Nr. 428 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 210 Bezugspreis: Für den Monat September 200, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Desterreich und Luxemburg 248,- M., für das übrige Ausland 282,- M. Poftbestellungen nehmen, an Belgien, Dänemart, Eng. land, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Dester reich, Schweden, Schweiz, TschechoGlowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin* Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 7 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezet foftet 40,-. Rellamezeile 180,- 20 Aleine Anzeigen" das lettgedruckte Wort 12, M.( zulässig awet feitge bruckte Worte), jebes weitere Wor 10, M. Stellengesuche und Schlai Stellenanzeigen das erste Wort 7.-M. jebes weitere Wort 5,- W. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwe Morte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Zeile 15,-.. Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GB 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dinhoff 292-295 und 2506-2507 Sonntag, den 10. September 1922 Unterbrechung der Verhandlungen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Hanbregbebition u. Inferaten. Abteilung: Dönhoff 2506-2507 Regierung und Kapital. Wenn der Reichstag Mitte des nächsten Monats wieder zusammentritt, wird der Reichskanzler Dr. Wirth ein Jahr Die belgische Regierung hat wie der Soz. Parl.- Dienst"| im Monat wurden zugestanden. Allein die noch gewünschte Mehr- und fünf Monate lang im Amte sein. Eine so lange Kanzlermeldet- am Sonnabend nachmittag ihren in Berlin weilenden einfuhr von etwa 800 Rindern aus Deutschland läßt sich faum beschaft in so stürmisch bewegter Zeit ist immerhin eine Vertretern den Bescheid zukommen lassen, daß es ihr unmöglich werkstelligen. Anders steht es mit der Kartoffelfrage. Angesichts Leistung. Für die Entwicklung unserer innerpolitischen Ver jei, in der Frage der Verlängerung der Schahwechsel über den der voraussichtlich guten Kartoffelernte ist für das Saargebiet eine hältnisse wie unferer auswärtigen Beziehungen ist es zweifelRahmen der Entscheidung der Reparationskommiffion hinauszugehen Lieferung von 1,3 millionen Zentner Spättartof- los ein Vorteil, wenn häufige Rabinettswechsel vermieden and die Verlängerung der Frist von 6 Monaten für die Gesamt- fein in Aussicht genommen. 100 000. Zentner Frühkartoffeln werden und eine gewisse Stetigkeit des politischen Kurses gefumme auf 18 Monate nebst einer entsprechenden Staffelung der wurden bereits geliefert, und weitere 40 000 Zentner Frühtartoffeln wahrt werden kann. Zahlungen zu gestalten. Damit ist die Aufgabe der Herren Dela- werden noch dazu kommen. croig und Bemelmans, die nur mit beschränkten Bollmachten verjehen waren, vorläufig erledigt. Die belgischen Vertreter werden deshalb am Sonntag vormittag nach Brüffel zurückreisen, um zunächst ihrer Regierung über ihre Eindrücke und den Gang der Verhandlungen Bericht zu erstatten. Die Beratungen müffen vorläufig als unterbrochen gelten. Der Wortlaut der Entscheidung der Reparations tommission ging dahin, daß für den Fall einer Nichteinigung zwischen Deutschland und Belgien die deutschen Schaßscheine im Betrage von 270 Goldmillionen durch ein Golddepot in einer ausländischen, Belgien genehmen Bant sicherzustellen feien. Man kann dagegen einwenden, daß die Verhält Benn auch dem Willen Deutschlands zur Hilfe in diesem Jahr niffe, die wir nach fast anderthalbjährigem Be besonders enge Grenzen gezogen sind, so wird man bei uns doch stand der gegenwärtigen Regierung vordas Saargebiet nicht vergessen, weil man nur zu gut weiß, daß finden, in keiner Weise befriedigend find. Aber die Frage, neben den Frankempfängern im Saargebiet vor allem die Teile ob sie besser wären, wenn wir in dieser Zeit die Regierungen der Bevölkerung, die ihr Einkommen in Mart beziehen, und be- ein paarmal gewechselt hätten, wird sich jeder politisch Gesonders die Schichten der Sozialrentner, Kleinrentner, schulte selbst beantworten. Weder für den Kredit des Reiches, in schwerster Bedrängnis leben. noch für den Stand der Mart, weder für die Festigung der Republit, noch für die Revision des Friedens wären die Ausfichten beffer, wenn wir in den letzten anderthalb Jahren mit Regierungen rechtsherum, linksherum hin und her experimentiert hätten. Der Staatswagen rollt auf schlechten Wegen, an Abgründen vorbei, das sieht und fühlt man. Wo er schon dem Bod gesessen hätte, das sieht man freilich nicht. unten läge, wenn alle paar Wochen ein anderer Rutscher auf Der unselbständige Völkerbund. In der Genfer Böllerbundversammlung am gestrigen SonnIn der Genfer Völkerbundversammlung am gestrigen Sonn abend wurde die politische Debatte beendet. Der Belgier Die Verhandlungen mit Delacroig und Bemelmans Hymans verkündete es nicht nur als Wesen, sondern fogar als waren vom ernsten Willen zur Verständigung getragen, die Borzug des Bölterbundes, daß er nur eine abhängige Bertretung belgische Regierung hat es aber abgelehnt, über den Entscheid der Regierungen sei und darum eine Initiative nicht zu ergreifen der Reparationsfommiffion hinaus entgegenzukommen. So habe. Nachdem Hymans den Bölferbund für seine bisherige Tätig find die Besprechungen bei einem entscheidenden Punkt refulteit gerühmt und bedankt hatte, forach er von den gerechten und tatlos abgebrochen worden. Es bleibt zu wünschen, daß damit eine glückliche Zukunft verheißenden Entscheidungen über Danzig der oben erwähnte Eventualentscheid der Reparations- und Oberfchlesien. Der Vertreter Frankreichs, a nota ug tommission nicht automatisch in Kraft treten möge. Das kann übertrumpfte feinen Borredner noch und stellte es geradezu als nach den bisher geführten Unterhandlungen schwerlich ange: nommen werden, fie laffen zum mindesten diesen Schluß nicht ohne weiteres zu. Die Klärung der Lage wird sicher nicht lange auf sich warten lassen; das erscheint auch dringend not wendig, da die deutsche Mart nach wie vor äußerst empfindlich geblieben ist. Flüchtlingselend in Oberschlesien! Aus Oberschlesien wird uns geschrieben: Nach der Uebernahme Oberschlesiens sind Tausende von deutschen Familien aus dem polnisch geworde nen Teil über die Grenze gekommen. Man hat nach Kräften für ihre Weiterleitung ins Innere des Reichs gesorgt, dennoch figen heute noch Zehntausende in den Gren 3 orten. Infolge der herrschenden Wohnungsnot war es nicht möglich, Wohnungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Flüchtlinge hausen in Schulen, Scheunen, Kellern und Stallungen. Besonders groß ist die Not in Beuthen und Gleiwiß, wo zirka je 4000 tampieren, am schlimmsten ist es in Hindenburg. Ueber 1800 Familien mit über 7000 Köpfen sind nach Westoberschlesien zugeströmt. 238 Familien mit 1171 Personen hausen in den Bolfsschulen.( Seit Juli fann in diesen fein Unterricht erteilt werden.) Alle anderen hausen in licht lofen feuchten Rellern, in Scheunen und Stallungen, bie nicht heizbar find. In dieser Woche ist in der Friedhofschule der erste Ruhrfall festgestellt. Die Seuchengefahr ist groß. Die Erregung in den Flüchtlingskreisen nimmt zu. Ste brohen bereits mit Selbsthilfe, falls bis zum Frosteintritt nicht durch den Bau von Notwohnungen und Baraden Abhilfe geschaffen wird. Auch die petuniäre Lage der Flüchtlinge ist schlecht, da der Hausrat teils zertrümmert, teils verloren wurde. Es herrscht Kleider und Wäschemangel. Nahrungsmittel fonnten nicht beschafft werden, da die Flüchtlinge, zu 95 Broz. Arbeiter, wochenlang arbeitslos und nur auf die Unterstützung durch die Flüchtlingsfürsorge angewiesen waren. Es erscheint dringend geboten, daß die Reichsregierung mit umfassenden Hilfsmaßnahmen dem Elend zu steuern sucht. Auf eine polnische Beschwerdenote an den Bölterbund wird die Reichsregierung, nach WTB., erwidern, daß weder in West- Oberschlesien, noch sonstwo in Deutschland Unterdrückung oder Verfolgung polnischer Minderheiten vorgekommen sei. Selbstverständlich werben etwa vollbrachte nationalistische Erzesse von der Reichsregierung wohl nicht gedeckt werden. Hilfe für das Saargebiet. Danzigs Sonnenzukunft hin, der Hafen Polens zu werden. Er sprach auch von der Aufnahme neuer Staaten in den Völkerbund, die er u. a. von der Erfüllung internationaler Verpflichtungen, vom Befennntnis zum Bölkerbund, gedanten", von Treue ufw. abhängig macht. Eine Anzahl Anträge, darunter auch die über Minderheiten und auf Untersuchung des Aufstandes der Eingeborenen im ehemaligen Deutsch- Südwestafrita, ging an die Kommissionen. Helft Deutschösterreich! Freiburg 1. Br., 9. September.( WTB.) Das hier tagende Erefutivkomitee der Internationalen Frauenliga for derte den Völkerbund telegraphisch auf, sofortige praktische Schritte zu unternehmen, um Desterreich die Hilfe zu bringen, die dringend nötig ist und auch zur Wiederherstellung Europas wesentlich beitragen würde. Bis zur Herausgabe der 500 000- Kronen- Noten werden in Wien Raffenscheine zu 1 und 5 Millionen Kronen in Berkehr gesetzt! Türkische Diktierschüler. Condon, 9. September.( EP.)„ Daily Telegraph" meldet aus Konftantinopel, die Angoraregierung würde mit den Griechen allein verhandeln und folgende Bedingungen stellen: 1. Bollftändige Annahme des nationalen Pattes. 2. Ersatz für die Schäden in Anatolien und für die Greuelfaten. 3. Verhandlungen nur zwischen Griechenland und der Türkei. 4. Autonomie für die Zwölfinfeln. 5. Garantien für die Sicherheit der Osmanen in Mazedonien, Der nationale Paft fordert die Zurüdgabe Adrianopels. Nach Anficht englischer diplomatischer Kreise find diese Bedingungen unannehmbar, da der Dodekanos von Italien besetzt ist. Der Kemalistenvertreter in Paris verkündet die gleichen densziele. auch schlechte Politik. Dem ist Wirth schon viel zu lange Herr Stinnes macht nicht mur gute Geschäfte, sondern Ranzler gewesen, und ihm ist der Zustand unerträglich, in Deutschland eine Regierung am Ruder zu sehen, die ihm nicht in allen Dingen zur Verfügung steht. Herr Stinnes will das ändern, und er ist zweifellos fubjektiv ganz ehrlich davon überzeugt, daß diese Alenderung dem Wohle des deutschen Volkes dient. Dieselbe lleberzeugung hatte auch Ludenborff in seinem Kampf gegen Bethmann. Für ihn war die ganze Welt nur Aufmarschgelände, sowie sie für Stinnes mur Kaufmannskontor ist. Herr Stinnes will also die Wirth Regierung weg haben und eine andere an ihre Stelle sehen, in der seine Partei, das heißt er selbst den maßgebenden Einfluß besitzt. Die Geistesgemeinschaft der hohen Generalität und des Großtapitals im Kampfe gegen sogenannte„ schlappe" und zu arbeiterfreundliche Regierungen ist nicht erst von heute. Die Stinnes- Bresse findet gegen die Birth- Regierung fein Bort der Verachtung, das nicht auch schon von der Rhein.- Westfälischen Zeitung" und der" Post" gegen faiserliche Regierun gen geschrieben wurde. Berlepich, Möller, Bojabowsky, Delbrück und viele andere wußten und wiffen ein Lied über ihre Behandlung durch die Schwerindustrie zu fingen. Minister stürzen und wieder stürzen, bis einer tommt, den man brauchen kann, das war die Parole, die zu Kaisers Zeiten im Hotel Adlon ausgegeben wurde. Als Instrument zu diesen Kraftübungen war die Nationalliberale Partei ausersehen, die sich heute Deutsche Boltspartei nennt. Ünvergeffen ist noch das Wort, das der Syndikus Rode auf einer Tagung des Industriellenverbandes aussprach, diese Partei müsse nach den Wünschen der Industriellen handeln, denn ihre Wahlen würden ja von ihnen bezahlt. Es ist also im wesentlichen nichts Neues, wenn die Stinnes- Breffe einen Generalsturm gegen Wirth eröffnet, dessen Regierung nicht, national" genug sei und den Sozialdemokraten zu weit entgegenkomme. Solche Vorwürfe wur den auch schon aus derselben Ede gegen taiserliche Regierungen geschleudert, als das Untter Weltkrieg noch in der Wiege Frie- Schlummerte und die Sozialdemokratie noch eine geachtete Partei war. Geändert haben sich mir bis zu einem gewissen Grade Griechisches Waffenstillstandsgesuch. die Methoden. Wenn man vor einigen Monaten in der schwer. Konftantinopel, 9. September.( EE.) Die griechische Re- industriellen Bresse Andeutungen darüber las, daß die Volks gierung hat durch die Vermittlung der Alliierten in Konstantinopel partei in die Regierung müsse, weil England dies wünsche, bei der Regierung von Angora einen Waffenstillstand nachgejucht. wenn jetzt in gleicher Absicht auf die Sympathien hingewiesen Parlamentarische Kreise Angoras halten diese Vermittlung für un- wird, die sich Stinnes in manchen Kreisen Frankreichs angebracht. Man müsse erwarten, daß der griechische Generaliffimus erworben haben soll, und wenn neuerdings das Schlagwort fich direkt an den türkischen Oberbefehlshaber wende. Es heißt, in Umlauf gebracht wird, den Amerikanern fei Frant daß die Türken folgende Bedingungen für einen„ Waffenstillstand" reich zu militaristisch und Deutschland zu soziali. ftellen: st isch", so läßt das auf Wandlungen des Nationalbewußtseins fchließen, die man bei den bekannten Pächtern allein echt nationaler Gesinnung am wenigsten hätte vermuten sollen. Vollständige Räumung Kleinafiens und Thraziens einschließlich Konstantinopels durch die Griechen. Sofortige 3urüdziehung der griechischen Flotte aus den griechischen Gewässern und Anerkennung der Reparationsverpflichtung für die von den Griechen angerichteten Schäden. Neben dem Hinweis auf die Wünsche des Auslands spielt in der Beweisführung der Herrn Stinnes ergebenen Prefse auch die Wiedervereinigung der Sozialdemo fratie eine überaus bedeutsame Rolle. Diese wird den bürgerlichen Koalitionsparteien als ein richtiges Schreckgespenst vor Augen geführt, und es wird ihnen nahegelegt, " Ein Gesandter Angoras ist in Rom eingetroffen. England Die Not im Saargebiet zwingt Deutschland, trotz der todernsten ist besorgt um seine Macht über die weitere Umgegend des Bos- vor der dräuenden roten Gefahr Zuflucht bei den Rechts. Ernährungslage des Boltes den Bewohnern des Saargebiets mit porus, die ihm Griechenland sichern sollte. Frankreich ist ent- parteien zu suchen, wofür mit der Gründung der bürgerHilfsmaßnahmen entgegenzukommen. Die Hauptwünsche fprechend begeistert von den Siegen seiner Türfen. Bei einer neuen lichen Arbeitsgemeinschaft" ja schon gute Borarbeit gedes Saargebiets, die in diesen Tagen durch eine Saartommission Reparationstrife tann man also wieder das für uns so erfreuliche leistet ist. in Berlin vorgelegt wurden, erstreben eine stärkere Ber- Spiel aufführen! Haust du meinen Türken, hau ich deinen Deut- Bei alldem tritt aber nicht ganz flar zutage, wie man forgung mit Fleisch und Kartoffeln. Die Schwierig- schen! Den ersten Glückwunsch hat Angora übrigens von Mos tau fich die Regierung, die das Erbe Wirths antreten soll, eigentfeiten der Fleischversorgung sind jedoch in Deutschland selbst so erhalten, und der türkische Außenminister sagt in seiner Antwort, lich vorstellt. Will man gleich aufs Ganze gehen und den groß, daß nur ein Teil der Wünsche des Saargebietes berücksichtigt Rußland sei die erste Macht, die den Türken eine helfende Hand in antisozialdemokratischen Bürgerblod bilden, mit den Deutsch de werben fönnen. 200 Rinder aus Preußen und 200 aus Bayern den Tagen ihrer Schwierigkeiten geboten habe. nationalen an der Spize? Dieses Erperiment tönnte be nicht gemacht werden, ohne daß Zentrum, Demokratie und| Herr Stinnes durch den Abschluß des Vertrages mit Lubersac erhinterher vielleicht noch manches andere aus dem Leim ginge. worben habe. Ein weiterer Beschluß ersucht die Reichstagsfraktion, schleu nigst eine Revision des Versorgungsgefeßes für die Schutzpolizei in die Wege zu leiten und dahin zu wirken, daß der Aufbau der Polizei den Bedürfnissen der Republik entsprechend und im Sinne neuzeitlicher staatsbürgerlicher Grundsätze geregelt wird. Einstimmig wurde folgender Aufruf beschlossen: An die Beamtenschaft! Oder glaubt man, vier Wochen nach der Wiedervereinigung Ich habe keinen Anlaß, verschwiegener zu sein, als die volksder Sozialdemokratie, eine Regierung schaffen zu können, parteilichen Zeitungen und stelle daher fest, daß ich es in der Tat deren Kopf Herr Stinnes und deren Schweif die vereinigte als ein Verdienst bezeichnet habe, wenn hier der Weg zu einer Sozialdemokratie bildet? Dazu wäre der Kopf wohl doch zu wirtschaftlichen Berständigung mit Frankreich betreten worden ist. klein und der Schweif zu schwer. Unbildlich gesprochen: Man Biel nachdrücklicher aber als das Verdienst habe ich den Verdienst Die zur 4. Tagung des Reichsbeamtenbeirats der SPD. aus wird nicht erwarten können, daß bisherige Mehrheitssozia- des Herrn Stinnes hervorgehoben. Ich habe darauf hingewiesen, listen und Unabhängige zusammen sich zu einem Schritt bereit wie er, der Gegner des Wiesbadener Ablommens, sich jetzt mit allen Teilen des Reichs versammelten Beamten begrüßen auf das finden lassen werden, den zu tun sich die Mehrheitssozialisten Hilfe dieses Abkommens eine onopolstellung in den Sachliefe herzlichste die bevorstehende Wiedervereinigung der beiden fozialallein entschieden geweigert haben. rungen für Frankreich verschafft habe, und wie er und seine An- demokratischen Parteien. Bon der Erwägung ausgehend, daß die Erhaltung der RepuBisher war das entscheibende Argument für die„ Ber- hänger, die sich vordem darüber entrüsteten, daß das arme Deutschbreiterung der Koalition", daß der Koalition die land infolge der Verpflichtung, die deutschen Lieferanten einstweilen blik die Grundlage für die Verwirklichung ihrer Ziele bildet, beMehrheit fehle. Erfolgt aber eine Vereinigung der beiden zu bezahlen, zum Bantier Frankreichs werde, es jetzt für durchaus grüßen fie alle gefehlichen Maßnahmen, die zur Erhaltung unseres um Schutze der Republik feine schärfere Fassung erhalten hat, die fozialdemokratischen Fraktionen und erklärt sich die Gesamt- gerechtfertigt hielten, der von Stinnes kontrollierten Vermittlungs- Boltsstaates beschlossen worden sind und bedauern, daß das Gesetz dem Mißbrauch mit den angeblich bürgerlichen Rechten der Befraktion zur Fortsetzung der Koalitionspolitik bereit, dann stelle noch einen besonderen Gewinn von 6 Proz. zu gewähren. Das zum Schutze der Republik teine schärfere Faffung erhalten hat, die brauchen Zentrum und Demokraten nur gleichfalls der Koali- Ganze sei ein Patriotismus, sondern ein gutes Gesamten und den unverantwortlichen reaffionären und anfifemifitionspolitik treu zu bleiben, um ihr eine vollkommen aus- chäft des Privatunternehmertums, nd es sei auf das lebhaftefte fchen Treibereien innerhalb der Reichs-, Staats- und Kommunalbe zu bedauern, daß die an sich begrüßenswerte Annäherung an Frank- hörden noch wirksamer ein Ziel jetzen könnte. reichende Mehrheit im Reichstag zu sichern. reich nicht von ber Regierung, fondern von Herrn Stinnes, der alles tue, um die Regierung zu diskreditieren, ausgehe. Sagte man früher:" Die Koalition hat keine Mehrheit", so heißt es jetzt: Sie hat zwar eine Mehrheit, aber diese Ich habe weiter darauf aufmerksam gemacht, wie Herr Stinnes Die Schlußfolgerung Mehrheit gefällt uns nicht". bleibt in jedem Fall dieselbe. und seine Freunde sich jetzt bemühten, für ihre angeblich staatsretterische Arbeit auch noch eine Bezahlung in Gestalt von Durch den Druck von rechts kommen die bürgerlichen minister portefeuilles zu erhalten, da ihnen der schöne Roalitionsparteien zweifellos in eine schwierige Lage. Wie Brofit, den sie einheimsten, anscheinend noch nicht genüge. Ich lange sie ihm widerstehen werden, bleibt abzuwarten. Auf schloß mit der Versicherung, daß die Arbeiterschaft alle Anstrengun alle Fälle werden sie gut tun, sich vor der Illusion zu hüten, gen machen werde, den ihr gebührenden Einfluß auf die Verständials sei es möglich, mit Hilfe der Sozialdemokratie eine neue gung mit Frankreich zu gewinnen; sie wolle i en dauernden Frieden, Regierung zustande zu bringen, in der die kapitalistischen Ein- aber sie werde nicht zugeben, daß er ohne sie oder gar auf ihrem flüsse stärker sein würden als in der gegenwärtigen. Rüden abgeschlossen werde. Die große geschäftliche Aktion des Herrn Stinnes hat Soweit Dr. Breitscheid. Im übrigen meinen wir, daß für diesen Augenblick in der Richtung zur Berständigung mit mit den unhaltbaren Zuständen, die auf dem Gebiet der BeFrankreich ausgeschlagen. Das begrüßen wir aber wir richterstattung aus dem Auswärtigen Ausschuß herrschen, auf wollen nicht, daß die äußere oder die innere Politik des Reiches geräumt werden muß. Entweder man schaffe die verfassungsdurch die geschäftlichen Attionen eines pomäßige Vertraulichkeit der Verhandlungen ab oder man wende tenten Privatmannes maßgebend beeinflußt wird. geeignete Mittel an, sie zu sichern. Aus dem heutigen ZuHat Herr Stinnes die tatsächliche Führung, so fann er uns ftand ziehen nur die rücksichtslosesten Berächter journalistischer heute fontinentalpolitisch, morgen angelsächsisch orientieren, Anständigkeit ihren Vorteil. er fann uns ein paar Schritte in der Richtung zu besserem Die Tatsache, daß mehrfach hervorragende Republikaner feigem nationalistischen Mordgesindel zum Opfer gefallen find und daß die nationalboljchemistische Propaganda in den Behörden ihre Brutstätte hat, erfordert tatkräftige Gegenmaßnahmen und wirksame Aufklärung der Staatsdienerfchaft im Intereffe der Republit, zu. welcher Arbeit alle Parteigenoffen nachdrücklichst aufgefordert die stärkste Säule für die Sicherung der Republik. Die Wiedervereinigung der sozialdemokratischen Parteien bildet Die deutsche Republit über alles! werden. zu waren, führte Genosse Krüger in seiner Schlußrede aus, daß von der Nachdem noch verschiedene Beamtenfragen besprochen worden Wiedervereinigung der sozialdemokratischen Parteien auch eine wesentliche Stärkung der sozialistischen Beamtenschaft zu erwarten fei. Krüger hob hervor, daß die Sozialdemokratische Partei der gewerkschaftlichen Frage des DBB. und ADB. eine Stellung nicht einnehme, daß es aber jedenfalls zu einem Kampfe der den beiden Bünden angehörenden Parteigenoffen gegeneinander nicht tommen dürfe und nach dem klar ausgesprochenen Willen der Vertreter beiber Richtungen auch nicht kommen werde, Einvernehmen führen, oder auch morgen in einen unabfeh: Sozialdemokratische Beamtentagung. warten fei. Die Sozialdemokratische Bartei nehme zu der gewerk. baren Konflikt hineinreißen, wie es den Interessen seiner Firma, die er ganz naiv denen des Reiches gleichsetzt, entspricht. Auch das ist nichts wesentlich Neues, hat uns doch in der Kaiserzeit eine kapitalistische Firma, die der der Brüder Mannesmann, beinahe in den Krieg mit Frankreich geführt! Die Sozialdemokratie denkt nicht daran, die Mitverantwortung für eine Regierung zu übernehmen, die das Schicksal des deutschen Volkes in die Hand des Großkapitals legt. Wer den Weg von der Monarchie zur Mammonarchie gehen will, der soll wiffen, daß er auf ihm die Sozialdemokratie nicht als Bundesgenossen finden wird, sondern als Feind! Breitscheid und Stinnes. Gegen eine volksparteiliche Legende. Die Presse des Herrn Stinnes beruft sich zum höheren Ruhm ihres Meisters auf eine mißverständlid, aus dem zu sammenhang geriffene Stelle aus einer Rede, die Dr. Breitscheid am Freitag im Auswärtigen Ausschuß des Reichs tags gehalten hat. Auf unser Ersuchen erklärt mun Dr. Breitscheid dazu folgendes: Die Berhandlungen des Ausschusses für auswärtige Angelegen heiten sind geheim, deswegen aber nicht so geheim, daß die polksparteiliche Presse es sich versagen könnte, die Worte, mit denen Herr Stinnes feinen Vertrag begründet und verteidigt hat, in einer für die Leser entsprechend zurechtgemachten Form wiederzugeben. Um ihren Freund als Retter des Vaterlandes in einem um so helleren Lichte erstrahlen zu lassen, beruft sie sich dabei auch auf meine Rede und läßt mich das Berdienst rühmen, das sich Zeitung tut not. Bon Richard Mattheus. Die Not ber 3eitungen ist echt und erschreckend wahr. Hinter dem Wehegeschrei steckt leider nur reine Wolle. Nicht nur den kleinen und mittleren Zeitungen geht es schlecht, sondern auch den großen wirds heute bänglich um die Lebensader. In dem so genannten Blätterwald fällt Baum um Baum. Der Grund? Man muß das Paradoron prägen: Das Papier frißt die Zeitung auf. Das geduldige Papier, das sich willig von den Rotationsmaschinen verschlingen ließ, ist dabei, ganze Betriebe zu verschlucken. Papier regiert die Welt. Der niedrigste Knecht von gestern, ein Stüd altes Zeitungspapier, ist heute oberster Herr. Und die vielgerühmte Macht der Bresse ist nicht einmal in der Lage, den Tod der Zeitungen aufzuhalten. Sie fann sich nicht einmal dadurch dagegen wehren, daß sie in die Geschäftspraris der Papierfabrikanten hineinleuchtet. Raum ist daran gedacht worden, eigene Bapierfabriten einzurichten. Die Arbeiter presse darf diesen Gedanken jedenfalls nicht wieder aus den Augen verlieren. Sie ist gefährdeter als die anderen Zeitungen mit ihren Inferatenfulturen. Der am 8. und 9. September in Berlin tagende Reichsbeamten beirat beschäftigte sich zunächst nach einem Referat des Genossen Hermann Wäger mit dem Entwurf für in Beamfenprogramm der SPD. Eine von der Tagung eingefeßte Rommiffion wird auf Grund der Konferenzbeschlüsse dem Entwurf die Fassung geben, in der er den leitenden Körperschaften der Partei vorgelegt werden wird. Ueber die Entwicklung des Beamtenrechts referierte Genoffe Albert Faltenberg, und die anschließende Erörterung führte zur Annahme folgender Entschließung: Der zu feiner 4. Tagung versammelte Reichsbeamtenbeirat der SPD. fordert von dem Parteivorstand energisches Eintreten für ein von der Reichsregierung vorzulegendes Beamtengesetz gemäß Artikel 128 der Reichsverfassung, das die in der Reichsverfassung begründete zeitgemäße Fortentwidlung geltenden Beamtenrechts gewährleistet. des Insbesondere wird die Berücksichtigung folgender Punkte gefordert: 1. Aufrechterhaltung des Berufsbeamtentums auf öffentlich rechtlicher Grundlage. 2. Wahrung der durch die Reichsverfaffung gesicherten wohlerworbenen Rechte der Beamten und ihrer Staatsbürgerrechte. Be sonders dringlich ist die Regelung der in der Reichsverfassung auch den Beamten gewährleisteten Vereinigungsfreiheit durch Schaffung eines Roalitionsrechts mit Schlichtungsverfahren. 3. Die neue Regelung des Beamtenverhältnisses ist im Sinne bes Sozialrechts und unter besonderer Berücksichtigung der neuzeitlichen Wirtschaftsentwicklung sowie der besonderen Stellung der politischen Beamten vorzunehmen. Die Konferenz erneuerte die vorjährige Entschließung des Reichs. beamtenbeirats zur gewerkschaftlichen Organisation und verpflichtete die Genossen in allen Beamtenorganisationen, auf eine gewerkschaftliche Einheitsorganisation hinzuwirken. Diese Haltung ist feinster Journalismus. Ihr dient die Zeitung. Sie ist das Material aller Kunst, der Anfang der Literatur, der Weg zur Unsterblichkeit. Gewiß, sie ist formlos, birgt aber die Elemente aller Formen in sich. Am Anfang steht das Wort", wie es der Tag uns zuträgt. Vors. Genosse Krüger führte in seiner Schlußrede aus, daß von der Wiedervereinigung der sozialdemokratischen Parteien auch eine wesentliche Stärkung der sozialistischen Beamtenschaft zu erschaftlichen Frage des DBB. und ADB. eine Stellung nicht ein, aber jedenfalls dürfe es zu einem Kampfe der den beiden Bünden angehörenden Parteigenoffen gegeneinander nicht kommen. Mit Dankesworten aus der Konferenz an die Beamtenzentrale und den Parteivorstand und mit einem begeisterten Hoch auf die deutsche Sozialdemokratie nahm die Tagung ihr Ende. Handgranaten im Gothaer Volksblatt". Kommunisten die Täter? Gotha, 9. September.( TU.) In der vergangenen Nacht zwischen drei Uhr morgens wurde in den Sehmaschinenraum des„ Gothaer Boltsblattes" eine Eierhandgranate geworfen, die beträchtlichen Sachschaden anrichtete. Das Blatt erscheint aber weiter. Charakteristisch wird dieser Vorgang durch die Streitigkeiten, die bereits seit längerer Zeit zwischen den Kommunisten und Unabhängigen um den Besitz des Blattes schweben. Am Freitag früh hatte der Geschäftsführer Müller, der zur USPD. übergetreten ist, den Be trieb schließen wollen, was die Kommunisten aber nicht zugaben und den Geschäftsführer abfehen wollten. Wahrscheinlich befürchteten die Kommunisten, daß das Blatt heute früh, nachdem der Geschäftsführer durch eine einstweilige Verfügung des Gerichts in seine Funktion wieder eingesetzt war, als USP.- Blatt erscheinen würde. Man vermutet, daß das Attentat von fommunistischer Seite verübt worden ist. Der neugewählte finnische Reichstag wählte drei Bürgerliche zu Präsidenten. Dies in einem Lande, das schon vor Jahren eine sozialistische Barlamentsmehrheit hatte! Aber Moskaus Gebote und dann die Schlächtereien deutscher und finnischer Weißgardisten haben es so weit gebracht... In der Tat, Goethe fönnen wir mit einem Regenschirm nicht in Verbindung bringen. Der Goethe, der täglich über den Marktplaß von Weimar schritt, der in seinen Gewohnheiten ein Philister war wie wir, der hätte auch einen Regenschirm benutzen können. Aber jener Goethe, den wir verehren, unser Goethe, der in das Gebiet der Sage entrüdte Dichter des" Faust" und jenes größten Boltsepos Hermann und Dorothea", er ist zu erhaben, um mit fleinlichen Dingen, wie es ein Regenschirm ist, in Beziehung gefeßt zu werden. In der Mechanit ihres Aufbaues, in der Buntheit ihres Inhalts, in ihrer rationellen Oganisation birgt sich bie irrationale Organit und Kraft des Lebens und all seiner Erscheinungen. In der Zeitung hat sich der Tag sein Symbol geschaffen. Der Inten fivität des Zeitungsbetriebes entspricht mit Notwendigkeit die Aus- Daraus ergibt sich folgendes: Goethe gehört der Kulturwelt an, brudstraft seines Erzeugnisses, der Zeitung. Die Ereignisse des der Regenschirm der Zivilisation. Alles, was die Zivilisation er Tages sind erkennbare Zeichen des Weitengeistes, die Bewegung der schafft und worauf der moderne Mensch so stolz ist, wie Autos, Oberfläche Ausdruck der Liefe. Alles Wirken und Schicksal der Lifts, Zentralheizung, Kino, Telephon, Schreibmaschine, StaubMenschheit findet in der Zeitung seine erste Beurkundung. Der fauger und dergleichen, gehört zu einem Leben zweiten Grades. ganze Lebensfreis durchläuft sie. So ist das Leben. Der Atem Die höhere Welt ist geistig, anspruchslos, unmaschinell, einfältig. der Welt wird hier angezeigt. Der Geist schwebt über den Elementen. Darum braucht er teinen Deshalb ist die Zeitung der erfte und einfachste Leitfaden durch Regenschirm. Er ist zeitlos, hat keine Eile. Darum braucht er den Tag und die Zeit. Und feiner fann fie entbehren, feinen Expreßlift. Er durchdringt alle Wesenheit. Er ist Geschöpf der um das Geficht der Erde ringt und die Ordnung der Dinge und Schöpfer zugleich. will. Das ist heute im eigentlichen Sinne nur der Arbeiter, In irgend einer deutschen Stadt es fönnte Leipzig sein der Sozialist. Er sieht vorwärts. Er ist der Schaffende, der steht ein Moltke aus Bronze, der einen Felbstecher in der Hand hält. Willensmensch mit einem starken ethischen Fundament. Er ist der Damit ist dieser Mensch größeren Formats als solcher erhielt Es gibt große Gegner der Bresse, die ihr alles Unglüd in der Träger der Zukunft und sucht nach ihrer Gestalt. Darum ist seine er wohl sein Denkmal in die Reihe der Alltagsmenschen ge. Welt aufpaden. Der Wiener Karl Kraus fämpft jahrelang, ja Bresse notwendiger denn je. Wer dem Tag lebt, lebt der Zukunft. rückt. Man denfe sich: Gerhart Hauptmann an der Schreibmaschine, jahrzehntelang gegen die Zeitung. Die Wiener bürgerliche Breffe Darum ist er mehr verpflichtet als je, feine Presse zu erhalten. Der Tolstoi am Telephon. Gewiß, fie benutzten diese Dinge, mir aber mag ein besonders gefälliges Ziel für diesen Kampf darstellen. Siedler, deffen Land durch die Flut bedroht ist, wird es befestigen tenten sie in der Zeitlosigkeit des Genies, wo es derartige Hilfs. Indes, beinahe sein ganzes Schriftstellertum der Zeitungsfeindschaft und um so mehr lieben. Und der Arbeiter? Die Zeitung ist zu widmen, erscheint als eine besondere Art Donquichoterie. Nicht die erste Stellung dem Gegner gegenüber. Fällt fie, die Zeitung schlechthin taugt nichts, sondern diese oder jene. Er find alle anderen äußerst bedroht. Die Zeitung ist die beste waffe, mag jetzt vor Freude Burzelbäume schlagen, daß heute die Zeitungen weil das Wort die schneidigste ist. Wenn sie der Arbeiter aus der wie die Fliegen fallen, aber nicht durch seine Streiche, sondern durch Hand legt und ihren Wert verfennt, verliert er den Glauben an die Klatsche bes Papierpreises. seine historische Sendung und gibt seine Sache auf. Das BeiGeistig ist die Zeitung nicht auszurotten, wohl aber materiell. tungsabonnement ist seine erste Bewaffnung. Das Lumpenzeug Papier wendet sich wider den Geist. Wer die Der Ruf Zeitung in Not"" geht durch die Lande, stärker noch Zeitung vernichten will, verneint die Zeit und macht sich selbst be- erschalle der andere: 3eitung tut not!" beutungslos. Wer ihren Tod wünscht, wendet sich gegen alles menschliche Streben und Ringen. Was ist die 3eitung? Sie ist Geist. Sie ist ein täg. liches Weltbild im fleinen. Sie verleiht oft nicht Tiefe, aber Horizont. Sie ist der Auffangeapparat der Ereignisse, die Chronik des Goethe und der Regenschirm. Bon Paul Gutmann. menschlichen Tages. Sie ist die Antenne, die jede Bewegung des Als der Münchener Literarhistoriker Bernays, der alte Erdengeschlechtes aufnimmt und anzeigt. Shaw fagt: Nichts, was Bernays- gewisse Profefforen fann man sich nur mit diesem nicht Journalismus ist, wird lange als Literatur lebendig bleiben Beiwort denken-, eines Tages auf der Straße vom Regen überoder, folange es lebt, von irgendeinem Ruzen sein. Der Satz trifft rascht wurde, trat ein Student besorgt auf ihn zu und bot ihm alle Zeitungsfeinde ins Herz. Wer für den Tag schreibt, schreibt seinen Regenschirm an. Aber der alte Bernays sagte mit der ganzen für die Ewigkeit. Wer seiner 3eit bient, dient der Würde, deren er fähig war: Junger Mann, fönnen Sie sich Goethe Menschheit. Der Tagtraum ist wichtiger als alle Geister mit einem Regenschirm vorstellen?" anrufung. Dem Tag Ausdrud zu geben ist wertvoller als sich ins Unergründliche zu verfenten. Meistern wir zu allererst das Sicht bare, ehe wir am Unsichtbaren unsere furze Zeit vertun, Erobern wir die Erdel Sie if nog lange nicht umiar. mittel nicht gibt. Warum ist unsere wandernde Jugend schön? Weil sie in Gewand und Gesinnung zeitlos ist. Weil sie den Elementen nicht unterliegt, Regen und Sturm nicht fürchtet, weil sie mit Gefang unterliegt, Regen und Sturm nicht fürchtet, weil sie mit Gesang fich über die Zeit erhebt. Auch sie bedarf feines Regenschirms, so wenig wie sie ein filometerfressendes Auto braucht. Goethe ist nur insofern Goethe, als er den Regenschirm nicht benötigt. „ Madame Pompadour"( Berliner Theater). Hätten die vielen Operetten von heute alle nur zwei Atte, so bliebe man oft in der Luftigkeit und im Uebermut gebannt figen. So aber bringt der letzte Aft die Müdigkeit, besonders wenn, wie hier, in zwei langen Aufzügen der alte Stettenheim- Kalauer fchon zu Tode gehetzt ist. Aber der Schwant ist im ganzen gut und geschmeidig zurechtgemacht, die Handlung stedt nie, wird dura) Episoden und Episodchen dauernd vorwärts getrieben und erfüllt unter den fleißigen Federn von Schanzer und Welisah vor allem den einen großen erfolg verbürgenden Zwed, Raum und Bewegung für die Massary zu fchaffen. Jede Atempause gilt ihrem Auftritt, jede erwartete Pointe schlägt für sie, die große Künstlerin, ein. Diese Madame Pompadour hat die Laune, den Musenstall der Zuerst wird jeden, der diese Geschichte hört, ein Lächeln über- Bohemien( a la Schnißlers„ Grünen Kotabu") zu besuchen, wo man kommen. Das komische liegt aber nicht in der zurückgewiesenen Spottlieber auf den König und seine Beherrscherin singt. Sie ver Borstellung Goethes mit einem Regenschirm, sondern darin, daß liebt sich in den Grafen d'Estrade, der seiner Frau entlaufen ist, der den Goethe acforschende Profeffor fich seinem Meifter gleichfeste, macht ihn als Strafe für Rebellion zum Soldaten ihres Nr. 42839. Jahrgang Aus der Partei. Einigungs- Parteitag in Nürnberg. 1. Beilage des Vorwärts Die Delegierten zum Nürnberger Parteitag, der am 24. September beginnt, sowie die Gäste, die Wohnung daselbst wünschen, wollen die Anmeldung sofort mit den besonderen Wünschen an die Adresse H. Losmann, Nürnberg, Breite Gasse 25, weitergeben. Die Delegierten der USP. werden von den Bezirken bestimmt. Filmschau. Die Filme der Woche. Richard Beer Hofmanns, Graf von Charolais" ist film geworden. B. E. Lüthge übersette das Trauerspiel in die Sprache der Leinwand; und er tat es mit allem schuldigen Respekt vor der Dichtung. To blieb auch im Bilde vieles, sehr vieles dichterisch, und der peinliche Eindrud der Vergewaltigung durch den Film wurde dem immerhin bangenden Zuschauer erspart. Daß die Auflösung des Sprech dramas in Bildfolgen eme nicht zu umgehende Eigenmächtigkeit bedingt, liegt im Wesen des Films, der aus der Einstellung auf Blid und Ohr sich ganz auf die Blideinstellung tonzentrieren muß. Die tragischen Grundelemente des Dramas( Kampf des Sohnes um den Leichnam des nach alt burgundischem Recht dem Gläubiger verfallenen Vaters, Ehebruch, höchste richterliche Gewalt über die Tochter in der Hand des Vaters) fommen Mengenabgabe sämtlicher Artikel vorbehalten. Gardinen Erbstüll- Halbvorhang mit Bändchenarbeit Etamin Halbvorhang mit gewebtem Fries...... 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Vom Dujt jugendlichen Einfühlens sind die reichen Landschaftsbilder überweht, ein Schwelgen in fatter Romantit verführt Auge und Sinn, und die Bartheit jugendlichen Törichtseins entwickelt sich innig auf der Folie der heraujoämmerndon Tragit. Dazu tommt eine geradezu föstliche Photographie, die allerschönste Geheimnisse fein verteilter Lichtwirkungen aufgießt und in Nachtaufnahmen Bollendetes leistet. Grete Reinwald, bisher eine geschätzte Darstellerin nicht mehr-, hat unter Sauers Regie eine Verklärtbeit und Verinnerlichung des Spiels, eine Frische und Holdseligkeit des Ausdrucks gewonnen, die man ihr nie zugetraut hätte. Friz Schulz versüßlichte seinen Naturburschen glüdlicherweise nicht und war allen schiefen Mäulchen zum Trop ein herzlich lieber Kerl. Seltsam blaß und ohne seelische Kontur der Kaplan von Theodor 2003. Alles in allem: das ist einer der schönsten Filme, die man je sah. Jm Tauenpienpala ft hat unser gemeinschaftlicher Freund" ( nach einem Roman von Didens) sein unflares Filmdasein zu Ende gebracht. Auch der zweite Teil bleibt Klarheit und Logit schuldig. Grob rollt die Maschinerie der Schwarz- Weiß Technit, das Gut Böse, gegen einander haltend, allzu säuselnd, knarrt die Gemütstifte. Man war nicht böse, als sich die reichlich, allzu reichlich verwickelte Testamentsgeschichte entwirrt hatte. Versöhnend die sauberen, stimmungsjatten Bilder, wie sie das Nordland eben stellt, versöhnend die schlichte, gradlinige Summit der DarZum Auftakt zeigt man einen sehr netten, instruktiven fleinen steller. Deulig- Film: In der Tiertlinit". Zum Schluß eines der schwächeren Chaplin Abenteuer. durch die äußerlich stärkere Mitteilsamkeit des Films zu noch wuchtigerem Mar Halbes Jugend", dieses in bester und erträglichster EmpfindAusdrud. Das Spiel seelischer Hemmung muß daneben im Bilde natürlich etwas verkümmern. Bleibt nur die eine Unstimmigkeit, daß der Film, der mit so unendlich vielen derb- sinnlichen Mitteln arbeiten fann und muß, eine letzte dramatische Straffung immerhin vermissen ließ. Boran vielleicht die nötige Zersplitterung der Ezene, die Vervielfältigung der Schaupläte Schuld bat. An diesem respektvollen und anständigen Manustript hat Karl Grune, einer der begabtesten Spielleiter, fleißige, von fünstlerischem Bewußtsein durchdrungene Regiearbeit geleistet. Ueber dem ganzen Werf liegt eine start geistige Atmosphäre, und ein nicht minder starter Gefühlseinfab. Grune gab sich unzweifelhaft Mühe, unter Beibehaltung aller filmischen Bedingungen irgendwie über den Film hinauszustreben. Aus dieser Absicht ei wuchs eine gewisse Stühle der Wirkung, eine Herabminderung der dramatischen Schlagkraft. In den bildlich fühn gedachten Szenen vor dem Senat lahmte die Stimmung, die Schlacht im ersten Att hatte taum Zug, geschweige, denn Wucht, und das Gottes urteil" am Schluß, der den Brand des Scheiterhausens plötzlich verrein technisch löschende Regen, entbehrte der Ueberzeugungstraft. Aus den Darstellern Bolte der Regiffeur zum Teil mehr, als ihnen innewohnt, so aus der freundlichen Eva May, der allerdings auch er feinen zwingenden tragischen Ausdrud abringen fonnte. Slöpfer, dieser Brachtmensch, wärmte nicht sehr und ergriff nicht hinreißend Sein Kampf um das Kind war schön und echt, der Golgathaweg am Schlusse von starter Gewalt. Aber auch hier jehlte Vestes, unwiderstehlich Persönliches. Rudolf Rittner, der Heimgelehrte, zeigte in undankbarer Aufgabe Reflege reichster borzüglich Schäße menschlich der jedem Ausdrud, Graf von Charolais Wilhelm Dieterles, Harschmann stellte ein flares, besonders im Halbduntel feines Bild. Der Haustapellmeister der Alhambra"( in der die Uraufführung stattfand) Schmidt. Gentner, hatte eine auffallend farbige, besonders im instrumentalen Einfall ergiebige, alle Handlungsmotive charakteristisch nachtonturierende Mufit beigesteuert. ganz in p- s. " Der schwarze Stern", erstmalig in den Richard Dswald: Lichtspielen vorgeführt, ist eifrig bemüht zu zeigen, welchen bedauerNfsrael GEGR. 1815 BERLIN C KÖNIGSTR.* SPANDAUERSTR. Kleiderstoffe Popelin f. Blusen u. Kleider, einfarb.m.römisch.Kordelstr 275.Reinwollener Cheviot marine oder schwarz. Mtr. Gabardin marinebl. Grund mit römisch. Streif., 105 cm Rockstoffe marine oder schwarzer Grund m. weißen 390.650.Nadelstreifen, 105 cm. Mtr. 680.Baumwoll- Flanell für Blusen u. Hemden in neuen Streifenmustern. Mtr. Volantspitzen aus schwarzem Seidentüll, mit Stickerei, 90 cm, Mtr. Spitzenstoff aus Kunstseide, gewebt, schwarz od. farb., ca.100 cm, Mtr. 190.750.980.Hauswäsche 45.Küchentuch weiß- rot kariert, Köpergewebe, 57x57 cm... 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In die dank ihrer Ausmaße alle anderen Schauspieler in den Schatten stellen rührender Naivität bringt das Programm die Anmerkung, daß die Ge- fam.„ Der schwarze Stern" ist ein Gefängnis, das sei nebenbei noch verfchichte jast glaubhaft jei. Mithin famt den Verantwortlichen das, was sie raten. Eine von oben gemachte Aufnahme, die im Gefängnishoj spazieren. dem Bublifum zumutelen, felbft ein fein wenig anglaublich vor. Aber gehende Sträflinge zeigt, ist sehr gut gelungen. Doch schreit das Aufgebot ibre Fürsorge für das Publikum ist und bleibt beachtenswert; fo versehen von Statisten, schon aus Nüglichkeitsgründen, nach anderer Verwendung, fie, um den Zuschauern wenigstens einen Leitfaden zu geben, jeden Allt als sie ihm in diesem Film zuteil wird. noch mit einer wohltönenden Conderüberschrift. Es handelt sich um einen Die Denlig- Woche, erfreulicherweise losgelöst vom politischen EinHans Mierendorff Film und der Hauptdarsteller ist Hans Dampfschlag, bringt eine interessante Bilderferie. M e. b. Auf den Programminbait sollte man aber etwas achten. So wird die lohlrabenschwarze Beggy als blondgelodt geschildert und die Wunderdogge Teddy als Schäferhund bezeichnet. In der Schauburg wird„ Der Graf von Monte Christo"( nach Dumas' einst vielgelesenem Roman) fortgejekt. Der 4. Teil beigt:„ Gefauste Frauen" und ist ebenjo spannend und bildmäßig wie die früheren Teile. Das Programm bietet jerner eine Ehetragödie Die Tochter des ucherers" mit Lee Parry in der Hauptrolle und in der Bühnenschau eine derb- luftige Burleske„ Er ist doch der Papa" von Hilde Jarosch. ZWEI TRAGER GUTEN RUFS KON LINGN Mofford Delft eder m Theater, Lichtspiele usw.) Opernhaus Volkskikne 7% Uhr: Mo.72: Masse Mensch Der Rosenkavalier Die Ratten Schauspielhaus 2U: Lampazi vagabundus Lessing- Th. 7%, U.: Peer Gynt Heute bis Dienst. 8: Der Schildpattkamm Deutsch. Theat. Mitty. 7: Faust 8 Uhr: Das Glas Wasser Do. bis Sonnab. 8: DerSchildpattkamm onntag 7: Faust Mo. 7: Der Vater Mo. 8: Der SchildKammerspiele pattkamm 7%: Die Jungferneat. Künstler- Th. Mo. 7: Die Jung Sommerspielzeit vom Bischofsberg fernvom Bischofsberg Gr.Schauspielk. ( Karlstraße) 7 Orpheus in der Unterwelt Mo. 7 Orpheus Allabendi. 8 Uhr: „ Die erste Nacht" 8 Central- Theater in d. Unterwelt U. Ein Prachtmädel Sonntag, d. 17., 2: Deutsch Operakaus Orpheus in der Unterwelt Geschichten Kapellmeisters 7 Uhr: Taser Mtg.6 U: Siegfried Friedrich- Wilhelmst. Th. des ich meinen Mann Große Volksoper Die wunderlich. 8 U.: Wie fessle Kreisler" ime Th. im Theat. d. Westens 1. d. Königgrätzer 3: Ramb der Selfnerianos Str. tägl. 3 Uhr 7 Uhr: 1.ohengrin 8 U: Halbe Preise Mo. 7% Die Entführung aus d. Serail Intimes Theater: 8: Die Peitsche und? - Lauf doch nicht immer nackt herum Lustspielhaus Komödierhaus Der Werwoll 8U: Karussell 8 Uhr: Schule der mit Marla Orska 3 U.: Prinzessin Olala 71 Kokossen Metropol- Theater Uhr Die Bajadere Neues Operett.- Th. Berliner Th... Die tolle Lola Heute 7 Uhr: Todore Neues Th. am Zoo PSU: Scampolo Oper. v. Schanzer Neues Volkstheater und Welisch Musik von Leo Fall Fritzi Massary a. G. 72 Uhr: Laune d. Verliebten. Der zerbr. Krug Schiller- Th. Charl. R.A.Roberts, E.Wiri U: Charleys Tante L.Haskel, Ch.Ander E. Behmer, R. Hold Lene Holstein ent come Fritzi Niaffarv Urteilen Sie selbst! eine Zigarette von KOMISCHE OPER Max Landa Albert Kutzner Margit Suchy Rosa Felsegg Uhr: Die Ehre Casino- Theater Thalia- Theater 4 U.: Die Pfarrkarskomödia Uhr 7 Prinz Ben Junn Residenz- Th. Th. a. Nollendorfpl Nehm. 4 Uhr kl. Pr: 3 Vr: Teller aas Dingeda Gläubiger Täglich 7 Uhr: Theater am Kerfürstendamm Carola Toeller. 208 in 8 Uhr: Die kleine Sünderin Hannele. Kommandaui, Str. S: Liebe u. Trompetenblasen Wallner- Theater Trianon- Th. 8 Uhr: D. keusche Nehm. 4 Uhr kl. Pr.: Lebemann PEMINA Täglich 8 Uhr: Erika Glassner in Lissi m. Guido Thielscher Kleines Th. Nchm. 4 Uhr kl. Pr.: Totentanz Täglich 8 Uhr: Theater des Ostens Irene Triesch ( Rose- Theater) in U.: Der selige Hallschinsky Totentanz 74: Dieliebesprobe Direktion: James Klein Sonnabd., 16.Sept., 7 Uhr, Première Die große internat. Ausstattungsrevue Europa spricht davon! Debertrifft an Pracht selbst die großen Revuen in Paris und London und ist mit einem Kostenaufwand von über 15 Millionen Mark ausgestaltet worden 25 Bilder! Ueber 200 Mitwirkende! 6 Pracht- Ballets! Persönliches Auftreten Mis'er Jackson vom Alhambratheater in London und Casino de Paris mit seinen englischen Girls! • . . Die einzelnen Sensationen sollen vor d. Première nicht bekannt gegeben werden. Hauptdarsteller: Elsa Balzer- Lichtenstein Rosa Felsegg Bruno Kastner Albert Kutzner Max Landa. Arnold Rieck• Margit Suchy Mizzi Metelka, Else Reval, Erich Spira Alfred Walters, Herta Richter, Falk Bartels, Bergmann, Lindt usw. Grigolatis- Truppe/ Arcadi- Truppe/ Jackson- Girls Preise:( 100.-M. bis 1000.-) M. Trotz der monatlichen Millionen- Ausgaben sind im Pa.kett u. I. Rang noch Plätze à 350.- M. geschaffen worden Vorverkauf heute eröffnet! Rennen zu Strausberg Casino- Theater Rennen 8 Uhr: Die Berliner Lammelmanns Mente und täglich Lustiger Durch Dick SenffGeorgi Bruno Kastner G7 Arnold Riek Balzer- Lichtenstein Mr. Jakson SchMlersaal Bismarckst. 110. 8 Uhr: Abend: und Dünn! Bote und Wertheim, Bock. Schillerth.- Kasse abends Schillersaal Bummelfahrt Sonntag, d. 10. September Karten: nachm. 2 Uhr UFA- PALAST DIENSTAG Uraufführung Films 12. SEPTEMBER AM ZOO Urania 4 U.: Vom Gardasee nach Venedig U.: Von der Zugspitze z. Watzmann des Carl Wilhelmder Ufa Der böse Gelst LUMPACI- VAGABUNDUS Regie: CARL WILHELM Vorverkauf für die Erstaufführung ab heute 11-1 Uhr. bon Rang UFA- PALAST AM ZOO Nur noch bis Montag! Froelich- Film der Decla- Bioscop Luise Millerin 6 Akte n. Kabale und Liebe von W. Supper u. G. W. Pabst Spielleitung: Carl Froelich. Morgen 3 Vorstellungen. 25, 7 UND 9 UHR 8.- 14.Septbr.1922 UFA- PALAST AM ZOO Luise Millerin TAUENTZIEN- P Unser gemeinschaftlicher Freund Zweiter Teil KURFÜRSTEND. Jugend MOZARTSAAL Das Mädchen von Nancy NOLLEND.- PL. Der Taugenichts KAMMER- LICHT Unser gemeinschaftleher Freund Erster Teil FRIEDRICHSTR Chaplin- Filme ALEXANDERPL Othello WEINBERGSW. Zweite Helma SCHÖNEBERG Das verkaufte Herz HASENHEIDE 28 Labyrinth des Grauens $>> Primus Pa Potsdamer Str. 19 VORVERKAUF 11-1 UHR Schauburg Königgrätzer Str. 14t Der Graf von Monte Christo Nach dem Roman von Alexander Dumas IV. Teil: Monte Christos Rache Ferner: Die Tochter des Wucherers Sensationsfilm in 5 Akten nach Lee Parry Regie: Rich. Eichberg und die Bühnenschau. Beginn 4 Uhr 12 HINTEN Heute 2 Vorstellungen Nachm.: 31, Uhr Abends: 7 Uhr Varieté- Spielplan Rauchen gestattet! Theat.a.Rottbus.Tor Moritzplatz 16077 Jeden Abend 71, U. und Sonntag nachm. 3 Uhr Alhambra ELITEam Moritzplatz Paul Förster Deutschlands größter Improvisator Ballett Celly de Rheidt tanzt den ,, Vampyr" Das intern. Programm Volkspr. Warmeküche. Vorzügliche Küche, wohlgepflegte Biere bei Musik u. Gesang bietet das Heim d. Berliner Arbeiterschaft „ Gewerkschaftshaus" Engel- Ufer 25 Sänger Volkspreise! Vorvki, 11-12 u. 4-6 SCALA Tägl. 8 Uhr Internat. Varieté Sonntag 3.30 zu halben Preis.das volle Programm Folies Caprice Linienstr. 132( Oranienbg. Tor) Tägl. 48 Uhr: Madame Cocotte Die Badewanne Beethoven- Senate O diese Beine WIEN BERLIN Jägerstraße 63a 8 Uhr Das RiesenEdke Margaretenstr. Film- Reklame Tarieté Programm 2. Woche! durch Es kommt WERBE der Tag...! Filmsingspiel in 6 Akten von Karl Otto Krause 7 u.9 Uhr, Sonntags 5, 7, 9 Uhr KLÖTZEL Berlin, Kochstr. 73 4 Uhr Kaffee m. Intern. TanzVorführungen Kalte und warme Kobe Gr. Bierabteilung Nr. 428 39. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Baumwunder in der Weltstadt. Botanische Seltenheiten, von denen der Berliner nichts weiß. Ein Baum aus der Braunkohlenzeit. Sonntag, 10. September 1922 18. Jahrhundert die Zucht der Seidenraupe hier einführte. Das Laub dient den Seidenraupen als Futter. Deshalb finden wir auch. in vielen märkischen Dörfern noch Maulbeerbäume, obwohl die Seidenraupenzucht längst wieder eingegangen ist. Mannigfaltige seltsame Bäume findet der Naturfreund ferner noch im Botanischen Garten. Ganz eigenartig ist auch das im Humboldthain gesetzt hat. Der ganze Hain bildet das Denkmal; er besteht zum größten Teil aus fremdländisnen Bäumen, deren Namen und Heimat auf kleinen Schildern vermerkt ist, die vor dem betreffenden Baum stehen. Die Verwaltungsbehörde würde Schilder, die zum Teil schon recht unleserüich geworden ist, erneuern fich ein großes Verdienst erwerben, wenn sie die Beschriftung der Die Steinwüste Berlins weist Gott sei Dank eine recht stattliche| 32 Bentimeter. In den märkischen Wäldern ist die Eibe wohl kaum Denkmal, das die Stadt Berlin dem großen Naturforscher Humboldt Zahl lieblicher Dasen, mit Bäumen bepflanzte Plätze und Parke auf. noch zu finden. Teilweise sind sehr schöne Anlagen geschaffen worden, deren Grün das Auge des Besuchers erfreut und eine angenehme Abwechselung in das Grau des Straßenbildes bringt. Meist sind es Pflanzen heimischer Arten, denen die Bäume und Sträucher angehören, aber zuweilen finden sich auch fremdländische Gäste darunter, seltsame Bäume, die auf den Pflanzenfreund ganz besondere Anziehungs Traft ausüben. Der heilige Baum der Japaner. Im Borgarten der Universität steht ein Baum, der aus dem fernen Osten stammt. Es ist ein Gingkobaum, dessen Artgenossen in Sapan als heilig verehrt und in der Nähe der Tempel angepflanzt merden. In seinem Qieußeren ähnelt der Gingkobaum einem Laubbaum, jedoch unterscheidet er sich von diesem durch seine Wachstumsform, besonders die weitausholenden Zweige. Die Blätter des Gingkobaums sind dagegen ganz anders geartet als die der Laubbäume. Sie sind ziemlich breit, zweigelappt und gestielt und befizen eine ausgesprochene Fächeraderung. Die Blattadern verlaufen vom Blattstiel fächerartig zum Blattrand, ohne Querverbindung zwischen den einzelnen Längsadern. Diese Art der Aderung ist entwicklungsreschichtlich sehr alt und urtümlich; sie geht der Fiederaderung, Maschen-( Nez-) aderung und Doppelmaschenaderung voran, die die Blätter der entwicklungsgeschichtlich jüngeren Pflanzen zeigen. Die Blätter stehen, wie die nadein der Kiefer, in Kurztrieben, aus denen auch die Blüten hervorkommen. Die Frucht des Gingkobaums ift pflaumenartig und enthält einen pflaumenartigen Kern, Wegen der 3weilappigkeit der Blätter wird der Gingkobaum als Gingko biloba bezeichnet. Goethe, der sich viel mit der Untersuchung der anzenblätter beschäftigte, wurde bei der Betrachtung des Gingtoblattes zu nachdenklichen Versen angeregt: Ist es Ein lebendia Wesen, Das fich in sich selbst getrennt, Sind es zwei, die sich erlesen, Daß man sie als Eines fennt? Aus der Familie der Gingkobäume gibt es in der heutigen Bflanzenwelt nur noch einen einzigen Bertreter, der kümmerliche Rest einstiger Herrlichkeit, gewissermaßen ein„ lebendes Fossil". Bon kerordentlicher Verbreitung und Bedeutung war diese Familie in früheren erdgeschichtlichen Zeitabschnitten, besonders im Mittelalter For Erde; ihr Ursprung selbst reicht bis in das graue Altertum der Erde zurück. Aus der Zeit der größten Verbreitung sind die Spuren Der zahlreichen Arten der Ginakos auf der ganzen Erde gefunden worden. Heute wäre diese Pflanzenart vielleicht schon völlig aus nestorben, würde man sie nicht in Japan als heilig ansprechen und daher dort häufig anpflanzen und pflegen. Ein aussterbender Nadelbaum. Eine gewisse Verwandtschaft, namentlich in der Fruchtbildung, besitzt der Gingko mit der Eibe oder dem Tarusbaum( Taxus baccata). Die Früchte der Eibe find Scheinbeeren von füßlichem Geschmack. Die Samen werden von einem roten, faftig- fleischigen Mantel umschlossen, der sich prächtig von dem Dunkelgrün der Nadeln abhebt. Die Tapusfamilie, zu der früher die Gingkobäume gerechnet wurden, hat die Hauptmasse ihrer Vertreter auf der südlicher Erdhälfte; auf der nördlichen sind nur sehr wenige zu finden, 1ind bei uns fommt nur die Gibe vor. Zu Casars Zeiten gehörte sie zu den Charakterbäumen der germanischen Urwälder. Die Eibe gab unseren Vorfahren reichlich Stoff zu Sagen und Mythem. Aus ihrem Holz wurden Begen und Armbrüste gefertigt. Da das Wachstum dieses Nadelbaums nur ein fehr langsames ist, wird er nicht angeforftet. Er ist jedoch ein beliebter Zierbaum für Barfanlagen, da ur lange Zeit hindurch buschförmig bleibt uns es verträgt, start beschnitten und geformt zu werden. Im Berliner Tiergarten find vielfach Eiben zu finden, teils in Buschform, teils hochstämmig. Ein besonders großer Eibenbaum steht am Großen Stern, bei der Jagdgruppe zwischen Brückenallee und Charlottenburger Chauffee. Sein Stammdurchmesser beträgt in 1 Meter Höhe über dem Boden etwa 5] Sachawachiak der Eskimo. Von Ejnar Mittelfen. Große Vogelschwärme kommen aus Norden und Süden, aus Often und Westen geflogen; sie setzen sich auf den Rücken des immer noch lebenden Tieres und fämpfen miteinander um das gerinnende Blut. Schreiend fliegt der ganze Schwarm in die Luft auf, wenn der Körper des Wals im Todeskampf zudt, die Sonne wird von ihnen verdunkeit, aber sobald der Wal ruhig wird, seßen sie sich wieder. Ein oder zwei Stunden sind vergangen, noch ist der Wal nicht tot, doch seine Bewegungen sind matt; nur selten vermag er seinen Schwanz aus dem Wasser zu heben dann macht er eine letzte, verzweifelte Anstrengung, feinen Berfolgern zu enigehen: er versucht zu tauchen, doch kraftlos rollt er aber drüben vom herum und zeigt seinen hellen Bauch Strande her und aus den vielen Umiats erhebt sich ein Freudenschrei:„ Der Wal ist tot!" # Ehren"-Friedhof. Auf dem Tempelhofer Feld, wo Wilhelm von verflossenen Gnaden die Parade der Garde abnahm, die nach seinem Willen auf Vater und Mutter schießen sollte, steht verlassen ein Baum, der im Volksmund„ die einsame Pappel" heißt. Nicht weit davon ruhen auf einem ebenso einsamen Platz die Im Tertiärzeitalter, das bereits der Neuzeit der Erde angehört, herrschte bei uns ein wärmeres Klima als heute. Aus jener Zeit Deutschlands abgebaut werden. Auch in der Mark Brandenburg, stammen die Braunkohlenablagerungen, die in vielen Gegenden besonders in der Laufig, wird viel Bergbau auf Braunkohle ge- würde. trieben. Wie die Steinkohle, die älteste Kohle, und der Torf, der so jung ist, daß der Verkohlungsprozeß noch nicht völlig durchgebildet ist, ist auch die Braunkohle aus pflanzlichen Ablagerungen entstanden. Große Waldmoore, mie wir sie heute ähnlich in unseren Erlenbruchwäldern haben, wurden im Laufe der erdgeschichtlichen Geschehnisse mit anderen Ablagerungen, Sanden und Kiesen, überschüttet und so von der Luft abgeschlossen. Unter dem Druck der auf ihnen lagernden Schichten und bei dem Fehlen des Sauerstoffs der Luft trat der Verkohlungsprozeß ein. Beim Abbau der Kohlenschichten findet sich nun, daß es ganz besonders ein Nadelbaum war, der in den Wäldern jener fernen Zeiten wuchs, die Sumpfzypresse( Taxodium distichum), Opfer dieses Militarismus, der hier alljährlich ein glänzendes SchauDiefer Baum gedeiht heute noch in den Sumpfmäldern der Südstück aufführte. Wer diesen Plaz, den„ Ehrenfriedhof", bestaaten von Nordamerika, an der Mündung des Mississippi, wo er fritt, den packt das Grauen beim Anblick der Gräber. Da liegen ebenfalls große Waldmoore, sogenannte Swamps, bildet. Durch die Kämpfer, von denen ein schlichter Stein nichts als ihren Namen, nach dem Tertiärzeitalter hereinbrechende Eiszeit wurde die Sumpf- den Tag ihrer Geburt und den des Todes nennt. Was zwischen appreffe in unserer Gegend zum Aussterben gezwungen. Der Ber- diesen beiden Tagen liegt, der Kampf ums Dasein und das grausige liner Tiergarten beherberot zwei ichöne Eremplare ihrer Art, von Ende, das bewahren diese Toten als ihr ureigenstes Geheimnis. denen das stärkste in 1 Meter Höhe einen Durchmesser von etwa Wie viele Gräber sind dort in jenen Abteilungen, in denen die 60 Zentimeter befizt. ir finden diese Sumpfzypressen, wenn wir Soldaten„ vom Feldwebel abwärts" ruhen, die das Unkraut übervor dem Denkmal Friedrich Wilhelms III. stehen, den Rücken dem Denkmal zugekehrt, und nun einige Schritte nach links zum Wasser wuchert, auf denen keine Blume sich wiegt, die eine liebevolle Hand gehen. Auch im Kleistpark, dem alten Botanischen Garten, stehen pflanzte. Vergessen sind die Kämpfer jener Tage. Wo sind sie alle, mehrere Sumpfzypressen. die niemals laut genug den frisch- fröhlichen Krieg" preisen fonnten, wo find jene, die dem Kriege ihren Reichtum verdanken, während jene hier und alle die anderen, die in den tausendfachen Gräbern als Opfer dieses Krieges ruhen, verbluteten? Wie wäre es, wenn alle die, die heute ihre Memoiren schreiben, weil sie glauben, sich rechtfertigen zu müssen, einen Teil ihrer Schriftstellerhonorare" zur Instandsetzung dieser verfallenden Gräber hergäben? Platanen, Akazien. Zu den Baumarten, die in den Baumbestand unserer Parkanlagen schon fest eingebücgert sind, und die auch häufig die Straßen einfassen, gehören die Platonen und Akazien. Und doch sind auch sie fremdländische Gäste, die vor gar nicht langer Zeit hierher verpflanzt wurden. Die Platane fällt dadurch vor allem auf, daß sich ihre Rinde obblätterf. Die von neuer Rinde befleideten Stellen mit ihrer hellen Färbung geben dem Baum ein fleckiges, pantherähnliches Aussehen. Zwei Arten, die aus ganz verschiedenen Crdgegenden stammen, finden wir bei unseren Platanen. Diejenige, deren Rinde in kleinen Schuppen obblättert( Platanus occidentalis) stammt aus Nordamerika, während die großschuppig abblätternde( Platanus orientalis) aus dem Orient stammt. Wenn wir beide Arten nenauer betrachten, werden wir auch ihre sonstigen Unterschiede, befonders an den Blättern, finden. Zwei gewaltige Platanen fiehen auf dem Schinkelolah. Die Akazien, die allgemein als solche bezeichnet werden, find gar keine, sondern Robinien, die nach dem englischen Gärtner Robin benannt sind, der sie im 18. Jahrhundert Die füßnach Eurova brachte. Ihre Heimat ist Nordamerika. duftenden Blüten, mit denen sich der Baum im Vorsommer schmückt, find allbekannt. Bei den Robinien werden drei Arten unterschieden, eine weißblühende( Robinia pseudacacia) und zwei rötlich blühende ( Robinia hispada und glutinosa). Kastanien, Maulbeerbäume. " Ihr Kriegsfreunde, gehet hin und seht euch die Kriegergräber an. Dort ruhen eure Opfer, die nicht einmal im Tode Ruhe haben, deren Gräber von Ungeziefer, wie Ratten, Mäusen und wilden Kaninchen, zerwühlt sind. Seht euch das Grab vom Kanonier Heinrich Koch an, wie es zerwühlt von wilden Kaninchen einem Schutthaufen gleich daliegt, genau so, wie vielleicht die Granate jenen Menschen zerfetzte. Aber wir haben wenig Vertrauen zu dem Opferwillen jener Kreise, für die der Krieg ein gutes Geschäft war oder die den Krieg um des Krieges willen lieben. Der Zustand vieler Gräber ist ein unwürdiger. Es ist an der Zeit, daß hier Abhilfe geschaffen wird. Gewiß, die Not der Lebenden ist riesengroß, aber es genügen geringe Mittel, um der Welt zu beweisen, daß die Toten des Weltkriegs nicht vergessen sind. Erfolge der Wucherbekämpfung. 164 Fälle zur Anzeige gebracht. Wenn wir von Kastanien sprechen, dann denken wir immer an die Roßfastanie( Aesculus hippocastanum), die allerdings auch ein Wie wir von der Wucherabteilung des Polizeipräsidiums erfremdländischer Gaft cus dem nördlichen Griechenland ist. Ungleich fahren, ist der lleberwachung der Preisgestaltung auf sämtlichen feltener ist aber bei uns die echte Kastanie( Castanea sativa). Sie Wochenmärkten Berlins größte Aufmerksamkeit geschenkt worden. stammt ebenfalls aus Südeuropa, besonders in Spanien gibt es heute Die Beschwerdestellen sind überall eingeführt und haben sich noch ausgedehnte Kostanienhaine. Die Kastanien haben eßbare durchaus bewährt. Das Publikum hat durch Anzeige die Beamten Früchte. Auch Groß- Berlin besitzt einige dieser bei uns seltenen in jeder Weise unterstützt, so daß es möglich war, nicht nur auf den Bäume. Sie stehen in den Anlagen am Ciehenjee in Charlottenburg. Märkten selbst eine Sentung der Preise durchzusehen, Häufiger sehen wir die Maulbeerbäume, deren Heimat der Orient ist. pielmehr waren die Geschäfte auch in der Nähe der Markthallen aus Auch hierbei gibt es zwei Arten, folche mit meißen Früchten( Morus Konkurrenzgründen gezwungen, eine Preissenkung vorzunehmen. alba) und jolohe mit schwarzen Früchten( Morus nigra). Die Gustav- Wo nachweislich Berstöße gegen die Preisgestaltung vorlagen, find fie Meyer- Allee im Humboldthain ist von Maulbeerbäumen eingefaßt. der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht worden. Durch aufMaulbeerbäume wurden in unserer Gegen gepflanzt, als man im fällige rote Platate, die im Einvernehmen mit dem MaVorsorgliche Frauen und Männer stehen mit mächtigen| Flügelgebraus und Geschnatter verschwinden sie gen Norden, Messern oben auf dem Wal und hauen auf den Körper ein, fort, nach Ländern, die die Menschen noch nicht gesehen haben, lösen Speck und Fleisch aus, laden es auf Schlitten und lassen nach friedlichen Brutplätzen. Wildschwäne tommen ange= es von den Hunden, die so überfressen sind, daß sie sich kaum rühren wollen, an Land fahren. Es riecht nach Blut und Tran und Schweiß; überall schwimmt Blut, der Schnee ist von Blut getränkt, es backt auf den Sachen der Eskimos in dicken, dicken Lagen feft, Blut flebt ihnen im Haar, im Gesicht, an Armen und Händen; die Hunde haben sich in Blut gewälzt, nun ist es, eingetrocknet, und ihr Fell steht in blutigen Zotteln um sie herum. Die Schlitten triefen von Blut und Tran, das Meer liegt tot, die Wellen sind vom Fett geglättet und oben in der Luft Tausende von Mönen, blutig, wie alles auf Erden, und so fatt, daß fie sich im Fluge erbrechen. Eia, es geht wirklich hoch her in Numut, wenn der Ostwind herrscht von Sachawachiat zum Schmaus geladen. 2. rauscht und lassen sich mit heiserem Schrei auf das spiegelblanke Wasser der Lagune fallen, eine Rastade von Schaum entsteht, steigt um sie herauf, während Ring auf Ring von der Einfallsstelle hinwegeilt, sich glättet, verschwindet, und wieder liegt die Lagune blau, blank und still, auf ihrem Rücken die frühlingstollen Schwäne tragend. Und draußen auf der See, wohin das Auge sieht, über das grüne flache Land und den weißen Strand, fliegen Möven, leicht und zierlich. Sie stehen einen Augenblick still in der Luft, nach fleinen Fischen ausspähend, und entdecken sie etwas Eßbares, flappen sie die Flügel zusammen und stoßen mit dem Kopf ins Meer, fommen mit dem Fische im Schnabel hoch und fort flegt der ganze schreiende Chor, jagt hinter dem einen Glücklichen her, der im Fluge seine Beute zu verschlucken sucht. Erst wenn sie von dem glücklichen Fänger oder einem dreisten Räuber verzehrt ist, zieht Ruhe in die Gemüter ein. Das Meer liegt still, glatt, blant wie ein Spiegel, tiefblau von Farbe, und draußen im Wasser schwimmt das weiße Eis, von den Strahlen der niedrigstehenden Sonne fast rosa gefärbt, während die Schattenseite blau ist, dunkelblau, beinahe schwarzblau, ein scharfer Kontrast zu all dem Weiß und Gold. Immer mehr Wale werden gefangen; auf dem Lande liegen große Haufen von Fleisch, andere von Sped, aber hoch oben auf den Gestellen, gewaschen, getrocknet und zusammenNun kommen die Frauen herbei. Sie laufen, sie springen gebündelt, liegen die kostbaren Barten und warten auf Schiffe über die Spur zum offenen Waffer. Kinder laufen mit, Hunde es ist Frühsommer in Nuwut, bald kommen die Schiffe und auch, und zu allerlegt kommen die Alten und Ausgedienten, mit ihnen Leben und Lustigkeit. die, welche vor Jahren selbst im Bug des Umiats gestanden und den tödlichen Stoß geführt haben, oder die ersten beim Und weit draußen, wo Himmel und Erde sich begegnen, Der Walfischfang ist vorüber. Noch schwimmt der Wal ciligen Lauf der Frauen gewesen waren. Ja, alles, was gehen und friechen fann, eilt unter Geschrei und Gelächter und lauten im Meere draußen vor Nuwut, aber so weit fort im Waffer, spielt Fata Morgana ihr seltsames Spiel und baut Schlösser Jubelrufen, außer sich vor Freude, zum offenen Wasser hin. daß die Estimos ihn nicht auf ihren gebrechlichen Umiats er mit himmelragenden Zinnen, findet sie nicht schön genug, Auf dem Meere wird eifrig gearbeitet. An die zehn reichen fönnen, so daß er zurzeit Ruhe hat; erst denn die stürzt sie in Trümmer, um einen Augenblic später einen Umiats oder mehr bugsieren den geschlagenen Riesen an Land Walfischfängerflotte fommt. fängt der Kampf ums Leben langgestreckten, zadigen Fels erstehen zu lassen, auf dessen steilen Abhängen sich Türme erheben ein emig ruhelofes im Trauerzugstempo; fie radern sich mit den Paddeln ab, wieder an. aber kommen doch vorwärts bis an den Rand des Eises, wo Also herrscht Frieden auf dem Meere, Frieden im Lande, Spiel. Die Eskimos gehen herum und sehen auf all das Grün, man wartet auf Schiffe. geschäftige Hände den toten Körper vertauen. Man iẞt aber der Winter war auch lang und bang, Die Sonne fendet ihre Strahlen auf den flachen Strand auf die Blumen, die gelben, roten und blauen, sie folgen mit und der Winter fommt wieder; es ist besser, man baut vorhernieder und durchglüht ihn; sie erweckt das Pflanzenreich den Augen den nordwärts stürmenden Vogelschwärmen und darum hält man draußen auf dem Eise an dem offenen Wasser zum Leben nach dem langen Winterschlaf, es grünt und sehen die Schwäne auf dem Wasser der Lagune; sie sehen die neben dem toten Wal Freßgelage ab. tnospet, in einer Nacht blühen die Blumen auf gelbe Ane Möven, das blanke Meer und die schönen Farben des Eises; Es ist mehr als ein Freßgelage, es ist eine Freßorgie. monen drehen ihre leuchtenden Köpfe zur Sonne, fleine, rote sie sehen sie, aber fassen sie nicht, denn ihre ganze AufmerkAlles, was ein Messer führen kann, schneidet große Stüde Blumen sprießen aus jedem Spalt, aus jeder Furche, die Schutz famfeit sammelt sich um den südlichen Horizont, dorthin Mug uk aus dem Wal heraus, steckt sie in den Mund und gibt, hervor, blaue Glockenblumen niden mit ihren lieblichen stieren sie, mie früher nach dem offenen Landwaffer. Sie schneidet weiter. Blut und Tran triefen aus den Mundwinkeln Stöpfen im leifen Sommerwind, und der Fuß tritt auf einen warten und sehnen sich, jetzt, wie im Borfrühling. Sehnsucht und auf die Kleider, und wenn der Bauch voll ist, legt man Teppich aus faftig grünem Moos, fast verdeckt von zarten, lebt in ihren Augen, in jeder Miene, im Herzen der vielen spähenden Männer und Frauen, die von der höchsten Spize fich zum Schlafe neben den Wal, glücklich, fatt und im Traum rofa Blumen. In den Tümpeln schwimmen Wildenten umher und spie- des Hinterlandes gen Süden sehen, wo der erste Mast, der noch Berge von Fleisch sehend ein Traum, der verwirklicht wird, sobald man die Augen öffnet der Wal ist da, man geln sich in dem flaren Waffer; über ihnen zieht Schwarm erste Rauch sich zeigen soll. fann wieder fressen, fressen bis zur Bewußtlosigkeit. cuf Schwarm von ständig wandernden Zugvögeln. Mit l ( Fortsetzung folgt.) giftrat die Wucheraufsichtsstellen bezeichnen, ist es dem Bublifum er leichtert, sich auf das schnellste an die amtlichen Organe zu wenden, zumal die Schutzpolizei durch engstes Zusammenarbeiten mit dem Fachpersonal der Abteilung W das Publikum in weitgehendstem Maße unterstützt hat. Die Schußpolizei hat allein im vergangenen Monat 164 Fälle von Wucher zur Anzeige gebracht. Insbesondere richtet sie ihr Augenmerk auf die angemessene Durch Um bei der führung der Preisschilder Berordnung. augenblicklichen wirtschaftlichen Lage ihre schwierige Aufgabe in vollem Umfange durchführen zu können, ist die Wucherabteilung durch Beamte des Polizeiverwaltungsdienstes verstärkt worden. Die Kontrolle des Zucker und Textilhandels ist ebenfalls weiter durchgeführt worden, mit dem Ergebnis, daß in verschiedenen Fällen zurückgehaltene 3udervorräte dem Verkauf zugeführt werden konnten, wobei die Angemessenheit des Preises amtlich kontrolliert murde. Nieberdeutsche Woche Bremen. Für die zugunsten dieser Ber- 117. anstaltung stattfindende Lotterie hat die Bremer Direktion der United States Lines, New York, den Hauptgewinn in Form einer Freifahrt in 18. der Stabinenklasse Bremen- New York und zurüd geftiftet. 2. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ortsgruppe Neukölln, hält am Montag, den 11. September, abends 7 Uhr, in der Aula des Kaiser- Friedrich- Realgymnasiums, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Straße 209/10, eine öffentliche Versammlung mit dem Thema: Wie ist unsere Ber 3. forgung?" Beschädigte und Hinterbliebene, erscheint zu dieser Versammlung infMassen, protestiert mit aller Macht gegen die beabsichtigte Kürzung der Renten! " „ An die ehemaligen Kriegsgefangenen von Groß- Berlin!" Unter diesem Titel hat die Arbeitsgemeinschaft Groß- Berlin der Reichs. bereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Char lottenburg, Wilmersdorfer Straße 86, ein Flugblatt berausgebracht, welches sich in begrüßenswerter Beise mit eindringlichen Worten an die Berliner Ehemaligen wendet und ihnen die Notwendigkeit des engsten Zusammenschlusses gerade im gegenwärtigen Augenblid nachweist. Im Im Zusammenhang mit den Anweisungen der Reichsbehörden Hinblick auf die außerordentliche Wichtigkeit, auch in materieller Hinsicht, geht die Bucherabteilung verschärft gegen die Polizeistunden sei die Beschaffung dieses Blattes gegen Boreinsendung von 3 M. für Porto Uebertretungen vor. Gegen Lokale, in denen nachweisliche und Papier unbedingt empfohlen. Fälle von Wucher vorliegen, wird unter Verschärfung der bisherigen Bestimmungen Schließung und Entziehung der Handelserlaubnis verfügt werden. Hierdurch wird die strafrechtliche Berfolgung, die außerdem in die Wege geleitet wird, nicht berührt. Ferner wird in allen Fällen, wo die Borrechte von eingetragenen Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelde. Heute Sonntag, den 10. September: Propaganda- Staffellauf. Quer durch Lichtenberg". Start: 3 Uhr nachmittags, Bahnhof Frankfurter Allee. Bereinen mißbraucht werden, bei Uebertretung der Polizeiſtunde Junttionärinnen, Eltern, Elternbeiräte! unnachsichtlich vorgegangen werden. * Nicht die Polizei, sondern die Ueberwachungsabteilung. In unserem Bericht( in Nr. 424) über die Gerichtsverhandlung in Sachen Beutert- Lichterfelde wurde zum Schluß erwähnt, daß in Lichterfelde erst nach jahrelangen Mühen die Polizei eine der größten Brotfartenschiebungen aufgedeckt habe. Es hanbelt sich um eine im ,, Borwärts" schon mehrfach besprochene Affäre, über die bisher das Gericht nicht aburteilen fonnte, weil bezüglich bes Hauptangeflagten Zweifel an seiner strafrechtlichen Zurechnungs. fähigkeit entstanden sind und er zurzeit in ärztlicher Beobachtung ist. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß jene Brotkartenschiebung nicht von der Polizei, sondern von der leberwachungsabteilung der Stadt Berlin aufgedeckt wurde. Die Neppkonditorei. Sie blühte im Verborgenen. Eine Schlemmerstätte, die im Verborgenen blühte, erhielt in der vorvergangenen Nacht unerwarteten Besuch der Kriminalpolizei. In der Wilmersdorfer Straße, in einer fleinen, unscheinbaren Konditorei, ging es, wie der Kriminalpolizei bekanntgeworden war, zu Tages- und Nachtzeiten sehr hoch her. Obwohl fie nur Konzession zum Ausschant von Kaffee hatte, war der Umfaz an Schaumweinen, Likören usw. sehr groß. Hauptsächlich Ausländer wurden der Konditorei zugeführt. Die Gäste saßen in dem engen, fleinen Raume dicht beieinander, zahlten für die Getränke höchste Preise und wurden dafür durch Darbietungen niedrigster Art, vornehmlich durch Nadttänze ,,, entschädigt". Die billigste Flasche GSett foftete 3000 M. Wenn sie bestellt wurde, so wurde den Gästen noch ausdrücklich gesagt, daß es fich um feine besonders gute Marke handele, sie aber bessere Sorten, bie 5000 und 6000 m. die Flasche fosteten, erhalten könnten. Nach dem das Tun und Treiben in der Konditorei zur Kenntnis der Kriminalpolizei gekommen war und Beobachtungen alles bestätigt hatten, fiel die Streife in der vorvergangenen Nacht plötzlich ein, gerade in dem Augenblick, als es besonders lebhaft zuging. Mehrere Gäste, auch Ausländer, sahen sich bei diesen Preisen geneppt" und es war zu einer ziemlich lauten Auseinandersetzung gekommen. Die Beamten stellten die anwesenden Personen fest und hoben das Lokal aus. Gegen den Inhaber wird ein Strafverfahren wegen unerlaubten Ausschants von Spirituofen, Steuerhinterziehung und Aufführung von Tänzen eingeleitet. Wer der Inhaber ist, bebarf ebenfalls noch erst der Untersuchung. Als folcher fungierte sowohl der Konditor, der die süßen Speisen fabrizierte, wie ein junger Galizier, der den Empfangschef ſpielte. Die Beerdigung des ermordeten Schuhpolizeiwachtmeisters. Der am legten Sonntag von dem Russen Romanow erschossene Oberwachtmeister der Schutzpolizei Botchen wurde am geftrigen Sonnabendnachmittag auf dem Friedhof der St. Georgen- Gemeinde in der Landsberger Allee zu Grabe getragen. Ein stattliches Trauer geleit der Berliner Schuhpolizei erwies dem toten Kameraden die legten Ehren. Mit dem Kommandeur Oberst Kaupisch an der Spize waren die Gruppen- und Abteilungsfommandeure, Abordnungen der verschiedenen Bolizeiformationen sowie zahlreiche dienstfreie Offiziere und Wachtmeister erschienen, die reiche Blumenspenden am Garge niederlegten. Unter Gebet und Segen wurde der Sarg ins Grab gesenkt, über die offene Gruft feuerte eine Abteilung dann drei Ehrenfalven ab, während die Musit das alte Soldatenlied ,, Ich hatt' einen Rameraden" intonierte. Montag, den 11. September, abends pünffl. 61, Uhr, in der Schule Weinmeisterstr. 16-17: Deffenti. Unterrichtsstunde in dramafifierender Form. Unterrichtender: Reffor Seinig. Schüler 30 Knaben. Nach Schluß der Stunde: Aussprache über: Schulreform. Zahlreicher Besuch dringend erwünscht. Das Frauensekretariat der SPD. Berliner Varietés. 5. 82. Areis( Lichtenberg). Monbag 7 The Funktionärsikung in Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße, Eingang Marstraße( großer Gaal). Alle Abtei Tungsführer sowie die Mitglieder der Zeitungstommission müssen vollzählig erscheinen! Kreis( Weißensee). Montag 8 Uhr Kreisfunktionärversammlung im Gigungszimmer des Rathauses, Albertinenstr. 6. Dienstag 7 Uhr erweiterte Vorstandssitzung bet Kreis( Tiergarten). Trümper, Flensburger Str. 3. Alle Abteilungsleiter müssen vertreten sein! Rösliner Straße. Erscheinen sämtlicher Kreisfunktionäre erforderlich! Kreis( Wedding). Dienstag 7 Uhr erweiterte Vorstandssigung bei Schade, Dienstag 7 Uhr öffentliche Elternversammlung in der Schulaula der 301. Gemeindeschule, Lütticher Str. 47/48. Vortrag: ,, Die weltliche Schule". Kreis( Friedrichshain). Dienstag 7 Uhr erweiterte Kreisvorstandssigung bei Schuckert, Rüdersdorfer Str. 3. Heute, Sonntag, den 10. September: Abt.( Steglis). Die Borstellungen des Schloßpart Theaters haben be gonnen. Die Abonnements werden nach den Serien- Buchstaben und-Num mern aufgerufen, die auf dem Umschlag der Abonnementshefte abgedruct find. Der Aufruf erfolgt durch das Theater an sämtlichen Anschlagfäulen. Morgen, Montag, den 11. September: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Groß- Berlins! 6 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3: Bersammlung. Tagesordnung: Betommen wir in Berlin weltliche Schulen?" Elternbeiräte als Gäfte willkommen! 1. Abt. 7% Uhr beim Genossen Wegener, Gr. Präsidentenstr. 9: Borstands fizung mit den Bezirksleitern und den Betriebsvertrauensleuten. 8. Abt. 7% Uhr bei Rickert, Steinmehstr. 36a: Sigung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute. 10. Abt. 7 Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 3: Funktionärversammlung. 11. Abt. 7 Uhr bei Berger: Funktionärsizung. 15. Abt. 7 Uhr bei Obligo, Stralsunder Str. 11: Sigung fämtlicher Funktionäre. 16. Abt. 7 Uhr bei Krüger, Sussitenstr. 34: Gigung sämtlicher Funktionäre. 18. Abt. 7 Uhr bei Hochheim, Bankstr. 82: Ronferenz jämtlicher Funktionäre. 23. Abt. 7% Uhr bei Lewandowski, Geestr. 104: Sigung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute. der Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. trauensleute und Elternbeiräte. 25. Abt. 7% Uhr im Werneuchener Schloß", Berneuchener Str. 1: Gizung 27. bt. 7 Uhr an bekannter Stelle: Gigung der Bezirksführer, Betriebsver 31. Abt. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36: Sigung fämtlicher Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 35. Abt. 72 Uhr bei Schonad, Gamariterſtr. 8: Sigung fämtlicher Funktionäre Bortrag. 39. Abt. 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3: Funktionär figung. 40. Abt. 7% Uhr bei Reufner, Sagelberger Str. 20a: Sigung aller Funk tionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 41. Abt. 7 Uhr bei Schuldt, Mariendorfer Str. 5: Sigung sämtlicher Funt tionäre. Um 7 Uhr dort Besprechung der Beitungstommiffionsmitglieder. 46 Abt. 7 Uhr bei Geißler, Staliger Str. 59: Gigung der Abteilungsleitung und Funktionäre. 48. Abt. 7% Uhr bei Wisnewsti, Prinzenftr. 110: Sigung der Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 103. Abt.( Oberschöneweide). 7½ Uhr im Konferenzzimmer der Rottmeyers Schule: Borstands- und Funktionärsigung. 131. Abt.( Niederschönhausen). Die Bezirksleiter werden ersucht zur Mit gliederversammlung am Mittwoch, 13. September, abends 7½ Uhr, in der Schulaula, Bismardstraße, einzuladen. Thema: Das Schußgefeß und die Justizreform"; Ref.: Dr. Giegfried Rosenfeld. Uebermorgen, Dienstag, den 12. September: Im Wintergarten zeigt sich Bruno Darrington als Meister des Fahrrades. Seine Leistungen find geradezu verblüffend und verdienen jede Anerkennung. Aber auch die sonstigen turnerischen Darbietungen des Brogramms stehen auf hohem Niveau. Die vier Adlon 3 rufen mit Recht durch ihren Trampolin- Bühnenluftaft immer neue Beifallsstürme bervor, desgleichen die sechs Darrings, bei denen vor allem die Leistungen der kleinen Mädchen erwähnt zu werden verdienen. Den Reigen dieser Darbietungen eröffnen die meisterhaften Handvoltigeure A. W. Arton. Biel Freude bereiten die dressierten Hunde der Kitty Traney, die sich als Turner und Tänzer bewähren. Das Broadway- Quartett, 7. Abt. 7% Uhr in Köhlers Festfälen, Tiefstr. 24: Mitgliederversammlung. Mac ure, der fich der Urtomische nennt, das Hans- Graf Trio, das nach Tiroler Art tanzt und Badpfeifen nach Bählen berab. folgen, sowie Gert und Graefe in ihrer erzentrischen Szene bestreiten den heiteren Teil des Abends. Die Tänze der Aurea find bis auf einen schwer und ernst und bei dem heiteren griechischen Tanz" will es feltsam anmuten, daß die Musit, die Grieg zum Beer Gynt" schrieb,( Morgenstimmung") im südlichen Gewande getanzt wird. Margit Edion tanzt fed und frisch ibre Grotesten und man weiß nicht recht, ob der Beifall dieser Frische gilt, wenn sie als Schusterjunge die Beine in Parademarsch wirst, oder der Tendenz dieses Lanzes. Vortrag. Elternversammlung. 108. Abt.( Köpenick). 6½ Uhr in der Aula der 1. Gemeindeschule, Amtsstraße: 117. Abt.( Sichtenberg). 7 Uhr im Zeichensaal des Pestalozzilyzeums, BrinzAlbert- Str. 44: Vorstandssitung. Alle Funktionäre müssen erscheinen! Jungsozialisten! Gruppe Lichtenberg. 7 Uhr im Jugendheim, Barane te ( fleines Bimmer). Bortrag: Grundzüge der 8oologie"; Ref.: Genosse Oppenheimer. Jugendveranstaltungen. BorDie Scala bringt aut ibrer iedereröffnung ein Programm, das so Heute, Sonntag, den 10. September: ziemlich alles umfaßt, was auf artistisch- equilibristischem Gebiet Gutes geAchtung! Zur heutigen Theatervorstellung müffen 5 Mart im Theater nachgezahlt werden. leistet wird. Borzüglich sind die gymnastischen Spiele von Reinhard und Sohn, eine barmlos luftige Szene bildet besonders ihre RingkampfMorgen, Montag, den 11. September: parodie. Auf gleichem Gebiet liegt der akrobatische Aft der Paven Comp., in jeder Einzelheit und im Zusammenwirten der Partner von bester Schule Baumschulenweg. Jugendheim: Ernststr. 16. Bortrag: ,, Rulturreligionen" zeugend. Irene Lafayette zeigt Balanceafte von seltener Fertigkeit, Friedenau. Jugendheim: Offenbacher Str. 5a. Leseabend: Arbeiterdich Hermsdorf. Jugendheim: Turnhalle, Roonstraße. Vortrag: Rarl Blendende Jongleure sind die ter". besonders auch in der Leiteratiraltion. Marg". Reichenberger Viertel. Jugendheim: Glogauer Str. 12/16. Berez offs in ihrer Couperszene. Ein ganzes Menu wirbelt durch die Luit und die Anziehungskraft der Erde scheint bei den Dingen, sobald sie trag: 8wed und Ziele des Vereins Arbeiterjugend". Eine Mädchenkonferenz findet morgen, Montag, 7 Uhr im Jugendheim: sich in den Händen dieser Herren befinden, aufgehoben. Sylvia 2oyal agiert mit. Tauben, die in Schwärmen durch Bühne und Zuschauerraum Lindenstr. 3, statt. Bortrag: Die Frau im Altertum". Alle Abteilungen flattern, und der Tattersalldirektor Sarl Steinsch führt als hervorragender müssen vertreten sein! Schulreiter zwei Schulpferde von Dualität ruhig und sicher auf der Bühne vor, als bandele es sich um Manegearbeit. Bom Tanzerischen gastiert wieder das Ballett Matray und Katta Sterna, besonders gut wie immer im rein Grotesken. Das russische Ballett Raffia wiederholt oft Gesehenes an Nationaltänzen. Die„ Elite Sänger( Theater am Kottbuser Tor) bringen in ihrem September- Programm außer einigen Gesangsquartetten, gesungen von den Herren Schubert, Rieß, Ruselli, Balden, Fauther, Grüning, Horft und Beder( am Bechsteinflügel der bekannte Herr Rudi Schrader) eine Reihe recht gut vorgetragener Couplets. Ein Studentenscherz unter Mitwirkung fämtlicher Mitglieder der Elite Sänger" fand reichlichen Beifall. Den Schluß bildete ein Lebensbild eines alten Flickschusters" in der sich Herr Rufelli als Schusterjunge zeigte. Auch alle übrigen Mitglieder machten sich in ihrer Rolle ausgezeichnet. Die Eröffnungsvorstellung im Zirkus Busch ist auf Sonnabend, den 16. September, festgesetzt worden. Die technischen Vorbereitungen dazu find in vollem Gange. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Referenten der SPD.! Konferenz am Montag, den 11. September, 7 Uhr( pünktlich), Unzuverläffige Kohlenhändler. Das Rohlenamt teilt amtlich im rofen Saal der„ Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59. Bortrag mit: Auf Anordnung des Reichskommissars für die Kohlenverteis des Genoffen Regierungsrat Dr. Löwe über:„ Baluta-, Finanz- und lung ist der Kohlenfirma 3. G. Reiher u. Behm, Hauptbureau Wirtschaftsfragen und des Genossen Graßmann vom ADGB. über: Potsdamer Str. 38, Lagerpläge Knesebecstr. 142, Neukölln und Die Teuerungsverhandlungen". Erscheinen sämtlicher Referenten Dennemißftr. 37, Berlin, wegen fortgefeßter Berstöße ist unbedingt erforderlich. Der Partei- und Bezirksvorstand ist gegen die Kohlenverordnung der Rohlenhandel untersagt worden. vertreten. Die dort eingetragenen Kunden müssen auf ihrer zuständigen Rohlenbezirksstelle fich bei einem anderen Kohlenhändler mit ihrer Rohlentarte eintragen laffen. Eine Pilzausstellung findet von heute ab bis voraussichtlich 17. September in der Borhalle des Hauptgesundheitsamts der Stadt, Berlin C. 2, Fischerstr. 39/42( am Mühlendamm), ftatt. Die Bilzschau ist täglich von 8-6 Uhr fostenfrei zugänglich. Es ist jedermann freigestellt, selbstgesammelte Pilze beizusteuern. Die Kleingärtner der Berliner Berwaltungsbezirke Neukölln und Treptow veranstalten ihre diesjährige Ausstellung selbstgezoge= ner Gemüse, Früchte und Blumen am 10., 11 und 12. September d. J. im Groß- Berliner Bergnügungspart( Kliems Festfäle), Hasenheide 13/15. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin! Bir bitten dringend, sofort die Berfaffungsfeierbilletts abzurechnen. 2. Kreis( Tiergarten). Montag 7 Uhr Generalversammlung der Freien Schulgemeinde in der Aula, Waldenferstr. 20. 14. Rreis( Reukölln). Montag 7 Uhr Funktionärversammlung in der„ Kindl. brauerei", Hermannstr. 214/219. Bortrag: Schlußfolgerungen aus dem Reichsmietengeset". 15. Kreis( Treptow). Montag T½ Uhr erweiterte Kreisvorstandssitzung bei Richter, Niederschöneweide, Hasselwerderstr. 36. Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft oft schleppend. Fische knapp, Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. In der Wecke vom 3. bis 9. September galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 80-100 M., ehne Knochen 110-120 M. Schweinefleisch Bezirksbildungsausschuß Groß Berlin. Am Donnerstag, den 14. d. M., abends pünktlich 6 Uhr, im Sigungssaal des Bezirksvorstandes, 140-170 M. Kalbfleisch 100-150 M. Hammelfleisch 100-120 M. Geräucherter Schinken 245 M. Speck 215-235 M. Rehfleisch 225 M. Lindenstr. 3, 2. Hof. 2 Treppen: Sibung des großen Bildungsauts: Wilde Kaninchen 60-65 M. Hühner 120-140 M. Gänse 160-185 M. schusses. Die Anwesenheit aller Mitglieder ist erforderlich. Porträts Schellfisch 42 M. Kabeljau 40-68 M. Seelachs 50-56 M. Rotzungen von Bebel, Liebknecht, Ebert und Scheidemann in künstlerischer Ausführung 40-50 M. In Eis: Aale 90-140 M. Schleis 90 M. Hechte 68-90 M pro Stud 25 M. im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, Zander 80-120 M. Plötzen 35-50 M. Lebende Aale 170-180 M. 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 8, und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Barsche 90 M. Karpfen 135 M. Bleie 70-90 M. Plötzen 50-66 M. Abteilungen. Der Lehrplan der Sozialistischen Bildungs Eier 13,60 M. das Stück. Naturbutter 263 M. Margarine 180-215 M. schule für die Arbeitsperiode Dltober/ Dezember ist erschienen und im Schweineschmalz 240 M. Erbsen 45-55 M. Weiße Bohnen 40 M. Weizenzu haben. Nudeln 48 M. Kartoffeln 40-45 M. zehn Pfund. Weißkohl 5-6 M. Cöpenick. Alle Arbeitereltern, die Kinder in die 1. Gemeindeschule Wirsingkohl 8-9 M. Blumenkohl 14-20 M. der Kopf. Spinat 9-10 M. fchiden, werden zu einer wichtigen Elternversammlung, die am Pfefferlinge 25 M. Steinpilze 25-35 M. Grünlinge 13 M. Wachsbohnen 3. * Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 9. September. 1. Rennett. 1. Gefion( Sollfrant), 2 Dagobert( M. Schmidt), Waltari( Nürnberg). Toto: 42:10, Blat: 18, 29: 10. Ferner liefen: Schweizermühle, Herzog. 2. Rennen. 1. Lebenswonne( Norb), 2. Jdealist( Tarras), 3. Dper ( D. Schmidt). Zoto: 48: 10, Play: 16, 18, 13: 10. Ferner liefen: augenichts, Mortimer, Cognac, Ilsenstein, Spetentieker( gef.), Lagune, 3. Rennen. 1. Casa Bianca( H. Schmidt), 2. Kamilla( Bleuler), 3. Parze( Olejnit). Toto: 62: 10, Play: 20. 22, 36: 10. Ferner liefen: immergrün, Alpenrose, Turmglode, Elore II, Mausi, Priorin, Jo, Raben lode, Abbazia, Astarte. 4. Rennen. 1. Auslese( D. Schmidt), 2. Revolutionär( Bimmer mann), 3. Orchis( Heidt). Toto: 18:10, Blak: 14, 20, 38: 10. Ferner liefen: Novize, Mortala, Cea, Thche, Aralinda. 5. Rennen. 1. Stönigsadler( H. Schmidt), 2. Nicotin( D. Schmidt), 3. Leibjuchs( Huguenin). Toto: 22:10, Blag: 12, 11:10. Ferner lief: Elida. 6. Rennen. 1. Schwarze Rutte( H. Schmidt), 2. Fausta( Jenksch), 3. Lehnsgraf( Huguenin). Toto: 32:10, lab: 15, 16, 32:10. Ferner liefen: Alpenstern, Afelei, Forelle, Berbene, Catania, Röschen, Immer voran, Billiger, Mignon, Ananas, Lavinia. 7. Rennen. 1. Correggio( W. Tarras), 2. Belgrade( Staudinger), 3. Rosmunda( B. Wenzel). Toto: 129: 10, Blat: 37, 39, 56:10. Ferner liefen: Drachme, Augur, Drlan, Lachtaube, Sonnenrose, Drdensritter, Brälat, Bension, Chicaneur. Stoffe für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland G. m. Gertraudtenstraße 20-21. Be Kopfschmerz Hotoport kerto's FrankfurtALS. Arztli bevorzugt Migräne.Zahnschmerz Rheume. b. H. Erhältlich in Apotheken Chem.- Pharm. Laborat Otto& Co., Frankfurt a. M. S. Alle Welt raucht LANDE ZIGARETTEN Bureau des BBA. und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen mehl 45-50 M. Roggenmehl 35 M. Kaffee 480-520 M. Graupen 40 M. Moderné Herren- Bekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer. prima Stoffe Ia Verarbeitung Billigste Preise 12. September, abends 7%, Uhr, in der Gemeindeschule stattfindet, ein- 17-22 M. Eßäpfel 15 M. Eẞbirnen 15 M. Johannisbeeren 10 M. Apfel- MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 gelaben. sinen 2,50-6 M. das Stück. Zwiebeln 12 M. Kürbis 5 M. 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R. 25 Benn die Sachen Eigentum der Schwestern find, gehören is nicht zum Nachlaß des Vaters. 9. 167, Btw. Die Beschwerde ist an das Bezirksamt Pankow, Breite Gir. 24a, zu richten. R. 2. 100. Auf Grund Ihrer Angaben läßt sich die Rente nicht berechnen. Kommen Sie in unsere juristische Sprechstunde. Recht 33, Das Jhnen übe fandte Schriftstück stellt eine Protokollabschrift dar. Die direkte Uebersendung ift offenbar ein Bersehen der Gerichtsschreiberei. W. R. 30. 1. u. 2. Nein. Zum Sükann Der Bereiten von Speisen aller rf verwendet bie Hausfrau borteilhaft flatt 3uder den aff bewährten Gübfloff. Er ist rein ohne Beigefdymad, füst augenblidlich, if billig und befömmlich Da fart fonzentriert, fparfam verwenden, Nad Geschmad zufeßen. Erhältlich in Kolonialwaren, Drogen banbfungen und Apothefen. Vorwärts- Inscratc verbergen Erfolg! 15. Ja. Borausfehung if febody, bak ber Antrag vor bent 1. Juff 5. 3. Bet Mieteinigungsamt eingegangen ist. G. F. 91. Die Miete für 1921. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unier Kollege, der Breffer Albert Messori Danziger Str. 44 am 6. September gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Montag, den 11. d. M., mittags 12 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Reae Beteiligung erwartet 125/18 Die Ortsverwaltung. 5/6 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Deutscher Transportarbeiter- Berband. Deutscher Metallarbeiter- Berband. Verband der Maschinisten und Heizer. Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Berein der Freidenfer Hamburg für Feuerbestattung.. via Southampton- Cherbourg NEW YORK mittels Doppelschrauben- Passagierdampfern. Nächste Abfahrten: * Postdampt., Caronia 16.Sept. 20 000 Tons Postdampf., Saxonia 26. Sept. 14 200 Tons * Postdampf., Caronia' 19. Okt. 20 000 Tons * Schnellster Dampfer Hamburg- New York Günstige Gelegenheit auch zur Reise nach Southampton Kajüte£ 5-7. 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Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. Achtung: Eisendreher. Achtung! Mitglieder Versammlungen: montag, 11. Sepfbr., abends& Uhr, Beziet 1( Berlin- Mitte): Freitag, den 22. September, abends im Verbandshaus, Linienstraße 83-85 ( Bimmer 10): 7 Uhr, Aula der Sophienschule, Weinmeisterstr. 16/17. Bezirk 2( Tiergarten). Für Weften: Donnerstag, den 21. SepBranchentommiffionsfißung. tember, abends 7 Uhr, Schulaula, Neue Winterfeldtstr 16 Für Moabit: Montag, den 18. Geptember, abends 7 Uhr, Erscheinen aller Rollegen ist Pflicht. Schulaula, Bremer Str. 13/17. Bezir? 3( Wedding): Dienstag, den 12. September, abends Dienstag, 12. Sepfbr., nachmit gs 6 Uhr, Aula des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 18. 4 Uhr, im Neuen Bolfstheater, Bezirk 4( Prenzlauer Berg): Freitag, den 15. September, Weißensee, Charlottenburger Straße 120: abends 72 Uhr, Schulaula, Senefelderstr. 6. Bezire 5( Friebrichshain); Montag, den 18. September, abends Mitglieder- Versammlung 7 Uhr, Königebant, Große Frankfurter Straße 117. für den 1. Bezirk. Bezirt 8( Spandau, Staaten, Giemensstadt): Freitag, den 15. September, abends 7½ Uhr, Aula der Oberralschule ordnung und das zutinftige ArbeitszeitTagesordnung: 1. SchlichtungsMoltkestraße. Referent: Nollege Franz Jante. Mitgliedsbuch legitimiert. Beziet 9( Wilmersdorf, Echmargendorf, Grunewald, Halen- gejeg. fee): Freitag, den 15. September, abends 7 Uhr, Aula 2. Bertandsangelegenheiten. Biftoria Luife- Gymnasium. Uhland- und Gasteiner Str. Ede. Beziet 11( Schöneberg, Friedenau): Dienstag, den 19. Gep- Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. tember, abbs. 7 Uhr, Aula der Gemeindeschule, Feurigstr. 66. Bezirk 12( Stegliz, Lichterfelde, Sanming); Achtung! Hauptgruppe I. Achtung! Lichterfelde: Dienstag, den 19. Ceptember, abends 18 Uhr, bei Lansti, Hindenburgdamm 55. Bezirk 13( Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde): Donnerstag. Untergruppe 1 und 2. den 14. September, abends 7 Uhr, in Mariendorf, Aula, Dienstag, 12. Septbr., abends 7 Uhr, Kurfürstenstraße. im Berbandshaus, Linienftraße 83-85 ( Sigungsfaal): Bezirt 16( Röpenid, Friedrichshagen, Grünau, Bohnsdorf, Wilhelmshagen, Rahnsdorf, Faltenberg, Schmödwig, Fichtenau und Schöneiche): Dienstag, den 19. September, Versammlung abends 7 Uhr, in Friedrichshagen, Friedrichsstraße 74, aller Betriebsräte der genannten Lindenlafino". Beziet 19( Bantow, Blankenburg. Buch): Gonnabend, den 16. Geptember, abends 7% Uhr, in Pantow, Schulaula, Grunowstraße. Bezirk 20( Reinidendorf, Rofenthal, Tegel, Bittenau. Herms Gruppen. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. dorf): Freitag, den 15. Gentember, abends 7 Uhr, in Achtung! Kunstgewerbe. Achtung! Reinidendorf, Provingstr. 81, Restaurant Bur lebten Minute". Ertner: Donnerstag, den 14. Geptember, abends 8 Uhr, bei Brodts, Friedrichstr. 75. Tafma Chag 183/5 Em Mittwoch, 13. Septbr., abends 6 Uhr, Lokal Reichenberger Hof", Reichenberger Straße 147: Versammlung aller Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben, deren Inhaber Mitglieder des Verbandes Beritner Kunstgewerbebetriebe sind. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Schiedsspruch. 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Erscheinen aller ift Pflicht. Reisebureau G. m. b. H. Vorzüglicher Rauchtabak. One Mitgliedsbuch kein Zutritt. Berlin, Hotel Bristol, Unter den Linden 6 Allg. Ortstrantentaffe für den Berwaltungsbezirt XI Berlin Schöneberg- Friedenau. PATENTE Metallbetten ,, Fröbel" Sauptstelle: Schöneberg, Grunewaldste 30, Dr. Bogdahn, Geschäfts! d. Treuh.- Verein berat. Stahlmatratz., Kinderbetten dir an Priv. Oberlin- Instit, PriIng. SW 61, Gitschin, Str. 3. Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. vat- Haushaltschule Geschlechtskranke+ Syphills, Männerschwäche, Frauenleiden. 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Die Etutt garter Bertrauensleute der Sozialdemokratischen Partei befaßten fich in einer Versammlung mit den politischen Vorgängen in WürtGesteren ist den Angeklagten im Mordprozeß Rathenau Am nächsten Tag tamen Techow und Brand mit dem temberg, insbesondere mit dem Treiben der Nationalisten. wurde ein Beschluß gefaßt, in dem bedauert wird, daß die württem- die Antlageschrift in dem vor dem Staatsgerichtshof stattfindenden Auto an die Kreuzung Friedrichstraße und Ede Unter den Linden, bergische Regierung dem Streben der Nationalisten ruhig zusieht, Prozeß zugestellt worden. Der Oberreichsanwalt hat insgesamt wo Fischer, Kern und Salomon einftiegen. Nach einer gegen 13 Angeklagte Fahrt durch den Tiergarten trennten sich Brand und Salomon von die Regimentsfeiern duldet und begünstigt. Die Versammlung ist Am Nachmittag des 21. Juni der Auffassung, daß die Sozialdemokratische Partei jebe Berant- Anklage erhoben, und zwar gegen den Studenten des Maschinen- den übrigen Mitangeschuldigten. der Auffassung, daß die Sozialdemokratische Partei jede Berant- baues Ernst Werner Techow aus Berlin, dessen Bruder Hans Tiergarten spazieren, und dabei erzählte Brand dem Angeklagten gingen Tillessen, Plaas, Brand und Salomon im wortung für die durch das Verhalten der württembergischen Re- Gerd Techow, den Studenten der Rechtswissenschaft Willy gierung sich ergebenden Folgen abzulehnen hat. Die Vertrauens- Günther aus Berlin, den Kaufmann Christian Ilsemann Tillessen von den Plänen des Fischer und Kern. Es wurde Lillefsen männer lehnen jede leichtfertige Politik ab und sind entschlossen, aus Schwerin, den Studenten Gustav Steinbed aus Dresden, dabei mitgeteilt, daß man Rathenau auf der Straße erschießen den Kampf, der im Interesse des Reichs, der Republik und der den Privatdetektiv Waldemar Niedrig aus Hamburg, den Kauf- wolle. Während dieses Gespräch stattfand, waren Fischer, Kern und Sozialdemokratie liegt, durchzuführen bis zur Erreichung unserer mann Friedrich Warnecke aus Hamburg, den Bantbeamten Ernst Günther mit dem Kraftwagen, den der ältere Techow lenkte, nach von Salomon aus Frankfurt a. M., den Kaufmann Richard Wannsee und Nicolassee gefahren, und unterwegs machten die Schütt aus Berlin- Schmargendorf, den Kaufmann Franz Die stel beiden Freunde Günther die Mitteilung, daß das Attentat in den aus Berlin- Schmargendorf, gegen den Studenten Karl Tillessen nächsten Tagen ausgeführt werden solle. Zwei Tage vor dem Mord aus Frankfurt a. M., den Schriftleiter Hartmut Plaas aus verließen Tillessen und Plaas Berlin und fuhren nach Flensburg Frankfurt a. M. und gegen den Kaufmann Werner Boß aus reip. Ludwigsluft. Berlin. Ziele. Freiwillige Parteibeiträge. Erfte Quittung. An freiwilligen Beiträgen für die Partei gingen ein: KreierBasel 1639,50; tchechischer Genosse 734,25; Bictor Schiff- Berlin 1000,- Frau Cl. Drews- Berlin 20,-; Staller- Charlottenburg 10 000,- Radtke- Warmuth- Berlin 300,-; N. Guttfeld- Berlin 1000, Baad- Berlin 100,-; M. Ascher- Berlin 350,-; M. Matheus- Berlin 300,- Becker, Prinz, Horwiz u. Wolff- Bin. 1000,-; Dr. Sturm- Lichterfelde 50,-; G. Laste- Berlin 300,-; A. Bands burger- Verlin 300,-; G. Bruser- Geestemünde 50,-; G. Br.- Berlin 200,-; P. Wagner- Berlin 50,-; Brosei u. Wagner- Berlin 100, W. Bultge- Berlin 50,-; H. Schulz- Stegliz 1000,-; Sonnenburg u. Rogge- Biesdorf 50,-; m. Oppenheimer- Friedenau 30,- und Aug. Klintmüller- Friedenau 20,- X- Berlin 20 000,-; Dr. W. Jaenece Charlottenburg 100,- 2.- Berlin 5000,-. Lindner- Friedenau 500,- N. N.- Charlottenburg 20 000,-; M. Ascher- Berlin 650,-; Frl. Buckow- Berlin 125,-; M. Herzberg- Schöneberg 2000, R. Hoffmannn- Berlin 100,-; W.- Berlin 15 000,-; 5. Bieler- Karlsruhe 100,-; 23. G.- Merseburg 300,-; G. H.- Meutölln 15 000,-; H. Wilhelm- Kirchdorf a. Deister 100,-; Daladas- Insterburg 200,-; R.- Berlin 2000,-; F. Delze- Nowawes 50,-; W. Starke- Berlin 100, Marg. Reich- Charlottenburg 100, Peter Ralt, Ethelbrück, Luxemburg 176,-; Angestellte der Buchhandlung Borwärts 3000,-. Beitner- Sulau- Schlesien 300,-; B. 2.- Berlin 8000, Prof. Dr. Schneider- Annaberg 300,- Gesammelt im Bureau des Parteivorstandes 2020,-; 2. Prezer- Berlin 100,-; 5. Sturz- Berlin 1000,- Dr. R. Imhoff- Effen 2000,-; W. Schmischke- Hubniden 200,-; R. Hinze- Penzig D.- 2. 200,-; E. Neumann- Molsehnen 150, D. Braun- Friedenau 5000,-; 2. Grzesinski- Pankow 1000,-; Charl. Küßner- Bln. 200,-; B. R. Bin. 15 000,-; C. 37 Bln. 300,-; Reich- Bln. 100,-; Tewes- Königsbg. 20,-; Dr. CaspariBrandenbg. 300,-; R. Sachse- Raulsdf. 100,-; 5. Büger- Hamburg 100, Alb. Mewes- Hamburg 100,-; K. Krippstedt- Deuben 12,-; H. Bartels- Hamburg 100,- Gebr. Noad- Bin. 1000,-; m. Sieb Charlbg. 300,- 3. Hirsch- Charlbg. 5000,-; C. Schwinghoff- Bin. 100,-; 21. Goebel- Schweidnih 500,-; F. v. Wid- Waren 100,-; Bezirk Mecklenburg- Lübed 25 000,-; E. 21. Steinberg- Altona 3000,-. Pelz- Breslau 100,-; E. Roth- Bin. 1000,-; F. Quaas Tempelhof 500,- Rieß- Jena 10,-; Dr. Heß- Nürnberg 200,-; Reinhardt u. Sohn- Bln. 50,-; H. Wahl- Nürnberg 20,-; Stelefeld Rötschenbroda 100,- 2. Süßmann- Wittstock a. D. 50,-; Sozd. Berein Waldenburg/ Scyles. 5000,-; W. Cohn- Halberstadt 3000,-; C. Herrmann- Kaulsdf. 100,-; Benz- Königsberg 300-; 5. Roh u. Bolfmann- Schwerin 50,-; Sozd. Verein Merseburg 500,-; Ollenhauer- Bln. 50,-; Gesammelt i. d. Weißenfeer Ortstr.- Rasse d. Carl 140,- Fabritdir. R. Weinberger- Waldjassen 2000,-; Offomsti Hindenburg 5000,-; im Bezirk Hessen eingegangen 1300,-; Arb. u. Angest. im Haupt- u. Gaubureau d. D. Holzarb.- Berbd. 3000,-; R. Wittenburg- Schwerin 100,-. Summa 197 426,75 Mr. Berlin, den 9. September 1922. Für den Parteivorstand: Fr. Bartels. * Weitere Geldsendungen sind zu richten an den Raffierer der Sozialdemokratischen Partei: Landtagsabgeordneten Fr. Bartels, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, oder an das Banttonto des Parteivorstandes: Fr. Bartels, D. Heinrich, W. Pfannkuch, D. Wels, Berlin, Lindenstr. 3, bei der Diskontogesellschaft Berlin, Depositen tasse, Lindenstr. 3, bzw. Postschecktonto: Berlin N. 7, Nr. 7918, Fr. Bartels, F. Ebert, D. Braun, Berlin SW. 68. Leibregiments, den Hezdichter Calicot zum Hofpoeten, zieht sich aus jeder Schlinge, die ihr gelegt wird, mit Frauenlüge, Geist und Ueberlegenheit heraus und vollbringt zuleht noch so eine Art mora lischer Handlung, wenn sie das richtige Grafenpärchen zusammen, führt. Die Anklage geht davon aus, daß der Ingenieur Herrmann Fischer und der Student Erwin Kern, die bekanntlich auf der Burg Saaled Selbstmord verübt haben, das Mordverbrechen aus fanatischem Antisemitismus und in dem Wahn begangen haben, sie könnten eine Aenderung der bestehenden Verhältnisse herbeiführen. Di Borbereitungen zu der Tat fallen nach dem Ergebnis der Voruntersuchung etwa in die Beit bis zum 10. Juli. Um diese Zeit tamen Fischer und Kern nach Berlin und stiegen in der Pension Scheer ab. Mit ihnen zusammen wohnte dort auch der Angeschuldigte von Salomon. Kern erzählte Salomon, daß er einer nationalen Sache" wegen in Berlin sei. Aus gewissen Andeutungen glaubte Salomon entnehmen zu fönnen, daß die beiden genannten Angeklagten ein Attentat auf Minister Rathenau vorbereiteten. Dieser Berdacht bestätigte sich, als Kern Salomon aufforderte, nach Kiel zu fahren, um dort einen zuverlässigen Chauffeur zu besorgen, Tatsächlich fuhr der angeschuldigte Salomon am 17. Juli nach Kiel und dann, als seine Bemühungen dort zwecklos waren, nach Hamburg, wo er den Angeklagten Warnede aufsuchte. Warnecke brachte Salomon mit dem Detektiv Niedrig in Verbindung, der den Kraftwagen zu dem Attentat steuern sollte. Anfänglich war Niedrig bereit und fuhr auch mit Salomon nach Berlin. Inzwischen hatte Rern jedoch einen anderen Führer für den Kraftwagen gefunden, und Niedrig reifte nach Hamburg zurüd. Während der Abwesenheit Salomons waren Fischer und Kern mit dem Studenten Ernst Werner Techow in Verbindung getreten, indem sie sich als Angehörige der Brigade Ehrhardt ausgaben. Wie Techom behauptet, haben Fischer und Kern ihm erzählt, es bestände ein Plan, Minister Rathenau zu ermorden, und sie wollten sich hierüber näher informieren. Weiter erzählte Fischer, daß er aus Sachsen ein Automobil erwarte, mit dem das Attentat ausgeführt werden solle. Der Urheber des Mordplans war nach Angabe Fischers der Unterprimaner Heins Stubenrauch, der dem Deutsch nationalen Jugendbund angehöre. Stubenrauch war mit dem Angeflagten Günther be freundet und hatte diesem gegenüber die Abficht geäußert, Rathenau im Reichstag zu erschießen. Von diesem Plan Stubenrauchs hat Günther auch den beiden Brüdern Techow und anderen Berfonen Mitteilung gemacht, so daß die Kunde von dem Attentat auch zu Fischer und Rern gelangte. Durch Bermittlung des jüngeren Techom versuchten Fischer und Kern Günther fennenzulernen, um Näheres über den Mordplan zu hören. Gleichzeitig schickten Fischer und Kern den älteren Techow am 19. Juli nach Dresden, um dort das Auto in Empfang zu nehmen. Techom wurde auf dem Bahnhof in Dresden von dem jetzt flüchtigen Studenten Günther Brand in Empfang genommen, der den Boten nach Freiberg brachte und dort mit dem Fabrikanten Frit Rüchenmeister in Berbindung setzte. Während dieser Reise tamen Fischer, Kern, der jüngere Techom und Günther in der Wohnung der Frau Techow zusammen. Fischer und Rern waren der Ansicht, daß Stubenrauch noch zu jung sei, um das Attentat auszuführen. Inzwischen hat der Fabrikant Jo hannes Rüchenmeister sich mit Ernst Techow und Brand getroffen und beiden seinen Kraftwagen übergeben. Küchenmeister war dabei gesagt worden, daß der Wagen zu nationalen Zweden verwandt werden folle. Techow fuhr dann mit dem Kraftwagen nach Berlin und Benachrichtigten sofort den Angeschuldigten Kern, der mit Fischer zusammen den Wagen in eine Garage in der Wilmersdorfer Straße brachte. Wirtschaft Die anhaltende Teuerung. Am 24. haben dann Fischer und Kern in der bekannten Weise das Attentat ausgeführt, bei dem Minister Rathenau auf der Stelle getötet wurde. Ferner ist Der Oberreichsanwalt hat auf Grund des geschilderten Latbestandes Antlage gegen Ernst Werner Techow erhoben, gemeinsam mit Fischer und Kern Minister Rathenau ermordet zu haben. Hans Techow, Günther, Ilsemann, Steinbed, Niedrig, Warnice und v. Salomon sind der Beihilfe angeklagt. Hans Gerd Techow, Günther und Ilsemann, Schütt und Diestel megen Begünstigung angeklagt, während das Verfahren gegen Tillefsen, Plaas und Voß auf Grund des§ 139 StGB.( Nichtanzeige drohender Berbrechen) angeſtrengt iſt. Der Dberreichsanwalt hat insgesamt nur 16 Zeugen geladen, ferner als Sachverständigen Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Straßmann. Ein intellektueller Rathenau- Mörder. Die abgeschnittenen Monarchenköpfe". Bor der Straffammer des Landgerichts III wird sich demnächst der Herausgeber der bekannten Broschüre Die Geheimnisse der Weisen von Zion", Hauptmann a. D. Ludwig Müller, genannt v. Haufen alias Gottfried zur Beet wegen Beschimpfung des Andenkens Emil Rathenaus, des Vaters des ermor= deten Reichsaußenministers, zu verantworten haben. In der genannten Schrift wird u. a. behauptet, daß die Fassade des Rathenauschen Hauses in der Bittoriaftraße zu Berlin mit einem Fries geschmüdt sei, auf welchem sich abgeschnittene gekrönte Häupter befänden. Wörtlich heißt es: Wie oft mag unfer argloser Kaiser die Schwelle dieses Hauses überschritten haben, ohne Wegen zu ahnen, welche frommen Wünsche der Mann, den er Freund" nannte, für die Zukunft des Hohenzollernhauses hegte. dieser Behauptung hatte Reichsminister Dr. Walter Rathenau burch Rechtsanwalt F. Grünspach- Berlin Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte auch die Anklage erhoben mit dem seltenen Ergebnis, 24 daß die 6. Straffammer des Landgerichtes III die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Herausgeber der Weisen von Žion" ablehnte. Das Vorgehen der Straffammer stützte sich einmal auf formale Gründe, insbesondere aber auf die Auffaffung, daß dem Beklagten auch bei verleumderischen Beleidigungen der Schuh des§ 193 StGB. zuge billigt werden müsse(!!), weil Müller erster Borfizender des Berbandes gegen die Ueberhebung des Judentums" und als solcher berechtigt sei, die Interessen einer solchen Interessengemeinschaft zu vertreten. Gegen diesen Beschluß der Straftammer hat Rechtsanwalt Grünspach, obgleich seine Bollmacht dazu durch den inzwischen erfolgten Tod Walter Rathenaus erloschen war, Beschwede erhoben und die Staatsanwaltschaft ersucht, fich dieser Beschwerde anzufchließen, was auch tatsächlich erfolgte, Nunmehr hat das Kammergericht den Beschluß der Straffammer aufgehoben und das Hauptverfahren gegen Hauptmann a. D. Müller, genannt v. Haufen eröffnet. Der Hauptverhandlungstermin dürfte bereits in den nächsten Wochen stattfinden. Der Fries am Rathenau- Haus in der Biftoriaftraße zeigt gleichgeformte Masten im Renaissanceftil. Der Schöpfer des Hauses, Profeffor Nagler- München, hat gegenüber der Behauptung der Broschüre erklärt, daß nur Infamie oder Dummheit" diese Masken als abgeschnittene gefrönte Häupter auslegen fönnte. Durch verleumderische Infamien dieser Art find aber, wie feststeht. die Mörder Walter Rathenaus zu ihrer Lat gehegt worden. Inlandswaren um 62,2 Broz, von dem 93fachen auf das 150,8fache anzogen. Im einzelnen stiegen: Getreide und Kartoffeln von bem 93,3fachen auf das 161,7fach e; Fette, Buder, Fleisch und Fische von dem 86,8fachen das 159,2f a che; Rolonial waren Don dem 130,8fachen auf das auf 333,4 fach e; 395,4 fa che; Frigi Massary ist diese Bereinigung von Wiz, Charme und Rofetterie, eine Herrscherin in den Künsten der Liebe. Jedes Couplet, jedes Wort, jedes Lachen zündet. Da die Rolle ihr auf den Leib und auf die Zunge geschrieben ist, so braucht sie in der Zat vom reichen Born ihrer natürlichen Begabung nur immer zu geben, um jede Banalität, jede Lüfternheit vergessen zu machen hinter einem prachtvollen elementaren Kunstereignis. Bleibt nur noch zu verkünden, daß ihre Stimme in einem Jahr an Sanftheit, Die Entwicklung des Devisenmarktes hat sich in der letzten Klarheit, Ausdruck und Schmelz gewonnen hat. 3hr galten die Woche unter dem Einfluß der Verhandlungen mit Belgien beruhigt, großen Ovationen des Abends. Wirl, ihr Partner, Robert, der die Preise im Kleinhandel sind noch immer weit von jedem Abbau amüsante, pathetisch groteske Dichter, fanden uneingeschränkten entfernt. Zum Teil hat das natürliche Gründe. Die Welt. Die Welt. Betfall. Leo Fall dirigierte sein Wert selbst. Er tann sich in feiner marttpreise, die bei dem schlechten Stand der Währung weit besonderen Instrumentation, in der flaren Charakteristit seiner mehr als den 300fachen Borkriegsstand aufweisen, übertragen sich Melodien nie als der versierte, freischaltende, Walzer liebende mit erhöhter Geschwindigkeit auf den Groß- und auf den KleinMusiker von Distinktion verleugnen. Nichts Polterndes, nichts Nur handel, nachdem die bürgerliche Reichstagsmehrheit mit dem überRhythmisiertes liegt ihm. Er stammt aus Wien und fein Gesang stürzten Abbau der Zwangswirtschaft alle Fesseln der Preisbeauch. Gut für uns, daß der Fortrott stirbt. Der Pompadourwalzer, das Potipharcouplet, die Erziehung zur Liebe, der Chor vor dem wegung gelockert, für die in der Kritik des Friedensdiftats immer Industriestoffe zusammen von dem 112,1fachen auf Schlafgemach find Nummern von Einprägsamfeit, meist in ge- wieder vorausgesagte Katastrophe" aber nicht die geringste Vordas 192,5 fa che. wählter Melodie, nie wirtungslos. Nur das Carmen- Schidfals forge getroffen hatte. Jetzt ist die panifartige Bewegung am Bezeichnend ist an dieser Zusammenstellung, wie die Großmotiv brauchte nicht bemüht zu werden. Oder sollte es darauf hin- Warenmarkte da, selbst bürgerliche Politiker erfemen das Unweisen, daß uns die Massary die Carmen schuldig ist? Die Aus- haltbare der Situation, aber bier ernsthaften Bemühungen handelspreise am Tertilmarkt und die am Häute- und Ledermarkt stattung Birchons, die Kleider der Clara Schulz Ia! K. S. der Gewerkschaften, die Teuerung wenigstens zu verlangsamen bereits im Auguft die Entwertung ber Mart überholt Neue Preise in der Staatsoper. Bom 12. d. M. ab werden die finden bei ihnen längst nicht die notwendige Unterstützung. Lieber haben. Man versteht, warum gerade der volksparteiliche Politiker Eintrittspreise in der Staatsoper fo festgelegt werden, daß Reichsdeutsche läßt man inmitten des Preiswirrwarrs auch den urlauteren Ele- und Lederinteressent Hugo ein so erklärter Feind aller den Wucher und Deutschösterreicher, die sich durch Lichtbild ausweifen, statt wie bis- menten freies Epiel, die ohne Not Waren inländischer Herkunft beschränkenden Maßnahmen ist. her 1, des Kassenpreises entrichten. Bugleich wird für die oberen Ränge über das durch die gestiegenen Produktionskosten bedingte Maß Die Preiswelle hält noch immer an, und mit jedem Tage erhöht eine wesentliche Preisermäßigung eingeführt.( Unsere Anregung ist also auf fruchtbaren Boden gefallen.) hinaus verteuern. Lebensmittel von dem 94,4fachen auf das 173,1 fa che; ferner Häute und Leder von dem 126,7fachen auf das Leptilien von dem 170fachen auf das 352,1fach e; Metalle von dem 108,3fachen auf das 256,7f a che; Kohle und Eisen Don dem 96,5fachen auf das 123,6 face; fich die Gefahr, daß die Kauffraft der Bevölkerung hinter Die Klassiker Aufführungen im Staatlichen Schauspielhause Für das Ausmaß der Teuerung im Großandel liegen neue der Preissteigerung zurückbleibt. Dann aber droht die Absazkrise ſollen im Laufe des inter eine Auffrischung der Darstellung erfahren. Angaben vor in dem Großhandelsinder des Statistischen und die Gefährdung der Produktion. Die Arbeiterschaft hat alles Am Mittwoch wird Maria Stuart in völliger Neubejegung ge Interesse daran, daß auch um ihrer Beschäftigungsmöglichkeit boten werden. Die Titelrolle spielt Johanna Hofer; außerdem erstes Auf Reichsamts für den Monat August dieses Jahres. Bon vorn willen treten von Gerda Müller als Elisabeth, Start Ebert als Leicester, Robert herein ist zu bemerken, daß diese Zahlen weit davon entfernt sind, die Teuerung entschieden fortgesetzt werden. Es wird der ganzen die von der Regierung begonnenen Maßnahmen gegen Taube als Burleigh. Weitere Neubejegungen sind geblant für Othello", die gegenwärtige Lage zuverlässig zu spiegeln, da sie die nur III, Räuber", tesco"," Don Carlos"," Bilhelm Tell, burchschnittliche Teuerung des Monats Auguft zu erfaffen organisierten Kraft der Arbeiterschaft bedürfen, wenn hier Torquato Tasso"," Nathan der Weise". In der Tribüne wird am Dienstag Strindbergs Totentanzsuchen. Die von uns veröffentlichten Warenpreisfennziffern der Erfprießliches geleistet werden soll. Jedenfalls sind dilettantische mit Albert Steinrüd und Emilie Unda zum ersten Male aufgeführt. Ein rujüiches Theater wird in der Berliner Sezeffion " Frankfurter 3tg." sind um mehr als die Hälfte höher als die des Sonderaktionen, wie sie jetzt von den Kommunisten unternommen eingerichtet. Bom September bis März wird bier eine Stammer- Stunft- Statistischen Reichsqmts. Die durchschnittliche Barenteuerung des wurden, von vornherein zur Erfolglosigkeit verurteilt und sie schädiBühne„ Karussell", russische Kabarettkunst nach dem Vorbild der Mostauer letzten Monats ist also bereits am Anfang September längst über- gen nur die Arbeiterschaft selbst. " Fledermaus" vorführen. Das Haus der Sezession wird dafür vollkommen holt gewesen. Immerhin sind auch die amtlichen Berechnungen von Die Gesamtbesucherzahl der Leipziger Herbstmesse 1922 hat mit umgebaut. Musikchronit. Am 16. b. Mts., 7%, Uhr, findet in der Sing. Interesse. Sie bestätigen, daß eine so rapide Preissteigerung am rund 155 000 geschäftlichen Messebesuchern die Refordbesucherzahl akademie ein boltstümliches Stonzert unter Mitwirtung von Solisten Warenmarkt wie die des letzten Monats bisher einzig dafteht der diesjährigen Frühjahrsmesse erreicht. Unter den Messebesuchern des Philharmonischen Orchesters statt, in dem u. a. die Arie für Sopran Nach der Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamts befanden sich 26 000 Ausländer. und Kontrabaß von Mozart, die Serenade für Streichtrio von Beethoven erreichte das deutsche Preisniveau im Auguft das 179fache des und das Forellenquintett von Schubert zum Vortrag gelangen. Friedensstandes. Gegenüber Juli( 100,6fach) stiegen Eine dritte Mount- Everest- Expedition. Das Septemberheft ber die Großhandelspreise um 78,8 Proz. Der Dollar wurde im Geographischen Zeitschrift", des offiziellen Organs der britischen Geographischen Gesellschaft, fündigt das Bevorstehen einer dritten Expedition Juli mit 493,22 m., im Auguft mit 1134,56 M. notiert und somit zur Bezwingung des Mount Everest an. Die Zeitschrift gibt dabei ihrer um 130 Proz. höher bewertet. Dieser Bewegung tommen die Ein festen Zuversicht Ausdrud, daß die neue Expedition zur endgültigen Be- fuhrmaren am nächsten, deren Preise von dem 138,5fachen auf zwingung des gewaltigsten Bergriefen der Erde' führen werde. das 324,9fache oder um 134,5 Proz. emporschnellten, während die Zunahme der lothringischen Erzausfuhr. Die Gruben des lothringischen Bedens haben im ersten Halbjahre d. J. 4 328 455 Zonnen Eisenerz im Werte von 99 Millionen Frant ausgeführt gegen 2 666 428 Tonnen im Werte von 61 Millionen Frank im ersten Halbjahr 1921. Besonders nach Deutschland hat sich die tothringische Ausfuhr vermehrt, und zwar auf 1160 056 Tonnen gegen 505 701 Tonnen. Gewerkschaftsbewegung Kommunistischer Verrat. Unsere Kommunisten sind gerade wieder einmal dabei, die Not der deutschen Arbeiterschaft zu benutzen, um mit einer sogenannten großen Attion" den Gewerkschaften und den sozialistischen Parteien in den Rücken zu fallen. Natürlich geht das alles unter dem Feldgeschrei der Einheitsfront" vor sich. Es ist eine merkwürdige, aber leider längst nicht mehr neue Tatsache, daß die Kommunisten in dem Augenblice, wo die Arbeiterschaft eines Landes sich in einer besonders schwierigen Situ ation b findet, die Gelegenheit wahrnehmen, um die Arbeiterschaft zu spalten und ihre Versuche zur Selbsthilfe zu lähmen. Das frasseste Beispiel in dieser Beziehung bietet wohl das Berhalten der Kommunisten in der Tschechoslowatei. Be fanntlich leidet die Arbeiterschaft der Tschechoslowakei infolge der Wirtschaftskrise an einer ungeheuren Arbeitslosigkeit Fabrik auf Fabrik wird geschlossen. Ganze Industrien stehen uns mittelbar vor dem völligen Zusammenbruch. Selbst die ältesten und beftfundierten Industrien, wie die weltberühmte böhmische Glasindustrie oder die ungemein entwickelte Textilindustrie unterliegen dieser Krise. Es versteht sich von selbst und braucht eigentlich gar nicht gesagt zu werden, daß die Unternehmer diese Notlage der Arbeiter ausbeuten, um die Löhne zu drüden. nicht möglich und ist in diesen Betrieben die Arbeit einge= stellt. Während in 60 Betrieben mit über 1000 Beschäftigten eine Verständigung möglich war, lehnten die Arbeitgeber des Schutzverbandes Berliner Schlossereien eine Sigung zur Beilegung der schwebenden Streitigkeiten ab, und beschlossen, wenn am Sonnabend, den 9. September, die Arbeit nicht überall aufgenommen wird, ab Montag, den 11. September, in allen Betrieben der Bauund Geldschrankfabriken die Arbeiter auszusperren. Gewerkschaftsbund der Angestellten. " Die Umbildung der Gewerkschaften. Der Gedanke des Zusammenschlusses aller Arbeiter des Baugewerbes in eine gewerkschaftliche Organisation gewinnt immer mehr an Beden, wie die Urabstimmung zeigt, die dieser Tage im Zentralverband der Glaser über den Anschluß an den Baugewerks bund stattfand. Von 2721 abgegebenen Stimmen lauteten 2434 auf ja, 278 auf nein, 9 waren ungültig. Achtung, SPD.- Betriebsräte! Montag nach m. 4 Uhr findet eine Vorbesprechung aller Weimar, 9. September. SPD. und USPD.- Delegierten zur Generalversammlung B. S. In Weimar begann gestern der erste ordentliche Bundes- der freigewertschaftlichen Betriebsräte zentrale tag des Hirsch- Dunderschen Gewerkschaftsbundes der Angestellten in der Arbeiter- Bildungsschule, Breite Straße 8/9, Hof, part., statt. ( GdA.). Nachdem dem Aufsichtsrat und Bundesvorstand Entlastung Es müssen alle Delegierten der Richtung Amsterdam ers erteilt worden war, nahm der Bundestag eine Reihe von Entſcheinen. Mitgliedsbuch der Partei legitimiert. schließungen an. Bezüglich der Reichsverfassung fand Der Fraktionsvorstand. J. A.: Krüger. Schiemann. folgende Entschließung einstimmige Annahme:" Der Bundestag des Gd. billigt die wiederholten Erklärungen des Bundesvorstandes, die Weimarer Reichsverfassung gegen jeden gewaltsamen Angriff, Lohnbewegung in der Damenwäschebranche. von welcher Seite er auch fommen möge, zu schützen und auf ihrer Die Verhandlungen des Deutschen Bekleidungsarbeiterverbandes Grundlage am Wiederaufbau der Wirtschaft und des Staates mit mit dem Arbeitgeberverband Berliner Damenwäschefabrikanten, welche am Freitag stattfanden, führten zu einem Ergebnis. Das allen Kräften mitzuarbeiten." Zur Reform der Angestelltenversicherung forderte Angebot der Arbeitgeber, welches sich zwischen 14 und 21 Proz. beder Bundestag von Reichsregierung und Reichstag die sofortige Ver- wegte, empfand die Verhandlungsfommission des Bekleidungsabschiedung des längst überfälligen Gesetzes. Es wird die Bearbeiterverbandes über van 75 Broz. als verfeitigung der Gehaltsgrenze für die Versicherungspflicht höhnend und lehnte jebe Diskussion hierüber ab. Da die Komgefordert, da eine solche bei der fortschreitenden Geldentwertung mission der Arbeitgeber kein weiteres Mandat hatte, wollen sie Diese außerordentliche Notlage erfordert die angespannteste zwecklos fei und außerdem eine Benachteiligung der Angestellten ihre Mitgliederversammlung erneut befragen. Die neue BerhandKraftanstrengung der Arbeiterschaft und ihre absolute Gefchaft gegenüber der Arbeiterschaft bedeute. Dagegen wurde eine lung ist auf Mittwoch vertagt. schlossenheit und Einigkeit. Spaltet sich die Arbeiter- Verschmelzung der als Sonderversicherung bewährten Angestellten- Um zu diesem neuen Angebot Stellung zu nehmen, findet am schaft in einem solchen Augenblid, so ist sie verloren. Das haben versicherung mit der Invalidenversicherung abgelehnt. Donnerstag( fiehe Vereinsanzeigen), den 14. September 1922, nachIn einer weiteren Entschließung lehnte der Bundestag den Ge- mittags 5 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 58/59, denn auch die widerstrebenden Elemente in der tschechoslowakischen danken der gesetzlichen Einführung einer gleitenden eine Versammlung statt. Sollte das Angebot der Arbeitgeber den Republik eingesehen und von den tschechischen Nationalsozialisten bis Lohnstala ab, und verlangte dafür die paritätische Beteiligung Teuerungsverhältnissen nicht Rechnung tragen, muß zu den zu zu den deutschen sozialdemokratischen Arbeitern eine einheitliche von Arbeitnehmern und Arbeitgebern an den Ermittlungsarbeiten ergreifenden Maßnahmen Stellung genommen werden. Abwehrfront gebildet. des Reichsamtes für Statistit zur Feststellung der ReichsDiesen Augenblick der höchsten Gefahr haben die Kommunisten inderziffer. sich ausgesucht, um der Arbeiterschaft der Tschechoslowakei einen Stoß in den Rücken zu versehen. Wie wir bereits mit geteilt haben, hat der Prager Zentralgewerkschaftsrat, in dem die Kommunisten die Mehrheit haben, beschlossen, die 3 ahlung der Beiträge an den tschechoslowakischen Gewerkschaftsbund ein zu stellen und gleichzeitig hat er die Ortsgruppen aller Verbände aufgefordert, teine Beiträge mehr an ihre 3entralleitungen abzuführen. In nächster Zeit soll ein kommunistischer Gewertschaftstongreß einberufen werden, um einen Gewerkschaftsbund zu gründen, der der Moskauer Gewert schaftsinternationale unterſtellt ist. Dieses Kapitalverbrechen, dieser Brudermord wird natürlich vollzogen unter der Maste der Einheitsfront". In Deutschland, wo sich die Arbeiterschaft gegenwärtig vielleicht in der gefährlichsten Situation seit den Novembertagen befindet, versuchen die Kommunisten dasselbe Verbrechen zu begehen. Wir sind überzeugt, daß die deutsche Arbeiterschaft nicht gewillt ist, unter Führung der Kommunisten Selbstmord zu begehen. Wir stellen hier nur den Berrat der Kommunisten fest, und überlassen es dem gefunden Urteil der Arbeiter, Angestellten und Beamten, daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Aussperrung der Bauschloffer? In der Branchenversammlung der Bauschlosser am Mittwoch, den 6. September, die in den Musikerfälen tagte, wurde de. Bericht der Tariffommission gegeben. Die enorme Teuerung veranlaßte die Tariffommission, an die Arbeitgeber den Antrag zu stellen, für die lekte Hälfte des Monats August eine Nachzahlung von 8 M. pro Stunde zu verlangen. In gemeinsamer Sigung machte die Kommission der Arbeitgeber den Vorschlag, den Verheirateten mit Kindern 500 M., den Verheirateten ohne Kinder 400 m., den Redigen 250 M., den Junggefellen 200 m., den Jugendlichen 50 M. für den Monat August nachzuzahlen. Ueber die Septemberlöhne bis 15. d. M. war eine Einigung nicht möglich. Durch einstimmigen Schiedsspruch am 31. Auguft sollen auf die Auguftlöhne 60 Broz. für alle Arbeiter bis 15. September gezahlt werden. Die Teuerungszulage für Verheiratete mit Kindern soll auf 3,50 M., für Verheiratete ohne Kinder auf 2 M. pro Stunde erhöht werden. Am 15. September kann der Tarifvertrag gekündigt werden. Diesen Schiedsspruch lehnten die Arbeitgeber ab und erklärten einen Bertrag nur bis zum 30. September anzunehmen. Auch sollten die bereits gezahlten Wirtschaftsbeihilfen in Abzug gebracht werden. Die Branchenversammlung der Bauschloffer nahm den Schiedsspruch an, lehnte jedoch bei Abzug der Wirtschaftsbeihilfe die Weiterarbeit ab und verlangt, daß bei Steigen der Teuerung nach dem Schiedsspruch verfahren wird. In 10 Betrieben mit 135 Beschäftigten war eine Berständigung Zur Frage des Soziallohnes wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt, daß der Bundestag an dem Grundfab festhält, gleiche Arbeit müsse auch gleiche Wertung erfahren. Das Streben, die Gehaltsbezüge tariflich in der einen oder anderen Form fei eine Gefahr für die Erhaltung der Arbeitsfreudigkeit und die dem Familienstande anzupassen, und so einen Soziallohn zu schaffen, Steigerung der Produktion. Nur auf Grund der außerordentlichen Notlage finderreicher Angestellter könne sich der Bundestag mit dem jetzt geübten System einverstanden erklären. Zur Frage der Zentralarbeitsgemeinschaft wurde folgende Resolution angenommen:„ Die Möglichkeit eines Zusammenwirkens fezt voraus, daß der einseitige Unternehmungsstand. puntt zugunsten der Gemeinschaftsarbeit zurückgestellt wird. In letzter Zeit macht sich immer mehr das Bestreben gewisser Unternehmerorganisationen bemerkbar, den Abschluß von Tarifverträgen mit Angestelltengewerkschaften zu umgehen und die Entstehung von gelben Gewerfvereinen zu begünstigen. Solche Vorgänge find eine Verlegung des November Abtommens 1918 und geeignet, die Grundlagen der Zentralarbeitsgemeinschaft zu erschüttern." = Die Verhandlungen im Bankgewerbe sind, wie der Allgemeine Verband der deutschen Bankangestellten mitteilt, daran geschei. tert, daß der Arbeitgeberverband nach etwa 10stündiger Verhandlung die zuletzt von den Arbeitnehmerparteien gemeinsam gestellten Forderungen abgelehnt hat. Der polnische Poststreit beigelegt. In Verhandlungen zwischen dem Minister für Post und Telegraphen und der obersten Verbands leitung der Post- und Telegraphenbeamten Bolens ist gestern eine Einigung zustande gekommen. Die Arbeit wurde am Sonnabend, mittags 12 Uhr, wieder aufgenommen. Zentralverband der Schuhmacher. Montag 5% Uhr, Röpenider Str. 127a: Montag 4% Uhr, Markusstr. 18: BranchenVersammlung der Buschneider. versammlung der Maschinenarbeiter und Fertigmacherinnen. Dienstag 5 Uhr, Köpenider Str. 127a: Bersammlung der Stepperinnen und Borrichterinnen aus den Fabriken. Dienstag 5% Uhr, Weberstr. 17: Bersammlung der Maschinen-, Sanbzwider und zwiderinnen. versammlung des Ortstartells Groß- Berlin des AF- Bundes müssen am Bertreterversammlung des Afa- Bundes! Alle Mitglieder der Vertreter. Montag nachm. 4 Uhr in der Stadthalle, Klosterstr. 65, zur General verfammlung der Betriebsräte anwesend sein. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Montag nachm. 25 Uhr in den Arminhallen", Rommandantenstr. 58: Branchenversammlung. Tagesordnung: Bericht von den Leipziger Verhandlungen. Es ist unbedingte Pflicht eines jeden einzelnen, in dieser Versammlung zu erscheinen! Eine Herausforderung der Droschkenbefizer. Berband der Gemeinde und Staatsarbeiter. Filiale Groß- Berlin, 2. Ber. waltungsbezirt. Montag 7 Uhr in Moabit, Waldenserstr. 19( Lokal Thiede Eine von zirfa 3000 Pferdebroschten-, Automobil- und Elektro- mann): Bersammlung. 13. Berwaltungsbezirk. Montag 7% Uhr in der broschtenbefizern besuchte Berfammlung beschäftigte sich gestern vorgesellschaft. Dienstag 7 Uhr in der Schulaula, Mittenwalder Straße: Gel. Schulaula, Mariendorf, Kurfürstenstraße: Bezirksversammlung. Gasbetriebs mittag mit der Ablehnung einer höheren Tare durch den Berliner fionsversammlung. Dienstag nachm. 5 Uhr im Gesangssaal, Gitschiner Straße: Magistrat. Der Magistrat erkennt die Berechtigung der höheren Vertrauensmännerftgung. AfA- Mitglieder der Solzindustrie! Dienstag 7 Uhr im Börsensaal der Tare an, stellt aber die Bedingung, daß die Benzin- Kraftdroschken-„ Muster- Feſtfale", Kaiser- Wilhelm- Str. 31: Bersammlung. befizer vorher die Lohnstreitigteiten mit ihren An- Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Filiale Berlin. Donnerstag nadim. gestellten beilegen. Die Versammlung lehnte nach lebhafter 5 Uhr in den Arminhallen", Rommandantenstr. 58/59: Bersammlung der Es Damenwäschebranche. Aussprache diese Forderung des Magistrats einstimmig ab. handelt sich um einen Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses, den Berantwortlich für den rebatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: die Droschtenbefizer nicht anerkannt haben und der auch vom De- Th. Glode, Berlin. Verlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: mobilmachungskommissar wieder aufgehoben worden ist. Dieser hat Borwärts- Buchdruckerci u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Sterzu 2 Beilagen die von den Droschtenbefizern gezahlten Löhne für ausreichend er= flärt. Die Bersammlung verwahrte fich unter schärfsten Ausdrücken gegen die ablehnende Haltung des Magistrats und beschloß, bis zur nächsten Magistratssigung den alten vom Demobilmachungsfommissar bewilligten Lohn weiterzuzahlen. Bei weiterer Ablehnung der höheren Droschfentare soll jedoch vom nächsten Mittwoch ab den Fahrern ein Teil der bisher gezahlten Löhne abgezogen werden, was eren Streit im Berliner Verkehrsgewerbe bedeuten würde. Angestellte der Metallindustrie! Die von den faufmännischen und technischen Angestellten mit Ausschluß der Werkmeister am 7. d. Mts. erfolgte Urabstimmung hatte als Ergebnis, daß die am 2. d. Mts. getroffene Vereinbarung gegen eine sehr starke Minderheit angenommen wurde. Dem VBMJ. ist im Auftrage des Bundes der technischen Angestellten und Beamten und des Zentralverbandes der Angestellten fofort hiervon Mitteilung gemacht werden, um so die Möglichkeit zu bieten, daß die in der Vereinbarung vorgesehene Auszahlung eines zweiten Drittels des Juli- Gehaltes pünktlich bis zum 15. September erfolgen fann. AfA- Bund, Ortstartell Groß- Berlin. Jogal hervorragend bewährt bei: Sicht Rheuma Zschias Grippe Herenschuß Nervenschmerzen. 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