichtungen rühmen, denn wo der Mensch stehen ein, daß wir geseggeberisch die Frage demokraten nicht lösen können, wir verlangen die Lösung Arbeiter; die anderen Parteien leisten für die Arbeiter viel mit seiner Freiheit aufhört, da möchte ich wissen, was Wohlfahrt vom Richter. Dazu sind die Richter nicht mehr. Die sozialpolitische Gesetzgebung hat eine erhebliche Be- und Wohlthätigkeit zu bedeuten haben. da, Recht finden, Herr v. Stumm hat weiter über den Boykott gesprochen, sondern Recht zu deutung, sie belastet die Arbeitgeber sehr start. Die sozialdemo Daß manche Strafvorschriften ebenso untlar kratische Bewegung untergräbt alle Autorität; wir müssen gerade er ist einer derjenigen, welche die Rechte des Bontottirens Arbeiter Wenn die politischen die vor den sind, wie die Vorlage, ist richtig. Sozialdemokraten der Arbeiter für sich in uneingeschränktestem Maße in Anspruch Verhältnisse danach wären, hätten wir hätten wir auch schon eine schützen; sehr viele, welche sich Sozialdemokraten nahm.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.). Mit wenig Revision des Strafgesetzbuches in vielen Punkten nennen, sind die ärgsten Feinde der Arbeiter. Die Vorsicht hat Herr v. Stumm seine Beweise gegen die Sozialbeantragt. Herr v. Röller hat gemeint, der Diftaturparagraph Forderungen der Sozialdemokratie, namentlich die allgemeine demokratie ausgespielt. Der Pfarrer Naumann in Frankfurt a. M. sei im Elsaß nur einmal angewendet worden. Es liegt nicht an Gleichheit widerspricht den göttlichen Institutionen; denn die scheint es ihm besonders angethan zu haben, jener Mann, der der Anwendung, sondern daran, daß die Dittatur als Damokles Menschen sind mit verschiedenen Gaben ausgerüstet. Redner mit anerkennenswerther Offenheit die Eristens von tiefgehenden schwert wirkt, daß sie die freie Bewegung hindert. Herr Nieber- verweist dann auf die Versuche der Sozialdemokratie, im Ge sozialen Schäden zugiebt; die Zitate Stumm's in dieser Be= bing hat uns Katholiken auf die freundlichen Worte des Reichs- biete des Mansfelder Bergbaues festen Fuß zu fassen. Die ziehung befunden, daß es in den herrschenden Klassen noch tanglers verwiesen. Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir Mansfelder Gewerkschaft habe im Interesse ihrer Arbeiter den Männer giebt, die ein Herz für die nothleidende Bevölkerung haben, fehlt der Glaube, wenn ich an die frühere Haltung des Reichs- Betrieb, trotzdem er nicht mehr lohnte, fortgeführt, das gehe wenn wir auch ihre Ansichten nicht unterschreiben können. tanzlers in den sechziger Jahren dente. Herr Gröber hat durch aber doch nicht auf die Dauer; die Arbeitszeit wurde ein- Aber selbst dieses Anerkenntniß ist den Herren zu viel. Das sind aus nicht eine vollständige Ablehnung der Vorlage angekündigt. geschränkt, und das benutzten die sozialdemokratischen Hezer zur dieselben, die sich berufen glauben, die Mittel zur Lösung der Er hat nur das Votum des Zentrums vorbehalten, bis die Aufregung der Arbeiter; sie verweisen darauf, daß die Arbeiter sozialen Frage anzugeben. Herr von Stumm hat auch in wenig taktvoller Weise be Kommissionsberathung weiteres Material gebracht haben wird. Noth leiden, während die Beamten schwelgen. Solchen AufDie Entwidelung der Sozialdemokratie hängt zusammen mit der beßereien müssen wir entgegentreten im Interesse des deutschen tont, daß es unter den Arbeitern viele gäbe, welche sich Veruntreuungen zu schulden kommen lassen, Kassena Entwickelung des Kulturkampfes und mit der Einführung der Vaterlandes.( Beifall rechts.) wirthschaftlichen Freiheiten. Da sind die starken Wurzeln ihre Abg. Frohme( Soz.): Die Ausführungen des letzten diebe u. f. 1. Die herrschende Gesellschaft hat keinen Grund, so Kraft zu suchen; ihre Lehren sind nur die Folgerungen des Redners hielten sich nicht auf der Höhe, welche der Sache ge- viel Aufhebens davon zu machen, wenn einmal ein Beamter eine Veruntreuung begeht. Wenn sie Grundfahes vom freien Spiel der Kräfte. Ob die Schriften von bührt, und ich will mich bemühen, die Diskussion wieder dahin zu der Arbeiterpartei Nietzsche im Volte verbreitet sind, weiß ich nicht, aber das bringen. Meine Aufgabe ist: die Angriffe und die Unter- geschieht, so hat man Erklärungen dafür, unter Umständen auch Büchner'sche Buch„ Kraft und Stoff" ist im Volte verbreitet und stellungen gegen meine Partei zurückzuweisen, und die Herren Entschuldigungen in der schlechten Lage der Leute. Ich kenne wir wissen, daß verschiedene verurtheilte Anarchisten sich ein- fönnen darauf gefaßt sein, daß wir ihnen in keinem selbst zwei Leute, die deshalb an dem Eigenthum ihrer Genossen gehend damit beschäftigt haben. Die Vorlage trifft auch nur Punkte etwas schenken werden. Zuerst werde ich meinen fich vergriffen haben, weil sie durch den Boykott der einzelne Verbrechen und Verbrecher, aber sie zerstört nicht die Gegnern aus dem Hause antworten, und die Regierungs- Arbeitgeber in vollständiges Elend und Noth gerathen ganze Rüstkammer der Umsturzparteien. Meinem Gerechtigkeits- vertreter müssen schon verzeihen, daß ich ihre Ausführungen waren. Ich kann Ihnen gar viele Beispiele aus den herrschenden gefühl entspricht es nicht, daß nur derjenige bestraft werden soll, erst am Schlusse meiner Rede gebührend erwidern werde, denn Klassen anführen. Die Steuerhinterziehungen Baare's, die Millionender den Nachsah ausgesprochen hat, während diejenigen straf- ihrem Werthe nach rangiren fie eben an letzter Stelle. Herr diebe und Bankräuber Jerusalem, Winkelmann, Sommerfeldt, frei bleiben, welche die welche die Bordersätze, aus denen der v. Stumm wies darauf hin, daß die Sozialdemokraten stets ihren Wolf, Maaß, Landesdirektor Wehr, Herr von Oppen, der DurchNachfah folgt, ausgesprochen haben. Die Hauptquelle des revolutionären Charakter betont haben. Wir haben aus unserer brenner, die verschiedenen Bürgermeister und Notare, vom Heede, Anarchismus liegt Von den sozialdemokratischen Führern ist auch in unferer modernen Literatur. Gesinnung nie ein Hehl gemacht, aber es kommt darauf an, was Nortto u. s. w. Der Redner verweist darauf, daß die katholischen wir unter der Revolution und revolutionären Entwickelung nicht einer wegen solcher Dinge vor Gericht gestellt. Sie sollten Bischöfe in ihrer Denkschrift darüber keine Vorschlägev erstehen, darauf lassen sich die Herren aber nicht ein. sich hüten, die Ehre einer Partei verlegen zu wollen, die dadurch da auch er V M Der nicht verletzt werden kann, daß man darauf hinweist, daß nung durchaus widerspreche. Dabei gehören dem Freimaurerthum sonst die harmlosesten Bemerkungen zum Gegenstand einer Abeinmal ein Beamter sich eine Veruntreuung zu schulden auch gekrönte Häupter an! urtheilung gemacht werden, dafür haben wir Beispiele genug. Unser Tommen läßt. Die Sozialdemokraten sollen niemals eine Gewundert hat mich Bennigsen's Hinweis auf das Ausland. Kollege Vogtherr ist wegen der Aeußerung verurtheilt: Die Leute Forderung zu gunsten der Arbeiter aufgestellt haben, was ge- Das Ausland wird uns immer vorgeführt, wenn reaktionäre sollten nicht glauben, daß durch die kirchliche Einsegnung eine schehen sei, das habe man den sogenannten staatserhaltenden Gesetze gemacht werden sollen, so die englischen Streits im Hinblick Ehe besser werde. Das war nach Ansicht des Richters eine BeParteien zu verdanken. O nein! Im Jahre 1877 erklärte die auf die Koalitionsfreiheit der deutschen Arbeiter. In Italien schimpfung der christlichen Kirche. Berliner Provinzial- Korrespondenz" für die Regierung, daß ein hat man ein Gesez gegen die Anarchisten gemacht, Der Minister machte auch die Sozialdemokraten dafür ver Eingehen auf die Forderungen der Arbeiter nicht möglich sei. aber gegen die Sozialdemokraten wendet man antwortlich, daß Die Frauen politische Rechte Und die Arbeiter forderten damals nicht die Köpfe der Bourgeois, es an, und es wird mit demselben ein so ungeheuerlicher Miß- fordern; es ist allgemein bekannt, daß die Frauenbewegung sondern Maßregeln zu Verbesserung ihrer Lage. Später, 1881, brauch getrieben, daß das Volk mehr und mehr erbittert wird. nicht ein Erzeugniß der sozialdemokratischen Propaganda ist; speziell bei dem kaiserlichen Erlaß, haben Sie( rechts) aus der Noth eine Auch dieses Gesez würde man gegen jede freie das Zirkular, auf das sich der Minister berief, ist von Damen der Tugend gemacht. der Regierung unbequeme Richtung anwenden. hohen Aristokratie und des Adels unterzeichnet, vor allem von Weil man die Sozialdemokratie fürchtete, hat man Maß- In seiner Wirkung würde es nur ein Ausnahmegefeß einer Frau Schulrath Cauer, der Wittwe eines bekannten Pädaregeln zur Besserung der arbeitenden Klassen ergriffen. Man gegen die Sozialdemokratie sein. gogen, ferner von der Nichte des Abg. von Buchta, der Tochter hat den Arbeitern zugemuthet, Verzicht zu leisten auf ihre Ueber unsere Stellung zum Königthum will ich eines Generals und von der Gräfin Pappenheim. Das Buch politischen Freiheiten. Die Reaktionäre werden alles thun, den mich beute nur kurz äußern. Nach unserer Ueberzeugung fann mit dem Titelbild, das der Minister zirkuliren ließ, geht die Arbeitern diese Rechte zu entziehen. Der konservative„ Grenz- die Monarchie nicht als Grundlage der Staats- und Gesellschafts- Sozialdemokraten garnichts an, übrigens ist dasselbe Bild schon bote" hat anerkannt, daß die Arbeiter thatfächlich gefnechtet wer- ordnung gelten. Sie ist immer nur eine bestimmte Form, welche oft in vielen tausend Eremplaren beim Geburtstage Lassalle's den. Herr v. Stumm verlangt geradezu ein Ausnahmegeseh. Wir dem Wechsel unterworfen ist und, da sie ein historisches Recht verbreitet worden; daß der Minister erst jetzt daraus einen Vorwissen sehr wohl, daß diese Vorlage erst der erste Schritt ist. Herr für sich geltend macht, nicht das Recht auf ewige Dauer haben wurf herleitet, erkläre ich mir nur aus der Verlegenheit, in Gröber hat bezug genommen auf den Zwiespalt unter den Sozial- tann. Von dem Augenblick an, wo im Volk die demokratische, welcher er sich befindet.( Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) demokraten. Er hätte besser sich mit dem Zwiespalt in seiner die republikanische Ueberzeugung Platz gegriffen hat, wird auch Die Aeußerung eines gewissen Hartwig in Altona, daß er auch eigenen Partei in Bayern beschäftigt. der Monarchie in Deutschland das Urtheil gesprochen sein. zur Bombe greifen würde, ist mir nicht bekannt, wäre aber wohl Er wies auf die Liebesthätigkeit und Wirksamkeit der barm( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Vor 2 Jahren fagte der bekannt, wenn sie in größerer Deffentlichkeit gefallen wäre. herzigen Schwestern hin. Ich ehre die Leistungen der Papst den französischen Geistlichen, als es sich darum handelte, Jedenfalls aber beweist der Minister auch damit nicht, was er barmherzigen Schwestern, aber es ist doch die Frage, ob diese die Republik anerkennen sollten oder nicht: auch die beweisen will. Der Minister will Kapital daraus schlagen, daß was hat denn die Kirche, das offizielle Christenthum Republik fann eine von Gott gewollte Regierung und Staats: im Sozialist" stand, Christus sei durch Selbstmord gestorben. das praktische Christenthum bis jetzt eigentlich ausgerichtet? form fein. Staat und Gesellschaft werden Dieselbe Ansicht äußerte David Friedrich Strauß, der schlimmste Hat es eine Milderung des sozialen Glends herbeigeführt? Hat bleiben, wenn auch die Monarchie nicht mehr Feind des Umsturzes und der erklärteste Freund der Monarchie. Der sie Klassenhaß und Klassenherrschaft zu beseitigen vermocht Hat besteht, und darüber täuschen Sie sich nicht: Der demo Bamburger Gelehrte Reimarus hat sogar erklärt, daß Christus sie die Zunahme des Massenelends verhindert? Aber die Sozial- tratische Geist ist in siegreichem Fortschritt be: nach dem Recht der damaligen Zeit mit Recht demokratie, die Masse der organisirten Arbeiter, hat in den griffen, und wenn Sie dieses Gesez annehmen, so würden Sie als Hochverräther Hochverräther bestraft worden ist. Punkten der Solidarität und Humanität von jeher ganz außer nur dazu beitragen, daß immer größere Massen sich mit dem Minister möge nur so freundlich sein, mit seinen Kollegen seinen ordentliches geleistet. Einrichtungen, die darauf berechnet Gedanken vertraut machen, daß die Zeit des Gottes Einfluß dahin aufzuwenden, daß dem elenden Polizeisind, den arbeitenden Kreisen in Fällen der Roth guadenthums ein für alle Mal vorüber ist. Anarchismus endlich mal ein Ende gemacht Unterstützung leisten, อื น sind garnicht neu. Schon( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Ich verstehe nicht, wie jetzt wird! Der ist ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) die Bünfte hatten solche, ganz unabhängig von der Kirche. Was gerade die Liberalen und Herr v. Bennigsen sich zu Schützern es, der zur Gewaltthätigkeit treibt. Wir werden uns die Verdie Arbeiter von jeber in Liebe sich gegenseitig gethan haben, das ber konstitutionellen, monarchischen Staatsform aufwerfen. Die brechen dieser Leute nicht an die Rodschöße hängen lassen. überragt doch das um ein außerordentliches, was das öffentliche liberale Richtung ist es gewesen, welche dem Gottesgnadenthum Ich komme zum Schluß( Beifall rechts). Sie haben allerChristenthum in diesem Punkt geleistet hat. Hier rühmt man ein gutes Stück feiner Macht genommen hat( Zustimmung), fie dings alle Ursache, sich zu freuen, daß das Strafgericht über Sie sich mit dem, was man für die Arbeiter thut und gleichzeitig hat den Absolutismus der Fürstengewalt vernichtet und zu Ende geht.( Lachen rechts.) Die Umsturzvorlage hat ihre flagt man über die Lasten, die den Arbeitgebern auferlegt werden, den konstitutionellen Staat geschaffen, von welchem Herr Ursache in demselben Geiste, den das bekannte Wort suprema obgleich diese äußerst gering sind. Und wie werden denn v. Bennigsen sagt, der Monarch solle der erste Diener lex regis voluntas fennzeichnet. Das Verhalten der staatserhaltenden die Unternehmer in den Stand gesetzt, diese Beiträge zu leisten? des Staates, des Volfes sein. Das scheint mit den Parteien zeigt mir, daß es ihnen nur darauf ankommt, Doch nur aus dem Arbeitsertrag ihrer Arbeiter! Es ist gan; Ansichten gewisser anderer Kreise und Personen nicht überei nach oben hin zu schmeich ein, um einen möglichst guten unrichtig, daß die Unternehmer etwas aus eigener Tasche zu zustimmen, wenigstens nicht mit dem bekannten Wort: Suprema Gindruck zu machen. Schmeicheln Sie dahin, soviel Sie wollen, bezahlen hätten. Herr Gröber schloß mit den Worten: Kein lex regis voluntas( Das höchste Gefeß ist des Königs Wille). tagbalgen Sie sich darum, wer den größten Brocken erhält, mit Heil außer in Jesus Christus; ich sehe ihnen das Wort ent( Sehr gut!) Der bürgerliche Staat ist im Versinten, im Ver- der Sozialdemokratie werden Sie nicht fertig, am wenigsten auf gegen: Kein Heil außer in der menschlichen Gerechtigkeit. Graf faulen begriffen, und das Königthum will nicht mit dem sinkenden diesem Wege, den Sie mit dieser Vorlage betreten.( Lebhafter Limburg bestritt, daß wir allein eine Arbeiterpartei wären, Staate zu grunde gehen, daher die Rede vom christlichen Staat, vom Beifall bei den Sozialdemokraten.) denn wir hätten gegen die Arbeiter Versicherungs- Gefeße sozialen Königthum. Aber Lorenz von Stein hat sehr richtig bemerkt, Präsident v. Leveßow: Man pflegt nicht zu sagen, daß geftimmt. Weshalb haben wir dagegen gestimmt? Weil wenn das Königthum das will, dann muß es erst die Herrschaft man sich in diesem Hause fazbalgt. uns diese Gesetze nicht weit genug gingen, weil die Organi der Bourgeoisie vernichten. Nein, meine Herren Liberaleif, Sie Kriegsminister Broniart v. Schellendorff: Ich bin äußerst ſation den Ansprüchen der Arbeiter nicht genügte. Nicht gegen spielen gegenwärtig eine Rolle, welche den letzten Rest von überrascht, daß der Vorredner und seine Kollegen durch meine das Prinzip sind wir gewesen, sondern gegen die Art und Weise, liberalen Begriffen vernichtet.( Bustimmung.) Sie haben ver- neulichen Bemerkungen sich so empfindlich getroffen fühlen.( Ruf wie dieses Prinzip reaktionären Zwecken dienstbar gemacht wurde. zichtet auf alle liberalen Grundsäße, für die Sie früher ein bei den Sozialdemokraten: Gar nicht.) Ich glaubte gerade be Daß wir das Eigenthum vernichten wollen, fann nur jemand getreten sind. Der Liberalismus hat halt gemacht in sonders verbindlich zu sein, indem ich sagte, ich wäre überzeugt, behaupten, der unsere Schriften nicht gesehen und ohne sozialpolitische feiner eigenen Entwickelung, damit ein für alle daß Sie Ihren Genossen in der Armee rathen, sich gut zu führen Bildung ist. Es muß vor dem Lande erklärt werden: nicht das Mal auf den Anspruch verzichtet, noch eine führende und sie vor Thorheiten warnen und daß ich überzeugt wäre, Eigenthum will die Sozaldemokratie abschaffen Rolle im Völkergeschick zu spielen. Sie haben den daß keiner von Ihnen zu Gewaltthätigkeiten neige. Allerdings sondern den Mißbrauch, der mit dem Gigen- Arbeitern die politische Freiheit versprochen; als aber fagte ich, es könnte der eine oder der andere im Gedränge nach thum feitens der privilegirten Klassen ge- die Arbeiter die ökonomische Gleichheit verlangten, da taugten vorne geschoben werden; ich habe das als ein heiteres Bild ge= trieben wird. Das Eigenthum hat heute seinen natur für sie die politischen Rechte und Freiheiten des Volfes zeichnet, aber für den einen oder den anderen kann es ja auch rechtlichen Charakter verloren, es verbleibt nicht bei denen, die nichts, da erklärten Sie, das Wahlrecht ist nur ein Mittel zur ein ernstes Kolorit gehabt haben. Ich sehe keinen Grund, daß es eigentlich erworben haben. Die Sozialdemokratie sagt nicht: politischen Korruption, zur Verhegung der Massen. Man hat der Redner sich so erregt darüber äußerte, der übrigens sich Fort mit dem Kapital, sondern her mit dem Kapital!( Heiter gesagt, die sozialdemokratische Partei sei das Kind des Liberalis. nicht zu widerlegen bemühte, was ich fachlich gesagt keit), damit es im allgemeinen Interesse verwendet werden kann. mus. Die Sozialdemokratie hat sich allerdings der freiheitlichen habe.( Sehr richtig! rechts. Ruf bei den Sozialdemokraten: Wir wollen die Produktionsmittel der Allge- Grundfäße angenommen, die Sie( links) aus Furcht vor der Sozial- War nichts Sachliches!) Er hat vielmehr den Schauplatz auf meinheit überweisen, nur so ist es möglich, daß jemand demokratie verlassen haben.( Bustimmung bei den Sozialdemokraten.) ein anderes Gebiet verlegt und als Stratege eine Diversion das erhalte, was ihm wirklich zukommt. Der jetzige Zustand Wir können mit der Rede des Herrn von Bennigsen sehr gemacht; er greift mich persönlich an; dagegen bin ich sehr unist ein Verbrechen gegen das Eigenthumsrecht. Aus ihm zufrieden sein, denn sie zeigt, wohin der Liberalismus empfindlich. Ihre Angriffe erregen mich gar nicht.( Na, Na! entspringen die ungeheueren Schädigungen und Verwüstungen, gekommen ist. Ginigung um jeden Preis, sagt bei den Sozialdemokraten.) Nein, fie berühren noch nicht einmal welche der Kapitalismus in der Welt anrichtet. der Herr, um den Umsturz abzuwehren. Sie werden diese die Spige meines Stiefels.( Lachen links.) Ich brauche nicht Graf Limburg machte den Versuch, den Großgrundbesig Einigung nicht erleben, aber Sie werden erleben, und das schon einmal eine symbolische Abwehrbewegung zu machen, die mög gegen den Vorwurf des Bauernlegens in Schutz zu nehmen, und in nächster Zeit, daß von den Rudimenten, aus denen die liberale, licherweise falsch gedeutet werden könnte.( Ruf bei den Sozialmeinte, das Bauernlegen sei wohl nur vorgekommen nach dem wenigstens die nationalliberale Bartei jeht noch besteht, nichts demokraten: Das ist ja unverschämt! Präs. v. Leveßow: dreißigjährigen Kriege, als die Verhältnisse außerordentlich mehr übrig ist.( Oho! bei den Nationalliberalen. Sehr gut! bei Ich höre da wieder eine Aeußerung, die ich nicht rügen kann. gerrüttet gewesen wären; er schien von der Ansicht erfüllt, daß den Sozialdemokraten.) Ich bitte die Zwischenrufe zu unterlassen. Sie bringen mir das damalige Bauernlegen eigentlich ein Segen für das Bolt ge- Der Kriegsminister meint, die Sozialdemokratie habe in den Ton im Hause herunter.( Lebhafter Beifall rechts.) wesen sei. Ach nein, so ist die Sache nicht. Laffalle hat ihren Reihen viel zu viel Franttireurs, die über die Köpfe der Ich nehme sogar diese Angriffe gegen meine Person von dent unwiderleglich nachgewiesen, daß die preußische Agrargefeßgebung Führer hinweg den Umsturz machen könnten. Es schien mir da miles gloriosus, der vom Himmel gefallen ist, oder wie es fonft im Grunde nichts weiter als ein einziges Verbrechen am armen herauszubliden, daß man es nicht gern sehe, daß die Sozial heißt, willig hin, wenn ich dafür eintausche, daß Sie Ihre Mann sei. Der Großgrundbesis zehrt den Bauer auf, wie die demokratie diesem Wahn nicht felgt. Zu dieser Ansicht sind unrichtigen Angriffe gegen die Armee ein für alle Mal bleiben Großindustrie den fleinen Gewerbetreibenden und Hand wir um so mehr berechtigt, als der Kriegsminister sich lassen, daß Sie namentlich nicht Angriffe gegen die Armee richten werfer.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Graf nicht enthalten fonnte, uns Feigheit vorzuwerfen.( Redner an der Stelle, wo wir am allerempfindlichsten sind. Sie werden Limburg meinte, die Sozialdemokratie suchte die Geseze wendet sich bei den weiteren Ausführungen zit dem mich verstehen. Herr Auer sprach davon, die Offiziere heirathen alle zu umgehen. Ich gebe zu, daß die Sozialdemokratie bemüht ist, Bundesrathstisch, wendet der Journalistentribüne den Rücken auf die Kaution hin, nur nach Geld. Im Privatleben nennt sich in einer für sie ersprießlichsten Weise mit den Gesetzen abzu- und ist daher nur schwer verständlich). Ich versichere dem Kriegs- man das eine Beleidigung. Wenn ich nun sagen wollte, Sie finden. Will man das Umgehung nennen, uns fann es recht sein. minifter, daß die Sozialdemokratie eine außerordentliche Masse agitiren nicht nur für Ihre Ueberzeugung, sondern wegen Ihrer Wenn aber Graf Limburg meinte, die Sozialdemokratie vernichte von Leuten hat, die höheren moralischen Muth offenbaren als ein Parteidiäten, den Lärm möchte ich hören, den Sie dann anTreu und Glauben, so frage ich: wie steht es mit dem gesetzlich miles gloriosus( der zahlende Krieger), der vom Himmel gefallen ist, schlagen würden. Ich gebe Ihnen den Rath, mäßigen Sie sich verbrieften Koalitionsrecht der Arbeiter?& steht gelegentlich zeigen fann, wenn er einem General räth, einen Jour in Ihren Angriffen gegen die Armee, und wenn Sie sie einmal thatsächlich nur noch auf dem Papier. Polizei und Justiz sind nalisten mit dem Revolver zu bedrohen. Es scheint, als ob aussprechen, dann verlangen Sie nicht von mir, daß ich wie ein unausgesetzt beslissen, die Gefeße so auszulegen, daß sie für die man in gewissen Kreifen einen Butsch ganz Beremonienmeister mit Ihnen verhandle.( Beifall rechts.) Der Arbeiter keine praktische Bedeutung mehr haben. Heißt das gern sehen würde und möglichst dazu beitragen Borwurf des Mangels an Entschloffenheit lag in meinen die Unverleglichkeit der Gesetze ehren und schützen? Ganz möchte einen solchen hervorzurufen. Ich erinnere Worten nicht darin. Ich wollte nur meine Ueberzeugung aus wahrhaftig nicht. Und wie steht es mit der gesetzlich daran, wie in Aussicht gestellt war, daß, wenn der Reich 3- brücken, daß Sie außerordentlich vorsichtig und überlegt in allen garantirten Wahlfreiheit? Der Besitz der Macht tag die Forderung der Regierung ablehnen Ihren Dingen zu Werke gehen. Sie sagen der Regierung ganz oder die Autorität des Beamtenthums maßregelt alles, was sich würde, die Flinte schieße und der Säbel hau e. dreift ins Gesicht: Wir pfeifen auf Ihre Geseze. Wenn ihren Absichten nicht fügt. Sie( rechts) sollten sich vor allem Die Sozialdemokratie hat sich aber nicht ich Ihnen aber vorschlage, Ihre musikalischen Talente auf diesem hüten, mit den Worten Treu und Glauben herumzuwerfen. Unter provoziren lassen in den 12 Jahren des Gebiete zu zeigen, so nehmen Sie mir das außerordentlich übel. welchen falschen Vorspiegelungen sind von Ihrer Seite die Wahlen Sozialistengeseyes, und der Kriegsminister Wir müssen da doch nach vollständig gleichen Grundsäßen vergemacht worden! tann sich darauf verlassen, daß fie sich fahren. Deshalb werde ich, wenn Sie die Armee und ihre Herr v. Bennigsen hat die bürgerlichen sogenannten auch jest nicht hinreißen läßt. Wir werden Einrichtungen und die Kommando Behörden angreifen, in staatserhaltenden Parteien gegen die Sozialdemokratie ruhig, entschieden und energisch unseren Weg gehen, der Weise antworten, wie ich neulich that. Wenn Sie sich und den Anarchismus zur Einigkeit aufgerufen. Eine überzeugt, daß uns der Sieg bleibt über alle Reaktion. Der aber gegen meine Person wenden, dann werde ich nach solche Einigkeit würde doch geradezu ein Wunderwerk sein ich Kriegsminister that nicht flug im Interesse seiner Sache, als er wie vor bemüht sein, verbindlich, maßvoll und im geglaube nicht daran, daß fie zu schaffen ist. Schon hier im auf den Sandhaufen hinwies, wo man die Soldaten nieder gebenen Fall auch deutlich zu bleiben.( Beifall rechts.) Hause sind ja die unversöhnlichen Gegensäge der Parteien schießt. Blut ist eine ganz besondere Sache, sagt Goethe. Preußischer Minister v. Köller: Der Abg. Frohme sagte, recht scharf scharf zum Ausdruck gekommen. Schärfer aber man baut tein festes Fundament mit Blut. Da alle die Sachen, die ich vorgetragen hätte, beruhten auf den Nachnoch in der Presse. E3 ift hier die Stellung mit werden Sie nicht den Schutz von Monarchie, Eigenthum, richten, die verschiedene Polizeifpigel zufammengetragen hätten. erwähnt worden, die der jetzige Finanzminister Miquel früher Religion erreichen. Ich weiß nicht, was Polizeifpigel sind. Wenn aur Sozialdemokratie und zur freiheitlichen Bewegung einnahm. Minister v. Röller war so ganz Putttamer, nur einmal einer aus Ihrer Mitte bekehrt wird, und aus der Ich kann nicht umhin, dies dem Parteigenossen Miquel's, Herrn hatte dieser noch eine gewisse Schneidigkeit vor ihm voraus. Er Schule plaudert, dann ist er gleich ein Spizel. Vielleicht wird von Bennigsen, nochmals vorzuführen. In Rudolf Meyer's hat den Befähigungsnachweis, daß er nunmehr von auch noch manch einer von Ihnen, wenn er älter wird, bes Emanzipationstampf des vierten Standes ist zu lesen, daß Amtswegen zutreffend über die Sozialdemokratie urtheilen tehrt. Ich weiß auch nicht, was der Abg. Frohme Miquel 1865 dem Redakteur der Rheinischen Zeitung", Bürgers, fann, wahrhaftig nicht erbracht. Für sein hohes Gehalt mit Polizei Anarchismus meint. Es ist vom am = gefagt hat:" Sie fprechen fo erregt; das ist dann war seine Leistung recht mäßig.( Heiterkeit.) Das Material, Bundesrathstisch aus wiederholt ausgesprochen, daß es unrecht Plage, wenn wir auf der Straße die das er vorbrachte, mußte auf jeden Unbefangenen den und verwerflich sei, Verbrechen anzuftiften. Ihre Angriffe gegen Massen anfeuern, den Junfern die Köpte ein Gindruck großer Kläglichkeit machen und fällt auf das System, die Polizeibeamten sind schwere Beleidigung. Ich muß dagegen zuschlagen". Vor einiger Zeit brachte die„ Kölnische das der Minister vertritt, selbst zurück. Der Robert Brandt, auf protestiren, daß Sie den ehrenwerthen Stand der Zeitung" einen Artikel über die Selbstvertheidigung der den er sich berief, war, wie gerichtlich festgestellt ist, ein Polizei des ganzen Deutschen Reiches beleidigen und ich besitzenden Klaffen, worin es hieß, die Konservativen suchten Polizeispiel.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten. werde jeden Polizeibeamten in Schuh nehmen, der ihren revolutiodie Begehrlichkeit der Massen von der Landwirthschaft auf die Zwischenrufe. Präsident v. Levegow: Es ist immer der nären Bestrebungen entgegentritt.( Beifall rechts.) Industrie, die Börse und das mobile Kapital abzulenten. Sie Abg. Schoenlant, der die Zwischenrufe macht. Heiterkeit:) Der Abg. von Buchka( of.) erhält gegen 5 Uhr das Wort; er ist sprach auch von einer Scheelsucht des Junterthums gegenüber Minister exemplifizirte auch auf die Freiheit". Es ist gebei der im Hause herrschenden großen Unruhe nur schwer verden wirthschaftlichen Erfolgen der modernen Entwicklung. Der richtlich festgestellt, daß der Polizeikommissar ständlich; er erklärt sich für die Vorlage, weil die Umsturzparteien Kampf gegen das Kapital finde seinen Ursprung in den Reihen Engel in Altona auf Anweisung und unter eine große Gefahr geworden seien. Die fozialpolitische Gesetzder äußersten Rechten, im Landjunkerthum, im fleinen und ver- Mitwirkung der Polizei die Freiheit" verbreitet hat. gebung, welche den Arbeiter jetzt viel besser stellt als den Handschuldeten Adel. Solche in ihren Tendenzen so himmelweit Ungeschickter hätte der Minister nicht zu Werte geben tönnen. werfer und den fleinen Landwirth, beweist, daß die von einander verschiedene Parteien sollten sich vereinigen? Biel- Wir haben schon wiederholt bewiesen, daß auch andere Polizei- Intereffen der Arbeiter nicht geschädigt oder vernachläffigt werden. leicht wäre es möglich zu einem ganz bestimmten Zwecke, vorüber- spitel sich in anarchistischem Sinne bethätigt haben. In der Wenn die Agitation des Bundes der Landwirthe mit der sozialgehend, aber ich bin überzeugt, der Kampf dieser Richtungen würde Kommission und bei den weiteren Verhandlungen werden wir demokratischen Agitation verglichen ist, so ist das unzutreffend. alsbald nur um so heftiger entbrennen. Namentlich im Punkte weiter darüber reden. Der Minister zitirte Aeußerungen aus Für die Arbeiter ist gesorgt, aber für die Landwirthe nicht; der Religion würde eine Vereinigung der Parteien, ein Kartell der sozialistischen Presse, die zu einer Verurtheilung nicht führen die Landwirthschaft ist für die nächsten zehn Jahre nicht im wahrscheinlich meil deshalb, gegen den vielberufenen Umsturz nicht möglich sein. Kürzlich fonnten, Aeußerungen stande, Druck, der infolge der Handelsverträge, gefallen brachte die„ Germania" einen Artikel gegen den Liberalismus nicht waren, wie behauptet wurde und auf von ihr lastet, fich abzuwälzen. Wir werden und das Freimaurerthum, welches der Religion, Sitte und Ord. weil sie aus dem Zusammenhang gerissen waren. Das den neuen Herrn Landwirthschafts Minister nicht drängen; 10 " die den M Lokales. Unsere Mittheilungen über die Arbeitsverhältniffe im föniglichen Schloß erhalten durch die Korrespondenz des Herrn Ministers des Innern wiederum die ihnen nach neuem Brauch zukommende Bestätigung und Ergänzung von oben. Das Organ des Herrn Köller läßt sich in dieser für die Freunde und Macher des jetzigen Umsturzradaus so überaus peinliche Angelegenheit wie folgt aus: " Was weiter noch an der offiziösen Bestätigung att ergänzen wäre, ist weniger von Belang. Uns erscheint das durch die Berliner Rorrespondenz" heute zwar mehr als je berühmt gewordene Neujahrsgeschenk an Die Arbeiter zwar recht nebensächlich, aber solchen Blättern, die sich weniger nothgedrungen mit Hofangelegenheiten befaffen, als wir, muß es doch recht bekümmernswerth vorkommen, daß in dem prächtigen föniglichen Schloß am Mittwoch und den vorherigen Tagen nicht einmal soviel Geld und Wein an Ort und Stelle war, um den armen Bimmerern, von denen wir in Nr. 8 berichteten, die versprochene Allerhöchste Zuwendung" zütommen zu lassen. er ist selbst Landwirth und kennt die Verhältnisse; er| Deutschen im Auslande und des Abg. v. Heyl und Genoffen wegen tann nicht im Handumdrehen helfen. Aber wir müssen der Handwerkskammern.) dabei bleiben, daß etwas geschehen muß.( Buruf: Umsturz. Vizepräsident v. Buol bittet den Redner zur Sache zu sprechen.) Wir werden den Antrag Kanit wieder einbringen.( Lebhafter Beifall rechts. Rufe: Umsturz! Schluß!) Zur Befferung der sozialen Verhältnisse ist eine Hebung des Mittelstandes nothwendig; der Mittelstand muß geschützt werden gegen die Großindustrie einerseits und die Sozialdemokratie andererseits durch die Bildung von Zwangsorganisationen; Zwangsorganisationen ohne Be ähigungsnachweis, wie sie der preußische Minister v. Berlepsch vorgeschlagen hat, tönnen aber nichts helfen.( Rufe: Schluß!) Die Sozialdemokratie soll nur mit geistigen Waffen bekämpft Das nebensächlich in der offiziösen Ergänzung beigebrachte werden können. Kommen Sie doch einmal den Leuten, die von Die Mittheilung einiger Zeitungen, wonach auf allerhöchsten Material, wie die Nachricht von der bereits am Neujahrstage der bürgerlichen Gesellschaft, vom Christenthum und von der Befehl den an den Arbeiten im Weißen Saale betheiligten erfolgten Vertheilung des Geschenks an 220 Mann, ist bekanntBildung garnichts wissen wollen, mit geistigen Waffen. Das Arbeitern am Neujahrstage eine außerordentliche Zuwendung zu lich weder von uns bestritten worden, noch kann es als nennensverstehen sie garnicht. Wie der Kampf mit geistigen Waffen theil geworden ist, hat dem Vorwärts" in seiner Nummer vom werthe Bereicherung der von uns veröffentlichten Nachrichten aussieht, das zeigt die vom Pfarrer Naumann herausgegebene 5. d. M. zu berichtigenden Bemerkungen über die Zahl von dem Arbeitsverhältnisse am Schloßbau angesehen werden. Zeitschrift Die Hilfe", in welcher der Landgerichtsrath der bedachten Arbeiter Anlaß gegeben. Er stellt feft, am Die Arheitsverhältnisse in der Druckerei von Gebr. Rulemann gegen die Umsturzvorlage polemifirt, fie als 29. Dezember seien nur noch etwa 150 Mann am Schloßbau Grunert. Von Herrn Stadtverordneten Vogtherr ist in der unnöthig und deshalb als schädlich bezeichnet und in beschäftigt gewesen; demnach habe die Zuwendung nicht an Sigung der Stadtverordneten- Versammlung vom 10. Januar welcher ferner Sozialist Herr v. Vollmar gelobt wird. 600 Arbeiter, wie in den Zeitungen gesagt worden war, erfolgen 1895, bei der Verhandlung über die Vorlage, betreffend VerDie Wissenschaft soll in ihrer freien Forschung nicht beeinträchtigt fönnen.". gebung des Druckes des Gemeinde- Blattes u. s. w., behauptet werden; aber fie muß bei der Publikation der Ergebnisse ihrer Dem gegenüber ist zu bemerken, daß es auf die Zahl der am worden, daß in der Buchdruckerei von Gebrüder Grunert nicht Forschung maßhalten und Rücksicht nehmen; denn die Wahr 29. Dezember beim Schloßbau noch beschäftigten Arbeiter für die die tarifmäßig festgesetzten Löhne bezahlt würden. Wenn wir heit zu erforschen, ist dem Menschen nicht möglich. Wahrsein allerhöchste Bewilligung gar nicht ankommt. Diese war auch nicht annehmen, daß Herr Vogtherr wider besseres Wiffen giebt es nur in der Mathematik. Als Pythagoras seinen Lehr- nicht nur für die zu jener Zeit noch beschäftigten, sondern für gehandelt, sondern auf grund falscher Informationen diese Befat fand, opferte er eine Hekatombe. Wie viel Hekatomben sind alle Arbeiter bestimmt, welche im letzten Jahre während einer hauptung aufgestellt hat, so sehen wir uns veranlaßt, folgendes seitdem schon geopfert worden, wenn die modernen Gelehrten gewissen Dauer beim Umbau des Schloßflügels thätig gewesen zu berichtigen:„ Bei sämmtlichen Segern, welche länger eine Wahrheit gefunden zu haben glauben; war aber eine find. Wenn deren Zahl( von den servilen Blättern; Red. 5.„ V.") als ein Jahr in der Druckerei beschäftigt sind, variiren Wahrheit gefunden, so fand man eine andere Wahrheit, die noch auf 600 angegeben worden ist, so beruhte das auf einer vor die Löhne zwischen 27 bis 36 Mart, während alle viel wahrer war.( Buftimmung rechts.) Gegen die Methode fichtigen Schäßung; in Wirklichkeit ist die Zahl bei weitem größer. Neueingestellten das tarifmäßige Minimum von 25,65 Mark des Kampfes, gegen die Methode, wie die Umsturzideen vorgetragen Die allerhöchste Zuwendung wurde sofort am Neujahrs- wöchentlich erhalten. Auch die Arbeitszeit ist eine tarifmäßige." werden, richtet sich das Gesez, daß die Konstruktion desselben tage an 220 verdiente Arbeiter verabfolgt, weil nur diese Daß obige Berichtigung auf Wahrheit beruht, bestätigt das unterja wierig ist, ist selbstverständlich. Gegen die Sozialdemokratie augenblicklich erreichbar waren. Die übrigen Arbeiter konnten zeichnete Personal der Buchdruckerei von Gebrüder Grunert, richtet sich das Gesetz auch. Wenn sie auch jetzt noch nicht ge- erst festgestellt werden, nachdem die Werkmeister ihre Listen ein- Berlin SW.( Folgen die Unterschriften.) waltsam auftritt, es wird jezt kommen, wo sie von ihren Hinter| gereicht hatten, und gelangen, soweit dies inzwischen nicht schon männern dazu gedrängt wird. Positive Arbeit aber haben die geschehen, auf diese Weise selbstverständlich ebenfalls in den Sozialdemokraten bis heute noch nicht geleistet, selbst da nicht, Besitz der allerhöchsten Zuwendung." wo ihnen Gelegenheit dazu gegeben war. Redner wendet sich Die Angabe des Vorwärts", am Nachmittag und Abend dann gegen den Vorwurf, daß die Großgrundbesitzer die Bauern des zweiten Weihnachts Feiertages sei im Weißen gelegt haben. Das geschah zur Zeit nach dem dreißigjährigen Saale von einer Anzahl von Arbeitern gegen erhöhten Lohn Doch wird uns gleichfalls von einer Thatsache Kenntniß Kriege, als die Bauern zur Bestellung des Ackers herbeigezogen gearbeitet worden, ist insoweit richtig, als dort gegeben, welche die Firma Grunert in mindestens ebenso bedenkwerden mußten. Uebrigens hat das Land, in dem der Groß- diejenigen Arbeiten vorbereitet worden sind, welche in den folgen- lichem Lichte erscheinen läßt, als vordem. Jeder Buchdrucker, grundbesig vornehmlich vertreten ist, Mecklenburg, heute noch den Tagen nothwendigerweise ausgeführt werden mußten." der bei der Firma eintritt, muß nämlich einen Revers untereinen blühenden Bauernstand. Herr Gröber hat mir weh gethan, Wir würden der Berliner Korrespondenz für die diesmalige schreiben, der die schimpfliche Erklärung enthält, daß er dem Verbande als er von den Mordbrennereien Gustav Adolfs sprach. Er hat Ausführung ihrer vornehmsten Aufgabe, Thatsachen aus dem deutscher Buchdrucker nicht angehöre und daß er während au einer Zeit, als für die evangelische Kirche alles verloren schien, Vorwärts" weiter zu verbreiten und zu kommentiren, gern der Dauer der Kondition ihm auch nicht beitreten will. diefelbe gerettet, und das soll ihm ewig unvergessen bleiben. eine günstige Bensur ausstellen, wenn das ministerielle Blatt Die pflicht bewußten Arbeiter müssen in der Druckerei Wenn er ein Mordbrenner genannt wird, wie war es denn mit nicht einige immerhin erwähnenswerthe Punkte zu berühren des Gemeindeblatt ihrer Organisationspflicht geheim, ohne Tilly und der Zerstörung von Magdeburg?( Widerspruch und unterlassen hätte. Lachen im Zentrum.) Das Zentrum behauptet, daß es die Wir vermissen eine Antwort auf die von uns am 5. d. M. Borwissen der Prinzipalität genügen, sie müssen beim Eintritt in die Druckerei eine Lüge unterschreiben! Jesuiten nöthig habe, um den Kampf für die Religion und gegen doch recht deutlich gestellte Frage, wie es der christliche Staat Das dem Arbeiter gesetzlich gewährleistete Koalitions= den Umsturz zu führen. Die Katholiten haben doch ihre Geist mit seiner angeblichen Eigenschaft als Schüßer der recht wird den Arbeitern in einer Offizin, welche vorzugsweise lichkeit, die in ihrer Thätigkeit nicht behindert ist. Warum ver- Religion vereinbaren kann, daß er Arbeiter, also Leute, städtische Arbeiten herstellt, vorenthalten! langen Sie die paar Jesuiten? Die Jesuiten sind in Belgien in auf die der Umsturz" es am ehesten abgesehen hat, in dem vorglauben, die Kommune hat die größte Verpflichtung, bei Vergroßer Menge vorhanden und trotzdem nehmen dort die Sozialisten nehmsten Gebäude der Monarchie den Feiertag gebung der Druckarbeiten darauf zu sehen, daß die gefetüberhand. Ich habe zur evangelisch lutherischen Gesinnung entheiligen läßt. Und heute fragen wir weiter: Wielichen unferer Herzöge das Vertrauen, daß, wenn auch das Jesuiten- stimmt es zu der Christlichkeit des christlichen Staates ichen Rechte ihrer Steuerzahler nicht derart schimpflich geschmälert werden! gesetz aufgehoben wird, sie dennoch die Jesuiten in Mecklenburg der Sozialreform, wenn das Organ eines seiner Minister Zur Lokallifte. Vocke, Hasenhaide 55/57, hat seine nicht zulassen.( Lachen im Zentrum.) Herr Frohme hat nicht diese Versündigung gegen das dritte Gebot als etwas viel Neues gebracht; er hat nur Behauptungen wiederholt. Er Selbstverständliches hinstellt, indem es kein einziges Wort Unterschrift zurückgezogen. Es meinte, man wolle die Arbeiter ihrer politischen Rechte berauben. plausibler Entschuldigung und Vertheidigung vorbringt? Wer denkt denn von uns daran? Redner wendet sich unter großer find Arbeiten am Weihnachtstage vorbereitet worden, die Unruhe des Hauses den einzelnen Paragraphen zu; seine Aus- in den nächsten Tagen nothwendiger Weise ausgeführt werden führungen bleiben aber unverständlich. Zum Schluß fordert der mußten." Wir möchten wiffen, ob eine einzige der Polizei Redner alle Parteien auf, sich zu vereinigen gegen die Sozialbehörden, die demselben Minister des Innern unterstellt demokratie und die Vorlage anzunehmen. sind, dessen Organ diese Thatsache als das harmloseste Ding von der Welt hinstellt, ob also eine einzige Polizeibehörde selbst zur heutigen Zeit das berart haltlos begründete Gesuch eines gewöhnlichen Bauhandwerkers um ausnahmsweise Ge stattung der Feiertagsarbeit genehmigen würde? M " " " In einem uns aus Buchdruckerkreisen zugegangenen Schreiben wird uns bestätigt, daß die Firma jeden Neuanfangenden den Minimallohn von 25,65 M. zahlt, und daß somit unser Genoffe Bogtherr verordneten- Sitzung die erwähnte Mittheilung machte. irrthümlich unterrichtet war, als er in der letzten StadtWir Achtung, Moabit! Die Unterzeichneten erklären hiermit, daß das Lokal von Maul( Vittoria- Salon) infolge einer polizeilichen Verfügung zu öffentlichen Versammlungen nicht freigegeben ist, da es den baupolizeilichen Vorschriften nicht genügt. Zu Vereinsversammlungen steht das Lokal jedoch stets zur Verfügung. Die Unterzeichneten haben sich von der Richtigkeit vorstehender Angaben an zuständiger Stelle überzeugt. Joh. Pfarr, H. Gräschte, G. Schmit. Der Vertrauensmann des 1. Wahlkreises, Frit Felgen treff, wohnt jetzt Reichenbergerstr. 21. Te % Darauf wird ein Schlußantrag angenommen. Nach einer persönlichen Bemerkung des Abg. v. Stumm bemerkt Abg. Auer persönlich, daß der Kriegsminister eine Aeußerung von ihm, die sich gegen das Offiziertorps richtete, dahin charakterisirt habe, daß sie draußen als eine Beleidigung aufgefaßt würde; eine berartige Absicht hat mir fern gelegen. Ich habe nichts weiter gethan, als die Thatsache konstatirt, daß durch das Institut der Kaution bei den Offizieren die Schließung des Ghebundes nicht ausschließlich von Liebe und Zuneigung, sondern auch von der Rücksicht auf die Kautionsbeschaffung geleitet wird. Diese Thatsache existirt. Liegt darin eine Beleidigung, einer höfifchen Zeremonie, oder die Uebung der Religionspflicht In einer Kaffeeklappe in der Niederwallstraße sind gestern so mag sie der Kriegsminister aus der Welt schaffen.( Bu- gerade der Arbeiter, welche der durch Religion und Kautschut von Kriminalpolizisten fünf Personen verhaftet worden, die wegen zu bekämpfende„ Umstura" immer gefährlicher" zu umgarnen Diebstahls gesucht wurden. sucht. stimmung bei den Sozialdemokraten.) Nach einer weiteren persönlichen Bemerkung des Abg. Kröber wird die Vorlage gegen die Stimmen der Sozialdemokraten einer Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen. Schluß 6 Uhr. Nächste Sigung Montag 1 Uhr( Rechnungsvorlagen; Interpellationen des Abg. Haffe wegen Schußes der Und wenn wirklich das Organ des Herrn Köller den NeuVon den verhafteten Oberfeuerwerkern sind, wie der jahrsempfang oder wie das Hoffest heißt, als Grund dafür Lokal Anzeiger" mittheilt, gestern Mittag dreizehn Mann, die anzuführen wagt, daß der zweite Christtag im Schloß entheiligt in einem besonderen Wagen des Schnellzuges von Magdeburg werden mußte, so bitten wir das Blatt um freundwillige Be- antamen, in das Festungsgefängniß zu Spandau. eingeliefert antwortung der Frage, was denn nach christlicher Moral in worden. Zwölf von ihnen waren die Treffen abgeschnitten, nur einem christlichen Staate höher stehen sollte, die Uebung einer befand sich noch im Besitz derselben. Ein Kommentar zu der gegenwärtigen Auffassung des Kaiserworts von der Religion, die dem Volte erhalten werden müsse, wäre gerade heute mehr denn je interessant. Also heraus mit der Antwort! Bund der geselligen Arbeiter- Vereine Berlins u. Umgegend. Versammlung Sonntag, den 20. Januar, Vorm. 10 Uhr: Annenstraße 16. 1. Bortrag: Dr. Joël; Urgeschichte des Menschen( mit erläuternden Handzeichnungen). 2. Aufnahme neuer Vereine. 3. Bundes- Angelegenheiten. NB. Ausgabe der neuen Statuten und Umtausch der Mitgliedskarten. Oeffent. Versammlung der Kiftenmacher am Montag, den 14. Januar, abends 8% Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstraße 20. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Faber. 2. Abrechnung des Vertrauensmannes vom 4. Quartal 1894. 3. Bericht des Delegirten der Gewerkschaftskommission. 4 Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Rum Der Vertrauensmann. 156/12 anerkannt gut, Literflasche à 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Flaschen à 10 Pf. billiger. 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ExtraVorstellung, nachmittags 22 Uhr: Hildegard Scholl. Vorher: Ehrenschulden. Opernhaus. Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Rheingold. Schauspielhaus. Wie die Alten Montag: Salali.- Stille Wache. fungen. Deutsches Theater. Klein Eyolf." Nachmittag: Die Weber. Berliner Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Lessing- Theater. Nach dem Manöver. - Ein goldenes Herz. Montag: Ghismonda. Neues Theater. Die geschiedene Frau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Fernand's Ehefontraft. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Orpheus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Schiller- Theater. Krieg im Frieden. Montag: Hagar's Sohn. Theater Unter den Linden. Der Vogelhändler. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. Onkel Bräsig. Montag: Die Galoschen des Glücks. Central- Theater. O! diese Berliner. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Thenter. Ein fideles Korps. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplat Theater. 9 Passage- Panopticum. Neu! Neu! I. Prof. Frdr. Schwinge's Wandernde Lichtbilder. II. Das Lied von der Glocke in 15 lebenden Bildern. mit transparentem Hintergrund. Musik von Romberg. Der Meister: Rob. Biberti vom Kgl. Opernhaus in Berlin. Castan's Panoptikum. Noch nie dagewesen! , Sanssouci Achtung. Kottbuserßraße 4a. Jeden Sonntag ut. Donnerstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Röhl und Schrader.) Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Zum Schluß: Achtung. Varteigenossen u. Genossinnen. 3wei öffentliche Volks- Versammlungen am Dienstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saale bei Keller, Koppen- Straße Nr. 29. Dienstag, den 22. Jan., bei Reichert, Müllerstr. 7. Tages Ordnung in beiden Versammlungen: • 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Molkenbuhr über: Die Dienstbotenfrage, speziell mit bezug auf die weiblichen Dienstboten". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Genossen! Genoshinnen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ersucht um recht zahlreichen Besuch dieser Versammlung, hauptsächlich der Frauen und Mädchen 120/16 Die Berliner Frauen- Agitations- Kommission. Die Riesen des dunkeln Erdiheils: Circus- Bilder Sozialdemokratischer Wahlverein für den Die Dinka, 40 Männer, Frauen u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. Weihnachts- Ausstellung Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Ensemble von Meysel. Unserm Sangesbruder J. Koch zu 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal Mittwoch, den 16. Jan., abends 8 Uhr, in ,, Deigmüller's donnerndes Hoch! Allegro.[ 2150b Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des 293/13 Vereins d. Zimmerer Berlins n. Umgegend hiermit zur Nachricht, daß das Mitglied Hermann Schmidt am 10. b. Mts. nach langen schweren Leiden an der Proletarierkrankheit verTäglich Vorstellung im wissenschaft- storben ist. Die Beerdigung findet lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Kaufmann's Variété. Das Sensationellste der Saison! Im Mauche!! Negligee. Hierauf: Die Direttrice. Montag: Diefelbe Vorstellung. National Theater. So sind sie Alle. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallentheater. SpezialitätenBorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Maucke!!! der Kolossal- Mensch als Pauline vom Ballet ist wohl die urdrolligste Nummero, welche je in einem Spezialitäten- Theater engagirt war. Ferner: Das Riesen- Programm mit Schiller- Theater. 16 Glanznummern ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Sonntag, den 13. Januar, mittags 12 Uhr: Matinee zum Besten des Kaiser u. Kaiserin Friedrich Krankenhauses.( Anschaffung von Heilserum.) Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Dichter Abende im Bürgersaale des Rathhauses, Abends 72 Uhr: Heinrich Heine- Abend. Montag, 14. Januar, abends 8 Uhr, zum 1. Male: Hagar's Sohn. Schauspiel in 4 Akten v. J. J. David. Dienstag, 15. Januar, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Mittwoch, 16. Januar, abends 8 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Central- Theater Alte Jakokraße Nr. 30. Emil Thomas a. G. Anna Bäckers. Josefine Dora. Bunt 133. Male: ohne Pause. Unter den Linden 21. en- Jeden Sonntag Nachmittag Orientalische Al- Familienvorstllg. Salon", Alte Jakobstr. 48a; General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Abrechnung vom 4. Quartal 1894. 3. Wahl des gesammten Vorstandes. 4. Vereinsangelegenheiten. Die Mitgliedsbücher müssen vorgezeigt werden, auch können die Mits glieder die Parteiprotokolle in Empfang nehmen. Die Versammlung wird pünktlich 81/2 Uhr eröffnet. [ 278/18] Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Sonntag, den 13. d. M., nachmittags für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. 212 Uhr, vom Trauerhaus Gleditschstraße 9, Schöneberg, aus statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Verband aller im Handelsund Transportgewerbe besch. Hilfsarb. Berlins u. Umg. Mitglied Am Dienstag, den 15. Januar: Versammlung. Tages Ordnung: 3. Bereinsangelegenheiten und Fragekasten. gemacht. 284/9 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Liebknecht. 2. Diskussion. Das Versammlungslokal wird in der Dienstag- Nummer bekannt Hiermit zur Nachricht, daß unser Freie Vereinig. aller in der chirurgischen Branche Rob. Schmok 135/20 am Freitag, deu 11. d. Wt., verstorben ift. beschäftigten Berufsgenossen. General- Versammlung. Die Beerdigung findet am Mon- Dienstag, 15. Januar, Abends 8 Uhr, in Gründel's Festsälen, Brunnenstr. 188: tag, den 14. d. M., vormittags 10 Uhr, vom St. Hedwigs- Krankenhause, Gr. Hamburgerstraße, aus statt. Tages- Ordnung: 1. Kassen- und Jahresbericht. 2. Bericht de Um zahlreiche Betheiligung ersucht Arbeitsvermittler. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Ausgabe der Billets zur Achtung! Der Vorstand. Achtung! Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Bert. Reichstags- Wahlkreis. Das Mitglied Karl Bamberg, 284/11 Schuhmacher, wird heute, Sonntag Nachm. 2 Uhr, vom Augusta- Hospital auf dem DankesKirchhof beerdigt. Um zahlreiche Bezu theiligung ersucht Zauber und Bey's Wunder. Täglich Anfang 18 Uhr. Circus Renz Carlstrasse. Sonntag, den 13. Janitar, grosse Vorstellungen nachmittags 4 Uhr und abends 171/2 Uhr. Zum Schluß d. Nachm.- Vorstellung: ,, Die lustigen Heidelberger." O, diese Berliner! Schluß d. Abend- Vorſtellung: Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: 0, diese Berliner! Tjo Ni En. Bum Der Vorstand. Kranzbinderei und Blumen- Handlung Berlin SO., J. Meyer, wienerstr. 1 ( nur dort). Guirlanden à Mtr. von 15 Pf. an. Telephon: Amt IV, 9482. Die Beleidigung gegen Frau Remte nehme ich zurück; erkläre dieselbe für eine anständige Frau. Urania. 5. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet: Achtung! Der Vorstand. Achtung! 99/14 Facho. der in der Lederwaaren- Industrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 14. Januar, in Hoffmann's Festsälen, Oranienstraße 180; Vereins- Versammlung. Tages Ordnung: = 1. Vortrag über Hausindustrie. 2. Vereinsangelegenheiten und Be. fprechung über die Vertrauensmännerfrage. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. In dieser Versammlung findet Abrechnung vom Vereinsvergnügen Gäste willkommen. statt. 161/15 Vereinigung der Schmiede. Bahlstelle Berlin Nord. Große Versammlung am Dienstag, den 15. d. M., ab. 81/2 Uhr, bei Herrn Lange, Stromstr. 28, Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. NB. Das I. Stiftungsfest findet am Sonnabend, den 26. Januar, n Buste's Festsälen, Grenadierstr. 33, statt, worauf wir die Kollegen Berlins ganz besonders aufmerksam machen. Arbeitslose Mitglieder haben freien Zutritt. Die Ortsverwaltung der Zahlstelle Berlin Nord. 230/5 Achtung! Schneider und Schneiderinnen! 21466 Sonntag, 13. Januar, Abends 7 Uhr, bei Herrn Buske( früher Seefeld), Niemiet, Adolfstr. 3. Den Mitgliedern des Sozialdemokr. ( Beim Jahreswechsel in Peking.) Wahlvereins inr 4. Berliner Reichstags= Vorletztes Auftreten d. Hrn. Gustav Wahlkreis zur Nachricht, daß ich mit Hüttemann( als Gast) mit seinem Schul- dem heutigen Tage meine Wohnung pferde Cincinatus. In beiden Vor- von der Görligerstr. 57 nach Cuvrystellungen: Auftreten der hervorstraße 25 im Restaurant verlege. ragendsten Künstlerinnen und Künstler, 2116b W. Erbe, 1. Vorsitzender. Freiheits-, Spring, und Schulpferde. Adolph Ernst- Theater Borführen und Reiten beftdressirter Auftreten der Grotesktänzerin Miss Rose Batchelor vom Prince of Wales- Theater in London. Zum 16. Male: Preise der Plätze zur Nachmittags- Vorstellung: Gin Aufforderung! Wir fordern den Tischlergesellen Grenadier str. 133; Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Maßnahmen unserer Gegner und was für Lehren ergeben sich daraus für uns? Referent Kollege Holzhäuser aus Flensburg. 2. Diskussion und Verschiedenes. 220/1 Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein und Tanz. Zu dieser Versammlung sind speziell die Mäntelnäherinnen und alle in der Konfektionsbranche beschäftigten Kollegen und Kolleginnen eingeladen. Die Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Logenplak 4 M., Kinder unter Guſtav Levyu, Danzigerstr. 65, auVerband deutscher Schneider u. Schneiderinnen 10 Jahren 2 M. Sperrsit 2,50 M., seinen Verpflichtungen in unserem Kinder unter 10 Jahren 1,50 M. Verein nachzukommen. 2158b Ein fideles Corps. Tribünenfit 2 M., Kinder unter zehn Gesangverein„ Schönhaufer Harmonie", Große Gesangspoffe mit Tanz. Nach Jahren 1 M. Erster Rang Balkon Eberswalderstr. 16( Miricke). dem englischen A Gaiety Girl" von 2 M., 2. Platz 1 M., 3. Platz 50 Pf. Jonas Sidney, frei bearbeitet von Inhaber von 1. Rang- Balton, 2. und Eduard Jacobson und Jean Kren. 3. Platz- Billets haben das Recht, ein Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Jufolge des großen Andrangs bleibt die Kaffe von Vormittags 10 Uhr ununterbrochen gröffnet. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. So find fie Alle! Kind unter 10 Jahren unentgeltlich einzuführen. Jedes weitere Kind zahlt auf dem 1. Rang- Balton und 2. Platz die Hälfte. Morgen, Montag, den 14. Januar, abends 71/2 Uhr: Große außerord. Vorstellung: Tjo Ni En.( Beim Jahreswechſel in Beting.) Fr. Renz, Rommiffionsrath. Nur noch kurze Zeit! Circus G. Schumann. Posse mit Gesang in 3 Akten( 5 Bildern) Friedrich Karl- Ufer. von W. Mannstädt u. A. Weller, Texas Jack's American Musik von W. Mannstädt. Regie: Max Samst. Prairie Life- Show. Raffenöffnung 5 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Heute Sonntag: 2 große VorMontag: Dieselbe Vorstellung. tellungen. Anfang 4 und 1/28 Uhr. Restaurationsgeschäft sof. bill. zu vert. Um 4 Uhr Einlaß zu halben Preisen. Blan- Ufer 92d, a. d. Kottbuserbrücke. N Aeltefte Maskengarderobe der Louisenstadt. Oranienste. 49, I. 2. Geschäft: Weidenweg 22. und Berufsgenossen. Grosse Versammlung am Montag, 14. Januar, Ab. 82 Uhr, in Keller's Festfälen( fl. Saal), Roppenstr. 29. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Wagner über: Erziehungsmethoden. 2. Disfussion und Gewerkschaftliches. Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten. Kostüme von 1 m. an. Achtung. Vereine Preisermäßig. Presskohlenbruch ( ganze Kohlen) 10 3tr. 8 M. frei Reller. Die Bevollmächtigten. Charlottenburg. 218/16 Achtung. Montag, den 14. Januar cr., abends 8 Uhr, DEF im Lokale des Herrn H. Krause, Bismarckstraße 74: 30 General- Versammlung des Verbandes Deutscher Holzarbeiter. fenrecht sertleinert, für halben Preis: 1. Neuwahl des gesammten Borstandes. 2. Gewerkschaftliches. 8. Verſchiedenes. 0. Schnutz, Gneisenauftr. 50, a.d.Hasenh. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Bureau für Unfall- Prozesse Roh- Tabak Gustav Radich, von Dr. jur. Richard Lehmann, Lützowstr. 102, I.- Sprechstunde: morgens 8-1/ 210 Uhr, abends 6-8 U. Berlin C., Spandauer Brücke No. 6. Schlittschuhe, 20 Pf. an, Kottbuſerſtr. 31. G. Superczynski, künstliche Zähne, Juvalidenstr. 105, II. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 11. Versammlungen. 3 Sonntag, den 13. Januar 1895. Nach einer " 12. Jahrg. Filiale Berlin 1. Sonntag, den 13. Januar, vormittags 11 Uhr, bei Zubeil, indenemein 106. Hamburg, Filiale 2. Versammlung am Sonntag, den 13. Januar cr., vormittags 10 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralfir. 1sc. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29) Shatkins 50. Jeden Mittwoch und Sonnabend 8 Uhr: Sigung bei Fechner, Wienerstr. 50. Sterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- AktienSchneider und Schneiderinnen in der Herren- und KnabeuGesellschaft. Heute Bahltag, Ackerstr. 123 bei Stümte. richt über die konferenz und wie stellen wir uns zu dem Konfektionshaus straße 188. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über den Lohntarif. 2. Be" Solidarität". Vergnügungsverein Flora. Jeden Sonntag, nachmittags 4% Uhr, willkommen. bei Miethe, Mendelsohnstr. 9: Sitzung. Nachdem Fidelitas. Gäſte herzlich jí Sonntag, den 13. Januar, nochmittags 6 Uhr, Probe zu:„ Eine verhängnißvolle Nacht". Nachber: Gesellschaftsabend im Admiralsgarten, Admiralsstr. 38. Theater- und Vergnügungs- Verein Lorbeerkranz, gegründet 1892. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, 10-12 Uhr: Nord- Schule Müllerstr. 179a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Lektüre( unentgeltlich). Montag, abends 7-8% Uhr: Leftüre. 8%-10% Uhr: Nord- Schule Müllerstraße 179a: Naturertenntniß. Südost- Schule, Waldemarsit. 14: Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theil Boltsthümliche Medizin. nehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. 1. Vorsitzender: er Budifer, Grünframhändler 2c. hervorhebt, und aus dem Die Mechaniker, Optiker und verwandten Berufsder Frauen vieler Genossen während und mit bezug genossen hielten am 9. d. M. eine gut besuchte öffentliche Verauf den Boykott wünscht Redner Lehren Der sozialdemokratische Wahlverein für den zweiten zu sehen. Mit einer Ermunterung, seine Mahnungen zu be- Kandidaten zur Delegirtenwahl der Ortskrankenkasse der Mechaniker gezogen fammlung ab. Dieselbe sollte berufen sein, die aufgestellten Berliner Reichstags Wahlkreis bielt am 8. Januar eine herzigen, schloß Redner unter lebhafter Zustimmung das Referat. und verwandter Gewerbe zu bestätigen. Wie sich herausstellte, gutbesuchte Versammlung ab, in der Genosse Antrick über das An der Debatte betheiligten sich die Genossen Woldersti, waren mehr Kandidaten als erforderlich aufgestellt. Demzufolge Thema referirte:" Was lehrt uns der Bierboykott?" An der Behrend, knüpfer, Silberschmidt und Obst. Ihre wurde das Versammlungs- Bureau autorisirt, die endgiltige Rege Hand einer langen Reihe von Beispielen erbrachte der Ausführungen bewegten sich fast ausschließlich im Sinne des lung der Kandidatenliste zu vollziehen. Im Anschlusse hieran Redner zunächst den Beweis dafür, daß der Boykott Referats. hielt Otto Näther einen mit großem Beifall aufgenommenen weder eine sozialdemokratische Erfindung noch ein spezifisch Sozialdemokratisches Kampfesmittel sei. E3 Im 4. Wahlverein( Osten) sprach am Dienstag vor Vortrag über die Bereutung und den Werth der Gewerkschaftswäre gar teine Frage, bemerkte Redner u. a., daß die Bezeichnung Boycott einer zahlreichen Versammlung in Breuer's Salon, Große Frank Organisation, dem eine kurze Diskussion folgte. Zum Schlusse beDie schäftigte die Versammlung sich mit Krankenkassen- Angelegenheiten. fogar ganz vorzüglich auf den ehemals so beliebten Bannfluch furterſtraße, der Genosse Adolf Hoffmann über: Vergnügungsverein Fritillaria. 6 ühr. Generalverfanun der Päpste passe. Für die Berliner Parteigenossen sei aus dem Bildungsstätten des Volkes." Dem Vortrage die Mittheilung tung bei perin Dreßter, Barnimſtr. 16. Nachher Lanz, letten Boykott, fährt Redner fort, so manche Lehre erwachsen. stimmt gewesene Zahlenmaterial einer bei ihm im Laufe des vorausschickend, daß fast das gesammte für den Vortrag be Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. H. 29) Unzweifelhaft sei es die Pflicht und Schuldigkeit der Berliner Vormittags vorgenommenen Haussuchung zum Opfer gefallen Arbeiterschaft gewesen, mit dem Boykott auf die Doppelsei, geht Redner zur Besprechung seines Themas über. In aus dezimirung der Arbeiter der Ringbrauer all ant worten; dieser Brutalität babe sich nicht anders entgegnen lassen. führlicher Weise behandelt der Referent unsere heutige Boltsschule Aber ebenso unzweifelhaft sei, daß von vornherein nicht die Vor- und weißt statistisch nach, welche zurücksetzung sie gegenüber den bedingungen für einen ganzen Erfolg erfüllt waren. Die sogenannten höheren Echulen erfährt. Daß der Staat für die Festigung des Klaffenbewußtseins der Arbeiter in ihrer großen Boltsschule so wenig aufwende, sei begreiflich, wenn man erwägt, Masse, die Stärke der Organisationen, moralisch und materiell, daß ein höheres Maß von Volksbildung den herrschenden Klassen Konfektionsbranche. Große öffentliche Versammlung am Montag, den unbequem und gefährlich werden müsse, man dem fie nun einmal zur siegreichen Führung einer so zweischneidigen und zur Ausübung der immer höher sich entwickelnden Produktion nur so viel Bildung verzapfe, wie für den Umgang mit ihm Waffe, wie sie der Boykott sei, hätten sein müssen. Stärkung der Organisationen, der politischen wie gewerkschaftlichen, ver unerläßlich sei. Der klare und reiche Quell der Naturwiffenmehrte, intensivere Agitation für dieselben und für die Arbeiter- schaften würde, wenn man ihn in der Volksschule reichlicher fließen presse, die eine öffentliche Macht sei, es aber noch vielmehr schärfsten Wiedersprüchen führen, ein objektiver Geschichtsunterricht ließe, der religiösen Glaubenslehre sehr hinderlich sein und zu den werden müsse, und die äußerste Nothwendigkeit, mit Energie auf dem dynastischen Ansehen schaden. So komme es, daß die Pforten eine Vertiefung des proletarischen Klassenbewußtseins hinzuwirken: das lehre vor allem der Boykott. Entstehung, Verlauf und der Wissenschaft nur dem Zahlungsfähigen geöffnet sind und dem Ausgang desselben enthielten aber noch mehr Lehren für die oft viel mehr Wissensdurst verrathenden Unbemittelten verbleiben. schlossen Arbeiterschaft. Erstens die, für die 3 funft dem vorbeugen zu des furzen Erläuterung müssen, daß eine durch den Zufall entsprechend zusammengesetzte demokratischen Programms: Unentgeltlichkeit Wesens und Begründung der Forderung des Sozialdes UnterBoltsversammlung eines Berliner Vorortes Beschlüsse faßt, die in der Folge bei ihrer Durchführung die ganze Berliner Arbeiter- richts, schließt der Redner mit der Ermahnung an die Ver- Ad Neumann, Basewalterstr. 8. Alle Aenderungen im Vereinstalender schaft in der Weise engagiren, wie es der Rirdorfer Boykott: trachten und zu benutzen, bis jene auf die Schule bezügliche Biebertafel der Maler, Annenstraße fammelten, den Wahlverein solange als Bildungsstätte zu be- find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstraße 49, Montag, Abends 9-11, Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder, beschluß gethan. Einerseits habe jener Beschluß im Gegensatz Programmforderung sich Anerkennung verschafft hat. Der Vor- Deutscher Männerfang, Belforterstr. 15, Schneiders Gesellschaftshaus. zu der Stellungnahme der Gesammtpartei betreffs der eventuellen Anwendung des Boykotts als Kampfesmittel gestanden, denn trag wurde mit ungetheiltem Beifall aufgenommen und auf eine Wiederhall, Köpeniderftr' 191 bei Foge. diese habe auf einem ihrer Parteitage Har ausgesprochen, Diskussion verzichtet, wodurch die Versammlung ein frühzeitiges Arbeiter- Gefangverein Borwärts III, Lichtenberg- Friedrichsfelde, PrinzenEnde fand. daß bei Streitigkeiten einzelner Berufsgruppen mit ihren Unternehmern nicht immer gleich die ganze Arbeiter- Der Verband deutscher Maurer( Bahlstelle I) hielt am fchaft mobil gemacht werden dürfe. Die Voraussetzungen 6. Januar eine Mitgliederversammlung ab. Nach einem Gesangs- Allee 46 bei Höhne. Nosalta, Rebuferstraße 5, bei A. Nemiz. für die Anwendung des Boykotts, welche der Berliner Parteitag portrag der Mitglieder des Gesangsvereins trat man in die festgestellt habe, wären seiner, des Redners Meinung nach, da- Regelung der geschäftlichen Angelegenheiten ein. Ter Bevoll mals in Rixdorf nicht vorhanden gewesen. Andererseits wäre mächtigte unterbreitete der Versammlung einen Bericht über die aber durch die Bontottverhängung durch die fragliche Rigdorfer Thätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre. Sodann wurde Volksversammlung den nach einer Machtprobe lifternen Brau- die Neuwahl der Verwaltung vollzogen, die folgendes Resultat herren der willkommene Anlaß zu ihrem späteren Vorgehen ge- ergab: Bevollmächtigte Neumann und Lehmpfubl; Kassirer liefert worden, das, wie schon gesagt, die gesammte Berliner Richter und Lehmann; Schriftführer Hanemann; Revisoren Arbeiterschaft auf den Plan rufen mußte, ohne daß die Vor- Henschutz, Prißkow und Körber. Zum Verwalter der Bibliothek bedingungen für einen Sieg dagewesen wären. Heute könne wurden die Mitglieder Arndt und Budach ernannt. Mit der offen ausgesprochen werden, daß schon beim Beginn des Boykotts Mahnung, daß die Mitglieder, welche die statistischen Bücher nicht an die Durchführung aller seinerzeit aufgestellten Forde noch nicht abgegeben haben, dies recht bald thun mögen, schloß rungen gedacht werden konnte. Wenn sich jetzt, nachdem zwar die Versammlung. fein Sieg, aber doch ein ehrenvoller Friede errungen, die hauptsächlich beim Boykott interessirten Brauerei- Arbeiter zu dem Mitgliederversammlung am 7. Januar die Neuwahl des Vorunschönen Benehmen verstiegen, welches sie besonders in den legten Volks Versammlungen und ihren Branchen Ver fammlungen zur Schau getragen hätten, dann sei das besonders eine Lehre für die Genossen, die ihnen, den jungorganifirten, das Borurtheil von der über alles gehenden Bedeutung des wirthschaftlichen Kampfes einbliefen, und die sie daran gewöhnten, stets und ständig die ganze politische Partei zu ihrer Verfügung zu wähnen. Die tumultarischen Versammlungen der Brauerei Arbeiter lehrten, daß man daran denken müffe, diefelben nach und nach zu besserer Einsicht und vor allem zu größerer billigt. Selbständigkeit im Denken und Handeln zu erziehen. Auch aus dem Verhalten eines großen Theils des Kleinbürgerthums, wobei berufen. Sonntagsplauderet. Der Verein deutscher Schuhmacher vollzog in seiner ftandes. Es wurden gewählt zum Vorfizenden Niederauer; Kaffirer Rott; Schriftführer Krohm; Revisoren Schulz und Lindholz. Wegen der Beitragsänderung ersuchte der Kollege Rott die Fabrikskassirer, recht bald mit ihm abzurechnen. " In der Filiale II derselben Vereinigung hielt am 7. Januar der Genosse Pinn einen interessanten Bortrag über Die Ursachen der Arbeitslosigkeit". Unter Vereinsangelegen heiten gelangte die Handlungsweise des Mitgliedes Krause zur Besprechung. Das Benehmen des Kollegen wurde allseitig mißDer Maskenball des Vereins findet am 10. Februar statt. Die nächste Versammlung wird am 21. Februar ein1 v. 2 Tr 6, bei Ehrenberg. Butunft I, Stegliz, Ahorn straße 15a, Schelhose's Gambrinus. Bruderherz, Krautftr. 6, bei Rudolf. Allee 6 bei Karl Echulz.- Liederzweig, Waidmannslust Berlinerstraße bet Zerbe. Liedesfreiheit II, Strausberg, Wriegenerstraße bet Look, Bürgergarten. Glockenrein( gentischter Chor) Schönhauser Syrene, Schönhauser Aflec 28 bet Kelle. Arbeiter Gesangs verein Wacht auf II, Woltersdorf bei Ertner, Restaurant Gillmann Wilhelmshöhe".- Arbeiter- Gefa ngverein der Enterbten, Swinemünder traße 49. Hoffnung II, Deutsch- Wilmersdorf, Günzelſtr. 39.-- Zen blüthe, Eisenbahnstr. 20 bei Siegemund. Gesangverein Liberte Wrangelfir. 84 bei Sedanz. Män nerchor Sangeslust II, Basewalterstr. 3 bei A. Neumann. Gesangverein Freiheit 3, gemischter Chor, Bernau Sussitenstraße„ Elysium". Harmonie 2", Weinstr. 11, Restaurant Freie Feldblum e", Admiralstr. 38 bei Tugauer.- Gesangeindt. verein Hilaria, Blumenstr. 46 bei Tomatscheck. lingmülle r'sches Doppelquartett, Neu- Weißensee, Langhausstraße bei Ww. Busch. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs. May kayser, ieden Sonntag Vormittags 10% Uhr im Restaur. Echomann, Heimstr. 16. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ( ale Buſchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find zu richten an P. Gent, Adalbertstraße 95.) Sonntag: Vergnügungsverein rautstraße 6 bei Rudolf von 5-6 Uhr. Helgoland II", Langeftr. 65 bei Tempel. Vergnügungsflub Ostend, Bergnügungsverein Seerofe, Krautstraße 6 bei Rudolf. Vergnügungsverein Glüdstern 2, Fennstr. 2, bei Wiesner.- Montag: Pfeifentub Felsen fest, Andreassiraße 26 bei Wilke. Bergnügungsverein Felsenfest, Rirborf, Hermannstraße 21 bet Sornburg. Kartentlub u stige Brüder, Strautiraße 48 bet Rattte. Spezialitätenverein Normannia, Frantfurferfir. 133 bet Golds.- Mundharmonikaverein Vorwärts, Bellealliancestr. 74 bei Kizing. Privat Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Montag: Turnverein Fichte"( Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes). Die IV. MännerAbtheilung turnt jeden Montag und Donnerstag von 8-10 Uhr in ber Gemeindeschul Turnhalle Stephanfir. 3( Moabit). Privat- Theatergesellschaft Satur" Abends 349 Uhr, Sigung bei Specht, Martgrafenſtr. 83. Theatergesellschaft Immer 2uftig jeden Sonntag Abends 5 Uhr, bei Ruhl Andree, Chorine. str. 58: Sizung mit Damen. Bauchklub Brüderlichteit" jeden Montag 9-11 Uhr bei Pauts, Schlesischestraße 88.- Gesangverein& inigteit Montag, Abends 9 Uhr, Sigung bei Ebert in Langwiß, Berlinerstraße. Theater- und Bergnügungsverein Waldemar. Jeden Conntag Staligerstr. 54 bei Hente. Anfang 6½ Uhr. Soll es im Pommerschen etwa oder auf der Lünes burger Haide errichtet werden? Das ist noch die Frage. Oder soll vielleicht der Trupp der Internirten von einem deutschen Gau zum andern geschleift und also dem ges sammten Volke die abschreckenden Unholde gezeigt werden, wie die alten Griechen ihre helotischen Sklaven zur Abschreckung vorführten? Und wenn die Horde sich vermehrt, wenn die Käfige zu eng und zu klein werden? Was dann? Wird da Herrn v. Stumm, dem nie Verlegenen, dem rothbäckigen, unbedächtigen Streiter, dem gesunden Rückwärts. mann nicht bange? rollen er Den Es muß etwas Stolzes sein um solch' erhebendes Gefühl und so ist vielleicht das Herrgöttli Bewußtsein des Königs Stumm in seiner Tiefe zu erfassen. Wie blißt das Der arme, geplagte Herr v. Köller! Wie ist er doch Auge des Tapferen so feurig, wie recken sich seine Muskeln, bemitleidenswerth! Für ihn gilt Nieberding's Zwei- Welten- wenn er ein prasselndes Donnerwetter über finstere Wider Theorie in vollstem Maße. Wie anders war's ihm, als sacher niederfahren läßt. Er ist von keines Gedankens er noch zu Straßburg bescheidentlich mit Diktatur Bläffe augetränkelt; er brauchte nicht in die Abgründe der Baragraphen seines Amites walten durfte. Jezt aber Menschheit zu schauen, ihn erfaßten keine Schauer vor der seufzt er, oh ich Atlas, ich armer Atlas, dem es auf- Unterwelt, wie seinen Mitkämpfer, den Herrn v. Köller, vor dem erlegt ist, ift, fich gegen eine Welt von Ungebühr das ganze Weh des Reiches sich aufthürmt; und der Schauer und frevlerischem Troß zu stemmen. Wenn der lähmt die Energie. Er ringt auch nicht verzweifelt die Hände, friedliche Bürger aus dem Volke der Guten sich wie Bennigsen, dessen Kassandra- Rufe man heute überhört. Gewaltigere Kriegsmänner gab es, als Herr v. Stumm friedlich sein Pfeifchen stopft und am Abend, ehe Ein wehklagender, greiser Prophet steht Herr v. Bennigsen ist, und sie verfielen dem Fluch der Lächerlichkeit. Der er ruhigen Gewissens zu Bette geht, noch an erbaulicher da, er weiß nicht aus, noch ein. Was von seiner maß Miles gloriosus", der Bramarbas, der Soldatenheld, der Lektüre sich ergößt, bis dem braven Mann die Aeuglein vollen Freiheitsliebe, von seinem Respekt vor Forschung und ewig mit der Plempe fuchtelt, war bereits in der alten zufallen, muß Herr v. Köller über Nachtgedanken brüten, geistiger Arbeits übrig blieb, ist verraucht und verglommen. Komödie eine stehende, typische Figur. Fürchterlich pflegte die der bösartigen Welt entquollen sind. Auch er würde Noch ist's nicht so lange her, da vertröstete er sich und die er mit den Augen zu und wenn lieber andächtig die Hände falten und das tröstliche Seinen mit der Weissagung: Der Der Sozialismus hat Mund aufthat, 10 dröhnten seine Worte und Höhepunkt erreicht. Ge man Die sozialistischen Sprüchlein lallen:" Müde bin ich, geh' zur Rub', schließe seinen meinte, er eine wolle Welt verschlingen. meine Augen zu." Doch für ihn ist des Dienstes Uhr wässer beginnen sich zu verlaufen. Da der Aber in Wahrheit hatte er niemals auch nur ein arms es daß mit gleichmäßig gestellt. Wovon den unschuldvollen Schaaren Prophet sah, seiner Bertröstung seliges Schneiderlein verschlungen. Vor ernsthaft entder Rechten kaum eine Ahnung ausdämmert, das wiederum nichts wurde, da verzagte er in der Angst seiner schlossenen Leuten blieb er immer ein komisches Monstrum. muß er in seinem Kämmerlein bei flackerndem Seele an der Kunst weiser und gelehrter Aerzte und ging zu verschiedenen Zeiten nahm der Miles gloriosus verPetroleumlicht durchlesen und studiren, Blatt um unter die Echäfer, unter die reaktionärsten Schäfer, die schiedene Manieren an. Heutzutage sputt er aufs neue in Blatt. Was in den fernsten Winkeln des Reiches an auf Besprechungsformeln gegen den Sozialismus murmeln. Er unserem Parlament; und nicht allein in den Reden des rührerischen Gedanken zu Papier gebracht worden, was in giebt vollends preis, woran er ein Menschenalter lang feft- Herrn v. Stumm. Er hat auch ein modernes Gewand ans irgend einer Versammlung einer schwarzen Seele umbedacht zuhalten vorgab, Werth und Würde des Wissens und der gelegt. Er giebt sich halb weltmännisch, ja burschikos, und wider das dreimal geheiligte Eigenthum entschlüpft ist, das Bildung; er giebt sich rückständigster Schäferweisheit preis, zur anderen Hälfte in forcirter Schneidigkeit. Vera bin ich muß er ergründen; und manchmal trampft sich sein zart nicht weil er ihr vertraute, sondern weil er der Greisen- bindlich lispelt ein Kavalier, empfindliches Gemüth vor einem Abgrund von Verworfen hafteste einer greisenhaften Gesellschaft ist. dem sich leben läßt. Und unvermittelt darauf, als heit schaudernd zusammen und es überläuft ihn eisigkalt. Da ist der rothbäckige Herr v. Stumm, den weder hätte er's Schauspielern abgeguckt, die auf grelle Dann aber seufzt er schwer auf und wie ein moderner Skrupel noch Zweifel plagen, ein anderer Mann. An Kontrastwirkungen hin spielen, hebt er seine Stimme zu Hamlet, dem es auferlegt worden, die Welt, die seinem Herrgöttli- Bewußtsein wurde er niemals noch irre. schmetterndem Klang und rasselt mit dem Schwert:„ Wehe aus den Fugen, einzurenten, hält er lange Mono- Er sondert die Welt kurz entschlossen in Himmel und Hölle. euch, wenn ihr mit mir nicht in Verbindlichkeit leben Loge. Wer ertrüge das wüthige Geschrei nichtsnußiger Seine Draufgängernatur fragt nicht nach Gründen und wollt." Man räuspert sich, man deklamirt, man wirft sich Rebellen, wer den Hohn argliftiger Revolutionäre? sucht nach keinem Warum. Ihm in seiner Selbherrlichkeit, in die Brust und schlägt schneidig die Haken zusammen: So taucht es in seiner empörten Seele auf. Wer duldete die sich auch nicht von ferne zu ironifiren wagt, erscheint Unsere Gesellschaft, unsere Ordnung ist wohlbewehrt, eine die Fluth von Dualen, all' den trübseligen Schmuß, den das Redeturnier um die Umsturzvorlage" wie ein Kampf streng bewachte Festung." Wenn das ist, wozu die Deklamation? giftigen Qualm, der selbst von den Kathedern her durch der Seligen gegen die Unfeligen. Er und die Seinigen sind Seltsam! An das triviale Sprichwort vom goldbeladenen falsche Propheten, irrgläubige Professoren das ursprünglich zur Seligkeit vorbestimmt. Die übrigen find verdammte Backesel, der über Festungswälle tlomm, glaubt männiglich reine deutsche Volksgewissen bedrängt? Wer schlüge sich Empörer. Frei nach der Götterlehre seien sie wie böse im gesammten Spießbürgergeschlecht. Und es war nur ein im Vollbewußtsein seiner Herrenwürde als Adelsmensch Dämonen, die mit den Lichtgestalten um die Macht ringen, Esel, wenn er auch mit Gold beladen war. mit einem Auer herum, wenn er sein freches Trugliedel nach dem Abgrund verstoßen. Herr v. Stumm braucht sich nicht auflebender Wahrheit, daß Männern moderner, freier Erpfeift, mit einem Singer, oder mit Liebknecht, dem argen lange zu befinnen. Er hat für die Empörer schon das höllische kenntniß ein Gleiches gelingen könne: das zu beFrevler der Majestät? Wüßt' daß ihm Quartier bereit. Wie möchte er die Teufelsgesellen zwicken greifen, fällt demselben Geschlecht so unbändig schwer. Dic die Aufgabe ward, als Cherub mit dem Flammen- und kneifen. Ein riesengroßes Internat möchte er errichten, Offiziere des leicht beschwingten Geistes werden dann unschwert auszuharren und Wache zu halten für die einen höllischen Käfig gleichsam. Da sollten ihm die nichts gerufen vorangehen und sich gewiß nicht in Mauselöcher geweihten Institutionen, für Thron und Altar, Religion würdigen Bolksverführer, die berufmäßigen Hezer und verkriechen. und Eigenthum, ihr Recht und ihr Gesez wider vandalische Agitatoren Blut schwitzen. Stürmer! Welche Wollust für die Phantasie, sich solches Internat auszumalen. er, mit Daß jung Alpha. Mit etwa für 2 Pfennige Brennmaterial während 24 Stunden, also Tag und Nacht eine warme Küche, läßt sich nur erreichen durch den Spar- Heizapparat„ Rapid" D. R.- Patent Nr. 77 319. Da bei Anwendung von etwas mehr Brennmaterial mit dem ,, Rapid" in einer Minute die grösste Hitze, die mit einem Ofen irgend welcher Konstruktion erreicht werden kann, erzielt wird, so ist man selbst bei besonders strenger Kälte ftets im Stande, eine Küche mit angrenzender Stube im Nu beliebig zu erwärmen. 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Dieses Mittel hat sich als wirkungslos herausgestellt, da es sich auf die Dauer als für die Taschen der edlen Spender zu kostspielig erwies, und so hat man denn zu einem neuen Kampfesmittel gegriffen, das zunächst von der Aktiengesellschaft Böhmisches Brauhaus zur Anwendung gebracht wird und darin besteht, den Kunden des Münchener Brauhauses die Tonne Lagerbier mit einem Inhalt von 150-160 Litern, also weit über das übliche Maass hinausgehend, zum Preise von 20 Mark exkl. Spundgeld zu offeriren. Wir zweifeln von vornherein nicht daran, daß diese unsere Mittheilung dementirt werden wird und erklären deshalb heute schon, daß wir jedem Interessenten den Beweis der Richtigkeit derselben zu erbringen in der Lage sind. Der vorerwähnte Preis ist gleichbedeutend mit einem Preise von 15, Mark für die gewöhnliche Tonne. Natürlich sollen zu diesem Preise nur die bisherigen Kunden des Münchener Brauhauses bedient werden, während die übrige Kundschaft der betreffenden Brauerei den üblichen Preis von 20 Mark für die übliche Tonne weiter bezahlt. Es ist unzweifelhaft, dass die A.-G. Böhmisches Brauhaus" lediglich beabsichtigt, unsere Kunden an sich zu reissen und nur so lange, als bis ihr dies gelungen sein sollte, diesen Ausnahmepreis aufrecht erhalten wird. Der Vorwärts" schreibt in seiner Nummer 174 vom 29. Juli 1894 Hauptblatt: Die Herren Bierringler geben sich der Hoffnung hin, wenn sie nach einiger Zeit mit den Arbeitern Frieden schließen, würde Alles sofort in den Zustand vor dem Boykott zurückkehren und würden insbesondere die alten Kunden sich sofort wieder einstellen, um der lange entbehrten Gnade und Wohlthat des Ringbieres ungesäumt theilhaftig zu werden. Das ist eine sehr falsche Auffassung der Dinge! Nun, die Herren Bierringler dürfen überzeugt sein, in jedem Falle werden ihre Hoffnungen unerfüllt bleiben, die Arbeiter haben ein gutes Gedächtniss! Sie vergessen nicht die Streiche, die ihnen die Feinde gespielt, nicht die Dienste, die ihnen die Freunde geleistet haben. Wenn die Herren Bierringler glauben, diejenigen Brauereien, die in diesem Boykott zu uns stehen, nach einem etwaigen Friedensschluß durch erdrückende Konkurrenz niederwerfen und ihnen die während des Boykotts erworbene Kundschaft rasch wieder abjagen zu können, so haben sie ohne die Berliner Arbeiter gerechnet." Wir hegen die Ueberzeugung, daß die Arbeiterschaft Berlins und Umgegend der in diesem Artikel ausgedrückten Auffassung des Vorwärts" Rechnung tragen wird! Das Münchener Brauhaus hat sämmtliche Arbeiterforderungen zuerst erfüllt, sich auch stets von den Bestrebungen des Bierringes ferngehalten, und glauben wir deshalb, berechtigt zu sein, an die Arbeiterschaft Berlins und Umgegend die Bitte richten zu dürfen, ferner Konsumenten unseres Bieres zu bleiben. Münchener Brauhaus Act.- Ges. Winterpaletots RockElegante Warletts Wegen Geschäftsverlegung Jaquet- Anzige und Mäntel. mein zu außergewöhnlich billigen Preisen. verkaufe Herren- und Knaben- Garderoben- Anfertigung nach Maaß elegant und fauber. J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstrasse 18, Ecke der Stettinerstraße. Ich habe keine Filialen und stehe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Bitte daher genau auf Firma zu achten. Zahn- Klinik. Preise event. Theilzahl. Frau Olga Jacobson, Invalidenstr. 145. 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Ausschank des Münchener Brauhauses und ff. Weissbier. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Große öffentliche Versammlung am Mittwoch, den 16. Januar, ab. 8½ Uhr, im Lokale der Krminhallen", Kommandantenstraße 20. " Tages Ordnung: 1. Tie Erörterung der Trusts und Kartelle auf dem Frankfurter Parteitag. Referent J. Timm. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 276/13 Das Thema wird ausführlich behandelt, die Diskussion eventuel in einer nächsten Versammlung fortgefeßt. Mitglieder, die ihr Wahlvereinsbuch vorzeigen, erhalten eine Broschüre. Ferner werden die Mitglieder auf§ 5 Absah b. des Statuts aufmerksam gemacht. Frauen haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Die Zahlstellen befinden sich bei folgenden Genossen: Wendt, Claudiusstr. 19. Tripke, Jägerstr. 10. Sommer, Grünstr. 21. Gärtner, Molfenstr. 12. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Am Sonntag, den 13. Jannar, im Lokal des Genoffen Zubeil, Lindenstraße Nr. 106: Abend Unterhaltung. Um 7 Uhr: Vortrag des Genossen Antrik über:„ Der Schutz der Ehe durch den§ 131 der Umsturzvorlage". 270/15 Der Vorkand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 15. Januar, abends 8 1hr, in Fiebig's Salon, Große Frankfurterstraße 28: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, Bericht der Revisoren, Wahl eines Viertelführers und einzelner Bezirksführer. 2. Vortrag des Genossen A. Bebel. 3. Diskussion. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule. 28019 Sonntag, den 13. Januar, abends 7 Uhr, in den ,, OranienHallen", Oranienstr. 51( am Morigplay): Versammlung. Vortrag des Genossen Dr. G. Heymann über: ,, Der Kampf ums Recht". Diskussion. Entrée 10 Pf. Damen und Herren als Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Nach der Versammlung: 2140b Geselliges Beisammensein mit Tanz, arrangirt von den Schülern. Grosse öffentliche Versammlung Verband der in Holzbearbeitungs- Cozialdemokratischer Agitationsklub für den Osten Berlins. besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen im Lokale des Herrn Albrecht, Memelerstraße Nr. 67: Fabriken und auf Holzplätzen Deutschlands. Berlin, Filiale ll, N. Mittwoch, 16. d. M., abends 812 Uhr: Versammlung bei Rehlitz, Bergstraße Nr. 12. Tagesordnung: 1. Bericht des Delegirten der letzten Generalversammlung. 2. Gewerkschaftliches. 3. Abrechnung vom 4. Quartal. 4. Verschiedenes und Fragekaftet. Der wichtigen Tagesordnung halber werden die Kollegen ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. 145/1 Der Vorstand. Gleichzeitig wird bekannt gegeben, daß unser Maskenball Sonnabend, den 19. Januar, Swinemünderstr. 35 bei Hübner stattfindet. Beerdigungsverein Berlin. Bimmerlente. neuen Jahre findet heute, Sonntag, den Die erste Generalversammlung im 13. d. M., im Vereinslokal, Grenadierstraße 33, statt. Das Mitgliedsbuch legitimirt.[ 21446] Der Vorstand. Achtung, Maler! Sonntag, den 13. Januar, abends 6½ Uhr, Große öffentliche Versammlung für Frauen u. Männer. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Hoffmann über:" Gesetz und Recht". 2. Dis tuffion. Entree 10 Pf. 21236 Nach der Versammlung: Gemüthlides Beisammensein und Tanz. Arbeiter- Bildungsschule am Versammlung Sonntag, den 13. Januar, abends 7 1hr, im Kolberger Salon, Kolbergerstraße Nr. 23: Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Heinrich Baumann, Chemiter, über: Volfsernährung". 2. Diskussion. Nachher: Geselliges Beisammensein mit Tanz, arrangirt von den Schülern. Gäste, Damen und Herren, können von den Schülern resp. Mite gliedern eingeführt werden. Zur Deckung der Unkosten 10 Pfennig Entree. Aufnahme von Mitgliedern. Der Obmann der Nordschule. Ethische Gesellschaft. 56/7 Sonntag, den 13. Jannar, Abends 6½½ Uhr, im Lokale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Versammlung. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über:„ Das Heilserum". Nachdem geselliges Beisammensein und Tanz. ( Spezialisten.) 180/19 und Herren, haben Zutritt. Achtung! Bei der letzten Zusammenkunft der Spezialisten befchloffen felbige, fich als Zahlstelle der Filiale Berlin I der Vereinigung der Maler und Berufsgenossen Rosenthalerstraße 57. Kassenstunden: anzuschließen. Raffenlofal bei Wernan, Sonntags vormittags von 10-12 Uhr. Um zahlreichen Beitritt zur Organi sation wird hiermit aufgefordert. Der Vorstand der Filiale Berlin I. J. A.: H. Tornow, Posenerstr. 2, II. Achtung! Achtung! Gäste, Damen 114| 15 Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonntag, den 13. Jannar, vormittags 10 Uhr, im Lokal Süd- Ost", Waldemarstraße 75: Große öffentliche Versammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Der Streik bei Görs& Kallmann. 3. Diskussion. Auf, Kollegen, zeigt Euer Interelle an der Sache! 198/19 Steinarbeiter! Verband d. Möbelpolirer Berlins n. Umg. Die Besichtigung und Vorstellung in ber ,, Urania" findet Sonntag, den 3. Februar, mittags 1 Uhr, statt. Die Kollegen, welche daran theilnehmen wollen, können die Billets beim Vertrauensmann J. Buchmann, Willibald Alexisstr. 39, in Empfang nehmen. 227 13 der Schneider u. Schneiderinnen in d. Herren- Orts- Ernukenkaffe und Knaben- Konfektionsbranche am Montag, den 14. Januar cr., abends punkt 9 Uhr, im Lokale des Herra Gründel, Brunnenstraße 188. Tages Ordnung: der Maler. Am Mittwoch, den 16. Januar, abends 8 Uhr, in Schmiedel's Fest1. Berichterstattung über den ausgearbeiteten Lohntarif. 2. Bericht über fälen, Alte Jakobstraße 32: die Konferenz und wie stellen wir uns zu dem Konfektionshaus Solidarität". 3. Freie Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet Die Lohukommission. 2125b Fachverein der Tapezirer Berlins u. Umg. Dienstag, den 15 Jan., abends 8%, Uhr, bei Freigang, Schützenstraße Nr. 18-19: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: = 1. Vortrag des Rollegen Biester über: Die englische Arbeiterbewegung". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste willkommen. 232/8 Der Vorstand. Zentral- Verband deutscher Braner. Generalversammlung der Delegirten. Tagesordnung: Wahl der Revisoren. Wahl Betätigung der Bureaubeamten. Wa der Krankenbesucher. Verschiedenes. Der Vorstand. 2136b Montag, den 14. Jan., abends 8 Uhr, bei Wilke, Hochstr. 32: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen C. Knoth über:„ Die Weber". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. In Friedrichsberg: Friedrich Karlstraße 34. 201/5 Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen R. Weber über: Welche Vortheile bietet uns die Organisation?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Verein zur Wahrung der Juteressen der Binkgießer und Stürzer Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 17. Jannar, abends 8½ gr, im Vereinshaus, Süd- Ost, Waldemarstr. 75: Grosse öffentliche Versammlung mit Damen, Tages Ordnung: B 1. Vortrag des Herrn Rh. Gerling über das Wesen des Hypnotismus H. Wentker, Vorsitzender. mit Experimenteit. 2. Verschiedenes. Sozialdemokrat. Arbeiterverin Achtung! für Köpenid u. Umg. Dienstag, den 15 Januar 1895, abends punkt 71/2 Uhr: HF Anferordentliche Schuhmacher! General- Versammlung 296/4 Achtung! der Freien Vereinigung sämmtlicher in der Schuhindustrie General- Versammlung beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins 52/6 im Lokal Tages Ordnung: 1. Rassenbericht. Sonntag, den 13. Januar er., nachm. 2 Uhr, im Lokale des Hrn. Schulz, Schönerlinderstraße. des Herrn Zubeil, Lindenstr. 106: 3. am Montag, 14. Januar, abends 8 Andreasstr. 26. Zages Ordnung: Uhr, bei Wilke, 2. Wahl eines ersten Vorsitzenden. tages. 2. Disfusion. 8. Abrechnung vom dritten und vierten Quartal. 1. Vortrag des Genossen Näther über: Die Bedeutung des Achtstunden. 4. Ergänzungswahl des Vorstandes. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht General- Derlammlung. 8. Verschiedenes und Fragekaften. Tages Ordnung: 1. Bericht über die legte Sigung des Verbandsvorstandes. 2. Anträge aum Delegirtentag. 3. Abrechnung von Oktober 1893 bis Oktober 1894. 4. Neuwahl des Gesammtvorstandes. 5. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. 2157b Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Bezirks- Versammlungen: bei Kurfürstenstr. 31. West und Süd- West: Sonntag, den 1. Bauer, vormittags 9 Uhr, Süd- Ost: Montag, den 14. Januar, abends 81 Uhr, bei Hoffmann, Friedrichsberg und Rummelsburg: Montag, den 14. Januar, abends Oranienstraße 180. 81/2 Uhr, bei Schröder, Rantund Türrschmittstraßen- Ecke. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vorschläge zu Werkstattkontrolleuren 2c. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Neue Mitglieder werden 143| 18 ewe wat geber for ben aufgenommen. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Ortsverwaltung. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. General- Versammlung am Mittwoch, den 16. Januar, abends 5 Uhr, im Lokal des Herrn Breuer, Große Frankfurterstr. 74. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorsitzenden, des Kassirers und der Rechtschutz- Kommiffion. 2. Neuwahl des Gesammtvorstandes. 3. Verschiedenes. 342/17 Wir ersuchen die Kollegen und Berufsgenossen zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. I Der Vorstand. BF Achtung! Den Vereinen und Genossen zur Nachricht, daß ich in der Alten Jakobstraße 91( an der Seydelstraße) eine Lithographische Anstalt und Steindruckerei errichtet habe. 1279L* Der Vorstand. 224/1 Gewerkschaften Charlottenburgs. Dienstag, den 15. d. M., ab. 8 Uhr, in Bismarckshöhe, Anfertigung von: Quittungsmarken, der Festzeitungen, Statuten, Programme, Billets, Adress- und Visitenkarten, authogr. Schriftütücke und Zeichnungen Der Schreibmaschine ze, in fauberer Ausführung zu foliden Bretſen. jeder Art, sowie Vervielfältigungen von Steindrucker. Wilmersdorferstr. 39: Oeffentl. Versammlung Delegirten sämmtlicher Gewerkschaften Charlottenburgs. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Es ist Pflicht eines jeden Delegirten zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Einberufer. Britz. 21635 Heinrich Friedewald, Sonntag, den 13. d. M., nahm. 22 Uhr, bei Dorn, Bürgerr. 4: Soeben erschienen: Der 2141b praktische Hypnotiseur. Deffentliche Volks- Versammlung. Zages Ordnung: Berjamo bei zu verlane". Bericht des Bertrauens1. Vortrag über: Umsturzvorlage". Referent wird in Versammlung befannt gemacht. 2. Diskussion. 3. 258/9 Lehrbuch und pratt. Anleitung zum mannes und der Revisoren. 4. Neuwahl des Vertrauensmannes. 5. Neuwahl Hypnotifiren für jedermann aus dem der Lokalfommission. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Vertrauensmanu. Rolfe von Reinh. Gerling. Preis 1 we. Zu haben in allen Buchhandlungen. Steglit! Friedenan! Masken=-1. Theater- Garderobe| Montag, d. 14. Januar: abends& Uhr, im Kurhaus zu Friedenar: Oeffentliche Volks- Versammlung. von Otto Runge, jetzt Gr. Frankfurterstr. 75, empfiehlt eine Auswahl von 2000 Kostümen. Zages = Ordnung: Auswahl von 18 Karneval- Aufzügen. 1. Die Umsturzvorlage. Referent: Reichstags- Abgeordneter Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Ergänzungswahl der Friedenauer Lokalfommission. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Der Vertrauensmanu. Lebende Bilder. Vereinen 15 Prozent Preisermäßigung. 2025b Kanarienroller, feinster Sänger, verkauft billig Schut 13, Wörtherstr. 19 258/8 Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthitraße 2.