Nr. 429 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 208 Bezugspreis: Für den Monat September 200,- M.. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Desterreich und Luremburg 248,- m, für das übrige Ausland 282,- M. Postbestellungen nehmen, an Belgien, Dänemart, England, Esthland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Defter reich. Schweden, Schweiz, TschechoGlowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezet toftet 40,-0. Reklamezeile 180,- M Aleinenzeigen" das ettgedruckte Wort 12, M.( zulässig wei teftgebruckte Worte), iedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und Schla Stellenanzeigen das erste Wort 7.-R. fedes weitere Wort 5,- M. Worte tiber 15 Buchstaben zählen für zwe Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Zeile 15.- 902. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Montag, den 11. September 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Ferniprecher: Verlag, Haupregpedition u. InseratenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Die neue Reparationskrise. Reden Wirths und Poincarés. ökonomischen getreten. einzutreiben. Condon, 11. September.( WTB.)" Times" meldet drücken tönnten? Noch einmal find es polifische Erwägungen einer werden. Aber nicht durch diese teilweise und zeitweise Entscheidung aus Brüssel, daß die Abreise der belgischen Delegierten aus der alliierten Regierungen, die sich an den Buchstaben der Ent- fann das ernste Reparationsproblem gelöst werden. Die Fragen, Berlin nicht als ein endgültiger Abbruch der Verhandlungen scheidung der Reparationsfommission flammern und behaupten, man die es aufwirft. sind nur vertagi, und sie werden alle vor angesehen werden dürfe. Die belgischen Delegierten feien önne über das, was die Reparationstommiffion entschieden hat, Ende des Jahres wieder auftauchen. Möge man diese Fragen endlich in ihrer Gesamtheit anschneiden. Wir werden an diese zurückgekehrt, um sich mit ihrer Regierung zu beraten. nicht hinausgehen. Noch einmal find Minifterpräsident Theunis werde die Frage einem morgen bei der belgischen Regierung die politischen Erwägungen vor die Prüfung mit dem lebhaften Wunsche herangehen, den schweren Alpdruck, der auf Europa lastet, zu vertreiben. Wir legen indessen, stattfindenden Ministerrat unterbreiten. Paris, 11. September.( Tul.) In Brüssel faßt man die Wir brauchen deshalb nicht zu verzagen; denn nur das, was öko- um niemand zu täuschen, Wert darauf auszusprechen, daß Paris, 11. September.( TU.) In Brüssel faßt man die Entwicklung der Lage folgendermaßen zusammen: Die bel- nomisch noch möglich ist, wird vom deutschen Lande und von der wir vor allem die Absicht haben, unsere Forderungen an Deutschland deutschen Wirtschaft getragen werden. Aber bis diese Erkenntnis gische Regierung wird heute, Montag, nach ihrer Rückkehr sich in Europa durchgebissen hat, müssen wir nicht nur Geduld, fon- Wenn man uns den Vorwurf macht, daß wir das, was man uns aus Berlin die Delegation anhören und daraufhin sofort von dern die letzten Reste non staatlicher und wirtschaftlicher Energie schuldet, allzu dringend verlangen, und daß wir unser Recht der deutschen Regierung die hinterlegung einer aufzubringen versuchen, um durchzukommen. Ich glaube, nur eine zu scharf ausüben wollen, so werden wir demgegenüber wiederholen, Goldsumme in einer ausländischen Bank wirklich einheitliche große deutsche Nation, ein wirkliches Zu daß wir auf unsere Ansprüche nicht verzichten fönnen, ohne Frankverlangen, und für den Fall, daß Deutschland dies sammenspielen von Nord und Süd in Deutschland, von Reich und reich zu ruinieren, und daß der Ruin Frankreichs für ganz Europa verweigern follte, sofort der Wiedergutmachungskommission ändern fönnen diese Probleme, vor denen wir als Gesamtheit die schrecklichste Katastrophe wäre. Wir müssen aus dem Provisorium die ganze Sache unterbreiten, die daraufhin ein freistehen, meistern. Glückt uns das, auch wenn wir nur tastend uns heraus. Deutschland muß freiwillig oder gezwungen seine Verpflichvorwärts bewegen, dann haben Sie die Voraussetzungen zur Erwilliges Verschulden Deutschlands feststellen wird. füllung Ihrer oberschlesischen Wünsche; zerbricht die Nation als tungen erfüllen. Wir sehen ebenso sehr wie andere darauf, die In gewissen Kreisen ist man in Brüssel der Ansicht, daß die Ganzes, verlieren wir den einheitlichen Zusammenhang, zersplittern europäische Solidarität zu erhalten. Aber ein Erfordernis diefer Solidarität ist das Wohl Frankreichs. Wenn man uns Regierung vorläufig nur eine Goldhinterlegung für die Fällig- wir uns durch eine Berfeindung derer, die etwas in Händen haben dieser Solidarität ist das Wohl Frankreichs. Wenn man uns feitszahlungen vom 15. August und 15. September, also und der Millionen, die schon in die wirtschaftliche und soziale Bernicht bei unserer Wiederherstellung unterstützt, dann werden wir uns 100 Millionen Goldmark im ganzen, werde verlangen fönnen elendung hinuntersinken, dann ist auch Ihre Arbeit in Ober- felbst helfen. Die KPF. gegen Versailles. und daß, da die belgische Regierung alles getan habe, um die fchlesien selbstverständlich vergebens. Sache auf persönlichem Wege zu regeln, es jetzt an der Zeit fei, energische Maßnahmen zu ergreifen, um Deutschland zur Zahlung zu zwingen. Fischer und Bergmann in Paris. Wie die" P. P. N." hören, werden die Staatssekretäre Fischer und Bergmann heute nach Paris abreisen, um nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Belgien der Reparationsfommission auf Anfragen zur Verfügung zu stehen, falls diese die Lösung des Reparationsproblems wieder in die Hand nimmt. * | So tommt ein Problem neben das andere und überschattet das Paris, 10. September.( WTB.) Wegen der von den Kommugroße Broblen. der Erhaltung er deutschen Nation. Berstehen Sie nisten angesagten Umzüge waren die in Frage kommenden beshalb, geehrte Herren aus Oberschlesien, wenn es uns in der Straßen durch Bolizei abgesperrt. Nur auf dem Platz der Reichsleitung mitunter unmöglich ist, an allen Orten zu erscheinen und alles in Liebe zu behandeln, was Ihnen auf dem Antlig und im Nation ist es zu kleineren Ansammlungen gekommen, die aber Herzen geschrieben steht; Glauben Sie aber niemals, daß wir beim sofort von der Polizei zerstreut wurden. Bersuche der Bewältigung der größten aller Fragen derer zu gedenken vergessen, die gerade in den Randgebieten wohnen: am Rhein, im deutschen Süden und Norden, in Oberschlesien und in Ostpreußen. Das alte Lied, das einst wegen Schleswig- Holstein gesungen wurde: „ Das ganze Deutschland foll es sein", dieses Lied ist auch das, was wir Ihnen am Schlusse der heutigen schönen Tagung entgegenbringen. Das ganze Deutschland soll es sein und in ihm ein glückliches wiederaufblühendes Oberschlesien! Bei einer Marneschlachtfeier in Meaug hielt Ministerpräsident Poincaré Am geftrigen Sonntagnachmittag fand im Anschluß an die Veranstaltung des oberschlesischen Hilfsbundes im Staatlichen Opernhause ein Empfang beim Reichspräsidenten statt. Erschienen waren die Reichs- und die preußische Regierung, der Vorstand des oberschlesischen Hilfsbundes und Vertreter von Wirtschaft, Handel, Industrie und Presse. Der Reichs. präsident dankte dem Hilfsbund für seine Arbeit und gab eine Rede, in der er über die Reparationsfrage sagte: ihm die besten Wünsche auf den Weg. Der Oberpräsident Bitta dankte dem Reichspräsidenten für die tatkräftige Förderung der Ziele des Bundes. Regierungspräsident Brau weiler, Oppeln, gab eine furze Darstellung von den Zielen und Aufgaben des Hilfsbundes. Handelsminister Siering sprach über die Pläne der preußischen Regierung für den wirtfchaftlichen Wiederaufbau Oberschlesiens, Landwirtschaftsminister Wendorf über den landwirtschaftlichen Wieder aufbau. Darauf führte Reichskanzler Dr. Wirth Deutschland hatte ein Moratorium zuerst bis Ende des Jahres, dann für die beiden folgenden Jahre verlangt. Die Reparations fommission hatte diefer Bitte nicht stattgegeben und hat an den vorher festgesetzten Terminen und an der Höhe der deutschen Fälligder Ansicht, daß, da Belgien infolge feines Prioritätsrechtes an den teiten festgehalten. Andererseits war die Reparationskommission Zahlungen dieses Jahres allein intereffiert ist, man ihm auch das Recht lassen sollte, selbst die Garantien für diese Zahlungen zu bestimmen. Es hätte uns schlecht angestanden, eine Rompensation abzulehnen, die von unseren belgischen Freunden nicht nur angenommen, sondern sogar vorgeschlagen wurde. Das Brüsseler Kabinett hat übrigens Wert darauf gelegt, uns zu versichern, daß die Bedingungen, die es von Deutschland verlangen würde, nicht die Wirfung haben würden, ein bemänteltes Moratorium zu schaffen. Wenn Deutschland sich den legitimen Forderungen Belgiens entziehen sollte, dann würde es sich in den Zustand der Verfehlung versetzen, Der Dollar gestiegen. Für die Oberschlesienhilfe. Die Veranstaltung am gestrigen Sonntagmittag füllte das staatliche Opernhaus bis auf den letzten Platz. Nach Webers hinreißendem Euryanthe- Vorspiel sprach Meister Wüllner einen Prolog An Oberschlesien". Darauf sang Michael Bohnen herrlich Hans Eachfens Wahn"-Monolog aus den Meistersingern". Nun folgte Die Rede des Reichspräsidenten. " " Zu einer ernsten Feierstunde sind wir hier zusammengekommen. Wir wollen Oberschlesiens gedenken, des Landes, das ein Wahrzeichen deutscher Kultur und deutschen Fleißes, fest eingefügt in das politische und wirtschaftliche Leben des Reiches, gebend und nehmend, wuchs und blühte; des Landes, das die letzten Jahre hindurch aus tausend Wunden bluten, von einem Aufstand nach dem anderen heimgesucht werden mußte, um nun zu sein. durch landfremden Spruch zerrissen Wir haben wertvollste Teile des Landes hingeben und blutenden Herzens sehen müssen, daß die neue Grenzlinie mitten durch den unteilbaren, unzertrennbaren Industriebezirk gezogen wurde. Ein organisches Ganze ist zerschnitten. Unersetzliche Werte sind uns genommen. Der überwiegende Teil des Volkes hat sich trotz aller Hemmungen, Drohungen und Gefahren für das Verbleiben beim Mutterlande klar und deutlich ausgesprochen. Ohne Rücksicht auf die Stimme des Volkes und auf unsere unablässigen Hinweise auf Recht und Vernunft ist die Entscheidung gefallen. In langwierigen Berhandlungen haben wir uns mit Polen auseinanderzusehen gesucht mit dem Bestreben, im Interesse des ganzen oberschlesischen Landes und feiner deutschen Bevölkerung die durch die Grenzführung zerrissenen Fäden soweit wie möglich Berfall des wunden Körpers zu hindern. Vor allem aber hatten wir wieder zu knüpfen und ein dauerndes Siechtum, einen dauernden www die Pflicht, rechtliche Grundlagen für die Die Unterbrechung der Berhandlungen mit den belgischen Bertretern hat, wie zu erwarten war, eine stärkere Nachfrage nach Devisen an der hiesigen Börse hervorgerufen. Der Dollar wurde heute vormittag bereits wieder mit 1650 gehandelt. Im Verlauf der Börse erfolgten jedoch aus den gehamsterten Vorräten der Industrie und des Handels erhebliche Abgaben, die im Zusammenhang mit der Knappheit an inländischen Zahlungsmitteln stehen. Infolgedessen wurde durch dieses Angebot einer weiteren Steigerung des Dollarfurses entgegengewirkt. Gegen Mittag zahlte man für den Dollar 1575 Mart. nach einigen Worten der Ueberleitung zur äußeren Politik aus: Geehrte Herren! Ein Problem, das angeschnitten worden ist, gibt uns seit Monaten und Jahren tief zu denken. Es ist das große Broblem, wie Reich, Staat, Gemeinde als bureaukratische Organi fation das Herz des Bürgers gewinnen fönnen. Das ist die Auf- und es würde uns nur noch übrig bleiben, von einer Hand gabe für die deutsche Republik, das ist die Aufgabe auch für die lungsfreiheit Gebrauch zu machen, die wir nicht aufgeben Länder und für die Gemeinden. Wir alle, die wir hier beisammen find, wir müssen, wenn wir einmal aus diesem ewigen Stürmen herauskommen es arbeitet ja jeder von Ihnen, wie wir ja alle, unter Damp f; erschöpft finten wir mitunter hin, erdrückt von der großen Fülle der Aufgaben, die in den wenigen Stunden und Tagen über uns hereinstürmen, aber fommen wir einmal vielleicht ist doch der Tag nicht fern zur ersten ruhigen Minute des Nachdenkens, dann bitte ich zu bedenken: das Schicksal des deutschen Volkes hängt davon ab, ob es uns glückt, die Herzen der deutschen Staatsbürger für den großen Gedanken des Reiches und der Länder und ihrer Zusammenarbeit zu gewinnen. Ueber allen Problemen aber ist das große Problem das vorherrschende: die Rettung der deutschen Nation. Dieses Rettungswert ist noch nicht abgeschlossen. In zähem Ringen müssen wir das größte aller Probleme auf der Welttribüne vorDie Effektenbörse wird in ihrer Geschäftstätigkeit durch die märts schieben. Das ist jenes Problem, das den Namen Repa= Geldknappheit sehr behindert. Die mittleren und kleineren Banfrationsproblem trägt, das aber viel tiefer und weiter geht; das ist firmen sind verhältnismäßig besser daran als die großen. Die mit fenes große Problem, den Gedanken des Wiederaufbaus einem ausgedehnten Filial- und Depofitentassennek arbeitenden Europas und der Welt aus den Händen der Rachepolititerroßbanken sehen sich den allerſtärksten Ansprüchen von Handel und hinüberzutragen auf ein Gebiet, wo nüchterne, wirtschaftliche Er- Gewerbe ausgesetzt, während ihnen auf der anderen Seite gegenwägung die Borherrschaft hat. In dieser großen Frage find wir por: wärtig bare Gelder faum zufließen. Die mittleren und fleineren wärts gekommen. Gewiß treten Rückschläge ein. Auch gestern haben Sie es gesehen, daß der Gedanke mitunter wieder verdun Firmen besorgen sich jetzt schon für den kommenden Quartalsultimo telt wird, am Berhandlungstisch zu ökonomischen Möglichkeiten flüssige Mittel aus dem Auslande. Hierbei werden un zu kommen. erhört hohe Binsfäße bewilligt. Man zahlt für furzfristige Kredite Was helfen uns Schahwechsel, die nur fechs Monate Caufzeit haben, Binsen, die auf das Jahr berechnet einem Betrage von 50 bis die, wenn wir von jetzt ab rechnen, im Februar nächsten Jahres 70 Broz. gleichkommen. Es liegt auf der Hand, das unter diesen in der schwierigsten Seit vielleicht unsere Währung endgültig er Umständen das Effetten geschäft sich nicht recht entwickeln kann. # Erhaltung der deutschen Sprache und deutschen Kulfur im abgetrennten Gebiet zu schaffen. Wehen Herzens haben wir Abschied genommen von unseren deutschen Brüdern, die nun einem fremden Staate angehören, und haben ihnen in der Trennungsstumde zugerufen, daß uns, die wir eines Blutes, einer Sprache, einer Gesittung find, niemand das Gefüht nehmen kann, daß wir auf immer mit ihnen tulturell per bunden sind und ewig bleiben werden.( Lebhafter Beifall.) Was für unsere Brüder jenseits der neuen Grenze, im Rahmen unserer vertraglichen Rechte und Pflichten, tun können, werden wir tun. Wir haben im Angesicht der ganzen Welt Verwah. rung eingelegt gegen die Bergewaltigung dieses Landes, diese Berwahrung wird in unserer Geschichte fortleben. Die rauchenden Schlote und Essen, die Bergwerfe unb Fabriten, die einer regtomen fleißigen, rastlos vorwärtsstrebenben Bevölkerung Arbeit und Lehn gaben, werden immer zeugen für das, was deutsche Tatkraft dem Bande gegeben hat. Diese deutsche Schaffenstraft ist nicht zu zer. hören; sie hat Oberschlesien ihren Stempel airfgedrückt in alle unseres ewigen, unverjährbaren Rechts, dieser Wunde, die uns geSo gedenken wir heute, schmerzbewegt, aber im Bewußtsein schlazen ist; wir werden sie niemals vergessen! Nun aber wollen wir vorwärts schauen! Nicht müßig trauern und flagen ziemt Zukunft. uns in dem harten Daseinstampfe unseres Voltes. Die Not der Stunde treibt uns weiter. Mit allen Kräften wollen wir Das soviel am Deutschland und um das Deutschhum gelitten hat, barf unsere besondere Fürsorge erwarten und fann ihrer gewiß sein.| schlesischen Grenzgebiet in thren seelischen und physischen Nöten Bei-| 5,20 polnische Mart gezahlt werden sollen; die polnische Regierung helfen und fördern, wollen wir wieder aufbauen. Oberschlesien, stand und Berater sein. werde sich alsbald um einen Ausgleich mit der deutschen Reichsbank bemühen. Gegen 6 Uhr versuchte eine große Menschenmenge das Gebäude der Wojwodschaft zu stürmen. Berittene Polizei hatte die umliegenden Straßen in weitem Umfange abgesperrt. Die Polizei rift in die Menge hinein. Dankbar sind wir für das Vertrauen, das die Provinz uns Bei der Erfüllung dieser echt vaterländischen Aufgabe wird ihn entgegenbringt, und das am vergangenen Sonntag so eindrucksvoll die Staatsregierung nach Kräften unterstüßen; der Antrag des Vorbefräftigt ist durch das Ergebnis der Volksabstimmung. Frei und standes auf Gestattung einer Lotterie ist ausnahmsweise genehmigt. unbeeinflußt hat der deutsch verbliebene Teil Oberschlesiens noch( Beifall.) bei mals feine Treue und Anhänglichkeit an Preußen, mit dem es groß Die Entschließung unserer oberschlesischen Landsleute, geworden ist, befundet. An uns ist es, diese Treue mit Treue zu Breußen zu bleiben, stellt eine deutliche Absage an die Bestrebungen vergelten. Schwer ist der Kampf, den das Land um sein wirt- dar, die darauf gerichtet sind, das Ideal einer größeren Einheit des schaftliches und kulturelles Bestehen zu kämpfen hat. Die in den Reiches durch die Auflösung Preußens zu verwirklichen. legten Jahren durch die Aufstände und durch die Teilung erlittenen Nachdem hier in Oberschlesien abgelehnt ist, den ersten Schritt zur Schicksalsschläge, die Einstellung und Umstellung auf die neuen fogenannten Aufgliederung des Reiches, Lebensmöglichkeiten verlangen zähe Arbeit und große Opfer. Gezurück in das Elend der Kleinftanterei zu tun, glaube ich, daß auch in genommen und es trat eine gewisse Ruhe ein. Gleich darauf aber holfen werden muß Stunde. anderen preußischen Provinzen diese Frage nunmehr aus der öffentvon ihrer Arbeitsstätte verdrängt, eine neue Heimat suchen. Schwer lichen Debatte verschwinden wird. Denn in der heutigen Not hat Oberschlesien auch zu ringen, um sein Deutschtum zu bewahren, unseres Waterlandes brauchen wir keine Aufgliederung, sondern gegen fremde, mit reichen Mittein ausgestattete Werbearbeit. Hier- Auf ba u des zusammengebrochenen Reiches, durch die harmonische gegen die deutsche Kultur in Obrschlesien zu schützen und zu fördern, Busammenarbeit aller feiner Glieder. Das ist jetzt das Gebot der ist Sache des ganzen deutschen Boldes. Diese großen Aufgaben hat sich insonderheit der Oberfchlesische Hilfs bund gestellt. Er umfaßt alle Kreise und Schichten unseres Volkes. In engster Verbindung mit den Relichen und sozialen Organisationen will er planmäßig Wiederauf nierungs- und Verwaltungsbehörden, den kulturellen, wirtschaft bauarbeit leisten und die ihm zufließenden Spenden gerecht und zweckmäßig verteilen. Der Oberschlesische Hilfsbund appelliert an das gesamte deutsche Volt. Ich bin überzeugt, daß sein Ruf nicht ungehört verhallen und daß er willige Herzen und Hände finden wird. Beigen wir auch jetzt wieder dem Lande Oberschlesien und der Welt, daß die Not des deutschen Boltes alle seine Glieder nur enger verbindet und zu sammenschweißt. In freudiger Arbeit, im gegenseitigen Helfen und Berstehen wollen wir uns aus schwerer Not emporringen, als ein einiges und freies Bolt! Es lebe Oberschlesien! Es lebe Deutschland! ( Stürmischer Beifall.) das Pflichtmäßige geleistet und des Menschenmögliche aus Dieser Aufbau kann aber nur geleistet werden, wenn mehr als allen Teilen des Volkes herausgeholt wird. Das feßt aber ein nicht eine starke gemeinsame Hingebung voraus. Preußen hat geglaubt, erzwungenes, sendern freiwilliges und freudiges Zusammenarbeiten, feine besseren Boraussetzungen für eine solche freudige und freiwillige Mitarbeit der Oberschlesier finden zu können, als die Berleihung weitgehender provinzieller Freiheit und Selbstverwaltung, die die beste Entfaltung oberschlesischer Eigenart und Borzüge gewährleistet. Der Abstimmungstag hat gezeigt, daß die Oberschlesier diese Gedankengänge richtig verstanden und gewürdigt haben und im Rahmen des neuen demokratischen republikanischen Preußens sich am richtigen Plage fühlen. meinschaft noch weiter: Aber ich ziehe diesen Begriff der freiwilligen und freudigen GeEbenso wie Oberschlesien zu Preußen, so gehört auch Preußen zum Reiche. Beide sind auf Gedeih und Berderb miteinander verbunden. Breußen und das Reich sind eins und werden eins bleiben: Preußisch sein, heißt daher auch deutsch sein! Bei den letzten Worten erhoben sich die Anwesenden und fangen das vom Orchester intonierte Deutschlandlied stehend mit. Die nun folgende Ansprache des Hans Sachs ,, Verachtet mir den Meister nicht", von Bohnen hinreißend gesungen, ermedte mie die Deshalb war die Entscheidung der Oberschlesier am 3. Septem Rede des Reichspräsidenten wahre Stürme von Beifall. Es folgte ber auch ein erneutes Bekenntnis zum Deutschtum, zur innigen Berdie Rede des preußischen Ministerpräsidenten Braun. bundenheit nicht nur mit Preußen, sondern mit dem ganzen deutschen Vaterlande. Ein Bekenntnis, das jetzt. in der Zeit der Not doppelt Unter dem Druck der fremden Besatzung und unter dem schred- hoch anzuschlagen und einzuschägen ist: und weil dem so ist, deshalb lichen Terror der polnischen Infurgentenbanden haben die Ober- fönnen die Oberschlesier, ohne sich Mißdeutungen auszusehen und fchlefter monatelang Schweres erdulden müssen und dennoch in der Zweifel an ihrer Treue zum Reiche auszulösen, nunmehr auch wieder entscheidenden Abstimmung am 20. März v. 3. sich mit großer Mehr- aus freiem, vollem Herzen mit uns ausrufen: heit für Deutschland erklärt. Gleichwohl ist durch das Dittat von Genf ihre oberschlesische Heimat zerschnitten. Als endlich Oberschlesien von der Last der fremden Besatzung befreit wurde, standen die Oberschlesier vor der Frage, ob sie das Experiment wagen sollten, in diesem umstrittenen Grenzlande unter den schwierigsten Umständen ein selbständiges Staatswesen aufzubauen, dem naturgemäß die Gefahr drohte, Deutschland entfremdet und zum Spielball polnisch- franzö fischer Interessen- und Rachepolitik zu werden. Es ist im Interesse Oberschlesiens, Preußens und des ganzen Reiches zu begrüßen, daß an dem Abstimmungstage am 3. September d. J. der gesunde politische Sinn und die historische Treue der oberSchlesischen Bevölkerung sich bewährten und sie ein ablegte. überwältigendes Treuebekenntnis zu Preußen Als Beiber der preußischen Staatsgeschäfte spreche ich erneut den Oberschlesiern den herzlichen Dank der preußischen Staatsregierung aus und entbiete ihnen den brüderlichen Gruß der Volksgenossen aller übrigen preußischen Provinzen, die, Treue um Treue, ebenso fest, wie die Oberschlesier zu ihnen stehen, zu den Oberschlesiern stehen werden. Dieses fefte Zusammenhalten ist mehr denn je notwendig. Denn, find nun auch die politischen Entscheidungen in und über Oberschlesien gefallen und hat die oberschlesische Bevölkerung nun auch die Gewißheit, daß sie endlich zur Ruhe und zur vollen Entfaltung ihres reichen könnens und ihres lebendigen Wollens in aufbauender Arbeit kommen wird, so find doch aus den verflossenen schweren Jahren noch so viel alte Wunden und Schäden zu heilen, daß dem Oberschlesischen Hilfsbund noch große, schwere, aber auch dankbare Aufgaben zu lösen bleiben. Er wird sich nicht nur der wirtschaftlichen die Pflege und Förderung der deutschen Kultur, aller Lebensäußerungen eines wahren gefunden Deutschtums angelegen sein laffen müssen und somit unserer treudeutschen Bevölkerung in dem ober. Heringe. Hiddensee, im September 1922. Der Ostwind weht über die Insel. Er wirft das Wasser des Soddens in großen Schaumballen auf den Binnenstrand und bläht die braunen Segel der Fischerboote, die sich zur Fahrt rüsten. Es gilt den Heringen, die der Ostwind bringt, darum ist es gut, wenn er weht, auch wenn den verregneten Sommertagen nun fühle Septembertage folgen. ( Lebhafter Beifall.) Hie gut preußisch allewege! In Beethovens„ Eroica" flang die Feier aus. Nach dem Trauermarsch erhob sich das Haus, um dadurch den Deutschen, die ihr Leben für Oberschlesien gelassen haben, ehrendes Gedenken darzubringen. Das verbotene Deutschlandlied. Paris, 10. September.( WTB.) Wie„ Matin" meldet, hat die Interalliierte Rheinlandkommission auf die amtliche Mitteilung des deutschen Reichskommissars, daß das Lied Deutschland, Deutschland über alles" jezt die deutsche Nationalhymne sei, einstimmig die Antwort erteilt, daß sie ihr Verbot gegen das Singen des Liedes im besetzten Gebiet nicht zurüdziehe. Wieder Krawalle in Kattowitz. Die Menge griff jedoch zu Steinen, brach Jaunlatten ab und begann auf die Polizei einzuschlagen. Auf Befehl der Bojwodschaft wurde die Polizei darauf hinter das ehemalige Bezirkskommando zurück3gen mehrere tausend Menschen in das Innere der Stadt, wo ihnen ein zweiter Zug begegnete, zumeist Arbeiter der Oheimgrube. Diese erbrachen die Wartefäle, griffen den Bahnhof an, und ver prügelten die Polizisten. Darauf zog die Polizeiwache blank. Aber erst als drei Abteilungen Infanterie und Polizeimannschaften eintrafen, konnte der Bahnhofsvorplak geräumt werden. Die Menschenmenge, durch polnische Agitatoren aufgeschäfte, gleichgültig ob polnisch oder deutsch. Die Polizei erschien gehegt, plünderte in der Grundmannstraße der Reihe nach die Haupterst, als die Räuber ihre Tätigkeit beendet hatten. Nur wenige Ban diten konnten festgenommen werden. Die Grundmannstraße ist jetzt von Militär und Polizei abgesperrt. 91 Oberkassel. Bom Rhein, 11. September.( Eigener Drahtbericht.) Nachdem die Oberfasseler Mordtat Aufflärung gefunden hat, dürfte es an der Zeit sein, noch einiges über den ganzen Vorfall zu sagen: Zu der Agence Belge"-Meldung vom 8. September, wonach ein( nach Raffel geflüchteter) Deutscher noch unter Verdacht stände, stellt sich jetzt heraus, daß sich der Betreffende in Elberfeld den deutschen Ve hörden gestellt hat, wo die fofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß der Mann als Täter gar nicht in Frage kommt und lebiglich aus Angst vor dem Sergeanten Staes( so heißt der eine der Ermordeten) geflohen ist. Damit ist der Nachweis erbracht, daß die Deutschen keinerlei Verantwortung trifft; um so mehr muß es verwundern, daß man den verhafteten Vertreter der städtischen Verwaltung, den Beigeordneten Dr. Odenkirchen, in nicht gerade sehr schöner Weise behandelt hat. Der Berhaftete wurde sofort nach Krefeld gebracht, wo er in einer dunklen Zelle eingesperrt wurde und am ersten Tage feinerlei Nahrungsmittel vorgejetzt bekam. Erst am folgenden Tage wurde ihm ein Krug Wasser und ein Stück Brot gereicht! Seiner energischen Forderung, sofort dem Auditeur vorgeführt zu werden, wurde erst am Mittag des zweiten Tages entsprochen. Der Auditeur selbst trat ihm sehr höflich entgegen und veranlaßte auch seine Freilessung. Wir nehmen an, daß, nachdem der Vorfall seine Aufklärung gefunden hat, die belgische Regierung nicht anstehen wird, sowohl der deutschen Zivilbevölkerung wie auch dem so schmählich behandelten Vertreter der Stadtverwaltung volle Genugtuung zu leisten. Düffeldorf, 10. September.( MTB.) Der Vertreter der Inter alliierten Kommission für den Bezirk Düsseldorf, das linksrheinische Gebiet und Neuß hat unmittelbar nach dem Vorfall in Obertaffet jeglichen Berkehr auf den Straßen von Oberkassel, Unterkaffel und Heerdt in den Stunden von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens zunächst auf 8 Tage verboten. Jetzt ist das Verbot bis Dienstag morgen verlängert worden. Seuchenherd Smyrna besetzt. Ju Kein Geld zur Lohnauszahlung. Markthalle einige Fleischerstände umgeworfen und das Fleisch geStattowih, 9. September.( TU.) Heute vormittag wurden in der raubt, fowie mehreren Fleischern die Tageseinnahme entwendet. Der Markt wurde, polizeilich geräumt. Ab 3 Uhr durchzogen Smyrna iff von türkischer Kavallerie besetzt worden, dabei find taufende Arbeiter die Stadt. Auf Anordnung der Polizei mußten noch zurüdgebliebene griechische Truppen gefangen worden. fämtliche Gastwirtschaften geschlossen werden. Die meisten Geschäfte der Stadt herrschen Typhus und Cholrea. Das Flüchtlingselend ist find von ihren Inhabern freiwillig geschlossen worden und es unbeschreiblich. Der ganze Islam, von Stambul bis kaltutta, feiert herrscht vollkommene Geschäftsstille. Die Erregung nimmt von den Türtenjieg. Konstantin redet in einem Aufruf von Unglüd, Stunde zu Stunde zu. Zahlreiche Belegschaften sind in den Streit wie es auch anderen schon widerfahren sei, dann von Ruhm, Pflicht, getreten. Wojwode Rymer hat Bekanntmachungen in Schreib- Ehre, Ruhe usw. Das griechische Waffenstillstandsgesuch ist bisher maschinenschrift anschlagen lassen, daß ein Extrazug von Warschau nicht beantwortet. In Athen hat Triandaphyllakos eine Regierung gebildet. mit mehreren Millionen polnischer Mart unterwegs sei. Das Geld Die englische Truppenlandung am Marmarameer hat in soll eventuell schon am Montag zur Auszahlung kommen. Als Kurs Angora( und Paris) Erstaunen hervorgerufen. Frankreich hat setzte die polnische Regierung fest, daß für eine deutsche Mart daraufhin zum Schuhe seiner Bürger" Soldaten in Bruffa gelandet. Da ist es fein Wunder, wenn auch die Heringe teuer werden, Balutaheringe find. " Heringe, Heringe!" so sehr zusammengeschmolzen war, mit reicher Gewürzladung den Wag nach Spanien fortseßen. Der Führer dieses letzten Schiffes del Cano, der nur noch 31 von den 280 Seefahrern um sich versammelte, schlug für die Heimfahrt eine noch nie befahrene Route die Südspige von Afrika und von dort über die Kap Verdischen durch den füblichen Indischen Ozean ein, gelangte im April 1522 an Inseln nach Spanien. Im September 1522 traf er in San Lucar de Barramada ein. Die Victoria, ein fleines Schiff von 102 Tonnen, vollbrachte so die erste Weltumfeglung. Cine 35 M. habe ich gestern gezahlt für ein Pfund der kleinen blant. schuppigen Gesellen, die man aus dem Boot auf den Landungssteg warf. Früher rechnete man nicht nach Gewicht, sondern nach der Zahl. Ein Wal 80 Stüc pflegte in dieser Zeit vor dem Ariege 80 Pf., war der Fang gut, 50 Pf. zu toften. Die ganz fleinen Heringe wurden nicht selten an die Schweine verfüttert. Ob die gegenwärtige Preissteigerung in vollem Umfange durch den schwankenden Dollar gerechtfertigt ist, mögen Wirtschaftskundige Literaturfreund entdeckt, daß die Stadt Boston in aller Stille die Boston gegen Poe. Rein zufällig wurde kürzlich von einem Der Heringsfang! Das ist die wichtige Zeit, von der so vieles errechnen. Mir, der Hausfrau, will sie übergroß erscheinen, selbst einzige dürftige Erinnerung an ihren größten Sohn, den Dichter abhängt, Einnahme und Ernährung des Hauses auch in den Winter wenn ich zum teuren Netpreis die Kosten der hohen Fischerstiefel Edgar Allan Poe, die sie ihm zu geben für nötig befunden hatte, tagen, denn der Hering wandert in den großen Steintopf, um ein- sowie des Teers zum Leeren der Boote und Segel, des Dels zum nun auch entfernt hat: bereits im Jahre 1921 hat der Stadtrat von gesalzen, in die Schale mit Effig, um mariniert zu werden. Dann Einreiben des Delzeugs hinzurechne. Man hat sich aber als Haus- Boston beschlossen, den kleinen Platz, der erst 1913, vierundsechzig gibt er Borräte ab für die Zeit, in der die Insel vom Festlande ab- frau daran gewöhnt, sich über nichts mehr zu wundern, auch nicht Jahre nach des Dichters Lode, nach Boe benannt worden war, umgeschlossen ist und keinerlei Waren hinüberkommen aus der Stadt. über den Heringspreis. So freue ich mich, daß sie in der Küche, zutaufen auf den Namen eines Sohnes der Stadt, der im Weltkrieg Nur wenn das Eis fest wird und did, so fest wie im letzten Winter, schön in Mehl gewendet, in der Pfanne brugeln und schicke ein gefallen ist, und diese Namensänderung ist auch durchgeführt worden. da es einen halben Meter stark war und mehr, fann man zu Fuß fleines Nachtgebet hinaus dafür, daß der Ostwind noch lange hat auch nie ein fehl gemacht aus seiner Abneigung gegen sie, die Boe hat die Stadt, in der er 1809 geboren war, wenig geliebt und hinüberwandern zur Nachbarinsel und zur pommerfchen Küste. Im wehen möge. sich vielleicht dafür jetzt auf ihre dürftige Weise zu rächen meint. Es legten Winter ist auch zum erstenmal ein Automobil über das dicke Heringe, Heringe!" ruft verklärten Gefichts ein Berliner Groß ist, wie wenn im Mittelalter die mönchischen Schreiber den Text eines Eis auf die Insel gekommen, und Kinder und einige alte Leute, die stadtkind, das hier bei gutherzigen Fischerleuten ein paar freie heidnischen Autors ausradierten und darüber etwas Frommes, noch nie die Insel verlassen hatten, sind zusammengelaufen, um Ferienwochen verlebt. Dummes, Gleichgültiges schrieben bemerkt dazu die New Yorker das nie gesehene Wunder zu bestaunen. " Nation" Boston verfertigt einen ähnlichen Palimpsest. Im Winter werden die Heringe gegessen, die der Herbstfang Die Zunahme der Feuerbestattungen in Deutschland. brachte; jedes Boot, das jetzt im Frühmorgen an Land kommt, Hauptmann und fein Ende. In Berlin rüsten sich viele Theater, wird mit Spannung erwartet, ob der Fang gut gewesen, denn Hauptmann, dem nun bald Sechzigjährigen, durch die Aufführung Uebersicht über den Betrieb der deutschen Krematorien während des manche Nacht verbringt der Fischer umsonst auf See und tehrt mit feiner Werke zu huldigen. Die Zeitung, beengt im Raume und der zweiten Bierteljahres 1922 läßt erfennen, daß die Zunahme der Wiederholungen abhold, fann nicht jede einzelne besprechen. Die Feuerbestattungen unaufhaltsam wächst, und diese Zunahme ist nicht feeren Netzen heim. Es ist kein leichtes Gewerbe, das des Fischers. einzelnen Stücke sind ja zudem bekannt und auch die Besetzungen mehr auf die Rechnung einer allzu hohen Sterblichkeit zu sehen, wie Bur Heringszeit fahren sie aus um die frühe Mittagszeit um sind erprobt. Der Kritiker kann sich daher begnügen, Stichproben zu Anfang des Jahres; vielmehr ist die Sterblichkeit nach sonstigen 11 oder 12 Uhr, und die Frau muß sich eilen, daß sie das Mittag- zu veranstalten Die Robert- Bühnen haben auf den Armen Berichten wieder die normale. Die Angaben der einzelnen Krema effen parat hat um die Zeit, in der mancher Langschläfer faum sein Heinrich" den Fuhrmann Henschel" im Kleinen Haus des torien beziffern sich zusammen auf 6638( 4651) Verbrennungen. Von den Eingeäscherten waren 3552 männlichen, 3086 weiblichen GeZwei Morgenfrühstück beendet. Die Boote fahren ab von der Ostseite Steglißer Schloßparttheaters folgen lassen. der Insel am Binnenstrand und dann um die Nordspige herum unserer besten Hauptmann- Darsteller: Lucie Höflich und Eduard schlechts; dem Befenntnis nach waren 5349 evangelisch, 304 fatholisch, auf die hohe Eee. Zur Nachtzeit sieht man draußen die Lichter interft ein waren aufgetreten, um das ungleiche Paar mit 23 afttatholisch, 134 mofaifch, 828 waren freireligiös oder Dissidenten, ihrer bezwingenden, erdfrischen Kunst zu vertörpern. Auch die oder es war ein Befenntnis nicht angegeben. Im ersten Halbjahr schimmern, die sie aufgesteckt haben. Wenn sie morgens heimkehren, anderen Gestalten waren von Baul Hendels, der mit der waren 1922 fanden 13 812 Cinäfcherungen gegen 9453 im gleichen Zeitraum wirft oft noch das Blinkfeuer des Leuchtturms an der Nordspitze Andacht zum Kleinen zu Werke ging, zu einem mannigfach abge- des vergangenen Jahres statt. Insgesamt beträgt die Zahl der von feine Strahlen aus. ftuften, einheitlichen Ensemble zusammengeftimmt. Die Zuschauer den deutschen Krematorien bisher bewirtten Einäfcherungen 185 721. Auch im Sommer, wenn sie Hecht und Aal, Barsch, Schlei und nahmen die meisterliche Leistung mit äußerster Dankbarkeit auf. Hornfisch fangen, müssen die Fischer nachts auf See bleiben in Die Jahrhundertfeier der ersten Weliumfegelung. In diesem Gine Paganini- Ausstellung wird im Manstopfschen mußikhistorischen Nässe und Wind, aber dann fahren sie erst abends hinaus und Monat sind 400 Jahre verstrichen, seit der Baske Juan Sebastian schlafen den Tag über. del Cano mit dem Schiff Victoria nach dreijähriger, an Abenteuern und Gefahren überreicher Fahrt von der ersten Weltumfege lung heimkehrte. Aus diesem Anlaß haben jetzt in dem Palast zu San Sebastian, dem Geburtsort des ersten Weltumfeglers, Festlichkeiten stattgefunden. Die Victoria fehrte als einziges von den 5 Schiffen zurück, die Maghellan 1519 zu feiner großen Expedition fortgeführt hatte. Er selbst hatte 1521 den Tod auf den Philippinen gefunden. Nur zwei Schiffe erreichten noch die Moluffen, und nur ein einziges Schiff konnte dann, weil die Mannschaft Es sind schwere, große Boote, die sie haben und sie gehören immer mehreren gemeinsam, einer„ Kompagnie". Auch das Netz ist gemeinsames Eigentum der Rompagnie, ihr großer Besiz, denn man hört heute Millionenzahlen nennen, wenn es sich um den Anschaffungspreis folch großen Nefes handelt. Früher waren Früher waren es einige Tausende. Und ein einziger Sturm kann das ganze schleierfeine Neg zerreißen. .. Museum in Frankfurt a. M. veranstaltet. Briefverkehr in den Vereinigten Staaten. Mit einer Gesamt zahl von 11 335 000 000 im Jahre 1921 beförderten Brieffendungen, das find auf den Stopf der Bevölkerung 112 Briefe, rühmt sich das Postdepartement der Vereinigten Staaten. daß sein Land in der Zahl der Briefe in der Welt voransteht. In England werden jährlich 84 Briefe pro Einwohner befördert, in Deutschland 55, in Italien 24. Das 1. Sonntagskonzert bdes Blüthner Orchesters findet am Sonntag, den 17. September, abends 8 Uhr, im Blüthner- Saal unter Leitung von Camillo Hildebrand statt. Wels— Crispien.' Unter dieser Ueberschrift schreibt im„Populciire* vom ß. September der Chefredakteur des Blattes und General. sekretär der franzosischen sozialistischen Partei, Genosse Paul Faure: Wels— Cnspien, diese beiden am Schlüsse des T e i» leidstelegrammes der deutschen Sozialdemokraten anläßlich des chmscheidens von Marcel Sembat nebenein- anderstehenden Namen mögen vielleicht einigen unserer Freunde nicht besonders aufgefallen fein; zumindest mag deren volle Bedeutung nicht von allen erkannt worden sein. Wels ist Vorsitzender der deutschen Mehrheitssozialdemo- kratie und Crispien ist einer der Borsitzenden der Unabhän- gigen Partei. Das ist alles. Und doch diese Kleinigkeit, daß nämlich diese beiden Männer dasselbe Telegramm unter- schrieben und abgesandt haben, ist zweifelsohne eine der ersten Erscheinungen eines ungeheuren Ereignisses: die Rückkehr der sozialistischen Massen Deutschlands zur Einigung. Es war gerade bei unserem armen und lieben S e m b a t ein ewiger Wunsch, eine tägliche Sorge, eine leidenschaft- liche Hoffnung, die Bollziehung dieser Einigung zu er- leben. Im Interesse des deutschen Sozialismus, des internationalen Sozialismus, des Weltfriedens — jenes Weltfriedens, den Sembat, ebenso wie Iaurds, fest, dauernd, endgültig zwischen Völkern und Staaten werden lassen wollte. Auf jeder unserer Sitzungen sagte er mit einer unennüd- lichen Hartnäckigkeit:„InBerlinliegtderSchlüssel der gesamten Lage." G e s p a l t en ließen die deutschen Proletarier den Sozia- lismus den größten Teil seines Einflusses verlieren. Einig, versöhnt, werden sie die größte politische Macht im Reiche bedeuten. Und diese Macht wird sich im Sinne der Erhaltung der Republik, des Ausbaues der Demo- kratie und der Zerstörung der stets bedrohlichen Kräfte einer nnlitaristischen und reaktionären Vergangenheit auswirken. D o s ist es, was die Einigung der deutschen Sozialdemo- kratie für uns bedeutet. Selbswekständlich wird uns diese Einigung schwer» w i e g e.n d e Pflichten auferlegen. Wir werden im vollen Einvernehmen mit unseren englischen und belgischen Ge- nassen unsere Anstrengungen verdoppeln und da- für sorgen müssen, daß die ebenso brutalen wie ohnmächtigen und verworrenen„Ausführer" des Versailler Vertrages nicht zu Bundesgenossen und Helfershelfern der deutschen Kapi- talisten gegen die Arbeiterklasse werden. Wir haben bisher in dieser Richtung gewirkt. Aber nicht genügend, noch zu schwach. Ich weiß wohl, daß wir durch unsere Spaltungen zum Teil entwaffnet wurden. Heute, aber nicht mehr für lange Zeit. Die sozialistischen Massen haben bereits in unserer Partei ihren einzigen wirklichen Führer erkannt, jenen, der es verstanden hat, die Wahrheit und die Größe des Sozialismus zu wahren. 5a0aUe-§ejer in Hreslau. Breslau, 11. September.(Eig. Drahtbericht.) Die Breslauer Arbeiterschaft ehrte gestern durch Enthüllung einer künstlerisch aus- geführten Gedenktafel am Geburtshause Ferdinand Lassalles den großen Drganisatar der deutschen Zlrbeiterbeweoung. Vor dem geschmückten Hause gaben die Fahnen der Parteidistritte und auch der Breslauer USP. dem Karlplah, den mehr als 10 000 Menschen füllten, ein festliches Gepräge. Mit dem Oberpräfidenten für Riedersch'esien Gen. Zimmer erschien der preußische Staats- sekretär Gen. Grehre, der demokratisch« Dreslauer Bürger- meister Dr. Trentin und andere Vertreter der öffentlichen Kör- perfchaften. Die Gedenkrede hielt der Herausgeber von Lasialles Reden und Schriften, Reichstozsabz. Gen. Eduard B e r n st e i n, der in frischen Worten ein lebendiges Dild von Lassalles Leistungen entwarf, jeden Personenkult ablehnte, aber auf die starke Gegen- wartsbedeutun g des zu früh dahingegangenen Dortämpfere hinwies, wobei er von Lassalles Schriften dos„Zlrbcitcrprogramm" als die noch heute beste Einführung in den Sozialismus bezeichnete. „Auch Stinnes ist ein Stück Verfasiung", so variierte Bernstein Lassalles berühmtes Wort aus der Schrift über„DerfassungSVesen". Als zweiter Redner nahm der Reichstagspräfident und Breslau n: Reichstagsabg. Gen. L ö b e dieses Wort auf und mahnte, In der gegenwärtigen Zeit schwerster wirtschaftlicher Not den Mut so wenig sinken zu lallen wie einst die deutschen Republikaner in der Zeit schwersten politisch-n Druckes. Arbeitersängerchöre umrahmten die Reden, denen ein Massenzug an das Grab Lassalles auf lem Breslauer jüdischen Friedhof folgt«. Die„Volksmacht" ist als Fest- Hummer erschienen. Arbelker-Nolizkalender für 1923. Das handlich gut gebundene Rotü- und Nachschlagebüchlein wird demnächst wieder im Verlag der Buchhandlung Vorwärts und I. H. W Dietz Nachf., Berlin, erscheinen. Bei den vielseitigen Interessen, d!« den modernen Ar- beiter bewegen, kann er eines Taschenbuchs nicht entraten, das ihm die nötigsten Auskünfte und gleichzeitig Gelegenheit zu eigenen Ein- lragungen gibt. Genossin Iuchaez behandelt in einem instruktiven Aufsatz das Fürsorge, vefen und verzeichnet die hier in Frage kom- Menden Adressen. Auch das übrige Adre s'en materiell(Partei, Ge- werkschaften, Presse, Bmhhandlungen. Volksbühnen, Sport- ufw. Or. ganifationen) ist von besonderer Reichhaltigkeit. Den kalendarisch gegliederten Teil für eigene Notizen bealeitet die Angabe wichtiger Gedenktag«. Alles in allem:«in nützliches Büchlein, das zur An- schaff ung empfohlen werden kann. Dsvisenkucse. ZWWen Kütbijjen unö Swmen. An felbstgezogenen Produkten von eigener Scholle, mag es sich nun um Früchte, Gemüse oder Blumen handeln, ist ein überaus reges Interesse vorhanden, das gewahrte man am Sonntag in Pankow. Dort veranstaltete nämlich in Linders Konzerthaus der Zentralverband der Kleingarten-Vereine Deutschlands, Gauoerband Groß-Lerlin, Bezirk Norden II, eine Ausstellung. Schon lange vor der Eröffnung dieser Schau staute sich eine ungeheure Menschen- menge, die eine drohende Ueberfüllung ahnen ließ. Die trat denn auch ein und die Schaulustigen mußten sich den Eingang zum Saal schwer erkämpfen. Und im Saal war von einer zwanglosen Be- sichtigung, von eincin Verweilen vor besonders sehenswerten Stän- den beim besten Willen nicht zu reden. Man schob und wurde ge- schoben. So im Vorbcischwimmen erhaschte man allerlei nahrhafte Eindrücke. Beispielsweise Riesenkartoffeln, Maisstauden, Sonnenblumen von über Kindskopfgröße, gewichtige Kürbisse, schwere Kohl- rabi, lieblich duftende Rosen, Herbstblumen und anstaunensmert große Früchte. Alles war recht geschmackvoll aufgebaut. Banner, in der Farbe freundlichen Gemüses, wirkten dekorativ und über die Leistungen der einzelnen Laubenkolonien unterrichtend. Im fchleu- nigen Aufbau lag über?)aupt ein anerkennenswertes Stück Arbeit, denn bis zum frühen Morgen hatten andere Gäste in demselben Saale noch dem Tanze gehuldigt. Ein hinter Blumen verstecktes Orchester heiterte die Saalbesucher durch frohe Weisen auf. Das war nett fürsorglich und ganz angebracht, denn die Zuschauer schnappten infolge der Ueberfüllung nach Luft, die Früchte und das Gemüse konnten kaum atmen, die Blumen schloffen zum frühen Verwelken die Blätter und die Kürbisse schwitzten dicke Schweiß- tränen. Die Straßenbahnfahet 12 Mark! Eine Zeitungskorrespondenz meldet: Der Verwaltungs- rat der Berliner Straßenbahnen wird sich in seiner heutigen. Sitzung mit der Frage einer abermaligen Er- höhung der Straßenbahntarise zu beschästigen haben. Seit dem 1. September sind die Mehrausgaben der Straßenbahn allein für Löhne und für erhöht« Strompreise um je 114 Millionen Mark gestiegen, wozu noch die ständige Verteuerung aller sonstigen Unkosten für Materialien ufw. tritt. Um diese gewaltig« Mchrau-gabe zu decken, würde eigentlich eine Tariferhöhung von 8 auf IS M. notwendig fein. Man wird jedoch im Verwaltungsrat heute vorschlagen, den Straßenbahntarif fürs erste nur auf 12 M. zu erhöhen, wobei zu berücksichtigen wäre, daß eine solche Maß- nähme, infolge der notwendigen Beratungen in der Stadtver- ordnetenverfämmlung erst in den nächsten Wochen erfolgen könnte. Weiter wird sich der Verwaltungsrat auch mit der Frage des Staffel» oder Cinhettstarifs bei der Straßenbahn zu befchäfttgen haben. Wie wir hören, steht die Frag« einer neuen Erhöhung des Fahrpreise« der Straßenbahn gar nicht auf der Tagesord- n un g der heutigen Sitzung des Verwaltungsrates. Möglich ist aber, baß die Erörterung der Staffeltariffrage von irgendeiner Seite zum Anlaß einer Erörterung auch der Frage einer neuen Fahrpreiserhöhung genommen würde. Bn den Schuhsohlen erkannt. Verhaftung der beruchkigken Hochstaplerin Sannek. Eine Hochstaplerin, die schon wiederholt die Kriminalpolizei be- schäftigte, ist gestern wieder einmal unschädlich gemacht worden. Es ist ein« 83 Jahre alte frühere Putzmacherin Anna Sannek, die bereits längere Gefängnis- und Zuchthausstrafen hinter sich hat. Die unternehmende Dame, die selbst erklart, daß ihr Hang zu Luxus und Wohlleben es ihr unmöglich lttache, ein gewöhnliches Dasein zu führen, machte zuerst von sich reden, als sie unter dem Namen einer russischen Großfür st in auftrat und große Betrügereien verübte. Nach der gelungenen Flucht aus einer Irrenanstalt begann die S. sofort wieder mit ihren Hochstapeleien und auch jetzt wieder mit großem Erfolge. Mit gefälschten Notariats- akten und Briefen spielte sie die Bergmerksbesitzerin, und eine ganze Reihe von Personen rupste sie ganz empfindlich. So opferte ihr ein bekannter Nennfahrer fast-sein ganzes Ver- mögen. Schwer geneppt wurde von ihr auch ein neuer Reicher, ein früherer Schuhmacher. Der Mann sah, als er durch die Fehrbelliner Straße ging, in einem Schusterkeller ein Paar neubesohlte Schuhe liegen, die er mit fachmännischem Blick als die der Schwindlerin erkannte. Cr ging in den Keller hinein, fand auf den Sohlen den Namen Sannek und erfuhr durch seinen früheren Kol- legen die Wohnung der Schwindlerin. Dort wurde sie gestern von der Kriminalpolizei festgenommen. Steuerftreik üer Vergnügungsparks. MiMonensteuerrücksiönde beim Luna- und Ulappark. Am Sonnabendabend hatte der Lunapark am Halensee einen unerwarteten und merkwürdigen Besuch. Etwa fünfzig Steuer- beamte erschienen mit uniformierten Polizeibeamtsn und beschlagnahmten im Auftrage des Finanzamtes Wilmers- darf di« Tageskassen. Infolge dieser Akiion kam es zu allerlei unerfreulichen Auftritten, da die Direktion sich weigerte, die von der Steuerdeputation des Magistrats beschlossene Erhöhung der Karten- steuer auf 100 Proz. an die Steuerkasse abzuführen. Infolgedessen wurden die letzten Tageseinnahmen mit Hilfe des Polizeiaufgebotes beschlagnahmt. Die Direktion erließ darauf eine Bekanntmachung, derzufolge sie am gestrigen Sonntag überhaupt kein Eintrittsgeld erhob. Diese schöne Gelegenheit machten sich etwa 200 000 Personen zunutze. Ebenso wie Sonnabendabend der Lunapark, so erhielt am Sonntagabend der Vergnügungspark Ulap iji Moabit den Besuch von Dollziehungsbeamten. Auch hier handelte es sich um rückständig« Vergnügungssteuern, die gewaltsam eingetrieben wurden. Wöhrend es im Lunapark zu unliebsamen Auftritten und Sistierungen kam, verlief die Beschlagnahme im Ulap ohne Zwischen- fall. Bollziehungsbeamte der Steuerdeputation, unterstützt von Polizeibeamten des Bezirksamts Tiergarten, kamen plötzlich vorge- fahren und beschlagnahmten die Tageskasse. Wie hierzu der BS.-Korrespondenz mitgeteilt wird, kann natür- sich das Nichterheben von Eintrittsgeld ein Vergnügungsetablisse- mint von der Entrichtung der Lustbarkeitssteuer nicht befreien. Die Steuerordnung sieht für eine solche Möglichkeit die Festsetzung einer Pauschalsteuer vor. die sich noch der Größe der benutzten Räumlich- leiten richtet: bei der räumlichen Ausdehnung des Limaparks daher ziemlich hoch sein dürfte. Im übrigen steht die Behörde auf dem Stunbpunkte. daß bei der Höhe der rückständigen Steuerbeträge und bei der Art des Unternehmens Nachsicht nicht in Frage kommen könnte. Während in den ersten Monaten der diesjährigen Saison die Lustborkeiissteuer pünktlich bezahlt werden sei, sei der Luna- park seit Juli d. I. die Steuer schuldig geblieben, so daß sich seine Schuld jetzt auf rund 3 Millionen M a r k b e l a u f e. Die einmalige Beschlaanahme einer Wochen- einnahm« in Höh« von ca. einer Viertel Million könne an dieser Schuld nichts Erhebliches ändern. Die schlechte Finanzlage der Stadt erlaube es keinesfalls, daß bei derartigen Summen Nachsicht geübt werde, um so mehr als jeder kleine Steuerzahler seine geringen S t c u e r b« t r ä g e pünktlich ein- zahlen müsse, also auch erst recht ein derartiges Vergnügung«. unternehme», das die erforderlichen Summen bei der Erhebung der Eintrittsgelder tatsächlich eingenommen habe. Im übrigen sei der Lunapark jeder weiteren Geldentwertung mit sofortiger Erhöhung der Eintrittspreise gefolgt. Die weiteren Maßnahmen der Steuer- behörde zur Eintreibung der Schuld stehen noch nicht fest. Eventuell kamen hierfür Pfändung der Grundstücke und Attraktionen des Unternehmens in Frage. Wen öle Nepublik bezahlt. Die„chrfurchlsvollen Grfljjs" der Potsdamer Postbeamten. In der„Welt am Montag" veröffentlicht Reichstagsabgeordneter Genosse S t e i n k o p f unter dem Titel„Aus dem Reiche Giesberts" allerlei nette Histörchen, deren eine wir unseren Lesern nicht vor- enthalten wollen.„Unter den Teilnehmern des soeben beendeten Kongresses der Postinternationale," so schreibt Steinkopf,„befanden sich auch Holländer, und unter diesen einer, derindernäch st en Nähe des früheren Kronprinzen wohnt und nach seiner Angabe mit diesem öfter spricht. Als dies bei einer Be- sichtigung von Potsdam verschiedenen der dortigen P o st b e am t en bekanntwurde, bestürmten sie den Holländer, dem Exkron prinzen Grüße zu übermitteln. Und so lesen wir in dem Notizbuch des Holländers folgende Ergüsse verschiedener schönen Seelen: „Seiner Kaiserlichen Hoheit ehrfurchtsvollsten Gruß und viele gute Wünsche für das Wohlergehen Eurer Kaiserlichen Hoheit und auf baldige Einreise in Deutschland. Die Zahl der Getreuen wäckst täglich. Karl Aschke, Postinspektor, Potsdam, Charlottenstraße 81. Dann in holländischer Sprache geschrieben: „Viele herzliche Grüße von einem Deutsch-Holländer in Potsdam wünscht Eurer Majestät" Pierre Weser«, Waldemarstraße. U. Hören. Meine Wünsche schließen ssch an August Klöhn, Potsdam, Neuer Markt 3/4. „Unserem lieben verehrten Kronprinzen treudeutsche Grüße" Frida Jaenicke. Potsdam, Heilige-Geist-Straße 5. Wilhelm Rogge, Potsdam. Hermann Sensf. Potsdam, Alte Luisenstraße 17. „Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen des Deutschen Reiches tteudeutsche Grüße mit den besten Wünschen für sein ferneres Wahlergehen." Heinze, Ober-Postsekretär, Sigismundstraße 12. Wenn diese Herrschaften von der Post so sehr auf eine„baldige Einreise" der„Kaiserlichen Roheit" nach Deutschland hoffen, so wollen wir dafür die Erwartung aussprechen, daß alle diese Herr- Ichasten ihre baldige Ausreise aus den Räumen der deutschen republikanischen Reichspost antreten, da sie ja offenkundig doch nicht gewillt sind, der Republik treu und ehrt:ens>ahre. lila mit„B" bezeichnete Milchkarten(bisher All- Korten) für Kinder im 2. Lebensjahre, grüne mit„C* bezeichnete Milchkarten(Bisher BI-Karten) für Kinder im 3. Lcbensashre, blaue mit„D" bezeichnete Malchkarten(bisher B II. Karten) für Kinder im 4. Lebensjahre nuzgegeben. Außer- dem werden„E"-Karten für werdende Mütter in gelbarüner Grundierung bei Anmeldung der Schwangerschaft für 3 Monate (d. h. für den 7„ 8. und 9. Monat der Schwangerschaft) ausgegeben. Untergang eines Hapag-Dampfers. Sämtliche ö00 Passagiere gerettet. Der Dampfer hammonia der Hamburg— Amerikalinie ist aus der Reise von Hamburg nach havomna 80 Meilen von Digo ge- funken. Aus drahtlose Hilferufe des gefährdeten Schiffes eilten mehrere Dampfer herbei, denen es gelang, sämillche 800 Passagiere zu retten. Die Hamburg— Amerikalinie selber teilt über das Sinken des Dampfers folgendes mit: Nach Telegrammen, die wir aus Vigo erhalten, erlitt unser aus der Fahrt nach Kuba und Mexiko befind. sicher Doppelschrauben-Post. uno Passagierdampfer Hammonia, nach. dem er Vige als letzten europäischen Anlaufhafen verlassen hatte, kaum 100 Seemeilen von dort entfernt in der Nacht vom 8. auf den 9. September durch einen schweren Weststurm Be- schädigungen, deren weitere Auswirkungen das Manövrierunsähigwerden des Schisses zur Folge hatte. Mehrere auf den dr-chilosen Hilferuf des Kapitäns herbei» aeeilte Dampfer nahmen die Passagiere sowie die Mannschaft auf. Der Poltdampser der Union Eastle Lin« Kinfanus Castle nehm 340 Passagiere an Bord, welche er am Dienstag morgen in Sout. hampton landen wird. Der Dampfer Euelid hat bereits am Sonn- tag morgen 89 Personen in Vigo gelandet. Es scheinen außerdem sich Passagiere und Mitglieder der Besatzung an Bord der Dampfer Boldwav, City os Ehester und Saldier Prinee zu befinden, worüber nähere Angaben drahtlos eingefordert sind. Di« Agenturen der Hamburg— Amerikalinie in Southampton und Vigo sind angewiesen, die Passagiere, welche ihre Reis« fortsetzen wollen, angenehm unter- zubringen, bis ihre Weiterbeförderung mit erster Gelegenheit ge- schehen kann. Der Dampfer Saldier Prinee oersuchte die Hammonia, auf der 20 Personen der Besatzung zurückgeblieben waren, als das Wetter besser wurde, zu schleppen, doch sank der Dampfer um Slb Uhr am Sonnabend abend auf 51,33 Breite und 10,50 Länge. Der Dampfer Hammonia ist 8000 Tonne» groß und wurde semerzett vom Holländischen Lloyd zurückgekauft. Gewerkschaftsbewegung Wenn die Kommunisten regieren. Eine Korespondenz des Sozialistischen Boten" aus Tula schil ert in drastischer Weise die Mittel und Methoden, mit denen die Communistischen Gewalthaber jede selbständige Regung der Arbeiter schaft niederfnütteln und auch die elementarsten Rechte der Arbeiter mit Füßen treten. In Tula, einem der wenigen Industriezentren Rußlands, finden gegenwärtig umfangreiche Betriebsein schränkungen statt. In der Waffen- und Patronenfabrit allein wurden fürzlich 6000 Arbeiter entlassen. Demnächst steht die Entlaffung von weiteren 4000 bevor. Bei diesen Betriebseinschränkungen hat nun die kommunistische Verwaltung die Gelegenheit benutzt, um die ihr in politischer Hinsicht als unzuverlässig" erscheinenden Arbeiter auf die Straße zu werfen. Etwa 50 Arbeiter wurden auf diese Weise, entgegen allen Vorschriften, entlassen. Sie appellierten an alle in Frage kommenden Instanzen, darunter auch an das Bezirkskomitee des Metallarbeiterverbandes in Tula. Selbst die dort sigenden Kommunisten mußten anerkennen, daß die Entlassungen unberechtigt waren und daß die Betriebsverwaltung infolgedessen die Arbeiter wieder einstellen müsse. Ein gedruckter Geschäftsbericht liegt zurzeit noch nicht vor, er wird den Delegierten erst auf der Tagung selbst ausgehändigt. Wir werden über die Tagung berichten. Die Lehrberatungssprechstunden der Betriebsräteschule finden ( außer in den Bureaustunden) Montags und Freitags pon 4 bis 7 Uhr nachmittags statt. Die Kolleginnen und Kollegen erhalten dort Rat in allen ihre Bildungsarbeit betreffenden Fragen München, 11. September.( Eig. Drahtbericht.) Am Sonntag begannen hier die Verhandlungen der zweiten und Hinweise auf die für sie besonders in Betracht kommenden Kurse. Betriebsräte, Betriebsobleute, weist in den Betrieben auf die ordentlichen Generalversammlung des Deutschen Eisenbahnerver- Lehrberatungssprechstunden hin! Erkennt die Notwendigkeit der bandes. Anwesend find 221 Delegierte, die 442 626 Mitglieder ver- wirtschaftlichen und rechtlichen Schulung der Arbeitnehmer! treten. Ausländische Gäste sind erschienen aus Dänemark, Holland, Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. Luxemburg, Desterreich, der Schweiz und der Tschechoslowakei. Die Beendigung des Beamtenstreifs in Bolen. Nach Beendigung Stadt München hat den Bürgermeister, Genoffen Schmidt, entsandt, für das Reichsverkehrsministerium ist Oberregierungsrat Karmann des Beamtenstreifs in Bolen widelt sich der Telegraphenbetrieb mit anwesend, für den ADGB. Genosse Wissell, für den Allgemeinen Warschau, Lodz, Bromberg, Kattowi, Bosen und Thorn sowie mit Deutscher Beamtenbund Genosse Faltenberg und für die Reichsge- Krakau seit Sonnabend abend wieder normal ab. werkschaft der Eisenbahner find anwesend Menne, Döbling und Solzindustrie Werkmeister. Afa- Versammlung am 12. September, abends Scharfschwerdt. Dazu kommen noch Vertreter einer Reihe anderer 7 Uhr, in den Musikerfälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31( Börsensaal). berufsverwandter Organisationen. Die Begrüßungsarsprachen wurden eingeleitet durch eine furze Rede des Verbandsvorsitzenden Scheffel, dem sich die Gäste anschlossen. Faltenberg wies darauf hin, daß zum ersten Male auf einer Tagung des DEB. der Bertreter einer Beamtenfpigen organisation anwesend ist Bei der Bureauwahl wurde der Vorschlag der Amsterdamer Richtung, Mehrheit ngenommen. Die Folge dieses Einspruches war, daß eine Sitzung des Bezirks. drei Borsitzende und sechs Schriftführer zu wählen, mit großer tomitees mit den Arbeitslosen anberaumt wurde. Aber einige Tage Nach Ablehnung aller Abänderungsanträge wurde die vorgevorher wurden plöglich 20 dieser Arbeitslofen verhaftet. Gleich schlagene Tagesordnung genehmigt und die Geschäftsordnung mit der zeitig wurden 5 weitere unzuverläffige" Arbeiter aus dem Be- Alenderung angenommen, daß die Redezeit der Diskussionsredner zum triebe perhaftet und nun sitzen 25 Proletarier bereits mehrere Geschäftsbericht auf 25 Minuten erhöht wird. Monate im Gefängnis, während ihre Familien dem Hungertode preisgegeben find. Irgend eine Schuld fann ihnen nicht nachgewiesen werden, die Anflage gegen fie lautet auf" Sowjetfeindliche Agitation", es find aber nicht die geringsten Anhaltspunkte vorhanden, um diese Anklage irgendwie zu erhärten. Ein Teil der Verhafteten ist bereits in den Hungerstreit getreten und fordert die Beschleunigung der Untersuchung. Außer den erwähnten Arbeitern fizen im Gefängnis zu Tula feit April etwa 20 Eisenbahner, die bei der vor kurzem eingeleiteten Umformung der Gewerkschaften für eine energischere Ver teidigung der Klasseninteressen der Arbeiter eingetreten waren. Auch hier ist die Anflage ganz allgemein gehalten. Die Entwicklung der Reallöhne. Nach erfolgter Wahl der nötigen Rommissionen wurden die Verhandlungen auf heute vertagt. 4 Aus der Partei. Einigungs- Parteitag in Nürnberg. Die Delegierten zum Nürnberger Parteitag, der am 24. Gepwollen die Anmeldung sofort mit den besonderen Wünschen an die tember beginnt, sowie die Gäste, die Wohnung daselbst wünschen, Adresse Julius Loßmann, Nürnberg, Breite Gaffe 25, weitergeben. Groß- Berliner Parteinachrichten. 7. Streis, Charlottenburg. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich an der öffentlichen Bersammlung am Freitag, den 15. September, abends 7 Uhr, in der Leibniz- Oberrealschule, Schillerste 127, teilzunehmen. 24. Abt. Heute, Montaa, abends 72 Uhr, Funktionärversammlung bet Winzer, Chriftburger Straße 9. Sport. Rennen zu Strausberg am Sonntag, den 10. September. 1. Rennen. 1. Dftflucht( Thalede), 2. Garderobe( Gorsler), 3. Ge balind( Seränzlein). Tot.: 49: 10. PI. 19, 22, 24: 10. Ferner liefen: Herrscherin( 4.), Jogul, Mispel, Gernegroß, Ganymed( ausgebr.). Bawe, Theobald, Dahome, Belfried. 2. Nennen. 1. Mirakel( H. Beer), 2. Werwolf II( B. Schneider). Tot.: 32:10. I. 12, 11:10. Ferner liefen: Talisman( gef.), Lorenz( gef.). 3. Rennen. 1. Paulus( H. Schmidt), 2. Aterina( Polgar), 3. NordTot.: 27: 10. Pl. 15, 138, 29: 10, Ferner liefen: fee( D. Müller). Glückstaube( 4.), Damiana, Ravenna, Fairytale, Hegerei. 4. Nennen. 1. Stürmer II( v. Faltenbahn), 2. Charl. Cousin( b. Westernhagen), 3. Steinberger( Br. Plez). Tot.: 82: 10. BI. 16, 13, 15:10. Ferner liefen: Rosentönig( 4.). Batella, Landsmann, Ditmart. 5. Rennen. 1. Livia( H. Schmidt), 2. Namasos( Stolpe), 3. Mas lente( Senfpeil). Tot: 62: 10. Pl.: 19, 15, 23:10. Ferner liefen: Lilienstein( 4.), Capitalist, Schwanenritt, Belladonna, Smaragd. D. Schäfer). Tot.: 106: 10. Blab: 35, 22, 35: 10. Ferner liesen: Jessy( 5.), Esprit( gef.), Dro, Georg( gef.), Esau( ges.), Hartenstein, Kirsche, Bar. Cle6. Rennen. 1. Elmado( F. Lüder), 2. Element( Bismatt), 3. Credo mens, Märchensee. 7. Rennen. 1. Herenmeister II( Bismark), Alabaster( Goßler), 3. Diplomatie( Edler), 4. Jburg( Adolph). Tot.: 18:10. L. 14, 14, 23:10. Ferner liefen: Hellebarde 2, Sultane VIII, Fredegunde, Adolar( gef.), Hoopy, Bregostani. Tagung des Gewerkschaftsbundes der Angestellten. Weimar, 11. September. Zu Beginn der Tagung des Gewerkschaftsbundes, die gestern stattfand, begrüßte der Bundesvorsteher Schneider im National- Theater die Vertreter der Reichs-, Landes- und Stadtbehörden, besonders auch die Freunde aus dem und dem besetzten Gebiete. Ausland Hierauf eröffnete einer Schneider die Reihe der Referate mit programma tischen Rede über die Standesarbeit in Vergangenheit und Er schilderte den Entwicklungsgang der Verbände, Zukunft. die jetzt im Gewerkschaftsbund der Angestellten zusammengeschlossen find, und wies auf die bisher vom Bunde geschaffenen Einrichtungen Das Internationale Arbeitsamt berichtet über die Lohnentwid- hin. Von Mitgliedern des Bundesvorstandes sprachen Stöde. mann über Arbeitsgericht und Arbeitsrecht, Dr. Combecher lung seit 1914. Demzufolge war es nur eine ganz furze Periode über die unmittelbar vor der Beratung im Reichstag stehende im Jahre 1921, in welcher der Reallohn in den großen Industrie Schlichtungsordnung, und Bedmann über Arbeitslosenversiche fändern gegenüber der Vorkriegszeit sich ein wenig gehoben hat. Die Wirtschaftskrise hatte die Arbeiterschaft in erster Linie durch rung. Eine Reihe wichtiger Entschließungen war das Ergebnis der fonntäglichen Tagung. Angesichts der für den Winter zu erwartenArbeitslosigkeit und Kurzarbeit getroffen, erst in der letzten Zeit ist den großen Not soll die Reichsregierung vor allem die Versorgung der Reallohn selbst bei vollbeschäftigten Arbeitern in vielen Ländern des Boltes mit Brot, Kartoffeln und anderen lebenswichtigen Das Angestelltenrecht gefunken. So ist z. B. der Reallohn in England gegenwärtig in drei Nahrungsmitteln schleunigst sicherstellen. großen Industriezweigen, Bergbau, Maschinenindustrie und Bau- foll gemäß Artikel 157 der Weimarer Verfassung im Rahmen des gewerbe wesentlich unter dem Vorkriegsstand und ist niedriger, allgemeinen Arbeitsrechts geregelt und den Angestellten eine als die Inderziffern für die Kosten der Lebenshaltung. In fämt den öffentlichen Beamten annähernde Sicherheit der Stellung gelichen Ländern war zu beobachten, daß der Abstand zwischen den währleistet werden. Die Kaufmanns- und Gewerbegerichte sollen Löhnen der gelernten und ungelernten Arbeiter abgenommen hat; zu Arbeitsgerichten ausgebaut und bei jedem Arbeitsgericht mindeletztere fonnten ihren Reallohn vielfach erhöhen. Die Reallöhne der stens eine besondere Kammer für Streitigkeiten aus dem Ange öffentlichen Beamten und Staatsarbeiter find geringer als vor dem ftelltenverhältnis eingerichtet werden. Der Grundgedante des EntEugen Stabe schlägt Rütt, Arend und Lorenz. Die Radrennen Kriege. Die Entlohnung der Frauenarbeit ist seit dem Kriege verwurfs einer Schlichtungsordnung, der dem Reichstage zugegangen auf der Olympiabahn standen im Zeichen hervorragenden Fliegersports. hältnismäßig besser als die der Männer. ist, wird vom ersten deutschen Angestelltentag gebilligt, doch die m s ubela Erinnerungsrennen über 1200 Meter plazierter Gestaltung einer Schlichtungsordnung, die in ihren Bestimmungen sich in vier Vor- und zwei Zwischenläufen Stabe, Rütt, Arend, Lorenz und über die im Reichswirtschaftsrat gefundene Verständigungsbasis hin- Badebusch für den Entscheidungslauf. Im Entscheidungslauf führte vorerst ausgehen sollte, verurteilt. Im Gesamtrahmen des fommenden Ar- Badebusch, dann Lorenz und Arend. Gleich darauf ging aber wieder beitsrechts ist eine einheitliche gesegliche Regelung und Organisation Badebusch an die Spike vor Lorenz, Stabe, Rütt und Arend, so ging es des Schlichtungsverfahrens für Gesamt- und Einzelstreitigkeiten bis in die letzten Gerade. Mit mächtigem Antritt gingen nun Rütt und dringend erforderlich, ebenso die Zusammenfassung der fünftigen Stabe im Spurt an Badebusch und dem überraschten Lorenz vorbei, wobei Bon der Reichsregierung wird eine beschleunigte gesetzgeberische Be- durchs Ziel zähe vor Rütt, mit Arend am Hinterrad, verteidigte. Lorenz Schlichtungsämter und Arbeitsgerichte zu Sondergerichtsbehörden. Rütt von Stabe in der Einlaufsturve ungewollt etwas nach außen gedrängt wurde. Stabe erhaschte dadurch einen geringen Borsprung, den er bis handlung des Arbeitsgerichtsgefehes und seine gleichzeitige Verab- folgte abgeschlagen als Bierter vor dem ganz im Hintergrund verschwundenen fchiedung mit der Schlichtungsordnung gefordert. Hinsichtlich der Packebusch. Die Unplazierten aus diesem Stennen bestritten den Finn. Arbeitslosenversicherung wünscht der Angestelltentag die Aner- Erinnerungspreis über 1200 Meter. Hier blieb Sennede siegreich Der Kongreß hat eine sehr umfangreiche Tagesordnung zu er fennung der Gewerkschaften als gleichberechtigten Träger der Ar- vor Schröder, Otto Tieb, Dähne und Freiwald. In den Dauerrennen ledigen. Neben den Geschäftsberichten find mehrere bedeutsame Referate vorgesehen. So wird Genosse Wissell. Berlin über den beitslosenversicherung, während die öffentliche Arbeitslosenversiche itarteten nur Fahrer der B- stlaffe. Der Leipziger Ebert zeigte sich seinen 17 Minuten 11%, Sefunden vor Hoffmann 310, Schrefeld 570, Erflling 1250, Aufbau der Volkswirtschaft und Rohur über Berung auf die nichtorganisierten und nicht ständig beschäftigten Ar- Rivalen gegenüber weit überlegen; er gewann ein 20- Kilometerrennen in beitnehmer zu beschränken sei. Sturm 2500 und Jenssen 2690 Meter zurüd. Ein 50 Stilometerrennen amtenzentrale und Reichssettion sprechen. Eine Reihe brachte dann Ebert in 42 Minuten 38 Sefunden ebenfalls auf sein Konto Verwaltungsstellen schlagen eine Erweiterung der Tagesordnung vor Erstling 3370, Schrefeld 4100, Jenssen 5450, Hoffmann 13 290 Meter Den Schluß bildete ein Zweifiger vor. So beantragt Darmstadt, daß das Thema Soziallohn zurild; Sturm folgte weit zurüd. oder Reallohn besprochen wird. Eine andere Zahlstelle wünscht Grund der ungerechten Sträfteverteilung bereits vor dem Start gewonnen; die Behandlung der Taftit bei Lohnbewegungen und Prämienfahren über 20 Runden. Das Rennen war für Rütt- Stabe auf Sennede- Dito Tiez wurden Zweite vor Amort- Rinsener und Tezlaff- Schröder. Wirtschaftsfämpfen. Verbandstag der Eisenbahner. München, den 7. September 1922. Eine der jüngsten und zugleich eine der größten freigewerk schaftlichen Organisationen, der Deutsche Eisenbahnerverband, hält feine zweite ordentliche Generalversammlung in der Woche vom 11. September in München ab. Die Generalversammlung war zuerst auf Mitte Juni einberufen, mußte aber wegen der damaligen Verhältnisse verragt werden. Immer noch Seherftreik in Wien. Wien, 9. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Berhandlungen haben sich heute wieder zerschlagen. Montag werden neue Verhandlungen vor dem Einigungsamt geführt. Radikale" unter den Streifenden wollen die Banknotenpresse ftillegen. Das wird jedoch verhindert werden. Former und Berufsgenossen! Die Former und Gießereiarbeiter der Fürstenwalder Betriebe befinden sich im Streit. Wir ersuchen, den Zuzug von genannten Berufen nach dorthin fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband. Die Frage Mostau oder Amsterdam dürfte auf diesem Berbandstag eine besondere Erörterung finden, denn die Kommunisten sind wohl in feiner Gewerkschaft so start als bei den Eisenbahnern. Es ist aber unzweifelhaft, daß die große Mehrheit des Verbandstages sich hinter Amsterdam stellen und daß der Kongreß eine flare Entscheidung hierüber fällen wird. Wie ftart das Interesse der Mitgliedschaft an der Tagung ist, geht aus der Fülle der vorliegenden Anträge- es sind über 950 Neue Verhandlungen in der Holzindustrie! Mit den Vereinigten hervor. In zahlreichen Anträgen werden Forderungen an Verbänden der Berliner Holzindustrie wurden erneute Verhandlungen Gefeßgebung und Regierung aufgestellt, die sich auf zum Sonnabend, den 9. September, anberaumt, über deren Ergebnis politische und wirtschaftliche Fragen beziehen. Das Streitrecht zurzeit noch nichts gesagt werden kann. der Beamten behandeln verschiedene Anträge. Gegen die Wir bitten unsere Mitglieder, zwecks Informationen am MonTechnische Nothilfe wenden sich ebenfalls mehrere Anträge. tag, den 11. September, morgens, in unserem Bureau Nachfrage Auch die Frage der Regelung der Arbeitszeit wird eine zu halten, und des weiteren die Presse wegen der nächsten Bersamm große Rolle spielen. Der Verbandstag wird auch Stellung zur zu- lung zu beachten, da diese jedenfalls am Dienstag stattfindet. fünftigen Organisationsform nehmen. Deutscher Holzarbeiterverband. Verwaltungsstelle Berlin. Der Blaue Vogel" 99 Goltzstr. 9. Tel. Nollendorf 1613 Anf. 8% Uhr. Vorstell allabendl. Gemischtes Programm zusammengestellt aus den besten Nummern des 1. u.? Programms Billettverkauf a. d. Theaterkasse v. 11 bis 2 Uhr u. v. 6 Uhr abends auch an allen Theaterkassen. M. Teitzahl. 3j.Gar.Kronen Zähne von 40 an 80M., Zahnz.m.Einspr. h.schmerzid. Umarb. schlechts.Geb. Rep.sof. Zahnarzt Dr. Wolf, Potsdamer Str. 55. Hochbahn- St. Sprz. 7-9 Biesdorf- Mahlsdorf Parzellen mit hervorrag. Gartenboden. Verkaufsstellen a. Bahnh. Nieschalke& Nitsche Berlin, Neue Königstraße 16 Alex. 8376 und 3623 Gold Silber Platin Brillanten = Bruch kauft reell zu höchsten Tageskursen C. Käferle Uhrmacher- Juwelier Frankfurter Allee 278 Perser- Teppiche Klaviere, Flügel Maßkorsetts and Reparaturen Fr. L. 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Leider hat die Unsuite des Wettens jetzt auch schon auf die Hunderennen übergegriffen. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: S Th. Glocke, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 4 * Arbeitsmarkt Geld sofort. Ratenrüdzahlung. Kram Getragene Friedensanzüge, große Aus. Korbflaschen und Steintruten tauft wahl, zum Teil auf Seide, fehr illig, Germania Bersandhaus, Große Frant pig, Linienftr. 88( Rosenthalerpl.). fede Figur passend, auf Lager. Frad, furter Straße 63. Rönigstadt 6334. Leibhaus Friedrichstraße 2( Sallesches Smokinganzüge. Schnurmacher, Stalizer Grammophone, Grammophon- Platten, Tor) Derkauft( pottbillig Anzüge, Straße 108 Laden. Hochbahn Oranien tr. auch alte, serbrochene, taufe Stüd 30 Baletots. Schlüpfer, Belzwaren- Ge Anzüge, Gummimäntel, Wintermän- Mart. 8wigers. 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