Nr. 431 39.Jahrgana Ausgabe B Nr. 209 Bezugspreis: Für den Monat September 200,- M., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Desterreich und Luremburg 248,- M., für das übrige Ausland 282,-M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Deiterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoflowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 40,- M. Reklamezeile 180,-. Sleinenzeigen" das fettgebrudte Wort 12, M.( zulässig zwei feitgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 7- M., jedes weitere Wort 5,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zmel Borte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 15,- 2. Anzeigen für die nächst e Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Dienstag, den 12. September 1922 Lloyd George reist nach Genf? Das Reparationsproblem vor dem Völkerbunb. London, 12. September.( WTB.)„ Daily News" berichtet, daß Lloyd George sich zur Völferbundversammlung nach Genf begeben wird. Wie aus Genf gemeldet wird, wird sich Lloyd George in der Frage, ob es ratsam sei, das gesamte Repa rationsproblem offen vor der Völkerbundversammlung darzulegen, zweifellos von dem Rate Balfours und der anderen britischen Delegierten leiten lassen. Es sei jedoch klar, daß ein derartiger Schritt vielseitige Zustimmung finden würde. Auch bestehe Grund zu der Annahme, daß die Franzosen solchen allgemeinen Erörterungen durchaus nicht abgeneigt seien. Einer weiteren Meldung aus Genf zufolge wird Lloyd George wahrscheinlich nächste Woche eine Rede vor der Völkerbundversammlung halten. Der Londoner Berichterstatter des WTB. erfährt, daß eine Reise Lloyd Georges nach Genf zur Völkerbundversammlung nur zur Behandlung einer großen Frage" unternommen werden würde. Wirth über die Verhandlungspause. Berlin, 12. September.( WTB.) Reichskanzler Dr. Birth gewährte gestern mehreren ausländischen Pressevertretern eine Unterredung über den Verlauf der Berhandlungen mit Belgien, in der er folgendes bemerkte: Die deutsche Regierung hat ernstlich versucht, den Beschluß der Reparationsfommission über die Barzahlungen dieses Jahres zu einem positiven Ergebnis zu machen. Dies war nicht leicht, bant auf den Stand der Mart haben würde, und wenn dann die deutsche Mark der österreichischen Krone folge, so würde dies nach Ansicht maßgebender Persönlichkeiten eine Einstellung der Reparationszahlung für die nächsten Jahre bedeuten. Es bestehe daher immer noch Hoffnung, daß das Garantieproblem gelöst werde. Deutsche Wiederaufbauarbeit. Paris, 12. September.( WTB.) Das Aktionskomitee der zerstörten Gebiete nahm gestern nachmittag die Erflärungen seines Generalsekretärs Doucedame über die Vorschläge der deutfchen Arbeiterperbände bezüglich einer größeren Lieferung von Material für den Wiederaufbau.der befreiten Gebiete entgegen. Das Romitee nahm folgende Tagesordnung an: Das Aftions fomitee für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete fordert die deutschen Arbeiterorganisationen auf, Delegierte zu entsenden, damit diese mit den nötigen Vollmachten versehen in Paris mit dem Aktionskomitee verhandeln können. Doucedame erflärte in einem Schlußwort, daß die Unterzeichnung des Abkommens Stinnes- Luberfac einen Schritt vorwärts zu einer rationellen Methode des Wiederaufbaues bedeute. Er sprach die Hoffnung aus, daß die französische Regierung feine Einwendungen gegen das Abtommen erheben werde, denn das Bedürfnis nach einem solchen Vertrag mache sich in jeder Beziehung geltend. Der Dollar etwas gesunken. da die Regierung als solche über besondere Sicherheiten nicht ver- Devisenmarkt heute start abgeflaut. Es tommen nach wie vor aus Infolge der Unsicherheit der politischen Lage ist das Geschäft am fügt. Aber die autonome Reichsbank hat sich loyal zur Verfügung gestellt und sich bereit erklärt, die Schatwechsel zu unterschreiben Kreisen der Industrie und des Großhandels ziemlich erhebliche Anund damit zu garantieren. Sie stellt allerdings die Bedingung, gebote an ausländischen 3ahlungsmitteln heraus. daß die Lauffrist über 6 Monate hinaus verlängert Infolgedessen liegen die Kurse ganz wesenlich unter dem gestrigen werden müßte. Ferner war die deutsche Regierung bereit, mit Niveau. Der Dollar wurde an der Börse mit 1490 bis 1510 der Industrie und den deutschen Privatbanten in gehandelt. Berhandlungen über eine fubfidiäre Sicherheit einzutreten und auch Die andauernde Geldknappheit drückt sehr auf das Geschäft an die bereits bestehende Uebernahme eines Teiles der Garantien zu den Effektenmärften. Die Spekulation sucht Glattstellungen einem positiven Ergebnis zu führen. vorzunehmen im Hinblick auf die zu erwartende weitere VerschärDie faufmännische Grundlage für ein Abkommen mit fung des Geldmarktes am Ultimo. Infolgedeffen liegen die Kurse Belgien im Sinne des Beschlusses der Reparationsfommission war auf fast allen Gebieten des Effettenmarktes niedriger. Besonders also gegeben, und wenn es nur nach faufmännischen Grundsätzen ge- gedrückt sind Balutapapiere, Schiffahrtswerte und die Papiere des gangen wäre, fo wäre am legten Sonnabend ein Abschluß erzielt unnotierten Marktes; verhältnismäßig gut gehalten Montanmerte, worden. Wir hätten davon eine wesentliche Befferung der wirtschaft- Maschinenbauanstalten und Chemische Werte. lichen und polifischen Atmosphäre zu erwarten gehabt. Die Mart Kurstabelle dritte Seite. hätte sich aller Wahrscheinlichkeit nach gebessert und wäre auf Monate hinaus stabil geworden. Deutschland hätte sich für den schweren Winter einrichten können, und mit aller Ruhe hätte man die Vorbereitungen für die große Reparationsfonferenz treffen können, von der die Ruhe Europas abhängt. Leider ist dies alles in Frage gestellt worden, weil die belgische Regierung an dem Schema des Beschlusses der Reparationsfommission festhielt, der von sechs. monatigen Schatzwechseln spricht. Ich kann die Entscheidung der belgischen Regierung nicht fritifieren, sondern nur bedauern, weil sie meder unseren Interessen noch den Intereffen der allgemeinen europäischen Scche dient. Ich kann nicht glauben, daß sich die Reparationstommiffion einer Regelung widerfekt hätte, wie sie in den Verhandlungen mit den belgischen Bertretern vorgefchen war und wie sie von diesen selbst als möglich betrachtet wurde. Was wird aus Henning? Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Hanbregpedition n. Inseraten Abteilung: Dönhoff 2506- 2507 Die Tragödie Griechenlands. Im Jahre 1822 nahm Griechenland als erste der Balkanmächte den Kampf gegen die türkische Borherrschaft auf. Unter dem Einfluß des klassischen Humanismus, dessen Repräsentanten in Deutschland neben Goethe und Schiller Herder und Bieland, in England Byron und Shelley waren, wurde die Bewegung in Europa mit Begeisterung begrüßt. Man fah in den Bewohnern Griechenlands die Nachkommen der alten Hellenen und erwartete von dem Freiheitskampf einen neuen, griechischen Frühling". Die Sympathien für den Neuhellenismus gingen so weit, daß sich die Reihen der griechischen Korps mit Freiwilligen aus Deutschland und England füllten, und nicht die übelsten Elemente waren es, die auf den griechischen Schlachtfeldern ihren Tod fanden. gelang die Befreiung vom türkischen Joch, aber die innere Man hat die Kräfte Griechenlands überschätzt. 3war Befreiung wollte nicht recht von statten gehen; was aninnerer Aufbauarbeit geleistet wurde, blieb in den Anfängen stecken, und Griechenland ist nicht der Kulturträger geworden, den man in dem ersten Jahrzehnt der Begeisterung in ihm sehen zu können hoffte. Wenn das so ist, so ist daran nicht zum geringsten Teil ein überspannter National begriff schuld, der die griechischen Staatsmänner von vornherein nach Zielen greifen ließ, die dem jungen Staatswesen um so weniger anstanden, als es vergaß, feine Kraft den inneren Aufgaben zuzuwenden. Die Staatsfinanzen gerieten bald in Unordnung, äußere Anleihen ließen es in Abhängig teiten geraten, die für die innere Entwidlung auf die Dauer nicht fegenbringend sein fonnten, und die Wirtschaftspolitit Protest der europäischen Mächte, sondern auch den Spott der war zeitweise von einer Kurzfichtigkeit, die nicht nur den Wizblätter herausforderte. Auf dem außenpolitischen Programm Griechenlands stand schon im Jahre 1822 der Satz, daß„ alle Bewohner der Türkei, welche an Jesus Christus glauben, in die hellenische Nation einbegriffen sind". Hier klingt zum erstenmal die Sehnsucht nach dem Besitz Kleinafiens durch, hier zum erstenmal wird das Ziel angedeutet, das die Politit Griechenlands feither immer wieder maßgebend beeinflußt hat: Konstantinopel Im Jahre 1912 trat der Baltanbund, dem Bul garien, Serbien, Montenegro und Griechenland angehörten, den Entscheidungstrieg gegen die Türkei an. Wenn sich das Verhältnis zwischen den Balfanstaaten und der Türkei auch schon vorher aufgelockert hatte, so bestanden doch noch immer Abhängigkeiten, wie sie für selbständige Nationen auf die Dauer nicht tragbar sind. Die führende Macht im BallanDer Fall des deutschvölkischen Reichstagsabgeordneten. Major bund war Bulgarien. Ohne die opfermutige Haltung der Henning ist hier schon mehrfach behandelt worden. Wir haben bulgarischen Truppen wären die Siege über das türkische Major Henning vorgeworfen, verschiedentlich flüchtige Geheimbünd- Heer nicht denkbar gewefen. Griechenland führte feine er der Organisation C und reaktionäre Mörder mit Rat und Tat Truppen nur zögernd in den Kampf. Als aber Bulgarien unterstüt zu haben. Neben den Fällen Claus und Rung nach beendetem Krieg für sich Osthrazien als Ausgang zum handelt es sich ganz besonders um den Fall Hörnlein, in dem ägäischen Meer forderte, protestierte Griechenland dagegen, mehrere Personen der deutschnationalen Parteileitung Osnabrück das Kriesgfeuer fladerte von neuem empor, und die ehefompromittiert sind. Major Henning hat uns in dieser Sache ver- maligen Verbündeten Griechenland, Serbien und Montenegro schiedentlich Berichtigungen geschickt, die wir auf Grund des Preß-( und weiter als neu eingreifende Macht Rumänien) übergefeßzes abgedrudt haben. Wir mußten aber und müssen heute fielen Bulgarien, das seine letzten Kräfte bereits im Rampf Die Reparationstommission hat es auch jetzt noch in der Hand, noch dabei bleiben, daß die Beteiligung Hennings an der Fert gegen die Türkei verausgabt hatte. Es war für Griechenland das belgische Bedenten zu beseitigen, indem sie in eine Ber- fchaffung des am Erzberger- Mord beteiligten hörnlein unwider ein leichtes, feine Kräfte längs der thrazischen Küste vorzulängerung der Lauffristen einwilligt. Dies wäre die einfachste Dies wäre die einfachste teglich feststeht. Bir behaupten nach wie vor, daß Henning schieben, und in Athen sah man bereits den jungen Konstantin Lösung der Lage. Aber man darf feine Zeit verlieren, denn in dem für die Flucht des Hörnlein sowohl einen falschen Baß besorgt, an der Spitze seiner Truppen in Konstantinopel ein ziehen. Zustand, in dem sich Deutschland befindet, bedeutet jeder Tag eine als auch Geldmittel flüssig gemacht hat. Hörnlein ist Berschlechterung der Finanzlage und damit eine Berminderung der später auf mysteriöse Art auf österreichischem Gebiet ermordet mor- gelang den Großmächten, rechtzeitig abzublasen, Der Traum Griechenlands ging nicht in Erfüllung. Es Reparationskraft. Die belgischen Vertreter haben bemerkt, daß sie das größte den, wahrscheinlich durch ein„ Femgericht" der Organisation C. Griechenland trug aus dem Streit immer noch den Löwenaber Die belgischen Vertreter haben bemerkt, daß sie das Interesse daran haben, die Berschlechterung der Mart aufzuhörnlein hat sich selbst mehreren Bersonen gegenüber als Mitanteil davon: ein Teil Albaniens, Mazedonien halten. Dies wollen auch wir. Aber wenn dies erreicht werden täter bei der Ermordung Erzbergers bezeichnet. foll, wenn vermieden werden soll, daß die Entwertung der deutschen und Thrazien wurden ihm zugesprochen. Das war ein Wir behaupten aber weiter, daß diese Tatsachen auch den Ge- Macht- und Landzuwachs, der dem kolonisatorischen Bedürf Baluta irreparabel wird, so darf kein Tag mehr verloren richtsbehörden durchaus bekannt sind. Um so mehr muß es nis des griechischen Volkes, das heute weit weniger stark werden. Die deutsche Regierung ist zu jeder Regelung bereit, verwundern, daß bis heute noch nichts von einer Anist als im Altertum, vollauf genügt hätte. Wenn eine Ausdie sie noch gewissenhafter Prüfung vor dem deutschen Volke verlage oder einem Strafverfahren gegen Henning dehnung darüber hinaus trotzdem zum unverbrüchlichen Brotreten kann. Aber sie müßte es ablehnen, Verpflichtungen auf sich betanntgeworden ist. Auch beim Reichstag ist bisher kein gramm jeder griechischen Regierung gehörte, so liegt dem zu nehmen, von denen sie überzeugt ist, daß sie nicht geleistet werden Antrag der Staatsanwaltschaft auf Aufhebung der Immuni- gramm jeder griechischen Regierung gehörte, so liegt dem fönnen und daß sie auch garnicht der Förderung des Hauptzieles tät Hennings gestellt worden. wieder jener überspannte Nationalismus zugrunde, der das bienen, nämlich der endgültigen Lösung der Reparationsfrage und Wir können natürlich nicht voraussagen, wie der Reichstag sich den gefunden Blick für die inneren Möglichkeiten zu behalten. Hauptgewicht auf eine Ausdehnung nach Often legt, ohne damit der endlichen Beruhigung Europas und der Welt. zu einem solchen Antrag stellen würde. Aber selbst, wenn der Und wieder famen den griechischen Wünschen äußere GreigReichstag aus prinzipiellen Gründen eine Aufhebung der Immunität London, 12. September.( WTB.)„ Times" melden aus Paris, verpflichtet, selber eine Klärung der Sache herbeizuführen. Er wäre Schicksal der Türkei nach dem Weltkrieg besiegeln sollte, ablehnen sollte, so wäre Major Henning nichtsdestoweniger moralisch nije entgegen. Der Friede von Sèvres, der das es werde dort zugegeben, daß die Rückkehr der belgischen Delegierten verpflichtet, wie das andere vor ihm schon getan haben, bann auf brachte ihnen die Anwartschaft auf das Gebiet von brachte ihnen die Anwartschaft auf das Gebiet von aus Berlin nicht einen endgültigen Bruch bedeute. Die fein Mandat zu verzichten und sich dem Gericht zur Verfügung zu teile ohne wesentliche Kraftenstrengungen zu. Benn ihm Smyrna in Kleinasien ein. Noch einmal fielen ihm LandHoffnung auf eine Regelung sei auf keinen Fall aufgegeben. Ein stellen. Dazu hätte er um so mehr Anlaß, als seine eigenen Wähler Konstantinopel auch weiter vorenthalten blieb, so fonnte es Borschlag gehe dahin, diese Frage dem Völker bunde zu über- ihm wegen seines Verhaltens gerade auch im Fall Hörnlein das Konstantinopel auch weiter vorenthalten blieb, so konnte es Bölterbunde doch jetzt von zwei Seiten die Stadt umspannen. schärfste Mißtrauen ausgesprochen haben. weisen. Pause, nicht Abbruch! London, 12. September.( WTB.) Der Parifer Berichterstatter Doch zunächst fragen wir: Was tun eigentlich die Gerichte, des„ Daily Telegraph" erfährt von maßgebender Seite, die Meinung was tut die Staatsanwaltschaft in der Sache Henning, Barifer Blätter, wonach die Berliner Berhandlungen mit benen doch die Atten gegen den deutschnationalen Parteifeltetär Belgien gescheitert seien und nun die Verkündigung des Ver- Landwehr Osnabrück und den deutschnationalen Fabrikanten zuges Deutschlands bevorstehe, decke sich keineswegs mit der Meyer- Osnabrück bekannt sein müssen? Auffassung der Reparationstommission. Soweit B befannt, hatten die Belgier nicht die Forderung gestellt, daß ein Teil des Goldes der Reichebant in eine ausländische Bank übergeführt landtommiffion feierlichen Protest gegen die Berhaftung des ReDer Reichstommiffae für die befehlen Gebiete hat bei der Rhein. werden solle. Man dürfe nicht außer acht lassen, welche Wirkung gierungsaffeffors Dr. Lange in Wiesbaden eingelegt und um An. eine Entnahme von etwa 300 millionen Goldmark aus der Reichs- gabe der Gründe für diese Maßnahme ersucht. Aber jetzt endlich zeigte sich, daß das Ausdehnungsbedürfnis der Lenker Griechenlands in feinem Ber hältnis zu der inneren Kraft des Landes steht. Mit dem Mandat über Smyrna hatte Griechenland die Rolle des Erefutors Englands gegen die femalistische Opposition übernehmen müssen. Troß einiger Siege vermochten die zu brechen und heute bezahlt Griechenland das Geschenk der griechischen Besagungstruppen den Widerstand Kemals nicht Entente mit dem Verlust eines ganzen Heeres, mit einer weiteren 3 errüttung der Finanzen un mit einer innerpolitischen Situation, die den Thron Kon- stantins von neuem bedroht. Wenn man in Konstantin nur den Vertreter der imperialistischen Träume Griechenlands sieht, dann kann man es verstehen, daß der Zorn des Volkes sich gegen ihn wendet. Nirgends tritt es so deutlich wie bei der Tragödie Griechenlands in Erscheinung, wie verderblich der Imperialismus ist, der die Völker daran verhindert, für das Wohl im Innern ihres Landes zu sorgen. Auf der anderen Seite darf man allerdings nicht ver- gessen, daß auch Griechenland nur der Gestoßene der Entente ist. Der Imperialismus der Großmächte, der Europa vor den Rand des Abgrunds geführt hat, setzt in Kleinasien sein zerstörerisches Handwerk fort. Was nützen die Kommissionen zur Untersuchung der Greuel, die die Türken gegen die Christen, die Griechen gegen die Mohamedaner verübt haben, solange die Imperialisten Europas es nicht lernen, ihre Machtansprüche durch ein menschlicheres und ver- mmftgemäßeres Verfahren auszugleichen! Cnglanü und die Orientkrise. London, 12. September.(WTD.) Reuter meldet aus Malta: Zwei britische Batterien haben den Befehl erhalten, sich jum Abtransport nach Konstantinopel bereit zu halten. .Times" melden, daß die alliierten Kommissare in Konstantinopel der Angoraregierung mitgetilt haben, daß die Alliierten unter keinen Umständen irgendeine Verletzung der neu- traten Zone, die den Bosporus und die Dardanellen einschließt, durch die kemalistische Armee dulden werden. In britischen Regie- rungstreisen werde nach wie vor darauf gedrungen, daß es unbc- dingt notwendig sei, die t h r a z i s ch e und die D a r da n e l l e n- frage von allen Verhandlungen, die als unmittelbares Ergebnis der Operationen in Anatolien entstehen könne, auszuschließen. Paris, 12. September.(WTB.) Nach einer Havas-Meldung aus London hat die britische Regierung der französischen Regierung mitgeteilt, daß angesichts der Schwierigkeiten, die sich im Orient entwickelt haben, eine Konferenz über die Regelung der Ber- Hältnisse zwischen Griechenland und der Türkei in ihrer ursprüng- lichen Form gegenstandslos fei, und daß es sich nunmehr um die viel ernsteren Frage einer allgemeinen Friedensrege- lung im Orient handele. Infolgedessen sei es notwendig, daß vor irgendeiner Zusammenkunft befriedigende Besprechungen zwischen den Kabinetten von London, Rom und Paris, sowie der Regierung von Angora stattfinden, um die Verhandlungen über eine allgemeine Regelung der Orientfrage zwischen Europa und der Türkei und über eine Abänderung des Vertrags von Scvres vor- zubereiten. Oie Ansprüche der Türkei. London, 12. September.(WTB.) Der Pariser Vertreter der Regierung von Angora, F e r i d B e y, erklärte in einer Unter- redung mit einem Berichterstatter des„Daily Expreß", die einzige Hoffnung für den Frieden im Orient fei, daß die britische Regierung einer bedingungslosen Rücker st attung Adria- n o p e l s an die Türken und der Räumung Kon st an» t i n o p c l s durch die Alliierten zustimme. Wenn die britische Re- gierung das tue, dann könnte eine Konferenz stattfinden, und die Türken könnten eine Jnternationalisierung der Meerengen und andere Fragen erörtern, wie z. B. das Verbleiben der Engländer in Bosra und anderen Städten Mesopotamiens, wo England Inter- essen habe. Die Türken erhöben keinen Anspruch auf Mesopotamien! wenn aber die englische Regierung es ab- lehne, den Anspruch der Türkei auf Adrianopel und die türkische Souveränität über Konstantinopel zuzugestehen, dann würden die Türken Mesopotamien überrennen und alles tun, was in ihrer Macht stände, um den britischen Interessen entgegenzuarbeiten und die britische Herrschaft im Osten zu behindern. Die einzige Hoff- nung Großbritanniens beruhe nur darauf, daß es die Türkei zu seinem Freunde mache. Die Türkei strecke England die Hand hin, es sei Englands Sache, sie zu ergreifen. Der �remüensthutz in Konstantinopel. London, 12. September.(WTB.)„Times" melden aus Kon- stantinopel, daß bei den türtischen Siegesseiern an ver- lchiedenen Stellen die Fenster eingeschlagen worden seien, so Massel. Bon Hans Bauer. Ich kenne einen, der, als viele seines Bekanntenkreises sich ISll ls Kriegsfreiwillige gemeldet hatten, mit allen Ränken und Kniffen wm Heeresdienst loszukommen versuchte. Er ward damals ver- achtet, gering geschätzt, bespöttelt. Gott ja: für den Augenblick sei das ja ganz nett, nicht mitmachen zu brauchen. Aber später werde man schön auf so einen mit Fingern zeigen, der nicht dabei gewesen sei. Es zeigt heute keiner mit Fingern auf den Drückeberger. Don den fünf Kriegsfreiwilligen aber sind drei gefallen. Und mit den zwei Ueberlebenden tauscht jener Drückeberger noch lange nicht. Ich kenne eine Frau, die, als alle aufgefordert wurden, das Gold abzuliefern, nicht ablieferte. Die darum wußten, zogen die Lippen schief: So eine Vaterlandslosel Ra, sie wird sich schon um. sehen, wenn das Goldgcld für ungültig erklärt wird. Es ist nicht „für ungültig erklärt worden". Und die«Vaterlandslose" kann heut« gut über die Narren lachen� die ablieferten. Und das eben ist das Besonder« der Jahre gewesen, die hinter uns liegen: Sie haben die Fabel des Märchens endgültig totge- schlagen. Schließlich hat eben immer der böse Zauberer und nicht die Fee gesiegt. Der Pöstchen'chnapper hat den Frontkämpfer bc- zwungen. Das Zwanzigmarkstück im Strumpf die Kriegsanleihe. Das noch Vorhandene das Hingeopferte. Und vor allem: wer denkt erst daran, dem Drückeberger, der Goldhamsterin ihr Verhalten übel zu nehmen? Es wird resigniert die Schulter gezuckt: Massel habt ihr gehabt! Ins Große projiziert ist dieser Stinnes einer von solchen Massel. Leuten. Erzberger und Rathenmi zum Beispiel haben große Ver- dienstmöglichkeiten im Stich gelassen, als sie sich der Republik zur Verfügung stellten. Haben mit ehrlichem Wollen für eine Sache ge- kämpft. Der Dank? Es wurde mit Fingern auf sie gezeigt. Es wurde gezischelt: Lumpen, Egsisten, Verräter. Sie schlugen sich weiter an der Front herum, hatten nichts davon und fielen schließlich. Ich meine gar nicht, daß Stinnes das gerade Gegenteil von jenen und ein schlechter Kerl ist. Du lieber Gott: auf seine besondere Art meint es dieser Mann ja gewiß auch ganz redlich. Aber eben das ist fein Massel, daß fein Gutergehen niemanden stört. Daß die « Prozent von hundert und einigen Papiermilliarden so gedeichselt werden können, daß sie irgendwie identisch sind mit Deutschlands Wohlergehen. Rathenau hatte nichts vom Wiesbadener Abkommen. Und wurde als Pestzelle hingestellt. Stinnes hat runde 40 Milliar- den von diesem Abkommen. Und wird als Vaterlandsretter geehrt. Warum, wieso? Es hat keinen Zweck, der Sache auf den Grund gehen zu wollen. Es ist wie In der Liebe: Für manche Frau kann »na« sonst etwas km«nft sich fchtieglich für st« aufhänge«: Sie will bei der rumänischen Gesandtschaft, der griechischen Militärnüssion, dem französischen Postamt, dem Credit Lyonnais und der franzö- fischen Offiziersmefse. Ein Grieche sei g e t ö tet worden. Gene- ral Harrington habe dem Chef der türkischen Polizei erklärt, die Demonstrationen müßten unverzüglich aufhören. Auf Beschluß der Alliierten und des Oberkommandos und mit Billigung der alliierten Obertommissare wehten jetzt die französische, italienische und englische Flagge in der asiatischen neutralen Zone Konstant!- nopels und der Dardanellen als Warnung an die kema- listischen Streitkräfte, daß jede Verletzung dieser Zone als ein Akt der Feindschaft gegen die Alliierten aufgefaßt werden würde. Dieser Schritt werde allgemein gebilligt und als ein Be- weis für das Einvernehmen zwischen den Vertretern der Alliierten in Konstantinopel aufgefaßt, obwohl noch viel getan werden müßte, bevor die Halbinsel Isnid und die asiatische Küste der Dardanellen als einigermaßen sicher gegen eine Verletzung der Neutralität ange- sehen werden könnte. London, 12. September.(VTB.)„Daily Telegraph" schreibt: Aus dem Innern Kleinasiens in Smyrna eingetroffene Amerikaner und andere Christen berichten, daß die Griechen bei ihrem Rück- zuge furchtbare Grausamkeiten an Mohammedanern ge- wisser Städte verübt hätten. Die Deutschnationalen gegen Stinnes. Von hervorragender industrieller Seilte veröffentlicht die„Deutsche Zeitung" recht beachtliche Aus- führungen zum Stinnes-Abkommen. Sie zeigen, wie sehr man in bestimmten deutschnationalen Kreisen gegen das Ein- dringen des neuen Nationalgötzcn in die schwarweitzrote Wähler� rft sich anzukämpfen bemüht. Es heilst da: So dürfte der Vertrag Stinnes-Luberfac die Ursache werden, «ine Art Vertrustung jedenfalls aller derjenigen Betriebe, die Baustoffe für Häuser liefern, herbeizuführen. Das wird dazu führen, daß im Binnenlande kein Mensch mehr in der Lage sein wird, irgend etwas von diesen Sachen zu kaufen, da die Preise durch einen einigermaßen freien Wettbewerb nicht mehr gemildert werden können. Im Gegentell, man wird die Preise zahlen müssen, welche die Macht des Trust es diktiert. Es kommt hinzu, daß auch, wenn Stinnes selber an den Liefe- rungen nur im mäßigen Grade durch eigene Werke beteiligt ist, er durch die außerordentliche Gewalt, die dieser Vertrag in seine Hand gibt, in die Lage versetzt werden, ja, geradezu gezwungen wird, die sämtlichen Teiltruste unter seiner gewaltigen und tat- kräftigen Hand zu vereinigen. Aus diesen Tatsachen wird dann gefolgert, daß wir als- bald einen Zustand vor uns haben können, wo die Marxsche Formel der Expropriation der Expropriateure noch vereinsacht wird. Denn ob Stinnes will oder nicht, so wird doch der Ver- lauf der Dinge zu einer Konzentration der Wirtschaftsmittel führen, die in der Richtung der von uns bisher für eine Utopie gehaltenen marxistischen Pläne liegt und die jedenfalls dem Marxismus den Zugriff auf die Wirtschaft wesentlich erleich- tem wird. So daß wir, kraß ausgedrückt, eines Tages vor der Expropriierung der Expropriateure stehen. Es wird da- durch der Sozialdemokratie und den sozialistischen Bcstrebun- gen, wie Dr. Bang andeutete, in'einer gar nicht hoch genug zu veranschlagenden Weise vorgearbeitet.— Das ist die Mei- nung der„Deutschen Zeitung". Sie bekämpft also Stinnes, weil er nicht nur Trustherr und Ausbeuter ist, sondern auch weil er Wegbahner der fozialistischen Ideen sei. Dafür meinen die Irren in der Politik, die Kommunisten, die Sozialdemo- kratie verrate die Arbeiter an Stinnes! ßührungsatteft für Mlhelm. In der„Deutschen Wochenzeitung für die Niederlande" wird ein Brief Hindenburgs an den ehemaligen Kaiser ver- öffentlicht, der nochmals das bekannte Thema vom 9. Novem- ber 1918 behandelt. Es entbehrt nicht einer leisen Komik, wenn Hindenburg den Exmonarchen mit der alten etikette- mäßigen Anrede begrüßt„Allerdurchlauchtigster, groß- mächtigster Kaiserl Allergnädigster Kaiser, König und Herr!" einen nicht. Und der andere drischt sie. Und dem läuft sie nach. Der andere„hatte es an sich". Stinnes„hat es an sich". Er darf in London über die Reichs- eifcnbahn verhandeln. Er gilt nicht als Hochverräter. Er darf an den Franzosen verdienen. Er gilt nicht als Geschäftemacher. Er darf an Rußland liefern. Er wird nicht als bolschewistischer Agent hingestellt. Manche haben es an sich. Das ist dann ihr Massel. Nochmals: Goethe und der Regenschirm! E. Kabelitz schreibt uns: Was Paul Gutmann unter dieser Ueberschrift geschrieben hat, darf nicht ohne Widerspruch hingenommen werden— wegen der Nutzanwendung, die falsch und gefährlich ist. Gutmann sagt, Goethe sei zeitlos wie alles Große, darum könne man sich nicht ein Stand- bild vorstellen, das ihn mit einem Regenschirm zeigt. Schon das ist falsch. Es stört uns durchaus nicht, daß die Go«thc-Standbildtr und -Bilder den Meister im Kostüm seiner Zeit zeigen. Der Regenschirm hat aber auf solchen Darstellungen ebensowenig etwas zu suchen, wie andere Gebranchzgegenständ«, die nicht ein Attribut des Schaffenden find. Darum ist auch Gutmanns Ablehnung des Feldstechers in der Hand des Moltkc-Standbildes unberechtigt. Wenn dieser Feldmarscholl in der Uniform keiner Zeit dargestellt'ist, dann gehört auch der Feld- stecher dazu, mit dem zu Moltkes Zeit die Feldherren noch das Schlachtfeld überblickten. Doch das sind Kleinigkeiten. Bedenklich wird Gutmanns Be- weisführung, wenn er behauptet, unsere heutige wandernd« Lugend sei deshalb schön, weil sie in Gewand und Gesinnung zeitlos fei. Um- gekehrt wird ein Schuh daraus. Unsere wandernde Jugend ist schön, wo sie sich al» Träger der neuen Zeit in Gewand und Gesinnung fühlt. Sie ist gar nicht schön, wo sie sich zeitlos fühlt und tatsäch- lich nur den Versuch macht, eine längst vergangene Zeit künstlich mitten in unser« Zeit einzufchieben. Häßlich und lächerlich wirkt das Kopieren der fahrenden Scholaren durch großstädtische Jünglinge mitten im Getriebe des industriellen Zeitalters. Mit weibisch langem gelockten Haar und sorgfältig auf seine ästhetisch« Wirkung berech- netem Foltenhemd präsentiert sich so ein fahrender Schüler; am breitm Band, mit zwanzig buntseidenen Bändern belastet, die Laut« umgehängt, mit der er mittelhochdeutsche Tandaradci-Liedcr begleiten will. Er fühlt sich zeitlos, d. h. eigentlich mittelalterlich. Neben dieser„zeitlosen" Jugend haben wir glücklicherweise gerade im Proletariat eine bessere, gesundere Jugend, die sich ihrer Zeit bewußt ist. Auch diese Iugendwanderer ersparen sich die Kopf- b«deckung durch einen ticken Haarschvpf, aber sie lassen sich keine langen Ringellocken stehen. Auch diese Jugendwanderer unter- scheiden sich im Gewand von den Alten. Doch ihr Gewand ist kein« Kopie aus dem Mittelalter. Di« proletarischen Lugendwanderer haben auch ihre Lauten und sie singen kräftig. Aber sie singen Trutz- und Kampflieder der neuen Zeit, als deren Träger sie sich fühlen. Auch diele Jugend hat ihre Ueberspanntheiten, dafür lebt sie eben in den glücklichen Lebensjahren, in denen eiliem die ganze Welt gehört; aber zeitlos ist sie nicht, glücklicher weij« wicht! Sachlich besagt der Brief, daß Hindenburg für den Ent- schluß des Exkaisers, nach Holland zu gehen, die M i t v e r- antwortüng übemimmt, weil er nicht wollte, daß der Kaiser„dein inneren oder äußeren Feinde ausgeliefert würde". Der Brief fährt fort: Aus diesem Grunde habe ich im Bortrag am 9. November nach- mittags in unser aller Namen den Uebertritt nach Holland, den ich damals übrigens nur für einen vorübergehenden hielt, als äußersten Ausweg empfohlen. Dagegen bestreitet Hindenburg, daß er am 9. No- vember abends Wichelm zur sofortigen Abreise ge- drängt hätte. Er sei erst nach der Abreise Wilhelms von dieser in Kenntnis gesetzt worden. Aber Wilhelm hätte bei seiner Abreise gleichwohl glauben dürfen, daß Hindenburg sie als geboten ansehe. Also wieder einmal das berühmte „Mißverständnis", das merkwürdigerweise immer da obwastck, wo für einen Monarchisten die Verantwortung peinlich wäre. Bekanntlich steht Hindenburgs Darstellung durchaus im Gegen- satz zu der des Oberstleutnants Alfred Niemann, der in seinen Erinnerungen aus dem Großen Hauptquartier(„Tag" vom 24. Mai 1922) folgendes schreibt: Der greise Generaladjudant und der Staatssekretär kommen noch einmal und bitten den Monarchen, in der Nacht nach Holland abzufahren. Die Biite wird gleichzeitig im Austrag des Acldmar- fchalls(Hindenburg) onterbreilet. Und als der Kaiser bereits den Hofzug bestiegen hat, er- scheint nach Niemanns Darstellung Herr v.. G r ü n a u und berichtet: Der Fcldmarschall und der Staatssekretär ließen den Kaiser in- ständigst bitten, keine Stunde mehr zu verlieren. Hier klafft ein unvereinbarer Widerspruch zwischen der Darstellung Niemanns und Hindenburgs Behauptung:„daß ich am 9. November abends zur soforrigen Abreise gedrängt hätte, ist ein Irrtum". Schließlich sind das alles heute Velanglosigksiten. Der Entschluß eines Monarchen kann ihm nicht von seiner Umge- bung abgenommen werden. Ob Hindenburg im letzten Mo- ment noch Wilhelm mitgeschoben hat oder nicht,— die Verantwortung für seine Flucht trägt der Exkaiser selber. Reichswehr vor dem Untersuchungsausschuß Am Montag nachmittag trat im Reichetag der 40. Ausschuß (Prüfung der Vorwürfe gegen die Reichswehr) zu- fammen. D«r Vertreter der Demokratischen Partei ließ erklären, daß sie, da der Minister G e ß l e r ihr zuaehöre, diesen Lorsitz an oie Bayerische Volkspartei abgeoen wolle. Die Einberufung des Ausschusse» sei übrigens nicht durck ihn direkt, sondern aus Veranlassung des mehrheitssozialistischen Mitgliedes, des Abg. H ü n- l i ch, der im Interesse einer einwandfreien Untersuchung um mög- lichst baldige Tagung ersucht habe, erfolgt. Zum Berichterstatter wurde der Abg. H ü n l i ch(Soz.) bestimmt. Es entspann sich eine Aussprache über die Arbeitsweise und' den Rahmen der Untersuchung. Genoss« Hün lich schlug vor, zunächst durch den Berichterstatter das vorliegende Material zu sichten und dann von Fall zu Fall zur Untersuchung zu schreiten. Eine Beschränkung der Tätigkeit des Ausschusses etwa nur auf die im Plenum anläßlich der bekannten Interpellationsdebatte berührten' Einzelfälle würde ein zu enger Rahmen sein und weder im Sinne des Reichstagsdeschlusi«» liegen, noch auch der Reichswehr selbst gerecht werden.— Abg. Maretzky(D. Vp.) wandte sich gegen diesen Vorschlag. Der Reichstag habe nur die im Plenum oü- geführten Fälle untersucht haben wollen. Im übrigen läg« es nichr im Interesse des Reiches, lein Machtinstrument durch eine moncte- lange Untersuchung und Kontrolle, die zur Bespitzelung ausarten könne, zu beunruhigen.— Reichswehrminister G« ß l e r hat nichts gegen die Ausdehnung der Untersuchung im vorgeschlagenen Sinn«. Es wird beschlossen, den Berichterstatter mit der Sich- t u n g des M a t er i a l s zu beauftragen. Er hat aus den Akten des Reichswehrministenums die erfolgten Maßnahmen fest- zustellen. Aus dem Bericht wird sich dann der Umfang der Unter- suchungen im einzelnen ergeben. Der Ausschuß wird den Bericht ein paar Tag« vor Zusammentritt des Plenums entgegennebmcn, um dann mit der eigentlichen Untersuchungstätigkeit zu beginnen.— Außer der Bayerischen Volkspartei fehlte auch der Vertreter des Zentrums.__ Große Volksoper. Es ist gut, wenn einmal statt der Premiere die zweite oder dritte Aufführung gehört wird. Da zeigt sich, ob Intensität, Spannung, Schaffenslust herrscht, da sind die Erregungen des ersten Gelingen» abgeglichen und ein wirkliches Bild der ver. einten Kräfte und ihres Zufammenspielens wird deutlich. So ist die„Entführung aus dem Serail" die bisher beste Lei- stung, spielerisch leicht dos Orchester, in dem der Nachteil der wenigen Geigen Vorzug wird, gefch'ckt und spielgewandt der Kapellmeister H ö ß l i n, der die Partitur im Herzen hat(welä? köstliche Parti- turl), und in Mezartschem Geiste trillern ihre Arien zwei hoch- begabte Mädchen über die Bühne, Else T u s ch k a n, auch in den Bewegungen und im Springen ein graziöses munteres Blondchen, und Sabine Mayen, deren Konftanzen-Arien uns vom Konzert- faal ber lieb waren und die auf den Brettern nichts von ihrer Sicher- heit oder von der Schlagfertigkeit ihrer Sinzvr.geltechnik eingebüßt hat. Die Arbeit der neuen Großen Boltsoper stockt nicht, und Der- fprr.chenes wird langsam eingelöst. Das ist höchst lobenswert. Ihr lieben Leser, seid nur gütig und so klug, niemals, auch nicht jm Hoch- gefühl des Dantes, mitten in Orchesternachspiel« oder Liedendungcn hineinzuklatschen. Ihr ehrt damit die Künstler nicht, und ihr schadet eurem eigenen Geschmack. K. S. CEskimvlebcn im Film. Ein Seltenstück zu dem Nordlandfilm, der die arttischen Erlebnisse des verstorbenen Kapitäns Scott dar- stellte, gelangt gegenwärtig in London zur Vorführung. Es handelt sich um eine Neihe von Szenen au» dem Jäger- und Familienleben der Eskimos, die in der Eiswüste an der Hudsonbai ihr entbehrungs- reiches Leben zubringen. Der Film führt den Titel:„Nanoot of che North" und erzählt ohne eigentliche Textunterlage und unter Verzicht auf alles dekorativ« imd kostümliche Beiwerk schlicht vom Jägerleben der Eskimo», wobei an handelnden Perfcnen nur Nanook und feine Familie auftreten. Di« Aufnahmen sind das Ergebnis einer zehnjährigen Arbeit, die der Forfchnngsreifende Robert I. Flaberty mit seiner Kamera an Ort und Stelle leistet«. Sie beginnen im Frühling mit der Ablieferung der während der Iagdsaison er- beuleten Felle auf dem Pelzmarkt. Nach geschehenem Verkauf kehren Ranoot und die Seinen zu ilner mühseligen Tätigkeit zurück, deren Einzelheiten der Apparat Bild für Bild festhält. Man sieht die Eskimnftmnli« bei schönem Wetter und im Schneesturm, bei der Arbeit und beim Spiel, denn der Eskimo hat viel Sinn für Scherz und Humcr, der immer wieder zum Ausdruck kommt. Ein fesselndes Bild zeigt die Familie im Zelt bei der Ruhe: die Männer haben sich ihrer Pelze cntkedigt und sich mit heraufgezogenen Knien ge. lagert, während die Weiber die schweren Stiefel mit Tran oe- schmieren, um sie wieder geschmeidig zu machen. Evbalt«nd Nickel in den Pflanzen. Wie auS Bari« gemeldet wird, hat Dr. Pierre Emile Roux in der Mehrzahl aller Pslanzei! Eobalt und Nickel gesunden. Die vedeotung. die die Metalle siir daZ SachStum und die Ernährimg der Pflanzen Ipielen, ist in den letzten Jahren genauer untersucht worden, insbesondere ist die Rolle, die daZ Ellen dabei spielt. »mors cht worden. E« war berciiS bekannt, dag sich auch Spuren anderer Metalle in Pflanzen jinde« und j» eröfsoet die Entdeckung de» Dr. Roux neue Aeltfichterr. J. Kommunistische Purzelbäume. Das rote Fähnchen erzählt seinen Lesern, daß die Gewerkschaften gestern ,, wieder einmal" betteln gegangen seien. Das Betteln sieht nach ihrem eigenen Bericht so aus: Angeklagten Linke über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und verurteilte ihn zu 3 Jahren und 3 Monaten Gefäng nis, Artym zu 2000 M. Geldstrafe und sprach den Kaufmann R. frei. Der Niederbruch der Zentralheizung. Man schreibt uns: Mieter und Vermieter stöhnen unter der Rohlenteuerung für ihre Zentralheizungen. Beide Beteiligte täten gut daran, schleunigst zur Ofenheizung überzugehen, zumal wenn Rauchrohre vorhanden und bauliche Veränderungen Schupo auf der Steuerfährte. Folgendes ist der Tatbestand: Ein großer Vergnügungspart tädt den ganzen Sommer hindurch jeden Tag das Publikum in der freundschaftlichsten und liebenswürdigsten Weise ein, zu ihm zu „ Die Arbeitervertreter trugen dem Reichspräsidenten ihre sehr tommen und seine Attraktionen, feine Feuerwerke, seine Konzerte, ernsten Besorgnisse wegen der Zuspigung der wirtschafts furz seinen ganzen wunderschönen Weltstadtrummel anzusehen. Und lichen Verhältnisse vor und wiesen insbesondere darauf hin, daß das Publikum tommt auch in teils mehr teils minder von wegen von den befizenden Kreisen gegenüber den Landarbeitern vielfach der Regentage! großen Scharen, zahlt sein Eintrittsgeld und ein birett provozierendes Verhalten an den Tag ge- dann: Rin ins Bajniejen! Keiner von Hunderttausenden kommt außer der Ofenfegung nicht nötig sind. Die Defen bleiben Eigentum legt würde. Sie erhoben dann besonderen Einspruch gegen eine auf den Gedanken, daß er mit dem Eintrittsgeld feine Bergnü- der Mieter, die sie beim Fortzug an den Nachfolger verkaufen weitere Nachgiebigkeit der Regierung gegenüber den agras gungssteuer gezahlt werden sollte. Denn das ist doch selbstverständlich. fönnen. Nur in Geschäftshäusern wird man bei der Zentralheizung rischen und händlerischen Forderungen." Heutzutage sind die Kämmerer aller Städte auf die Bergnügungs- verbleiben müssen. Ist die Zentralheizung in Wohnhäusern in Das ist also gebettelt". Was ist es dann, wenn Bro- steuer angewiesen. Die Sache geht auch anscheinend den ganzen gutem Zustande, so würde sie bei dauernder Nichtbenutzung, die duktionskontrolleure" sich stundenlang auf den Korridoren Sommer hindurch gut und friedlich. Plötzlich aber: Eine Kompagnie noch viele Jahre dauern wird, dem Verderben ausgesetzt sein. Hier entsteht die Frage, Kessel und Heizkörper ganz zu entder Ministerien herumbrüden und zum Schluß hochzufrieden Steuervollzugsbeamten und Schutzpolizei rückt in den schönen herr fernen und zu verkaufen, aus dem Erlös gegebenenfalls Defen find, daß sie von einem Regierungsrat herablaffend angehört lichen Bergnügungspart ein. Krach, Lärm, Proteste, Schreien, zu feßen und in den meisten Fällen noch erhebliche Beträge werden? Wir wollen die Antwort darauf selbst geben, da die Flüche, Entrüftung. Neue Proteste. Berhaftungen. Konfistation übrig zu behalten. Ressel und Heizkörper sind heute so teuer und Rote Fahne" neuerdings ihr peinlichen Fragen ausweicht. ber vorhandenen Gelder. Abzug der Beamten. Der Berliner für Neubauten so schwierig zu beschaffen, daß eine Prüfung des Wenn die berufenen Führer vieler Millionen organisierter ftaunt. So'n großer Bergnügungspart und zahlt nicht mal Luft. Heizungswechsels in Wohnhäusern wohl meist am Blaze sein dürfte. Arbeiter mit der Regierung ernste Dinge zu besprechen wün barteitssteuer?" Abwarten. Es wird sich alles flären. Als näm- Wird die Kohle jemals wieder so billig, daß sich die Zentralheizung schen, so steht ihnen entsprechend ihrer Bedeutung die Tür lich alles vorbei war, fand man vor dem Portal des Bergnügungs. als erwünscht und wirtschaftlich erweist, dann wird die Neuanschaf zu jeder, auch der höchsten Regierungsstelle offen. Dort parts zwei dünne Endchen eines Seidenfadens. Das war der Ge- fung der Steffel und Heizkörper auch wieder erschwinglich geworden finden ihre Morte Beachtung, weil jeder weiß, was sie buldsfaden, der dem verzweifelten Berliner Kämmerer endlich ge- einer Bufaghypothek. fein, fei es auch in Ermangelung eigener Mittel durch Aufnahme zu bedeuten haben. Wenn aber die Kommunisten in Berlin rissen war. einige Puppen tanzen lassen, so ist das eine lächerliche Angelegenheit. " Die Rote Fahne" meint natürlich, die einen würden ,, aus schlotternber Angst" zur Regierung getrieben, die anderen wollten durch Kampf etwas erreichen. Der Kampf" sieht einigermaßen fomisch aus. Er soll jetzt überdies durch einen Reichsbetriebsräteausschuß für die Vorbereitung eines Reichsbetriebsrätetongresses weiter geführt werden. Volk Arbeiter- Samariter- Lehrkurse. Ist es aber, so möchte man fragen, am Ende nicht doch besser, es reißt einmal einem Kämmerer es fann ja auch mal zur AbWie immer veranstaltet die Kolonne auch in diesem Jahre wechslung ein Minister sein der Geduldsfaden, als daß dem empör- wieder 19 Surse in der ersten Hilfe. Sämiliche Kurse werden von ten Bolt die Geduld reißt! Unsere Steuervollzugs- und Schupo- einem Arzt geleitet. Niemand sollte die Gelegenheit versäumen, beamten sind sicherlich natürlich nur in amtlicher Eigenschaft sein können in dieser Beziehung zu erweitern. Kostet doch der auch mal einem Automobilausflug aufs Land nicht abgeneigt, allwo ganze Kursus nur 20 m. mit Lieferung des Verbandsübungs nach dem übereinstimmenden Urteil zahlreicher Steuertechniker noch materials. Der Besuch des ersten Lehrabends steht jedermann frei. die meisten Steuerbrückeberger wohnen sollen. Vielleicht wird sich Leibniz- Oberrealgymnasium, Montag, den 18. September; 2. FriedDie Nurse beginnen pünktlich abends 7 Uhr. 1. Charlottenburg, Die Gewerkschaften beim Reichswirtschaftsminister. bei der Gelegenheit so ganz nebenherber Reichsbank auch das richshagen, Schulstraße, Realgymnasium, Montag, den 9. Oftober; Rätsel lösen, wo denn eigentlich all die vielen tausend Millionen 3. Berlin- Mitte, Stallschreiberstraße 50/54, Schule, Montag, den Entsprechend einem Wunsche der Organisationsführer findet am Raffenscheine geblieben sind. Das ist natürlich nur so eine Er 11. September; 4. Treptow- Baumschulenweg, Wildenbruchstr., Ecke heutigen Dienstag im Reichswirtschaftsministerium eine wägung. Bielleicht ist es auch nur ein schöner Traum, den das Bolt Graegstr., Schule, Montag, den 25. September; 5. Hallesches Tor, Aussprache des Reichswirtschaftsministers mit den Spigenin feiner not träumt, zu schön, um wahr zu werden. Immerhin, Bergmannstr. 60/65, Schule, Dienstag, den 12. September; 6. Bankow, organisationen aller gewerkschaftlichen Richtungen statt. Bei wäre es nicht möglich, daß auch mal einem Minister der Gedulds- Florastraße, Schule, Mittwoch, den 4. Oktober; 7. Köpenick, Freidieser Aussprache will der Minister den Gewerkschaften Auskunft faden reißt und er die Schupo ebenso produktiv beschäftigt wie der heit, Dorotheen- Schule, Mittwoch, den 4. Oktober; 8. Friedrichsüber die allgemeine Lage erteilen, besonders aber über die Verhand- Berliner Stadtfämmerer? Es würde sich scheint's lohnen. hain, Elisabethstraße 58, Schule, Donnerstag, den 7. September; lungen, die in den letzten Tagen mit den Bertretern des organifier9. Tiergarten, Bremer Str. 13/17, Schule, Donnerstag, den 7. Septen Handels gepflogen worden sind und die Maßnahmen gegen tember; 10. Neukölln, Rütlistraße 41/42, Schule, Donnerstag, den 14. September; 11. Schöneberg, Feurigftr. 57, Schule, Donnerstag, wucherische Preisgestaltung zum Gegenstand hatten. den 14. September; 12. Weißenfee, Röldestraße, Schule, Donners tag, den 14. September; 18. Wedding, Bernauer Str. 89,90, Schule, Donnerstag, den 28. September; 14. Adlershof, Bismarcitraße, Schule, Donnerstag, den 12. Oftober; 15. Stegliz, Heesestraße, Gymnasium, Freitag, den 15. September; 16. Tempelhof- Marien17. Lichtenberg. Kronpringenstr. 10. Schule, Freitag, den 15. Sepdorf, Mariendorf, Königstraße, Schule. Freitan, den 15. September; tember; 18. Hermsdorf, Anfang Januar, wird in der Presse noch befanntgegeben; 10. Friedrichsfelde und Umgegend, Anfang September; Meldungen: An die Geschäftsstelle oder bei Giese, Walderfeeftr. 38. * Bu der am Sonnabendabend im Luna- Part durch Steuerbeamte unter Beihilfe von Schutzpolizeibeamten vorgenommenen steuerlichen Renfistation gab die Direktion des Luna- Parts Vertretern eine DarDer Kampf um den Zucker. stellung, der mir folgendes entnehmen, ohne damit für oder wider die Direttion aber die Behörden Stellung zu nehmen: Bor der Eröffnung Beffere Verwertung von Gerfte und Obst. des Luna- Barts war der Direktion bekannt, daß fie 100 Prozent In Ausführung der Beschlüsse der Konferenz der Ernährungs- barauf hin, daß es teine Möglichkeit gebe, diefe Steuer auf das Luftberteitssteuer zahlen sollte. Sie wies aber die Steuerbehörden minister hat das Reichsministerium für Ernährung und Landwirt- Bublitum abzuwälzen. Darauf hat sich die Steuerbehörde bereit erfchaft eine Berordnung über Lebensmittel vom 8. Septlärt, mit dem Luna- Bart in Berhandlungen zwecks Abschlusses eines tember 1922 veröffentlicht, die den Zweck verfolgt, eine unter den für beide Teile genehmen Abkommens einzutreten. Der Vorschlag heutigen Verhältnissen unzwedmäßige Verwendung von 3uder, der Direktion ging dahin, den eigentlichen Konzertpart von dem Gerste und Obst zu unterbinden. Bergnügungspart steuerlich zu trennen in der Weise, daß die allge In der Verordnung ist mit sofortiger Wirkung bestimmt worden, meinen Eintrittsgelder niedrig gehalten, während die Eintrittspreise daß bis auf weiteres inländischer Zuder zur Herstellung von Schoko- für Attraktionen erhöht werden sollten. Auf diesen Borschlag ging lade, Süßigkeiten, Branntwein, Ciför und Schaumwein nicht mehr Bart nicht eröffnen zu können, erklärte die Steuerbehörde, sie solle bie Steuerbehörde nicht ein. Als dann die Direktion mitteilte, den geliefert und verwendet werden darf. Auch die Erfüllung etwaiger nur ruhig anfangen zu arbeiten, es werde sich schon ein Ausweg laufender Verträge über Lieferung von Inlandszuder für diese finden. Inzwischen hat sich das von der Steuerbehörde mit 100 Pro3. 3wede ist verboten. Es ist lediglich nachgelassen, daß die etwa errechnete Steuersoll auf 3 Millionen Mark angehäuft und diefer bei den Betrieben noch vorhandenen Bestände an Inlandszuder Betrag sollte beschleunigt bezahlt werden. Die Direktion wollte jede noch aufgearbeitet werben. Dazu ist zu bemerfen, daß die geoche 500 000. zahlen, die Steuerbehörde ging darauf aber nicht nannten Industrien schon seit längerer Zeit überwiegend Auslands- ein und es fam zu jener Eretution am Sonnabend. Die Direktion fteht auch heute noch auf dem Standpunkt, daß es ihr unmöglich sei, zuder verwenden. 100 Prozent Lustbarkeitssteuer zu zahlen. Durch weitere Vorschriften ist die Herstellung von Bier eingeschränkt worden. Das geeignetste Mittel zur Ersparung Don Rohstoffen bei der Bierherstellung ist die Herabsehung des Stammwürzegehaltes des Bieres. Es ist deshalb die Herstellung von Startbier, d. h. von Bier mit einem Stammwürzegehalt mit mehr als 13 v. H. überhaupt verboten worden. Es ist ferner angeordnet worden, daß Bollbier( 9 bis 13 v. 5. Stammwürze gehalt), soweit es mehr als 10 v. 5. Stammwürzegehalt hat, nur bis zur Höchstmenge von einem Biertel des Gesamtausstoßes der einzelnen Brauerei in einem Jahre hergestellt werden darf. Um viel fach bemerkten irrigen Auffassungen vorzubeugen, sei hier einge. schaltet, daß unter Stammwürzegehalt nicht etwa der Altoholgehalt des Bieres zu verstehen ist, vielmehr beträgt der Alkoholgehalt nur einen Bruchteil von der Hundertzahl des Stammwürzegehaltes. Es steht zu erwarten, daß durch die getroffenen Maßnahmen eine große Ersparung von Rohstoffen bei der Bierbereitung erreicht wird. Devisenkurse. Forderung des Zehnmarktarifes. ,, Siedlung und Kleingarten", unsere illustrierte Beilage, liegt der heutigen Postauflage bei. des Innern hat auf Grund der ihm gesetzlich erteilten Bollmacht Erhöhte Zinsen für die Pfandleiher. Der preußische Minister angeordnet, daß die Pfandleiber fich bis auf weiteres an Binien folgendes zahlen lassen können: 4 Bf. für jeden Monat und jede Mart bei Darlehnbeträgen bis zu 30 M., 3 Bf. für jeden Monat und jede den Betrag von 30 M. übersteigende Mart. Diese Teftimmung ist auch auf die Pfandleihanstalten von Gemeinden oder Gemeindeverbänden anwendbar. Die täglichen Kur- und Verpflegungskosten in den Kreisfrankenhäusern in Berlin- Briz, Berlin- Lichterfelde, Berlin- Cöpe= nid, 3offen, Rönigswusterhausen und MittenEntsprechend den gestrigen Beschlüssen des Berwaltungs.walbe( Mark) betragen nach einer Bekanntgabe des Kreisaus. rates ber städtischen Straßenbahn wird der Schusses des Kreises Teltom vom 1. September 1922 ab: 1. a) für magiftrat heute in einer außerordentlichen Sigung zu der Frage Erwachsene: 3. Klaffe 120 M., 2. Klaffe 240 m., 1. Klaffe 400 m.; der fofortigen Erhöhung des Straßenbahn tarifes von 8 auf 10 m. b) für Kinder unter 14 Jahren: 3. Riaffe 25 m., 2. und 1. Klasse Stellung nehmen. Falls der Magistrat dieser Maßnahme zustimmt der Sätze für Erwachsene. Auswärtige zahlen in allen Klaffen die moran bei der Notlage der Straßenbahn taum zu zweifeln ist Doppelten Säße. Bewohner aus Berlin gelten für die Kreiswird ber Stadtverordnetenversammlung noch heute eine ent- frankenhäuser in Berlin- Brig, Berlin- Lichterfelde und Berlinprechende Dringlichkeitsvorlage zur fofortigen Beratung zugehen. öpenid als Einheimische. Diejenigen Kranten, die vor dem Die unverzügliche Annahme dieser Toriserhöhung durch die Stadt 1 September 1922 aufgenommen worden sind, bleiben bis zum verordneten würde dann noch in dieser Woche die Einführung 15. September 1922 von der Erhöhung befreit. bes Behnmarttarifes bringen. " Angehaltene Güterzüge. Berwegene Methoden eines Eisenbahnräubers. 1. Rückkehr nach der Weltumfegelung. Die Jacht„ idra" ist gestern abend nach vollendeter Weltumiegelung in Karlstrona wieder angelangt. Die Jacht verließ Karlskrona am 25. September. 68. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Dienstag, den 12. September: Morgen, Mittwoch, den 13. September: Die Geretteten der Hammonia". Reuter meldet aus Gibraltar, daß der Dampfer der Prince- Linie Soldier Prince", der sich jetzt füdlich Gibraltar befindet, Um das Obst in erster Linie der Frisch verwertung und drahtlos mitgeteilt hat, daß er 61 Paifagiere des unterder Marmelabeherstellung zuzuführen, ist endlich die Unter der Anklage des Eisenbahnbiebstahls, der gegangenen Hapag- Dampfers Hammonia" an Bord habe. Herstellung von Branntwein aus Obst verboten werden. Für Obst, Transportgefährdung und des unerlaubten af Man meldet ferner aus London, daß entgegen den vorliegenden das zur menschlichen Ernährung nicht geeignet ist oder in anderer fentragens nahm der Arbeiter Ostar Linke auf der An- Nachrichten nicht alle Basiagiere, die sich an Bord des Weise nicht verwertet werden fann, fann die Verarbeitung auf flagebant in Moabit Blazz. Mit ihm waren angeflagt der Pole deutschen Dampfers Hammonia" befanden, der an der Küste von Branntwein im Ausnahmewege zugelassen werden. Elias Artym wegen Beihilfe bzw. Begünstigung und ein Kauf- Portugal gesunken ift, gerettet worden sind. Es fehlen nac Im Zusammenhang damit wird darauf hingewiesen, daß es anmann R. wegen Hehlerei. Ein vierter Angeklagter namens G3a- einer Meldung 16 Passagiere, nach anderen Meldungen gegen 100 Baffagiere. gesichts der augenblicklichen außerordentlich schwierigen Ernährungs- rolata, der sich ebenfalls wegen Hehlerei verantworten sollte, verhältnisse angezeigt erscheint, für die Herstellung von hatte es vorgezogen, nicht zu erscheinen. Branntwein aus Rartoffeln- trojdem die diesjährige Die Güterdiebstähle die der 17jährige Linke ausgeführt hatte, Rartoffelernte weit größer als im vergangenen Jahre zu werden erinnern etwas an die Romantik bekannter Wildwestgeschichten, bei verspricht die gleiche weitgehende Beschränkung wie im Borbenen fahrenbe 3üge zum Halten gebracht werden, jahre auch für das Brennjahr 1922/23 vorzuschreiben. Eine ent- um fie denn auszuplündern. Nur bediente fich Linke, obwohl er fprechende Regelung ist in Aussicht genommen. Die Berwendung für alle Fälle ben Revolver in der Lafche hatte, moderner Hilfs. Don Kartoffeln in Brennereien überhaupt zu verbieten ist nicht an- mittel. Er schlich sich auf den Verschiebebahnhof Tempelhof, vergängig, da das Kartoffelbrennen die einzige Möglichkeit bietet, ver- ftellte dort die Signale der auf der Strede Berlin- Halle verkehrenden Güterzüge auf Salt", sprang auf die ihre Fahrt verdorbene Kartoffeln zu verwerten. langfamenden Büge dann auf, nachdem er ihnen vorher wieder 74. Abt., Zehlendorf. 8 Uhr im Kaiserhof, Bortrag des Genoffen Matern: Was bringt ber 1. Oktober für die Mieter? Berteilung der Konzertkarten. Freie Fahrt" gegeben hatte und raubte dann in aller Ge. mütsruhe während der Fahrt die Wagen aus. Fand er in einem Güterwagen nicht das Richtige, dann fletterte er während der Fahrt über die Dächer auf einen anderen, erbrach diesen und marf 84. Rollis mit wertvollem Inhalt, hauptsächlich teure und gut abfegbare Kleiderstoffe, aber auch Lebens- und Nahrungsmittel Räufer. Berläufer auf den Bahndamm und sprang dann wieder ab, wenn der Zug ver der Durchfahrt einer Station langsamer fuhr. Die so erbeuteten Kurs Güter verstedte er, wo es sich gerade traf, teils im Walde oder 58626.60 58773.40 59925.- 60075.- Baubengelände, teils schaffte er fie in feine Wohnung. Er bot fie 544.30 545.70 556.80 558.20 bann verschiedenen unbekannt gebliebenen Hehlern an, während 10786,50 10818.50 11186.- 11214.- bie Mitangeklagten, insbesondere der Raufmann nur in einigen 25268.35 25351.65 25767.75 25882.25 Fällen Meine Barenquantitäten von ihm erhielten, und zwar zu 82359,50 82440.50 82958.75 83041.25 Legespreisen, so daß R. der Meinung war, auf reelle Art ein39999.90 40100.10 40948.75 41051.25 zulaufen. In diesem Glauben wurde er durch das Auftreten des 8285.85 3294.15 3455.65 8464.85 Binte bestärkt, der, elegant getleidet, sich als Vertreter 739.05 740 95 einer Luchfabrit aufspielte. Auf diese Art und Weise er ist das Programm erfitlasfig. Es fämpfen unter schweren Bedingungen der 6416.95 6483.05 6641.65 6658.35 beutete Linte piele hunderttausend Mart. Bor Gericht Neger 2ygett gegen den barten Stompa Stein, der bisher mir von 6716.55 6735.45 6866.40 0883.60 war gestern inte geständig und erklärte, daß er aus Lust Naujods besiegte Englander Grobes gegen Merten im Revandjekampf. 1493.18 1406.87 1588.07 1541.98 am erbrechen gehandelt habe, während der Kaufmann R. und Merfen wurde vor Jahresfrist von Groves zur Aufgabe gezwungen, hat 11510.55 11598.45 11785.25 11814.75 auch der Mitangeklagte Artym, der in einem Falle dadurch Beihilfe fich aber inzwischen so verbessert, daß er die Scharte auswegen will. Als 201.74 202.25 geleistet haben soll, baß er mit einem Auto Waren aus einem der britter Kampf it miers gegen Arndt angejeßt, amei Halbschwergewicht. 29163.50 29236.50 Berstecke nach Berlin geholt hat, jede Schuld bestritten. Bom ler, die fich fleißig bemühen, ihre Technik zu verbessern. Im Einleitungs2378.85 23670.85 23729.65 Staatsanwalt wurden gegen inte insgesamt 2 Jahre 9 Mo- lampf treffen fich Mato w sty gegen Ostermoor. Der nächste Bogfampf im Sportpalast findet am Freitag, den 1.95% 1.99% nate Gefängnis beantragt, gegen Artym 2 Jahre Gefängnis 22. September statt. An diesem Sage treten die drei deutschen Meister: 5066.85 5298.35 5306.65 bei fofortiger Verhaftung und Berlust der bürgerlichen Ehrenrechte Breitensträter, Raujods und Graß zum Stampf an. 61.08 auf 3 Jahre und gegen den Kaufmann R., dem der gute Glauben Berhandlungen mit den in- und ausländischen Bogern stehen dicht vor 998.75 1001.251 nicht abzusprechen sei, Freisprechung. Das Gericht ging bei dem dem Abschluß 100 holländische Gulden. 1 argentinischer Papier- Befo 100 belgische Frant.... 100 norwegifese Stronen 100 dänische Kronen 100 fchwedische Kronen. 100 finnische Mart. 1 japanischer Jen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Doflar 100 französische Frank 12. September Käufer Berläufer ( Gelb.)( Brief) Kurs Kurs 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer Frank. 100 spanische Befetas 100 österr. Stronen( abgeſt.) 100 tichechische Kronen. 23021.15 1.93 5053.65 60.92 948.80 61.08 951.20 100 ungarische Kronen. 100 bulgarische Lewa 1.97 11. September ( Seld-)( Brief-) Rurs 60.92 7. Abteilung, Salenfee. Abends 7%, Uhr Sahlabend bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Referat Dr. Bernstein über Teuerung und Antisemitismus. bteilung, Lankwig. Abends 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Lehmann Raifer Wilhelm Straße. Thema: Die Einigung ber sozialistischen Parteien. Referent: Genoffe Rotany. Abends 7 Uhr Sahlabend in folgenden Botalen: bteilung, Rentölln. 79. und 89. Bezirk bei Sugty, Leinefte. 1; 90. und 91. Bezgirt bei Rottke, Warte ftraße 14; 92. und 104 Bezirk bei Schulz, Emser Str. 102; 105. und 106. Bezirk bei Merlich, Siegfriedftr. 46/47. bohnsdorf. 8 Uhr: Sahlabend bei Seimann, Waltersdorfer Straße. 121. Abt. Karlshorst. Mitgliederversammlung bei Suth, Treskow- Allee 66.„ Ernährung, Gesundheit und Teuerung". Ref.: Genossin Dr. Wegscheiber- Siegler Sport. Die nächsten Bogkämpfe. Am 14. Sept. finden im Wilmersdorfer Stadtpart, Staiserallee, internationale Bogtämpfe statt. Auch diesmal Die Gewerkschaftsbewegung Das Arbeitszeitgesetz für gewerbliche Arbeiter. Berbrauchseinschränkung gezwungen find. Gegenwärtig wird es bei rasch veränderlicher Valuta schwer möglich sein, die Steuergesetzgebung so auszubauen und vor allem so beweglich zu gestalten, daß dies Ziel erreicht werden kann. Daher ist auch für den Augenblick die von den Gewerkschaften geforderte mirt: 194. Der Geschäftsgang des Gewerbegerichts. " Wirtschaft Bargeldlose Lohnzahlungen. Zu unserem Artikel unter diesem Titel schreibt uns ein Ange ftellter: Ich halte eine Zahlung in Schecks für gänzlich verfehlt, schon aus dem Grunde, weil damit direkt Urkundenfälscher erzogen werden. Um den zurzeit herrschenden Geldmangel teilweise zu beheben und die Notenpresse nicht unnötig arbeiten zu lassen, halte schaft. Auch scheiterte der Der fozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats be- Maßnahme zu billigen. Man muß nur darüber klar sein, häftigte sich, wie den PPN. mitgeteilt wird, in Sigungen am 7. und daß es eine Notstandsmaßnahme ist und daß nach einer Stabilisie8. September mit der Begutachtung des Gesetzentwurfs über die rung der Verhältnisse gerade für die deutsche Volkswirtschaft wieder der freie Verkehr im Interesse der Arbeiterschaft angestrebt Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter. Der Entwurf, der vom werden muß. Reichsarbeitsministerium vorgelegt wird, legt im engen Anschluß an die im November 1919 in Washington gefaßten Beschlüsse der Internationalen Arbeitsorganisation beim Bölkerbunde, der Deutschland Immer wieder führt das Gewerbegericht Klage darüber, daß ich es für zweckmäßig, folgendes zu erwägen: Zurzeit werden für als Mitglied angehört, den Achtstundentag gefeßlich fest. Der Wichtigkeit dieser Frage angemessen haben lange Borberatungen eines ihm seine Arbeit besonders von den Arbeitnehmern, die den größten Angestellte, welche monatliche Gehälter beziehen, am Tage der ZahTeil der Klagenden ausmachen, nicht nur nicht erleichtert, sondern lung große Summen benötigt. Mit dem Lage, wo die Gehälter Arbeitsausschusses und Sachverständigenvernehmungen stattgefunden. cuf eine Weise, die sich wirklich vermeiden ließe, erschwert wird. von den Banten abgehoben werden, verschwinden auf die Zeit Der erste Abschnitt des Entwurfs bestimmt den Geltungs. Vor einiger Zeit beispielsweise lief bei der Gerichtsschreiberei eine von zirka 4 Wochen große Summen von Noten, fie befinden sich bereich des Gesetzes. Zu den gewerblichen Arbeitern sind aus dem Klage ein, die kurz und bündig folgenden Wortlaut hatte:„ Ich nicht mehr im Umlauf, weil der Angestellte für 4 Bochen das Gelo Kreise der Angestellten die Wertmeister und Techniter hin( Name)" Aus welchem Grunde, sollte zurüdlegen muß. Infolgedessen macht sich am Anfang eines jeden Monats ganz besonders eine Knappheit an Zahlungsmitteln be zugenommen worden, weil sie mit den gewerblichen Arbeitern in perflage die Firma Es genügt aber auch enger Arbeitsgemeinschaft stehen. Die Vertreter der Arbeitnehmer, fich das Gericht anscheinend selbst denken. wöchentliche Lohnzahlungen hätte. Dadurch verbleiben insbesondere der Argestellten, wielen dabei auf die Schwierigkeiten nicht, wenn, wie das in sehr vielen Fällen geschieht, geschrieben merkbar. Dies könnte man vermeiden, wenn der Angestellte wegen Lohnforderungen. die einer Trennung und verschiedenen geschlichen Behandlung von Ar Angelegenheit gerau auseinandergefeßt werden. Ursache, wenn der Allgemeinheit große Summen zur Verfügung. Die Noten von scheiden sind. Sie verlangten die Bereinigung beiber Bewerben usw. Auch wenn, wie vor kurzem von einem Kläger, die In dieser Angelegenheit ist bekanntlich vor etwa 8 Wochen mit dem beitnehmergruppen hin, die in der Pragis nicht immer streng zu Lohnforderungen, in welcher Höhe auch die Höhe muß begründet den übrigen 3 Wochen bleiben im Verkehr, und ich glaube, der auch die Höhe muß begründet mangel an Zahlungsmitteln wird dadurch ganz erheblich nachlassen. febentwürfe über die Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter und die der Angestellten in einem Gesetz. Die Vertreter Lohnforderungen, die sich auf eine Reihe von Monaten beziehen, Berband Berliner Metallindustrieller bereits verhandelt worden, der Arbeitgeber widersprachen dem mit der Begründung, daß genau spezifiziert werden, ist noch nicht alles geschehen; es muß der Vorschlag einer 14tägigen Zahlung ist aber vom Verband Berdie Aufgabe der Betriebsbeamten die Borbereitung und ununter aus der Klage nicht nur das Einzelresultat, sondern auch das genaue liner Metallindustrieller abgelehnt worden. brochene Fortleitung der Arbeit, so die Uebergabe bei Schichtwechsel, Endergebnis des Geforderten hervorgehen. Das Gewerbegericht hat Borschlag an dem Widerstand der Angestellten einer freien Gewerkift und ihre Arbeitszeit daher nicht gemeinsam mit der der Arbeiter täglich eine derartige Menge von Fällen zu erledigen, daß es sich vorschlag an dem Widerstand der Angestellten einer freien Gewerkunmöglich darauf einlassen tann, bei jeder einzelnen Angelegenheit Hierzu haben wir zu bemerken: Der Einwand, daß mit der geregelt werden könne, auch wenn sie in enger Arbeitsgemeinschaft erst lange Ausrechnungen vorzunehmen. Es leidet also nicht nur Einführung von Scheds Urkundenfälscher großgezogen werden, ist fteht. Sie verlangten daher die Verweisung der Wertmeister die Schnelligkeit der Erledigung unter der ungenauen Ausdrucksund Technifer in das Gesez für die Angestellten. Der Bertreter des Reichsarbeitsministeriums lehnte beide Auf- weife, sondern die Aufnahme der Klage ist überhaupt in Frage ge- nicht stichhaltig. Mit demselben Recht könnte man behaupten, daß faffungen mit Hinweis auf die in der Demobilmachungsverordnung stellt, da das Gewerbegericht infolge zu großer Arbeitsüberhäufung durch Banknoten die Notenfälscher erzogen" worden seien. Und doch ist in dem Milliardenverkehr von Noten die Zahl der Fälschunbestehende Regelung ab. Doch behielt sich der Ausschuß seine Ent- genötigt ist, derartige Klagen dem Einsender zurückzureichen. Auch über die Rosten eines Berfahrens bestehen noch immer gen verhältnismäßig gering. Die Kontrolle der Schecs ist schließung über die Bereinigung der beiden Arbeitszeitgefeße vor. Eine Einigung der Auffassungen ergab sich nicht, erhebliche Unflarheiten. Wenn schon der Sühnetermin zu einem gründlicher als die der Noten, besonders dann, wenn die Zah doch wurde der§ 1 in der Fassung des Arbeitsausschusses mit 15 positiven Resultat führt, ist die Klageerledigung fostenlos. Im lungsanweisungen eine befristete Laufzeit haben, etwa eine Einandern Falle hängt die Höhe der Kosten vom Wert des Streit- lösefrist von 10-20 Tagen( die zweckmäßige Grenze wird die Praxis gegen 13 Stimmen angenommen Sie lautet: " Die Vorschriften dieses Gesetzes gelten für die in Gewerbe objeftes ab: für einen Wert von 20 M. werden 1,50 M., für 20 bis ergeben). Während auch die gefälschte Banknote betrieben einschließlich des Handels und des Bergbaues beschäftig. 50 m. 2,50 m., für 50 bis 100 m. 5 M, und jede weiteren 100 m. daß sie einmal im Verkehr ist tigten gewerblichen Arbeiter, sowie für die mit ihnen in unmittel- ebenfalls 5 m. berechnet. Die Zeugen- und Sachverständigenge gehen kann, gelangt der Sched binnen der Frist, auf die er lautet, barer Arbeitsgemeinschaft stehenden Betriebsbeamten; ferner für bühren, die der verureilte Teil ebenfalls zu tragen hat, können nicht Die wöchentlichen Lohnzahlungen sind gewiß ein im Haushalt beschäftigte Arbeiter, soweit das Hausgehilfengesetz auf lange Zeit vorausbestimmt werden; gegenwärtig betragen die an die Bank zurüd, wird geprüft und verschwindet aus dem Verkehr. Zeugengetühren 15 M. pro Stunde, während die Gebühren für auf sie teine Anwendung findet." Bedenken eines Vertreters der Bergarbeiterschaft, daß durch Sachverständige fich natürlich nach der Art der geforderten Tätigkeit Mittel zur Einschränkung des stoßartig am Monatsende auftauchenden Notenbedarfs. Ob mit ihrer allgemeinen Einführung aber allen diese Fassung für die im Bergbau unter Tage beschäftigten Ar- richten. Angestellten gedient wäre, ist immerhin fraglich. Sie werden allen. beiter der Achtstundentag als Normalarbeitszeit hingestellt werde, falls ein Notbehelf sein, feine Maßnahme auf lange Sicht. Die wurden vom Vertreter des Reichsarbeitsministeriums mit dem BeEinschaltung der Angestellten und Arbeiter in den bargeldlosen Ver merten zerstreut, daß das Gefeß nur die höchftarbeitszeiten feftlege und Bereinbarungen über eine fürzere Arbeitszeit nicht befehr, die sich ja nicht nur auf die Lahnzahlung erstreden würde, som dern darüber hinaus im Berfehr mit Kleinhändlern, Konsumvereinen rühre. usw. Zahlungsmittel ersparen würde, wäre dazu ein geeigneteres Mittel, vorausgefeßt, daß die nötigen Sicherungen geschaffen werden. Es mag bei dieser Gelegenheit daran erinnert werden, daß schon vor dem Kriege in manchen Ländern, besonders in England, der bargeldlose Zahlungsverkehr auch für fleinere Zahlungen im Gebrauch gewesen ist. Das zeigt, daß felbst bei fleinen Beträgen wie bei einem Wochenlohn die bargeldlofe Erledigung von Zah ungen durchaus möglich ist und daß man sich wohl keine Gedanken machen sollte, wie sie bei der gegenwärtigen Zahlungsmittelknappheit nutzbar gemacht werden könnte, um eine überhaftete Tätigkeit der Notenpresse zu verhindern. Der$ 2 gibt eine Auslegung des Begriffs gewerblich er Arbeiter und rechnet dazu auch die Lehrlinge. Gegen diese Auffassung erhob ein Arbeitgebervertreter des Handwerks Widerspruch, meil das Lehrverhältnis ein„ Erziehungsverhältnis" sei. Die Arbeitnehmer vertraten dagegen die Anficht, daß es fich in der Praxis um ein Arbeitsverhältnis handle. Gegenüber einem Antrag der Arbeitgeber der Landwirtschaft, die Landwirtschaft und ihre Nebenbetriebe sowie die mit ihr eng verbundenen Handwerksbetriebe von dem Gesetz auszunehmen, wies der Bertreter des Reichsarbeitsministeriums darauf hin, daß für diese Betriebe der Entwurf nicht gelte. Doch wurde der Antrag der Landwirtschaft mit den Stimmen der Arbeitgeber gegen die der Arbeitnehmer( 15 gegen 14) angenommen. Die wirtschaftlichen Forderungen der Gewerkschaften. Unter dieser Ueberschrift schreibt Professor Lederer in Nr. 37 der Weltwirtschaftlichen Korrespondenz": Lohnbewegung der Schildermafer. Die bem Verband der Borzellanarbeiter angehörenden Schilder maler befchloffen am Montag in ihrer Branchenversammlung im Lotal von Wollschläger, für die Zeit ab 16. September neue Lohnforderungen aufzustellen. Es wurden hierzu verschiedene Borschläge gemacht. Schließlich stimmte die Versammlung dem Vorschlag zu, die Aufstellung der Forderung der Lohnkommission zu überlassen. Nötigenfalls soll der Schlichtungsausschuß angerufen werden. Soweit entgegen den bestehenden Abmachungen Urlaubs. gelder noch nicht bezahlt oder Nachzahlungen von den Arbeit gebern noch nicht geleistet find, sollen die Fälle der Drganisation zur Einleitung der erforderlichen Schritte gemeidet werden. Für die infolge des legben Streits ausgesperrten Kollegen wurde eine Unterstützung beschlossen. Die Metallarbeiter der Warenhäuser. vorausgefekt, monatelang von Hand zu Hand Eine Versammlung aller im Einzelhandel beschäftigten Metall arbeiter am Montag in den Residenzfälen nahm Stellung zu der Der Postichedverkehr im Juli hat nach den jetzt mitgeteilten Ausgleichszulage, die in dem zwischen dem MetallarbeiterAusweisen abermals eine Ausdehnung erfahren. Die Zahl der verband und dem BBMI. abgeschlossenen Tarif festgelegt worden Bostschecktonten betrug in runden Ziffern 833 000( gegen 827 000 Diese Zulage steht barislich nur den in Klaſſe 1 und 2 einge im Juni). Es erfolgten im Juli 40,2 Millionen Gut- und Laſtreihten Arbeitern zu, die qualifizierte Arbeit leisten und nicht im schriften( 37,1 Millionen), durch die ein Gesamtbetrag von rund Afford beschäftigt werden. Die Zulage beträgt 5 bezo. 4 M. Die 392 Milliarden Mart( 319 Milliarden) verbucht worden ist. Das im Einzelhandel( Warenhäusern) beschäftigten Mitglieder des durchschnittliche Gesamtguthaben der Postscheckfunden betrug über Metallarbeiterverbandes wollen diese Zulage auch für sich in An- durchschnittliche Gesamtguthaben der Postscheckkunden betrug über 25 Milliarden Mart( 21,4). Der allergrößte Teil des Geldumsatzes spruch nehmen. Der Verbandsvertreter Kollege Balde erklärte, im Postscheckverkehr erfolgte bargeldlos, nämlich 85,2 Proz daß die im Einzelhandel tätigen Mitglieder als qualifizierte 2rbeiter Im Jahre 1913 gab es erst 102 511 Postschecktunden, die bei den zu betrachten find. Der Verband werde sich bemühen, ihnen die Bostscheckämtern über ein Guthaben von 198 Millionen Mark verBulage zu verschaffen. Ein Beschluß, der vom Verband fordert, fügten und Ein- und Auszahlungen in Höhe von 41,58 Milliarden mit den Arbeitgebern in Verhandlungen zu treten, wurde einstimmig Mark bewirkten. Gegenüber 1913 hat sich also die Zahl der Postschecktunden um mehr als das 8fache vergrößert, das Guthaben um mehr als das 127fache und der Gesamtumfaß im Boftfchedverkehr um das 16½ fache. Daraus geht hervor, daß die Steigerung des umfages im Bostschedverkehr, trotz der hohen Ziffern, erheblich hinter der Steigerung des Umlaufs mitteln zurüdgeblieben ist. gefaßt. Achtung, Metallschleifer und Galvaniseure! Wie uns mitgeteilt wird, legen die Arbeitgeber des er bandes der Metallfleifereien und galvanischen Anstalten den Kollegen Arbeitsordnungen zur Unterschrift bor. Wir empfehlen unseren Kollegen, die Unterschrift a b. aulehnen. Eine Arbeitsordnung soll von Verband zu BerDie Ortsverwaltung. an Bar= In den Forderungen der Gewerkschaften an die Reichsregierung zur Bekämpfung der gegenwärtigen Wirtschaftsnot steht das Verlangen nach Einschränkung und Verbot der Einfuhr von Lurusartikeln im Vordergrunde. Auf diesem Wege follen Einschränkungen des Verbrauches erzielt werden. Eine solche Maß nahme mag zurzeit unentbehrlich sein, aber man muß sich dessen bewußt bleiben, daß sie eben nur eine Notstandsmaßnahme sein fann. Eine jede Einfuhrhemmung durch hohe Schutzölle und Berbote ist bedenklich, denn sie verschärft den Gegensatz der Völker untereinander, wirft den heimischen Produzenten große Gewinne in den Schoß, schafft oft eine furzsichtige, scheinbare Interessenharmonie zwischen Unternehmern und Arbeitern. Gerade im gegenwärtigen Augenblick aber wird eine solche Maßnahme die Versuche zu einer Wiederherstellung der Weltwirtschaft sehr er schweren. Denn sie wird der Stimmung gegen Deutschland nicht Die ruffischen Radiumerze im Ferghana- Gebiet. Wie die wirt\ förderlich sein. Durch die Prämie der schlechten Baluta fühlen sich schaftsamtliche Etonomitschestaja Shifn" meldet, hatte das Außendie Auslandsmärfte ohnedies aufs äußerste von der deutschen Ware bedroht, und die fremden Interessenten haben überall DumpingMetallarbeiter. Donnerstag 6 Uhr in der Humboldt- Akademie, handelskommissariat von einer deutschen Firma einen Vorschlag auf Ausbeutung und Verarbeitung der russischen Radiumerzoor= zuschläge und Zollerhöhungen durchgesetzt und spielen selbst mit dem Gartenstr. 25, Versammlung fämtlicher Funktionäre des Metallkommen im Ferghana- Gebiet erhalten. Die ruffische HauptbergGedanken der Einfuhrverbote. In der Schweiz z. B. sind solche arbeiterverbandes, soweit sie auf dem Boden der Amsterdamer werksverwaltung hat sich nun ablehnend zu diesem Vorschlag Einfuhrverbote zum Schutz des Schweizer Marktes bereits erlassene werfiafts Internationale stehen. Die letzten worden. Schlägt nun Deutschland denselben Weg ein, so gefährdet Vorgänge im Kampfe gegen die Gewerkschaft. Pünktliches Er. geäußert, da es nicht erwünscht sei, das einzige russische Radiumes sich selbst dadurch seine Zukunft, die es nur durch Ausgestaltung scheinen unbedingt erforderlich. Die Fraktionsvorstände. bes Exportes sichern fann. Damit foll allerdings nicht gefagt fein, daß der Lurustonsum in Deutschland Die Lokomotivenbauwerkstatt in Nantes batte 37 Arbeiter entunbehelligt bleiben darf. Der normale Weg hierzu wäre lassen und weitere Entlassungen angekündigt. im Falle eines die Ausgestaltung der Steuergefeßgebung, welche Streits jedoch die Stillegung des Betriebes. Da der Streit einauch die hohen Einkommen so belastet, daß die Steuerträger zur fegte, wurde der Betrieb mit 2600 Arbeitern geschlossen. Strickjacken aller Art, Jumper, Kimonos, StrandGold jäckchen etc- Einzelverkauf bester Silber Qualitätsware Billigste Bezugsquelle Platin Bruno Richter, Mendelstr. 36, Brillanten Berlin- Pankow, Fabrik- Niederlage thüring. Wollwaren. Straßenbahn: 46, 47, 49, 51, 57, 151, 116. Fernruf: Pankow 3723 Bel Ankauf Fahrgeldvergit. Zahngebiffe sowie Gold-, Silber-, Platin- Bruch zerbroch. 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