Nr. 406+39. Jahrgang Ausgabe A r. 199 Bezugspreis: ., Für den Monat August 90, noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und. Memelgebiet, sowie Defterreich und Luremburg 138,- m, für das übrige Ausland 172,0. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, Eng land, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschecho Slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramim- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Stonpare geile foftet 25,-. Retlamezeile 125,-. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 7, W.( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 6, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 4.- M., jedes weitere Wort 3, M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 10,-. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4% 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SB 68, Linden straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Dienstag, den 29. August 1922 Die Berliner Konferenzen. Debatten über Ernährungsnot und auswärtige Lage. Die Ronferenz der Reichsregierung mit den starten Inanspruchnahme der Reichsregierung die Erörterungen Ministerpräsidenten der Länder über Deutsch nicht zusammenhängend gepflogen werden können. Der Ausschuß lands außenpolitische Lage ist am Montag nicht zum Abschluß beschloß deshalb, in seiner Sigung am Dienstag, den Bericht des Ernährungsministeriums entgegenzunehmen. gekommen, sondern wird am Dienstag fortgesetzt werden. Die Wahl der Ausschußmitglieder wurde nach längerer Ge Den Besprechungen am Montag ging nachmittags 5 Uhr schäftsordnungsdebatte auf Mitte nächster Woche vertagt, da die eine Kabinettssitzung voraus, in der die einzelnen Ressorts demokratische Fraktion Anspruch auf Vertretung im Ausschuß geltend über die Wirtschaftslage im Reich und die außenpolitische Lage machte, der ihr ihrer Stärke entsprechend nicht zustand. Der Reichs: Bericht erstatteten. In der um 6 Uhr fortgesetzten Konferenz ernährungsminister machte wegen dieser Bertagung Bedenten gelmit den Ministerpräsidenten stand die Ernährungslage tend, da der Ausschuß sich nicht nur mit der Preisfestsegung für zur ausführlichen Debatte. Ernährungsminister Fehr, das zweite und dritte Drittel der Ablieferung zu beschäftigen habe, Reichswirtschaftsminister Schmidt, Reichsarbeitsminister fondern Stellung nehmen müsse zu dem bereits im Gesetz bestimmten Brauns und der Staatssekretär im Reichsverkehrsministe: Preis für das erste Drittel. Diese Stellungnahme des Ministers, rium Stiefer erstatteten eingehend Bericht über die Pläne und Absichten ihrer Ministerien zur Sicherung der Bolfs ernährung. Ministerpräsident Braun sprach für Breuken, Graf Lerchenfeld für Bayern, und Innenminister Lipinsky sprach für Sachsen. Sie machten weitergehende Borschläge bzw. Abänderungswünsche in bezug auf die vor gesehenen Maßnahmen der Reichsregierung. Falls die Aussprache der Ministerpräsidenten am Dienstag beendet wird, soll anschließend eine Kabinettssitzung stattfinden, die auf Grund der Besprechungen mit den Ländern endgültige Beschlüsse zur Sicherung der Volksernährung fassen wird. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag. Hauptegpedition u. InferatenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Die Beamtenbesoldung. Bon Franz Krüger, M. d. L. Die rapide Steigerung der Kosten der Lebenshaltung in den letzten Monaten hat, wie für die übrigen Arbeitnehmers gruppen auch für die Beamten eine Steigerung ihrer Bes züge fast von Monat zu Monat notwendig gemacht. Noch in den letzten Tagen ist mit Geltung ab 1. August d. J. eine neue Erhöhung der Teuerungszulage mit den Organisationen der Beamten vereinbart worden und die ständigen Ausschüsse des Reichstags und Preußischen Landtags haben diesen Vereinbarungen zugestimmt. Dabei ist in beiden Ausschüssen von den Bertretern unserer Partei mit allem Nachdruck betont den Bertretern unserer Partei mit allem Nachdruck betont worden, daß in der bisherigen Weise der schematischen Erhöhung der prozentualen Teuerungs 3 u lage nicht fortgefahren werden dürfe, wenn nicht in dem Verhältnis der Besoldung der einzelnen Beamten ebenso wie die offenherzigen Bekenntnisse der Deutschnationalen gruppen zueinander die schon jetzt bestehende schreiende Uns und der Deutschen Boltspartei über die Not der Landwirtschaft" gerechtigkeit in unerträglichster Weise verschärft werden solle. veanlaßten die Vertreter der sozialistischen Parteien, mit aller Ent- Eine weitere Anpassung der Beamtengehälter an die Teueschiedenheit zu erklären, daß eine Aenderung der im Gesetz vorgesehenen Preise für das Umlagegetreide für sie undistufierbar sei. rung fönne daher nur durch eine Neuregelung der GrundEs sei eine unerhörte Herausforderung, in einem Augenblick, in gehälter oder durch eine Erhöhung des für alle Besoldungs dem große Verbraucherschichten vor dem Berhungern stehen, gruppen gleichen sogenannten Kopfzuschlags" vorgenommen den Versuch zu unternehmen, die Verbraucher noch stärker zu bes werden. laften und den Schuhwall niederzureißen, den das Gesetz in voller Diese Auffassung wird natürlich nicht in allen BeamtenAbsicht aufgerichtet habe. Der Minister Fehr erklärte darauf, daß gruppen geteilt. Der Berufsverein höherer Verer sehr wohl wisse, daß eine Aenderung der Preise nur durch ein waltungsbeamten veröffentlichte z. B. in der Nr. 362 Gesetz durchgeführt werden könne. Immerhin sei die Situation des Berliner Tageblatts" vom 15. August d. J. einen Artikei doch so brenzlich, daß auch über ,, Qualitätsarbeit und sozialer Ausgleich", in dem er u. a. folgendes fagt: den Preis für das erste Drittel des Ablieferungsfolls Am Donnerstag nachmittag 6 Uhr findet in der Reichs gesprochen werden müsse. fanzlei eine Besprechung der Parteiführer statt. Wenn wir auch nicht verkennen wollen, daß der Minister Fehr Der Reichskanzler beabsichtigt, in dieser Besprechung die Ver- mit dieser Stellungnahme die Ablieferungsfreudigkeit der Land. treter der Parteien über die innen- und außenpolitische Lage wirtschaft heben will, so ist doch der Weg absolut ungangbar. Der und über die Maßnahmen gegen die Ernährungsnot Sinn des Umlagegefeges war, den Brotpreis von den Schwankun zu unterrichten. Da anzunehmen ist, daß bis zu dieser Zeit gen der Baluta unabhängiger zu machen. Es hieße, den Sinn über die Regelung der Reparationsfrage nähere Einzelheiten des Gejeges ins Gegenteil fehren und die durch den Sturz der vorliegen, soll auch dieses Problem nach Möglichkeit besprochen mart geschaffene Teuerung noch zu verstärken, wollte man jet noch nachträglich die Preise erhöhen. werden. Reichsernährungsminister Fehr hat die Ernährungsminister der Länder für Freitag zu einer Besprechung nach Hamburg eingeladen. Unerhörte Margarinepreise. Während gestern zum ersten Male feit längerer Zeit der Doftar Eine nähere Ausarbeitung des letzten deutschen Ber start im Werte zurückging, veröffentlichten die Margarinefabrifanten mittlungsvorschlages für die Reparations eine Erhöhung der Margarinepreise um volle 100 Mart das fommission ist in vollem Gange. Es ist dafür Sorge ge- Pfund auf 240 bis 280 Mart, je nach Qualität. Da der Großtragen, daß der Borschlag in seiner endgültigen Faffung in handelspreis eines Pfundes Margarine vor dem Kriege etwa 52 Pf. allen Einzelheiten ausgearbeitet, der Reparationskommiffion war, find die Margarinepreise auf dem fünfhundertsachen Borkriegsvor der wahrscheinlich am Mittwoch zu fällenden Entscheidung ftand angelangt. Der hohe Dollarſtand rechtfertigt diese gewaltige zugehen wird. Die Meldungen über eine von Deutschland Berteuerung des für die breiten Maffen so wichtigen Lebensmittels vorgeschlagene Rontrolle des Haushaltes durch seineswegs. Nach dem geftrigen Rurs fäme allenfalls der 350fache und selbst nach dem viel höheren Kurse des Sonnabend Amerita treffen nicht zu. nur etwa der 430fadje Borfriegspreis in Frage. Der Preis des Umlagegetreides. Nachträgliche Heraussetzung für das erste Drittel? Der Boltswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages trat am Montag zu einer Sigung zusammen, um den im Getreide umlagegesetz vorgesehenen Ausschuß zur Festlegung der Preise zu wählen: Vor Eintritt in die Tagesordnung schlug der Borsitzende, Abgeordneter Simon( U. S03.) vor, in diesen Tagen unter Hinzu ziehung des Ernährungs- und Wirtschaftsministers Maßnahmen gegen die Teuerung und zur Gesundung der Wirtschaft zu beraten. Diese Anregung fand allgemeine Zustimmung, jedoch ergab sich, daß bei der Die Kriegsbeschuldigtenfrage. Eine Note der Botschafterkonferenz. ,, Die zurzeit geltende Beamtenbesoldung hat die ihr gestellten Aufgaben nicht erfüllt. Die nachteiligen Auswirkungen, die der Außerachtlassung kulturpolitischer, sittlicher, staatswirtschaftlicher und feziologischer Momente bei der unter ausschließlich poliz tischen und gewertschaftlichen Gesichtspuntten erfolgten Gestaltung der Grundgehälter entstammen, lassen bas Berlangen nach einem Umbau bes berzeitigen Systems der Kunststopferei, wie man es genannt hat, immer dringen Ser werden. Mit einer angeblich sozialen Ausgestaltung der Gehälter hat man die Qualitätsarbeit zur Strede gebracht. Es ist die Ueber eugung weiter maßgebender Kreise, vor allem der preußischer, Staatsregierung, daß wir nur durch Betonung des Leistungs prinzips auch in der Beamtenschaft zu gefunden Verhältnissen kom men. Es genügt dabei aber nicht, der Beamtenschaft neue Pflichten aufzuerlegen, die Konsequenz muß auch auf seiten des Staates in einer angemessenen Bewertung der Leiftung gezogen werden. Das jetzt auch die Besoldung beherrschende Prinzip des fozialen. Ausgleichs", unter welchem Schlagwort man dem Einheitsgehalt zustrebte, beruht auf einer anzutreffenden Die gewaltige Berteuerung der Margarine berührt uns eigen Borausseßung. Aus einer fraglos unzureichenden Besoldung der artiger als die Margarinefabriken fast durchweg unter maßgeblichem unteren Gruppen entstand jenes Ressentiment dieser Schichten, das Einfluß holländischer Rapitalisten stehen. Es ist uner. fich gegen die„ unsozial hohen" Gehälter der oberen Beamten richtete, träglich, wenn das Auslandskapital unter Hinweis auf die notwen- obwohl die angemessene Bewertung der qualifizierten Beamten den digen ausländischen Rohstoffe die Butter der armen Leute so un- unteren feineswegs die Mittel für eine zureichende Besoldung ents zieht, wie eine Dentichrift des statistischen Reichs glaublich verteuert, wie das jetzt geschieht. amis nachweist." Wir erwarten, daß die Reichsregierung unverzüglich diese Preise prüft und gegebenenfalls gegen den Bucher der Kartelle mit aller Entschiedenheit einschreitet. Das Borgehen gegen den Kleinhandel nüßt wenig, wenn nicht schon bei der Produktion eine energische Ueberwachung der Preise stattfindet. Ganz ähnliche Gesichtspunkte sind auch von den ja gleich falls der höheren Beamtenschaft angehörenden Vertretern der Regierung bei den lekten Verhandlungen mit den Organi fationen zum Ausdruck gebracht worden, indem sie sich mit aller Entschiedenheit gegen eine Erhöhung des gleichmäßigen Kopfzuschlags aussprachen. Die Marienbader Konferenz. Es ist selbstverständlich, daß ebenso wie in Privatbetrieben Peng, X. Xugust.( Tschechoslowakisches Pressebureau.) In der auch in der Beamtenschaft die Festlegung der Gehälter nicht Sonferenz der Staaten ber leinen Entente und Bolens nur unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Notwendig then ofthat in Baris ist eine Note der wurden alle politischen Fragen, die auf dem Programm der kom feiten, sondern auch unter Berücksichtigung der qualitativert raffertonferenz, die gegen das Berhalten der deutschen menden Session des ölterbundes stehen und die die an der erste nach der Revolution erfolgte Gehaltsneuregelung der BeArbeitsleistung erfolgen muß. Es ist zuzugeben, daß die Regierung, des Reichsgerichts und des Reichskanzlers in der riegs- Ronferenz beteiligten Staaten interessieren, durchberaten. Es beschuldigtenfrage klage erhebt, zugegangen. Die Beschwerde geht hauptsächlich dahin, daß das Reichsgericht zu langsam arbeitet und wurde beschlossen, daß bei der Session des Völkerbundes die Dele- amten diese Gesichtspunkte zu wenig berücksichtigte, und die in feinen Urteilen zu große milde walten läßt. Unter diesen gierten dieser vier Staaten im engsten Kontatt bleiben Folge war, daß gerade die Bestrebungen auf Demokratisierung Umständen," so schließt die Note, find die Alliierten Regierungen sollen. Die Lage Desterreichs, Mitteleuropas und die all- der Berwaltung auf die größten Hindernisse stießen. Tüch angesichts der Strafverfahren und der Urteile der Meinung, daß die gemeine internationale Lage waren Gegenstand eingehender Erige in freien Berufen tätige Bersonen fanden sich nicht bereit, örterung. Infolge der durch die letzten europäischen Ereignisse ent- in die Stellungen von Landräten, Regierungsräten usw. einder europäischen Ereignisse entDeutsche Regierung ihre Zusage, fachliche und loyale Juffiz zu üben, standenen politischen und wirtschaftlichen Lage wurde neuerlich die zutreten, weil sie dort schlechter bezahlt wurden, als in ihren freien Berufen. nicht folgung der vor dem Leipziger Gerichtshof bisher nicht erschienenen Notwendigkeit eines einheitlichen Vorgehens festgestellt, Diesem Zustand wurde aber durch die am 1. April 1922 Beschuldigten völlig außer Betracht zu laffen. Sie nehmen infolge- wo ihre gemeinsamen Interessen bedroht wäre. Die Verhandlun dessen alle ihnen kraft des Vertrages gegenwärtig und zufünftig gen waren vom Geiste unbedingter Solidarität und Freundschaft eingetretene Neuregelung der Gehälter und Leuerungszulagen zustehenden Rechte wieder auf oder behalten fie fich vor: ins- getragen, es wurde ein vollkommenes Einvernehmen wesentlich abgeholfen. Das mittlere Grundgehalt befondere behalten sie sich vor, jelber, nötigenfalls im 26. erzielt und die Bersicherung ausgesprochen, daß alle vier Staaten wurde damals in der III. Besoldungsklasse auf 17 500 m., weiterhin in derselben Richtung und in enger Berbindung in der Klaffe XIII auf 66 500 M. festgesetzt. Buzüglich des wesenheitsverfahren, die Kriegsbeschuldigfen zu ver- im Interesse des Friedens in Mitteleuropa und in Europa über- Ortszuschlags, der Frauenbeihilfe, des Kopfzuschlags( 25 Broz. folgen. Gezeichnet ist die Note Poincaré. Es ist auffällig. haupt vorgehen werden. Die Beratungen der Konferenz wurden daß die Note im Namen der gesamten Botschaftertenferen; an Deutschland gerichtet war. Von England waren hierüber Beschwerden faum erhoben, im Gegenteil ist am 17. Auguft 1921 von englifcher amfficher Seite im Unterhaus ausdrücklich anerkannt worden, daß das Reichsgericht nach bestem Wissen und Gewiffen Kom, 28. August.( EE.) Der frühere sozialistische Abg. Ferri, net. Es gehört also schon eine ziemliche Unverfrorenheit dazu, in gehandelt habe. Neber die weitere Behandlung der Angelegenheit der in Ropallo zur Erholung weilte, wurde von den Genueser dem obigen Artikel von dem Streben nach einem Einheitsdurch die deutsche Regierung find, wie WEB. hört, die zuständi, Fascisten aufgefordert, Rapallo zu verlassen, da seine Anwesenheit gehalt" zu sprechen. Während die Spannung zwischen gen Stellen bereits in Beratungen eingetreten, an denen an der Riviera un er wünscht" sei. Ferri leistete dieser Auf- Klasse III und Klaffe VII 9500 m. betrug, betrug sie zwischen auch der Oberreichsanwalt beteiligt werden wird. forderung Folge. Klaffe III und XIII schon 62 500 M. Zwischen den Klassen V heute geschlossen. Das Fascistenreich. auf die ersten, 10 000 m. des Grundgehalts) und der Teuerungszulage( 25 Proz. auf Grundgehalt, Ortszuschlag und Frauenbeihilfe) betrug das Gesamteinkommen in der Riaffe III 31 625 M., in der Klasse VII 41 125 M., in der Klasse XIII aber 96 875 m. Alles ohne Kinderzulagen berech und X betrug die Spannung 20 750 M., zwischen Klasse V und XIII aber sogar 61125 M. Selbst zwischen den Klassen VII und XII l betrug die Spannung 55 750 M. und zwischen den Klassen X und XIII, die sicherlich beide Qualitätsarbeit leistende Beamte umsassen, 40 375 M. Man kann also beim besten Willen nicht sage», daß dies« ab 1. April 1922 in Krasr getretene Regelung der Beamtengehälter, ganz abgesehen da- ron, cp sie(insbesondere in den unteren Gruppen) den win- schaftlichen Notwendigkeiten Rechnung trug, die unteren Be- amten. etwa auf Kosten der oberen Beamten bevorzugte, im Gegenteil muß man sagen, daß die oberen Beamten bevor- zugte, im Gegenteil muß man sagen, daß die oberen Beamten in der Bezahlung sehr stark gegenüber den unteren und mitt- leren Beamten herausgehoben wurden. Inzwischen ist der in allen Klassen gleiche Kopfzuschlag auf 55 Proz. auf die ersten 10 000 M. des Einkommens erhöht, während die» allgemeine Teuerungszulage seit dem 1. August d. I. 305 Proz. beträgt. Es ist ganz klar, daß pro- zentuale Teuerungszulagen sich bei einem kleinen Einkommen ganz anders auswirken als bei einem dreimdl so hohen Einkommen. Diese verschiedenartige Wirkung wird um so günstiger für die höheren Einkomnien, je höher der prozentuale Zuschlag ist. Bei der jetzigen Regelung beträgt das mittlere Einkommen der Besoldungsgruppe III 99 865 M., in der Gruppe V 113 230 M., in der Gruppe VII 130 645 M., in der Gruppe X 180 460 M. und in der Gruppe XIII 311 275 M. Seit dem 1. April bis zum 1. August 1922 ist also die Spannung der mittleren Gehälter zwischen den Besoldungsgruppen III und VI! von 9500 M. auf 30 780 M. gestiegen, zwischen den Besoldungsgruppen III und X von 24 875 M. auf 80 595 M., dagegen zwischen den Klassen III und XHI von 65 250 M. auf 211410 M. Zwischen den Gruppen V und Xlll stieg die Spannung von 61 125 M. auf 198 045 M., zwischen den Gruppen VII und XIII von 55 750 Mark auf 180 630 M. und selbst zwischen den Gruppen X und XIII stieg die Spannung von 40 375 M. auf 130 815 M. Während die III. Gruppe vom 1. Zlpril bis 1. August 1922 ihr miitleres Einkommen um 68 240 M. erhöhte, erhielt die VII. Gruppe 89 520 M., die X. Gruppe 123 960 M., die XIII. Gruppe 214 400 M. mehr. Wir sehen also, daß nichr nur der schon im April geschaffene Unterschied in der Bezah- lung der unteren und oberen Beamten aufrechterhalten, son- dern ganz erheblich verstärkt worden ist. Wenn auch zuzu- geben ist, daß für die oberen Beamtengruppen manche Wirkungen der Teuerung sich geltend mocyeu, die für die unteren Gruppen nicht in Betracht kommen, so muß doch festgehalten werden, daß die Hauptwirkung derTenerung auf d e in Gebiete der Lebenshaltung und der Bekleidung liegt, und auf diesen Gebieten kann nicht be- hauvtet werden, daß der Beamte der Gnippe XIII einen mehr als dreimal so großen Ausgleich der seit dem 1. April d. I. eingetretene» Teuerung notwendig hat als der Beamte der Gruppe III. Entweder bekommt der eine zuviel oder der andere zu wenig. Es muß also mit aller Entschiedenheit den Versuchen der höheren Beamten, sich auch jetzt noch ast- benachteiligt hinzu- stellen, entgegengetreten werden. Gerade in den höheren Be- amtengruppen ist die Bezahlung in starkem Maße an die Ge- hälter ähnlicher leitender Angestellten in Privatberufen an- geglichen worden. Mau kann sogar lagen, daß ein großer Teil der in freien und künstlerischen Berufen Qualitätsarbeit leistenden Personen ganz wesentlich weniger verdient und ich habe bei meinen Berechnungen auch noch gap nicht in Be- tracht gezogen die über die Gruppe XIII hinausgehende Gruppe der Einzelgehälter, bei denen sich die Steigerung natürlich noch viel stärker bemerkbar macht, die aber zahlen- mäßig wenig ins Gewicht fällt. Es muß also schon jetzt mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß bei künftigen Neuregelungen der Beamtenbezüge das Hauptgewicht auf eine Hebung der unteren Gruppen, etwa bis zur Gruppe X, ge- legt werben muß, und daß ein gewisser Ausgleich dadurch ge- schaffen werden muß, daß die neuen Zulagen mehr gleichmäßig Das Letzte. Von Anna Haag. Eine Woche lang war ich nicht aus dem Hause gegangen, denn au» meinen Augen lief das Wasser und meine Nase quietschte in nie dagewesenen Lauten. Mein Kopf aber surrte und mit dem Munde schnappte ich nach Luft, wenn die Nase Ihren Dienst versagte. Aerger- lich über diese Zustände sah ich mir die Well am achten Tage meines Hausarrestes d»rch mein Stubenfenster an, das mir einen Blick auf die Straße gönnte. Leute zogen vorüber mit hochbepackten Körben und Paketen von abenteuerlicher Form. Manche hatten Sack« und Kisten auf Karren geladen und keuchten unter der Last. War denn Markt heute?-- Da kam die Frau Postmeister des Wegs. Auch sie schleppte schwer. Auf ihrem Gesicht lag jedoch ein sichtlicher Strahl der Freud«. Meinen Gruß beantwortete sie über die Straß«:„Ich habe mich schnell noch mit Erbsen eingedeär, und mein Mann kauft Schmierseife.---" Meine Gedanken waren noch mit den Worten der Frau Post- meister beschäftigt, da trat schon ein neues Bild in meine Augen. Der Herr Referendar bog um die Ecke. Viele Bündel brauner und schwarzer Schuhnestel umbaumelten sein«. Schullern. Die Arme waren mit Hosenträgern umwunden. Schwere Pakete zogen seine Hände abwäns. Er wollte mir etwas sagen, weshalb ich das Fenster öffnete. „Wenn Sie etwa Sch»hnestel oder Hosenträger einkaufen wollen —— in der ganzen Stadt sir.den Sie keine mehr. Nicht einmal Papier zum Einpacken. Aber meines Wissens"—— er dämpfte seine Stimme und sprach geheimnisvoll--„gibt es noch Streich- Hölzer und Kaffee-Ersatz. In einem Geschäft auch noch Bettvorlagen zu ganz annehmbaren Preisen. Empfehle mich." Ich Halle begriffen. Meiner Kassette entnahm ich den Not- Pfennig meines Alters, das Bargesorgte für kranke Tage, das müh- sam Ersparte vieler Jahre. Ich eilte damit in die Stadt. Ein Trupp Frauen kam des Weges. Bekannte und weniger Bekannte. Alle schleppten. Ihre Reden waren sehr laut und leb- hast, weil sie ihren Worten mit den Händen keinen Nachdruck ver- leihen konnten. Ich trat unter sie. „Mit Schmolz hätte man sich besser versehen sollen." „Ick) habe die letzten Dlumenoasen aus dem Basar erstanden. Sehen Sie." sagte eine andere und zeigte ein halbes Dutzend Basen. „Ich habe Seidenreste—" „Ich Maklaroni und eine Bettvorlage—" „Wir haben Möbel gekauft fiir unsere Kleine. Sie ist doch immerhin schon neun Jahre alt—" „Wir Vorhänge und Stiefel—" „Man kann ja später überhaupt nichts mehr kaufen—" „Nein, man kann nichts mehr kaufen—" „Ich habe aber noch gor nichts gekauft," sagte ich schüchtern. für alle Gruppen, statt wie bisher prozentual auf die ver- schieden hohen Gehälter festgesetzt werden. Bei aller Anerken- nung der Notwendigkeit einer angemessenen Bezahlung der Qualitätsarbeit darf doch auch bei den höheren Beamten die Gehaltserhöhung nicht ins Uferlose gehen und den unteren und initiieren Beamten muß eine wirklich angemessene An- passung an die Teuerung gewährt werden. „KreuZ-Zeitung" und Corl Schurz. Der Teufel beruft sich bekanntlich mit Vorliebe auf die Bibel, und die„Kreuz-Zeiwng" mißbraucht, wenn ihr der eigene Geist ausgeht, die Ausführungen ehrlicher Demokraten. ! Im Kampf gegen das Gesetz zum Schutz der Republik druckt sie j einen Leitartikel ab, der den bekannten Erinnerungen von ' Carl Schurz, des 48er Revolutionärs und späteren Deutsch- amerikaners, entnommen ist. Carl Schurz polemisiert im zwei- ten Bande seiner Erinnerungen gegen die Bestrebungen, die onläßlick) des Attentats auf den Präsidenten Mac Itinley in i Amerika im Gange waren, um die Preßfreiheit einzuschränken. Carl Schurz ist gegen jede Einschränkung, und die„Kreuz Zeitung" unterstreicht das. Sachlich ist zu bemerken: Carl Schurz' Beweisführ-.ng gründet sich onf die Voraussetzung, daß er.,k ein einziges Beispiel in der politischen Geschichte Amerikas kenne, daß ein Mann durch ungerechte Angriffe auf seinen Charakter zugrunde gerichtet oder auch nur in feinet Stellung oder in seinem Einflüsse ernstlich geschädigt morden wäre". Die„Kreuz-Zeitung" übersieht, daß diese Boraus- fetzung für die jüngste Geschichte Deutschlands nicht zu- tri-K. Erzberger, Rathenau. Gareis, Scheidemann usw. waren lediglich Opfer der systematisch gegen sie gerichte- tenvergiftetenPreßhetze. Man hat ihren Ruf durch unzählige Verleumdungen zu untergraben versucht, bei ge wissen Äreisen ist das auch gelungen. Die von Schurz gezoge- neu Folgeningen sind also für Deutschland nicht anweudber, weil die von ihm vorausgesetzte sachliche Gnindlage fehlt. Darüber hinaus aber muß man sich wundern, daß gerade die„Kreuz-Zeitung" den Mut besitzt, den Namen Carl Schurz zu nennen. Die Lebensgeschichte Schurz' ist eine einzige Anklage gegen die Willkür der Junkerkaste und der preußischen„Kreuz-Zeitungs"-Pcrtei. Wegen seiner Beteili- gung an der �8er Revolution mußte Schurz aus Deutschland fliehen, Mit knapper Mühe entging er den Häschern. Als Verbannter fand er in Amerika die zweite Heimat. Ein schlimmeres Schicksal hatte sein Freund, der Dichter Kinkel, der den preußischen Truppen in die Hände fiel und zu lebens- länglicher Festungshaft verurteilt wurde. Der König Friedrich Wilhelm IV. aber„begnadigte" Kinkl, indem er die Festungs- Haft in— Zuchthaus umwandelte! Ein Schulfall Hohen- zollerufcher Iustizwillkür. Schurz war es �.ann, der unter Lebensgefahr in abenteuerlicher Weise den Freund aus dem Zuchthaus Raugard befreite, wo der Dichter mit Wo l l e- zupfen beschäftigt wurde. Allein die Erinnerung an diese Dinge hätte die„Kreuz-Zeitung" zum Schweigen veranlassen sotten, denn"e zeigen, wie herrlich es mit der Freiheit in dem von der„Kreuz-Ze:tungs"-Partei regierten Iunkerpreußen aussah._ Dopern vor öem Uederwachungsaussttzuß. Der Ueberwachungsousschuß des Reichstages ist durch seinen Vorsitzenden zu Freitag einberufen, um die Durch- führung des Gesetzes zum Schutze der Republik, im besonderen die bayerische Angelegenheit zu beraten. Der verhinderte.Todesreigen". Zu ähnlichen Lärmszenen wie jüngst in Hamburg kam es auch in B r a u n s ch w e! g bei der Vor- sührung des Films„Der Todesreigen", der die Zustände in Ruß- lond schildern soll. Kommunisten demonstrierten gegen die Vor- stellung, so daß die Geschästoleitung des Theaters gezwungen war, die Borführung einzustellen.— Nach unserer Ansicht sollt» Politik im Kino, ob„Fridericus Rex" oder„Todesreigen", ganz lich unterbleiben. Für den politischen Kampf sind andere Orte da. „Dann haben Sie Zeit, meine Liebe." Damit ließen sie mich stehen. Ein Fieber begann mich zu ergreifen. Ich trat in den nächsten besten Laden. Da stand Frau Maier und blickte freudestrahlend aus die Wage.„Denken Sie, da bekomme ich eben noch zwanzig Pfund Zucker.— Es ist der letzte," setzte sie leise hinzu. Man sage mir nie wieder, zwanzig Pfund Zucker seien ein für allemal zwanzig. Pfund Zucker. Nein: die letzten zwanzig Pfund Zucker bedeuten, in die süßen Wonnegefühle, die sie auslösen, um- gerechnet, zweihundert Pfund Zucker. Allermindestens. Frau Maier glänzte trunken. Ich fragte nach Reis, Grieß, nach Kakao, nach Zichorie— Nichts!— Ich lief von einem Geschäft in das andere. Da und dort ließ man schon die Rolläden herunter. Ausverkauft! Und ich hatte noch nichts. Schon entsagte ich jeder Hoffnung, da gab man mir in einem Geschäft noch fünf Schachteln Schuhcreme und zwei mit Bodenwichse. Einen Augenblick wurde mir leichter. Doch nicht lange. Der Herr Pfarrer begegnete mir, wie er mit der Pfarrmagd einen schweren Karren schob. Di« Mutlosigkeit überlief mich wieder wie eine Welle. All« besaßen etwas— nur ich allein hatte Papiermark. Kurz entschlossen trat ich schließlich in ein Möbelgeschäft. „Nichts mehr da, liebe Frau," sagte der Besitzer, ehe er mein Anliegen gehört hatte. „Aber— haben Sie noch Särge?" „Sie spaßen--" „Senden Sie mir zwei Särge! Hier ist das Geld." Befriedigt trat ich ineinen Heimweg an. Jeden Bekannten, der mir begegnete, redete ich an:„Hoben Sie schon Ihren Sarg be- stellt?" „Nein. Wie kommen Sie--" „Noch nicht?-- Aber um Gotteswillen, dann ist es höchste Zeit! Ein Sarg kostet binnen kurzem zehntausend Mark! Sie werden sich diesen Luxus n i e mehr leisten können!" Die schwarzen Fliegen von Spangenberg. Alljährlich um den 10. August herum erscheint über dem Hessenstädlchen Spangenberg eine schwarze Wolke. Eintagsfliegen sind es, geflügelte Ameisen. In, einem Hochzeitsflug schwirren sie um die Turmspitze der trotzigen Feste Spangenberg aus ihrem hohen Felsenkegel und sinken dann tot auf? Pflaster des Bi-rghols nieder. Oft sind ihrer so viele, daß sie zollyoch Gänge und Zimmer des uralten Schlosses bedecken. In diesem Jahre, wohl infolge des vielen Regens, verspäteten sie sich. Aber sie kamen iir diesen letzten Augusttagen doch noch, und das alljährliche Schausviel wiederholte sich. Um dielen Fliegenschwarm geht eine altersgraue Sage. Ein- mal, kein Mensch weiß wann, beherrschte die Burg ein niächtiger Ritter. Ein blonder Edelknabe liebte die schöne Burgfrau. Heim- liches Raunen trug dem Herrn die Kunde davan zu. Eines Tages war große Jagdgesellschaft und während des Mahles erhob sich der Ritter und fragte die Edlen ringsum, was sie tun würden, wenn sie erführen, daß jemand versuche, in eines Ritters Abwesenheit Nißklänge vom katholieentag. Der Deutsche Katholikentag, der sich sonst durch eine ge* wisse äußere Würde auszuzeichnen pflegte, hat diesmal eine eigenartige Färbung angenommen, die wohl nicht mit Un- recht auf den Tagungsort M ü n ch e n zurückzuführen ist. Man hörte Hetzreden gegen die Republik, die getrost in WetPcwerb mit dem Treiben der nationalistischen Verbände Münchens treten konnten. Eine besondere Leistung vollbrachte auf diesem Gebiet der Münchener Kardinal Dr. von Faulhaber, dev die Revolution des Meineides und Hochverrats beschuldigte und in schärfsten Ausdrücken gegen die Weimarer Verfassung polemisierte. Vor kurzem konnte man es aus Zentrumsmunde ganz anders hören. Nach der Ermordung Rathenaus erkannte der Sprecher des Zentrums im Preußischen Landtage an, daß die Republik den Katholiken die staatsbürgerliche Gleichberechtigung gebracht habe, die sie unter der Monarchie vergebens gefordert hätten. In einer öffentlichen Versammlung, die im Zusammen- hang mit dem Katholikentag stattfand, sprach Dr. von Faul- Haber wiederum im Geiste des Münchener Nationalistentums, indem er ggen die„jüdische Presse" in Verlin wetterte. Dazu Gras Lerchenfelds Verneigung vor dem„angestamniten Königshause".— Dem Katholikentag wohnen auch eine An- zahl republikanischer Zentrumsmini st er bei. Mit welchen Gefühlen wohl? ie Der Katholikentag nahm eine Reihe von Entschließungen an. Eine Entschließung fordert zu Lebensmittelsammlun» gen-auf, nm die wohltätigen Anstalten vor dem Zusammenbruch zu retten. Eine zweite Entschließung befaßt sich mit der Rot der Presse, gegen die Rcichsmaßnahmen sowie Selbsthilfe gefordert wird. Beachtenswert ist eine Resolution, die gegen alle Bestrebungen Protest erhebt, die„zurzeit das christliche Ehe- und Fa- milienideal bedrohen". Der Katholikentag fordert die Unauf- i löslichkeit der Ehe und verwirft jeden Versuch der Gesetzgebung, die Trennung der Ehe noch weiter zu erleichtern. Als„Ver- brechen am Volkstum" werden insbesondere die Bestrebungen be- zeichnet, die darauf abzielen, die Bestimmungen des Strafgesetzbuches zum Schutze des keimenden Lebens lAbtreibungsparagraph) aufzuheben oder zu mildern. Schließlich wendet sich der Katholikentag„gegen die rechtliche Gleichstellung unehelicher Verhältnisse mit dem gottgewollten Ehebund c". Anklage gegen Roßbach. Die Meuterei und Fahnenflucht des ehemaligen Leutnants Roßbach, der im Herbst 1919 nilt der ihm unterstellten Truppe gegen ausdrückliche Anweisung der Regierung nach dem Balükum durchbrach und nach dem Zusammenbruch des Abenteuers- nach Deutschland zurückkehrte, um hier in seiner— inzwischen ausgelösten—„Arbeitsgemeinschaft R." eine reaktwnäre Kampswuppe zu schaffen, dürfte demnächst die mecklenburgischen Gerichte beschäftigen.) Der Prozeß hat ein eigenartiges Vorspiel: Während im Herbst 1919 die Reichsregierung bereits bemüht war, durch den General Eberhardt die im Baltikum stehenden deutschen Verbände zurückzu- ziehen, erfuhr sie, daß die in Kulmsece stationicrie Sturmabteilung Roßbach noch dem Baltikum abzumarschieren beabsichtige. Der da. malige Reichswchrministcr Neste erteilte sofort den Befehl, die Sturmabteilung Roßbach nicht durchzulassen. Roßbach selber wurde angewiesen, eine weiter im Innern des Landes gelegene Garmson zu beziehen. Trotzdem brach Roßbach mit seiner Truppe aus. In getrennten Trupps marschierend, gelang es dieser, den nunierisch schwächeren Grenzschutz teils zu täuschen, teils zu überrennen. Die Memelübergänge hatte Roßbach vor der Reichswehr besetzt. Im Baltikum angelangt, erließ Roßbach eine Proklamation, die die Reichsregierung als„Regierung der Entente" beschimpfte. Wenige Wochen später brach das baltische Abenteuer so g- und- lich zusammen, daß alle Truppen der Bermondi-Armee, der Roß- bach sich angeschlossen hatte, vernichtet worden wären, wenn nicht auf Befehl der Entente die Letten ihnen freien Abzug bis 13. De- zemoer gegeben hätten. Der Leiter der deutschen Verhandlungse dessen Ehegemahl zu oersühren.... Grausame Todesstrafen wurden vcrgeschlagen, aber eine gefiel dem Othello von der Spangenburg am besten: Ich würde, sagte ein Ritter, den Schuldigen greifen, ihm die Kleidung abreißen, den nackten Leib mit Honig bestreichen und dann den Sünder in einem eisernen Käsig, hoch an der Turmspitze aufhängen, der Sonnenglut upd den Insektenstichen so lange aus- gesetzt, bis er stirbt.... Und so geschah's mit dem blonden Edelknaben. Roch im letzten Jahrhundert soll der Eisenkäfig cm Turm gewesen sein. In jedem Jahre aber, an dem Tag, da das furchtbare Gerillzt vollzogen wurde, kommt der Jnsektenschwarm, fliegt um die Turmspitze und stllbt.... Das ist die Geschichte der schwarzen Ftiegen vom Schloß Spangen- l>erg im waldigen Hessenland�! Schießen mit Luft. Daß die Lust in ihrer gasförmigen und flüssigen Form in der Technik zu den verschiedensten Zwecken ver- wandt wird, dürste allgemein bekannt sein. Dagegen wissen bis auf ein paar Fachmänner die wenigsten Menschen, daß man auch mit „Luft" schießen kann. Dieses Schießen mit Lust wird vor allem in Bergwerken angewandt, wo die Lagerung und der schmierige Trans- port der zu Sprengungen notwendigen Sprengmittel starke Ge- fahren in sich birgt. Der enorme Sprengmittelbedarf während des Krieges hat zuerst den Gedanken reisen lassen, im Bergbau die Lust zum Schießen zu verwenden. Und die Versuche, die in dieser Richtung angestellt wurden, haben jetzt derartig günstig» Ergeb- nisse gezeitigt, daß die Lust als Sprengmittel in Kürze im ge- samten Bergbau eingeführt werden dürste. Bei diesem Berfohren wird die Lust durch besonders stark gebaute Kompressoren auf sehr hohen Druck zusammengepreßt und gekühlt, wobei sie sich oer- flüsstgt. Aus der flüssigen Luft wird hierauf in üblicher Art und Weise der Stickstoff abgeschieden, so daß flüssiger Sauerstoff zurück- bleibt. Dieser wird in eigenen, durch Doopelwände gegen Erwär- mung geschützten Gefäßen an die Verwendungsstelle, d. h. zu den Bohrlöchern der Grube, gebracht. Walzensörmiae Patronen aus Kohlenruß werden nun in den flüssigen Saiierstofs getaucht, so daß sie sich damit vollsaugen, und hierauf in die Bohrlöcher gesteckt. Durch die Zündung und anschließende Verbrennung der Ruß- patronen mit dem Sauerstoss, der sich gleichzeitig verslüchtigt, ent- steht die Sprengwirkung. Das Schießen mit Luft hat den Vorteil, daß fast jede Explosionsgesahr dabei ausgeschlossen ist: denn die flüssige Lust und die Rußpatronen sind für sich pesondert nicht explosibel und ihre Vereinigung zu einem Brennstoff erfolgt erst unmittelbar vor Gebrauch. Die Guillotine im Pfandhaus. Ist das Messer der Guillotine, das kürzlich dem Poriser Cornavalet-Museum zum Geschenk gemacht wurde, wirklich das Henkerbeil, mit dem der Kopf Ludwigs XVI. vom Körper getrennt wurde? Diese Strcitsrags beschäftigt gegenwärtig englische Gelehrte, denn bisher galt das Richtbeil, das in dem berühmten Panoptikum der Mme. Tussaud aufbewahrt wird, als das echte. Das französische Guillotinemesser soll aus dem„Nachlaß" des Henkers der Revolution Samson stammen. Aber es wird uun darauf hingewiesen, daß Samson überhaupt nichts hinterlassen hat. Seine Bermögensoerhältnisie waren zuletzt so schlecht, daß ei- irzar die Guillotine ins Leihhaus getraaen hatte und nur den Bsond« schein vorzeigen konnte, als er den nächsten Auftrog zum Gu llo- tiniercn erhielt. Nr. 406•> 30. Jahrgang Heilage öes vorwärts Dienstag. 20. �dguft1022 Iuf üem Serliner Zentralviehhof. L der Bescheid, daß die Reparatur wegen der hohen Kosten noch zurück- gestellt werden müßte. I. A.: Penert, Schulwart." Wir ent- halten uns einstweilen jeder Kritik dieser van dem Schulwart im Auftrage des stellvertretenden Direktors mitgeteilten Begründung. Der Magistrat wird gewiß nicht unterlassen, sich zu den beiden hier wiedergegebenen Briefen, dem des Professors Iunack und dem des Schulwarts Penert, zu äußern. Kriminalpolizei für alle! Unterscheidung zwischen großen und kleinen Diebstählen. Berlin steht im Zeichen der Diebstähle, heute mehr denn je. Es vergeht kein Tag, wo nicht größere Einbruchsdiebstähle gemeldet werden oder valutastarke Ausländer um oft erhebliche Geldwerte bestohlen werden. Kurzum, bei der Polizei besteht Hochkonjunktur.' Sie ist bemüht, die Täter festzustellen, und es gelingt ihr in vielen Fällen, das gestohlene Gut dem Eigentümer wieder zu verschaffen. Ein Leser unseres Blattes macht uns nun darauf aufmerksam, daß die Polizei wohl auf ihrem Posten ist, wenn es gilt größere Diebstähle auszudecken, etwas anderes fei es aber, wenn es sich darum handele, das ärmliche Eigentum Minderbe- m i t t e l t e r zurückzuschaffen. Der Einsender schreibt: Im vergangenen Winter wurden den einzelnen Mitbewohnern unseres Hauses Kohlen aus dem Keller gestohlen. Ich selbst meldet« Anfang April d. I. der Polizei auch einen Kellcreinbruch an. Ein Herr bequemte sich zwar, von dem Diebstahl persönlich Kenntnis zu nehmen. Da ich aber meinen Bsrdacht nicht beweisen konnte, verlief die Sache im Sande. Im Juni dieses Sommers wurde am Tage Wäsche vom Trockenboden gestohlen. Auch hier sagt« man den„Leidtragenden": Haben Sie begründeten Verdacht?� Auch ein Berusskollege erzählte mir, daß nach Anmel- dung eines Wäschediebstahls die Kriminalpolizei sich nicht großes Kopfzerbrechen gemacht hat. Dergleichen geschieht alltäglich, so wird man abgespeist. Was soll erst im nächsten Winter werden. Da man die wenigen Kohlen in der Wohnung hat, wird man sich an die Böden machen und zur Heizung stehlen, was nur irgend dafür brauchbar ist. Es liegt mir fern, einen Dieb, der große Stoffballen oder kostbare Edelsteine gestohlen hat, in Schutz zu nehmen. Man wird mir aber zugeben müssen: Wer sich in heutiger Zeit Pelze, echte Perser, Taselsilber, auserlesensten Schmuck usw. kaufen konnte, wird diese Dinge, so bedauerlich ein Diebstahl ist, leichter vermissen können als ein Proletarier einige Zentner Kohlen, Karlosfeln oder— Hemd und Unterhose. Was ich anführte, ist kein Einzelfall. Man halte nur im Norden, Nordosten, Osten und Südosten nach dieser Richtung hin Umschau. Die Erbitterung i st groß. Wir vom„Volke" haben nur ein sehr bedingtes Zu- trauen zu unserer Kriminalpolizei. Es wäre dringend zu wünschen, daß man einem bestohlenen Arbeiter mit gleichem Eifer zu helfen bestrebt ist wie einem Schieber, vornehmen Reichen aus dem Westen oder einem �Ausländer! Soweit der Schreiber dieser Zeilen. Es wäre ganz interessant, wenn sich die zuständtgen Stellen der Kriminalpolizei zu diesem Thema recht bald äußern würden. In der Vannmeitc. Mit den Worten:„So geht es einem, wenn man die Republik verteidigt", betrat der Arbeiter P u c a l k a die Anklagebank, um sich wegen des Vorwurfs, die Bannmeile des Reichstags verletzt und an einem Auflauf sich beteiligt zu haben, zu rechtfertigen. Am 25. Juni, dem Tage nach der Ermordung Rathenaus, hatte der Angeklagte an der großen Demonstration im Lustgarten teilge- nommen und war mit seiner Braut dann zum Reichstag gegangen. Dort hatte sich vor dem Portal 2, dem Eingang für Minister und Ab- geordnete, eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt, die nach Angabe des Polizeileutnants allmählich aus über 1000 angewachsen war. Auf wiederHolle Aufforderung des Polizeileutnants und den 5)inweis auf die Bannmeile hatte der Angeklagte nur die Antwort:„W i r wollen die Republik schütze n". Als dann ein Arbeiter fest- gestellt wurde, erklärte er:„Dann nehmen Sie mich nur auch gleich mit". Seinem Wunsche wurde entsprochen. Er wurde festgestellt » 22] Der Sprung in die Welk. Ein Fungarbeiterroman von Artur Zickler. Der Pfarrer lächelte.„Sie sind also Sozialisten..■" Er hob abwehrend die Hand:„... oh, glaubt nicht, daß ich euch das verdenke, weil ich es nicht bin. Es kommt ja darauf an, wie ihr es seid. Daß ihr es aus der Liebe heraus seid, aus der Kraft und ans der Gerechtigkeit. Es ist schön, junge Menschen zu sehen, die empört sind und einen Mut und einen Willen haben, die Welt zu verändern. Wenn die Jugend über uns komm! und uns ablöst, so soll es recht sein, denn nicht« außer Gott hat ewigen Lestand, und den Jrdischkeiten ist t geboten, zu wechseln und zu Berglen. Was ich furcht», fft, dan die Städte mit ihren Dämonien und mit ihrer sinn- losen Gewalt und mit ihrem Fluten von Haß und Verderbt- heit, mit ihrer Verlorenheit die Völker ins Verderben reißen— ich fürchte den Krieg der Maschinen, sehe endlose Reihen von Massengräbern, Ströme von Llut, Entfesselung der Bestialität, den Krieg Aller gegen Alle. Ich weiß, daß Gott in den Städten nicht mehr ist, als( eben auch eine Firma. Das ist entsetzlich, wenn die äußeren Gewalten so stark sind und der Mensch ihnen nichts anderes entgegenzusetzen hat, als nur sich selbst. Menschen ohne Gott sind schwach— wären sie es nicht, wie hätten sie so kläglich in die Gewalt der Dämonen kommen können? Gott ist groß und unfaßbar, er ist in jedem beflammten Menschen, der treu und innig das Gute l»ill. lebendig. Also auch in euch." Sie stiegen hinab in den Garten. Der Regen war ver- jgangen. die Blumen, atmeten Frisäie und Duft, der Tag war tun Scheiden. Die Gehilfin des Pfarrers trug das Abendessen ins Freie, und der Gastgeber bewies, daß er kein Feind irdischer Labsal war. Nach der Mahlzeit erzählte er noch von seinen Blumen und Gewächsen. Als es zu kühl wurde, gingen sie ins Haus, der Pfarrer setzte sicb im dunklen Zimmer an das Klavier, der Schein der Nacht fiel durck die Fenster. Die Melodien wanderten und verklangen. Die Haushälterin brachte die Lamve und sagte, das Zimmer �für die jungen Freunde fei bereit. Der Pfarrer erhob sich und schüttelte ihnen die Hand. �? „Friede sei mit enchk*. Als Hans schon im Bett lag, stand Rudi noch am Fenster und sah in die Nacht hinaus. Dann setzte er sich zu Hans auf den Bettrand. „Hans, was wird noch aus uns werden?" Hans gab ihm die Hand und schwieg. Stockend fuhr der andere fort: „Geht es dir auch so, daß dich manchmal eine heftige Angst packt vor der verrinnenden Zeit? Vor dem Rätsel der Zu- kunft? Ich fühle, was ich noch vor mir habe, was ich durch- messen muß, ehe ich mich vollenden darf; ich bungere nach Schmerzen und Freuden, nach Gefahren und Kämpfen, nach allen Formen, die ich durchwachsen muß bis zur letzten der heiteren Gelassenheit und der guten Kameradschaft mit dein Tode. Nun denke ich mir, daß ich nur wenige Jahre Zeit habe, um fertig zu werden: denn ich will die Klarheit haben, solange ich noch jung bin, so simg wie unser Gastgeber. Wenn ich bedenke, wie hoch diese Forderung ist, bange ich um ihre Erfüllung. „Es gibt nur eine Kraft, diese Furcht zu überwinden.. „Und..." ..... das ist die Kraft, in voller Ruhe damit zu rechnen, daß jede Stunde die letzte sein kann!" Rudi stand wieder auf und öffnete das Fenster. Mit der Nachtkühle kam das Rauschen des Rheins ins Gemach. Lange saß Rudi auf dem Fensterbord, ehe er sich wieder zu Hans wandte und ihn küßte.„Ja," sagte' er,„du hast recht..." Ein heißer Tag! Die Luft zitterte in der Mittagsglut. Müde neigten sich die Gräser. Heiß strahlte der Boden das Sonnenlicht zurück, das steil� nicderlobte auf den glitzern- den Strom, auf gleißende Dächer, auf hängendes Laubwerk. Träge, mit schweißigem Fell zog ein Ackerganl den Pflug. Hans und Rudi marschierten schweigsam den Feldweg längs des Wassers entlang. Da rief eine muntere Stimme hinter den Userbüschen. „Hallo, Kunden!" Kleiderbündel tauchten auf. nacktes Mannsvolk tummelte sich im Wasser, planschte und winkte. „Run man runia mit det Hemde und rin in't Vagniejen. et kost' nischt!" Und ein anderer schrie:„Ihr ward eich doch nich särch- den, es is bloß naß, un Bollezeier gibd's hier geene.« Die Freunde lachten und zogen sich aus. Eine Wasser- schlacht begann zu toben, in der keiner der beteiligten Lands- Mannschaften der anderen etwas nachgab. Rudi war der erste, der das Treiben aufgab und ein Stück den Strom hinaus- schwamm. Hans verlor ihn für kurze Zeit aus den Augen,' dann sah er ihn schon mehrere hundert Meter weit entfernt mitten in der Strömung. Hans rief und winkte, Rudi hob den Arm, der weiß in der Sonne leuchtete— darauf war er nicht mehr zu sehen. Hans lief besorgt aus dem Wasser, die Uferböschung hinauf, von wo aus der Blick über den Strom leichter war, doch von Rudi war stichts mehr zu erblicken. Ein heftiger Schreck packte Hans nach dem Herzen. Er rief die andern herzu, und nun rannten sie das User hinunter, schrien und suchten... Nach zwei Stunden hatten sie Rudi mit Hilfe«imger Schiffersleute geborgen. Jetzt lag der schlanke, kräfitge Körper, von der Nachmittagssonnr beschienen, im Usergrose, still und ohne Leben— und war doch noch eben ein fröhlicher Mensch gewesen. Hans starrte auf den Toten wie in einem gräßlichen Traum, de« er nicht zu fassen vermochte. Grauen schüttelte ihn— das konnte doch nicht möglich sein, mußte ab- sollen wie ein böser Alb, wenn man sich reckt. Aber es war alles wirklich: das weiße Sonnenlicht, das ziehende Wasser, das müde Gras und der tote Freund. Ein stumpfes Messer wühlte in der Brust, gegen das kein Aufschrei half, ein ge- waltiger, grauer, wütender Haß stieg ins Gehirn, preßte das erlösende Weinen nieder. Fast war es Neid auf den Toten, in dessen Gesicht tiefer Frieden lag: der Freund war durch das dunkle Tor gesprungen und hatte überwunden, mos' Hans höllisch brannte. Die Bahre wankte den Feldweg entlang, mit hängenden Köpfen trollten die Kunden hinter ihr drein. Wie bleich der Glanz über der Landschaft! Reißt denn keiner den blauen Himmel mitten entzwei, wirft niemand die Kulissen dieses grauenooll-sinnlosen Welttheaters übereinander, um den Weg in die Sphäre freizumachen, in der der Kamerad wartete, lächelte und winkte... Im Dorfe war das Unglück ruchbar geworden, lästige Neugier schob sich heran, eme armselige Glocke läutete, traurig wie vor kurzer Frist die Stimme des geliebten Menschen: „Hans, was wird wohl noch aus uns werden?". (Fortsetzung folgt.) und erhielt ein Strafmandatüber 300 marf. Dagegen hatte er Widerspruch erhoben. Vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte machte R.-A. Dr. Kurt Rosenfeld geltend, daß der Angeklagte sich an feinem Auflauf beteiligt habe und beantragte Freifprechung. Das Gericht sprach den Angeklagten auch von der Anklage des Auflaufs frei und verurteilte ihn nur wegen Widerstand zu 30 Marf Geldstrafe. Die Gartenbau- Ausstellung. buv Resultate vom Kreis- Sportfest. Zwölf- Kampf Sportler. Gruppe 1. Bereinsname 1 Fichte- Südost 2. G. C.. 3 Fichte Oft 4 Wilmersdorf 6 GB Moabit 7 Brandenburg 11/2 Rugelstoßen Speerwerien Distuswert 100m- Lauf 400 r- Lauf 1500m- Lauf 4X100 m Staffel 3X1000 inStaffel 142629683000mGeben 3719836 91 5 217346890 6238410495 261845 24315 414530 3 7 4 1 10 8 9 Fichte- Gesundbrunn 4 3 Nentön. 7 7 8 9 9 6 8 Eiche Köpenick 10 10 11 Fichte Südost 2 Fichte- Ost II 3 Wilmersdorf 41B2 3 3 2 2431576899 43695 Bunad( pocs SCENE 22 Bunad qvis Bunachag Puntie 17. Generalversammlung der Lederarbeiter. 5. Berhandlungstag. Stuttgart, 25. August 1922. Am Freitag vormittag wurde die Aussprache über das Tarif wesen in der Handschuhindustrie zu Ende geführt. Im Anschluß deran wurde ein Antrag angenommen, der gegen den Versuch der Handschuhfabrikanten protestiert, die FreizügigBon feit namentlich der Handschuhnäherinnen zu unterbinden. 738% fommunistischer Scite war ein Antrag eingebracht worden, der die Errichtung eines Lohnamtes verlangte. Der Antrag wurde gegen Beschlossen wurde, den Eßlinger 750% wenige Stimmen abgelehnt Handschuhmachern eine Motstantsunterstützung für einen nicht genehmigten Streif nachträglich zu bewilligen. 5, beratung. 6 11/2 321/2 2 8 3 1 10 60 9 4 5 96 7 b 76 10 7 82 3 5 5 9 1 4 1 1 4 3 2 3 2 4 5/2 2 51 4 2 2 3 3 5 5 9 gu 8 7 91 9 8 91/2 10 10 6 10 912 Gruppe II. 4 1 3 2 1235 423 1 2314 3612 1 292 4 412 4 Fichte- Ost III Moabit. Fußballabteilung Lichtenberg nach zweimaligem Stichtanireten gestrichen. Sieben- Kampf( Jugend) 2. Mannsd; alt aus Anlaß ihres bundertjährigen Bestehens veranstaltet die Deutiche Gartenbaugesellschaft vom 30. August bis 18. September in dem 80 Worgen großen Schloßpart Bellevue 5 Gettin eine alle Zweige des Gartenbaues umfassende Ausstellung auf Freiland und in geschlossenen Räumen. Besonderes Interesse beanspruchen die Wuiteranlagen tieiner Privat- und Schrebergärten, die Sammlungen von Orchideen und Kalteen, die Serienausstellungen von Schnitt- und Topfblumen, Obst und Gemüse, die Modelſtreibhäuser für tropische Blumen und Pflanzen. Wissenschaftliche Anstalten stellen die Pflanzenschädlinge und Pflanzenkrankheiten, die Mittel zu ihrer Bekämpfung, die verschiedenen fünstlichen Düngemittel und ihre Wirkungen an lebenden Pflanzen zur Schau. Da neben wird der Verband deutscher Blumengeschäftsinhaber auf 2000 Quadratmeter Fläche gärtnerische Raumkunit, dekorative Kunst, Tafel-, Trouer- und Brautschmuck und als Einfassung eines Ehrenhofes ies Freilichtdiaramen mit der Flora verschiedener Landschaften zeigen. Leider sind die Eintrittspreise wegen der bedeutenden Unloiten recht hoch und obendrein für drei besondere Sorten" von Bublifum bemeñen. Für die Hauptausstellung werden Karten zu 20 und 40 M., für die Sonderausstellung der Blumengeschäfte Starten zit 40, 60 und 80 M. ausgegeben. Am Eröffnungstage fostet der Eintritt fogor je 100 m. für beide Ausstellungsabteilungen. Für Blocks von 100 Starten wird Ermäßigung pon 15 Proz. gewährt. Der hilfsbereite Doktor. Verhaftung eines Großschwindlers. " Als Dr. med. et phil. Was cher, erster Assistenzarzt des Sanatoriums Ruhwald, trat ein vielseitiger Schwindler auf, der von der Inspektion C der Berliner Kriminalpolizei unschädlich gemacht nurde. Rang Bereinsname 1 Fichte Oft 2. 2 Fichte- Dit 3. 3 Fichte- Südost 4 Wilmersdorf 5 A. G. C 6 Fichte- Süd 7 Sp.-B. Moabit 8 Eiche Röpenick. 9 Spandau 10 Zehlendorf Stang 2 Bereinsname Kugelstoßen 100- m- Lauf 4 × 100 mStaffel 800- m- Lauf 1258496799 834582976 8 35512746669 2314456 Sunad pos 21/2 21/2 8 2112 21 6 6 842 6 842 912 812 9% 2 10 Jehn- Kampf( Turner) 65 Rugelstoßen Speerwerf. cor Distuswerf. 100- m- Lauf 409- m- Lauf 1500- m- Lauf 4 × 100- m Staffel 6341 42 10 168327 6 18231 2530 58 Bunadipos 30% 121.2 Schwedenitaffel Weitsprung Punkte Dorauf begann die Generalversammlung mit der StatutenDie Kommision hatte eine neue Vorlage ausgearbeitet, die von Richter Neumünster begründet wurde. Entsprechend dieser Borlage wurde beschlossen, den Namen der Organifation in abzuändern. Deutscher Lederarbeiterverband Es folgten denn noch midge Anträge, die durch die Geldentwertung bedingt sind. Bisher bestanden nur wenige nicht bewegliche Beitragst'affen. Prinzipiel wurde jetzt beschlossen, doß der Vorstand am Ende eines jeden Quartals die Beiträge etwa in Höhe eines Stundenlohnes in 6 Klaffen neu festiegen soll. Die Einwendungen gegen die viertefiährliche Neufestiehung gingen davon aus, daß die christlichen Gewerkschaften zwar hohe Beiträge auf dem Tapier zu stehen haben, diese aber in den Gegenden nicht erheben, wo sie mit den freien Gewerkschaften konkurrieren. Zu lebhaften Auseinanderschungen zwischen den Kommunisten einerseits und dem Ortsvorsitzenden Kuramann- Worms sowie dem Gauleiter Ninfe andererseits führte die Behauptuna, auch viele Rommunisten seien Mitglieder der christlichen Ge= 52½ werfidhaften. Die Frage der Karenzzeit für die Unterstützung 591/2 beim Austritt in eine andere Beitragsklasse wurde an die Kom miffion zurückverwiesen. 121 222 231 3112 28 331 62571690 2514366999 33 49 64 Puntte 35% Daraf wurden die Unterstügungsfähe prinzipiell entsprechend den Beiträgen geregelt. Als Streitunterstützung foll pro Tag das Bierfache des gezahlten Beitrogs gewährt werden, als Reise- und Arbeitslosenunterstützung der vierte Teil des Beitrags. Dazu treten noch Zuschläge nach der Dauer der Mitgliedschaft und nach der Zahl der Kinder sowie für die Frau des Unterstützten. Nachmittags wurde die Statutenberatung fortgesetzt. 50% Für die Umzugsunterstügung wurde dos Vierzigfache des Beitrags, für die Eterbeunterstüßung das Zehufache zugrunde gelegt. Die Zahl der Mitglieder, auf die ein Delegierter zur Generalversammfing entfält, murde gegen den Widerspruch kleinerer Zahlstellen von 600 auf 800 erhöht.. 512 7112 792 Lichtenberg Wildau. 1 82 7 3 412 49 3 Schöneberg 131 41 12/2 4 Oberspree. 8 13 2 7 11/2 5 Fichte It 9 10 6 12 5 8¹2 6 Fichte XXII. 12 9 8 1 8 4 42 8 12/2 66 72 7 Reinickendorf 3 9 11 12 7 7 11 81/2 8 Fichte XII 6 13 8 10 6 10 19 9 Weißensee 9 Eiche, Tegel. 10 7 13 10 1 13 3 12 11 83 14 11 10 711 4 10 10 5 91 10 Eiche, Copenid 7 7 11 4 132 1 13 10 4 102 91 13 Luckenwalde. Schönholz Bernau 10 15 14 12 4 3 11 142 9 82 101 13 11 12 9 9 10 12 14 3 1011 14 14 110 Der Schwindler, ein Buchhalter Wascher, der bei seinen Eltern in der Vordstraße wohnte, hatte sich Bisitenkarten auf den Namen eines Dr. med. et phil. Wascher, erster Assistenzarzt des Sanatoriums Ruhwald, in großen Mengen drucken lassen und Diese in besseren Lokalen des Westens an Bekannte, die er dort kennen lernte, verteilt. So war er bold bekannt geworden, und weil er stets liebenswürdig und auch jederzeit bereit war, mit seinem ärztlichen Rat zur Verfügung zu stehen, so hatte er auch bald eine große Praris". Stellungslosen versprach er außerdem, eine gut bezahlte Stellung im Sanatorium Ruh= wald zu verschaffen Wenn er mit den Leuten näher bekannt 11 12 gemorden war und ihr Vertrauen gewonnen hatte, erzählte er ihnen auch von seinem Unternehmen", dem Defla- Konzern, und veranlaßte sie, 2ftien im Werte von über 1000 Mart, die alsbald Gemirne von 5000 Mert einbringen sollten, zu kaufen. Als aber die „ Aktionäre" ihren Gewinnanteil erheben wollten, war Boscher verschmunden. Sie erfuhren dann, daß weder der DeklaKonzern noch das Sanatorium Ruhwald existier= ten. Sie erstatteten jetzt Anzeige und Beamte der Inspektion CI der Kriminalpolizei entlaroten den falschen Arzt als einen 25 Jahre aften Buchhalter Gustav Wascher, der bei einer hiesigen Spiritusfabrit angestellt mor. Bei einer Durchsuchung in der elterlichen Wohnung wurden noch Rezepte und Aktienquittungen des„ Deflo- Konzerns" gefunden. Zur Aufklärung feines ganzen Treibens ist es dringend erwünscht, daß sich weitere Geschädinte und der Trucker. der die Rezepte und die Vordrucke für die„ Dekla- AktienGesellschaft" angefertigt hat, in der Georgenkirchstraße 30a bei der Inspektion C, Sausanruf 491, melden. Zie liebt die Lebewelt! Buv 8 10 6 93116o 11 8 14 1312 3 13 13 7 Eiche, Tegel Il nach zweimaligem Nichtantreten gestrichen. Acht- Kampf( Jugend) 1. Mannschaft Bereinsname 1 Schöneberg. 2 Fichte Dit 3 Wilmersdorf 4 Stettin 5 Siathenow 6 Fichte Süd- Ost Bernau 7 8 Weißenfee 9 A. G. C.. 10 Brandenburg 11 Guckenwalde F- SON Stugelstoßen Distuss werfen 2814591 100- m- Lauf 4x100 m Stajette NNNNNNNVACANCESATE 800- m- Lauf Bunad pos Staffel 22 33 5% 37% 48% 56 62% 8) 9112 ENCONTRARITY Weitsprung Bunkte Einstimmig angenommen wurde auch der Antrag, arbeitsunfähig und Verbandsangestellten Hinter gewordenen bliebenen von solchen eine Pension zu gewährer. Ueber die Gehälter der Angestellten entspann sich eine längere Debette. Die Kommission hatte vorgefchlagen, den höchsten Tarifftimdenlohn mit 203 zu multiplizieren und zu diesem Monatsgehalt 3ufchläge zu gewähren, und zwar für Hilfskräfte im Hauptbureau 10 Broz, für die, anderen Angestellten 30 bis 45 Pro3., und für den 1. Borfikenden, den 1. Saffierer und den 1. Redakteur 50 Pros. Diese Zuschläge erschienen cinem Teil der Kommunisten und einigen Bertretern fleiner Ortsvereine zu hoch. Shnen wurde aber entgegnet, daß die Akkordzuschläge.ebenso groß seien und die Angestellten obendrein feinen Achtstundentag tennen. Der Borschlag der Kommission wurde unverändert angenommen. Als Siz des Verbandsvorstandes wurde wieder Berlin, als 9% 101 der des Verbandsausschusses München bestimmt. 1041/2 10512 Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden 110% einstimmig wiedergemählt. Men hinzugewählt wurde als Branchenleiter der Loh. Chrom- und Weißgerber der bisherige Gauleiter Lo B. 2 2 11 1 4 8 3 3 1 4 1 11 191 2 3 23 10 3 6 14 17 3 IL 2 512 5 5 20% 3 19/2 13 11 12 1112 10 11 8 21 61 11 71/2 23 2012 6 19211 103/ 18 11 13 201 2 12 18 22 72 7 6 16 19 12 Fichte XI 23 6 6 14 2012 9 15 13 Eiche, Röpenick 7 712 23 23 192 14 Nowawes 20 17 12 2012 262 5 12 111 19 12 11 20%/ 2 6 19% 18 121 252 132 9 201 12 191 161 12 123% 14 13/2 15 201 202 10 16' 130 21 10 8 201 2 11 192 23 134 272 8 8% 2 23 2012 2012 19/2 91 137 2 10 23 202 161/ 19/2 19 130 15 16 17 20% 201 19 22 142 61 16 15 21 2012 241/2 19' 145 13 20 23 13 10% 19% 26 146 252 19 23 201 6 19' 11 2 272 26 201/2 16 11 16% 192 21 163 15 Neukölln. 16 Fichte Süd. Die Fälle, daß männliche Angestellte Opfer ihrer Lebemanns sucht, des Wett- oder Spielteufels wurden, sind in der letzten Zeit recht zahlreich. Insbesondere sind Jugendliche nach großen Unter- 18 schlagungen flüchtig geworden. Eidje. Tegel Sv.V. Moabit 19 Spandau 20 Charlottenburg 21 Schönholz 22 Fichte IV 23 Stralau Rang · 2330846 Fichte III, VII, XVI nad zweimaligem Nichtantreten gestrichen. Fünf- Kampf( Frauen) Gruppe 1. Bereinsname Der gleichen Leidenschaft verfallen ist eine 29 Jahre alt, aus Mülhausen im Elsaß stammende Buchhalterin Lucie Schiftan. Als ständige Besucherin von Nacht- und Lebelokalen, von Spieltiubs 4 Sperenberg. und Rennbahnen verprakte sie mit ihrem männlichen Anhange 25 Behlendorf große Geldsummen. Nachdem sie schon in verschiedenen Geschäften größere Unterschlagungen begangen hatte und auch dafür bestraft worden war, fand sie jetzt wiederum Anstellung in einer hiesigen Möbelgroßhandling Infolge ihrer Tüchtigkeit, ihres großen Arbeitseifers und ihres anpassenden We= fens genoß fie schon in ganz kurzer Zeit das volle Vertrauen des Geschäftsinhabers. Als sie aber den Auftrag 1 Fichte XIV. erhielt, vem Postschedamt 180 000 Marf zu erheben, um einen Teil des Geldes nach der Bant zu bringen, den andern zu Lohngeldern zu verwenden, verschwand fie mit dem Gelde. Jekt stellte fich heraus, daß sie bereits 25 000 Mart einfassierte Mietsgelder unterfchlagen und außerdem ihrem Chef 40 3ehnmartstü de gestohlen hatte. Die Flüchtige ist nur 1,50 Meter groß, aber ziemlich forpulent und hat dunkles Haar und ein volles rundes Geficht. Mitteilungen, die zu ihrer Festnahme führen fönnen, werden im Zimmer 38 des Pelizeibezirksamts Berlin- Mitte entgegen 12. T. G. B. Wedding genommen. Ein Ehedrama mit Beil und Revolver. Gestern morgen gegen 6½ Uhr wurde der 32 Jahre alte Schankwirt Friz Bled, Neue Königstraße 91, im Verlaufe eines Streites von seiner 23 Jahre alten Ehefrau Hedwig durch zwei Schüffe qus einem Trom melrevolver an der rechten Bauchseite ich mer perlegt. Man brachte ihn nach dem Krankenhause Am Friedrichshain, während die Täterin der Polizeiwache zugeführt wurde. Hier gab Frau B. an, daß ihr Ehemann betrunken nach Hause gekommen sei und Streit mit ihr angefangen habe. In seiner Wut jei er schließlich mit einem Beil auf sie losgegangen und nun habe sie in berech= tigter Notwehr zum Revolver gegriffen. Beim Baden ertrunken. Am Freibad Grünau wurde die Leiche bes am 22. d. Mts. beim Baden ertrunkenen 20 Jahre alten Kellners Otto Kleemann gelandet und der Köpenicker Leichenhalle zugeführt. In der Havel bei Tegelort ist der Schaffner Paul Hennig ertrunken. 2 Fidte II. 3 Wilmersdorf 4 Wilmersdorf Dit. 5 Fichte- Sitdost 6 Weißen ee 7 Eiche Ropenic. 8 Fichte 9 Bernau 10 Schönholz 10 Fichte VI 11. G. B. Rorden. 13 Reinickendor 14 Sp. B. Moabit Nowawes 15 -рабим stoken WeitBundy -pos 71 sprung 100- m Lauf 100 11X9 222 4619217598B55 22 1522 Der nächste Verbandstag foll in Hamburg stattfinden. 6. Berhandlungstag. Stuttgart, 26. Auguft. Am Sonnabend beendet die Generalversammlung zunächst die Statutenberatung. Entsprechend dem neuen Borschlag der Kommission wurde beschlossen, bei freiwilligem Uebertritt in eine höhere Beitragsflaffe die höheren Interstützungsfäße schon nach vierwöchiger Rarenzzeit eintreten zu laffen, bei zwangsweisem Uebertritt sofort. Bei der Reise- Arbeitslosen- und Krantenunterstügung wurde eine Es geringere Staffelung feftgefeat, als zunächst beabsichtigt war. wurde nur die prinzipielle Regelung beschloffen. Der Borstand ist ermächtigt, die Sätze der Geldentwertung anzupassen. Auf einen Bericht vom Leipziger Gewerfidyaftstongreß verzichtete die Ver1 20% fammlung. Staffel Punkte 2 17 1712 6 331 2 5 39 9 41 4 In seinem Bericht über die infernationalen Veziehungen fonnte sich der Borfiger de Mahler gleichfalls furz faffen: Der 747 Sujanmenschluß der drei Scfretariate der Lederarbeiter, Schuh114macher und Sattler ist im vorigen Jahre in Wien zustande gekommen; internationaler Sefretär ist jegt Simon vom Deutschen Schuh14 55 macherverband. Die Miestauer 3ersplitterungsbewegungen haben teinen Erfolg gehabt. 14 48 853 3 5 4 43% 2 2 42 14 232 6 3 19 3 4 26 15 11/2 3 271 1 8 4 8 9 10 11 12 7/2 12 7 122 4 13 122 10 10 11/2 13 14 11 10 10 17 17 42 9 5 15% 2 15 14 13 14 14 16 Gruppe II. 61 12 4 13 2 3 7 2 171 6 Fünf- Kampf( alte Herren). 1 Fichte 11, 7. Mädchen- Abteilung 2 Fichte Südost 234 Rang Fichte XIV 2 Fichte XIV 3 5 Sp.-B. Moabit Fichte VI ereinsname Fichte- Olt Nowawes 1 Fichte Il 3 Schöneberg Neukölln Fichte XIV Kugel Hoßen Saleub. bal 142551 21464 = pocs Bumidi 512 1 512 581 1? 10 63 152 15 11 631/2 1 17 5 41 181 351 19 112 55% 22 10- mLauf 4X100m| 32511 Während des Referats war von fommunistischer Seite eine Einladung zum Allrussischen Lederarbeiterton= 12 greß verteilt worden. Die Kommunisten verlangten nun, die Generalversammlung folle fich prinzipiell für die Beschickung dieses Kongresses aussprechen, obwohl eine offizielle Einladung an den Verband noch nicht ergangen ist. Nach längerer Debatte murde das abgelehnt: Man überließ es dem Zentralvorstand, über die Delegation zu entscheiden, wenn die effizielle Einladung vorliegt. Engenommen wurde ein Antrag, alle Rellegen sollten dahin wirken, daß die Arbeiterjugend nur in folchen Bereinen Sport treibt, die dem Arbeiter Sportfartell angehören, ferner ein Antrag, der den ADBB. ersucht, bei der Regierung eine Heraufjetzung der Steuergrenze zu erwirten. Lauf Bunfte 10 # 1 13 18 20 21646 21% 2 22 Einstimmige Anrahme fand ein kommunistischer Antrag, der gegen die Strangulierung der Arbeiterpresse mit Hilfe des Schutzgesetzes gegen die Republit protestiert. WENESTI RUND AMCAY BERLIN RUND NES WENEST RUND RUN WENE FEINE MILDE CONSUM- ZIGARETTE MIT UND OHNE GOLD Unter lebhaftem Beifall wurde ferner ein Antrag einstimmig angenommen, der alle Kollegen verpflichtet, die Handschuhmacher Groß- Berliner Parteinachrichten. 7. Kreis. Charlottenburg. Mittwoch. den 30. August, Rathaus, Zimmer 304, abends 7 Uhr, engere Sigung des Kreisausschusses. Heute, Dienstag, den 29. August: moralisch und finanziell mit allen Mitteln zu unter= stügen, weil sie vor einer der schwersten Lohnbewegungen 42. Abt. 71 Uhr, Abrechnung der Bezirksführer bei Bogler, Mittenwalder fiehen, die der Verband jemals durchgekämpft hat. Auf den festen Straße 16. Willen der Verbandsmitglieder wurde mit allem Nachdruck hin-'81. st. Fricbenau. 7½ Uhr, Mitgliederversammlung im Gesellschaftszimmer gewiesen. des Friedenauer Rathauses am Lauterplag. Thema: Wege zum Bölkerfrieden". Referent: Gen. Billy Möbus. Sungsozialisten. Gruppe Lichtenberg. 7% Uhr, Vortragsabend und wichtige Besprechung im Jugendheim, Parkave 10. Weiter hatten die Kommunisten beantragt, den ADGB, dringend um die Durchführung seiner 10 Bunfte zu ersuchen, da der tatastrophale Marksturz die Arbeiterschaft vollends verelender. läßt. Sie forderten die Bildung einer Arbeiterregierung. Besonders gegen das letzte Berlangen wurden lebhafte Einwendungen erhoben. Schließlich änderten die Antragsteller ihre Resolution dahin, daß die Durchführung der in den legten Tagen neu aufgestellten Forderungen des ADGB. verlangt wird. In dieser Form fand die Entschließung einstimmige Annahme. Für politische Gefangene aus den Kreisen des Verbandes cder thre Familienangehörigen wurden 20 000 m. bewilligt. Ir: seiner Schlußansprache ermahnte der Vorsitzende Mahler alle Kollegen, mie bisher für den Verband weiter zu arbeiten, damit die nächste Geschäftsperiode ebenso erfolgreich werde wie die verflossene. Mit einem Hoch auf den Deutschen Lederarbeiterverband und die internationale Arbeiterbewegung schloß er die Tagung. Better bis Mittwoch mittag. Troden und meift beiter bei wenig geänderter Temperatur und mäßigen, vorherrschend südöstlichen Winden. Theater, Lichtspiele usw. 6pernhans Außer Abonnement 7 Uhr: Rosenkavalier Volksbilkue 7 Uhr: Siegfried Schauspielhaus Sommerspielzeit. Lessing- Th. 7 Uhr: Allabendi. 8 Uhr: Napoleon Der Schildpattkamm Deutsch. Theat. Deut. Künstler- Th. 8 Uhr: Das Glas Wasser Mittwoch 8: Das Glas Wasser Sommerspielzeit Allabendi. 8 Uhr: „ Die erste Nacht“ Kammerspiele Trianon- Th. 72: Die Jungfern vom Bischofsberg Täglich 8 Uhr: Mw. 7: Die Jung. Carola Toelle fernvom Bischofsberg Hans Albers Wilh. Bendow in Das kleine Gr.Schauspielh. Schokoladenmädchen ( Karlstraße) 7 Orpheus in der Unterwelt Kleines Th. Mw. 7 Orpheus in d. Unterwelt Die wunderlich. des Geschichten Kapellmeisters Kreisler" im Th. i. d. Königgrätzer Str. tägl. 8 Uhr Tägich 8 Uhr: Totentanz Irene Triesch Paul Biensfeld Harry Moss Komische 73% Oper 78 Der Meister Morgen, Mittwoch, den 30. August: Das Neid smietengesch". Referent: Gen. Pattioch. Sprechstunde, Lindenstraße 3. 17. abt. 7 Uhr, Schulaula Tegeler Straße, Mitgliederversammlung. Thema: 39. st. 7% Uhr, Mitgliederversammlung in den Räumex der juristischen 40. Abt. 7% Uhr, Zahlabend in den bekanntgegebenen Lokalen. 54. Abt. Charlottenburg. 5. Gruppe. 8 Uhr, Bahlabend, Lokal Bühnemann, Helmholgstr. 39. Thema: Die Teuerung ihre Ursachen und Wirkun 126. bis 139. bt. Paniow. 7½ Uhr, ordentliche Mitgliederversammlung im gen". Seferent: Gen. Toft. Jugendheim, Breitestraße 32. Thema: Die politische Lage". Referent: Gen. Auft. 131. bt. ieberschönhausen. 8 Uhr, Besprechung und Zahlabende in folgenden Lokalen: Bezirk 1 und 8 bei Alindt am Friedensplay, Bezirk 2 bei Kubasch, Uhlandstr. 41, Bezirke 3, 4, 5, 7 bei Gordoffsky, Siegfriedstraße 19, Bezirk 6 bei Dowe, Schönholz 3. * Jungsozialisten. Gruppe Briß. Donnerstag, den 31. Auguft, 7½ Uhr, im Jugendheim Brit, Chausseestr. 48, Bortrag des Genossen Mariin Berger: Der Film im Klaffenfampf". Gruppe Neukölln ist hierzu eingeladen. Gäste willtominen. Frauenveranstaltung: 51. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Schellbach, Königin- Elisabeth- Sir. 6. Thema: Baluta und Preisschwankungen". Referentin: Genossin Dickmann. Gäste willkommen. Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 29. August: Rosenthaler Vorstadt. Jugendheim Gemeindeschule, Gipsstr. 21, Disfuffionsabend: ,, Warum müffen wir gewerkschaftlich organisiert sein?"- Schöneberg II. Jugendheim Comeniusschule, Frankenstr. 10, Diskussionsabend: Der Arbeiterjugendverein". Südwesten. Jugendheim Lindensir. 3, 2. Sof 3 Tr., Bortrag: Das Geld und seine Bedeutung in der Weltwirtschaft". Tegel Jugendheim Bahnhofstr. 15, Vortrag: Bom Wandern". " Sport. August- Leha- Preis. Auf der Radrennbahn in Treptow tommen. morgen abend Radrennen zum Austrag. Das Hauptrennen umber August- Lehr- Preis, das über eine Stunde führt, vereinigt die vier Teilnehmer an der deutschen Meisterschaft: Thomas, Gawa II, GaIdow Die gleichen Fahrer bestreiten außerdem das Alfred Görnemann Gedenkrennen über 25 Kilometer. Die Flieger werden ein Rudela- Erinnerungsrennen, einen RichardScheuermann- Breis und ein Karl- Käser- Erinnerungsrennen bestreiten. Die Rennen beginnen abends 7½ Uhr. und Rosellen noch einmal am Start. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Auskunft wird nicht ertetit. Jeder für den Brief bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, tasten bestimmten Anfrage füge man ein ex Buchstaben und eine Nummer 1. Hof part. links. vor. 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Winterspielzeit Letzte Vorstellungen 7.45: Madame Flirt 8 Central- Theater. Ein Prachtmädel 1. September Theat.a.Rotibus.Tor Moritzplatz 16077 Deutsch Opernhaus jeden Abend 74, U 7 Uhr Hoffmans Erzählungen Friedrich- Wilhelmst. Th. 8 U.: Wie fessle ich meinen Mann Große Volksoper im Theat. d. Westens Eröffnung: 1. Sept Uhr: und Sonntag nachm. 3 Uhr ELITESänger Volkspreise! Der Freischütz Vorvkf. 11-1½ u 4-6 Intimes Theater: 8: Die Peitsche und? Lauf doch nicht immer nackt herum Lustspielhaus 8 Uhr! Werwoll Metropol- Theater Behrenstr. 54 Thr Die Bajadere Mittw., d. 30.Aug Neues Operett.- Th. Nur noch 3 Verstellungen 74 U: Die Mädels von Davos Fre tae 7 Uhr: Do 7 Uhr: Ehrenabend für Im Glutrausch der Sinne. 1.Tail Alexand.- Pl.- Pass. H. Teil Urania 8 Uhr: Im Schwarzwald Allabendl. 71% Uhr Stettiner zu höchsten Preisen G. Schliephacke, Juwelier Friedrichstraße 210 Ecke Kochstraße. Aktiengesellschaft Der Vorstand: E.& örfing für modernen Vorwärts Berlin SW, Lindenstr. 2 rung der Lokalbeiträge der Ortsverwaltung Berlin und eine Aenderung der Lofalzu chläge zu den einzelnen Unterstügungs ägen auszuarbeiten hatte. Das Ergebnis der Kommissionsverhandlung hat folgendes Resultat gezeitigt. Der Lotalbeitrag wird ab 1. Ottober 1922 wie folgt festgelegt: In der 1. Klaffe auf 7 M., in der 2. Klasse auf 6 m., in der 3. Alaffe auf 4 m., in der 4. Klaffe auf 3 m., und in der 3. Klaffe auf 1 m. pro Woche. An Zuschlägen aus der Lofaltaffe werden ab 1. Oktober 1922 folgende Gäge gezahlt: Streit und Maßregelungs- Unterstützung.. Sänger Metallbetten Zahn- Atelier Knapp vorm. Fenker, ata 1. Bei einer Mitgliedſgjaft über Graue Haare Sprechstunden 9-1, 8-6, Sonnt. 10-12 Stahlmatratz., Kinderbetten dir an Priv. Kottbuser Damm 70/71. Tel: Mpl. 7827 Dönhoff Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Frett'l Anf.7% U erhalten ihre ursprüngliche Fare u. natur ich. 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Gottfried Zischmann gez Richard Wahlawczet Die sich von Tag zu Tag steigernde Arbeitsüberlastung veranlaßt uns zu der Erklärung, daß wir bis auf weiteres jede Verantwortung für pünktliche Ausführung von Börsenaufträgen ablehnen müssen; doch werden wir bemüht sein, soweit es im Bereich der Möglichkeit. liegt, den Wünschen unserer Kundschaft gerecht zu werden. Berlin, den 26. August 1922. Berliner Handels- Gesellschaft S. Bleichröder Commerz- und Privat- Bank A.-G. Darmstädter und Nationalbank K. a. A. Delbrück Schickler& Co. Deutsche Bank Direction der Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank J. Dreyfus& Co. Hardy& Co. 6. m. b. H. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank SPD.Berlin. 39.Abtg. Die Abteilung betrauert denTod der Genofsin Noch können Sie günstig kaufen! Weitere Preiserhöhung ab 1. September Löhne und Gehälter der Angestellten steigen von Monat zu Monat ganz gewaltig. Genau so verhält es sich mit den Preiserhöhungen von Seiten der Fabrikanten, insbesondere in bezug auf die Gläserpreise, weil die GlasWir hütten die Preise für Rohglas ganz bedeutend gesteigert haben. müssen also auch unsere Verkaufspreise wiederum hinauffezen; doch wollen wir die erhöhten Preise, besonders für unsere Gläser, erst am 1. September d. J. in Kraft treten lassen, bis dahin gelten unsere jezigen, billigen Preise. Wir machen unsere werte Rundschaft hierauf aufmerksam, damit sie von dieser Bergünstigung noch reichlichen Gebrauch machen kann. Jezige Gläserpreise pro Paar: bi- Gläser Optal- Gläser Bunttorit- Bläser Sanastop 34 Gefchäfte in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Cöln, Magdeburg, Basel, Zürich Lieferant des Verbandes der Krantentassen Groß.Berlin. m. 70, 110150, 毙 220, " Optifer Ruhnke C Spiffelmarkt Gde Wallstr. Alexander- Platz n. Aschinger Königsfr. 55 gegenüb.Rathaus WFriedrich- Str. 193 a Ecke Leipzigerstr. Leipziger Str. 113 Ecke Mauer Str. 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Irrigerweise dehnte Hoopmann diese Bollmacht auch auf die Roßbacher aus, zumal diese erflärten, daß sie nicht zurückkehren würden, wenn nicht auch ihr Führer Amnestie erhielte. Die Reichsregierung betrachtete diese Zusicherungen des Admirals Hoopmann als eine Ueberschreitung seiner Befugnisse, wollte es jedoch bei dem einmal gegebenen Versprechen bewenden lassen. Nun aber war ganz übersehen worden, daß das Amnestieversprechen an Roßbach ungültig war. da nach der seit dem 11. August 1919 in Kraft getretenen Reichsverfassung Amnestien eines Reichsgesetzes bedürften. Der Versuch, ein solches Amnestiegesetz für die Baltikumer herbeizuführen, wurde von der Reichsregierung nicht unternommen, zumal bald darauf unter wesentlicher Beteiligung der Baltikumer der Kapp- Putsch losbrach. Eine landesgesetzliche Niederschlagung des Verfahrens fam im Falle Roßbach um so weniger in Betracht, als die Roßbach- Truppe in Mecklenburg demobilisiert wurde die mecklenburgische Landesverfassung eine Niederschlagung schwebender Verfahren nicht kennt. Die Aften Roßbachs lagerten längere Zeit bei den Militärgerichten, ohne daß etwas geschah. Nach Auflösung der Militärgerichte kamen sie an die Staatsanwaltschaft Schwerin. Diese erkannte aus der Sachlage, daß eine rechtsgültige Amnestie für Roßbach nicht vorläge. Auf eine Anfrage an den jetzigen Reichsjustizminister Dr. Radbruch erwiderte dieser, daß ein Amnestiegesetz für Roßbach auch nicht in Frage fäme. So ist denn nach der Rechtslage die Staatsanwaltschaft verpflichtet, das Verfahren gegen Rosbach fortgehen zu lassen. Nach dem hier anzuwendenden Militärstrafgesetzbuch stehen auf die Handlungen Roßbachs sehr schwere Strafen, die unseres Erachtens einen Haftbefehl gegen Roßbach vollauf rechtfertigen würden. Gleiches Recht. Das Ausspucken am Judenfriedhof ist nach dem Urteil preuzi scher Gerichte nicht strafbar. In dem Absingen des Liedes Blut muß fließen, Judenblut" sieht der Glazer Staatsanwalt feine Auf" reizung, ebensowenig der Generalstaatsanwalt am Kammergericht in dem Rufe Schlagt die Juden tot" bei einer antisemitischen Demonstration, während derer es zur Mißhandlung von Juden fam. Aber: Ein jüdischer Kaufmann P, der einem Tanziger Studenten das Hakenkreuz abgerissen hat, erhält nach dem Bericht antisemitischer Blätter von dem Schöffengericht in Memel fast zwei Monate( 58 Tage) Gefängnis und 7000 m. Geldstrafe, während der Staatsanwalt jogar 5 Monate Gefängnis beantragte. Biele Staatsanwälte sind auf dem rechten Auge fast blind, auf dem linken scharfsichtig. Beswegen sie auch so gern Monokel tragen. Bald so, bald so. Der verstorbene Lord Northcliffe( ursprünglich Hamsworth geheißen) ist von den Antisemiten unzählige Male als geborener Jude bezeichnet worden und diente ihrer Propaganda als Beispiel für die jüdische Macht über die Presse. In Wirklichkeit ist Northcliffe niemals Jude gewesen. Selbst das antisemitische Blatt des Herrn Lebius stellt das fest und schreibt: Die Legende von der jüdischen Herkunft Northcliffes ist auf die Neigung der Inden zurückzuführen, jeden Großen für sich zu reklamieren. Arbeiter, Parteigenossen, Republikaner! Mitten in einer Zeit schwerster innenpolitischer Kämpfe um den Das Unglüd, das über Deutschland mit elementarer Wuch: her Bestand der politischen Einheit des Reiches, dem Ansturm aller einbricht, darf es nicht in den Zustand des Bürgerkrieges und der reaktionären Kräfte gegen die Republik und der bisher in Deutsch- Rassenbekämpfung hinabstürzen, soll nicht alles verloren gehen. lands Geschichte unerhörten pogromistischen deutschvölkischen Hetze Deshalb gilt es jetzt alle Kräfte anzuspannen. Jeder ist nacj erleben wir die denkbar härteste außenpolitische Bedrohung und da- seinem Teil und nach seinem können verpflichtet, dem Verderben durch den offenbaren Zufammenbruch der deutschen Währung. zu steuern. Das tatastrophale Sinten des Markkurses bringt die deutsche Wirt- Die Aufgabe legt der Partei ungeheure finanzielle Berpflich schaft in die denkbar schwerste Gefahr und treibt durch die wahn- tungen auf, die sie bei der jetzigen Geldentwertung auch aus den finnige Steigerung der Lebensmittelpreise die Massen der arbeiten- sofort zu erhöhenden Einzelbeiträgen nicht zu leisten imiftande ist. den Bevölkerung zur Verzweiflung. Es scheint fein Zweifel mehr, Deshalb richtet der Parteivorstand hiermit zum ersten Male die drinnur durch außerordentliche Mittel, über die es selbst nicht verfügt, gente Aufforderung an alle, deren Vermögenslage es gestattet, der fann Deutschland vor dem Untergange bewahrt werden. Partei durch die umgehende Zuwendung besonderer Gelemittel die Erfüllung ihrer im Interesse des Volksganzen liegenden Aufgaben zu ermöglichen. Deshalb Jetzt heißt es vor allem den Kopf oben behalten. richten wir an alle unsere Freunde die dringende Mahnung: Wehret jeder Panikstimmung! * Seid auf der Hut auch vor allen, die in Berblendung und GeGeldsendungen find zu richten an den Kassierer der Sozialdemo wijseniofigkeit gegen auswärtige Bedrückung oder innere Not zur trafischen Partei: Landtagsabgeordneten Fr. Bartels, Berün SW. 68, Selbsthilfe und Aktionen aufrufen, die in sich zusammenbrechen Lindenstr. 3, oder an das Bankkonto des Parteivorstandes: Fr. Bar müssen und das Elend nur vergrößern können. Die Organisationen der Sozialdemokratischen Partei sind im fels, D. Heinrich, W. Pfannkuch, O. Wels, Berlin, Cindenstr. 3, bei Interesse der Arbeiterschaft in erster Linie berufen, der Erhaltung der Diskontogesellschaft Berlin, Depofitenkasse, Lindenstr. 3, bzw. und dem Aufbau der Republik und ihrer Wirtschaft zu dienen. Sie Poffschedkonto: Berlin W. 7, Nr. 7918, Fr. Bartels, Fr. Ebert, sind jekt vor Aufgaben gestellt, wie sie sie gleich groß wohl taum jemals zu erfüllen hatten. Eine Unterredung mit Fimmen. ,, Sichert die deutsche Republik!" D. Braun, Berlin SW. 68. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Wirtschaft Zur Diskonterhöhung der Reichsbant. Seit Kriegsbeginn hat die Reichsbant am 28. Juli zum ersten Male ihre Säge für Leihgeld heraufgesetzt. Genau einen Monat später hat sie den Diskont erneut um 1 Proz. auf 7 Broz erhöht. Die Maßnahme, die den amtlichen Gelèzinsfuß auf eine Höhe Der Sekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes, Genosse Edo Fimmen, gewährte einem Vertreter des„ Soz. ParlamentsDienstes" eine Unterredung über den Charakter der Unterstüßungsaflion der internationalen Arbeiterschaft, die auf den Hilferuf von deutscher Seite erfolgen seil. Genosse Fimmen erklärte: Die Gewerkschaftsinternationale hat die Absicht, die vielen noch immer im Ausland fursierenden falschen Meinungen über heraufführt, wie er zurzeit nur in einigen Ländern mit gänzlich zerrütteter Währung Desterreich, Polen und außerdem höchstens Deutschland aus der Welt zu schaffen und demgegenüber das Aus- noch in Portugal Geltung hat, während die hochvalutarischen Länder land mit Angaben, die Hand und Fuß haben, aufzuklären. Das ihre Geldleihfäße bis auf 3½ Proz. herunterbringen konnten, ist vers internationale Wirtschaftsprogramm der Arbeiterschaft soll die Basis anlaßt durch die starke Nachfrage des Kapitals nach Krediten jeder abgeben für eine Attion des gesamten Proletariats Art und nach Zahlungsmitteln. Die Reichsbank mußte so in der zur Wiederherstellung des ökonomischen Lebens. Das Programm dritten Augustwoche erneut für 9,9 Milliarden Mark Noten in den wird sich vor allem mit jenen Teilen des Versailler Vertrags befassen, Berkehr geben, so daß der Betrag des umlaufenden die unter allen Umständen verschwinden müssen, wenn Europa papiergeldes, also der Banknoten und Darlehnskaffenscheine wieder aufgebaut und Deutschland gerettet werden soll. Das Pro- zusammen, sich auf 227,6 milliarden beziffert. Die Reichsschatzs gramm der Arbeiter unterscheidet sich von Programmen der kapita- anweisungen fließen wieder in die Kassen der Reichsbank zurück, so lififchen Regierungen infofern, als hinter ihrem Programm allge- daß der Borrat des Zentralnoteninstituts an diesen Schuldtiteln des meine Solidarität, ein einiger fester und geschlossener Wille und nicht Reiches auf 224,5 Milliarden Mark angeschwollen ist. Schließlich die 3rietracht und fapitalistische Interessenjägerei steht. Wir haben hat auch der Zufluß an Handelswechseln in die Reichsbank wieder nicht die Absicht, unsere Aktion aufzubauschen, aber wir wissen, daß zugenommen, so daß das Konto Wechsel und Schecks in der dritten der Wille der Arbeiter aller Länder, der Länder der Sieger, der Augustwoche um 6 Milliarden auf 16,7 Milliarden Mark ange Besiegten und der Neutralen, immerhin etwas bedeutet. wachsen ist. Es scheint, daß die Kreditansprüche an die Reichsban! Was Ihr Hinweis so fuhr Genoffe Fimmer fort auf die in der Folgezeit noch zugenommen haben, denn in den letzten Tagen Möglichkeit einer Hilfsaktion der Genossenschaften zugunsten hatte es schwierigkeiten, die Kreditforderungenn voll zu befriedigen. der Konsumgenossenschaften Deutschlands betrifft, Die Diskonterhöhung ist also zweifellos in der Absicht erfolgt, unge fo bin ich, obwohl ich nicht so genau in die Tätigkeit der Konsum funde oder übertriebene Kreditansprüche durch Erhöhung des Leihs genoffenschaften eingeweiht bin, doch der Meinung, daß eine solche zinfes zurückzuschrauben.atdi Hilfsaktion und ein solches Zeichen praktischer Solidarität innerhalb der Internationale der Konsumgenossenschaften sehr wohl mög lich ist. Gewiß ist eine finanzielle Hilfsaktion bei den Konsum- In der gestrigen Sitzung des Zentralausschusses deer Reichsbank genossenschaften nicht ohne weiteres mit den internationalen Hilfs- führte Präsident Dr. Havenstein folgendes aus: Amerikareise des Berliner Polizeipräsidenten. Es herrscht gegenwärtig in Deutschland eine wachsende Kredita aktionen der Gewerkschaften in Parallele zu stellen. Aber ich sehe Wie die PPM. hören, verläßt Polizeipräsident Richter am Dienstag, den 29. August, dennoch keinen triftigen Grund, weshalb nicht die Konsumgenossen- und Kapitalnot, die in einer außerordentlichen Verknappung Berlin, um in Amerika an einem Internationalen Kon- shaften Englands, Hollands, Standinaviens und Belgiens, die alle des Geld- und Kapitalmarktes ihren Ausdruck findet. Die Betriebss fosten der Landwirtschaft und Industrie wachsen in steigendem Maße greß der Polizeiver baltungen teilzunehmen. Der Berliner Polizei- ökonomisch fest fundiert sind, den deutschen Konsumgenossenschaften und bedingen eine täglia) verstärkte Nachfrage nach Geld. Die präsident folgt dabei einer besonderen Einladung des Bo- mit einem ansehnlichen Kredit zu Hilfe fommen fönnen. Diese Kreditinstitute reichen mit ihren Mitteln nicht aus und schreiten lizeipräsidenten von New Yorf. Er ist während seiner Reise Solidarität bei den internationalen Konsumgenossenschaften wird immer mehr zur Redistontierung von Reichsschaganmeis und seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten Gast der New- sicherlich kaufmännische Rücksichten nicht außer Acht lassen fönnen. fungen bei der Reichsbant. Auch die Anlage in Handelss Dorter Polizeidirektion. Aber es darf doch auch darauf hingewiesen werden, daß in den wechseln ist start angewachsen. Durch alle diese Anforderungen deutschen Konsumgenossenschaften gewaltige Realmerte stecken, auf Das Schicksal des Entomologischen Instituts. Das durch eine die eine Kredithilfe sehr wohl aufgebaut werden kann. Diese Stiftung seines Gründers, des Professors Kraazz, an die Stadt Ber- Kredithilfe könnte jezt bei der Versorgung der Bevölkerung für lin gefallene Entomologische Museum in Dahlem fann von der den Winter unendlich viel Segen für die hungernde und dar: Stadtverwaltung aus Mangel an Mitteln nicht gehalten werden. bende Bevölkerung Deutschlands bedeuten. Wir sind sicher, daß bei Die vor einiger Zeit mit dem Reich eingeleiteten Verhandlungen, der großen Hilfsaktion die Genossenschaften hinter den Gewert die es zur Uebernahme von Institut und Museum veranlassen sollten, find gescheitert, weil auch das Reich hierfür feine Mittel hatte. Das schaften nicht zurückstehen würden. gegen hat sich die Kaiser- Wilhelm- Gesellschaf: in Dahlem jezt bereit erklärt, unter den gleichen Bedingungen wie das Reich das Deutsche Entomologische Institut zu übernehmen und für seine Zukunft zu forgen. Das Deutsche Entomologische Institut und Museum find in cinem eigenen Landhaus in der Ehrenbergstraße in Dahlem untergebracht. Nun ist der Deutschenfresser Northcliffe plöglich ein„ Grozer". den nur jüdische Rubmredigkeit für sich in Anspruch nimmt! Selt. jame Verwandlungen gehen mit den antisemitischen Agitationslügen vor. Die amtliche Begründung. des Verkehrs wird die Reichsbank immer schärfer und dringender in Anspruch genommen; selbst die verfügbaren 3ahlungsmittel reichen vielfach nicht mehr aus, um die Geldansprüche zu befriedigen. 316,2 milliarden Mart. Davon wurden von der Reichsbant Die schwebende Schuld des Reiches beträgt zurzeit im ganzen 293,6 Milliarden übernommen; am 23. August befanden sich 224,5 Milliarden Mart Reichsschazanweisungen im Besize der Reichsbant. Mart. Wenn Sie nun zum Schluß fragen, warum die Gewerkschafts- Die Zunahme der schwebenden Schuld des Reiches internationale von den deutschen Arbeitern vor allem auf politischem belief sind in der Zeit vom 23. Juni bis 23. Juli auf 11,7 Milliarden Gebiet eine tatkräftige Mitarbeit fordert, so hat das einen ein- Marf, vom 23. Juli bis 23. Auguft auf 13,9 Milliarden Mart. Die fachen Grund: die Gewerkschaftsinternationale weiß, daß öfono. Bestände der Reichsbant an Reichsschahanweisungen das mische Maßregeln im Augenblick in Deutschland bei der Preis- gegen nahmen zu in der Zeit vom 23. Juni bis 23. Juli um 28,4 anarchie und den ungeheuren wirtschaftlichen Schwierigkeiten feine illiarden Mart, vom 23. Juli bis 23. August um 28,5 Milliarden Kann man auf dem Wasser laufen? Dem Menschen sind manche leichte Sache sind. Die Gewerkschaftsinternationale verlangt daher Hierzu kam eine Zunahme der Handelswechsel in der Tiere in der Fertigkeit überlegen, auf dem Wasser laufen zu können. nichts Unmögliches, was sie aber von den deutschen Arbeitern ver- Zeit vom 23. Juni bis 23. Juli um 2,8 Milliarden Mart, vom 23. Juft An jedem Tümpel fann man langbeinige Käfer und Mücken über langt und verlangen muß, ist die absolute Sicherung bis 23. August um 9,7 Milliarden Mark. die Wasserfläche dahinspazieren sehen, ohne daß sie einfinfen. Diese der deutschen Republit. Nur die Festigung der Republik Gegenüber einer Zunahme der Kreditansprüche im Betrage von Erscheinung erklärt sich durch die sogenannte„ Oberflächenspannung" in Deutschland kann dem Ausland Vertrauen zu Deutschland ein- 69,4 Milliarden Mark steht eine Bermehrung der verfügbaren des Wassers, dessen Oberfläche dem Eindringen anderer Körper flößen. Ohne dieses Vertrauen feine Hilfe! Das Ausland versteht papiernen 3ahlungsmittel in Höhe von 60,3 MilWiderstand entgegensent. Gewisse Tiere, die wenig wiegen und deren Gewicht sich zudem noch auf eine ganze Anzahl von Beinen es einfach nicht, warum sich die deutsche Republik immer wieder von liarden Mark. Unter diesen Umständen ist eine weitere Era und damit auf viele Stellen der Wasseroberfläche verteilt, fönnen der Reaktion sozusagen auf der Nase herumtanzen läßt. Das Aus- höhung des gegenwärtig geltenden Diskontsages von 6 Proz. nicht zu den Widerstand der Oberflächenspannung nicht überwinden, finten land vertenni die Schwierigkeiten bei der Republikanisierung nicht, 7 Proz., der Lombardzinsfuß auf 8 Broz. erhöht. Der Wechseldistont wurde darauf einstimmig auf also auch nicht ein, sondern laufen auf dem Wasser ganz sicher und aber es hat troztem das Gefühl, daß die Republikaner in Deutschvergnüglich herum. Auch eine etwas eingefettete Nähnadel, die man land nicht den nötigen Willen und die nötige Kraft zu ihrer Selbst. behutsam auf die Wasserfläche legt, finft nicht unter, weil sie den behauptung aufbringen. Deshalb sagt die GewerkschaftsinternatioWiderstand der Oberflächenspannung nicht zu durchbrechen vermag. nable den deutschen Arbeitern auf ihren Hilferuf: Sichert wenigstens Der Mensch ist freilich zu schwer und die Auflagefläche seiner Füße die Republik und schafft dantit einen festen Untergrund im Innern muß. um die in der ersten Spalte genannte Einheit der auf das bes zu klein, als daß er durch diese Spannung getragen werden könnte. und Glauben und Zuversicht draußen! Helft also da, wo ihr könnt, zeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. Man hat aber Hilfsmittel erfunden, die ihm doch das Laufen auf dem Wasser möglich machen. In Reclams Universum wird ein euch selbst und die Hilfe von außen wird wachsen." Wasserlaufschuh" beschrieben, durch den das menschliche Gewicht auf eine größere Fläche verteilt wird und der aus einem spezifisch so leichten Stoff besteht, daß er auf dem Wasser schwimmt. Der Wafferlaufschuh ist ein ziemlich großer, mit Breßluft gefüllter Schwimmförper, a dessen unterer Seite noch in Gelenken hängende Floffen ongebracht find. Mit einem folchen Wasserlaufschuh aus gerüftet vermag der Mensch sehr gut auf dem Waffer zu laufen und fich mit Hilfe von Rudern sogar sehr schnell fortzubewegen. Diese Erfindung beruht auf dem gleichen Prinzip wie der Schneeschuh; nur hat sich bei uns das Wasserlaufen nicht so als Sport eingebürgert wie die Verwendung des Sti. Poincarés Attentatsmache. vermeiden. Devisenkurse.. Die amtliche Kurstabelle gibt an, wieviel Mart man aufwenden 100 dänische Kronen Wieder einmal läßt man amtlicherseits in Paris verbreiten, daß das Leben Poincarés von deuticher monarchistischer Seite höchst be 100 holländische Gulden.. droht fei. Die franzöfifche Politische Bolizei entblödet sich nicht, das 1 argentinischer Papier- Peio Signalement des angeblichen Verschwörers zu veröffentlichen, de: 100 belgische Frank. ein ehemaliger deutscher Offizier und Mitglied einer Geheimorganisa- 100 norwegische Kronen tion sei und Günther Brün( oder nur Günther) heißen soll. Die ganje 100 schwedische Stronen. Geschichte stinkt auf tausend Kilometer nach übelster Mache und wird 100 finnische Mart auch als solche selbst n linksstehenden bürgerlichen Zeitungen gefenn 1 japanischer Jen Gine Aussielung von Reichsdrucken. zeichnet. Poincaré will sich auf diese Art populär machen und Mit- 100 italieniſa e Lire Die Reichsdruderei fritt mil ibren belaunten Reichsbruden" zum 2. Male vor die Deffentlichkeit. leid bei den leichtgläubigen Mossen für seine tofibere Person er 1 Pfund Sterling Dimal ist es Der Kupferitid im 18. Jahrbnnberi", der in meden. mehr als 200 Reichsdruden" im Lichthof des Kunstgewerbemuseums wäh rend des ganzen Monats September gezeigt wird. 1 Dollar... 100 französische rank 28. August Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Rurs 55430.60 55569,40 517.35 518.65 10486.85 10513.15 26. August Käufer. ( Geld-) Kurs 69912,50| 70087,50 647.171, 618.821/ 12833.90 12866.10 Verkäufer ( Brief-) Kurs 23970.- 24030.- 30561.75 30638.25 30461.85 30538.15 38551.75 38648.25 37952.50 38047.50 47740.25 47859.75 3320.80 3329.20 4244.65 4255.35 694.10 695.90 848.90 851.10 6292.10 6307.90 7640.40 7659.60 6392.- 6408.- 7990.- 8016.1448.18 1451.82 1797.75 1802.25 11214.192.75 193.25 27765.25 27834.75 22471.85 22528.15 1.93 1.97 5243,40.5256.60 79.90 11186.Dazu möchten wir nur eins bemerken: Wir wissen zwar, daß die Alldeutschen zu jedem Unsinn und die Geheimbündler zu jedem Ein Antor, der fein Honorar für feine Kriegserinnerungen Berbrechen fähig sind, wenn es gilt, diejenigen zu treffen, die ihnen will. Im Gegensatz zu den verschiedenen Wilhelms, Ludendorff usw. hat Lloyd Georac das Erträgnis feines Buches über den Weltfrieg, das schädlich find. Daß sie aber demjenigen Manne ein Leib antun mit 100 000 Pfund Sterling angegeben wird, für wohltätige Swede beftimmt. tönnten, der ihr wertvollster Helfer und Propagan In einer offenbar aus seiner Umgebung berrührenden Mitteilung wird ge- dist ist, widerspricht so sehr dem einfachsten Menschenverstand, daß ingt. der Bemierminister fähe fich außerstande, irgendeinen persönlichen Borteil für sich selbst aus der Geschichte des Krieges und den Leiden der wir eher an ein alldeutsches Attentat auf Wulle glauben, als auf Nationen zu ziehen. Poincaré, 1 brasilianischer Milreis. 100 spanische Besetas 100 Schweizer Frank. 100 öfterr. Stronen( abgeft.) 100 tschechische Aconen. 100 ungarische Stronen. 100 bulgarische Lewa 13516.90 13483.10 229.70 230.30 34107 30 34192.70 80.10 799.801.27565.50 27637.50 2.43 6441.90 100.37 998.75 1001.25 2.47 6458.10 100.63 100 Polenmart fosteten etwa 17,50 M. Gewerkschaftsbewegung An die Betriebsräte, Arbeiter und Angestellte Groß- Berlins! " schlossen und Euch ist der Sieg trobem und trog getötet, 17 Gendarmen und 20 Zivilpersonen verlegt. Es allebem! " wurden etwa 50 Verhaftungen vorgenommen. Ueber die Stadt Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale murde der Belagerungszustand verhängt. Um Mittera für den Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin. nacht ist der Präfett eingetroffen. Er hat geäußert, daß er die Ordnung in La Havre um jeden. Preis in der kürzest" möglichen Die Tarifbewegung im Bankgewerbe. Frist wieder herstellen werde. Nach dem" Matin" werfen die In der Roten Fahne" für Brandenburg und Laufiz Nr. 198 Streifenden Schüßengräben auf, fällen Bäume und befestigen ihre Nachdem das Reichsarbeitsministerium die Forderung der Bank. Barrikaden, vom 27. d. M. rufen 15 Genossen, zum Teil Vollzugsrats; Zentral- angestelltenorganisationen auf sofortige Einsehung eines Schiedsrats oder Gruppenratsmitglieder, unter Mißbrauch ihrer gerichts über die Gewährung einer außertariflichen Wirtschaftsbei Depesche beruft( in Arbeiterfragen gibt es in Paris fchließlich zu Wenn auch die Meldungen des Matin", auf die sich die WolffFunktionärbezeichnung zu einer Vollversammlung fämt- hilfe abgelehnt hat, werden am 6. September die Verhandlungen verlässigere Blätter als dieses anrüchige Sensationsblatt), übertrie licher Betriebsräte auf. über die endgültige Festsetzung der Augustgehälter im Bankgewerbe ben sein mögen. so dürften sie doch nach den vorliegenden franzöDie Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale lehnt eine Be- beginnen. Der Allgemeine Verband der deutschen Bank- fifchen Blättern in vielen Punkten zutreffen. teiligung an dieser Versammlung, die sich widerrechtlich Boll- angestellten verlangt über diese Neuregelung hinaus die alsbaldige Die Vorgeschichte dieses Kampfes ist turz folgende: versammlung sämtlicher Betriebsräte Groß- Berlins nennt, a b. Die Auszahlung einer außertariflichen Wirtschaftsbeihilfe in Höhe von von der freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale erfaßte Anzahl bereits Gezahlte in Anrechnung gebracht werden könne. Für den 15 000 21., auf die allerdings das über das Auguftgehalt hinaus der Betriebsräte beträgt 35 000 und es zeugt von einer verant- Fall, daß dieser Forderung nicht entsprochen wird, hat der Allgemeine wortungslosen Wurstigkeit, wenn man von einer Vollversammlung Bertand feine Ortsgruppen im Reiche um Stellungnahme zu der sämtlicher Betriebsräte in einem Saal, der höchstens bei Entfer- Frage aufgefordert, ob die Durchsehung dieser Wirtschaftsbeihilfe nung aller Stühle und Tische 1500 Menschen zu faffen vermag, auf dem Wege lokaler Aktionen je nach der Konjunttur erfolgen spricht. Diese Versammlung fann wohl im Namen der dort An- fann. wesenden, jedoch nicht im Namen sämtlicher Betriebsräte GroßBerlins Beschlüsse tätigen. Das Recht, im Namen sämtlicher Betriebsräte Groß- Berlins zu sprechen, steht ausschließlich der Generalversammlung der FBRZ. zu, da dort allein die Delegierten fämtlicher Industriegruppen durch forrefte Wahlen vertreten sind. Zu dem Aufruf selbst sei folgendes bemerkt: Es ist eine unerhörte Unterstellung, daß die freien Gewerkschaften bzw. ihre Vorstände nicht gewillt seien, den Kampf gegen die Leuerung und Geldentwertung aufzunehmen, daß sie im Gegenteil versuchten, den Arbeitern einzureden, daß die Teuerung und die jetzige fich täglich verschärfende Notlage der Arbeiterschaft eine durch nichts abwendbare Fügung sei. Man kann über das, was der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund tat und tut, verschiedener Auffassung sein, jedoch der schärffte Gegner des ADGB. wird nicht behaupten wollen und auf keinen Fall beweisen können, daß er etwas tut, Don dem er nicht überzeugt sei, daß es der gesamten Arbeiterschaft wirklich diene. Die Metallindustriellen von Le Havre beschlossen, die Löhne täglich fäme etwa einem Borfriegsverdienst von etwa 3 Frank( 2,40 von 12 Frant auf 10 Frant täglich herabzusehen. 10 Frant Goldmark) gleich, während vor dem Kriege der Lohn 5 Frank be trug. Gegen diese ungerechtfertigte Lohntürzung wehrten sich die Arbeiter und legten die Arbeit nieder. Um den Streit zu brechen, entzog der Präfeft( Regierungspräsident) dem Bürgermeister der Stadt die Polizeigemalt und ergriff scharfe Maßnahmen. Dadurch entstand unter der Arbeiterschaft eine tiefe Erbitterung, die Die ,, Rote Fahne" gegen die Gewerkschaften. fich auch nicht legte, als der Präfekt seine Maßregel rüd Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: gängig machte. Die Hafenarbeiter, Straßenbahner, Bauarbeiter, Organisationen hat zur Folge, daß sie strupellos in der Wahl der Eingreifens der Truppen scheint es nun zu jenen traurigen Ereig Die Einstellung der Roten Fahne" gegen die gewerkschaftlichen Gasarbeiter usw. traten in einen Solidaritätsstreit. Infolge des Mittel und Personen ist, um den Gewertschaften bzw. ihren Füh- niffen gekommen zu sein. Es sei hervorgehoben, daß der Streik rern eins auszuwischen. So bringt sie in der Nummer vom der Metallarbeiter die Sympathie der gesamten Bevölkerung besaß 27. Auguft unter der Ueberschrift Blüten der Arbeitsgemein- und daß die Metallindustriellen jede Bermittlung ablehnten, dar schaftspolitit" Angriffe gegen die Beamten des Zentralverbandes unter auch die der zwei bürgerlichen Abgeordneten der Stadt, die der Angestellten Hugo Cohn, Bublik und Caminer, deren Verfasser, zum„ nationalen Blod" gehören. ein gewiffer Lindig, sich in der Angstelltenbewegung dadurch unmöglich gemacht hat, daß er, gelinde ausgedrückt,„ Unforrettdem dieser Herr neuerlich den Versuch unternimmt, die Angestellten heiten" bei der Verwaltung von Angestelltengeldern beging. Nach der Banten gegen die Organisationen aufzubrin gen und für seine Sonderbestrebungen einzufangen, hat sich der Beamte des 3dA., Caminer, gezwungen gesehen, in einer Versamm lung seine warnende Stimme zu erheben. " " Hausangestellte und Hausgehilfengeseh. Vorwärts" hat sich leider ein Fehler eingeschlichen. Die HausIn den am Sonntag veröffentlichten Versammlungsbericht des frauen hatten nicht eine neunstündige Arbeitszeit beantragt; sondern eine nur neunstündige Arbeitsruhe, so daß einschließlich der unumgänglichen Baufen und Freizeit eine Arbeits- und Arbeitsbereitschaftszeit von 15 Stunden bliebe. Teeproduktion und Kuliarbeit. Das Auftreten des Lindig hatte zur Folge, daß die Firma gegen ihn als Betriebsrat vorging. Wenn in diesem Zusammenhange von einer Maßregelung des Lindig die Rede ist, so wird Ebenso falsch wird in dem Aufruf erklärt, daß der Zen- seine gewerkschaftliche Organisation schon mit der nötigen Entschie In Ceylon, dem Hauptproduktionsgebiet des Tees, ist für das tralrat der Freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale beschlossen denheit dagegen auftreten. Was die Unterredung des Herrn laufende Jahr trotz der guten Konjunktur im Teehandel ein großer habe, sich in Zukunft mit wirtschaftspolitischen Fragen nicht mehr Simon mit den Herren Hugo Cohn und Bubliz anbetrifft, so hat Broduktionsrückgang zu verzeichnen. Der weiterliegende Grund zu beschäftigen.. Genau das Gegenteil ist richtig. Die zunächst weder die Rote Fahne" noch Lindig einen Anspruch dar- hierfür ist, daß England Indien voriges Jahr Parlament und VerFreigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale stand von Anfang an und auf, zu wissen, worüber sich Cohn und Bublik mit ihrem Partei- fassung bewilligen mußte. Auf den Teeplantagen in Ceylon steht heute noch auf dem Standpunkt, daß sie weder die politische genossen Eimon unterhalten haben. Das eine fei aber festgestellt, arbeiten indische Kulis unter Arbeitsbedingungen, die vom noch die wirtschaftliche Rampfesorganisation der Arbeiterschaft, daß der Unterhaltung war. Was der Artikelschreiber von der Bestür- Die Freizügigkeit der Arbeiter ist u. a. unterbunden. Kraft seiner daß ein beabsichtigtes Vorgehen gegen Lindig nicht Gegenstand indischen Parlament als Halbstlaverei bezeichnet wurden. fie aber andererseits die wirtschaftspolitische Aufbau- zung der brei Herren spricht, ist so albern, daß darauf einzugehen neuerworbenen Macht hat das indische Parlament und die Regieorganisation und die arbeitsrechtliche und sozialpolitische Auf- fich nicht verlohnt. rung die Auswanderung indischer Arbeiter nach Ceylon mit Zwangsflärungsorganisation fei. Darum wird auch die Freimaßnahmen verhindert bzw. eingeschränkt. Der in englischem gewertschaftliche Betriebsrätezentrale in ihrer Generalversammlung Besiz befindliche Leekapitalismus in Ceylon ist darüber zu der Teuerung Stellung nehmen; jedoch erachtet die FBR3. es außerordentlich aufgeregt und behauptet, die Verbote seien das Werk für ein leichtfertiges und zwed widriges Beginnen, des indischen Kapitalismus, der die billigen Arbeitskräfte menn einzelne Genossen sich zusammenfinden, um über den Kopf der im eigenen Land behalten wolle. Sie haben beide recht! FBR3. hinweg eine Vollversammlung der Betriebsräte einzuberufen, da hierdurch der Arbeiterschaft nicht nur nicht gedient, sondern neues Mißtrauen gefät und hierdurch neue Die Unionisten nicht tariffähig. Durch die Mitbeteiligung der Union ber Hand- und Kopfarbeiter bei verschiedenen Streifbewegungen in der Landwirtschaft fuchte diese Organisation ihre Tariffähigkeit durchzusehen. Di fer Berfuch sowie der von der unionistischen Streifleitung für den Kreis Gronau ist jedoch gescheitert. Der Schlichtungsausschuß in Halberstadt, in Hannover angerufene Schlichtungasusschuß in Hildesheim haben 8 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, der Union der Hand- und Kopfarbeiter den Charakter einer tariffähigen Gemertschaft aber fannt. punkt mit nachstehender Begründung: Der Schlichtungsausschuß in Gronau rechtfertigt seinen Standpunkt mit nachstehender Begründung: " Eintrittskarten für den Kunstabend am Donnerstagabend Blüten morgenländischer Dichtung" sind zum Preise von 10 M. noch im Bureau der Gewerkichafts. tommission Berlins und Umgegend, Engelufer 24/25, Zimmer 13, zu haben. holen. Für die Mufifer im Gaffwirisgewerbe find neue Lohnsäge ver Siemens- Schndertwerke, Kleinbauwert! Arbeitsgemeinschaft der SPD. EPD., am Mittwoch, den 30. August, nachmittags 4 Uhr, Bersammlung fämtlicher Mitglieder bei Marsandt, Heidefrug. Achtung, AfA- Funktionäre der Metallindustrie! Die für Dienstag anBeit statt. AfA- Bund, Ortskartell. AfA- Mitglieder der Gesundheitsindustrie! Mittwoch, 7 Uhr, im Hochzeits. Zerwürfnisse in die Arbeiterschaft hineingetragen werden und das zu einer Zeit, wo der einmütige und feste 3u sammenschluß aller Arbeitenden zur zwingenden Notwendigkeit wird. " Der Schlichtungsausschuß fann die Union der Hand- und Der Zentralrat der FBR3. beschloß am 24. cr., eine General- Ropfarbeiter nicht als wirtschaftliche Vereinigung im Sinne der Verversammlung einzuberufen. Dieselbe findet nunmehr am Diens- ordnung vom 23. Dezember 1918, welche tariffähig und imftande einbart worden. Die Kollegen werden gebeten, sich dieselben von tag, den 5. September, abends 5% Uhr, in Kliems Fest ist, als Partei vor dem Schlichtungsausschuß aufzutreten, ansehen. Der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Musikerverbandes abzufälen, Berlin, Hasenheide 13-15, statt mit der Tagesordnung: Nach§ 2 ihrer Sagung ist die Union eine Einheitsorganisation, 1. Zeuerung und Arbeitsprogramm der FBR3.. welche fich auf dem Rätesystem aufbaut und einen Zusammenschluß 2. Freie Aussprache. aller Hand- und Kopfarbeiter ohne Unterschied der Berufe anstrebt. Die rapid steigende Verelendung des gesamten arbeitenden Damit ist der gewerkschaftliche Charakter der Union geradezu verBoltes fann durch neuen Hader und Zwietracht des Prole neinend, denn der gewerkschaftliche Charakter einer Arbeitnehmerorganisation feit voraus, daß sie die Befferung der Lage und die tariats nicht vermindert, sondern nur verschärft werden. Fort Vertretung der Interessen ihrer Berufsangehörigen erstrebt. Der währendes und immer erneutes Säen von Mißtrauen fann§ 2 des Statuts der Union ist aber so allgemein gefaßt, daß fie die Kampffraft des Proletariats nicht heben, sondern muß fie schließlich jeden Stand außer den der Rentner umfaßt, fo daß man völlig vernichten. Darum fordern wir die Betriebsräte Ber- von einer wirtschaftlichen Vereinigung im Sinne des Gesezes nicht lins auf, sich nicht zur Bildung neuer Instanzen, die mehr reden kann." nur neue lähmende Kompetenzftreitigkeiten in die Arbeiterschaft hineintragen, mißbrauchen zu lassen. Zu ernst ist die Stunde, zu schwer die Aufgabe, die unser harrt. Und nur mit Zähigkeit und flammender Begeisterung, unter Berücksichtigung aber auch voller Ausnutzung aller realen Kräfte des Proletariats sind die Widerstände zu brechen, die trostlosen Zustände zu beseitigen. Der Generalftreik in Le Havre. gefagte Funktionärversammlung findet erst am Mittwoch zur gleichen faat ber Sophienfäle", Berlin, Sophienſtr. 17/18, Bersammlung. 4 Uhr, in den Sentral- Festfälen", Alte Jakobstr. 32, Bersammlung aller Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Donnerstag, nachm. in Buchdruckereien beschäftigten Kolleginnen und Rollegen. Unbedingtes Erscheinen Aller Pflicht. Buchbinderbrandhe. Dienstag nachmittag 5 Uhr in den Kammerfälen", Teltomer Str. 1/8, Bersammlung für alle unter dem Api- Vertrag stehenden und in Buchbindereien, Geschäftsbuchfabriken und Briefumschlagfabriken Beschäftigten. Das Erscheinen Aller ist eine unbedingte Notwendigkeit. Die Bersammlung wird piinftlich eröffnet und findet nicht um 3 Uhr statt, wie irrtümlicher Weise im Vorwärts" am Sonntag bekannt gegeben würde. Die Branchenleitung. tag abenb, 7 Uhr, in Raiser- Friedrich- Realgymnasium Bezirksversammlung, Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Filiale Groß- Berlin. Donners 14. Bezirk Reutölln. Nach Meldungen aus Paris tam es in der französischen Hafen stadt Le Havre zu Straßentämpfen. Nach dem Matin" spielte fich, wie eine Wolff- Depesche meldet, am Sonntag von 25 Uhr an eine richtige, zwei Stunden währende Schlacht mit Barrikaden und Ges wehrfeuer ab. Die Truppen feuerten zuerst in die Luft, Darum laßt Euch nicht mißbrauchen! Begrabt gaten aber schließlich scharfe Salven ab und griffen auch Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 den Hader! Geid einig, zielflar und tampfent- l mit dem Bajonett an. Drei 3ivilpersonen wurden Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bittor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Sierzu 1 Bellage. Majjary Delft edel wie der Name wwwwww 3wei Träger guten Rufs. Fritzi Maffarty eine Zigarette von Rang TH KON UNON