Nr.402 39.Jahrgang Ausgabe A r. 197 Bezugspreis: Für den Monat August 90,- M., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Wiemelgebiet, sowie Desterreich und Suremburg 138,- M., filr das übrige Ausland 172,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien. Dänemark, England, Efthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, TschechoGlowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 25,- M. Reklamezeile 125,-. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 6, M. Stellengesuche und Schlaf stellenanzeigen das erste Wort 4,- M., jedes weitere Wort 3,- M. 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Vor diesem offenen Eingeständnis ist es bisher immer zurückgeschreckt. Es ist kaum anzunehmen, daß die Ententeregierungen| Wir nehmen an, daß, ehe die Reichsregierung diesen Bor- und mit wüstem Lärm alle Argumente der Bernunft und der wirklich gehofft haben, die bloße Entsendung zweier hervorschlag unterbreitete, sie von den maßgebenden Fattoren der ragender Vertreter der Reparationstommission nach Berlin deutschen Industrie bindende Zusicherungen sich verschafft hat. würde genügen, um einen Ausweg aus der Sadgaffe im Die mit der sagenhaften Kreditaktion der Industrie in diesem Handumdrehen entdecken zu lassen, in die sie selbst infolge des Frühjahr gemachten Erfahrungen ermahnen sie und uns zur Scheiterns der Londoner Konferenz geraten find. Mag auch Vorsicht. Für die Industrie erwächst natürlich damit eine die französische Presse sich noch so sehr bemühen, die Dinge ungeheure Verantwortung gegenüber dem ganzen so einfach hinzustellen, als hätte die deutsche Regierung nur deutschen Volk. Es ist allerdings auch an der Zeit, daß sie etwas guten Willen aufzubringen, um eine rasche und für an der Reparationspolitik des Reiches ein Interesse befunde, beide Teile annehmbare Lösung der Reparations- und Mo- das sich nicht allein, wie allzusehr bisher, in unfruchtbarer Die Vertreter der Reparationskommission sind gestern wieder ratoriumsfrage zu ermöglichen. Daß die Dinge aber feines Kritik und abfälligen Ausdrücken fundgibt, und es im nach Paris abgereist. Ihr Berliner Aufenthalt verfolgte den Zwed, wegs so liegen, geht am besten aus der bloßen Tatsache her- übrigen der Arbeiterschaft überläßt, den größten Teil die wirtschaftliche Lage Deutschlands im Hinblick auf die bevorvor, daß die verantwortlichen Staatsmänner der Entente der materiellen und moralischen Last der Wiedergutmachungen stehende Entscheidung über das Moratoriumsgesuch zu prüfen. Damächte selbst unter sich über die Bedingungen nicht einig zu tragen. neven wurden Verhandlungen gepflogen darüber, welche Garan werden fonnten, die Deutschland für die Gewährung des Der Anteil an Laft und Verantwortung, den die Ar tien Deutschland für ein Moratorium geben fann. Im Verlaufe Zahlungsaufschubs zu stellen wären. Wahrscheinlich beiterschaft ihrerseits übernimmt, ist übrigens nach wie der Beratungen machte die deutsche Regierung eine Reihe von Anhoffen im stillen die meisten Ententediplomaten, ein vor groß genug und erhellt am deutlichsten im Lichte der Tat- regungen, die aber von den Franzosen abgelehnt wurden, weil fie schließlich derjenigen Franzosen, die eine Verständigung auf- fache, daß die Reichsregierung ihren neuen Vorschlag nur des an die Forderung Poincarés nach produttiven Pfändern richtig erstreben, daß Deutschland wetigehende Ronzessionen an halb wagen tonnte, weil es gerade in diesen Tagen gelungen gebunden waren und dementsprechend auf kontrollrechte über die die Poincaréschen Forderungen oder gleichwertige Gegen war, die feit langem angestrebten Ueberschichten im staatlichen Bergwerfe und Forsten des linken porschläge machen würde. Die Aussichten, daß dies ge- Ruhrbergbau wieder einzuführen. Es ist also ein Rheinafers bestanden. Der deutschen Regierung aber ist eine schehen würde, waren von vornherein sehr schwach und sie doppeltes Opfer von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, durch erneute Preisgabe von deutschem Eigentum unter den gegenwärtigen wurden noch durch die neue Rede von Bar- le- Duc verringert, das die Regierung in den Stand gesetzt wurde, einen mehr innen- und außenpolitischen Verhältnissen unannehmbar. Sie machte in der die Londoner Forderungen Poincarés nach produt als vollwertigen Ersatz für die Poincaréschen Pfänderforde- u. a. den Gegenvorschlag einer Sicherstellung von tiven Pfändern" mit hartnäckigre Brutalität wiederholt wur- rungen anzubieten. Devisen, der bekanntlich abgelehnt worden ist. den. Indessen gehört Poincaré offenbar nicht zu den Fran zosen, die eine Verständigung wünschen, vielmehr weiß heute der größte Teil der Welt, daß er entweder die Treibkraft oder zumindest das Werkzeug derer ist, die nur auf die fontinentalpolitische Hegemonie Frankreichs hinzielen und in der Reparationsfrage lediglich einen Vorwand erblicken, langgehegte imperialistische Pläne am Rhein und an der Ruhr zu verwirklichen. Wenn nun trotzdem die Verhandlungen schließlich nicht ganz negativ ausgegangen sind, wenn nach Tagen der tiefsten Hoffnungslosigkeit und Verwirrung, die sich die Spetulanten Deutschlands und der ganzen Welt auf Kosten der zusammenbrechenden Wirtschaftskraft unseres Boltes zu nußen machten, ein Hoffnungsschimmer auf Verständigung graut, fo ist das nicht etwa allein für das deutsche Bolt, sondern für alle beteiligten Länder zu begrüßen. Denn, abgesehen von den französischen Napoleoniden im Gehrock und in Generalsuniform sowie auch der internationalen Hyänen des wirtschaftlich- finanziellen Schlachtfeldes, hat heute kein Mensch ein Interesse daran, daß die Verständigungsmöglichfeiten verrammelt werden, und daß die Mart auf den Stand des Sowjet- Rubels sinkt. Ueber die Aussichten dieses Borschlages heute schon Erst in letzter Stunde, als bereits ein ergebnislofer Abbruch der irgendwelche Mutmaßungen zu äußern, hat wenig 3wed. In- Berhandlungen mit allen feinen unabsehbaren Folgen zu befürchten dessen darf wohl eins hervorgehoben werden: Wenn das Ziel war, gelang es, eine neue Berhandlungsgrundlage zu der Franzosen wirklich die Verständigung auf einer Grund- finden. Nachdem die Bergarbeiter sich zur Leiftung von lage, in der sie sich gegenüber etwaigen Enttäuschungen der Ueberschicht im Ruhrbergbau bereit gefunden haben, konnte in Zukunft gesichert fühlten, wenn die Forderung nach produf Erwägung gezogen werden, durch feste Bertragsabschlüsse tiven Pfändern" wirklich nur der Sorge entsprang, während unter Auferlegung von Vertragsstrafen die von Frankreich und nach der Zeit des Moratoriums leer auszugehen, dann geforderten& ohlenmengen für die Dauer des Moratoriums müßte Frankreich eigentlich als erstes Land den deutschen besser zu gewährleisten, als es die Beschlagnahme irgendwelcher Gegenvorschlag begrüßen, der im Grunde genommen ihm Gruben vermöchte. Diese Anregung wurde der Reparationsmehr Garantien bietet, als die von Poincaré selbst ausgearbei- fommiffion mitgeteilt, ohne daß man noch Zeit hatte, den Vorschlag teten Forderungen. Wenn aber in den nächsten Tagen das in allen Einzelheiten auszuarbeiten. Die ReparationsKonzert der Presse des nationalen Blocks als Präludium zu bommission ihrerseits erklärte fich bereit, die Anregung der offiziellen Antwort der französischen Regierung einfeßt in Paris zu beraten. Der ausgearbeitete Borschlag dürfte ihr Arbeiter, Parteigenossen, Republikaner! Miffen in einer Zeit schwerfter innenpolitischer Kämpfe um den * Geldsendungen sind zu richten an den Raffierer der Sozialdemo Bestand der politischen Einheit des Reiches, dem Anfturm aller fratischen Partei: Landtagsabgeordneten Fr. Bartels, Berlin SW. 68, reaktionären Kräfte gegen die Republik und der bisher in Deutsch- Lindenstr. 3, oder an das Bankkonto des Parteivorstandes: Fr. BarFreilich ist heute, nach der Abreise der zwei Abgesandten lands Geschichte unerhörten pogromiffischen deutschvöllischen Hehe tels, D. Heinrich, W. Pfannkuch, O. Wels, Berlin, Lindenstr. 3, bei der Reparationskommiffion aus Berlin, die Lage keineswegs erleben wir die denkbar härteste außenpolitische Bedrohung und der Diskontogesellschaft Berlin, Depofitentasse, Lindenstr. 3, bzw. rosig. Aber sie wird dadurch gekennzeichnet, daß neue Ver- dadurch den offenbaren Zusammenbruch der deutschen Währung. Poftscheckkonto: Berlin NW. 7, Nr. 7918, Fr. Bartels, F. Ebert, handlungsmöglichkeiten in legter Stunde geschaffen Das fataftrophale Sinken des Martkurses bringt die deutsche Wirt- D. Braun, Berlin SB. 68. wurden durch einen deutschen Gegenvorschlag über schaft in die denkbar schwerste Gefahr und treibt durch die wahndessen Einzelheiten wir an anderer Stelle berichten und über finnige Steigerung der Lebensmittelprelfe die Maffen der arbeitendessen Annehmbarkeit die Herren Bradbury und Mauclère den Bevölkerung zur Verzweiflung. Es scheint fein Zweifel mehr, fich ein Urteil unmöglich an Ort und Stelle bilden fonnten, nur durch außerordentliche Mittel, über die es selbst nicht verfügt, da er sich im Vergleich zu den bisherigen Forderungen und fann Deutschland vor dem Untergange bewahrt werden. Gegenangeboten in ganz neuem Rahmen bewegt. Sie müssen Jeht heißt es vor allem den Kopf oben behalten. Deshalb richten über diesen Vorschlag in Paris mit ihren Kollegen von der wir an alle unfere Freunde die dringende Mahnung: Gesamtkommiffion Rücksprache halten und wahrscheinlich werden sich eingehende, vielleicht sogar ausgedehnte Erörterungen Wehret jeder Panikstimmung! zwischen den Mitgliedern der Reparationstommission und Seid auf der Hut auch vor allen, die in Berblendung und Geihren jeweiligen Regierungen daran fnüpfen. Da der deutsche wiffenlosigkeit gegen auswärtige Bedrückung oder innere Not zur Borschlag angesichts der knappen zur Verfügung stehenden Selbsthilfe und Affionen aufrufen, die in sich zusammenbrechen Zeit bisher nur in seinen Grundrissen in der Form einer müssen und das Elend nur vergrößern können. vorläufigen Anregung übergeben wurde und sofort Die Organisationen der Sozialdemokratischen Partei sind im ausgearbeitet werden wird, sind Rückfragen auch bei der Intereffe der Arbeiterschaft in erster Linie berufen, der Erhaltung Reichsregierung zu erwarten, ehe drüben die endgültige Ent- und dem Aufbau der Republik und ihrer Wirtschaft zu dienen. Sie scheidung fällt. find jetzt vor Aufgaben gestellt, wie sie sie gleich groß wohl kaum jemals zu erfüllen hatten. Arbeiterklasse und Preistaumel. Am Freitag nachmittag fand im Berliner Gewerkschaftshaus eine Besprechung der Vorstände des ADGB., der Unabhängigen Sozialdemokratie und der Sozialdemokratischen Partei statt. An den Besprechungen, die sich mit der wirtschaftlichen und politischen Gesamtlage beschäftigen, nahmen auch die Genoffen Fimmen vom Internationalen Gewerkfchaftsbund Amsterdam und Tom Shaw von der 2. Infernationale teil. Die Gewerkschaften haben nicht Forderungen im Sinne eines Programms aufgestellt, sondern die aufgestellten Richtlinien sollen eine Anweisung für die weitere Behandlung der dringlichsten Fragen geben. Die Vorschläge der Gewerkschaften zur Bekämpfung der Teuerung werden heute, Sonnabend, das Reichskabinett beschäftigen. Am Freitag abend freten die beteiligten Reffortminiffer zu einer vorbereitenden Besprechung zusammen. Der deutsche Vorschlag knüpft sowohl an das Boincarésche Verlangen nach„ produktiven Pfändern" wie auch an seine Das Unglüd, das über Deutschland mit elementarer Wucht herAntlagen über angeblich absichtliche Verfehlungen Deutsch einbricht, darf es nicht in den Zustand des Bürgerkrieges und der Amtlich meldet WEB.: Die steigende wirtschaftliche Not, die lands in den Kohlenlieferungen an. Poincaré verlangte den Raffenbekämpfung hinabstürzen, soll nicht alles verloren gehen. fich weitester Bevölkerungsschichten bemächtigt hat und sich in den Deshalb gilt es jeht alle Kräfte anzufpannen. Jeder ist nach letzten Tagen durch die ungeheure Entwerfung der Mart noch mehr Ertrag der staatlichen Forsten links des Rheins und der fiskalischen Gruben sowohl im besegten, wie auch im Ruhrgebiet feinem Teil und nach seinem können verpflichtet, dem Verderben zu verschärfen droht, ist Gegenstand ernfießter Sorge der Reichsreals Pfand für die Gewährung des Moratoriums. Deutsch- 3 fleuern. gierung. In einer Besprechung der beteiligten Refforts des Reichs land hat dies von vornherein abgelehnt und lehnt es heute tungen auf, die sie bei der jetzigen Geldentwertung auch aus den fanzlers stattfand, wurde eine Reihe von Vorschlägen geDie Aufgabe legt der Partei ungeheure finanzielle Berpflich- und Preußens, die Freitag nachmittag unter dem Borfih des Reichsnoch ab. Es bietet aber etwas anderes an, das im gewissen noch ab. Es bietet aber etwas anderes an, das im gewissen sofort zu erhöhenden Einzelbeiträgen nicht zu leisten imftande ist. prüft, die auf die Linderung dieser Notlage abzielen. Es wurden Sinne fogar eine größere Garantie darstellt: nämlich un- Deshalb richtet der Parteivorstand hiermit zum ersten Male die verschiedene Maßnahmen ins Auge gefaßt und die zuständigen mittelbare privatrechtliche Lieferungsver träge in Rohle und Holz, die gegenüber den bis- dringende Aufforderung an alle, deren Vermögenslage es geftattet, Refforts beauftragt, ihre Vorschläge hierzu einem Ministerraf herigen Lieferungen für die Entente den Vorteil hätten, daß die Erfüllung ihrer im Interesse des Volfsganzen liegenden Auf- präsidenten zusammentreten wird. Für Montag werden die Mider Partei durch die umgehende Zuwendung besonderer Geldmittel vorzulegen, der heute vormittag unter dem Vorfih des Reichs. fie auch privatwirtschaftlich flagbare Forde rungen wären. Damit hätten sich die interessierten Kreise der gaben zu ermöglichen. deutschen Wirtschaft selbst als Pfand zur Verfügung gestellt. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands nisterpräsidenten und Jnnenminister der Länder zu einer gemeinsamen Beratung mit der Reichsregierung nach Berlin gebeten werden. !.! den»Schsken Tagen zugehen. Dadurch, daß Zlrbeiker, Ar- »eitgeber und Regierung sich zu einer Art gemein- s a m e r Haftung für die Sachlieferungen zusammengefunden yaben. konnte also der Abbruch der Verhandlungen verhindert und eine Jorlsehung der Beratungen ermöglicht werden. Bon dem weiteren Verlaus der pariser Besprechungen und von dem Entscheid der Reparalionskommission wird es nun abhängen, ob die erhoffte Versländlzong über ein Moratorium erfolgt. * WT2. meldet: Tie offizipien Besprechungen zwischen Sir John �radbury und Herrn M a u c l e r e einerseits, dem Reichs- ? a n z l e r und dem Reichsminister der Finanzen andererseits, die am letzten Montag begonnen hatten, wurden zu Ende geführt, und die Vertreter der Reparationskommifsion find nach Paris abgereist. Obwohl man nicht sagen kann, daß dies« Verhandlungen bis jetzt ein positives Ergebnis gehabt haben, so sind doch verschiedene Anregungen gegeben und geprüft worden: die Vertreter der Reparationskommission glauben jetzt in der Lage zu sein, der Repa- rationskommission über die gegenwärtige Lage Deutschlands Aus- kunft zu geben, was der hauptsächlichste Zweck ihrer Reise nach Berlin war, sowie die Rcparationstommission über die oben er- wähnten Anregungen zu unterrichten. Neparationsfolgen. Brüssel, 2S. August.(WTB.)„Peuple" beschäftigt sich mit den als Reparation gelieferten deutschen Kohlen und meint, derartige Reparationen in Natur müßten sich nach den Bedürfnissen des Landes, das sie erhalte, richten. Es sei etwas Unnatürliches, von einem Land die Lieferung eines Erzeugnisses zu verlangen, wenn man es selbst im U e b e r f l u ß besitze. Seit 18 Monaten würde in den belgischen Sohlengruben gefeiert. Verschiedene Berg- werke hätten schließen müssen, während sie ihre Arbeiten hätten fortsetzen können, wenn man ihnen einen Teil der von den Deutschen geleisteten Kohlenlieferungen übertragen hätte. Das Blatt berechnet, daß belgische Bergleute infolge der durch die deutschen Kohlen- lieferungen angehäuften Vorräte in den letzten 18 Monaten mindestens 1,6 Millionen Arbeitstage verloren hätten, was die Summe von 38 Millionen Franken an Lohnausfall ergebe. Nach Ansicht des Blattes müßte man die Frage von dem Gesichtspunkt aus erwägen: Hat Belgien wirklich Vorteil davon, das gegenwärtige System andauern zu lassen? Wäre es nicht bester, die Lieferungen nach den Bedürfnissen zu regeln, damit sie nicht Slnhäufungen und Feierschichten im Gefolge haben? In Deutsch- land fehle es in dieser Zeil an kohlen. Die Industrie leide darunter und Deutschland habe infolgedessen nicht seine volle Reparations- fähigkeit. Außerdem wolle man jetzt die Gruben« rbeiter im Ruhrgebiet, die schon jetzt unglückliche Ausge- beutete sind und deren Ernährung eine Bedrohung der ganzen Raste darstellt, zwingen, Ueberstunden zu machen, damit die für die Reparation notwendige Kohle gefördert werde. Könne man das dulden? Werden die Regierungen nicht begreifen, daß es verabscheuenswert wäre, die deutschen Gruben- arbeiter mehr als einen Normaltag arbeiten zu lasten, während das Ergebnis dieser Ueberstunden in Belgien Feier- schichten hervorruft? Das Blatt erinnert an den in Frankfurt vom internationalen Kongreß gefaßten Beschluß in dieser Hinsicht und meint, die Reparationskommisston werde sich der von dem Kongreß gewünschten Zusammenkunft nicht widersetzen können, sie werde es nicht ablehnen können, die Stimme derer zu hören, deren Leben und Interesse bedroht find durch ein schlecht begriffenes und schlecht durchgeführtes Reparationssystem. i Befürchtungen in Ungarn. Budapest. Zö. August.(EP.) Die durch den katastrophalen Sturz der Mark geschaffene wirtschaftliche Lage wird in Budapester wirtschaftlichen und politischen Kreisen mit ernster Besorgnis betrachtet. Die Blätter weisen zwar mit einiger Genugtuung auf den Umstand hin, daß sich die ungarische Valuta bereits über die deutsche gehoben habe, im allgemeinen wird jedoch die Befürchtung ausgesprochen, daß ganz Mitteleuropa den Folgen des deutschen Zusammenbruches nicht werde entrinnen können. Kaufleute beklagen sich darüber, daß die deutschen Einfuhrartikel Der sthwarzweißrote Dichter. Von Bruno Manuel. Leibhaftige und sogenannte Dichter, die grundsätzlich keine Romane ohne schnöselige Leutnants und affige Feudalgrafen schwitzen, sind arg aufgeschmissen, seit der Bedarf an diesen Helden gedeckt ist. Zu den kaltgestellten Fabrikanten solcher Dutzendware gehört unser einst darin fruchtbarster Novellist und Romangrossist: F e d o r v. Z o b e l t i tz. Wo er die Fersen wegsetzt, bleibt höchstens Flach- spur. Unsere Literaturhistoriker wußten, weshalb sie in sämtlichen Literaturgeschichten einfach über diese Hürde auf der deutschen Dichterrennbohn weggingen wie nichts. Die Zobeltiitzens(Hans und Fedor) waren ihnen Lust. Wie sich das gehört, schreibt dieser Fedor v. Zobeltitz Tage- b ü ch e r. Sie sind gleichsam Denkzettel für den pp. Hausgebrauch. Diarien: also ins Unreine Geschriebenes. Sie sagen infolge ihrer Ungehemmt- und Ungeseiltheiten mehr über das Ich aus als hundert gedruckte Romane. Tagebücher find deshalb auch nicht ohne weiteres für die Oeffentlichkeit bestimmt. Erst die tantiemewütende Nach- kommenschaft kramt darin rum und zerrt sie vor das Forum. Es ist jetzt modern, Tagebuchblötter sogar schon bei Lebzelten unter die Leute zu bringen. Hermann Bahr beispielsweise macht das wöchentlich in einer Wiener Zeitung. Das mag allenfalls gelten. Schließlich ist Hermann Bahr wer. Zweitens hat er uns was zu sagen. Unser Alphabet hat aber fünfundzwanzig Buchstaben. Zwischen Bahr und Zobeltitz liegen Zs�eltitz. der an der Gartenlaube kleben blieb, macht einen kühnen Satz über Buch- stoben und Bedenken und schickt sein Tagebuch regelmäßig einem Hamburger Blatt. Es wird da zum gefundenen Fressen de« beute- hungrigen Feuilletonredakteurs, der seine werten Leser mit dem herkömmlichen Romangeseich längst schwach gemacht hat. Zobeltitz(der Apfel fällt nicht weit vom Stamm) bückt sich nach � Dingen, die er lieber liegen lassen sollte. Zum Beispiel die Flaggen- frage. Er schreibt sich in seiner Art die Seele frei und meint dann: „In rein ästhetischem Sinne, das habe ich neulich wieder empfunden, ist mir die alte Reich-fahne entschieden lieber. Die Goldfarbe auf der neuen ist immer nur ein leicht schmutzendes Gelb, das im Regen verwaschen wird und in der Sonne ausbleicht." Das ist ungefähr i der dümmste von den vielen Standpunkten zur Flaggenfrage. Das mit dem Verwaschenaussehen der Goldfarben hat aber tiefere Be- deutung. Zobeltitz ist gar nicht so harmlos naiv. Cr braucht die Verwaschenheit zu folgender Pointe:„Freilich ist auch der deutsche Gedanke verwaschen geworden(siehste!) und das nationale Empfin- den wurde blaß wie das Gelb auf der Fahne." Wen Gott zum Dichter macht, der ist verdammt, allegorisch zu reden. Zobeltitzens nationales Empfinden leidet auch an der Dissonanz des Deutsch- l a n d l i e d e s. Well dazwischen alle naselang die verfluchte Mar- seillaise gesungen werden darf. Zobeltitz schießt zum Protest eine Lage abgedroschener Trutzwort« ah, Immerhin hat es ihm doch noch teurer geworden find. Die Industrie befürchtet den ver- lust des deutschen Absatzgebietes. Die Textilindustrie kann ihren bisherigen Verpflichtungen kaum nachkommen, so daß eine schleunige Angliederung des ungarischen Textilmarktes an den deutschen unbedingt geboten erscheint. Die presse zu üen Gewerkschaftsforüerungen. Die Forderungen der Gewerkschaften an die Reichs- regierung, die bekanntlich nicht als ein starres Programm an- zusehen sind, sondern als eine Gesamtheit von Vorschlägen zur Abwendung und Milderung der drohenden Wirtschafts- kotastrophe, erfahren natürlich bei denjenigen Kritikern der Rechtsparteien, die mir das rote Tuch der Zwangswirtschaft sehen, scharfe Ablehnung. Um so erfreulicher ist es, daß selbst ein Blatt wie der deutschnationale„Tag" die Wünsche der Gewerkschaften folgendermaßen würdigt: „In diesen Forderungen der Gewerkschaften ist ohne Zweifel sehr viel enthalten, dessen Durchführung unserer Wirtschaftslage zum Segen gereichen würde, insbesondere wird sich jeder Vernünstige ohne weiters damit einverstanden erklären, daß die Einfuhr von Luxusartikeln verboten wird und daß der unmäßige Aufwand in Gast- und Speifewirtfchaften, insbesondere in den Schlemmer- lokalen, verhindert wird. Es ist schon lange allen ehrlich Arbei- tcnden ein Dorn im Auge, daß ein« kleine Oberschicht von Schiebern und Ausländern sich jeden Luxus ge- statten kann, während diegreoßeMassedeswerktätigen Volkes immer weiter verelendet und nicht weiß, wovon sie den notwendigsten Lebensunterhalt bestreiten soll. Andere Forde- rungen wirtschaftspolitischer Natur, die auf eine Wiedereinsührung der Zwangswirtschaft Hinauelaufen, oerfolgen sicher sehr gute Zwecke. Es ist nur in jedem einzelnen Falle sorgsam zu prüfen, ob sie die geeigneten Mittel vorschlagen." Die„Germania" sieht in der B e s se r u n g der Valuta die hauptsächlich von außen her erfolgen kann, das einzige Heilmittel und rät von einer überstürzten Einführung zwangswirtschaftlicher Maßnahmen ab. „Der Deutsche", das Blatt der christlichen Gewerkschaf- ten, beschäftigt sich in ausführlichen Artikeln mit der Wirt- schaftslage und verlangt u. a. zur Bekämpfung des Luxus- Verbrauches eine diktatorische Zoll- und Steuer- Politik: „Solche Maßnahmen finden, wenn sie in ihrer Volkswirtschaft- lichen Notwendigkeit nur volkstümlich und richtig begründet werden, unter allen Umstäendsn die nötige UnterstützunE. Nichts ist ver- bitternder und sozial verletzender als der prunkende Luxus einer winzig kleinen Schicht gegenüber der furchtbaren Not der Ge- samtheit." Wenn sich sämtliche bürgerlichen Parteien in dieser fach- lichen Weise mit den das ganze Volk angehenden Wünschen der Gewerkschaften befassen würden und nicht nach Vorwänden suchen, um dem lieben Nächsten die Schuld an der allgemeinen Verelendung in die Schuhe schieben zu können, wird der ener- gische Schritt der Gewerkschaften in der Tat bald zu Maßnah- men führen müssen, die die unabwendbare Not wenig- stens mildern können, wenn auch ihre Beseitigung ohne Ententehilfe kmim mehr denkbar ist. Lanüarbeiterstreiks und Nothilfe. Deutschland geht kritischen Tagen entgegen. Die Gereizt- heit der Gemüter wächst von Stunde zu Stunde, und es ist ein Zeichen der Geduld und Reife des Volkes, daß Explosiv- nen noch nicht zu verzeichnen sind. Wir verstehen die Mah- nung, die der Reichskanzler an die Gewerkschaftsführer richtete, doch alles zu tun, um wahnsinnige und sinnlose Streiks, die die Ernähning der Bevölkerung gefährdeten, zu verhindern: die verschiedenen Landarbeiter st reiks hätten bereits großen Schaden angerichtet. Jedes verlorene Getreidekorn müsse im Ausland teuer gekauft werden und das verschlechtere nur die Valuta und die Lebenshaltung des Volkes. imponiert, daß es in der leider Gottes Republik auch unter der frlsch-fröhlichen Parole geht: Von der Maas bis an die Memel usw. Deshalb kann er sich das ehrliche Kompliment nicht verkneifen:„das (zurückeroberte Fallerslcbenlied) sei der Republik auch aus monarchi- stischem Herzen gedankt!" Man hört ihn ordentlich die Hacken zu- sammenschlagen. Zobeltitz, einmal im Zuge, legt in seinem Tagebuch gleich eine neue Walze auf. lleberschrift: Die Kriegsbegeisterung. Cr weint in dieser Tonart los:„Heule ist an die Stelle der Begeisterung bitterster Hohn getreten. Heute gröhlen die Massen„Nie wieder Krieg!", und Herr Ignaz Wrobel singt Schimpflieder auf die Offi- ziere." Ach jottedoch! Schade, daß Herr v. Zobeltitz seine Tagebuchblätter nach Ham- bürg verhökert. Man kriegt so selten was davon zu sehen. Die öeüeutung öes Segelfiug-Nekorües«n See Rhön. Aus Fachkreisen wird geschrieben: Die großartigen Leistungen, d!« von deutschen Fliegern im Scgelflug« soeben in der Rhön er- zielt worden sind, müssen die allergrößte Aufmerksamkeit aller Fach- kreise auf sich lenken. Was man noch bis vor kurzem für pantastisch gehalten hatte, daß nämlich ein stundenlanger Flug im Seqeljlug- zeug und die Rückkehr zur Abfahrtsstelle möglich sei, steht jetzt als Tatsache vor uns. Fabrtcn Im Segelfluge von meht als zwei Stunden, wie sie der Rhön-Segelflugwettbewcrb auszuweisen hat, sind bisher in keinem anderen Lande erzielt worden und stellen einen Rekord dar, der auf diesem Gebiete Deutschland wieder an der Spitze der Nationen marschieren läßt. Das ist ja eben die Zu- Vorsicht, die uns trotz ollen wirtschaftlichen und politischen Elends immer noch aufrechterhalten kann, daß wir Deutfchen über ein so beträchtliches Maß von Energie und Ausdauer verfügen, daß wir an der Hoffnung, uns eines Tages zu neuer Blüte erheben zu können, nicht zu verzweifeln brauchen. Was die praktische Bedeutung des Scgelfluges betrifft, so läßt sich diese im augenblicklichen Entwicklungsstadium kaum ganz über- sehen. Immerhin genügt die Tatsache, daß es möglich ist, unter gewissen Umständen viele Kilometer weit zu fliegen, ohne«inen Motor als Antriebsmittcl verwenden zu müssen, um die groß- artigsten Aussschtenftür die Zukunft zu eröffnen. Gerode der Motor ist für das Flugwesen ein in vieler Beziehung hemmendes Moment. Nicht nur, daß die Anschaffungskosten für einen leistungsfähigen Motor vohezu unerschwinglich find, so wird der Betrieb auch duvth die beständige Steigerung des Brennstosss beständig verteuert. Fällt der Motor fort und mit ihm auch der Ballast des Betriebsstoffes, dann können die Flugzeuge außerdem erheblich leichter gebaut werden, wodurch nicht mir eine beträchtliche Verbilligung, sondern auch größere Ausnutzungsrnöglichkeit geboten wird. Soll das Flug- zeug überhaupt ein populäres Fahrzeug werden, dann ist dies nur auf diesem Wege möglich. Selbstverständlich ist nicht daran zu denken, daß das Segelflug. zeug das Motorflugzeug eines Tages völlig ersetzen werde. Weite Londstrecken werden sich selbst unter günstigsten Wind- und Wetter- Verhältnissen niemals ohne Motor, bewältigen lassen. Ein reget? Kein Zweifel: Jeder Streikbeschluß bedeutet heute hundert- mal mehr als früher, fordert hundertmal mehr Verantwor- tung. Jeder wirtschaftliche Einzelkampf muß heute im Rahmen der Gesamtsituation betrachtet werden. Wie im Welt- krieg, so kommt es auch!n dem großen Weltkampf zwischen Kapital und Arbeit, und besonders in Deutschland, mehr auf die Gesamt strategie und weniger auf den lokalen einzelnen Erfolg an. Auch die Arbeiter können sich in ihrem Kampf leicht mit Einzelerfolgen langsam zu Tode siegen, wenn sie sich von den Militaristen des sozialen Kampfes, den Kom- munisten, führen lassen, statt von ihren erprobten Gewerkschas- ten. Die größere Verantwortung der Arbeiterklasse und die manchem Arbeiter oft nicht bewußten Fern Wirkungen jedes einzelnen Kampfes sind es, die den Genossen Schippe! den Vor- schlag machen lassen, die letzten Entscheidungen über Streiks einer zentraleren G e w e r k s ch a f t s st e l l e zu über- tragen. Weniger einzelberufliche und weniger örtliche Ent- scheidungen! Das gilt besonders für Streiks, die leben s- notwendige Betriebe in Mitleidenschaft ziehen. Kein Zweifel, daß es heute in Deutschland immer eine kritische Sache ist, einen Landarbeiterstreik zu riskieren. Vor allem auch deshalb, weil noch immer nicht die Frage der T e ch n i- schen Nothilfe geklärt ist. Wo beginnt die Bedrohung des Lebens, wo sind die Grenzen des Begriffs„lebensnot- wendig"? Gewarnt durch die jüngsten Erfahrungen werden sicti deshalb die freigewerkschaftlichen Landarbeiterorganisatio- nen an den ADGB. wenden mit dem Ersuchen, so rasch wie möglich die Frage der Technischen Nothilfe zu klären. Seipe! in Verona. Außenminister Schanzer ist den beiden deutschösterreichi- schen Ministern nach Bozen entgegengefahren: die Be- sprechungen werden in Verona fortgesetzt. Bei aller Be- tonung des italienischen Standpunktes, daß die kleine und bettelarme deutsche Donaurepublik„unabhängig" bleiben müsse— ihr Leben hängt mehr denn je von der Entente ob!—, scheint sich doch eine Art italienisches Protektorat vor- zubereiten. Man spricht von einem Zollbündnis, das Deittfch- österreich allerdings wirtschaftlich ans Meer anschließen würde. Für Italien brächte eine engere Verbindung mit Deutschösterreich einmal die Beschirüchtigung der Aengste gewisser Kreise um das einverleibte Deutfch-Südtirol und dann die Wirtschaftsgrenze mit Deutschland. Daran hat Italien ein lebhaftes Interesse, wenn auch bei dem jetzigen Valuta, stand Deutschland als Käufer italienischer Produkte natür- lich nicht in Bettacht kommt. Rom, 25. August.(EP.) Wie-eine halbamtliche Mitteilunz besagt, wird die Unterredung in Verona nur«inen orientie- r enden Charakter hoben, da der Außenminister keinerlei Verpflichtungen eingehen könne, was nur dem Kabinett zu- stehe. Schanzer besitze jedoch die für die Beschlüsse des Ministerrates nötigen Unterlagen. Er habe Pressevertretern gegenüber in A b- rede gestellt, daß es sich um einen Zusammenschluß durch eine Zollunion handele. Die Tragweite der Reise Dr. Seipels nach Italien sei von einem Teil der Presse stark übertrieben worden. Der Erweiterung des Hafens von Trieft durch die Enttvickelung des Verkehrs mit dem Hinterlande schenke die Regierung ihr besonderes Augenmerk. Die Zusammenkunft werde keinen entscheidenden Charakter haben. Der Bestand eines unabhängigen Oesterreichs lieg« im Interesse Italiens, das dessen politischen und Wirtschaft- lichen Zusammenbruch nicht wünschen könne. Mailand, 25. August.(EP.) Dem Berliner Korrespondenten der„Slampa" gegenüber hat der österreichisch« Bundeskanzler durchblicken lassen, daß er nicht an die Möglichkeit einer Zollunion zwischen Oesterreich und Italien glaube, weil die FinanzverhälMIsss Italiens es nicht gestatten, die österreichischen Schulden zu überneh- men, obwohl sie in ausländischer Valuta ziemlich klein sind. Dr. Seipel hoss« von Schanzer in Verona die baldige Auszahlung des Kredites von 10 Millionen Lire zu erlangen, den Italien Oester« reich bewilligt Hab«. Ebenso hoss« er, daß Frankreich Oesterreich ein Darlehen geben wird. mäßiger, pünktlicher Betrieb wird auch in der Zukunft nur mit den Apparaten des bisherigen Typs möglich sein. Aber als Sport- apparat wird dos Segelflugzeug sich bald allgemeiner Beliebtheit erfreuen. Wenn auch die persönliche Befähigung des Flugzeug- fahrers beim Motorflugzeug nicht unterschätzt werden darf, so liegt es doch auf der 5)and, daß bei einem Apparat, der ganz auf den Willen und die Eignung des Führers eingestellt ist wie das Segel- flugzeug, an da» sportlich« Können des Führers noch ganz andere Forderungen gestellt werden müssen. In dieser Beziehung ist nur ein Vergleich mit dem Segelsport gestattet, obgleich dieser bei weitem nicht soviel Schwierigkeiten zu überwinden hat wie das motorlos« Fliegen im Luftmeer. Im Ausland wird man die allergrößten Anstrengungen machen, um hinter den Ergebnissen des Rhön-Wettbewerbes nicht zurück- zubleiben. Wie man sich erinnern wird, spielt die Größe und Stärke der Motoren der Flugzeuge bei den uns durch die Entente auf- erlegten Bedingungen eine nicht unerhebliche Rolle. Es sind uns in dieser Beziehung ganz bestimmte Höchstmaße auferlegt, die wir nicht überschreiten dürfen. Selbstverständlich ist einstweilen an einen Er- satz des Motorflugzeuges durch das Segelslugzeug nicht zu denken. Aber auch hier zeigt sich immerhin schon, daß die Entwicklung der Technik über die Diktate unserer Feinde einfach hinwegschreiten wird. Reue Fehlurleile der Filinoberprüfstelle. Die sehr überflüssige und aufreizende Propaganda, die mit der Person Hindenburgs in einem Film von d-r Stadt Kolberg geschrieben wird, halte der Film- prüfstelle Berlin Anlaß zu einem Verbot gegeben, weil darin mit Recht eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung erblickt wurde. Die Filmoberprüfstelle hat unter Vorsitz ihres Leiters Bulck« das Verbot aufgehoben und den Film auch für die Jugendlichen zugelassen. Der Vertreter der Deutschen Lichtbildgesellschaft wandte sich, wie de? „Lokal-Anzciger" triumphierend bemerkt, scharf dagegen,„daß Hindenburg, der stets für die Einigkeit aller Deutschen und für die Einheit des Reiches in öffentlichen Kuntigebungcn eingetteten ist, hier zum Gegenstand eines Verbotes gemacht werde, bloß weil er im Film erscheine." Man weiß jetzt hoffzntlick' im republikanischen Deutschland zur Genüge, wozu Hindenburg mißbraucht wird oder sich mißbrauchen läßt, und wundert sich nur darüber, daß die Filmoberprüfstelle un- belehrbar weltfremd bleibt und bei ihrer Besetzung voraussichtlich bleiben wird. Don der gleichen Filmoberprüsstell« wurde auch der Antrag der thüringischen Etantsregierung zurückgewiesen, der erneut ein Ver- bot des zweiten Teiles des Fridericus-Rex-Films ver- langte. Die Oberprülstelle beharrte be! ihrer früheren Ansicht, daß hier eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Ordnung nicht zu befürchten fei. Sicherlich ist z. B. nicht nachweisbar, daß der Rathenau-Merd unter dem Edefluß dieses Films geschehen ist. Aber daß dieser Film die Monarchisten aufpeitscht und die Gegenwirkung der Republikaner hervorruft, hat die Erfahrung in Berlin und ande/swo gezeigt Die Regierungen, die wiederholt das Verbot ver- langten, durften sich auf Grund ihrer Beziehungen zu der Arbeiter- fchaft besser darauf verstehen, was die öffentliche Ordnung bedroht, als d'tfc haarspoflcndcn Juristen. Wix erwarte» pp» her?uegtcruoti. haß Iis eahe tl«.»»2»Z».?°I»rg»»g-deilogc l?OrO)CJCt0 eonnabcn«, 26. fluguflrna Berlins Not/ Die Lage der ftäötisthen Imanzen. Die Wirtschaftskatastrophe, die wir in diesen Tagen erleben, wirkt stch fast unmittelbar auf die finanzielle Lage der Stadt Berlin aus. Die notwendige Erhöhung aller Löhne und GeHölter und die Beschaffung von Rohmaterial für die werbenden und sozialen Betriebe der Stadt zu den sprunghaft emporschnellen- den Preisen verlangen Barmittel, die auch eine weitblickende Verwaltung in diesem Umfange nicht bei der Aufstellung ihres chaus- haltplanes vorhersehen konnte. Soll die Verwaltung nicht einfach stillgelegt werden, sollen nicht Tausende von Arbeitern ihr Brot verlieren, sollen nicht alle Stätten sozialer Hilfe in dieser Stunde größter sozialer Rot ihre Pforten schließen, so müssen schleu- nigst, lieber heute als morgen, bare Gelder in der Höhe von vielen Millionen flüssig gemacht werden. Bgitationsphrasen. Kein Mensch von einigem Verantwortungsgefühl wird sich auf den Standpunkt stellen wollen, den gestern der Wortführer der Wirtschaftspartei im ständigen Haushaltsausschuß vertrat: Wir lehnen alles ab, Lohnerhöhungen, Tariferhöhungen, Steuern: der Stadt ist doch nicht mehr zu helfen, also soll der Bürger der Stadt wenigstens nicht zugrunde gehen. Denn diese A g i t a t> o n s. phrafe kann sich natürlich nur eine Partei leisten, in deren Hand glücklicherweise nicht das Schicksal dieser Stadt liegt. Sonst würde auch der Blödeste sehr bald einsehen, daß mit der Stadt auch ihre Bürger zugrunde gehen. Man kann ebenso wenig mit den Vertretern der k o m m u n i st i- s ch e n Partei die erhöhten Ausgaben bewilligen und die erhöhten Einnahmen ablehnen. Denn selbst ein kommu- nistischer Stadtverordneter würde in einige Verlegenheit geraten, wenn man ihm zumuten würde, die solchergestalt beschlosienen Löhne nicht nur zu bewilligen, sondern auszuzahlen. Und die städtische Arbeiterschaft würde ihn zum Teufel jagen, wenn er den ihu zustehenden Lohn statt in Hundertmarkscheinen- in Wechseln auf die Zukunft auszahlen wollte. Es ist also die Frage, ob die Städte und ob insbesondere Verlin sich in der jetzigen kritischen Situation überhaupt noch selb st zu Helsen vermag. Der Gedanke liegt nahe, die Hilfe in der Not bei dem großen Bruder Reich zu suchen. Und in der Tat steht ja der deutsche Städtetag seit langem in Verhandlungen mit dem Reich« über die Wege, die zu einer Milderung der Finanznot der Kommunen führen könnten. Der Hauptausschuß des Deutschen Städtetages hat sogar dem Reichsfinanzminister schon die Pistole auf die Brust gesetzt und erklärt, vom 1. Oktober ab ein« Reihe von Reichs- und Landes- gesetzen nicht mehr ausführen zu können, wenn den Städten vom Reiche keine Darmittel zur Verfügung gestellt würden. Die Verhandlungen sind augenblicklich soweit gediehen, daß das Reich in drei Punkten wesentliche Zugeständnisse an die Kom- munen gemacht hat. Das Reich und die Gemeinden. Einmal sollen die Vorschüsse, die das Reich bisher schon für die Erhöhung der Personalaufwendungen der Kommunen zahlte, von den Beamten auch auf die Arbeiter in nichtwerbenden Betrieben ausgedehnt werden. Sodann will das Reick einen Teil des Einkommensteuersolls von 1K20 den Gemeinden schleunigst al» Barvorschuß zur Verfügung stellen, und endlich soll durch eine Erhöhung der Reichsumsatz st euer oder durch einen kommu- nalen Zuschlag zu dieser Reichssteuer(etwa M bis 1 Proz.) eine neue Einnahmequelle für die Städte geschaffen und gleichzeitig der Anteil der Länder und Gemeinden an der Reichseinkommen- st e» e r von Proz. auf 75 Proz. erhöht werden. All das sind sicherlich wertvolle Hilfsmittel, die zu einer allmäh- lichen Gefundung der Fiananzverhältnifse der Städte beitragen werden, aber sie haben den einen Nachteil, daß sie in ihrem wesent- lichsten Teile der augenblicklichen katastrophalen Lage nicht gerecht werden. Wenn einem dasWasseramHalse steht, fragt man nicht, wie man später einmal schwimmen lernen kann, sondern fucht zunächst einmal herauszukommen. Und so ist auck für die Städte die Frage der künftigen Balanzierung ihrer Haushaltspläne fürs erste zurückgetreten hinter der Gegenwartsaufgabe, für die gewaltigen Ausschüttungen von entwerteten Papiermarks für Löhne und Materialkäufe die notwendigen Barmittel flüssig zu machen. Es dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß einzelne Städte die Juli-Erhöhung des Gehalts ihrer Beamten schon nickt mehr auszahlen konnten, weil ihnen tinfach das Bargeld dafür fehlte, und daß diese Beamten erst jetzt nach der inzwischen einge- tretenen Entwertung in den Genuß ihrer damals fälligen Bezüge treten. Andere Gemeinden haben sich die in den letzten Monaten erforderlichen Gelder aus privater Hand zu beschaffen versucht und hierfür 8, ja 10 und noch mehr Prozent Zinsen in den Kauf nehmen müssen. Berlin, dem das Reich noch immer die Anteile an der Reichseinkommenstcuer aus früheren Jahren schuldet, hat be- kanntlich nicht einmal die. Steuerbeträge für das Reich in voller Höhe abführen können, wenn es sich nicht von allen Barmitteln entblößen wollte. Selbhilfe der Staöt. Bei dieser ernsten Sachlage muß e i n Grundsatz unter allen Umständen aufrecht erhalten werden: die Werke und Be- triebt der Stadt müssen ihren Bedarf aus sich selb st decken und müssen darüber hinaus den bisherigen prozentualen Anteil an den Kosten der Gesamtverwaltung weiterhin aufbringen. Die städtischen Werke und ihre Produkte können sich nicht aus dem— ganz gewiß verhängnisvollen— Kreislauf der Wirtschaft loslösen, ohne selbst zu erliegen und die Stadt in ihren Bankrott mit hineinzureißen. Es klingt gerade jetzt, wo die Teuerungswelle über dem Heer der Arbeiter und Festbesoldeten zusammenschlägt und ihnen den Atem zu rauben droht, außerordentlich volksfreundlich, wenn man gegen Tarif- und Gebührenerhöhungen wettert, deren größte Last ja die Arbeiterschaft tragen muß. Aber gerade darum muh es die ein- sichtige Arbeiterschaft lauter als je diesen Demagogen und Nichts- als-Agitatoren ins Gesicht schreien: Die Stadt muß leben, damit wir leben können! Pas Schicksal des arbeitenden Volkes ist auf Gedeih und Verderb mit dem Schicksal der Stadt und ihrer Werke und Betriebe verbunden. Die Tariferhöhungen für Gas, Wasier, Elektrizität, Straßen- bahn, die Gebührcnerhöhungen in sozialen Betrieben, die sich auto- matisch aus der fortschreitenden Geldentwertung ergeben, müssen cbenfo bewilligt werden, wie die Erhöhung der Löhne und Gehälter und ihre sofortige Auszahlung, die doch auch nur auf dieser selben Geldentwertung beruhen. Wer auch nur eine leise Ahnung von den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen der Gegen- wart hat, der muß einsehen, daß das eine ebenso sehr im I n t e r- esse der Arbeiterschaft liegt wie das andere. Wer es aber nickt begreifen sollte, der möge sich einmal vergegenwärtigen, was geschehen würde, wenn die Stadt Berlin zunächst mangels der erforderlichen Darmittel die Arbeiten der Nordsüdbahn und des West- Hafens zum Erliegen brächte— die Gefährde st ehtbereits—, sodann die städtischen Werke aus demselben Grunde an das P r i- vatkapital veräußern müßte und endlich eines Tages die Löhne und Gehälter der städtischen Arbeitnehmerschoft nicht mehr auszahlen könnte. Dahin würde uns unweigerlich und rettungs- los einePolitikderEinnahmever Weigerung, wie sie die Kommunisten auch jetzt wieder scheinen durchführen zu wollen, in ganz kurzer Zeit bringen. Wer mit uns der Ueberzeugung ist, daß eine solche Politik arbeiter feindlich und arbeiter verderbend wäre, der wird es auch einsehen, aus welchen Gründen die beiden sozialdemokratischen Fraktionen bereit sind, die Tarife der städtischen Werke ebenso wie die Löhne der städtischen Arbeiterschaft der wachsenden Geldent- wertung anzugleichen. Richard Lohmann. Die fiäötifthen Lohn- und Tariferhöhungen. Im großen Stadtvcrordnetensitzungssaal trat gestern(Freitag) vormittag der ständige 5)oushaltsausschub der Berliner Stadtver- ordnetenversammlung zusammen, um gemäß der ihm erteilten Vollmacht zu den Lohnerhöhungen für die städtischen Arbeiter und Nichtständigangestellten Stellung zu nehmen und über die erforder- lichen Deckungsmittel zu beschließen. Stadtrat Koblenzer er- stattete Bericht über die von uns bereits mitgeteilten Lohnerhöhungen für die Monate Juli und August, die für diese beiden Monate eine Mehrbelastung von 100 Millionen Mark bedeuten. Di« Notwendigkeit dieser Lohnerhöhungen wurde ollgemein an- erkannt. Der Vertreter der �Wirtschaftspartei erklärte jedoch, daß er auch die Lohnzülagen für gerechtfertigt ansehe, er könnte ihnen aber nicht zustimmen, da diese Erhöhung nur.auf Kosten des erwerbstätätigen Bürgertums� gezahlt werden könne: dieses Bürgertum sei aber heute völlig erschöpft. Der Strompreis soll von der Septemberberech- n u n g ab für Licht von 13 aus 1 6 M., für Kraft von g auf 1 2 M. erhöht werden. Für die Gaswerte wird, wie bekannt, der Preis von dem Gaswerksausfchuß auf Grund der Kohlenklausel erhöht. Der Haushaltsausschuß stimmte mit großer Mehrheit bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen der Erhöhung des Elek- trizitätstarifs zu, der vom 15. September ab gilt. Bezüglich der Straßenbahn teilte Baurat N i tz s ch« vom Verkehrsamt mit, daß die Verwaltung schon bei der letzten Erhöhung auf 5 M. einen Fehlbetrag von 247 Millionen Mark bis zum 31. März d. I. errechnet habe. Dieser ermäßige sich durch«ine ge- ringere Verkehrsabwanderung um 182 Millionen: im übigen seien aber vom 1. September ab für Löhne. Gehälter, Material- und Strompreissteigerung usw. SOO Millionen Mark mehr erfordelich. Der Einzelfahrpreis müsse von 5 auf S M. erhöht werden; dann verbliebe immer noch ein Defizit von 108 Millionen. Di« Verwaltung schlug ferner folgende Erhöhungen vor: Einzel- fahrscheine aus den ehemaligen Vorortbahnen von 4 aus 5 M., für Sinder und Lehrlinge von 3 auf 4 M.. Umsteigefahrscheine auf den Stammbahnen und mit der Hochbahn von 8 auf 14 M., im Binnenverkehr der Stammbahncn von 4 auf S M.: Monatskarten der Stammbahnen: eine Linie 500 M., zwei Linien KS0 M.. drei Linien 840 M., alle Linien 1320 M.: Monatskarten der Vorort» bahnen: eine Linie 300 M., alle Linien 880 M., Schülerkarten 150 M. Im weiteren Verlauf der Verhandlung machte Oberbürger- meifter B ö ß vertraulich« Mitteilungen über den Ernst der städtischen Finanzlage. Unter dem Eindruck dieser Mit- teilungcn vertagte der ijaushaltsmisschuh die weiter« Aussprach« über den Straßenbahntarif aus heute vormittag 9 Uhr, nachdem vorher auch wiederum die Frage des Staffeltarifs berührt worden war. Hierzu hatte der Magiftratsvertreter eine im allge- meinen ablehnende Erklärung abgegeben, da die Durch- fchnittseinnahme sich nur ganz unwesentlich über der untersten Stufe bewege. Verpflegungssätze in den Krankenhäuser». Der Magistrat Hot beschlossen, die Kur- und Verpflegungskosten. sätze in den städtischen Krankenhäusern zu erhöhen, und zwar für einheimisch« Erwachlene in der 3. Klasse von 75 M. auf 120 M., in der 2. Klasse von 150 auf 240 M., in der 1. Klass- von 2S0 auf 600 M.; für einheimisch« Kinder in der 3. Klaffe von 18 auf 30 Mk., für einheimische Kinder mit akuten Infektionskrankheiten und mit Tuberkulose in der 3. Klasse von 12 auf 20 M., in der 1. und 2. Klosie zwei Drittel der Sätze für Er- wachsen«. Auswärtige zahlen in allen Klaflsn die d o p p e l- ten Sätze. Ausländerfätze werden besonders fest- gesetzt. Nichtversicherte selbstzahlcnde einheimische Kranke mit eigenem Einkommen und deren Angehörige ohne eigenes Ein- kommen zahlen in der 3. Klosi« die Hälfte der Verpflegungssätze für Erwachsen«, wenn das Einkommen 75 000 M. nicht übersteigt. Für Entbindungen Einheimischer in den städtischen Kranken- Häusern ist«in« Gebühr von 150 M. neben dem Kurkostensatz zu entrichten: Auswärtige zahlen 300 M. neben dem Verpflegungssatz. Für gesunde Reu geborene in den ersten acht Tagen wer- den 10 M. pro Tag erhoben: für kranke Säuglinge der für Kinder bestimmte Verpflegungssatz. Di« Deputation für das Gesundheit-- wesen wird ermächtigt, in Uebereinstimmung mit dem Kämmerer die Kur. und Verpflegungskostensätze nach der jeweiligen Reichs- Indexziffer automatisch zu erhöhen. Diese Sätze treten sofort in Kraft. Die Sätze für Irrenanstaltspflege(ebenso bei Hospitälern und Heimstätten) und die beim Rettungswesen erhobenen Sätze werden entsprechend erhöht. Er wollte fich noch einmal satt essen. Der 18jährig« Landarbeiter Hans S ch a f h a u s c n auS Biesenthal machte gestern abend in einem Lokal in der Münzstraße eine Zeche von 207 M. AIS er bezahlen sollte, ging er auf den Abort und versuchte, sich mit seinen Hosenträgern zu erhängen. Er wurde noch rechtzeitig abgeschnitten und nach der Rettung?- stelle 2 gebrockt. Nachdem er fich erholt hatte, übergab man ihn, da er weder Barmittel noch eine Wohnrmg halte, dem Polizei- Präsidium. S0j Der Sprung in die Welk. Ein Zungarbeiterroman von Artur Zickler. Irgendwo übte ein Chor, Stimmen wanderten und tanzten durch die Kreuzgänge, schwangen sich hinauf ins Gewölbe und kehrten zum Ohr zurück. In den Beichtstühlen knieten Gläubige und flüsterten leise durch die Gitter, hinter denen die Beichtväter lehnten, horchten und nickten. Sinnend blickten die gemalten Kirchenväter aus ihren Ornaten. Hinter dem Altargitter blitzten Gold und Silber, feiner Modergeruch mischte sich mit dem süßlichen Duft des Weihrauchs, der durch das einfallende Licht seine Schwaden zog. Der Fremde wußte viel zu erzählen, er tat es nicht lehrend, durchsetzte vielmehr die alten Legenden und Berichte mit dem Humor einer Skepsis, die Hans von dem Verdachte abbrachte, die neue und bislang angenehme Bekanntschaft könne mit einem Bekehrungsver- suche enden. Sie traten wieder in das weiße Licht des Tages hinaus, der Fremde ging mit ihnen in ein Lokal zum Kaffee- trinken. Während er bisher die ganze Unterhaltung fast ganz allein bestritten hatte, ließ er sich setzt von der Freunde Fahrten. Meinungen und Erlebnisse berichten und gab ihnen dann eine Reihe Ratschläge für die weitere Reise. Dann mahnte er zu neürm Aufbruch und führte sie in die Kapelle der ollen Je- suitenschule, von da in andere Kirchen und Kapellen, die Stunden vergingen im Fluge. Gegen Abend füllten sich überall die Gotteshäuser, Weihrauch und der eintönige Gesang der Messen schlugen auf die Straßen heraus, die von der unter- gehenden Sonne mit Gold überschüttet wurden. Wieder lud sie der fremde Mann, dessen Namen sie nicht einmal kannten, zum Esten ein. diesmal in eine Bierstube, wo es lustig berqing und auf eine gute Kü-ste geHallen wurde. Nach dem Esten fragte der Fremde:„Wollen wir nocb einen S�avven Wein trinken?" unb ließ dr-i Römer funkelnden Rdeinweines bringen. Der Wein ließ sich nach dem guten Esten präcktiq an; den anderen Gästen war anscheinend nicht weniger wohl zumut, an allen Tischen wurde geprostet und gesungen— eine fröhlich« Stadt! In der kühleren Lust der Straße erst merkte Hans, daß nicht nur bei Rudi, sondern auch bei ihm das Gleichgewicht etwas unsicher geworden war, der Gastgeber meinte:„Na, ihr Welteroberer, ich glaube, der Wein ist stärker als ihr!"— worauf sich die beiden zusammenrissen, um klaren Kurs zu segeln. Sie waren an einem Schaufenster stehen geblieben, als Hans von einem jungen Arbeiter am Aermel gezupft wurde, der ihn bat, ein paar Schritte beiseite zu kommen. „Ihr seid Zugereiste?" „Ja..." „Seid ihr organisiert?" Hans nickte und griff nach der Drusttasche. Der andere winkte ab. „Laß man. ich glaube es schon. Eine wichtige Frage: kennt ihr den Mann, der bei euch ist?" „Nicht besonders. Er hat sich uns heute nachmittag ange- schlössen und hat sich sehr anständig gezeigt. Warum fragst du danach?" „Ich kenne den Mann besser als ihr. Nehmt euch vor ihm in acht— ich warne euch. Habt ihr schon Quartier für die Nacht?" Hans schüttelte den Kopf. „So geht zu Josef Jmhoff an den Perlgraben, dort findet ihr bestimmt ein gutes Unterkommen. Vielleicht treffen wir uns in der Gaststube, ich bin heute abend bestimmt dort. Servns!" Rudi und der Fremde warteten in einiger Entfernung. Hans bedauerte den Zwischenfall, denn wenn sie auch den neuen Freund erst wenige Stunden kannten, war ihm doch klar, daß sie es mit einem vornehmen Menschen zu tun hatten, ' der nichts Gemeines gegen sie im Schilde führen konnte. „Was wollte man von Ihnen?" „Wir sollen uns vor Ihnen in acht nehmen...* „Das habe ich mir gedacht. Es ist schade, aber nun müssen wir uns voneinander verabschieden.. „Wir haben volles Vertrauen zu Ihnen..." Der Fremde lächelt«:„Trotzdem— ich wünsche euch Glück und Gesundheit!" Er zog den Hut, schüttelte beiden die Hände und verschsdand im Straßcngetriebe. Die Straße von Köln nach Bonn war sehr langwellig gewesen. Ein heißer Tag, Rübetstelder— müde und bestaubt kamen sie um das Abendläuten in die Stadt.„Ein Tränke- lein, ein Fräßchen und ein Bettlein..." murmelte Rudi vor sich hin. Am Marktplatz stellte sich breitbeinig ein junger blonder Mensch von hohem Wuchs vor sie in den Weg, zeigte feine blitzenden Zähne und sagte fröhlich:„Servus, Käme- raden!" Er war in gutes Loden gekleidet und trug einen Rucksack wie die Freunde. Man beroch sich, und es stellte sich heraus, daß der junge Mensch, der von außerordentlicher Schönheit war. Hannes Klöhn hieß und Technik studierte. Er war von Kiel zu Hause und hatte sich für zwei Monate freigemacht, um den Rhein hinuntcrzuwandern. Seit vierzehn Tagen unterwegs, war ihm noch keine rechte Kumpanei über den Weg gelaufen, die er offensichtlich in den Freunden ver- mutete. „Es soll uns recht fein", erklärte Hans, und sie wechselten Handschlag auf gute Kameradschaft. Dann suchten sie Kartier und fanden es in einem kleinen Gastbof, wo ehrsamMzono- ratioren am Wein saßen und von ihren kleinen Geschäfts- sorgen plauderten. Die frischgebackenen Freunde tranken noch ein wenig, Hannes erzählte Mädchengeschichten, die er mit Vorliebe zu erleben schien, bis sie der Hausknecht über den Hof führte, über eine hölzerne Stiege in ein großes ge- räumiges Zimmer. Sie erwachten durch den Gesang einer schmetternden Knabenstimme: „Es het sich Schmitzen Billa in Popelsdorf en Villa..." Die Morgensonne stand in der Stube, Hannes rannte ai das Fenster, riß es auf und schrie hinunter:„Holt din Mut!" Der Junge lachte und sang weiter, Hannes lachte mit. Ucber dem Waschtrog hing das Bild eines französischen Kürassiers: feine roten Hosen leuchteten wie frisches Blut. Hannes be- grüßte ihn durch eine flammende Ansprache in lauterem Fran- zcsisch, das aber bald unvermittelt in reines Kieler Plattdeutsch umschlug und schließfich im Waschbecken vergurgelte, als der Kieler sein blankes Gesicht hineinsteckte. „Du kannst so bleiben", meinte. Rudi anerkennend und, fuhr hastig in die Kleider, denn vom Hof herauf roch es nach Kaffee. Eine Stunde später war Bonn schon wieder binter den drei Gesellen, die Glocken riefen ihnen nach, es war Sonn- tag. Die Straße nach Mehlem war von Ausflüglern belebt, klingelnde Radfahrerherden überholten sie, pon den Rhein- Kämpfern wimpelten bunte Fähnchen. In Mehlem bogen sie zum Rheinufer hinunter und ließen sich nach Königswinter übersetzen, um zum Drachenfels emporzusteigen. Die Mäd- chcn in weißen Kleidern hatten es Hannes angetan, er tauschte verliebte Blicke und kam sich wie ein Löwe vor. Rudi, der neidisch war, verfiel in mißbilligende Redensarten. (Fortsetzung folgt.) Die Arbeiter müssen sparen!" " Wirtschaft on Die Lage der ffaatlichen Bergwerke. Bon unterrichteter Seite wird der Dena über die Bedeu= lichen Steinkohlenwerke ca. 26 Millionen Zonnen, davon Diese Förderung setzt sich folgendermaßen zusammen: in West falen werden gefördert 4,6 Millionen Tonnen, in Hannover 0,4 millionen und in Oberschlesien 2,1 millionen Tonnen in den staatlichen Gruben. Frankreich will nunmehr, wie die Forderungen Poincarés beweisen, auf den größten Teil ihres kleinen Restes der Produktion des preußischen Bergfiskus, der noch dazu durch starte Reparationsleistungen mit 25 Proz. seiner Gesamtförderung belastet ist, die Hand legen. 1pollige 3nfizierung Ses ganzen Rörpers und die p Sch. wurde unter Anklage gestellt. Ihr Berteidiger Rechtsanwalt Cine Stenotypistin ftellt uns die Abschrift des Briefes Dr. S. Aron führte vor Gericht aus, daß ein folossaler Zusammen. zur Verfügung, den fe Seren Gothein als Antwort auf feine hang zwischen dem Eingriff und dem Tode des Mädchens nicht Angriffe gegen die Arbeiter in einem Artikel des Berliner Tage. blatts" geschrieben hat. Wir bringen ihn unverändert zum Abbrud. nachgewiesen fet. Man könne auch den Angaben einer im Todes= Bon einem Mitglied unseres Reichstages hatte ich eigentlich fieber liegenden Kranken nicht volles Gewicht beilegen. Das Gericht mehr Berständnis für die„ Forderung der Stunde" vorausgesetzt, folgte diesen Ausführungen der Berteidigung und verurteilte, ent tung der Garantieforderung der Reparations. als es aus Ihrem Artikel im„ Berliner Tageblatt" spricht. Sie gegen dem Antrage des Staatsanwalts, der 1½ Jahr Gefängnis tommiffion, soweit sie die staatlichen Bergwerke betrifft, folgenscheinen sich um die Arbeiter- und Angestelltenfchaft noch niemals beantragt hatte, die Angeklagte nur zu 3 Monaten Ge- des mitgeteilt: gefümmert zu haben, denn sonst müßten Sie wissen, daß unsere nis unter tedingter Begnadigung. Die deutsche Kohlenwirtschaft befindet sich heute in einer ver Bezüge in gar feinem Verhältnis zu der Teuerung zweifelten Lage. Die Gründe liegen im Verlust wichtiger Steinstehen, daß unsere Einkommen es uns seit langem nicht mehr geNach Beeskow. fohlenbergwerfe durch den Versailler Friedensvertrag und in den statten, unsere Frühstücksbrote mit richtiger Butter zu bestreichen, ein nahrhaftes Mittagbrot zu fochen oder überhaupt dem Körper Bom Görlizer Bahnhof oder von der Stadtbahn( in Nieder- Reparationsfohlenleistungen an die Entente, für die noch dazu stets auch nur annähernd die Nahrungsmittel zuzuführen, deren er be- fchöneweide umsteigen) fahren wir fiber Königswusterhausen nach die besten Sorten in Anspruch genommen werden. Besonders schwer dorf, wenn er gesund und arbeitsfähig sein soll. Ist es da ein Beeskow. Sonntagsrückfahrkarten, die schon am Sonnabend- find die Verluste, die der preußische Bergfistus, der überWunder, wenn in dem von Ihnen erwähnten Bostamt einer Mittel- mittag zur Hinfahrt benutzt werden können, 3. Klasse 37 m., wiegend Steinkohlenbergbau betreibt, erlitten hat. Nach der Fördestadt durchschnittlich 27 Proz. des Personals fehlen? Wo soll denn 4. Klaffe 28 M. Beeston liegt an der Spree, die hier den rungsziffer von 1913 betrug die Förderung der preußischen staatdie förperliche Widerstandstraft herkommen, wenn man nicht bas Bahrensdorfer See bildet. In der ältesten nachweisbaren hatte nach dem Verlust Oberschlesiens der Bergfiskus 17 Milmindeste zur Kräftigung seines Körpers tun kann. Eine Maschine, Urkunde von 1272 fommt der Ort als Besicow oder Besitowe vor. lionen Tonnen, das sind über 65 Broz., verloren. Die Jahres die arbeiten soll, muß auch Betriebsstoff zugeführt bekommen, das Er lag an der alten Handelsstraße von Leipzig nach Frankfurt a. d. D., produktion betrug 1921 deshalb nur noch 7 Millionen Tonnen. dürfte Ihnen als Dr.- Ing." ja nicht unbekannt sein. Und von uns daher fonnten sich Handel und Gewerbe hier sehr bald entwickeln. verlangen Sie höchste Leistung" bei minimalster Betriebsstoff- Bon den Gewerben brachten es besonders Tuchmacherei und Schuhzufuhr". Wir sind durch die Not gezwungen, unsere Ansprüche macherei zu hoher Blüte. Auch eigenes Münzrecht hatte Beestow. immer mehr zu reduzieren, aber wie man es anstellt, bei Die Stadt ist auf der Landseite noch von einer alten und festen mit diefer dürftigen Ernährung den Körper fräftig, die Nerven gesund Türmen versehenen Mauer umgeben, durch die drei befestigte Tore und den Geist lebendig zu erhalten, das haben wir noch nicht entführen. Der östlich der Stadt auf einer Spreeinsel gelegene decken können, und Sie würden uns allen eine Wohltat erweisen, ie ist ein Zeichen, daß die Siedlung schon zur Wendenzeit wenn Sie uns fagen würden, wie das gemacht wird; denn dann bestanden hat. Auf dem Riezz stand ursprünglich eine Burg, an fönnten wir wenigstens auch einmal wieder daran denken, an den deren Stelle 1519-1524 ein neues Schloß, das heutige alte Amt, Sonstigen Genüssen dieses irdischen Daseins teilzunehmen. Sie erbaut wurde. Durch den Riek tommen wir nach Bahrensdorf missen wohl nicht, daß in unseren Kreisen der Besuch eines Theaters, auf dem Ostufer der Spree. Auf der Chauffee wandern mir nord- Bei der bisherigen Grenzregulierung in Oberschlesien, die nur eines Konzertes, einer Ausstellung, die Anschaffung eines Buches östlich über die Bahn nach Grunow und über das Degelflie B. als provisorisch anzusehen ist, ist eine Anzahl staatlicher Gruben u. a. eine große Seltenheit, für viele sogar eine Unmöglichkeit ge- Rurz hinter der Brüde, am Beginn des Waldes, führt nach links dicht an der Grenze auf der deutschen Seite verblieben. Bei den worden ist, daß wir nur mit größten Sorgen die alte ein Weg ab, der uns in die Nähe des von der Spree durchflossenen jetzt schwebenden Verhandlungen haben die Bolen auf Anraten der Garderobe erhalten oder erjejen fönnen. Nur ein Pump Degelsees bringt. In diesem See bildete sich in der Nacht zum französischen Regierung den Antrag gestellt, daß diese besten deutsch oder ein Gehaltsvorschuß macht es uns möglich, Anschaffungen 23. Oftober 1910 eine Injel, die nach einiger Zeit jedoch wieder verbliebenen staatlichen Bergwerke dem polnischen Gebiet zu machen, und nachher müssen wir um fo stärker entbehren, damit verschwend. Die in den Faulschlammaffen des Seegrundes fich ent- zugeschlagen und so der polnisch- franzöfifchen Bergwerksgesellschaft wir diese Schulden so nach und nach wieder tilgen können. Täglich wideinden Sumpfgafe hatten den über ihnen lagernden Schlamm überliefert werden. Es bleibt zu hoffen, daß dieser neue Versuch fönnen Sie in unseren Kreisen in allen Bariationen hören, daß es über die Oberfläche des Sees emporgehoben. Wir wandern der Polen, fich deutsche Bergwerfe anzueignen, obwohl sie schon jetzt tatsächlich flüger wäre, sich einen Strick um den Hals zu legen, als weiter nach Norden, immer in der Nähe der Spree durch Wald zur über die Absatzfrise auf ihren bisherigen oberschlesischen Bergwerken dieses Jammerleben der Entbehrungen weiterzuführen, und da Ragower Ablage. Alsdann entfernt vom Fluß, der hier Klage führen, durch die Grenzkommission vereitelt wird. Die Remachen Sie uns den Vorwurf, daß wir mit unseren Lohnforderun einen großen Bogen nach Westen macht, über Forsthaus parationskommission will nun auf die staatlichen Bergwerke in gen die Preise in die Höhe treiben. Das glauben Sie doch wohl Schwarzheide und Neuhaus am Bergensee nad eft falen als Pfandobjekt für die Stundung der Reparations. felbft nicht im Ernst. Wir haben es troß aller Verbände noch nicht Neubrück. Hier überschreiten wir die Spree und wandern zunächst leiftungen ihre Hand legen. Die Folge für die deutsche Wirtschaft erreicht, daß wir in Dollarwährung bezahlt werden, aber einige bicht am Fluß nach Rahmannsdorf. Nun südlich, in der Nähe wird ohne Frage eine gewaltige neue Kohlenverteuerung und BerGeschäftsinhaber haben es gut verstanden, ihre Berkaufspreise der des Spreetals, durch das die reich gewundene Spree ihren Lauf Schärfung der Kohlennot sein. Die Bestrebungen, die gefundene Baluta anzupassen, und gerade die Nichtstuer wissen auf der Börse nimmt, und das von zahlreichen Altwassern durchzogen wird, nach Förderung zu heben, würden erlahmen, sobald die Werke unter auffallend gut Bescheid. Diese Menschen„ verdienen" an manchem Rabintendorf, am Sübhang der 51,6 Meter hohen Wein die Kontrolle der Entente gestellt würden. Mit den Arbeitern ist Tage Summen, deren Höhe ein Vielfaches unseres Monatseintommens ausmachen. Wäre es nicht richtiger, dorthin den Vorwurf berge gelegen. Von hier führt der Weg füdlich an Wilhelms, endlich die Frage des Ueberschichtenabkommens geregelt, so daß auch dadurch eine Erhöhung der Förderungsziffer zu erwarten ist. der Pflichtvergeffenheit, der Berelendung der Menschheit zu richten? höbe vorüber nach Beeskow zurück. Weglänge 30 Kilometer. Auch diese Bermehrung der Produktion würde ausfallen, da die Die das Geld in Händen haben. fönnen doch nur den Einfluß auf Arbeiter fich weigern werden, für die unter der Ententefontrolle den Geldmarkt ausüben. Jene häufen Reichtümer an wir werden stehenden Bergwerfe Ueberstungen zu leisten. Zunächst würde des. alle Tage ärmer an Gut und an Gesundheit. Sie brauchen Ihre halb eine erhebliche Minderförderung eintreten. Die Er. Achtung dem Bolle von heute durchaus nicht zu versagen, das all fahrungen, die man mit der französischen Verwaltung der Saarbergdie Entbehrungen auf sich als eine unabänderliche Folge des unglüd merte gemacht hat, zeigen, daß die franzöfifche Bergwertsverwaltung lichen Krieges nimmt und trotzdem nicht verzagt, sondern fehr viel fostspieliger arbeitet als die deutsche. Im Saargebiet find fleißig weiterstrebt. Freilich, Artikel wie der Ihre im jegt viermal soviel Beamte beschäftigt wie unter der preußischen Tageblatt" fönnen nicht dazu beitragen, die Arbeitsfreudigkeit zu Berwaltung. Diese Beamten sind nicht nur infolge Bezahlung in erhöhen, und besonders die Geistigarbeitenden werden beim Lesen Frankwährung, sondern auch relativ sehr viel teurer bezahlt dieses Artikels ihre Empörung nicht unterdrücken fönnen. Gerade als die preußischen Beamten. Infolgedeffen beträgt heute der Preis diese Menschen entbehren am allermeisten, denn ihre Besoldung der Saarfohle bas Drei- bis Bierfache des Ruhrfohlenpreises. Troß setzt feinen von ihnen in den Stand, so zu leben, wie es ihnen zualledem erzielen die französischen Bergwertsverwaltungen schlechte fommt und wie fie es früher gewohnt waren. Wenn man diesen wirtschaftliche Ergebnisse im Saargebiet, obwohl sie Raubbau treiben. Menschen schon die materiellen Früchte ihrer Tätigkeit, die für die Allgemeinheit und insbesondere für die Industrie von so großer Be. Würden all diese Erscheinungen auch auf die staatlichen Bergwerke im Ruhrgebiet übertragen, fo würde eine neue Berteuerung der deutung ist, vorenthält, dann sollte man ihnen aber wenigstens den Hausbrandtohle, eine neue Erschwerung der industriellen Produktion Glauben lassen, daß man ihre Berechtigung zu einer angenehmeren die Folge sein. Lebensführung anerkennt und ihre Aufopferung oder wenigstens ihren Berzicht zum Wohle des Ganzen zu schäßen weiß. Das ist meiner Meinung nach fo einfach, fo zwingend logisch, daß man annehmen sollte, auch das größte, auf mei Beinen herumlaufende hornvieh müßte es einsehen. Der„ Telephonrevisor". Er wollte sich gerade verheiraten... Der Schrecken der Berliner Geschäftsleute war ein„ Spezialist", der seit dem Januar d. J. sein Unwesen trieb und por dem schon wiederholt gewarnt worden war. In vielen Geschäften erschien ein Mann in voller Post uniform und gab an, daß er vom Fern[ prechamt tomme, um die Leitung zu prüfen. Die Uniform und Jein fachmännisches Arbeiten ließen den Geschäftsleuten teine 3weifel daran aufkommen, daß sie es wirklich mit einem Beamten zu tun hatten. Wie wird das Sonntagswetter? NW SW. ... N.. * is REMENICA NO SO 60 Sturm Regen und Veränderlich Schön Wind Gewitter 30זיויז די 30 2020 10 北 10 0- 0 10 10 Sie Wie gering gegenüber diesen Gefahren und Bedrohungen der deutschen Wirtschaft die finanziellen Vorteile für die Repara tionsfommission sind, geht aus der Uebersicht über die finanziellen Ergebnisse der preußischen Bergwerfsdirektion Redlinghausen hervor. Die preußische Bergwerksdirektion Redlinghausen hat bis zum Jahre 1920 aus der Staatstaffe Zuschüsse gefordert, die vor dem Kriege im Jahre 1912: 2,4 Millionen, 1913: 1,2 Millionen, 1914: 4,3 Millionen, 1915: 5,4 Millionen, 1916: 7,1 Millionen, 1917: Nach dem Abzug eines nordöstlich von uns befindlichen Tief- 4,1 Millionen, 1918: 4,5 Millionen, 1919: 16,8 millionen und 1920: druckgebietes rückte hoher Luftdruck von West- nach Mittel- 19,3 Millionen betrugen. Erst das Rechnungsjahr 1921/22 scheint europa vor. Die Winde drehten sich allmählich nach Süd, der mit einem fleinen, noch nicht abgerechneten Gewinn abzus Himmel klärte sich am Montag auf und die Temperaturen be- fchließen. Selbst wenn diefer Gewinn einige Millionen Papiermark gannen allgemein zu steigen, an verschiedenen Orten im Westen bis zu 25 Grad Celsius. Die angenehme Unterbrechung des diesen betragen follte, so ift er felbstverständlich zur Befriedigung der Sommer kennzeichnenden kühlen Regenwetters war jedoch nur franzöfifchen Finanzbedürfnisse völlig bedeutungslos. Aber selbst kurz. Schon am Dienstag rückte von Südfrankreich ein Tief nach wenn man die Abschlüsse größter deutscher Bergwerksgesellschaften Holland vor und vereinigte sich mit einem von Island ostwärts in Beiracht zieht und bedenkt, daß die harpener Bergwerts. ziehenden auf der Nordsee; die Bewölkung nahm daher im Westen.- G. im Jahre 1921 für 17 millionen Dividenden rasch zu und es begann dort wieder zu regnen. An vielen Orten beträge ausgeschüttet hat, so fönnte leicht auch der französischen Das Vertrauen, das er so hatte, mißbrauchte er, indem er ftahl, waren die Regenmengen ziemlich groß, abends traten in Süd- und Deffentlichkeit flar werden, daß auf diesem Wege der Beschlagnahme was ihm in die Finger fam, ganze Ballen Stoffe, Seibe, Mitteldeutschland zahlreiche Gewitter ein, die sich rasch nord- Don Bergwerken, die doch nur Bapier gelderträgnisse liefern, faum Schuhe, Strümpfe usw., die er alle unter seinem weiten Umwärts ausdehnten. Die Regenfälle wiederholten sich im ganzen ein Weg für die Behebung der französischen Finanzschwierigkeiten Westen und gingen nun auch auf Ostdeutschland über. hang verschwinden ließ. Erst später mertten die Geschäftsleute, daß brachten außer zwischen der mittleren Elbe und unteren Oder gefunden werden kann. fie empfindlich bestohlen worden waren. Es liefen dann auch eine überall große Niederschlagmengen, die Winde drehten sich nach ganze Reihe von Anzeigen ein. Aus den Beschreibungen erfahen die West und nahmen, da das Tief im südlichen Skandinavien liegen Ein neuer fchwerindustrieller Konzern in der Seeschiffahrt. Die Beamte der Dienststelle B I 4, daß sie es mit einem wegen Diebstahls blieb, an Stärke beträchtlich zu. Am Donnerstag vormittag be- Eifenausfuhr Otto Wolff n. Cie., bekanntlich die Ausfuhrorganiim Amte bestraften und entlassenen früheren Boftschaffner Magi- gannen die Temperaturen zu sinken und es wurde namentlich in fation der der Firma Wolff nahestehenden Berte Phönig, Rheinmilian Krüger zu tun hatten. Dieser aber hatte sich bei seiner der Nacht zu Freitag ungewöhnlich kühl. Meist sank das Queck- stahl und Van der 3ypen, hat die Mehrheit der Aktien der Argo. Frau, von der er geschieden worden ist, nicht wieder sehen lassen. Er silber unter 10, in der Provinz Brandenburg verschiedentlich unter war zwar an verschiedenen Stellen gemeldet, aber auch dort nur, gebiet bis nach Mitteleuropa, während im Südwesten der Luft7 Grad Celsius. Von Norden her erstreckt sich jetzt ein Tiefdruck- Dampfschiffahrtsgesellschaft erworben. um fid im Befiz der Lebensmitteltarten zu sehen. In drack hoch ist. Diese Wetterlage dürfte zunächst nur Produktionseinschränfung infolge der Geldentwertung. Der Wirklichkeit wohnte er an einer anderen Stelle unangemeldet. Als wenig Aenderung erfahren, und wir haben daher Aufsichtsrat der Lederwerte Wiemann A.-G. hat den Vorwegen der vielen Warnungen sein Trid als Telephonre. in den nächsten Tagen kühles Wetter mit einzelnen stand infolge der starten Geldentwertung der Reichsmart ervisor aufzutreten nicht mehr sicher genug war, legte er fich auf ein leichten Regenschauern zu erwarten. Der Himmel mächtigt, eine mehr oder minder große Betriebseinschrän anderes Gebiet, das ebenso lohnend war. Er fälschte Fern wird voraussichtlich überwiegend bewölkt bleiben fung entsprechend der jeweiligen Lage vorzunehmen. ( precquittungen und zog bei vielen Fernsprechteilnehmern und sich nur zeitweise aufheitern bei ziemlich die Gebühren ein. Nach langen Beobachtungen gelang es endlich, frischen nordwestlichen bis nördlichen Winden. ihn in der Eisenbahnstraße festzunehmen. Bei ihm wurde ein Zettel vorgefunden, nach dem er mit einer Frau in Spremberg forrespondiert hatte. Die weiteren Ermittelungen ergaben, daß biefe die Schwester einer Frau Schmidt aus der Reichenberger Str. 171 war, mit der Krüger schon seit langer Zeit ein Verhältnis unterhalten hatte und bei der er sich auch stets aufgehalten hatte. Bei einer Durchsuchung dieser Wohnung wurden mehrere große Rörbe voll Diebesgut, das Krüger im Laufe der Zeit zu sammengestohlen hatte, vorgefunden und beschlagnahmt. Krüger stand jegt turz vor der Verheiratung und hatte aus den gestohlenen Stoffen Anzüge, Mäntel usw. anfertigen laffen. Ein großer Teil fonnte bestohlenen Firmen wieder zurückgegeben werden. Für viele andere Sachen sind die Eigentümer noch nicht bekannt. Diese können sich bei Kriminalkommiffar Gennat im Zimmer 105 des Berliner Polizeipräsidiums melden. Die Geliebte Krügers, Frau Schmidt, wurde ebenfalls verhaftet und beide gestern bem Untersuchungsrichter vorgeführt. Milchpreise. Von Montag, den 28. August, ab beträgt der Preis für Karten mild 26 m. je Liter, für freie Boll mil 80. je Biter. Die Breile sind für KleinhandelsAle und All- Milchtarten werden wie bisher mit je 3 Liter, die geschäfte und Abmeltewirtschaften( Mollereien) die gleichen. Die B1 und B 11- Milchfarten sowie die Starten für werdende Mütter ( A- Starten) wie bisher mit je 1 Liter Frischmilch täglich beliefert. Lieder auf der Straße. In der kommenden Woche veranstalten Berliner Gesangvereine auf städtischen Blägen nachstehende Konzerte: am 28. August ab 7 Uhr abends Terrasse am Schillerpart, Norden, am 29. August ab 7 Uhr abends Vittoriapart, Süden. Devisenkurse. muß. um die in der ersten Spalte genannte Einheit der auf das beDie amtliche Kurstabelle gibt an, wieviel Mart man aufwenden zeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. 100 holländische Gulden. 1 argentinischer Papier- Beso 100 belgische Frant. 100 norwegische Kronen. Grubenbrand. Auf der Zeche Vereinigte elheim bei 100 dänische Stronen Rarnap( bei Effen) ist vorgestern abend gegen 11 Uhr in einem 100 fchwedische Kronen. Stapel von 120 Metern Höhe, der von der 6. zur 7. Sohle führt, ein 100 finnische Mart Grubenbrand ausgebrochen. Ein Reviersteiger ist bei den 1 japanischer Den Löscharbeiten getötet worden, ein anderer Steiger befindet sich 100 italienische Lire in Lebensgefahr. Weitere Menschenleben sind nicht gefährdet. 1 Bfund Sterling an den Löscharbeiten, die sich wegen der starken Rauchent 1 Dollar widlung äußerst schwierig gestalten, sind die Rettungsmannschaf 100 franzöfifche Frant ten der Zechen Vereinigte Belheim und des Bergbaulichen Vereins 1 brasilianischer Milreis. in Essen beteiligt. 100 Schweizer Frank. 100 spanische Besetas 100 öfterr. Seronen( abgeft.) 100 tichechische Kronen. 100 ungarische Stronen. 100 bulgarische Bewa Tas Geständnis auf dem Sterbebett. Bor der Ferienftraflammer des Landgerichts III hatte ich ern eine Frau Sch. wegen des versuchten Verbrechens gegen 218 StGB. und fahrlässiger Tötung zu verantworten. Sie hatte 218 StGB. und fahrlässiger Tötung zu verantworten. Sie hatte nem jungen Mädchen, das schon Mutter eines sechsjährigen Knaben war, unerlaubte Beihilfe gewährt, an deren Folgen die Betreffende so schwer erfrantte, daß ein hinzugezogener Arzt ihre fo Ein schweres Flugzeugunglüd ereignete sich auf dem Flugplatz fortige Ueberführung in ein Kranfenhaus anordnen mußte. Hier Frescaty( Frankreich). Ein von einem französischen Sergeanten lag das Mädchen unter gräglichen Qualen noch mehrere gesteuertes Flugzeug, das faum aufgestiegen roar, sippte plö Tage und starb darauf, ohne daß die Aerzte ihr Rettung bringen fich in der Luft um und stürzte ab. Der Benzinbehäl fonnten. Auf dem Totenb tt erzählte es feinem Liebhaber ter egplobierte und der Apparat geriet in Brand. Ein Infaffe, und seiner Schwester schließlich die Ursache ihres Leidens und be- ein Mechaniter, war fofort to t, während der Sergeant lebenszichtigte gleichzeitig die Sch. Die Obduktion der Leiche ergab eine gefährlich verlegt unter den Trümmern hervorgezogen wurde, * Bedeutet repartiert. ( Geld-) Rurs 25. Auguft Käufer Verkäufer ( Brief-) Kurs 24. August Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief.) 71910.72090.664.15 665.85 13283.35 18316.65 82559.25 32640.75 41048.60 41151.40 49937.50 50062 50 4594.25 4605.75 863.90 8089.90 8289.65 866.19 8060 10 8260.85 Kurs Kurs 76908.75 77096.25 716,10 717.90 14581.75 14618.25 33957.50 34042.50 42696.55 42803.45 52534.25 52665.75 4194.75 4205.25 948.80 951.20 8789.- 8811.8888.90 8861.10 1847.68 1852.82 1972.53 1977.47 13982.50 14017.50 15830.80 15309.20 239.70 240.30 259.67 260.83 34856.35 84943.65 37652.85 37747.15 27965.- 28035.- 30686.65 30713.85 1.53 1.57 1.98 202 6791.30 6808.50 6441.90 6458.10 107.86 108.14 99.87 1048.65 1051.85 100 Polenmart galten etwa 22,60 Mart. 1148.55 100.13 1151 45 1 Die Preßpolizei in Bayern. Wirth antwortet Poincaré. Antwort auf Bar- le- Duc. Die preußische Regierung hat vor wenigen Tagen Sem bayerischen Staatsministerium bekanntlich Mitteilung von dem Verbot der" Roten Fahne" gemacht und dabei auf die unerhörten Beleidigungen hingewiesen, die sich ein Teil der bayerischen Bresse fast alltäglich gegen die Reichs- und Bon amtlicher Seite wird dem BIB. zu den beiden fürz- worden ist, werden für die deutsche Kohle heute nur noch 4 bis die preußische Staatsregierung leistet. Die bayerische Regierung hat es bisher weder für notwendig gehalten, den Brief lich vom französischen Ministerpräsidenten gehaltenen Reden 5 Goldmart im ganzen für die Tonne auf Reparationstonto is gutgeschrieben. Frankreich erzielt bei einem solchen Preise für sich zu beantworten, noch die Ehre der Reichs- und preußischen folgendes mitgeteilt: felbft Milliardengewinne aus den deutschen Kohlen, die nach den Bestimmungen des Vertrages von Bersailles Deutschland nicht gutgeschrieben wreden, und es fenn trotzdem noch seine Eiſenindustrie mit so billiger Kohle versorgen, daß die übrigen Eisenindustrien damit nicht konkurrieren fönnen. Die fillgelegten Hochöfen in den Vereinigten Staaten und in England und die Millionen Arbeitsloser in diesen beiden Ländern sind die direkten Folgen dieser französischen Politit. Staatsregierung in gebührendem Maße zu schüßen. Statt Der französische Ministerpräsident hat in seiner Rede in Bar. an der richtigen Stelle zuzugreifen, verbietet sie fozia- le- Duc am 21. Auguft einen Bergleich zwischen der deutschen und listische Zeitungen, die es wagen, der Katze die Schelle der französischen Zahlungs- und Handelsbilanz gezogen mit dem umzuhängen. Solange die bayerische Regierung sich nicht Biele, nachzuweisen, daß der Sturz der Mark nicht durch die Bassi dazu entschließen kann, auch in ihrem Hoheitsgebiet ordent vität der deutschen Zahlungs- und Handelsbilanz verursacht ist. In liches Recht gelten zu lassen, solange charakterisiert sie einem Punkte ist dem französischen Ministerpräsidenten Recht zu fich moralisch selbst, wenn sie einen besonderen Schutz durch geben: bis zu dem jetzigen furchtbaren Liefstand und in diesem die preußische Regierung beansprucht. Nachdem Bayern ge- schnellen Tempo die Mark zu entwerten, hätte die Passivität der zeigt hat, wie es in seinem Lande mit der Anwendung des deutschen Zahlungsbilanz allein nicht ausgereicht. Die letzte EntRechtes steht, begrüßen wir die von dem preußischen Ministe- mertung von 1/150 auf mindestens 1/450 des Friedenswertes ist rium des Innern am Freitag verfügte Verfürzung des vollends Verbotes der Roten Fahne" auf 10 Tage; am 29. August darf sie wieder erscheinen. " Die„ Rote Fahne" gegen Schimpfereien. Wie der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, ist dem BerTag der auf drei Wochen verbotenen Roten Fahne" folgendes som 24 August datiertes Schreiben heute übermittelt worden: " Der französische Ministerpräsident hat in Bar- le- Duc weiter behauptet, Deutschland habe im Dezember 1921 an Barzahlungen und Sachlieferungen erst vier Milliarden Goldmart geleistet. Diese Behauptung ist vollständig falsch. Deutschdurch die Politif der Drohungen und Retorsionen verschuldet. land hat bis jetzt an Barzahlungen aus dem Friedensvertrag 2,2 Die deutsche Wirtschaft ist durch den Krieg vollständig erschöpft und an Sachleistungen 16,3 Milliarden Goldmark geleistet; dazu und durch den Waffenstilstand und Friedensvertrag aller Attiven fommen 19,7 milliarden Goldmark für Besatzungskosten, Abtretung beraubt worden, mit denen Auslandszahlungen geleistet werden der Ansprüche an die deutschen Kriegsverbündeten, das deutsche könnten. Deutschland hat seine ausländischen Wert liquidierte Eigentum im Ausland und sonstiges, zusammen also papiere abliefern müssen; seine andels- und Industrie- über 38 Milliarden Goldmark. Rechnet man dazu noch den Wert unternehmungen im Auslande find liquidiert worden; der von Deutschland abgetretenen Gebiete und den Wert der deutIn der Beschwerdeschrift der„ Roten Fahne" vom 23. Auguſt feine Handelsflotte mußte- zum eigenen Nachteil der schen Kolonien, so ergibt sich 1922 gegen meine Verbotsverfügung vom 16. Auguft 1922( II Galliierten Schiffahrt abgeliefert werden, und die Kolonien eine Leistung Deutschlands von über 100 Milliarden Goldmart. 2318) wird auf Seite 2 versichert, daß die Redaktion nicht die Ab- find ihm weggenommen worden. Darüber hinaus ist die deutsche ficht gehabt habe, die banerische Regierung durch die beanstandeten irtschaft auf das schwerste geschädigt worden durch die Weg. Der französische Ministerpräsident hat von neuem den VorAusdrücke zu beschimpfen; fie habe vielmehr ausschließlich gegen nahme wichtiger Rohlen und landwirtschaft wurf erhoben, daß Deutschland die Kapitalflucht begünstigt die Handlungen dieser Regierung protestieren und auf die Gefährlicher Gebiete, burch die Kohlen., Holz- und son- oder nicht genügend bekämpft habe. Die deutsche Regierung hatte lichkeit ihrer Handlungen hinweisen wollen. Auf Seite 6 wird ausgeführt, daß es der Redaktion der Roten ftigen Warenlieferungen, durch die 3ollamischen. von sich aus schon lange, bevor die Reparationskommission dieser Fahne" als Zentralorgan einer Arbeiterpartei durchaus fern grenze, durch die Durchbrechung seiner Ein- und Frage ihre Aufmerksamkeit zugewendet hat, die Maßnahmen gegen Tiege, zum 3mede der Beschimpfung einzelne Personen an- Ausfuhrvorschriften, burch die aufgezwungene Kapitalflucht getroffen, die bei der jeßigen Lage des Wirtschaftszugreifen... Bezüglich des beanstandeten Aufrufs des Exekutiv- Ueberschwemmung mit überflüssigen Luxuswaren, durch die verkehrs Erfolg erwarten ließen. Sie hat darüber hinaus auf das komitees der Kommunistischen Internationale fei sich die Schrift Knebelung mit der einseitigen Meistbegünstigung usw. Berlangen der Reparationsfommission noch weitere Maßnahmen leitung feineswegs bewußt gewesen, daß dieser Aufruf als Berstoß Es gibt nur drei Formen, in denen ein Land Leistungen an getroffen und wird noch weitere treffen, obwohl diese Maßnahmen gegen das Gesez zum Schuße der Republik bewertet werden würde. das Ausland machen kann, nämlich: 1. durch die Arbeit, sei es in mit der Lage des Wirtschaftsverkehrs nicht mehr vereinbar sind und Mit Rücksicht auf diese Erklärungen habe ich beschlossen, die der Form von Warenausfuhr oder von Industrie- und Handels. kaum einen Erfolg erwarten laffen. Es wird aber die Frage an Berbolsfrist für die„ Rote Fahne" von drei Wochen auf 10 Tage derart herabzusehen, daß die nächste Nummer der„ Roten Fahne" unternehmungen oder durch Schiffahrt im Ausland, sei es durch den französischen Ministerpräsidenten zu richten sein, ob er denn Abgabe von Arbeitsfräften an das Ausland; 2. durch den Berkauf glaubt, daß die französischen Borschriften zur Bekämpfung der von ausländischen Wertpapieren; 3. durch Zahlung mittels Aus. Rapitalflucht irgendeinen Erfolg gehabt haben. Auch aus den landskrediten. Alle diese Leistungsmöglichkeiten hat der Vertrag Siegerstaaten und auch aus Frankreich ist kapital nach von Versailles vorweggenommen oder unmöglich gemacht, wie die dem Ausland gegangen, trotz der dort bestehenden VorAufnahme von Krediten, oder sie sind abgelehnt worden, wie das schriften. Da der französische Ministerpräsident auf die englische wiederholte Angebot zum Aufbau von Nordfrankreich durch Deutschland richtet, möge er sich doch baran erinnern, was fürzlich Zeugenschaft so großen Wert legt, wo sie sich scheinbar gegen deutsche Arbeitsfräfte. Sir Robert Horne über diese Frage in seiner Unterhausrede Deutschland wird der internationale kredit verweigert an geäußert hat; er sagte: sowohl von der Bank von England, als auch von der Bankier.„ Die einzige tatsächliche und endgültig wirksame Methode, die tommission, mit der Begründung, daß der Vertrag von Bersailles Kapitalflucht aus Deutschland zu verhindern, ist die, den Kapitalund das Londoner Ultimatum Deutschland kreditun würdig besitzern genügend Vertrauen auf Deutschland beizubringen, um ihr gemacht haben. Kapital dort zu laffen." am 29. August d. I. erscheinen darf. Die Beschwerde ist an den Staatsgerichtshof zum Schuße der Republik in Leipzig zur Entscheidung abgegeben. Das Schreiben ist gezeichnet: Staatsjefretär Dr. Freund. Die Weitergabe der Beschwerde an den Staatsgerichtshof hat nach den PPN. auch den 3wed, eine prinzipielle Entscheidung darüber zu erzielen, ob die Zustellung der" Roten Fahne für Brandenburg und die Laufih" an die Abonnenten der Roten ahne" während der Verbotszeit eine Umgebung des Berbates im Sinne des§ 21 Abs. 2 des Gesetzes zum Schuße der Republik darstellt. Volkshilfe für die Erwerbsunfähigen. Auf Einladung des Zentralverbandes der Invaliden und Witwen Deutschlands haben am 15. und am 25. Auguft im Reichstag in zwei Sigungen stattgefunden, an denen außer den genannten Verband und dem Deutschen Belksbund zur Förderung der Interessen der Invaliden die Bertreter der Unternehmer und Arbeiter der Industrie, des Han: dels und der Landwirtschaft, des Reichsabeitsministeriums und des preußischen Wohlfahrtsministeriums teilnahmen. Die Bertreter der Invalidenverbände regten an, für alle Renten und Armenunterftügungsempfänger fofort eine große Siffsattion einzuleiten, um die ungenügende öfentliche Fürsorge zu ergänzen. Es soll der Wert bzw. Ertrag einer Arbeits- oder Geschäfts ft unde für die Hilfsbedürftigen zufließen. Die Bertreter sämtlicher Spizenorgani. fationen fagten ihre Mitwirkung zu und stellten ihren Organifationsförper für die Durchführung der Aktion zur Verfügung. Das Reichsarbeitsministerium soll, wie die PPN. hören, veranlaßt werden, schnellstens einen Aufruf an das deutsche Bolt zu veran laffen, das Hilfswert großzügig in Angriff zu nehmen. lich den Fridericus Rer Film auf Grund der Ge fege zum Schuhe der Republif verbiete und fordern inzwischen die Arbeiter auf, dafür Sorge zu tragen, daß in den von ihnen besuchten Kinos nicht länger auf ihre Kosten monarchistische Propa. ganda getrieben werde. Dr. Bulde hat nach dem Lotal- Anzeiger" ausgeführt: Wenn der Bertreter der thüringischen Regierung von der Hohenzollern- Legende gesprochen habe, so fet gewiß zuzugeben, daß sehr vieles unrichtig fei, was Jugend und Deffentlichfelt gelehrt worden sei. Aber diese beiden Könige, Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Große, feien nicht bleh große Könige, fondern auch große Menschen gewefen. Wenn die thürin gifche Regierung von Breffeäußerungen gegen den Film gesprochen habe, so seien diele einem Könige gegenüber, der gefagt habe: " Gazetten sollen nicht geniert werden", menig begründet. Sollte dies wirklich der Fall gewesen sein, so muß diesem Republikaner gesagt werden. daß er in der dichsten Hohenzollernlegende ftedengeblieben ist( er foll bei Mehring und sonstwo nachlofen, was von Friedrich Wilhelms Größe und des ollen Frißen Breßfreiheit zu halten ist). Im aber mit ihm in seiner Sprache zu reden wollen wir nicht zu bemerken verfehlen, daß es uns mittelbare( wenn auch nicht unmittelbare) Hohenzollernverherrlichung treibt. „ Die fleine Sünderin", das Sommerereignis des SchillerTheaters, will im Theater am Surfürstendamm den Er folg ausnügen. Toll genug find in diesem Operettenschwant die Poffenmotive gehäuft und durcheinandergewirbelt, prideind flingt die Musik Gilberts hinein, und durch die schon befannten Schlager angeregt, fummt das Bublifum mit. Ein Fortschritt wäre es immerhin, menn man das Bublifum gleich mittanzen ließe. Die Musit geht doch auf die Beine. Alles ging wie am Schnürchen: Spiel, Tanz und Gesang, nur der von den Gewaltrhythmen erschütterte Bühnenboden tanzte außer der Reihe, Wolfen von Staub entladend. Josefine Dor a wirfte in all dem Blödfinn durch ihren Humor. Harald Paulsen war ein feffer Junge, Karl Neisser und Mizzi Metelta entzückten auf ihre Art. Es gab so viele Da capos, daß die Affäre voraussichtlich sich bis zur Mitternacht ausdehnte.-I. aber wohl erit von 1924 an. Die Beweisführung des Herrn Poincaré für die Behauptung, daß Deutschland die Entwertung der Mark selbst her. beigeführt hat, ist daher falsch. Der Reichskanzler hat erst kürzlich in seiner Ansprache an die ausländische Presse darauf hingewiesen, welche furchtbaren Folgen der Martsturz und die Leuerung für Deutschland haben muß, und daß es Wahnsinn von einer Regierung wäre, diese Folgen selbst herbeizuführen. wäre, diese Folgen felbft herbeizuführen. Wenn man danach forscht, wer auf der Welt von der Martverschlechterung eigentlich Juhen hat, findet man nur Frankreich und die franzöfifche Industrie. Diese Tatsache erklärt die sonst unverständliche französische Politik. Je mehr die Mark finkt, desto billiger erhält Frankreich die deutsche Kohle. Während noch im Mai 1920, furz vor der Spa- Konferenz, die deutschen Kohlen- und Kokslieferungen 18-25 Goldmart für die Tonne wert gewesen sind und mit diesem Werte auf Repas rationskonto gutgebracht wurden, und während damals Deutschland sogar noch eine Extraprämie von 5 Goldmart in bar gezahlt Internationale Jugendkonferenz. Aus Salzburg wird uns geschrieben: Im Anschluß an die internationale Jugendzufammenfunft in Salzburg fand am 21. Auguft eine gemeinsame Sigung der beiden Komitees der Arbeiterjugend- Internationale und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Jugendorganisationen statt. Die Sigung war von beiben internationalen Berbindungen start befucht. Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Beratungen über den Stampf für die Berbefferung ber mirtschaftlichen Lage der arbeitenden Jugend. Die Verhandlungen führten zu einem vollen Erfolg. Es wurde einstimmig ein Gegenwartsprogramm für die internationale Arbeit auf dem Gebiet des Jugendschutes angenommen, das folgende Forderung enthält: Gegen die Berunglimpfung der deutschen Armee und des deutschen Volkes in der Rede Poincarés, die der Rede in Bar- le- Duc vorausging, müssen wir uns auf das entschiedenste verwahren. namentlich von französischer Seite während des Krieges und nach Berwahren müssen wir uns auch gegen die Darstellung, wie fie dem Kriege verbreitet worden ist, daß solche Missetaten nur von deutscher Seite begangen worden seien. Auch auf der Seite unferer Gegner ist gefündigt worden, und die Fälle von Grausamkeiten, von Mißhandlungen wehrlofer Gefangener, von Plünderungen und Mordtaten, die uns von französischen Truppen bekannt geworden sind und deren Wahrheit unwiderleglich feststeht, sind nicht minder schwer als diejenigen, die man deutschen. Soldaten vorwirft. In einem Augenblid, wo alle Kräfte angespannt werden müffen, um den wirtschaftlichen Zusammenbruch nicht nur Deutschlands, sondern auch aller mit ihm in Berührung stehenden europäischen Staaten zu verhindern, fönnen solche Reden, wie sie Herr Poincaré immer wieder hält, nur Unheil stiften. märtige politische und wirtschaftliche Lage ein weiteres Hand- inHand- arbeiten erfordert. Beschlossen wurde noch für den Weltfriedenstongreß, der Ende des Jahres in Amerdam stattfindet, eine rege Propaganda zu entfalten. Münchener Polizeigegen Rechtsbolfchewistens München, 25. Aug., 11 Uhr nachts.( Eig. Drahtb.) Die Münchener Polizeidirektion hat sich angesichts der durch den Aufruf des Ordnungsblods" geschaffenen ernsten Cage offensichtlich auf Weifung des Ministerrats veranlaßt gesehen, die heutige Maffendemonstration gegen den Friedensschluß mit dem Reich" zu verbieten. Als Borwand diente ihr, daß die Zustimmung des Landtagspräsidenten 1. Bollständiges Berbot der Erwerbsarbeit für die schulzur Demonstration im Bannkreis nicht zu erlangen sei, da er von pflichtige Jugend. 2. Berbot der Ueberschreitung des Achtstundentages. Einrechnung München abwefend ist. Die Münchener Rechtsbojchewisten kümmerder Pflichtschulzeit mit einer Mindestarbeitszeit von fechs len sich natürlich nicht um das Berbot. Sie versuchten den UeberStunden. Berlegung des Fortbildungsschulunterrichts in die gang über die farbrüde zu erzwingen, wurden jedoch von der Tagesstunden. 3. Obligatorische Eignungsprüfung vor Zulaffung der Jugendlichen zur Erwerbsarbeit. 4. Bollständiges Verbot der Affordarbeit, der Nachtarbeit, der Arbeit unter Tage und in gesundheitsschädlichen Betrieben. 5. 36stündige Sonntagsruhe, freier Sonnabendnachmittag. 6. Urlaub unter Beiterzahlung des Lohnes bis zum 18. Lebens7. Kontrolle der Durchführung durch Jugendinspektionen unter Mitwirkung von Arbeitervertretern. jahre. 8. Grundlegende Reform des Lehrlingswesens. 9. Neuregelung des obligatorischen Fortbildungsschulunterrichts. Der Kampf für die Durchführung dieser Forderungen soll von einem Remitee geleitet werden, das aus je einem Vertreter des Internationalen Gewerkschaftsbundes, der Arbeiterjugend- Internatio= nale und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft zufammengesetzt wird. Die Konferenz besaßte sich ferner mit der Frage des VerMax Reinhardt, der feiner Zeit mit so großen Plänen von Berlin hältnisses zur tommunistischen Jugendinternationale und mit der fortaing, beabsichtigt bas ofepbftäbler Theater in Bien zu übernehmen Einladung zu einem Weltfongreß der proletarischen Jugendorgani fationen. Da in der gemeinsamen Aussprache eine lebereinstimmung Das Märkische Wandertheater beginnt am 15. Sept. die neue nicht erzielt werden onnte, traten die beiden Komitees zu einer ge Spielzeit unter der Leitung des Direktors D. Gläfer, nachdem es von der trennten Beschlußfaffung zusammen. Das Ere! utivkomitee der Inter Gesellschaft für Bollsbildung und der Preußischen Landesbühne eine Sub- nationalen Arbeitsgemeinschaft erklärte, nur dann mit der kommuvention erballen bat. Zur Aufführung erworben wurden„ Die versunkene nistischen Jugendinternationale über die Frage des Weltkongresses zu Glode"," Hanneles Himmelfahrt"," Fuhrmann Henschel".„ Der Biberbelz", verhandeln, wenn an diesen Berhandlungen auch die Arbeiterjugenddas Lufspiel 360 Frauen" von Wenzel und„ Stain" von Wildgans. Internationale teilnimmt. Die Arbeiterjugend- Internationale beschloß Der Besuch der staatlichen Museen in Berlin hat jetzt dadurch einstimmig, die Teilnahme an dem Weltkongreß abzulehnen. eine Erleichterung erfahren, daß an jedermann Semesterfarten au 10 M. und Jabresfarten zu 20 M. im Zentralbureau, Altes Museum am Luft. Bertreters der Georgischen Sozialistischen Jugendorganisation entIn weiteren Verlauf der Berhandlungen wurde ein Bericht des garten, zur Ausgabe gelangen. In der Ausgabe von Jahreskarten zu 10 M. an Etudierende und Schüler hat sich nichts geändert. Semester und gegengenommen und eine Entschließung gefaßt, die gegen die von Jahr rechnet von April an. den Bolschewisten geplante Berbannung der inhaftierten georgifchen Sozialisten nach Rußland schärfftens protestiert. Eine Frau als ordentlicher Profeffer in Bertretung wenigstens ift in Gießen tätig. Die Privatdozentin Margarete Bieber vertritt den ordentlichen Professor ber lassischen Archäologie. Bei der Beratung über die fünftige Zusammenarbeit der beiden Jugendinternationalen herrschte Einmütigkeit darüber, daß die gegen Polizei daran gehindert. Um den Königsplatz hatte sich zum Verbot zum Troh eine große Menschenmenge angesammelt, die sich mit dem Abfingen nationalistischer Lieder beschäftigte. Schließlich räumte die Polizei den Platz und die anschließenden Straßen. Die Demonftranten formierten darauf die Züge und 30gen unter Abfingen von antisemitischen Kampfliedern durch das Zentrum der Stadt. Vor dem Verlagsgebäude der Münchener Boff" und vor den Quartieren der Ententefommiffion wurde Half gemacht und die üblichen Drohungen ausgestoßen. Die Leitung der„ Nationalsozialistischen Arbeiterpartei" zog sich über die Jfar zurück, um bei Bollbier Kriegsrat zu halten. Hierbei fam es zu einem Zusammenstoß mit der kommuniftischen Jugend. Die Kämpfenden wurden von der Polizei gefrenni. 3m übrigen ist der Abend ohne weitere Störung verlaufen. Die Form, in der die Polizei den willen des Ministerrats durchzudrücken versuchte, war charakteristisch für den Geist, von dem fie beseelt ift. Das Plakat, das in den Abendfiunden angeschlagen wurde, nennt die Demonstration gegen die Reichsregierung überhaupt nicht beim Namen und spricht fortgefeht nur von eine Teuerungsdemonstration". Sozialdemokratischer Sieg in der Hamburger Taubstummen Vertreter der erwachsenen Taubstummen in den Elternrat an anstalt. Bei der am 20. Auguft stattgefundenen Neuwahl für die der Taubstummenanstalt in Hamburg fiegte die Liste„ Fortschritt" der Hamburger Taubstummenfettion der GPD. Verhaffungen unter der russischen Intelligenz. Wie der„ Rigaschen Rundschau" aus Mostau gemeldet wire, sind neuerdings eine Reihe weiterer hervorragender Berireter der russischen Intelligenz in Moskau verhaftet worden, darunter die Professoren Kiefe. wetter, Fürst S. Trubeztoj, M. Feldstein und der be" fannte Publizist Mjatotin, Gewerkschaftsbewegung Die Beamten und die Gewerkschaften. Der Allgemeine Deutsche Beamtenbund hielt am Donnerstagcbend in den„ Germaniasälen" eine öffentliche, stark besuchte Bamtenversammlung ab. Die Tagesordnung lautete:„ Der Stand der Rechts- und Besoldungsfragen und die fünftige gewerkschaftliche Organisation der Beamten." Referenten waren Ministerialrat Faltenberg und Theodor Kohur vom Deutschen Eisenbahnerverband. Zunächst sprach Faltenberg, der in einer großzügig angelegten Rede eingehend die Entwicklung der Beamtenbewegung schilderte. Ein gewaltiger sozialer Umschichtungsprozeß vollzieht sich heute und man kann doch nicht glauben, daß die Beamten davon unberührt bleiben. Das Wesen dieses Umschichtungsprozesses muß erfaßt und hiernach ein neuer Weg eingeschlagen werden, den der Allgemeine Deutsche Beamtenbund bereits beschritten hat. eingehend biskutiert wird, um dann in einer zweiten gemeinsamen Afa- Funktionärversammlung Stellung zu nehmen. Die Betriebe haben sofort alle Maßnahmen für eine im Anschluß an die gemeinfame Versammlung vorzunehmende Urabstimmung zu treffen." Allgemeiner freier Angestelltenbund. Drtskartell Groß- Berlin. Starke Lohndifferenzen bei der Hochbahn. Man schreibt uns: waren von jeher niedriger als für die Angestellten in Reich und Staat und für die Kommunalbeamten. Das neue Angebot erhöht diesen Abstand noch, deshalb mußte es abgelehnt werden. Die Verhandlungen sind gescheitert. Die Angestellten nehmen in einer Mitgliederversammlung des 3dA. am Dienstag dazu Stellung. Reinfall des G5A. im Bankgewerbe. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten sendet uns eine BeDie neue Teuerungswelle hat auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens Lohnsteigerungen nach sich gezogen und sie bereits wieder richtigung". Genosse Schmidt vom 3dA. hätte mit dem GdA. nicht weit überholt. Diesem Gindrude fonnten sich auch die öffentlichen gründlich abgerechnet. Wahr sei vielmehr, daß die Verfuche" törperschaften( Reich, Staat, Stommune) nicht entziehen und obwohl des Genossen Schmidt, den GdA. anzugreifen, auf stürmischen Widerspruch in der Versammlung stießen." für Auguſt bereits eine Vereinbarung getroffen war, fam es zu Auch wäre es nicht wahr, daß die in der Resolution angegebene weiteren Zugeständnissen in Höhe von 11 m. und mehr über die Besucherzahl berichtigt worden wäre. Womit freilich nicht gesagt für Auguft bereits getroffenen Vereinbarungen. Die im Hochbahnbetriebe Beschäftigten stellten angesichts der ist, daß in dem halbleeren Saal, der 1500 Personen faßt, auch die Sachlage ebenfalls Forderungen in Höhe von 15 M. pro Stunde. 3000 Berfonen sich befanden, von denen die Resolution spricht. Die hierüber bereits gepflogenen Verhandlungen baben bisher nur Schließlich bestreitet der GdA. christlich zu sein. Er sei in jeder Wir dürfen nicht glauben, unfere Forderungen außerhalb der ein ganz unzureichendes Ergebnis gezeitigt, das nach feiner Richtung Beziehung neutral. Der hartnäckige Standpunkt der Hochbahndes Bolfes erreichen zu können. Als Grundpfeiler sind Solidaris hin befriedigen kann. tät und Roalitionsfreiheit anzusehen. Nur eine Umgesellschaft fann sehr leicht zu einer impulsiven Betriebs. bildung der ganzen Beamtenbewegung, alle Beamten auf eine it illegung in allernächster Zeit, vielleicht schon im Laufe gewerffchaftliche Grundlage zufammenzubringen, fann uns des heutigen Tages, führen. zum Ziele führen. Die fich daraus ergebenden Konsequenzen fallen lediglich der eitung des Unternehmens zur Last, weil sie der Notlage der Bediensteten absolut nicht Rechnung tragen will. Dies zur Kenntnis des Berliner Publikums im Falle eines Stillstandes des Hochbahnbetriebes. Für die Transportarbeiter im Buchhandel, Buchdrudereien, Briefumschlags und Luguspapierfabriken fowie Bapier und Pappengroßhandel sind die Tarife für August bezw. September zum Abschluß gelangt. Abdrude fönnen gegen Mitgliedsausweis beim Transportarbeiter Verband, Engelufer 24 25, II, Zimmer 31, in Empfang genommen werden. う Die Verhandlungen im Berficherungsgewerbe führten froß mehr. stündiger Verhandlungen zu feiner Einigung über die AugustBehälter der Berficherungsangestellten. Die Parteien haben das Reichsarbeitsministerium angerufen und um Benennung von drei Streitfrage herbeiführen sollen. Telephonnummern der Berliner Gewerkschaften. Unparteiischen gebeten, die einen endgültigen Entscheid über die Ausschneiden oder nofieren! Bon diesem Gedanten aus ist der Allgemeine Deutsche Beamten bund begründet worden. Wir haben ertannt, daß wir ohne ein Zu sammengehen mit den Gewerkschaften nicht vormärts fommen. Der vermalebeite Standesdüntel muß abgeftreift werden.( Lebhafter Beifall.) Wir dürfen nicht lediglich Lohnpolitik betreiben, sondern müssen den Weg praktischer Wirtschaftspolitik beschreiten, den Weg, auf dem eine Umstellung unserer Wirtschaft zu erreichen ist. Ohne unsere Selbständigkeit aufzugeben, müssen wir in engster Fühlung mit den Schichten bleiben, die ebenso wie wir nur ihre An Stelle der bisherigen Telephonanschlußnummern der GeArbeitskraft zu verkaufen haben. Der Vorwurf gegen unseren neuen Bund, daß er parteipolitisch werkschaftskommission, Freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale, nicht neutral bleiben wolle, ist ganz unberechtigt, denn auch in seinen Asphalteure, Böttcher, Fabritarbeiter, Friseure, Glaser, Hutmacher, Sagungen ist diese Neutralität vorgesehen. Wir wollen aber den Lithographen und Steindruder, Steinarbeiter, Voltsfürsorge, Veralten obrigkeitlichen Geist nicht wieder einführen, uns nicht einmal lagsgesellschaft des ADGB., Expedition des„ Korrespondenzblattes". links und dann wieder rechts herumbrehen, sondern endlich die Dekonomie des Gewerkschaftshauses, Herberge und der Gewerk ichaftshausverwaltung( Saffenbach) treten mit dem heutigen Tage Demokratifierung der Berwaltung erreichen.( Großer Beifall.) die Nummern: Der Beamte soll nicht bloß als Beamter, sondern auch als Mensch gewertet werden. Wer aufsteigen will, muß den Beweis des Rönnens hierfür erbringen. Es darf feine chinesische Mauer aufgerichtet werden.( Zustimmung.) Als nach der Ermordung Rathenaus der Ruf nach einem Schutzgesetz für die Republik erhoben wurde, erklärten unsere Gegner, sich für diese Forderung energisch einsetzen zu wollen, später stellten sie sich aber auf die Seite der Barteien, die für die Ablehnung eintraten. So versagten fie in dem Augenblick, in dem die deutsche Republik auf dem Spiele stand. Auch der gegen uns gerichtete Vorwurf, daß wir das Berufsbeamtentum abbauen wollten, ist unbegründet. Wir wollen, daß alles, was öffentlich- rechtlich ist, auch auf öffentlich- rechtlicher Grundlage gestellt sein muß. Wenn sie aber meinen, daß alle, die nun einen Blag an der Sonne haben, diesen auch nur allein und für immer behalten sollen, so find wir allerdings anderer Meinung. Mit dem Ruf, vorwärts und aufwärts zu streben, schloß der Redner unter stürmischem Beifall sein Referat. Hierauf sprach Kozur über Beamtenrecht und Beamtenbesoldung. In seinen Ausführungen berührte er alle hiermit in Berbindung stehenden wichtigen Fragen für die Beamtenschaft, namentlich das Beamtenrätegesez, die Koalitionsfreiheit, sowie auch die Bestimmungen über die Altersgrenze der Beamten. Dann kam er weiter auf die Besoldungsverhandlungen zu sprechen und wandte fich schärfftens gegen die ungerechte Festsetzung des prozentualen Zuschlags, die es ermögliche, daß der Gruppe 1 nur 17040, den in Gruppe 13 eingereihten Beamten aber 105 600 m. im Endgehalt bewilligt werden konnten. Die Beamtenschaft müsse sich endlich dazu aufraffen, in Gemeinschaft mit den Arbeiterorganisationen beffere Berhältnisse zu erfämpfen.( Großer Beifall.) Nach einer sehr lebhaften Diskussion, in der u. a. No ad erflärte, daß der Reichsverband deutscher Poſt- und Telegraphenbeamten beschlossen habe, aus dem Deutschen Beamtenbund auszutreten, und Fräulein Krüger mitteilte, daß sie vom Verband der Bost und Telegraphen- Beamtinnen ausgeschlossen worden sei, weil fie einen Werberuf für den ADBB. unterzeichnet habe, wurden die nachstehenden beiden Entschließungen einstimmig angenommen: 1. Die Versammlung versichert, mit aller Kraft für die Stärkung des ADBB. einzutreten, und erwartet, daß die Bundesleitung in Bufunft im engsten Einvernehmen mit den gewerkschaftlichen Arbeitern und Angestellten Hand in Hand arbeiten wird. 2. Die versammelten Beamten erheben auf das schärffte Protest gegen das Berhalten der Regierungsvertreter in der Besoldungsfrage gegenüber den Vertretern der Spigenorganisationen, insbefondere gegen das im Namen des Reichsfinanzministers heraus gegangene Schreiben, in dem die Notlage der Beamten abgeftritten wird. Die Beamten fordern von ihren Vertretern, diese Herren als Unterhändler abzulehnen, wenn sie ihr Berhalten nicht ändern. Angestellte der Berliner Metallindustrie! Das Reichsarbeitsministerium fällte am 24. August 1922 folgenden Schiedsspruch: " Moritzplatz: 11500 bis 11508. Lohnvereinbarung im Friseurgewerbe. Mit Wirkung vom beutigen Tage ab werden folgende mindest wochenlöhne festgesetzt. Für Herrenfriseure 1000 m., Damenfriseure 1050 M.; für Damenfriseurgehilfinnen mit dreijähriger Lehrzeit oder dreijähriger ununterbrochener Berufstätig feit 1000 m. Unter 21 Jahre alte Gehilfen und Gehilfinnen erhalten 100 m. meniger. Haararbeiter und-arbeiterinnen erhalten 1100, wern besonders qualifiziert, 1150 m., Einrichter und Präparateure 1200 m. Handpflegerinnen erhalten 650 M. Für Aushilfe wird gezahlt für Sonnabend von mittags 1 lihr ab und Sonntags 250 m., für einen vollen Sonnabend 225 M., von 1 Uhr ab 160 m., für einen Sonn- oder Feierlag 100 m. und für eine Woche 1100 m. Der Stundenlohn für Aushilfe beträgt 22 M. für einen Herrenfriseur und 25 M. für einen Damenfriseur. Der Urlaub beträgt nach ein- bis zweijähriger Tätigkeit fünf Tage, nach mehr als zwei Jahren sieben Lage. Bestehende bessere Arbeitsverhältnisse dürfen Die Lehrlingsentiädigung aber ist nach wie vor dem Gutdünfen der einzelnen Meister überlassen. nicht verschlechtert werden. Die Friseurgehilfen müssen drei Jahre lernen und sich nachdem noch, insbesondere im Damenfache, besonders ausbilden. Sie müssen einen Teil ihres Handwertszeugs, wie Rasiermesser, Haarschneide. scheren und Kämme felber stellen und instandhalten. Sie sollen felbstverständlich ordentlich gekleidet sein, Arbeitsjacketts oder Mäntel müssen sie sich selber halten und reinigen lassen. Sie haben geteilte Arbeitszeit von 8 hr früh bis 7 Uhr abends, bei meistündiger Mittagspause; für Frühstück und Besper werden eine halbe Stunde angerechnet. Sie arbeiten noch immer anstatt an sechs Tagen an allen sieben Tagen in der Woche. Bei alledem erhalten sie die allerniedrigsten Löhne in ganz Berlin. Es dürfte in Berlin feine einzige Gruppe ungelernter Arbeiter mehr geben, die noch ungünstigere Arbeitsbedingungen zu verzeichnen hat. Das Trinkgeld spielt bei den heutigen Preisen in den fleineren Betrieben feine besondere Rolle mehr. Nur in den von zahlungsfähigerem Bublifum frequentierten Betrieben, wo zu dem Trinkgeld noch Prozente für die auf Empfehlung der Gehilfen vertauften Toiletteartitel gezahlt werden, ist das nebeneinkommen noch nennenswert. Im allgemeinen aber sehen sich die älteren Gehilfen mehr und mehr zur Berufsflucht gezwungen. Trok alledem hat in Berlin immer noch ein ganzer Teil der Gehilfen nicht begriffen, daß er fich feiner Organisation anschließen muß, dem Ar beitnehmerverband Friseur und Haar= gewerbes, Engelufer 24( 3imer 59), ohne den nicht einmal die vorstehende Lohnvereinbarung und Lohnhöhe erreicht worden wäre. des Differenzen im Bankgewerbe. 1 Die Berliner Anschlag- und Reflame- G.m.6.5., gegen die der Transportarbeiterverband das Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts angerufen hatte, verpflichtete sich. für August eine Zulage von 35 Broz. und eine einheitliche Wirtschaftsbeihilfe von 1000 M. an alle Arbeiter und Arbeiterinnen zu zahlen. An die erst im Laufe des August eingetretenen Arbeitnehmer soll die Wirtschaftsbeihilfe nach dem Berhältnis ihrer Beschäftigung im Monat August gezahlt werden. Der fommunistische Candarbeiterftreit in Oberbarnim ist nach dreiwöchiger Dauer völlig zusammengebrochen. Die streifenden Arbeiter nehmen auf allen Gütern die Arbeit bedingungslos wieder auf. mit der Zurückziehung der noch tätigen zweihundert Nothelfer wird fofort begonnen. Die Lohnverhandlungen im Bergbau wurden gestern fortgesetzt. Für das Revier Aachen wurde eine Zulage von 261 M. amb eine Erhöhung der Kinderzulage und des Hausstandgeldes um 3 M. pro Schicht beschlossen. Im Revier Niedersachsen werden die Schichtlöhne um 264. M., die Kinderzulage und das Hausstandgeld um 2 m. erhöht. Ueber die Lohnregelung in den anderen Revieren fonnte feine Einigung erzielt werden. Ein Schiedsgericht befaßt sich mit der Regelung in diesen Revieren. Die Rheinpfalz ist ohne Licht und elektrischen Strom, da die Belegschaft des Kraftwerts in Homburg die Arbeit niederlegte. stündiges Ultimatum auf erhebliche Lohnerhöhung gestellt worden, Der Streitfall wird so dargestellt, als fei ohne weiteres ein einin einer Stunde aber keine Möglichkeit gewesen, die Forderung zu erledigen. Die Pfalz hat französische Bejagung. In der Metallindustrie Niederschlesiens ist eine Einigung über den Schiedsspruch für die September- Löhne erzielt worden. Die Arbeit wird am Montag wieder aufgenommen. Die Streifbewegung in Le Havre hat sich ausgedehnt. Die Hafenarbeiter haber die Arbeitswilligen zur Niederlegung der Arbeit gezwungen. Auch der Straßenbahnverkehr ruht. Im Gastwirts gewerbe ist der Streif allgemein. Die Arbeiterverbände haben einen 24 stündigen Sympathiestreif für die streifenden Metallarbeiter be= schlossen. Der Streit der spanischen Poftbeamten ist damit beendet, daß haben. die Streifenden sich bedingungslos der Regierung unterworfen D'Annuncios neueffe Rolle ist die eines Gewerkschaftsführers für eine neue Gruppe der Eisenbahner, Postbeamten und Seeleute Italiens. Der Dichter, Kriegs- und Fascisten- Held ist jetzt arbeiterfreundlich geworden. Dabei fann höchstens etwas Gelbes heraus. tommen. Zentralverband der Angestellten. Damen wäsche. Mitgliederversamm Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter.( Solzrahmenlung: heute 2 Uhr, Musikerfäle", Raifer- Wilhelm- Str. 31. branch e.) Gonnabend, nachm. 3½ Uhr, im großen Gaal des Gewerkschafts. hauses, Engelufer 25: Branchenversammlung gemeinsam mit den Bericht von den Verhandlungen. Unbedingtes Die Branchenleitung. Solzarbeitern. Erscheinen aller Rolleginnen und Rollegen erwartet Einzelhandelsangestellte! Bersammlung aller Angestellten des Einzelhandels: Montag 7 Uhr in der Stadthalle, Rilosterstraße. Der Ernst der Situation erfordert zahlreiches Erscheinen. Gemeindebehörden. Berwaltungsangestellte. Mitgliederver fammlung: Dienstag 7 Uhr, Neue Philharmonie", Röpenider Str. 9. Funk tionäre 2 Stunden früher. Blufen, Damen-, Kinder, Herren-, Anabentonfet. Der Reichsverband der Bankleitungen hat gestern nachmittag tion und Serrenwäschebranche. Mitgliederversammlung: Montag 5½ Uhr, beschlossen, daß am 1. September den Bankangestellten ein Monats- Saverlands Festfälen", Sieue Friedrichstr. 35. Berband der Fabrilarbeiter.( Gruppe: Blumen und Federn gehalt einmalig ausgezahlt wird, außerdem soll jeder verheiratete industrie.) Dienstag 5½ Uhr im großen Gaal des Gewertschaftshauses, Angestellte 2500 M. und für jedes Kind je 1000 m. erhalten. Diese Engelufer 24/25: Allgemeine Bersammlung. Bericht von der LohnVorschußzahlung soll auf die neue Gehaltsregelung Anfang Sep- verhandlung. tember verrechnet werden. Mit Wirkung vom 1. August 1922 wird der Teuerungszuschlag zu den Grundgehältern von 150 Broz. auf 280 Proz. erhöht. Auf die bestehenden Frauen- und Kinderzulagen sind die gleichen Teuerungszuschläge zu zahlen". Der Bund der technischen Angestellten und Beamten und der Der allgemeine Verband der Bankangestellten hat diefen Zentralverband der Angestellten beschäftigten sich in getrennt ab gehaltenen gut besuchten Funktionärversammlungen am Donnerstag Vorschlag abaelehnt, da er für seine Mitglieder auf der Forderung abend mit der Sachlage. Bei der Entgegennahme des Berichts beharren müsse, daß die Beihilfe als eine nicht rüdund der Bekanntgabe des Schiedsspruches, den die Berichterstatter nerftattende irticafts bebilfe gegeben werde. Falls als nicht ausreichend bezeichneten, nahmen die Funktionäre in der Reichsverband diefe Forderung ablehnen sollte, müsse sich der einer außerordentlich fachlichen Diskussion hierzu Stellung und er- Allgemeine Verband für seine gesamten Mitglieder im Reich weitere flärten, daß es notwendig sei, die Betriebe genauestens Schritte vorbehalten. au unterrichten; eine Empfehlung des Schiedsspruches fönne dagegen nicht Blaz greifen. Es gelangte alsdann in den Versammlungen nachstehende Resolution gegen 1 beziehungsweise 2 Stimmen zur Annahme: Hilfskräfte des Magistrats! Ende Juli wurde mit dem Magiftrat Berlin eine vorläufige Regelung der Gehaltsbezüge für den Monat August getroffen. Die Funktionärversammlung. bat von dem Ergebnis der schieds. Der Zentralverband der Angestellten behielt sich damals vor, eine gerichtlichen Verhandlungen Kenntnis genommen und bezeichnet den Nachforderung für August zu unterbreiten. Die Berhand52prozentigen Aufschlag auf die Juli- Gehälter als lungen über diese Nachforderung fanden gestern statt. Das Angebot, böllig unzureichend. Sie erklärt sich damit einverstanden, das der Magistrat machte, war so gering, daß es die Organisation daß das Ergebnis unverzüglich in allen Betrieben in Versammlungen nicht annehmen konnte. Die Gehälter der städtischen Angestellten Die Gruppenleitung. Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs. Berlin- Lichterfelde; für An acigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin, Lindenste. 8. Hierzu 1 Beilage und Jugend- Borwärts". " Die Hausfrau spricht: Nudel und Obst? Ein leckres Gericht! Auf Teigwaren überhaupt bin ich erpicht. Sie schaffen Mark 1 auch ohne Knochen Und lassen mannigfach sich kochen! WENESTI RUND AMCAY BERLIN. RUND NEST WENEST RUND RUN WENE FEINE MILDE CONSUM- ZIGARETTE MIT UND OHNE GOLD