Nr. 417 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 202 Bezugspreis: Für den Monat September 200,-., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Oesterreich und Luremburg 248,- m, für das übrige Ausland 282,-M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho. Slowakei und Ungarn. Der„ Vorwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 40,-. Reklamezeile 180,- M. ,, AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 12, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 7,-M., jedes weitere Wort 5,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 15,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 Ahr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Montag, den 4. September 1922 Die Einigungsverhandlungen. Das Einigungsprogramm. Die Parteivorstände der SPD. und USP. beraten seit heute, Montag, vormittag über die beiden Entwürfe eines gemeinsamen Aktionsprogramms. An der Beratung nehmen teil für den Sozialdemokratischen Parteivorstand die Genoffen Wels, Hermann Müller, Molkenbuhr, Bartels, Ad. Braun und Pfannkuch; für die Zentralleitung der usp. die Genoffen Crifpien, Hilferding, Ludwig und Dittmann. Auch diese Besprechung nahm einen durchaus zufriedenstellenden Verlauf; die Festlegung des gemeinsamen Aktionsprogramms dürfte noch im Laufe des Nachmittags zum Abschluß gebracht werden. Dem Nürnberger Einigungs- Parteitag soll empfohlen werden, eine Programmkommission einzusehen, die sodann gemeinfam ein allgemeines Programm schaffen soll. Danzigs Finanznot. Genf, 4. September. WTB.) Im Völkerbundrat führte Geder Freien Stadt Danzig nur bei schleuniger Durchführung folgender neral Hating aus, daß die außerordentlich schwierige Finanzlage Maßnahmen behoben werden könnte: Erstens und vor allem: An ullierung der ungeheuren der Freien Stadt Danzig bei ihrer Gründung von der Entente auf gebürdeten Schulden, die ungefähr 39 Milliarden betragen. Zweitens: Regelung durch die sogenannte Verteilungsfommission der Besitzverhältnisse in der Werft- und Eisenbahnhauptwerkstätten frage, wobei Haking anregt, die erstere Polen, die letzteren Deutschland( soll wohl heißen: Danzig. Red.) zuzusprechen. Drittens: Ermächtigung der Reichsregierung an Danzig, Schatzanweisungen zu diskonfieren, und zwar im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl. Senator Volkmann wies darauf hin, daß die Gründungslasten, die auf Danzig liegen, pro Kopf der Bevölkerung das Hundertfache des jährlichen Existenzminimums ausmachen. In weiterer llebereinstimmung mit der seinerzeit von Avenol( Frant. reich) geleiteten Etudienkommiffion des Bölferbundes hob Bolfmann die folgenschwere Wirkung des jüngsten Marksturzes hervor und warnte vor der Katastrophe, die dieser Danzig verursachen müßte, wenn der Stadt nicht schleunige Hilfe zuteil werde. Der aufgelöste Artilleristentag. Dem Lord Balfour entgegnete Senator Volkmann, daß Nürnberg, 7. September.( Eigener Drahtbericht.) In von einer eigenen Wäherung für Danzig feine Rede fein Nürnberg fam es gestern anläßlich des bayerischen Artillerietages zu tönne, da der Gebietsumfang zu gering, andererseits der Gebiets Zusammenstößen mit der bayerischen Landespolizei und der republi- umfang des internationalen Handelsverkehrs zu groß sei. Der Rat fanisch gesinnten Bevölkerung. Nur unter strengster Bewachung von schien sich im allgemeinen der Auffassung des General Hating anPolizei, Canzenreitern und stark besetzten Polizeiautos konnte der zuschließen und beschloß, die Frage möglichst schon am Montag fiart zufammengefchmolzene Festzug der Artilleristen vor sich gehen. oder Dienstag unter Berücksichtigung der Auslassungen Hakings und Der Rückmarsch des Festzuges fiel angesichts der Empörung der Volkmanns zu erörtern. Mitte oder Ende nächster Woche wird der Bevölkerung aus. Bereits am Samstag hatte der Stadtrat von Rat dann Beschluß fassen. Senator Bolfmann bleibt noch in Genf, Nürnberg einen Beschluß gefaßt, den Feftzug zu unterlagen. um der Kommission und dem Völkerbundrat Borschläge machen zu Die Regierung hatte jedoch den Beschluß wieder aufgehoben und können. jogar die Platafierung des Verbetes untersagt. Dadurch wurde in der Bevölkerung eine große Empörung ausgelöst, die gestern bei dem Französische Matrofen in Danzig verprügelt. Fefizug allenthalben in Erscheinung trat. Die Empörung war zum Danzig, 4. September.( WTB.) Gestern abend kam es, anSchluß so start, daß die Festteilnehmer ihre Abzeichen in die Tasche geblich infolge herausfordernden Verhaltens eines französischen Maftedten, die Offiziere in Autos davonfuhren und sich der Waffentag trofen von dem zurzeit hier ankernden Kriegsschiff„ Marne" gegen der bayerischen Artilleriften unter dem Druck der empörten Arbeiter- einen Arbeiter, zu einem Zusammenstoß zwischen Danziger schaft auflösen mußte. Es ist an einzelnen Stellen zu Zusammen- Arbeitern und französischen Matrosen, der in eine allgemeine stößen zwischen der Bevölkerung und Lanzenreitern gekommen. Ber- Prügelei ausartete. Die Franzosen zogen sich in das Café lehungen find jedoch nicht gemeldet. Baltic am Kaffubischen Markt zurüd. Eine Menschenmenge versuchte, das Café zu stürmen, was die Schutzpolizei verhinderte. Ein französischer Matrose, der gegen einen deutschen Beamten tätlich geworden war, wurde zur Bahnhofswache gebracht. Die Unterfuchung ist eingeleitet. Poincaré„ beschwichtigt"! Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Saupregpedition n. InferntenAbteilung: Dönhoff 2506- 2507 Der Mißverstand. Die„ Deutsche Allgemeine Zeitung" hat doch Glück. Wenn fie auch mit ihren Redakteuren faum zu Rande kommt, im rechten Augenblick brach die„ Tägliche Rundschau" zusammen; fie fann jetzt als Ersatzorgan für die D. A. 3." dienen, der für Blattes setzt, ist wohl mehr als Schusterei eines Redakteurs, einige Tage der Mund zugehalten wird. Was die" Tägliche Rundschau" heute schreibt, zumal sie es an die Spitze des der sich nicht nur für bedeutend, sondern auch für verkannt hält, es ist die Meinungsäußerung einer bestimmten volfs= parteilichen Richtung, die von einer einzelnen Persönlichkeit getragen wird. unter der Ueberschrift„ Kein Mißverständnis" sagt, ist so sichtWas die Tägliche Rundfchau" in ihrer Morgennummer, barlich Stinnessche Feder, es ist so greifbar jene bekannte polltische Tapsigkeit, daß es mancherlei Schlüsse auf die von dorther jetzt betriebene Politik zuläßt. Die Kölnische Zeitung", das führende volksparteiliche Organ im Westen Deutschlands, schrieb vor einiger Zeit einmal, daß Herr Stinnes zweifellos sehr flug und geschäftstüchtig sei, daß er aber bisher nur bewiesen habe, daß er die Fähigkeiten, um in Deutschlands Geschick politisch einzugreifen, nicht besize. Er habe im Gegenteil bei seiner bisherigen politischen Betätigung teine glückliche Hand gezeigt. Was von ihm in dieser Beziehung in die Deffentlichkeit gedrungen sei, das wären mehr brüste Demonstrationen gewesen, als Handlungen, die in politischer Beziehung nach Ursache und Wirkung sorgfältig abgemessen worden seien. Es fehle ihm wohl an den politifchen Erfahrungen, an den politischen Fähigkeiten, Ind im übrigen möge er die politische Leitung Deutschlands anderen überlassen. Jene Kritik trifft wörtlich das leitende Mißberständnis" der Täglichen Rundschau" von heute. Es wird in ihm auf geklärt, daß man nicht etwa die Absicht gehabt habe, sich zu weigern, übernommene. Verpflichtungen zu erfüllen, soweit Zumutungen der Reparationsfommission ablehnen wollen! das in den Grenzen des Möglichen liege, man habe nur die Das Unerfüllbare werde abgelehnt, um das Erfüllbare zu leisten. Bis dahin mag es noch leidlich scheinen, wenn auch die Frage offen bleibt, wo die Grenze zwischen Möglichem und lnmöglichem liegt. Bisher hat fie gerade Stinnes stets an der falschen Stelle gesehen. Wir erinnern nur daran, daß er die Stellung, die er in Spa zur Kohlenfrage eingenommen hatte, damit begründete, daß er es nicht für möglich halte, die übernommene Verpflichtung zu erfüllen, und daß er voraussehe, daß im November 1920 die Franzosen das Ruhrrevier besetzen würden. A1 Die Sensationsmeldung englischer Blätter, daß die deutschen Garantien für die Schahzwechsel an Belgien schon in Paris Ein Geheimbund im DHV. ausgemacht worden und fir und fertig seien, wird uns als falsch bezeichnet; wäre sie richtig, so hätte ja die Reise DelaUnser Hamburger Parteiorgan, das Hamburger Echo", vercroir' und Bemelmans' nach Berlin nur dekorativen Zwed. öffentlicht Statuten und Abzeichen zweier innerhalb des DeutschDaß die zwangsläufige Haltung Poincarés sich nicht wendet, nationalen Handlungsgehilfenverbandes bestehender reattionärer hat er nun wieder einmal in einem Beruhigungsbrief an Geheimorganisationen, des Bundes der Unbedingten und des Ringes den Abg. Kloz, den Mitschöpfer der meltruinierenden Ber- der Getreuen. Diese Geheimbünde scheinen nach dem beigebrachten wird, in der die Dispositionen und Kalkulationen mancher failler Bestimmungen, verkündet. Mit Bezug auf den Satz Material die eigentliche Führung des DHB. darzustellen. Die in der Pariser Entscheidung, die von einer neutralen Herab- Zeitschrift des Ringes der Cetreuen führt denn auch den Titel segung der Schulden Deutschlands spricht, schreibt Poincaré: Führerbriefe. Wenn also die Aufklärung des Mizverständnisses" sich auf dem Verlangen aufbaut, daß die Regierung endlich h art werden solle und Schluß zu machen habe mit der Uebernahme von Verpflichtungen, so fann dazu nur gesagt werden, daß die Stelle, die das verlangt, bisher nur bewiesen hat, daß sie in wirtschaftlichen Angelegenheiten im eigenen Interessenfreis mit Vorteil hart ist, politisch sehen solcherlei Heldengesten in ihrer Wirkung etwas anders aus. Deutschland ist nun mal feine Papierfabrik, Deutschland darf aber auch fein faufmännisches Objekt sein, das nach der Richtung getrieben Leute liegen. Deswegen bleibt es eine grenzenloſe Unperschämtheit, davon zu sprechen:" Wir haben in dieser Hinficht allen möglichen Grund zu Mißtrauen gegen die RegieIch verstehe, daß Sie von dem Absatz überrascht waren. So- Der DHV. ist an fich stark verdächtig, ein reaktionärer Geheim. rung." In dieser Hinsicht, das soll heißen, daß die Reichsbald die Regierung diefen Saz erfahren hat, hat sie sich sofort an die bund zu sein. Anläßlich des Kapp- Butsches hat der Vorstand an regierung gegen besseres Wissen Verpflichtungen einfranzösische Delegation gewandt und sie auf die Unzuträglichkeiten sämtliche Ortsgruppen folgendes Telegramm gesandt:„ Berband ent- gehe, die sie nicht zu erfüllen vermöge. dieser irreführenden Fassung aufmerksam gemacht. Du hält sich jeden politischen Streifs, muß neutral bleiben. Rüdsprache Es betont die erklärte Bereitschaft des Unternehmertums, den Aber das„ Mißverständnis" hat auch seine positive Seite. bois hat mir die Versicherung gegeben, daß er niemals eine mög Berliner Vertretung mit Kapp, sichert unbedingt Ange- Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in die Hand zu nehmen! liche Reduzierung der äußeren Laften Deutschlands ins Auge gefaßt ftellten intereffen." Dieser offenen Parteinahme für Kapp Die Kundigen werden diese Erklärung mit einem gewiffen hatte, besonders keine solche auf Kosten der Rechte Frankreichs. Sie hat der DHB. wenige Monate später streng vertrauliche Richtlinien Lächeln aufnehmen. Es ist ja bekannt, daß der erbitterte wird niemals einer Reduzierung der Forderung an Deutschland Generalstreits folgen lassen. erbitterte zustimmen und sie würde eine eventuelle Reduzierung der äußeren Diese Richtlinien weisen an, möglichst sofort die ganze Lebens. Widerstand der Schwerindustrie gegen die Sachlieferungen Schulden des Reiches nur innerhalb einer allgemeinen Regemittelversorgung nur lung zulassen, bei der alle interalliierten Schulden liquidiert mittelversorgung der Städte ins Etocken zu bringen und die Arbeit jich etwas gelegt hat. Ist doch soeben erst zwischen der Gein den Lohnbureaus, in der Expedition und in der Kasse aller neralbeschaffungskommission für den Wiederaufbau der zerDie Herbstkonferenz soll ja dieses Grundproblem behanUnternehmungen, namentlich in den Industriebezirken und im Berg- störten Gebiete Nordfrankreichs und Hugo Stinnes ein Abdeln, dessen Lösung in letzter Linie wieder von Frankreich ab- bau, so zu sabotieren, daß sich niemand mehr darin schluß für Lieferung von Baumaterialien zustande gekommen. hängt, da Nordamerika ohne Abkehr von Rüstungen, Rhein- 3urechtfindet. Wenn zu diesen offenen reaktionären Unter- Ueber die Preisbildung ist dabei in der Oeffentlichkeit landbefeßung und Ruin der Weltwirtschaft nicht geneigt ist, Ge- rung landbesetzung und Ruin der Weltwirtschaft nicht geneigt ist, nehmungen jetzt noch reaktionäre Geheimbündelei innerhalb des bedauerlicherweise noch nichts bekannt geworden. Die Regieeinzugreifen. In einer Gedenkrede auf den Geschichtsschreiber DB. hinzukommt, dann dürfte diese Organisation reif für das Ge- rung wird hoffentlich so freundlich sein, und der Allgemeinheit, aus deren Mittein jene Lieferungen zu zahlen sind, recht Sorel, die Poincaré am gestrigen Sonntag in Honfleur hielt, fetz zum Schuße der Republik sein. bald über die Berechnungsbasis dieses Biederaufbauvertrages rechtfertigte er am Schluß seine Politik folgendermaßen Mitteilung geben. Damit würden vielleich die Grundlagen des schwerindustriellen Wiederaufbauwillens eimas flarer merden, als sie bisher sind. werden. Nach einer unverbesserlichen Gewohnheit, die Rollen zu ver- Verteidiger vor dem Reichsamneffieausschuß. Dem Reichs tauschen, beginnen die Deutschen jetzt, uns Imperialismus vorzu- amnestieausschuß, der am Sonnabend unter dem Vorsiz des werfen, während wir vor aller Welt Eeduld wie Mäßigung an den unabhängigen Abgeordneten Dr. Moses zum erstenmal zusammenTag legen, und während sie selbst neuerdings Deutschland, Deutschland über alles" zur Nationalhymne er heben. getreten war, liegen, wie die PPN. erfahren, insgesamt 80 bis 100 Gesuche um Begnadigung vor. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um verurteilte Teilnehmer an den mittel deutschen März Unruhen der vergangenen Jahres. Der wichtigste Beschuh, den der Ausschuß in feiner erſten Sigung gefaßt hat, ist der, daß die Gefangenen, die dem Ausschuß Der Kern des„ Mißverständnisses" bleibt, daß der Stinnessche Flügel der Deutschen Volkspartei die Ablehnung der Pariser Beschlüsse der Reparationskommission will. Wenn Morte noch einen Sinn haben, so ist das der Sinn jener Politik, die die„ DA3.", ihr Ableger und ihr Herr zurzeit treiben. Sie wird dadurch für Deutschland besonders gefähr= lich, daß fie verknüpft wird mit Berleumdungen der Reichsregierung, die ihre Unterschrift im Auslande als nicht kreditpolitik ist wohl kaum denkbar. In den Tagen, da die Reichs Damit ist die Einführung dieses Liedes als offizielle Nationalhrmne der Reichswehr gemeint. Auf der jezigen Völkerbundversammlung zu Genf will ein Gnadengesuch eingereicht haben, berechtigt find, Bertreter angeblich Sir Robert Cecil England die Ernennung einer vor den Ausschuß zu entfenden, um persönlich die Cache der Gesuch fünfgliedrigen Untersuchungskommission verlangen, die die steller zu vertreten. Diese Berteidiger müssen vom Ausschuß gewürdig erscheinen lassen sollen. Eine frevelhaftere Interessen= wirtschaftliche Lage Deutschlands studieren soll. hört werden. wissen, sind inzwischen die beiden Pensionsabteilungen zusammengelegt und einem besonderen Leiter unterstellt. Die endgültige Besetzung dieser Behörde wird demnächst erfolgen. Gerade vou erheblichen Eingriffen in den gegenwärtigen Personalbestand fann ich mir allein eine wesentliche Besserung versprechen. regierung ihre Unterschrift unter Wechsel mit einer Laufzeit für die Autonomie; das ist eine Gesamtbeteiligung von 73,81 lich mit allem Nachdruck für Besserung eingesetzt habe. Wie Sie von sechs Monaten sehen soll, fagt man von ihr, daß sie im Prozent. Ausland als sprichwörtlich unzuverlässig gelte, daß sie sich Die„ Matin"-Meldung, wonach die Grenzfestsetzungsfomschon längst um allen Kredit und alles Ansehen gebracht habe, und meint dann weiter damit das nicht mißverstanden" mission die polnischen Grenzberichtigungsanträge in ihrer werde, daß sie gegen besseres Wissen, gegen alle überwiegenden Mehrheit gebilligt habe, entbehrt, so wird Moral und unfittlich handle. Das ist eine Stellung durch WTB. verbreitet, schon deshalb jeder Grundlage, weil nahme, deren Motive wohl nur wenigen flar erkennbar sind. Die Grenzfeftfegungsfommission zurzeit die Grenze bereist und Was soll hinter der Ablehnung der in Paris festgeleg- die offiziellen Vorschläge der deutschen und polnischen Deleten Atempause fommen? Darauf findet auch die Ersatz- gation erst im Oktober gemacht werden, worauf die KomD. A. 3." feine Antwort, ebensowenig wie die deutschnatio- mission entscheiden wird. In den nächsten Tagen wird der nalistischen und die kommunistischen Blätter, die ja in das Grenzfestsegungsfommission eine Note überreicht werden, die gleiche Horn blasen. Wir sind uns darüber klar, daß die den deutschen Standpunkt zu den polnischen Forderungen und deutsch- belgischen Abmachungen uns nicht aus dem allgemeinen zur Frage der Demarkationslinie überhaupt darlegt. Europa- Elend herausreißen werden, aber darüber besteht bei denen, die bisher noch immer in der Stunde der Gefahr das Im Namen der preußischen Staatsregierung hat heute Wohl der Allgemeinheit über ihre eigene Interessenpolitik ge- der Ministerpräsident Braun an den Oberpräsidenten in segt haben, fein Zweifel, daß sie Zeit geben für die Aus- Oppeln ein Telegramm gerichtet, in dem er der oberschlesischen breitung der Vernunft. Aus diesem entscheidenden Bevölkerung für die bei der Abstimmung bewiesene Treue Grunde bleibt die jüngste Sitzung der Reparationsfommission dankt. Die Staatsregierung würde stets bemüht sein, sich für und ihr Beschluß ein Ausblick zum Besseren und ein Erfolg das Wohl und Wehe des oberschlesischen Landes einzusetzen. der Reichsregierung. Ihn zu verbauen kann nur derjenige beabsichtigen, der über das Feld seiner wirtschaftlichen Interessenwahrnehmungen nicht hinauszusehen in der Lage ist. Die Sozialdemokratie wird unter alien Umständen zu den Gegnern dieser Mihverftands- Politit gehören. Oberschlesien will preußisch bleiben. Die Schattenfänger. Der Streit um die Ursachen des Weltkrieges. Die Rechtspresse hat den 2. September auf ihre Art festlich begangen. Die Deutsche Zeitung" meint, der Jammer von 1918 hat seine Wurzeln im März 1890, da Wilhelm II. Bismarc davonjagte. Die Kreuz- Zeitung" ist der Die Boltsabstimmung in Deutsch- Oberschlesien hat eine Auffassung, daß die Sünde vor hundert Jahren schon beMehrheit von etwa 90 Proz. für das Berbleiben bei Preußen gonnen habe. Bismard sei doch sehr unvorsichtig gewesen, und gegen die Bildung eines eigenen Bundesstaates ergeben. Denn er habe das allgemeine Wahlrecht als revolutionäres Unser Breslauer Korrespondent drahtet uns, daß die starke Be- Gegenmittel in das Kaiserreich hineingebaut, und so was sei teiligung an der Abstimmung auf die zahlreichen Versamm immer gefährlich. Uebereinstimmend ist für jene Meinungen, lungen der deutschen Parteien in den letzten Tagen zurückzu- daß sie beide mit der Gegenwart unzufrieden sind und gern führen sei. Die polnische Wahlenthaltungs- in die Bergangenheit zurückwollen. Am allerliebsten wäre es parole ist von einzelnen Gruppen nicht befolgt worden. Die große Mehrheit für Preußen ist auch eine Folge der Schwenkung des oberschlesisch- deutschen Zentrums für Preußen, da diese Partei Sonderkonzeffionen erwarte. Vorläufiges amtliches Ergebnis der Volksabstimmung: In den Landfreifen: Beuthen für Breußen: für Autonomie: in Proz.: 19 361 ( vier Kreise stehen noch aus.) • 96 FR 3 22 NO 55 356 4 910 71 Tarnowig 6 395 4324 81 Kosel 30 347 2431 55 Falkenberg 17.754 304 82 Toft- Gleiwitz 26 103 4.980 58 Grottkau 18 854 194 84 ( zwei Kreise stehen noch aus.) Hindenburg 43 479 8.994 85 ( ein Kreis steht noch aus.) Kreuzburg 25 526 366 Leobjchüt 41 814 282 92 ( ein Kreis steht noch aus.) Gutentag 5 083 488 72 Neiße 31 394 134 69 ( drei Kreise stehen noch aus.) Neustadt 45 475 1 150 85 Oppeln 38 536 7161 61 ( ein Kreis steht noch aus.) Ratibor 21 887 1986 69 Rybnik 2577 503 69 Rosenberg Groß- Strehlig 17 666 23.957 1 826 75 4 639 76 • In den Stadtkreisen: Beuthen Gleiwit Meiße Oppeln Ratibor • für Preußen: für Autonomie: in Proz.: 1663 64 21 836 29 281 14 312 15 858 16270 2129 70 145 86 945 81 974 78 Insgesamt waren abstimmungsberechtigt 763 322 Perfonen; von ihnen stimmten 513 760 für Preußen und 50 528 ihnen, wenn sie die Weltgeschichte um hundert Jahre zurückdrehen könnten. So flagen Leute, die unter das Rad der Weltgeschichte gekommen sind, und das mit Recht. Was die„ Deutsche Zeitung" verschweigt. " Die Deutsche Zeitung" berichtet in ihrer Abendausgabe vom 29. August über einen der vielen, an sich bedauerlichen Fälle, in denen ehemalige Offiziere nicht rechtzeitig die ihnen zustehende Penfion erhalten. Es handelt sich um eine auf den April dieses Jahres zurückgehende Angelegenheit. Damals hatte ein Major an den Minister Köster geschrieben und den Brief folgendermaßen begonnen:„ Die ausgesprochene politische Gegner schaft, in der ich zu Ihnen stehe, macht es mir nicht gerade leicht, mich im Nachfolgenden persönlich an Sie zu wenden." Da Minister Köster sehr oft von ehemaligen Offizieren mit ähnlichen, in einem fachlichen Gesuch völlig überflüssigen, oft noch sehr viel unpassenderen Bemerkunge bedacht wird, pflegt er solche Briefe den Einsendern zurückzugeben. Es kann ihnen ja nicht schwer fallen, auf solche Ausführungen zu verzichten, wenn ihnen daran liegt, daß ihre Briefe durch den Minister Köster er. ledigt werden. So geschah es auch hier. Aber der Major, statt einen neuen Brief ohne persönliche Anspielungen zu verfassen, wandte sich an den Abgeordnete Wulle. Der schrieb seinerseits wieder an den Minister Köster. Darauf hat der Minister umgehend u. a. folgendes erwidert: " Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Auf Ihr Schreiben vom 17. Mai möchte ich Ihnen anheimstellen, dem Herrn Major zu empfehlen, auf alle Darlegungen zu verzichten, die nicht unmittelbar mit der von ihm gewünschten Regelung seiner Ber= sion zu tun haben. Ich werde sehr häufig mit Echreiben bedacht, die den Anforderungen nicht entsprechen, welche ich stellen muß, wenn ich an mich gerichtete Briefe in den Geschäftsverkehr geben foll. Ich hate in solchen Fällen grundsätzlich die Briefe zurück gehen lassen. Wem an der Erledigung seiner Angelegenheit etwas liegt, für den fann es fein zu großer Verzicht sein, sich auf die Sache ausschließlich zu beschränken. Ich kann übrigens für einen Anfangserfolg immerhin feststellen daß eine ganze Reihe von ärgerlichen Beschwerden, die mir unmittelbar zur Kenntnis gebracht worden sind, ihre, für die Antragsteller befriedigende Regelung gefunden haben. Um so felbstverständlicher ist es für mich, daß aus derartigen Anträgen persönliche Bemerkungen fortbleiben, die weder passend, noch auch nur entfernt gerechtfertigt sind." Der Abgeordnete Bulle hat vielleicht vergessen, dem Major von diesem Brief zu erzählen, so daß der nun daran ging, den Dorangegangenen Briefwechsel zu veröffentlichen. Die Deutsche Beitung" fonnte ihre Bemerkungen nur deshalb daranknüpfen, weil ihre Leser den Brief des Ministers nicht tannten. Sie werden allerdings auch jetzt nichts von ihm erfahren. Der Zwischenfall in Oberkassel. Köln, 4. September.( MTB.) Zu dem Zwischenfall in Düsseldorf- Oberkassel wird der Köln. 3tg." gemeldet: Die von deutscher Seite über den Vorgang angestellten Feststellungen haben ergeben, daß in der Wirtschaft Königshausen( mit Damenbedienung) in der fraglichen Nacht, als städtische Polizeibeamte in der Wirtschaft Feierabend geboten hatten, einer der anwesenden belgischen Sergeanten gegen eine der Kellnerinnen gröblich beleidigend. wurde. Der Wirt und sein Sohn mischten sich in die Streiligkeiten, worauf der Wirt von einem belgischen Sergeanten einen Schlag ins Gesicht erhielt Als auf den Alarm hin ein belgischer Sergeant das Lokal betrat, verließen alle Gäſte das Wirtshaus.. Was sich später auf der Straße abspielte, darüber ist den deutschen Behörden nicht das geringste bekannt. Alle in dem Lokal in der fraglichen Nacht anwesenden Personen sind von der belgischen Behörde festgenommen worden. Auch die deutschen Polizeibeamten, die Feierabend geboten hatten, wurden verhaftet, ebenso gestern der Vertreter der Stadtverwaltung Obertassel, Dr. Odenkirchen, sowie Polizeikommissar Blasius, als sie der Aufforderung der belgischen Behörde, die Mörder innerhalb zwei Stunden bekanntzugeben, nicht nachfommen fonnten. Seipel fährt nach Genf. Wien, 4. September.( WTB.) Dem Ministerrat legte der Bundeskanzler die Nachrichten vor, die vom Bundesminister des Aeußern aus Geenf eingetroffen sind. Hierbei teilte er mit, daß der dringende Rat erteilt worden sei, der Bundeskanzler selbst möge bei der für Mittwoch in Aussicht genommenen Sigung des Völkerbundes die Angelegenheiten Desterreichs vertreten. Der Ministerrat ersuchte hierauf den Bundeskanzler, die Reise nach Genf alsbald anzutreten, was inzwischen geschehen ist. Der Bundeskanzler machte auch Mitteilung darüber, daß energische Maßnahmen in der Frage des Schutzes der inländischen Bevölkerung gegen die nachteiligen Wirkungen des 3ustroms von zahlreichen Fremden aus den Balutaländern im Zusammenhange mit den gegenwärtigen valutarischen Verhältnissen in Borberei tung sind. Der Ministerrat beschloß, die Erledigung dieser Angelegenheit möglichst zu beschleunige n. In Salzburg ist die Fremdensaison vom Landesausschuß beendet worden. Die griechische Katastrophe. Der griechische Zusammenbruch in Kleinafien ist so schwer, daß der griechische Oberfommissar in Emyrna, Sterthiades, sämt lichen Konsuln der Alliierten vorgeschlagen haben soll, daß die Griechen Smyrna räumen, wenn ihnen freier Abzug mit allem Eigentum gestattet werde und wenn sie auch die 800 000 Griechen, Armenier und Circassier nach Griechenland mitnehmen(?) fönnten, deren Schutz fie in Smyrna übernommen hatten; dieser Schuß fäme Anderseits möchte ich nachdrücklich betonen, daß ich selbst die den Griechen in ihrer Heimat selbst billiger zu stehen als die Bustände, die fich bei der Regelung der Pensionsangelegenheiten weitere Unterhaltung der griechischen Armee in Kleinasien. entwickelt haben, aufs äußerste mißbillige und vom ersten Als Rückwirkung des türkischen Sieges werden neue Angriffe Tage meiner Tätigkeit als Minister des Innern an mich persön- der Araber in Palästina auf die zuwandernden Juden gemeldet. ristischste Spieler des Abends, ein Kaspar voll Spihigkeit und Dämonie; Bogelstrom etwas pomadig und schwerfällig, gefangDie Große Volksoper im neuen Heim. lich in guter Form. raten. Eine Expedition in die Eisriesenwelt. Als der österreichische Höhlenforscher Boffelt 1879 zum ersten Male das Felsenportal der Höhle am Achseltopf des Hochvogels im Tennengebirge betrat, ahnte ( Im Theater des Westen s.) Im Lohengrin" wuchs der Regiegedante nicht aus dem er nicht, daß er damit die größte Höhle Europas, ja vielleicht Streben nach Apartheit, sondern aus dem Maß der Szene, aus der der ganzen Welt der Wissenschaft erschloß. In neuester Zeit ist nun Ein guter Anfang. So darf man ernsthaft sprechen, unerbittlich großen romantischen Musikgebärde. Raum war für Chöre, Blag für in langjähriger und äußerst anstrengender Arbeit diese„ EisriesenDas neue Opernhaus wird, wie jedes Theater, erst nach das Aufeinanderstürmen und Ausweichen für Zweikampf, für Zwie- welt" erforscht worden und man hat ein ganzes Labyrinth von Monaten das sein, das zu leisten vermögen, was guter Wille und sprache, für verſtedte Lauscher. In zwei Aften vertiefte und er- Höhlengängen, hat zahlreiche Systeme alter Höhlenflüsse feſtgeſtellt. menschenmögliches Arbeiten verspricht. Erst nach vielem Einspielen höhte die Jeßnersche Treppe den Bühnenraum. König Heinrich In der„ Umschau" berichtet Dr. H. K. Becker von einer Expedition, wird jene Athmosphäre des selbstverständlichen Spielablaufs von der blieb oft sehr respektlos verdeckt hinter seinen Rittern. Die blickten die er in die Höhle unternommen hat. Das riesige Portal von etwa Bühne zum Zuhörer strömen, wird jene Freiheit in der Hand- zwangsmäßig zum Souffleur und fangen wie auch fast alle 10 Metern im Quadrat führt eine Strecke weit aufwärts; es stellt den habung technischer und künstlerischer Mittel erreicht sein, die über die Solistensenkrecht ins Bublifum hinein. Die schwierigen Männer Durchbruchsausgang des ehemaligen Höhlenstromes dar. Dahinter Sorgfalt aller Arbeit den großen Kunsteindruck stellt. Es kann heute chöre wurden ausnahmslos verpakt, und in den A- capella Ensembles beginnt der große Eisteil der Höhle, der sich zunächst in einem gedas Beste an Einzelleistung nach nicht, ohne Hilfe von Tradition, war jeder zweite Ton falsch. Aber das sind Kinderkrankheiten jeder waltigen Eis see mit einem 16 Meter langen und 20 meter breiten ohne systematische Ueberführung des gut Vorbereiteten zum Außer- Opernbühne, und das wird gelernt werden. Mit den Scheinwerfern Eisspiegel darstellt. Dieser Eissee wird genährt durch einen von ordentlichen, zum großen Ring des unfehlbaren Ensembles geschlossen darf gespart werden. Vor allem verträgt eine Lohengrin- Borstellung rechts herabquellenden Gletscher. Der nächste Teil steigt allmählich sein. Bon zwei Wünschen scheint sich die Langesche Oper freihalten nicht ein so gespreiztes Nebeneinander der Staffage, nicht ein so an, bis man plößlich vor einem ungeheuren Eisz a hn, dem soge zu wollen: Star Oper und Konkurrenz Oper zu jein. fanatisches Lauern auf die Sotonummern, nicht ein so gefälliges nannten Poffelt- Turm, steht. Die Ersteigung des Eiswalles ist nur zu ersterer fehlen ihr die frischen, unverbraucht großartigen Solo Rampenfingen. Wird das Werk erst zum Paradestück der einzelnen, mit Hilfe von Steigeifen möglich, und man gelangt dann sogleich in fräfte; das ist nur ein Glück für die Einheit des gefanglichen und so ists mit dem Halt des ohnehin brüchigen Gesamtkunstwerks vorbei. Die gewaltige Hymir alle, die dank ihres herrlichen Eisvorspielerischen Niveaus dennoch können sich die Hafgreen, Röseler, Das Orchester unter Prätorius spielte sich schon an man- hanges einen genauen Einblick in den geologischen Aufbau der Höhle Lattermann, Bogelstrom schon an erſten Bühnen noch sehen und chen Ecken und Glätten frei. Von den Tücken der Absagen befam gewährt. Es iſt unmöglich, im einzelnen nunmehr all die wunderhören lassen. Zur Konkurrenz- Oper fehlt dem neuen Wert die die junge Bühne auch schon genug zu spüren. Für Bogelstrom bare Pracht, die uns das Eis hier bietet, zu schildern," jagt der BerSchlagfertigkeit, die fundamentale Durcharbeitung, die Glätte, Fein- sprano oder humpelte ein Herr aus Dresden ein, der durch sein fasser. Hier und in den weiter daran anschließenden Höhlenräumen heit, Sinnenkraft der Instrumente. Die Orcheſterfrage scheint mir Tremolo die ganze Aufführung im Kern erschütterte und lächerlich hat uns die Zauberin Natur Festfäle geschaffen, in denen wir auf endgültig noch kaum gelöft. Mit Glück hat man die Umerziehung leblos, wie eine Marionette aus Bucerquß- agierte. Den Rönig fpiegelblankem Eise dahinwandeln, während von der Dede herab eines Konzertorchesters zum Opernorchester vermieden. So hat man fang mit fattem, schönem Bak Herr Abendroth, den Heerrufer fristallklare Vorhänge, Girlanden, forfzieherartige Gebilde und Kronein eigenes Ensemble zu jeder Uebungs- und Spielzeit frei, ein Ma- leuchter herabhängen. Aber auch die Bewohner der Räume fehlen würdig und stolz Guthmann, dem für die Bühne Figur, Halterial, das nach hundertfacher Feuertaufe reif werden möge. Bor- tung, Musibalität zugute tommt. Blaschte, im Anfang Theater- nicht. Da, wo in anderen Höhlen die Stalagmiten aufragen, stehen erst sind die Streicher samt und sonders zu dünn, die Hörner fangen bösewicht, wuchs im zweiten Aft immer mehr und bot eine Leistung didem Kopf, die in ihrer Gesamtheit dem Beschauer einen feenhaften in den Gispalästen von Midgard und Wimur fleine Zwerge mit im Freischütz" wenig weich, der feststehende große Atford und von schauspielerischem Rang, die sich mit den hervorragenden Lei Anblid bieten, besonders wenn sie von hinten her mit Magnesiumdas Forte flangen lebendiger als die schmiegsame Piano- Kantilene, die Zurückhaltung machte oft den Eindruck mangelnder Anteilnahme. ftungen Eijas und Ortruds messen konnte. Frau Kurth Daß diese Musiker handwerklich tüchtig find, daß sie zu führen sind, Szenen zu führen, die Hörer zu packen. Und Frau Hafgreen bis zu dem die Führung für das Passantenpublikum geht und hinter licht bestrahlt werden." Nach ein Kilometer langer Wanderung durch Auerbachsche Iphigenie, halb Germania wukte überlegen ihre diese Fabelwelt gelangt man bis zu dem sogenannten 2. Tunnel, das bewiesen schon die ersten beiden Aufführungen, in denen sich wirkte durch die beusche Anmut ihrer Mimik und Bewegung nicht dem der Hauptteil der Höhle beginnt. ja troh sehr sicherer Leitung noch Schüchternheit, Aengstlichfeit und Wildheit Ronkurrenz machen. weniger als durch den weichen Schmelz ihres feinen Soprans. halb Kurt Singer. Die Freischü"-Inszenierung( d'Arnals) hatte ein eigenes Gesicht. Auf der einen Seite die Einfalt und Einfachheit bür- Der föbliche Müdenstich. Ein junges Mädchen namens May gerlichen Lebens, auf der anderen geisterhafter Sput, der durch Barnard ist fürzlich in London einem Mückenftich erlegen. Sie war Lichtillusion mehr gemedt als gezeigt werden sollte. Ein irrendes, von einem Spaziergang nach Hause gekommen und bemerkte, daß flackernd bewegtes Licht ersehte leider in der Wolfsschlucht Schwein das Lid ihres linken Auges start angeschwollen war, ohne daß sie und Eule, ein weißes Leuchten Agathes Erscheinung. Die Bilder doch irgendwelchen Schmerz empfand. Sie legte deshalb der Sache Strohbachs waren eindrucksvoll, der Abgrund der Schlucht auch weiter feine Bedeutung bei. Eine Woche später aber stellte fich zwischen den dunklen Felsen ebenso düster, wie die Waldlandschaft Schüttelfroft ein, und der zu Rate gezogene Arzt erklärte den Zufrisch. Doch verschlang die Dekoration viel Blah, und im ersten Att stand für so bedenklich, daß er die fofortige Ueberführung der Ba blieb für den Chor gerade eine Engpaß- Beweglichkeit. Doch überall tientin nach dem Krankenhause anordnete. Hier fand man beide war, in Bild und Licht und Dunkel, Sinn für stilvolle Prospekte Augenlider start angeschwollen und eine offenbar von einem Inund für Konzentration des Ausdrucks zu spüren. Der Kapellmeister feftenstich herrührende, stecknadelgroße Wunde über der linken v. Höhlein führte aller Kräfte über jedes Fährnis hinweg, zu- Augenbraue. Der Zustand des jungen Mädchens verschlechterte fich weilen sehr nachgiebig und dehnend, im Vorspiel mit Sucht zu kleinen zusehends; eine Operation wurde vorgenommen, doch war die BlutNuancen, dann aber rein musikantisch, ohne Lüftelei, beherzt und vergiftung schon so meit vorgeschritten, daß die Patientin bald darauf jugendlich. Marzella Röseler und Else Tusch kau waren ein starb. Die Leichenschau stellte fest, daß der Tod durch einen Mückenentzückendes, ebliches Mädel- Duo, Battermann, der charakte stich herbeigeführt worden war. 1 Gine Togung für künstlerische Körverschulung veranstaltet vom bindung mit dem Bund entschiedener Schulreformer, dem Deutschen Reichs5. bis 7. Ottober das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Ber ausschuß für Leibesübungen und der Zentralfommission für Sport und Körperpflege. Die Unterrichtsweisen von Daleroze, Mensendid, Rudolf Bode, Elizabeth Duncan wird man nebeneinander gestellt sehen. Teilnehmergebühr 150 M., Angehörige von Jugendverbänden zahlen den balben Breis. Anmeldungen an die Geschäftsstelle des Zentralinstituts, Berlin W, Potsdamer Str. 120. Die Sturmabende beginnen wieder am Mittwoch, 7% Uhr, Botsdamer Straße 134 a. Die Weltrekorde der deutschen Luftsegler beim Rhön- Segelflugwettbewerb stellt die neueite Deulia woche in interessante Parallele zu den Ergebnissen des 1. französischen Flugmeetings in Clermont Ferrand. Die Niederdeutsche Woche in Bremen wurde am Sonntag feierlichst eröffnet. Gerhart Hauptmann und der Reichspräsident hielten Ansprachen. Die Veranstaltung, die von der Besergilde" ausgeht, will der Heimatpflege und Heimattultur der niedersächsischen Stämme dienen. Die päpstliche Friedensaktion von 1917. nicht vor. 2. Ebenso wenig fann in Anbetracht der vielfachen Schwierigkeiten und der immerhin fraglichen Verständigungsbereitschaft auf feindlicher Seite von einer starten Friedenswahrscheinlich teit gesprochen werden. 3. Cine ernst e, vor seiten der deutschen Regierung gemissenhaft zu prüfende Friedensmöglichkeit war bei Beginn der päpstlichen Friedensaftion vorhanden. 4. Die Ereignisse der Monate Juli und August in Deutschland und Desterreich- Ungarn haben die an sich nicht sehr starke Friedensgeneigiheit der Westmächte nicht erhöht. 5. Die deutsche Regierung hat in der formellen Behandlung der päpstlichen Friedensaltion Fehler begangen. 6. Auf Grund der vorliegenden Aussagen und Dokumente kann es als wahrscheinlich bezeichnet werden, daß Englard und Frankreich jedenfalls Ende August 1917 ein Eingehen auf die päpstliche Friedensvermittlung mit Rücksicht auf die gesamte Kriegslage als nicht in ihrem Interesse liegend betrachteten. Krawall in Charlottenburg. Lackschuhe mit lila Strümpfen und ein weiß- und blaugestreiftes Hemd. Sein Hut ist verlorengegangen. Ber über die Persönlichkeit des Toten, der vielleicht russischer Bolschewist ist, irgendwelche Mitteilungen machen fann, wird dringend ersucht, fich unverzüglich beim 1. Kriminalbezirt, Polizeiamt Berlin- Mitte zu melden. Beiche des Toten wurde zum Schauhause gebracht. Die Sache er scheint immerhin recht geheimnisvoll. Sollte der Läter feinem Leben selbst ein Ende gemacht haben oder auf welche Ursache ist Die Das Reichsmietengefeh tritt in Kraft. Wie der Oberpräsident dem Zentralamt für Wohnungswesen mitteilt, hat er auf den Einspruch gegen den vom Magiftrat am 30. 2ugust 1922 gefaßten Beschluß zur Ausführung des Reichsmictengesetzes verzichtet. Der Beschluß erhält demgemäß nunmehr Rechtskraft und wird in der nächsten Nummer des Gemeindeblattes sowie in ortsüblicher Weise veröffentlicht werden. Feststellung des Untersuchungsausschusses. Zusammenstöße zwischen Kommunisten und Schupo. VDZ. Nach Prüfung des aus dem Auswärtigen Amt und dem Gestern nachmittag ist es in Charlottenburg zu sehr be Reichsarchiv vorgelegten Aftenmaterials sowie auf Grund der eid- dauerlichen Zusammenstößen zwischen Teilnehmern am Kommu lichen Vernehmungen der Staatssekretäre a. D. v. Kühlmann, nnistischen Jugendtag und der Schupo gekommen, bei Helfferich, Zimmermann, des Reichskanzlers a. D. Mi- der, soweit bis jetzt bekannt, mehrere Personen verlegt wur. chaelis, der Reichsminister a. D. Rosen und Graf v. Brodben. Aus den uns vorliegenden Nachrichten scheint hervorzugehen, fein Tod sonst zurückzuführen? dorff Rangau, der Gesandten v. d. Landen, Riezler daß die Schutzpolizei sich zunächst größte Zurüdhaltung auferlegte, und Freiherrn v. Romberg, der Generale v. Ha eften und und erst, nachdem sie provoziert wurde, von ihren Waffen Gebrauch v. Bartenwerffer, des Botschafters v. Bergen und des machte. Die Ordner des Demonstrationszuges, der zum größten Reichstagsabgeordneten Scheidemann ist der zweite Unteraus- Teile von halbwüchsigen Burschen gebildet wurde, und schuß des parlamentarischen Untersuchungsausschusses in der Unter- mit dem der Zusammenstoß erfolgte, scheinen völlig versagt zu haben. suchung der päpstlichen Friedensvermittlung des Die äußerst beklagenswerten Borfälle unterliegen einer UnterJahres 1917 zu folgenden Ergebnissen gelangt: 1. Ein Friedensangebot Englands lag im Sommer 1917 fuchung, deren Abschluß dringend zu wünschen ist. Ueber die Zusammenstöße sind uns folgende Meldungen zu gegangen: Gestern früh waren mehrere Züge von Mitgliedern des kommunistischen Jugendbundes nach Pichelsberge hinausgezogen, die gegen 5 Uhr nachmittags auf dem Rückmarsch Chariottenburg wieder Ehemalige russische Offiziere als Diebe. erreichten. Bei dem Zuge durch die Stadt fam es zu verschiedenen In der Kufsteiner Straße 5 wurde ein Treppenläufer3usammenstößen. Der erste ereignete sich am Bahnhof Wizzmarder abgefaßt und nach dem Polizeipräsidium gebracht. Hier leben, wo ein Installateur Tusche, der ein Hafcukreuz ge- wurde er als ein früherer ruffifcher Offizier Baron tragen haben soll, von der Menge verfolgt wurde. Dieser lief in v. Blum festgestellt, der die Diebstähle mit einem früheren Regiseinen Laden in der Nehringstraße, wie es hieß, um Waffen zu mentskameraden Baron Berthis Steal v. Holstein zu holen, um sich damit zu verteidigen. Die Burschen stürmten den sammen gewerbsmäßig ausgeführt hat. v. Holstein spielte dabei Laden und plünderten ihn. Dieser Zwischenfall wurde je- den Aufpasser. Er wurde in einer Ruffenherberge in der Neuen doch durch Kriminalbeamte, die mehrere der Beteiligten feststellten, Königstraße ermittelt und festgenommen. Beide sind geständig. wieder beigelegt. Bald darauf kam es an der Sophie- Charlotte Nach den Angaben des Barons v. Blum war sein Vater GeneralStraße zu einem weiteren Zusammenstoß, der üble Folgen major in der russischen Armee, seine Mutter eine russische Fürstin. hatte. Da der lange Zug den Verkehr lahmlegte, so hatte sich auch Beide sind bei de: Revolution mittelos geflohen und waren endlich, an dieser Stelle wieder eine Reihe von Straßenbahnwagen als sie feine Beschäftigung fanden, auf Treppenläufer diebstähle ausgestaut, die nicht weiterfahren fonnten. Der Führer des ersten früherer russischer Offizier Valentin Postemsky und Wagens, der schon Verspätung hatte, versuchte nun, um feinen wei- gegangen. Von Stufe zu Stufe gefunken ist ein anderer teren Aufenthalt zu haben, durch den Demonstrationszug zu fahren. dessen Ehefrau, die jetzt beim Schlafstellendiebstahl auf Hieran wurde er aber von einem Ordner des Zuges verhindert. frischer Lat ertappt und festgenommen wurden. Nachdem er vor zwei Zwischen diesem und dem Führer entspann sich eine heftige Aus- Jahren nach Berlin gekommen, hatte er verschiedene Berufe" ereinandersehung. Der in der Nähe postierte Beamte der griffen, die ihn mit der Strafbehörde in Konflitt brachten, so daß Schuhpolizei sah sich nun veranlaßt, zur Aufrechterhaltung der Ord- er den Ausweisungsbefehl erhielt. Er blieb jedoch mit nung einzuschreiten. Seine Beschwichtigungsversuche er feiner Frau, ohne sich polizeilich zu melden, noch weiter in reichten jedoch das Gegenteil. Er wurde von dem erregten Ordner" Berlin. Zuletzt gründete er in der Ansbacher Straße zu Charbeschimpft und dabei, von den anderen Mitgliedern des Buges lottenburg, wo ihm ein Maler seine Räume zur Verfügung gestellt unterstüßt, gestoßen. Mit einem Kameraden, der jett hinzu fam, hatte, ein ruffisches Auskunftsbureau", das bedürftigen wollte er den Ordner" sistieren. Dieser aber leistete heftigen Wider- und hilfesuchenden Russen Rat und Hilfe leisten sollte. Obwohl der stand und rief:„ Befreit mich! befreit mich!" Als dann der Ordner Zuspruch sehr rege war, floffen die Mittel für Bostemsky und feine mit Hilfe von weiteren Beamten nach der Sophie- Charlotten- Wache Frau selbst nur sehr spärlich. Aus der Wohnung des Malers verim Bolizeipräsidium gebracht wurde, versuchten verschiedene Teil schwanden nun nach und nach fortwährend wertvolle Sachen. nehmer, den jungen Mann zu befreien, beschimpften die Bostemsty behauptete, daß diese nur von Landsleuten, die das Beamten, schlugen mit Fahnenstangen auf fie ein und bewarfen fie Auskunftsbureau aufgesucht hatten, gestohlen worden sein könnten. mit Flaschen. Die Menge, die inzwischen auf mehrere Taufend an- Jeht aber wurde er selbst mit seiner Frau auf frischer Tat abgefaßt gewachsen war, belagerte das Polizeipräsidium und bedrängte die und beide von der Kriminalpolizei dem Untersuchungsrichter vorBeamten, trotzdem diese sich zunächst tattooll und zurückhaltend be- geführt. nahmen. Die Menge verlangte stürmisch sofortige Freigabe des Siftierten und Absetzung der Beamten, die ihn abgeführt hatten. Vorher waren schon mehrere Schüsse gewechselt worden. Jeht fielen wieder aus der Menge heraus Schüsse und nun machten die Be- Der Lindenhof", das in Lichtenberg gelegene Erd amten von ihren Dienstwaffen Gebrauch. Erst als mehrere Beziehungsheim der Stadt Berlin, hatte gestern einen amte mit Karabinern erschienen, zerstreute sich die Menge nach und unterhaltungsnachmittag. In der zum Festraum hergenach, so daß von dieser Waffe tein Gebrauch mehr gemacht wurde. richteten Turnhalle versammelten sich mit den Jungen des Heims und Bis in die späten Abendstunden hinein wurde das Präsidium, der ihren Lehrern und Erziehern die Eltern und andere Angehörige, Schauplah des Zusammenstoßes, jedoch von größeren Gruppen noch auch viele in der Jugendwohlfahrt tätige Männer und Frauen, an umlagert. Zu dem ersten Zusammenstoß mit dem Installateur ihrer Spitze die Stadträtin Weyl und der Erziehungsdirettor wird uns noch mitgeteilt, daß dieser die Mitglieder des Zuges durch naut. Hezreden und auch durch Ziehen einer Schußwaffe gereizt haben soll. Er wurde deshalb ebenfalls festgestellt. Zur Aufklärung des I A an den Tatort entsandt. 7. Die Frage, ob die päpstliche Friedensaktion allein durch die Verzögerung der von der Kurie gewünschten deutschen Erklärung über die Freigabe Belgiens vereitelt worden ist, fann auf Grund der vorliegenden Akten und Zeugenaussagen nicht bejaht werden. Punkt 1 und 2 der Feststellungen sehen den weitgehenden Schlußfolgerungen, die aus den temperamentvollen und aufsehenerregenden Anflagereden Erzbergers in der Nationalversammlung gezogen werden konnten, einen Riegel vor. Punkt 3 und 5 bestätigen den Kern der Sache, wie fie sowohl von Erzberger, wie auch von Scheidemann in seiner Broschüre„ Kaiser, Bapst und Sozialdemokratie" dargestellt wurde, nämlich, daß die Friedensmöglichkeit, die durch die Attion des Bapstes Benedikt und seines Nuntius Pacelli der faiserlichen Regierung geboten wurde, eine durchaus ernst hafte war, und daß sie von den deutschen amtlichen Stellen nicht so behandelt wurde, wie sie es verdiente. Der wichtigste Bunkt ist der vierte, der ganz offensichtlich auf das unglückselige Auftreten des Reichskanzlers und Gefundbeters Michaelis Bezug nimmt( ,, Wie ich sie auf fasse"), durch das die ganze günstige Wirkung der Friedensresolution des Reichstages sabotiert wurde. Es ist aber eine glatte Verdrehung der Tatsachen, wenn die Rechtspresse( Lokalanzeiger" und" Deutsche Tageszeitung") diesen Buntt 4 als gegen die Friedensresolution selbst gerichtet hinftellt. ganzen Borfalles wurden noch gestern abend Beamte der Abteilung Neue Verhaftungen. Im Punkt 6 wird übrigens ausdrücklich erklärt, daß Ende August Frankreich und England fein Interesse mehr an einer Friedensaftion gehabt hatten. Zwischen Juli und August liegt nämlich das unheilvolle Kanzlerregiment des Dr. Bei der Schießerei soll ein junger Mann, dessen BerMichaelis, des Strohmannes Ludendorffs, und die Ver- fönlichkeit noch nicht festestht, den Tod gefunden haben, Es schleppung der päpstlichen Friedensaftion. Daß, wie im ist ein etwa 16- bis 18jähriger Mensch, deffen Leiche nach dem Schaus Bunft 7 erklärt wird, die Frage, ob allein durch die dila haufe in Charlottenburg gebracht wurde. Es wurde zunächst antorische Behandlung der Frage über die Rückgabe Belgenommen, daß es ein gewiffer Schoch sei, der vermißt wurde. Die giens durch die Wilhelmstraße der Erfolg der Friedensaktion Angehörigen haben jedoch durch Besichtigung der Leiche im Schau hause festgestellt, daß es sich nicht um diefen handelt. Wo und von vereitelt wurde, auf Grund der vorliegenden Akten nicht bewem der junge Mann erschossen worden ist, steht ebenfalls noch nicht jaht werden kann, ist nur eine. rein negative Kompro- feft. Drei Siftierungen sind gestern abend noch erfolgt. Am mißformel, die den Verteidigern der kaiserlichen Kriegspolitik Bahnhof Wizleben, wo es zu dem ersten Zusammenstoß kam, wurde jedenfalls fein Recht gibt, sich aufs hohe Roß zu sehen. der Installateur Tusche fiftiert, weil er durch Heyreden die Bor überziehenden aufgereizt und als diese ihn stellen wollten, drei mal aus seiner Pistole geschossen hat. Ob hierdurch Berfonen verlegt worden sind, bedarf ebenfalls noch der Unterfuchung. Nach dieser Schießerei waren ihm Teilnehmer des Demonstrationszuges gefolgt und hatten die Scheiben feines Laden schaufensters eingeschlagen. Beteiligte daran wurden festgestellt. Bei dem zweiten Zusammenstoß wurden der Ordner des Zuges, ein 26 Jahre alter Mann namens Köhler, der gegen die Durchfahrt der Straßenbahnwagen protestierte und die Menge aufheßte und ein 16 Jahre alter Arbeiter Frizz Röchling aus der Hausburgstraße, der auf einen Wagen gesprungen war und von diesem herab auf die Menge einfpragh, fiftiert. Zum Untersuchungsrichter im Staatsgerichtshof zum Schuße der Republik ist Kammergerichtsrat Ernst Wolff bestellt worden. Wolff war früher bei der Berliner Staatsanwaltschaft tätig und ist als juristischer Schriftsteller in Werken für die Freirechtsschule hervor getreten. Wolff spielt in der Deutsch- demokratischen Bartei, insbes sondere in der Beamtenbewegung, eine Rolle und ist Mitbegründer des Republikanischen Richterbundes. Dollar: 1475. Die Befferung der Mark auf den internationalen Börsen war nur von furzer Dauer. Bereits am Sonnabend meldete die New Yorker Börse wieder einen ungünstigeren Kurs. Heute setzte sich in Berlin die starke Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln wieder in lebhafterem Tempo fort. Es besteht ein großer De= Disenbedarf des Einfuhrhandels, der in den lezten Monaten sich start zurückgehalten hatte. Der Dollar erreichte bereits nach Ablauf der ersten Börsenstunden einen Kurs von 1475. Einen erheblichen Druck auf die Mart haben an den europäischen Auslandsbörsen die Nachrichten über Lebensmittelfrawalle in Berlin ausgeübt. Auch an der hiesigen Börse ist man hinsicht lich der innerpolitischen Lage sehr peffimistisch. Infolgedessen regte sich am Industrieaktienmarkt heute fast gar feine Unternehmungsluft. Das Geschäft war sehr still. Lebhafte Kurssteigerungen waren nur bei den verschiedensten Valutapapieren zu verzeichnen, die naturgemäß der Bewegung der Devisen folgten. 100 holländische Gulden. Devisenkurse. 1 argentinischer Papier- Peso 100 belgische Frant. 100 norwegische Kronen 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen. 100 finnische Mark 1 japanischer Jen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar 100 französische Frank 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer Frank. 100 spanische Besetas 100 österr. Stronen( abgeſt.) 4. September Käufer- Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs 559.30 2. September Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Ermordung eines Schupsbeamten. Der Täter ermittelt. Bei der„ Lindenhof"-Jugend. Direktor BI um, der Leiter des Heims, hob in seiner die Gäste illfommenden warmherzigen Ansprache hervor, daß an dieser Geziehungsstätte neben der Arbeit die Freude zu ihrem Recht tommt, damit das Heim jedem Jungen lieb wird. Von dem fröhlich schaffenden Gemeinschaftsgeist, der im Lindenhof" alle, die Jungen samt den Alten, erfüllt und beseelt, tonnten wir uns bei den schönen Darbietungen dieses Unterhaltungsnachmittags überzeugen. Zur Pflege der Kunst hat das Heim aus befähigten Jungen einen Sängerchor, eine Mufiffapelle und eine Theatervereinigung geschaffen, in denen jeder sein Bestes zu geben fich bemüht. Die von der Kapelle gespielten Märsche, die Vorträge des Chores und vor allem die Aufführung von Lessings LustSpiel Minna von Barnheim" zeigten, mit welcher Luft die Lindenhof"-Jugend an die ihr geftellten Aufgaben herangeht und wie prächtig fie daran ihre Kräfte entwickelt. Zu dem Gelingen der Luftspielaufführung trugen neben den Jugendlichen erfolg reich bei der Lehrer Faber, der die Spielleitung führte und auch die Rolle des Riccaut übernommen hatte, und in den drei Frauenrollen die beiden Töchter Hanni und Else des Direktors Blum und ein der Famile Blum befreundetes Frl. Rossow. Die Minna, deren Darstellerin Hanni Blum durch Natürlichkeit und Anmut ihres Spiels erfreute, hatte an dem von einem Zögling Lewin dargestellten Tellheim einen tüchtigen Partner. Auch die anderen Zögfinge spielten flott, Henkel, Lange, Herbach, Sobotika. Der Crfolg bewies, daß es keine Verfündigung an Lessing war, sich an fein unvergängliches Werk heranzuwagen. H Die Lindenhof" Jugend, die ihrn Gästen diesen Unterhaltungsnachmittag bot, hat dem Heim Ehre gemacht. Humboldt- Blätter. Die Humboldt Hochschule und die Freie Volkshochschule Groß Berlin geben seit August d. Js. cine Monatsschrift heraus, die den Mitgliedern unentgeltlich, den Nichtmitgliedern zum Preise von 20 Mart jährlich geliefert wird. Die erste Nummer, die durch eine Arbeit von Dr. Baerwald über Die Wirkung der Stultum katastrophe auf geiftiges Genießen und Schaffen" eingeleitet ist, tember erscheinen. wird zunächst unentgeltlich geliefert. Die zweite Nummer wird Mitte SepAuf dem Rummelplay in der Neuen Königstraße wurde gestern nachmittag der 31 Jahre alte Polizeioberwachtmeister Karl Botchen, ein verheirateter Mann, der hier in der Pallisadenstraße wohnte, erfchoffen. Botchen, der zum 8. Polizeirevier gehörte, hatte in der Neuen Königstreaße, in der Nähe des RummelEine Schiffstatastrophe. Bei der Funkenstation Marseille ist plates, Straßendienst. Mehrere Besucher des Vergnü gungspartes benahmen sich so rüpelhaft, daß sich der Beamte ein Hilferuf des spanischen Dampfers Tintore eingegangen, genötigt fah, einzuschreiten und den Hauptlarmmacher zu der bei der Insel Alboran gescheitert ist. Der Segelflug in Frankreich. Auf den seinerzeit vom ,, Matin" sistieren. Bevor er aber dazu tam, hatte dieser eine Pistole gezogen, mit der er den Oberwachtmeister durch einen Schuß veröffentlichten Aufruf zur Förderung der motorlofen Daraufhin lief er mit seinen Be- Luftfahrzeuge sind bisher im ganzen 100 000 Francs in die Brust niederstreďte. gleitern davon und mischte sich unter den Demonstrationszug der an Preisen gestiftet worden. fommunistischen Arbeiterjugend, der gerade vom Alexanderplatz Ein schweres Erdbeben hat am 1. September früh Taikoku tommend durch die Neue Königstraße nach dem Friedrichshain 30g. auf Formosa heimgesucht. zog. So war der Täter zunächst verschwunden. Kriminalbeamte und auf Formosa heimgesucht. Beamte des Ueberfallfomandos, die sofort die Ermittelungen auf- Zum Untergang des französischen Panzerschiffes" France" wird nahmen, stießen bei den Demonstranten zunächst auf Schwierig gemeldet, daß unter dem Vorsitz von Vizeadmiral Fournier eine teiten. Erst als nach der Ankunft des Zuges besonnerere Kommission eingesetzt wurde, um über die Ursachen, die zum Elemente die Nachforschungen der Beamten unterstüßten, gelang Untergang des Panzerschiffes" France" geführt es, den Täter ausfindig zu machen. Er lag unter haben, eine Untersuchung einzuleiten. Der Kapitän des Schiffes einer Bant, und als er unter diefer hervorgezogen werden sollte, Buy wird vor ein Kriegsgericht gestellt werden. 528.821 529.671 486.871 488.12 stellte sich heraus, daß er sich nicht mehr auf den Beinen halten 10761.50 10788.50 9937.55 9962.45 fonnte. Er taumelte, und da er schwer trant zu sein fchien, 24179.80 24180.20 22247.15 22302.85 murde er nach dem nahegelegenen Krankenhause am Friedrichshain 30861.35 30938.65 28764.- 28836.- gebracht. Hier konnten die Aerzte aber nur noch seinen Lod 38152.25 38247.75 35455.60 35544.40 feststellen. Wer der Tote ist, fonnte noch nicht ermittelt werden. neblig mit leichten Regenfällen und mäßigen nördlichen Winden. 3171.- 3179.- 2846.40 2853.60 Papiere, die darüber Aufschluß geben könnten, wurden bei der Leiche 639.20 640.80 nicht gefunden. Dagegen fand man bei dem Toten merkwürdiger6383.- 5892.60 5907.40 weise eine Kriminaldienstmarfe mit der Nummer 6533.20 5967.50 5982.50 118 und einen Bettel mit dem Namen eines Polizeimacht1458.17 1461.83 1348.81 1351.69 meisters Heinze. Wie der Tote in den Besitz der Marke und 1. 11375.75 11404.25 10436.90 10463.10 der Adresse gekommen ist, bedarf noch einer eingehenden Unter173.78 174.22 fuchung, die sofort eingeleitet wurde. In den Taschen des Mannes, 27665.35 27734.65 25518.05 25581.95 wahrscheinlich eines Russen, wurden noch zwei Fünfzig- und ein Kreis, Prenzlauer Berg. Die öffentliche Versammlung am Dienstag fällt aus. 22421.90 22478.10 20699.05 20750.95 Behntausend- Rubelschein, sowie russische Korrespondenz 1.87 19012 1.94 und russische Bücher gefunden. Er ist etwa 30 bis 35 Jahre 4968.75 4980.25 4414.45 4425 55 alt und 1,68 meter groß, hat dunkelblondes Haar und ein glatt Kurs 560.70 51935.- 52065.696.10 697.90 6367.6516.80 192.75 1.83 193.25 5. 28. 100 ungarische Kronen. • 100 bulgarische Lewa.. 61.42 848,90 61.58 851.10 59.92 749.05 60.88 rafiertes Gesicht sowie vollständige Zähne. Er war stugerhaft ge750.95 fleidet, trug einen einreihigen, blauen Jafettanzug, schwarze halbe 100 tschechische Kronen. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ziemlich fübt, größtenteils trübe und etwas Groß- Berliner Parteinachrichten. Kreis, Mitte. Die erweiterte Borstandssigung am Dienstag, den 5. September, abends 8 Uhr, findet, nicht im Bürgerheim, Alte Schönhauser Str. 23/24, statt, fondern in den Bubi- Sälen, Neue Königstr. 26. Die Bildungsausschußmitglieder werden gebeten, schon um 27 Uhr anwesend zu sein. Kreis, Friedrichshain, Frauenchor! Die Genosfinnen, die gewillt sind, dem Frauenchor beizutreten, werden gebeten, heute abend, 7 Uhr, sich in der V. Pflichtfortbildungsschule, Lange Str. 31, einzufinden. Um rege Beteiligung wird gebeten. Abt. Die Gigung der Funktionäre sowie Betriebs- und Beamten- Bertrauens leute findet nicht Montag, den 4. Geptember, sondern Dienstag, ben 5. Geptember, abends 7% Uhr, in der Schule Schönhauser Allee 166 a, statt. Gewerkschaftsbewegung Der amerikanische Entscheidungssieg. Nachdem bereits in den Weichfohlengebieten der Bereinigten Staaten vor kurzem der Streif durch ein Abkommen beigelegt worden ist, das nicht allein den Bergarbeiterverband als Vertragspartei anerkennt, sondern zugleich die Löhne in ihrer bisherigen Höhe beibehält, ist nunmehr auch in den Hartkohlengebieten ein gleiches Abkommen geschlossen worden. Der Vertrag gilt bis 31. August 1923. Auf die Frage, ob man denn bei einer etwaigen Arbeitsein= stellung 200 000 Arbeiter auf die Straße fezen wolle, fei von einem Bertreter der Arbeitgeber erwidert worden, daß die Tür zu Verhandlungen nicht zugeschlagen werden solle. Wir haben nun schriftlich um eine Sonderverhandlung nachgesucht, bisher aber einen Bescheid noch nicht erhalten. 2chnt der BMJ. ab, so müssen wir die Konsequenzen daraus ziehen. In der anschließenden, sehr sachlich geführten Aussprache tam einmütig der Wille zum Ausdruck, auf der Forderung einer Son derverhandlung zu beharren und von dem verlangten Prozentsaz nichts abzulassen. Die weiteren Schritte sollen dem Vorstand überlassen werden. Der Streik der Metallarbeiter abgelehnt. Damit ist einer der größten und hartnäckigsten Lohnkämpfe, der je in einem Lande geführt worden ist, mit einem unstreiti- spruch nicht ausreichend genug, um zu einem Streit zu führen. Da Wie uns mitgeteilt wird, ist die Mehrheit gegen den Schiedsgen Siege für die Arbeiterschaft beendet worden. Der Streit, die Fragestellung lautete:„ Schiedsspruch oder Streif" und eine an dem ungefähr 500 000 Arbeiter teilnahmen, dauerte genau fünf Dreiviertelmehrheit für den Streit nicht zustande gekommen ist, Monate. Er brach aus, weil die Unternehmer die Löhne der Ar- gilt der Schiedsspruch als angenommen. Das mag man aus mehr beiter um 20 Proz. fürzen und feinen zentralen Vertrag abschließen als einem Grunde bedauern, ist aber eine Tatsache, mit der sich die wollten. Die Arbeiter verlangten ihrerseits eine Lohnerhöhung. Berliner Metallarbeiter zunächst abzufinden haben. Wir werden noch darauf zurückkommen. Seit Einsetzen der Wirtschaftskrise, d. h. seit Anfang 1921, begannen die amerikanischen Unternehmer systematisch die Löhne abzubauen. Dieser Lohrabbau hatte insofern seine Berechtigung, als auch die Lebenshaltungskosten in den Vereinigten Staaten zurüdgingen( fie betragen gegenwärtig nur etwa ein Dritte! mehr als vor dem Kriege), die Löhne aber während des Krieges ganz außerordentlich gestiegen waren. Darüber hinaus hatten es die Unternehmer jedoch besonders darauf abgesehen, die Macht der Gewerkschaften, die während des Krieges allerdings sonderbare Blüten gezeitigt hat, zu brechen und ihren Einfluß auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen überhaupt auszuschalten. Und darum ging in Wirklichkeit der Kampf, der 157 Tage tobte, das gesamte Birtschaftsleben Ameritas 600 000 Arbeitslose in der Tschechoslowakei, das ist die furchtbare Rehrseite der gewaltigen Wertsteigerung der Tschechenkrone. Dieser Tage werden die deutschen Goizaldemokren und Gewerkschaften der Regierung ein Besserungsprogramm vortragen. Durch die Kündigung verschiedener Kollektivverträge in Nordböhmen sind in Nordböhmen( Reichenberg und Umgebung) wieder 6000 Tertil arbeiter arbeitslos gemacht. 5. Geptbr. angefegte Mitgliederversammlung der Ortsverwaltung Südost fällt Bund der technischen Angestellten und Beamten. Dienstag Die für den aus.- Mitgliederversammlungen: Mittwoch Charlottenburg II, Atademische Bierhallen, Schillerstr. 24, 7½ Uhr. Wilmersdorf, Bittoriagarten, Wilhelms aue 114/15, 8 Uhr. Nordost, Zum Königstor, Neue Königstr. 1, 72 Uhr. Donnerstag. Charlottenburg I, Augusta- Kasino, Kaiserin- Augusta- Allee 36, 72 Uhr. Charlottenburg III, Deutsches Haus, Windscheidstr. 7, 7% Uhr. Friedenau, Hohenzollern, Handjernstraße, 8 Uhr. Norden IV, Hubertus, BornNordwest 1, Rest. Mattle, Turmstr. 78, 72 Uhr. zum Hagenbed, Müller, Ede Seestraße, 7½ Uhr. holmer Straße 89, 7% Uhr. Steglig, Althoff, Althoff, Ece Körnerstraße, 71/2 Uhr. Freitag. Norden III, Weißensee, Oranteschlößchen, Dranteftr. 81, 7% Uhr. Schöneberg. Ebershof, Ebersstr. 68, 72 Uhr. Siemensstatt Schloßtlause, Nonnendamm- Allee, 7% Uhr. AfA- Funktionäre der Metallindustrie. Montag abend 6% Uhr im großeit Saal von Haverlands Feestsälen, Neue Friedrichstr. 35, Versammlung. 11. Verbandstag der Transportarbeiter. " Fichte- Georginia" feierlich eingeleitet. Vergleich in der Silberwarenindustrie. Im festlich mit Girlanden, prächtigen Bannern, Fahnen und Die in der Silberwarenindustrie beschäftigten Arbeiter Enblemen geschmückten großen Saal des Gewerkschaftshauses wurde und Arbeiterinnen hatten gestern die Eröffnung des 11. und Jubiläumsverbandstags des den Arbeitgebern durch ihre löhne überreichen lassen. Von den Arbeitgebern wurde das Ber- Bertretern der Behörden durch einen Vortrag des Gesangvereins Branchenleitung die Forderung einer Nachzahlung auf die August Teilen des Reiches anwesenden Delegierten, zahlreichen Gästen und Deutschen Transportarbeiterverbandes in Gegenwart der aus allen langen abgelehnt. Vom Schlichtungsausschuß wurde den Parteien ein Vergleich vorgeschlagen. Die anwesenden Arbeitgeber erklärten sich schließlich bereit, hierauf einzugehen, und auch ihren fehlenden Kollegen folgenden Vergleich unterbreiten zu wollen: Für die Zeit vom 16. bis 31. Auguft sollen die Vollarbeiter eine Nachzahlung von 700, Jungausgelernte, Jugendliche und Poliererinnen über 16 Jahre 400 Mart erhalten. Die Branchenleitung hatte einen Zuschlag von 10 M. auf die über die sehr bewegte Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß Dieses Streik- Ende wird nicht ohne Rückwirkung auf die euro- berichtet und ka hmann als Vertreter des Deutschen Metallarbeipäische Wirtschaft und ihre Arbeitsbedingungen bleiben. Man kann terverbandes den Bericht noch erweitert hatte, setzte eine längere Dises als einen Wendepunkt in den Rückzugsfämpfen betrachten, fussion ein. Hierauf wurde die von den Arbeitgebern angebotene die die Arbeiterschaft seit 1½ Jahren in der ganzen Welt zu führen Nachzahlung gegen wenige Stimmen angenommen. gezwungen ist. Wenn die höchstbezahlten Arbeiter, die die ameri- Dann machte Heigt davon Mitteilung, daß am Montag, den fanischen Arbeiter im Bergleich zu ihren europäischen Kollegen find, 4. September, die Verhandlung mit den Arbeitgebern über die SepDie Versammlung stimmte einem in einer so für die gesamte Wirtschaft grundlegenden Schicht ihre Antrag zu, der einen Zuschlag in Höhe von 50 Mark auf die StunMacht und ihre Löhne aufrechtzu erhalten vermochten, denföhne verlangt. dann kann man voraussehen, daß dies für den Wirtschaftsmarkt der Branchenfonds ab September auf 5, für Frauen auf 4 M. wöchentlich Ferner wurde ein Antrag, den Beitrag zum ganzen Welt von Einfluß sein muß. Und insofern war die Soli- zu erhöhen, zum Beschluß erhoben. daritätskundgebung des Frankfurter internationalen Bergarbeiterfongresses eine fluge und weisschauende Politie. aufs tiefste erschütterte und mehr als cinmal mit den Waffen in der Stundenlöhne gefordert. Nachdem Branchenleiter eigt eingehend schaft nicht mehr wie damals als staatsfeindliche Gebilde betrachtet. Hand ausgefochten wurde, los. Neue Lohnabmachungen in der Schuhindustrie. Bei den zentralen Lohnverhandlungen in der Schuhindustrie am 31. August in Frankfurt a. M., wurde der Mindest stunden Iohn für Arbeiter über 21 Jahre, die in Zeitlohn arbeiten, um 33 Mart auf 68 Mark erhöht. In den vier unteren Ortsklassen gilt nunmehr ein Lohn von 65,28 Mart, 62,56 Mt., 59,84 Mark und 57,12 Mark als Mindestſtundenlohn im Zeitlohn. Der Mindestſtundenlohn für Akkordarbeiter ist im Tarif besonders festgesetzt. Er beziffert sich in den 5 Ortsklassen des Tarifs nunmehr auf 74 mart bzw. 71,04 Mart, 68,08 Mart, 65,12 Mart und 63,16 Mark pro Stunde. Die neuen Lohnerhöhungen treten cine Woche rückwirkend ab 25. August in Kraft. Der Hauptausschuß des Verbandes der deutschen Schuh- und Schäftefabrikanten wendet sich in einer Entschließung scharf gegen die Leder und Textilfabrikanten, die Bezahlung in fremder Währung oder zu einem Marktpreis, der dem jeweiligen Stand ausländischer Baluta entspricht, verlangen, weil dadurch die Fertigware unerhört verteuert wird. Es wird insbesondere darauf hingewiesen, daß das Verlangen der Zahlung in fremder Valuta nach dem Gesetz über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln vom 3. Februar 1922 gesetzlich unter hohe Geldstrafen gestellt ist. Zur Krise in der Metallindustrie. Eine Versammlung des Deutschen Wertmeisterverbandes, zu der sämtliche Betriebs- und Vertrauensleute sowie Funktionäre der Fachgruppe Metallindustrie eingeladen waren, tagte am Sonnabend im großen Saale des Klubhauses in der Ohmstraße. Auf der Tagesordnung stand:„ Die Lage in der Metallindustrie". Referent war Wertmeister Roth. Der Redner verbreitete sich zunächst über den am 24. August vom Schlichtungsausschuß des Reichsarbeitsministeriums gefällten Schiedsspruch, der von 92 Prozent der Kollegenschaft abgelehnt worden sei. Während 80 Prozent gefordert wurden, hat der Spruch nur 52,5 Prozent auf die Suli- Gehälter bewilligt. temberlöhne stattfinden werde. Lohnbewegung in der Zigaretten- Industrie. der Bruderorganisationen, der Behörden und auch die Gäste mit Der Verbandsvorsitzende Schumann begrüßte die Vertreter ministerien beweise deutlich, daß der Verband bzw. die Gewerkherzlichen Worten. Die Anwesenheit der Vertreter von mehreren schaftsbewegung heute in einer ganz anderen Situation ſtehe, als vor dem Kriege. Heute werden die Organisationen der Arbeiters Der Verbandstag bilde zugleich eine Jubiläumsfeier, denn vor 25 Jahren sei die Gründung der Zentralorganisation vollzogen worden. Der Redner schilderte weiter den Aufstieg des Verbandes. der Verstorbenen, insbesondere Carl Legiens, der dem Verder heute nahe an 600 000 Mitglieder zähle. Ferner gedachte er band stets großes Intereffe entgegengebracht habe. Angesichts der spreche er den Wunsch aus, daß auch diese Tagung des Verbandes Sep- u erwartenden Einigung der sozialistischen Parteien von dem Gedanken kollegialischer Einigkeit durchdrungen sein und Gedanken und schloß sich dessen Wünschen an. zum Wohl der ganzen Arbeiterbewegung dienen möge. Ortmann Berlin erweiterte die vom Vorredner berührten Eine vom Kartell der freien Gewerkschaften in der ZigarettenIndustrie einberufene Versammlung in den Germaniasälen, welche außerordentlich stark besucht war, nahm den Bericht über die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband entgegen. Roch teilte als Ergebnis der Verhandlung mit, daß die Augustlöhne für die Zeit vom 1. bis 15. September um 65 Broz., vom 16. bis 30. September um 75 Prez. erhöht werden sollen. Gegen eine ziemlich starke Minorität wurde das Angebot der Arbeitgeber angenommen. Eine Resolution, welche energische Maßnahmen gegen den fand einstimmige Annahme. Der Verlauf der Versammlung bewies, Lebensmittelwucher und jede unberechtigte Preissteigerung fordert, daß die Absicht der Unternehmer. in die feftgefügte Einheitsfront der Arbeiterschaft der Zigaretten- Industrie eine Brefche zu legen, schmählich mißglückt ist. Mehr denn je hat die Arbeiterschaft erfannt, daß nur durch einheitliches Vorgehen die Intereffen des Proletariats gefördert werden. Abschriften des neuen Lohnabkommens sind für Transportarbeiter im Verbandsbureau, Engelufer 24/25, II., 3immer 38, gegen Mitgliedsausweis zu haben. Vorschußzahlungen an Handelshilfsarbeiter. Bürgermeister Ritter dankte im Namen des Oberbürgermeisters für die Einladung zu dieser Tagung. As Sozialdemokrat habe er auch den Wunsch, daß diese Tagung von follegialem Geist erfüllt sein und dazu beitragen möge, daß alle Proletarier bald auf einem Weg marschieren. Geheimrat Wulf überbrachte die besten Wünsche des Reichsarbeitsministers und Ministerialrat nöner die des Reichspoſtministers. Es erfülle ihn mit Stolz, heute noch Mitglied des Transs portarbeiterverbandes zu sein. Ministerialrat Dr. Wegerdt sprach die besten Wünsche des Reichsverkehrsministers aus. Gauleiter Wagener- Hamburg sprach dem Vorsitzenden im wärmsten Dank aus und wies auf ein an der Wand im Saal hänNamen der Kollegenschaft für 25ährige Tätigkeit für den Verband gendes Bild hin, das der Vorsitzende als ein Zeichen der Anerkennung annehmen möge. Nach der Wahl einiger Kommissionen wurde die weitere Tagung auf Montag 9 Uhr festgesetzt. Sport. Mennen zu Nuhleben am Sonntag, den 3. September. 1. Preis von Königsberg. 1. Job. Bücherls Sehnsucht I Pl.: 19, 22, Der Dentiche Transportarbeiterverband hat zwecks möglichst( Bef.), 2. Prinzeß Macowan, 3. Simpler. Tot.: 30: 10. schneller Festsetzung zeitentsprechender Septemberlöhne zentrale Ver- 39:10. Ferner liefen: Journalist, Moir, Tello, Jason jr., Eduard I, handlungen beantragt. Dieser Antrag ist vom Ausschuß des Groß- psilanti, Nelly VIII, Sogenluft, Ninon I, Alpenfer, Graziös jr., Hoffnung II, Berliner Arbeitgeberverbandes des Großhandels abgelehnt worden. Hadrian, Juglans, Erich I, Lebelle I, Derfflinger I, Handfeit. 2. September Rennen. 1. Baumgarts Tip se user( Bef.), Dagegen foll in nachfolgenden Gruppen des Großhandels an männ= 2. Guy Baron( ohne Wetten), 3. Crocus, 4. Hartenfels. Zot.: 17: 10. liche Bollarbeiter 1000 m., an weibliche Vollarbeiter 800 m., an Bl.: 13, 24( Crocus), 14: 10. Ferner liefen: Porilles, Nebel, Schlips, Jugendliche den Löhnen entsprechend Borschuß sofort ausgezahlt Cybina, Edinhard, Languste, Czerna. werden: Chemifalien, Mineralöle und Fette, Glas und Seramit, Altmetall, Textil, Lederwirtschaft, Samen und Kolonialwaren. Die Verhandlungen sollen beschleunigt am Anfang der nächsten Woche stattfinden. Abschriften des Rundschreibens an die Arbeitgeber sind im Bureau des Deutschen Transportarbeiterverbandes, Engelufer 24/25, Zimmer 31, erhältlich. Kündigungsschutz für Schwerbeschädigte. 3. Groger Preis von Rubleben. 1. Borlauf. 1. Geſtüt Derfenons Beffie Worthy( B. Doelemann), 2. Stuart Webbs, 3. AnFerner liesen: Jung Berafried, riff. Tot.: 13:10. Pl.: 13, 20: 10. Beta Girl. 2. Vorlauf. 1. Gg. Petersens Edeltochter( Weiß), 2. Brocado, 3. Constantine the Great. Tot.: 32: 10. BL: 11, 15, 11:10. Ferner liesen: Gudrun II, Marschal Hindenburg, Peter I, Draufgänger. 4. Mary H.- Rennen. 1. Gest. Höfleins Florentiner( m. Schleusener), 2. Fenelon, 3. Jeffries jr. Tot.: 41: 10. PL.: 15, 12: 10. Ferner liefen: Paula Bingen, Gladiator II. 5. Preis von Münster. 1. R. Neumanns Zufall( A. Freundt), 2. Karl Kufer, 3. Monarchist. Tot.: 63: 10. Pl.: 17, 15, 19:10. Ferner lichen: Ebrengabe, Teufelsbart, Mackensen, Madison, Berthold, uit. 1. Edeltochter 6.( roßer Preis von Nuhleben. Peter, Peter I. Vom Reichsarbeitsministerium wird uns geschrieben: Die gefeßlichen Vorschriften, wonach einem Schwerbeschädigten nur mit Zustimmung der Hauptfürsorgestelle rechtswirkiam gefündigt Der Verband will die Grundgehälter auf eine andere Basis ge- werden kann, sind erneut bis zum 1. Januar 1923 verlängert( Weiß), 2. Stuart Webbs, 3. Constantine the Great. Tot.: 69: 10. Pl.: stellt wissen, Gehälter und Teuerungszulagen sollen möglichst gleich- worden. Bis dahin wird voraussichtlich das neue Echwerbeschädigten- 16, 18, 14: 10. Ferner liesen: Lessie Worthy( 4.), Gudrun II, Diktator mäßig gestaltet, die Spannung zwischen den einzelnen Gruppen gesetz, welches das gegenwärtig geltende Gesetz vom 6. April 1920 7. Mis Dolores Rennen. 1. Gest. Höfleins Flott( Hm. mindestens verringert werden. Die Forderung von 80 Prozent ist in wesentlichen Punkten ändert, in Straft getreten sein. Der Entschleusener), 2. Faust II( ohne Wetten), 3. Barde, 4. Gradisca. Tot.: eingereicht worden, mit der Motivierung, daß die sich hieraus er- wurf des neuen Geseges ist fertiggestellt und wird den gesebaeben- 41: 10. 1: 15, 17( Barde), 14: 10. Ferner liefen: Sewind, Rafael, gebende Summe auf alle Gehälter verrechnet und so ein Ausgleich den Körperschaften nach dem Wiederzufammentritt zugehen. Die in Meininger, Lorbeero. der außerordentlichen Differenzen in den Sähen herbeigeführt war- der Presse verbreiteten Nachrichten, wonach die neuen Bestimmungen den solle. Unsere Leistungen dem Arbeitgeber gegenüber sollen bereits am 1. Oftober 1922 in Kraft treten solen, beruhen auf Verantwortlich für den redatt. Teil: Viktor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glede, Berlin. Verlag Vorwärts- Berlag 6. m. b. H., Berlin. Drud: dafür maßgebend sein, wie weit die Spannungen auszudehnen find. einem Irrtum. Borwärts- Buchdruckerci u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Der ,, Blaue Vogel" Goltzstr. 9. Tel. Nollendorf 1613 Anf. 8 Uhr. Vorstell allabendl. Gemischtes Programm zusammengestellt aus den besten Nummern des 1. u.2 Programms, Billettverkauf a. d. Theaterkasse v. 11 bis 2 Uhr u. v. 6 Uhr abends; auch an allen Theaterkassen. Berliner Prater- Th. Kastanienallee 7-9. Neide dich billig, Persönl. Gastspiel Bernhard Rose in Nur nicht drängeln u. Das deutsch. 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