Nr. 432 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 212 Bezugspreis: Für den Monat September 200,- 2 voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Defterreich und Quremburg 248 M., für das übrige Ausland 282,-M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankre Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho flowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Gonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 91 6 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle toftet 40,-. Stetiamezeile 180,-. Aleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 12, W.( zulässig zwei fettgedrudte Worte), jebes weitere Bort 10,-. Stellengesuche und Schkif Stellenanzeigen das erste Wort 7,-987., jebes weitere Wort 5, M. Worte ilber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 15,- W. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Ahe nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: önboff 292-295 und 2506-2507 Mittwoch, den 13. September 1922 Belgiens Antwort. Schatzscheine für August und September. * Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Feruiprecher: Berlag, Haupterpedition n. Inferaten. Abteilung: Dönhoff 2506-2507 Die Lüge vom faulen Arbeiter. Der Arbeiter ist der Packesel, dem manche Polititer, viele Bolkswirtschaftler und alle Kannegießer gar zu gern die Fehler, die fie an der derzeitigen deutschen Produktion finden, auf laden. Im Streit der Meinungen, im politischen Tageskampf, furz bei jeder Gelegenheit ist ja auch nichts einfacher, als diese Feststellung": Es wird nicht genug gebaut, natürlich weil der bahnen rentieren sich nicht, sehr einfach, der Etat iſt, mit Arbeiter nicht genug Rohmaterialien herstellt, die EisenBersonal überbelastet, das Brot ist so teuer, ganz klar, die Das ist die Melodie, die in abertausend Variationen Landarbeiter sind faul Hinterlegung eines Golddepots. Brüssel, 12. September. Wie die Agence Belge mit. Goldes Statt aufgefüllt werden kann. Ehe über diese feilt, hat der belgische Ministerpräsident The unis, der seine Fragen nicht Klarheit herrscht, werden werden Dispositionen in Brüssel anwesenden Kollegen auf dem laufenden gehalten schwerlich zu treffen sein. Hier werden sich also Rückfragen der hatte, beschlossen, von Deutschland die Begleichung der am Herren Schröder und Bergmann in Paris nicht um 15. 8. und 15. 9. fälligen Zahlungen mit Schahscheinen zu gehen lassen. verlangen, die durch ein Golddepot sichergestellt werden Von vornherein muß aber betont werden, daß der Beg, jollen, das in einer der belgischen Regierung genehmen Bank auf den sich die belgische Regierung begeben hat, nicht ohne hinterlegt werden soll. Heute vormittag notifizierte der Mi- schwerste Bedenken ist. Dem Währungsverfall, der in den überall und nicht zuletzt im Stadtbahnzuge und auf der Stra nister des Aeußeren, Jaspar, dem deutschen Gesandten Dr. legten Tagen nur mühsam gegen die Bestrebungen gewisser Benbahn, auch am Born vieler politischer Weisheit, dem BierLandsberg den Beschluß der belgischen Regierung. Kreise aufgehalten werden konnte, ist damit von neuem die Paris, 12. September.( EP.) Der Korrespondent des„ Temps" Tür geöffnet worden. Was nügt der deutschen Regierung tisch, zu hören ist. Am verwunderlichsten ist dabei, daß die in Brüssel meldet, daß man in gewissen politischen Kreisen zögere, und dem deutschen Volk, was nüßt der ganzen Welt die Tat- Arbeiter selbst sich diese Vorwürfe immer wieder so ruhig es zu Santtionen gegen Deutschland kommen zu lassen, da man sache, daß neben England und Italien auch Belgien zu der gefallen lassen. Sie sind leider oft genug von einer era glaube, daß dadurch der Zusammentritt der Finanzfonferenz Ueberzeugung von der deutschen Zahlungsunfähigkeit und der chreckenden Gleichgültigkeit und ohne das geringste Bedürfnis, in Brüssel im November unmöglich gemacht werde. In Regie wenn man auf der Gegenseite vergißt, diesen Tatsachen RechBerderblichkeit der bisherigen Reparationspolitik gelangt ist, fich zu mehren. Das Kennzeichen der deutschen Produktion ist, wenn die rungstreifen sei man dagegen entschlossener. nung zu tragen? Soll Deutschland der apiermart Frage ernsthafter untersucht wird, doch, daß sie mit einem die lezte dünne Golddede nehmen? Es ist denn Apparat arbeitet, der verwirtschaftet ist. Es ist alles doch sehr die Frage, ob sich die Präsidenten der Reichsverwirtschaftet, das Material, die Maschinen, die Häuser, die bant, die auf ausdrücklichen Wunsch der Entente dem Ein- Berkehrsmittel und nicht zuletzt die Menschen selbst. In diesen fluß der deutschen Regierung entzogen wurden, und denen die Tatsachen drückt sich die Folge des Krieges und die Last, die Herkulesarbeit überantwortet wurde, der Inflation ein Ende Versailles uns aufbürdete, aus. Optimisten meinen, da die zu machen, ohne eine genaue Klärung der Lage zu einem der anderen Länder Arbeitslose hätten und wir keine haben, sei artigen Eingriff verstehen würden. Was nun gar die Priunfere Wirtschaft, abgesehen von dem Dollarstand, doch eigentvatindustrie anbelangt, so werden sich die Bertreter lich ganz in Ordnung. So wird immer wieder vorbeigesehen. Belgiens in Berlin davon überzeugt haben, daß es besser ist, Es vergeht faum ein Tag, daß nicht die bürgerliche und im zu einem Einvernehmen zu gelangen, ohne i're so überaus besonderen die schwarzweißrote Bresse, bewaffnet mit statistihilfreiche Hand in Anspruch zu nehmen. Wenn also Belgien fchen Zahlenreihen und darauf aufgebauten weisheitsvollen die Kreise Deutschlands, die keine Mühe scheuen, um zu einer Schlüffen aufzeigt, wie dem Verfall der deutschen Produktion gefunden Wiedergutmachungspolitik zu gelangen, von der nur auf einen Schlag ein Ende gemacht werden könne. Die Proschwer sauber gehaltenen Straße vertreiben will, so ist es auf duftion muß gehoben werden! Das ist ganz einfach: der dem rechten Wege. Arbeiter mag nur wieder gezwungen werden, so viel zu leisten wie vor dem Kriege. Es soll hier nicht untersucht werden, ob er dazu überhaupt in der Lage ist. Diese Brüfung ist schon deswegen überflüssig, weil heute in der Mehrzahl der deutschen Produktionsstätten erstaunlicherweise die Friedensleistung schon wieder erreicht ist. Der Produktionsrückgang gegenüber der Borkriegszeit liegt eben in ganz anderen Ursachen als darin, daß der Prolet vom Unternehmer nicht mehr so scharf an die Kandare genomme werden fann wie ehedem. Bei den im August und September fälligen Raten handelt es sich um eine Summe von insgesamt 100 millionen Goldmart. Indem die belgische Regierung an Deutschland mit dem Verlangen herantritt, diese Summe in Schaganweisun gen zu begleichen und als Garantie eine entsprechende Reserve in Gold bei einer Belgien genehmen Bank zu hinterlegen, beschreitet sie den Weg, den die Reparationsfom mission für den Fall eines resultatlosen Verlaufs der direkten Verhandlungen vorgesehen hatte. Wenn in der Mittei lung von den weiter fälligen Raten nicht gesprochen wird, so kann darin der Wille zu einem gewissen Entgegenkommen zum Ausdruck kommen, unbedingt notwendig ist das aber nicht, und es wäre gefährlich, seine Maßnahmen auf eine derartige Hoffnung aufzubauen. Die deutsche Regierung ist nunmehr vor die Frage ge Es scheint, daß man sich in Belaien über den Ernst stellt, woher sie das Gold für die zu deponierende Summe dieser Lage, die ihre Schatten weit über die Grenzen nehmen soll. Die Hundert Millionen Goldmark find etwas Deutschlands hinaus wirft, nicht im flaren ist. Noch sind nicht mehr als ein Drittel der im ganzen an Belgien zu entrichtenden alle Türen zugeworfen, aber es muß dech betont werden, daß Summe. Bevor weitere Schritte erfolgen fönnen, wäre es einseitige Dittate nicht der Weg sind, um dem Wahn ratsam, zu wissen, wie sich die belgische Regierung das Be- sinn ein Ende zu machen, der Europa noch immer gefangen gleichungsverfahren für die Rest summe denkt, hält, obgleich man sich auch auf der Gegenseite darüber im was sie unter der ihr genehmen Bank versteht, und flaren ist, daß dieser Wahnsinn nur Methode hat, wenn man ob das Golddepot gegebenenfalls mit Goldmerten an Deutschland in das äußerste Unglück stürzen will. Nebenregierung? Die Eisenbahnen leisten heute 75 Broz., also dr. Biertel ihrer Borkriegskraft. Ist das nicht eine bewundernsZur Sicherung der Ernährung. merte Leistung? Das Eisenbahnnetz hat vier Jahre lang eine Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" schreibt: Am Dienstag vormittag empfing Reichswirtschaftsminister ungeheuerliche Ueberlastung ausgehalten, es wurden weder Die wiederholten Besprechungen der Reichsregie Schmidt im Beisein des Ernährungsministers, Prof. Dr. Fehr, wirtschaftliche noch kaufmännische Rücksichten genommen. Nach rung mit den Spizenverbänden der Gewerkschaften die Vertreter der gewerkschaftlichen Spikenorgani dem Kriege hat die deutsche Industrie durch ihre hohen Preise machen einem Teil der bürgerlichen Bresse einige Sorgen. fationen zu neuen Besprechungen über die Maßnahmen gegen für Ergänzungsmaterialien, hat sie durch günstige Frachttarife, Wie früher, so spricht man auch jetzt von der gewert die Teuerung. Der Bertreter der Christlichen Gewerkschaften gab hat auch die Allgemeinheit durch Fahrpreise, die in keinem schaftlichen Nebenregierung, aber die eigentliche feiner Genugtuung darüber Ausbrud, daß das Reichswirtschafts. Berhältnis zur wirklichen Entwertung des Geldes standen, Ursache der Aufregung dürfte darin zu erblicken sein, daß die ministerium in so wohlwollender Weise die Interessen der Arbeiter aus dem Eisenbahnbetrieb Unterstügung gezogen. Das waren hinter der bürgerlichen Bresse stehenden Handels- und In- fchaft zu wahren bestrebt ist und bereits einen großen Teil der von der Ueberbelastung mit Bersonal gesprochen, so sollte nicht verOpfer, die die Reichsbahnen dem Bolke brachten. Wird von dustriekreise eine Beschränkung der Wucherfreiheit befürchten. der bürgerlichen Presse als phantastisch und undurchführbar be- der Ueberbelastung mit Bersonal gesprochen, so sollte nicht verSelbst die Bossische Beitung" glaubt betonen zu müssen, zeichneten Forderungen der Gewerkschaften verwirklicht hat. Die gessen werden, in welchem Ausmaße Kriegsbeschädigte ,, daß Wirtschaftskatastrophe und Teuerungsnot feine fozial- Hauptwünsche der Gewerkschaften bezogen sich diesmal auf die Berwendung gefunden haben. Das ist ebenfalls Dienst an der Demokratische Propaganda- und leider feine ausschließliche Sicherung der Ernährung der arbeitenben Maffen. Der Waffenstillstandsbedingungen und der Bestiminungen von Allgemeinheit. 3u all dem tommit, daß auf Grund der Angelegenheit der Arbeiterklasse sind", daß es vielmehr auch Reichsernährungsminister entwarf ein ausführliches Bild von der Bersailles unser bestes Material aus dem Lokomotiv und dem andere Schichten der Bevölkerung gäbe, die bei der Teuerung gegenwärtigen Ernährungslage und äußerte sich dabei sehr opti agenpart abzuliefern war. Und dennoch leistet die Eisengeringere Erfolge aufzuweisen hätten als die Arbeiter. Von mistisch über die diesjährige Ernte. Die Getreibeernte fel bahn heute schon wieder 75 Proz. dessen, was ihr vor den ihnen sei leider feine Rede. zwar nicht besonders günstig gewesen, aber mit Hilfe der noch vorDie Reichsregierung ist nicht nur für eine bestimmte Be- handenen Reserven hoffe man ohne Schwierigkeiten das neue Ernte- Kriege möglich war. Das ist doch nicht zulegt auch ein Bevölkerungsschicht, sondern für das ganze Bolt da, und sie jahr überstehen zu können. Die Kartoffelernte fei als glänweis für den ehrlichen Arbeitswillen der Eisenbahner. hat bisher gezeigt, daß ihr nichts ferner liegt als die Bevor- zend zu bezeichnen. Höchstpreise für Kartoffeln seien faum nötig, Die Bergarbeiter bekommen immer wieder die zugung einer Klaffe. In welchem Maße aber die Wirtschafts- da durch das zu erwartende große Angebot ein übermäßig hoher durchschnittliche Kohlenmenge auf den Kopf zugerechnet, die sie organisationen zu den notwendigen Beratungen herangezogen Preis nicht zu befürchten sei. Sehr gut verspreche auch die 3 ud er jetzt fördern und ehedem geleistet haben. Das ist ein statistiwerden, das hängt nicht nur von deren Macht, sondern auch ernte zu werden. sches Kunststück, das z. B. jeder fertigbringen muß, der bei der von ihrer Initiative ab. Die Gewertschaften aller In der sehr ausführlichen Besprechung wurde von den Ber- Deutschen Tageszeitung" Volontär werden will. Dabei ist Richtungen haben sich in der Vertretung der Interessen ihrer tretern aller Spizenorganisationen wiederholt dem Wunsche Aus- die Kohlenförderleistung eine Angelegenheit, die von vielen Mitglieder feinerlei Beschränkung auferlegt und sind wieder- brud gegeben, daß, wie das Reichswirtschaftsministerium, sich auch anderen Umständen und nicht nur von der Zahl der mit ihr holt von den Regierungsstellen zu Beratungen herangezogen die anderen zuständigen Ressorts die Bekämpfung der Teuerung und beschäftigten Arbeiter abhängt. Die Kohlengewinnung und worden, die überdies im Interesse aller jener Boltsgenoffen des Wuchers angelegen sein laffen möchten. im besonderen die schon auf der 3eche beginnende Kohlenliegen, die nicht über riesige Kapitalien verfügen. Mertverwertung erfordern heute viel mehr Arbeitskräfte als ehewürdig ist, daß die bürgerliche Presse nur sieht, was die Gedem, wie ja der Gewinn aus Kohle schon lange nicht mehr in wertschaften machen und offenbar nichts von dem ununterihrer Berwertung als Brennstoff, sondern in der Ausnutzung brochenen Sturm der Industrie und Handels- md als chemisches Roh- und Grundmaterial liegt. Auch der Bergfreise auf das Reichswirtschaftsministerium wissen. Biel- Der Reichstanaler empfing gestern den Generalsekretär bau ist start heruntergewirtschaftet; der Begriff der Erfazleicht erfundigt man sich einmal im Reichswirtjaaftsministe- bes Reichsverbandes des deutschen Handwerke, Hermann, der wirtschaft ist in ihm, sehr zum Schaden der Produktionsrium, wie oft der Minister täglich Vertreter des Handels und die immer schwieriger sich gestaltende Lage des deutschen Hand leistung, noch weit verbreitet. der verschiedenen Industriegruppen empfängt, um mit ihnen werks darlegte. Der Reichskanzler erklärte sich bereit, zur Herbei Wie steht es mit der Landwirtschaft? Hier beüber notwendige Maßnahmen zu sprechen, ihre Wünsche und führung einer gründlichen Aussprache zwischen Reichsregierung und stand die größte Gefahr, daß die Auswirkungen des Krieges, Beschwerden anzuhören. Was dem Einen recht ist, muß dem deutschem Handwerk sobald als möglich eine Sonferenz unter des Zusammenbruchs und der Umwälzung auf die Arbeiter Andern billig bleiben, und wenn jene Bevölkerungsschichten, feiner, des Reichskanzlers, Leitung einzuberufen, an der neben der ungünstige Einflüsse ausüben fonnte, weil sie eine politisch und über deren Not man nach der Boffischen Zeitung" in der Bertretung des Handwerks die beteiligten Reichsrefforts mitwirken sozial neuerwachte Schicht des Volkes trafen. Aber gerade der Deffentlichkeit nicht spricht, ihr Schicksal Leuten anvertrauen, werden. Die selbst nichts von der Not wissen und c. daher auch nicht für Die Not des Handwerks. notwendig halten, mit den Regierungsstellen uoer die Linde- Gefängnis für Demonftrafionen. 1leber fünf Teilnehmer an den rung der Leiden ihrer Auftraggeber zu verhandeln, dann ist kommunistischen Kundgebungen in Paris vom letzten Sonntag wurden bas ihre eigene Schuld und nicht die der Gewerkschaften, Gefängnisstrafen von ein bis drei Monaten verhängt. Landarbeiter hat im ganzen gesehen eine vorbildliche Stellung zum deutschen Produktionsprozeß genommen. Das ist so etlatant, daß sogar die führenden agrarischen Blätter offen zugeben, daß unsere landwirtsachftliche Produktion eine recht beträchtliche Erholung zu verzeichnen hat. Was hier Gewerkschaftsbewegung Das Arbeitszeitgesetz für gewerbliche Arbeiter. Berbrauchseinschränkung gezwungen find. Gegenwärtig wird es bei rasch veränderlicher Valuta fchwer möglich sein, die Steuergesetzgebung so auszubauen und vor allem so beweglich zu gestalten, daß dies Ziel erreicht werden kann. Daher ist auch für den Augenblick die von den Gewerkschaften geforderte daß es eine Notftandsmaßnahme ist und daß nach einer Stabilisierung der Verhältnisse gerade für die deutsche Volkswirtschaft wieder der freie Verkehr im Interesse der Arbeiterschaft angestrebt werden muß. " Wirtschaft Bargeldlose Lohnzahlungen. Zu unserem Artikel unter diesem Titel schreibt uns ein Ange stellter: Der fozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats be- Maßnahme zu billigen. Man muß nur darüber klar sein, häftigte sich, wie den PPN. mitgeteilt wird, in Sigungen am 7. und Ich halte eine Zahlung in Schecks für gänzlich verfehlt, 8. September mit der Begutachtung des Gefeßentwurfs über die Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter. schon aus dem Grunde, weil damit direkt Urkundenfälscher erzögen Der Entwurf, der vom werden. Um den zurzeit herrschenden Geldmangel teilweise zu Reichsarbeitsministerium vorgelegt wird, legt im engen Anschluß an die im November 1919 in Washington gefaßten Beschlüsse der InterDer Geschäftsgang des Gewerbegerichts. beheben und die Notenpresse nicht unnötig arbeiten zu lassen, halte nationalen Arbeitsorganisation beim Bölkerbunde, der Deutschland Immer wieder führt das Gewerbegericht Klage darüber, daß ich es für zweckmäßig, folgendes zu erwägen: Zurzeit werden für als Mitglied angehört, den Achtstundentag gefeßlich fest. Der Wichtigkeit dieser Frage angemessen haben lange Borberatungen eines ihm seine Arbeit besonders von den Arbeitnehmern, die den größten Angestellte, welche monatliche Gehälter beziehen, am Tage der ZahTeil der Klagenden ausmachen, nicht nur nicht erleichtert, sondern lung große Summen benötigt. Mit dem Lage, wo die Gehälter Arbeitsausschusses und Sachverständigenvernehmungen stattgefunden. Der erste Abschnitt des Entwurfs bestimmt den Geltungs. cuf eine Weise, die sich wirklich vermeiden ließe, erschwert wird. von den Banten abgehoben werden, verschwinden auf die Zeit bereich des Gesetzes. Zu den gewerblichen Arbeitern sind aus dem Vor einiger Zeit beispielsweise lief bei der Gerichtsschreiberei eine von zirka 4 Wochen große Summen von Noten, sie befinden sich Kreise der Angestellten die Wertmeister und Technifer hin- Klage ein, die kurz und bündig folgenden Wortlaut hatte:„ Ich nicht mehr im Umlauf, weil der Angestellte für 4 Wochen bas Geld ( Name)" Aus welchem Grunde, sollte zurücklegen muß. Infolgedessen macht sich am Anfang eines jeden Monats ganz besonders eine Knappheit an Zahlungsmitteln bezugenommen worden, weil sie mit den gewerblichen Arbeitern in perklage die Firma Es genügt aber auch merkbar. Dies tönnte man vermeiden, wenn der Angestellte enger Arbeitsgemeinschaft stehen. Die Bertreter der Arbeitnehmer, fich das Gericht anscheinend selbst denken. insbesondere der Argestellten, wielen dabei auf die Schwierigkeiten nicht, wenn, wie das in sehr vielen Fällen geschicht, geschrieben wöchentliche Lohnzahlungen hätte. Dadurch verbleiben mirt:... wegen Lohnforderungen." Vielmehr muß die ganze der Allgemeinheit große Summen zur Verfügung. Die Noten von einer Trennung und verschiedenen geschlichen Behandlung von Ar- Angelegenheit gerau auseinandergesetzt werden. Ursache, wenn beitnehmergruppen hin, die in der Praxis nicht immer streng zu Lohnforderungen, in welcher Höhe den übrigen 3 Wochen bleiben im Berkehr, und ich glaube, der auch die Höhe muß begründet Mangel an Zahlungsmitteln wird dadurch ganz erheblich nachlassen. scheiden sind. Sie verlangten die Bereinigung beider Gewerben usw. Auch wenn, wie vor kurzem von einem Kläger, die In dieser Angelegenheit ist bekanntlich vor etwa 8 Bochen mit dem febentwürfe über die Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter und die der Angestellten in einem Gesetz. Die Vertreter Lohnforderungen, die sich auf eine Reihe von Monaten beziehen, Berband Berliner Metallindustrieller bereits verhandelt worden, der Arbeitgeber widersprachen dem mit der Begründung, daß genau spezifiziert werden, ist noch nicht alles geschehen; es muß der Vorschlag einer 14tägigen Zahlung ist aber vom Verband Berdie Aufgabe der Betriebsbeamten die Borbereitung und ununter aus der Klage nicht nur das Einzelresultat, sondern auch das genaue liner Metallindustrieller abgelehnt worden. brochene Fortleitung der Arbeit, so die Uebergabe bei Schichtwechsel, Endergebnis des Geforderten hervorgehen. Das Gewerbegericht hat ift und ihre Arbeitszeit daher nicht gemeinsam mit der der Arbeiter täglich eine derartige Menge von Fällen zu erledigen, daß es sich vorschlag an dem Widerstand der Angestellten einer freien GemertHierzu haben wir zu bemerken: Der Einwand, daß mit ber geregelt werden könne, aud) wenn fie in enger Arbeitsgemeinschaft unmöglich darauf einlassen fann, bei jeder einzelnen Angelegenheit auch erst lange Ausrechnungen vorzunehmen. Es leidet also nicht nur steht. Sie verlangten daher die Verweisung der Wertmeister die Schnelligkeit der Erledigung unter der ungenauen Ausdrucks. Einführung von Schecks Urkundenfälscher großgezogen werden, ift und Techniker in das Gefeh für die Angestellten. und Technifer in das Gefeß für die Angestellten. Der Bertreter des Reichsarbeitsministeriums lehnte beide Auf- weife, sondern die Aufnahme der Klage ist überhaupt in Frage gefaffungen mit Hinweis auf die in der Demobilmachungsverordnung stellt, da das Gewerbegericht infolge zu großer Arbeitsüberhäufung bestehende Regelung ab. Doch behielt sich der Ausschuß seine Ent- genötigt ist, derartige Klagen dem Einsender zurückzureichen. Auch über die Rosten eines Berfahrens bestehen noch immer schließung über die Bereinigung der beiden Arbeitszeitgefeße vor. Eine Einigung der Auffassungen ergab sich nicht, erhebliche Unklarheiten. Benn schon der Sühnetermin zu einem doch wurde der§ 1 in der Fassung des Arbeitsausschusses mit 15 positiven Resultat führt, ist die Klageerledigung fostenlos. Im andern Falle hängt die Höhe der Kosten vom Wert des Streit gegen 13 Stimmen angenommen Sie lautet: objeftes ab: für einen Wert von 20 M. werden 1,50 M., für 20 bis 50 t. 2,50., für 50 bis 100 m. 5 m, und jede weiteren 100 m. ebenfalls 5 m. berechnet. Die Zeugen- und Sachverständigenge bühren, die der verureilte Teil ebenfalls zu tragen hat, können nicht auf lange Zeit vorausbestimmt werden; gegenwärtig' betragen die Zeugenget ühren 15 M. pro Stunde, während die Gebühren für Sachverständige sich natürlich nach der Art der geforderten Tätigkeit richten. " Die Vorschriften dieses Gesetzes gelten für die in Gewerbe betrieben einschließlich des Handels und des Bergbaues beschäftig tigten gewerblichen Arbeiter, sowie für die mit ihnen in unmittelbarer Arbeitsgemeinschaft stehenden Betriebsbeamten; ferner für im Haushalt beschäftigte Arbeiter, soweit das Hausgehilfengesetz auf sie teine Anwendung findet." Bedenken eines Vertreters der Bergarbeiterschaft, daß durch diese Faffung für die im Bergbau unter Tage beschäftigten Arbeiter der Achtstundentag als Normalarbeitszeit hingestellt werde, wurden vom Vertreter des Reichsarbeitsministeriums mit dem Bemerten zerstreut, daß das Gefeß nur die höchftarbeitszeiten festlege und Bereinbarungen über eine fürzere Arbeitszeit nicht berühre. Der$ 2 gibt eine Auslegung des Begriffs gewerblich er Arbeiter und rechnet dazu auch die Lehrlinge. Gegen diese Auffassung erhob ein Arbeitgebervertreter des Handwerks Widerspruch, meil das Lehrverhältnis ein„ ErziehungsDerhältnis" sei. Die Arbeitnehmer vertraten dagegen die Ansicht, daß es sich in der Praxis um ein Arbeitsverhältnis handle. Gegenüber einem Antrag der Arbeitgeber der Landwirtschaft, die Landwirtschaft und ihre Nebenbetriebe sowie die mit ihr eng verbundenen Handwerksbetriebe von dem Gesetz auszunehmen, wies der Bertreter des Reichsarbeitsministeriums darauf hin, daß für diese Betriebe der Entwurf nicht gelte. Doch wurde der Antrag der Landwirtschaft mit den Stimmen der Arbeitgeber gegen die der Arbeitnehmer( 15 gegen 14) angenommen. Die wirtschaftlichen Forderungen der Gewerkschaften. Unter dieser Ueberschrift schreibt Professor Lederer in Nr. 37 der Weltwirtschaftlichen Korrespondenz": Lohnbewegung der Schildermaler. Die bem Verband der Porzellanarbeiter angehörenden Schilder maler beschlossen am Montag in ihrer Branchenversammlung im Lotal von Wollschläger, für die Beit ab 16. September neue Lohn forderungen aufzustellen. Es wurden hierzu verschiedene Borschläge gemacht. Schließlich stimmte die Versammlung dem Vorschlag zu, die Aufstellung der Forderung der Lohnkommission zu überlassen. Nötigenfalls soll der Schlichtungsausschuß angerufen werden. Soweit entgegen den bestehenden Abmachungen Urlaubs. gelder noch nicht bezahlt oder Nachzahlungen von den Arbeit gebern noch nicht geleistet sind, sollen die Fälle der Organisation zur Einleitung der erforderlichen Schritte gemeidet werden. Für die infolge des letzten Streits ausgesperrten Kollegen wurde eine Unterstützung beschlossen. Die Metallarbeiter der Warenhäuser. Eine Versammlung aller im Einzelhandel beschäftigten Metall arbeiter am Montag in den Residenzfälen nahm Stellung zu der Ausgleichszulage, die in dem zwischen dem Metallarbeiter verband und dem BBMI. abgeschlossenen Tarif festgelegt worden Diese Zulage ſteht bariſlich nur den in Klaſſe 1 und 2 einge reihten Arbeitern zu, die qualifizierte Arbeit leisten und nicht im im Einzelhandel( Warenhäusern) beschäftigten Mitglieder des Afford beschäftigt werden. Die Zulage beträgt 5 bezw. 4 M. Die Metallarbeiterverbandes wollen diese Zulage auch für sich in Anspruch nehmen. Der Verbandsvertreter Kollege Balde erklärte, baß die im Einzelhandel tätigen Mitglieder als qualifizierte 2rbeiter zu betrachten find. Der Verband werde sich bemühen, ihnen die Bulage zu verschaffen. Ein Beschluß, der vom Verband fordert, mit den Arbeitgebern in Verhandlungen zu treten, wurde einstimmig gefaßt. Achtung, Metallschleifer und Galvaniseure! Wie uns mitgeteilt wird, legen die Arbeitgeber des er bandes der Metallschleifereien und galvanischen Anstalten den Kollegen Arbeitsordnungen zur Unterschrift bor. Wir empfehlen unseren Kollegen, die Unterschrift a b. Aulehnen. Eine Arbeitsordnung soll von Verband zu BerDie Ortsverwaltung. schaft. Auch scheiterte der nicht stichhaltig. Mit demselben Recht könnte man behaupten, daß durch Banknoten die Notenfälscher erzogen" worden seien. Und doch ist in dem Milliardenverkehr von Noten die Zahl der Fälschungen verhältnismäßig gering. Die Kontrolle der Schecs ist gründlicher als die der Noten, besonders dann, wenn die Zah lungsanweisungen eine befristete Laufzeit haben, etwa eine Einlösefrist von 10-20 Tagen( die zweckmäßige Grenze wird die Praxis vorausgefekt, ergeben). Während auch die gefälschte Banknote monatelang von Hand zu Hand daß sie einmal im Verkehr ist gehen kann, gelangt der Sched binnen der Frist, auf die er lautet, Die wöchentlichen Lohnzahlungen sind gewiß ein an die Bank zurüd, wird geprüft und verschwindet aus dem Verkehr. Mittel zur Einschränkung des stoßartig am Monatsende auftauchenden Notenbedarfs. Ob mit ihrer allgemeinen Einführung aber allen Angestellten gebient wäre, ist immerhin fraglich. Sie werden allen. falls ein Notbehelf sein, feine Maßnahme auf lange Sicht. Die Einschaltung der Angestellten und Arbeiter in den bargeldlosen Ver fehr, die sich ja nicht nur auf die Lahnzahlung erstrecken würde, sm dern darüber hinaus im Verkehr mit Kleinhändlern, Konsumvereinen usw. Zahlungsmittel ersparen würde, wäre dazu ein geeigneteres Mittel, vorausgefeßt, daß die nötigen Sicherungen geschaffen werden. Es mag bei dieser Gelegenheit daran erinnert werden, daß schon vor dem Kriege in manchen Ländern, besonders in England, der bargeldlose Zahlungsverkehr auch für fleinere Zahlungen im Gebrauch gewesen ist. Das zeigt, daß selbst bei fleinen Beträgen wie bei einem Wochenlohn die bargeldlose Erledigung von Zah ungen durchaus möglich ist und daß man sich wohl feine Gedanken machen sollte, wie sie bei der gegenwärtigen Zahlungsmittelknappheit nutzbar gemacht werden könnte, um eine überhaftete Tätigkeit der Notenpresse zu verhindern. Der Postichedverkehr im Juli hat nach den jetzt mitgeteilten Ausweisen abermals eine Ausdehnung erfahren. Die Zahl der Bostschecktonten betrug in runden Ziffern 833 000( gegen 827 000 im Juni). Es erfolgten im Juli 40,2 Millionen Gut- und Lastdurchschnittliche Gesamtguthaben der Postscheckfunden betrug über schriften( 37,1 Millionen), durch die ein Gesamtbetrag von rund 392 Milliarden Mark( 319 Milliarden) verbucht worden ist. Das durchschnittliche Gesamtguthaben der Postscheckfunden betrug über im Boftscheckverkehr erfolgte bargeldlos, nämlich 85,2 Proz 25 Milliarden Mart( 21,4). Der allergrößte Teil des Geldumsages Im Jahre 1913 gab es erst 102 511 Postscheckkunden, die bei den Postscheckämtern über ein Guthaben von 198 Millionen Mark verfügten und Ein- und Auszahlungen in Höhe von 41,58 Milliarden Mark bewirkten. Gegenüber 1913 hat sich also die Zahl der Postschedkunden um mehr als das 8fache vergrößert, das Guthaben um mehr als das 127fache und der Gesamtumfaß im Boftfcheckverkehr um das 16½ fache. Daraus geht hervor, daß die Steigerung des umfaßes im Bostscheckverkehr, trotz der hohen Ziffern, erheblich hinter der Steigerung des Umlaufs mitteln zurüdgeblieben ist. an Bar= In den Forderungen der Gewerkschaften an die Reichsregierung zur Bekämpfung der gegenwärtigen Wirtschaftsnot steht das Verlangen nach Einschränkung und Verbot der Einfuhr von Lurusartikeln im Vordergrunde. Auf diesem Wege follen Einschränkungen des Verbrauches erzielt werden. Eine solche Maß nahme mag zurzeit unentbehrlich sein, aber man muß sich dessen bewußt bleiben, daß sie eben nur eine Notstandsmaßnahme sein fann. Eine jede Einfuhrhemmung durch hohe Schutzzölle und Berbote ist bedenklich, denn sie verschärft den Gegensatz der Völker untereinander, wirft den heimischen Produzenten große Gewinne in den Schoß, schafft oft eine furzsichtige, scheinbare Interessenharmonie zwischen Unternehmern und Arbeitern. Gerade im gegenwärtigen Augenblic aber wird eine solche Maßnahme die Versuche zu einer Wiederherstellung der Weltwirtschaft sehr er schweren. Denn fie wird der Stimmung gegen Deutschland nicht Die russischen Radiumerze im Ferghana- Gebiet. Wie die wirtförderlich sein. Durch die Prämie der schlechten Baluta fühlen sich schaftsamtliche Etonomitschestaja Shifn" meldet, hatte das Außendie Auslandsmärkte ohnedies aufs äußerste von der deutschen Ware bedroht, und die fremden Interessenten haben überall DumpingMetallarbeiter. Donnerstag 6 Uhr in der Humboldt- Akademie, handelskommissariat von einer deutschen Firma einen Vorschlag auf zuschläge und Zollerhöhungen durchgefeht und spielen selbst mit dem Gartenstr. 25, Versammlung sämtlicher Funktionäre des Metallkommen im Ferghana- Gebiet erhalten. Die russische HauptbergAusbeutung und Verarbeitung der ruffischen Radiumerzpor= Gedanken der Einfuhrverbote. In der Schweiz z. B. sind solche arbeiterverbandes, soweit sie auf dem Boden der Amsterdamer werksverwaltung hat sich nun ablehnend zu diesem Vorschlag Einfuhrverbote zum Schutz des Schweizer Marktes bereits erlassene wertschafts Internationale stehen. Die letzten worden. Schlägt nun Deutschland denselben Weg ein, so gefährdet Vorgänge im Kampfe gegen die Gewerkschaft. Pünktliches Er es sich selbst dadurch seine Zukunft, die es nur durch Ausgestaltung scheinen unbedingt erforderlich. Die Fraktionsvorstände. bes Erportes sichern fann. Damit foll allerdings nicht gefagt fein, daß der Lurustonfum in Deutschland Die Lokomotivenbauwerkstatt in Nantes batte 37 Arbeiter entunbehelligt bleiben darf. Der normale Weg hierzu wäre lassen und weitere Entlassungen angekündigt. im Falle eines die Ausgestaltung der Steuergefeßgebung, welche Streits jedoch die Stillegung des Betriebes. Da der Streit einauch die hohen Einkommen so belastet, daß die Steuerträger zur fegte, wurde der Betrieb mit 2600 Arbeitern geschlossen. Strickjacken aller Art, Jumper, Kimonos, Strandjäckchen etc. Einzelverkauf bester Qualitätsware Gold Silber Billigste Bezugsquelle Platin Berlin Pankow, Bruno Richter, Mendelstr. 36, Brillanten Fabrik- Niederlage thüring. Wollwaren. Straßenbahn: 46, 47, 49, 51, 57, 151, 116. Fernruf: Pankow 3723 Bei Ankauf Fahrgeldverglit. Zahngebiffe sowie Gold-, Silber-, Platin- Bruch zerbroch. Gegenstände genau denselben Wert kauft und zahlt höchste Tagespreise Barheine Edelmetallverwertung Invalidenstr.2.v.I rechts, kein Laden Eingang Elisabethkirchstraße Kinderwagen Bettfedern Korbmöbel -Bruch kauft reell zu höchsten Tageskursen C. Käferle Uhrmacher- Juwelier Frankfurter Allee 278 ankaufsstelle Osten Metall': Grüner Weg 88 zahli Tagespreise für Kapfer, Messing, Metall- Bettstellen Blei, Zink etc. Fürst, Restehandly. 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Der„ Borwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 6 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 40,-. Stetiamezeile 180,-. KleineAnzeigen" das fettgedrukte Wort 12, M.( zulässig zwei fettgebrudte Borte), jebes weitere Bort 10,-. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 7,-97., jebes weitere Wort 5,- Wt. Worte ilber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 15,- W. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4%, Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Mittwoch, den 13. September 1922 Belgiens Antwort. Schatzscheine für August und September. rungstreifen sei man dagegen entschlossener. * Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Feruiprecher: Verlag, Sauvrerpedition n. InseratenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Die Lüge vom faulen Arbeiter. Der Arbeiter ist der Backesel, dem manche Politiker, viele Bolkswirtschaftler und alle Kannegießer gar zu gern die Fehler, die sie an der derzeitigen deutschen Produktion finden, auf laden. Im Streit der Meinungen, im politischen Tageskampf, furz bei jeder Gelegenheit ist ja auch nichts einfacher, als diese Feststellung": Es wird nicht genug gebaut, natürlich weil der Arbeiter nicht genug Rohmaterialien herstellt, die Eisenbahnen rentieren sich nicht, sehr einfach, der Etat iſt, mit Personal überbelastet, das Brot ist so teuer, ganz klar, die Landarbeiter sind faul. sich zu wehren. Hinterlegung eines Golddepots. Brüssel, 12. September. Wie die Agence Belge mit. Goldes Statt aufgefüllt werden kann. Ehe über diese teilt, hat der belgische Ministerpräsident Theunis, der seine Fragen nicht Klarheit herrscht, werden Dispositionen in Brüffel anwesenden Kollegen auf dem laufenden gehalten schwerlich zu treffen sein. Hier werden sich also Rückfragen der hatte, beschlossen, von Deutschland die Begleichung der am Herren Schröder und Bergmann in Paris nicht um 15. 8. und 15. 9. fälligen Zahlungen mit Schahscheinen zu gehen lassen. verlangen, die durch ein Golddepot sichergestellt werden Von vornherein muß aber betont werden, daß der Weg, jollen, das in einer der belgischen Regierung genehmen Bant auf den sich die belgische Regierung begeben hat, nicht ohne Das ist die Melodie, die in abertausend Variationen hinterlegt werden soll. Heute vormittag notifizierte der Mi- schwerste Bedenken ist. Dem Währungsverfall, der in den überall und nicht zuleht im Stadtbahnzuge und auf der Stra nister des Aeußeren, Jaspar, dem deutschen Gesandten Dr. lezten Tagen nur mühsam gegen die Bestrebungen gewisser Benbahn, auch am Born vieler politischer Weisheit, dem BierLandsberg den Beschluß der belgischen Regierung. Kreise aufgehalten werden konnte, ist damit von neuem die Paris, 12. September.( EP.) Der Korrespondent des„ Temps" Tür geöffnet worden. Was nüßt der deutschen Regierung tisch, zu hören ist. Am verwunderlichsten ist dabei, daß die in Brüssel meldet, daß man in gewissen politischen Kreisen zögere, und dem deutschen Bolt, was nüßt der ganzen Welt die Tat- Arbeiter felbft sich diese Borwürfe immer wieder so rubia es zu Santtionen gegen Deutschland kommen zu lassen, da man sache, daß neben England und Italien auch Belgien zu der gefallen lassen. Sie sind leider oft genug von einer era glaube, daß dadurch der Zusammentritt der Finanzfonferenz Ueberzeugung von der deutschen Zahlungsunfähigkeit und der chreckenden Gleichgültigkeit und ohne das geringste Bedürfnis, in Brüssel im November unmöglich gemacht werde. In Regie wenn man auf der Gegenseite vergißt, diesen Tatsachen Reche Frage ernsthafter untersucht wird, doch, daß sie mit einent Berderblichkeit der bisherigen Reparationspolitit gelangt ist, Das Kennzeichen der deutschen Produktion ist, wenn die nung zu tragen? Soll Deutschland der apiermark Es ist denn Apparat arbeitet, der verwirtschaftet ist. Es ist alles die legte bünne Golddede nehmen? doch sehr die Frage, ob sich die Präsidenten der Reichs: Verkehrsmittel und nicht zuletzt die Menschen selbst. In diesen Reichsverwirtschaftet, das Material, die Maschinen, die Häuser, die bant, die auf ausdrücklichen Wunsch der Entente dem Einfluß der deutschen Regierung entzogen wurden, und denen die Tatsachen drückt sich die Folge des Krieges und die Last, die Herkulesarbeit überantwortet wurde, der Inflation ein Ende Versailles uns aufbürdete, aus. zu machen, ohne eine genaue Klärung der Lage zu einem der anderen Länder Arbeitslose hätten und wir keine haben, sei artigen Eingriff verstehen würden. Was nun gar die Priunfere Wirtschaft, abgesehen von dem Dollarstand, doch eigentvatindustrie anbelangt, so werden sich die Bertreter lich ganz in Ordnung. So wird immer wieder vorbeigesehen. Es vergeht faum ein Tag, daß nicht die bürgerliche und im Belgiens in Berlin davon überzeugt haben, daß es besser ist, zu einem Einvernehmen zu gelangen, ohne i're so überaus besonderen die schwarzweißrote Bresse, bewaffnet mit ſtatiſti hilfreiche Hand in Anspruch zu nehmen. Wenn also Belgien schen Zahlenreihen und darauf aufgebauten weisheitsvollen die Kreise Deutschlands, die keine Mühe scheuen, um zu einer Schlüffen aufzeigt, wie dem Berfall der deutschen Produktion gefunden Wiedergutmachungspolitik zu gelangen, von der nur auf einen Schlag ein Ende gemacht werden könne. Die Broschwer sauber gehaltenen Straße vertreiben will, so ist es auf duktion muß gehoben werden! Das ist ganz einfach: der Arbeiter mag nur wieder gezwungen werden, so viel dem rechten Wege. zu leisten wie vor dem Kriege. Es soll hier nicht untersucht werden, ob er dazu überhaupt in der Lage ist. Diese Brüfung ist schon deswegen überflüssig, weil heute in der Mehrzahl der deutschen Produktionsstätten erstaunlicherweise die Friedensleistung schon wieder erreicht ist. Der Produktionsrüdgang gegenüber der Borkriegszeit liegt eben in ganz anderen Ursachen als darin, daß der Prolet vom Unternehmer nicht mehr so scharf an die Kandare genomme Bei den im August und September fälligen Raten handelt es sich um eine Summe von insgesamt 100 millionen Goldmart. Indem die belgische Regierung an Deutschland mit dem Verlangen herantritt, diese Summe in Schaganweijun gen zu begleichen und als Garantie eine entsprechende Reserve in Gold bei einer Belgien genehmen Bank zu hinterlegen, beschreitet sie den Weg, den die Reparationsfom mission für den Fall eines resultatlosen Verlaufs der direkten Verhandlungen vorgesehen hatte. Wenn in der Mittei lung von den weiter fälligen Raten nicht gesprochen wird, so kann darin der Wille zu einem gewissen Entgegenkommen zum Ausdrud kommen, unbedingt notwendig ist das aber nicht, und es wäre gefährlich, feine Maßnahmen auf eine derartige Hoffnung aufzubauen. Es scheint, daß man sich in Belaien über den Ernst Die deutsche Regierung ist nunmehr vor die Frage gestellt, woher sie das Gold für die zu deponierende Summe dieser Lage, die ihre Schatten weit über die Grenzen nehmen soll. Die Hundert Millionen Goldmark find etwas Deutschlands hinaus wirft, nicht im flaren ist. Noch sind nicht mehr als ein Drittel der im ganzen an Belgien zu entrichtenden alle Türen zugeworfen, aber es muß doch betont werden, daß Summe. Bevor weitere Schritte erfolgen fönnen, wäre es einseitige Dittate nicht der Weg sind, um dem Wahn ratsam, zu wissen, wie sich die belgische Regierung das Befinn ein Ende zu machen, der Europa noch immer gefangen gleichungsverfahren für die Restsumme denkt, hält, obgleich man sich auch auf der Gegenseite darüber im was sie unter der ihr genehmen Bant versteht, und flaren ist, daß dieser Wahnsinn mur Methode hat, wenn man ob das Golddepot gegebenenfalls mit Gold werten an Deutschland in das äußerste Unglück stürzen will. Nebenregierung? ihnen sei leider keine Rede. werden fann wie ehedem. Optimisten meinen, da die Die Eisenbahnen leisten heute 75 Proz., also dr. Viertel ihrer Borkriegskraft. Ist das nicht eine bewundernsZur Sicherung der Ernährung. merte Leiftung? Das Eisenbahnnetz hat vier Jahre lang eine Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" schreibt: Am Dienstag vormittag empfing Reichswirtschaftsminister ungeheuerliche Ueberlastung ausgehalten, es wurden weder Die wiederholten Besprechungen der Reichsregie Schmidt im Beisein des Ernährungsministers, Prof. Dr. Fehr, wirtschaftliche noch kaufmännische Rücksichten genommen. Nach rung mit den Spizenverbänden der Gewertschaften die Vertreter der gewerkschaftlichen Spikenorgani. dem Kriege hat die deutsche Industrie durch ihre hohen Preise machen einem Teil der bürgerlichen Bresse einige Sorgen. fationen zu neuen Besprechungen über die Maßnahmen gegen für Ergänzungsmaterialien, hat sie durch günstige Frachttarife, Wie früher, so spricht man auch jegt von der gewert die Teuerung. Der Bertreter der Chriftlichen Gewerkschaften gab hat auch die Allgemeinheit durch Fahrpreise, die in feinem fchaftlichen Nebenregierung, aber die eigentliche feiner Genugtuung darüber Ausdrud, daß das Reichswirtschafts- Berhältnis zur wirklichen Entwertung des Geldes standen, Ursache der Aufregung dürfte darin zu erblicken sein, daß die ministerium in so wohlwollender Weise die Intereffen der Arbeiter aus dem Eisenbahnbetrieb Unterstüßung gezogen. Das waren hinter der bürgerlichen Presse stehenden Handels- und In- fchaft zu wahren bestrebt ist und bereits einen großen Teil der von Opfer, die die Reichsbahnen dem Bolte brachten. Wird von von dustriekreise eine Beschränkung der Bucherfreiheit befürchten. Der bürgerlichen Bresse als phantastisch und undurchführbar be- der Ueberbelastung mit Bersonal gesprochen, so sollte nicht vergessen werden, in welchem Ausmaße Kriegsbeschädigte Selbst die„ Boſsische Zeitung" glaubt betonen zu müssen, zeichneten Forderungen der Gewerkschaften verwirklicht hat. Die Berwendung gefunden haben. Das ist ebenfalls Dienst an der ,, daß Wirtschaftskatastrophe und Teuerungsnot feine sozial- Hauptwünsche der Gewerkschaften bezogen sich diesmal auf die Allgemeinheit. 3u all dem tommit, daß auf Grund der Demokratische Pronaganda- und leider keine ausschließliche Sicherung der Ernährung der arbeitenden Massen. Der Angelegenheit der Arbeiterklasse sind", daß es vielmehr auch Reichsernährungsminister entwarf ein ausführliches Bild von der Versailles unser bestes Material aus dem Lokomotio- und dem Baffenstillstandsbedingungen und der Bestimmungen von andere Schichten der Bevölkerung gäbe, die bei der Teuerung gegenwärtigen Ernährungslage und äußerte sich dabei sehr opti agenpart abzuliefern war. Und dennoch leistet die Eisengeringere Erfolge aufzuweisen hätten als die Arbeiter. Von mistisch über die diesjährige Ernte. Die Getreibeernte fel bahn heute schon wieder 75 Broz. dessen, was ihr vor dent 3war nicht besonders günstig gewesen, aber mit Hilfe der noch vorDie Reichsregierung ist nicht nur für eine bestimmte Be- bandenen Reserven hoffe man ohne Schwierigkeiten das neue Ernte- Striege möglich war. Das ist doch nicht zulegt auch ein Beweis für den ehrlichen Arbeitswillen der Eisenbahner. völkerungsschicht, sondern für das ganze Volt da, und sie jahr überstehen zu können. Die Kartoffelernte sei als glän hat bisher gezeigt, daß ihr nichts ferner liegt als die Bevor- zend zu bezeichnen. Höchstpreise für Kartoffeln seien taum nötig, zugung einer Klasse. In welchem Maße aber die Wirtschafts- da durch das zu erwartende große Angebot ein übermäßig hoher organisationen zu den notwendigen Beratungen herangezogen Preis nicht zu befürchten sei. Sehr gut verspreche auch die 3 ud er werden, das hängt nicht nur von deren Macht, sondern auch ernte zu werden. von ihrer Initiative ab. Die Gewerkschaften aller In der sehr ausführlichen Besprechung wurde von den Ber. Richtungen haben sich in der Vertretung der Interessen ihrer tretern aller Spikenorganisationen wiederholt dem Wunsche AusMitglieder feinerlei Beschränkung auferlegt und sind wieder- brud gegeben, daß, wie das Reichswirtschaftsministerium, fich auch holt von den Regierungsstellen zu Beratungen herangezogen die anderen zuständigen Ressorts die Bekämpfung der Teuerung und worden, die überdies im Interesse aller jener Boltsgenossen des Buchers angelegen sein laffen möchten. liegen, die nicht über riesige Kapitalien verfügen. Mertwürdig ist, daß die bürgerliche Bresse nur sieht, was die Gewertschaften machen und offenbar nichts von dem ununterbrochenen Sturm der Industrie- und Handels- md freise auf das Reichswirtschaftsministerium wissen. Biel- Der Reichstanzler empfing gestern den Generalsekretär leidt erfundigt man sich einmal im Reichsmirtjanaftsministe- bes Reichsverbandes des deutschen Handwerks, Hermann, der rium, wie oft der Minister täglich Bertreter des Handels und die immer schwieriger sich gestaltende Lage des deutichen Handber verschiedenen Industriegruppen empfängt, um mit ihnen werts darlegte. Der Reichskanzler erklärte sich bereit, zur Herbei über notwendige Maßnahmen zu sprechen, ihre Wünsche und führung einer gründlichen Aussprache zwischen Reichsregierung und Beschwerden anzuhören. Was dem Einen recht ist, muß dem deutschem Handwerk sobald als möglich eine Ronferenz unter Andern billig bleiben, und wenn jene Bevölkerungsschichten, feiner, des Reichskanzlers, Leitung einzuberufen, an der neben der über deren Not man nach der Voffischen Zeitung" in der Bertretung des Handwerks die beteiligten Reichsrefforts mitwirken Deffentlichkeit nicht foricht, ihr Schicksal Leuten anvertrauen, werden. Die selbst nichts von der Not wissen ab c. daher auch nicht für Die Not des Handwerks. notwendig halten, mit den Regierungsstellen uver die Linde- Gefängnis für Demonftrafionen. 1leber fünf Teilnehmer an den rung der Leiden ihrer Auftraggeber zu verhandeln, dann ist tommunistischen Kundgebungen in Paris vom letzten Sonntag wurden bas ihre eigene Schuld und nicht die der Gewerkschaften, Gefängnisstrafen von ein bis brei Monaten verhängt. Die Bergarbeiter befommen immer wieder die durchschnittliche Rohlenmenge auf den Kopf zugerechnet, die sie jetzt fördern und ehedem geleistet haben. Das ist ein statistisches Kunststück, das z. B. jeder fertigbringen muß, der bei der " Deutschen Tageszeitung" Volontär werden will. Dabei ist die Kohlenförderleistung eine Angelegenheit, die von vielen anderen Umständen und nicht nur von der Zahl der mit ihr beschäftigten Arbeiter abhängt. Die Kohlengewinnung und im besonderen die schon auf der 3 e che beginnende Kohlenverwertung erfordern heute viel mehr Arbeitskräfte als ehe dem, wie ja der Gewinn aus Kohle schon lange nicht mehr in ihrer Berwertung als Brennstoff, sondern in der Ausnußung als chemisches Roh- und Grundmaterial liegt. Auch der Bergbau ist start heruntergewirtschaftet; der Begriff der Erfazwirtschaft ist in ihm, sehr zum Schaden der Produktionsleistung, noch weit verbreitet. Wie steht es mit der Landwirtschaft? Hier be stand die größte Gefahr, daß die Auswirkungen des Krieges, des Zusammenbruchs und der Umwälzung auf die Arbeiter ungünstige Einflüsse ausüben konnte, weil sie eine politisch und sozial neuerwachte Schicht des Volkes trafen. Aber gerade der Landarbeiter hat im ganzen gesehen eine vorbildliche Stellung zum deutschen Produktionsprozeß genommen. Das ist so etlatant, daß sogar die führenden agrarischen Blätter offen zugeben, daß unsere landwirtsachftliche Produktion eine recht beträchtliche Erholung zu verzeichnen hat. Was hier noch fehlt, liegt nicht an den Arbeitern, sondern an den ein Kreisblatt, das wegen der hohen Drudfosten fortan nur| fei inzwischen langsam und mit großen Schmierigkeiten verringert Herren, die sich um den Brotfruchtbau herumdrücken, um der noch auf Schreibmaschinenpapier vervielfältigt herausgegeben worden. Ueberzähliges Personal foll auch in Zukunft Allgemeinheit möglichst wenig Umlagegetreide zuführen zu wird. Die Zeiten scheinen nicht mehr fern, wo man, wie im noch an andere Verwaltungen abgegeben werden, wobei vor allen müssen. Zudem wird die Landwirtschaft heute oft genug gar Mittelalter, die Neuigkeiten auf geschriebenen Handzetteln von Dingen die 16 000 bis 17 000 Beamte in Frage fommen, die aus nicht unter dem Gesichtspunkt der Ertragssteigerung der Ge- Stadt zu Stadt tragen wird. Die Zahl der Zeitungen, die den abgetretenen Gebieten übernommen worden sind. Die treideproduktion betrieben, sondern nach dem Grundsatz des fich auf ein spärlicheres Erscheinen beschränken oder andere Bereinfachung soll unter Mitwirkung der Beamtenschaft. und des zu größten persönlichen Bargeldvorteiles, unter der Sucht der Umstellungen vornehmen, um sich bei den hohen Unkosten über diesem Zwecke eingefeßten Reichstagsausschusses vor sich gehen. Dollargeschäfte in Zucker und anderem. haupt noch aufrechterhalten zu können, wächst täglich. So haben kürzlich fieben fächsische Zeitungen sich zu einer„ WestIn fächsischen Zeitungsgemeinschaft" zusammengeschlossen. zahlreichen größeren Städten verschwinden die Organe, die bisher zweimal täglich erschienen sind. So ist in ganz West falen nur noch eine einzige zweimal täglich erscheinende Zei tung vorhanden. Die Produktionszahlen und die Summe der in der deutschen Wirtschaft beschäftigten Kräfte, so wie sie heute zueinander stehen, sind eben mit der Borkriegszeit gar nicht in Bergleich zu setzen, weil unsere gesamte Barenerzeugung jetzt von völlig anderen Prinzipien ausgeht. Ebensowenig ist aber die Ausfuhrleistung der deutschen Wirtschaft mit den Produktionsziffern und der in ihr verkörperten Arbeitsleistung nach dem gleichen Schema, wie es vielleicht für 1913 gültig gewesen, in Beziehung zu jeken. Wenn also das Statistische Amt des Reiches den gegen wärtigen Produktionsstand auf etwa sechzig Prozent der Friedensleistung einschäßt, so ist das, einmal die Richtigkeit aller Unterlagen als wahr unterstellt, zwar fein Beweis für die Faulheit der Arbeiter, es ist aber die ficht bare Ziffer der Herunterwirtschaftung unseres Produktionsapparats. # Sozialpolitische Gesetzesvorlagen. Der Entwurf eines Gesetzes über uneheliche Kinder und die Annahme an Kindesstatt, der vor kurzem noch einmal umgearbeitet wurde, ift den Landesregierungen übersandt worden. Die Justizminister der Länder werden nun zusammen mit dem Reichsjuftizminifterium noch vor Schluß der Reichstagsferien in einer Konferenz den Entwurf besprechen. Die endgültige Fassung des Entwurfs wird zu Beginn der Reichstagssigungen dem Reichstag zugehen. So stirbt die selbständige Presse immer mehr aus und mit dem Sterben der Zeitungen wächst die Macht der vom Finanz- und Industriekapital abhängigen Organe. Auch die Arbeiterpresse ist in schwerster Gefahr. Auch sie kann die Bezugspreise den steigenden Gestehungskosten nicht mehr anDie Berhandlungen zur Regelung der Abfindung der passen, ohne auf einen starten Abonnentenrückgang zu rechnen. Reichs beamtinnen, die aus Anlaß ihrer Verheiratung aus Während ein großer Teil der Presse, darunter viele Organe, dem Dienst scheiden, brachten in der Aussprache zwischen dem Reichsdie auf ein mehrere Menschenalter umfassendes Beſtehen innenministerium und den Organisationen der Reichsbeamtinnen zurückblicken konnten, dem Untergang geweiht find, ver- eine Reihe von Anregungen, die zuerst verarbeitet werden mußten. dienen die Holzstoff- und die 3ellstoff Danach erfolgten noch Verhandlungen mit dem ReichsfinanzDie Auslaugung der deutschen Wirtschaft hat Gründe, die industrie, der Holzhandel und die Drudpapier ministerium über die Kostenfrage. Die umgearbeiteten Borviel zu oft noch übersehen werden. Seit Jahren ist es bei den fabrikanten mühelos. Es ist hohe Zeit, daß hier endlich schläge gehen nun an die Organisationen. Die Verhandlungen deutschen Aktiengesellschaften üblich geworden, neben der Divi- eingeschritten wird. tommen noch vor dem Zusammentritt des Reichstages zum Abschluß. dende in allen nur dentbaren Formen den Effektenbefizern In der Bollsizung des Reichsrates, in der die Not der ungeheuerliche Gewinne in den Schoß zu werfen, die eigentlich Presse behandelt wurde, war es der Wirtschaftsminister Ge- Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages trat in die Reserven, zur Erhaltung der Betriebs nosse Robert Schmidt, der auf die Notlage der Presse und auf am Dienstag zur Beratung der von der Regierung in Vorschlag gemaschinerie gehörten. Wenn jetzt der Kater gekommen ist die Wege der Abhilfe hinwies. Warum zögert die brachten erhöhten 3ulagen in der Unfallversicherung und die Industrie unter einer lebensgefährlichen Geldver- Regierung immer noch, aus den Verhältnissen, die sie zusammen. Die Regierung hatte eine Verordnung vorgelegt, die fnappung leidet, so liegt das hoch gerade daran, daß ihr jene tennt, die unabweisbaren Schlüsse zu ziehen? Wenn der mit der fortgesetzten Geldentwertung der letzten Zeit begründet wird. Reserven fehlen. Das Geschrei nach Beseitigung des überwiegende Teil der öffem.ichen Meinung dem Mam- Im allgemeinen ist eine Verdoppelung der bisherigen Gesamtbezüge A cht stundentages ist deswegen nichts anderes als der monarchismus ausgeliefert wird, so bleibt die Demokratie nur der Zulageberechtigten vorgesehen. Nur bei Verletzten, die eine Versuch, aus vermehrter Arbeitsleistung die für die Kapi- noch eine leere Phrase, weil die gesamte politische Aufklärungs- oder mehrere Renten beziehen, deren Hundertfüße zusammen die talisten so glücklichen Zeiten von 1920/21 wieder herbeizu- tätigkeit dann von den Kapitalinteressen beherrscht wird. Um Bahl 50 nicht erreichen, soll eine Verdoppelung der Bezüge nicht führen. Für uns ist der Achtstundentag heute etwas ganz so mehr ist es geboten, daß eine demokratische Regierung vorgenommen werden. Nach den letzten Feststellungen der Regierung anderes. Er ist ein staatswirtschaftliches Prinzip, er ist Plan- schleunigst zum mindesten die 3wangssynditate für Holzstoff, erhalten zurzeit im Reiche nur 15000 Erwerbslose unwirtschaft, die in der Lage ist, unsere man darf sich nicht Bellstoff und Druckpapier schafft und Höchstpreise festsetzt, terstützung; von ihnen entfallen etwa die Hälfte auf drei große darüber täuschen jetzt langsamer fließende Produktion darüber hinaus aber für einen genügenden Einschlag von Holz Städte. Abg. Genosse o dh beantragte, daß auch für die leichter zu streden. Dem Unternehmer ist es schon recht, wenn zu ermäßigten Preisen sorgt, um eine ausreichende Verfor Berlegten eine Berdoppelung der Zulagen eintreten soll. In der heute die Produktion durch den Zwölfftundentag vorüber- gung der Zeitungen mit Druckpapier zu ermöglichen. Abstimmung wurde dem Regierungsentwurf und dem sozialdemo gehend gesteigert wird und daß er dann mit vermehrtem Gefratischen Antrag zugestimmt. winn in die Lage versetzt wird, einer Zeit der allgemeinen Arbeitslosigkeit materiell gefestigt ruhig zuzusehen. Der dumme August, der Staat, mag fich dann mit dem Ar- Neue Posttarife Vereinfachung des Betriebes. beitslosenproblem herumschlagen. Der Reichsrat stimmte am Dienstag den vom ReichspoftProduktionssteigerung ist immer notwendig beirat beschlossenen Erhöhungen der Posttarife zu. Danach und ist auch im gegenwärtigen Moment, wenn sie von ge- wire u. a. ab 1. Oktober der einfache Fernbrief 6 M., die Postkarte zustimmen. Abg. Genosse Aufhäuser begründete in der Dis meinwirtschaftlichen Interessen getragen wird, für im Fernverkehr 3 m. toften. Ein 5- Kilogramm- Patet wird in der fuffion nochmals die Notwendigkeit, die Jahreseinkommensgrenze uns alle von Vorteil. Zerstörung des Achtstundentages bei Mahzone 30 M., in der Fernzone 80 M. an Kosten betragen. Die auf 300 000 m. festzusetzen. Trotzdem stimmte die Mehrheit des freier privatfapitalistischer Barenerzeugung und Konkurrenz ursprünglich vorgeschlagene Erhöhung der Zeitungsgebühren Ausschusses gegen die beiden sozialistischen Fraktionen einer Fest hieße das letzte bißchen Volkskraft mit Scheffeln aus dem ist vom Ministerium selbst zurückgezogen worden. Die Verpackung setzung der Grenze auf 200000 m. zu. Lande hinausschütten und den Arbeiter in fürzester Zeit der der Zeitungen hat jedoch ab 1. Januar 1923 der Verleger zu tragen; Katastrophe verschlossener Fabriktore und in Hunger um der Verpackungszwang fällt weg. Der Höchstbetrag für Posttommender Kinder preisgeben. Weil der Achtstundentag die anweisungen wurde auf 5000 m. erhöht, wofür das Porto Sicherung unserer Produktion ist, das Fundament des stetigen 20 m. beträgt. Ein Auslandsbrief bis zum Gewicht von inneren Wiederaufbaues, weil er Gemeinwirtschaft, weil er 20 Gramm wird 20 m. fosten. Der Mindestbetrag für ein Orts Staatswohl ist, muß er leben, damit wir nicht unter telegramm ist auf 30, für ein Ferntelegramm auf 50 m. festgesezt. gehen. Die Fernsprechgebühren erfahren eine Erhöhung zu den Friedenspreifen von insgesamt 600 Proz. Der Ruin der Zeitungen. Das Loch im Postetat. -- Ferner befaßte sich der Ausschuß mit der Versicherungsa grenze der Krantenversicherung für die Angestellten. Der Reichsrat hat befanntlich gegen die Erhöhung der Versicherungsgrenze auf 300 000 M. Einspruch erhoben, sich jedoch bereit erilärt, eine Erhöhung der Jahreseinkommensgrenze auf 200 000. 31Die Wahlen zum Einigungsparteitag. Vom Parteivorstand wird dem Soz. P.-D. geschrieben: Die Delegationen zu dem Einigungsparteitag in Nürnberg werden von den beiden Parteitagen in Augsburg und Gera gewählt. Nach den Vereinbarungen beider Parteivorstände soll die Delegation für jede der Parteien bis zu 150 Personen betragen, einschließlich der Vertreter der Parteiförperschaften. Die Parlamentsmitglieder Ammon und Rhy Davies sind von der englischen Arbeitspartei zum Augsburger Parteis tag delegiert worden. Reichspostminister Giesberts nahm nach der Annahme der Bas anläßlich der letzten Papierpreiserhöhungen und der Vorlage das Wort zu einer Erklärung, die sich vor allem auf die im Zusammenhang damit erfolgten Steigerung der Zeitungs- Vereinfachung des Postbetriebes bezog. U. a. betonte preise vorausgesagt wurde, ist jetzt eingetreten. Die Zahl der er, daß troß der beschlossener Erhöhungen wahrscheinlich noch ein Zeitungen, die sich genötigt sehen, ihr Erscheinen ein Fehlbetrag von 15 bis 20 Milliarden im Haushalt der Post 3 u stellen, wächst ganz ungeheuerlich an. So ver- bestehen bleibt. Die Leistungen der Post für das Zeitungswesen Die Wohnungskommission des Parteitages ersucht zeichnet allein die letzte Wochennummer des Beitungs- Ver- ftänden in gar feinem Verhältnis zu der Bezahlung. Wenn er aber diejenigen Genossen, die an der Konferenz der Geschäftsführer in lages", das Verbandsorgan der deutschen Zeitungsverleger, trozdem auf die Erhöhung der Zeitungsgebühren verzichtet habe, Augsburg teilnehmen und Quartier benötigen, sich bis spätestens 3 wölf Blätter, die mit dem Anfang September oder An- so deshalb, weil er es für unmöglich erachte, die in Not befindliche Sonnabend, den 16. September, an den Genossen Clemens Högg fang Oktober zu eristieren aufhören. Darunter befindet sich Presse mit erhöhten Gebühren zu belasten. Der Personalbestand Augsburg, Mittleres Streuz F. 280, zu wenden. Lüneburger Heide. Bon Artur 3idler. Hochbahn, Raucherabteil zweiter Silaffe. Kalter, efler Tabakseruch, gemischt mit dem Durcheinander von Parfümen. Jede Station stößt einen neuen Trupp herein: fnisternde Geide, glatte Gefichter, spize Schuhe, fremde Sprachen, fette Radenwülste, fleischige Ausschnitte, Rofainaugen, viel Schminke Endlich draußen. Reffere Luft, flirrendes Abendlicht, die Zei tungsrufer, Hupengebrüll. In den Laden, vom vornehmen Licht der Lüfter übergossen, märchenhaft unerreichbare Dinge aus Leder, Tuch, Seide und Gold. Verlogene füße Mufit zittert aus den Scheiben der Raffeehäuser. Sonia, Conja, deine schwarzen Haare..." Brrr! Der Zug gleitet vorsichtig aus der Halle, tastet sich zwischen schwarzen Konturen hindurch, wird freier, von unten Klopfen die Schienen schneller. Es ist unangenehm, dritter Klasse zu fahren. In der vierten fist schlichtes armes Volt, in der zweiten ist wenigftens Schweigen und Abstand beliebt das Abteil dritter Klasse jedoch, in dem fein Barchentreisender politische Weisheit im Lokal- Anzeiger- Stil verzapft, in dem fein midriger Mittelständler über die Jugend von heute" herzieht, in dem teine doppelbusigen Rendantenfrauer Familienquart zerlatschen, dies Abteil gibt es nicht. Wenn man bederft, früher Die halbe Nation ist Friedhof auf Urlaub, man soll sich darüber nicht ärgern und sich ein Ende von abhalten. Schlendern durch den Zug bis dahin, wo die verschlossene Tür des Schlafwagens Achtung ver dem wohlverdienten Schlaf der Begüterten gebietet. Schlaf ruhig, mein Kind, bis die Nacht vergeht. " Wir wissen, wer wir sind, und wie der Dollarkurs steht. Draußen huscht die finstere Erde, der Mond kugelt über die Wälder. Ein Gegenzug schmettert vorbei, sprigendes Leuchten, Spies gelung zweier Meteore ineinander. verfluchte Jagd vorbei! Deder Nachtbahnsteia. Schlaflaumelnde Kinderchen, die eine Bant suchen. Eine angebrochene Kommardierstimme. Schleppernde Bierausgabe. Ferner Lokomotivenruf, anfauchende Glühlichter, Türenschlagen. Gefurchte Bauerngefichter, norddeutscher Sprachflang. Sie fprechen von Pferden und Kühen, ihr Rauchkraut ist mit Woldmeister verfekt. Lange Baufen im Gespräch, diese Leute haben noch Zeit und regen sich nicht auf. Kunststüd, wenn man noch so herrliche Sachen wie Kühe( Milch, Butter!) besitzt. Ich gönne es ihnen, aber mir würde ich es auch gönnen und die Stadt gern dafür hingeben, diese Stiefmutter, die immer schamlofer ihre ungerechte Seele enthüllt. " in sich auf. Niedrige Stube, eine breite Frau mit offenem herzlichen Bitte, nicht Fauespedeh! Die bevorstehende Wiedervereinigung Geficht. Aepfelduft vom Ofen her, ein reichliches Mahl, Hefenflöße mit Obst, ein paar Worte über das Wetter„ Gute Nacht!" Ja, so ein Bauernbett! Buntfariert, prall, ein Hauch von Heu und Lavendel, so zwischen Stroh und Federn soll einer nicht vom Paradiese träumen! Unten scharrt das Pferd im Stall, der Heidewind singt, die Balten seufzen, der Mond malt Kringel, an die Wand, die Ohren rauschen und vergessen, daß noch vor Stunden ,, Sonja, Sonja, deine schwarzen Haare..." in sie hineinschlüpfte... der beiden sozialdemokratischen Parteien ist gewiß ein begrüßens mertes politisches Ereignis. Aber auf sprachlichem Gebiet droht sie uns ein neues Wortungetüm zu bescheren von der Art jener, die unsere gute deutsche Sprache allmählich zu einem hottentottischen Kauderwelsch verwandeln. Wenn heute einer unserer lieben Alten aus dem Grabe aufftünde und wir ihm erzählten, wie sich von der SPD. die USB., von dieser die KPD. abspaltete und von dieser wieder die KAPD., wie sich der linke Flügel der USP. mit der KPD. zur VKPD. vereinigte, aus der sich dann wieder die KAG. Als streiche eine fühle, liebevolle Hand über die Stirn so ablöste, er würde fein Wort von alledem verstehen. Und wenn wir fommt der Morgen. Der helle, flare, klingende Heidemorgen! Der hinzufügten, wie sich ADGB., AfA, Butab, AAU. und BD. zu diesen Himmel zart und sanft, darunter das rotleuchtende eritaglühende Gruppierungen gestellt hätten, so würde er daraus nicht flüger werden. Land. Die Bettwärme gibt den Körper frei; die Morgenluft fpült Soll jeßt die Geschichte der Arbeiterbewegung um eine SPD. um die nackten Glieder, weht ins Blut, medt frohen Herzschlag,( sprich: Faucspedeh!) bereichert werden? Nein, der Himmel behüte jubelt ins Hirn, putzt die Augen blink und blant verdammt schön uns vor diesem fauchenden Sprachungeheuer! Möge niemals in den ist das! Straßen Berlins der Ruf ertönen:" Es lebe die Fauespedeh!" Die Stufen ächzen unter dem stürmischen Abstieg, der Magen Kann nicht der Nürnberger Einigungstag diesen gräßlichen Unfug schnurrt vor Milch und Habermus wie eine Kaze, der man das verbieten? Desto freudiger wollen wir dann ausrufen:„ Es lebe Fell fraut. Der Braune ist längst mit seinem Herrn auf den Buch- die wiedervereinigte, die alte Deutsche Sozialdemokratie!" weizenader gezogen, auch der Hund ist mit den Schnucken draußen, Schweinespeck und hartes Brot schlüpfen in den Leinenbeutel hinaus in die blühende Heide! Am Tümpel hodt eine bide Kröte und glogt wie ein Etappenmajor, die Kiefern winten mit den Büscheln, Birken schmiegen sich gleich tanzenden Edelfräuleins im da ziehen Altweiberfäden! Spätsommerwind und siehe -Erifa... Ich habe einmal ein Mädchen gekannt, die hieß Erifa und sie war auch so. Braun, fchlant, fein und treu. Wenn fie lächelte, ganz gleich, ob es zwischen öligen Maschinen und im grauen Großstadtnachmittag war, sah man blühende Erita, träumende Heide. Nun ist sie schon lange tot und wohl auch vergessen; denn sie war ein unbedeutendes Mädchen, auch mir ist nichts in der Erinnerung als eben ihr Lächeln. Ich hatte sie wohl auch nie im Leben so lebendig vor Augen wie jezt auf dieser Flur, mo ich fie leibhaftig zwischen den Kräutern wandeln fehe, eine kleine Heide tönigin, die von einem bösen Zauberer in die falte Stadt verbannt gewesen war und nun erlöst in ihrer ewigen Heimat sich ergeht. Die Sträucher beugen sich vor ihr, wie Ordensritter in roten Män teln sehen sie aus, fie neigt sich ihnen, deß die wehenden Haare über die Blüten streichen heil, Königin Erita! Dummes Zeug. Ein Fuchs steht unbewegt auf der Höhe, den spigen Kopf auf mich gerichtet. Weggeblasen. Dann. marschiert ein Regiment Ameisen den Weg entlang, in musterhafter Ordnung. Ja, die preußische Heide Seltener wird das Baumwert, flimmern der das Sonnenlicht, nun ist alles ein rotflammendes wogendes meer, ein leuchtender Farbengefang, ein berauschendes Tebeum blühender Jahresneige. Beitlos fingt das Blut, trinkt das Auge, demütig legt sich der Mensch an die Erde als das verlorenste ihrer Kinder. Wafferverbrauch und Warmwasserversorgung. Zivilingienieur E. Prinz stellt im Gesundheits- Ingenieur" fest, daß in GroßBerlin der Wasserverbrauch in den einzelnen Stadtteilen starte Unterschiede aufweist. je nachdem die Häuser in bezug auf Warmwasserversorgung neuzeitlich eingerichtet sind oder nicht. Die Wasserwerfe Charlottenburg und Schöneberg zeigen beispiels121 Liter gegen 94 Liter der städtischen Wasserwerke von Berlin. weise einen jährlichen Wasserverbrauch pro Kopf von 141 bzw. Das hängt damit zusammen, daß in den Wohnungen jener Gegen den des Westens der sogenannte„ vollständige, moderne Komfort" größer ist; d. h. daß die Zentralwarmwasserversorgung zu einer erheblichen und ganz bedenklichen Steigerung des Wasserverbrauchs verleitet hat. Häuser mit zentraler Warmwasserversorgung ver brauchen etwa 160 Broz. mehr an Wasser als Häuser, die diese Ein richtung nicht haben. Die Ursache des auffallenden Unterschiedes ist darin zu suchen, daß das Warmwasser der zentralen Bereitungsanlagen dem Verbraucher ohne jede Einschräntung zur Verfügung steht und mißbraucht wird. Der Verfasser stimmt mit dem vor Furzem verstorbenen Mediziner C. 2. Schleich darin überein, daß das tägliche Bad, das diesen verschwenderischen Wasserverbrauch mit verursacht, vom hygienischen Standpunkt aus, nicht nur überfüffig. sondern sogar gesundheitsschädlich sei, weil es Herzfrantheiten geradezu züchte. Professor Schleich empfiehlt dagegen die tägliche Dusche und die talten Güsse, deren anregende Wirkung auf die Herzmuskeln viel wertvoller sei, als das tägliche heiße Bad. Neben dem übertriebenen Badebedürfnis, das in unseren besseren" Kreifen aus dem Reinigungsverfahren zu einem überästhetischen Genußmittel geworden ist, zeigt sich die Verschwendung des Warmwasserverbrauchs auch in besonderer Beziehung in vielen Haushaltungen und Krankenhäusern, wo es üblich geworden ist, den Abwaschtisch offen zu halten, um das Warmwasser ständig über Stoch und Eßgeschirr laufen zu lassen. Der Waschtisch, der auf diese Weise Bas Mägelchen rollt durch den Heidesand. Blanker schimmern hier die Sterne. Die Erde duftet und raunt, der Begleiter schweigt, der Gaul wirft sich im Traben und wiehert. Wie gebückte Frauen Zurück zur Stadt. Die quält sich, hebt sich ab, schwißt, poltert, zum Spültisch wird, verschlingt etwa das Zehn bis 3wanzajache stehen die Kiefern in der Nacht. Ein Fenster mintt mit tröstlichem fchimpft, regt sich auf, redet, fauft und verkauft... Schein. Das Heidegehöft, in eine Sentung geschmiegt, schluckt uns i Komische Sache, die Kultur! der Wassermenge, die beim richtigen Abwaschen nötig wäre. Ebenfo fehlerhaft ist der vielfach eingeriffene Brauch, das lauwarme Warme «c.432 ❖ ZH.�ahrgakg Seilage öes vorwärts Mittwoch. 13. September 1422 Die Teuerungsattion der Staöt. In der Stadtverordnetenversammlung kam gestern die große Teuerungsdebatte zu vorläufigem Ende. Zwischen den Rednern der Linken und der Rechten wurde mit blonderer Heftigkeit um die Frage der Preisgestaltung md des fjöndlerge Winnes gestritten. Di« weitere Prüfunr der vom Magistrot beabsichtigten Maßnahmen und der Anträge der Frak- tionen wird im Ausschuß vorgenommen. * Die gestrige außerordentliche Stadtver ordneten- s i tz u n g begann wegen der Reichlichkeit des vorliegenden Arbeits- Pensums schon um 4 Uhr. Sie wurde vom Vorsteher Dr. C a s p a r i eröffnet mit der Mitteilung, daß bereits eine Dringlichkeits- vorläge betreffend die neue Erhöhung des Straßenbahnfahrpreises eingegangen ist. Den Preis der Einzelfahrt glaubt der Magistrat von 8 M. a u s 1 2 M. erhöhen zu müssen. Gegen die Absicht des Vorstehers, diese den Stadtverordneten eben erst bekanntgegebene Vorloge schon in der nächsten Sitzung am Donnerstag zur Beratung zu stellen, erhob Dr. W e y l(U. Soz.) Widerspruch. Am Donnerstag wird daher zunächst über die Frage der Dringlichkeit abgestimmt werden. Die in der vorigen Sitzung abgebrochene TeuerungsdebaHe wurde fortgesetzt. Zu dem Antrag der beiden sozialdemokratischen Fraktionen, betreffend die ausreichende Sicher st ellung der notwendig st en Lebensmittel, erklärte Merten (Dem.), für seine Freunde sei unannehmbar der Teil des An- träges, der gegen die von den Landwirten geforderte nachträgliche Erhöhung der Getreidepreise sich wendet. Die vom Magistrat in Aussicht genommenen Maßnahmen, über die in der vorigen Sitzung der Oberbürgermeister berichtete, und zu deren Durchführung eine Dringlichkeitsvorlage jetzt 2l18 Millionen fordert, seien zu billigen. Der Redner erörterte die Frage des Preis- wuchers und bekämpfte die Forderung, den Verkaufspreis nach den Gestehungskosten zu berechnen, wobei der Kaufmann unter Ver- lust seines Betriebskapitals„sich arm verkaufen' würde. Eine Wiedereinführung der Zwangswirtschaft sei unmöglich, weil die Bevölkerung sie sich nicht mehr gefallen lassen würde und die Organe zur Uebcrwnchung fehlen, so daß es, wie in der Kriegszeit, zu den schlimmsten Schiebereien kommen müßte. Müller-Franken(Wirtschaftspartei) sieht die Teuerung?- frage als eine»Frage der Produktion' an. Er warf den Arbeitern vor, daß zu wenig gearbeitet und zuviel Lohn ge» fordert werde.(Erregte Zurufe links.) Für die chändler forderte er selbstverständlich Freiheit, den Wiederbefchaffungspreis in den Verkaufspreis einsetzen zu dürfen. Die Wuchergerichte bezeichnete er al» K l a s s e n g e r i ch t«.(Lärm bei der Linken.) Genosse Paltloch(Soz.) wies es als Unfug zurück, alle Rot dieser Zeit immer wieder daraus erklären zu wollen, daß»nicht genug gearbeitet' werde. Das(im»Vorwärts' bereits gekenn» zeichnete) Vorgehen der Organisation deutscher Kolonialwarenhändlcr. die offen zur Verletzung der Vorschriften über die Preisbemessung aufgefordert habe, sei für die Ver- braucher unerträglich. Arbeiter, Angestellte und Beamte seien nicht in der Lage, die verlangten W u ch e r p r e I s e zu zahlen, weil sie mit ihrem Einkommen weit dahinter zurückbleiben. Die Erfüllung des Wunsches, den .wiederbeschaffungsprels' zur Grundlage der Preisberechnung machen zu dürfen,� würde wucherischen Händlern die Möglichkeit schaffen, auch ältere Ware trotz billigen Einkaufspreises zu höchsten Preisen zu ver- kaufen. Wo sind denn die Arbeiter, die Angestellten usw., deren Einkommen so gestiegen wäre, daß sie bei solchen Preissteigerungen mithalten könnten? Hätten die Arbeiter die Konjunktur aus- genutzt, dann hätten auch sie für Ihre Lohnforderungen den Dollar st and zum Maßstab genommen. SO M., 60 M. werden jetzt am Pfund Butter verdient, sogar von dem Handel, den man ehrlich nennt! Was mag dann von denen verdient werden, die ihre zurückgehaltene Ware zum»Wiederbefchaffungspreis' verkaufen! Die Bevölkerung versteht es nicht, daß der Kaufmann nicht mit ihr miffühlend an die Rot der Zeit denkt. Wir können nicht zulassen, daß ihm mehr als die Gestehungskosten und ein angemessener Zuschlag bewilligt wird. Zwangswirt- ! s ch a f t wollen auch wir Sozialdemokraten nicht, wenn nicht d i c Not sie erfordert. Wollen aber die Händler nicht hören, so wird zu Zwangsmaßnahmen geschritten werden müssen. Schmidt(Z.) begrüßte die Maßnabmcn des Magistrats. Dr. W e y l(U. Soz.) wandte sich im Schlußwort gegen die Ab- ficht des Magistrats, die von ihm zur Verfügung zu stellenden Mittel unter anderem auch durch die Erhöhung des Gaspreises zu beschaffen. Dabei sei immer noch nicht die Forderung erfüllt, den Minderbemittelten bei der Gaspreisbemcssung eine Ermäßigung zu gewähren. Er hob hervor, daß unker der Herrschafi des freien Handels, von dem man uns billige Preise versprach, diese furchtbare Teuerung über uns hereingebrochen ist. Durch Ankauf von Lebensmitteln könne die Stadt den Zwischenhandel ausschalten und preissenkend wirken. Ein Skandal sei es, daß an der Spitze der Ernährungsdeputation der Stadt ein d e u t s ch n a t i o- n a l e r Stadtrat steht, ein Mitglied derjenigen Partei, die das Recht und die Interessen der Verbraucher mit Füßen tritt. Eine Besse- rung der jetzigen Zustände habe man nur zu erwarten, wenn d i e Kreise, die darunter leiden, sich fest zusammenschließen und nicht länger einander zerfleischen. Nach den Schlußworten von Dr. Klinthard(D. Dp.), von Dörr(Komm.), der den Antrag der beiden sozialdemokratischen Fraktionen für belanglos und nur die Vorschläge der Kommunisten für durchgreifend erklärte, und von Dr. vander Borght(Dnat.), der die Händler und den deutschnationalen Ernährungsdezernenten Stadtrat Dr. Richter in Schutz nahm, wurde die Vorlage des Ma- gistrats samt allen Anträgen der verschiedenen Fraktionen zur Aus- schußberatung überwiesen. Die vom Magistrat vorgelegten Richtlinien für das Zusammen- arbeiten von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung bei Tarifvertragsverhandlungen wurden unter Ablehnung von Abänderungsanträgen angenommen.— Zu einer Anfrage der Kommunisten wegen des Planes einer Verlegung der Stadt- bücherei aus dem Mar st all erklärte der Magistratsvertreter, der Tausch mit den Räumen der Darmstädter Bank am Schinkel- platz sei durchaus vorteilhaft. Ein Antrag der Unabhängigen auf Belassung der Stavtbücherei im Marstall wurde abgelehnt.— An- genommen wurde ein von den Fraktionen der Linken und der Rechten gemeinsam eingebrachter Dringlichkeitsantrag, bei der P e n s i o n s- festfetzung der Privatlehrer auch die Altpensionäre mit entsprechender Erhöhung zu berücksichtigen.— Einer neuen Er- höhung der Bäderpreise wurde zugestimmt. Der teure Schuljunge. Die Taffach«, daß Kinder viel Geld kosten, Ist noch nie eine Weisheit gewesen. Daß sie heute fast ebensoviel kosten, als ein Er- wachsener zum Leben braucht, ist eine Tatsache, die kinderreiche Familien an den Rand des Elends führt. Soviel Freude man an seinen Kindern haben mag, sobald sie, besonders die Jungen»(die Mädchen sollen ja etwas weniger an Kleidung gebrauchen), mit zer- rissenen Schuhen und Hosen erscheinen, da wird die Freude zum Aergcr. Kleine Reparaturen wollen die Schuhmacher überhaupt nicht mehr ausführen, es lohnt das gar nicht, und zu großen fehlt es an Geld. Und dann die kleinen Wünsche: der süße Kaffee oder die Sehn- sucht nach einem Apfel oder einem Bonbon, alles das muß sich die Jugend von heute verkneifen. Wer das Glück hat, schulpflichtige Kinder sein eigen zu nennen, der weiß mehr davon zu singen und zu sagen, was Kinder heute kosten. Federn, Bleistifte, Federhalter, Schreibhefte, Bücher, Mappen, alles das, was früher ohne merk- liche Belastung des Haushaltungsetats mit Leichtigkeit angeschafft werden konnte, alles das kostet heute Summen, die für einen nicht gerade mit Glücksgütern und Bankdircttoreneinkommen Gesegneten sehr ins Gewicht fallen. Wenn man für Schulmappen gegen tausend Mark zahlen muß, die vor dem Kriege mit S M. zu haben waren. wenn ein Schreibheft, von dem einst das Dutzend zu einer Mark gekauft werden tonnte, heute über 17 M. kostet(ich habe mir sogar sogen lassen, daß vielfach 25 M. und darüber für ein Schreibheft be- zahlt werden müssen, wenn eine einzige Feder heute 2 M., ein Bleistift 10 M., so sind das Zustände, die dringend einer Ab- änderung bedürfen. Der Staat ist bei der heutigen Finanzlage nicht imstande, die für den Schulbetrieb unbedingt erforderlichen Mate- rialien den Schülern zu liefern, von den Eltern aber sind nur wenige in der Lage, die Anschaffungskosten aufzubringen, zumal es sich um Dinge handelt, die dauernd abgenutzt und immer wieder neu angeschafft werden müssen. Und wenn sie dann noch das auf- bringen, was erforderlich ist, damit das Kind nicht ohne Hemd, ohne Schuhe und ohne Oberbekleidung herumläuft, dann bleibt für das Uebrige doch nichts mehr übrig. Unter diesen Zuständen muß ein geregelter Schulbetrieb auf die Dauer leiden. Es ist wirklich notwendig, daß sich die Oeffent- lichkeit dieser Dinge annimmt, und daß hier etwas geschieht, um den Familien die furchtbaren Lasten, unter deren Gewicht sie zusammen. zubrechen drohen, nach Möglichkeit zu erleichtern. ver König Ser Sahara. ZNit dem Kopf durch die Aensierscheibe. Eine Großstadthyäne schlimmster Art wurde von der Kriminalpolizei wieder unschädlich gemacht. Es handelt sich um einen gewerbsmäßigen Verbrecher Hermann Stahl, der schon wiederholt die Strafbehörden beschäftigte und der als gewalttätiger Mensch bekannt ist. Stahl, der den Spitznamen»Lecke' führt, spielt, wenn er ver- haftet wird, immer den wilden Mann. Zuletzt wollte er bei der Gerichtsverhandlung der„König der Sahara" sein, und er mußte zur Beobachtung seines Geisteszustandes einer Anstalt überwiesen werden, aus der er später dann entwich. Er kam wieder nach Berlin, und hier lernte er eine gewisse Frieda Müller kennen, die er durch Drohungen und Schläge dazu zwang, für ihn auf die Straße zu gehen. In einem Keller in der Auguststraße mußte sie dann jeden Morgen ihr Geld abliefern. Da sie ihm nicht genug verdiente, mißhandelte er sie durch Faustschläge und Fußtritte so schwer, daß sie nach dem Virchow-Kranken- hause gebracht werden mußte, wo sie bald nach der Einlieserung verstarb. Zwischendurch hatte Stahl noch eine ganze Reihe anderer Verbrechen ausgeführt. Ais er bei einem Groß- kaufmann nicht die erhoffte Beute fand, begab er sich mit einem ge- wissen Lämme ganz dreist in die Wohnung des Bestohlcncn und erklärte ihm, daß er wisse, wo sich sein gestohlenes Gut befinde und er es ihm wiederdeschaffen könne. Im Laufe des Gesprächs zog er dann plötzlich einen Revolver, setzte diesen dem Bestohlenen auf die Brust und erpreßte sich so eine größere Geldsumme. Als ihm endlich der Boden in Berlin zu heiß geworden war, und da er nun auch wegen des Totschlags gesucht wurde, verließ er Berlin und verlegte sein Tätigkeitsfeld nach Hamburg. Bon dort war er vor wenigen Tagen wieder nach Berlin zurückgekommen. Kriminal- Wachtmeister D e t t m a n n, der sich auf einer Streife in vcrschie- denen Lokalen der Friedrichstadt befand, sah plötzlich den-ihm be- kannten Stahl, der gern den Lebemann spielte, in der„A u g u st< diele' sitzen. Aber auch Stahl erkannte den Beamten und ging, als er ihn sah, sofort auf diesen los. Der Beamte überwältigte jedoch den Verbrecher und wollte ihn abführen. Auf der Straße versuchte. sich dieser gewaltsam loszureißen. Als ihm auch das nicht gelang, spielte er sofort wieder den wilden Mann. Er schlug mit großer Gewalt mit seinem Kopf gegen die Schaufenster- s ch e i b e eines Kolonialwarengefchäftes, so daß diese in T r ü m- mer ging. Erst nach Alarmierung des II eberfall- tommandos gelang es, den gewalttätigen Verbrecher zur Polizei- wache zu bringen._ Das Diebesgut des Dberpostassistenten. Bei dem Patetpostamt in Köpenick kamen seit dem Jahre ISIS zahlreiche Lebens Mittelpakete und andere Sen- düngen fort, ohne daß man den Dieb ermitteln konnte. Eine ein- gerichtete Kontrolle hatte lange Zeit keinen Erfolg, bis eines Nachts ein Zufall den Täter verriet Der Oberpostassistent Gustav Großmann, der gleichzeitig Hausverwalter des Postamts war, wurde nämlich eines Nachts um %2 Uhr dabei beobachtet, als er einen Sack aus der Packkammer herausholte und in seine Wohnung schaffte. Dieser merkwürdige Vorgang veranlaßt« die Behörde zu einer Haussuchung bei G., und man fand nun den Inhalt zahlreicher abhanden gekommener Sendungen. Aus allen Branchen hatte Großmann Waren in seiner Wohnung, und der Umfang der Diebereien ließ lich gar nicht mehr feststellen, da schon vieles davon oerkauft bzw. gestohlene Lebens- mittel aufgegessen worden waren. Der Wert der noch ermittelten f] Sachawachiak der Eskimo. von Ejnar Mikkelfen. Der Lärm verebbt. Willige Hände ziehen die steifen Segel ein, die Nahen werden Vierkant gebraßt, die Boote be- mannt, niedergefiert, und, den Harpunierer im Achter, das scharfgebaute Walfischfängerboot mit einem langen Ruder steuernd, den Kapitän auf der Achterbank und sechs kräftigen Männern an den Rudern, schießen die leichten Fahrzeuge dem Lande zu— dorthin, wohin die Kajaks schon gesteuert sind, wo die Frauenboote liegen und Ruwuks Bevölkerung ver- sammelt ist. Es geht lebhaft zu hier auf dem nördlichsten Handelsplatz der Welt, wo sich die Borposten der Zivilisation mit der Ur- bevölterung begegnen: aber der Tag ist der Freundschaft und nicht dem Geschäft geweiht— man geht umher und begrüßt alte Bekannte. Wettergebräunte, breitschultrige Seemänner mit langem Haar und Bart gehen umher und sehen sich um. Sie nicken allen Eingeborenen, die sie treffen zu, reden ein oder zwei Worte mit den Männern und kitzeln die Frauen neckend unterm Kinn, sie stecken ihre Köpfe ungeniert in die Zelte und werfen sich ohne weiteres im Kreise der Eskimos nieder, wo. sie ganz offenkundig die nur allzu willigen Eskimomädchen � herzen— was tut das? Es ist ja nur das Recht des weißen Mannes im Berkehr mit den Eingeborenen. Es geht lebhaft zu an Land: das Wunderwasser der Weißen fängt allmählich an seine Wirkung zu tun. Es wird fleißig von den Fremden eingeschenkt und ihre Gabe wird j sowohl von den Eskimomännern wie den Frauen begehrlich! entgegengenommen, selbst die Kinder bekommen etwas ab.' Lange dauert es nicht, bis man jede Rücksicht beiseite wirft, und Orgien werden in der bellen Polarnacht gefeiert. Man schlägt, man zankt sich, längst vergessene Streitig- leiten werden wieder ausgegraben. Ein rasender Eskimo läuft mit blutunterlaufenen Augen hin und her— mit dem Speer j in der Hand jagt er einem Manne nach, der im täglichen � Leben fein Kamerad ist, ihn aber einmal vor langer, langer � Zeit gekränkt hat. Sie treffen sich, der Speer saust durch die, Luft-- ja. es ist gefährlich in Ruwuk, wenn der Brannt- � Min seinen Einzug gehalten hat— er jührt Blut mit sich.> die Rahen herunterhängen— der Aranntwein hat unter zusammengewürfelten Besatzung der Walfischfängerflotte Die weißen Seeleute schlagen sich untereinander oder mit den Eskimos— mit gekränkten Männern, deren Frauen zu willig gewesen waren oder den Geschenken der Weißen nicht hatten widerstehen können. Die Hölle ist ausgebrochen in dem friedlichen Ruwut— die Eingeborenen sind verwandelt: aber endlich erstirbt der Larm, Männer und Frauen liegen vom Branntwein betäubt auf der weichen Moosdecke ausgestreckt, schlafen schwer und unruhig— den Schlaf der Trunkenen. Und draußen auf den Schiffen, die ruhig vor Anker liegen, tönt heiseres Geschrei, ein Schuß hie und da.— Es ist alter Brauch, die Ankunft in Ruwuk mit Müßiggang und Saufen zu feiern. Bierundzwanzig Stunden lang läßt die eiserne Walfischfängerdisziplin nach, und den Tag darauf gleiten ein oder auch zwei längliche Bündel aus Segeltuch in das Meer, «ahrend�auf allen Schiffen die Fahnen�auf Halbmast wehen und">" der feine Opfer gefordert Aber kaum ist das letzte Aufklatschen verklungen, so schießen die Fahnen in die Höhe—:„So. auf Leute, braßt die Rahen Vierkant! Das Fest ist vorbei, die Plackerei fängt wieder an." Eine Woche lang liegt die Walfischfängerflotte bei Ruwuk, und an Land wird gehandelt. Boot auf Boot rudert von den Schiffen nach dem Strande, wo bereitwillige Hände große Stoffbündel, kostbare Mehlsäcke, Waffen, Perlen. Spiegel und viele viele andere Dinge an Land tragen, hin zu den Kapitänen, die jeder, unter Beistand eines Steuermannes, mit einem halben Hundert Eingeborener bandeln und feilschen. Sie haben eine langsame Art zu handeln: denn jeder gibt seine Meinung zum besten, selbst wenn er gar nicht an dem Handel beteiligt ist: aber es geht doch allmählich, und die Boote nidern zu den Schiffen zurück, gefüllt bis zum Rande mit Barten, Tran und Fellbündeln. Fern von den anderen sitzt Sachawachiak, allein,- nur Igluruk ist bei ihm und dann ein halbes Dutzend Weißer. Er handelt auch, aber mit mehr Verstand. Seine Stirn ist ge- runzelt, er schwitzt bei der ungewohnten Arbeit— zu denken, doch es iff notwendig, denn er hat weitaus die meisten Bar- ten und Felle und muß mit Vernunft handeln. Er muß ein halbes Hundert Männer im nächsten Jahre unterhalten, er muß Waren kaufen, die er mit den Eingeborenen tauschen kann, wenn die Walsischfänger fort sind— da heißt es, nichts zu vergessen. Wenn die Schiffe Ruwuk verlassen haben, dauert es wieder ein Jahr, bis man die Herrlichkeiten des weißen Mannes bekommen kann. Bund auf Bund von Barten und Fellen geht durch die Hände, während sich hinter Sachawachiak Mehl und Zucker, Schiffszwieback, Stoff, Messer, Sägen, Waffen, schreiend bunte Perlen und Spiegel häufen, ja, selbst eine Harmonika ist bei dem Haufen, der alles enthält, was für einen Eskimo begehrenswert ist. Und jedesmal, wenn der Handel beendet zu fein scheint, kommen mehr Felle, mehr Barten hervor, bis Sachawachiak endlich seine Vorräte erschöpft hat. Darauf er- hebt er sich, nickt den versammelten Seeleuten zu und geht, gefolgt von Iglunik, in sein Zelt— der Handel ist beendet. Zurück auf dem Strande bleiben die zehn Kapitäne mit ihren Steuermännern— sie sehen sich an. stumm— dann erhebt sich einer von ihnen langsam, streckt seine Glieder— ein Satanskerl, dieser Sachawachiak, denn jedes Jahr wird es schwieriger, mit ihm zu handeln— was für eine Menge Bar- ten er besitzt, es hat eigentlich keinen Sinn, daß ein Ein- geborener so viel verdient! Alle sind müde, erschöpft von dem vielen Handeln, Trinken und Bummeln und ganz froh darüber, daß es nichts mehr zu handeln gibt. Morgen geht die Flotte auf Walfischfang bis an dag Packeis, das man in guten Sommern gerade am Hori- zont wahrnehmen kann: aber vorher ist Schmaus an Bord. die ganze Bevölkerung Ruwuks ist zum Fest auf die Schiffe geladen, Männer wie Frauen, besonders die Frauen. Da wird gezecht an Lord, die ganze Nacht lang. Familien werden voneinander getrennt, Männer können ihre Frauen nicht finden, Mütter nickt ihre Kinder: es ertönt Schreien und Heulen an Bord, die Vorposten der Zivilisation lehren die Eingeborenen Sitte und Brauch des weißen Mannes. In Kajüten und Logis werden wilde Orgien gefeiert— Seeleute find schlimm, Walnschfänger sind schlimmer, der schlimmste Abhub, fast, sämtlich arme, gepreßte Leute, die eines schönen Morgens in einem dumpfen Walfischfängerlogis mit bohrendem Kopfschmerz erwachen— zu einem Leben erwachen, so hart, so roh und brutal, daß viele über Bord springen, bevor die Fahrt zu Ende ist. Sie sind schon so lange tyrannisiert worden, daß sie sich freuen, andere tyrannisieren zu können— sie zwingen die widerstrebenden Frauen, ihnen zu Willen zu sein und schlagen die sich dagegen wehrenden Männer zu Boden. .(Fortsetzung folgt.) Aemter ab. Zu den Jugendweihen Diebstahl im Zeughaus. Aus dem Zeughaus ist von einem uns befannten Täter ein historischer Streithammer im Werte von 20 000 m. gestohlen worden. Der vierkantige Schaft des antiken Hammers ist 43 Zentimeter, der Hammerkopf 11% Zentimeter lang. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachen betrug allein 10 000-15.000 M. Wahrscheinlich stammt aber sich im so mehr steigern, als die Direftion teine andere Antwort das Geld zu einem Hausauf, den G. für 30 000 m. vornahm, wußte, als die Echupo herbeizurufen, um die übervorteilten Beaus dem Verkaufserlös von Diebesgut. Gegen den fucher mit Gewalt aus dem Gebäude zu entfernen." ungetreuen Postbeamten, der 10 000 m. für den angerichteten Schaden zurückvergütet hat, wurde ein Verfahren eingeleitet und Anklage erheben, die in Moabit zur Verhandlung stand. Obwohl im Lehrervereinshaus, Alexanderstr. 41, Saalbau Friedrichshain, 3um Untergang der Hammonia. Nach den neuesten Meldungen fein Berteidiger darauf hinwies, daß er ein tüchtiger und fleißiger Am Friedrichshain, Pankow, Lyzeum, Görschstr, Neukölln ,,, Or erscheint es noch nicht ganz sicher, ob sämtlice Paifa. Beamter gewesen sei und als ein Opfer der Zeit zu betrachten pheum"( fr. Happoldt- Brauerei), Hasenheide, Eingang Gräfeftraße, giere und Mannschaften gerettet werden konnten: die wäre, verurteilte ihn das Gericht, dem Antrage des Staatsanwalts am Sonntag, den 17. September d. Is., vormittags 11 Uhr, sowie Namen einiger Bassagiere fehlen noch. Das Hamburger Basiage gemäß, zu 10 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten der erlittenen Unterfuchungshaft, und erkannte ihm auf zur Charlottenburger Jugendweihe in der Leibniz- Oberrealschule, hureau der Hapag ist noch mit der Sammlung von Ramen aus die Dauer von 3 Jahren die Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Schillerstr. 125/127, am Sonntag, den 24. September d. Is., find den verschiedensten Häfen als gerettet gemeldeter Fahrgäste beEintrittskarten auch für Gäste in nachstehenden Verkaufs- schäftigt. Der Kapitän der Hammonia landete heute in Southampton stellen zum Preise von 10 M. für Erwachsene und 5 M. für Kinder und wird sich so schnell als möglich zur Berichterstattung nach zu haben: Jugendsekretariat Groß- Berlin, S. 68, Lindenstr. 3, Hamburg begeben. 2. Hof; J. Haß, SD. 36, Harzer Straße 117. S. Jofeph, NW. 21, Wilhelmshavener Straße 48( Laden); H. Hönisch, N. 65, MüllerEcke Utrechter Straße( Laden); R. Timm, NO. 18, Höchste Str. 51; R. Schröter, NO. 55, Goldaper Straße 9; W. Rüdiger, N. 58, Lychener Straße 127; m. Wartmann, D. 34, Königsberger Straße 37 ( Laden); A. Wendeler, Neukölln, Jägerstr. 66( Parteibureau, geöffnet nur abends von 5 bis 7 Uhr); A. Wilk, Charlottenburg, Schillerstr. 40; F. Schmidt, Charlottenburg, Rosinenstr. 4( Laden); E. Toft, Charlottenburg, Helmholzfir. 11; 2. Petri, Schöneberg, Ebersstr. 70; M. Ungerer, Wilmersdorf, Hanauer Straße 43 ( Siedlung). Der Verteidiger als Zenge. In letzter Zeit ist es in Moabit vorgekommen, daß eine Reihe von Terminen ausfallen mußte, weil Zeugen nicht oder verspätet geladen waren oder Angeklagte als Zeugen und Zeugen ofs Angeklagte bestellt waren. Einem solchen Bersehen hatte es eine Frau Schönrod, die sich gestern vor der 4. Ferienstraftammer des Landgerichts 1 wegen Hehlerei zu verantworten hatte, zu verdanken, daß fie gestern ohne Verteidiger vor Gericht stand. Die Frau war vollkommen hilflos und wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Berhandlung gegen die Schönred sollte ursprünglich 1,30 Uhr stattfinden. Vor einigen Tagen mar fie aber auf 9 Uhr vormittags verlegt worden und, wie der Borsigende aus den Aften feststellte, auch dem Verteidiger Mitteilung darüber zugegangen. Um 11 Uhr vormittags erschien ein Beamter der Rechtsanwaltschaft und teilte dem Vorsitzenden mit, daß der Verteidiger Rechtsanwalt Brandt die Ladung eben erst crhalten habe, und zwar sei er nicht als Berteidiger, sondern merkwürdigerweise als Reuge geladen. Von dem Verteidiger wird nun gegen das Urteil Revision eingelegt werden, der auch sicher stattgegeben werden dürfte. Die Frage ist die, wer tränt die Kosten, wahrscheinlich doch die Staatskaffe. Es bleibt festzustellen, ob dieser Fehler auf Ueberlastung der Beamten oder auf Nachlässigkeit zurückzuführen ist. In jedem Falle muß hier Abhilfe geschaffen werden. Herbstjugendtag der Angestelltenjugend. In großer Rahl waren die jugendlichen Angestellten und Lehrlinge mit ihren Eltern am Sonntag dem Nufe des Zentralverbandes der Angestellten zu einem Herbstjugendtag nach Wilhelmshagen gefolat. Die Darbietungen brachten den Willen der kaufmännischen Jugend zum Ausdruck, für die freie Gewerkschaftsbewegung und für den Sozialismus mit allen Sträften einzutreten. Diese GeDanten enthielten auch die Ansprache der Jugendkollegin Herta Michaelis, sowie die Worte des Kollegen Friz Schmidt. Durch ein Hans- Sachs- Spiel, fowie durch luftige Lieder des Jugendchors tamen der Frohsinn der Jugend zur Geltung. Alles in Allem war die Beranstaltung eine wohlgelungene Kundgebung der Angestelltenjugend. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Vorgebildete Kräfte sind in unseren Reihen Inapp. Wir haben deshalb gerade doppelt Veranlassung, geeignete Genoffinnen zur. Teilnahme an solchen Kursen zu veranlassen. * Groß- Berliner Parteinachrichten. Wir bitten alle Abteilungsleiter, auf den heutigen Abteilungsversammlungen auf die am Sonntag, den 17. d. Mts., vorm. 11 Uhr, stattfindenden Jugendweihen in Berlin im Lehrervereinshaus, Alexanderstr. 41, im Saalbau Friedrichshain, am Friedrichshain, in Neukölln im„ Orpheum", Hafenheide( Eingang Graefeftraße), und am Sonntag den 24. d. Mts., vorm 11 Uh in Charlottenburg in der Leibniz- Oberrealschule, Schillerstr. 125/127, hinzuweisen. Gastfarten sind zum Preise von 10 m. bei den in den " SPD.- Nachrichten" bekanntgegebenen Stellen zu haben. 17. Areis. Lichtenberg. Donnerstag, den 14. September, 7 Uhr, Schulaula Marktstraße, Funktionärinnenkonferenz. Referentin Genoffin Minna Todenhagen. Thema: Die Winterarbeit. Alle Abteilungen müssen durch 4 bis 5. Frauen vertreten sein. Die Abteilungsleiter find auch eirgeladen. Heute, Mittwoch, den 13. September: 14. Abt. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Demminer Str. 27. Das Thema lautet nicht wie angegeben, sondern: Die Berliner Schulbewegung". Referent Genoffe Biechert. 28. Abt. 12 Uhr Mitgliederversammlung Schulaula Schönhauser Allee 166a. Thema: Das Moskauer Buturteil". Ref. Genosse Bernhard Krüger. 39. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Thema: Die Gegenwartsforderungen der Republik". Ref. Dr. Friedländer. " 51. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr Gruppenversammlung der 1. Gruppe bei Schellbach, Rönigin- Elifabeth- Str. 6. 77. Abt. Schöneberg. 7% Uhr zahlabende. 1. Bezirk bei Milde, RollendorfStraße 16; 2. Bezirk bei Folger, Anffhäuserstr. 16; 3. Bezirk bei Wittlowsti, Martin- Luther- Str. 89, und Will, Martin- Luther- Str. 69. Reutöin. 90. Abt. 8 Uhr Bezirksversammlungen in folgenden Lokalen: 13. Bezirk bei Braun, Weichselplag 1; 15. und 26. Bezirk bei Prüfert, Fulda ftraße 45; 16. und 25. Bezirk bei Janide, Janfaftr. 11; 17. und 24. Begirt bei Saner, Panierstr. 54; 34. und 43. Bezirk bei Groß, Münchener Straße 53; 35. Bezirk bei Echittler, Donauftr. 118; 22., 23. und 36. Bezirk in der Anaben- Mittelschule, Donaustr. 120. 96. Abt. 7% Uhr Bahlabende: 80. und 88. Bezirk bei Sauer, Thomasstr. 30; 86. und 100. Bezirk bei Müller, Thüringer Str. 5; 101. und 87. Bezirk bei Söhnow, Kirchhof, Ede Emfer Straße; 94. und 104. Bezirk bei Ulanowski, Jlfeftr. 1; 102. und 103. Bezirk bei Bauer, Bodeftr. 1. 113. Abt. Schmödwig. 8 Uhr Rahlabend Lolal Baronsli, Berliner Str. 19. 125. bt. Weißenfee. 8 Uhr Bahlabende in folgenden Lokalen: 1. Bezirk bei Schönfeld, Sedanftr. 70; 2. und 3. Bezirt bei Wittstrud, Langhansstt. 62; 4. Bezirk bei Gampe, Lichtenberger Str. 8. 18. Kreis. Die Genoffen be teiligen fich on der Bersammlung in der Bözow- Brauerei am Freitag, den 15. Eeptember. 128. bis 130. bt. Abends 18 Uhr gemeinsamer Sahlabend im Jugendheim Bankow, Breite Straße. Sungsozialisten. Gruppe Treptow. 7½ Uhr Jugendheim Elfenſtr. 3, Dis. fuffionsabend über: Die Aussprache Haase- Westphal".( Heft Jungsozialistischen Blätter" mitbringen.) und 6 der Morgen, Donnerstag, den 14. September: 33, bt. 7 Uhr Schulaula Naglerftr. 3, Elternversammlung. Thema: Die Erscheinen fämt. Gefahren der Schule im fommenden Winterhalbjahr". licher Genoffen und Genoffinnen sowie Elternbeiräte der 220. Gemeindeschule Bflicht. Schulaula Frifchenstraße. Thema: In welche Schule schiden unsere Rinder?" Ref. Oberstudlendirektor Dr. Rarsen. Die Eltern fäintlicher Schulen find zu dieser Versammlung eingeladen. straße 6, Vortrag über: Arbeitsrecht". Ref. Gen. Felgentreu. Der Steuerstreik des Lunaparks. Eine Darstellung des Bezirksamts Wilmersdorf. Das Bezirksamt Berlin- Wilmersdorf gibt über die Steuerbeitreibung im Lunapart nachstehende amtliche Darstel- Jm Oftober beginnt im Sozialpädagogischen Seminar des lang: Vereins Jugendheim, Berlin- Charlottenburg, Goethestr. 22, ein Die Direktion des Lunaparks ist bis Anfang Juli mit den Nachschultursus für Sozialarbeiterinnen( Dauer möchentlich fälligen Zahlungen der Luftbarkeitssteuer auf dem vier Monate) zur Erlangung der staatlichen Anerkennung als Wohlloufenden gewesen. Hierauf ist sie mit der Abführung der fälligen fahrtspflegerinnen. Zu dem Kurius haben auch ehrenamtliche Wochenbeträge bis heute in Berzug geblieben. Es bleibt festzus Sozialarbeiterinnen Zutritt. Die Gesuche um Aufnahme sind zu stellen, daß es sich um Steuerbeträge handelt, die die Verwaltung richten: An den Herrn Minister für Volkswohlfahrt, Berlin." des Lunaparks den Besuchern ihres Unternehmens ausdrücklich Einzusenden sind sie aber an die Adresse der Schule. Von dieser als Luftbarkeitssteuer abfordert und die somit nicht in werden die Gesuche weiterbefördert. Beizufügen find an Bapieren: das Eigentum des Unternehmens übergehen. Die Ge- 1. Ausführlicher Lebenslauf. 2. Amtsärztliches Gesundheitszeugnis. famtsteuerschuld beträgt jetzt 2,7 millionen Mart. Mit 3. Letztes Schulzeugnis. 4. Zeugnisse über fachliche Vorbildung. Rückfitch auf die schwebenden Beratungen über Aenderung der Luft- 5. Zeugnisse über die praktische Arbeit. Jedoch wird in jedem barkeitssteuer und Verhandlungen zwischen der Finanzdeputation einzelnen Fall auch ein Schreiben der Belverberinnen an die und der Unternehmerin wegen eines besonderen Steuerabkommens, Adresse des Bezirksausschusses für Arbeiterwohlfahrt, Lindenstr. 3 II, hat die städtische Steuerverwaltung Schritte gegen die Schuldnerin 2. Hof, erbeten. zunächst nicht eingeleitet. Dieses Entgegentommen der Steuerbehörde stügte sich selbstverständlich auch darauf, daß die Unternehmerin die eingezogenen Steuerbeträge lediglich für die Stadt Berlin bis zur Abforderung verwahre. Die Verwendung des Geldes für die 3 mede der Gesellschaft ist widerrechtlich. Bum 1. Dftober werden in den Krankenpflegefchulent Die Direktion des Lunaparks ist dann zuletzt am 24. August nach der Stadtgemeinde Berlin Schüler bzw. Schülerinnen eingestellt. miederholter Mahnung an die Ablieferung der aufgelaufenen Steuer Gesuche um Einstellung als Schüler, bzw. Schülerinnen find zu richten 92. Abt. Reukölln. 7½ Uhr Lotal Gambrinus, Raifer- Friedrich- Str. 86. Thema: ,, Wege zum Bölkerfrieden". Ref. Willn Möbus. fchuld gemahnt worden, unter ausdrücklicher Androhung der Pfänan die Direktion der Krankenhäuser Am Friedrichshain. Moabit, 101. Abt. Treptow. Nachmittags 4% Uhr wichtige Flugblattverbreitung vom Dung. Die erste Pfändung wandte die Direktion durch Leistung Berlin, Turmstr. 21. Rudolf- Virchow- Krankenhaus, Berlin N, Lobol Rother, Riefholzstraße, aur Elternbeiratswahl. gines Betrages von 250 000 Mark zunächst ab. Bei der zweiten Augustenburger Play. Westend, Berlin- Westend, Fürstenbrunner 103. Abt. Oberschöneweibe. 714 Uhr öffentliche Glier infert Bfändung am 7 September setzte die Beleuchtung plöglich weg. Wilmersdorf, Berlin- Wilmersdorf, Achenbachstraße. Augusteaus und jämtliche Kassierer verschwanden mit ihren Kaffen und Bittoria- Krantenhaus. Echöneberg, Rubensstraße. Neukölln- Budow, maren nicht mehr aufzufinden. Die Vollstreckung war somit argliftig Berlin- Briz, Neu- Buckow. Spandau, Berlin- Spandau, Lynarstraße. Jungfozialisten. Gruppe Friedrichshain. 7 Uhr Gemeindeschule Straßmannund durch eine bewußte Täuschung der Vollziehungs Bankow, Berlin- Bankow, Galenusstraße. Reinickendorf, Berlinbeamten an diesem Tage vereitelt. Am Sonnabend, den 9. Sep: Reinickendorf, Teichstraße. Den Bewerbungen ist beizufügen: ein tember, wurde zum dritten Male zur Bollstreckung geschritten. Die Bollziehungsbeamten erschienen dieses Mal unvermutet an den Kaffen; hier fanden sie nur geringe Beiräge, weil die Direktion viertelstündliche Ablieferung der Kassenbestände veranlagt hatte. Mit Rücksicht auf das gefeßwidrige Berhalten des Direktors Gold berg und weil nach den Erfahrungen am Donnerstag mit schärferem Widerstand gegen die Pfändung gerechnet werden mußte, war feitens des Bezirkssteueramtes die gesetzlich vorgesehene polizei liche Sicherung der Durchführung bei der Schutzpolizei nach gesucht worden. Der Berlauf der Bollstreckungshandlung ergab, wie berechtigt die Befürchtung einer solchen Störung war. Während die Weltliche Schule Weißenfee. Die Anmeldung zur Einschulung Bollziehungsbeamten den Kasseninhalt an sich nahmen, trat Direktor der 6 jährigen Kinder erfolgt am fommenden Freitag, den 6. Kreis. Eine Rreismitgliederversammlung findet heute abend 7½ Uhr ip Goldberg und der stellvertretende Direktor Andersen zu 15. September, vormittags von 10-1 Uhr im Amtszimmer Jugendheim, Lindenstr. 3, statt. Alle Mitglieder des Kreiſes müssen erscheine. fammen mit anderen Angestellten auf und hielten aufreizende der weltlichen Schule, Wörthstraße 23, oberer Eingang, die Reden an die Angestellten, um zu veranlassen, sich den Voll- Anmeldung zur Umschulung der älteren Kinder, die bisher noch ziehungsbeamten und den Schutzpolizisten entgegenzusehen. Hierin nicht unsere weltliche, sondern die tonfeffionellen Schulen besuchen, erblickte die Schutzpolizei eine Störung der öffentlichen Ordnung muß umgehend beim Schulleiter, Genossen Lehrer Griesch, erfolgen. und einen Widerstand gegen die Staatsgewalt und schritt dazu, die bezeichneten Personen zu fiistieren. Die städtischen beim Elternbeiratsvorsitzenden Gen. Heint, Gäblerstr. 7, jederzeit Jegliche Auskunft, sowie die amtlichen Umschulungsformulare sind Bollziehungsbeamten und die Schutzpolizei hatten lediglich ihren dienstlichen Auftrag ausgeführt, ohne ihre Befugnisse zu über- oder beim Schulleiter Gen. Lehrer Griesch jeden Vormittag 10 1hr schreiten. Wenn die Direttion des Lunaparts nach ihrem wider im Schulgebäude Wörthstr. zu entnehmen. rechtlichen Verhalten am Sonntag fogar dazu übergegangen ist, ihr Berliner Steuertoder, enthaltend Berlins Steuerord Unternehmen bei freiem Eintritt offenzuhalten, um, wie sie nach nungen mit systematischer Darstellung. Grundstener, Werts Pressemeldungen an den Anschlagsäulen behauptet, feine Steuer zuwachssteuer, Bergnügungssteuer, Beherbergungssteuer, Kraftzahlen zu müssen", so entbindet diefes fie feineswegs broschkensteuer, Fahrzeugsteuer, Schanftonzessionssteuer, Biersteuer, von der Steuerpflicht; außerdem gibt sie damit erneut zu Gewerbesteuer von Genossen Stadtrat Brumby und Stadtamt erkennen, daß sie glaubt, sich außerhalb von Recht und Gesez stellen mann Gattringer ist im Industrieperlag Spaeth zu dürfen. Der öffentlichen Meinung darf es überlassen bleiben, u. Linde, Fachbuchhandlung für Steuerliteratur, Berlin C. 2, erein solches Verhalten in heutiger Zeit gebührend zu beurteilen. schienen. Das Buch stellt sämtliche tommunalen Steuer ordnungen Berlins zusammen und veranschaulicht sie in einer übersichtlichen straffgegliederten Darstellung, ein unentbehrlicher Führer für alle, die sich in der Vielheit der Steuerordnungen zurecht finden müssen. Der Preis des Buches, das 220 Seiten enthält, beträgt 120 m. fum. Tohuwabohn im Residenz- Theater. Geburtszeugnis, ein ärztliches Gesundheitszeugnis und Impfbescheinigung, ein von dem Bewerber( in) selbit verfaßter und selbstgeschriebener ausführlicher Lebenslauf, ein Führungszeugnis der Ortsbehörde sowie Zeugnisse aus bisherigen Stellungen. Die Bewerber bzw. Bewerberinnen müssen am Tage des Unterrichtsbeginns 18 Jahre alt sein. Din Gesuche von Interessenten müssen umgehend eingereicht werden. Wir haben ein lebhaftes Interesse daran, daß auch dem Krankenpflegeberuf möglichst Kräfte aus unseren Kreisen zugeführt werden. Im Residenz- Theater gab es fürzlich erregte Auseinandersegungen zwischen der Direktion und dem PubliEine Korrespondenz verbreitet darüber folgende Meldung: Im Residenz- Theater fam es zu einer Ansammlung im Borraum, da an einem Abend zwei Vorstellungen stattfinden sollten. Hierbei ergaben sich zwischen der Theaterleitung und dem Publikum Diffe renzen, so daß der Theaterdienst der Polizei, durch 1 Uhr, im Festiaol des Reform- Gymnasiums an der Bartane. Gastfarten mehrere Beamte verstärkt, die Ruhe wiederherstellen mußte. Da die Direktion über die Reihenfolge der Vorstellungen in der Presse und durch Säulenanschläge Bekanntmachungen erlassen hat, dürfte sie an der Störung feine Schuld haben. Jugendweihen im Verwaltungsbezirk Sichtenberg. Die weltlichen Schulen, die SPD. und die SVD. haben sich zusammengelan, um ihre vormittags 10 Uhr, am 24. September, vormittags 10 Uhr und nachmittags Jugendweiben gemeinsam zu veranstalten, und zwar am 17. September, zum Preise von 10 M. bei Fichter, Scharnweberstr. 49: Seipfe, Kronprinzenftr. 47; Rosenkranz, Borbagener Straße( Borwärts- Spedition); skonsumverkaufsstelle Bittoriaplay; Richter, Eitelstr. 72; Günter, Botanstr. 10. Bereinigung proletarischer Rinderfreunde. Freitag abend 7 Uhr mitgliederversammlung im Stadtbaus, Zimmer 339. 1. Bericht von der internationalen Tagung in Salzburg. 2. Die fünftigen Aufgaben. Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 13. September: Bohnsdorf. Jugendheim Gemeindeschule Dahmestraße, Borirag: ,, Erziehung Mariendorf. Jugendheim Schulbarade Rönigstraße, LesePrenzlauer abend: Theorien des modernen Sozialismus" von Abraham. Tempelhof. Jugendheim Rinderhort Germaniaftr. 6-7, Distuffions zum Sozialismus Borstadt. Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 23, Mitgliederversamm lung. abend: Sportfeft". Treptow. Jugendheim Elsenstr. 3, Bortrag: ,, Bank und Börsenwesen". Bortrag: Ludwig Feuerbach". Arbeitersport. Fußball. Wilmersdorf-Eteglig 11: 1( albzeit 0: 1). Auf dem Plage der Freien trafen fich am Sonntag die 1. Mannschaften von Stegliz und Wilmersdorf gun: fälligen Verbandsspiel. Wilmersdorf zeigte während des ganzen Spieles ein gutes Rombinationsspiel, dem Steglig den größeren Eifer entgegenfeste. Die sintermannschaften waren auf beiden Seiten gut; die beiden Sturmreihen fielen dagegen ab. Ein besonderes Lob verdient ber Torwart von Steglit, dessen hervorragendes Spiel seine Mannschaft vor einer Niederlage bewahrte, und der Mittelläufer Wilmersdorfs, der durch sein gutes Kopfspiel und sichere Ballbehandlung seine Mannschaft immer wieder nach vorn warf. Turnerschaft Wilmersdorf an der Württembergischen Straße in Wilmersdorf Ranu unb Babbelbootsbefiger! Alle Sportgenoffen, bie Ranu oder Baddelbootsbefizer find, fordert der Freie Kanu- Bund" auf, sich ihm anzuschließen. 8wed und Aufgabe des Bundes foll es fein, alle auf republikanifchem Boden ftehenden Wassersportler au vereinigen und die Interessen feiner Mitglieder nach jeder Richtung hin zu vertreten. Zusammenkunft: Freitag, ben 15. Geptember, im Lokal von Hentschler, Martisir. 47. Nähere Austunft( Riporto beifülgen) erteilt Genoile Fr. Paschte, GO. 26, Oranienstraße 35, IV. Sport. Rennen zu Nuhleben am Dienstag, den 12. September." 1. Rennen. 1. Friedensware( Grube), 2. Brinzessin Magovan ( Großmann), 3. Hadrian( Schulz). Toto: 23:10, Platz: 11, 11:10. Ferner liefen: Erich I, Nelly VIII $ 2. Rennen. 1. Deborah.( Jürgen). 2. Allertony( Röpke), Ferner 3. Mädel( Schmidt). Toto: 161: 10, Blab: 31, 23, 36: 10. liefen: Pollur, Bajazzo II. Libelle V, Bingen jr., Cyganta, Teddy Mez, Mariechen H., Long Eugen, Arche, Kujertrud. 3. Rennen. 1. Nanette I( E. Treuderz sen.), 2. Lorbeero( Weidmüller), 3. Young Condilet( Grube). Toto: 25:10. Blaz: 16. 23, 14: 10. Ferner liefen: Rafael, Harder( als 3. disqu.), Seewind, Motant, Gradisca, Walfifch. Von einem Leser erhalten wir eine Zuschrift, die die Vorgänge im Residenz- Theater aus eigener Anschauung darstellt und die wir hiermit wiedergeben: Im Interesse des Berliner Publikums und um die Theaterbesucher vor unangenehmen leberraschungen zu schützen, glaube ich berechtigt zu sein, einmal auf die skandalösen Lebensmittelpreise des Tages. Zustände im Residenz- Theater aufmerksam zu machen. Einen 4. Rennen. 1. Colonel Dillon( Weiß), 2. Mars III( Hermann scharfen Tadel verdient die Direktion schon deshalb, als es ihr nicht Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft etwas lebhafter. Fische Schleifener), 3. Paul B.( A. Freundt). Toto: 33: 10, Blag: 14, 19, von Belang zu sein scheint, dafür zu sorgen, daß der Beginn der knapp, Geschäft still. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft 14: 10. Ferner liefen: Ludmill I, Flora Bingen, Draufgånger II, Filmschleppend. diva, Handjest, Der Pikant, Czerna, Wasserturm, Barde, Faust. II( als 3. Borstellung mit der Zeit übereinstimmt, wie sie in den Tagesdisqu., feine Wetten). blättern veröffentlicht wird. Wäre es sonst möglich, daß ein Leil Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende 5. Rennent. 1. Nathan IV( Herm. Schleusener), 2. Jeffries jr. der Besucher sich zur Aufführung um 7% Uhr, der andere um 8 Uhr Kleinhandelspreise: (. Freundt), 3. Armida I( Weidmilller). Toto: 38:10, Blaz: 18, 18, einfindet? Und ist der verehrlichen Leitung nicht ein schwerer Bor- Rindfleisch 82-105 M., ohne Knochen 110-125 M. Schweinefleisch 34: 10. Ferner liejen: Blaumeise, Matao, Fenelon, Minz, Paula Bingen, wurf darüber zu machen, diese letzteren während der Vorführung 140-175 M. Kalbfleisch 105-156 M. Hammelfleisch 100-122 M. Schell- Dr. Rem jr., Baron Klatawah. auch noch in den Saal zu lassen, nachdem bereits die halbe Spiel fisch 30-50 M. Kabeljeau 35-50 M. Dorsch 30-35 M. Rotzungen 38 1. Peter I( Ringius), 2. Manteuffel( Weidmüller), Toto: 19:10, Plaz: 14, 15:10. Ferner zeit abgelaufen? Geradezu empörend ist es, für die Ablage bis 50 M. In Eis: Aale 130 M. Schlele 108-115 M. Hechte 70-95 M. 3. Monarchist( Snöpnadel). eines Gutes 20 M. in der Garderobe auf den Tisch legen zu Eier 13,50-14 M. das Stück. Naturbutter 248-260 M. Barsche 46-60 M. Lebende Aale 140-155 M. Karpfen 140-150 M. liefen: Marschall Hindenburg, Berthold. Margarine 170 7. Rennen müffen, mo bereits fabelhafte Preise für gewöhnliche bis 190 M. 1. Alpenfer( Rogowosti), 2. Tello( Steinnagel), 3. Ade Schweineschmalz 220 M. Rebhühner 150-180 das Stück. lei B.( Knöpnadel). Toto: 18:10, Blag: 14, 17, 10. Ferner liefen: AbBläge zu entrichten sind. Unter diesen Umständen ist es be- Hafergrütze 45 M. Grießnudeln 50 M. Erbsen 45-56 M. Backobst: dulab Silver, Wassander, Liese E. greiflich, daß sich der Besucher am vergangenen Sonnabend eine Pflaumen 50-60 M. Gemischtes 60-80 M. Kohlrabi 15-22 M. die 8. Rennen. 1. Madensen( Ringius), 2. Ditomar( Bahr jr.), 3. Falter starte Erregung bemächtigte und danach verlangt wurde, die Di- Mandel. Grüne Bohnen 16-20 M. Grüne Gurken 14-20 M. das Stück.( Serm. Schleusener). Toto: 31: 10, Blak: 14, 19, 19:10. Ferner liefen: reftion deshalb zur Verantwortung zu ziehen. Die Erregung mußte Tomaten 16 M. Rote Rüben 4,50-5 M. Berifles, Harald, Ehrengabe, Karla, Dody, Manfred. 6. Rennen. Heute abend 7% Uhr: Mitgliederversammlungen Wirtschaft Verbandstag der Eisenbahner. ersten Halbjahr 1922 war England der beste Abnehmer der franzö sischen Waren unter allen Ländern. Es folgten dann Belgien und die Vereinigten Staaten. Auch hat sich die Einfuhr Frankreichs aus GroßMünchen, 11. September. britannien gewaltig erhöht. Bisher standen die Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht an dritter Stelle. In der ersten Hälfte 1922 hat meinde- und Staatsarbeiter dessen Grüße; er hob dabei hervor, daß Heute überbrachte Genosse Müntner vom Verband der Gea jedoch Frankreich aus Großbritannien nicht weniger eingeführt wie zwischen beiden Organisationen eine starte Interessengemeinschaft aus den Vereinigten Staaten. 17 Die Spekulation in Bekleidungsrohstoffen. Wenn auf irgendeinem Gebiet, so lassen sich auf den Märkten der Textilrohstoffe die Fäden der Spekulation deutlich bloßWährend also zwischen England und Frankreich politische bestehe. Ein Antrag, die( wegen kommunistischer Zellenbauerei) legen. Daß die Kursveränderungen der Devisen auch dieses Markt- Spannungen vorhanden sind, erhöht sich der Anteil des Waren ausgeschlossenen Kollegen als Gäfte zuzulassen, wurde gebiet beeinflussen, ist eine Selbstverständlichkeit. Man sollte meinen, verfehrs zwischen den beiden Staaten in einer unerwarteten Weise. mit sehr großer Mehrheit abgelehnt. Einige sind jedoch als daß der Weltmarktpreis für Baumwolle deshalb, weil Deutsch- Dies dürfte auch auf die Gestaltung der politischen Verhältnisse Pressevertreter" anwesend. Verbandsvorsitzender Scheffel mußta land und Osteuropa wegen des Devisenstandes nicht in Frage kommt, beider Länder einwirten.- Die dritte auffallende Tatsache in der aus dem erst am letzten Tage im Druck als dickes Buch erschienenen. die Nachfrage also sehr verringert ist, eine Abschwächung erfahren Ausfuhrstatistit ist der Rüdgang der aus Deutschland Geschäftsbericht vieles mündlich darlegen. Das letzte Jahr In dieser sei das arbeitsreichste seit dem Bestehen der Organisation gewesen. würde. Die Spekulation, die Interesse hatte, dies zu verhindern, be- eingeführten Waren nach ihrem Geldwert. Periode betrug der Geldausdruck der aus Deutschland eingeführten Die Hauptarbeit galt der Anpassung der Besoldungsverhältnisse an waren kaum die Hälfte des vorjährigen und die Ausfuhr Frank- die Preissteigerung des Lebensunterhalts. Die Regierung habe sich manchmal turzsichtig gezeigt und die Treibereien anderer Eisen bahnerorganisationen standen im Wege. Aber auch dem, der nug geringe Ahnung von den Wirtschaftsverhältnissen habe, müsse klart sein, daß manche Forderungen ausschweifend waren. Der vorher. trasse Unterschied zwischen oberen und unteren Beamter in sozialer und wirtschaftlicher Beziehung ist zweifellos gemildert. Dennoch hat der untere Beamte nur dürftige Lebenshaltung; freilich muß auch der obere manches Gewohnte entbehren; von ihm muß verlangt werden, daß er sich den Notwendigkeiten anpaßt. Im eins zelnen legt der Redner dar, warum die Besoldungsgruppen wie ges nutzte für ihre Zwecke die Erntenachrichten. Zwar war es nicht zu vermeiden, daß die Nachrichten über das Wachstum der Baumwollpflanzen als überaus günstig bezeichnet wurden, aber der Rüsseltäfer, der in den Baumwollstauden haust, sollte ungeheuren Schaden angerichtet haben. Vorübergehend trat eine Abschwächung der Preise ein, als gemeldet wurde, daß Teras und Oklahoma, zwei GeGegen Wucher und Teuerung Massenkundgebung das Baumwollernteergebnis sind, Regen bekommen hätten. Sie hatten darüber geklagt, daß allzu große Dürre das Wachstum verhindere. Zuletzt trat eine Befestigung ein unter dem Eindruck von Nachrichten, daß das Ergebnis der Ernte unter der großen Size, am Freitag, den 15. September, abends 7 Uhr schehen abgestuft wurden. Biel muß sein, ein Gistenzminis die in den letzten Tagen aufgetreten sei und die Pflanzen zum Verdorren gebracht habe, gelitten habe. Baumwolle, die in Bremen Ende 1913 mit 1,29 M. pro Kilogramm notiert wurde, fostete im Juli d. I. 267,50 M., am 7. Auguft 401 m., am 31. August 1000 m., am 1. September 740 M., am 11. September 804 M. lauer Allee. in folgenden Cotalen: Mitte: Musikerfäle, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Tiergarten: Moabiter Gesellschaftshaus, Wicleffstr. 24. Wedding: Pharusfäle, Müllerstr. 142. Prenzlauer Berg und Weißenfee: Böhow- Brauerei, PrenzFriedrichshain: Prachtfäle des Offens, Frankfurter Allee 48. Charlottenburg: Leibniz- Oberrealschule, Schillerstr. 127. Spandau: Kochs Bismarckfäle, Feldstr. 51. Wilmersdorf: Cofal Rohr, Kaiferallee 51/52. Zehlendorf/ Wannsee: Kaiserhof, Zehlendorf, Potsdamer Str. Schönberg/ Friedenau: Hohenzollernschule, Schöneberg, Marfin- Luther- Str. 22/23. Steglih: Cyzeum 1, Rothenburger Str. Templhof/ Mariendorf: Realgymnasium, Kaiserin- AugustaStraße in Tempelhof. Am Wollmartte mußten Nachrichten, daß in diesem Jahre eine außergewöhnliche Knappheit herrschen werde, dazu dienen, den Breis in die Höhe zu treiben. Als das feine Wirkung mehr aus übte, wurde mit der Meinung, daß zum mindesten Mangel an guter Wolle, an Merinos, vorhanden sein werde, die Preisbewegung im Sinne einer Steigerung beeinflußt. Das Geschäft war in den letzten Tagen von sehr geringem Umfange; es ist die alljährlich übliche Bause in dem Abhalten von Wollauftionen. Für Wolle, deren Bremer Notierung in der Borkriegszeit Ende 1913 pro Kilogramm 4.10 m. lautete, wurden Juli 1922 410 m. bezahlt; die letzte Nofierung am 7. Auguft mor 1200 M. Merinowolle stieg am Welt markt bei Umrechnung zum Goldkurs von 4,72 m. Ende 1913 auf 8,50 M. Juli 1922 oder, dem Kurswert entsprechend umge- Neutolin/ Kreuzberg: Schultheih- Restaurant, Hafenheide( Winrechnet, auf 976 m. Der Garnmarkt, der fast völlig in englischen Händen liegt, mar so gut wie geschäftslos. Das Nachlassen der englischen Ausfuhr macht sich sehr stark bemerkbar. Deutschland tommt selbst dann nicht als Käufer in Frage, wenn wesentliche Breisermäßigungen stattfinden, und zwar wegen der hohen Devisenkurse. Austoben fonnte sich die Spekulation am Rohseiden. martt. Die Spinnereien haben Aufträge für sehr lange Zeit. In folgedessen war eine sehr starke Nachfrage nach Rohjeide vorhanden. Diefes Moment benutzten besonders in Oberitalien, einem der Hauptgebiete der Seidenraupenzucht, alle möglichen Leute, Bauern, Bäder, Gemüsehändler, um als Käufer für Rohseide aufzutreten. Die wirklichen Verbraucher, die schon im März- April zu billigen Preisen Kotons abgefchloffen hatten, wurden nicht beliefert. zu ihrer Entschuldigung führten die Seidenraupenzüchter an, daß die Würmer in der Aufzucht geftorben seien. In Wirklichkeit be** nutzten sie die Nachfrage, um höhere Breise für ihre Ware herauss zuschlagen. An den übrigen Rohjeidenmärkten, in der Schweiz und in Südfrankreich, liegen die Verhältnisse ähnlich. Rohfeide hatte 1913 einen Richtpreis von 42 M. pro Kilogramm, fie toftete Juli 1922 9710 M., notierte in Bremen am 7. August 10 500 M., am 28. August 15 000 m. fergarten). Treptow: Wirtshaus Loreley in Niederschöneweide, Berliner Straße 101. Köpenid: Stadttheater. mum zu schaffen, das die Lebensmöglichkeit sichert und die Be rufsfreudigteit wahrt; erreicht ist das Ziel noch nicht. Gegen das Gedingeverfahren hat sich der DEV. gewendet, besonders auch, weil es die Günstlingswirtschaft fördert. Es hat sich auch nicht als wirtschaftlich erwiesen, der Ueberverdienst schwankt je nach Werkstätte von 35 Broz. und 50 bis 60 Broz., und dabei ist in feinem Teil technisch vollkommen eingerichteter Werkstätten die Leistung höher als in minder gut eingerichteten. Offenbar wird nicht einheitlich kalkuliert. Allerdings gibt es Belegschaften, die das Ges dingeverfahren nicht mehr missen wollen. Wertvoll wäre, überall die Gedingeregelung mit den Betriebsvertretungen zu vereinbaren, Leistung entscheidet. Gegen die vorhandene Gedingeregelung spricht, damit nicht der Zufall und die Begünstigung, sondern die tatsächliche daß dabei viel qualifizierte Kräfte mit Berechnungs- und Verwal tungsarbeiten festgelegt werden. Aufzuhalten ist die Ausbreitung des Gedingeverfahrens nicht. Zur Richtschnur ist geworden, Lohnt und Gehaltsbewegungen im Zusammengehen mit dem ADGB. und der Af zu führen. Erst recht muß das geschehen, sobald die Streiffrage in Betracht kommt. Eine ganze Reihe Streiks hat der Vorstand des DEV. verhindert. Als der Reichstarif verschandelt werden sollte, haben wir jedoch offen erklärt, das bedeute den Streif; der Friedrichshagen: Schröders Gesellschaftshaus, Friedrichstr. 38. Ernst der Lage wurde schließlich vom Minister erkannt; Berständigung Lichtenberg: Realgymnasium, Partaue. Pantow: Cofal Lindner, Breite Straße. Reinidendorf: Strandschloß in Tegel. Franen, Arbeiter, Angestellte und Beamte, erscheint in Maffen! Berständigungsmöglichkeit und gehörige Vorbereitung vorausgehen. Bezirksverband Berlin SPD. Bezirksverband Berlin- Brandenburg USPD. Gewerkschaftskommission Berlin u. Umgegend. war möglich und gleichzeitig wurden Echiedsstellen für Streiffragen über die Arbeitszeit vereinbart; das war ein Erfolg. So fann es nicht gehen wie mit dem Reichsverband, daß plöglich ein Streit aus bricht. Einer so ernsten Sache muß gevissenhafte Benutzung jeder Beim Streit des Reichsverbandes, der in der schwie rigsten Lage des Reichs und über die Köpfe der anderen Organisationen hinweg unternommen wurde, mußte das Ende entweder die Niederlage oder Chaos im Reich sein; das fonnte fein Sozialist wollen. Einen solchen unüberlegten Streif mitmachen, hätte allen gewerkschaftlichen Erfahrungen ins Gesicht geschlagen; aber wir riefen die Kollegen zur Berweigerung von reiche nach Deutschland ging ebenfalls, wenn auch nicht in so be- Streitarbeit auf und bemühten uns, das Ende so wenig schmerzhaft trächtlichem Maße, im Werte zurüd. Beide Erscheinungen find als möglich zu machen, speziell zur Vermeidung von Maßregelungen, Folgen der deutschen Geldentwertung. Nachdem der ADG B. zur Arbeitsaufnahme aufrief, bes Während die industrielle Produktion Frankreichs einen großen stand für uns der Begriff Streitarbeit nicht. mehr, die Reichsgewerks Aufschwung nahm, ist die Getreideernte in diesem Jahr schaft verstand aber nicht, die Wendung zu einem günstigen Rückzug fchlecht ausgefallen. So wird Frankreich etwa 1-2 Millionen auszunuzen, und leider ließ auch ein Teil der Mitglieder des DEV. Tonnen Weizen einführen müssen. Da die franzöfliche Valuta in tattische Klugheit vermiffen. Daß arme Studenten während folge der unvernünftigen Reparationspolitik Frankreichs ständig sinkt ihrer Ferienzeit bei der Eisenbahn beschäftigt werden, billigt der und daher die Aufbringung der zum Getreideanlauf nötigen Devisen DEB.; wir sehen die Werkstudenten gerne, wenden uns aber dagegen auf Schwierigkeiten stoßen würde, hat die Regierung die Einführung daß aus Studenten, die man zu dem Zwecke vorher auch dort be des Kriegsbrotes eine hochprozentige Ausmahlung des Getreides schäftigt, wo sie gar nichts lernen fönnen, eine Streitgarde angeordnet und zugleich die Ausfuhr verboten. In Amerika und herangebildet werde. Schematische Entlassungen kann der DEV. Kanada ist Getreide in Hülle und Fülle, nur die europäischen nicht mitmachen, sie führen nur dazu, Arbeiten in die Privatinduſtrie Staaten, darunter Frankreich, vermögen es nicht zu kaufen. Die zu geben, also wird nichts gespart, sondern mehr ausgegeben. Ein französische Politik trägt in erster Linie die Schuld daran. sparung von Kräften fann nur unter sorgfältiger Prüfung der Bes triebsnotwendigkeiten erfolgen. Der Redner legt dann weiter dar, wie der DEB. grundsätzlich den Achtstunden tag behauptet, aber mit jedem vernünftigen Menschen zugestehen mußte, daß in Eisenbahndienst Zeiten bloßer Dienstbereitschaft vorliegen, die nicht poll als Arbeitszeit gewertet werden dürfen. Eine Vereinbarung hierüber tam zustande. Der DEB. hat dabei sein Verantwortungs gefühl bewiesen. In der Nachmittagssigung besprach nach einer Schilderung des Schlichtungswesens Scheffel die Ueber die Versorgung des deutschen Marktes mit Rohstoffen wird in Fachkreisen folgendermaßen geurteilt: Die deutschen Tertilfabriken sind für längere Zeit mit Rohstoffen versehen. Sie haben sich zu einer Zeit, als der Kurs des Dollars 500 und darunter stand, auch mit Devisen versorgt. Sie scheuen sich natürlich, ihre Waren abzugeben, weil sie heute Rohstoffe auf Grund eines Dollarstandes von 1500 und darüber eintaufen müssen. Denn verwenden sie ihre billig angeschaften De visen zum Einkauf von Rohstoffen, dann müssen sie heute für die selben Devisen das Dreis und Bierfache bezahlen. Da sie dann auch cine dementsprechende Kalkulation ihrer Fabrikate vornehmen werden, befürchten sie, teine Abnehmer zu finden; fie wollen infolgebessen feine Rohstoffe laufen und streden ihren Be Devisenkurse. Unserer gestrigen Sturstafel sind noch folgende fit an solchen so lange, wie es ihnen möglich ist. Für die Fertig nach Redaktionsschluß eingetroffene amtliche Rotierungen nach fabritate falfulieren sie natürlich heute schon auf Grund des antragen: 1 japanischer en 719,10 Geld, 720,90 Brief; 1 brafiheutigen Dollarftandes, obwohl sie ihre Rohstoffe bei einem Dollar- lianischer Milreis 194,75 Geld, 195,25 Brief und 100 Schweizer stand gekauft haben, der weit unter 1000 liegt. In einzelnen Be- Francs 28 214,65 Gelb, 28 285,35 Brief. 100 Polenmart zirken haben schon jetzt Betriebseinschränkungen stattgefunden, gelten im freien Berlehr etwa 22,50 M. weitere sind zu befürchten, wenn keine Besserung am Devisenmarkt eintritt. Erlaß über Ziegelpreise. Der Minister für Bollswohlfahrt hat Am Markte der Fertigfabritate herrscht bei dieser Sach mehren sich die Fälle, daß einzelne Baustofferzeuger und-händler an die Regierungspräsidenten folgenden Erlaß herausgegeben: Es Tage eine stürmische Hausse, die noch dadurch begünstigt wird, unbillig bobe Breise für Siegeleierzeugnisse fordern, die daß gerade auf diesem Gebiete Elemente auftauchen, die nie mit mit den Gestehungskosten nicht in Einklang zu bringen sind. Da faufmännischer Tätigkeit etwas zu tun hatten und die alles andere eine derartig ungefunde Breisbildung der Förderung des mit öffent. als einen erfreulichen Zuwachs darstellen. Die dadurch vergrößerte lichen Mitteln unterstügten Wohnungsbaues zuwiderläuft und die Nac frage begünstigt die Preistreiberei ganz außerordentlich. Es Allgemeinheit schädigt, ersuche ich, der Baustoffpreisbildung dauernd fan außerdem hinzu, daß Waren in großen Mengen zurückgehalten besondere Beachtung zu schenken und mir über dort bekanntwurden. Biel geschehen kann hier dadurch, daß alle beim Prozeß werdende übermäßige Forderungen unter Angabe der betreffenden der Warenverteilung überflüssigen 3wischenglieber ver Firmen und Darlegung der besonderen Verhältnisse umgehend zu berichten. Weitere Maßnahmen gegen diese Firmen behalte ich schwinden und daß die Warenverteilung weder auf dem nor mir bor. malen Wege, Fabrikant- Großhandel- Kleinhandel- Konsument vor fich geht, wo nicht durch die Entwicklung der Genossenschaften eine brauerei zum 2öwenbräu in München und die Gabriel und Interessengemeinschaft Münchener Brauereien. Die Aftien noch weitergehende Beschränkung der Warenverteilung möglich ge- Jofeph Sedlmaher, Spaten und Franziskaner Leist worden ist. A. H. Frankreichs Wirtschaftslage. Sowohl die Probuftionsstatistit als die Biffern des AußenHandels deuten in der letzten Periode auf einen wesentlichen wirt schaftlichen Aufichwung Frankreichs hin. An dem Aufschwung der Produktion hat besonders die wesentliche Steigerung der Eifen und Stablerzeugung teil. Mai 1922 hat die Eisenproduktion Frankreichs die Vorfriegserzeugung bereits über troffen. Zu gleicher Zeit war feine Stablproduktion beinabe so hoch wie vor dem Kriege. Gegenüber 1921 ist in diefen beiden Produktionszweigen eine Erhöhung um ungefähr ein Drittel zu verzeichnen. bräu A.-G. München haben einen Interessengemein ichaftsvertrag abgeschlossen. Die Selbständigkeit und Rechts persönlichkeit beider Gesellschaften wird vollständig gewahrt. Doch werden Mitglieder vom Aufsichtsrat und Vorstand ausgetauscht. Zunahme der Kohlenförderung auch in West- Oberschlesien. Die Steinkohlenförderung West- Oberschlesiens betrug nach vorläufigen Ermittelungen im August 1922 bei 27 Arbeitstagen 765005 Tonnen gegenüber 684 513 Tonnen bei 25 Arbeitstagen im Bormonat bzw. 974 769 Tonnen bei 26 Arbeitstagen im Auguft 1913. Die Gesamtförderung hat somit im Berichtsmonat um 80 492 Tonnen oder 11,8 Proz. gegenüber dem Bormonat zugenommen. Die arbeitstägliche Förderung betrug im Berichtsmonat 28334 Tonnen gegenüber 26 327 Tonnen im Bormonat. Durch eine fyftematisch angelegte Wühlarbeit hat man sich bemüht, Generalffreifaffion der Anhänger Moskaus. Durch eine systematisch angelegte Wühlarbeit hat man sich bemüht, Organisation zu zersprengen; Ausschlüsse waren nötig, aber niemand dem Vorstand jedes Bertrauen abzugraben und das Grundgesetz der wird wegen Zugehörigkeit zur KẞD. ausgeschlossen, nur wegen Zuwiderhandlung gegen die Verbandsbeschlüsse. Allerdings, wenn die KPD. nicht auf die Zellenbildung verzichtet, so wird sich faum ein gutes Verhältnis ergeben, Der Verbandstag soll bestimmen, ob wieder zwei Berbandsmitglieder zur Frankfurter Arbeiterata demie entsendet werden, desgleichen nach Münster. Ein wertvolles Prinzip stellt räten bereitstellte. dar, daß die Regierung Staatsmittel zur Schulung von BetriebsNach einer Erörterung der Reorganisationspläne für die Eisenbahn ging Scheffel auch auf die Frage des Zusammenschlusses des DEB. mit anderen Verbänden ein. Er hält nichts von Konstruktionen, entscheidend sei, wie sich mit möglichst geringem Kraftaufwand der Zweck der Organisation am besten erreichen lasse. Das sei bei einem 3usammenschluß mit dem Transportarbeiterverband jetzt noch nicht der Fall, erst wenn eine innere Notwendigkeit dazu vorliege, könne der Zusammenschluß erfolgen. Das gleiche gilt vom Gemeindearbeiterverband. Die Schwächung oder Zerschlagung des Deutschen Be amtenbundes wurde vom DEV. erstrebt, deswegen unterstützen wir den Allgemeinen Deutschen Beamtenbund, obgleich wir ursprünglich für gemeinsame Organisation der Arbeiter Aus der Außenhandelsstatistik für die erften sieben Monate 1922 Die ruffische Zuderproduktion. Einem Berichte des Zudertrusts und Beamten eintraten. Auf die Dauer wird aber Streit nicht ausfind einige wichtige Erscheinungen hervorzuheben. Erstens springt zufolge, melcher die Zuderindustrie der gesamten Sowjetföderation bleiben, wo in einem und demselben Betrieb zwei verbündete Drdie gewaltige Steigerung der Rohstoffeinfuhr gegenüber umfaßt, find im Jahre 1921 in Rußland nur 50000 Tonnen ganisationen die Beamten für sich in Anspruch nehmen. Zusammen1921 ins Auge; gegen 17 Millionen Tonnen in den ersten Buder produziert worden, gegen 1720 000 Zonnen im Jahre 1915 faffung in einer einheitlichen Organisation würde die Macht ter Monaten: 1921, find 1922 in ber entiprechenden Beriode und 90 860 Tonnen im Wirtschaftsjahr 1919/20. Jm beginnenden Eisenbahner entschieden stärfen. Mit Scheffels lebhaft begrüßter 25 Millionen Tonnen eingeführt worden. Besonders hoch war Wirtschaftsjahr sei planmäßig eine Produktion von etwa 130 000 Schlußaufforderung zum geschloffenen Rusammenstehen für Demodie Mehreinfuhr für Robstoffe der Seidenindustrie. Die wesentliche Tonnen vorgesehen, doch werde die in Aussicht stehende gute Rüben- fratie und Sozialismus endet der erste Verhandlungstag. Steigerung der Rohstoffeinfuhr ist ein Beichen aufsteigender wirt ernte eine Erhöhung der Produktion bis zu 230 000 Tonnen Ein Antrag, einem Redner der„ Oppofition" unbeschränkte R fchaftlicher Konjunktur. Die Aufuhr Frankreichs in dieser Periode ermöglichen. Um die Transportschwierigkeiten bei der Zustellung zeit zu gewähren, wird mit sehr großer Mehrheit abgelehnt. zeigt zwar eine weientliche Wertverminderung. die jedoch nur auf der Rüben zu bewältigen, hat der Trust eine Anzahl Eisenbahndie Preisrückgänge zurückzuführen ist. Der Menge nach bat auch magen in eigener Regie repariert. Die Tätigkeit des Trusts wird die Ausfuhr eine Steigerung von 8 Millionen auf beinahe indessen durch den Mangel an Betriebskapital bedroht. 10 Millionen Tonnen erfahren. Sweitens ist die Tatsache hervor- Der Absah des Zuckers werde durch den hohen Zuckerpreis, welcher zuheben, daß Englands Anteil an dem französischen Außen- gegenwärtig über 4000 Rubel Mufter 1922 pro Bud betrage, handel in einem ganz unerwarteten Maße gestiegen ist. Im verhindert. Wetter bis Donnerstag mittag. Zunächst überwiegend bewölft mit weit verbreiteten, anfangs im Binnenlande, dann auch im Küstencbiete vielfach starken Regenfällen. In den Tagesstunden mäßig warm, später zeitweise aufllarend. Komische Oper DIR. JAMES KLEIN Sonnabend, 16. Sept., Premiere Die große internationale Ausstattungs- Revue Europa spricht davon übertrifft an Pracht selbst die grossen Reveen von Paris and London! VORVERKAUF VON 10 BIS 6 UHR. Opernhaus Deutsch. Theat. Volksbühne 8 Uhr: 7: Der Vater Wasser 72 Uhr: Der Barbier v. Bagdad Do. 8: Das Glas Verschwender Schauspielhaus Kammerspiele 7 Uhr 72 Uhr z. 1. Male: Der Schattenfischer Theater des Ostens ( Rose- Theater) Der selige Hollschinsky 73/4: DieLiebesprobé Folies Caprice Maria Stuart Do. 7: Die Jung- Lessing- Th. Linienstr. 132( Oranienby. Tor) fernvom Bischofsberg Tägl. 8 Uhr: 7 Uhr: FAUST Madame Cocotte Residenz- Th. Gr.Schauspielh. Der Schildpattkamm Beethoven- Sonate Heute 2 Abendvorstellungen ( Karlstraße) Carola Toelle Orpheus in 7/4 in Hannele Do. bis Sonnab. 8: Die Badewanne Sonntag 1; Faust der Unterwelt Dent. Künstler- Th. Do. 7: Orpheus Sommerspielzeit in d. 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Weinberger Brunnenstr. 25 Detailverkauf von Herren-, Damenstiefeln und Schuh- Fabrik -schuhen zu Fabrikpreisen. ONE GROND GROND gegen Freitas Massenkundgebung Teuerung und Wucher 15. Septbr.: Die Reichswehr verteilt Hakenkreuze. Ein in Berlin wohnender Herr bekam dieser Tage von der 3. Kavallerie- Division Kassel folgendes Schreiben: 3. Kavallerie- Division. Abt. 2a Nr.( hier fortgelassen). Einschreiben! Kassel, den 7. September 1922. Herrn N. N. In der Anlage übersendet Ihnen die Division eine fin= nische Erinnerungsmedaille nebst Band und Besizzeugnis. Anliegende Empfangsbescheinigung wird zurüderbeten. Die verliehenen Freiheitsmedaillen sind auf dem Transport seinerzeit gestohlen worden. Die maßgebenden Stellen haben zwar Nachforschungen angestellt, doch ist mit einem Ersatz der Medaillen nicht zu rechnen. Vorläufig gelangt nur die Erinnerungsmedaille zur Bersendung. Bon seiten der Division für den Chef des Stabes v. Pamel. Dem Schreiben beigefügt ist eine Bescheinigung des fin nischen Kriegsministeriums. Die finnische Regierung fann ja nun Orden und Medaillen verleihen, an wen sie will. Wieso aber deutsche Reichsstellen dazu da sind, die Ausführung und Uebermittlung solcher Ordersverleihungen zu übernehmen, wieso aus Reichsmitteln die gar nicht unerhebliche Bureauarbeit und das Borto für die Berleihungen( es handelt sich sicher um eine ganze Anzahl folcher Briefe) aufgebracht wird, das ist uns unerklärlich. Hat sich die 3. Kavallerie- Division etwa deswegen so eifrig der Sache angenommen, weil die Medaille auf der Rückseite ein großes aten freuz zeigt? Ein nationaler Räuberhauptmann. Nur fünf Monate Gefängnis! " Das Münchener Volksgericht" verurteilte den Hauptmann Römer vom Bund, Oberland" zu fünf Monaten Gefängnis wegen Anreizung zu Verbrechen. Römer hatte, um der leeren Kaffe des Freikorps„ Oberland" aufzuhelfen, einige Bundesmit alieder aufgefordert, ein Automobil mit Ausländern zu überfallen und die Insassen zu berauben. Der Ausrede Römers, daß er seine Leute nur habe„ prüfen" wollen, schenkte das Gericht auf Grund der Zeugenaussagen feinen Glauben. Der Bund„ Oberland" ist dem bayerischen- Ordnungsblod angeichloffen! Parteigenoffinnen und-genossen erscheint zahlreich! Deutschland regieren, von Rechts wegen alle an der Laterne der deutschen Arbeiterorganisationen gemacht worden ist, mit Zubaumeln" müßten. Auch ein Appell an die„ sittlichen Kräfte" des ſtimmung der betreffenden Bevölkerung und in Gemeinschaft mit Boltes! Aber wir brauchen nicht in die Vergangenheit zu gehen. Den französischen Gewerkschaften selbst Wiederaufbauarbeiten ausIn der vorlieger.den Nummer vom 3. September lesen wir auf zuführen, von den französischen Behörden hinterScite 265: trieben worden ist. Die Beamten haben Handschellen und Maulkörbe bekommen. Man sehe nur. was in Thüringer möglich ist! Und was nicht mit der Beitsche geht, das geht mit Zuderbrot desto besser. 75 Millionen Mart zum Schuße der Republik" find bewilligt. Wohl be tomms den Empfängern, Appetit braucht man ihnen ja nicht erst zu wünschen. Das System der Verdächtigungen und Berleumdungen wird also munter fortgesetzt. Wenn zwei dasselbe tun. Rathenau und der Stinnes- Vertrag. Wegen seines Vertrages mit den französischen Wiederaufbaugenossenschaften fand Herr Stinnes den Beifall der rechtsgerichteten Preffe. Sein vaterländisches Verdienst er scheint jedoch in wesentlich anderem Lichte, wenn man des Geschäftes gedenkt, das er und seine Unternehmungen dabei machen. Und es wird noch greller beleuchtet durch die Tatsache, daß anderen Unternehmungen, darunter der AEG. des verstorbenen R athenau, ein ähnlicher Vertrag an geboten wurde. Die„ Sozialistische Korr." teilt dazu mit: Der Marquis de Lubersac hatte bereits zu Lebzeiten Walter Rathen aus den Vertrag, den er jetzt mit Hugo Stinnes geschlossen hat, der AEG. und ihrem Generaldirektor Deutsch angeboten. Herr Deutsch hat Verhandlungen über die Idee abgelehnt mit der auf der Hand liegenden Begründung, wenn ein solcher Vertrag zwischen der AEG. und einer französischen Finanzgruppe zustande käme, würden er und Rathenau sich vor den Borwürfen und Schmuzkübeln der nationalistischen Presse überhaupt nicht mehr retten können. Das alles muß der„ Peuple" wissen. Wir wissen- das soll fein Vorwurf gegen die französischen Arbeiter sein daß der Einfluß, den die deutsche Arbeiterschaft in Deutschland auf die Form der Borschläge zur Ausführung der Wiederaufbauarbeiten hatte, nicht. sein entsprechendes Gegengewicht in einem gleich starten Einfluß der französischen Arbeiterbewegung in Frankreich gehabt hat. Aber dieser mangelnde oder nur geringe Einfluß der französischen Arbeiter bewegung ist leider schuld daran, daß alle Anstrengungen und alle Anerbieten der deutschen Arbeiterschaft und der deutschen Reich: regierung resultatlos geblieben sind. Die französische Regierung, ob ihr Chef nur Poincaré, Briand oder Clemenceau hieß, hat je de Erfüllungspolitit zurüdgewiesen, die von der republika= nisch gesinnten Arbeiterschaft Deutschlands ge= tragen war. Sie hat ihre Zustimmung erst in dem Augenblic gegeben, als Herr Stinnes fich des Wiederaufbaues bemächtigte, und zwar nicht im Sinne einer Aussöhnung der Völker, sondern ganz einfach als ein Geschäft. Gewerkschaften und Stinnes- Abkommen. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund wird sich noch im Laufe dieser Woche mit dem Bertrag Stinnes- Lubersac beschäftigen. Der Peuple" fennt den Vertrag von Versailles. Er weiß, daß Deutschland nicht bestimmen fann, wie die Arbeiten in Nordfrankreich ausgeführt werden sollen. Der„ Peuple" weiß, daß darüber einzig und allein die französische Regierung zu bestimmen hat. Wenn die französische Regierung also dem Vertrage Stinnes- Lubersac ihre Zustimmung gibt, so hat weder die deutsche Arbeiterschaft noch die deutsche Reichsregierung irgendein Mittel in der Hand, dies zu verhindern. Das könnte aber durch das französische Parlament bzw. durch einen entsprechenden Drud auf dieses Parlament geschehen. Ob die französische Arbeiterbewegung, gespalten, wie sie nun einmal leider ist, die nötige Kraft aufzubringen vermag, um die Zustimmung zu dem Geschäft zu verhindern, erscheint leider zweifelhaft. Es heißt aber doch wirklich die Dann ist, soviel wir wissen, der Herr Marquis durch Vermitt- Tatsachen auf den Kopf stellen, wenn der Peuple" aus der eige lung der Dresdener Bant an einige andere große deutsche Unter- nen Machtlosigkeit eine Verfehlung der deutschen Arbeiters haft nehmungen herangetreten. Diese standen indessen nicht wie tonftruiert. Rathenau und Deutsch- auf dem Standpunkt der Erfüllungs- und Versöhnungspolitik, sondern waren nationalistisch gestimmt wie Quach und Hugo Stinnes. Sie erklärten deshalb den Unterhändlern, sie fönnten nach ihrer Ueberzeugung nicht dazu mithelfen, die Menge der deutschen Reparationslieferungen zu vermehren. Herr Römer, dessen Name auch mit früheren Gewalttätigkeiten Denn je höher die Reparationslieferungen, um so stärker die Geldter Oberländer verknüpft ist, scheint eine Mar Hölz verwandte inflation in Deutschland, um so gefährlicher die Muslaugung des Paris, 12. Eeptember.( WTB.) Nach einer Meldung des Natur au sein. Aber Hölz wurde zu lebenslänglichem deutschen Wirtschaftslebens, um so unmöglicher die Wiedereroberung Matin" aus Brüssel kommen die Feststellungen des Obersten Mag, 3ucat baus verurteilt, Römer erhielt nur fünf Monate Ge- des Weltmarktes. Ein solcher Bertrag zur Bermehrung der Repo- der vom Juſtizdepartement mit der Prüfung der in Oberfassel am fängnis. Das ist ein gewaltiger Kontraſt, ſelbst wenn man in rationslieferungen wäre für sie höchstens in Frage gekommen, te Betracht zieht, daß Römers Verbrechen nicht zur Ausführung ge- lange Deutschland für fehlende Reparationslieferungen Gold hätte Tatort gefundenen Munition beauftragt worden war, zu folgenInngte. Denn immerhin hätte Römer nach dem§ 49a SiGB. zahlen müssen. Das sei jezt abgeschafft, was an Reparationsliefe- dem Schluß: Die auf der Straße gefundenen Patronenhülsen sind die von ( Duchesne Paragraph) mit Gefängnis bis zu fünf Jahren be- rungen fehle, fehle eben. Und da ihrer Ueberzeugung nach Deutschfiraft werden können. Aber gewissen Hütern der bürgerlichen Ord- land noch niemals soviel liefern könne, wie zur Versöhnung Frant- der Pistole System Colt abgeschossenen Kugeln, die Sergeant Stres nung ist diese nicht viel wert, sobald sie von reaktionärer reichs notwendig wäre, hielten sie sich an die Bestimmung des Wies- in der Hand hielt, als er fiel. Die am Tatort gefundene Kugel ist Eeite gestört wird. badener Abkommens, daß kein deutscher Unternehmer zu Repa- von einer Pistole desselben Kalibers abgefeuert worden, wie tie rationslieferungen gezwungen werden könne und lieferten nicht und dem Sergeanten Staes gehörige es ist. Die Schlußfolgerungen täten auch nichts, um die Reparationslieferungen zu vergrößern führen also mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu der Annahme, und vorwärts zu treiben. Sie fönnten nicht für 90 Millionen daß der Sergeant, der infolge des Streits, den er gehabt hat, in großer Aufregung aus dem Café heraustam, aus Unachtsamkeit Goldmark Prefit die deutsche Industrie an Frankreich verkaufen. Das alles ist nach sozialdemokratischer Auffassung gefährlicher die Sicherung seines Revolvers gelöst hatte, um sich gegen ein.n nationalistischer Unsinn. Aber es entspricht durchaus der etwaigen Angriff zu sichern, und so zufällig den belgischen Politit, welche Herr Hugo Stinnes seit jeher gepredigt hat. Ais a chtposten getötet hätte. Als er sich dann über die Schwere dann aber der Herr Marquis de Lubersac an Stinnes herantrat, seiner Unflugheit und seiner Verantwortung flar wurde, hätte er da wurde Herr Stinnes plöklich Erfüllungspolitiker, Rathenaus die affe gegen fich felbst gewandt. Nach dem„ Matin" ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen, und Oberst Mag habe Erbe und Gewinner von 90 Millionen Golmart Profit. noch den Auftrag, einen zweiten Bericht anzufertigen. Aufrechte Vergeßlichkeit. Der„ Bund der Aufrechten" ist auf Grund des Schußgefeges verboten worder, aber sein Organ,„ Der Aufrechte", erscheint mertwürdigerweise immer noch. Natürlich benußt er dieses Erscheinen, um gegen das Verbot des Bundes zu pelemisieren. Gobald man den Reaktionären an den Kragen geht, find sie alle Unschuldslämmer, und so liest man denn im Aufrechten". daß der aufgelöste Bund richts weiter gewollt hätte, als an die fittlichen Kräfte des Volkes zu appellieren. Bergeßlich, ach wie vergeßlich! Kurz vor der Ermordung Walter Rathenaus las man in demselben Blatte, daß die Männer, die jetzt wasser unbenutzt ablaufen zu laffen, in der Annahme, daß dadurch endlich der Zufluß von heißerem Wasser erzwungen werden kann. Durch diese gesteigerte Wasserentnahme wird auch eine riesige Menge an Brennstoff nuslos verfeuert eine Vergeudung, die heute vermieden werden muß. Was ein Einmillionenrubelichein weit ist. Ein Angestellter des Siemens- Konzerns erhielt fürzlich von einem Freunde aus Moskau cinen der neuen in Sowjetrußland in den Berfehr gebrachten Einmillionenrubelscheine zugesandt. Auf die Rückseite dieses Geldscheines hatte der deutsche Absender aus Mostau folgendes geschrieben:„ Der Kurs dieses Geldscheines beträgt augenblicklich 73,50 Mart, aber taufen tann ich mir hierfür in Moskau sehr wenig: zwei Ansichtskarten fosten eine Million, ein Bleistift auch eine Million, eine fleine Flasche Tinte ebenso eine Million. In der Konditorei befomme ich hierfür einen Kuchen oder ein Glas Kaffee( 800 000 plus Trinkgeld 200 000) macht eine Million. Eine fleine( halbe) Tafel Schokolade foftet eine Million, ein Bädchen Zigaretten( 25 Stüd) rine Million. Daher erlaube ich mir den Leichtsinn, auf der von der Sowjetregierung vorsorglich unbedruckt gelassenen Seite dieses Scheines Deiner lieben Hede und Dir aus dem Paradiese der Milliardäre meinen besten Gruß zu übersenden." Stumme Berediamkeit. Die Vertreter von 40 000 aub stummen aus ganz Italien haben sich zu dem ersten Nationalfongreß der italienischen Taubstummen in Rom vereinigt. Bei der Versammlung wurden lange und sehr beredte Reden gehalten, bei deren sich die romanische Begabung für die Gebärdensprache in beftem Lichte zeigte. In dem Kongreffaal herrschte dabei das tiefste Schweigen. Die Sprecher benutzten nur ihre Finger, und fein Ton wurde vernommen. Der Kongreß beschäftigte sich hauptsächlich mit Erziehungsfragen und forderte, daß alle Taubstummen zum Besuch einer Taubstummenschule von Staats wegen gezwungen und dort unentgeltlich unterrichtet werden follten. I Der von uns wiederholt betonte Widerspruch zwischen Stinnes dem Politiker und Stinnes dem Geschäftsmann erfährt durch diese Feststellungen eine Bestätigung. Es ist eben nicht dasselbe, wenn zwei dasselbe tun, wenn Rathenau den Grund zu dem Vertrag legte, den Stinnes jetzt abschließen fonnte, und wenn dieser mit 6 Proz. Provision und Frankenpreise das Geschäft perfekt macht. Rathenau, der bei dem Wiesbadener Abkommen das Interesse der Allgemeinheit wahren wollte und persönliche Vorteile von sich wies, wurde zu Tode gehetzt. Stinnes macht das Geschäft, avanciert und hezt seine Presse weiter zum Vater des Vaterlandes gegen die Regierung. Gegen eine Legendenbildung. Es wird da behauptet, daß die deutschen Sozialdemokraten, wie auch die deutsche Regierung, das plutokratische und reaktionäre Manöver des Herrn Stinnes sich entwickeln ließen, indem sie es nicht wagten, die Notwendigkeit einer wirklichen Anstrengung in der Frage der Reparationen zu verkünden". " Aufklärung über Oberkassel. Es ist jetzt eine Untersuchung angefteilt worden, um festzustellen, wie es möglich war, daß sich der Unteroffizier um 3 Uhr morgens außerhalb der Kaserne befand. Nach diesen Feststellungen, die leider noch nicht in der Faijung einer amtlichen belgischen Stelle vorliegen, ist zu erwarten, daß die belgische Regierung nicht länger zögern wird, ihren Irrtum einzugestehen und wiedergutzumachen. Befremden muß es unter diesen Umständen, wenn von amtlicher belgischer Seite ohne weiteren Rommentar mitgeteilt wird, daß der Deutsche Laube, der sich zur Zeit der Vorfalls in Oberfassel in dem Café befand, nerhaftet worden ist. Es wäre doch notwendig, Aufklärung darüber zu verlangen, welche Ursache diese Freiheitsberaubung hat, nachdem festgestellt werden konnte, daß Deutsche mit der ganzen Schießffäre nichts zu tun haben. Das Orientproblem. Richtlinien der Entente. Im Pariser Peuple", dem Organ des französischen Gewert schaftsbundes, wird der Stinnesvertrag eingehend tommentiert. An der Spitze des Blattes wird u. a. darauf hingewiesen, daß ein französischer Marquis einem Alldeutschen die Hand reicht und es wird London, 12. September.( Reuter.) Zwischen den allierten daran die Frage gefnüpft, ob die deutsch- französische Ausföhnung nicht mehr verdammenswert sei, wenn es fich um Kapitalisten Regierungen find Mitteilungen ausgetauscht worden bezüglich der handelt. allgemeinen Linie der Politif, die befolgt werden soll, Wir können diesen Kommentar des„ Peuple" nur vollinhaltlich und es könne angenommen werden, daß keinerlei Abweichung von unterschreiben Unser französisches Bruderblatt knüpft aber in der allgemeinen Linie der Politik gegenüber der Türkei, die am feinen Nummern von Mittwoch und Donnerstag einige Bemer 1. März auf der Konferenz der Außenminister in Paris festgesetzt fungen daran, die uns nötigen, in tameradschaftlicher Weise einer wurde, statfinden wird. Es ist bereits durch eine gemeinsame Miteventuellen Legendenbildung vorzubeugen. teilung flargemacht worden, daß feinerlei Berlegung der neutralen 3one durch die Kemalisten gestattet wird. Bezüglich der vorgeschlagenen Konferenz für den nahen Osten ist die britische Regierung, obwohl die Notwendigkeit für den Zusammentritt einer solchen Konferenz zu einem baldigen Zeitpunkt anerkannt wird, der Ansicht, daß der Augenblick für irgendeine Erörterung auf der für die Konferenz von Benedig vorgeschlagenen Grundlage nicht günstig ist. Die alliierten Regierungen werden eine Klärung der militärischen Lage abwarten, bevor sie irgend etwas Endgültiges in der Art einer allgemeinen politischen Konferenz vorschlagen. Die britische Regierung hat keinerlei offizielle Berichte erhalten bezüglich der Meldung, daß die jugosla= mische Regierung sich an Italien wegen Vertretung auf irgendeiner solchen Konferenz gewendet habe. Aber ein derartiger Schritt Wir erinnern also nochmals daran, daß das erste Angebot zum fei bereits seit einiger Zeit als unvermeidlich anerkannt worden, Kammerspiele des Deutschen Theaters. Das Theater Riti. mora"( auf deutsch: Waldhere), das demnächst sein Gastspiel beginnt, Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Nordfrankreichs im Dezember angesichts der Tatsache, daß die Frage einer Gemeinsamkeit zwischen besteht aus Regisseuren, Schauspielern und Tänzern der Moskauer Rammer 1918 Dom Deutschen Bauarbeiterverband gemacht der Türkei und Bulgarien vitale Interessen Serbiens berühren spiele und des Mioskauer früheren Kaiserlichen Balletts und hat sich die worden ist. Wir erinnern weiter daran, daß vom April 1919 ab würde. Man hält es nicht für unwahrscheinlich, daß andere Mächte, Pflege des nationalen ruffischen Tanzes und der Groteste in der Muis führung fleiner Szenen. Tänze, Solo- und Chorgeiänge zur Aufgabe ge- alle deutschen Regierungen, in denen Sozialdemokraten saßen, undie auch direkt interssiert sind, ebenso handeln werden. macht. Es fiebt unter der fünstlerischen Zeitung von Dr. S. Vermeil, ermüdlich und immer wieder Vorschläge für die Regisseurs der Moskauer fünlerischen Stammeripiele. Die musikalische Ausführung der Wiederaufbauarbeiten ge. Peitung hat Kapellmeister Heinrich Forter( ebenfalls von den Moskauer macht haben. Wir erinnern weiter daran, daß alle diese Vor- Paris, 12. September.( WTB.) Nach einer„ Matin"-Meldung David Pinski, der bekannte jiddische Arbeiterdichter und Dramatiker. fchläge auf dem Grundfaß beruhten, daß Reparationsgewinne aus aus Belgrad haben der griechische und der englische Gesandte bei der befindet sich auf der Durchreise nach Palästina in Berlin. Aus diesem geschaltet werden, und daß dagegen die Kontrolle der fran- jugoslavischen und der rumänischen Regierung Anlaß veranstaltet die Jüdische Kulturlica am 13.. 8 Uhr abends, zösischen und der deutschen Arbeiterorganisationen eingeschaltet einen Schritt unternommen, welcher die Intervention Jugoim großen Eaal der Ressource, Dranienburger Straße 18, cinen öffentlichen wird. Wir erinnern schließlich daran, daß alle diese Vorschläge von flaviens und Rumäniens im griechisch- türkischen Konflikt im Sinne Begrüßungsabend. der französischen Regierung entweder Direkt zurück der Aufrechterhaltung des status quo auf dem Balkan perRevision im Celly- de- Rheydt- Prozeß. Am 23. findet in Leipzig Und langt. Nach ,, Tribuna" fordert die Bevölkerung von Saloniki, welche die Berhandlung der von Celly de Rheydt gegen ihre Verurteilung einge gewiesen worden sind, oder ohne Antwort blieben. legten Revision statt. wir erinnern schließlich daran, daß der letzte Bersuch, der seitens Unruhen befürchtet, die Besetzung der Stadt durch serbische Truppen. Jean Kren, der bekannte Bossenautor und Theaterdirektor, ist acstern im Alter von 63 Jahren gestorben. Als Hausdichter des Emil- Thomas, Adolf- Ernst- und Zentraltheaters sowie als Leiter des Thalatheaters hat er in der Berliner Kulissenwelt eine gewisse Rolle gespielt. Stammerspielen). " Hierauf haben wir folgendes zu ermidern: Wenn solche Behauptungen in einem beliebigen bürgerlichen Blatt der poincaristischen oder der Stinnespresse und die sind beide in diesem Punkte gemacht worden wären, so würden wir ein Herz und eine Seele fie als natürlich hingenommen haben. Etwas anderes ist es aber, wenn solche mit der Wahrheit direkt in Widerspruch stehenden Behauptungen in dem Organ des französischen Gewerkschaftsbundes veröffentlicht werden. Intervention der Balkanmächte? Gewerkschaftsbewegung leitet. Generalversammlung der Betriebsräte. Die am 5. September vertagte Generalversammlung der Berliner Betriebsräte nahm am Montagabend in der Stadthalle ihren Fortgang. Sie wurde mit eingehenden Ausführungen des SPD.Bertreters Bernhard Krüger über die Wirkung des Versailler Friedensvertrages auf die Lage der deutschen Arbeiterschaft eingeKrüger erflärte, daß angesichts der wahnwißigen Teuerung Berzweiflungsausbrüche der Arbeiterschaft wohl verständlich seien, daß aber damit ihre Lage nicht gebessert werde. Stellung nehmen zur Teuerung, bedeute Stellung nehmen zu den Auswirkungen des Versailler Friedensvertrages, der die Hauptschuld an der Not der deutschen Arbeiterschaft trage. Dieser Bertrag, dessen Unterschreibung gerabe von den Arbeitern gefordert worden sei, drohe das Wirtschaftsleben Deutschlands wie auch der Siegerstaaten zu vernichten. Deshalb müsse der Versailler Friedensvertrag als Wurzel des Uebels beseitigt werden.( Zustimmung, Unruhe bei den Kommunisten.) Allerdings wäre es denen, die mit der Elendstheorie hausieren gingen, lieber, wenn die Berelendung der deutschen Arbeiter noch weitere Fortschritte machte. Wenn man als Sozialist immer wieder betone, daß eine Berbesserung der Lage nur durch die Umwandlung der fapitalistischen in die sozialistische Wirtschaft erzielt werden könne, so dürfe man dabei auf keinen Fall an das Moskauer Rezept denken. Denn die Kommunisten, die in Deutschland in beweglichen Worten Klage führten, daß die Arbeiterschaft hungere und friere, sollten lieber nach Rußland schauen, wo die Arbeiterschaft tatsächlich verhungere. Selbst die reſtlose Durchführung der vom ADGB. aufgestellten Forderungen dürfte faum ein Jota an den heutigen Zuständen ändern. Trotzdem müßte das Menschenmöglichste versucht werden. Aber mit Kontrollausschüssen und sonstigen kommunistischen Rezepten ließe sich die Teuerung auf feinen Fall beheben. Der Aufruf der Fünfzehnerkommission beweise lediglich, daß angesichts der bevorstehenden Einigung des deutschen Proletariats die Rommunisten Angst hätten, daß ihnen in den Gewerkschaften alle Felle wegschwimmen.( Lebhafter Beifall.) Es kam dann zu einer lebhaften Aussprache, in der der USP.Vertreter Schiemann sich scharf gegen den Bersuch wandte, durch Einberufung eines Reichsbetriebsrätekongresses der Roten Gewerk schaftsinternationale Moskaus in Deutschland Boden zu schaffen. Von der Opposition wurden bemgegenüber die Forderungen des Offenen Briefes" unterstützt und die sofortige Einberufung des Reichsbetriebsrätefongresses verlangt. Wer sich dieser Bewegung entgegenstemme, so erklärten die kommunistischen Redner, über den werde sie hinweggehen. Dann hielt Emil Barth des Schlußwort. Er betonte noch mals, daß das Festhalten an den Kontrollausschüssen und den Reichsbetriebsrätefongresses lediglich die Gründung der Kommunistischen Gewerkschaftsinternationale in Deutschland bedeute, und daß mit solchen Mittein die deutsche Arbeiterschaft immer weiter gespal= ten und zersplittert werde. Er entwidelte noch einmal eingehend feine Borschläge zur Berbesserung der Lebenstedingungen der Arbeiterschaft. Unter Zugrundelegung der englischen Löhne als Stanbard müßten die deutschen Arbeiter die Hälfte der englischen Löhne erhalten, während die andere Hälfte von den Unternehmern als Steuer an den Staat abzuführen sei, der dadurch 17% Milliarden Goldmart erhalten würde. Unter allgemeiner Spannung wurde dann zur entscheidenden Abstimmung geschritten. Mit 156 gegen 125 Stimmen wurde die Resolution des Vollzugsrats der freigewerffchaftlichen Betriebsrätezentrale angenommen. Diese Entschließung beauftragt den Vollzugsrat, durch den Beirat eine Vertretersizung von Betriebsräten aus dem ganzen Reich anzuregen, die diskutable Grundlagen" für einen Reichsbetriebsrätefongreß zu schaffen hat. Die von der Opposition eingebrachte Refolution war damit erlebint. Eine weitere Entschließung des Bollzugsrats, in der das Vorgehen der Oppofition gemißbilligt wurde, wurde mit 137 gegen 136 Stimmen abgelehnt. Der abgesagte Anwaltstag. Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: In Nummer 421 des Vorwärts" vom 6. September 1922 wirt berichtet, daß der Deutsche Anwaltsverein sich gezwungen gesehen hat, den für die zweite Septemberwoche nach Hamburg einberufenen 23. Anwaltstag abzusagen, da er nicht in der Lage sei, die Roften der Tagung aufzubringen. Dazu möchten wir folgendes mitteilen: Grund der Tatsache ausgehend, daß heute noch viele Anwälte mit ihrer Wertmeisterverbandes mit Inapper Mehrheit angenommen worden Familie große Ferien- und Seereisen unternehmen, können wir ist, fann die Gehaltsbewegung für die Monate August und Sep nicht annehmen, daß auf Grund der Zahlungsaufforderung an die tember 1922 als abgeschlossen betrachtet werden. Rechtsanwälte nicht so viel Geld zusammenkommen sollte, um den Die Vereinbarungen sind im Wortlaut im Ortskartell Groß deutschen Anwaltstag abhalten zu können. Wir glauben vielmehr, Berlin des Afa- Bundes, Berlin N 39, Reinickendorfer Str. 118, er Afa- Bund, Ortsfartell Groß- Berlin. daß der Deutsche Anwaltsverein aus ganz anderen Gründen seinen hältlich. 23. Anwaltstag abgesagt hat. Wir kommen zu diesem Verdacht auf Grund eines uns vorliegenden Briefes eines bekannten Achtung, Bauarbeiter Berlins! Hamburger Rechtsanwalts an den Vorsitzenden des Hamburgischen Nachdem die Bezirke I und II, Südost und Gesundbrunnen auf Anwaltsvereins, in dem es u. a. heißt,... daß durch diese Zahorganisationsschädigender Vorgänge aufgelöst werden lungsaufforderungen und Einladungen der Gegenseite( mit der Gegenfeite sind die notleidenden Anwalts angestellten mußten, find Anhänger bzw. Beauftragte der Kommunistischen Partei gemeint) willkommenes und nach außen start wiegendes Material am Werke, um die in diesen Bezirfen wohnenden Kollegen aufzu gegeben würde, dem gegenüber in Zukunft auf das„ Nichtkönnen" suchen und sie für ihre Zwecke, für den kommunistischen auch nur eines Tells der Anwälte hinzuweisen schwer sein wird Bauarbeiterverband zu gewinnen. Unter Vorspiegelung allerhand ( nämlich auf das angebliche Unvermögen der Anwälte, die Gefalicher Gerüchte, hoffnungsvoller Versprechungen und was sonst hälter ihrer Angestellten der Teuerung anzu- noch, benützt man die Gelegenheit, die Verbandsbücher einzuziehen. Bauarbeiter Berlins! Laßt Euch durch derartige passen). Wörtlich lautet der Brief denn weiter: Machinationen nicht irreführen, sonst schädigt Ihr Euch selbst! Im Programm( gemeint ist das Programm zum 23. An- Dieser kurze Hinweis scllte genügen, um jedes Mitglied waltstag) fehlt nichts, auch gar nichts aus einem Friedens- unseres Verbandes vor unüberlegten Handlungen in seinem eigenen programm": Atlantic, Tee, Blankenese, Friedrichsruh- Fahrt, Essen im Fährhaus, alles ist vorhanden; also eine Schlemmerei Interesse zu warnen. wie üblich, vielleicht etwas weniger tatsächlich, aber doch nach glieder ergehende Flugblatt. außen hin üppig und reichlich. Das verstimmt und bringt auch die Klienten, von denen wir das 32fache fordern, gegen die Anwälte auf. Ich möchte daher ernstlich empfehlen, ob man fich Septemberföhne im Böttchergewerbe. Wie uns der Böttchernicht offen entschließen will, das Bergügungsprogramm auch jetzt verband mitteilt, erhöhen sich die August! öhne für Böttcher in der noch erheblich zu fürzen; man fann das unbedenklich ersten Septemberhälfte um 18 M. und in der zweiten Septembermit Rüdsicht auf die politische Lage, das neue hälfte um weitere 10 M. pro Stunde. Die Löhne für Hilfsarbeiter Garantieablommen, die Finanzpolitik und die erhöhen sich um 15 63. 10 m. pro Stunde. Das September- Lohnungeheuer geänderte wirtschaftliche Lage und ablommen ist im Bureau, Engelufer 24, III, erhältlich. Teuerung." " Der Schlußfah dieses Briefes lautet: " Ich weiß, daß manche fo denten, wie ich. Ich weiß auch, daß viele Kollegen, deren Gründe dafür mir nicht bekannt sind, weitere Zahlungen für den Anwaltstag ablehnen. Aber nicht megen mangels an Mitteln, sondern aus den oben furz berührten Gründen, die in dem Ernst der Zeit liegen.. Im übrigen verweisen wir auf das dieser Tage an die MitDer Vereinsvorstand. Deutscher Bekleidungsarbeiter- Berband. Damen-, Kindermäntel-, Koflüm- Konfettion! Am 2. resp. 4. September traten neue Lohnfäße in Strait, 55 Proz. Zuschlag auf den bisherigen Tariflohn: für männer 69,25 M., für Frauen 47,30 M. Spigenlohn pro Stunde. Tarifnachträge werden im Bureau, Sebastianstr. 37/38, und in den Bezirksversammlungen ausgegeben. In den Glashandlungen, die zur Deutschen Fensterglas- Aktien39 M., gefordert sind 60 m. pro Stunde. gesellschaft gehören, stehen die Zuschneider, Hilfsarbeiter, Chauffeure und Kutscher feit Dienstag im Streit. Der Lohn war bisher men, daß die Anwälte aus Mangel an Geld nicht den Anwaltstag Ihre Notiz im Vorwärts" läßt die Leser zu dem Schluß tom. abhalten können. Jener Hamburgische Rechtsanwalt dagegen sagt in seinem vorstehend angeführten Schlußfaz flipp und flar, daß Metallarbeiter. Die in der gestrigen Abendausgabe angezeigte viele seiner Kollegen weitere Zahlungen für den Anwaltstag ab- Versammlung der auf dem Boden der Amsterdamer Gewerkschaftslehnen nicht aus Mangel an Mitteln, sondern aus den obengenannten internationale stehenden Funktionäre findet erst am Freitag um Gründen. Gerade die Anwalts angestellten haben ein 6 Uhr in der Humboldt- Akademie, Gartenstr. 25, statt. drigendes Interesse, hier einer Irreführung der Deffentlichkeit vor. zubeugen, da diese nicht zuletzt erfolgt, um gegen die Gehaltsforderungen der Angestellten Stimmung zu machen. Laft eure Kinder nicht Zahntechniker werden! Die Arbeitslosigkeit in unserem Beruf beträgt etwa 60 Broz. und die Gehälter liegen weit unter dem Existenzminimum. Ein später selbständiges Arbeiten ist nur dem Kapitalfräftigen möglich, betragen doch die Kosten für eine mäßige Facheinrichtung 100 000 bis 150 000 M. Augerdem ist damit zu rechnen, daß der Staat die Möglichkeit zur Ausübung einer Braris beschränkt. Verband der angestellten Dentisten und Helferinnen, Siz Berlin. Lohnstreit im Droschkengewerbe. In einer überfüllten Versammlung am 11. September im Gewerkschaftshaus nahmen die Kraftdroschkenführer Stellung zu den Verhandlungen ihrer Branchenleitung und Lohnkommission mit den Arbeitgebern. Mit großem Befremden nahmen die Verfammelten Kenntnis von dem Verhalten der Arbeitgeber, die sich beharrlich weigern, den Grundlohn eines Fahrers, der im Frieden 1,50 W. pro Schicht betrug, auf 30 M. heraufzusehen, wie es der Demobilmachungskommissar den Arbeitgebern dringend empfohlen hat. Mit der weiteren prozentualen Bezahlung der Fahrer von 15 Broz. der Gesamteinnahmen der Benzinfahrer, 20 Broz. für Elektrofahrer und 25 Broz. für Pferdefahrer haben sich die Arbeitnehmer einverstanden erklärt. Das Streitobjekt ist also lediglich die Erhöhung des GrundDie Versammelten hießen einohnes auf 30 M. pro Schicht. stimmig die unternommenen Schritte ihrer Vertreter gut und beauftragten dieselben fernerhin, alles Erforderliche zur Vertretung ihrer berechtigten Interessen zu veranlassen. Angestellte der Groß- Berliner Metallindustrie! Nachdem das mit dem VBMJ. am 2. d. Mts. erzielte Vergen zur Deckung der Kosten des Anwaltstages zugegangen sind. Bon Handlungsergebnis nachträglich auch von den Kollegen des Deutschen Es steht fest, daß den einzelnen Anwälten Zahlungsaufforderun Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836. Achtuna! Chirurgische Brange. Heute Mittwoch, den 13. September, nachmittags 5 Uhr, im„ Rosenthaler Hos", Rosenthaler Straße 10,11: Außerordentliche E Bertrauensmänner- Konferenz mit Betriebsräten. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den Berhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß. 2. Diskussion Jeder Bertrauensmann und Betriebsrat hat zu diefer Bersammlung zu erscheinen. Die Kommiffionsmitglieder der Branche treffen sich eine halbe Stunde früher bei Hummel. Ohne Mitgliedsbuch kein Butritt. Donnerstag, ben 14. September, nachmittags 4, 2hr, in der Hula des Sophion- Spzeums, einmeisterftr. 18/17 Versammlung aller in der Knopfindustrie be schäftigt. Kolleginnen n. Kollegen. Tagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen. Mas Mitgliedsbuch ist zwecks Stontrolle Dorzulegen. Auto- Reparatur- Betriebe. Donnerstag, 14.Septúr., abbs. 7 Uhr: Wichtige Funktionärtonferenz aller Auto- Meparat. Kleinbetriebe Tagesordnung: Bericht über das Verhandlungsergebnis, über Lehrlingsentlohnung usw. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Achtung! Bananichinger. Achtung! Die in der Branchenversamm Tung am 7. September betauntgegebenen Stunden- und Akkord: löhne werden vom 1. September an berechnet. Donnerstag, den 14. September, nachmittags 4 Uhr, im Verbandshaus, Linienftr. 83: Versammlung der Betriebsräte der Untergruppe 8. Tagesordnung: Neuwahl der Gruppenleitung. 126/2 Sahlreiches Erscheinen ist Pflicht Die Ortsverwaltung. Unentbehrlich im Haushalt ist Dr. Thompson's Geifenpulver Marke Schwan Es eignet sich nicht nur zum Waschen son dern auch zum Putzen, Scheuern u Abseifen Überall erhältlich ULLSTEIN Schnitt Muster mit dem Stoffsparer 00 2000 neue Wintermodelle erhältlich im Die Fraktionsvorstände. Die Reichstarifverhandlungen im Bantgewerbe sollen nach Mitteilung des Allgemeinen Verbandes deutscher Bankangestellten am Freitag wieder aufgenommen werden. wortet. Der Transportarbeiterstreit in Leipzig und mehreren anderen Städten Sachfens wurde von den Unternehmern mit der Ausperrung der Transportarbeiter im übrigen Sachsen beantDer Wiener Buchdruckerstreit scheint beigelegt zu werden. Er trifft besonders die Wiener Messe, da keine Propaganda dafür gemacht werden kann. Deutscher Transportarbeiterverband. Branche 3a. Eisen- Röhrenhandel. Heute 6 Uhr im Hofe des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, Vollversamm. Tung. Gektion 5, Industriearbeiter. Donnerstag 4% Uhr 4 Bersammlungen: 1. Gewerffchaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 1; 2. Arminiushallen, Bremer Serforth, Siemensstr. 19, Ede Edisonstraße. Berichterstattung vom VerbandsStraße 78-79; 8. Rolberger Salon, Kolberger Straße; 4. Oberschöneweide bei tag." Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Goldleisten und Holz rahmenbranche. Mittwoch 5 Uhr im Dresdener Casino, Dresdener Str. 96, Branchenversammlung gemeinsam mit den Holzarbeitern. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen eines jeden einzelnen Kollegen unbedingte Pflicht. Die Branchenleitung. ftellte Mitgliederversammlung Donnerstag 7 Uhr Bentral- Festfäle, Alte JakobZentralverband der Angestellten. Gemeindebehörden. Berwaltungsange. ftraße 30-32. Funktionäre treffen sich um 5 Uhr ebenda. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband. Die nächste Branchenversammlung nur für Mitglieder ist am Donnerstag abend 6 Uhr in den SophienGälen. Unsere Forderungen an die Arbeitgeber." Deutscher Hutarbeiterverband. Donnerstag 5 Uhr Versammlung aller Be triebsräte im Saal 10, Engelufer 24-25. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Gieran 1 Beilage. Krankheitserreger, die durch Mund- und Rachenhöhle in den Körper eindringen wollen, werden durch Banflavin- Bastillen abgefangen und unschädlich gemacht. Sie sind daher ein wirksames Schutzmittel gegen Erkältung und Anftedung. find angenehm von Geschmack und greifen den Magen nicht an. Bou ersten Forschern warm empfohlen Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien, Kriegsanleihe wird zu 84% nur gegen Legitimation in Zahlung genommen. 3 Ausnahmetage Reinwollene Strickjacken... 2150.- 2975.- 8750.Karierte und einfarbige Ulster 3500.- 5800.- 6750.Mantelkleider mit Tressebesätzen 2950.- Elegante Kostüme Astrachan-, Sealplüschmäntel noch billig! 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