Nr. 415 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 201 Bezugspreis: Flir den Monat September 200,- M., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar. und Memelgebiet, sowie Defterreich und Luremburg 248,- M, für das übrige Ausland 282,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho. Slowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 40,-. Reflamezeile 180,- M. „ Kleine Anzeigen" das.ettgedruckte Wort 12,-.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10,- M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 7.-W., jedes weitere Wort 5,- 2. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 15.- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Sonnabend, den 2. September 1922 Verhandlungen mit Belgien in Berlin. die Reparationsschuld Deutschlands Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenste. 3 Fernsprecher: Verlag, Sanpregpedition u. JuferatenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Der verfluchte Buchprüfer. Die nachstehende Zuschrift eines von der Steuerbehörde beschäftigten Buchprüfers gibt so beachtliche Einblicke in die Methoden und Schwächen unserer Steueraufbringung, daß wir sie sachlich unverändert zum Abdruck bringen. Der Staatssekretär Schröder ist heute vormittag aus und die schwerste Laft des Krieges auf sich genommen hätten. Die Paris zurückgekehrt. Um 11 Uhr trat das Reichstabinett alliierten Schulden seien nicht für den eigenen Nußen einzelner zusammen, um den Bericht Schröders, der kurz gehalten war, Staaten, sondern für das gemeinsame Ziel gemacht worden. Daentgegenzunehmen. Die Reichsregierung nimmt zu der Ent- gegen ist Man verwende in der Finanzverwaltung Leute aus dem fcheidung der Reparationstommiffion vorläufig eine abwarWirtschaftsleben, die auch die Leiden und Nöte von uns Kauftende Stellung ein und wird erst nähere Beschlüsse die Folge freiwilliger und in der Mehrzahl überflüssiger Zerstörungen leuten und Industriellen kennen." So verlangten es Infassen, sobald die Garantieforderungen der bel- und der Zahlung der Pensionen. Diese notwendige Reparation muß dustrie und Handel. gischen Regierung befannt sind. Inzwischen hat der natürlich den Vortritt vor jeder anderen Regelung Heute haben wir in der Einrichtung der Buch- und Bebelgische Gesandte in Berlin der Reichsregierung Mitteilung haben, soweit Frankreich in Frage kommt. Am meisten durch triebsprüfungsstellen den Vermittler zwischen behördlicher und gemacht, daß die belgischen Vertreter zu Beginn die Zerstörung seines Gebietes betroffen, hat es sich gezwungen ge- privater, speziell privatwirtschaftlicher Steuergesetz a us= der kommenden Woche in Berlin zu Verhandlun- sehen, da die von Deutschland versprochenen Zahlungen nicht ge- legung. Man sollte nun meinen, daß damit den Handelsgen eintreffen. Die Verhandlungen werden jedenfalls am leistet wurden, selbst an den Wiederaufbau der zerstörten Provinzen und Industriekreisen gedient und nun alles in Ordnung und Mittwoch stattfinden. heranzutreten. Die Borschüsse, die es aus diesem Grunde ge- Frieden sei. Dem ist aber nicht so, dagegen ist eher das umgemacht hat, verursachen den gegenwärtigen Fehlbetrag in seinem fehrte der Fall. Seit einigen Monaten üben die Buch- und BeHaushalt. Es fann für Frankreich nicht die Rede davon sein, irgend- triebsprüfungsstellen ihren Dienst aus, und der Erfolg, mit eine Regelung der Schulden, die es während des Krieges einging, dem fie arbeiten, übertrifft alle Erwartung. Gein Erwägung zu ziehen, folange die Ausgaben, die es vorgenommen fchäftsleute, die bei der Fatierung angaben, sie hätten mit hat, und die es noch vornehmen muß, für den Wiederaufbau seiner Berlust gearbeitet oder weniger verdient als ein Tagelöhner, verwüsteten Gebiete, nicht durch Deutschland direkt oder durch eine sahen zu ihrem Erstaunen nach vorgenommener amtlicher Kombination gededt find, die es gestatten würde, baldigst einen ge- Buchprüfung, daß sie über Nacht zu reichen Leuten geworden waren. Sie hatten viel mehr Ware auf Lager, als in den nügenden Teil der Forderung zu mobilisieren. Büchern stand, oder sie hatten ihre Warenvorräte so niedrig bewertet, wie sie nie daran dachten, sie zu verkaufen. Andere hatten stille Reserven in der Bilanz verschwinden lassen, so daß diefelben gar als Schulden des Geschäfts erschienen und dadurch das Betriebsvermögen fürzten, wie natürlich auch den Gewinn.( Wir fönnten noch andere Methoden nennen, die angewandt wurden, um„ nichts verdient zu haben", doch würde das zuviel teueres Papier in Anspruch nehmen und zu sehr instruttiv für steuerscheue Kreise sein.) Solange die Garantieforderungen Belgiens nicht bekannt sind, werden voraussichtlich auch die Parteiführer zur Fortsetzung der am Donnerstag abgebrochenen Besprechung beim Reichstanzler nicht zusammentreten. Paris, 2. September.( EE.) Die belgischen Vertreter in der Reparationskommission, Delacroig und Bemelmann, mer. den Montag abend nach Berlin abreisen, um mit der deutschen Regierung in der Garantiefrage zu verhandeln. Die Sondervorbereitungen für diese Reise wurden gestern bereits in Besprechungen zwischen den Belgiern und dem Staatssekretär Dr. Bergmann getroffen. Die Belgier hoffen, zu einem schnellen Abschluß der Verhandlungen zu gelangen und bereits Dienstag nach Paris zurüdfehren zu können. Die Brüsseler Regierung erteilte ihnen alle Bollmachten für ihre Verhandlungen. Die belgischen Delegierten brüd ten den Bunsch aus, daß ihnen zwei Finanzsachverständige beigegeben werden möchten. Befriedigung in Belgien. Sobald Deutschland einmal dieser Berpflichtung nachgetommen ist, die vor allen anderen den Vortritt haben muß, würde die französische Regierung feinen Widerspruch dagegen erheben, daß man eine allgemeine Regelung der interalliierten Schulden in Erwägung zieht. Außerdem werben, wenn es fich für die franzöfifche Regierung darum handeln wird, insbesondere die Regelung der britischen Forderung zu prüfen, gewisse Erwägungen berücksichtigt werden müssen. In erster Linie wird die franzöfifche Regierung, die in den Ber- worden waren, den Buchprüfungsstellen und besonders den Brüssel, 2. September.( EE.) Nachdem Ministerpräsident einigten Staaten und in Großbritannien nur Geld Theunis gestern eine Besprechung mit dem Rönig hatte, empfing aufgenommen hat, um ihre eigenen Einkäufe zu decken, und ohne er Journalisten und gab ihnen Erklärungen über den Beschluß der daß damals von der Garantie eines Dritten die Rede war, einen Reparationstommiffion ab. Theunis erklärte, daß man sich zu diesem Unterschied zwischen den gegenüber diesen beiden Ländern einbeglückwünschen müsse. Frankreich könne sich vollständig befriedigt gegangenen Kriegsschulden machen müssen. Ein Teil der franzöfifchen zeigen. Durch den Beschluß der Reparationstommiffion fei die Schuld gegenüber den Vereinigten Staaten entstand nach nächste interalliierte Ronferenz zur Regelung der dem Waffenstillstand, um den Anlauf amerikanischer Borräte ficher Schuldenfrage gesichert, und man fönne auch mit dem Zu- zustellen, die für den französischen Staatsschatz wieder verkauft standekommen der internationalen Anleihe rechnen. wurden. Bei diesem Teil handelt es sich um eine zweifellos ge Allerdings sei eine Verminderung der deutschen schäftliche Schuld. Der Betrag der britischen Schuldsumme nötig; aber fie dürfte nur vorgenommen wer- Forderung, der effektiv noch nicht zahlenmäßig festgestellt ist, den, wenn gleichzeitig die zwischen den Alliierten bestehenden Schul- muß, so heißt es weiter, gerechterweise Gegenstand einer den vermindert werden. Theunis hat das große Vertrauen, daß die Ueberprüfung fein. So hat z. B. bei der Ueberweisung von deutsch- belgischen Verhandlungen zu einem gedeihlichen Abschluß Material und Lebensmitteln zwischen den Alliierten die englische gelangen werden. Die Sechsmonatswechsel, die Belgien erhalten Intendantur sich die von ihr gemachten Lieferungen zu einem er werde, könnten, da sie von wertvollen Garanfien begleitet sein wer- höhten Preise gutgeschrieben und diese, um die allgemeinen Untoften den, veräußert werden. Würde Deutschland die Belgien notwendig und die Ausfuhrgebühren des britischen Fiskus sicherzustellen, er erscheinenden Garantien aber nicht geben, so müßte es unbedingt höht, während im Gegenfaz dazu die französische Intendantur die Goldreserven in den von Belgien noch zu bestimmenden Banten Ueberweisungen an die englische Armee zu den inneren Tarifen behinterlegen, und zwar in der Höhe, wie die Wechsel ausgestellt rechnete, wie sie bei Ueberweisungen von einer franzöfifchen Abwurden. Uebrigens habe Deutschland alles Interesse daran, zu teilung an eine andere französische Abteilung berechnet werden, ohne einem Einvernehmen mit Belgien zu gelangen, weil es dadurch den die allgemeinen Untosten oder Steuern zu berücksichtigen. Wenn Borteil erlangte, feine auswärtigen Devisen laufen zu brauchen in daher der Stand der für die Wiederherstellung der verwüsteten Geeinem Augenblick, der für Deutschlands Währung so schwierig sei. biete geleisteten Zahlungen Frankreich eine Regelung der Schulden Belgien habe die Sicherheit erhalten, daß es die von Deutschland zwischen den Alliierten gestattet, so wird dieser Regelung ausgegebenen Wechsel sofort estompfieren fönnen werde. Poincarés Antwort an Balfour. eine genaue Prüfung vorhergehen müssen, um den Betrag der Schulden auf gerecht und gleichmäßig aufgestellter Grundlage festzusetzen. Sie wird außerdem so allge. mein wie möglich sein müssen. Die französische Regierung beanParis, 2. September.( WTB.) Poincaré richtete an den sprucht in dieser Hinsicht behandelt zu werden, wie sie selbst die britischen Botschafter in Beantwortung der durch Lord Balfour gemeinsamen Alliierten behandelt. Sie fordert nun nicht der französischen Regierung am 1. August übermittelten Note betr. die Zahlung von Summen, welche die Alllierten ihr schulden. Sie Regelung der interalliierten Schulden, ein Schreiben, in dem gibt sich darüber Rechenschaft, daß moralisch oder materiell eine es heißt, die französische Regierung sei wie die britische Regierung derartige Forderung gegenwärtig unzulässig wäre, und denkt felbft überzeugt, daß das Reparationsproblem feine endgültige nicht daran, sie aufzustellen. Lösung finden kann, wenn es nicht in irgendeiner Form mit dem Problem der interalliierten Schulden verknüpft Der Brief schließt: Wenn auch die Regierung der Republik wird. Es scheine ihr nötig, daß diese Frage in Kürze nach jeder interalliierten Schulden zu regeln wünscht, so glaubt sie doch ihre den Geist ehrt, in dem die britische Regierung das Problem der Seite hin geprüft werde durch eine Konferenz, zu der alle beteiligten alliierten Staaten ohne Ausnahme berufen Aufmerksamkeit auf die vorstehenden Erwägungen lenten zu sollen. würden. Dies hätte bei der legten Konferenz in London geschehen Unter diesem Vorbehalte ist sie, wie die englische Regierung, der würden. Dies hätte bei der letzten Konferenz in London geschehen Ansicht, daß die allgemeine Regelung der Schulden, wenn sie um den fönnen, wenn die britische Regierung nicht im voraus durch ihre Note vom 1. August ihre Stellungnahme festgelegt hätte dadurch, Preis gegenseitiger Opfer durchgeführt würde, für die Menschheit daß sie die französische Regierung ersuchte, sich darauf vorzube- gewinnbringend wäre. reiten, in dem Maße zu zahlen, in welchem England genötigt sein werde, an die Vereinigten Staaten zu zahlen. Das Schreiben Poincarés macht dann darauf aufmerksam, daß die Kriegsschulden der Alliierten und die Reparationsschulden nicht einander gleichgesetzt Der Kampf gegen den Wucher. Daß mun aber diese Kreise, die so über Nacht reich geBuchprüfern für ihre Aufklärungsarbeit dankbar gewesen mären, tann man nicht gerade behaupten. Das Gegenteil war der Fall. Nachdem ein paar Buchprüfungen Hunderttausende und Millionengewinne, die der Besteuerung entzogen worden waren, aufgedeckt hatten, lief Industrie und Handel hilfefuchend zu Handelskammern, Rechtsanwälten, Treuhand gesellschaften. Es wurden Beschwerden gegen die Finanzämter und Buchprüfer an deren vorgesetzte Stellen eingereicht, einige Duhend Paragraphen wurden angezogen", speziell 162 und 163 der Reichsabgabenordnung, die einzelnen Buchprüfer verleumdet, bedroht und als solche abgelehnt. Industrieund Handelsorganisationen sammelten" die Buchprüfungsfälle; gegen einzelne besonders erfolgreiche Buchprüfer ging man gemeinsam derart vor, daß jeder einzelne„ Geprüfte feinem gepreßten Herzen in den Fachversammlungen Luft machte. Das solchergestalt zusammengetragene Material, bei dem Unfähigkeit des Buchprüfers, einseitige Abfassung der Prüfungsgutachten, gegen Industrie und Handel mit Haß erfüllte Persönlichkeit oder gar zugehörigkeit zu linksstehenden Parteien die hauptsächlichsten Schuldmomente des Buchprüfers bildeten, wurde an seine vorgesetzte Behörde gegeben und der Antrag gestellt, daß der Betreffende als Buchprüfer nicht zugewiesen werde. Dagegen verlangte man, daß ein Buchsachverständiger, von den Handelskammern anerkannt oder bei den Gerichten vereidigt, die verfügte Buchprüfung vornehmen soll, also unter Ausschaltung der amtlichen Buchprüfungsstellen! Ja, man stellte sich auf den Standpunkt, daß nur der und jener strittige Punkt in den Büchern des der Steuerflucht Berdächtigen geprüft werden dürfe, daß aber alle übrigen Buchungen nicht nachgeprüft werden dürften. Die steuerscheuen Herren Industries und Handelsbarone schreiben also der Behörde vor:„ du darfst nur auf der und der Seite in dem oder jenem Geschäftsbuch diese oder jene genau vorher bezeichnete Buchung nachprüfen, im übrigen ist aber eine weitergehende Prüfung zu unterlassen". Das ist feine Prüfung mehr, sondern ein Na ch schlagen gemäße Durchprüfung eines ganzen oder mehrerer Geschäftsirgendeines Betrags. Unter Prüfung ist aber eine ordnungsjahre zu verstehen. Wenn diese Geldbarone ihre Geschäftsbücher am Ende des Geschäftsjahres von einer Treuhand ge= sellschaft zur Kontrolle der Geschäftsführung prüfen lassen, dann dauert die Prüfung tagelang. Dem Staat aber schreiben diese Herren vor, daß seine Prüfung ihrer Bücher vielleicht fünf Minuten zu dauern hat. So ist der Stand ungefähr heute. Man tauscht seine Erfahrungen aus der erlittenen Buchprüfung aus, man fucht die Buchprüfer mit allen Mitteln unmöglich zu machen, hinauszuekeln. Wie lange währt es noch, und die Zentralstellen von Handel und Industrie bilden eine Phalang gegen diese Die Preußische Staatsregierung wird noch im Laufe des heutigen Tages die Ausführungsbestimmungen zu den heute von uns veröffentlichten Beschlüffen des preußischen Ministerwerden könnten, da die ersteren alle im Interesse der gemeinsamen rats gegen Wucher und Teuerung veröffentlichen. Die Buchprüfer. Einstweilen sucht man diesen Stellen und ihren Sache aufgenommen feien. Die Einkäufe, zu denen sie dienten, Beflimmungen sind äußerst scharf und verpflichten unter Androhung Beamten die Arbeit zu verefeln. Man erhebt Beschwerde hätten fämtlich zum Siege beigetragen. Während der Vorbereitung hoher Strafen u. a. zur fofortigen Anbringung von Preis- auf Beschwerde, drängelt bei Buchprüfungen auf deren Ende, des Friedensvertrages hätten die siegreichen Länder zum ersten schildern und zur Einhaltung der Gewichte insbesondere bei erhebt gegen die Einschähung gruppenweise Einspruch- eine Male in der Geschichte beschlossen, von dem besiegten Land feine Brof. Ferner werden für die Bevölkerung Erleichterungen zur An- Organisation gab ihren Mitgliedern den Rat, jeder einKriegstoften(!) zu fordern. Wenn die Zahlung der Kriegsschulden bringung von Wucheranzeigen und die schnellste Uleber- 3eine möge Einspruch erheben, wenn seine Fatieverlangt würde, so würde ein Teil der Roften auf diejenigen alliierten weisung dieser Anzeigen zur Erledigung an die Staatsanwaltschaft rung nicht anerkannt würde Länder zurückfallen, die militärisch die größte Anstrengung gemacht angeordnet. lehnt Buchprüfer ab usw. Man hofft scheinbar, durch diesen Ansturm von allen Seiter Die Behörde aber muß sich über den weiteren Weg völlig im flaren und zielbewußt sein. Läßt sie sich durch die Großorganisationen davon abdrängen, so triumphiert weiterhin der steuerscheue Schlotbaron und Pfeffersack, und der arme Teufel bezahlt die defraudierten Steuern mit. die Behörde mürbe oder gar ängstlich zu machen. Dann aber wollen, und dazu gehört die neue Kontrollfommission" glauben machen, daß der Herr Kardinal in seiner Predigt sich in schimpft man allerorts tüchtig über die faulen Beamten, die sicher nicht. Aber vielleicht ist ein Betriebsrat neugierig und Gegensatz hätte sehen wollen zu dem Wert des Bölterapostels in nur große Gehälter einstecken und nicht arbeiten wollen. Es fragt jene Leutchen einmal, ob die ,, Kontrolle der Produktion" seinem Römerbrief:„ Es gibt keine Gewalt, außer von Gott; die gehe nicht vorwärts, sobald es Behörde heiße, und dabei etwas zum Essen ist, ob durch den beabsichtigten Kongreß das aber bestehen, sind von Gott eingesetzt". Dieser zweite schmunzelt man im geheimen, denn man weiß, wieviel un- amerikanische Schmalz billiger wird. Er soll bekanntlich in vier Satzteil, der so oft und leicht übersehen wird, ist so wichtig wie der nüze Arbeit man absichtlich selbst den Behörden machte. Wochen tagen, um vorzubereiten. Die fommunistischen erfte; er enthält für jeden Ratholiten eine autoritative Ber Kontrolleure verdienen, geheime Kanzleiräte zu werden, die pflichtung. Und wenn der Herr Kardinal die November- Revonötige Einbildung haben sie dazu. lution in ftrifter Auslegung des christlichen Sittengesetzes, das sich gerade auf die oben angezogene Lehre des Apostels Paulus stügt, Die fünfzehntöpfige neue Instanz macht sich bemerkbar, sie ist objektiv als Meineid und Hochverrat bezeichnet, so hat er damit durchaus revolutionär", sie beginnt zu befehlen. So ver noch keineswegs die Männer, die im November 1918 die Mit erschredender Klarheit haben die bisherigen Buch- langt sie, daß wir ihren offenen Brief veröffentlichen. Wir Revolution auf ihr Gewissen genommen haben, als Meineidige und prüfungsergebnisse gezeigt, daß die Steuerflucht gerade in den bitten die neuen Machthaber höflichst, zu beachten, daß wir das Hochverräter bezeichnet, denn darüber urteilt ein höherer, ob die am meisten verdienenden Kreisen einfach schamlos ist. gestern im„ Borwärts" schon besprochen haben. ihr von der kommunistischen Parteizentrale gelieferte Geistesprodukt Führer der November- Revolution sich mehr von dem brutalen Es gibt Steuerbezirke, in denen nicht eine der vorgenomme- Die hohe Kontrollkommiffion hat sich tonstituiert, sie hat Willen zur Macht oder von der Sorge um das vor dem Abgrund nen Buchprüfungen refultatios verlaufen ist. Geradezu beschlossen, zunächst" folgende Arbeiten in Angriff zu nehmen. stehende deuifche Bolt haben lellen lassen. ungeheure Unterschleife sind aufgedeckt worden. Wollte des-( Hiermit beginnt der Beweis, daß man etwas Besseres tann Man wird diese Säge als einen freundlichen Versuch zu halb die Regierung vor diesen Defraudanten den Rückzug an- als die alten zu bekämpfenden Instanzen): merten haben, den Ausführungen des Kardinals v. Faulhaber freten, so müßte sie unverzüglich abdanfen. Die Resolution der Betriebsrätevollversammlung wird der ihre Schärfe zu nehmen, die gleichwohl auf allen Seiten beUnd dann noch eines: Es gibt heute, im Herbst 1922, Berliner Gewerkschaftskommission und der Freigewerkschaftlichen Be- merkt worden ist. Daß die Politik des Zentrums mit den noch Buchprüfer, die im Monat 6000 Mart Gehalt" belangt, die Borbereitungen des Reichsbetriebsrätefongresses un- wir selber schon ausführlich dargelegt. Der Versuch der„ Gertriebsrätezentrale übermittelt, vom DGB. wird ver Tendenzen der Faulhaberschen Rede nicht ibentisch ist, haben ziehen. Dieses Gehalt ist wenig gehaltvoll. Die" Herren" verzüglich in Angriff zu nehmen! Wenn nun 3. B. eine andere wir selber schon ausführlich dargelegt. Der Versuch der„ GerBuchprüfer tommen in geflicten, abgetragenen Kleidern und„ Kontroukommission" verlangt, daß der Kongreß nicht ein mania" aber, eine Gleichheit zwischen zwei absolut unglei zerrissenen und mit Flecken besetzten Schuhen zu den Größen berufen wird, was dann? chen Dingen zu fonstatieren, ist aus tattischen Gründen wohl in Handel und Industrie. Sie werden in ledergepolsterte Der Berliner Magistrat wird dazu angehalten, durchgreifende verständlich, aber vergeblich. In ein scholastisch unverbildetes Klubfeffel gedrückt, sehen um sich herum eine luguriöse Bureau- Maßnahmen zur Sicherstellung von Lebensmitteln zu treffen, Gehirn wird es doch nicht hineingehen, warum eine Revolution einrichtung, die mit 1 M. zu Buch steht. außerdem hat er Höchstpreise festzusetzen und die Spekulation aus meineid und Hochverrat" gewesen sein soll, wenn sich die zuschließen. Dabei wird übersehen, daß er das ohne die Hilfe des leitenden Männer von der Sorge um das vor dem Ab= Staates und Reiches gar nicht kann; über diese Hilfe sind von grund stehende deutsche Volt haben leiten lassen. jenen Stellen eben Beschlüsse gefaßt worden. ( Dies letztere darf wohl unbedenklich als die Meinung der Das Zentralwohnungsamt hat ben auf dem Ratholitentag auch gehaltenen verfassungstreuen man höre und staune ,, Germania" angenommen werden.) Das Bemühen, zwischen Reden und dem Faulhaberschen Standpunkt Einmütigkeit zu Reden und dem Faulhaberschen Standpunkt Einmütigkeit zu fonstatieren, wird an der Entwicklung der Tatsachen selber scheitern. Schließlich war es fein Symptom von Einigkeit, menn während der Schlußrede des Vorsitzenden, Oberbürgermeister Adenauer, die den verfassungstreuen Standpunkt befie vor Versuchungen gefeit sind. Zahle sie nach ihrem Alter verlangt, Statistiken sollen ausgearbeitet werden und Bläne find testierte und Kardinal v. Faulhaber, wie berichtet wird, zum Es werden also Resolutionen übermittelt, Maßnahmen werden tonte, Herr Dr. Heim in ziemlich drastischer Weise pro( nicht Dienstalter), nach dem Stand ihrer Familien und laffe vorzubereiten. Das ist ja alles ganz hübsch, und sicher nicht nur Beichen seines Widerspruchs sogar den Saal verließ. auch ihnen automatisch Teuerungszuschüsse zukommen, wenn für die Beteiligten unterhaltend. Uns scheint aber, daß das, was neue Teuerungswellen heranrollen. Stehe hinter deinen Buch wir an anderer Stelle über die Maßnahmen des Reichswirtschaftsprüfern und schüße sie mit starter Hand gegen den geld- ministeriums, vom Genossen Robert Schmidt mitteilen, und was gewaltigen, räntevollen Feind. pom Preußischen Staatsministerium beabsichtigt wird, den Ar- Die„ Dena" bringt eine Meldung, wonach zurzeit zwischen dem beitern etwas weiter hilft als jene Revolution auf dem Papier. Vorwärts" und der Freiheit" Verhandlungen über die HerausDamit foll nicht gesagt sein, daß uns die bisherigen Maßnahmen gabe eines gemeinsamen Blattes stattfinden, die schon deshalb notder Regierung ausreichend erscheinen; sie bedürfen noch weit- wendig wäre, weil nach Abhaltung des Einigungsparteitages in gehender Ergänzung. Nürnberg am 24. Sepetmber nur noch ein Organ notwendig sein So lebt der Buchprüfer im Elend dahin und schafft dem Staat allmonatlich Hunderttausende und Millionen herein. Sein Gehalt fällt aber gar nicht dem Staat zur Last. Es wird von den schuldigen Steuerdefraudanten, die die Kosten der eine Statistik über freiwerdende und große Wohnungen Buchprüfung aufgerechnet bekommen, bezahlt. So fpart der in Berlin zu veröffentlichen, außerdem soll es einen Plan aus Staat zugunsten des überreichlich verdienenden Steuerflüchtigen arbeiten für die sofortige Zuweisung der Luxuswohnungen, am armen Teufel Buchprüfer. Luxushotels und Billen an die wohnungslose proletarische BeDarum, Regierung: Zahle deine Buchprüfer, die dich völkerung. Ausgerechnet das Zentralwohnungsami! nichts foften, aber Milliarden einbringen, gut, wenn du diese Im übrigen wird mitgeteilt, daß die Befreiung der ArbeiterEinnahmequellen weiterfließen sehen willst. Zahle sie sehr flasse durch die Bildung von Kontroll fommissionen gefördert Kontrollkommissionen gut, wenn du ihre großen Erfolge auf der Hand hast, damit wire. Ihr aber, ihr Buchprüfer, schließt euch zusammen, um eure gerechten Forderungen gemeinsam durchzusehen! Die kommunistischen Kontrolleure. Unsere Antwort auf die fommunistische Betriebsräteversammlung hat in der Roten Fahne" entsegliche Verheerungen angerichtet. Dabei ist das Blättchen an diesen Folgen aber selbst schuld, ist es doch von seiner alten bewährten Bragis, ein fach zu schimpfen, leichtsinnigerweise abgegangen. Es versucht, uns zu widerlegen. Damit ist die Katastrophe eingetreten; arme ,, Rote Fahne"! Zentrum und Faulhaber. Die Germania" segt sich nunmehr mit dem Auftreten des Kardinals v. Faulhaber auf dem Katholikentag auseinander. Ihr bisheriges Schweigen begründet sie damit, daß sie erst den Gesamteindruck der Tagung habe abwarten müssen. Gerade Faulhaber sei dafür ein Beweis, dessen zweite Rede von der gegnerischen Presse als Abschwächung und Einlenken Die Rote Fahne" erzählt, daß der Reichsbetriebsräte- bezeichnet worden sei. Das Urteil der„ Germania" selber fongreß einberufen sei, um organisiert und planmäßig die über Faulhabers erste Rede lautet: Kontrolle der Produktion durchzuführen". Das fann ja groß- Die von den Gegnern beanstandeten Sätze des Herrn Kardinals artig werden. Es wird also eine neue Instanz zur Bor- find nicht in einer Versammlungsrede gesprochen worden, sondern bereitung der Organisation der Kontrolle in einer Bredigt während des Gottesdienstes. Es mag der Produktion gegründet. An anderer Stelle behauptet die dem katholischen Dingen Fernerstehenden nicht leicht sein, die Eigen,, Rote Fahne" aber, daß dem Kampf gegen die Bourgeoisie art einer Predigt mit ihrer strengen, vielfach biblischen Sprache von bisher die wohlorganisierte Führung fehlte, darum soll der einer politisch abgewogenen Rede sorgsam zu scheiden und für Reichsbetriebsrätefongreß einberufen werden. Der Hebel zu ihn gilt das Wort, das auch dem Heiland einmal gesagt und vorgedieser endgültigen Umwälzung der deutschen Wirtschaft ist be- halten wurde: Herr, Deine Rede ist hart, wer kann sie hören!" fanntlich jener 15gliedrige ,, Rontroll" ausschuß, der die ,, Selbst- Die Lehre der katholischen Kirche über den Staat und feine Rechte hilfe der Massen" vorzubereiten hat. wie über die Pflichten gegen den Staat sind so eindeutig und tlar, daß darüber unter Katholiken gar fein Streit auftommen tann. Was darüber gesagt werden mußte, hat in einer glänzenden Rede Professor Dr. Mausbach in der Schlußfihung des Münchener Ratholifentages gesagt, und wir sind überzeugt, daß Herr Kardinal von Faulhaber diese Rede genauso von A bis 3 unter schreibt, wie wir es tun. Oder will die gegnerische Presse Endlich blitzen dort, wo die Bahn die große Kurve vor der Flußbrüde nimmt, zwei fleine Lichter auf und mit dumpfem, rhythmischem Rollen, das zusehends stärker wird, brauft der Zug heran. „ Endlich!" Erleichtert atmet der Beamte auf. Gerade jetzt paffiert der Zug die große Eisenbrücke mit mächtigem Getöse. Immer näher schon rollen die Räder mit Gepolter über die äußersten Weichen. Die Lokomotive brauft und dampft, mächtige Funkengarben aus ihrem Feuerrachen speiend. " Die Rote Fahne" scheint sich ihres Rätefongreßerfolges ficher zu sein, wohl schon deswegen, weil sie die Reso Iutionen dafür vorbereitet hat. Dazu bildet sie sich noch ein, daß wir vor den neuen Instanzen Angst hätten. Sie fann beruhigt sein. Wir haben vor Instanzen" überhaupt feinen Respekt, wir beachten nur Leute, die wissen, was sie Knapp entronnen. Von Rudolf Baumgartner, Graz. Glizernde Sterne stehen am wolkenlosen, flaren Sommernachtshimmel und spenden der Landschaft milden Schein. Das Dorf ruht. Nichts regt sich im weiten Umkreise. Selten nur stört das Anschlagen eines Hundes von irgendeinem fernen Gehöft die Ruhe der Nacht. Weit oben, flußaufwärts, der Berglehne entlang flimmern einige Lichter die Signale der eingleisigen Bahn. -WWW Unablässig tickt der Telegraphenapparat im Verkehrslokale der Station D. Der diensthabende Beamte fizt müde zurückgelehnt im Seffel vor seinem vom matten Lichte beschienenen Schreibtisch. Er denkt an seine Familie, an den kommenden Tag, an allerlei.. Minuten vergehen-- Da, plöglich ertönt mit fräftigem Glocken fchlag das Signal für den schweren Gütereilzug 131, der jetzt die Nachbarstation S. mit fünf Minuten Verspätung verläßt. Mit jähem Ruck erhebt sich der Ruhende und vermerkt augenblicklich die Zeit. 1 Uhr 36 nachts ,, 14 Minuten noch, dann ist er hier," murmelt er. Der Wächter betritt mit verschlafenen Augen den Raum. " Haidacher, stellen Sie das Einfahrtssignal frei; Bug 131 fährt auf Gleis 3 ein!" Bald darauf wird die Station telegraphisch angerufen: Hier Station W., bitte nehmen Kreuzung Zug 131 mit Bug 148 an Lokomotive kann hier recht abgehen." Der Beamte prüft die Zeit. Mechanisch greift seine Hand nach dem vor ihm liegenden Fahrplan. Sug 131 hat bei ihm 5 Minuten Aufenthalt laut Vorschrift, während der Gegenzug, eine einfache Lokomotive, fahrordnungsgemäß glatt durchfährt. Das tost und zischt und schlägt und hämmert, als wären tausend Teufel an der Arbeit. werde. Verfrühte Kombinationen. Die Meldung ist falsch. Ihre Entstehung ist leicht zu erklären. Es handelt sich um naheliegende Kombinationen, die aus der Tatfache der Einigungsverhandlungen zwischen SPD. und USP. abgeleitet werden. Tatsächlich aber sind die Verhandlungen bis qu einem solchen Punkt noch nicht gebiehen, die Frage der Zukunft der Zentralorgane beider Parteien ist bisher noch nicht erörtert. Münchener Reaktionshege. München, 2. September.( Eigener Drahtbericht.). In München ist durch die unentwegte rechtsbolfchemistische Propaganda wieder ein Zustand eingetreten, der weiteste Boltstreife einen bevorste henden Rechtsputsch befürchten läßt. Die völkische Presse schürt das Feuer durch Herabseßung alles dessen, was die Zusammen hänge mit dem Reich erhalten fönnte, sogar der Präsident des Katholifentages, der Kölner Bürgermeister Adenauer, wird bes schimpft, weil er den Wunsch nach Hissung einer Reichsflagge auszusprechen gewagt und in seiner Schlußrede republikanische Töne von sich gegeben habe. Es wird behauptet, daß der Münchener Kar binal Faulhaber deswegen unter Brotest den Katholiken= tag perlaffen habe. Im übrigen wird offen Rampf gegen Berlin und die bayerische Regierung aufgerufen. Der Miesbacher Anzeiger" z. B. schreibt: Wir fönnen dem Rampf nicht ausweichen und müssen ihn bestehen. Der Kampf ist noch nicht beendet, er geht jetzt erst an." " " zum und begehrt wird eine Kunst, die, von dem Ballast des Zufälligen befreit, in padenden Symbolen zu uns spricht, das ist von Hauptmann hier im höchsten Maß erreicht. Nicht durch die Flucht aus dem Bhantasiewelt, sondern durch organisch innigste Berwebung. Allge Bereich der Wirklichkeit in eine davon abgelöste fchemenhafte meines und Individuelles fheßt zu voller fünstlerischer Einheit zu fammen. Die von Herrn Altmann inszenierte Aufführung, die im ficheren Gefühl die Engel ihres auf der Bühne leicht störenden Flügelschmudes entfleidet hatte, schmiegte sich einfach und stimmungs voll des Dichters Intentionen an; wenn sie auch ebensowenig, wie fonnte, die die Dichtung unmittelbar beim Lesen ausübt. Karola irgend eine andere, die ich sah, die Stärke des Eindruces erreichen Zoelle bot im Aussehen, in Mienenspiel und Stimme eine höchst Lärmend rollen die ersten Wagen vorüber, in rascher, unverminderter Fahrt immer mehr Waggons endlos. Doch, was ist das? Wird der Zug nicht bald halten? Die fympathische Bertörperung des Hannele. Nur hatte fie, schien mir, Maschine ist schon nicht mehr sichtbar, nur das Feuer, das dem Schornstein entweicht, denn die Schienen beschreiben einen sanften Bogen. Der junge Beamte erbleicht. Mit Schrecken sieht er nun, daß hier ein Unglüd, ein großes Unglück droht. Ein blitzschneller Griff in die Tasche ein kleines Pfeifchen blinkt in seiner Hand. Halt! Halt!! Halt!!! Ein Pfiff, freudig- laut! Der Beamte gibt das Glockenfignal für den jetzt durchfahrenden, folange vor der Station angehaltenen Bug 148 nach Station S.gleichzeitig für Zug 131 nach W. feit auf Gleis 1 durch. Dröhnend braust die leere Lokomotive mit vollster Geschwindig Freundlich grüßt er. Der Führer derselben ahnt nichts von der Gefahr, die drohte. die Tonart allzu sehr gedämpft. Ber das Stüd nicht schon fannte, dem dürfte manche Wendung entgangen fein. Und doch ist gerade hier ein jedes Wort bedeutsam. Adele Sandro ffizzierte feinfühlig die Krantenschwester. Doch tam im Spiel die Traumverwandlung zur Borstellung der Mutter nicht recht zum Ausdrud. Ueberzeugend, vor allem durch das flangvolle, warm herzliche Organ, wirfte Herr Beder in der Rolle des gütigen Lehrers Gottwald. Auch die Ensembleszenen waren sorgsam ausgefeilt und abgetönt. dt. Heinrich v. kleifts Grab in unwürdigem Zustand. Eine der weihevollsten Stätten in der Umgebung Berlins, das Grab Heinrich D. Meists, befindet sich in einem unglaublichen Zustand. So schön das Grab gelegen ist, inmitten alter Bäume, nit weit vom Ufer bes Wannsees, so unerfreulich ist das Aussehen ber Grabstätte. Bor bemalt, auf dem Grabhligel aber findet sich auch nicht ein bißchen furzem hat man das Gitter mit einer fchauberhaft grünen Farbe Epheu oder sonst eine grüne Pflanze. Rehl und ungepflegt sieht er aus, ringsherum liegen ein paar trodene Blumen und zertretenes Kraut. Es dürfte für die Berliner Stadtverwaltung boch wirklich feine zu große Ausgabe bedeuten, das Grab des großen Dichters in würdigem Zustand zu erhalten; oder sollte die Familie ,, derer von Da fährt auch der Güterzug weiter. Kleist" nicht doch endlich die Antipathie gegen den unglücklichen DichGute, glückliche Fahrt! ter aufgeben und ihm die Ehrung zukommen lassen, die sie ihm bet find Mitwisser. Freundlich blinken die Sterne aus weiter Weltenferne. Nur sie Lebzeiten versagt hat? Aber es bürste besser sein, nicht erst darauf zu warten. St. Erstaufführungen der Woche. Donnerst. Deutsches Th.:„ Der Bater". Freit. Schloßparttb.( gr.Haus): Der arme Heinrich". Sonnab. Schloßparitheater( I. Hans): Fuhrmann Henschel. Berliner Th.: Madame Pompadour". Baterne am Tender rückwärts. Schon ist nur mehr ein rotes Pünktchen davon sichtbar: die Ja, es geht. Es ist alles in Ordnung- er nimmt die Kreuzung also an. Ruhelos mißt er mit langen Schritten das Dienstzimmer. Schnurrend löst sich mit einem Male das Signalräderwert aus und sechs helle, von zwei furzen Zwischenpaufen getrennte Glodenschläge fünden das Herrannahen der Lokomotive. Wohltuend weht die würzige Nachtluft dem Beamten, der jetzt auf den Berron hinaustritt, entgegen und fühlt seine heiße Stirne. Sein Ohr horcht aufmerksam in die undurchdringliche Ferne in Erwartung des aus S. signalifierten Gütereilzuges. Jeder Nerv ist dabei in ihm angeResidenztheater: Hanneles Himmelfahrt." Diese Traumdichtung spannt es gilt ja, auf seinem Bosten zu sein. Wehe ihm! Ein und die Weber, beide in furzem Abstand voneinander in der ersten fleines Bersehen und es kann ein großes Unglück geschehen, er Hälfte der neunziger Jahre entstanden, bezeichnen wohl den Höheweiß es nur zu gut. Deshalb nimmt er auch alle seine Kräfte zu- punkt im Schaffen Hauptmanns, dessen sechzigsten Geburtstag fammen. Deutschland in wenigen Wochen feiert. Beide Werte find in jeder Ungeduldig zieht er die Uhr noch immer nichts wahrzu- Fafer ihres Wesens von tiefstem Mitgefühle menschlichen Leides erfüllt: dort das Massenbild allerärmsten Proletariertums, das schamEin langgezogener Pfiff hallt jetzt durch die Nacht. Es ist los ausgebeutet zu jähem Berzweiflungskampfe wider seine Feinde etwas Borwurfsvolles, Unmutiges in diesem Pfeifen. Zug 148, die aufsteht: hier das Gemälde einer armen einsamen Kinderfeele, auf Lokomotive steht bereits vor dem Haltsignal auf der Strede. beren Sterbestunde findliche Märchen und Glaubensvisionen ge= heimen Glücksverlangens einen versöhnend hellen Schimmer werfen, Er muß warten, bis der Gegenzug von S. die Station er- bis der flüchtige Strahl wieder im Dunkel verlischt. Was heute reicht hat. unter dem Schlagwort des dramatischen Expreffionismus versprochen nehmen. Urania- Borträge. Sonnt. Thüringen". Mont. Snfel igen. Dienst. Donnerst." Einsteinfilm". Mittw.„ Mades Ruhrgebiets. Sounab.„ Aegypten und der Nil. lerische Marf". Treit. Dr. Botorié: In den Kohlengruben schloffen, den in Wien entbedten einen Planeten 932 zur dauernden Er" Hooveria." Der akademische Senat der Universität Wien hat beinnerung an die von Staatssekretär Hoover organisierte materielle Hilfe Amerikas zugunsten der Bevölkerung Desterreichs„ Hooveria" zu benennen. Der XI. Deutsche Griedenskongres findet vom 2. bis 4. Dttober 1922 im Augufte- Schmidt- Haus in Leipzig statt. Hauptsache mit dem Thema" National und International" vom politischen, Er wird sich in der wirtschaftlichen und tulturellen Standpunkt aus beschäftigen. Das Loch im Berliner Haushalt. Erwiderung. Wir geben aus ihr diejenigen Abschnitte wieder, die sich auf Frau Hans felber beziehen. Dr. Karschny schreibt: Nun aber, nachdem die greifbaren Vorbereitungen zum Staats- p ftreich vorliegen, blasen die Führer der Bayerischen Volkspartei und der Christlichen Arbeiter- und Bauernpartei Alarm gegen die Geister, Nachdem der Haushaltsplan der städtischen Werke durch die " Der Werdegang der Frau Hans ist ein durchaus einwandfreier. die sie selbst mit heraufbeschworen haben. Heute morgen hängt ein letzten Tariferhöhungen einigermaßen ins Gleichgewicht gebracht ist 1913 Pennen lernte und sie erst im Jahre 1920 heiratete. Es hat also Bezeichnend ist, daß Hans seine jezige Ehefrau bereits im Jahre Aufruf an allen Straßenecken, in dem es heißt:„ Die Rücksichts- es bleibt" nur" ein Betrag von 106 Millionen Mark bei der ein jahrelanger Berkehr zwischen den Eheleuten Hans stattgefunden, losigkeit, mit welcher die Reichsregierung bei Schaffung der foge Straßenbahn ungedeckt, ist nun die noch weit schwierigere Auf- im Verlauf dessen hans wohl genügend Zeit hatte, feine Ehefrau nannten Schutzgesetze in die bayerische Justizhoheit eingegriffen hat, gabe zu lösen, die vermehrten Kosten der allgemeinen Ber- fennen zu lernen. Die Scheidung ist von der Frau Hans wegen wird von politischen radikalen Kreisen benugt, um neuerdings mit waltung irgendwie auszugleichen. Es handelt sich um nicht mißhandlung und Ehebruch bereits im Mai 1921 eingeleitet worden. dem Gedanken eines gewaltsamen Puffches zu spielen. Wir erflä- weniger als 14 milliarde für erhöhte Beamten gehälter, Es ist nicht richtig, daß Frau Hans ein Klavier zurückgehalten hat, ren, dahin wirten zu wollen, daß unsere Berbände Butschversuche 430 Millionen für Angestellte und 800 Millionen für Ar das dem Beschuldigten gehörte. Frau Hans ist zweifelsfreie Eigenmit allen Mitteln bekämpfen und unterbinden werden." Der Aufruf beiter, von denen etwas über eine Milliarde durch die Bevor- tümerin dieses Klaviers schon vor der Eheschließung gewesen. Der ist unterschrieben von Dr. Heim, Dr. Schlittenbauer, Land- schussung des Reiches gedeckt sind, so daß allein für persönliche Mehr- Borfall spielte sich so ab, daß Hans mit vier Ziehleuten abends tagspräsident Königsbauer und dem Führer. der Christlichen, ausgaben 1,4 milliarden ungeded t verbleiben. Rechnet zwischen 7 und 18 Uhr abends die Hintertreppe herauffam und ge= man hierzu die sachlichen Mehrkosten, die durch die Preissteigerung Mädchen nicht hereingelassen wurde. Als er nun der in der Wohnung waltsam in die Wohnung seiner Frau eindrang, als er von dem Selbst der Gründer der Orgesch, Forstrat Escherich, sieht sich entstanden sind, so wird man nicht fehlgehen, wenn man die Gesamt- anwesenden Frau Hans und ihrer Mutter ansichtig wurde, gab er veranlaßt, in einem Aufruf zur Ruhe zu mahnen und vor dem erhöhung des Ausgabenetats gegenüber dem am 1. Juli beschlossenen auf beide Frauen ohne weiteres vier Schüsse ab, von denen der eine Staatsstreich zu warnen. Unbeirrt dadurch haben sich die Putschiffen Haushaltsplan auf reichlich 2 milliarden beziffert. auf die Mutter fehlging, dié drei anderen aber Frau Hans schwer im Oberland gesammelt und mit Teilen ihrer Verbände Quartier im Münchener Realgymnasium bezogen. Den Erlaubnisschein zum Betreten dieser fliegenden Saferne erhielten sie vom Funte. Reichswehrgeneral Moehl. Lerchenfelds ,, Schönheitsfehler". renb ber schwebenden Ehescheidung von seiner Frau ständig durch Die Zuschrift schließt mit der Mitteilung, daß Hans selbst wähgrößere Summen, einmal sogar mit 10 000 m., unterſtügt worden ist. Mißglückte Diebesfängerei. Bei dem Ingenieur Kurt M., der ein größeres technishes Geschäft betreibt, Um den war seinerzeit eingebrochen worden. Rämmerer vor, ein 5. und 6. Quartal der Gewerbesteuer zu In der gestrigen Eigung der Finanzdeputation schlug der verlegten. erheben, d. h. also die Gewerbesteuer im letzten Halbjahr zu ver doppeln, die sog. Kopfsteuer, den Steuerbetrag für die BeschäftiDagegen ruft die Sozialdemokratische Partei zum gung von mehr als 10 Arbeitnehmern, zu verdoppeln und die Widerstand auf und sagt in diefem Aufruf u. a.:„ Wir wissen, was rundsteuer auf 25 Broz. für bebaute und 40 Broz. für unman beabsichtigt, wir fennen alle Einzelheiten. Es geht bebaute Grundstücke zu erhöhen. Hierdurch würde etwas mehr als jezt hart auf hart. Wir wissen, daß man mit der Republit auf die Hälfte des tatsächlichen Fehlbetrages gedeckt werden können, der Dieben auf die Spur zu kommen, legte er sich nachts mit einem jezt hart auf hart. Wir wissen, daß man mit der Republik auf- test räumen will. Arbeiter, seid bereit. Nieber mit dem Butsch! Hoch test müßte durch Erschließung neuer Einnahmequellen nach Ver- Freund auf die Bauer. In der Nacht zum. 10. Mai v. 3. glaubte er die Republik!" handlungen mit dem Reich abgebürdet werden, da das Reich ja er endlich den Dieb in der Person eines gewissen Henning gefaßt zu Bezeichnend für die Wirkungen der rechtsbolschewistischen Hezze freulicherweise immer mehr die schwere Notlage der Städte anerkennt. haben, den er festnahm, nachdem er ihm die einzige Waffe, die er ist ein Attentat auf die Wohnung des Genossen Schuhinger, in der Die Vertreter der beiden sozialdemokratischen Bar- bei sich trug, abgefordert hatte. H., ein harmloser Passant, wehrte heute nacht um 1 Uhr die Fenster durch Ziegelsteine zer- teien stimmten der Erhöhung der Gewerbesteuer zu, da ja die sich verzweifelt gegen das Unrecht, das man ihm antun wollte, und trümmert wurden, so daß die schwertrante Frau unseres Ge- Sachwertbefizer in dieser Zeit der wirtschaftlichen Not die eigent- rief eine zufällig vorbeikommende Streife der Schutzpolizei zu Hilfe. nossen einen schweren Nerven ch of davontrug. lichen Großverdiener sind und durch eine fest zupadende Gewerbe- Der Polizeiwachtmeister Riemer und der Wachtmeister Flöther eilten steuer wenigstens ein Teil des„ unverdienten Verdienstes" der All- feststellen zu wollen. M., der sich im guten Recht glaubte und das herbei, um nunmehr. von Henning aufgeklärt, den Kaufmann M. gemeinheit wieder zurüdgewonnen werden kann. Dagegen sprachen Benehmen des Henning für einen raffinierten Trid hielt, wehrte fich sie sich ebenso entschieden gegen eine Erhöhung der Grund nach Kräften, so daß sich balb- es war mitten in der Nachtsteuer aus, die nach dem Reichsmietengesetz restlos auf die eine Menschenmenge ansammelte, die eine drohende Haltung gegen Mieter abgewälzt werden könnte. Eine neuerliche Belastung die Polizeibeamten einnahm. Gefnebelt und unter vorgehaltenem des Mieters ist aber gerade jetzt völlig untragbar. Die Revolver wurde M. schließlich nach der Butlizwache gebracht. Dieser Grundsteuererhöhung für bebaute Grundstücke wurde denn auch ab- Vorgang brachte dem Ingenieur eine Anflage wegen Widergelehnt, während das 5. Quartal der Gewerbesteuer angenommen stands gegen die Staatsgewalt ein, auf Grund deren wurde. Das 6. Quartal scheiterte an den Stimmen der Rechts- urteilt hatte. In der gestrigen Berufungsverhandlung behauptete ihn das Schöffengericht Berlin- Mitte zu 500 Mart Geldstrafe verparteien, die zwar seine Notwendigkeit anerkannten, aber das Groß- ein Zeuge, der Buchhalter E., daß der Wachthabende und die übrigen tapital schonend behandeln wollten, indem fie der Kahe den Schwanz Polizeibeamten so betrunten gemesen seien, daß fie nicht einmal stüdweise abhauen. So bleiben einstweilen von dem 2- Milliarden- die Namen hätten schreiben können. Auf die Behauptung des Anges Defizit rund 1,3 Milliarden ungededt flagten, der Wachtmeister Flöther habe ihn auf der Mache mißhandelt, fagte dieser unter seinem Eide aus, daß nicht er, fondern der inzwischen aus dem Dienst ausgeschiedene Unterwachtmeister Eichberg den Angeklagten mit einem Jiu- Jitsu Schlag gegen die Rehle zu Boden geftredt habe. Der Berteidiger des M. furhte in feinen Ausführungen nachzuweisen, daß insofern fein Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgelegen habe. als M. zu Unrecht festgenommen sei. Troßdem tam das Gericht auf Grund der Aussagen der beiden Beamten zu einer Verwerfung der Berufung. Hiergegen ist von dem Verteidiger des Angeklagten Revision eingelegt worden. München, 1. September.( WTB.) Bei der Eröffnung der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Karpfham tam Ministerpräsident Graf Lerchenfeld in seiner Eröffnungsansprache auch auf innerpolitische Fragen zu sprechen. An die Straßenkundgebungen in München anknüpfend, sagte er über die Berliner Abmachungen u. a.: Sollten wir wegen ein paar Schönheitsfehlern, die ihnen noch anhaften, einen Berfassungstonflitt vom Zaun brechen, in dem Augenblick, wo das Ausland auf Deutschlands Uneinigkeit lauert? Ich stehe nicht an zu sagen, daß ein Staatsmann, der das gemacht hätte, in der ganzen Geschichte als Schädling des deutschen Boltes dargestellt worden wäre. Nach einer Meldung der Deutschen Zeitung" machen sich innerhalb der Bayerischen Mittelpartei( Deutschnationale) starte Gegenfäße bemerkbar. Eine Opposition erhebt Protest gegen den Eintritt der Partei in die Regierungsmehrheit und gegen die Annahme des Berliner Protokolls. In der Ortsgruppe München hat die Opposition bereits die starke Mehrheit errungen. Sie richtet ihren Kampf hauptsächlich gegen die derzeitige Parteileitung, der eine„ national zu schwache Haltung" vorgeworfen wird. Dagegen verbrüdert sich diese Opposition mit den Deutschvölti. schen und den Nationalsozialisten. Das knappe Schulbänklein. Fortbildungsschüler im„ Streif". " In welchem Maße sich in der Schulverwaltung auch heute noch ein gesegneter Bureaufratismus breit macht, bewiesen mehrere Verhandlungen vor dem Jugendgericht Berlin- Mitte, in denen Fortbildungsschüler wegen Schulversäumnis aus eigenem Verschulden" auf der Anklagebant faßen. Die Schüler der in Frage kommenden Klasse, durchweg statt- Die Verpachtung der städtischen Güfer verfagt. Der Magistrat liche Jungen fast von Mannsgröße, waren morgens pünktlich zum Berlin hat in feiner legten Sigung nach längerer eingehender BeUnterricht erschienen, hatten fich jedoch geweigert, die für sie beratung befchloffen, eine Aenderung der Bewirtschaftungsverhältnisse stimmten Plätze einzunehmen, da die Bänke für Abc- anzustreben und seine der Stadtverordnetenversammlung vorliegende Der deutsch- belgische Zwischenfall. Schügen berechnet waren und natürlich entsprechende Aus- Vorlage über die Verpachtung der Stadtgüter an eine„ Consortia maße hatten: Der Sig war 32 Zentimeter breit und vom Boden ge-. m. b.." zurückzuziehen. Der Magiftrat will die Verwaltung Strenge Maßnahmen- Noch keine Aufklärung. messen 32 Zentimeter hoch. Die Fortbildungsschüler erklärten ein selbst in der Hand behalten und nun eine städtische G. m. b. H., Ueber den deutsch- belgischen Zwischenfall in Obertassel bei pierstündiges Eigen für unmöglich und wollten stehen oder sich auf analog der für das städtische Anschaffungsamt, errichten und zwar Düsseldorf liegen auftiärende Meldungen nicht vor. Die belgische die Tische setzen. Unter diesen Umständen erklärten die Lehrer, unter Ausschluß des Privatfapitals. Besagungsbehörde hat zu strengen Maßnahmen ge- einen Unterricht nicht abhalten zu können und stellten den griffen. So befagt eine Anordnung der belgischen Kommandantur: Schülern anheim, nach Hause zu gehen. Die Schüler verließen also die Schule, erschienen aber um 11 Uhr, als ein " Bon 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens muß im besetzten Ober- anderes Lehrfach in einer anderen Klasse auf dem Plan stand, vollfassel jeder Mann allein gehen und den Bürgersteig zählig wieder. Dieses Spiel wiederholte sich mehrere och en verlassen, sobald er auf 25 Meter an eine militärische Person hindurch, trotzdem die Lehrer der Schulverwaltung Mitteilung herangekommen ist und mindestens 2 Meter vom Bürgersteig ent- machten und um Abstellung der unerträglichen Verhältnisse ersuchten. fernt bleiben, allein gehen und den Bürgersteig verlassen, sobald er Statt daß aber diesem Antrage stattgegeben wurde, erhielten die auf 50 Meter an einen Wachtposten herangekommen ist und minde- Lehrer Anweisung, alle streifenden" Schüler zur Bestrafung zu stens 2 Meter vom Bürgersteig bleiben. Jedermann ist zur Kenntnis melden. Infolgedeffen erhielten alle Schüler, die aus eigenem Berzu bringen, daß Streifpatrouillen entsandt werden, um sich schulden die Schule versäumt" hatten, eine Polizeistrafe von 15 bis von der Befolgung der vorgeschriebenen Maßregeln zu überzeugen eine Entscheidung des Jugendgerichts beantragt hatten, gaben die 30 M. zudiftiert. In den Verhandlungen gegen die Schüler, die und um die Herkunft jeder Berfon festzustellen, die als Beugen anwesenden Lehrer an, daß ein Unterricht unter fammer in Aurich drei Matrofen der in Wilhelmshaven in dem der Verwaltung Obertassels unterstehenden Bezirk verkehren." ben obwaltenden Umständen tatsächlich unmögstationierten Reichsmarine zu je einem Jahr und drei Monaten GeDer zuständige Beigeordnete der Stadt Düsseldorf für den Belich gewefen fei. Gie hätten die Strafmeldungen auf Anfängnis verurteilt hatte, fällte sie in diefen Tagen wieder recht harte, zirk Obertassel, Abgeordneter Odenkirchen, wurde durch die weisung einreichen müssen; fie selbst würden, wenn sie versuchten, aber sehr angebrachte Urteile über zwei ehemalige Angehörige dieser belgische Besatzungsbehörde verhaftet, weil er bis zu einer von fich in die Lage der Schüler zu verfeßen, taum anders gehandelt Truppe. Im ersteren Falle hatten die Matrosen Lüdke, Löffel den Befahungsbehörden festgesetzten Frist nicht die Täter verhaften haben. Ergebnis: Freispruch auf der ganzen Linie. Der Staats- holz und Schmidt in einer Straße in Wilhelmshaven fonnte; ferner wurde der Setretär des Beigeordneten in Haft anwalt beantragte darauf beim Jugendgericht die Zurücknahme einen angetruntenen Kaufmann nächtlich überfallen, niedergeschlagen genommen, weil er bis zu einer von der Besatzungsbehörde feft. fämtlicher erlassenenen Strafverfügungen. Nur über eine Qenderung und seiner Uhr und Geldtasche beraubt, im zweiten handelte es gefeßten Belt Blatate mit dem Aufruf der belgischen Besatzungs- bes Klaffenplanes verlautet bis dato noch nichts. behörde nicht fertigstellen lassen tennte. Kriminalpolizei für alle. Eine amtliche Entgegnung. Die nächste religiöse Feierstunde findet am fommenden Sonntag den 3. September, abends 6 Uhr, in der Trinitatiskirche, Charlottenburg, Start August- Platz( unweit Untergrundbahnstation Bismarckstraße) statt. Pfarrer Bleier wird über„ Christentum und Antisemitismus“ sprechen. Die Drtes sprache ins Leben zu rufen. Bunächst wird das Thema behandelt werden: Was gruppe Stegliz obiger Vereinigung beabsichtigt, Leseabende mit freier Auss ist Religion? Der erste Abend wird Ende September durch Pfarrer Bleier eingeleitet werden. Alle diejenigen, die mitarbeiten wollen an der Schaffung einer Kulturgemeinschaft auf ethisch- sozialistischer Grundlage, frei von jeder parteipolitischen Einstellung im Sinne der sozialistischen Weltanschauung, find hierzu berzlichst eingeladen. Anmeldungen und nähere Ausfunft wird erteilt durch Willi Schönherr, Steglis, Mendenir. 4, Gartenb. II. Sprech stunden nachmittags von 4, bis 6 Uhr. Matrosen als Schwerverbrecher. Nachdem kürzlich die Strafsich um eine Reihe schwerer Einbrüche, welche die jetzt aus der Haft vorgeführten, aus der Marine entfernten Matrosen Leygraf und Wiesniewsti vor längerer Zeit verübten. Nicht weniger als dreizehn Einbrüche hatten die genannten Beiden in Wilhelmshaven und Umgegend ausgeführt. Das Gericht verhängte über jeden der beiden Angeklagten drei Jahre Gefängnis. Groß- Berliner Parteinachrichten. Landbundjabotage gegen Umlageverfahren. In den Mitteilun gen des Kreislandbundes Nimptsch( Schlesien) vom 29. Auguft wird Bekanntgegeben, daß durch den Kreislandbund den Mitgliedern ge In Nr. 406 des„ Borwärts" hatten wir auf Grund einer Zudrudte Beschwerdeschreiben zugehen werden, um die schrift aus Lesertreisen uns mit der Behandlung der großen und Beschwerdeführung gegen die Umlageveranlagung zu erleichtern". fleinen Diebstähle durch die Kriminalpolizei beschäftigt und dabei 13. Abt. Die Funktionärsihung findet heute nicht in der Lübecker Straße, sondern Dies Verfahren ist natürlich nichts als eine verhüllte Aufforderung, die Erwartung ausgesprochen, daß die Kriminalpolizei sich recht bald daß sich jeder Veranlagte beschweren solle, damit der Durchführung dazu äußern möge. Das ist jetzt geschehen. der Umlage möglichst große Schwierigkeiten gemacht werden. Die Umlage dient der Brotversorgung der minderbemittelten Bevölte: rung. Das Verhalten der Landbündler läuft unter der Rubrik: " Patriotismus“. Devisenkurse. Die amtliche Kurstabelle gibt an, wieviel Mart man aufwenden muß. um die in der ersten Spalte genannte Einheit der auf das be zeichnete Land lautenden Währung zu erwerben. 2. September 1. September Räufer, Berfäufer Stäufer Bertäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-) Kurs Kurs Kurs 48938.75 49061 25 100 Holländische Gulden.. 51955.- 52065.1 argentinischer Papier- Beso 486.871 488.12 ( Brief-) Kurs bei Schmidt, Stromstr. 40, statt. 14. Kreis, Reutöln. Die Bersammlung am Dienstag im Schultheiß, Hafenheide findet nicht statt. Wetter für morgen. veränderlich bei meist schwachen, vorherrschend westlichen Winden. Keine Berlin und Umgegend. Zeitweise beiter, aber ziemlich fühl und oder unerhebliche Niederschläge. Theater der Woche. Einbruch von der Kriminalpolizei forgfam beachtet werde. Wenn Die leitenden Stellen der Kriminalpolizei behaupten, daß jeder die Meinung vorhanden ist, daß größere Diebstähle eine bessere Bearbeitung durch die Kriminalpolizei erfahren als fleinere Diebstähle, so ist das durchaus irrig. Die Tagespresse bringt gewöhnlich nur größere Diebstähle, während fleine Dieb stähle recht oft vorkommen, aber in der Zeitung felten ermähnt werden, weil dazu der Raum der Zeitungen nicht ausreicht. Ein wichtiges Moment ist darin zu suchen, daß die meisten fleineren Vom 3. September bis 10. September. Diebstähle gar nicht einmal zur Kenntnis der Kriminalpolizei Boltsbühne: 3., 5., 7., 9. Der Berschwender. 4., 8. Masse Mensch. 7., 10. Die Ratten. tommen! Es muß auch darauf hingewiesen werden, daß die Polizei Cosi fan tutte. 7. Bioletia. 8. Bauberflöte. 9. Mona Lisa. 10. Rosenkavalier. Staatsoper: 3. Meistersinger. 4. Rigoletto. 5. Carmen. 6. bei den größeren Diebstählen, die befannt gegeben werden, auf die 11. Mad. Butterfly. Schauspielhaus: 3. Napoleon. 4. Peer Gynt. 5. Tor. tätige Mithilfe des Publikums rechnet. Würde jeder affo. 6. Napoleon. 7. Beer Gynt. 8. Sathan. 9. Napoleon. 10. Beer Gynt. 11. Napoleon. Deutsches Theater: 3., 4., 5., 6., 8., 10. Das Glas Waffer. 7., einzelne Diebstahl in der Deffentlichkeit bekannt werden, so müßte 9. Der Bater. Kammerspiele: 3., 5., 6., 8., 9., 10. Die Jungfern vom das Interesse des Publikums bei der Fülle der Diebstähle zweifellos Bischofsberg. 4. Er ist an allem schuld. Die Spieler. Ein Heiratsantrag. erlahmen. Die Kriminalpolizei versichert, daß kleine Dieb heater i. b. Röniggräger Straße: Die wunderlichen Geschichten des Kapell7. Die Büchse der Pandora. Leffing- Theater: Der Schildpattiamm. 460.40 461.60 tähle genau so untersucht werden wie Die meisters Kreisler. Deutsches Opernhaus: 3. Tosta. 4. Der Evangelimann. 9338.30 9361.70 größeren. Sollte ein Beamter einen fleinen Diebstahl einfach 5. Das Rheingold. 6. Rigoletto. 7. Die Boheme. 8. Die Walküre. 9. Die 21573.- 21627.übergehen, weil er nach seiner Meinung nicht wichtig genug fei, wird., 8. Gök von Berlichingen. 5., 7., 9., 10. Die Ehre. 6. Alt- Heidelberg. Sugenotten. 10. Tannhäuser. Schiller- Theater: 3. Die fünf Frankfurter. 28764.- 28886 27765 25 27884.75 hiergegen fofort eingeschritten. Man darf aber auch nicht außer Gr. Gajauspielhaus: Orpheus in der Unterwelt. Nenes Bolts- Theater: 35455.60 85544.40 84956.25 85043.75 acht laffen, daß die Kriminalpolizei nicht überall sein fann. Es 3., 4., 5., 6. Die erfte Geige. 7., 8., 10. Die Laune des Berliebten. Der Deutsches Künstlertheater: Die erste Nacht. 2846.40 2853.60 2921.80 2928.70 gibt morde, bei denen die Untersuchung auf den toten Punkt zerbrochene Krug. 9. Seuchler. Komödienhaus: Karussell, Berliner Theater: vom 9. Madame Bompabur. 620.80 tommt. Daß zum größten Teil nur fleinere Diebstähle vorkommen, Seianon- Theater: Das Fleine Schokoladenmädchen. Residenz- Theater: 5832.05 beweisen die jeweiligen Verhandlungen vor dem Schöffengericht. Hanneles Himmelfahrt. Bentral- Theater: Ein Prachtmädel. Sheater in der Kommandantenstraße: Liebe und Trompetenblasen. Friedrich- Wilhelm. Neun Zehntel der Diebstähle sind kleinerer Art. ftädtisches Theater: Wie feffele ich meinen Mann. 5607.Lustspielhaus: Schule 1301.63 Die Kriminalpolizei spricht die Bitte aus, daß jeder, der glaubt der Rofotten. Metropol- Theater: Die Bajadere. Neues Operettentheater: 10436.90 10463.10 10087.35 10112.65 Grund zu einer Beschwerde zu haben, auch von seinem Beschwerde- heater des Westens: 5., 7. Die Entführung aus dem Gevail. 9. Gamson und Die tolle Lola. Thalia- Theater: Bring Don Juan. Große Volksoper im 178.78 174.22 170.78 171.22 recht Gebrauch macht. Dalila. 3., 6., 10. Lohengrin. 4., 8. Der Freischüß. Kleines Theater: Estentanz. Wallner- Theater: Der teusche Lebemann Rafino- Theater: Lämmelmanns Bummelfahrt. Theater des Dftens: 6. Die Liebesprobe. Jatimes Theater: Die badende Nymphe. Lauf doch nicht immer nadt herum. Die Beitsche und-? Besuch im Bett. Reues Theater am 800: Scampolo. Nachmittagsvorstellungen: Bollsbühne: 3., 10. Ueber die 3. Mignon. 10. Der Evangelimann. Kraft( 1. Teil). Echauspielhaus: Lump. Vag. Deutsches Opernhaus: Schiller- Theater: 3., 10. Charleys Tante, 100 belgische Frank. 100 norwegische Kronen • 9937.55 9962.45 22247.15 22802.85 100 dänische Kronen 100 schwedische Stronen. 100 finnische Mart 1 japanischer gen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar 100 franzöfifche Frank. 1 brasilianischer Milreis.. 100 Schweizer Frank. 100 spanische Besetas 100 österr. Stronen( abgeft.) 100 tichechische Kronen. 100 ungarische Kronen. 100 bulgarische Lewa 639.20 640.80 619.20 5892 60 5907.40 5617.95 5967.50 5982.50 5593.1848.81 1351.69 1298.37 25518.05 25581.95 24569.25 24630.75 20699.05 20750.95 20074.85 20152.15 1 901/2 1.94 1.78 4414.45 4425.55 3870.15 60.88 55.98 750.95 709.10 .. 59.92 749.05 Der Mordanschlag eines Flugzeugführers. 1.82 Zu der mit dieser Ueberschrift gebrachten Mitteilung in Nr. 385, 8879.85 die einer befannten Gerichtsforrespondenz entnommen war, schickt 56.07 uns im Auftrage der darin erwähnten Frau Hans, der Gattin 710.90 des Angeschuldigten, der Rechtsanwalt Dr. Karschny eine lange Reues Boltstheater: 8., 10. Die erste Geige, Gewerkschaftsbewegung bie Frage zu stellen: Was ist zu tun? Durch ein derart ungewöhnliches Borgehen aber, das in den Augen der Mitglieder zwar recht populär wirft, wird der Sache nicht gedient und die Stellung des Bundesvorstandes nur unnüß erschwert. Der leicht herzustellende 11. Verbandstag der Transportarbeiter. Kontatt mit der Bundesleitunng und den übrigen Verbandsvor ständen führt zweifellos weiter als eine solche Flucht in die Deffentlichkeit, die erst dann berechtigt wäre, wenn alle Schritte auf legalem Wege verjagten. Die Eisenbahner. Wirtschaft Die Bilanz der Leipziger Meffe. -A Im Berliner Gewerkschaftshaus treten am Sonntag die Abge Hochspannung und der heftigen Schwankungen des Martturies bas Es stellt sich immer deutlicher heraus, daß infolge der politischen sandten des Verbandes zum Verbandstag zusammen. Der Inlandgeschäft auf der Leipziger Messe von ganz wenigen Berband ist vor 25 Jahren in Altenburg gegründet worden, seine Ausnahmen abgesehen ein vollkommenes Fiasto war diesmalige Tagung ist also zugleich Jubiläumstagung. und daß auch die Abschlüsse mit dem Ausland bei den meisten Sprunghaft, wie in allen Verbänden, war sein Aufstieg gleich nach In einer öffentlichen Versammlung der Eisenbahnbeamten an Firmen sowohl hinsichtlich ihres Umfanges wie auch der erzielten der Revolution. Im Jahre 1918 zählte der Verband 191 073 mit den Strecken im Norden Berlins, die am Freitag im Gesellschafts- Preise eine Verschlechterung deutlich erkennen lassen. Wer Lagerglieder, jetzt hat er 567 447. Doch trok der fünf- bis sechshundert- haus tagte, stand die fünftige gewerkschaftliche Dr. bestände zu verkaufen hatte, ist sie an In- und Ausländer zu relativ tausend Organisierten sind immer noch mehrere hunderttausend Be ganisationsform der Beamten und der Stand der hohen Preisen ohne Schwierigkeiten losgeworden. Für die Fabrirufsgenossen unorganisiert. Ende 1921 hatte der Verband in 16 Rechts- und Besoldungsfragen" auf der Tagesordnung. Die Ver- fation gestaltete sich jedoch das Inlandgeschäft sehr schwierig. Gauen 755 Mtigliedschaften. Unter den Mitgliedern waren 58 050 sammlung war gemeinschaftlich vom Deutschen Eisenbahnerverband Die Einkäufer der großen Waren- und Kaufhäuser, sowie viele weibliche. Die männlichen Mitglieder zählten unter sich 13 275 und der Reichsgewerkschaft der Eisenbahner einberufen. Referent Jugendliche, die weiblichen 1252 Jugendliche. Nach Gruppen ge- war Bra wiz vom Deutschen Eisenbahnerverband, der eingangs Taufende selbständiger Detaillisten haben in Anbetracht der über. ordnet teilte sich die Gesamtmitgliedschaft Ende 1921 folgendermaßen seines Bortrages darauf hinwies, daß die Erkenntnis der Not- raschend hohen Preise von Abschlüffen möglichst abgesehen, aber die auf: Handelsarbeiter 103 013, Kutscher, Fuhrleute, Kraft- und Last- wendigkeit eines engen Busammenschlusses beider Berufsorgani- Gelegenheit benutzt, sich einen Ueberblick über die Preislage zu ver= wagenautomobilführer 70 652, Droschten- und Personenfuhrwerter fationen sich weiter befestigt habe, und daß das ganze deutsche Beschaffen. Am Sonntag und Montag gingen von Leipzig aus tau11 145, Bierfahrer 8203, Speditions- und Speicherarbeiter 68 422, amtentum im Rahmen des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes Wasserbau 23 988, Seeleute 11 171, Backer, Lagerarbeiter usw. in auf diesem Wege werde es den Beamtenorganisationen möglich sein, Kohlenarbeiter 14 582, Hafenarbeiter 30 258, Binnnenschiffahrt und eine neue starte Säule der freien Gewerkschaften bilden müsse. Nur industriellen Betrieben 42 216, Straßen- und Kleinbahnangestellte zu einer Machtposition zu gelangen. Zur alten reaktionären Form 65 182, Arbeiter in der Reinigungsindustrie 1836, Theater- und Rino- fönnen wir nicht mehr zurückkehren, denn wir würden damit als angestellte 3869, Sonstige 3972. Die Unternehmer setzten den Forderungen auf Anpassung der in der wilhelminischen Zeit. Von dem Deutschen Beamtenbund Die Unternehmer feßten den Forderungen auf Anpassung der freie Staatsbürger ausscheiden und wieder so isoliert werden wie Löhne an die Teuerung oft hartnäckigsten Widerstand entgegen. In haben wir nichts zu erwarten, seine Haltung hat gezeigt, daß in ihm vielen Fällen mußten schwere Kämpfe geführt werden, um die Unter die reaktionären Elemente die Oberhand befizen. Mit einer Organi nehmer am Lohn abbau und an der Durchlöcherung des Acht fation, die zu einem Petitionsklub herabfinft, können wir unsere stundentages zu verhindern oder um sie zur Anerkennung der Rechte nicht erlangen, sondern nur im Anschluß an die große freie von den Schlichtungsinstanzen gefällten Schiedssprüche zu Gewerkschaftsbewegung der Arbeiter und Angestellten. Hinsichtlich zwingen. Fast alle diese Bewegungen sind von Erfolg, vielfach der Streiffrage bemerkte der Redner, daß auch der Beamte alle von starkem Erfolg begleitet gewesen. Im Tarifwesen des Rechte für sich in Anspruch nehmen müsse, die einer freien Gewer? Verbandes geht eine allmählich fortschreitende Verminderung der schaft zustehen. Ein Streit dürfe aber nicht vom Zaun gebrochen vielen Einzeltarife und eine Verdichtung zu Manteltarifen werden. Bei der Anwendung dieses Mittels müsse man nicht nur vor sich. In Geltung waren Ende 1921 1651 Tarife für 68 542 Be- die Organisationen der Arbeiterschaft für sich haben, sondern auch triebe mit 694 306 Personen. Die Personenzahl ist um etwa 100 000 die Sympathie des deutschen Volkes. Die weitere Entwicklung werde höher als der damalige Mitgliederbestand des Verbandes; es be- zeigen, daß die Eisenbahner wohl verstehen, ihre Organisation so finden sich in ihr 82 Broz. Verbandsmitglieder, 10 Proz. Mitglieder kraftvoll zu gestalten, daß auch eine gerechte Besoldungsreform eraus anderen Verbänden und 8 Proz. Unorganisierte. reicht werden fann. Die Ausführungen des Referenten fanden lebhaften Beifall. Das Kassenwesen wird im Geschäftsbericht des Verbandes als nicht ungüistig bezeichnet. Der Kopfanteil des Mitgliedes am Gesamtvermögen stieg im Jahre 1921 auf das Doppelte des vorher. gegangenen Jahres, jedoch reicht er( gemessen am Markwert) nicht an den Kopfanteil aus früheren Jahren, 3. B. aus 1917, heran. Das Barvermögen ftieg auf 12 638 789 M., ab Ende 1920 auf 29 241 996 m. Ende 1921; den Wert des Bibliothek und Inventarbestandes hinzugerechnet, beträgt es 30 761 906 m. Riesenhaft wirken die Ziffern der Einnahmen des Verbandes: sie betrugen im Jahre 1921 87 829 983 m., 1920 55 941 693 m. Gleich den übrigen Gewerkschaften mußte der Verband angesichts der fortgesetten Martentwertung die Verbandsbeiträge wiederholt erhöhen. Ein Halt oder Zurück auf diesem Wege fann es auch in Zukunft nicht geben, denn ohne genügende Mittel lassen sich keine Kämpfe führen, die Intereffen der Mitglieder sich nicht mit dem erforderlichen Nach druck vertreten. Ueber die Verhandlungen des Verbandstages werden wir berichten und wünschen ihnen besten Erfolg. Glasarbeiter und Tenerung. „ Der Fachgenosse", das Organ des Verbandes der Glas. arbeiter und arbeiterinnen Deutschlands( Siz Berlin), bringt an der Spitze seiner jüngsten Ausgabe( Nr. 35) eine Er flärung des Hauptvorstandes unter der Frage: Was ist zu tun? Aus dieser Erklärung geht hervor, daß der Hauptvorstand des Verbandes sich in seiner Sigung vom 24. Auguft mit der aufgeworfenen Frage befaßt und nach längerer Diskussion eine Entschließung angenommen hat, die als die Meinung des Hauptvorstandes der Mitgliedschaft des Verbandes unterbreitet wird. Die Resolution besagt, daß die fortschreitende Teuerung, perbunden mit der Martentwertung, die Arbeiterklasse Deutschlands zu immer neuen Lohnforderungen zwingt. In der Ueberzeugung aber, daß Lohnzulagen allein nicht genügen, um all das Elend zu beseitigen, richtet der Hauptvorstand an alle Zahlstellen die dringende Aufforderung, mit anderen Organisationen zu beraten. Es müßten sofort in allen Zahlstellen Versammlungen einberufen werden, die sich mit den 10 Punkten des ADGB. tefassen. Alle anderen Organisationen find einzuladen. Nehmt gemein. sam Stellung und drängt den ADGB., mehr als bis her aus seiner Reserve herauszutreten, um die 10 Punkte zur Durchführung zu bringen. Alle A1gestellten unserer Organisation sind verpflichtet, der Kollegenschaft zur Seite zu stehen und in allen Versammlungen in diesem Sinne zu wirken. " An der Aussprache beteiligten fich mit längeren Ausführungen Thieme( Borsitzender der Reichsgewerkschaft) und Weise. Her vorgehoben wurde, daß die Organisationsleitungen mit Erfolg be strebt sind, auch den Rest der infclge des Eisenbahnerstreits verhängten Maßregelungen abzubauen. Es sind noch ungefähr 168 Verfahren im ganzen Reiche anhängig. Bei einem Teil steht das Urteil des Disziplinarhofes in Leipzig noch aus.- Die Bersammlung nahm einen ruhigen und würdigen Berlauf. Zum Streit in den Berliner Wurstfabriken. Die Vollversammlung der gewerblichen und kaufmännischen Arbeitnehmer in den Wurstbetrieben am Freitag nahm den Bericht von der letzten Lohnverhandlung entgegen. Gebler führte aus, daß sämtliche Forderungen von den Arbeitgebern für undistutabel erklärt worden seien. Die Forderung waren: Für das gewerbliche Personal 71,55 bis 81,40 m. Stundenlohn; Kontorangestellte 8680 bis 13 118 M. monatlich und für die Verfäuferinnen 6000 bis 8000 m. Die Ausgleichszahlung für August, die Softfrage und auch der zweiwöchentliche Abschluß wurden von den Arbeitgebern einstimmig abgelehnt. Die Versammelten haben zu entscheiden, was nun geschehen soll. Nachdem der Bericht von Doßmann und Hoppe ergänzt worden war, begann die Dis fussion. Sämtliche Redner sprachen sich für den sofortigen Streit aus. Der Streif sei die richtige Antwort auf das provokatorische Verhalten der Herren Unternehmer. Die Abstimmung ergab den einstimmigen Beschluß, heute früh in den Streit zu treten. sende von Telegrammen und telephonischen Anweisungen nach den Brovinzpläßen mit der Weifung, an die in Betracht kommenden ordnungen zu stoppen oder sofort die Auszeichnungen der Provinzplähen mit der Weifung, an die in Betracht kommenden Detailgeschäfte den Verkauf bis zum Eintreffen weiterer AnWaren in den Läden mit den in Leipzig geforderten Großhandelserörtert, der in der vorangegangenen Periode der Balutakonjunktur gen. Seitens der Detaillisten wurde diesmal ein Uebelstand viel preifen durch 100- bis 300prozentige Buschläge in Einklang zu brin verhältnismäßig wenig beachtet wurde. Es handelt sich um das Emporwuchern unendlich vieler Handelsfirmen, die durch ihr Dazwischentreten den Weg der Ware vom Produzenten zum Konfumenten ganz unnötig verlängern und durch ihre hohen Zwischengewinne natürlich sehr wesentlich zur Verteuerung der gewerblichen Erzeugnisse im Inland beitragen. Kommt es am deutschen Warenmarkte in den nächsten Wochen und Monaten zu Absatzstodungen, so werden diese Art Firmen in erster Linie in Bedrängnis kommen und von der Krise fast automatisch ausgeschaltet und hinweggefegt werden, zumal es sich in den meisten Fällen um Gründungen auf verhältnismäßig geringer Rapitalbasis handelt. Die gesunden Heilkräfte, die unserer Volkswirtschaft vorläufig tro allem noch innewohnen, werden hoffentlich dazu beitragen, diesen Reinigungsprozeß zu beschleunigen. Hinfitchlich der Fafturierung der Inlandaufträge ist man auf der Messe wohl in feiner Branche zu einer einheitlichen Lösung ge industrie, der Schuhbranche und bei den verschiedensten fommen. Am größten ist die Verwirrung in der Tertil. fleinen Artikeln des täglichen Bedarfs. Hier wird sich erst in den nächsten Wochen manches flären. Inzwischen halten aber alle Beteiligten mit Abschlüſſen zurück. In Leipzig hat bereits am Montag und Dienstag die Abreise der inländischen Einfäufer in einem sonst an diesen Tagen nie gefannten Umfange eingesetzt und am Mittwoch hatte sich der größte Teil des Schwarms bereits verlaufen. Im Berkehr mit den Ausländern wurden hier und da noch ganz befriedigende Resultate erzielt. In verschiedenen Branchen wiesen aber die fremden Intereffenten, vor allem die Holländer, Skandinavier und die Einkäufer aus den englischen Kolonien immer wieder darauf hin, daß die gleichen Waren in gleicher Güte von den englischen Fabrifanten wesentlich billiger angeboten würden. Es sei bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß die deutsche Industrie von der eigenartigen Borzugsstellung der Leipziger Mustermesse und von der Tatsache, daß die Ausländer in Deutschland trog allem verhältnismäßig billig reifen und geringe Unkosten haben, noch immer große Vorteile hat. V. W. B. Die Preispolitik der Margarineindustrie. garineindustrie wegen ihrer Preispolitik erhoben werden mußten, Die schweren Vorwürfe, die in der letzten Zeit gegen die Mar. haben den Margarineperband veranlaßt, in Zuschriften an die Blätter Stellung zu nehmen. In einer solchen Zuschrift, die uns Die Streiflettung schreibt uns: Daß die Fleifzugegangen ist, betont der Wargaineverband, daß bei der Herstellung und Wurstpreise in weit höherem Maße als andere Artikel der Margarine die von der Baluta start abhängigen ausländischen innerhalb der letzten vier Wochen gestiegen sind, ist der gesamten Rohstoffe eine große Rolle spielen. Sogar englische Rohlen habe Bevölkerung Berlins bekannt. Und dies, frogdem seit dem 1. August man in vielen Fällen verarbeiten müssen. Infolge der Balutader Durchschnittslohn von 34 m. pro Stunde nicht erhöht worden schwankungen hätte die Margarineindustrie sich nicht auf längere Zeit ist. Wir sagen dies, um von vornherein der bekannten Erzählung eindecken können und sei genötigt gewesen, täglich zum Ersatz der zu begegnen, daß durch die Löhne die Preise hochgetrieben werden. verarbeiteten Rohstoffe Devisen zu kaufen. Dadurch feien die Wir ersuchen die Arbeiterschaft, die Betriebsräte und sprunghaften Preissteigerungen notwendig geworden. Die PreisKantinentommissionen, sowie besonders die Großabnehmer, darauf erhöhungen seien überdies nicht in dem Ausmaß erfolgt, das notzu achten, daß waren, die eventuell durch Streitbrecher wendig gewesen wäre, um vor Verlusten zu schützen. geliefert werden könnten, nicht abgenommen werden. Dem Beschluß entsprechend find alle Arbeitnehmer, gewerbliche wie faufmännische, restlos in den Streif getreten. Für Not stands. arbeiten, soweit es sich um Erhaltung der Warenbestände han delt, wird Personal den einzelnen Betrieben zur Verfügung gestellt. Der Zentralstreifleitung stehen Betriebe zur Berfügung, welche Die Tatsache, daß Margarine start von der Valuta abhängig ist, haben wir wiederholt betont. Man muß jedoch darauf hinweisen, daß vor allem inländische Arbeitskraft, die längst nicht mit Valutalöhnen bezahlt wird, eine große Rolle beim Produktions prozeß spielt, daß demgemäß doch einiger Spielraum bleibt, um ein so wichtiges Nahrungsmittel wie die Margarine nicht automatisch an die irrfinnig hochgetriebenen Balutakurse der letzten Woche heranführen zu müssen. Bon der Margarineindustrie ist unbedingt zu Ueber das Ergebnis der Urabffimmung im Metallarbeiterverband fordern, daß sie bei ihrer Preisbemessung auf die Kauftraft verbreitet BS. die Nachricht, daß die Mehrheit der Berliner Metall- der Bevölkerung Rüdsicht nimmt, von den Behörden, daß sie arbeiter fich für die Annahme des Schiedsspruchs und damit für die einschreiten, wenn Preiserhöhungen wie die am Anfang der letzten stens verfrüht, da das Resultat der Abstimmung noch nicht feststeht. Konsums und damit sicherlich auch Verluste für die Industrie herbei48- Stunden- Woche ausgesprochen habe. Diese Meldung ist minde oche erfolgen, die in Wirklichkeit eine gänzliche Drosselung des Der Panik, die die Dollarsteigerungen und die ihnen angeDie Leipziger Buchdrucker haben in der Urabftimmung 2792 führen. Wenn übrigens die Margarineindustrie über die großen paßte" Steigerung der Lebensmittelpreise unter der Arbeitnehmer- Stimmen für und 2913 gegen einen Streit abgegeben. Die Lohn- Veilufte Klage führt, die sie angeblich infolge der Valutaschwankunschaft hervorgerufen hat, muß man schon einiges zugute halten. differenzen sollen jeht durch das Tarifamt geregelt werden, das zu gen erleidet, so steht das im Gegensatz zu der Tatsache, daß bis jetzt von den Gewertschaftsvorständen aber muß doch ge. einem früheren Termin einberufen werden soll. auch diese Industrie bei ihren Gewinnausschüttungen nicht so spär fordert werden, daß sie auch in solchen Zeiten und gerade dann Ein Transportarbeiterstreit in Leipzig ist am Freitag ausge- lich umgegangen ist, wie man es bei Balutaverlusten erwarten ihre Nerven in der Gewalt haben. hat man zur Lei- brochen. Die TU. bemerkt hierzu:„ Nachdem bei verschiedenen vor- müßte. tung des ADGB. nicht das Vertrauen, das in solchen Situa- hergehenden Messen die Eröffnung durch Streit im Transport tionen nun einmal notwendig ist, dann hat man auf Grund der gewerbe gefährdet war, ist diesmal der Abtransport der Messe- Berantwortlich für ben rebatt. Tell: Bittor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Bundesfazungen Mittel und Wege, die Zusammenberufung güter durch die am vorlegten Meffetage eingetretene Arbeitsein- Th. Glode, Berlin. Verlag Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin. Drud: des Bundesausschusses zu veranlassen und diesen vor stellung in Frage gestellt. Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Im Anschluß an diese Kundgebung veröffentlicht das Gewertschaftsblatt die Vorschläge der Gewertschaften an die die Ausführung dringender Aufträge übernehmen können. Regierung, mit der einleitenden Bemerkung, daß einige Tage nach Annahme der Resolution die Spizenverbände der Gewerkschaften der Regierung bestimmte Forderungen unterbreitet haben, mit anderen Worten, daß der Vorstand des ADGB. die Initiative ergriffen hat, die in der Refolution gegen ihn gerichtete Spize mithin unmotiviert ist. Herrenartikel Hüte, Mützen, Oberhemden, Unterwäsche, Handschuhe, Krawatten, Stöcke, Schirme, Westen, Socken, Träger etc. gut preiswert bei größter Auswahl Deutsche Hut- Compag. Neukölln Hermannstr. 42-43 schrag gegenüber derkindi- Brauerei Vorzeiger Dieses erhält 3 Proz. Rabatt, Billige Bezugsquelle für Trikotagen, Strumpfund Wollwaren Strumpfhaus Werba, Berlin Kotibuser Damm 72, Ecke Lenaustr. Korbmöbel Perser- Teppiche f.Gärten, Bal- Klaviere, Flügel kone, Wohnz. höchste Tagespr. zahlt i mod. u. dauerhafter Ausf. Korbsessel. Gr. Auswahl. Besicht.erbet. Herer, Pallasstr. 9, Kurf. 9104 Heinr.Kaese Gold Korb- n. Rohrmöhelf. Neuk.. Berl. 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