Nr.435 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 211 Bezugspreis: Für den Monat Geptember 200,- M., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Defterreich und Luxemburg 248,- M., für das übrige Ausland 282,- M. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart. England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt C 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile foftet 40,-. Reklamezeile 180,-. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 12,- M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 7,- M., jedes weitere Wort 5, M. 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Auf dem Deutschen Industrie- und Handelstag, der heute vor werf, war eine abwehrende Gefte nach Osten und ein Zeichen ist zum guten Teil Mangel an praktischem EinfühlungsverDem Ehefcheidungsrecht, wie wir es heute noch haben, mittag im Herrenhaus begann, sprach auch der Reichskanzler Dr. der politischen Willenskraft des deutschen Volkes nach West e n. ist zum guten Teil Mangel an praktischem Einfühlungsverund dieser Vorzug Wirth und betonte, daß es die falsch e ste Politik sei, zu glauben, Die glückliche Führung der Außenpolitik unseres Volfes hängt von mögen vorzuwerfen. Es bildet zwar die politischen Ereignisse mit Krisengerüchten begleiten zu der wirtschaftlichen Einsicht unserer Gegner ab. Man muß schon soll feineswegs verkannt werden, juristisch gesehen ein sollen. Derartige Krisengerüchte könnten die politische Situation nur weit in der Geschichte zurückgehen, bis man auf einen ähnlichen forgfältig durchdachtes einheitliches Ganze, aber es tritt an noch gefährlicher machen als sie ohnedies ist. Die Regierung, Wahn stößt, wie auf den, ein Volt wie eine Zitrone auspressen Seite heran und rückt in den Mittelpunkt der richterlichen feinen Aufgabenkreis lediglich von der kriminellen die, im Besiz des Vertrauens der Mehrheit der Volksvertretung, die und dann beiseite schieben zu können. Hauptaufgabe der deutschen Politik verantwortlich leitet, hat zu führen. Sie schlägt einen flaren, Politik war es, Konferenzen vorzubereiten, auf denen Bankiers und Entscheidung die Schuldfrage ohne Rücksicht auf psychoeindeutig bestimmten Weg der Poliitk ein. Sollte sich Vertreter der Wirtschaft saßen und die großen Probleme mitzulösen logische Momente, denen gegenüber die Schuldfrage in einer herausstellen, daß sie dabei von falschen Voraussetzungen ausgegangen versuchten. Der Tag der Erkenntnis ist langsam heraufge- fehr großen Anzahl der Fälle praktisch belanglos ist und die ist, und daß diese Politik nicht zum Ziel führt, so steht der Wolfs dämmert, aber es ist die Gefahr damit verbunden, daß die Bölker, meniger einen Schuldspruch als einen Schiedsspruch erdie erfordern, wie er dem Interesse der beiden sich in der Scheivertretung jederzeit frei, eine andere Regierung an ihre Stelle ein- um die es geht, innerlich zusammengebrochen sind, bevor zusetzen, die eine andere, aber ebenso Here und bestimmte Politik diese Erkenntnis in die politische Tat umgesetzt wird. Wir haben die dungsangelegenheit oft gar nicht feindlich gegenüberstehenden verfolgt; denn flare Politik ist heute unbedingt notwendig für das Pflicht, alle staatlichen, moralischen und materiellen Kräfte aufzu- Parteien am besten entgegenkommt. Es ist ein psychologischer bieten, um diesen Zusammenbruch unseres Volkes zu verhüten. Irrtum des Ehescheidungsrechts, wenn es im Berfahren zuPflicht aller Mächte, die am Kriege teilgenommen haben, aber ist, nächst einen Sühnetermin ansetzt, um den Parteien Gelegensich an einen Tisch zu setzen, die Fragen des wirklichen Friedens zu heit zu geben, sich zu versöhnen, im Hauptverfahren dann aber prüfen und die Baragraphen festzusehen, die einen dauer eine kriminelle Schuld als Vorbedingung für den Scheidungshaften Frieden bedeuten.( Lebhafter Beifall.) Ich erinnere dabei vollzug vorsieht, anstatt das Moment der Versöhnung in die an die unvergeßlichen Worte Rathenaus in Genua:" Pace, Bace, Hauptverhandlung zu verlegen und den Hauptwert darauf Pace!" Europa macht heute nur Terminspolitik, auf den zu legen, daß, sollte eine Versöhnung innerhalb der Ehe un15. August, auf den 15. September und schließlich auf den 15. Fe- möglich bleiben, diese wenigstens außerhalb der Lebensgemeinschaft in Form einer gütlichen Auseinander= bruar nächsten Jahres. Diese Politik der Termine aber ist die segung erzielt wird. Wir leben in einer Zeit heuchlerischer Frivolität, in der eine Verletzung der ehelichen Pflichten, worin fie auch immer bestehen mag, gesellschaftlich geduldet und nur zu oft fanttioniert ist, aber plöglich als kriminelles Verbrechen. auftritt, wenn die Belasteten durch die Scheidung eine moralische Reinigung der Atmosphäre herbeizuführen wünschen. Insofern ist unser Ehescheidungsrecht das Opfer einer Scheinmoral, die durch und durch unehrenhaft, verlogen und korrumpiert ist. Die vorher vom Präsidenten Franz v. Mendelssohn auslegten Zeit manchmal gefehlt. Politik der Divifeffion Europas. gesprochene Mahnung zur Besonnenheit an das deutsche Bolk und an die deutsche Wirtschaft will der Kanzler unterstreichen: Ich bin aus diesem Grunde in diese Versammlung gekommen, um diese Mahnung zur Besonnenheit zu wiederholen. Diese Besonnenheit hat besonders in politischen Kreisen des deutschen Volkes in der Die Reichsregierung ist jederzeit bereit, mit jeder Stelle des deutschen Volkes über Schwierigkeiten zu beraten und sich an den Verhandlungstisch zu sehen, um praktische Wege zur Ueberwindung( Sehr richtig!) Es muß unsere Aufgabe und die ganz Europas fein, dieser Schwierigkeiten zu finden. Solche Schwierigkeiten mußten die Welt von den Terminfrisen zu befreien. Hierzu ist erforderlich, sich notwendig aus dem Weimarer Verfassungswerk und an dem daß nicht jedesmal eine internationale Strife befürchtet wird, wenn Aufbau des demokratischen Deutschland ergeben. Aber solche die deutsche Regierung gezwungen ist, Forderungen zu Schwierigkeiten müssen gelöst werden ohne ultimative widersprechen, die uns von unserem Ziel, Leistungen und Leistungsmöglichkeiten zu vereinen, entfernen. Wir wollen und müssen mit ruhiger Hand das Ruder auch weiterhin in der Hand behalten. Unser aller Ziel, unsere Gemeinschaftsarbeit ist die Rettung des deutschen Volkes und die Wiederaufrichtung des Reiches für kommende Generationen. Der Weg dazu ist nicht Vergeudung des Nationalvermögens, ist nicht Schlemmerei, sondern er ist viel mehr Arbeit, und wenn es sein muß, Mehrarbeit.( Bravo!) Keine Partei in Deutschland ist Selbstzweck. Zur Rettung des Baterlandes müssen sich vielmehr alle Barteien selbstlos in die Wagschale werfen. Das gilt ebenso für Rechts wie für Links, aber befonders für die bürgerlichen Parteien. Im Kampf um die Methode können die Parteien sich streiten, aber im Kampf um das Endziel darf kein Politiker sein Leben durch die Hand eines Fanatikers verlieren. Unser Wahlspruch soll sein: Drohungen. Die Einheit des deutschen Volkes ist das Ziel unserer Politik. Um die Einheit des deutschen Volkes zu retten, sind wir die Leidenswege gegangen, die Ihr Präsident eben dargestellt hat. Mit Freude kann ich betonen, daß das Gefühl der Anhänglich keit an das Reich im deutschen Volle außerordentlich stark ist. Gerade die besonders gefährdeten Randgebiete Rheinland, Oberschlesien, Schleswig haben in den letzten Monaten den Einheitswillen außerordentlich deutlich zu erkennen gegeben. Der Kanzler wiederholte sein früheres Wort„ Erst Brot, dann Reparationen" und sagte dann über die von ihm gewünschte 3usammenarbeit mit allen Kreisen, daß er in den zwei Jahren Kanzlerschaft fast immer verschlossene Türen in den Industriekreisen gefunden habe, wenn er anfragte, ob sie zu der Uebernahme eines Postens im Auslande bereit seien. Um im Herbst und im kommenden Winter den Krieg gegen den Hunger zu organisieren, muß das ganze deutsche Volk bereit stehen, um mit der Regierung die drohenden großen sozialen Gefahren abzuwehren. Diese Arbeit leisten wir nicht nur für Deutschland allein. Was wir feinerzeit in Weimar getan haben, diese Versöhnungspolitik zwischen Proletariat und Bürgertum, war wahres AufbauOptimismus in Paris. „ Das ganze Deutschland soll es sein." Denn es gilt die Einheit und Zukunft Deutschlands zu retten und Deutschlands Wohlfahrt im Laufe der Jahre wieder herbeizuführen. ( Starker Beifall.) Nach den Dankesworten des Präsidenten und einer furzen Ansprache des Staatssekretärs Dönhoff trat der Industrie- und Handelstag in seine Tagesordnung ein. Als Scheidungsgründe sieht das Bürgerliche Gesetzbuch in den§§ 1565 bis 1569 Ehebruch, Lebensnachstellung, bösliche Verlassung, schwere Verlegung der durch die Che begründeten Pflichten, ehrloses und unsittliches Verhalten, grobe Mißhandlung und Geisteskrankheit vor und läßt dabei gänzlich außer acht, daß es außerhalb dieser Kategorien psycho= logische Ursachen gibt, die einer ehelichen Gemeinschaft den Boden entziehen, wie es ja überhaupt ein linding ist, einen komplizierten Vorgang wie eine Lebensgemeinschaft durch den Filter eines engbegrenzten Paragraphenwerkes abflären zu wollen. Gewiß gehören auch diese scharf umrissenen Einzelfälle in einen Gesezeskoder, der sich auf den guten Eigenschaften der Menschen nicht aufbauen fann, wenn es vielleicht auch nicht unnüz wäre, mehr gerade mit diesen Eigenschaften zu spekulieren, als unser modernes Recht mit seinem Strafvollzug es heute tut, aber im Ehescheidungsrecht muß eine Lücke bleiben, wenn nicht über die Schuldparagraphen hinaus eine Formel gefunden wird, die jenseits von Schuld und Sühne eine Lösung der Gemeinschaft ermöglicht, es muß ein Mangel bleiben, wenn nicht diese Form in jedem Verfahren, und mag die Belastung des einen oder Ministerium der nationalen Roalition zu erweitern. Das Verfahren des Schuldigsprechens und des richterlichen anderen Teils noch so schwer sein, als Ideal angestrebt wird. Wenn solche Absichten tatsächlich bestehen sollten, so dürfte das in 3wanges züchtet Rache- und Haßinstinkte groß. Es bringt ein Englische Zeitungsberichte aus Paris bestätigen die An- erster Linie auf die wachsende Gegnerschaft zurückzuführen Moment der Fäulnis und des sittlichen Verfalls in das soziale sicht, daß es in der deutsch- belgischen Schatzwechselfrage zu sein, die Poincaré nicht nur auf der Linken, sondern seit dem Leben. Solange dem Ehescheidungsrecht die Weite fehlt, die einer friedlichen Lösung( ohne Sanktionen) kommen werde; 31. Auguft auch von der französischen Schwerindustrie gemacht in diesen Zeilen angestrebt wird, trägt es sein Teil dazu bei, auch wird davon geredet, daß Lloyd George diese Frage dem wird. Mit der letzteren habe er es völlig verdorben, als er durch die enge Menschen mit verkrüppeltem Moralempfinden zu erVölkerbund überweisen wolle, schon um dessen Be- Annahme der Entscheidung der Reparationskommission die Hoffziehen. deutung zu heben. Nach dem Pariser Journal" ist man in nungen auf eine Besetzung des Ruhrgebietes zunichte Im wirtschaftlichen Leben ist es das heißeste Bemühen der Reparationstommission optimistisch ge- nachte. aller Einsichtsvollen, an die Stelle der Arbeitskämpfe den stimmt und überzeugt, daß die Deutschen die belgischen Vergleich zu setzen; das Internationale Recht arbeitet zielDrohungen nicht beantworten werden; man glaubt, daß man bewußt auf fchiedsgerichtliche Entscheidungen eine Formel finden wird, die einstimmige Zustimmung finden fönnte. Einerseits habe Belgien den Beschluß vom 31. August Allgemeine Zurückhaltung. Ein Dollar 1560 Mark. hin, die ihre Grundlagen möglichst in der freien Vereinallzu gena u interpretiert. Ohne das ihm übertragene Am hiesigen Devisenmarkt ist das Geschäft fast völlig zum Still- barung der widerstreitenden Parteien haben. In diesen Rechtskompleren ist es ein vornehmer Grundsatz geworden, Mandat zu verletzen, hätte Belgien die gestellten Bedingungen stand gekommen. Die Spekulation zeigt im Hinblick auf die Mög- die Einzelfälle aus der dumpfen Luft der Schuld urd Sühne mildern können. Andererseits hätten die Deutschen ihrer lichkeit eines Kompromisses in der deutsch- belgischen Moratoriums- herauszuheben. Sollte die Rechtsauffassung, die sich hier beGewohnheit gemäß die äußerste Frist für die Laufzeit der frage weitgehende 3urückhaltung. Außerdem wirkt die Geld- reits fast als Norm durchgesezt hat, nicht auch heilbringend Schatzwechsel gefordert, um sie bei den Verhandlungen dann knappheit noch immer einschränkend auf das Devisengeschäft. Die auf das Ehescheidungsrecht anzuwenden sein? Der herabsetzen zu können. Außerdem habe die Reparations Industrie, die in den letzten Tagen beträchtliche Abgaben vorgenom Ansatz ist vorhanden in dem Sühnetermin. Er geht von der tommission nicht erklärt, Deutschland solle das notwendige men hatte, war heute mit verhältnismäßig geringen Angeboten am falschen Voraussetzung aus, daß es zwischen den Eheleuten Gold auf einmal übergeben, um die gesamte belgische Markte. Der Dollar unterlag bei minimalen Umfäßen nur ganz nur noch einen Kampf bis aufs Messer gibt, wenn eine VerForderung zu garantieren. Infolgedessen sei ein Kompromiß unwesentlichen Schwankungen. Er wurde gegen mittag mit 1560 föhnung nicht zustande kommt. Der Wille zur Versöhnung möglich. Der Präsident der Reparationsfommission, Louis gehandelt. ist ohne Zweifel sehr oft start, übersehen wird jedoch, daß die Dubois, hatte eine lange Besprechung mit Poincaré. Das An den Effettenmärkten herrscht ebenfalls allgemeine Berföhnung fast ebenso oft nur außerhalb der EheJournal" glaubt nicht, daß die Feststellung der Ver- Lustlosigkeit. Die mittleren und kleineren Banken haben sich zum gemeinschaft gefunden werden kann. Uebersehen wird, daß fehlung Deutschlands unmittelbar bevorstehe. Das„ Echo de Teil durch Aufnahme von Krediten im Auslande gegen die für den die Schuld des einen oder anderen oder beider Teile oft nicht Paris" schreibt, daß neue direkte Verhandlungen zwischen kommenden Ultimo zu erwarte de Geldklemme gerüstet. Die großen Folge böswilligen Charakters, sondern eines bösartigen ZuBrüssel und Berlin in einigen Tagen den Weg zu einem Ab- Banken sehen sich jedoch dauernd einer starken Inanspruchnahme durch fammentreffens entgegengesetzter Charaktere ist, die, nicht in tommen eröffnen werden. Handel und Industrie ausgesetzt und bieten alles auf, um sich die enge Gemeinschaft einer Ehe gepreßt, recht gut miteinAndere Pariser Blätter sprechen freilich nach ihrer flüffige Mittel zu beschaffen. Gewohnheit von Sanktionen. Wackelt Poincaré? Paris, 14. September.( Frff. 3tg.) Einige Blätter geben das in politischen Kreifen bereits schon seit einigen Tagen fursierende Gerücht wieder, wonach Poincaré beabsichtigt, sein Rabinett zu einem l Ruhe an der Börse. Am Wertpapiermarkt finden einige Räufe für ausländische Rechnung statt, insbesondere scheint am Montanmarkt französisches und holländisches Kapital die günstige Gelegenheit zu benutzen, um sich einen stärkeren Einfluß zu sichern. Im Mittelpunkt stehen PhönirAktien. An den übrigen Märkten ist das Geschäft sehr still. ander auskommen können. Hier ist es unmöglich, von Schuld und Sühne zu sprechen, und die Gerechtigkeit verlangt nach einem Verfahren, das den Scheidungsvorgang von der verderblichen Atmosphäre des Gerichtssanses befreit, nach einem Verfahren, wie es die Schiedsgersbarkeit ermöglichen würde. Ein erster Schritt auf diesem Wege wäre es, wenn man in die Schuldparagraphen einen Paragraphen einfügte Deutschösterreichs Selbständigkeit. ( wie es die sozialistische Fraktion des Reichstages z. B. in I Gegen fie fprach unter stürmischem Beifall Crispien, der jüdische Kaufmann Joseph gegen Ditenrodt angestrengt. Dem einem Initiativantrag betreffs Abänderung des§ 1568 tut), ausführte, daß die Zersplitterung der Arbeiter der beste Bundes- Privattläger Joseph, der als Kriegsfreiwilliger eintrat und der bei der eine Scheidung auf Antrag der beiden Ehe- genosse des Kapitalismus fei. Hilferding machte dann einige den ungemein schweren Kämpfen an der Lorettohöhe mit einem gatten zuläßt. fleinen Rest seiner Kompagnie in französische Gefangenschaft geriet, interessante Ausführungen über Koalitionspolitik: In Desterreich sind unsere Genossen nach Schaffung der wurde in versteckter Form der Vorwurf der Feigheit, Beleidigung mit Proletariern durchsetzten Armee aus der Regierung aus- des Offiziertorps und ähnliches angedichtet. Das Urteil lautete in geschieden, weil sie glaubten, die Koalition nicht mehr verant- diesem Falle auf drei Monate Gefängnis. worten zu können. Jetzt möchten sie wieder hinein, um Schlimmeres zu verhüten, und müssen nun erleben, daß der reaktionäre Bundeskanzler Seipel zu ihnen fagt: Ich brauche euch nicht mehr Er hat offen ausgesprochen, daß er gegen die Machtgelüfte der Sozialisten gegebenenfalls die Ententegendarmerie zu Hilfe rufen würde. In Italien ist die sozialistische Partei fast vollständig zerschlagen worden, obwohl man dort feine Realitionspolitif getrieben hat. Der übertriebene Radikalismus hat dort die Fascisten groß werden laffen, die jetzt ausschlaggebend die innere Politit Italiens beherrschen. Entweder, wir machen Setten politik mit einem schönen revolutionären Programm, ohne die Möglichkeit zu haben, es in die Tat umzusehen, oder aber mir müssen heraus aus der Zersplitterung und Settiererei, um zur Machtentfaltung zu kommen. Bleiben die Großen abseits, helfen die Kleinen. Wien, 14. September.( WTB.) Nach dem Bericht des Bundeskanzlers über die Verhandlungen in Genf und der anschließenden Aussprache hat der Auswärtige Ausschuß des Nationalrats folgenden Beschluß gefaßt: Der Ausschuß erinnert daran, daß er es am 31. Auguft für die oberste Aufgabe der auswärtigen Polifik erklärt hat, die Selbständigkeit der Republik zu wahren. Diesem Grundsatz entsprechend erklärt es der Ausschuß für unerläßlich, daß die vom Bundeskanzler gestellten Bedingungen für die Juläffigkeit einer internationalen Finanzfonirolle genau eingegehalten werden, und daß sich die Kontrolle nur auf die Einhaltung der in den Verträgen festgelegten Bedingungen beschränkt, die über die zu gewährende Auslandshilfe abzuschließen sein werden. Indem der Ausschuß dem Bundeskanzler das Bertrauen ausspricht, nimmt er jeine Erklärungen zustimmend zur Kenntnis. Für den ersten Sah des Antrags stimmten auch die Sozialdemokraten. Bedenken gegen eine derartige Erweiterung des EheScheldungsrechts vom formaljuristischen Standpunkt aus sind faum zu erheben. Auf welche Abwege eine übertriebene formaljuristische Logif führen fann, zeigt§ 1312, der eine EheIchließung zwischen einem wegen Ehebruchs geschiedenen Batten und demjenigen, mit welchem der geschiedene Ehegatte den Ehebruch begangen hat, verbietet, wenn in dem Scheidungsurteil dieser Ehebruch als Grund der Scheidung festgestellt ist. Um einer obftrujen, ganz auf formales Denten eingestellten Logit willen wird hier die Wiedergutmachung eines durch den Richterspruch zum Verbrechen gestempelten Borganges verhindert, während nach dem gefunden MenschenDerstand gerade diese Lösung begünstigt werden müßte. AllerDings muß zugegeben werden, daß eine eventuelle Nach tommenfchaft die Frage fomplizieren fann. Hier formaljuristisch Recht zu schaffen, ist allerdings schwierig und bedarf orgfältiger Vorbeugungsmaßnahmen, wie es z. B. die Feft fegung eines bestimmten Termins ist, vor dessen Ablauf der geschiedene Teil eine neue Ehe nicht eingehen darf. Aber gerade diese Bestimmung führt in dem vorliegenden Fall nur Bon den Folgen der Einigung entwirft in der Freiheit" zu oft zu einem Unrecht dem Nachkommen gegenüber, ganz ederle folgendes schaurige Zukunftsbild: abgesehen davon, daß sie meist neue richterliche Entscheidungen Durch die Koalition begibt sich also eine Arbeiterpartei ihrer höchst verwickelter Natur nötig macht und oft mehr als ein Kampffreiheit. Sie wird wie ein Prometheus an einen Gericht in Anspruch nimmt. Auch hier, wie in der Frage der Felsen gefesselt und muß es wehrlos ertragen, daß die Bourgeoisie überkommenen Kinder würde eine bedeutende Er- täglich Stück um Stück von ihrem Leibe zerrt. In der Koalition ist leichterung für alle Teile eintreten, wenn man die freie Ver- das Proletariat ein der Loden beraubter Simson, der einbarung als rechtschaffende Quelle zum Ausgangspunkt für die Philister in der Delmühle treten muß, ein in Slaven dienste verbannter Herkules, der, seine unbändige Kraft nähme und auf die umständlichen Gefehgesparagraphen erst vergessend, in Weiberröcke gehüllt, sich dazu zwingen läßt, Bolle dann zurückgriffe, wenn diese nicht zu erreichen ist. Insofern für seine Bedränger zu spinnen." wäre eine Umstellung in der Frage des Ehescheidungsrechts felbft vom Standpunkt des Juristen zu begrüßen. Wenn man in bürgerlichen Kreisen troßdem einer Reform des Eherechts mit äußerster Zurückhaltung gegenübersteht, so ift das offenbar zum guten Teil in einer gesellschaft= meidet, mit überwältigender Mehrheit für die Einigung. Die Bersammlung entschied sich zum Schluß, wie schon meldet, mit überwältigender Mehrheit für die Einigung. Kassandra und Jeremias. Die große Rechte. O Bundeskanzler Dr. Seipel erklärte in seinem Bericht, er have bei allen Besprechungen feststellen fönnen, daß eine Verschlep pung der österreichischen Angelegenheit allgemein als jówerer polis tischer Fehler betrachtet würde. Daß der Bundeskanzler die Mitschuld der Mächte und des ausländischen Finanzkapitals an den wirtSchaftlichen Schwierigkeiten, unter denen Desterreich leide, sehr betonte und sogar erklärte, das Ausland habe die österreichische Selbsthilfe faboliert( in befter Absicht allerdings, sagte Dr. Seipel in Genf. Red.), wurde ihm von den ernsten Männern, die die Wahrheit hören wollten, nicht verübelt. Auch die Bollversammlung des Völkerbundes habe dem österreichischen Problem eine nicht gewöhnliche Aufmerksamkeit geschenkt. Besonderer Dank gebühre dem schweizerischen Bundesrat Motta für seinen warmhertigen Appell augunsten Desterreichs. Das vielleicht wichtigste Ergebnis, das er bereits auf seiner Informationsreise vorbereitet habe, sei, daß einige Mächte bereits entschlossen und gerüstet fine, nötigenfalls auch allein zu einer fleineren Gruppe verbunden, die niemanden alsbald wieder der deutschnationalen Reichstagsfraktion beizu- ausschließt, auch nicht den Beitritt aller zur Bedingung des eigenen treten. Der Umschlag der Stimmung gegen ihn sei erst später Handelns macht, die erforderlichen Staatsgarantien zu leisten und erfolgt. Düringer erklärt dann weiter: zugleich die Banfiers ihrer Länder zu veranlassen, daß fie bei der Düringers deal. Tichen Breingenommenheit begründet, deren Der von den Deutschnationalen zur Volkspartei über Quellen weiter oben furz gekennzeichnet wurden. Vom getretene Reichstagsabgeordnete Prof. Düringer verethischen Standpunkt aus ist ein Widerstand kaum öffentlicht in der„ Nationalliberalen Korrespondenz" eine Erzu verstehen, es sei denn, daß man befürchtet, eine Erleich flärung, in der er mitteilt, der badische Landesvorstand der terung des Scheidungsrechts fönne Männlein und Weiblein Deutschnationalen habe ihn am 31. Juli einstimmig gebeten, in hellen Scharen der schiedsrichterlichen Weisheit zuführen. Das hieße nicht gerade groß von unserem heutigen Geschlecht denten und legten Endes offene Wunden mit Lumpen bedecken, Die nicht gerade hygienisch sind. Außerdem sei diesen Bedenken gegenübergestellt, daß selbst das Allgemeine preußische Landrecht vom Jahre 1794 gegen feitige Einwilligung und unüberwindliche Abneigung als Scheidungsgrund bis weit ins neunzehnte Jahrhundert hin ein zuließ, ohne daß die sittliche Welt zusammenbrach oder der Aufstieg Deutschlands Hemmungen erlitt. Berlin und die Einigung. Die deutschnationale Parteileitung hat mir das Verbleiben in der Streditgewährung vorangehen. Die Tschechoslowakei, die in Partei durch ihr Vorgehen gegen mich unmöglich gemacht und mich diesem Falle auch Jugoslawien vertritt, und Italien hätten zu meinem Uebertritt zur Deutschen Volkspartei veranlaßt. Da auch sich zu diesem Entschluß schon bereit gefunden, und die Schweiz diese Partei unter den heutigen Verhältnissen eine Rechtspartei ift habe am Montag eine Bundesratssitzung vollständig dem österreichi und sich von der deutschnationalen vielfach nur durch eine andere schen Problem gewidmet. Sobald die Verhandlungen des vom Tattit unterscheidet, hoffe ich, meine auf dem Boden chriftlicher und Völkerbund eingesetzten österreichischen Ausschusses, besonders in der nationaler Gesinnung stehenden politischen Grundsäge auch in ihr be- Frage der Bedingungen für die zu gewährende Hilfe und in der Ertätigen zu können. Die Vereinigung der beiden Rechtsparteien zu örterung der verschiedenen Möglichkeiten für die zu fordernde Finanzciner großen Rechten, sei es durch Berschmelzung, sei es durch Ar- tontrolle genügend weit fortgeschritten sein werden, werde es Sache beitsgemeinschaft, war schon seit Jahren mein Jdeal. Sie scheiterte Defterreichts seit, die einzelnen Mächte vor die fonkrete Frage immer gerade an den Elementen, die auch jetzt meinen Austritt aus zu stellen, ob und wie weit sie sich Desterreich gegenüber verpflichten der Deutschnationalen Partei verursacht haben. Aus der Generalversammlung der USP. Ueber die Generalversammlung der Bezirksorganisation GroßBerlin der USB. gibt die Freiheit" einen ausführlichen Bericht. Danach sprachen für die Einigung Krille, Crifpien, Wir wünschen dem Ideal des Herrn Düringer schnellste Lehner, Henke und Hilferbing, gegen sie Kurt Rosen- Berwirklichung, da wir von ihr eine Klärung der ganzen polifeld, Wederle, Schünemann und Theodor Liebknechttischen Lage erhoffen. Verurteilung eines Gerienverleumders. können und wollen. Unmittelbar darauf werden die engeren Kreise, die zur Teilnahme an der Aktion zugunsten Desterreichs bereit find, zusammentreten müssen; mit denen werde Desterreich dann seine Berträge abzuschließen haben. Reichseinspruch belanglos. Der Reidslommissar für die Be fezten Gebiete hat von der interalliierten Rheinlandkommission fol genden Bescheid erhalten: Die Rheinlandkommission hat von Ihrem Schreiben vom 5. September, mit dem Sie gegen das viertägige Verbot der Köln. 8tg." Einspruch und eine Beschwerde des Heraus gebers dieses Blattes überreicht haben, Senntnis genommen. Sie hat beschlossen, ihnen mitzuteilen, daß ihr fein neuer Grund borzuliegen scheint, ihre erste Entscheidung zurückzunehmen. Senator Lodge, der Bekannte Führer der republikanischen Partei, ist in Boston wiedergewählt. Frieden in Jeland? De Valera hatte eine Besprechung mit dem Regierungs- General Mulcahy, der freilich vollständige Rosenfeld erklärte, die Unabhängigen würden in der vereinigten Partei eine hoffnungslose Minderheit fein. Das Einigungsprogramm atme den Geist von Görlig und schweige sich über die Magdeburg, 14. September.( Eigener Drahtbericht.) Der Soalitionspolitik aus. Die Vereinigung bedeute tatsächlich den Ein- Antesimit. Hans Ottenrodt, Herausgeber der deutschvolfischen tritt in die alte Partei, deren Führer mit jeder Opposition fertig zu Mitteldeutschen Preise", stand wieder einmal vor dem werden wüßten. Schließlich erklärte Rosenfeld unter stürmischer Staßfurter Schöffengericht, und zwar hatte er fich gleichzetig in Heiterkeit: Ich bin. nicht gegen die Einigung, fie ist viel- drei Beleidigungsprozessen zu verantworten. Wegen gröblicher mehr eine Notwendigkeit!" Aber in die Einigung müßten auch die Beleidigung des ersten Bürgermeisters Dr. Berger Staßfurt, Rommunisten einbezogen werden, die jetzt noch nicht einigungsreif erhielt er vier Monate Gefängnis. Die zweite Anflage, die ihm feien, und darum müßte man eben noch warten. In ähnlichen Ge- Beleidigung des Metallarbeiterverbandesbeamten Otto ampel Danfengängen bewegten sich die Ausführungen der übrigen Oppo- Geldstrafe. Ottenrodt hatte in den betreffenden Artikeln dem Staßfurt vorwarf, endete mit einer Verurteilung zu 500 Mt. Jitionsredner. Liebknecht erklärte: Wir werden den Bertrauensmann Unterschlagung von Arbeitergroschen, Schlamperei Rampf führen, um die USP. aufrechtzuerhalten." I und ähnliches mehr vorgeworfen. Die dritte Anklage hatte der Waffenstreckung der Rebellen forderte. Junges Frankreich im Deutschen Theater. Dom" Taumel der Griechenbegeisterung erfaßt wurde. Als die Frei paar neue Kräfte vorzustellen. Der Regiffeur Dr. Brud gab dem Geschichtsdrama, was ihm immer noch gebührt- ohne peinliche Meiningerei, in einer auf Einfachheit und Raumwirtung gestellten Inszenierung. Das Menschliche aber wurde bewußt hervorgehoben. Mit besonderer Note in der Elisabeth, mit der Gerda Müller ( vom Stadttheater in Frankfurt) sich einführte. Ihre Königin ist aus dem Geschlecht der Strindberg- Frauen. Mit dem brandroten Haar, den feinen Gliedern, dem nervös durchfurchten Gesicht, mit der Hysterie unterdrückter und entfesselter Leidenschaften gibt fie der Gestalt eine höchst interessante Prägung. Auch die beiden andern aus Frankfurt Geholten: Herr Ebert, der( früher bei Reinhardt) mit schönem Stimmfall und prachtvollen Allüren den Leicester verförpert, sowie Herr Taube, der den Burleigh mit Ueberlegenheit gibt, machen guten Eindrud. Maria Stuart ist Frau Sofer. Als Leidend- Berklärte,( beinahe) Heilige des Schlußaftes ist sie von zartester Milde. Der Ausbruch der Leidenschaft in der Gartenszene zeugt von fraftvoller Ausdrucksfähigkeit. Der Eindruck der ersten Neueinstudierung bewies erneut, daß unter Jeßners Leitung mit Eifer und Erfolg gearbeitet wird. Die Zuschauer riefen die Hauptdarsteller, besonders Frau Müller immer wieder. " Philhellenismus". Fast hundert Jahre sind es her, daß Europa „ Der Schattenfischer" von Jean Sarment. heitskämpfe in Spanien und Italien in eine elende Reaktion versandeten, blieb Griechenland die einzige Hoffnung aller derer, die Es ist gut, daß wir die zärtlichen Franzosen suchen, die nicht sich gegen die Resultate des Wiener Kongresses innerlich empörten. die Lebemannschweinerei ohne Zoll an geistige Behörden außer Es war eine seltsame Mischung von Stimmungen und Ideen, die Landes schicken, sondern mit einer lobenswerten Schwärmerei das in dem Kampfe der Griechen gegen die türkische Herrschaft ihre innigere Leben des Mannes und der Frau überdenfen. Die Fan- Resonanz suchte. Man glaubte wenige Jahrzehnte nach der Neufaren find auch drüben nicht mehr beliebt. Also gingen die Dichter entdeckung des alten Hellas durch Windelmann und Goethe die geradeaus zu dem stilleren Herzen. Die erfreuliche Tatsache, daß im alten Helden Athitas und Spartas zu sehen, die sich einft gegen den jungen Frankreich Idyll, Heimatfunft und Dramatit ohne Bar, perfifchen Imperialismus zu Wehr fetten. Dann glaubte man die Boudoir und Bordell zu anständigem Rufe fommen, ist festzustellen. christliche Idee gegen den Islam mitverteidigen zu müssen. Eine Ari Nur fehlt den neuen Dramatikern die Uebung im Gestalten derartig Kreuzfahrerekstase überfam Europa. Von den politischen und wirt Tauterer. Probleme. Das Theater der Herren Bildrac, Duhamel und schaftlichen Problemen, die diese Südostede Europas zu einem BrandGarment, die alle Abepten des nämlichen Anschauungskreises sind, herbe machen sollten, an dem sich heute neu die Kriegsfadeln entleidet an der nämlichen Wirbellosigkeit. Sie wollen die alten zünden, wußten diese unpolitischen politischen Dichter faum etwas. Bühnentniffe der Dumas, Sardou und Augier nicht lernen. Sie weder der Herr Minister von Goethe, der„ Epirotische" Helden vernachlässigen Technit und Training. Das Dichterische siegt, das lieder übersetzte, noch Wilhelm Müller, der als der Hauptsänger fich vertrauend dem Gemüte hingibt. Natürlich ist das Süßliche bei des Philhellenismus" befannt ist, und noch weniger alle die Hundert folcher Stimmung nicht immer zu unterdrücken. George Sand, die anderen Literaten und Dilettanten, die die deutschen Zeitschriften und geniale Urtante der Marlitt, wird unsterblicher, als sie jemals war. 3eitungen mit ihren Griechenliedern" überschwemmten. Auch nicht Demnach ist bei Sarment als glaubhaft der echt romantische der geistig weitaus bedeutende der Griechendichter, der mit seiner Sigung des Völkerbunds rates, in der der Bericht des interDie internationale geistige Zusammenarbeit. In der Mittwoch Gah hinzunehmen, daß der Mensch durch Liebe verrückt wird. Begeisterung fogar Ernst machte und fich auf den griechisch- türkischen nationalen Ausschusses für geistige Zusammenarbeit entgegenge Opheliens Schicksal steckt den Boetenjüngling von 1922 an, der in Kriegsschauplatz begab: Lord Byron, dem die Luft in England nommen wurde, hielt der Präsident dieses Ausschusses, der fran der Trübung seines Verftandes alles Vergangene vergißt. Er fizt zu stidig wurde. Byron starb, nicht im Kampfe selbst; ein Fieber nur am Bach und angelt nach den dunkel schillernden Fischen. Bis tötete ihn 1824 im belagerten Missolounghi. Byron war der Führerische Philosoph Henry Bergson eine Rede über die Ziele und ihm Nell wieder begegnet, die ihn einft gequält und frant ge- des englischen Hellenismus. Mit der politischen Haltung eines bringenden Appell zur Linderung der Not der geistigen Arbeiter Arbeiten dieser neuen Bölkerbundsorganisation. Er richtete einen macht hat. Schon liebt er sie neu, schon gesundet er neu, da erwacht Staates, aber den er im tiefsten Innern haßte, hatte Byron nichts in Desterreich an den Rat und wies auch im allgemeinen auf das ausgelöschte Gedächtnis auch neu. Der Krante ahnt wieder alle zu tun. Die Politik Englands tam von ganz anderen Motiven aus die Notlage der geistigen Arbeiter hin. Er betonte die Notwendig einstige Qual als fünftige Marter. Zumal, da der leibliche Bruder dazu, die Griechen gegen die Türfen zu unterſtüßen. Canning, feit engerer Zusammenarbeit der großen wissenschaftlichen Körper die liebliche Nell ebenfalls umstellen wird. Und der Poet, der ein der Schüler Pitts, der seit 1822 die Außenpolitit Englands leitete feit engerer Zusammenarbeit der großen wissenschaftlichen KörperFischer im dunklen, im trübften, im symbolisch findlich übertriebenen und im Grunde für eine europäische Nichteinmischungspolitit schaften und regte an, daß der Völkerbund eine vollständige WeltElement war, wirft sich in die Tiefe des Todes. Das sind leise Dinge, allzu leiſe, wenig bewegte. Sie sind nur zwungen, in Griechenland mit zu intervenieren. Die Entwicklung Arbeiter gründen solle. In einer längeren Erwiderung an Bergschwärmte, wurde durch Rußlands und Frankreichs Vorgehen ge- nationale Darlehns- und Kreditkasse für geistige bibliothek zur Unterstützung der Forschung sowie eine inter wertvoll umrahmt durch die Mutteranmut der Frau, der diese beiden ist bekannt. Fast durch einen Zufall fam es 1827 bei Navarino zur fon erinnerte Balfour u. a. daran, daß nicht nur in Desterreich, Söhne gehören, und durch die bischöfliche Eminenz, die beinahe ehe- Seeschlacht zwischen der türkisch- ägyptischen und der vereinigten fondern auch in Deutschland die Not der geistigen Arbeiter mals dem Tonfurmesser entschlüpft und in die Liebe der Mutter englisch- russisch- französischen Flotte. Die Folge war der Londoner eingewandert wäre. Das Stück ist sehr reich an Stufungen des Vertrag vom Jahre 1827 und das Londoner Protokoll vom Jahre sehr ernst fei, und machte auf Einwände finanzieller Art aufmertGefühls. Nur entlarvt sich überall das Undramatische dieser lieben 1830, bas Griechenland für einen selbständigen Staat erklärte. fam, die sicher geaen neue Projekte erhoben werden würden. Die wohlwollenden Reden werden leider weder der WissenSo möchte der Schauspieler naturalistisch farbiger machen, was heute noch innehält, wobei es jegt eine böse Schlappe gegenüber schaft noch den geistigen Arbeitern in Desterreich nügen. Solange bald in Eintönigkeit verfällt. Fräulein Hambach, Herr Mede- Frankreich erhalten hat: Griechenland auf einem Zustand zu halten, die große Politik nicht eine Radikalkur verordnet, wird das fultu row und Herr Brause metter, gezügelt vom Regisseur Bern- ber es weder leben noch sterben läßt, und dieser ganze Vertrag, der relle Glend weiter wachsen. hard Reich, scheitern an dieser Aufgabe. Sie geminnen dem mit vielen Klauseln wie auch der fpätere Londoner Vertrag von Drama nur günstige Momente ab, sie halten nicht durch mit Mannig- 1863 dem griechischen Volle überflüssige und versorgungsbe faltigkeit der Modulierung der Geste. Allein Herr Günther und dürftige europäische Fürstensöhne aufoktronierte, war nichts als eine famtgaftiptel unter Leitung von St. Stanislawsky und W. NemiroFrau Enfold, der Bischof und die Mutter, bringen ihre Bühnen- Kuliffe, hinter der die englischen, russischen und französischen Impeflugheit in Einklang mit ihrer glücklichen Komödiantenveranlagung. rialisten ihre wahren Beuteabsichten verbargen. Bunächst zaudert Frau Enfold. Soll folches Stück naturalistisch oder fiilisierend verkörpert werden? Dann hilft ihr die von vielen Mitteln Maria Stuart" im Staatstheater. Jede neue Zeit sieht das getragene Erfahrung, die Dichtung durch Einfälle reiner, doch höchft gefälliger Schauspielerei zu bereichern. Durch Bedachtfamfeit und Staatstheater tut daher gut daran, seine Klassikeraufführungen auf- bäude der Sezession ist vollkommen umgebaut worden. Der große Dberaufgeflärtes, fanft weltliches Abbatentum hatte Herr Günther zu aufrischen szenisch und darstellerisch. Schillers Drama der beiden lichtjaal ist nunmehr ein Theateriaal mit einer modern eingerichteten fleinen bestechen. Er tat es fehr formvoll. Nur hätte er sich zum Schluß Königinnen und Frauen war als erstes in der beginnenden Saison Bühne. Die architektonische Einrichtung wurde von J. Raglis ge beinahe in geistliche Grandezza perlaufen. dazu ausersehen; zugleich wurde damit Gelegenheit geboten, ein schaffen, die malerische Ausstattung von Paul Sheurig m. h Das Moskauer Künstler Theater, das zurzeit eine Gastspielreise durch Europa und Amerika unternimmt, beginnt sein Berliner Ge Aufführung von Allerej Tolstois Drama Bar Feodor Jowanno witsch- Dantschento am 26. d. Mis. im Leffing Theater mit der mitch". Ferner gelangen zur Aufführung: Tschechoms Drei Schwestern" und Der Kirschgarten", sowie Gorkis„ Nachtash!". nationale Erbe der klassischen Literatur mit neuen Augen an. Unser die rusisch- deutsche Kammerlunit- Bühne Karussell" vermietet. Die Berliner Sezeifion hat ihre Räume für die Wintersaison an Das Ge Oberleutnant Ankermann in Mecklenburg. Neuer Balkankrieg? aus start vergoldetem Messing ble bestanden. In der Verhandlung behauptete rühmacher, selbst getäuscht worden zu sein. Das Gericht hielt aber einen Betrug als erwiesen und verurteilte den Angeklagten, dem Antrage des Amtsanwalts gemäß, zu 1000 M. Geldstrafe. Behördlicher Baumschuh. Der Zoo schließt! Schwerin( medlenburg), 14. September.( Eigener Die Befürchtung, daß unser 300 am 1. Oftober wegen GeldDrahtbericht.) Das hiesige Ministerium gibt bekannt, daß der falamitäten feine Pferten während der Winterzeit schließen müsse, flüchtige Attentäter auf harden, der Oberleutnant ift eingetreten. Sämtliche Verhandlungen, die geführt wurden, um Antermann, nach zuverlässigen Berliner Informationen die Schließung dieser Sulfurstätte zu verhindern, haben nichts gefich in Mecklenburg auf einem Gute bei Wismar verffect nuht. Eine Magistratstommiffion, unter Führung des Bürgerhalte und veröffentlicht jetzt zweds Dingfefimachung das meifters Ritter, verhandelte mit Bertretern des Zoo. Nach Nach dem Gesetz zur Erhaltung des Baumbestandes Signalement. Durchsicht der Finanzbelege erklärte die Kommission, daß man teine und Erhaltung und Freigabe von Uferwegen im Mittel zur Verfügung stellen fönne, um das Defizit von 4 bis Interesse der Boltsgesundheit vom 29. Juli 1922( 66. 5 Millionen Mack zu deden. Auch die Staatsregierung glaubt, sich S. 213) hat der Magiftrat von Groß- Berlin ein Berzeichnis der Baumbestände, Grünflächen und Uferwege aufzunehmen, die aus Ob die Orientkonferenz zur Lösung" der Türkenfrage dieser Ansicht anschließen zu müſſen. Ein Trofi bleibt uns nur, und Rücksicht auf bie Boltsgesundheit oder als Erholungsstätten und zur zustandekommt, ist noch ganz ungewiß; Italien bemüht sich das ist die heldung, daß das Aquarium im Winter nach wie Förderung des Wanderns zu erhalten sind mit der Wirkung, daß Scrum. Frankreich soll England die beruhigende Bersiche vor offen bleibt. Die Souljugend wird diese Meldung mit Freuden Maßnahmen, die eine Benderung des Bestandes der in das Berrung geben wollen, daß es in der Meerengenfrage den engentgegennehmen. zeichnis aufgenommenen Baumbestände, Grünflächen und Wege herlischen Standpunkt teile, d. h. Konstantinopel nicht den Türfen Es bleibt eine tief bedauerliche und beschämende Tatsache, daß beiführen, nur mit der Genehmigung des Oberpräsidenten stattzurüdgegeben werden soll. Wie menig die alte Hauptstadt ein gemeinnüßiges Institut, das nun schon mehr als ein halbes finden dürfen. Die Aufstellung eines derartigen Berzeichnisses wirb heute, trotzdem ein Sultan und ein Großmesir dort wohnen, Jahrhundert besteht und der Stolz der Berliner Bevölkerung war, voraussichtlich eine geraume Zeit beanspruchen. Um zu verhindern, türkisch im politischen Sinne ist, zeigt die Tatsache, daß weder seine Pforten schließen muß. Sollten Staat und Kommunalbehörden daß in der Zwischenzeit eine Veränderung des infolge der hohen Sultan noch Stambulregierung die Kemalisten beglückwünscht wirklich nicht in der Lage sein, den im Hinblick auf die Entwertung Holzpreise gefährdeten Baumbestandes stattfindet, hat der Oberpräsident der Provinz Brandenburg und von Berlin eine Bolizethaben, während die ganze islamische Welt vom Siegesjubel der Mart geringen Betrag aufzubringen, um dieses Kulturinstitut verorbnung erlassen, derzufolge Maßnahmen, die eine Zenderung des Holzbestandes der im Gebiete von Berlin befindlichen Baumbestände herbeiführen, der Genehmigung des Oberpräsidenten bedürfen. Einer solchen Genehmigung bedarf es nicht, insoweit die Baumbestände in privaten Gärten bis zu 1000 Quadratmeter Größe oder an Wegen( Chausseen usw.) sich befinden, die in der Bermaltung der Stadt Berlin, des Provinzialverbandes von Brandenburg oder von Landkreisen stehen. Zuwiderhandlungen gegen diese Bolizeiverordnung werden mit Haft bis zu einem Monat und mit Geldstrafe bis zu 1500 m. oder mit einer dieser Strafen bestraft. widerhallt. Die Kemalisten haben es natürlich gar nicht eilig, an den Konferenztisch zu gehen, an dem sie die Dittatmächte von Sèvres wiederfinden sollen. Sie laffen Griechenland auf die Beantwortung feines Waffenstillstandgesuchs warten. Schon melden englische Blätter, daß Großbritannien den Türken ein Stück Thrazien, wenn auch nicht Adrianopel geben wolle. Diese Aussicht beunruhigt aber Serbien, während die mazedonischen Bulgaren Morgenluft wittern, wie die Meldung von einem Angriff bulgarischer Komitatschis auf griechische Truppen zeigt. Unter Umständen fönnten die Reste der griechischen Armee in Thrazien zwischen zwei Feuer fommen, wobei das femalistische zum Teil auch aus englischen Rohren fäme. Südflamien und Rumänien sollen Griechenland ihres Beistandes in einem neuen Balfan frieg versichert haben. Wie britische Waffenhändler Kemal beliefert haben, so verbreitet auch Reuter die für die Griechen belastendsten Berichte über ihre Greueltaten auf dem Rüdzug. Die Griechenfreundlichkeit der englischen Politifer ist also nicht lückenlos durchgeführt. Aus Smyrna meldet Reuter ausgleichend türkische Blünderungen. wollen. zu erhalten? * In der letzten Stadtverordnetenfizung ist beschlossen worden, die in den Haushaltsentwürfen von 1920 und 1921 eingestellten Beihilfen von je 200 000 m.- zusammen 400 000 m. für den 300 jest, nach Bekanntwerden des Abschluffes von 1921, auszuzahlen. Kokain und Morphiumspritzen. Die Casterhölle in der Ansbacher Straße. ftraffammer des Landgerichts III, die unter Ausschluß der Ein trübes Sittenbild zeigte eine Verhandlung vor der FerienDeffentlichkeit verhandelt wurde. Wegen schwerer Kuppelei hatte sich die geschiedene Frau eines Pro: felfors, Marie Nordmeŋer, und mit ihr ihre Tochter Gertrud zu verantworten. Agnes Fahrenwald siebenzigjährig. Eine von der alten Garde, die Genoffin 2 gnes Fahrenwald, die bei der Parteispaltung zu den Unabhängigen ging, voliendet heute ihr 70. Lebensjahr. Im Dienst der Arbeiterbemegung tat fie fchon unter dem Sozialistengefes thre Pflicht. Den Berliner Allgemeinen Arbeiterinnenverein leitete fie Tode ihres Batten fehrte fie nach Berlin zurück, um hier aufs reue als Vorsitzende 1891-96. Später siedelte sie nach Hamburg über, wo fie 1901-1906 in der Frauenbewegung tätig war. Nach dem sich eifrigster Mitarbeit in der Arbeiter und Frauenbewegung zu widmen. 1919 wurde fie in die Stadtverordnetenversammlung gewählt, der sie noch jetzt angehört. Mit uns werden vicle Tausende Genoffinnen und Genoffen heute der Siebenzigjährigen die herzlichsten Glückwünsche entbieten. mener ein mehr als zweifelhaftes Leben geführt und mit Nach der Chefcheidung von ihrem Manne hatte Frau Nord. ihrer Tochter bestimmte Lotale aufgesucht, wo sie Herrenbekannt schaften fuchten. Die eingefangenen Ravaliere murden dann nach der hocheleganten Wohnung in der Ansbacher Straße gebeten, die eine Laster hölle schlimmster und modernster Art darstellte. Die Geselligkeit, die man dort pflegte, war eigener Art, und um euch den weitestgehenden Ansprüchen einer verwöhnten" Kundschaft entfprechen zu fönnen, gab es neben Rofain auch Morphium. Der Potsdamer Platz, der als ein Hauptmartt der fanden bort alles, was ihr Herz begehrte. Schließlich fam die nähere Umgebung wurde fürzlich in den ersten Abeidstunden von Sèvres- Diftats prizen. Betannte junge Lebemänner, Schieber und Ausländer männlichen Prostitution befannt ist, sowie auch seine trieb aus. Ein Teil der dabei betroffenen Herren befand sich in gebot war über den ganzen Blaß unauffällig verteilt. Ebenso unKriminalpolizei dahinter und hob eines Abends den fauberen Be- der Kriminalpolizei gründlich gesäubert. Ein größeres Beamtenauffolge des starten Rofaingenuffes in einem derart pertotten" auffällig griffen sich die Beamten die gepuderten und geBustande, daß diese Kavaliere weder stehen, geschweige denn gehen ihm inften Jünglinge und die he'äugigen jungen Männer fonnten. Weitere Ermittelungen ergaben, daß die Frau Professor aus dem Menschengewühl heraus. Einzelne junge Leute, die dort sogar ihre eigene Tochter an ihre Kundschaft per auf ihre Art Berdienst suchten und schon des öfteren betroffen mur. tuppelt hatte. Das Gericht verurteilte die Angeflagte Nordben, werben, falls eine Besserung noch möglich erscheint, zeitweise mener zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und ihre Tochter cinem Arbeitshause einverleibt. Gertrud zu 4 Monaten mit einer Bewährungsfrist. Auch die fleinasiatische Frage soll Llond George dem Völkerbund überweisen, die Fragen der Meerengen, Ostthraziens und eines bulgarischen Ausgangs ans Aegäische Meer aber den Unterzeichnern des Sèvres Diftats vorbehalten Mohamedanische Mitglieder des indischen Staatsrates und der gesetzgebenden Versammlung haben ein Telegramm an Lloyd George und den Vizekönig gesandt, in dem sie drin gend ersuchen, die augenblickliche Gelegenheit zu benutzen, ,, um eine Vereinigung zwischen dem britischen Reich und der mohamedanischen Welt zustande zu bringen." Sie hielten es für wesentlich, daß Thrazien einschließlich Adrianopels, Konstantinopels und der Meerengen dem türkischen Reiche zurückerstatten werde. Der Teil der griechischen Armee, der auf der Halbinsel Ischesme noch Widerstand zu leisten versuchte, hat sich hen Türken ergeben. Das Gros der türkischen Armee ist mit Mustafa Kemal Pafcha an der Spize in Smnrna eingerückt. Konstantins alter Feind Venizelos ist jetzt in Paris. In der Schweiz glaubt man Herrn Konstantin bald wieder. zusehen. Der teure Völkerbund. Wahnsinnstat einer jungen Mutter. Diese Aktionen der Kriminalpolizei sind für die Zukunft häufiger geplant. Die 20 Jahre alte Frau Marie Weißenberg aus der wird die bisher fehlende Straßenbahnverbindung von der KantBerbefferungen im Straßenbahnverkehr. Am 15. September Sauptstr. 4 zu Lichtenberg war seit einiger Zeit schwermütig. straße und dem Bahnhof Charlottenburg nach dem Krankenhauſe ihr 5 Monate altes Kind mit in den Tod nehmen wolle. Als der und Feiertags die Linie 81) von der Spandauer Straße bis zur Sie äußerte wiederholt, daß sie sich das Leben nehmen und und dem Bahnhof Westend hergestellt, indem die Linie 80( SonnEhemann vorgestern nach Hause fam, fand er die Wohnung verschlossen. Kirschenallee in Westend weitergeführt wird. Bom selben Tage ab Da ihm nicht geöffnet wurde, ließ er sie in banger Ahnung ge mird die Linie 18 vom Görliger Bahnhof über Grünauer, waltsam öffnen. Seine Frau war verschwunden, das leine Reichenberger, Glogauer, Panier- und Kaiser- Friedrich- Straße in Kind lag tot in seinem Bettchen. Würgemale am Salie Neukölln bis zur Teupiger Straße( Ringbahnhof Kaiser- Friedrichzeigten, daß es gewaltsam getötet worden ist. Die franke Frau ist Straße) durchgeführt, um diesem Stadtteil von Neukölln die fehlende Genf, 14. September.( WTB.) Die erste Kommiffion der in Grünheide aufgegriffen worden. Sie lief dort planlos Straßenbahnverbindung mit dem Görliger Bahnhof, dem Bahnhof Bölkerbundversammlung( Verfassungs- und Rechtsfragen) beriet umber. ie fich bei der Bernehmung herausstellte, hat die Frau Friedrichstraße und mit Mcabit zu geben. Näheres ist aus den gestern über die Berteilung der Bölterbundtoften auf die tatsächlich infolge ihres Schwermutes, den Berstand der Fahrplanaushängen in den Wagen ersichtlich. loren. Mitglieder. Bon ffandinavischer und füdamerikanischer Seite wurde sind vorfand, aussagte, hatte seine Frau schon wiederholt versucht, Wie der Ehemann, der bei seiner Rückkehr das tote Die Neuorganisation der städtischen Werte. Der Magistrat hat darauf hingewiesen, daß die Beträge angesichts der allgemeinen ihn zu bestimmen, gemeinsam mit ihr und dem Kinde aus dem zur Beratung der Entwürfe für die Neuorganisation der städti Wirtschaftslage für zahlreiche Mitglieder viel zu hoch feien; auch Leben zu scheiben. Frau Weißenberger ist ein Opfer der Beit fchen Werte eine Rommiiiion aus neun Magistratsbei der neuen Verteilung würden die Parlamente bei der geworden, da sie glaubte, unter den heutigen Verhältnissen doch mitgliedern bestellt. Bewilligung Schwierigkeiten machen. Lord Balfour versuchte, die nicht länger leben zu können. Die Generalversammlung des Zentralverbandes für Filmverdabei geltend gemachten Einwände zu entkräften; die Delegationen leiher, der auch Abordnungen der Kinotheaterbefizer von ganz müßten doch daheim mit aller Wärme für die Bewilligung Deutschland beiwohnten, verlangt statt der Mannigfaltigkeit, die jezt eintreten. England hat dem Bölkerbund zur Seuchenbekämpfung Eine im Westen Berlins, besonders aber in der Lebemelt und in dem Bild der Vergnügungssteuer dadurch herrscht, daß die Steuer 100 000 Pfund Sterling zur Verfügung gestellt unter der Bedin in Spielerfreisen unter dem Namen Frau Dr. Bachmann sehr eine fommunale ist, den Erlaß eines Reichsvergnügungs. gung, daß die doppelte Summe von den anderen Regierun- befannte„ Dame" wurde von der Kriminalpolizei als gewerbssteuergesetzes, in dem ber jetzt unerträgliche und das gesamte gen aufgebracht werde. Der 4. Ausschuß( Finanzen und Hausmäßige Ladenbiebin entlarot und festgenommen. Es han- Kinogewerbe erbrüdende Steuerfaß auf ein erträgliches Maß au= halt) beschloß die Herabsetzung der Entschädigung für die belt sich um ein 31 Jahre altes Fräulein Gerba Dehme, das in rückgeführt wird". Es soll eine prozentual den Eintrittspreisen anRichter und Beisiger am Internationalen Ständigen Gerichtshof. der Lüßomstraße 46 eine elegant eingerichtete Wohnung gepaßte Steuer pon Reichs wegen festgesetzt werden. Die freie Schule in Wien. Wien, 14. September.( WTB.) Das Unterrichtsministerium hat dem Einspruch des erzbischöflichen Ordinariats in Wien gegen die Verfügung des Wiener Stadtschulrats über die religiösen Uebungen, die Aufhebung des konfessionellen Schulunterrichts usw. aufschiebende Wirkung zuerkannt. Es bleibt daher bis zur endgültigen Entscheidung bei der bisher üblichen Art der Durchführung der religiösen Uebungen. Da es im ganzen alten Desterreich konfeffionelle Schulen nur als Privatunternehmungen und vereinzelt gegeben hat, wird es sich hier um die Abschaffung des gemeindlichen und obligatorischen Religions unterrichts handeln. Entsprechend dem sozialdemotratischen Programm dürfte der Stadtschulrat beschlossen haben, daß es Privatsache der Eltern sei, ihre Kinder Religion lernen zu lassen und Sache der Glaubensgenossenschaften, nicht nur( wie bisher) die Religionslehrer zu stellen, sondern auch sie zu befolden. Und be sonders bas lettere wird der Kirche unerwünscht sein. Devisenkurse. 14. September Räufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs 18. September Käufer. Kurs 100 holländische Gulben.. 1 argentinischer Papier- Beso 100 belgische Frant. 100 norwegische Kronen 100 dänische Kronen 100 finnische Mart • ( Geld-) Kurs ( Brief-) Kurs Frau Dr. Bachmann." inne hatte. Die Schwindlerin, die Mutter zweier unmündiger Kinder ist, hielt sich für diese eine eigene Schwester. Im Hause und überBereinigung der Freunde für Religon und Bölferfrieden. Ge all, wo sie verkehrte, war sie nur unter dem Namen" Frau Dr. noffe Pfarrer Bleier hält feine nächste religiöse Feierstunde am Bachmann" betannt. Sie lebte auf sehr großem Fuße und spielte fommenden Sonntag, den 17. September, vorm. 10 Uhr, in ber in den Kreisen der Lebewelt und in Spielflubs eine bedeutende Trinitatiskirche, Charlottenburg, Karl- August- Blat( unweit unterEr wird sprechen über Frau Rolle. Die Mittel hierzu verschaffte sie sich durch Ladenbieb arundbahnhof Bismarckstraße) ab. stähle schiedenen Staatsanwaltschaften. fo u. a. von Hamburg, Stuttgart tember, abends 7 Uhr, in der Leibniz- Oberrealschule, Charlotten table in Juwelengeschäften. Sie wird schon von ver. Gorge". Die Bereinigung veranstaltet am Dienstag, den 19. Sep. und Schweinfurt gesucht und war schon wiederholt festgenommen burg, Schillerstr. 125( Nähe Knie) einen„ Ernst- Toller- Abend". Ge worden, doch hatte die äußerst gewandte Diebin es immer wieder noffe Pfarrer Bleier mird den religiös- revolutionären Geift, der verstanden, durch Vortäuschung einer Krantheit auf aus den Werken des Dichters spricht und der hinter banerischen freien Fuß zu fommen. Auch jetzt fetzte sie sich auf dem Polizei- Festungsmauern zu Tode gequält wird, beleuchten. präsidium sofort wieder mit ihrem Arzt in Verbindung. Auch diesem gegenüber nannte sie sich, als sie ihn telephonisch anrief, Frau Dr. Bachmann. Zur völligen Aufklärung des ganzen Treibens der gewerbsmäßigen Ladendiebin ist es dringend erwünscht, daß sich Gefchäfte, besonders Juweliere, die ihren Besuch empfangen haben und später feststellten, daß sie bestohlen worden sind, bei Kriminalfommiffar Tegtmeŋer melden. Die Kennzeichnung der Waren. Jugendweihen. 14. Bezirk und südliche Vororte. Die Vorbefprechung für die Kinder, die zur Jugendwetbe im Orpheum" ( früher Happoldts Braueret) zum Sonntag, den 17. September, angemeldet find, findet heute, Donnerstag, ben 14. September, pünktlich 2 Uhr im Orpheum", Hasenheide, Ede Graefestr., statt. 19. Bezirk und nörd. iche Vororte. Die Borbesprechung für die Stinder, die zur Jugendweihe am Sonntag, den 17. September, in der Aula des Lyzeums GörschStraße angemeldet sind, findet beute, Donnerstag, den 14. September, pünftlich nachmittags 1,5 Uhr, in der Aula des Lyzeums Börschstraße statt. Das Erscheinen der Eltern ist erwünscht. Gegen den Ausverkauf. nach Der Kolonial und Fettwarenhändler Heinrich Ringe in Neukölln hatte im Juni d. J. noch 15 Stück Bfund- Balete von Stollwerdichem Silberkalao, deren aufgebrudter Seleinverlaufspreis In den bayerischen Grenzbezirfen Berkäufer 10,50 M. je Batet betrug. Da er eine neue Sendung Katao bereits Tschechoslomatei hatten sich unhaltbare Zustände entwidelt, zu höherem Preise eingekauft hatte, falfulierte er einen Durba diese Bezirke vollständig ausgelauft wurden. Nunmehr wurde schnittspreis von 15 M. und verlaufte die 15 Batete zu bie Grenze nach fächsischem Borbild durch eine starte Gen59825.10| 59974.90| 61922.50 62077.50 biefem Preise, nachdem er vorher den Aufdrud entfernt barmerie, deren Bosten etwa 100 Meter voneinander entfernt 551.80 553.20 571.77, 578.221, batte. Dies trug ihm eine Anklage wegen Preis wuchers und stehen, vollständig abgesperrt. Auch Schleichwege, die 11011.20 11038.80 11485.60 11514.40 ergebene gegen die Kennzeichnung der Waren bisher von den Schmugglern benutzt wurden, sind jetzt vollständig 25717.80 25782.20 26541.75 26608.25 ein, die in Moabit verhandelt wurde. Der Amtsanwalt beantragte abgesperrt. Die Absperrung wird mit großer Schärfe durch32709.05 82790.95 38957.50 84042.50 gegen den Angeklagten 1000 M. Geldstrafe und Einziehung von geführt, daß felbft Tschechen, die den Dringlichkeitsvermert auf ihren 40848.85 40951.15 42247.10 42852.90 50 M. Heberpreis. Das Gericht fsprach N. zwar von dem Preis- Grenzscheinen aufweisen, an der Grenze rücksichtslos zurüdgewiesen wucher frei, da er berechtigt war, einen Durchschnittspreis zu werden. 8405,70 3414.30 7081.10 7098.90 769.- 771. nehmen, verurteilte ihn aber wegen des Bergebens gegen 6458.10 6766.50 6788.50 die Kennzeichnung der Waren zu 1000 m. Geldstrafe, 6858.60 7081.10 7098.90 1556.95 1598.- 1602.100 schwedische Kronen. 1 japanischer Yen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 6441.90 6841.40 1 Dollar 1553,05 100 franzöfifche Frank 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer Frank. 100 spanische Vejetas 100 österr. Stronen( abgeft.) 100 tschechische Kronen. 100 ungarische Kronen. 1.98 5193.50 60.42 928,80 100 bulgarische Lewa 12159.75 12190.25 Blech statt Gold. Die hohen Edelmetallpreise veranlaßten den Zahntechniker Wii 212.23 212.77 Grüß macher zu einem raffinierten Schwindel, ber 80087.30 30162.70 ihm eine Anklage wegen Betruges einbrachte, die vor dem Echöffen24469.35 24530.65 gericht Berlin- Mitte zur Verhandlung tam. Grüßmacher bot dem 2.07 Händler Siebert Abfallgold zu verhältnismäßigem Preise 5306.65 an und übergab ihm mehrere Stückchen, die von dem Händler durch 68.08 eine vorgenommene Säureprobe auch als Gold erkannt und ge931.20 998.75 1001.25 tauft wurden. Später stellte es sich heraus, daß bie Goldplättchen 2.02 2.08 5206.50 5293.35 60.58 62.92 Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Zunächst überwiegend trübe mit Regenfallen, frischen füdwestlichen Winden, etwas wärmerer Nacht und wenig beränderter Tagestemperatur. Später zeitweise aufflarend. Groß- Berliner Parteinachrichten. 45. Abt. Die Elternverfammlung findet nicht Freitag, den 15. September, sondern heute abend 7 Uhr in der 100. Gemeindeschule, Reichenberger Str. 67,70, statt. Junglozialisten, Gruppe Reutöün. Heute abend 7 Uhr im ftabtischen Jugend. beim, Nogatstraße 53, Distuffionsabend. Gruppe Norden. 7% Uhr in der Schule Putbuser Straße 3-6. Bortrag des Genoffen Mietbroth. Gewerkschaftsbewegung Der Töpferverband im Jahre 1921. " zogen worden war und die nunmehr auf Rückzahlung des abge- Die„ Verwertung" der Reichsmart. Dem New York Herald zogenen Betrages flagten. Das eine Urteil ist vom Amtsgericht wird aus New York gemeldet: Unter der Firma„ United European Rathenow unter dem 15. Juni 1922 ergangen und in Nr. 10 Investors Ltd." wurde eine neue Gesellschaft gegründet, und zwar des„ Betriebsrats", Beilage des Proletarier", Organ des Fabrik- mit Zustimmung der Regierung von Kanada. Das Aktienkapital arbeiterverbandes, vom 9. September 1922, Seite 75, veröffentlicht, beträgt 60 Millionen Dollar und 600 Millionen deutsche Mark, einWenn die Leitung des Töpferverbandes bereits im Vorjahre das andere Urteil ist vom Landgericht Dortmund am geteilt in Aktien zu je 10.000 m. Zweck der Gesellschaft ist, die aber eine merkliche Befferung der Finanzen dieser Organisation 19. Juni 1922 gefällt, nachdem das Berggewerbegericht sich in erster Milliarden deutscher Mark, die sich in den Vereinigten Staaten und berichten konnte, so ist dies bei dem für dieses Jahr vorliegenden Instanz sich den Standpunkt der Arbeitgeberseite zu eigen gemacht in Kanada befinden, in Deutschland selbst kaufmännisch zu Bericht wieder der Fall. Die Gesamteinnahme des Verbandes betrug hatte. Das landgerichtliche Urteil, dos noch nicht veröffentlicht ist, verwerten. Präsident der Gesellschaft ist der frühere amerikaim verflossenen Geschäftsjahr 2053 803 Mart, über eine Million betont mit aller Entschiedenheit, unter Bezugnahme auf die aus- nische Staatssekretär für Marine, Franklin Roosevelt. Mark mehr als im Jahre 1921. Natürlich haben sich auch die Aus- führlichen Darlegungen Flatows" in der„ Neuen Zeitschrift für ArFür 14 Milliarden neue Banknoten. Fieberhaft arbeitet die gaben gesteigert, sie betrugen 1613 778 Mart. An Unter- beitsrecht", daß§ 80 Abs. 2 nicht anders als im Sinne der Mitstützungen murden 355 580 Mark ausgezahlt. Die Streifunter- wirtung des Gruppenrats bei der Einzelstraffestsetzung ausgelegt Reichsbant, um durch eine bedeutend gesteigerte Tätigkeit der Notenstützung beanspruchte 171 292 Mart, die Krankenunterstützung 80 250 werden könne, daß dies allein der Entstehungsgeschichte, dem Zweck presse den Zahlungsbedarf befriedigen zu können. In der ersten Mart, die Arbeitslosenunterstützung 84 385 Mark, die Hinterblie- und sozialen Gedanken" des Betriebsrätegesezes entspricht und daß Woche des Angust find allein für 14.2 Milliarden Mark Banknoten benerunterstüßung 12 920 Mart, das Verbandsorgan für Druck, Er- infolgedessen die ohne die Mitwirkung der Betriebsvertretung fest in den Verkehr gebracht worden, so daß der Betrag an umlaufenden pedition und Porto 191 818 Mart. Für Gehälter und Versicherungs- gefehte Strafe nicht rechtsgültig, der Lohnabzug also zu Unrecht Zahlungsmitteln dieser Art mit 252,4 Milliarden Mark einen erfolgt ist, und die Rückzahlung des Lohnes stattzufinden habe. Die neuen traurigen Reford erreicht hat. Außerdem sind noch für beiträge mußten 137 531 Mart( 8,5 Proz. der Gesamteinnahmen) Arbeiterschaft tut gut, für eine Verbreitung dieser beiden Urteile 13,7 Milliarden Mark Dahrlehnskaſſenſcheine im Umlauf, so daß der ausgeworfen werden. Am Schlusse des Geschäftsjahres betrug das gesamte Betrag an papiernen Zahlungsmitteln im freien Berkehr Verbandsvermögen 749 478 Mart, rund 440 000 Mart mehr als Sorge zu tragen. auf 266 Milliarden Mark sich beziffert. Daß die Kredit beim vorjährigen Geschäftsabschluß. ansprüche der Wirtschaft an die Reichsbank weiter im Steigen Bewegung im Chemikalien- Großhandel. Die im Transportarbeiterverband organisierte Arbeiterschaft des find, geht aus der Tatsache hervor, daß an Handelswechseln allein chemikalischen Großhandels beschäftigte sich in einer Bersammlung io daß sich der Bestand des Zentralnoteninstituts an Wechseln und für 5,5 Milliarden Mark von der Reichsbant aufgenommen wurden, am Mittwoch abend nochmals mit dem Schiedsspruch des Schecks auf 27,3 Milliarden erhöht hat, ungerechnet die SchatzanSchlichtungsausschusses, der eine Lohnzulage von 55 Pro3. weisungen des Reiches, deren sich für 252 Milliarden in den vorsieht. Branchenleiter Puhlmann gab den Bericht. Die Lohnfommission hat Ablehnung des Spruches empfohlen und von der Händen der Reichsbank befinden. Verbandsleitung ist die Entscheidung des Demobilmachungskom verantwortlich für den redakt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: missars beantragt worden. Heute soll über die Sache verhandelt Th. Gloce, Berlin. Verlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: werden.- Alle Diskussionsredner sprachen ihren Unwillen über Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 das geringe Entgegenkommen der Unternehmer aus und erklärten fich für Ablehnung des Spruches. Die Organisationsleitung wurde beauftragt, evtl. das letzte gewerkschaftliche Mittel in Anwendung zu bringen, um für die schwerarbeitenden Mitglieder dieser Gruppe einen besseren Lohn zu erringen. Der Mitgliederstand hat sich etwas verringert, er betrug am Schlusse des vierten Quartals 11 164. Das Werbegebiet des Verbandes ist nahezu erschöpft, so daß auf einen besonders großen Mitgliederzuwachs dieser Organisation überhaupt nicht mehr zu rechnen wäre. Geflagt wird im Bericht darüber, daß zwei Scheibentöpferfilialen( Höhr und Grenzhausen) zum Fabrikarbeiter verband hinübergezogen wurden, was nach den Bundesfazungen unstatthaft sei. Protest gegen diese Handlung des genannten Verbandes ist beim Bundesvorstand eingereicht worden. Die Krantentabelle des Berichts zeigt ein gegenüber dem Vorjahr verschlechtertes Bild. Krankenunterstützung wurde in 2563 Fällen( im Jahre vorher 2277) für 43 451 Tage( im Vorjahre 40 305) ausgezahlt. Die Steigerung wird auf die Grippeepidemien zurückgeführt. Die höchste Zahl der Erkrankungsfälle entfällt auf Hals-, Rachen- und Luftröhrerkatarrhe, fie beträgt 272. Bei Lungenleiden waren 245, Rheumatismus 234 Fälle zu verzeichnen, die alten proletarischen Krankheitserscheinungen bei den Töpfern. Auch Darm- und Magenleiden wurden in der verhältnismäßig großen Zahl von 244 gemeldet. Groß ist auch die Anzahl der Geschwürleiden, fie beträgt 153, ein typisches 3eichen für die ungenügende Ernährung der proletarischen Schichten. Die größte Zahl von Erkrankungen finden wir unter Verlegungen. Knochenbrüchen usw., hier beträgt die Zahl 220. Ein großer Teil davon resultiert aus Betriebsunfällen, ein Zeichen, daß im Bau- und Fabritarbeiterschuh noch viel zu tun übrig bleibt. An Arbeitslosentagen wurden 242 111 gezählt, 2 8241 mehr als im Vorjahre. Dies ist jedoch weniger auf höhere Beschäftigungslosigkeit zurückzuführen, vielmehr wohl auf den Umstand, daß die Beteiligung der Ortsvermaltungen an der Statistik eine größere war. Während sich im Jahre 1920 durchschnittlich 68 Filialen an der Arbeitslcienstatistik nicht beteiligt hatten, waren es 1921 im Durchschnitt nur 38. Die Arbeitsgelegenheit hat sich in bescheidener Weise gebeffert, allerdings leiden einige große Städte, wie Berlin und Dresden, fast fortgefekt unter Arbeitslosigkeit. Der Rachlofen, den man im Westen Deutschlands bisher fast gar nicht kannte, scheint sich in diesen Gegenden mehr und mehr einzubürgern. Dies hängt zusammen mit der Kohlenfnappheit und teuerung, die mehr und mehr zwingt, auf den Kachelofen als besten Kohlensparer wieder zurüdzukommen. Hervorragende technische Verbesserungen an der Kachelofenfonstruktion benünftigen diese Entmiflung. Des halb konnten auch in der lekten Zeit eine Anzahl arbeitslofer Ofen jezer aus Berlin und Sachsen im Rheinland und in Westfalen Unterkunft finden. Streifs und Lohnbewegungen haben naturgemäß in großer Anzahl stattgefunden. Die Gesamtzahl der lekterent geht weit über 1000. Erreicht wurden habei für 10 540 Personen 2 430 742 Mark Lohnerhöhungen die Woche. Auker den Lohn bewegungen mußten 12 Anariffs- und 4 Abwehrstreits geführt werden, sie währten je 2 bis 60 Tage und brachten den 945 daran Be teiligten 38 891 Mark Lohnerhöhungen die Woche. Die Erfolgszahlen zeigen das ersprießliche Wirken diefes fleinen Verbandes auch auf diesem Gebiete. Weit über 100 Millionen Mark wurden für die Verbandsangehörigen herausgeholt, was ganz gewiß ohne Organisation nicht gelungen wäre. Die Handelsarbeiter der Damenwäsche-, Schürzen- und Unterrodbranche hatten am 12. und 13. September Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden. Sie führten zu keinem Ergebnis. Die von der Lohnfommission gewünschten Borichuzzahlungen sind ebenfalls vom Arbeitgeberverband abgelehnt. so daß, falls in den nächsten Tagen keine Verständigung erfolgt, in den Betrieben auf den Ernst der Situation mit eventueller Arbeitsniederlegung aufmerksam zu machen ist. Der Landarbeiterstreit im Kreise Halberstadt geht weiter. Es find 441 Nothelfer eingefekt. Auch bei Zittau ist ein Landarbeiterftreif am Gange. In Eutin ist auf der dortigen Meierei ein Streit der Mellerinnen ausgebrochen. Zum Streit in den amerikanischen Eisenbahnwerkstätten wird aus Washington gemeldet, daß zwischen den Vertretern der Eisenbahngesellschaften und den Vertretern der Arbeiter ein Abkommen getroffen wurde. Der franzöfifche Bergarbeiterfongreß in Angers beschloß, einen etwaigen Kammerbeschluß auf Abänderung des Gesetzes über den Achtstunden tag in seinem Grundprinzip, mit der sofortigen Arbeitseinstellung zu beantworten. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Heute abend Mitgliederverfammungen: Norden 1, Osw. Berliner. Brunnenstr. 140, 7 Uhr. Lichtenberg, eft. Zur Sütte, Frankfurter Allee 226, 71 Uhr. Often I, Hochbahnreft. Stralauer Allee 48, 71, Uhr Reinickendorf, Bürgerheim, Provingtr. 84, 7½ Uhr. Südwest, Göbels Reſt., Tempelhofer User 6, 7 Uhr. Bersammlung des Berufsausichusses der Laboratoriumstechniker Aula des Mommsen- Gymnasiums, Wormser Str. 11, Saverlands Feftfäle, Neue Friedrichstr. 35, 7 Uhr. 8% Uhr. Freitag Mitgliederversammlungen: Vermessungswesen, Zimmer 5, Brachtsäle, Chauffeeftr. 110, 7% Uhr. Baugewerbe, GermaniaSonnabend. Oranienburg, Reichshof. Bernauer Str. 38, 7½ Uhr. Alfa Witglieder, chemische Industrie! Freitag 71% Uhr Mitgliederversammlung im Nordischen Hof. Invalidenstr. 124. Mitgliedsbuch legitimiert! Afa- Bund, Ortskartell. Wirtschaft verhandlungen. Der Töpferverband ist willens, sich zum 1. Januar 1923 dem Unterbrechung der deutsch- spanischen HandelsvertragsBaugewerksbund anzuschließen. Die Borarbeiten hierzu find bereits abgeschlossen. Wir wünschen der fünftigen Töpferfektion des Baugewerksbundes von Herzen die gleichen gewerkschaftlichen Erfolge wie im bisherigen engeren Rahmen des Berufsverbandes! Bon gut unterrichteter Seite hört WTB.: Die auf Einladung der spanischen Regierung im April d. I. in Madrid begonnenen deutsch- spanischen Verhandlungen über Abschluß eines neuen wirtStrafen in der Arbeitsordnung. schaftlichen Abkommens sind bekanntlich dadurch plötzlich sehr er= Seit dem Inkrafttreten des Betriebsrätegesezes herrscht in schwert worden, daß die spanische Regierung ohne jede AnkündiTheorie und Praxis des Arbeitsrechts ein lebhafter Meinungstampf gung und inmitten der Verhandlungen den für den deutschen Handel um die Auslegung des§ 80 Abs. 2 BR G., demzufolge die in mit Spanien so überaus schädlichen, erst furz vorher auf deutsches § 134b 3iff. 4 der Gewerbeordnung vorgesehene Festsetzung von Entgegenkommen aufgehobenen Balutazuschlag in verschärfter Strafen durch den Arbeitgeber gemeinschaftlich mit dem Gruppen- Form wieder eingeführt hat. Trotz dieses Vorgehens, das rat, mangels Ginigung beider durch den Schlichtungsaus als eine Verletzung des Deutschland bis zum Ablauf des von schuß zu erfolgen hat. Die Praris der Schlichtungsausschüsse, die, wie ausdrücklich bemerkt sei, zur Entscheidung dieser reinen Rechts- Spanien gekündigten derzeitigen modus vivendi, d. h. bis zum reichen Fällen angerufen worden und in Tätigkeit getreten find, hat 21. Dezember d. 3. zustehenden Meist begünstigungsrechts reichen Fällen angerufen worden und in Ttäigkeit getreten sind, hat angesehen werden muß, hat die deutsche Regierung sich bemüht, die fich im Gegensatz zu der( abgesehen von der Literatur aus dem Verhandlungen nicht abreißen zu lassen. Der im Laufe der BeArbeitgeberlager) fast ausnahmslosen Ansicht der wissenschaftlichen sprechungen von der spanischen Regierung gemachte Vorschlag, den Bearbeiter des Arbeitsrechts in den meisten Fällen auf einen den Valutazuschlag aufzuheben, deutsche Waren aber fortan nach Arbeitnehmern ungünstigen Standpunkt gestellt, daß nämlich§ 80 Rolonne 1 des spanischen 3olltarifs zu verzollen, war für DeutschAbs. 2 fich nicht auf die Einzelstraffeftfehung beziehe, obwohl, wie land un annehmbar, schon weil es dadurch auf sein bis zum das Reichsarbeitsministerium und das Preußische Handelsministerium betont haben, der zweite Abfaz des§ 80 dann vollkommen überflüssig gewesen wäre, weil die Mitwirkung bei der Aufstellung der Strafbestimmung im allgemeinen bereits durch§ 80 Abs. 1 vor geschrieben ist. 21. Dezember bestehendes Meistbegünstigungsrecht verzichtet hätte, Dieses Meistbegünstigungsrecht ist leider vor kurzem erneut von Spanien verletzt worden, indem deutschen Waren die vor kurzem von Spanien der Schweiz und Frankreich zugestandenen ZollEine besondere Stärkung erfuhr die Ansicht der Schlichtungs- ermäßigungen verweigert wurden. Unter diesen Umständen ausschüsse und der Arbeitgeber durch ein Urteil des säch si hat sich die deutsche Regierung gezwungen gesehen, der spanischen schen Oberverwaltungsgerichts vom 25. Mai 1921, das Regierung mitzuteilen, daß sie von einer derzeitigen Fortsetzung von der Unternehmerpresse überall verbreitet worden ist. Einen der Verhandlungen leider fein beide Teile befriedigendes Ergeb= Kommentar zum BRG. 10. Aufl.§ 80 Anm. 2, sowie in einem nis erwarten könne. Da sie jedoch den Wunsch habe, die jahrRomemntar zum BRG. 10. Aufl.§ 80 Anm. 2, fowie in einem zehntelang bestehenden Handelsbeziehungen mit Spanien folange Spezialaufsatz in der Neuen Zeitschrift für Arbeitsrecht", 1. Jahr wie möglich aufrechtzuerhalten, hoffe fie, daß es noch vor dem im gang, Heft 9/10, Sp. 433 ff. Den vom Reichsarbeitsministerium vertretenen Standpunkt haben nun fürzlich zwei Gerichte gebilligt, Dezember d. I. erfolgenden Ablauf des jetzt bestehenden modus indem sie der Klage von Arbeitern stattgaben, denen eine ohne Mit- vivendi zu einer Wiederaufnahme der Verhandlun wirkung des Gruppenrats festgesetzte Geldstrafe vom Lohn abge- gen tommen werde. " Am 11. d. verschied nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Bater und Schwiegervater Hermann Koester im 57. Lebensjahre. In tiefstem Schmerz: Anna Koester Frida Schwarz geb. Koester Nathan Schwarz Beerdigung Sonnabend, nachm 42 Uhr, auf den städt. Friedhof Schönebera. Enthstraße( Blanke Hölle). Korsette aus la Stoffen u. in all. Preislagen empfiehlt Korsettfabrik Rich. Necke 1. Geschäft: Berlin- Karlshorst, Tresckow- Allee 99 2. Geschäft: Bin.- Lichtenberg., Neue Bahnhofstr.36 3. Geschäft: Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Gewinn- Auszug der 20. Preuß.- Süds.( 246. Preuß.) Klassen- Lotterie 4. Klasse 1. Ziehungstag 12. September 1922 Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und stvar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Chne Gewähr. Nachdrud verboten. In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 750 Mark gezogen: 4 zu 20000 M 5317 129441 2 zu 10000 M 199995 10 zu 5000 M 7800 46473 106810 170765 221989 8 zu 3000 M 72097 11490 285925 338058 166 zu 1000 M 3583 12217 18077 22195 39571 38702 40656 45774 54579 67028 60729 61023 62386 69516 78024 82856 91119 91744 101721 105577 119591 121018 122200 122406 137725 137955 146719 155106 160522 161935 167838 168714 169306 170.97 172649 182003 184319 184445 1969 5 197861 217330 225090 225851 230303 233051 233296 239906 241327 241637 256717 260652 261616 264117 268722 270497 281179 869 7 288849 3002 5 300588 312303 313281 321833 322062 325612 329363 330072 332121 334352 35175 34: 810 348384 355454 357450 362681 371580 372010 872110 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 750 Mar! gezogen: 2 zu 300000 M 277196 2 zu 150000 M 174928 2 zu 30000 M 215255 2 zu 20000 M 195764 2 zu 10000 M 1608 10 zu 5000 M 26275 143552 24501 336658 344992 14 zu 3000 M 2068 46145 39458 136991 263361 316378 338660 186 zu 1000 M 34: 9 50 9 14494 16999 17192 20895 27883 4909 26262 40925 43583 48451 50596 77648 85797 86525 90232 93905 103866 108963 114983 115966 124159 127525 133: 38 136294 139597 140411 146501 153285 157241 157326 157388 159218 165240 1718 9 176864 181888 200871 201833 206571 208895 210625 213496 215562 218124 214962 220983 224434 224496 228187 232483/243087 244145 247616 249055 253398 255693 265353 268149 268837 270248 271774 274018 2: 0982 281912 282067 284943 290354 290485 292030 293410 294466 299.91 300: 01 302127 3: 5070 306606 317312 320914 321877 323181 325168 331631 334570 33.819 340327 347857 348007 4: 358 67.74 371192 372074 Die in dem vorstehenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niedrigeren Gewinne find ars den Listen zu ersehen, die bei den staatlichen Zotterie- Einnchmern aur unentgeldlichen Einsicht ausliegen. Gewinn- Auszug ber 20. Preuß.- Südd.( 246. Preuß.) Klassen- Lotterie 4. Klasse 2. Zichungstag 13. September 1922 Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und givar je einer auf Die Lofe gleicher Nummer in den beiden Chne Gewähr. Abteilungen I und II Nachdrud verboten In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 750 Mart gezogen: 2 zu 30000 M 172115 2 za 20000 M 175598 2 zu 10000 M 148498 8 zu 5000 M 139327 169803 216999 33C236 12 zu 2000 M 18183 110019 202110 218328 262609 279158 176 zu 1000 M 6498 8580 14092 20499 2228 2 852 35491 45233 48443 53012 61071 62035 66123 76194 78963 82608 90314 94385 99407 100717 106617 115514 117833 131633 13673: 138305 145803 150717 151281 163769 16 270 165860 176338 179164 185 15 187536 192652 205202 216456 216919 218729 222611 2: 5197 2254 6 225734 231294 224862 2 9296 2396.5 244541 244661 259485 2 0818 260964 2 1178 266455 269624 275913 275 59 280125 279806 281597 288815 18 659 195361 300E84 300948 303799 3.81: 5 308247 0 567 313052 316477 3: 2183 333144 83369 338388 340445 316253 346398 3476.7 351663 354255 358607 363030 367922 3684.9 374970 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 750 Mart gezogen: 2 zu 75000 M 166861 2 zu 50000 M 41010 4 zu 100 M 488: 2 270020 2 zu 5000 M 103839 6 zu 3000 M 199314 221530 264390 182 zu 1000 M 19731 31710 34954 36411 88533 39176 42040 48974 50182 52054 52539 54060 62169 6 378 70069 75696 75819, 77752 79523 84048 9: 738 93121 95898 103766 114119 1153 2 116 82 119731 119864 125486 129968 130914 133473 132680 138745 14/290 146782 159493 162878 171592 176189 176921 181517 182917 18: 334 183342 185104 185762 187015 187510 190045 192697 202113 204984 205349 211439 212065 216430 216459 218701 220138 222112 225922 231322 236425 238860 239293 248591 263 06 265717 273848 277624 283834 290092 292009 293954 304859 308724 813026 32: 932 329052 330812 337601 3437.0 352847 352899 3.6142 348015 369823 360364 372.03 Lie Ziehung der 5. Klasse beginnt am 10 Oktober. Die in dem vorstehenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niedrigeren Gewinne find aus den Listen zu erfeben, die bei den staatlichen Lotterie- Einnchmern zur unentgeldlichen Einfot ausliegen. Brücken Korbmöbel kauien Sie am vorteilhaftesten A. Lesdau dir.b Hersteller Wo laß ich meinen Anzug machen? Werkstätten für Wer garantiert für guten Sitz u.Verarbeitung? fein.Korbmöbel Fernsprecher Mar Motel, Schneidermſtr. Neukölln 1759. Neukölln, AnzenAusstell. und Verkauf nur Neukölln, Ringbahnstr. 33. Tel.909. Lieferung für höchste Staatsbeamten Biele Anerkennungen u. Dantschreiben gruberstraße 20. ges. geschützt Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preisen einzig dastehende Trauringe 1 Ring, Dukatengold, von 1350,- an 1 Ring, 585 gestempelt, von 1000,- an 1 Ring, 333 gestempelt, von 650,- an Garantieschein für gesetzlichen Goldinhalt. Ausführlicher Katalog nach auswärts geg. Rückporto. H. 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