Nr. 438+ 39.Jahrgang Ausgabe Anr. 215 Bezugspreis: Für den Monat Geptember 200,-, Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar und Memelgebiet, fomie Defterreich und Suremburg 248,-, für das übrige Ausland 282, M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho flowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Margen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblaff 6 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile toftet 40,-. Reklamezeile 180,-. Aleinenzeigen" bas fettgedruckte Wort 12, M.( zufäffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10,-. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Bort 7,- R., jebes weitere Wort 5,- M. Worte ilber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen flir Abonnenten Zeile 15,- R. Anzeigen für die nächst e Nummer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dünboff 292-295 unb 2506-2507 Sonnabend, den 16. September 1922 Antwort nach Havensteins Rückkehr. Staatenschutz gegen die Minderheiten! Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Berlag, Hanpregpedition. Inseraten. Fernsprecher: Abteilung: anhoff 2506-2507 Die Feinde der Arbeiter. Bon Clemens Nörpel. Brüssel, 15. September.( Agence Belge.) Der deutsche Ge,, List, Schlauheit, illegale Methoden, Verschweigen der fandte Landsberg stattete dem Außenminiffer Jaspar einen Wahrheit anzuwenden", ist nach Lenin eine Kunst, die jeder Besuch ab und erklärte ihm, die deutsche Regierung werde ihm als- Genf, 15. September. WTB.) Der Unterausschuß des 6. Aus Kommunist verstehen muß. Ganz an der Wahrheit, d. h. an bald mitteilen, daß der Reichsbankpräsident Havenstein auf Er- schuffes( Mandatsfragen) nahm auf Wunsch des tschechoslowakischen den harten Tatsachen vorbeizugehen, ist jedoch anscheinend suchen der deutschen Regierung sich nach London begeben habe und Ministerpräsidenten Benesch einen Antragsentwurf an, in welchem auch für die Kommunistische Partei Deutschlands unmöglich. die Reise des Reichsbankpräsidenten geeignet sei, die Antwort der gefordert wird, das Generalsekretariat des Bölkerbundes möge dem Das ergibt sich vollkommen einwandfrei aus dem Studium deutschen Regierung auf die Note der belgischen Regierung zu be- tat nicht nur bei der Prüfung der Klagen von Minderheiten über des Zentralorgans diefer Partei, der Roten Fahne". Dieses jchleunigen. die Verletzung der Minoritätsverträge zur Seite stehen, sondern Organ zerfällt in zwei streng voneinander getrennte Teile, die Nach einer Temps"-Meldung hat Gesandter Landsberg fich ihn auch darüber informieren, wie die Mitglieder von nationalen, scheinbar ohne lebereinstimmung nach ganz verschiedenen auch über die Haltung Belgiens im Falle einer ablehnung der sprachlichen und religiösen Minderheiten ihre Pflichten gegen Methoden bearbeitet werden. Da ist zuerst der politische belgischen Forderung erfundigt. Der Korrespondent will wissen, den Staat erfüllen. Die hierüber gesammelten Auskünfte müßten Teil, in welchem die Methoden Lenins restlos zur Anwendung daß Theunis und Jaspar im gegenwärtigen Zustand der Frage dann allen Mitgliedsstaaten des Bölkerbundes zur Verfügung stehen. fommen. Dann kommt die Beilage Wirtschaftliche Der Unterausschuß für Bekämpfung der Sklaverei besprach Rundschau", in welcher die verschiedensten Mitarbeiter nicht beabsichtigen, ihre Haltung zu ändern. Jaspar habe nach dem Weggehen Landsbergs die Vertreter Frankreichs und Englands den neufeeländischen Antrag, eine Untersuchung über Sklaverei in zu Feststellungen über die wirtschaftlichen Zusammenhänge empfangen und sie von der Besprechung mit dem deutschen Gesandten Abessinien einzuleiten, wobei der französische Vertreter auf die fommen, die mit den Lügen, Berdrehungen und Verhebungen in Renntnis gefeft. Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens hinwies, das eng- des politischen Teils nicht das allergeringste zu tun Reichsbanfpräsident Havenstein ist Freitag abends in London lische Mitglied eine Untersuchung durch die diplomatische Ver- haben. Daß dies den Lesern der Roten Fahne", also den eingetroffen. Das Reichskabinett nimmt eine abwartende Stellung tretung Italiens, Frankreichs und Englands anregte und der waschechten Kommunisten, noch nicht aufgefallen ist, ist ent ein und hat sich am Freitag lediglich mit dem Stinnes- Luberfac portugiesische Vertreter dagegen Stellung nahm, daß eine weder wiederum auf die Methoden Lenins zurückzuführen Bertrag beschäftigt. solche Untersuchung sich auf den gangen afrikanischen Erdteil oder, und dies erscheint als das Näherliegende, darauf, daß sie den wirtschaftlichen Teil ihrer eigenen Zeitung nicht Paris, 15. September.( WIB.) Poincaré hat heute den erstrecke. deutschen Botschafter Dr. Mayer empfangen. lejen, meil ja bekanntlich zum Lügen besondere Stenntnisse nicht erforderlich sind. Nunmehr soll die ,, Wirtschaftliche Rundschau", Beilage zur Roten Fahne", selbst zu Worte fominen. Tagung des Parteiausschusses in Augsburg. Als Auftakt zu dem am Sonntag in Augsburg beginnen den Sozialdemokratischen Parteitag tritt der Parteiaus schuß der Sozialdemokratischen Partei am Sonnabend in Augsburg zu einer Sigung zusammen. Hauptaufgabe des Parteiausschusses ist dabei, die endgültige Tagesordnung für den Parteitag festzusehen. Englische Abgeordnete auf dem Augsburger Parteitag. Die englische Arbeiterpartei hat zu ihren Bertretern auf dem Augsburger Barteitage der deutschen Sozialdemokratie die Parlamentsmitglieder Ammon und Rhys Davies ernannt. Lloyd Georges Sekretär, Sir Edward Grigg, der auch in Genua war, ist in Genf eingetroffen. Borbote? Ungarns Aufnahme in den Bölferbund ist vom Ausschuß trok tschechoslowakischer Bedenken wegen nichterfüllten Reparations gebots( Ungarn hat selbst biele Magyaren und fast alle seine Bodenschäze opfern müssen) beschloffen worden; daß Ungarn nicht abrüftet und ein asiatisches Terrorregime führt, erscheint in Genf weniger wichtig. Französischer Militärprozeß gegen Deutsche. Es ist ganz selbstverstände Mittwoch, den 2. August 1922: lich und bleibt unwidersprochen, daß die Reparationsverpflichtungen die Zahlungsbilanz Deutschlands verschlechtern, daß durch bie notwendigen Anfäufe von fremden Devisen für die Reparations< barzahlungen eine Berschlechterung des Markkurjes herbeigeführt wird. Die Zahlungsbilanz Deutschlands hat sich nicht nur infolge der Reparationsbarzahlungen verschlechtert, sondern auch Mainz, 15. September.( tb.) Bor dem Kriegsgericht des infolge des Berluftes an Einkommen aus dem Ausland aus Schiffs Generalstabs der französischen Rheinarmee standen heute raten, Kolonien und Beteiligungen und infolge des Verlustes von unter Ausschluß der Deffentlichkeit wegen militärischer Spionage 70 Broz. der Erzproduktion, 30 Proz. der Kohlenproduktion und zum Nachteil der Ententemächte: 1. Der Redakteur Richard Hecht, der hieraus folgernden erhöhten Einfuhr von Rohstoffen. Dia Frankfurt a. M.; 2. dessen Sohn, der 19jährige Gymnafiaft deutsche Zahlungsbilanz wird weiter dadurch belastet, daß die Wilhelm Hecht, Frankfurt a. M.; 3. der Beigeordnete Dr. Erich Broduktion der Landwirtschaft infolge der Produktionsfabotage der Wie Frankreich Gesterreich hilft. Jeschke, Kreuznach; 4. der Bürgermeistereisekretär Albrecht Bohner, Im Finanzausschuß des österreichischen Nationalrats( 5. Sep- Kirn( ahe); 5. ber Optiker Mohr, Trier; 6. Der Kaufmann Jakob Junter abgenommen hat, daß etwa nur drei Fünftel der notwendi tember) berichtete Dr. Bauer( Soz.): Kirscht, Wittlith( Mosel); 7. Der Kaufmann Wilhelm Hähnlein, gen Lebensmittel und zwei Drittel der Futtermittel in Deutschland Die österreichische Regierung hatte die Absicht, das Bot. Mainz; 8. der Redakteur Otto E, Wiesbaden. Nach der Antiage- selbst erzeugt werden, und troß des Unterkonsums der Arbeiterschaft schafterpalais in Paris zu verkaufen. Die französische Regie- fchrift waren sie befchuldigt, vom April 1921 bis Juni 1922 im Lebensmittel in großen Mengen eingeführt werden rung hat nun der österreichischen mitteilen lassen, daß fie felbst fich Dokumente und Nachrichten über die franzöfifchen Befagungsbefeßten Gebiet im Einverständnis mit einer fremben macht müssen Wenn ein Kommunist diese Feststellungen liest und nich das Haus gern kaufen möchte, es aber nicht tun tönne, well ble truppen sowie militärischer Befehle verschafft und Agenten des weiß, daß sie seiner eigenen Zeitung entstammen, wird er französische Rammer in diesem Zeitpunkt nicht so große Ausgaben deutschen Spionagedienstes im unbesezten Gebiet mitgeteilt zu nicht schlecht auf die Sozialdemokraten und Gewerkschaftsfür unproduktive Zwede machen wolle, daß aber der Kauf in einem haben. Gegen den Angeklagten Richard Hecht wurde in contu- führer schimpfen, die mit dieser Darstellung von Tatsache ru fpäteren Beitpunkt durchgeführt werden könne. Darauf hat die maciam verhandelt. Das öffentlich; verfündete Urteil lautete: Hecht österreichische Regierung der französischen zwar fein formelles, aber in contumaciam 30 Jahre Gefängnis, Hecht jun. 5 Jahre Gefängnis, Dem Kapitalismus die Steigbügel haiten. Jedoch beweisen ein tatsächliches Bortaufsrecht eingeräumt. Nun hat ein Bris Leschte 4 Jahre Gefängnis, Bohner 2 Jahre Gefängnis, Mohr die weiteren Nummern der Wirtschaftlichen Rundschau", pater das Palais um 25 Millionen französischer Frant kaufen 4 Jahre Gefängnis, Rirfcht 4 Jahre Gefängnis, Hähnlein 2 Jahre Beilage zur Noten Fahne", daß es sich vorstehend nicht etwa wollen, die österreichische Regierung hat das der französischen mit und Eh 3 Jahre Gefängnis. Sämtliche Angeklagten waren ge- um eine Entgleisung" eines Mitarbeiters handelt, sondern ständig. daß es tatsächlich Kommunisten gibt, die wissen, wie die Dinge geteilt und es ihr freigestellt, von ihrem Borkaufsrecht Gebrauch zu Welcherart die Spionage gewesen sein soll, sagt das Ur mirtlich sind, denn hören wir weiter: machen. Die französische Regierung hat nun dafür gesorgt, daß der private Käufer zurüdtrat und hat selbst einen bedeutend niedrigeren Betrag geboten. teil nicht. Das brennende Smyrna. Wenn es richtig ist, daß die franzöfifche Regierung es der öster reichischen Regierung unmöglich gemacht hat, sich durch den Verkauf Paris, 15. September.( Havas.) Smyrna brennt feit zwölf ihres Eigentums 25 Millionen Frant zu verschaffen, während sie Stunden. Das europäische Biertel mit seinen schönen Handelsandererseits einen kleinen Teil des bewilligten 55- Millionen- Bor- häusern und feinen großen Speichern, alle am Kai fiehenden Häuser, schusses nur unter den brüdenbften Bedingungen flüffig machen fowie die meisten französischen Niederlaffungen find ein Raub der zu wollen erklärte, dann war die Angelegenheit öffentlich zur Sprache Flammen geworden. Die franzöfifchen Schiffe haben mehr als zu bringen. 3000 Flüchtlinge aufgenommen. Die italienischen Schiffe bemühen sich, die Mitglieder der italienischen Kolonie zu reffen. Sonntag, den 6. August 1922:... Es trifft zum Teil zu, ba die deutsche Industrie größere Gewinne, größere Profite einstedt, als das Industriekapital der anderen Länder. Diese übermäßigen Gewinne stellen gewissermaßen eine Rifitoprämie für die tommende Abfagtrise dar. Sie sind aber auch zum Teil dadurch bedingt, daß durch die unaufhörliche Markentwertung die ausländis fchen Rohstoffe immer teurer werden und bei„ normalen" Gewinnen nicht mehr gekauft werden können. Sozialistische Berräter, Gewerkschaftsbonzen, Stinness thechte, Steigbügelhalter des Kapitalismus", würde man es Finanzminister Segur begnügte sich mit der Bemerkung, die tausendfältig aus dem Munde der Kommunisten schreient österreichische Regierung habe das Angebot der französischen Regie= hören, wenn ein Sozialdemokrat oder ein Gewerkschaftsrung abgelehnt, da ihr die Höhe dieses Angebots im Verhältnis Gegen türkische und auch bulgarische Gefahren wird angeblich führer vorstehende Ausführungen gemacht hätte. Aber gea zum Werte des Gebäudes nicht entsprechend erschien... in Südflawien und Rumänien auf griechische Bitte gerüstet, fogar mach! Sie stehen in der Roten Fahne". Doch auch hier Daraus ist zu entnehmen, daß Bauers Mitteilungen richtig sind und mobilgemacht. handelt es sich nicht um ein einmaliges Abirren vom Wege daß es so ist: die französische Regierung hat sich an dem armen Eine Folge des Türtenfleges ist nach einer Barifer Mel- der fommunistischen Erkenntnis", denn es folgt: Desterreich in schamlofer Weise bereichern wollen. bung baß die Araber in Palästina die englische Berwaltung Sonntag, den 3. September 1922: Nicht nur wird jede bontottieren. Sie haben auf einer Ronferenz in Rablus be- Kalkulation dem Kapitalisten unmöglich, die Reproduktion muß ins schloffen, sich an den Wahlen zur gefeggebenden Versammlung Stocken geraten, wenn im Laufe des Produktionsprozesses der Geld< nit zu beteiligen und wollen am Tage der Verfassungseinfüh. mert so start fintt, daß froß aller diefer berechneten Risikos rung in den Generalftreit(?) treten. General Allenby ift prämien der in Mart ausgedrückte und realisierte Erlös ge aus Aegypten nach Balästina abgereist. ringer geworden ist, verglichen mit dem Ausgangs Stalien zeigt sich in seiner Presse start beunruhigt durch das tapital... Wiederauftauchen Benizelos, wovon man das Gegenteil der Bc. ruhigung im Often erwartet. Im Nationalrat forderten die Sozialdemokraten Durchführung thres Steuer und Rettungsprogramms und wandten fich ent schieben gegen eine derartige ausländische Rontrolle, wie fein Bolf fie fich gefallen lassen fönne. 1. Es heißt, daß amerikanische Banten zur Kreditgewährung bereit seien, wenn die Bedingungen angenommen werden, die der Bälterbund aufstellen werde. Inzwischen schwillt die Papiergeld Die Flucht zu einer wertbeständigen Batuta ist in der Tat lawine dermaßen an( fie ist tief in der zweiten Billion), daß bie einzige Möglichkeit für den Kapitalisten, im Zeitalter Wie die Pariser„ Action Action Française" erfährt, hat die der fortdauernden Markentwertung sich vor Berluften zu schützen, Dr. Stolper berechnet, die Grenze der Emissionsbefugnis der franzöfifche Regierung Befehl gegeben, daß die franzöfifchen ja überhaupt ihren Profit in Geld zu sichern... noch gar nicht bestehenden Notenbank werde im Augenblid ihrer Truppen, die in dem asiatischen Stutari und in Tschanat Gründung schon überschritten fein. Das könnte auch in der ,, Deutschen Allgemeinen Zeitung" oder an irgendeinem anderen Punkt, des asiatischen Ufers des Herrn Stinnes stehen. Offenbar deshalb plant bie Regierung Seipel( nach einer Tll der Dardanellen stehen, sobald als möglich zurückgezogen Meldung) die Einbringung einer Novelle zum Indergefeß, werden. Noch anderes ist in der Roten Fahne" zu beobachten. Das bedeutet die Richtteilnahme an der eng. In mühiamer und schwerer Arbeit, behindert durch) wonach in Zukunft eine Ermäßigung der Bezahlung aller lischen Aktion zum Schutz der Dardanellen gegen die Türfen. Die Indifferenz der Massen, die Demagogie der KomBundesangestellten um 50 Brez. der jeweiligen Integgiffer( Sep. Frankreich will ben Türfen nicht offenes Mißtrauen bezeugen, wie munisten, den Widerstand des Kapitals und die Folgen tembermitte gegen Augustmitte 91 Broz.) erfolgen foll. Man glaubt, es England durch seine Truppenverstärkungen fut. daß schon in diesem Monat die Bundesangestellten zum letzten Male des Bersailler Friedensvertrages, versuchen die Gewerk Bei einer Siegesfeier in der Stambuler Hauptmoschee ergriff fchaften, die Lebenshaltung der Arbeitnehmer zu heben, zum vollen Inder ausgezahlt wurden. Am Montag werden alle der Thronfolger das Wort, um die Größe des Ereignisses zu die Existenz der Arbeitnehmer durch Ausbau eines Bofttarife verdoppelt, I feiern. einheitlichen Arbeitsrechts zit sichern, Alles, Da das B. T." diese Aeußerungen( der„ DAS.") als volts was auf diesem Gebiete geschieht, wird von den Kom- höhe zu bringen. Die der Landwirtschaft gegen ihren Willen aufmunisten in den Schmutz gezogen und ebenso, wie auf wirt- erlegte Umlage führt zur Erdrosselung aller landwirtschaftlichen parteilich anspricht, möchten wir feststellen, daß in den Kreisen schaftlichem Gebiete die Kommunisten genau wissen, daß ihre Betriebe.(!) Sie muß daher nicht nur hinsichtlich der Menge, der Deutschen Volkspartei die Auffassung der„ DA3." teineswegs ewigen Verdrehungen der Wahrheit widersprechen, ebenso sondern auch bezüglich des Preises den veränderten Verhältnissen geteilt wird und daß nach unserer Auffassung die„ DA3.", die über verhält es sich auf arbeitsrechtlichem Gebiete. In der Roten so angepaßt werden, daß die Landwirtschaft eine angemessene die tatsächlichen Zusammenhänge wohl orientiert sein fönnte, den Fahne" vom Sonntag, den 30. Juli 1922, befindet sich ein Bezahlung für ihr Getreide und die Möglichkeit zur Fort- wirklichen Gründen des Reichspräsidenten und des Kanzlers für Artikel Arbeitsrecht für Betriebsräte", der nachstehende führung ihrer Wirtschaften erhält. Wird nicht gleichzeitig durch ihr Zögern mit der Neubeseßung des Auswärtigen Amtes teines Schlußfolgerungen enthält: eine großzügige Kreditgewährung die Beschaffung wegs gerecht wird. Wenn Dr. Wirth die Obliegenheiten des von Kunstdünger gewährleistet, so ist zweifellos im nächsten Außenministers zunächst persönlich mit übernommen hat, so dürfte Jahre mit einem erheblichen Ausfall der Kunstdüngung zu rechnen, hierfür die sehr verständliche politische Erwägung maßgebend gewesen sein, daß unter dem Einfluß der ungeheuren Erregung, so daß Mißernten und Hungersnot zu erwarten stehen. ... So erflärt es sich, daß auch in Deutschland, wo auf dem politischen Gebiet bis jetzt nur eine rein bürgerliche Revolution stattgefunden hat und gegenwärtig eine deutlich reaktionäre Bewegung sich abspielt, gleichwohl auf dem Gebiet des Rechts und am deutlichsten gerade im Arbeitsrecht, ein in seinem Endergebnis„ revolutionärer" II mwandlungsprozeß teils ganz unbemerkt von den bürgerlichen Verwaltern, Segern und Sprechern dieses Rechts, teils allen ihren Widerständen zum Troß sich objektin schon heute durchsetzen tann. Also auch hier das Bewußtsein der Notwendigkeit und des Erfolges der Gewerkschaften und die Tatsache der absoluten Verneinung und Bekämpfung dieser von den Gewerkschaften für die Arbeitnehmer errungenen Vorteile durch die Kommunisten; und beides im gleichen Blatt! Der Reichs- Landbund tritt dafür ein, daß in möglichst weitem welche infolge des Mordes im Grunewald die Parteien und die Umfange Kartoffellieferungsverträge zur unmittel- Deffentlichkeit erfaßt hatte, leicht ein erbitterter Kampf um den baren Versorgung der Verbrauchertreise abgeschlossen werden. Er- wichtigen Ministerposten ausbrechen konnte, der die Gefährdung des mäßigung der Kartoffelfrachten, rechtzeitige und ausreichende Wagen- Reiches in jenen fritischen Wochen veroiclfacht hätte. gestellung, sowie Verbesserung der für den Kartoffelversand notwendigen Verkehrseinrichtungen sind zu fordern. Die Milch-, Fettund Fleischversorgung darf nicht durch unverständige Brenn verbote, die über das Ziel hinausschießen, gefährdet werder. Nur die völlige Freigabe des Inlandzuckers wird die Mißstände in der Zuckerversorgung beseitigen. Nicht kleine Mittel und behördliche Maßnahmen gegen einzelne von jedem zu verwerfende Auswüchse können das deutsche Volk aus seiner Wirtschaftsnot retten, sondern nur die Gesundung von innen heraus, deren Grundlage die eigene Arbeitsleistung und die Hebung der heimischen Erzeugung ist. Die Demagogie der Stinnes- Lensch fängt also selbst der Deutschen Volkspartei an fürchterlich zu werden. Der altbefannte Stoßfeufzer„ Gott schüße mich vor meinen Freunden" flingt durch die Ausführungen der Zeit" deutlich genug hindurch. Tägliche Rundschau" und die Wahrheit. Die Stinnes- Preffe fälscht die Meinung des Auslandes. Der Berliner Korrespondent des Manchester Guardian" richtete an die Presseabteilung der Reichsregierung folgendes Schreiben, das uns die Presseabteilung zur Verfügung stellt: Es geht bei der Kommunistischen Partei Deutschlands um keine Ideen, um keine Ideale; es handelt sich für sie nicht um die Durchführung des. Kommunismus, sondern das und O ihrer Bestrebungen läuft restlos darauf hinaus, den Der erste Teil der Kundgebung enthält nichts Neues. Kampf der Arbeitnehmer in den kapitalistischen Staaten der Welt gegen die kapitalistische Wirtschaft durch Erzeugung von Unter dem Vorwand, eine angemessene" Bezahlung für Am 8. September veröffentlichte die Tägliche Rundschau" mit 3wietracht und Haß zu unterbinden. Alle die heuch- Getreide zu verlangen, fordert man die Dollarpreise, die Ueberschrift„ Die Erfüllungspolitik ist tot" folgende Stelle aus cinem lerischen Redensarten und Aufrufe der Kommunisten dürfen durch die Gestehungskosten der Landwirtschaft keineswegs ge- Telegramm," das ich am 6. dem„ Manchester Guardian" teledie Arbeitnehmer nicht mehr irreführen. Aus vorstehenden rechtfertigt sind. Die Bereitstellung von Krediten für die graphierte: Ausführungen des kommunistischen Zentralorgans selbst muß Kunstdüngerlieferungen wird auch von den Gewerkschaften bejedem Arbeitnehmer die Erkenntnis erwachsen, daß das fürwortet. Daß die Landwirte aus Sorge um das liebe Bieh Wesen der deutschen Kommunistischen Partei in seinem die Einschränkung der Schnapsbrennerei aus Kartoffeln beinneren Kern unwahrhaftig ist. Kein Gewerkschafter, tämpfen, ist ebenfalls bezeichnend für die Denfart dieser Landfeine Ortsgruppe einer Gewerkschaft, kein Ortsausschuß des bündler, die noch nicht gemerkt haben, daß trotz der gegenADGB., fein Ortskartell des des AfA- Bundes darf sich wärtigen Belieferung des Marktes das Fleisch fürbreite mehr Einmischungen der Kommunistischen Partei Kommunistischen Partei in Massen der Bevölkerung unerschwinglich geworden ist, die gewerkschaftliche Angelegenheiten gefallen lassen. Nur nun wenigstens eine ausreichende Belieferung mit Kartoffeln so ist überhaupt eine Möglichkeit gegeben, eine Ver- verlangen. in die deutsche Arbeiterklasse den Schaden allein zu tragen haben. Die fommunistischen Führer werden dann im Handumdrehen fiehe Brandler in Rußland verschwunden sein. Die deutschen Arbeitnehmer aber werden bleiben und das Elend aus kosten müssen. Das gilt es zu verhindern, und dies ist nur durch Aufrechterhaltung der Kampfkraft der deutschen Gewerkschaften zu erreichen. Deshalb gibt es für alle deutschen Arbeitnehmer gegenüber den Kommunisten nur noch eine Antwort: A. Condon, 8. September. Der Berliner Korrespondent des Manchester Guardian" telegraphiert seinem Blatt: 17 Der zwischen Hugo Stinnes und Graf de Lubersac abges schlossene Vertrag ist von größter politischer Bedeutung. Die Erfüllungspolitik des Dr. Wirth ist nun tot, und die Initiative für eine deutsch- französische Verständigung ist in andere Hände übergegangen. Dr. Wirths Regierung ist nur noch eine Fiktion, die weder die deutsche Politik leitet, noch beeinflußt. Es sei mit der Möglichkeit zu rechnen, daß dieser Vertrag die Bedingungen für eine allgemeine wirtschaftliche Berständigung zwischen Deutschland und Frankreich darstelle. Das offizielle Frankreich gewöhne sich immer mehr an den Gedanken, daß auf diesem Wege cine Entspannung zwischen den beiden Ländern herbeigeführt werden fönnte, die in gleicher Weise für Deutschland wie für Frankreich Vorteile habe. besserung der Verhältnisse nach und nach herbeizuführen. Außerordentlich auffallend ist aber die Begeisterung, mit Gelingt es den deutschen Kommunisten ebenso wie ihren der sich der Landbund für den 3udermucher einsetzt. Zu französischen Gesinnungsgenossen, die Arbeiterbewegung diefem 3wed stellt er die unbeweisbare Forderung als BeDeutschland hauptung auf, daß die Freigabe des Inlandzuckers die Mißzu zerschlagen, dann wird stände in der Zuckerversorgung beseitigen würde. Unbeweisbar ist die Behauptung deshalb, weil der Zuderwucher in dem In diesem Auszug fehlt der Sah„ Er( der Stinnes- Bertrag) gewaltigen Ausmaß der letzten Zeit sich erst eingestellt hat, nach dem die Zuckerzwangswirtschaft auf Be- wurzelt in dem Wiesbadener Abkommen, der das Werk Walther treiben der Interessenten abgebaut worden war. Jetzt will Rathenaus war." Ferner enthielt mein Telegramm den Saz: „ Der Stinnes- Lubersac- Vertrag ist die erste Frucht der verstorman die Wucherfreiheit bekämpfen, indem man sie verewigt. benen Erfüllungspolitik, deren größter Exponent Dr. Rathenau Wenn der Landbund die Gesundung von innen heraus war." will, so wird er sich jedenfalls über die Ursachen der kata- Der Auszug, wie er in der„ Täglichen Rundschau" zitiert wird, strophalen Teuerung gründlichere Gedanken machen ist also irreführend. 3war bin ich der Anficht, daß sich die müffen. Die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion, Wirthsche Erfüllungspolitik überlebt hat, denn die Initiative zu einer die auch wir wünschen, ist nicht eine Sache, die von heute auf deutsch- französischen Annäherung ist jetzt von der Industrie ergriffen morgen durchgesetzt werden fann; in der Zwischenzeit worden, aber die Atmosphäre, ohne die eine solche Annäherung un möglich gewesen wäre, wurde durch die Erfüllungspolitit aber die Verbraucher rücksichtsloser Ausbeutung auszusehen, und durch das sehr hohe Ansehen, das sich Wirth und ist eine echt agrarische Forderung. Rathenau im Ausland erwarben, geschaffen. Es ist zu be= die dauern, wenn deutsche Blätter, wie die Tägliche Rundschau", Stimmen ausländischer Berichterstatter durch ungenaue Wieder abe ausnugen, um letztere Tatsache zu verschleiern. F. A. Voigt, ..Hände weg von den Gewerkschaften!" Der Landbund für den Zuckerwucher. Wo alles über Teuerung flagt, kann der Reichslandbund, der mit seiner Hetze gegen die Erfüllung der Umlage und seiner planmäßigen Propaganda für die freie Wirtschaft die Hauptschuld an der gegenwärtigen tatastrophalen Preissteigerung trägt, nicht schweigen. Er erläßt jezt folgende Erflärung: Stinnes im Porzellanladen. Eine volksparteiliche Abschüttelung der„ DAZ." Berliner Vertreter des Manchester Guardian". Die„ DA3." des Herrn Stinnes, der unlängst selbst ein Dasselbe Telegramm aus London, das hier als eine bewußte bürgerliches Blatt bescheinigen mußte, daß fie unter ihrer Die in den letzten Wochen eingetretene Entwertung der Mart neuen Chefredaktion nichts mehr von ihrer früheren sachlichen| Irreführung der deutschen öffentlichen Meinung niedriger gehängt auf den Bruchteil eines Pfennigs hat dem deutschen Volke erneut Tonart verrate, ruft jetzt jeden Tag nach einem neuen Außen- wird, hat auch die„ D. A. Z.", das Blatt des Herrn Stinnes, verden Abgrund gezeigt, in den es unaufhaltsam und immer schneller minister.. Auf die Frage demokratischer Blätter, ob denn öffentlicht. So wird die Behauptung, die Regierung Wirth genieße hineingleitet. Der jetzige Stand der Devisen verhindert, den Fehl- Herr Stinnes bereits einen Kandidaten für dieses Ministerium nicht das Vertrauen des Auslands, mit gefälschten Beweisen gestützt. bedarf der deutschen Lebensmittelerzeugnisse durch Auslandstäufe bereithalte, hat die„ DA3." zwar geantwortet, daß sie das zu decken. Erneut betont der Reichs- Landbund in dieser Lage, daß nicht wisse, aber sie seht ihr Geschrei nach einem Außenminister alle Kräfte darauf gerichtet sein müssen, die heimische Erunentwegt fort. Das wird felbst der volksparteilichen Zeit" zeugung auf schnellstem Wege auf die größtmögliche zuviel, und sie sieht sich zu folgender Abwehr veranlaßt: Heil dir, Profit! Von Hans Klabautermann. Der fommunistische Abgeordnete Eisenberger, der dem Baye rischen Landtag angehört, ist nach dreijähriger Festungshaft in Landsberg a. Lech wieder aus der Haft entlassen worden. Sie finden reden soll. Wie schön wäre es, wenn junge, befliffene Kräfte hier im Norden Berlins den jungen Dichtern Mut machten! Hier könnte man schon experimentieren, es ist sicher, daß ein wenig verwöhntes Publikum mit der noch nicht abgebrühten Routine gern mitginge, wenn irgendeine Flamme zu spüren wäre. Aber es ist auch die falsche Rechnung solcher Borstadt- Direktoren, daß sie es den Luxusbühnen an Pracht und Dekadenz nachmachen wollen. nicht den naiven Ton. Sie streichen den Vorraum ihres Theaters mennigrot und schreiend an. Sie kleben falschen Stuck an die Wände. Sie stellen eine schwindsüchtige Balme in die Mitte des Wartejaals, um ein elegantes Paradies vorzutäuschen. Sie lassen eine schwäch liche Musik Verdi vorsiedeln und täuschen jene Dielenkultur vor, an der unser Geist schließlich frepieren wird. Alles ist Talmi. Nicht nur das Stück, nicht nur der Bearbeiter, nicht nur der Unternehmer, der die Auffühung wahrt, auch die Schauspieler, auch die Kulisse, auch die Möbel, die auf der Bühne stehen. M. H. gelungen, weite Gebiete in Europa so umzugestalten, wie es ein I suchen, da Musik und Sänger zu teuer find. Der Direktor und ausgewachsenes Erdbeben nicht besser fertig gebracht hätte. Seit Regisseur Kurt Möllendorff, ist sein bester Schauspieler. vier Jahren hat das Tempo eilenden Zerstörungswillens leider mert- Aber er hat vorläufig erst eine Truppe zusammen, von der man nicht lich nachgelassen, so daß zu befürchten ist, wir fommen in absehbarer Zeit nicht zu dem ersehnten Ziel. Bekanntlich stecken riesige Streden Nun wird ein Mister Borah die Reise über den großen Teich Europas immer unzerstört in früherem Kulturzustand, und schon antreten, um Europa aufzuklären. Er wird uns die Wahrheit fagen rüstet man sich, das genial Zertrümmerte wieder aufzurichten, bevor und Vorträge über die Lage halten, die wir nicht mehr so recht über die ganze Welt in eine Wüste verwandelt ist. Herr Stinnes, der das blicken können. Es ist sehr gut, daß eigens dazu ein Senator aus Berk in die Hand genommen hat, war ehedem heftig dagegen, die Amerika herkommt. Wir stecken zwar mitten in unseren Zuständen groß angelegte Zerstörungslinie plump zu unterbrechen. Aber wir drin, aber die meisten wissen nicht, was hier eigentlich los ist. Im wollen ihm wegen seiner Sinnesänderung nicht gram sein. Edel sei Grunde genommen, ist auf unserm Planeten die letzten Jahrhunderte der Mensch, hilfreich und gut. Und seine Motive sind wahrhaft edel. mächtig gearbeitet worden, und trotzdem wird die Ansicht ernsthaft Die Menschen wußten nicht, in welchem Ideal sie sich abmühten, seitvertreten, daß es uns im allgemeinen dreckig geht. Das allerdings dem Leben und Sterben für seinen Kaiser an Ueberzeugungsfraft haben wir vor anderen voraus, und tröstet uns in unserer Darbnis: eingebüßt hatte. Jegt wissen wir, wofür wir das alles mitgemacht Wir gehören zu der Generation, die die große Zeit miterleben durfte, haben. Die Aufbauunternehmungen bekommen 6 Prozent Provision. weswegen wir beneidet werden. Diese Generation hungert augen- nicht mehr fern ist die Zeit, da wird die alte Nationalhymne herrlich blicklich. Auch können wir auf eine ehrwürdige Kultur mit Religions- wieder auferstehen: friegen, ja fogar mit Kulturfämpfen, auf angestammte Fürstenhäuser mit und ohne Gottesgnadentum, auf Traditionen und andere hehre Kleinodien zurückblicken, auf die Amerika glattweg hat verzichten müssen. Es ist daher durchaus verständlich, wenn der Senator für die Zusammenhänge in Europa nicht das ortsübliche Verständnis hat. Indem er die gegenwärtige Politik der Rüstungen und Sanktionen für einen kompletten Wahnsinn erklärt, zeigt er, daß er in das heutige Weltbild mit falscher Brille gudt. Heil dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterland, Heil dir, Profit! Für Industriefinanz, Börse und Bankbilanz fämpfen und sterben wir. Heil dir, Profit! Kunstausstellungen. Die Berliner Kunstsalons haben ihre Pforten zum Beginn der Wintertampagne geöffnet. Die großen Kanonen werden freilich noch in der Reserve gehalten, man begnügt Die Galerie sich zunächst mit fleinen Borpostengefechten. Möller( Potsdamer Straße 134c) zeigt eine sechzehn Nummern umfassende Ausstellung von Gemälden des Müncheners Adolf Somit ergibt sich für uns die Notwendigkeit, an seiner Stelle Erbslöh. Kräftig gefügte Flächen, alles Figürliche start fon. hinter die Kulissen des Geschehens zu friechen. Sehen wir den Fall, Baljac auf dem Wedding. Hans Jacob dachte es sich herr- turiert. In großen Formen und einfachen, scheinbar primitiven, wir hätten die großartige Einrichtung der Einteilung der Massen in lich, die Hochstaplerkomödie Balsacs, Der Schieber"( mer tatsächlich aber raffiniert nuancierten Farben( Nr. 15, 3, 12, 9) verschiedene Nationen nicht und müßten auch noch auf die Institu- ca de t), für die deutsche Bühne zu retten. Da schien tausenderlei werden sehr feine und komplizierte Stimmungsgehalte gegeben. tion verzichten, die bisher soviel Segen über die Menschheit gebracht in unsere Zeit zu deuten. Aber er vergaß, daß ein Genie sich ein- Bei Twardy( Potsdamer Straße 12) machen wir die interessante hat, auf die Diplomatie, so würden wir vielleicht auch hungern, aber mal geirrt hat, und daß es verboten ist, oder wenigstens vergebliche Bekanntschaft eines japanischen Expressionisten. Er nennt sich nicht so vollgültig, nicht so bewußt, vor allem nicht so dauernd und Müh, diese Irrtümer durch eine schwerfällige Vergröberung zu agano und zeigt in seinen Gemälden und Schwarzweiß- Blättern wohlorganisiert. Mit andern Worten: Wir leben nicht wie das liebe steigern. Baljac, ewig von Schulden getrieben, ewig fräumend, daß eine reizvolle Synthese zartesten, oftafiatischen Farben- und FormVieh einfach in den Tag hinein, sondern unser Elend hat Ordnung er einstmals in einen Millionärspalast einziehen würde, wollte den gefühls und modernster europäischer Bildrhythmik. Elegante, und Methode. Großverdiener zeigen, der die Menschheit blufft und seine Taschen graziöse, spißig hingehauene, nie weichliche, immer ausdrucksvolle Die Erdoberfläche ist so eingerichtet, daß die Lebewesen ein ganz füllt. Aber alle Träume Balfacs blieben nur Dunst, und auch sein Linien, und ein zarter koloristischer Duft, der zuweilen an Picasso anständiges Dasein führen fönnten. Danach haben sich die Menschen dramatisierter Millionärstraum bringt nichts Gemünztes in die erinnert, bilden seine Vorzüge; allzu starfe Anlehnungen_an_bedenn auch einige Jahrhunderte lang gerichtet. Indessen wurde es Kaffe. Es ging also das Rechenerempel des Spekulanten nicht auf. rühmte Muster seine Schwächen. Erstes Debnt ist auch die Ausauf die Dauer langweilig, und man fann auf Abhilfe. Man lernte So ließe sich vielleicht das moralische Problem lösen. Und hier hat stellung von Landschaften, Stilleben und Bildnissen, die Frau die Naturkräfte ausnußen und Maschinen bauen. Es war nun Balsac den ehrlichen Mann zum Schluß seines Stückes gepriesen, E. Witt- Grunewald bei Nicolai( Biftoriastraße 26a) vcrmöglich, in einem Tag herzustellen, wozu früher Monate nicht aus der einstigen Betrug bereut und darum aller Not, allen Lügen und anstaltet. Ein Porträt der Gattin Gerhart Hauptmanns und ein reichten. Man brauchte nur einen winzigen Teil der Arbeiter, und allem Betrügen ein Ende macht. Auf einen Menschen ist die Kinderbildnis auf gelbem Grund ragen hervor. Beide sehr geder Bedarf der Allgemeinheit wurde doch gedeckt. Sogar über den ganze Last der Komödie gelegt. Alle anderen sind nur Schatten, schmackvoll in der Farbe und von lebendigem, einprägjamem Aus Bedarf hinaus fonnte fabriziert werden: es entstand der Lurus. Die Frauen befonders, und der Berdeutscher, der nur ab und zu druj. Daneben fräftige Blumenstüde und ein paar farbig und Zivilisation und Kultur schritten immer schneller, fo daß die Mensch- das Franzöfifche in ein plumpes Berlinisch überträgt, scheute jede zeichnerisch etwas verblafene Zoppoter Landschaftsbilder. Alles in heit in Gefahr geriet, ohne Unannehmlichkeiten zu Wohlstand zu ge- Mühe, um das Fragmentarische zu ergänzen, um es irgendwie den allem eine ernste, ehrliche, fultivierte und sympathische Kunst. langen. Nun zeigte sich erst der menschliche Geist in seiner ganzen heutigen Nerven verführend einzuträufeln. Es wird feinerlei Ver- Unter den neuen Arbeiten von Otto von Baetjen, die fittlichen Größe. Beispielsweise eine Telefunkenstation oder einen fuch gemacht, die psychologischen Schäden auszuflicken und zu vertiefen. Flechtheim( Lühowufer 13) ausgestellt, fällt ein sanft leuchtendes, Wolfenfrager zu bauen, dauert seine Zeit. Wirklich genial find erst Ein Mann, den der literarische Geschmack sonst nicht verläßt, über- linienfchönes Strandbild angenehm auf. Der Rest ist gute Mitteldie Schöpfungen menschlicher Erfindungskunst, solche Zeichen des windet seine Schüchternheit vor dem flassischen Werte nicht. Er tat ware, die erfreulicher wirten würde, wenn die stilistische Schlichtheit Schoffensbrangs im Nu in Klump zu schlagen. Unrecht daran. Denn auch diese Wiedererwedung des Schieber- nicht oft gesucht und gequält erschiene. Den letzten Raum füllen Wir sagten bereits, daß wir in der glücklichen Lage sind, diese stückes war nur der nicht gelungene Versuch der Wiederbelebung an efftatische Phantasien des Worpsweders Karl Jacob Hirsch, Genialität vier Jahre lang mitgemacht zu haben. Leider besigt das einem vollkommenen Leichnam. Das Friedrich Wilhelm- deren düster schwelende Farben und graufige Phantaftit an altGros der Menschen nicht soviel Idealismus, diese glückhafte Ent- städtische Theater, einst eine Heimat der leichten Operette, hebräische Poesien erinnern. Starte malerische Wucht, die sich leider midlung bis ans grandiose Ende fortzuführen. Gewiß ist es uns I ficherte sich das Stüd. Man will es mit der ernsten Literatur ver- in monotonen Wirkungen auslebt. Im Lichthofe des Kunst Nr. 43839. Jahrgang Beilage des Vorwärts Sonntägliche Wanderziele. Brandenburg- Plaue. " Wie wird das Sonntagswetter? in den Anlagen vor dem Bechliner Tor. Die Stadt liegt auf dem Westufer des 13 Kilometer langen, verhältnismäßig schmalen Die Fernzüge der Botsdamer Bahn bringen uns in 1% Stunde Ruppiner Sees, der zu den Rinnenseen gehört und den der nach Brandenburg. Um Fahrgeld zu sparen, fönnen wir Rhin durchfließt. Berühmt sind die Neuruppiner Bilderbogen, die zwischen Berlin und Werder die Vorortzüge benußen. Branden von hier ihren Weg in alle Welt genommen haben. Vom Rheinsburg liegt an einer engen Pforte, die es ermöglicht, das Wirrfal berger Tor wandern wir auf der von alten Bäumen begleiteten von Seen, Sümpfen und Flußläufen, die die Havel hier bildet, zu Chauffee nach Altruppin am Nerdende des Ruppiner Sees. Der überschreiten. Bereits 928 ist die Brennaburg", der befestigte Sitz Drt entstand neben einem wendischen Fischerfieh auf einer von zwei eines mächtigen wendischen Fürsten, von den Deutschen erobert Rhinarmen gebildeten Insel. Wir verlassen das Städtchen auf dem worden. 983 ging das Gebiet wieder an die Wenden verloren, bis Wege, der gen Nord auf der rechten Seite der vom Rhin durches 1157 endgültig deutscher Besitz wurde. Wegen des Reichtums an flossenen Niederung nach Neumühle führt, am Südende des mittelalterlichen Baudenkmälern gehört Brandenburg zu den be- Molch o wsees. Weiter auf dem rechten Ulfer in der Nähe des fuchenswertesten Städten der Mart, die nach dieser Stadt ihren Sees nach Molchom, einem Runddorf. Der etwas erhöhte Namen erhalten hat. Jedoch auch die Neuzeit hat hier ihre Spuren Dorfplatz liegt im Schatten hochragender, dichtbelaubter Bäume. Bon eingegraben. Zahlreiche Fabriken( Brennabor- Werke") haben in der ehemaligen Kirche ist nur noch ein jetzt freistehender Bretterturm und bei Brandenburg ihren Siz. Kürzlich ist die Hohenzollern von 1692 erhalten. Wir überschreiten den Verbindungsfluß des ftraße in Karl Legien Straße umgetauft worden. nördlich gelegenen Tegensees mit dem füblich sich erstreckenden Bom Hauptbahnhof in der Neustadt wandern wir zur Stantt- Molchow see und wandern dann auf dem Westufer des Tezzen Annen- Straße mit dem Neustädter Rathaus und dem Ro- fees nach Norden. Der Weg verläßt den See und führt an der land davor.( Nachbildung vor dem Märkischen Museum in Berlin.) rechts im Tal liegenden Kolonie Stendeniz vorüber. In In der Nähe die Katharinenkirche, eins der hervorragendsten der Tiefe schimmern die grünlichen Fluten des buchtenreichen Zer= Meisterwerke des Backsteinbaus, 1395-1401 erbaut. Andere alte mügelsees. Links abseits im Walde liegen die Kellen, zwei Kirchen sind die Paulikirche, die Johanniskirche, die Nikolaikirche fleine nahezu verlandete Seen, Waldaugen", wie sie Dichtern und aus dem Ausgang des 12. Jahrhunderts und die St.- GotthardtKirche, das älteste Gotteshaus der Stadt, dessen Bau wahrscheinlich schon 1150 begonnen wurde. Auf einer Havelinsel, auf der wahrscheinlich die alte Brennaburg lag, erhett sich der Dom. In ihm tagte vom 27. November bis zur Auflösung am 5. Dezember 1848 die Nationalversammlung. Auch andere alte Baulichkeiten, so das Altstädter Rathaus vom Ende des 15. Jahrhunderts und zahlreiche Tortürme der Stadtmauer meist Brandenburg auf. Steintor, Plauer Tor, Rathenower Tor, Mühlentor bezeichnen die Grenzen der Altstadt. Bom Plauer Torturm, am Ende der Blauer Straße, wandern wir bis in die Nähe des Quenzfees, der nördlichen Ausbuchtung des Plauer Sees. Dann rechts ab, den blauen Wegzeichen folgend über den Silofanal und an dem Wärterdorf der Provinzial- Irrenanstalt vorüber zum Wirtshaus Görden. Nun links auf dem Plauer Weg, bald am Südende des Gördensees vorüber, südwestlich durch die Altstädter Forst. Wir kommen an einer Pumpstation vorbei zur Plauer Chaussee, in die wir rechts einbiegen. Bald geht es über die Kuh damm brüde und auf der Chaussee weiter nach Margarethenhof; Don hier soll 1414 die große Büchse" das Quizowsche Raubritter. nest Blaue beschlossen haben. Nachdem wir die Havel überschritten haben, find wir in Blaue. Blaue war schon in sehr früher Zeit ein Uebergangspunft über die Havel. Die 1906 neu erbaute Blauer Brücke wird bereits 1243 urkundlich erwähnt. Die Stadt liegt auf dem Westufer der noch feeartig erweiterten Havel, die hier den Plauer See verläßt. Aus dem See führt westlich der 57,6 Rilometer lange Blauer anal zur Elte unterhalb Magdeburg. Das jezige Schloß steht an der Stelle der alten Quizomschen Burg. Bei Plaue, nur durch die Havel getrennt, liegt das Reichseisenbahnwertamt Brandenburg- Weft( früher eine Pulverfabrif), wo viele hundert Arbeiter beschäftigt sind. Bon Plaue fahren wir mit der elektrischen Kleinbahn nach Brandenburg zurüd. Wir können jedoch auch westlich über Woltersdorf nach dem 5% Kilometer entfernten Bahnhof Groß- Buster mig der Berlin- Magdeburger Eisenbahn wandern. Weglänge vom Blauer Tor bis Plaue 12 Kilometer. Neuruppin- Lindow. NW W .N.. SWS IISTITI NO SO P GU Sturm Regen und Veränderlich Schön Wind Gewitter 30-30 1210 20 10 0 0 10 10 Sonnabend, 16. September 1922 Malern märkischer Schönheit taum besser als Vorbild dienen fönnten. Wir wandern in der Nähe des Forsthauses Stendeniz vorüber, das rechts abseits bleibt, und am Rottstielfiteß nach Forsthaus Rottstiel. Hier überschreiten wir das Rottstielfließ, das den von prächtigen Buchenhallen umgebenen Tornow see entwässert und mit dem Zermügelsee verbindet. Der Weg führt zunächst unmittelbar an diesem See hin; nach etwa 8 Minuten rechts ab zur Ablage Rehwirtel am Zermügelsee. Nun dicht am See nach Nordost und Oft zum Forsthaus Fristow an der Einmündung des Rhins in den See. Wir bleiben jetzt am Rande der Rhinniederung und fommen auf die Straße, der wir nach Zippelsförde folgen. Kurz vor dem Ort überschreiten wir den Rhin. Wir verlassen Zippelsförde gen Ost. Dicht vor dem Forsthous Liezze rechts ab durch etwas hügeliges Gelände zum udelack see. Auf der Hohen Brücke überschreiten wir den Teil des Rhins, der diesen See entwässert, und wandern nach Sühlen. Von hier auf dem Lindower Wege zum Kalfofen. Alsbald links ab und am Rande des Abhangs zur Wilhelmshöhe mit schönem Blick auf Lindow und den Gudelacksee. Bald haben wir Lindow erreicht, das nach Fontanes Ausspruch so schön ist wie der Name, den es trägt. Jm öftlichen Teil des Orts. am Bugsee, die Ruinen des Klosters, ein Brämenstratenser Nonnenflofter, has 1638 abbrannte. Bon dem südlich des Städtchens gelegenen Bahnhof treten wir die Heimfahrt über Löwenberg an Zu unserer Fahrkarte müssen wir noch eine Kleinigkeit zuzahlen. Weglänge 35 Kilometer. Die Notstandsmaßnahmen Berlins. Eine Reihe der wichtigsten und zur Stunde dringend erforder lichen Maßnahmen, um dem Elend unter den Wermsten in seinen schlimmsten Augenblidswirkungen entgegenzutreten, wurde gestern im Berliner Rathaus beschlossen. Der Ausschuß zur Vorberatung der Borlage und der Anträge zur Sicherstellung der notwendigen Lebensmittel tagte dort gemeinschaftlich mit dem Magiftrat im Stadtverordnetenfißungsfaal. Es wurde in erster Lesung beschlossen, zu bewilligen: für bedürftige, kinder bis zu zwei Jahren und für Schwangere ab 1. September für die Bezirke I bis XX zum Zwecke der Zahlung von Zuschüssen zur Milchbeschaffung in Höhe von einem Drittel der jeweiligen Kosten weitere 8 Millionen Mart, zur weiteren Unterstützung der Vereine, Kindergärten und -horte vorläufig 5 400 000 m., die unter Mitwirkung des Kämmerers für die Angestellten zu verwenden sind, zur Durchführung der Kinderspeisung in den Bezirken I bis XX 8 000 000 M., zur Erhöhung der Pflegegelder der Privatanstalten, in denen städtische Fürsorge- und Waisenzöglinge untergebracht sind, 55 Millionen Mart. Das sind zusammen 86 400 000 m. Ferner wurde beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, der Stadtverordnetenversammlung auf Grund der mit einer gemischten De putation vereinbarten Beschlüsse eine neue Borlage zu machen. Es wurde weiterhin in erster Lesung beschlossen, zu bewilligen: 41 Millionen Mart zur Beschaffung von Brennmaterialien für laufend unterstützte Personen, Sozial- und Kleinreniner, Erwerbslose und andere Bedürftige fomie deren Kinder unter 15 Jahren. Die Ausschüttung der Winterbeihiffe an obigen Perjonentreis hat wie folgt zu erfolgen: für Ehepaare 600 m.,. für alleinstehende Personen 400 0., für jedes Kind unter 15 Jahren 200 M.; Nach kurzer Aufheiterung des Wetters traten am Montag, während ein umfangreiches, anfangs ziemlich nasses Tiefdruckgebiet unter bedeutender Verstärkung von Süd- nach Mitteleuropa die stellenweise von Gewittern begleitet waren und bis Mittwoch vorrückte, im gauzen deutschen Binnenlande neue Regenfälle ein, morgen an verschiedenen Orten in der Umgegend des Mains, der oberen und mittleren Elbe und Oder Regenböen von mehr als 80 Millimeter lieferten. In den folgenden Tagen wiederholten sich die Niederschläge in geringerer Stärke häufig und dehnten sich anch allmählich auf die Küste aus. Dabei gingen die Temperaturen, die vorher im Ostseegebiet in den Mittagsstunden vielfach 20 Grad Celsius erreicht hatten, überall etwas zurück. Seit Mittwoch der Woche nahm die Bewölkung in den Nächten, besonders östlich der Elbe, wesentlich ab, während in den Tagesstunden bewölkter Himmel immer bedeutend vorherrschte. Inzwischen hat sich das westländische Tief nach Vereinigung mit einem anderen, das am Donnerstag von England hierherzog, nach der skandinavischen Halbinsel entfernt und vom Atlantischen Ozean her scheint jetzt ein langgestrecktes, ziemlich schmales Hochdruckgebiet mit mäßiger Geschwindigkeit ostwärts vorzudringen. Wir haben daher für Sonnabend und Sonntag größtenEs ist natürlich notwendig, daß die bewilligten Beträge auch teils heiteres, aber noch unbeständiges Wetter und schnellstens ihrem Zweck zugeführt werden bzw. zur Auszahlung besonders am Sonnabend wieder um Mittag leichte gelangen. Regenschauer zu erwarten. Dabei dürfte sich der Wind unter Verstärkung nach Nordwesten drehen Bom Stettiner Fernbahnhof über Kremmen nach Neuruppin. Sonntagsrückfahrkarten 3. Klaffe 38 m., 4. Klaffe 28 M. Sie berechtigen zur Hinfahrt schon von Sonnabend mittag an. Neu ruppin wurde 1787 fast vollständig ein Raub der Flammen. Bei dem Wiederaufbau wurde die Stadt nach Südwesten bedeutend per größert; die Straßen wurden breiter und gradliniger angelegt, fo daß sie sich rechtwinklig freuzen. Neuruppin ist der Geburtsort des Architekten Friedrich Schinkel und Theodor Fontanes, des Altmeisters märkischer Wanderei. Schinkels Denfmal erhebt fich auf dem Plah hinter der Pfarrkirche. Fontane erhielt ein Denkmal| und die Abkühlung noch etwas zunehmen. 9] Sachawachiak der Eskimo. Bon Ejnar Mittelsen. 3. Es entstand 3wietracht in Nuwut, als die Weißen sich niederließen, und zwar brach der Unfriede sofort los, als die Walfischfänger den Wohnplay verlassen hatten, und Jim Hacklett und der schwarze Joe hervortamen. In früheren Zeiten war das Strandgut jedermanns Eigentum gewesen, und die Estimos hatten sich gefreut, als ,, Bowhead" auf Land gedrängt wurde, von den Riesenarmen bes Eises umschlossen und zersc, mettert. Denn an Bord war Proviant in ungeheuren Mengen vorhanden, Tauwerk für die fühnsten Ansprüche des ganzen Wohnplages, Segel für große, herrliche Belte, Baffen und Munition, die die höchsten Erwartungen übertrafen, Bauholz war da, kurz alles, was man sich nur wünschen mochte, ja sogar Handelswaren, womit betriebsame Reifende Barten und Felle aus fernliegenden Gegenden austauschen konnten. den Ersten dort. Als alle Einwohner sich versammelt hatten, und Sachawachiat nach altem, durch die Jahre gefestigten Brauch wie Vater und Großvater vor ihm zu dem Haufen kam, um die Herrlichkeiten auszuteilen, sperrten ihm die beiden würdigen Weißen den Weg.., Sachawachiaf, mein Freund, was willst du hier?" lachte Jim ihn an, während seine Augen Böses prophezeiten. ,, Nehmen, was mein ist, und den Rest den anderen geben," war Sachawachiafs Antwort, das ist hier Brauch das haben wir stets getan und werden es wieder tun, auch ihr, ihr beiden Fremden und Hastings, follt euer Teil befommen; so ist es Gitte hier in Nuwut." bei der Armenpflege 43 040 000 m. aus Anlaß der Teuerung, ferner 15 Millionen Mark zur Aufrechterhaltung der Urmenipeijung. 5 450 400. zur weiteren Abgabe des Essens der Boltsspeisung an Minderbemittelte zum ermäßigten Breise bzw. unentgeltlich. 17 Millionen Mart Nachträgliches für Zwede der städtischen Boltsspeisung. Gegen die Magiftratsbureaukraten. Die gestern mitgeteilten Sparmaßnahmen des Berliner Ma völkerung geschenkt hatten man hatte sich über die Gabe gefreut, trat fie aber lieber freiwillig ab, als daß man des wegen mit den Weißen in Streit geriet. Und der Winter fam. Die Estimos fißen in den großen Iglus versammelt und lauschen den Erzählungen des Angefot von all den seltsamen Dingen, die in alten Tagen geschehen, von furchtbaren Fabeltiren, von grausamen Strafen an Männern und Frauen, die sich gegen die Gebote der Gemeinschaft vergangen. Sie hörten von dem Bruder, der vor langer, langer Zeit seiner Schweiter nachstellte und dies zur Strafe bis auf den heutigen Tag tun muß, aber jetzt fern von dem Schauplatz der Aber Jim lachte und der schwarze Joe lachte gleichfalls. Flucht und beständiger Berfolgung vor und nacheinander Hintat am Himmel als Sonne und Mond, die in ewiger ein, seht einmal den Nigger, will er hier kommen und uns find, ohne doch jemals einander näherzukommen. darüber belehren, wie Wradgut verteilt werden soll, nein, Freundchen, daraus wird nichts, denn so ist nicht der Brauch ner zustimmtend niden aber junge Augen suchen einander des weißen Mannes, das Gut hier ist unser!" " Die alten Frauen schütteln die Köpfe, während die Mänund lächelnob, ach, ob die Götter wirklich so hart sein Die Estimos fchrien, sie drohten und baten, aber es half tönnen? alles nichts, die Weißen hatten ihr eigenes Gefeß, das leicht Und der Angefok erzählt leise und eintönig die Sagen, die zu verstehen war, sogar für die Eingeborenen, ohne jedes über- er schon hundertmal vorher erzählt hat. Er erzählt von Raub, Es war also genug herauszuschlagen, und nachdem die flüssige Wort, wie es war denn kurz und gut lautete das Mord und Plünderung und den Strafen dafür, er erzählt von Männer des Wohnplages den beiden entsprungenen See- Gefeß, wie es von den beiden Ehrenwerten ausgelegt wurde den Toten, die in der Nacht rufen, und die Zuhörer schauern; leuten geholfen hatten, eine Hütte zu zimmern, schleppten sie einmal weißen Mannes Eigentum immer weißen er erzählt von dem Mondmann und seiner Frau, gräßlichen leuten geholfen hatten, eine Hütte zu zimmern, schleppten fie Mannes Eigentum, solange ein weißer Mann zur Stelle ist, Leuten, die auf dem Monde wohnen, wo sie ein ganzes Lage wochenlang- unter Beistand von Frauen und Kindern um so viel wie möglich von dem heimgegangenen ,, Bowhead" um das Erbe anzutreten! von ungeborenen Kindern haben, die nur mit seiner Hil und seinen Herrlichkeiten zu bergen. ,, Seht ihr, so ist das Gesetz der Weißen," versicherten die heruntergeholt werden können- ach ja, er erzählt von vielen Beiden; so ist es in der ganzen Welt, ihr werdet wohl ein- Dingen, vom Nordlicht, dem prächtigen, ewig unruhigen, fehen, daß wir ein Anrecht auf alles das hier haben." ewig wechselnden, bald matten, bald leuchtenden Bolarnacht. Das sahen die Estimos zwar nun nicht ein, und die licht das sind die toten Rinder, die spielen, Ball spielen, Waffen tamen hervor, doch Jim Hacklett und der schwarze und die trauernden Eltern merden doch einsehen, daß es den Joe hatten auch daran gedacht. Das Gut ist unser!" schrien Kleinen gut gehen müsse, wenn sie so spielen tönnen. fie, rührt es an, wenn ihr wagt; der Erste, der sich nähert, Und die Eingeborenen lauschen ganz oder halbnadend wird erschossen." sizzen sie um den Erzähler herum, die Tranlampen werfen sich zurück, und alle Männer versammelten sich in dem größten lung, die fast unbewußt der eintönigen Stimme des Angefok lind damit endigte der erfte Streit. Die Estimos zogen ein einschläferndes Licht über die halbichlafende Versammglu, um die Sache zu beredenes fonnte schon stimmen, zuhört. Aber auf einmal richten sie sich auf, ihre Augen werwas die Weißen sagten, aber den Eingeborenen schien es den lebhaft und glänzen:„ noch einmal Ujarat, noch einmal, doch, als ob sie ein Recht auf ihren Anteil hätten. Eines Nachts staute sich das Eis gewaltig um Nuwut, und als die Sonne aufging, war ,, Bowhead" verschwunden. Ob vollständig zerschmettert oder vom Eis artgeführt, das wußte man nicht, und man machte sich auch keine Gedanken darüber, denn auf Nuwuts Strand lag mehr Gut und Gerät, als je zunor mun follte es geteilt werden, und man sah dem firengen Winter ohne Furcht vor Hunger und Not entgegen. Aber dann fing der Zwist in dem friedlichen Nuruf an, und die Weißen waren feine Urheber. Es war ein schöner Herbitmorgen, ganz still und flar falt war es, aber das fümmerte Numouts Bewohner nicht, alle waren gleichzeitig mit den ersten Sonnenfirahlen auf, alle hatten es eilig, an den Strand zu fommen, zu den vielen, vielen Gütern, die dort aufgestapelt lagen, der Lohn für die getane Arbeit sollte nun eingeheimst werden. Aber Jim Hacklett und der schwarze Joe waren noch vor haben uns bis jetzt gut mit den Weißen gestanden; tann sein, daß sie recht haben, die Beiden in der Hütte da unten; wir find früher ohne Strandgut und Brad ausgekommen, wir werden wohl wieder ohne sie auskommen!" " du hast etwas vergessen!" Denn sie haben alle die ErzählunSachamachiaf war schweigsam. Er konnte das Gefeß der gen so oft gehört, daß fie sie auswendig fönnen. Sie brauchBeißen nicht, aber er hatte doch so viel von ihrem Leben und ten also Ujarat eigentlich gar nicht zum Erzählen, aber das Treiben gesehen, und er verstand, daß bei ihnen andere Rück- ist mun mal sein Amt, seine Daseinsberechtigung er muß fichten herschten, als bei den Eingeborenen in dem primitiven wirklich acht geben, daß er die Geschichte genau so erzählt, Nuwut. Laßt die Beiden es behalten," war sein Rat ,,, wir mie sie sie gehört haben als sie ganz kleine Kinder waren, So war das Ende vom Liede, daß der schwarze Joe und die gerade anfingen unterscheiden zu können, und wie sie sie Jim Hadlett behielten, was das Meer, das Eis und Potters feit damals an die hundertmal oder mehr gehört haben. maß- und sinnloses Trinken Nuwut und seiner ganzen Be( Fortsetzung folgt.) Wie fie fälschen und lügen! Wirtschaft giftrats follen jezt auch zur Durchführung gelangen. Hierfür hat eine vom Magistrat eingesetzte besondere Kommission vor einiger Zur Abwehr schreibt uns der Stadtverordnete Genosse Subte: Zeit Richtlinien aufgestellt. Der Zweck ist, festzulegen, was Aus der Stadtverordnetenfißung vom 31. August erschon jetzt unbedingt und schleunigst erreicht werden muß. Diese zählte die„ Rote Fahne", daß die Sozialdemokratische Fraktion Richtlinien sind grundsätzlich darauf gerichtet, alle rein bureau- und mit ihr Subte gegen den Antrag der Kommunistischen Fraktion Der Kartellbeirat über Zahlung in fremder Währung. fratischen Einrichtungen zu beseitigen, ferner die auf Erhöhung der Armen unterstüßungsfäße bis zur Höhe Das Reichswirtschaftsministerium hatte den Kartellbeirat zu Verantwortlichkeit und Selbständigkeit der Beamten und Ange- der Erwerbslosenunterstützungsfäße gestimmt habe. Das ist eine be- einer Sigung einberufen, in der die Frage des Gebrauchs aus stellten zu erhöhen und damit die leitenden Stellen zu entlasten, wußte Lüge, denn der kommunistische Antrag gelangte noch gar ländischer Währung im inländischen Geschäftsverkehr zur sowie das Schreibwerf zu vereinfachen. Der Magistrat nicht zur Abstimmung, da ein Antrag der Bürgerlichen auf Erörterung stand. Staatssekretär Prof. Dr. Hirsch legte die Ur erwartet von der Durchführung dieser Maßnahmen in die Ausschußberatung angenommen wurde. Die Rote Fahne" brachte sachen und den seit kurzem weitgehenden Umfang dieser die Mark Millionen gehende Ersparnisse, namentlich an Befol- es fertig, die ganze Sachlage zu verdrehen. Zu einer von mir ein- währung bedrohenden Erscheinung dar. Er forderte den Kartell dungen. Die Vereinfachungskommission( Berliner Stadthaus, Zimmer 354) wird allgemeine Anregungen und bestimmte Borgesandten Berichtigung fügte sie wieder ihre plumpen und fauftdicken beirat auf, dieser Frage seine ernste Aufmerksamkeit zu schenken und schläge zur Verbilligung der Verwaltung besonders auch aus der Tausende von Armen umfassen soll. In Wirklichkeit zählt dieses oder aber die Regierung, eventuell durch gesetzliches Eingreifen, Ab Lügen hinzu. Sie spricht von einem Zivilrentenempfängerverband, zu erwägen, mit welchen Maßnahmen der Beirat, die Kartelle selber nichtstädtischen Amtskreisen gern entgegennehmen und prüfen. Verbändchen, das auf kommunistischer Grundlage aufgebaut ist und hilfe schaffen könnten. Die Stadtverordnetenprügelei vor Gericht. Krisenzeichen am Arbeitsmarkt. in Neukölln seinen Siz hat, insgesamt nur 700 Mitglieder. Der Nach eingehender Erörterung stellte sich der Kartellbeirat im Zentralverband der Invaliden und Witwen allgemeinen auf den Boden der Entschließung der vereinigten wirtDeutschlands, der parteipolitisch und religiös neutral ist, hat schaftspolitischen und finanzpolitischen Ausschüsse des Reichswirt Anklage gegen den kommuniffen Nawrodi. feinen Siz in Berlin W. 8, Jägerstr. 11, und zählt zurzeit schaftsrats, wonach beim Verkauf von Waren, zu deren Herstellung In der Berliner Stadtverordnetenversammlung entstand, wie 130000 Mitglieder, kann also wohl als die einzige Orcani- ausländische Rohstoffe in erheblichem Maße verwandt sind, crinnerlich, am 25. April d. J. infolge einer mißverstandener ſation der Zivilinvaliden angesehen werden. Wenn das Kom- auch im Inlandsverkehr Berechnung in ausländischer Währung Zwischenbemerkung des Oberbürgermeisters ein wüster Tumult, der munistenblatt berichtet, daß die Neuköliner Invaliden mir und verantwortet werden dürfe, aber unter Beschränkung auf denjenigen zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen Stadtver unserer Genoffin Kulicke ihre„ Berachtung" ausdrücken, so bedaure Anteil am Warenpreis, welcher den Inhalt an Auslandsrohstoff der ordneten der Linken und der Rechten führte. Ein ich nur, daß die Aermsten der Armen sich mit Redensarten einZwischenfall, der bei diesen bedauerlichen Vorgängen sich ereignete, fangen laffen. Für die Kommunistische Partei aber ist es bezeichnend, betreffenden Waren entspricht. Dagegen soll das Verlangen effektiver hatte gestern vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte ein gerichtliches daß sie ihre 3ersplitterungsversuche jetzt fogar in die Reihen der Bahlung in Auslandswährung beim Inlandsverkehr unter allen Nachspiel Der Stadtveroronete Dr. Tropfte von der Deutschen Invaliden trägt. Im übrigen ist der Agitationsantrag der Kom- Umständen verhindert werden. Die Regierung wurde aufgefordert, in diesem Sinne unverzüg Bolkspartei, der in dem Augenblick des Durcheinanders in den munisten vollständig ins Wasser gefallen. Ihre Erwartung, daß der Ausschuß sich ablehnend verhalten würde, ist getäuscht worden. Die lich Verhandlungen mit den Kartellen einzuleiten, um etwa vorSizungsfaal getreten war und sich von anderen über die Vorgänge Stadtverordnetenversammlung hat am 13. Septem- handene Mißstände zu beseitigen und ihnen für die Zukunft vorzuunterrichten ließ, erhielt plötzlich von dem kommunistischen Stad: verordneten Nawrocti von hinten einen Schlag gegen den Kopf. ber die im Vorwärts"( 14. September Morgenausgabe) mit- beugen, sowie dem Kartellbeirat von dem Ergebnis mitteilung zu Auf den von Dr. Tropfke gestellten Strafantrag erhob die Staats- geteilten Beschlüsse gefaßt, die weiter gehen und für die machen. Falls durch freie Vereinbarungen ein Schutz vor Verstößen ein- gegen die obigen Grundsäge nicht geschaffen werden tann, soll die antwaltschaft gegen Nawrocki die Anklage wegen vorsät= felbstverständlich in erster Linie wir Sozialdemokraten Regierung Vorschläge zur wirksamen Bekämpfung der eingetretenen licher Körperverlegung, und Dr. Tropfte schloß sich als getreten find. Mißstände machen. Schließlich wurde die Regierung ersucht, alle Ncbentläger an. In der gestrigen Verhandlung gab Nawrocki Weltliche Schulen in Moabit und Wedding. Die städtische in der Aussprache gegebenen Anregungen zu prüfen und insbesonzwar zu, der Schlag mit der Faust geführt zu haben, aber er Schuldeputation hat den Anträgen der freien Schulgemeinden dere zu untersuchen, in welcher Weise durch Einführung einer bestritt die Absicht. Möglich sei, daß er gestikulierend in den Stadtteilen Moabit und Wedding insofern Rechnung wertbeständigen deutschen Anlagemöglichkeit das Dr. Tropffe an den Kopf getroffen habe. Der als Zeuge ver- getragen, als sie beschlossen hat, zum 1. Oktober d. J. Sammel- Begehren nach ausländischen Devisen gehemmt werden kann. nommene sozialdemokratische Stadtverordnete Genosse Remni klassen und schulen für die vom Religionsunterricht befreiten erklärte, daß er es verurteile, derartige Vorgänge zum Gegenstand Kinder einzurichten. Ein Ausschuß ist mit der Aufgabe betraut, die einer Gerichtsverhandlung zu machen. Er sei der Ansicht, daß es technische Durchführung hinsichtlich der Auswahl der Gebäude und fich um einen 3ufallstreffer" gehandelt habe. Ein anderer der Berufung der Lehrer vorzubereiten. Die Berschlechterung der Arbeitsmartilage in Deutschland macht Hauptzeuge, der sozialdemokratische sehr starke Fortschritte. Nach den jetzt vorliegenden Berichten der Stadtverordnete Genosse Fischer, war nicht erschienen. Der Vertreter der Anklage beBolkshochschule Groß- Berlin. Der Arbeitsplan für die Landesarbeitsämter aus der zweiten Septemberwoche zeigt antragte Freisprechuna, da der Beweis der Vorsätzlichkeit nicht er- Herbst- und Winterlehrgänge ist erschienen. Die Bestrebungen der sich in allen Gewerben eine fräftige Zunahme der Arbeitsuchenden, bracht sei. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Volkshochschule kommen dem Streben der gesamten Arbeitnehmer- während die Industrie fast überall Neueinstellungen Dr. Weinberg, machte geltend, daß der Vorgang sich in der schaft zugute. Es ist dringend notwendig, die Volkshochschule Groß nicht mehr vornimmt. Die Betriebseinschränkungen werden teils Eiedehize jenes Tumultes ereignet habe. Nawrocki sei eine leicht Berlin in den Kreisen der Arbeitnehmer nach drücklichst zu auf Kapital- und Rohstoffmangel, teils aber auch auf Absatzcrregbare Natur und leide infolge einer Kriegsbeschädigung an einer propagieren. Jeder Betriebsrat hat die Pflicht, den stodungen zurückgeführt. Bemerkenswert ist eine Bekanntmachung Dervenlähmung. Erfreulicherweise habe die Beweisaufnahme er- Betrieb mit Plakaten und Arbeitsplänen der Volkshochschule aus- des Reichsamts für Arbeitsvermittlung, wonach der Bedarf an ungeben, daß es sich um feine vorfägliche Körperverlegung giebig zu belegen. Die Verteilung dieses Werbematerials erfolgt in gelernten Bergarbeitern für den rheinisch- westfälischen SteinkohlenFandele. Das Gericht folgte dem Antrag des Nebenflägers und den nächsten Tagen durch die Freigewerkschaftliche Betriebsbergbau in den letzten Tagen weiter start zurückgegangen ist und fam, weil ein Hauptzeuge noch nicht gehört worden war, zu einer räte 3entrale. Die Bestellung von Hörerfarten erfolgt am Zuweisungen von Arbeitskräften dorthin nicht mehr erfolgen sollen. Bertagung. besten durch die Betriebsräte für den ganzen Betrieb, da dies eine In der Metall- und Maschinenindustrie hat die NachUnmenge von Wegen und Fahrgeld erspart. Es genügt in diesem frage nach Arbeitskräften start nachgelassen. Im Baugewerbe hält Falle, Art und Zahl der gewünschten Karten der Geschäftsstelle der vorläufig die gute Beschäftigung an, doch finden Neueinstellungen Volkshochschule telephonisch anzusagen. Die Geschäfts- nur noch vereinzelt statt. Jm Tertilgewerbe flaut der Gestelle( Georgenstraße 34/36, am Bahnhof Friedrichstraße) ist täg- schäftsgang offensichtlich ab. Allgemein wird über Mangel an Rohlich von 8-3, Sonnabend von 8-2, Freitag von 8-6 Uhr geöffnet. materialien geklagt. Auch in der Konfettion, besonders in Telephon: Zentrum 7591. Berlin, zeigt sich ein allmähliches Steigen der Arbeitslosenziffern. Die Hutfabriken nehmen bereits Berkürzung der Arbeitszeit und Entlassungen vor. Besonders deutlich zeigt sich die Verschlechterung in verschiedenen Zweigen der Nahrungs- und Genußmittelindustrie, vor allem bei den Margarinefabriten und im Tabakgemerbe. Hier beabsichtigen verschiedene Unternet..ungen ihre Betriebe vorläufig ganz zu schließen. Was kostet ein Streichholz? Das Batet Streichhölzer foftet zurzeit 20 M. Damit wird der Schimborafſo des Zündholzpreises noch nicht erreicht sein. Die einzelne Schachtel foftet 2 M Sie enthält 50 Zündhölzer, so daß der Preis jedes Hölzchens fich auf 4 Pfennig stellt. In Bars, Dielen und auf der Nachtstraße werden für eine Schachtel 3-4 M. gefordert und willig gezahlt. Großfeuer in Darmstadt. Die Chemische Fabrik Merd niedergebrannt. verbandes„ Voale- Zion" veranstaltet die it disch- sozialdemo Anlässlich der Weltberatung des jüdisch- sozialistischen Arbeiter fratische Arbeiterorganisation Boale- Rion" in Deutschland am Montag, den 18. September, abends 8 Uhr, eine öffentliche und Der monarchistische Müllkutscher. gebung in den Sälen der Ressource", Dranienburger Str. 18. Ueber den Befreiungskampf des jüdüchen Proletariats werden sprechen: Ingenieur Seltsame Klänge ertönten gestern durch die weiten Räume des S. Ka plansti( London). Dr. J. Schipper( Warschau), Dr. Wach Moabiter Kriminalgerichts. Nun dantet alle Gott", Heilmann( Lemberg), Dr. Mosner( Czernowiz), Berl 2 oder( Wien), Nach schlimmer als bei der Industrie wirkt die herannahende Dir im Siegerfranz" und ein anschließendes Hoch auf den Berl Kasnelion( Balästina), Salman Rubajhoff( Wien), Ben Krifis im handwert. Die Kleinmeister versuchen nach Möglich Kaifer ließ alles aufhorchen. Als man dem merkwürdigen Gesang Gurion( Jaffa), Dr. Schoch at( Palästina), A. S. Juris( Warschau). feit ohne fremde Hilfskräfte auszufommen. Die Landwirtschaft ſteht nachging, fand man nach langem Suchen den Sänger als den in Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. 17. Kreis. Am Sonntag, im Zeichen der Kartoffel- und Rübenernte und bietet noch vielen Intersuchungshaft befindlichen Müllkutscher Arthur Wollert, der den 17. September, findet ein Ausflug mit den Kindern nach Sadowa- Arbeitslosen Gelegenheit zu vorübergehender Beschäftigung. Gang fich damit die Zeit vertrieb, als er in seiner 3 elle auf seine gestern Kaulsdorf- Süd- Sanssouci statt. Treffpunkt der Kinder in Lichtenberg: allgemein zeigt sich unter dem Drucke der Teuerung ein verstärkter anstehende Berhandlung wartete. Wollert hatte sich vor der 7. Ferien- Traveplas, Ede Weichselstraße, am Wagnerplat, vor der Pfarrkirche, am Andrang von Arbeitskräften, insbesondere von Frauen, Sozialstraftammer des Landgerichts I auf die vom Staatsanwalt ein- Schwarzen Adler unt 8 Uhr; am Bahnhof Stralau- Rummelsburg, Ede rentnern und Altersinvaliden. Ihre Unterbringung gestaltet sich gelegte Berufung zum zweiten Male wegen Betruges zu verant- Sonntagstraße, Bahnhof Neu- Lichtenberg, Bahnhof Lichtenberg Friedrichs natürlich gerade jetzt besonders schwierig. Immerhin gibt es noch felde um 19 Uhr, am Bahnhof Saulsdorf um 9 Uhr. Die Leiter haben verschiedene Berufsgruppen, für die nach wie vor reichlich Arbeitsmorten, der darin erblickt worden war, daß er nach bekanntem rote Armbinden. Fahrgeid 3 M. Muster neben der Erwerbslosenunterstügung, die er bezogen gelegenheit vorhanden ist. So besteht in allen Zweigen des Holzhatte, noch einen einträglichen Straßenhandel betrieben hatte. gewerbes sehr starke Nachfrage nach gelernten Arbeitsfräften. In der Berhandlung spielte W. den wilden Mann, redete Geübte Stenotypistinnen bleiben ebenfalls gesucht, obwohl die Ardummes Zeug und hielt Ansprachen nach dem Zuhörerraum. Obbeitsmarktlage im Handelsgewerbe sich in verschiedenen Landesteilen wohl der Angeklagte auch in der gestrigen Verhandlung, die In der Chemischen Fabrik Merd in Darmstadt brach bereits wesentlich verschlechtert hat. In Berlin haben umfangreiche wiederum nicht den Nachweis erbrachte, daß er durch den Straßen- gestern Großfeuer aus. Das Feuer entstand im Drogenbau, der Kündigungen bei großen Bersicherungsgesellschaften handel Nebeneinnahmen gehabt hat, nicht verurteilt wurde, sondern große Lagerräume enthält, die mit trodenen pflanzlichen stattgefunden. Die Nachfrage nach weiblichem Hauspersonal iſt im es bei dem ersten Freispruch blieb, gebärdete er sich beim Abtransport Stoffen ausländischen Ursprungs von erheblichem Werte ange- allgemeinen noch sehr rege, das Angebot nimmt jedoch ständig zu, nach dem Untersuchungsgefängnis, wo er entlassen werden sollte, füllt waren. Die Fabriffeuerwehr versuchte zunächst des Brandes da die unter dem Drucke der Teuerung Beschäftigung suchenden roie ein Toller, so daß er erst nach einem förmlichen Kampf durch die Herr zu werden. Das Feuer fand jedoch an dem trockenen Pflanzen- Mädchen und Frauen in der Industrie und im Handelsgewerbe nur Gerichtsdiener überwältigt werden mußte. material reiche Nahrung. Obwohl mit weit über 100 Schlauch sehr schwer ankommen und deshalb sich lieber für häusliche Dienste leitungen Wasser gegeben wurde, fonnte nicht verhindert wer- verdingen. den, daß der große fünfft ödige Mittelbau vollständig ausbrannte und in sich zufammenstürzte. Der aufopfe rungsvollen Tätigkeit der Arbeiterschaft ist es zu verdanken, daß die wertvollen großen Borräte aus den vom Feuer bedrohten Gebäuden gerettet werden konnten. So vor allem das Opiumlager. Gegen Mittag konnte das Feuer als auf feinen Herd beschränkt angesehen werden. Der Schaden läßt sich noch nicht bestimmen, beläuft sich aber auf viele Millionen. Wäh rend der Störung des Betriebes will die Firma Arbeiterentlassungen durch eine sofort energisch in Angriff genommene Umstellung der Fabrikation verhüten. Ueber die Ursache des Brandes läßt sich nichts Bestimmtes fagen. Eine Selbstent zündung erscheint ausgeschlossen. Drei Feuerwehrleute erlitten durch Absturz Verlegungen. Augsburg, Gera, Nürnberg, die sozialistischen Parteitage und der Einigungsfongreß in der nächsten Woche, werden für die fünftige deutsche Politit von großer Bedeutung sein. Jeder politisch Interessierte muß die Berhandlungen aufmerksam verfolgen. Der „ Vorwärts" wird ausführliche telephonische Berichte seiner Vertreter auf allen drei Kongressen veröffentlichen. Das Abonnement bei zweimal täglicher Bustellung ins Haus kostet bis Ende September ganze 100 Papiermart. 21 Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der„ Vorwärts" bei der Post zu bestellen). " " Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Bei lage Siedlung und Kleingarten" in Groß- Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name Bohnung -Straße Nr.. Dorn Soi Quergeb. Seit nfl Tr. lintsrechts bei Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 16. September: Cine Konferenz ber Banderleiter findet hente um 7 Uhr im Jugendheim, Lindenstraße 3, statt. Bortrag:„ Schönheiten der Mart". Alle Abteilungen müssen vertreten fein. 20. Areis. Reinickendorf. Eine Serbftfeier findet heute abend in Hartmanns lich Steuer 8 M. Anfang 7 Uhr. Alle Parteigenoffen und-genofsinnen sind Brauerei, Reinickendorf- West, Scharnweberstr. 101, ftatt. Eintritt einschließherzlichst eingeladen. Morgen, Sonntag, den 17. September: Achtung, Ordner! Die Ordner für die Jugendweihen müssen spätestens um 29 Uhr in den von der Abteilung bekanntgegebenen Sälen sein. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 10% Uhr im Stadthaus, Alofterstr. 50, Jugendweihe. Festportrag von Frau M. Krische. Harmonium, Geige, Gesang. Eintrittspreis 7 M., Kinder 4 M. Lebensmittelpreise des Tages. Ganz allgemein zeigt sich also am deutschen Arbeitsmarkte deutlich ein allmähliches Nachlassen der Hochtonjunttur. Verschiedene Krisensymptome am Geld- und Warenmarkte deuten darauf hin, daß diese ungünstige Beränderung auch am Arbeitsmarkte stärker hervortreten wird. Nach den Berichten von 355 deutschen Städten( über 10 000 Einwohner) betrug die Gesamtzahl der unterstüßten Bollerwerbslosen am 2. September dieses Jahre 10 607 gegen 9798 am 19. Auguft dieses Jahres. Die Erwerbslosenziffer weist also zum ersten mal feit langer 3eit eine Steigerung auf. Bemertenswert ist, daß für GroßBerlin, Breslau, Leipzig, Nürnberg und verschiedene andere Plätze noch ein Rückgang zu fonstatieren ist, während in Hamburg, Altona, Bremen und anderen Orten an der Waffertante die Verschlechterung schon deutlicher in die Erscheinung tritt." BWB. Ruffische Aufträge für Landmaschinen. Der„ Centrosojus" ( Allrussischer Zentralverband der Konsumvereine) hat in Deutschland mit einer Reihe erstklassiger deutscher Firmen Berträge über die Lieferung von landwirtschaftlichen Maschinen abgeschlossen. Devisenkurse. 100 holländische Gulden.. 1 argentinischer Papier- Peso 100 belgische Frank. 100 morwegische Kronen 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen. 100 finnische Mark 1 japanischer Yen. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft ziemlich rege. Fische schwach, Geschäft flott. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flau. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende 1 Dollar. Kleinhandelspreise: 100 franzöfifche Frank Rindfleisch 86-115 M., ohne Knochen 122-170 M. Schweinefleisch 145-184 M. Kalbfleisch 91-138 M. Hammelfieisch 90-120 M. Schell- 1 brasilianischer Milreis. fisch 30-35 M. Kaheljau 32-40 M. Rotzungen 40-50 M. In Eis: 100 Schweizer Frank. Aale 112-125 M. Schleie 95-110 M. Hechte 84-92 M. Lebende Aale 100 spanische Besetas 165-185 M. Karpfen 130-148 M. Eier 14-15 M. das Stück. Natur- 100 österr. Stronen( abgeſt.) butter 260-285 M. Margarine 190-210 M. Schweineschmalz 235 M. 100 tschechische Kronen. Spinat 10-11 M. 100 ungarische Stronen. Kochäpfel 4-8 M. 100 bulgarische Leta Pfirsiche 25-42 M. Kartoffeln 34-38 M. 10 Pfund. Rotkohl 7-8 M. Salat 2,75-4 M. der Kopf. Mohrrüben 4-5,50 M. Kochbirnen 7-9 M. Blaubeeren 15-20 M. Pflaumen 5-14 M. 15. September Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 14. September Käufer. Berläufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 56429.35 56570.65 59825.10 59974 90 518.85 520.15 551.80 553.20 10461.90 10488.10 11011.20 11038.80 24119.80 24180.20 25717.80 25782.20 30661.61 30738.40 32709.05 32790.95 38202.15 38207.85 40848.85 40951.15 3146.05 3153.95 3405.70 3414.30 710.90 734.05 735.95 6182.75 6441.90 6458.10 709.10 6167.25 6441.90 6458.10 6841.40 6858.60 1458.17 1461.83 11076.10 11103.90 182.52 182.98 27265.85 27834 15 22022.40 22077.60 1.951, 1.991, 4694.10 4705.90 59.08 1553.05 1556.95 11685.40 11664.60 193.75 194.25 28813.90 28886.10 23270.85 23329.15 1.98 202 5193.50 5206.50 58.92 60.42 848.90 851.10 928.80 60.58 931.20 100 Bolenmart galten gestern etwa 21,25 M. Deutscher Protest in Warschau. Entschließungen zum Arbeitsrecht, zur Sozialpolitit Angenommen werden außerdem drei sehr ausführlich gehaltene und zur Bildungsfrage. Die Entschließung zum Arbeitsrecht macht sich die Leitfähe von Professor Dr. Sinzheimer zu eigen, die auf dem Leipziger Gewerkschaftstongreß angenommen wurden. Die Entschließung zur Sozialpolitik erinnert die Reichsbahnverwaltung und die gefehgebenden Körperschaften an ihre Aufgabe, die Staatsbetriebe zu Musterbetrieben zu machen. fäulentheorie nachzugeben. Im Gegenteil, der Vorstand war bereit,[ schaftsgebieten zwischen Industrie und Reichsbediensteten in den Bea cventuell die Konsequenzen zu ziehen. Einig waren wir uns aller- zügen unberechtigte Unterschiede vermieden werden." dings darin, daß es so weit nicht kommen dürfe. Der Einführung Warschau, 15. September.( DE.) Der deutsche Gesandte in des Prämien sy stems im Eisenbahnbetrieb steht der Redner Warschau, Rauscher, hat dem Außenminister eine Note über- ablehnend gegenüber. Die Diskussionsredner dürfen es nicht nur bei reicht, in welcher die polnische Note an den Völkerbundrat über die Kritik bewenden lassen, sie müssen dem neuen Borstand auch die Lage der polnischen Minderheiten in Deutschland als eine Un- ege zeigen, wie die aufgestellten Forderungen zu verwirklichen sind. freundlichkeit gegenüber Deutschland bezeichnet wird. Zu einem stürmischen Auftritt tommt es, als Scheffel gegen die Kommunisten Quatschföpfe. Die Anhänger der Moskauer Richtung fpringen erregt polemisiert und ihnen zuruft, fie hätten in. ihren Reihen genug von ihren Blägen auf und vollführen einen großen Lärm. nachdem der Vorsitzende den Ausdruck als unparlamentarisch bezeichnet, tritt wieder Ruhe ein. Scheffel schließt mit dem Hinweis, daß der Verband noch jahrelange Kleinarbeit zu leisten habe. * Die Monarchisten Die Generalversammlung fordert: a) für die Beamten 1. eine allgemeine Aufbesserung der Pensionssätze, 2. den früheren Eintritt der Pensionsberechtigung, 3. eine Verkürzung der Wartezeit auf höchftpension und 4. eine Krankenversicherung für die Beamten und ihre Familienangehörigen; b) für die Arbeiter 1. Gleichstellung der Renten und Hinterbliebenenfürsorge mit den Pensionen der Beamten, 2. Beseitigung des Unterschiedes zwischen Alt- und Neupensionäre. Aus Warschau schreibt unser Rorrespondent: Als im Juli dieses Jahres in Warschau die Vorbesprechungen zu den deutsch- polnischen Verhandlungen begannen, wurde von polnischer Seite der Vorschlag gemacht, durch eine beiderseitige schöne Gefte" eine den Verhandlungen günstige Atmosphäre herzustellen. Diese schöne Geste sollte in gegenseitigen Zugeständnissen bestehen, die den guten Willen zeigten, Reibungsflächen zu beseitigen. Tatsächlich kam es zu solchen Zugeständnissen. Die wichtigsten waren von polnischer Seite die Aufhebung der im Rigaer polnisch- russischen Vertrag vorgesehenen Transitsperre für deutsche Waren, von deutscher Seite das Zugeftändnis, entgegen der bisherigen Pragis, die deutsche versuchen durch Meuch elmord unbequemer Staatsmänner und Schulung der Betriebs- und Beamtenräte. Die Kosten sind von den. Die Entschließung zur Bildungsfrage fordert gründliche Warenausfuhr nach Polen nicht mehr durch rigorose Handhabung durch Aushungerung der arbeitenden Bevölkerung die Gewerkschaften, aber auch von Reich und Ländern aufzubringen. der Gesetze über die Ausfuhrbeschränkungen zu hemmen. republikanische ReZiele zu. Der Grundgedanke, eine versöhnliche Atmoſphäre für die deutsch- gierung zu fürzen. Die Kommunisten eben dem gleichen Schließlich werden noch einige Anträge angenommen, die sich mit polnischen Verhandlungen zu schaffen, war zweifellos richtig. Aber wollen die gegenwärtige not des Boltes zur Beseitigung der Auch sie der Wirtschaftlichkeit der Reichsbahn beschäftigen. In der Nachmittagssigung referiert der frühere Reichswirt. die notwendige Folgerung hieraus mußte sein, daß die beiden Kon- demokratischen Republik und ihrer Errungenschaften ausnutzen. Schaftsminister Bissell über den trahenten sich nun auch bemühen, neue Reibungen zu vermeiden, Aufbau der Volkswirtschaft. Der Bezirksverband Berlin der SPD. Das großzügig angelegte Referat wird mit stürmischem Beifall auffämpft schon seit der Revolution gegen beide mit äußerster Energie. genommen. Er bedarf gegenwärtig größerer Mittel für diesen schweren Kampf. einer Diskussion über das Referat abzusehen. Zur Annahme gelangt Gegen den Widerspruch der Kommunisten wird beschlossen, von Die in diesem Kampfe mit und unsere Mitglieder eine Entschließung, die auf die Zerrüttung der Volkswirtschaft aller " Der Verbandstag fordert an Stelle der heutigen Profitwirtschaft eine Bedarfsdeckungswirtschaft, in der durch gleichberechtigte die das erste Entgegenkommen wieder illuforisch machen könnten. Diesen naheliegenden Grundsay hat sich die polnische Regierung leider nicht zu eigen gemacht. Bielmehr hat die polnische Politit in mehr als einem Fall offiziös und offiziell unnötige Spiken gegen Deutschland gezeigt. Zum Beweis hierfür braucht nur hingewiesen zu werden etwa uns sympathisierenden Albuginet mit höherem Einkommen Länder hinweist und in der es zum Schluß heißt: auf die Haltung der vom polnischen Außenministerium inspirierten müssen den Kampf nach besten Kräften finanziell unterstützen. ,, Ostagentur" in Warschau, die jede Meldung über Deutschland, wenn Freiwillige Extrabeiträge für den Kampffonds der SPD. Einschaltung der Arbeiterschaft in der zentralen Leitung die Gewähr irgendmöglich, in einer gehässigen Aufmachung bringt; oder an die unnötigen mehrfachen Aeußerungen des polnischen Außenministers fende man deshalb sofort auf Poftichedfonto Berlin Jr. 48743 angegeben ist, daß die Allgemeininteressen Einzelinteressen voranNarutowicz, Polen sei in der Frage der deutschen Ansiedler restlos Alex Pagels, SW 68, Lindenstraße 3. Der Rest der Nachmittagssigung wird mit dem Bericht der Beim Recht und dente nicht daran, irgendwelche Zugeständnisse zu schwerdekommission ausgefüllt. machen; vor allem aber an die im Ton verfehlte, sachlich höchst anfechtbare polnische Note an den Bölkerbund wegen der Bedrückung des polnischen Elements in Deutschland. Nachstehende Entschließung wird mit großer Mehrheit angenommen: Der 2. ordentliche Verbandstag des DEV. in München be schließt in Rücksicht auf die sich immer ungünstiger gestaltende wirtschaftliche und soziale Lage der Gehalts- und Lohnempfänger der deutschen Reichsbahnen, die zwingend nötige Reform der gegenwärtigen Cohn- und Gehaltspolitik Wir wissen wohl, daß es im Deutschen Reich noch allzuviel Rudimente der alten Zeit gibt und daß nationale Unduldsamkeit bei uns noch nicht ausgerottet ist, nicht zulegt freilich dank den Bedrückungen, denen unser Land und Volt noch täglich infolge des Friedens" vertrags ausgesezt ist. Wir denken auch nicht daran, es verteidigen zu wollen, wenn in Oberschlesien chauvinistische Bergeltungsmaß für die deutschen Eisenbahner nach folgenden Grundsäßen zu benahmen gegen Polen vorkommen. Wohl aber sprechen wir der treiben: polnischen Regierung die formelle und die moralische Kompetenz ab, sich mit dem Bruftton der Entrüstung in diesen Fragen an den Bölkerbund zu wenden. Die formelle, weil der deutsch- polnische Bertrag über Oberschlesien einen genauen Instanzenzug für Streitig feiten und Beschwerden vorsieht, während auf der anderen Seite der Bölkerbund mit Deutschland nichts zu tun hat; die moralische nach dem bekannten Bibelspruch vom Splitter und Balfen. Oder will die polnische Regierung beispielsweise leugnen, daß die gequälte und unterdrüdte ukrainische Bevölkerung Ostgaliziens in ihrer Verzweiflung in zunehmenden Maße zu irischen Methoden: Brandstiftung, Eisenbahnattentaten und dergleichen greift? Ein zweifelhafter Milderungsgrund für die Note der polnischen Regierung ist der Umstand, daß ihr 3wed hauptsächlich ein taktischer ist. Einmal dem Bölkerbund gegenüber, der in diesen Tagen nicht nur die Beschwerden der deutschen Kolonisten behandelt, sondern deffen Tagung auch Litauen zu den schärfften Angriffen auf Polens Oftupation des Wilnaer Landes benußt, während die oftgalizische Frage stets wie eine drohende Wolfe über Polen hängt. Dann aber auch gegenüber den polnischen Chauvinisten im Lande, denen die Regierung zeigen möchte, daß sie den Vorwurf der Deutschfreundlichfeit und der nationalen Lauheit nicht verdient. Es gibt mehr Beispiele dafür, daß gerade Bertreter einer gemäßigten Politik in Polen ihre Position durch gelegentliche nationalistische Auslassungen im Innern zu bessern suchen. Taftit ist aber ein Prinzip, das weise gehandhabt werden will. Man fann damit mehr verderben, als der taktische Erfolg wert ist. Dies gilt gerade von den deutsch- polnischen Beziehungen. Die deutsch polnischen Berhandlungen sind noch immer in ihrem Anfangsstadium, und es sollte vielmehr ein Gebot des Taftes wie der Taktik sein, die von polnischer Seite selbst gewünschte Atmosphäre des Vertrauens nicht mutwillig zu trüben. Verbandstag der Eisenbahner. 5. Berhandlungstag. 1. Die Neuregelung des Besoldungs- und Entlohnungswesens der Reichs-, Staats- und Gemeindebeamten, Ar.gestellten und Arbeiterschaft inklusive der Bersonale der sonstigen öffentlichen Körperschaften allgemein nach dem Leistungsprinzip einheitlich zu gestalten durch: a) Schaffung eines Reichsgrur.dgehalts und Grundlohnes für alle Gehalts- und Lohnempfänger. b) Festsetzung der Orts- bzw. Teuerungszuschläge nach den bestehenden Leuerungsverhältnissen im Rahmen der jeweiligen Direktionsbezirke oder abgegrenzter einheitlicher Wirtschaftsbezirke für alle Gehalts- und Lohnempfänger. c) Festsetzung von nur 10 Gehaltstlaffen und 5 Lohngruppen ( exklusive der Lehrlinge). 2. Die Kinderzulagen für alle Gehalts- und Lohnempfänger sind nach dem Maßstab ihrer sozialen Lage durch besondere reichsgesetzliche Bestimmungen festzusetzen. gabe der Organisation, durch ihre Betriebsvertretungen die die Ar3. Solange bzw. wo das Gebingeverfahren besteht, ist es Aufbeiterschaft schädigenden Auswüchse des Gebingeverfahrens zu beseitigen. Auf Lehrlinge und weibliche Bedienstete darf dasselbe keine Anwendung finden. 4. Erhöhung der Bezugsgrenze und Bezugsdauer des im RLT. vorgesehenen Krankengeldzuschusses. 5. Weiterzahlung des bisherigen Gruppenlohnes ar die durch Krankheit, Unfall oder Alter in ihrer Tätigkeit beschränkten Bediensteten." Einstimmig angenommen wird ferner folgende Entschließung: sofort nach Beendigung der Tagung bei den maß" Die Generalversammlung beauftragt den Hauptvorstand, gebender. Stellen eine den Löhnen der Privatindustrie entsprechende Besserung der Bezüge der Bediensteten der Reichsbetriebe einzuleiten. Für die von den ungerechtfertigten Preistreibereien am schwersten betroffenen Industriegebiete muß fofort, falls sich die Generalversammlung für die Beibehaltung der zentralen Lohnregelung ausspricht, eine Heraufsetzung der Wirtschaftsbeihilfen bzw. Weberteuerungszuschläge gefordert werden. Für die in größter Notlage fast verzweifelnden Kollegen des rheinisch- westfälischen Industriegebiets, deren vergleichbare Löhne und Gehälter durchnittlich 100 bis 300 m. pro Tag niedriger gehalten find als die der Arbeiter, Angestellten und Beamten der Privatindustrie, erweist sich die schnellste Hilfe als zwingende Notwendigkeit. Die Sigung beginnt mit dem Schlußwort Scheffels zum Geschäftsbericht. Er beschäftigt sich eingehend mit den Aus führungen Schumanns und betont, daß der Vorstand des DEV. feine Direttiven an die Funktionäre gegeben habe, den Verkehrsbund zu sabotieren. Es sei nicht richtig, wenn Schumann behauptet, Im Interesse der Volkswirtschaft und zur Vermeidung von under DEV. sei bereit gewesen, dem ADGB. in der Frage der Drei- nötigen Unruhen muß verlangt werden, daß in abgeschlossenen WirtDer General. Staatsanwalt bei dem Landgericht L. 1. E. R. 227. 22. 2. Bekanntmachung. Um 8. Septbr. 1922 wurbe in ber Steuen Königstraße der Bolizei- Oberwachtmeister Karl Botschen von einem Manne, deffen Bersönlichkeit bisher nicht einwandsfrei feststeht er foll angeblich Theodor Bertold heißen erschoffen. Der Täter wurde auf der Flucht festgenommen und als Kranter dem Krankenhause Frie drichshain zugeführt, wo er verstorben ist Seine reiche wies Verlegungen auf. Augenzeuger der Borgänge wollen sich beim GeneralStaatsanwalt d. Landgerichts I zum Altenaeichen 1, E R. 227. 22 melden. Auch wird Mitteilungen die Persönlichkeit des angeblichen Bertold, fowie Angaben, welfiber che zur Aufhellung der Todesurfache dienex fönкen, ent gegenfehex. Urbin der gute Schuhputz 2. TERPENTINÖLWARE IN DOSEN MIT BANDEROLE Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Former Otto Flöricke Grinthaler Straße 7 am 11. September gestorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet Sonnabend, den 16. b. 2., nachm 6 1hr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 126/7 Erfolg E haben Inseratem Vorwärts Garderobe auf bequeme Teilzahlung! Anzüge, Hosen, Mäntel, Kostüme, Schlüpfer Kleider, Röcke in besten Qualitäten, solid. Ausführung Grebler, Weinbergsweg 4 am Rosenthaler Platz Teilzahl. 3j.Gar.Kronen Die Abtreibung der Garderobe Leibesfrucht für Herren und Damen noch wirklich billig auf Teilzahlung Anzüge Raglans Damen- Mäntel Kostüme Röcke Beiser Lothringer Str. 67. Maßkorsetts und Reparaturen Fr. L. Bungartz PATENTE 3j.ar.Kroger. Zähne von 400M, Zahnz.m.Einspr. Neukölln, Boddinstr. 31 Dr. Bogdahn, Geschäftst d. 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Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Sonntag, den 17. September, Rinderfest auf dem Turnplay Rubens, Ede Begasstraße. Treffpunkt für Schöneberg Altes Rathaus, Friedenau schließt fich am Untergrundbahnhof Haupt, Ecke Innsbruder Straße an. Den Rindern wird Kuchen und Kaffee verabreicht. Trinkbecher sind mitzubringen. Für die Eltern Kaffeeküche. Die Arbeiterjugend wirkt mit. Morgen, Sonntag, den 17. September: 72. abt. Wilmersdorf. Ausflug nach dem Grunewald, Restaurant Wiedide, Hubertusbader Str., Raffeekochen, dann gemeinschaftliche Spiele im Walde. 108. Abt. Köpenid. Wahl des Elternbeirats in der 5. Gemeindeschule. Abmarsch mittags 1½ Uhr vom Heidelberger Blah. 118. Abt. Lichtenberg. Bannerweihe im Schloßrestaurant in Friedrichsfelde. Theater, Vollstänze und Spiele, Bonbonregen. Ab 6 Uhr Tanz. Abmarsch 3 Uhr vom Wagnerplay mit Musit. Eintritt 8 M. einschließlich Steuer. Rinder unter 14 Jahren frei. Die Parteigenossen sind herzlichst eingeladen. Sungjozialisten. Gruppe Schöneberg- Friedenau. Wanderung nach Strausberg. Treffpunkt früh 6 Uhr Dahnhof Schöneberg. Arbeitersport. Neue Turnabteilungen im Südosten Berlins. die Arbeiterschaft des Südostens Turnabteilungen, und zwar turnen Män Die Freie Turnerschaft Groß- Berlin eröffnet nun auch für ner und Jugendliche Dienstags von 8-10 Uhr abends in der Turnhalle Reichenberger Straße, Ecke Forster Straße, Eröffnung am Dienstag, den 19. Geptember; Anaben Montags und Donnerstags von 6-8 Uhr Turnhalle Reichenberger Str. 131( an der Grünauer Straße), Eröffnung Donnerstag, den 21. September. Anmeldungen werden an den Turnabenden entgegengenommen. Achtung, Fußballer! Der Sportklub Berolina"-Neukölln, der als Hauptsportzweig die Leicht- und Schwerathletit pflegt, beabsichtigt eine Fußballabteilung zu gründen. Interessierende Sportsgenossen wollen sich an Johann Keller, Reukölln, Weichselstr. 38, Quergebäude 2 Tr. links, wenden. Material und Spielleiter vorhanden. moderne Blastit, hält eine Männer- und Jugendabteilung. Uebungsabende Sportklub ,, Libertas 1890" Berein für Schwerathletit, Artistit, Turnen und Mittwochs und Freitags( 7-10) in der Turnhalle der 11. und 12. Gemeindeschule( Charlottenburg), Sophie- Charlotten- Straße, Ede Kaiserdamm. Die Artistentruppe steht feder Organisation bei Festlichkeiten zur Berfügung. Anfragen bei W. Fleischhauer, Charlottenburg, Krummeftr. 11. Arbeiter- Sport- Kartell für Köpenid. Montag, den 18. September, abends 7% Uhr, Sportkartellfigung bei Tinius in Friedrichshagen. Der Turn- und Sportverein Eiche"-Köpenid hält im Winterhalbjahr feine Uebungsstunden ab: in der Körnerschule: Montags 628 Uhr 2. Schülerabteilung, Montags 8-10 Uhr Jugendabteilung; Mittwochs 6-8 Uhr 1. Schülerabteilung, Mittwochs 8-10 Uhr Sport; Freitags 6-8 Uhr 3.' Schülerabteilung, Freitags 8-10 Uhr Jugend- und Männerabteilung; in der Dorotheen schule: Dienstags 6-28 Uhr 1. Schülerinnenabteilung, Dienstags 810 Uhr Frauen- und Jungmädchenabteilung; Donnerstags& 128 Uhr 2. Schülerinnenabteilung, Donnerstags 28 10 Uhr Frauenund Jungmädchenabteilung. Der Filmabend in Köpenid findet umständehalber erst Freitag, den 22. Geptember, abends 7 Uhr im Stadt- Theater in Röpenid statt Vorverkaufstarten für Sonntag haben am 22. Gültigkeit. Die Kindervorstellung im Kaiserhof bleibt Sonntag, den 17. September, nachmittags 12 Uhr, bestehen. Zum finmachen leiftet Süßstoff allerbeste Dienste. Er ist völlig reini obne Nebengeschmad, bequem zu verwenden, billig und bekömmlich. Eine H Padung, entspricht der Süßtraft von 1 Pfund 3uder. Erhältlich in Rolonialwaren, Drogen handlungen und Apotheken. Hervorragende Burofedern 328 73 BRAUSE& CO ISERLOHN Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834,835, 836. Achtung! Chirurgische Branche. Montag, 18. 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Mitten in die augenblickliche für Millionen von proletarischen nichts wissen, da die Kartoffelernte reichlich ausgefallen ist.( LebFamilien trostlose und kaum noch zu ertragende wirtschaftliche Lage hafter allseitiger Widerspruch.) Aber das, was der Ernährungsfällt der Hoffnungsstrahl der Einigung beider sozialistischer Par- minister in Aussicht stellt, ist noch bei weitem nicht. teien, und so wirkte die Aufforderung der SPD., USP. und der genug. Die Not des Volkes ist so unerhört groß, daß nur ener Gewerkschaftskommission zu Protestversammlungen an die Massen notwendig, daß das Proletariat unter sich einig ist. Die vielen gische, weit ausgreifende Maßnahmen helfen. Dazu aber ist auch wie ein längst mit Sehnsucht erwartetes Stichwort. Alles das, was rabiaten Unterbrechungen seitens der Kommunisten verhinderten ein sich in Tausenden von Abteilungsversammlungen, in Hundert- allseitiges Verstehen des Redners, aber der vielfache, braus tausenden von Werkstattgesprächen, in Millionen von Seufzern aus sende Beifall, der ihn unterbrach, zeigte ihm, daß er die Mchr gesammelt hat, fonnte gestern abend in 19 Versammlungen, zuerst Tiergarten. Eine„ Ermäßigung" des Druckpapierpreises. der Bruft der Hausfrauen an Not, Grimm und Empörung an- heit auf seiner Seite hatte. WTB. meldet: Nach langwierien Verhandlungen im Reichswirtschaftsministerium durch den Mund der Redner, dann aber durch viele kleine AusIm Moabiter Gefell; chaftshaus, dessen um ang hat die Zeitungsdruckpapierindustrie den Septemberpreis sprachen mit oft tief erschütternden Einzelheiten zum Ausdrud reicher Saal namentlich durch die große Zahl der erschienenen Frauen für 100 Kilogramm Druckpapier von 8400 m. auf 6850 m. kommen. Je ein Redner der USP. und der SPD. sprachen zu den gefüllt wurde, sprach eingangs Gen. Breifier als Mitglied der und bei Formaipapier auf 6900 m. her abgesezt, nachdem Massen. Wenn immer die lange zurückgedämmte Spannung nicht USPD., danach Gen. Lüdemann. Er schilderte zunächst den gen die Zellstoffindustrie den Preis für den zur Herstellung von Zeitungs- mehr hielt, wurden die Redner durch gewaltig aufdröhnende Bei- zen Ernst der Situation. Häufig von den Zwischenrufen radauluftiger druckpapier erforderlichen Zellstoff von 8840 m. auf 6750 m. für fallsfalven unterbrochen, denen dann zum Schluß brausender, nicht kommunistischer Jugendlichen unterbrochen, antwortete er feinem 100 Kilogramm ermäßigt hatte. Ferner haben die Druckpapier endenwollender Beifall die Krönung gab. Leider ließen es sich zu Landtagskollegen Scholem auf den Zwischenruf, auch er habe als verbände von den verschärften Zahlungsbedingungen, nach denen wiederholten Malen kommunistische Wirr-, Quer- und Dummköpfe Finanzminister an den bestehenden Zuständen nichts geändert. Es die Hälfte der Monatslieferung bis zum 5., der Rest bei Eingang nicht nehmen, die Versammlungen systematisch zu beunruhigen und gehöre ein kaum glaubliches Maß von Dummheit dazu, anzunehmen, daß ein einzelner Mensch, ein sozialdemokratischer Minister imstande der Rechnung zu begleichen war, Abstand genommen und sich zur zu stören, so daß es energischer Anstrengungen der Versammlungs- sei, Berhältnisse grundlegend zu ändern, deren Ursachen tiefer licger. der Rechnung zu begleichen war, Abstand genommen und sich zur Leiter und Teilnehmer bedurfte, um die radaulustigen Elemente in Es habe keinen Sinn, den oder die Schuldigen zu suchen. Notwen= Einräumung eines Zahlungszieles von zwei Wochen bereit erklärt. Zu der Meldung über die Ermäßigung des Druckpapierpreises ihre Schranken zu verweisen. Die unermeßlich angewachsene Not hat bige Aufbauarbeit werde auf diesem Wege, der ins Irre geht, nicht teilt der Verein deutscher Zeitungsverleger mit, daß der September auch eine deutliche Verschiebung in dem äußeren Bild der Versamm geleistet. Im weiteren Verlauf seiner Rede führte Lüdemann aus: preis sich um mehr als 415 000 m. für einen Doppelwaggon höher lung gebracht. Neben dem natürlich bei weitem in der Mehrzahl Die gefunkene Arbeitsleistung der deutschen Wirtschaft auf den Vor befindlichen Industriearbeiter, der oft genug von Frau und von er- friegsstand zu heben, sei nur durch eine Besserung der Volks stellt als der August preis und nunmehr das 340fache wachsenen Kindern begleitet war, sah man aber auch sehr viele An- ernährung möglich. Welche Wege aus dem Elend und aus der Not des Friedenspreises beträgt. Die Verhandlungen haben also allenfalls eine geringe relative, gestellte und Beamte, die mit gespannten Zügen den Ausführungen der Gegenwart zu beschreiten sind, zeigen die Vorschläge und teine absolute Ermäßigun des Druckpapierpreises gebracht. der Referenten folgten. Manchem von ihnen, die unserer Partei noch Forderungen des Allgemeinen Deutschen Gewerks Eine wirksame Hilfe ist nur durch Anwendung schärferer Mittel mög- nicht angehört haben, mag da wohl eine Ahnung gekommen sein, teien. Auch Lüdemann forderte als Hebel der künftigen Catwick lich. Eine Entscheidung über die im Reichsrat gegebenen Anregungen Eine weitere freundliche Note in dem auf- und abwogenden Meer Scholem die Betriebskontrolle als Anfang des Kampfes um die daß die Wahrheit und die Ehrlichkeit auf unserer Seite liegen. lung die größtmögliche Einheitsfront. In der Diskussion pries des Reichswirtschaftsministers, die sie herbeiführen sollte, steht noch ernster und erregter Männer- und Frauenköpfe waren auch die zahl- politische Macht des Proletariats. 3u gleicher Zeit betonte er, daß reichen jungen Ehepaare, die vereint ihr junges Glück durch die diese Betriebsfontrolle eigentlich" vollkommen erst dann verwirklicht Wohnungs- und Nahrungsnot bedroht fühlen und nun gemeinsam werden könne, wenn diese Macht errungen sei. Diesem blühenden Klarheit und Aufflärung über manches suchen, was sich drohend Unsinn flatschten die Gesinnungsgenoffen Scholems lebhaften Beifall. über ihnen zusammengeballt. Diese Solidarität von Mann und Frau Wedding. ist ebenso dringend notwendig wie die Einigung der Parteien. Als nächste sichtbare Folge der Versammlungen und der bevorstehenden Einigung ist eine ganz bedeutende Zahl von Wiedereintritten und Neu anmeldungen für die Partei zu verzeichnen. Das große, unvergeßliche Moment dieses Abends, das noch weit in die kommenden Wochen und Monate hinausschwingen wird, war der Gedanke: Wir werden wieder einig. Einigkeit bedeutet Kraft und Macht, und diese sichern uns den Sieg! immer aus. Nur noch einmaliges Erscheinen der Tageszeitungen? Die ungeheure Notlage. der Presse wird voraussichtlich in Bälde zu einer Einschränkungsmaßnahme führen, die in Fachkreisen des Zeitungsgewerbes mehr und mehr als unvermeidlich erkannt wird. Schon haben einige Berliner Tageszeitungen die täglich einmalige Erscheinungsweise eingeführt, und, wie die„ Dena" hört, besteht auch bei dem Verlag der„ Germania" die Absicht, ab 1. Oktober zum einmaligen Erscheinungsmodus überzugehen. Die mittleren Berliner Zeitungsverlage scheinen bereits grundsäglich die Zweckmäßigkeit einer solchen Einschränkungsmaßnahme anerfanri zu haben, und wenn sie noch nicht allgemein und mit sofortiger Wirkung im Berliner Zeitungswesen zur Durchführung gelangt, so liegt das in der Hauptsache daran, daß zwei führende Verlagshäuser, Mosse und Ullstein, sich vor der Hand noch nicht im flaren find, ob sie ihre Blätter ebenfalls nur einmal täglich erscheinen lassen sollen. Doch dürfte zweifelsohne die ganze Entwicklung dahin führen, daß in längstens ein bis zwei Monaten die einmalige Erscheinungsweise bei der gesamten Berliner Tagespresse zwangsläufig Geltung gewinnt. Neues Tarifabkommen im Bankgewerbe. Wie der Allgemeine Verband der Bankangestellten mitteilt, haben die heute im Arbeitsministerium stattgefundenen Verhandlungen mit dem Reichsverband der Bankangestellten in später Abendstunde zu folgendem Ergebnis geführt: 1. Der Monat Auguft gilt durch die im Auguft erfolgten Jahlungen als abgegolten. 2. Als vorläufiges, aber revisibles Septembergehalt gelangt das Dreifache eines Julieinkommens zur Auszahlung. 3. Die leberstunden für Auguft werden um 80 Proz. erhöht. Südtirol wird zweisprachig gemacht- in Behörden, Schulen und bis auf die Straßentafeln, wobei Italienisch dem Deutschen vorangeht. Die Rekruten mußten nach Verona einrücken. Die Resolution, die überall zur Annahme gelangte, hat folgenden Wortlaut: Die Versammlung in den Pharus Sälen war schon vor Beginn abgesperrt, weil der Saal vollständig überfüllt war. Tische mußten entfernt werden, um allen Anstürmenden Platz zu machen. Genosse Schlegel als erster Redner beleuchtete die außenpolitischen Ursachen der Teuerung. Einige kommunistische Zwischenrufer fertigte er unter dem Beifall der Versammlung ab. Genosse Herz von der USP. schilderte in großen Zügen die innerpolitischen Gründe, die die Teuerungswelle und den Wucher hervor gerufen haben. Nicht die wahnsinnigen Reparationslastent allein, auch die brutale Preispolitis der Kartelle und Trusts tragen die Schuld an der Not des Voltes. Viele wichtige Die Versammlung verlangt, daß die Reichsregierung alles fut, Berbrauchsartikel sind höher gestiegen, als die Entwertung der Mark um die Versorgung der minderbemittelten Be- gegenüber 1914 ausmacht. Ein Mittel zur Bekämpfung der unges völkerung, insbesondere mit Brot, kartoffeln und Zuder zu heuren Wucherpraktiken findet der Redner in der Vereinigung erschwinglichen Preisen sicherzustellen. Das durch nichts ge- der Arbeiterklasse, die jetzt durch die Einigung der beiden rechtfertigte Verlangen der Landwirtschaft, die Preise für das Um- sozialistischen Parteien zum Anfang fommt. Hier bricht bei der Erlagegetreide zu erhöhen, muß mit aller Entschiedenheit zurüd- wähnung der Vereinigung der Parteien brausender Jubel gewiesen werden. Die Preisfalfulation der Produzenten, sowie der aus. 3wei Diskussionsredner, wovon der eine scheinbar Kommunist unterwerfen, um fie in einem angemessenen Verhältnis zu den wirl- noffe erz noch einmal die Gegenfähe des jetzigen Elends und der Groß- und Kleinhändler ist einer ständigen kontrolle zu war, sprachen im Sinne der Referenten. Im Schlußwort führt Ge lich entstehenden Koffen zu halten. Die Bestrebungen, die Preise auf Schlemmerei den Bersammelten vor Augen. Noch einmal ermahnt der Grundlage des fogenannten Wiederbeschaffungspreises festzusehen, er, nach der Vereinigung der USP. und SPD. den Kampf wie por müssen bekämpft und als Wucher bestraft werden. Die Versammel- der Spaltung im alten Geiste der großen Vorfämpfer zu führen. fen erwarten von den Gewerkschaften und den sozialistischen Par- Im Garten hatte sich inzwischen eine Parallelversammlung ge teien, daß sie die von ihnen aufgeffellien Forderungen zum Schuhe bildet. Zuerst sprach Genoffe Weide, dann Genoffe Schleget der breifen Massen in jeder geeigneten Weise mit aller Entschieden von der SPD. und zum Schluß der Kommunist Dörr. heit bis zum Erfolge weiter vertreten werden und find bereit, in diesem Kampfe auf den Ruf der Organisationen ihren Mann zu ffehen, Mitte. Prenzlauer Berg. In der überfüllten Bözow- Brauerei waren die Parteigenossen auf dem Posten, um ähnliche Erzesse, wie bei den letzten öffent In den Musikerfälen referierten vor einer zahlreichlichen Versammlungen, unter allen Umständen unmöglich zu machen. erschienenen Zuhörerschaft die Genoffin Gertrud Hanna( SPD.) Die Kommunisten fahen ein, daß es zwecklos war, hier Störungs und der Genosse Paul Richter( USPD.). Bon gewisser Seite versuche zu unternehmen. Stadtv. Gen. Dr. Weŋi( USB.) ging wurde zu Anfang der Versamlung ein Antrag eingetracht, der den besonders auf die Ursachen der Teuerung ein, während unser beiden Referenten zusammen nur 1½ Stunden Redezeit gewähren Redner, Genoffe Uco, die Linderung der Not behandelte. gemerbemuseums( Prinz- Albrecht- Straße 7) zeigt die Reichs- sollte. Er wurde unter Beifall der Versammlung gar nicht zur Stürmischer Beifall brauste durch den Saal, als beide Referenten bruderei eine zweite Ausstellung ihrer rühmlichst bekannten Abstimmung gebracht. Genosse Richter führte u. a. aus, daß der ihre Reden ausklingen ließen in dem Ruf nach Einigung ,, Reichsdrude". Es find diesmal Reproduktionen von Hunger in Deutschland umgehe. Auf der einen Sett Reichtum der beiden sozialdemokratischen Parteien. Die Kupferstichen des 18. Jahrhunderts, beginnend mit und Lurus, auf der anderen Seite bitterste Armut. Ueberall macht Versammlung lehnte die KPD.- Anträge ab und der Zeit Ludwigs XIV. und über das Rokoko und Empire in die sich die Berelendung des Proletariats bemerkbar. Scharf rechnete nahm die der beiden sozialdemokratischen Par Biedermeierzeit hineinreichend. Den Glanzpunkt bilden die Franzosen der Redner mit den Kommunisten ab, die nichts weiter tun, als teien an. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die bald des galanten Zeitalters", die Blätter nach Gemälden von Watteau, den Deutschnationalen die Macht wieder zuzutreiben. Die elf Punkte vereinigten foz. Parteien ging die Versammlung auseinander. Boucher, Chardin, Fragonard. Neben diesen verschwinden die der Gewerkschaften müssen durchgefochten werden. Das können wir Neukölln. englischen Stiche vollständig. Sie sind technisch solide, aber in der aber nur, wenn eine einige Arbeiterschaft vorhanden ist. Helfen Mehrzahl reizlos, trocken und dürftig. Namentlich die Genre- Sie" rs und der Sieg ist unjer.( Lebhafter Beifall.)) Genoffin. Im Schultheiß, Hasenheide, waren lange vor Eröff bilder" nach Morland u. a. erscheinen uns heute ungenießbar, und Hanna führte aus, daß jetzt endlich daran gegangen werden müsse, nung des Lotals um 6 Uhr die Besucher in Maffen erschienen, und die Reichsdruckerei hätte besser getan, auf ihre Reproduktion zu Mittel und Wege zu zeigen, um weiteres Elend zu verhüten. bei Deffnung des Saales war er im Augenblick überfüllt. Tische verzichten. Alle ausgestellten Blätter haben die genaue Größe der Man wartet schon darauf, daß das Volk sich zu Tätlichkeiten hin- und Stühle wurden herausgeschafft und auch die Gänge waren ges Originale und geben deren Technik bis in die kleinsten Details er reißen lasse, was unbedingt verhütet werden müsse. Die Regierung, drängt voll. Ueber der Versammlung lag von Anbeginn eine starke stoun ich getreu wieder. Echade, daß nicht der Verkaufspreis bei- die zur Verbilligung des Brotpreises durch Zuschüsse beiträgt, fei Nervosität, die aber bei gelegentlichen Ausbrüchen durch unseren gefügt ist. Er würde manchen Befucher veranlassen, dieses oder aber durch den Versailler Vertrag in ihrer Arbeit gebunden. Der wohlorganisierten Ordnerdienst im Reime erstickt wurden. Bünft jedes Blatt als Zimmerschmuck oder für die Sammelmappe zu er- Vertrag fieht eine Möglichkeit vor, unsere Ausgaben zu kontrol- lich um 7 Uhr eröffnete Genosse Feller die Versammlung und nach J. S. lieren. Wenn Zahlungstermine fällig waren, tamen Krisen. Dollar, dem unabhängigen Landtagsabgeordneten Gen. Meier betonte Graßmann, daß er gezwungen fei, harte Phantajus" in neuer Form. Arno 5) olz, der den„ Phan- schwankungen fanden statt, und unser Geld entwertete sich. Auf- Genosse zur Kenntnis zu bringen. Er wies darauf ⚫tafus" als fein eigentliches Lebenswerk betrachtet, feilt unermüd- flärung tut überall not. Die Arbeiterpresse müsse besonders von Tatsachen den Frauen gelesen werden. Stehen wir hinter den Forderungen, hin, daß bereits 35 Wirtschaftsvereinigungen lich daran, schreibt ganz neue Partien und macht Zufähe. So ist die zur Wucherbekämpfung aufgestellt worden sind, so wächst damit gegangen sind, nicht mehr in Mark, sondern in Devisen zu fate dazu über* die letzte Ausgabe der Dichtung längst überholt. Das gewaltige Wert, auch unsere Organisation.( Lebhafter Beifall.) turieren. Die Regierung, die mit starken Maßnahmen gegen diesen das allmählich zum poetischen Symbol alles Weltgeschehens wurde, auch unsere Organisation.( Lebhafter Beifall.) In der Diskussion fang ein Kommunist ein Loblied auf Wucher vorgegangen ist, fann nicht verhindern, daß diese Verbände umfaßt in feiner neuen Form 10 Teile und soll in Handpreffendrucken die Kontrollausschüsse, worauf ein ehrgeiziger KAPD.- Mann mit jetzt nur mehr in Goldmark die Ware umsetzen. Besonders betont der Officina Serpentis Tiefenbachs erscheinen. Jedes Exemplar eigenen Weisheiten folgte, die schließlich Brendel( USPD.) unter er bei Erörterung der Gewerkschaftsforderungen, daß die Regierung wird eine Originalradierung Liebermanns enthalten. mi Polen Verträge abgeschlossen hat, die gestatten, Kar Titel und Initialen zeichnet H. Th. Hoyer vom Berliner Kunst- starkem Beifall in ihrer ganzen Phrasenhaftigkeit enthüllte. toffeln einzuführen, die sich frei Bentschen auf 210 m. per Zentner, gewerbemuseum.. im Kleinhandel wahrscheinlich 280 m. stellen werden. Es bemeist das, daß die Regierung mit allen Möglichkeiten, die ihr zu Gebote stehen, versucht, die Not des Volkes zu lindern. Von besonderer Wichtigkeit war es, als der Redner erklärte, es wäre ein Ver brechen am deutschen Volfe, es glauben zu machen, es läge ar eigener Kraft, sich aus diesem Wirrwarr befreien zu können. Das sei unmöglich. Kein Kongreß, fein Generalstreit, auch nicht die völlige herbeiführung der politischen und wirtschaftlichen Macht des Proletariats fönne das. Diese Wahrheit müsse gesagt werden. Vor dem Eintreten in die Diskussion setten tumultartige Szenen ein, in denen der Ruf der Glocke unterging. Dasselbe wiederholte sich bei Verlesung der Resolution, und nur dem schärfften Auftreten unserer Parteigenossen gelang es, die Wogen der Erregung zu glätten. Die Diskussion zeigte Redner aller drei Parteien. werben. Friedrichshain. Ein phantastisches Bauprojekt für Moskau. Nach einer Mit- In den Brachtsälen des Ostens sprach Genosse Ecard teilung der„ Isweftija" hat Kamenew, der Vorsitzende des Moskauer( USP.) vor einer Zuhörerschaft, die weit vor Eröffnung der VerSowjets, der Zentralregierung ein riesenhaftes Bauprojeft unter- fammlung den weiten Raum dicht an dicht füllte. Biele hundert breitet, dessen Kosten sich auf nicht weniger als auf 14 Millionen Einlaßbegehrende standen auf den Treppen, den Vorfluren und in dem Goldrubel beziffern. Es handelt sich dabei um den Plan, mitten Garten in lebhafter Diskussion. Dem Redner wurde es troß eines im Herzen der Stadt einen gewaltigen Palast der Arbeit" lauben, durchdringenden Organs von den vollkommen disziplinlosen aufzuführen, deffen zentrale Halle nicht weniger als 8000 Personen fommunistischen Krafeelern unerhört schwer gemacht und zu fassen vermag. Um diese Halle herum sind nach der Anordnung zeitweilig mußte die Rede unterbrochen werden, um die Ruhe miedes Bauplans vier weitere, wenn auch kleinere Hallen vorgesehen. derherzustellen. Tros dieser gemeinen Provokationen bewahrten die Der Turm des Gebäudes soll einer der höchsten, wenn nicht der mit ihrem Redner derart angegriffenen Massen eine musterhafte höchste der Welt werden. Der ursprüngliche Plan ist von dem Ordnung. Genosse Ecard wies cingangs darauf hin, daß der freie Präsidenten der Gesellschaft der Architekten, Schifchufiew, entworfen Handel zu jenen grotesten Erscheinungen geführt habe, die die Kohwerden. Die endgültigen Pläne sollen indessen aus einem inter- len um das 450fache, Tertilwaren 600- bis 700fache und Mähgarn nationalen Wettbewerb hervorgehen, zu dem die Architekten der sogar um das 1000fache des Friedenspreises gesteigert haben, wäh ganzen Welt aufgerufen werden und für den ansehnliche Preise rend aber die Einkommen vieler Arbeiter und Angestellten noch nicht In den Bororten hatten die angekündigten Versammlungen ausgesetzt sind. Um für das riefenhafte Gebäude, das eine Ober- einmal das 40fache des Friedenspreises erreicht haben. Es gibt aber gleichfalls einen außerordentlich starken Besuch. Unsere Genoffen fläche von 216 000 Quadratfuß bedecken wird, Raum zu schaffen, feine einzige Partci, die dem durch diese Zustände hervorgerufenen referierten mit denen der USB.. Die Versammlungen nahmen haben Arbeitslose bereits damit begonnen, das Continental- hotel, Elend restlos beikommen fann. Die Mittel, die dagegen eingesetzt einen ausgezeichneten Verlauf, der nur durch Kommunisten, wenn das Restaurant Tentowa und sechs Häuferblocks niederzulegen. Die werden sollen und müssen, fönnen immerhin zur Linderung der auch ohne Erfolg, bestritten wurde. Bauunternehmer müssen sich verpflichten, mit dem Bau nicht später Not beitragen, die ganz nur mit dem Kapitalismus selbst zu beginnen als im Frühjahr 1923. beseitigt werden kann. Gesteigert wird das Gend auch noch durch, die Tatsache, daß die Landwirtschaft nicht imstande ist, das deutsche Volk zu ernähren und daß infolgedessen erhebliche Mengen Getreide vom Ausland eingeführt werden müssen. In einer Konferenz mit dem Ernährungsminister wurde das Verbot der Herstellung von Lifören und Schokolade zur Ersparung von Zucker vorge schlagen. Von einer Rationierung der Kartoffeln will der Minister Senff Georgisustiger Abend findet Sonntag nicht im Schiller, sondern im Beethoven Saal 8 1hr statt. Die weiteren Abende Troski als Dramatiker. Aus Mostau wird gemeldet, daß Troßli ein Drama, Die beiden Welten" beendet habe, das demnächst in cinem Moskauer Theater zur Aufführung gelangen werde. find his Donnerstag täglich wiederum im Schiller- Saal. Ein banerisches Zeitungsverbot. Die Münchener Tageszeitung Das bayerische Vaterland" wurde wegen Beleidigung des Reichs fanglers auf drei Tage verboten. Das Bayerische Baterland" zählt zu den berüchtigten reaktionären Hezblättern vom Schlage des Miesbacher". Sozialdemokratische Zeitungen werden in Bayern auf erheblich längere Zeit verboten. 27 Gewerkschaftsbewegung erschien. Konferenz des Kartells der Gauleiter. Wir erhielten gestern einen am Nachmittag des letzten Donners: tag an uns zur Poft gegebenen Bericht über eine Konferenz des Kartells der Gauleiter aller freien Gewerkschaften für die Proving Brandenburg sowie der Ortsangestellten der einzelnen Berbände, der bereits in der Donnerstag- Morgenausgabe der Freiheit" Die am 10. September abgehaltene Konferenz befaßte sich zunächst mit der Sozialen Bauhütten- Genossenschaft. Nach einem Referat des Genossen Lüdemann wurde eine Entschließung gefaßt, in der die dringende Notwendigkeit anerkannt wird, die sozialen Bauhütten zu fördern, und zwar dadurch, daß die vermögenden Ortsverwaltungen für die Bauhüttenbewegung unverzüglich namhafte Summen zur Verfügung stellen sollen, oder, falls kein Ortskaffenbestand vorhanden ist, durch einen einmaligen Bei trag der Mitglieder in Höhe von 20 M., wozu die Hauptvorstände um Zustimmung ersucht werden sollten. Die so gesammelten Gelber sollen durch Vermittlung der Gauvorstände an den Bauhütten Betriebsverband Berlin- Brandenburg abgeführt werden. Was geht im besetzten Gebiet vor? ten von 1980 auf 3000 m. 63m. 3400 m. je odje aufgebeffert. Durch die Presse geht eine von der Berliner B.S.- Korrespondenz Beit von 1300 bis 1400 mt. auf 1900 bis 2160 bzw. 2000 bis 2260 M. Die Wochenlöhne der Frauen stiegen in der oben angegebenen verbreitete Nachricht über eine fommunistische Eisenbahnerbewegung, vor allem unter den Werkstättenarbeitern und dem Rangier- und ie Woche. Die Jugendlichen erhielten 52 Proz. Lohnzulage. Streckenpersonal, die vor allem in Südwestdeutschland und im be- Der Lohn der stundenweise beschäftigten Reine machefrauen fegten Gebiet um sich greifen soll. Das Reichsverkehrsministerium erhöhte sich für die ganze Zeit des Lohnabkommens von 22,50 auf hält, wie den PPN. auf Anfrage mitgeteilt wird, diese Meldung für 33 M. je Stunde. Alle übrigen Bezüge, wie Fahrerprovisionen, start übertrieben. Zwar ist dem Reichsverkehrsministerium bekannt, Entschädigung aus§ 616 des BGB. wurden entsprechend aufdaß kommunistische Agitatoren unter den Eisenbahnarbeitern an der gebessert. Das neue Lohnabkommen gilt als Sondervertrag Arbeit sind, besonders im besetzten Gebiet. Doch hegt man im Reichs- vom Manteltarifvertrag der gewerblichen Arbeitnehmer im Berliner verfehrsministerium das Bertrauen, daß diese Absicht der Kommu- Braugewerbe vom 26. April 1921 und läuft ohne Kündigung am niften scheitern werde. Wie überall, so ist den kommunistischen 27. September d. I. ab. Hetzern die Tätigkeit für ihre Agitation erleichtert durch die starke Die in den Betrieben der Verwertungsstelle der Reichss Entwertung der Mart und die damit verbundene Leuerung. monopolverwaltung für Branntmein beschäftigten Arbeiter Die Meldungen sind nach dem Sozialdemokratischen Parlaments- und Arbeiterinnen mußten, da bei den gegenseitigen Lohnverhanddienst nichts weiter als lebertreibungen. Der Wunsch sei der Vater lungen eine Einigung nicht erzielt werden konnte, den Schlichtungsder Gerüchte. Daß die Kommunisten gern die Münchener Tagung ausschuß anrufen. Durch Schiedsspruch vom 9. September des Deutschen Eisenbahnerverbandes die übrigens eben erst die d. J. wurden die Löhne der Spritarbeiter und-arbeiterinnen in fofortige Einleitung einer neuen Teuerungsaktion und die Reform nachstehender Weise erhöht: Für Gelernte vom 1. September bis der gegenwärtigen Lohn- und Gehaltspolitik für die deutschen Eisen- 14. September von 2010 auf 3140 m. und vom 15. September bis bahnarbeiter gefordert hat und die Abwesenheit eines Teils der 30. September auf 3540 m. je Woche; für Ungelernte im Funktionäre des Verbandes im Rheinlande benutzen möchten, um gleichen Beitabschnitt von 2600 auf 3130 m. bzw. 3530 M. je Woche. ein Feuerchen anzuzünden, ist nicht unbekannt. Die Herrschaften Die Löhne der Frauen wurden auf 80 Proz. der Männerlöhne liegen schon länger auf der Lauer und möchten gerade jeht mit Hilfe 2504 m. bzw. 2824 M. festgesetzt. Die übrigen Bezüge wurden einer gewissenlosen Hehe die Eisenbahnerbewegung den erprobten entsprechend aufgebessert. Dieses Lohnabkommen bildet einen Teil Führern aus den Händen reißen. Sie werden sich aber täuschen!" des Reichsmanteltarifvertrages für gewerbliche Arbeiter in der ,, Soll unser geistiges und politisches Leben nicht völlig ver- Die TU. meldet: In einer Reihe von Bahnhöfen Kölns find ört- Destillation, Spritfabrikation, Gärungsgewerbe und Getränkeflachen, muß neben der staatlichen Unterstüßung, die der gesamten liche Eisenbahnerstreits ausgebrochen. Die Verhandlungen mit der industrie vom 12. September 1921. Deutschen Preffe zuzuführen ist, die organisierte Arbeiter, Direttion find ergebnislos verlaufen. Es ist ein größerer Umfang Angestellten und Beamtenschaft zur Selbsthilfe des Streits zu erwarten.(!) Auch in Teilen Westfalens scheinen fich fchreiten, um die eigenen Zeitungsunternehmungen unter allen ähnliche Bewegungen anzufpinnen. Auch die Post wird anscheinend Umständen zu sichern. davon in Mitleidenschaft gezogen... 99 Zum zweiten Bunft der Tagesordnung: Parteipreffe" wurde nach den Ausführungen des Genossen 2. Krüger eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: Erweiterung der gesetzlichen Gehaltsgrenzen. Die Konferenz stellt einmütig fest, daß der gewerkschaftliche Kampf nicht mit Erfolg geführt werden tann ohne eine Presse, die die öffentliche Meinung im Sinne der Kämpfenden zu beeinflussen Die Afa- Verbände haben beim Reichsjustigministerium bean persucht. Sie ist weiter der Auffassung, daß Gewerkschaftsbewegung tragt, die Zuständigkeitsgrenge im Ge to erbe und auf. und Arbeiterpresse untrennbar miteinander verknüpft sind, daß eins mannsgericht für Angestellte von 100 000 m. auf 300 000 m. oder das andere die gestellten Aufgaben nicht zu lösen vermag. In zu erhöhen und die Berufungsgrenze von 5000 bezo. 6000 m. auf der Erkenntnis dieser Tatsache ersucht die Konferenz die Spitzen- 15 000 m. Für die im Handelsgefez bu borgesehenen organisationen der Gewerkschaften, folgende wichtige Forderungen Schußbestimmungen betr. Kündigung und Wettbewerbsverbot, wie alsbald praktisch werden zu lassen: für die in den§§ 188a und 188b G.-D. für technische Angestellte 1. Durch Ausschreibung eines außerordentlichen und Wertmeister enthaltenen Schutzbestimmungen sollen die Gehalts. Pflichtbeitrages der Arbeiterpresse Mittel zur Verfügung grenzen auf das Dreifache erhöht werden. zu stellen. Der Beitrag muß mindestens 20. M. pro Mitglied betragen. 2. Die örtlichen Verwaltungsstellen sowie Ortsausschüsse auf zufordern, mehr wie bisher den Inseratenteil der Presse zu benugen. 3. Die Mitglieder aufzufordern, Abonnenten der Arbeiterpreise zu werden. Die Konferenz verpflichtet sich, diese Forderungen im eigenen Bezirt zu verwirklichen, falls die Spißenorganisationen nicht umgehend den geäußerten Wünschen Rechnung tragen." Es ist erfreulich, daß man in Gewertschaftsfreisen der Not der Preise nicht mehr teilnahmlos gegenübersteht, sondern sie fördern will. Darum find insbesondere die unter 2 und 3 bezeichneten Mittel geeignet. " Lohndifferenzen im Großhandel. Die Technische Nothilfe im Eisenbahnbetriebe. Der unabhängige Reichstagsabgeordnete Künstler richtete unter dem 14. Juli an die Reichsregierung folgende Anfrage: 1. Wird der Unterricht an die Technische Nothilfe mit Zustimmung des Reichsverkehrsministeriums erteilt? 2. Billigt das Reichsverkehrsministerium die Tätigkeit von im Dienst des Reiches stehenden Beamten als Ausbildungsperional für die Technische Nothilfe? 3. Ist die Reichsregierung bereit, den Unterricht an die Technische Nothilfe zu verbieten?" Der Reichsverkehrsminister hat nunmehr geantwortet, die Erfahrungen beim legten Eisenbahnerstreit hätten gezeigt, daß dem Bersuch einer Stillegung des Eisenbahnbetriebs durch vorbeugende Maßnahmen entgegengewirkt werden müsse. Er halte es für seine Pflicht, in diesem Sinne Borberei Seit Mitte August drängt der Deutsche Transport- tungen zu treffen. Die Fragen 1 und 2 hat der Minister mit„ Ja“ Frage 3 mit„ Mein" beantwortet. arbeiter Verband auf zeitentsprechende Löhne im Han= Es sollen also weiterhin Angehörige der Technischen Nothilfe in belsgewerbe. In den dem Groß- Berliner Arbeitergeber- den Betrieben der Reichseisenbahn ausgebildet werden. Berband des Großhandels angeschlossenen Branchen: Chemifalien, Mineralöle und Fette, Glas und Keramit, Tegtilmaren, Lederwirtschaft, Der Wiener Buchdruckerstreik beendet. Itmetall, Samen und Kolonialwaren werden heute noch Löhne Wien, 15. September.( Eigener Drahtbericht.) Der BuchdruckerDon 1400 bis 1650 m pro Woche den verheireteten männlichen streit ist gestern abend mit einem zufriedenstellenden Erfolg der ArArbeitskräften mit versorgungspflichtigen Kindern gezahlt. Ber- beiter beendet worden. Die Solidarität der Gesamtarbeiterschaft, handlungen im Anfang voriger Woche führten zu keinem zufrieden die wöchentlich einen Stundenlohn für die nicht allzu zahlreichen stellenden Resultat; recht bescheidene Mindestforderungen wurden Buchdrucker opferte und das alleinige Erscheinen der Arbeitermit nichtssagenden Schreiben furzerhand abgelehnt. Mitte Sep: Beitung" feit zwei Tagen hatten die Unternehmer nachgiebig getember erklärt dieser Arbeitgeberverband ganz lakonisch: Ruft macht, Alle Zeitungen erscheinen wieder. den Schlichtungsausschuß an". Bei dem schlechten Strafen in der Arbeitsordnung. Willen tiefer Organisation fann die Arbeiterschaft ruhig weiter Infolge eines technischen Bersehers ist diese Abhandlung in hungern. Die Branchen des Handelsgewerbes, die ihre Preise der Donnerstag- Atenbausgabe im Borwärts" leider verstümmelt täglich in ungeheuerlichem Maße erhöhen, fiehe Schuh- und erschienen Da es sich um eine Angelegenheit von wesentlicher all- Lederwaren, Tertilien aller Art fie fönnen angeblich ihren Angemeiner Bedeutung hondelt, geben wir die Darlegung noch einmal gestellten nicht einmal so viel an Wochenlohn bezahlen, wie fie für in der richtigen Form wieder. einen Stiefel, für einen halben Meter Stoff erhalten, um den Seit dem Infrafttreten des Betriebsrätegesetzes herrscht in felben das nadte Leben zu sichern. Heute mittag 1 Uhr Theorie und Praris des Arbeitsrechts ein lebhafter Meinungstampf demonstriert das gewerbliche Personal obenbezeichneter Branchen um die Auslegung des§ 80 2b. 2 BR G., demzufolge die in in einer durch Säulenanschlag bekanntgegebenen öffentlichen Protest§ 134b 3iff. 4 der Gewerbeordnung vorgesehene Festseßung von versammlung auf dem neuen Markt, Kaiser- Wilhelm- Straße, Strafen durch den Arbeitgeber gemeinschaftlich mit dem Gruppengegen die Hungerlöhne im Handelsgewerbe. rat, mangels Einigung beiber durch den Schlichtungsaus- Die Arbeiterschaft ist nicht länger willens, sich eine derartige Beschuß zu erfolgen hat. Die Pragis der Schlichtungsausschüsse, die, handlung vom Arbeitgeber- Verband gefallen zu laffen. Sie ist wie ausdrücklich bemerkt sei, zur Entscheidung diefer reinen Rechts- es sich und ihren Familien schuldig, um den drohenden Hungerfrage regelmäßig unzuständig find, aber von den Beteiligten in zahl typhus abzuwehren, mit allen Mitteln für menschenwürdige Löhne reichen Fällen angerufen worden und in Tätigkeit getreten sind, fich im Gegensatz zu der( abgesehen von der Literatur aus dem zu forgen. Sie demonstriert gegen den schleppenden Gang der Arbeitgeberlager) faft ausnahmslosen Ansicht der wissenschaftlichen heute mittag die Arbeitsstellen so zeitig verlaffen, daß sie in ge Verhandlungen. Es ist daher zu erwarten, daß alle Berufsangehörigen Bearbeiter des Arbeitsrechts in den meisten Fällen auf einen den fchloffenen Zügen vollzählig und pünktlich um 1 Uhr an der Kund. Arbeitnehmern ungünstigen Standpunkt gestellt, daß nämlich§ 80 Abs. 2 fich nicht auf die Einzelstraffeftfehung beziehe, obwohl, wie gebung teilnehmen. bas Reichsarbeitsministerium und das Preußische Handelsministe Hans Bäumler gefforben. In Magdeburg verstarb am 12. Seprium betont haben, der zweite Abfaz des§ 80 dann vollkommen tember Genosse Hans Bäumler Lübeck an einem Lungenleiden, überflüssig gewesen wäre, weil die Mitwirkung bei der Aufstellung der Strafbestimmung im allgemeinen bereits durch§ 80 Abs. 1 vor- In einer gut besuchten Bersammlung am Donnerstag in den das er fich durch die Unterernährung fast dreijähriger Kriegs. Bäumier war besonders geschrieben ist. Arminhallen nahmen die Mitglieder der Branchenseftion des Beklei. gefangenschaft zugezogen hatte. Eine besondere Stärkung erfuhr die Ansicht der Schlichtungs- dungsarbeiterverbandes zu dem Lohnangebot der Unternehmer Stel- durch seine Kriegsbriefe bekannt geworden, die seinerzeit die Runde durch die Parteipresse machten. Auch der Vorwärts" und die ausschüsse und der Arbeitgeber durch ein Urteil des sächsi- lung. Für die Zeit vom 1. bis 15. September war eine Lohnzulage" Blode" brachten Beiträge von dem jungen Genossen, der nur ein fchen Oberverwaltungsgerichts vom 25. Mai 1921, das von 75 Proz. gefordert. Bei der Verhandlung am 8. September 2ffter von 31 Jahren erreichte. Nach Rückkehr aus englischer Ge von der Unternehmerpresse überall verbreitet worden ist. Einen boten die Arbeitgebervertreter 14% bis 21 Pro3., Ueberblick über den Stand der Etreitfrage gibt Flatom in seinem was die Vertreter der Arbeiter ablehnten. Damit waren die Ber- fangenschaft vertraute man ihm die Leitung der ErwerbsbeschränktenKommentar zum BRG. 10. Aufl.§ 80 Anm. 2, sowie in einem handlungen gescheitert, zumal die Unternehmervertreter ausdrücklich fürsorge in Lübed an, wo er Hervorragendes geleistet hat. Spezialauffag in der" Neuen Zeitschrift für Arbeitsrecht", 1. Jahr erklärten, sie hätten zu höheren Zugeständnissen kein Mandat. prächtiger Mensch, voll Energie und Willenstraft, der für unsere gang, Heft 9/10, Ep. 433 ff. Den vom Reichsarbeitsministerium Wie diese Behauptung mit der Tatsache in Einklang zu bringen Partei noch zu großen Hoffnungen berechtigte, ist mit ihm dahinvertretenen Standpunft haben nun fürzlich zwei Gerichte gebilligt, ist, daß am nächsten Tage an die Mitglieder des Berbantes gegangen. indem sie der Klage von Arbeitern stattgaben, denen eine ohne Mit der Berliner Damenwäschebranche ein 3irtular verschickt wurde wirkung des Gruppenrats festgesetzte Geldstrafe vom Lohn abge- mit der Anmeifung, für die laufende Lohnwoche eine Zulage zogen worden war und die nunmehr auf Rückzahlung des abge- Don 33% Pro3. zu zahlen, ist unerfindlich. zogenen Betrages flagten. Das eine Urteil ist vom Amtsgericht Am 13. September wurde erneut verhandelt und nun boten Rathenow unter dem 15. Juni 1922 ergangen und in Nr. 10 die Unternehmervertreter 33% Broz. Auch das mußten die Arbeiter. " hat Heraus zum Proteft! Niemand darf fehlen! arbeiterverbandes, vom 9. September 1922, Seite 75, veröffentlicht, fchuß anrufen. Aus der Damenwäschebranche. bes„ Betriebsrats", Beilage des Proletarier", Organ des Fabrik- vertreter als zu gering ablehnen und den Schligtungsaus: das andere Urteil ist vom Landgericht Dortmund am Nach eingehender Disfuffion beschloß die Bersammlung, an der 19. Juni 1922 gefällt, nachdem das Berggewerbegericht sich in erster Forderung von 75 Broz. festzuhalten und die Lohnkommission zu be Inftans ben Standpunkt der Arbeitgeberfeite zu eigen gemacht auftragen, diese Forderung mit allen Mitteln zu verfechten. Für die hatte. Das landgerichtliche Urteil, das noch nicht veröffentlicht ist, zweite Septemberhälfta follen weitere 25 Bros. Bulage geforbert betont mit aller Entschiebenheit, unter Bezugnahme auf die aus werden. führlichen Darlegungen Flatows" in der Neuen Zeitschrift für Arbeiterrecht", daß§ 80 2lbs. 2 nicht anders als im Sinne der Mit- Lohnbewegung der Brauerei und Spritarbeiter. wirfung des Gruppenrats bei der Einzelstraffeftfegung ausgelegt Die im Berband der Lebensmittel und Getränfearbeiter werden könne, daß dies allein der Entstehungsgeschichte, dem Zweck Deutschlands( früher Verband der Brauerei und Mühlenarbeiter), und sozialen Gedanken" des Betriebsrätegejeges entspricht und daß Ortsverein Berlin, organisierten Brauereiarbeiter haben am infolgedessen die ohne die Mitwirkung der Betriebsvertretung fest- 9. September eine Lohnbewegung beendet. Der Lohn der Ge. gefeßte Strafe nicht rechtsgültig, der Lohnabzug also zu Unrecht lernten wurde ab 31. August 1922 pon 2010 auf 3050 M. und erfolgt ist, und die Rückzahlung des Lohnes stattzufinden habe. Die vom 14.- 27. September auf 3450 M. je Woche erhöht. Der Lohn Arbeiterschaft tut gut, für eine Berbreitung dieser beiden Urteile des Fahrpersonals wurde in dem gleichen Zeitraum von Sorge zu tragen. 1925 auf 3025 m. bzw. 3425 m. und der Lohn der Ungelern Weinbrand Bei der Städtebahn in Brandenburg wurde Donnerstag früh die Arbeit eingestellt. Es handelt sich um etwa 400 Arbeiter. Diese hatten noch Stundenlöhne von 22 bis 28,10 m., wozu jetzt ein Zufchlag von 65 Broz. fommen sollte. Da die neuen Löhne noch bis zu 15 M. pro Stunde hinter denen der Industrie zurückbleiben und örtliche Sonderverhandlungen erfolglos blieben, fam es zum Streit. Der franzöfifche Nationalverband der Eisenbahner hat gegen das neue Detret über den Achtstunden tag bei der Eisenbahn eine Brotesterflärung veröffentlicht. Dem Ministerrat wird darin das Recht abgesprochen, gegen die vom Parlament beschlossenen Ges feße über die Rechte der Arbeiter zu verstoßen. Sein Beschluß wird als eine Provokation aufgefaßt, und er wird für die Folgen des felben verantwortlich gemacht. Der Eisenbahnerverband fündigt den organisierten Widerstand an gegen den reaktionären Gewaltstreich, der ohne Beispiel in der Geschichte der Arbeiterschaft daftehe. Aus der Partei. Ein Verantwortlich für den redatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glade, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Gierau 1 Beilage. 60 d. 16. Café Zielka, Friedrich Heute, 10 Sept 4 Uhr Wiederbeginn Nachmittags- Vorstellungen im großen Konzertsaal bed freiem Eintritt. der beliebien Reservierter Platz 5. M. Ralfarmut 8 Körpers ist bie Ursache ver wächezustände Ralzan beugt vor! In Packungen von 90 und 45 Tabletten in Apotheken und Drogerien erhältlich. Aufklärende Broschüren fostenlos durch Johann A. 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