Nr. 440 39. Jahrgang Ausgabe Anr. 216 Bezugspreis: Für den Monat Geptember 200,- 2, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzia, Saar- und Memelgebiet, sowie Defterreich und Luzemburg 218,-, für das übrige Ausland 282,-. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart. England, Ekland. Finnland, Frankreich, Holland. Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz. Tschechoflowakei und Ungarn. Dez„ Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und ber Beilage Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 7 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareilezeile Toftet 40,-. Reklamezeile 180,- 2. Aleinenzeigen" das fettgedruckte Wort 12, M.( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jedes meitere Wort 10, M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 7,-, jedes weitere Wort 5,- Wt. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 15,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin G 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Hernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Sonntag, den 17. September 1922 Gesezwidrige Brotpreiserhöhung. Ein Schlag gegen die Regierungskoalition. Gegen den flaren Willen des Gesetzes und gegen den Widerstand der sozialistischen Mitglieder, die auf das Ungesetzliche des Beschlusses hinwiesen, hat gestern der zur Begut achtung der Preise für das Umlagegetreide gebildete Ausschuß eine Erhöhung der Preise für das abzuliefernde Brot getreide des ersten Umlagedrittels beschlossen. Das Umlage getreide foll auf das Bierfache verteuert werden. Es wäre eine Frage weniger Wochen, daß auch das Brot auf den vierfachen Preisstand gebracht wird. Der Entscheid, wer für das bisher gelieferte Getreide die Differenz zwischen dem alten und dem neuen Preis zahlt, die Frage also, ob die hier von den sonst so auf Sparsamteit bedachten bürgerlichen Vertretern den Agrariern zugebilligte Liebesgabe aus dem Säckel des Reiches oder dem der Verbraucher aufgebracht mird, steht noch ganz offen. Brotpreises würde diese Spanne noch größer, da erfahrungsgemäß eine Erhöhung des Brotpreises stets eine Erhöhung der gesamten Lebenshaltungstoften nach sich ziehe. Bei aller Anspannung ihrer Kräfte ist es den Bewertschaften nicht möglich, diese Spanne auszugleichen, abgesehen davon, daß diejenigen Verbraucher, die nicht einmal eine Gewerkschaftsorganisation haben( Sozialrentner, Kleinrentner, rentenlose Erwerbsunfähige und Armenrentner) der weiteren Brotpreiserhöhung vollkommen wehrlos gegenüberstehen und heute schon buchstäblich am Berhungern sind. Es ist aber auch eine Erhöhung des Umlagepreises fachlich nicht berechtigt. Angenommen selbst, daß der ursprünglich festgesetzte Preis die Produktionskosten des Umlagegetreides nicht deden sollte, so ist der Anteil des Umlagegetreides an der gesamten Getreideernte fo gering, daß die Landwirtschaft sehr wohl in der Lage ist, aus dem in den freien Handel kommenden größeren Teil der Getreideernte sowie allen übrigen Erzeugnissen den relativ geringen Ausfall deden zu können. Sofern dabei einzelne Land wirte, die im Berhältnis mehr Getreide als andere gebaut haben, eine größere Einbuße erleiden sollten, dürfte es der Landwirt schaft bei ihrer vorzüglichen Organisation leicht fein, hier nach den Grundfäßen der Solidarität einen Ausgleich aus eigenen Kräf ten zu schaffen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Sandregpedition u. InseratenAbteilung: Dönhoff 2506- 2507 Parteitag der Einigung. Bon Friedrich Stampfer. Was immer der heute beginnende Augsburger Parteitag an politischen Debatten bringen mag, sein Antlig ist durch die Ereignisse der letzten Zeit vorausbestimmt, schon heute dürfen wir ihn als den Parteitag der Einigung feiern. In dem Augenblick, in dem die beiden seit sechs Jahren getrennten Arme der deutschen politischen Arbeiterbewegung wieder in ein gemeinsames Strombett zusammenfließen, ist es wahrlich nicht Beit, Erörterungen darüber anzustellen, wer zu dem glücklichen Werk das meiste beigetragen hat. Aber immerhin darf gesagt werden, daß unsere Partei in den Jahren des Bruderzwistes das hohe Ziel der Einigung niemals aus dem Auge verloren, daß sie sich stets zu ihm bekannt hat. Dafür legen die Protokolle vergangener Parteitage beredtes Zeugnis ab. Der Augsburger Parteitag wird zweifellos nahezu einstimmig, wenn nicht einstimmig, das Attionsprogramm ber Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands annehmen und die Beschickung des Nürnberger Cinigungstags beschließen. Gewiß wird es Meinungsverfchiedenheiten darüber geben, ob das Aktionsprogramm in. diesem oder in jenem Bunkt ganz glücklich formuliert ist; über sie wird aber vernünftigerweise in der zu bildenden Kommission für das neue Parteiprogramm, nicht auf dem Parteitag zu sprechen sein. Das Gothaer Einigungsprogramm war zweifellos theoretisch anfechtbarer als dieses Attionsprogramm; dennoch hat es seine historische Mission, die Brücke zur Einigung zu bilden, erfüllt; auch die berechtigten wissenfchaftlichen Einwände von Marg und Engels haben daran nichts geändert. Die Stellung der sozialistischen Vertreter im Ausschuß war klar und eindeutig. Mit der Korrektur des Preises für das erste Drittel des Umlagegetreides hat sich der lediglich zu Borschlägen der Preise für das zweite und dritte Drittel der Umlage gebildete Ausschuß eine Befugnis angemaßt, die er rechtlich nicht besitzt. Die sozialistischen Bertreter Haben deswegen jede Mitwirkung an diesem Beschluß verweigert. Das Reichsernährungsministerium, das zur Herbeiführung des Ein badischer Landwirt erklärte offen, daß man dort Beschlusses beigetragen hat, setzt sich mit dem Reichsgeseh bis zur neuen Preisregelung mit der Ablieferung zurückhalte. zum zweiten Male in widerspruch, wenn es den Be Nur bei wesentlicher Erhöhung der Preise, die sich ständig den schluß ausführt. Die Haltung unserer Parteigenossen, die Marktpreisen anpassen müssen, werde man die Umlage erfüllen. gegen die Erhöhung schärfsten Protest einlegten, zeigt, daß die Demgegenüber warf Gen. Käppler die Frage auf, ob die Landwirte Partei freie hand für ihr Verhalten haben will, wenn der bei einem Rüdgang der freien Preise auch verlangen würden, Reichsernährungsminister auf einem Beschluß verharrt, der daß die Umlagepreise erniedrigt würden. Die Erhöhung der nur mit Hilfe der außerhalb der Regierung stehenden Bar Preise für das erste Drittel müſſe eine innerpolitische Krije hervor teien eine parlamentarische Mehrheit finden kann. Der Partei. rufen, für die die beiden fozialistischen Parteien die Berantwortung den Anhängern des Görlizer Programms feine tag wird aus dieser Sachlage seine Schlüsse ziehen und sich wohl vor allem die Frage vorlegen, ob es angesichts einer folchen„ Koalitionspolitit" noch möglich ist, die Umtriebe der erstarkenden Privatwirtschaft mit dem Namen und dem Ansehen der Partei im Reichskabinett zu decken. fosten, feineswegs verschenken die Landwirte etwas. Die Gestehungskosten der neuen Ernte haben mit dem je zigen Preis nichts zu tun. Erhöhung der Umlagepreise bewirte automatisch Erhöhung der Kartoffelpreise, da diese sich nach den Getreidepreisen richten. Gegenüber den Drohungen der Landwirte mit Besonders auffällig erscheint, daß eine sofortige Erhöhung Durchführung des Gesetzes, das die geldliche Erfazleistung der Berweigerung der Ablieferung fordere er vom Minister stritte des Preises für das erste Umlagedrittel erfolgen foll, ohne daß vorfehe. der Reichstag gehört ist und Stellung genommen hat. Eine In der meiteren Debatte wendete sich Bästlein( Konsumvereine) Auszahlung von Breifen, die ein Gutachterausschuß bewilligt" gegen eine Entscheidung des Ausschusses, zu der er nicht berechtigt hat, durch eine Reichsbehörde auf Anweisung eines Ministe- fei; der Reichstag habe den Preis feftaefeßt, nur er fömme ihn riums berührt nach unserer Auffassung die Frage der Minister- ändern. Die Vertreter Preußens und Bayerns fprachen fich verantwortlichkeit. für eine wesentliche Erhöhung der Breise des ersten Drittels aus, die Bertreter von Hamburg und Medienburg nur für eine mäßige, die aber auch nur durch den Reichstag vorgenommen werden könne. Die gesezwidrige Ueberhöhung der Preise für das erste Drittel des Umlagegetreides würde eine Liebesgabe von etwa fiebzehn Milliarden betragen! Die Ausschußfihung. Nach einer Baufe, in der die agrarischen Mitglieder unter sich tagten, brachte Schiele( Dnat.) den Antrag ein, die Umlagepreise enfprechend den Inderziffern für Auguft. September und Ottober feitaufeßen, außerdem aber den Ernteausfall bes laufenden Wirtschaftsjahres zu berücksichtigen. Dieser Antrag be deutet eine Bervierfadung des vom Gesekgeber für das erste Drittel festgesetzten Brelses. Bor der Abstimmung erklärte Genoffe Fellisch zugleich im Namen von Bästlein, Herz, Käppler und Knoll, daß fie fich an der Abstimmung nicht beteiligen werden, um sich nicht gefehwidrigen Handlung Den am gestrigen Sonnabend zusammengetretenen Ausschuß, der im Umlagegesez zur Festsetzung der Preise für Umlagegetreide vorgesehen ist, und der aus je 5 Bertretern des Reichstags, des vorgesehen ist, und der aus je 5 Bertretern des Reichstags, des Reichsrats, der Verbraucher und der Landwirte besteht, bat Reichs ernährungsminister Fehr um Stellungnahme zu der Erhöhung der Preise für das erste Drittel; fie fei notwendig, da die Geldentwer tung die Preise für freies Getreide gewaltig gesteigert habe und bei den niedrigen Umlagepreisen die Ablieferung ftode. Sie betrage bis zum 15. September nur 110 000 Tonnen gegenüber bem Bierfachen im Vorjahre. Er beabsichtige nach entsprechen zu beteiligen. Sie feien auch gezwungen, jebe Berantwortung für der Entscheidung des Ausschusses die Reichsgetreideftelle anzuweisen, die Folgen eines bejahenden Beschlusses abzulehnen. die erhöhten Beträge zu zahlen und wolle die Zustimmung des Die Abstimmung ergab die Annahme des Antrags Schiele Die Abstimmung ergab die Annahme des Antrags Schiele Reichstages nachträglich einholen. mit 11 gegen 3 Stimmen, bei Enthaltung der sozialistischen Mit glieder und des Deutſchnationalen v. Oppen, ber sich selbst gegen biefen Beschluß die Opposition des Reichslandbundes offenhalten an einer Die Opposition in der Unabhängigen Sozialdemokratie hat sich auf einen Satz gestürzt, der hier im„ Borwärts" stand und in dem gesagt war, das Einigungsprogramm fordere von Breisgabe ihrer Ueberzeugungen. Als ob das nicht das selbstverständlichste Ding von der Welt wäre. Eine Preisgabe ihrer Ueberzeugungen wird weder von der einen Seite, noch von der anderen gefordert. Aber über diese fortbestehenden Meinungsverschiedenheiten die Masse des arbeitenden Volkes die Einigung eine Frage wird die eine gemeinsame Ueberzeugung gefeßt, daß für auf Tod und Leben ist und daß darum die Schaffung einer attionsfähigen höheren Einheit nicht länger aufgeschoben werden darf. Die Kommunisten weisen jetzt täglich auf die Beränderungen hin, die sich in den Auffassungen der beiden sozialdemokratischen Parteien, besonders der Unabhängigen, in den legten Jahren vollzogen haben. Es ist aber gar feine Schande, aus den Erfahrungen zu lernen; auch die Kommunisten haben aus ihnen gelernt, wenn auch noch in durchaus unzureichendem Maße. Wie lange ist es her, daß sie jede Beteiligung an öffentlichen Wahlen für eine Judastat an der Arbeitertlaffe und für ein Battieren mit der bürgerlichen Gesellschaftsord nung erklärten. Heute sind sie selber eine Wahlpartei geworden und schlagen vor Begeisterung Burzelbäume, wenn es ihnen gelingt, den sozialdemokratischen Parteien ein paar Arbeiterwähler wegzufangen. Das ist nur ein Symptom dafür, daß ihre theoretische Grundeinstellung ins Banten geraten ist, daß sie an eine Ausweitung der russischen Revolution zur Weltrevolution, an einen nahen plöglichen Einsturz der ganzen tapitalistischen Wirtschaftsordnung nicht mehr glauben. Aus dieser inneren Berriffenheit erklärt sich die abscheuliche unwahrhaftigkeit und Heimtücke ihrer Kampfes weise. Selbst die der Einigung widerstrebende Opposition bei den Unabhängigen gibt zu, daß heute ein Zusammenschluß mit den Kommunisten unmöglich ist. Sächsischer Wirtschaftsminister Gen. Fellisch protestierte gegen bieses Verfahren. Der Ausschuß habe keinerlei Recht, über die Preise des ersten Drittels zu sprechen. Der Gesetzgeber habe sie will! festgesetzt und dem Ausschuß nur begutachtende Tätigkeit für die Defto notwendiger ist es, das mögliche nicht zu verPreise des zweiten und dritten Drittels zugewiesen. Auch fach- Augsburg, 16. Sept.( Elg. Drahtbericht.) Die Nachricht von fäumen. Die Möglichkeiten eines festen Zusammenschlusses lich sei eine Erhöhung für das erste Drittel nicht berechtigt. Die dem gefehwidrigen Verfuch, eine Erhöhung des Preises für das erste der gesamten Arbeiterbewegung sind mit der bevorstehenden fächsische Regierung habe sich deshalb mit aller Entschiedenheit gegen Drittel des Umlagegetreides durchzusehen, hat bei den Parteitags- Einigung der beiden sozialdemokratischen Parteien nicht ereine Breiserhöhung für das erste Drittel ausgesprochen. Nachdem die Abgg. Cuno( D. Bp.), und Schiele( Dnat.) delegierten, soweit sie in Augsburg schon eingetroffen find, und schöpft. Klarer als bisher muß es in das Bewußtsein aller sowie der Agrarier v. Oppen den Standpunkt vertreten hatten, beim Parteiausschuß helle Empörung ausgelöst. Man treten, daß die politische, die gewerkschaftliche daß die Landwirte auch für das erste Drittel ihrer Ablieferung die sieht in dem Beschluß des Preisausschusses einen bewußten und die genossenschaftliche Bewegung drei Aeste des Marktpreise mit einem kleinen Abschlag haben müßten, Borstoß gegen die derzeitige Koalition im Reiche. Es wird als gleichen Stammes find. In dieser Beziehung können die Lohnerklärte Gen. Hertz( USP.): Die Absicht des Ernährungsminifte felbft verständlich betrachtet, daß der Parteitag zu diesem und Gehaltsempfänger noch viel von ihren sozialen Gegnern, riums, die Preise für das erste Drittel aus eigener Machtvollkommen Verhalten des Ernährungsministers Stellung nimmt. heit zu ändern, verstoße gegen das Gesez. Sie sei für die fozialistischen Parteien wirtschaftlich und politisch untragbar. Werde trotzdem eine Erhöhung der Preise für das erste Drittel beschloffen, fo milffe das Der Hermes Prozeß vor der Straflammer. Wie erinnerlich, hatte die Straffammer die Straffache gegen den verantwortlichen Redakteur der Freiheit" Hensel wegen Beleidigung des Reichs finanzministers Hermes an den Staatsgerichtshof zur Entscheidung gegeben, ob der Fall vor sein Forum gehöre, da es sich um einen Angriff gegen ein Mitglied der Regierung handele. Der Staatsgerichtshof hat nunmehr die Sache an die Straflammer zurüd perwiefen und der Prozeß gegen Hensel wird am. 16. Oftober in Moabit feinen Anfang nehmen. den Unternehmern, lernen. Sie sehen, mit welcher Rraft sich das Kapital hinter jene Barteien stellt, von denen es eine Förderung seiner Pläne erwartet. Das Kapital erkennt ganz richtig, daß die Parteien und die Breffe die eigentlichen Fatteren des politischen Handelns find. Sie, someit sie ihm augänglich sind, zu seinen Instrumenten zu machen und damit den Klassenkampf um die politische Macht in feinem Sinne zu entscheiden, ist sein unablässiges Bemühen. Ungeheure Mittel werden zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt. Soll sich der Satz des Görlitzer Programms bewahrheiten, die kommunistische Zersplitterung nachdrücklich bekämpft, ſonebenbürtiger Gegner entstanden ist, so muß nicht nur bern auch etn engeras Sufammenwirten milfchen bem men von entscheidender polifischer Bedeutung für die fünffige Stellung der sozialistischen Bartelen zur Regierung fein. Für den ADGB gab Gen. Knoll folgende Erklärung ab: Die Erhöhung des Brotpreises, die eintreten müßte, wenn der Preis für das Umlagegetreide erhöht wird, ist eine außerordentlich große Gefahr sowohl für die Ernährung der breitesten Boltsmassen, nover hat die Niederdeutsche Zeitung" für die Proving Hannover Ein Zeitungsverbot in Hannover. Das Oberpräsidium Han für als auch innerpolitischer Art. Die Spanne zwischen dem Gintom auf acht Lage verboten. Das Berbot erfolgte auf Grund des Artikels daß dem Rapital in der modernen Arbeiterbewegung ein men der der haltung hat durch die Ereignisse der legten Wochen eine geradezu München, der seinerzeit zu der vom Staatsgerichtshof betätigten Der Sieger in London und Bayerns Haltung" von Josef Stolzingbebrohliche Geflalt angenommen, Duech sine Grhöhung des Beschlagnahme brie. schiedenen Zweigen der Arbeiterbewegung hergestellt werden. Die leidige Tatsache, daß es bisher zwei sozialdemokratische Die rote Woche in Bayern. " wir früher gefannt haben? Das, was im laufmännischen Leben den Ansporn gab, nämlich die Uebernahme eines Risitos, ist heute Ein Schutzgesetz für Karl den Großen. Parteien gab, hat dieses Zusammenwirken schwer behindert. SBD. Augsburg 16. Eeptember.( Eigener Drahtbericht.) im Zeitalter der Preiskartelle für den Lieferanten in dem Maße Die wiedervereinte Sozialdemokratie kann aber mit dem An- In der heufigen Sihung des Parteiausschusses berichtete Genosse ausgeschlossen, daß von einem wirklich freien Wettbewerb garnicht spruch hervortreten, die politische Vertretung aller jener werk- Wels ausführlich über die vom Parteivorstand mit der Zentral- mehr die Rede sein kann. Mehr und mehr werden die Ditätigen Schichten zu sein, die sich in Gewerkschaften und Ge- leifung der USP. gepflogenen Einigungs- Berhandlungen. Dem rettoren unserer Werte und unsere Kaufleute von dem Standpunkt nossenschaften wirtschaftlich zusammengeschlossen haben. Da- Bericht folgte eine eingehende Aussprache, in der sich völlige Ueber- des Kaufmanns herausgedrängt und lediglich zum Selbsttoftenbemit ergibt sich die Möglichkeit, das Verhältnis zwischen den einstimmung mit dem Verhalten des Parteivorstandes ergab rechner herabgewürdigt. Sofortige Bezahlung wird verlangt; es drei Zweigen der modernen Arbeiterbewegung noch enger Unser Augsburger Parteiblatt, die Schwäbische Boltszeitung", gibt meber ein Kaltulations, noch ein Absatz-, noch ein Kreditrisiko. als bisher zu gestalten und so wirklich eine Macht zu schaffen, widmet der morgigen Eröffnung des Parteitages eine fünstlerisch Die Folge aber ist die Stagnation der Wirtschaft und die private die ihren Gegnern heute gewachsen ist, morgen ihnen über- ausgestattete 24seitige Sondernummer, die neben der Begrüßung 3 wangswirtschaft an Stelle der staatlichen. legen sein wird. Dann wird auch der gesunde politische In- des Parteitages und anderen Beiträgen zahlreiche Artikel führender Dabei darf nicht vergessen werden, daß die rücksichtsstinkt den Massen der Arbeiter sagen, daß hier, wo mirt- Parteigenossen enthält. Reichstagspräsident Löbe schreibt über lofesten Vorfämpfer der privaten Zwangswirtschaft politisch liche Macht geschaffen wird, nicht Berzweiflungsstimmun- Sozialdemokratie und Republik" und sagt zum Schluß seines zur Deutschen Volkspartei zählen. Die Zeit" hat überdies gen und Illusionen gezüchtet werden, der Bunkt ist, von dem Artikels: vergeffen, ihrer Kritif hinzuzufügen, daß die staatliche Zwangsaus die Welt bewegt werden kann. Hier sind die starken ausbauen zum sozialistischen Boltsstaat. Das Tempo diefes Um- hatte, während die private Zwangswirtschaft ihre Forderungen Wir werden die demokratische Republit in organischer Arbeit wirtschaft die Preise drückte und das Allgemeinwohl im Auge Wurzeln deiner Kraft! Die geeinte Partei wird aber auch nicht vergessen dürfen, Arbeiterschaft wieder einig marschiert. Er wird aber erst wirklichen alles stellt. baues muß beschleunigt werden können, wenn das Gros der nach dem Dollar richtet und den persönlichen Vorteil über daß sie mehr ist als nur eine Interessenvertretung der In- Erfolg versprechen, wenn der Drud der fremden Gewalt dustriearbeiterschaft, daß ihr Herz und ihre Hilfe allen denen und der fremden Lasten von uns genommen ist, der heute jeden gehören, die Not leiden. So furchtbar der Drud der Teuerung fozialen und wirtschaftlichen Fortschritt erstidt. Deshalb ergeht auf den Arbeitern lastet, so darf doch nicht vergessen werden, unser Appell an die Arbeiter der Siegermächte, daß Ein charakteristischer pädagogischer Streit hat jetzt durch die daß es heute Schichten gibt, die glauben, die Arbeiter noch sich ihre Kraft mit der unfrigen vereinige zum Schutze der deutschen Entscheidung des Unterrichtsministers Dr. Boeliß sein Ende gebeneiden zu müssen. Jene soziale Erscheinung, die man Republik gegen die blutfangerische Tätigteit ihrer funden. Der sozialdemokratische Berliner Studienrat Dr. Erich unter dem Namen der Not der geistigen Arbeiter" fapitaliſtiſchen Klassen, die den Frieben der Welt gefährden, die witte hatte sich erlaubt, im Geschichtsunterricht das Berhalten zusammenfast, fft eine Angelegenheit, die feinen so nahe an antirepublikanischen Strömungen stärken und den Fortschritt zum Karls des Großen zu kritisieren, der die Sachsen zwangsweise zum Sozialismus hindern. Mit den inneren Feinden der deutschen geht wie uns, die wir Sozialisten find! Uns ziemt es, foziales Republik wird die deutsche Arbeiterklasse allein fertig werden. Zur Christentum befehrte. Die gewaltsame Bekehrung, so hatte Witte Mitgefühl zu bezeugen und zu betätigen auch an Schichten, die Abwehr ihrer Feinde unter den Militaristen und Kapitalisten der ausgeführt, widerspreche dem Wesen des Christentums und dem mir heute noch vielleicht in ihrer Mehrzahl zu unseren politi- Siegerstaaten bedarf fie der Hilfe ihrer Arbeitsbrüder in aller Welt. Willen Jefu, der die Berbreitung seiner Lehre durch das Wort und schen Gegnern zählen müssen. Sie für uns zu gewinnen st Hermann Müller schreitt unter dem Titel„ Warum nicht durch das Schwert gepredigt hat. Zur Erläuterung setzte Geunsere Aufgabe. Roalitionspolitif?" u. a.: nosse Witte dann auseinander, daß Karls Handlung ebenso wenig In allen Ländern sehen die Regierungen dem kommen- Ein Bergnügen ist das Regieren in Deutschland nach dem zu verteidigen sei wie die während des Krieges von annegionistischer Ben Winter mtt schwerer Sorge entgegen. Ueberall reden sich beispiellofen militärischen Zusammenbruch wahrhaftig nicht. Seite erhobene Forderung auf Einverleibung Belgiens in das die Gespenster der Teuerung und der Arbeitslosigkeit drohend Reinesfalls darf man parteiagitatorische Gesichtspunkte über die Deutsche Reich gegen den Willen der Bewohner. auf. Und während alle Welt weiß, daß Hilfe nicht zu erwarten Intereffen des Boltes ftellen, das fann fich die größte politliche Dadurch hatten sich zwei dem Deutsch nationalen ist, solange es nicht gelingt, an die Stelle der diplomatischen sein, je mehr die republikanischen Parteien auf die Regierung Ein- dem noch durch den Saz, daß die deutchen Fürsten oft das Blut Partei nicht leisten Die Republik wird um so besser geschügt Jugendbund angehörende Schülerinnen getränkt gefühlt, außer. Pfuscharbeit von Bersailles einen wirklichen Völkerfrieden zu fluß haben. Es ist deshalb hocherfreulich, daß nach der Ermordung dem noch durch den Saz, daß die deutchen Fürsten oft das Blut sezen, lohen lezte Gluten des Weltkriegs im nahen Osten, dem Rathenaus die Unabhängigen sich prinzipiell bereit ihrer Untertanen ehrgeizigen 3ielen gespfert hätten.( Gealten Brandherd Europas, wieder auf. erklärten, an einer Regierung mit bürgerlichen Parteien teil- noffe Witte hätte fogar ruhig fagen tönnen: dem gemeinsten In solcher Lage ist es der Starte allein, der nicht den zunehmen. 3war begreifen dle bürgerlichen Barteien die Be. Eigennus geopfert, wie die Berschacherung von Landeskindern Mut verliert. Wir sind start und haben die Zuvorsicht, daß deutung diefas Schrittes nicht, aber das will nichts heißen; denn als Kanonenfutter an England durch deutsche Fürsten beweist). Die uns aus der Einigung nicht nur national, sondern auch im Verlaufe der Geschichte haben diefe Parteien so vieles erst zu Folge war ein hochnotpeinliches Berfahren, wiewohl geschichtliche international neue Kräfte zuströmen werden. Weil die spät begriffen In Zukunft ist die Frage der Koalitions Kritik an dem Verhalten deutscher Fürsten selbst unter dem alten alte Internationale, im Jahre des Unheils 1914 nicht start ge- politit auch in Deutschland unter Sozialisten nicht mehr Gegen- System nicht gänzlich ausgeschloffen war, oder wie hat man danug war, die Geschicke der Welt zu meistern, find Flüche und fand grundsäglichen Streits, im Einzelfall wird vielmehr zu prüfen mals über den Rheinbund unterrichtet? Verwünschungen auf sie niedergehagelt. Aber statt aus ihrem nissen es den Interessen der Arbeiterkaffe entspricht, an der fein, ob zu einer bestimmten Zeit unter den gegebenen Verhält Auf alle Fälle mußte fich Witte wegen seines Bergleiches mit damaligen Bersagen den Schluß zu ziehen, daß sie stärker als politischen Verantwortung teilzunehmen oder nicht. Für die Be Belgien rechtfertigen. Er berief sich dabei auf Artikel 2 der je wieder aufgerichtet werden müsse, hat man merkwürdigerantwortung dieser Frage darf in jedem Falle nichts anderes ent- Reichsverfassung, wonach andere Gebiete in das Reich nur weise umgekehrt gefolgert, es sei nötig, sie in so viel Teile wie fcheidend fein, als das Interesse des um eine beffere Zukunft aufgenommen werden sollen, wenn es die Bevölkerung fraft des möglich zu zerschlagen. ringenden Proletariats. Selbstbestimmungsrechts begehrt. Vor allem aber beriet Die Ginigung der deutschen Sozialdemokratie wird nur Köln, 16. September.( Mtb.) Die Rheinische Zeitung" schreibt: fich Witte auf den Artikel 148 der Reichsverfassung, wonach der dann die erhofften Früchte tragen, wenn fie fich auch inter- Augsburg und Nürnberg sollen die Linien festlegen, auf denen Unterricht im Geiste der Bölterverföhnung zu erteilen ist. national auswirkt. Und in der Tat wirft sie die letzten wir uns von nun an zu bewegen haben. In Nürnberg werden Trotzdem fam das Provinzialschulfollegium dazu, dem Studienrat Schranken nieder, die zwischen der Zweiten Internationale wir uns zu gemeinsamen Marschkolonnen zusammenfinden. Sie Bitte feine Mißbilligung auszusprechen, weil er nach der und der Wiener Arbeitsgemeinschaft noch bestanden. Der un fommt reichlich spät, die Einigung, und vor drei Jahren wäre Auffassung des Provinzialschulkollegiums Politit" in den Unterheilvolle Zustand, daß deutsche und französische Sozialisten fie noch höher an Wert gewesen, aber es ist noch nicht zu spät. richt hineingetragen habe. um nur das wichtigste Beispiel hervorzuheben zwei ver- Noch ist alles zu retten, manches zu verhindern und viel zu er fchiedenen internationalen Gruppierungen angehörten, muß reichen. Boll Vertrauen blicken die Soziafiften aus aller Welt auf jezt ganz von selbst ein Ende finden. Auch hier erwarten wir die rote Woche in Bayern. Sie erwarten aus Augsburg als Folge der deutschen Einigung festeren Zusammenschluß und Nürnberg neue Antriebe und neue Kraft für die nationalen und vermehrte tionskraft. und internationalen Kämpfe der sozialistischen Maffen gegen die Herrschaft des Kapitals." -W Der Parteitag von Augsburg sieht so seine geschichtliche Aufgabe durch die Tatsachen selbst vorgeschrieben. Die Belt blickt auf ihn nicht mit der Frage, ob er sie Bfen wird, sondern wie er sie lösen wird. Es tann zwischen den beiden sozialdemokratischen Parteien nur noch einen letzten Wettstreit geben, nämlich den, welche von beiden die Einsicht in die Notwendigkeit der Einigung gefchloffener und würdiger in die Tat umsetzt. Möge der Geist der echten Kamerad schaft und Brüderlichkeit, der uns bisherige Rechtssozialisten" in allen schweren Zeiten zusammengehalten hat, nun Gesamtgut der geeinten Partei werden! = Die private Zwangswirtschaft. In immer weitere Kreise dringt die Erkenntnis, daß wir " 1 Auf die Beschwerde Mittes hat jeßt der Unterrichtsminister Dr. Boelig diese Entscheidung aufgehoben und festgestellt, daß Ser Artifel 148 der Reichsverfassung prattisch geltendes Recht ist, daß also einem Lehrer fein Borwurf daraus gemacht werden kann, wenn er im Sinne der Bölferversöhnung Unterricht erteilt. Wir erwarten hierauf Lobsuchtsausbrüche aller derer, die das Schutzgesetz für die Republik nicht heftig genug schmähen können, aber monarchistischen Schutz selbst noch bis hinauf zu Karl dem Großen verlangen! längst nicht mehr in der vielgepredigten freien Wirtschaft, tötet. Die Rebellen mußten flüchten, Panzerzugdeckung konnte fic Bei Sligo in 3rland wurde ein Rebellengeneral im Rampf gesondern in einer Kartell- und Synditatszwangswirtschaft rüd nicht vor schweren Berlusten bewahren; ihr Hauptquartier in Glenfichtslofeffer Art leben. So schreibt die volksparteiliche Beit": best wurde erbeutet. In Belfast verwundete eine Bombe drei Aber ist denn die Wirtschaft, die wir heute treiben, wirklich das Jdeal einer freien Wirtschaft? Wo ist denn der Raufmann frei in darunter Berteidigungspläne des( ermordeten) englischen Marschalls Bersonen. Der Ifterregierung fehlen Geheimpapiere, dem Bezug seiner Ware? Wo ist denn der freie Wettbewerb, den Wilson. Treppengeländer brüllt: Im zwanzigsten Rapitel werden Sie| Jahre 1920 bis 1922 zeigt, wieder einen Triumph für Bode. Est auch bezahlen?" Weshalb ich meinen Verleger schlachtete. den Helben einen neuen Weltfrieg anfangen laffen soll ich den grenzt ans Bunderbare, was er in dieser schlimmen Zeit, unter an Bon Tobias Bemberlein. Mein Berleger heißt Beitel Treppengeländer und stammt aus einem alten ostfriesischen Bauerngeschlecht. Auf der oberen Ber= längerung seines Rückgrates fißt eine Hornbrille. Wo der Schlips Wo der Schlips hängt, ist vorne. Seine Hände sind groß, behaart und gefprächig. Eines Tages fommt er auf mich zu geweßt, bringt sich ins Gleichgewicht und sagt:„ Herr Bemberlein, he sehen so aus, als wonten Sie einen Roman schreiben. Stimmf's?" Ich überlege, weiß von nichts und antworte:„ Einen Augenblic, ich werde mal fragen." Darauf gehe ich zum Fernsprecher, fäute bie Bemberfein- Berte an und laffe mich mit der Abteilung Unterbewußtsein" verbinden. Der Bescheid lautet dahin, daß noch nichts davon bekannt sei, aber die lyrische Abteilung lasse sich entsprechend umstellen, was fogar sehr erwünscht sei, da der Vorrat an Reimen fast vollständig aufgebraucht wurde. Treppengeländer ist hocherfreut und bestellt% Pfund Roman, 17 Meter lang, 4 Meter lichte Wette mit 130 Bolt Spannung und naivem Zweitatt, inthefive Verklärung Seelenabel für 8000 M.; lieferbar in 8 Tagen. Bong," jagte abgemacht. Wenn eine hemmang da zwischenkommt, haben Sie die Genrätsspale in acht Tagen." Was heißt Hemming?" Maschinenbruch infolge Mangels an Schmieröl oder so ctwas.... Oder in Derrutschter Banalifierungstompler...." ,, as ist denn das...?" Na Bemberlein: Herr, Sie wollen alfo das freie Schaffen des Rünfers unterbinden? Kriege ich den Borschuß oder nicht?" Treppengeländer( reckt sich hoch auf, fieht wie Friedrich ber Große bei Roßbach aus, schreit, daß die Haussagen pendeln): Große bei Roßbach aus, schreit, daß die Haussagen pendeln): 2e wwer duad üs Borschuß!" N Bemberlein( blaß werdend, noch bläffer werdend, vor But fächsisch sprechend):„ Gongdrremolnzjonäre Ganalje, ich laßdi dorch meine Vorarweidr erwärchx!" scheinend trostlosen Bedingungen, zuwege gebracht hat. Raufen fonnte er nicht, also machte er Tauschgeschäfte und wußte dankbare Händler und Mäzene zu Geschenten anzuregen. So wurde unter anderen ein schon wegen seines Stoffes Anbetung des Lammes" " J. S. hochinteressanter Schäuffelein erworben, ein Abschied der Apostel" von Altdorfer mit reizender landschaftlicher Umrahmung( Donaugegennd bei Regensburg), eine Schule" von Adrian Brouwer in hanebüchen derber Auffassung und zartester Farben Delikatesse, das Bildnis eines Sammlers" der Berlmerin Anna Treppengeländer: Lemmer... duad... us... Borschuß..." Dorothea Therbnsch( 1722-82), eine Rückkehr aus AegypBemberlein: Barbe, Freindchen!" ten" des aus Goethes Jugendgeschichte bekannten Malers Seefah abendliche Melancholie des Romanhelden in Mit einem Schlage stehen die Bemberlein- Werte still. Die und als besondere Seltenheiten Arbeiten von Norbert Grund Bahenhofer wird jäh unterbrochen, mitten in einem fulminanten sind unter den Gemälden durch eine niederländische Anbetung der einem lauschigen und den beiden 3id. Die heute sehr begehrten Primitiven Selbstgespräch. Ich ziehe mit zwanzig bis an die Bahngebiffe be- Könige" und eine oberbeutsche Maria am Spinnrocken"( beide um erste Stockwerk vor, doch stoßen wir dort auf eilig aufgeworfene, Kruzifige aus dem 12. und 14. Jahrhundert. Eine füddeutsche Holzwaffneten Getreuen vor das Verlagsgebäude. Wir bringen bis ins 1400) vertreten, unter den Blaftiten durch ein paar fleine metallene aber start bejezte Schüßengräben. Ich setiriere, um unnötige sfulptur Maria mit dem Rinde"( um 1520), die sich irgendwie über Blutopfer zu vermeiden, auf die Halbetage zurück, schicke jedoch einen die Alpen verirrt hatte, erhielt Bode bei seinem ersten Besuch lautet:„ Bor fünf Uhr abends nicht, außer wenn leberstunden.. Parlamentar mit der Aufforderung zur Kapitulation. Die Antwort Italiens nach dem Kriege von einem begeisterten Berehrer in Badun als Geschenk überreicht. An der Kunstpolitit des früheren GeneralIch stoße ein bei solchen Anlässen durchaus gerechtfertigtes Hah!" direktors unserer Museen haben wir mancherlei auszufezen, als aus und veranlasse mit Schaum vor dem Munde den Angriff. Wie Mehrer unseres Kunstbesitzes aber fönnen wir ihm nur Dank und Anrafend fnattern die Maschinengewehre des Berlags, unterbrochen erkennung gollen. vom dumpfen Betonieren( verfluchte Fremdwörter!) der Hand" Wenn ich Ihnen das ertüren soll, muß ich zweitausend Mark Die Innenräume eingedrungen, wo sich die Treppengeländerianer feiner großen Ausstattungsrevue heran. Es ist beste Tradition und granaten meiner Leute. Nach kurzer Zeit sind meine Braven in der Metropol- Revuen reicht unstreitig der von James Klein mit Komische Oper:„ Europa spricht davon!" An die großen Erfolge extra verlangen." Nee," meint Treppengeländer, mit Bildung will ich nichts zu hinter einer Massenauflage von Suttners Berdammte Pflicht doch dem modernen Geist angepaßt. Die 24 Bilder rollen in lebentun haben, machen Sie das mit meinem Leftor ab. An reservoir!" zur letzten Behr feßen. Zehn Minuten vor fünf erscheint die weiße diger Frische und Farbenpracht an dem entzückten Publikum vorWohlgemuit lasse ich mich in die Bolster meines Benzwagens Minuten später schon trifft ein Glückwunschtelegramm des Schuß nationale Ursprünglichkeit und bietet eine große Anzahl höchst wir. Flagge auf den Bücherwällen Bemberlein Triumphator! Wenige über. fallen und fahre in die Pemberlein- Weste. Lasse meine AbteilungsDer Tert von Karl Brettschneider hat viel interleiter ins Privatkontor fonimen und halte Vortrag:... der Roman verbandes Deutscher Schriftsteller( Dem fühnen Bortämpfer") ein. fungsvoller Bointen. Auch seine Gesangstere halten sich von der muß in acht Tagen fertig sein. Nötigenfalls legen wir Nachtschichten Treppengeländer wurde mir ausgeliefert. Man foll über Tote gewöhnlichen Eiapopeia- Seligkeit fern. Die vielen ausländischen cin und lassen die Stimmungszentrale mit Wechselstrom arbeiten. nichts Schlechtes sagen. Er starb wie ein Held mit den Worten: und inländischen Komponisten, die hier hereingezogen werden, verDie einzelnen Kapitel sind auf Rand zu nieten; der erotische Ein- Lewwer duad is Borsch..." Weiter fam er nicht, da war er mischt mit Einlagen von Bittor Holländer, Robert Stolz, Artur schlag muß unverfemmbar sein, also fein Yohimbin sparen! Der Stil fchon duad. Dieweil es ihm lewwer war. Des Menschen Wille ist Rebner, Frank Stafford u. a. geben dem Ganzen ein höchst anift rofa anzubonfeln; was das Psychologische anbetrifft, halte ich sein Bor... Pardon: Himmelreich. für geboten, die Sache so courths wie möglich anzumahlern. BerSein Nachfolger hat nicht mit der Wimper gezudt, sondern und lichen Operettentrivialität huldigt Die Ausstattung ist sehr natür regendes musikalisches Gewand, das nur hier und da der gewöhnstehen Sie: der Leser muß sich innerlich vollenden, ohne daß ihm überhaupt gezahlt; denn er ist jung verheiratet und will bestimmt lich, charakteristisch und von ganz wunderbarer Farbenpracht. Die dabei schlecht wird... Haben Sie mich verstanden?" Allgemeines älter werden. Das ist sein Glüc wenn ich nämlich wütend werde, Tänze von Alfred Jackson sind von feinstem Geschmack. Von den ,, Very well!" ist die Antwort. gehts leicht ins Dugend! vielen ausgezeichneten Darstellern, welche eine ganz erstklassige Aufführung zuwege brachten, seien besonders erwähnt: Bruno Raftner, Mar Landa, Ife Balzer Lichtenstein, Roja Felsegs, Albert Rugner, Margit Suchy, Mizzi Metel und Alfred Jadson. Arnold Ried er freut durch seine prachtvollen Couplets. Der feinen musikalischen Leitung Paul Hühns gebührt volles Lob. H. M. Drei Tage lang rauchen die Essen des weitgedehnten Literaturareals, fingen die Intuitionsmotoren ihr paltenfüllendes Lied, treifen die Schwungräder des hochgespannten Intellekts da tommt die Hemmung. Treppengeländers Berlagsboudoir, vormittags 10 Uhr. Handelnde Personen: a) der Verleger; b) Tobias Bemberlein, M. d. R.( Meister des Reimes). Spuren der Auseinandersehung sind im Zimmer fowie auf den Wangen des Verlegers deutlich wahrnehmbar. Treppengeländer: Wozu brauchten Sie Borschuß?" Pemberlein: Im zwölften Kapitel muß der Held heiraten. Und heiraten fostet heutzutage enormes Geld... Unfosten verstehen sich immer eriva!" Die Neuerwerbungen des Kaiser Friedrich- Museums find feit gestern im Umgang am Treppenabfaß des Obergeschoffes ausgestellt. Diese Ausstellungen waren in früheren Zeiten Triumphtage für Wilhelm Bode, in jenen Zeiten, da der geniale Enidecker verborgener oder verkannter Schäße wertvolle Runstwerte für wenige hundert Goldmart zu erstehen wußte. Diese Zeiten sind heute vorüber. Der Markt ist abgegraft und die Goldmark hat sich in Papier mart verwandelt, wenigstens für eine Museumsverwaltung, deren Ankaufsbudget seit dem Kriege nicht um einen Pfennig erhöht wurde. Trotzdem bedeutet die Ausstellung, die die Erwerbungen der Ingenieurbaufuust und Tiefbautechnik. Die Urania wird ihre ergänzen. In Lichtbildern und Filmaufnahmen wird an Dienstag im populärwissenschaftlichen Abende durch Vorträge über Ingenieurbautechnik Setiaal der Bau von Untergrundbabnen mit allen seinen Swierigteiten, der Herstellung der Baugrube, der Grundwasserabienlung, der Dichtung des Zunnels und die Interfahrung von Häusern und Flußläufex gezeigt werden. Nr. 440+ 39. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Europa und der Orient. In Europa werden wieder einmal die üblichen Grenet nachrichten aus Kleinasien verbreitet. Die Türfen werfen den Griechen vor, bei ihrem Rückzug die islamitische Beröfferung ausgeplündert und ermordet zu haben, die Griechen werfen den Türfen por, bei ihrem Siegesmarsch die felben Delikte an Christen verübt zu haben. Zu Tausenden eilen die flüchtenden Einwohner den Küstenstrichen zu. Man schäßt ihre Zahl zwischen hundert und fünfhundert. tausend. Sie übervölfern die Sammellager, von Hunger, Durst und Seuchen bedroht, niemand weiß, wieviel ihrer auf der Flucht umgekommen sind. Die flammende Dornenkrone all der bedeutendsten Hafenstädte des Orients in Asche gelegt hat. Auch hier dieses widerfinnige Doppelspiel: die Türken vermuten als Brandstifter armenische Verschwörer, die Griechen sprechen von einem türkischen Racheaft und Christenmezeleien. Indes verkommen die vom Unheil Betroffenen. Aber Hier helfend einzugreifen, wäre das, was frühere Zeiten Europa, zerrissen von einem vierjährigen blutigen Krieg, fcheint das Gefühl für die Vorgänge verloren zu haben, die fich im Orient abspielen. Die Mächte, die im Namen einer höheren Kultur nach Kleinafien gekommen sind, Mächte, die den Schutz des Christentums auf ihre Fahnen geschrieben haben, stehen sich voller Eifersucht im Orient gegenüber, und ihre Hauptforge ist die, wer von ihnen den maßgebenden Ein I uz in einem Lande haben soll, das um seine nationale Eristenz ringt. Gewiß, die Nachrichten über das furchtbare Elend dieses Landes dringen auch in ihre Presse. Aber ihr 3wed ist es weniger, zur Hilfe aufzurufen, als ein möglichst gerüttelt Maß von Schuld auf die in Kleinasien ringenden Parteien zu werfen, die doch nur den höheren Willen diefer Großmächte vollziehen. Sonntag, 17. September 1922 Die wundervollste Etraße in Italien ist die bei Rapallo. Sie daß es mit den politischen Händeln nicht das geringste zu tun Bisa mit dem schiefen Turm, Spezia mit der blauen Brust des haben wolle. Amerita hat auf der Konferenz von Washington Meeres, es ist immer das gleiche Erlebnis. Carara stieg auf int bewiesen, daß man auch ohne Waffen und Waffen- Abendgold, im Goldstaub der Sonne mit den Schneewänden des Befchrei eine Politit treiben kann, die den Notwendigkeiten lang burch fabelhaftes Land mit Strömen, Weingärten und fanften weißen Marmors. Einmal wanderte ich an der Bahnstrecke ent einer Großstaatenwirtschaft entgegenkommt. Es ist seither das Bergen, bis ein Berg die Bahn verschluckte. Im Tunnel überfiel heißeste Senrühen der europäischen Staatsmänner, diefe mich die Angst, feuchte mich an, im feinen doppelten Gehört stampste Grundfäße auch nach Europa zu verpflanzen. Vielleicht stünde ein Zug, angstgeschüttelt flog ich durch das schwarze Loch, schrie laut, es um Kleinasien und die wirtschaftspolitischen Interessen als mich das Licht wie ein Spiegel blendete. Das Stampfen des Europas in Kleinasien besser, wenn man auch hier dem ame- Buges war verrollt, er war nur donnernd durch meine Angst ge rikanischen Verfahren einen größeren Blag einräumte. Info- gangen. fern tönnten die Vereinigten Staaten mit ihrem Beispiel nützen, auch wenn sie aktiv in die Politit nicht eingreifen. Allerdings, wenn Friede im Orient herrschen soll, dann muß auch das neu erwachende Bolk der Osmanen das Schwert nicht minder schwer ist als die der Türken. Der unheimliche ohne der Armenier zu gebenten, deren Leibensgeschichte wist zwischen den Armeniern und Türfen ist lang und schwer. Der Haß und Unfriede vieler Jahrzehnte liegt zwischen ihnen aufgehäuft. Beide leben auf einem Raum nebeneinander, der nicht zu eng ist für beide Bölter. Das Osmanische Reich fteht vor einem neuen Abschnitt seiner Geschichte. Wie es diesen Grundsatz in feinem gelegeneren Augenblick auch feinem Freiheit und Recht für sich in Anspruch nimmt, tann es Nachbarn anbieten. Wichtiger noch als Friede und Freiheit nach außen sind Friede und Freiheit im Innern des Landes. Die alte Türkei ist nicht zum fleinften Teil an dem Miß geschid ihrer inneren Berwaltung zugrunde gegangen. Die neue Türkei wird auf die Dauer nicht emporblühen tönnen, wenn sie die Fehler der Bäter nicht gutzu machen versteht. An seinem Großmut ist noch kein Volk zugrunde gegangen. Heimkehr. Bon May Barthel. Bir standen am Arno und redeten das Blaue vom Himmel herunter. Die Blumen blühten, die Sonne schien, das alte Bagabundenblut begann zu braufen. Wir haßten die steinerne Stadt und schwärmten ins Freie. betamen von schönen Damen Konfetti ins Gesicht geworfen, waren Der Karneval war mit großem Getöse verrauscht. Auch wir verwirrt, die Welt stand auf dem Kopf, schöne Frauen, die mit Bettlern scherzten! Erst später tamen wir fluchend dahinter, daß sie unsere Lumpen für Masten gehalten hatten. Man hat sich in Europa allzu sehr daran gewöhnt, an die Politit nicht ethische Maßstäbe anzulegen, um diese Methoben noch als etwas Auffälliges zu betrachten. Aber vielleicht ist es Deutschland, dem der Krieg den Imperialis: mus aus dem Herzen geriffen hat, gestattet, die Verhältnisse mit anderen, menschlicheren Gefühlen zu verfolgen. Wir fennen das Flüchtlingselend aus eigenster bitte rer Erfahrung. Aus Elsaß- Lothringen, dem Saargebiet, Mit leerem Magen wird auch Florenz und der erzürnte David aus Westpreußen, Bosen und Oberschlesien tamen die Lands- Michelangelos langweilig, die Uffizien interessieren dich nicht mehr leute, ihrer Heimat und ihrer Habe beraubt, zu uns zurück. und da wanderst weiter deine Straße. Was du verschmähst, nimmst Aus dem östlichen Gebiet allein waren es mehr als fünf- bu dennoch mit, die weißen Marmorgötter, die fabelhaften Gemälde, hunderttausend Köpfe. Dazu tam der Hauptstrom jener die strenge Architektur der mittelalterlichen Stabt, es spiegelt sich Ruffen, die der Bolschemismus aus dem Lande trieb. Auch und baut sich auf in deiner Seele. Bir gingen auseinander, der jenem endlosen Zug der vor dem Hungergespenst Umber eine nach Bologna, der andere nach Rom, ich aber wanderte den Arno entlang über Bisa heimwärts. irrenden, dem der Bölfe und im vorigen Jahre nicht helfen zu können glaubte, stehen wir nicht fern. Es ist deshalb verständlich, menn wir zu den Ereignissen in Kleinasien eine andere Einstellung haben, als sie denen eigen ist, die nun einmal in die politische Verwirrung mit hineingezogen worden find. Bir tönnen nicht anflagen. Beder Griechen noch Türfen, die sich in ihrer Berbitterung ineinander fest. gebiffen haben. Solange die Osmanen in den Christen die Räuber ihrer Freiheit und ihrer nationalen Eristenz erbliden müssen, fann man von ihnen nicht Lämmerlanginut verlangen. Zumal das christliche Europa ihnen die Waffen gegen die Christen liefert. Eine Anklage zu erheben ist nicht möglich, so= lange die Großmächte Europas in Kleinasien den Machtkampf fortsegen, der Europa vor die letzten Tore des Elends geführt hat. Will man den Osmanen Frieden und Sanftmut predigen, fo muß man zunächst einmal Frieden im eigenen Hause schließen. Es scheint, daß sich die Regierungen Englands und Frankreichs dahin geeinigt haben, eine Orientkonferenz zusammenzurufen, auf der neben den Großmächten auch die Völker fitzen, um deren Haut es geht. Das ist zu begrüßen. Aber es scheint auch, daß an der Friedenstafel Bölter figen werden, von denen man nicht wußte, daß sich der Konflikt auf sie bezog: Rumänien und Jugoslawien. Oder aber, wenn das Baltanproblem als solches von neuem zur Beratung gelangen foll, weshalb fehlt dann Bulgarien an der Tafel der Balkanvölker, dem, wenn einem Bolt, die Freiheit auf dem Balkan zu danken ist? Wünscht man einen ehrlichen und dauerhaften Frieden im Orient oder ist auch die bevorstehende Konferenz nur eine Etappe in dem Machtkampf zwischen England und Frankreich? In Rom hatte ich auf der Ruppel der Peterskirche geftanden, in Neapel am Krater des Besuos. Als wir nach Neapel rein fuhren, schneckte ich zusammen. Diese Landschaft, dieses Stadtbild hatte ich fchon einmal erlebt. Ich entfann mich, die Landschaft und die Stadt stand mit holdseligem Gesicht in meinen Träumen, verflärte den Arbeitstag und stieg, ein feiner, blauer Hauch, aus dem Blute des Sehnsüchtigen, nahm Gestalt an und verweilte über der Wanderschaft und brach jezt hernieber und wurde wirklich. durch die Borstadt hin zum Besuv. Dörfer famen mit weißen In den nächsten Tagen wanderten wir in der Morgenfrühe marmorgöttern, die lieblich oder streng lächelten, fanfte Hügel wölbten sich, darüber die Kuppe des Besuvs wie ein Haupt, das in Bolluft erglüht und verdorrt". Wir stiegen an, über die Via Lava, die Straße aus Lava, die über ein erstarrtes Schlackenfeld führte. Aus dem toten Strom wuchs ein ausgebranntes Haus hoch, zerfnicht, unwichtig, Menschen Blumen, Gräfern, Bäumen, Bein, Räfern, mert, es ist alles eitel. Dann tam wieder lebendige Erde mit hörte das Leben auf, der Berg drohte unerbittlich und falt. Bon Mit einem Schlag seinen Flanten wälzte erstarrte Lava, rann Asche, rollte Geröll. Dann lagen wir am Kraterrand, atemlos, herzklopfend, veräschert, vor uns die riesige Wunde im Berg, den Krater. Der Sturm fegte den Abgrund rein, man sah den Krater im Krater. Dämpfe brodelten, weiß, violett, phosphorn. Die starren Lava ströme floffen unbeweglich in die Liefe. Dumpfe Erstarrung, Symphonie des heranbrechenden Unheils. wälzen sich im Gras auf blühenden Wiesen, filbernes Jauchzen Roch zwitschern die Vögel, die Bienen summen, nadte finder erregten Blöckchen in der Ferne, Tanz und Gelächter aber das zwischen trachen schon die dumpfen Baufenschläge des heranbrechen. ben tödlichen Unheils.. Madonna, Neapel aber lachte und lärmte, Schiffe fuhren aus, Händler schrien, Musikanten fidelten und flöteten, füße, fleine Dirnchen ver. tauften sich um ein Kupferstück, und über ihrem Bettchen hing die Während sich so die europäischen Mächte auf eine neue silbernster Nächte vor Florenz Lange Wochen in Rom und Wanderschaft am Meer, Erlebnisse Ronferenz vorbereiten, nimmt 2 merita, das auch in Ruß in einem violetten, perlmutterfarbenen Abenddunst und fuchte und nun wanderte ich am Arno land neben den Arbeitergewerkschaften die wirksamste Hilfe Quartier. Der erste Bauer verweigerte die Scheuer, aber ein Ar gebracht hat, die praktische Hilfe für die Flücht beiter tröstete mich:" Die Welt ist groß, Boverello," und führte mich linge in Kleinafien in die Hand. Und betont dabei, in eine Scheune, in der ich die Nacht verbrachte. Mantel Flauschstoff wie Abb. 3750.Donn famen hohe schwarze Berge, in denen fein Baum, fein Haus stand die Hungerberge, wie die Landstreicher in Italien fie erfte Dorf heißt Sestri de Levante und hing wie ein Räubernest nennen, Hinter ihnen beginnt das Paradies, die Riviera. Das über dem Meer. Man denkt an Briganten und findet arme Fischer. schimmernd vor dein Angesicht. Dort ohen traf ich einen deutschen lettert am Felsen entlang und legt das blaue, südliche Meer Studenten und fam mit ihm ins Gespräch, das damit endete, das er einen Brief schrieb an Freunde in Nervi und mich ihnen empfahl Diesen Brief nahm in Nervi ein junger Mann in Empfang, mit spiken fingern, las mißtrauisch und sagte:„ Es ist gut, Sie können diese Nacht hier bleiben“ und übergab mich dem Zimmers mädchen. müssen sie bereit sein, wenn der Herr ruft, fie müssen lächeln, wenw Die Zimmermädchen in der ganzen Welt sind sich gleich. Immer er fie in den Hintern fneift, fie müffen fich von den lüfternen Männerblicken ausfleiden laisen, sie dürfen höchstens Nicht doch oder Huch nein, wenn das Ihre Frau Gemahlin hört, fagen, die armen geduldigen Dienerinnen der Pensionen und der Hotels. Das Mädchen war schön und führte mich in das Zimmer. Eir blütenweißes Bett, der Teppich blühte bunt, die Fenfter blitter Das Mädchen richtete das Bett und blieb wartend stehen. Ich war im Garten wiegten sich Palmen. Auch das Meer konnte man hören. in der rauhen Gemeinschaft der Landstreicher monatelang auf gewachsen, der Duft des Mädchens verwirrte mich, ihre verschleierten Augen machten mich unruhig, ich wußte nicht aus und ein. Da rümpfte sie ihr Näschen und gab, fich rächend, weil ich ihre sprach lofen Münsche nicht verstand, dem Bettler ein Gelbstüd, fnidfie und verschwand. Da rief die Glocke zu Tisch. Ich wurde abseits der blumena geschmückten Tafel an ein fleines Tischlein gesetzt, wo ich verbiéstert. bie Suppe aß und den Braten zerteilte, aber heiterer wurde, als Gespräch anfingen. In dem Brief stand wohl, daß ich Verse schrieb noch zwei Gäste an diesem Tisch Blah nahmen und ein freundliches ich hatte dem Studenten einige gezeigt, also bat man mich doch einiges aus den Werken vorzutragen. Wie nach einem Leiers fostenvortrag murde dann Geld gesammelt, gegen fünf Lire, die mich aber nicht froh machten. Am nächsten Tage war ich wieder in Genua. Ich wohnte im deutschen Seemannsheim. Nächtliches Gespräch der Seeleute im mondhellen Schlaffaald Die Weber von Hongtong find die besten auf der ganzen Welt, geduldige Tiere, von denen bu alles verlangen fannst. Hüte dich aber vor den Beibern auf Madagaskar, die sind alle verseucht. Die andere Stimme antwortete:" Ich weiß, ich weiß, die schwarzen Frauen find die Schlimmsten, die fressen dich auf." von der Britsche erhob: Wir lagen vor Bombay und gingen los. Die Stimme eines jungen Matrosen, der sich beim Erzählen Da fanden mir eine meiße Frau, verludert und verbredt, die sich den Kulis hingab. Als sie uns fah, schrie fie laut und schrill auf Sie hatte feit Jahren feinen weißen Mann gesehen. Wie sie schriel Wenn du eine Ratte verfolgst und sie findet teinen Ausweg. mehr fchrifft sie auf So schrie diese Frau, als sie uns sah." " Ein Flüftergespräch rieselte neben mir:" Bir lagen vor Gibnen befoff sich selber jeden Tag am Land. Der Fraß war auch zum meißt du. Der Kapitän war ein Schuft, er gab feinen Urlaub Kogen, meißt du. Was macht da der Junge? Der Junge schwamm ans Land, meißt du, der Junge lief zu den Weibern, weißt du. In den nächsten Tagen fam ich ins Lazarett. Mann Gottes, hat der Kapitän geflucht." Der Mann, der antwortete: In Kairo ist es mir ähnlich ergangen. Die schweinischste Stadt der Welt ist Kairo. Ich sage dir, ba gibt es. So gingen die Gespräche ins Endlose auf und ab, jede Nacht, jede Nacht. Die Männer, die aus den Stürmen und Gefahren an das feste Land gekommen waren, aus der harten Brüderschaft und klöfterlichen Abgeschloffenheit der Meere, verstummben erst, wenn jede Stadt wie eine Frau unter ihnen lag und feuchte.. In den nächsten Tagen fuhr ich nach Norden. An der Grenze hielt der Zug. Ich bin, bis ich weiter fuhr, die ganze Nacht durch die verdunkelte Kleinstadt gegangen. Es war talt, aber ich glühte innerlich wie von gelbem Wein, der das Luftgefühl steigert, aber nicht trunken macht. Aus der Partei. Genosse Kurt Heinig ist vom Deutschen Wertmeister verband( Af- Bund) aufgefordert worden, deffen neugegründete voltswirtschaftliche Abteilung in Berlin zu übernehmen. Dem Genossen Heinig war diese wichtige organisatorische aus dem Berbande der Redaktion wurde aber erst im Auguft zugeAufgabe schon vor längerer Zeit angetragen worden, seinem Austritt stimmt. Er scheidet Anfang des nächsten Jahresviertels aus der Rebattion des Borwärts" aus, der er seit längerer Zeit als politischer Redakteur und technischer Leiter angehörte. " Nifsrael GEGR. 1815 BERLIN C KÖNIGSTR. #* Damenkleidung Bluse aus gestreift. Tennisflanell 575.Bluse aus farbig, gestreift. Stoff 650.Kleiderrock aus marine895.blauem Stoff.. Kleid aus marineblauem 1350.Cheviot. Kleid Seidentrikot, mit 7500.aus Perlstickerei... 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Zur Annahme gelangte eine Entschließung, in der es heißt, daß nach gewissenhafter Prüfung der eingegangenen Beschwerden auf Grund des vorgelegten Aftenmaterials und nach Anhörung verschiedener Zeugen einwandfrei fest gestellt wurde, daß nicht ein einziges Mitglied wegen Zugehörigkeit zu einer politischen Partei aus dem Verband ausgeschlossen worden ist. Den Bericht der Redaktion erstattet der Redakteur des Deutschen Eisenbahner", iech mann. Die zu diesem Punkt vorliegenden Anträge werden dem Verband als Material überwiesen. Der Bericht über den Gewerkschaftsfongreß in Leipzig wird abgesetzt. Das Referat über Beamtenzentrale und Reichsfeffion" erstattet der dritte Borsigende Rogur. Er führt aus, daß seit Bestehen der Organisation das Beamtenproblem noch niemals so im Vordergrund der Beratung geftanden habe als auf dieser Generalversammlung. Viele, die den Beamtenfragen bisher ablehnend gegenüberstanden, haben jetzt ihre Liebe zu ihnen entdeckt. Wenn das früher gekommen wäre, stände es heute besser um die Einheitsorganisation. Ein Rückblick auf den zurückgelegten Weg zeige zwar einen anhaltenden Aufstieg der Beamtenbewegung, aber auch die Schwierigkeiten, die hindernd im Bege standen. Das Ziel bei dem Abschluß der Vereinbarung über eine Arbeitsgemeinschaft mit der Reichsgewertschaft war die Zertrümmerung des Deutschen Beamtenbundes. Der Borstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und die sozialistische Presse vertraten lange den Standpunkt, daß der Deutsche Beamtenbund die dritte Säule der deutschen Gewerkschaftsbewegung werden müsse. Der Streit der Reichsgewerkschaft hat dann dazu geführt, eine neue gewertschaftliche Spitenorganisation zu schaffen. Seitdem vollzieht sich das Schicksal des Deutschen Beamtenbundes unaufhaltsam. Die auf der Konferenz des Erweiterten Die zweite ordentliche Generalversammlung erwartet deshalb, daß der Vorstand alsbald in Verhandlungen mit der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und-anwärter eintritt, um die bisherige Arbeitsgemeinschaft mit dieser Organisation umzuwandeln in ein festgefügtes Verhältnis innerhalb einer Organisation." Den Schluß der Sigung bildet die Berichterstattung der Rechnungskommission. Ihre Vorschläge zur Diätenhöhe, Lohn- und Gehaltsausfallentschädigung, Festsetzung der Gehälter der Verbandsangestellten usw. werden nach längerer Debatte angenommen. Die Weiterberatung wird auf Sonnabend vertagt. faffung aller Energien zu betreiben. Diese Art der Kräftesammlung| ehrlich, was ift uns Hofintrige mitten in der steifen Bracht bedeutet jedoch nur eine Uebergangsform zur Einheitsorganisation rings um Elisabeth, Englands Königin? Und jelbit: was ist uns der deutschen Reichseisenbahner. Das fommende Eisenbahnfinanz- Günſtlingswirtschaft der aus Herrscherſtarre gelösten Königin? Aber vinter gesetz zwingt notwendigerweise das Personal mehr wie bisher zur eines Beibglüds; redt sich Eifersucht, verdichtet sich des Eiser Schickial, der dem fallenden historischen Kostüm steht nacht die Blüte eines Beibtraums, Busammenarbeit. von der als Frau verschmähten Königin in den Tower geworfen wird und unter dem Beil sein fühnes, eitles, männlich jestes Leben länt. Nicht der Traum der Königin, nicht das Schicial des geitinzten Feldherrn ist es mehr, das aus diesem Szenenwert aujolidt. Es iſt menschlichstes Erleben, menschlichstes Erleiden. Darum ist dieser Film so gut. Und darum ist er bistorisch nur dort, wo er das Beitfolorit mit fanatischem Stilgefübl in zufällig furbelfertig geliefert, und das Manuifript dari sich mehr auf die glänzend photographierten Bildern wahrt. Die Geschichte hat diesen Konflikt istorie als auf die literarischen Quellen berufen. Die in Jamsen und einer edlen, fultiviert gewählten Sprache binfliegenden Titel stüßen den Stimmungsgehalt des Werkes außerordentlich. Die Bauten find wahrhaft erlesen. Etwa die wuchtige Atmosphäre des Towers ift bezwingend bildbaft getroffen. Die Massenizenen ölonomisch dirigiert und nicht in sinulosen Wirrwar, sondern in unmittelbare Lebendigfeit verströmend. Darstellerischer Höhepunkt: Eugen Klopser. Groß im Gefühlsmäßigen, echt in gelöster, eitler Wärme. Die Straub als Rönigin unerhört dekorativ, voll femininer Hoheit. Sortner als Intrigant schielt diesmal nach Theaterei. Eva May überraschend gut selbst im Nicht- Lieblichen und fast wuchtig im Akzentuierten. Es war im Marmorhaus eines der größen Filmereignisse, ja der Kunstereig nisje. Filmschau. Sudermann und Nestroy im Film. p- s. Was den Klassikern recht ist, muß füglich Hermann Sudermann billig sein. Er hat schon mehrmals die Rampe mit der Reinwand getauscht, und es war meist zu seinem Vorteil. Auch die Verfilmung von„ Sodoms Ende", die man im Tauen tienpalast fab, bedeutet ihm Gewinn. Praschnas Geheimnis präsentierte sich in der Schauburg zum Denn: im ihn, selbst im besten, kommt die Schau zu ihrem Recht; der ersten Male dem Publitum. Es ist das sonderbare und zum Verwundern fonstruierteste Charakter wirst die psychologische Strüde fort und zieht alle anregende Erlebnis einer Schönen, das Fern Andra vollauf Gelegen Julius Urgiß, bewährte, absolut sicher zugreifende Filmlenner, auch dieser mit einem reichlichen Aufwand von Garderoben und stimmungsTeilnahme des Zuschauers auf Aeußerliches. Mar Jung und heit gibt, sich von allen Seiten zu zeigen. Wie alle Andra- filme. arbeitet baben Eudermanns Bühnenwerk mit größter Geschicklichkeit mobil gemacht vollen Landschaftsbildern. Das Manuscript handelt von Hypnose, Dämmerund in innerlich gebundene Bilderreihen zerlegt. Es ist ihnen gut zu zustand und fein ausgeflügelter gewaltsamer Willensberaubung. buchen, daß sie manchen allzu unwahren Zug der Originalgestalten ver Photographen wurde viel Gelegenheit geboten, um sein können zu zeigen. menichlichten und den Konflikt perverser Bürgerlichkeit glaubhaft heraus. Die gezeichneten Titel und illustrierten Terte wußten sehr für sich einzuKun fürstendamm- Atmosphäre überfekt, mit Aktualitäten und präananten weichung vom Weg, als der durchaus nicht wikige Gusti Beer in sein bebrachten. Der Rhythmus des Filmmanusfripts ist in die allergegentvärtigste nehmen. Die Bühnenschau, jeicht wie gewöhnlich, war insoweit eine AbStimmungswigen übergossen. In den Sacharinbecher fiel ein Tropfen dentlich langweiliges Gerede Ebert hineinziehen mußte. Bislang wurde bitterer Echtheit. Neben den Autoren leistete auch Felix Basch als Re- so etwas in der Schauburg vermieden. Und die Direktion handelt nur in fesselte. Das Milieu ist darstellerisch gut getroffen. Ana Morena gibt giffeur schöne, bildbaft charakterisierende Arbeit, an der manches Detail ihrem Interesse, wenn sie dafür sorgt, daß es auch in Zukunft unterbleibt. die weftlich orientierte, moralisch angefaulte Gesellschaftsdarstellerin Adah Vorstandes in Hannover geschaffene Reichssektion hat ihre Tätigkeit mit mokanter Berderbtheit und läkt manchmal über aften bergen benutzt, um die Beamten für die Gewerkschaftsbewegung zu ge- Geraich( ganz farblos und wohlgenährt belanglos), Ralph Arthur Roglanz freundlichstes Empfinden aufleuchten. Grete Freund und Alfred winnen und entsprechend zu schulen. Dringend nötig ist der weitere berts, die in litschiger Hinterbausrührseligkeit noch ergreifende MargaAusbau der Reichsfettion. Der Wunsch der Mitglieder des Deut- rethe Schlegel und Paul Bildt tragen die übrigen Rollen dieser Babelfchen Eisenbahnerverbandes, mit der Reichsgewerkschaft zu einer Ein- geschichte, die bei der Premiere großen Erfolg fand. heitsorganisation zu kommen, begegnet bei dem Borstand der Reichsgewertschaft gewissen Bedenken, die sich aus dem noch vorhandenen Organisationssystem der Fachgewerkschaften ergeben. Es lassen sich bestimmte Etappen nicht überspringen. Im Ziel aber seien sich beide Organisationen völlig einig. In der Diskussion sprechen die beiden als Gäste anwesenden Bertreter der Reichsgewertschaft, Willms nud Scharfschwerdt. Während der erstere auf die Schwierigkeiten hinweist, die der Propagierung der Einheitsorganisation zurzeit noch im Wege stehen, hebt der letztere hervor, daß auf der im Oktober stattfindenden Hauptversammlung der Reichsgewerkschaft mit allen Kräften versucht werden wird, bessere Organisationseinrichtungen zu schaffen. Die übrigen Diskussionsredner betonen sämtlich, daß der DEB. als Einheitsorganisation erhalten werden müsse. Die mit der Reichsgewerkschaft geschlossene Arbeitsgemeinschaft findet ein mütige Zustimmung. Folgende Entschließung gelangt einstimmig zur Annahme: ,, Das Personal der Reichsbahn tann eine Förderung seiner perFönlichen und fachlichen Interessen nur dann mit Erfolg wahrnehmen, wenn 1. alle Berufsgruppen in engster Solidarität Busammenstehen, 2. alle hindernden Schranken der Organisationsformen beseitigt werden. Der Vorstand wird deshalb beauftragt, alle Mittel zu benutzen, um dieses Ziel zu erreichen. Er wird er mächtigt, auf dem Wege der Arbeitsgemeinschaft sowohl als auch durch lose Bindungen mit anderen Organisationen eine ZusammenAuch der gute alte Nestroy ist nun verfilmt. Dieser gallige Spotter des alten, längst verstorbenen Wien. Der Aristophanes im Dialett. Seine Sauberpoffe" Lumpaci Vagabundus", von der Lauge des Wortwiges geschärft, von Dialoghumoren über die schlichte Einfalt der Handlung hinaus zu allgemein gültiger Menschlichkeit hinaufgehoben, ist kein Filmnoff. Es das Wort nicht verzichtet, und da der Film nun einmal stumm ift, mußten steht und fällt alles zu sehr mit dem Wort. Auch die Filmregie hat auf die Dialogscherze in trodener Lesebuchstaben- Leblosigkeit auf der Leinwand erscheinen. Man lieft mehr in diesem Film, als man ficht. Gleichviel, ein baar Szenen find allerliebst geraten. Zwar ist das Zauberreich nichts anderes als photographiertes Theaterspiel- und das ist die größte Sünde am Film ersonnen und ganz auf die unbeschränkten technischen Möglichkeiten des und Theater zugleich aber es find doch auch ein paar Situationen wizig Films zurechtgeschnitten. Die Wanderromantik des liederlichen Stleeblatts aus der Walze hälte Anlaß zu weit breiterer Ausnugung ergeben. Hier hätte der Film zu zeigen gehabt, wie er der räumlichen Beschränktheit des Theaters fouveran überlegen ist. Das Trifolium Schufter- SchneiderTischler wurde von Karl& tlinger mit oft ergreifender Suffphilosophie, von Herrn Hirsch mit medernder Hopjerei, von Otto a ubinger mit biederer Frische gespielt. p- s. Der Graf von Esser. Historischer Horizont. Und auf diesem Horizont tummeln sich alle Wetter menschlicher Leidenschaft. Urtriebhaftes und vom Zivilisationsfluch in die Menschheit hinein Gehämmertes. Immer aber Menschliches, Menschlichstes! Und da sind wir schon bei dem großen Wert dieses Films. Er strebt über die starre Folie hinaus, er ringt sich los von Kostüm und Zeit, wird seitlos, weil er zeitlose Konflikte aufront, thematisch und theatralisch beherrscht Felners Regie zu dramaturgisch gut löst. Dieser Film, unter Peter Paul einer starken Klaffizität des Stils aufstrebend, ist etwas, worin deutsches Filmfönnen gipfelt. und Seien wir Dem Vorträge, Vereine und Versammlungen. werden gebeten, zur Bezirksversammlung Lichterfelde bei Lenski, HindenburgVerein der Freidenker für Feuerbestattung. Die Genossen des 12. Bezirks damm 55, sich bemühen zu wollen. Während Ihrer Beruistätigkeit und auf der Reise find Sie bei Erfältung oder Halsentzündung meist verhindert, zu gurgeln. Panflavin- Pastillen erlegen das Gurgeln und find jederzeit bequem zu nehmen. Laffen Sie stündlich 1 bis 2 Pastillen im Mund zergehen. Panflavin- Pastillen üben eine hemmende Forschern warm empfohlen. Erhältlich in Apothelen und Drogerien. Sie sind angenehm von Geschmack und greifen den Magen nicht an. Bon ersten Wirkung auf Ansteckung und Entzündung der Nachenhöhle und Schleimhäute aus. Alle Welt raucht LANDE ZIGARETTEN ähne 40 u. 60 M. mit Friedenskautschuk Schriftliche Garantie. 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Verbandsangelegenheiten. 35/7 Zutritt zur Generalversammlung haben nur mit glieder mit Delegierten- und Verbandsausweis. Bollzähliges und pünktliches Erscheinen unbedingt not mendig. Die Orisverwaltung. Schäfer& Clauss Berlin, Leipziger Straße 19, Zantrum 9211 u. 9701 Zurückgekehrt 4365 Deutscher Metallarbeiter- Verband Dr. Georg Sandberg Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Spezialarzt für Magen-, Darm-, Zucker Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. kranke. N Fennstr. 4a( Weddingplatz) Selephon: Amt Rorben 833, 834, 835, 836. Dienstag, den 19. September, nach- Zähne mittags 4 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25: Versammlung der Metallformer und Beruss genossen. Don 50 M. in nur erstkl. an Ausführ., Teilzahl. Spez. Zähne ohne Gaumenplatte Hempel Linienstr 220, nahe Schönh. Hempel La Tor. 9-7. Gonntag 10-12 Zähne von 40 Teilzahl. 3j.Gar.Kronen an 80M., Zahnz.m.Einspr. Tagesordnung: Stellungnahme auni h. schmerzid. Umarb. schlechts.Geb. Rep.soi. 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Abhandlung, die von dem Freiburger Psychiater Hoche der werden, weil der Verkehr für diese Aufgabe nicht eingerichtet die sich in erster Linie gegen die Erfüllungspolitit Deffentlichkeit übergeben worden ist( Binding- Hoche: Die ist. So stehen 20 000 beladene Wagen da, weitere 600 000 wendet. Die Entschließung verlangt ein entschlossenes, end- Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens", Verlag Tonnen Kohle warten in den Kohlengruben auf Abtransport, lich einmal bis in die letzten Folgen hinein festgehal- von Meiner, Leipzig 1920). Binding ist ein Befürworter einer so daß man mit der Einstellung der weiteren Förderung mit tenes Nein!" Nach Ansicht der Deutschnationalen kann ein gefeßlichen Regelung in diesem Sinne und geht so weit, in Arbeitslosigkeit rechnet. Die Teuerungstramalle der letter solches Nein die Katastrophe nicht verschlimmern. Leider gewissen Fällen, wie bei unheilbar Blödsinnigen, 3eit zeigen, wie weit auch schon die Lebensmittelfrise forthaben die Verfasser der Resolution vergessen, uns darüber zu die Bernichtung des Lebens auch ohne Eingeschritten ist. Diese Entwicklung hat den polnischen belehren, worin nach ihren Erwartungen die letzten Folgen willigung des Kranten zu empfehlen. Hoche schließt nationalen Blod von Ostoberschlesien veranlaßt, an die bes Reins bestehen werden. Wären sie in diesem Punkte sich dem vom ärztlichen Standpunkt aus an. In der Deut- Warschauer Regierung ein von Korfanty unterzeichnetes etwas tontreter geworden, so hätte sich wohl gezeigt, fchen Strafrechts- Beitung"( 1922, Heft 7/8) veröffentlicht nun- Telegramm zu richten. Die Regierung hat daraufhin den baß die deutschnationale Politit zur vollendeten Katastrophe mehr Stadtrat Borchardt Liegnig einen Gesezent- Bau einer neuen Bahnlinie befchloffen, die natürlich erst nach führt. Beiter mendet sich die Entschließung gegen die Bie- urf, der sich speziell mit dem Anspruch der Oeffentlichkeit vielen Monaten Nugen bringen und die gegenwärtigen Tötung der unheilbar Blödsinnigen beschäftigt. Schwierigkeiten feineswegs beheben famm. bereinführung der 3wangswirtschaft- alto Uns scheint es zwedlos, Betrachtungen darüber anzu- Der polnische Boywode Rymer hat die Ber stärtung auch im Innern Katastrophenpolitif! Gegen die ,, Nebenregierung der Gewerkschaften" wird Sturm gelaufen, ebenso gegen stellen, welche Werte der Allgemeinheit erhalten bleiben, wenn der Militärkräfte beantragt, offenbar zur Beruhigung die Gesetzgebung zum Schuße der Republik. Die Deutsch- man ihr die Unterhaltungskosten für diese Kategorie von un- der Bevölkerung. Ebenso wollte er Standgerichte eingeführt nationalen verlangen, daß das Wort„ Der Feind steht rechts" heilbar Kranten durch ihre Tötung erspart. Zunächst müßten wissen. Die polnische Regierung, die weiß, daß sie in Obervon der Regierung feierlich zurüdgenommen werde, sich die Gesetzgeber erst einmal darüber einigen, was man schlesien auch etwas zu verlieren hat, hat allerdings diese Anweile daburch von heißer Vaterlandsliebe und pflichtbewuß- unter unheilbar blödsinnig versteht. So berechnet Hoche die träge abgelehnt. tem Willen zu positiver Mitarbeit erfüllten Boltstreifen 3ahl der Todgeweihten auf 3000 bis 4000, während Borchardt fchmeres Unrecht" getan werde. Db unter der, pofitiven von 15 000 fpricht. Schon dieser Unterschied zeigt, welchen Mitarbeit" die Attentate auf Rathenau, Scheidemann, Harden willkürlich feiten in dieser Frage die Tür geöffnet ufw. verstanden werden, läßt die Resolution im unflaren. würde. Für die Irren und ihre Angehörigen würde die IrrenSchließlich beschäftigte sich die Tagung auch noch mit den anstalt eine Folterkammer, in der man stets einen willkürlichen Tod vor Augen hätte. Fällen der Abgg. Henning, v. Gräfe und Wulle. Zum Aber nicht nur bei den unheilbar Blödsinnigen scheint uns Fall Henning nahm die Parteivertretung davon Kenntnis, daß die Reichstagsfraktion unter Zustimmung des Parteivor eine Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens unheilDie belgische Regierung hat wissen lassen, daß sie die standes die Lösung der Fraktionsgemeinschaft gegenüber dem voll zu fein; wir glauben die Forderung als solche Mitteilung der deutschen Regierung, daß die Antwortnote Abgeordneten Henning beschlossen hat. Damit erachtet die perneinen zu müssen. So hoch man auch immer den nach der Rückkehr Havensteins tommen soll, als vorläufige Parteivertretung den Fall Henning als erledigt. Bon be- Aerzteftand als solchen einschätzen mag, in der Braris müßte Antwort als genügend erachte, bis die schriftliche Antwort fonderem Intereffe ist der Saz, daß im Fall Henning ,, a uch man mit Fällen rechnen, in denen aus verbrecherischer der deutschen Regierung vorliege. auch die rein politische Seite" geprüft worden sei. Dieses auch Absicht dem Leben Kranker ein Ende gemacht würde. Selbst spricht Bände wenn sich durch strenge Strafbestimmungen diese Fälle auf ein Was die Herren v. Gräfe und Wulle anbelangt, so fordert Minimum einschränken ließen, müßte das Bertrauens die Bertretertagung mit Dreiviertelmehrheit ausreichende verhältnis des Patienten zu feinem Arzt doch erschüttert Ertlärungen beider Herren angesichts der persönlichen und ein Moment der Unruhe in die Deffentlichkeit getragen Kränkungen der leitenden Parteistellen, die in den Veröffent- werden, das schwerer wiegt als die Vorteile der von Binding lichungen der Genannten erblickt werden. Ausdrücklich wurde gewünschten Freigabe der Bernichtung lebensunwerten betont, daß die Erledigung dieser Fälle mit der nach wie Lebens. vor deutschvolfischen Einstellung der Partei" nichts zu tun habe. Die Deutschnationalen erklären sich also nach wie vor mit der deutschvölkischen Richtung solidarisch. Aber sie entrüsten sich, wenn gesagt wird: Der Feind steht rechts! „ Des Nächsten Ehre". Unter biefer Ueberschrift veröffentlicht der Major a. D. Henning eine Erklärung gegen die Deutschmnationale Boltspartei, die als Flugblatt erscheint. Er beschwer sich, daß er von ber Partei mit einem ,, Buft von Schmuß und unwahrheit" beworfen worden sei, er spricht von persönlicher Ehrabschneidung durch seine bisherigen Parteifreunde. Bunderbarerweise aber versagt es sich Herr Henning, irgendwie auf die Sache selber, nämlich auf seine Begünßt. gung des Morbgehilfen hörnlein irgendwie einzugehen. Bei dieser Gelegenheit wiederholen wir unsere Anfrage an Staatsanwalt und Gerichte: Wann erfolgt die Anlage gegen Major Henning? Englischer Einspruch für Polen belanglos. Auf einer Pro fonferens erklärte der polnische Ministerpräsident Nowa!, das Brojelt der Bojewodschaftsfelbstverwaltung für Ditgalizien sei den Ententemächten mitgeteilt worden und babe auf entschiedene Kriti! einer von ihnen( gemeint ist England) gestoßen; die Regierung werde deffenungeachtet an dem Entwurf festhalten und erwarte feine diplomatischen Schwierigleiten aus Anlaß der Durchführung der Sejmwahlen in ftgaliaien. Die schwarzweißrote Mörderfahne. Der Beit" ift ein großer Stein vom Herzen gefallen. Sn feiner Reichstagsrede, sofort nach der Ermordung Rathenaus, hatte Genosse Weis von der schwarzweißroten Mörderfahne" gesprochen. Dieser rasch populär gewordene Ausdruck soll nach Ansicht der Beit" später damit begründet worden fein, daß die gegen Rathenau geschleuderte Bombe schwarzweißrot angestrichen oder in ein schwarz weißrotes Tuch gehüllt gewesen sei. Die Beit" hat sich nim vor. forglich erfundigt und erfahren, daß die Eierhandgranate der Mör der schwarz war wie andere Eierhandgranaten auch. Die Bevölkerung weigert fich weiter, polnische Noten, deren Umwechslung in deutsches Gelb ihr erleichtert wird, als Bahlungsmittel zu behalten. Das einzige, was in Oftoberfchlesien in Blüte steht, ist das wilde Wechselgeschäft. Belgien wartet. London, 16. September.( Reutermeldung.) Reichsbantpräsident Havenstein hatte heute eine Beratung mit den Gouverneuren der Bant von England. London, 16. September.( TU.) Fast gleichzeitig mit Havenstein ist auch Bradbury in London eingetroffen. Beide fonferierten dann längere Zett miteinander. Die Besprechungen murden heute vormittag fortgefeßt. Präsident Havenstein suchte, dann, eine Reihe weiterer Persönlichkeiten auf. An den ferneren Berhandlungen dürfte auch der englische Schazkanzler Sir Robert Horne teilnehmen. Paris, 16. September.( EE) Aus Brüssel wird dem Temps" gemeldet: Die belgische Regierung ftimmte einer Berlängerung der Frist für die llebergabe der deutschen Antwormote zu, weil die diplomatischen Berhandlungen am Sonnabend und Sonntag ohnehin ruhen. Man erwartet aber die endgültige Antwort Deutschlands in der Frage der Sicherheitsleistung für die Belgien zu übergebenden Schahzwechsel am Montag Reduzierung der Befahungskoften? London, 17. September.( EE.) Kriegsminister Worthington Die Zeit" hätte fich die Mühe sparen können. Das Wort von Evans fährt am Mittwoch nach Köln, wo er etwa vier Tage zu der schwarzweißroten Mörderfahne hat mit dem Anstrich einer ein bleiben gedenkt. In parlamentarischen Kreisen sind Gerüchte verzeinen Eierhandgranate nichts zu tun. Es rührt einfach daher, daß breitet, wonach diese Reise nicht ausschließlich militärische die Mörder- und Geheimorganisationen ganz allgemein einen Gründe habe. Worthington Eveans wird außer mit dem englischen besonderen provozierenden Rult mit der schwarzweißroten Fahne Romandierenden General Allan auch mit dem franzöfifchen treiben, daß sie bei jeder Gelegenheit die schwarzweißroten Farben Oberbefehlshaber General Dégoutte zusammentreffen und werde oftentativ zur Schau tragen wir erinnern nur an das schöne mit ihnen die Frage prüfen, wie in absehbarer Zeit eine Rebu Butett mit schwarzweißroter Schleife, daß Herr Helfferich im Anzierung der infolge der Martentwertung immer stärker ange. schluß an den Mord erhielt. Dadurch muß ganz zwanglos die schwollenen und tatsächlich in der Budgetierung faft unübersehGedankenassoziation entstehen, daß Schwarz- Weiß- Rot und Mörder bar gewordenen Besatzungskosten sich ermöglichen(!) ließe. gefinnung zusammengehören. Andersgesinnten, die auch die schwarzweißrote Fahne lieben, mag das peinlich sein, aber das ist nicht unsere Schuld. Sie müssen sich vielmehr bei den Leuten bedanken, die ihr schwarzweißrotes Jdeal geschändet haben, indem sie es mit dem Meuchelmord in gar zu innige Beziehung brachten. Die Erhöhung der Eisenbahntarife. Starke Einschränkung der Ausgaben. Hilfsaktion für Smyrna. Der Brand von Smyrna hat furchtbares Elend und die Gefahr des Berhungerns für viele Zehntausende zur Folge. Die norbameritanische Regierung hat ihren Bertreter in Ronftantinopel beauftragt, fofort mit den Ententemächten an eine Hilfsaktion zu gehen. Smyrna von den Griechen beschoffen. Athen, 17. September.( EE.) Nach den letzten aus Smyrna eingetroffenen Meldungen hat ein griechischer Kreuzer gestern nach. mittag das türkische Biertel Smyrnas beschossen. Man rechnet mit einer baldigen Beendigung der Räumungsattion. Eine Abordnung der griechischen Gewerkschaften wurde beim König vor. ftellig und überreichte eine Petition, in der sofortige Maßnahmen zugunsten der de mobilisierten Arbeiter verlangt werden. Hunderhjahrseier der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte. Als Auftakt zu der Hundertjahrfeier in Leipzig fand am Sonnabend mittag auf dem städtischen Ausstellungsgelände am Bölterschlachtdentmal in Gegenwart von Bertretern der staatlichen und städtischen Behörden, Bertretern der Wissenschaft, Industrie und Breffe die feierliche Eröffnung der Ausstellung Industrie und ifsexschaft" statt. Der Borfizende des Ausstellungsaus Der Reichseisenbahnrat nahm in seiner gestrigen Sitzung an schusses, Prof. Dr. Sudhoff Leipzig, richtete an die Erschienenen den Borschlägen des Reichsverkehrsministeriums zur Erhöhung der cine Ansprache und führte etwa folgendes aus: Diese Jubelausstellung bedeutet hoffentlich einen Auftakt zu einer ersprießlichen Eisenbahngütertarife einen Abstrich vor. War ursprünglich geplant, neuen Entwicklung. Namentlich die Deutsche Gesellschaft für Fein- nicht nur die Erhöhung der Gütertarife um ein Drittel der mechanit und Optit hat Werte geschaffen, die dem jahrzehntelangen ießt geltenden Säße ab Oftober vorzunehmen, sondern auch den Bufammenwirten von Bahnit und Wissenschaft ein mächig tönendes dann sich ergebenden Gaß noch einmal zu verdoppeln, so hat man Loblieb fingen. Die Weltfirmen deutscher Namen und ihre fich für eine Erhöhung um 100 Broz. der Septemberfäße intelligente, zielbewußte, auf den hohen 3med mit 7 gegen 6 Stimmen ausgesprochen. Außerdem wünschte der eingestellte Arbeiterschaft geben in unübertroffener Ausschuß eine schleunige en berung der Gütertiassi Das deutsche Erbrecht. Zu diesem Leitartikel unserer AbendFeinheit der Ausführung erst volle Wirklichkeit. Möge dieses ziel- fitation, Beibehaltung oder Berstärkung des Staffelfyftems, bewußte Zusammenarbeiten sicherer Hände und feiner Köpfe, diefer allervollkommenften Arbeitsgemeinschaft deutscher Handarbeiter, Ausnahmetarife für Lebensmittel, besonders für Kartoffeln, Getreide, deutscher Forscher und deutscher Ingenieure, alle drei von gleich. Obst und Fleisch. Die Verwaltung erklärte, daß beabsichtigt fei, einen mertiger Meisterschaft, unserem Arbeiterstande, unferem Ingenieur besonderen Ausschuß der ständigen Tariffommission mit einer und Gelehrtenstande und damit unserem ganzen freischaffenden Bolte Nach prüfung der Güterklassifitation zu betrauen; erhalten bleiben! In diesem Sinne sei die Ausstellung eröffnet. an eine Aenderung des Staffelsystems werde nicht gedacht. Neue Nach Erwiderung des Vertreters der Stadt Leipzig fand ein Rund- Ausnahmetarife seien foeben für Obst in Kraft gefekt worden, und gang der Gäste durch die Ausstellung statt. Am Sonnabend nach für Kartoffeln werde zum 1. Oftober ein besonderer Ausnahmemittag fand im stadtgeschichtlichen Museum im Alten Rathause noch tarif für Wagenladungen in Kraft treten. die Eröffnung einer historischen Ausstellung statt, die Bei den Personentarifen stimmte der Ausschuß eineinen Rüdblid auf die Bersammlungen von 1822 bis 1922 geben soll. Ferner wird die Ausstellung„ Der Mensch" des Dresdener stimmig dem Vorschlage der Verwaltung, die Oktober- Säße zum Hygienemuseums hier gezeigt werden. Die Tagung der Natur- 1. November nochmals um 100 Pro3. zu erhöhen, die heutigen Säße forscher und Aerzte, zu der die hervorragendsten Koriphäen der also zu verbreifachen, zu. Eine stärkere Angleichung der BerWissenschaft ihr Erscheinen zugesagt haben, beginnt am Montag. fonen an die Gütertarife wurde allgemein als erforderlich beHistorische Konzerte im Museum. Eine eigenartige fünstlerische zeichnet, und zwar unter höherer Belastung der ersten Beranstaltung findet dieser Tage in der Badischen Runsthalle zu beiben Wagentlassen. Mit dieser Frage ist die Verwaltung Karlsruhe tatt. Es nerden in den altdeutschen Sälen des zurzeit bereits beschäftigt. Museums Werke der mittelalterlichen Musit vorgeführt, und zwar Der Reichsverkehrsminister hat den vom Ausschuß des Reichs handelt es sich um firchliche und weltliche Kompositionen, die der Frühzeit bis zum 15. Jahrhundert angehören und seit langem nie eisenbahnrats geltend gemachten Bedenken gegen die Borlage des gehört waren. 3nischen den einzelnen Mufitftüden werden Werte Reichsverkehrsminifteriums Rechnung getragen und eine gerin. der mittelalterlichen Dichtkunst vorgelesen, so daß man zu gleicher gere Erhöhung vorgenommen als er an fich für notwendig Zeit Eindrücke der bildenden Kunst, der Musik und der Poesie des erachtet. Er hat bestimmt, daß die Gütertarife zum 1. Oftober um Mittelalters erhält und so die Gesamtheit der gotischen Künfte in 100 Broz.( umter Einrechnung der bereits vorgesehenen 33% Pro3.), einer Beise erfassen fann, wie es bisher noch nie möglich war. Andere Beranstaltungen dieser Art, die von der Museumsleitung zu sammen mit dem Freiburger Musithistoriker Prof. B. Gurlitt unternommen werden, sollen folgen. die Bersonentarife zum 1. November um 100 Broz. der um 50 Broz. erhöhten Oktobertarife erhöht werden. Der Reichsverkehrsminister ist aber nicht im Zweifel darüber, daß die neuen Säge zur Deckung der Ausgaben im Monat Oftober feinesfalls ausreichen Urania Borträge. Sonnt: tiefengebirge. Mont. Mittw. werden. Es wird deshalb in fürzester Zeit eine Erhöhung der jetzt Sonnab.: Bunder des Schneefan bs. Dienst. Domn.: Gin- festgelegten Säße erforderlich werden. Andererseits wird die Bersteinfilm. reit.: Die Schlösser Friedrichs II. Im Dentschen Theater befindet sich ebelinds Simion waltung in ihrer Ausgabenwirtschaft der durch den Bemit einrich George und Agnes Straub als Simson und Delila schluß des Ausschusses des Reichseisenbahnrats geschaffenen Lage in Vorbereitung. Die Regie führt Richard Révn. Rechnung tragen müssen. Denn der Reichsverkehrsminister ist entJm Neuen Bolkstheater gelangt am Mittwoch, 2. Ceptember. erit fchloffen, unter allen Umständen für Deckung der Ausgaben zu mrin zur Aufführung: R. M. Lenz Der Engländer" und Goethes enfnros" Den Robert Got im Engländer spielt E. 2. Achaz, die forgen und fann nicht zulassen, daß die Rechnung der Reichsbahn Titelrolle im Sathros Paul Bildt. Paul Bildt führt auch die Regie, Lwieder mit einem Fehlbetrag abschließt. ausgabe vom Sonabend teilen wir auf Anfragen aus unserem Lefer. freise mit, daß der Auffaß, wie schon erwähnt, einer neuen volts. tümlichen Beröffentlichung Was ist Staatserbrecht?"( her ausgegeben von der deutschen Gesellschaft für Reichserbrecht, Berlag Don Ernst Heinrich Moriz, Stuttgart) entnommen ist. Die deutsche Gesellschaft für Reichserbrecht hat sich vor einigen Monaten aus Kreisen führender politischer Männer der Gewerkschaften und der Wissenschaft gebildet und tritt jezt mit dem ersten Heft ihrer Schrif tenfolge Finanzpolitische Beitfragen" zum erstenmal an die Deffentlichkeit. Unter dem Titel Was ist Staatserbrecht?" gibt die kleine Schrift umfassende Auskunft über die Geschichte, den Begriff und die finanzpolitischen Ziele dieses Vorschlags zur inneren Hebung unserer fürchterlichen Finanzlage, die in weiteren Heften er örtert und studiert werden foll. Die lleberficht umfaßt die zahmsten wie die radikalsten Formulierungen des Reichserbrechts. Mitarbeiter find: Reichsminister a. D. Bissell, Brof. Dr. Tönnies Kiel, D. Blume Tübingen, Dr. Kuczynsti- Berlin und Dr. Quart. Frankfurt a. M. Im Arbeitsausschuß der Gesellschaft fizzen außer dem Prof. Wilbrandt Tübingen, Abg. Aufhäuser Berlin, Prof. Ra de und Natorp Marburg und andere Männer, sowie eine Reihe Industrielle und Kaufleute. 3 Ein Nachtgefecht in Berlin SW. Eine blutige Schlägerei zwischen Reichswehrsoldaten und Zivi. liften spielte sich in der Nacht zum Sontag nach 11 Uhr in der Lin benstraße nahe am Belle- Allianceplaz ab. Der Streit war in einem Tanzsaal entstanden und wurde auf der Straße fortgesetzt, wobei die Reichswehrsoldaten mit Seitengewehren und Gummi nüppeln vorgingen. Es gab eine ganze Anzahl von Verlegten auf beiden Seiten. Erst nach geraumer Zeit erschien ein Ueberfallkommando der Schußpolizei, das die Beteiligten zur Wache brachte. Der Borfall löfte unter den Passanten große Erregung sei es infolge von Alkoholaus, zumal die Reichswehrsoldaten genuß, sei es unter der Einwirfung der Schlägerei jede Besinnung verloren hatten und zum Teil über ganz unbeteiligt Personen herfielen. Eine genaue Untersuchung der Sache wer I bringend zu wünschen. Gewerkschaftsbewegung Ein kommunistischer Reinfall. Groß- Berlin. Lohnbewegung im Töpfergewerbe. tember ab einen Wochenlohn von 3750 M. Hierzur tommen noch die Zuschläge für Hufbeschlag und für die Sonntagspflege der Pferde. Außerdem haben die Müllfahrer eine Nebeneinnahme durch das Schalen des Mülles, die sich für den Tag auf etwa 50 bis 100 m. beläuft." Der letzte Satz entspricht schon nicht mehr den Tatsachen. Dens fachlichen Bericht folgt dann die Behauptung, der Bureaubiener der Genossenschaft beziehe nach dem Schiedsspruch ein höheres Ges tungsausschusses verdächtigt durch die Angate, daß als Vertreter halt als deren Direktor, und schließlich wird der Spruch des Schlich der Arbeitnehmer drei Sekretäre des Transportarbeiter- Berbandes im Schlichtungsausschuß faßen. Als ob der Schlichtungsausschuß nicht paritätisch, also auch mit drei Arbeitgebervertretern be fezt feil Ueberdies hatten sich beide Parteien vorher darüber vers ständigt, die Beisiger aus ihren Reihen zu bestimmen. Die Unternehmer haben den Schiedsspruch trieben der Branche bereits gezahlt werden, wo an die Leistung der abgelehnt, trotzdem die genannten Löhne in privaten Be Arbeiter nicht die hohen Ansprüche gestellt werden, wie bei der Wirts Am Montag wird vor dem Demobile 20. September, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel ufer 24/25, Saal 3, der Gruppe II: Baugewerbe, am Mittwoch, den 20. Sep. tember, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal 5, der Die Unverschämtheit der kommunistischen Presse wird nur überGruppen I: Bant und handel, XV: Sozialvertroffen von ihrer Dummheit. Diesen Beweis hat jetzt wiederum sicherung, am Donnerstag, den 21. September, abends 7% Uhr, die Rote Fahne" geliefert. In ihrer Morgennummer vom in den Sophiensälen, Sophienstr. 17. 15. September hat sie entdeckt, daß der" Temp 8" einem abtriebsräte, in ihren Gruppenvollversammlungen zu erscheinen. Als Tagesordnung: Die Teuerung". Es ist Pflicht aller Betommen zwischen Lubersac und den französischen Bauarbeiter und Architektenverbänden sowie von Ausweis dient die Betriebsrätefarte und das Verbandsbuch. der Errichtung eines gemeinsamen Bureaus zur Durchführung der Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirt Sachlieferungsablommen berichtet. Darauf Iügt das Blatt: Der Borstand des ADG B. habe vor kurzem in einer Erklärung zugegeben, daß er lediglich mit demselben französischen Bund der Architekten und Bauangestellten in bezug auf den Wiederaufbau in Verbindung stehe und stellt dann die Behauptung auf, daß der gutbesuchte Versammlung der Funktionäre, der Bauvertrauens Am Freitag fand im fleinen Saale der Bözowbrauerei eine ADGB. auch direttam Stinnes blommen beteiligt männer und der Betriebsobmänner des Zentralverbandes der Töpfer fei und auch gelegentlich dieses sechsprozentigen Aufbaugeschäfte der Filiale Groß- Berlin statt. Die Lohntommiffion gab den Be- fchaftsgenossenschaft. die deutsche Arbeiterklasse direkt an das internationale Kapital richt über die stattgefundenen Verhandlungen mit den Berliner machungskommissar verhandelt. Wir stellen zunächst fest, daß der Vorstand des ADGB. keinerlei nicht. Nach längerer Distuffion wurde einstimmig der Beschluß Unternehmern. Die Zugeständnisse der Unternehmer befriedigten Erklärung über eine Verbindung mit einem französischen Bund der Architekten und Baugewerbeangestellten abgegeben hat. gefaßt, die Lohnfommission soll nochmals mit den Unternehmern Wir haben ferner durch Rücksprache mit dem zurzeit in Berlin ordentlichen Mitgliederversammlung über die erneuten Berhand Verhandlungen herbeiführen. Am Montag wird in einer außer weilenden Genossen Jouhaug, dem Vorsitzenden der französischen Landeszentrale der Gewerkschaften, festgestellt, daß es sich sowohl bei lungen Bericht gegeben und weitere Beschlüsse gefaßt werden. ( Siehe Vereinskalender.) den im Temps" erwähnten Bauarbeiter als auch Architektenverbänden um hyper- fommunistische Drganisationen handelt, die im 2ager ber Moskauer Internationale stehen. Bon den Gewertschaften der CGT. steht teine einzige mit Lubersac in Berbindung. Sollte die„ Temps"-Meldung zutreffen, so bestätigt sich aufs neue die Erfahrung: Les extrêmes se touchent"( Die Extreme berühren fich), d. h. Kommunisten und Reaktionäre arbeiten sich einander in die Hände. In Deutschland wie in Frankreich und wie überall. berrate. " Zur Eisenbahnerbewegung. Zu den tendenziösen Nachrichten über die Erregung unter den Eisenbahnbeamten und Arbeitern teilt der Deutsche Eisenbahnerverband mit: Es ist richtig, daß die überwiegende Mehrzahl der Staatsbediensteten die letzte Teuerungszulage von vornherein als ungenügend erklärte, weil sie angesichts der verheerenden Preissteigerungen in den letzten Wochen mit ihren Löhnen und Gehältern nicht mehr existieren fönnen. Diese Auffassung haben bei den Berhandlungen im Reichsfinanzminifterium auch die Berhändler der Gewerkschaften vertreten und die Regierung darauf aufmerffam gemacht, daß fie die bewilligten 3ulagen nur als vorläufige Abschlagszahlung betrachten und daß in allernächster Zeit erneut verhandelt werden müsse. Inzwischen ist die erwartete Krise bereits eingetreten. Die Eisenbahner in Köln, Trier, Frankfurt a. M., München und anderen Bezirken der Reichsbahn haben die fofortige Bewilligung dringend nötiger 3ulagen gefordert. Streik in der Fouragebranche. Seit Mittwoch, den 13. September, stehen die Rutscher, Arbeiter und Arbeiterinnen genannter Branche in Streit, da der am 1. September gefällte Schiedsspruch von den Arbeitgebern abgelehnt wurde. Der Schiedsspruch sieht Wochenlöhne vor für Kutscher und Arbeiter von 3200 M. und für Arbeiterinnen von 2650 M. Sollten sich die Verhältnisse bis zum 15. September wesentlich verschlechtern, foll in neue Verhandlungen über die Löhne ab 15. September 1922 eingetreten werden. In den Verhandlungen beim Oberpräsidenten am 12. September erklärten die Arbeitgeber, nicht mehr wie 2800 m. für Kutscher und Arbeiter und 2250 m. für Arbeiterinnen zu zahlen. Die am 12. September stattgefundene Bollversammlung der Arbeiter nahm den Bericht der Lohnfommission entgegen und be. schloß in geheimer Abstimmung einstimmig, die Arbeit nicht eher aufzunehmen, bis die Arbeitgeber den Schiedsspruch anerkannt haben. Der Transportarbeiter- Berband bittet alle Kollegen und Genoffen, strengste Solidarität zu üben. Jeder arbeitende Kutscher und Arbeiter muß einen Ausweis haben mit dem Bermert, daß die Firma bewilligt hat. Wer diesen Ausweis nicht hat, ist als Streitbrecher anzusehen. Blumen- und Federnarbeiterinnen. Am Mittwoch berichtete der Bevollmächtigte Rüder vom Die Spipenorganisationen, insbesondere die Eisenbahnerver- Fabritarbeiterverband in einer start besuchten Versammlung, daß bände, find bereits Freitag im Reichsverkehrs- und im Reichsfinanz- der Schlichtungsausschuß einstimmig einen Schiedsspruch gefällt minifterium wegen sofortiger Anberaumung neuer Berhandlungen habe, der die Erhöhung der Tariflöhne der Facharbeiterinnen uni vorstellig geworden. Das Reichsfinanzministerium hat sich für 100 Broz, der Hilfsarbeiterinnen um 140 Pro3. vorsah. Obwohl der Donnerstag zu Verhandlungen bereit erklärt; die Eisenbahnervers Schlichtungsausschuß die Berechtigung der Nachforderung für die bände haben aber feinen Zweifel darüber gelaffen, daß die Berhand- zweite Hälfte August anerkannte, hat er doch von einem dahinzielen lungen im Interesse beider Parteien und der Allgemeinheit min ben Spruch abgesehen. Nach längerer Diskussion nahm die Vers deftens Anfang nächster Woche stattfinden müssen. Während sammlung folgende Resolution an:" Die Gruppenversammlung der < ber Reichsverfehrsminister fich fofort zu Verhandlungen bereit Blumen- und Federnarbeiterinnen nimmt den Schiedsspruch, troh erklärte, glaubt der Reichsfinanzminister noch einige Tage für die dem er die Arbeitnehmer nicht voll befriedigt, an. Sollten die Arerforderlichen Vorarbeiten nötig zu haben. Es ist aber troẞdem beitgeber den Schiedsspruch ablehnen und die Auszahlung der fest anzunehmen, daß die Staatsbediensteten noch in nächster Woche in gefeßten Löhne am Freitag nicht erfolgen, beauftragt die Gruppenben Besiz weiterer Zahlungsmittel gelangen. persammlung die Verbandsleitung, alle Maßnahmen zu treffen, um die Annahme des Schiedsspruchs und die Auszahlung der Löhne zu erzwingen. Jezt wird bekannt, daß die Arbeitgeber den Spruch abgelehnt haben. Die Arbeitgeber glauben also, daß es einer 24jährigen Hilfsarbeiterin möglich ist, mit einem Wochenverdienst von fage und schreibe 900 m. oder einer Facharbeiterin mit 1575 M. oder einem verheirateten Ausschläger mit Rindern mit 1775 M. in der jeßigen Zeit auszufommen. Wir geben der Deffentlichkeit von diesen Hungerlöhnen Kenntnis und hoffen, daß der einstimmig gefällte Spruch für verbindlich erklärt wird. Die Lage ist ernst. Hoffentlich weiß das Reichsfinanzminifterium das richtig einzuschäßen. Trotz der nicht zu bestreitenden Rot ist deshalb allen Arbeitnehmern etmas Geduld zu empfehlen, damit die Ausnutzung der Lage zu unlauteren Zwecken vermieden werden fann. Das Reichsfinanzministerium hat die Spikenorganisationen und den Beamtenausschuß des Reichstages für Donnerstag, den 21. September, nachmittags 2 Uhr, zu einer Beratung über die neue Befoldungsregelung eingeladen. Betriebsräte! Die Gruppenvollversammlung der Gruppe XI: Metallindustrie, ist am Montag, den 18. September, abends 7 Uhr, im Dresdner Rafino, Dresdener Straße 98, der Gruppe VII: Holzindustrie, am Dienstag, den 19. September, abends 7 Uhr, im Dresdner Rasino, Dresdener Str. 96, der Gruppe V: Freie Berufe, am Montag, den 18. September, vormittags 10 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienstr. 17, Der Gruppe IV: Chemische Industrie, am Mittwoch, den Die Löhne der Müllkutscher. SPD.- Fraffion Awo. Am Montag findet um 24 Uhr an be fannter Stelle eine Sigung aller SPD. Betriebsräte und gegeben. Es ist Pflicht der Kollegen, zu erscheinen. Bertrauensleute ſtatt. Tagesordnung wird dort bekannt Der Fraktionsvorstand. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommiffion hat zu Mittwoch, 6½ Uhr, im Saal 1 des Gemerfschaftshauses eine Plenarversammlung einberufen, die sich mit einer Beitrags. erhöhung, der Erhebung eines Kulturbeitrages und der„ Boltsfür forge" befaßt. Ueber wirtschaftliche Tagesfragen wird Genoffe Graßmann vom ADGB. fprechen. Generalstreitbeschluß nach. In Marseille, Bordeaur, Le Havre, Dün Die franzöfifchen Seeleute tamen in den meisten Häfen dem firchen, Calais und Sainte Lazaire ist der Ausstand allgemein. 8entralverband ber Töpfer. Montag nachmittag pünktlich 2 Uhr außer Der Stand unserer Lohnbewegung und weitere Beschlußfassung. ordentliche Mitgliederversammlung im großen Gaale des Gewerkschaftshauses. Rein Rol lege, ob in Privat oder auf Bauten beschäftigt, darf in diefer Bersammlung fehlen. Das Mitgliedsbuch ist am Eingange vorzuzeigen. Der Vorstand. Betriebsräte der Solzarbeiter aus der Metallinduftie Montag abend 7 Uhr im Deutscher Solzarbeiterverband. Bersammlung der Bertrauensleute und Berwaltungssaal, Rungestr. 30. Die Ortsverwaltung. Musikinstrumenten. arbeiter. Dienstag 7 Uhr findet die Gigung der Branchenkommission bet Bieberstein, Adalbertstr. 59, statt. Die Branchenleitung. Zentralverband der Schuhmacher. Montag 6 Uhr Branchenversammlung der Stepperinnen der Hausschuhindustrie im Betrieb und Heimarbeiterinnen, Röpenider Straße 127a. Branchenversammlung der Ballschuhmacher nachmit tags 5 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17. Deutscher Transportarbeiterverband. Handelsarbeiter und-arbeiterinnen aus allen Betrieben der Lederwirtschaft. Montag 5 Uhr Branchenversamm lung in den Residenz- Festfälen, Landsberger Straße 31. Handelshilfsarbeiter und-arbeiterinnen aus allen Betrieben der Engrosfonfektion und Bekleidungs industrie Dienstag abend 6% Uhr in den Sophien- Sälen, Sophienste. 17/18, Branchenversammlung. Berband der Gemeinde. und Staatsarbeiter. 5. Berwaltungsbezirk( Fried richshain). Montag abend 6½ Uhr im Freischüß", Fruchtstr. 36a, Betrteos versammlung. Dienstag 25 Uhr in den Kammerfälen, Tettower Str. 1-4, Branchenversamm lung aller unter den Api- Bertrag fallenden Buchbinder und Buchbinderei arbeiterinnen der reinen Buchbindereien, Geschäftsbuchfabriken und Brief. umschlagbetrieben. Mittwoch 45 Uhr im Gewertschaftshaus, Gaal 4, Brans Tagesordnung beider Versammlungen: Bericht von den Lohnverhandlungen chenversammlung der in Buchdruckereien beschäftigten Buchbinderperfonale. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Buchbinderbranche Die Branchenleitung. Zentralverband der Angestellten. Berbandsmitglieder, bie Mitglieder bes Barmer Erfagfrantentaffe find, besuchen die Generalversammlung am 21. Sep tember, 6 Uhr, in den Muſiterfälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 80-31. Berantwortlich für den rebaft. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: b. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Sierzu 2 Beilagen und Die Bücherschan". Jogal 11 hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenschmerzen. Sicht Rheuma Ischias Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. In alles Apothelen erhältlich. 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Des Rätsels Lösung: dauernde Unterernährung. Die im Borwärts" vor mehreren Monaten veröffentlichten| Preise zurzeit noch nicht ganz auf der Höhe" sind. Schon beim Mitteilungen aus den Haushalten von Lohn- und Ge- Bret ist das Verhältnis sehr viel ungünstiger: sein Preis stellt sich haltsempfängern haben damals weiteste Beachtung gesun- heute über doppelt so hoch als vor pier Monaten. Die Familie den. Auf die von uns gestellte Frage ,, Wie kommst du aus?" hatten braucht für zwei Erwachsene und drei Kinder von 3-10 Jahren wir Antworten erhalten, die manchen Einblick in die Notlage der auf wöchentlich vier Brote, im Mai zum Preise von 61,80 m. ihren Arbeitsverdienst angewiesenen Bevölkerung gewährten. Sie Brotaufstrich und zur Speisenbercitung sind inzwischen fast unerim September zum Preise von 152 m. Fettigkeiten" zum zeigten das überall bestehende Mißverhältnis zwischen schwinglich geworden, aber es ist unmöglich, ganz auf sie zu ver Einnahme und Bedarf, den aussichtslosen Wettlauf zwischen zichten. Vor vier Monaten brauchte die Familie wöchentlich 3% unaufhaltsamen Warenpreissteigerungen und Pfund billigste Margarine für zusammen 98 M., heute ist für das= nach hintenden Lohn- und Gehalterhöhungen, die selbe Geld nicht viel mehr als Pfund zu haben. Bei den im bittere Notwendigkeit der Einschänkung des Lebensmittelverbrauches Geptember geforderten Margarinepreisen von zeitweise 200 M. und und die schwere Gefahr der zur Regel gewordenen Unterernährung. mehr pro Pfund mußten für 3½ Bfund mindestens 700 m. angeInzwischen haben die Preissteigerungen sich in noch ra- legt werden, mehr als das Siebenfache des früheren Preises. Wurde piderem Tempo fortgesezt. Wer wird behaupten wollen, die margarine zum Teil durch Schmalz ersetzt, so stellte sich die Aus= daß die seitdem gewährten neuen Lohn- und Gehalterhöhungen mit sabe noch höher, weil Schmalz in den letzten Wochen bis zu 240 m. pro Pfund testete. Wie weit tommt da die Familie mit ihren auf ihnen Schritt gehalten hätten? Nach den sich überſtürzenden Sprün- noch nicht das Dreifache gestiegenen Einnahmen? Fleisch gehört zu gen, die wir bei der Preisbewegung in den letzten Wochen schau- den Genüffen, auf die viele Leute längst verzichtet haben. Aber nicht dernd erlebten, ist heute der Abstand zwischen Ein jeder fann das, ohne daß er sich in seiner Arbeits- und Erwerbsnahme und Bedarf weiter als je. Die Decke, nach der fähigkeit schädigt. Die von uns befragte Familie gab vor vier Mowir uns streden sollen, damit sie zureicht, ist wieder noch knapper naten für wöchentlich 1-2 Pfund Rindfleisch 40-80 m. aus, heute geworden. Noch schwieriger geworden ist die den Frauen ge- muß fie für billigste Bare, wenn sie sich denselben Fleischverbrauch stellte Aufgabe, mit den unzulänglichen Lohn- oder Gehalteinnahmen von 1-2 Bfund pro Woche leisten will, 100-200 m. aufwenden. Uebrigens fönnen alle unsere Angaben über Preise bis zu dem Zeitdie Wirtschaft zu führen und für die Familie das Notwendigste an punkt, wo diese Betrachtung vorliegen wird und unseren Lesern vor Augen tommt, schon wieder durch neue Breissteigerungen überholt Wir wollen denen, die wir vor Monaten befragten, wie sie aus- fein. Fleischverächter empfehlen dem Arbeiter gern Erbsen, Bohfommen", jetzt aufs neue diese Frage vorlegen. Dabei soll von vorn nen, Haferflocken, Nudeln, Reis, Gries, Mehl als nahrhaften Erfah. herein einem Mißverständnis vorgebeugt werden, dem wir damals aber bei diesen Nahrungsmitteln ist in den letzten Monaten der bei manchem unserer Leser begegneten. Wir sind nicht der Mei- Breis noch ärger gestiegen als beim Fleisch. Von den genannten nung, daß es vielen anderen Leuten nicht noch schlechter geht. Jas Waren verbrauchte die Familie vor vier Monaten wöchentlich für wohl, es ist richtig, daß Soziaireniner, Erwerbslose, Unterstützungs- 50-100 m., heute müßte sie 200-400 M. dafür ausgeben, wenn empfänger noch sehr viel schlimmer daran sind. Aber die ganze sie noch dieselbe Menge faufen will. Schwere dieser Zeit zeigt sich darin, daß heute selbst Familien, die sich sozusagen geregelter" Einkommensver= hältnisse erfreuen, taum das Notwendigste zum 2ebensunterhalt beschaffen fönnen. Gerade darum heschränken wir uns auf die Wiedergabe von Mitteilungen solcher Bersonen, die noch zur Arbeit fähig sind, Beschäftigung haben, und John oder Gehalt beziehen. Nahrung und Kleidung zu beschaffen. Ein Arbeiterhaushalt. Die Ernährung des Nachwuchses. Ebenso schwierig wie die Ernährung der förperlich arbeitenden Eltern ist die der noch in zartem Alter stehenden Kinder. Bon einer längeren Dauer der Teuerung haben wir die ernsteste Gefährdung der fommenden Generation zu erwarten. Milch, Zucker, Obst sind unentbehrlich für den Nachwuchs, aber unerschwinglich für den Geld beutel vieler Lohn- und Gehaltsempfänger. Für 14 Liter Milch pro Woche gab die Familie vor vier Monaten 89,60 m. aus( teils auf Rarten, teils im freien Handel), heute fosten sie 476 M., mehr als das Fünffache. Man stelle sich vor, daß bei baren 2107,90 m. An erster Stelle berichteten wir damals über die Wirtschafts: Wochencinfommen nur für Milch 476 M. aufgewendet werden führung der Familie eines Ungelernten". Weil sein Lohn unzufänglich war, mußte die Frau mitverdienen. Wie sieht es bei den follen! Morgen tritt eine weitere Steigerung des Milchpreises Bon Obst wird Beuten jetzt aus? Im Mai hatte der Mann wöchentlich 750 m. ein, so daß fortan 14 Liter fchon 532 m. toften. Lohn, mozu noch wöchentlich 70 m. aus Erwerbsarbeit seiner Frau nur geringwertige Ware getauft, täglich 1 Bfund zum Schmoren, famen, so daß die Gesamteinnahme pro Woche 820 M. betrug. Nam aber bei den heutigen Preisen erfordert auch das schon 60-70 m. Abzügen für Steuern und Versicherung blieben von den Löhnen der pro Woche. Zucker, der hierzu nötig ist und auch sonst den Kindern beiden Eheleute im ganzen 750 m., die zum Lebensunterhalt für nicht vorenthalten werden foll, foftet 60 M. pro Pfund, natürlich zwei Erwachsene und trei Kinder reichen sollten. Heute verdieniuslandzucker". Bisher hat die Mutter besonderen Wert darauf pro Woche der Mann 1900 M., die Fran 360 M., das sind zusam- gelegt, den Kindern möglichst viel Milch und Obst zu geben. Doch men 2260 M., die durch Abzüge sich auf 2107,90 m. pro Woche ver- wer soll das bei so tollen Breissteigerungen noch durchführen! Da ringern. Das Einkommen ist, wie man sieht, auf annähernd das reicht das Einkommen einer Arbeiterfamilie nicht aus, auch dann Dreifache gefliegen- doch gebeffert hat sich die Lage der Familie nicht, wenn die Frau mitverdient. nicht. Preissteigerungen über Preissteigerungen. Schon lange fonnte diese Femilie fich nur das Notwendigste Teiften, aber nach den wucherijchen Preissteigerungen der letzten Monate und Wochen ist sie tros Einfommenssteigerung zu noch weiteren Einschränkungen des Lebensmittelverbrauches genötigt. Für den Bedarf an Kartoffeln, wöchentlich Bentner, wendete fie im Mai 150 m. pro Woche auf. Heute zahlt sie nicht viel mehr, 180-190 m. für ½ Zentner, wir stehen aber jetzt auch in dem für die Kartoffelbeschaffung sehr viel günstigeren September. Welchen Kartoffelpreis haben wir in den Wintermonaten und vollends im werden kann. Sonntag, 17. September 1922 ter zu verschlechtern, die Qualität immer tiefer herabzubrücken und die Quantität immer farger zu bemessen. Auf die Frage ,, Wie kommst du aus?" müssen jetzt nur zu viele Lohnund Gehaltempfänger antworten:„ Nur dadurch, daß ich mit mater ganzen Lebenshaltung immer weiter hinter dem Eristenzminimum zurückbleibe, daß die Familie durch dauernde Unterernäh tung das Manto des Einkommens auszugleichen ucht, daß wir mit unseren Ansprüchen längst nicht mehr über das Allernötigste an Nahrung, Kleidung und Wohnung hinauszugehen wagen und auf Ausgaben für Erholung und Bildung fast gänglic verzichten. Nur unter Entbehrung und Berelendung temmen wir aus." Schlemmersteuer. Wer nicht gerade Gastwirt ist, fann es und wird es nicht begreifen, warum sich dieser Stand mit einer Heftigkeit und Energic, die wirklich einer besseren Sache würdig wäre, gegen die Schlemmer steuer wendet. Diese Besteuerung ist bekanntlich gar nicht gegen die Gastwirte gerichtet, sondern gegen die, die das Geld dazu haben, in den Wirtschaften große Bechen zu machen. Der Gast, der in einem Lokale seine Mahlzeiten einzunehmen gezwungen ist, und dazu sein Glas Bier trinkt, der Gast, der sich durch einen fleinen Magenbitter von einer vorübergehenden Magenverstimmung befreien will, der Gast, der in einem Kaffee eine Tasse Kaffee trinkt und Kuchen dazu verzehrt, wird von dieser Steuer nicht betroffen. Wer aber ins Restaurant geht, um sich zu amüsieren und dort große Zechen zu machen, der fann auch ruhig seinen Obolus für die Notleidenden in Staat und Kommune beitragen. Jemand, der tausend Mart und darüber für Genüsse auszugeben in der Lage ist, der wird sich nicht davon zurückhalten lassen, ein Lotal zu besuchen, wenn er statt 1000 m. 1100 m. bezahlen soll. Leider ist es technisch unmöglich, die Schlemmerei im Hause steuerlich zu erfassen. Das ist doch aber kein Grund, auf die Besteuerung der Schlemmerei dort zu verzichten, wo man sie fassen kann. Geradezu lächerlich wirkt das von den Wirten vorgebrachte Argument, die Kellner fönnten„ nicht so komplizierte Rechnungen", wie sie die Schlemmersteuer erfordert, ausführen, der Rechnungsund Quittungszwang lege den Wirten neue Lasten auf, denn er er. fordert neue Angestellte. In den meisten Lotalen wird ja heute schon die Zeche schriftlich auf einem Rechnungsformular dem Gaste präsentiert und rechnen können die Kellner wirklich sehr gut. Wenn sie also auf die fertig ausgestellte Rechnung noch die prozentual aus. zurechnende Steuer hinzusetzen, so ist das eine derart Kleine Mehrarbeit, daß darüber kaum ein Wort zu verlieren ist. Diese Rechnungen brauchen ja nur aufbewahrt zu werden, die auf sie bezahlten Steuern in eine besondere Kaffe gelegt zu werden, der Wirt hat nur nötig, die Rechnungen mit dem Geld der Steuerbehörde einzureichen und die Arbeit ist getan. Die Steuer mag technisch einige Mängel haben, aber da sie im Prinzip gerecht ist, muß sie durch. geführt werden und wenn sich die Gastwirte noch so sehr dagegen sträuben. " Wissenschaft der Hand". Freisprechung einer Handlesekünstlerin. Ueber die Handlesekunst, die von verschiedenen Seiten als Wissenschaft, oder zum mindesten als werdende Wissenschaft ange sprochen wird, fällte das Schöffengericht Berlin- Mitte ein bemerkens wertes Urteil. Unter der Anklage des Betruges stand die„ Künstlerin der Handlesekunst", Madame Philipp. Eine einfache Zusammenzählung nur der oben angegebenen Nahrungsmittel nach Menge und Preis ergibt, daß die Ausgaben pro Woche schon die gesamten Einnahmen übersteigen, so daß die Die Angeklagte hatte ein Institut für Handlesekunst eingerichtet früheren Mengen gar nicht mehr getauft werden und ließ in der nördlichen Friedrichstadt Bettel des Inhalts verteilen: tönnen. Da fehlen aber noch die sehr bedeutenden Aufwendun Wissenschaft der Hand- und Kartendeutung von Madame gen für Feuerung, von der jede Breßtohle jetzt je nach Größe 2,50 Philipp. Unter ihren zahlreichen Kunden ermittelte die Polizei bis 3. foftet, auch alle Ausgaben für Schuhwert und für Erneue- auf eine anonyme Anzeige hin ein junges Mädchen, das sich von rung der aufgebrauchten Wäsche und Kleidung, die selbst von der der Angeklagten ihre Zukunft hatte wahrsagen lassen und dafür geschichtesten und fleißigsten Hausfrau schließlich nicht mehr geflicht freiwillig 8 M. gegeben hatte. Die Zeugin behauptete, daß alle Für die Frauen ist jetzt die Wirtschafts- lichen Verhältnisse richtig gewesen seien. Geld Angaben über ihren Bräutigam und ihre persön= nächsten Frühjahr zu erwarten? Das Gemüse ist in diesem Sommerführung ein Martyrium, das zu ertragen den Mut und hatte die Angetlagte nicht gefordert. In ihrem infolge der feuchten Bitterung so gut gebiehen, daß hier das reich die Kraft eines Helden erfordert. Weil man nicht an Sprechzimmer war ein Anschlag, auf dem es hieß: Wahrsagen erTiche Angebot die Preistreibereien einstweilen noch erschwert. Kar- dauernd mehr ausgeben tann, als man einnimmt, so bleibt nur folgt unentgeltlich, Charakterbeuten nach Belieben. toffeln und Gemüse sind leider die einzigen Nahrungsmittel, deren übrig, Woche für Boche die Ernährung immer wei- Philipp behauptete nun, daß sie sich seit Jahren mit dem Studium Allabendlich versammeln sich mehr und mehr Estimos in ,, Das behauptest du," widersprach Sachawachiaf, aber Sachawachiats Hütte, um ihm zuzuhören, und das Gerücht von dem neuen Geschichtenerzähler verbreitet sich über Nuwut und zu den in der Nähe wohnenden Eingeborenen. 10] Sachawachiak der Eskimo. Bon Ejnar Mikkelsen. Madame bann fommen wir alle in die Hölle. Denn ich sage dir, daß es notwendig für uns ist zu lügen, wir fönnen sonst nicht mit unseren Frauen auskommen, auch nicht mit anderen aber Er eifert gegen Uljarat und seine Zuhörerschar; er spricht fage mir, Hastings, was mun? Weshalb sollen wir die an In einer anderen Hütte sitzt Mr. Hastings, er erzählt. von ihm als von einem Teufel und ermahnt alle zur Vorsicht beren neun Gebote halten, wenn wir täglich gezwungen sind, auch, aber vor einem kleineren Kreis. Er erzählt von einem gegen ihn. Er erklärt alle Geschichten, die Uljaraf aus alten bas eine zu übertreten? Wir kommen ja in die Hölle, nadh Kinde, das Jesus hieß, und das, von einer Frau geboren, Beiten von Rache und Strafe für begangene Verbrechen er dem, was du fagit, gestraft werden wir, ob wir nun einen cuf die Erde kam, um ihre Tewohner, die in Unwissenheit zählt, für unwahr und Heidentum nein Moses, ein Mann totschlagen oder nicht, oder irgend etwas von dem anund Heidentum dahinlebten, zu erlösen. Er erzählt von dem Mann, der vor langer Zeit lebte, hat mit Gott gesprochen und deren tun, was verkehrt ist nein, Hastings, ich finde, da ist Gott der Weißen, der großen, alles sehenden, allwissenden, hat von ihm Bescheid bekommen, wie die Menschen leben bas beffer, was Ujarat erzählt. Er sagt, daß es eine Strafe allmächtigen Gottheit, für die nichts unmöglich ist und die müßten, was man tum und was man lassen soll. Es sind nur für jede Uebertretung gibt. Das ist gerecht, das können wir Estimos lauschen, sie verstehen es nicht, fönnen es nicht begreifen, wie ein Wesen alles sehen, alles wissen und alles hören zehn Gebote, gegen die vielen hundert Erzählungen von uljaraf; übertritt feins von ihnen und der Himmel ist dir fann in Nuwuk sowohl wie in Boint Hope und weit, weit fort gewiß; doch erliegst du der Versuchung, vergißt du bloß ein bis ganz im Lande der Kofmoliten. Sie meinen, das sei un einziges von den Geboten, ist die Hölle dir sicher. möglich, begreifen auch nicht, wie etwas durch das Erddach des Iglu zu ihnen heruntersehen kann, am allerwenigsten, wie es zugeht, daß einer missei fann, woran man denkt. Sie verstehen es nicht, sie schütteln den Kopf. Was erzählt der Mann da für Geschichten, so was hat man nie in Nuwut gehört, ob es nicht Lügen sind? So sprach Mr. Hastings. Man hatte im Anfang wenig verstanden, verstand nun noch weniger. Freund Hastings, es war Sachawachiat, der sprach, lügst du niemals?" Ich? Nein, niemals!" Sachawachiat grübelte nach. Hastings, mein Freund, lebt ihr Beißen mit Frauen zusammen, wie wir habt ihr eine Frau zu Hause in eurem Iglu, eine, die mit dem Effen auf euch wartet, die eure Felle gerbt und eure Sachen näht?" Ja," sagte Hastings ,,, die haben wir, wie ihr. Wie eure Frauen, so sind auch die unseren." Und Hastings erzählt weiter. Er erzählt von dem Leben nach dem Tode unfaßlicher Gedanke Tod ist doch Tod, wie fann man da wieder lebendig werden? Aber hier kommt Dieser Fremde und erzählt von einem neuen und besseren Leben als das, was wir hier auf Erden leben, von dem Hastings," fuhr Sachawachiaf fort, du weißt, daß Himmel, wo alles licht und schön ist und wo die Guten hin- Igluruf meine Frau ist, und ich bin ihr gut, aber gefchehen fommen, und dann von der Hölle besonders von dieser, kann es doch, daß ich an Orten war oder etwas erlebt habe, wo die Bösen leben müffen, lange, unendlich lange, in Hige, wovon Igluruf nichts wissen darf. Also schweige ich, aber in Flammen und ewigem Feuer. Men wirft einander ver- fragt sie und will Bescheid habenja, so bekommt sie den, stohlene Blide zu und flopft sich voller Wohlbehagen bei dem aber nicht den richtigen, denn es ist das Recht des Mannes, Gedanken. Es ist falt da draußen, der Nordwind heult, und zu beurteilen, was der Frau am besten frommt. Weshalb soll der Schnee stiebt hoch Mr. Hastings Zuhörer ziehen die ich Iglurut betrüben? Weshalb soll sie sich ohne Grund er emig glühende Hölle dem Himmelreich der Guten vor wes- zürnen? Nein, weit beffer ist es, daß ich fie belüge, nur wenig, halb also gut fein? in menig mie möglich, aber doch genug, damit sie froh ist und Aber Mr. Hastings fährt fort zu erzählen; immer und ihr das verborgen bleibt, was sie meinen machen würde. Sieh, immer wieder; er erzählt schöne Geschichten von solchen, die fo machen wir es, so sind unsere Frauen, seid ihr Weißen von er fromme Männer und Frauen nennt; er erzählt von Gott uns verfchieden, sind eure Frauen anders? Ich habe doch und von allem, was er gemacht hat; er erzählt die Schöpfungs weiße Männer getroffen, die logen und ohne Grund logen." gcichichte und meit, weit mehr; es flingt alles zufammen so Ja," erflärte Saftings, das ist gelogen. Alles, was unfaßlich, und die Eingeborenen wissen faum, was fie glauben nicht ganz wahr ist, ist Lüge, ob es nun in quter Absicht oder follen. Mr. Hastings ist ja fonit zuverlässig, und feine Ge- nicht gesagt wird, man harf es nicht tun, die Gebote follen chichten find neu und besser als Ujarats, daher ziehen sie.| wörtlich befolgt werden, sonst tommt man in die Hölle." verstehen!" Die Estimos sahen einander verstohlen an und lächelten denn Sachawachiat drückte gerade das aus, was sie alle fühlten. Armer Mr. Hastings, es ist schwer, die Moral der Weißen den Eingeborenen einzubläuen, besonders schwer, wenn die Eingeborenen die weißen Männer gut fennen und fast unmöglich, wenn diese Weißen Walfischfänger sind es ist aber ausgeschlossen, wenn ein Paar, wie Jim Hacklett und der schwarze Joe, unter den Eingeborenen wohnt; die lachten über den Missionär, verspotteten seine Religion, und ihr Leben und Treiben in Nuwuf war fein glänzender Beweis für die Lehre des weißen Mannes. Denn die Seeleute fühlten sich ganz frei und ungebunden. Rum ersten Male in ihrem ganzen Leben waren sie jeglichen 3wanges ledig. Sie hatten reichlich zu essen, tonnenweis Spiritus und vielbegehrte Handelswaren, fie besaßen alles, mas sie wünschten, oder fonnten es sich kaufen, entweder im guten, mit Hilfe der vielen herrlichen Dinge, von Bowheads" Brad, oder im bösen durch Spiritus. 11 auspuhten, so daß fie fürchterlich anzusehen maren, mit Berlen Sie hatten sich Frauen getauft, die sie schmückten und herund Glasstüden behängt, aufgedonnert. daß sie kaum noch verdienten, Frauen genannt zu werden. Sie hatten ihre auten, altmodischen Belze für moderne Sachen abgelegt; an Stelle des Anoral trugen sie nun eine Taille, und die warmen Hosen waren durch luftige Röcke erfeßt. Um den Kopf hatten sie Tücher gebunden, und eine grelle farbe nach der anderen verriet immer lauter ihren Unverstand, ihre Torbeit, ihre barbariiche Pugfucht, während sie froren, froren, so daß ihnen die Zähne flapperten. ( Sortjegung folgt.) Jung- Werners Abschied und Flucht. Die Nord- Süd- Bahn erneut gefährdet? Die Bauarbeiten an der Untergrundbahn Nord- Süd sind im Laufe dieses Sommers wesentlich gefördert worden. Die Teuc= rungswelle, die beim Magistrat den Gedanken aufkommen ließ, die sämtlichen Tiefbauten der Stadt Berlin einzustellen, bedroht des Charakterdeutens aus den Handlinien beschäftigt habe. Ihr Lehr-| fann man sich nicht wundern, wenn dann die ihrer Dbhut anver meister fei Grätzte gewesen, der in eingeweihten Kreisen als König trauten Rinder Unheil stiften. Es wäre geboten, daß die Schu1dieser Schwarzfunst gilt. Dafür habe sie 1000 m. Lehrgelb behör den sich hier einmal ins Mittel legen. bezahlt. Bräßte bestätigte als Zeuge auch, daß die Angeklagte sechs Bochen lang bei ihm theoretischen Unterricht aus Büchern und zu gleich praktischen Unterricht in seiner Sprechstunde an den Händen feiner Runden erhalten habe. Nach seinen Behauptungen Zu der Millionenunterschlagung des 25jährigen Kassenboten nun auch die endliche Fertigstellung der Bahn, dic, gehören zu seinen Kunden Aerzte und Pfarrer. Werner wird uns noch mitgeteilt, daß der ungetreue Angestellte wie wir seinerzeit meldeten, zum 1. Januar fommenden Jahres in Rechtsanwalt Themal vertrat die Anficht, daß strafrechtlich nur dann seinen Streich vorher sorgfältig vorbereitet hatte. Seinen um zwei Betrieb genommen werden sollte. Zwar hat der Magistrat die EinBetrug in Frage fäme, wenn die Angeflagte nicht selbst an ihre Jahre jüngeren Bruder Ernst hatte er in seinen Blan eingeweiht ſtellung nur derjenigen Hoch- und Tiefbauten beschlossen, die noch Runft geglaubt habe. Es liege fein Betrug vor, da die Zeugin und ihn ausführlich mit ihm besprochen. Der Tag der Unterschlagung nicht weit fortgeführt worden sind und deren Einstellung ohne Geerklärt habe, daß alles stimmte, was die Angeklagte ihr gesagt habe. mar auch vorher festgesetzt, da Werner wußte, daß er an diesem fahr für das Bauwerk oder die Umgebung ohne weiteres möglich Das Gericht nahm den Standpunkt ein, daß es wohl möglich Tage wieder große Geldmittel zu bestellen hatte. Außerdem ist. Nach diesem Beschluß würde die Nord- Süd- Bahn weitergeführt fein fönne, eine fürzere Darstellung des Charafters aber hatte er noch einem anderen Kassenboten die werden müssen, denn die Bohlenabdeckungen der Baugruben bilden aus den Handlinien zu geben. Ueber diesen Rahmen sei Bestellung von 4000 Dollar abgenommen. Wie fest- eine ständige Gefahr für den Straßenverkehr, und die Bauten stehen die Angeklagte nicht hinausgegangen. Deshalb läge der Tatbestand des Betruges nicht vor. Die Angeklagte wurde freigesprochen. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die... Bor dem Schwurgericht des Landgerichts II wird in den nächsten Tagen ein interessanter Totschlagsprozeß zur Berhandlung fommen, der einen tiefen Einblick in die Psyche einer eifersüchtigen Frau geftattet. Begen Totschlags an ihrem eigenen Ehemann, dem Profuristen Richard 2, wird sich am genannten Tage die Witwe Banda Lehmann, geb. Lieber, aus Steglitz zu verantworten haben. POSTABONNENTEN welche auch im nächsten Monat Wert auf eine regelmäßige Zustellung des Vorwärts" legen und eine Unterbrechung in der Zustellung vermeiden möchten, müssen die Erneuerung des Postbezuges in den Tagen vom 15. bis 20.d.M. bei dem zuständigen Postamt vornehmen Vorwärts- Verlag G. m.b.H. In den Mittagstunden des 15. Oftober v. J. erschien die hoch= elegant gefleidete und sorgfältig frisierte Ange= flagte auf dem Steglizer Bolizeiamt und gab dort mit einer Ruhe, als handle es sich um eine polizeiliche Anmeldung, zu Protokoll, daß gestellt werden konnte, hat Ernst Werner an dem Tage morgens fie vor einigen Stunden mehrere Schüsse auf ihren Ehemann ab früh seine in der Bamberger Straße wohnhafte Geliebte aufgesucht, gegeben habe. Ob er noch lebe, wife sie nicht. Die Polizeibeamten sich von ihr verabschiedet und ihr gesagt, daß er sie längere Zeit nicht begaben sich sofort nach der in der Borstelstraße gelegenen Wohnung fehen werde. Gegen 10 Uhr vormittags ist er dann in Begleitung und fanden dort den Ehemann mit einer Reihe von Schußverletzun- einer etwa 35 Jahre alten Frau in einem Café in der Passage gegen tot auf. Der Tote lag auf dem Boden, und umgeworfene Stühle, fehen worden. Anscheinend haben die drei die Fahrkarten nach vom Tisch geriffenes Kaffeegeschirr sowie ein Büschel Frauen Güstrow, die der Kassenbote ebenfalls zur Bestellung erhalten hatte, haarein der zufammmengeballten hand des Toten tatsächlich benutzt. Es fonnte festgestellt werden, daß drei Personen, fießen auf einen schweren Kampf schließen. Weitere Ermittlungen auf denen die Beschreibung der Gebrüder Werner und der Frauensergaben, daß die Ehe sehr unglücklich gewesen ist. Zeugen behaupten, person paßt, den Zug um 6 Uhr nachmittags dorthin benutzt haben. der Mann habe einen außerordentlich ruhigen Cha. Es besteht auch so die Möglichkeit, daß Werner gestern in Hamburg rafter gehabt; er habe im Bureau häufig unter Borweisung von gesehen worden ist. Der jüngere Bruder Ernst ist besonders an Kraß- und Bißwunden die rasende Eifersucht seiner feinem start gekrümmten linken Bein zu erkennen. Frau erwähnt. Andere Zeugen wollen wahrgenommen haben, daß die Frau mit allen möglichen Gegenständen, einer brennenden Tischlampe, einem Klavierseffel, mit Stühlen uses. nach ihrem Mann geworfen habe. Der Bruder des Toten erhielt, als er ihm riet, seiner Frau doch einmal das Klavier an den Kopf zu werfen, die Antwort, daß er( der Tote) fich an Frauen nicht vergreife. Die Obduktion der Leiche ergeb, daß der tödliche Schuß, der das Herz getroffen hatte, von hinten in den Rörper eingedrungen ist. Es fol! unter Beweis gestellt werden, daß es sich um die Tat einer hysterischen Berfon handelt, die in der sogenannten Eifersuchtstrunkenheit begangen wurde, und es scheint sich bei der Frau das Wort zu bestätigen: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Ausstellungen und Messen. Obst und Gemüse. Ein gefährlicher Mädchenfreund. im allgemeinen auch unmittelbar vor der Vollendung, sieht man zunächst einmal von der Berbindungsstrecke Hallesches Tor Hermannplatz ab, auf der außer den Schachtarbeiten faum irgend welche anderen Arbeiten bisher in Angriff genommen worden sind. Da aber die Kosten für die Fertigstellung des Baues durch die Geld entwertung fast um das Dreifache gestiegen sind, so fehlt es an Geld, und die vor längerer Zeit für die Fertigstellung der Stammstrecke der Nord- Süd- Bahn zur Verfügung gestellten Mittel reichen nicht mehr aus, Wie wir erfahren, sind zwar die Arbeiten bisher an feiner Stelle eingestellt worden, doch besteht die große Gefahr, daß die Stadt Berlin die hierfür erforderlichen Mittel nicht aufbringen fann und die Bauarbeiten vorübergehend einstellen mus, Kein Spätverkehr nach dem Gesundbrunnen. Ein Zeitungsarbeiter schreibt uns: Die Bekanntgabe des erweiterten Spätverkehrs der Straßenbahnen werden die 2n gestellten der Zeitungs betriebe und Gastwirtschaften, die auf dem Geſund. brunnen wohnen, mit recht gemischten Gefühlen gelesen haben. Während man alle Außenbezirke und Vororte mindestens von der Leipziger Straße oder ihren Endplägen aus zu später Zeit erreichen fann, sind die Bewohner des Gesundbrunnens genötigt, entweder nach dem Alexanderplaz oder nach der Charlotterstraße, Ecke Unter den Linden( augenblicklich sogar bis zur Georgenstraße) zu wandern, um ihre legte Fahrgelegenheit zu erreichen. Für die im Zeitungsund Gastwirtsgewerbe Beschäftigten bedeutet das nach ihrer anstrengenden Tätigkeit in den späten Nachtstunden eine ungerech fertigte Härte. Sollte man ihre Wünsche nach besserer Berkehrsmöglichkeit nicht auch berücksichtigen fönnen? Durch Einlegung einiger Spätwagen der Linie 99 aber 116 ab BelleAlliance- Plaz, Hollmannstraße, Dönhoffplaz oder Krausenstraße wäre eine gute Nachtverbindung des Zeitungsviertels mit dem Ge fundbrunnen sehr leicht zu erreichen. Wir empfehlen diese wohlbegründete Anregung der Straßenbahndirektion zur Berücksichtigung. Die Not der Junglehrer. Unter Ausschluß der Deffentlichkeit verhandelte gestern die 5. Straffammer des Landgerichte III eine umfangreiche Anklage wegen Sittlichkeitsverbrechen, die sich gegen den Turnwart und Jugendleiter Walter Bürger aus Neukölln richtete. Der Angeklagte war Reiter eines Turnvereins in Neukölln und hatte als solcher auch die Veranstaltung von anderfahrten unter sich. Wie die Anklage ihm vorwirft, soll sich nun N. bei Eine Bersammlung der Hilfslehrkräfte Großeiner berartigen Wanderfahrt nach Gohrin, als er dort mit den Berlins, einberufen von der Berliner Lehrerfammer, beschäftigte jugendlichen weiblichen Wandervögeln auf einem fich aufs neue mit der Frage, wie den vor der Entlassung Seuboden übernachtete, an diesen in ſittlicher stehenden Junglehrern zu helfen ist. Die Junglehrerin Weise schwer vergangen haben. Der Angeklagte bestritt vor Gericht, sich strafbar gemacht an haben und behauptete, daß die Anzeige lediglich auf einen Rachealt einiger ihm feindlich gesinnter Turnvereinsmitglieder zurückzuführen fei. Dem Antrage des Staatsanwalts gemäß wurde der Angeklagte zu zwei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrberluft verurteilt. Außerdem wurde er wegen Fluchtverdachts sofort verhaftet. Rafieren mit Nepp. Zu der Gartenbauausstellung im Schloßpart Bellevue ift noch kurz vor Toresschluß eine Obst und Gemüseschau hinzugekommen. 3wei mächtige Belte bergen die Schäße an Obst und Gemüse, die oft das Produkt mühseliger Kleintulturen find. Die Obstbaugebiete des Havelgaues, Granfee, Berleberg und Beelitz find starf vertreten. Betritt man das erste Belt, so steht man vor einer richtigen Berliner Marktfuhre". Sie zeigt, wie Obst und Gemüse Die Beröffentlichung einer Busdrift in Nr. 420 des ,, Borwärts", muftergülitg verpackt werden müffen. Mächtige Bafete Mohrrüben, Rot- in der mit vollem Recht das schon während der Kriegszeit unliebfam fohlpyramiden, Weiß- und Wirfingfohl in Haufen lagern zu Füßen. bekannte Breisgebaren eines Friseurgeschäfts in der König Riefeneremplare von Kartoffein tauchen daneben auf, wobei besonders gräger Straße gefennzeichnet wurde, hat den Friseur Georg die frühe Woltmann auffällt. Der Reichsverband der Lint in Alt- Moabit veranlaßt, sich bei uns über diese BeröffentLaubentolonisten wartet mit gelben Tomaten am Stamme lichung zu beschweren. Man sollte annehmen, daß es im Interesse auf. lleberhaupt mangelt es nicht an Tomaten. Im eigentlichen der Friseure liegt, gegen jedes unreelle Geschäftsgebaren in ihrem Obstzelt will der reiche Obfifegen dieses Jahres fein Ende nehmen. Gewerbe Front zu machen. Herr Link geht zunächst an dem fritiAlle Sorten find hier zu finden, und fogar der winzige Paradies- fierten Falle vorbei, um in aller Breite die Notlage des Friseurapfel hat einen Blag auf der riesigen Ausstellungstafel erhalten. gewerbes zu schildern, der sich der Vorwärts" wiederholt angenom Mar fieht, mit welcher Liebe das Obst gepflegt worden ist, um men bat und die auch jetzt nicht bestritten werden soll. Niemand später einen guten Kritiker zu finden. Hingewiesen sei noch auf die wird den Friseuren das Recht der Anpassung ihrer Preise an den Statistit der Kreis- Randstraßenverwaltung in der Provinz Branden- gesunkenen Geldwert absprechen. Umsomehr aber sollten die Friseure burg. Sie zeigt, daß Guben mit seiner Obsternte an den Ranbon einem unreellen Preisgebaren abrüden, das nur straßen im Jahre 1921 an erster Stelle steht. Die Ausstellung dazu führen kann, bas Heer der„ Selbstrafierer" noch zu vergrößern. bleibt bis zum Montag geöffnet. Meister Lint jedoch ist der Meinung, der Einsender der Nepp- Notiz fei ,, im Rahmen geneppt" worden. Wer weiß- fährt er fort ,, ob seine Börse von anderer Seite so wohlbehaltene Behandlung gefunden hätte. Wenn das das erste Neppgeschick war, war's gnädig, jedoch aber nur, weil es vom Friseur fam. Blumen im Heim. Eine Ausstellung von„ Blumen im Heim", in dieser ernsten und erregten Zeit doppelt freundlich anzusehen, bietet Heß u. Rom im Haufe Leipziger Str. 107. Man sieht 72 in allen Stil= Wenn unangenehme Tatsachen burch solche Bemerkungen ab. arten eingerichtete 3immer, jeglichen 3wed und jeglicher getan werden könnten, dann gäbe es in den Fremden Friseur Behaglichkeit dienend, mit einem Blumenschmuck versehen, der ihrem geschäften teine Nepperei. Jeder ordentliche Geschäftsmann aber Charakter angemessen ist. Vieles darunter ist sehr freundlich und muß im Interesse des Ansehens und der Eristenz seines Gewerbes überaus anheimelnd, und vieles leider so tostbar, daß es nur für den von den Nepp- Praktiken abrücken. valutagesegneten Ausländer erschwinglich scheint. Doch lohnt sich ein Besuch aus dem Grunde, um die dekorativen Möglichkeiten des fünftlerisch angewandten Blumenschmuds im Wohnraum fennenzulernen. Die fünstlerische Leitung für den Blumenschmuck, der von Berliner und auswärtigen Blumengeschäften gestellt ist, hat 3. DIberg. Die Ausstellung bleibt bis zum 24. September geöffnet. Tabakmesse in der neuen Welt. Trog aller Zeitennot hat die Dritte Groß- Berliner Tabatmesse in der Neuen Welt wieder ihre Herbstzelte aufgeschlagen. Die großen Säle sind wieder dicht gefüllt mit allen Erzeugnissen der Tabatindustrie, und man merkt den Wandel, der sich in einem halben Jahr vollzogen, nur an den vervielfältigten Breisen, von denen der Raucher heute noch keine so rechte Borstellung hat. So eine annehmbare Zigarre wird mit 25 m. angeboten und die Zigarette ist schon" für 4 M. zu haben. Die Messe soll diesmal aus dem Grunde von besonderer Bedeutung sein, weil durch die hohe steuerliche Belastung der Tabaffabritate, durch die Einfuhrsperre für Tabat die Erzeugnisse des Tabafgewerbes außerordentlich im Breife gestiegen sind und die Ware sehr knapp geworden ist. Die Messe bleibt täglich bis 10 Uhr abends geöffnet und wird am Dienstag abends 8 1hr geschlossen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Frl. Troost berichtete über den Stand der Kündigungen, daß unter 1581 Hilfslehrkräften, die es zurzeit in Groß- Berlin gibt, 110 die Kündigung erhalten haben. In der Diskussion fam zum Ausdrud, daß es für die Gemeinden unmöglich ist, allein zu helfen. Stadtschulrat Dr. Löwenstein. Neukölln, der in der Bersammlung anwesend war, betonte die Pflicht von Staat unb Reich, hier einzugreifen. Für die Junglehrer müßten. Staat und Reich diefelben Beträge hergeben, die von den Gemeinden für fie aufgewendet worden sind. Eine angenommene Entschließung fordert die Lehrerfammer auf, beim Magistrat vorstellig zu werden, daß für diejenigen Lehrerſtellen in Berlin, die die Regierung zu be fehen hat, die Stadt anstellungsfähige Junglehrer vorschlägt. Zunehmende Auswanderungsluft. Die deutsche Auswanderung war während der Kriegszeit er flärlicherweise auf den Nullpunkt gekommen. Jetzt ist sie, trotz der ungeheuren Preise für die Schiffsreise, wieder beträchtlich ge= stiegen und hat bereits den Stand der deutschen Auswanderung der Borfriegszeit überschritten. Nach der Reichsstatistit sind im Jahre 1921 23 451 Deutsche nach Uebersee ausgewandert, d. i. 38 auf hunderttausend Einwohner. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind nach den soeben veröffentlichten amtlichen Zahlen 11 287 Deutsche ausgewandert. Das scheint einen Rüdgang anzuzeigen. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres liegt jedoch die größere Auswanderungsziffer im zweiten Halbjahr. Im ersten Halbjahr 1921 find nur 7592, im zweiten jedoch 15 662 Deutsche ausgewandert. Es ist also mit Bestimmtheit zu erwarten, daß die Auswanderungsziffer in diesem Jahre erheblich über die vorjährige hinausgehen wird. Zu der Liebesfragödie in der 3iefenstraße wird weiter gemeldet, daß nunmehr einwandfrei feftftebt, daß ein erbrechen nicht Dorliegt. Nach dem Befunde des Gerichtsarztes Professor Dr. Fränkel sowie des Schießfachverständigen hat Fräulein Domiti sich selbst den tödlichen Schuß beigebracht. Um fich mit ihrem Geliebten auseinanderlegen zu fönnen, hatte sie ihre Schlüffel in deffen Zimmer zurückgelaffen und mußte so nach einer Geburtstagsfeier wieder mit in dieses zurückgehen. Die Wafffe war Eigentum Sängers. Da er feine Patronen befaß, hatte sich das Mädchen eigens zu bem 3wede felbft welche verschafft. Möglich ist noch, daß sie die Absicht hatte und auch vielleicht den Verfuch gemacht hat, zunächst ihren Geliebten und dann sich selbst zu erschießen. Dem Nachrichtenblatt der Stadtgemeinde Berlin entnehmen wir folgendes: Um sielfachen Wünschen, insbesondere aus Rreifen folder städtischen Sozialbeamten, die eine abgeschloffene Ausbildung für die soziale Arbeit noch nicht befizen, zu entsprechen, ist beabfichtigt, im Zusammenwirten mit dem Jugendamt und anderen städtischen Aemtern im Falle ausreichender Beteiligung bei der So 3ialen Frauenschule Berlin- Schöneberg( Direktorin Dr. Alice SaloBolkshochschule Groß- Berlin. Die Hörgebühr beträgt für mon) einen einjährigen Nachschulungskursus einzurichten. Der Kur die einfache Stunde 2 M., so daß die Vortragsreihe im Durchschnitt fus wird den besonderen Verhältnissen von Groß- Berlin Rechnung 24 M.( 8 Abende zu 1½ Stunden) foftet. Hörerfarten und Uebertragen und Teilnehmer zulaffen, die mindestens drei Jahre in der fichtspläne( fostenlos) find in der Befchäftsstelle, Georgenstr. 34, fowie liche Teilnehmer mit der staatlichen Prüfung als Wohlfahrtspflege. Bolfsbühnenbuchhandlung, der Arbeiterbuchhandlung in der Annenallgemeinen Wohlfahrtspflege praktisch tätig sind. Er wird für weib bei den Buchhandlungen Vorwärts und Freiheit, der in abschließen und auch sonst den staatlichen Vorschriften unterstraße sowie im Landgemeindehaus, Sophienstr. 23, und an zahlHospitanten an bem Sturfus teilnehmen fönnen. Bei ihnen würde 18. September ab erhältlich. Das große Borlesungsverzeichnis foſtet liegen. Männliche Sozialbeamte werden aller Voraussicht nach als reichen, durch Platate fenntlich gemachten Berkaufsstellen voni alsdann voraussichtlich die Anerkennung durch den Magistrat auf 3 Mart. Grund einer Brüfung an die Stelle der staatlichen Prüfung und 2nerfennung treten. Damit in den heutigen schwierigen Beiten Pfefferfresser angekommen, einer der eigenartig schönen 3m Bogelhause des Zoologischen Gartens ist ein Tutan ober möglichst vielen Sozialbeamten die Teilnahme ermöglicht wird, Großschnäbler des füdamerikanischen Urwaldes, die sich ebensowohl werden die Unterrichtsstunden, deren Zahl wöchentlich auf etwa 12 burch bunte Farben wie durch absonderlich großen Schnabel aus. berechnet ist, in den Nachmittags. bzw. Abendstunden liegen. Der zeichnen. Dieser Riesenschnabel ist ganz leicht und hohl, nur von Breis für den ganzen Kursus beträgt 1500 m., zu denen dann noch einem Megwerf dünner Knochenstützen durchzogen, das sich aber in Man schreibt uns: Die fürzlich im Borwärts" gebrachte Rach. 100 m. Prüfungsgebühren hinzukommen. Um mit möglichster Be vollkommener llebereinstimmung mit den konstruktiven Gesetzen der richt, daß Schulkinder, die von einem Lehrer geführt wurden, die schleunigung einen Ueberblick über die etwaigen Teilnehmer an dem wissenschaftlichen Statik befindet. Gartenbauausstellung geplündert haben, bestimmt mich, folgenden Rurfus zu gewinnen, werden Sozialbeamtinnen und-beamte, die wissenschaftlichen Statik befindet. Fall mitzuteilen. In der vorigen Woche machte die Serta eines den genannten Bedingungen entsprechen und zur Teilnahme bereit Gymnasiums unter Führung ihres Klassenlehres einen Schulausfind aufgefordert, möglichst eingehend einen Antrag auf Zulassung flug nach der Königsheide. Beim Nachhausemarsch waren mit Lebenslauf und beglaubigten Abschriften über den Nachweis die Knaben großenteils mit Grünzweigen und ganzen Sträußen aus einer dreijährigen prattifchen Arbeit in der Wohlfahrtspflege an das gerüstet. Andere hatten diesen Raub unterwegs schon weggeworfen, Bureau der Sozialen Frauenschule, Berlin. 30, Barbarossastr. 65, weil er ihnen zu läftig geworden war. Ein Sertaner, der an dem einzureichen. Bei der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit tönnen, Ausflug teilgenommen hatte und ebenfalls einen Strauß( es falls die Beibringung Schwierigkeiten macht, die beglaubigten Abwaren Eichenzweige) mitgebracht hatte, erklärte auf mein Ausfragen fchriften später, jedoch spätestens bis 30. September nachgereicht folgendes: Der Herr Oberlehrer habe die Schüler werden." felbst aufgefordert, auf die Bäume zu flettern Wir erfahren dazu, daß zu dem Rursus auch Männer und und sich zweige zum Mitnehmen abzubrechen. Be Frauen aus der nichtamtlichen Wohlfahrtsarbeit sonders habe er dabei auf solche Zweige aufmerksam gemacht, die sich zugelassen werden. Bei der Entrichtung des Schulgeldes soll durch rötliche Kügelchen" auszeichneten. Diese Rügelchen waren ben wirtschaftlichen Verhältnissen in weitestgehendem Maße( etwa hie bekannten Gallapfel auf Eichenblättern. Es scheint danach in durch monatliche Zahlung) entgegengekommen werden. Der Kur her Tat, daß es. in den Reihen der Jugenderzieher noch einige gibt, fus dürfte den Genoffinnen und Genoffen Gelegenheit zu einer die weit davon entfernt sind, aus eigenem Gefühl heraus der Natur gründlicheren theoretischen Ausbildung geben ohne und ihren Geschöpfen die schuldige Ehrfurcht entgegenzubringen. Da| Unterbrechung ihrer Berufsarbeit während der Kursusdauer. Waldplünderung durch Schulausflüge. " Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 17. Eept, Die Weltmacht nachm. 2 br. in der Urania", Taubenstr. 48/49, des Eifens". Borträts von Liebknecht. Ebert und Scheidemann in fünstlerischer Ausführung pro Stüd 25 M. im Bureau des Bezirksbildungs. ausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, Rimmer 8. und bei den Bil dungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Der Lehrplan der Sozia Iiitif den Bildungsschule für die Arbeitsperiode Oftober/ De zember ist erschienen und zu haben im Bureau des Bezirksbildungsaus. schusses und bei den Bildungsausschuɣmitgliedern der Abteilungen. Grün- weiß. Bon der Höhe des Jahres stiebt wie ein volllajtiges Blatt, ftrogend von Lebensiroheit, ein Buch auf den Tisch. Grün- weiß", bon Artur Rebbein( Berlag Georg Westermann, Braunschweig), dem froben beinländer, der in der Mart heimisch geworden ist." Fahrten und Flüge, Sommer und Winterwanderungen nennt es sich und ist just in dieser grämlichen Zeit ein rechter Seelentroft für alle, die über Wohnungs, leider- und Effensnot hinaus noch ein wenig Sinn für und Sehnsucht nach der Natur haben. Schlankweg meisterhaft find Rehbeins Jagd- und Luftfabrisschilderungen. Ueber dem Ganzen aber liegt ber umbesiegliche Humor eines treubergigen echten deutschen Dichter- Wanderers. Mieterfragen. Bom 8. bis 10. d. M. tagte der von Gen. Stadtrat Brumby im vorigen Jahre geschaffene Reichsverband der Einigungsämter in der von etwa 400 Personen gefüllten Stadihalle zu Raffel. Nach herzlichen Worten der Begrüßung durch Oberbürgermeister Gen. Scheidemann, der betonte, für das Streben gewisser Kreise nach Loslösung des Einigungsamts von der Gemeinde teine Rechtfertigung zu finden, und der damit den Ver fuch der Angliederung an die staatlichen Gerichte für verfehlt ansigt, erstattete Gen. Brumby den Geschäftsbericht, wonach der Verband zirka 400 Einigungsämter als Mitglieder umfaßt und besondere Landesgruppen in Baden, Sachsen, Hessen, Mecklenburg, Anhalt einschließt. amts. Wirtschaft Die bedrohte Produktion. rung ber Mart im In- und Auslande und eine weitere Folge das Streben der Angestellten, Beamten und Arbeiter nach Zahlung oder doch der Berechnung ihrer Gehälter und Löhne in fremder Währung. Es sei daher die dringendste Pflicht aller derer, denen das Wohl des Vaterlandes vor dem eigenen stehe, dem entgegenzuwirken. Wenn nicht auf dem Wege der Selbstbesinnung die Wirtschaftsverbände von dem jegt beschrittenen verhängnisvollen Wege zurückfehrten, so würde nichts anderes übrig bleiben, als einem gesezlichen Verbot zuzustimmen, so sehr die Möglichkeit der vollen Durchführung zweifelhaft erscheinen möge. Es müßten Maßnahmen gegenüber der Teuerung erfolgen, die die Beschränkung der fremden Einfuhr, Kontrolle des Devisenhandels, Verbot der Ausfuhr lebensEinschränkung des Auslandsverkehrs und des Verkaufs an AusAber inmitten der allge- wichtiger Gegenstände, Erhöhung der Ausfuhr abgaben, länder, Rückkehr zur Zwangswirtschaft, Einschränkung des Buchers usw. zum Ziele haben. den Die Entwicklung am Devisenmarkt hat sich beruhigt, die Schwan fungen der Mark sind trotz der gespannten politischen Auseinanderjetzungen mit Belgien relativ gering. Inzwischen strebt die innere Wirtschaft den neuen, mit der Markkatastrophe gewaltig in die Höhe getriebenen Weltmarktpreisen zu. Auf den meisten Gebieten ist ja der Prozeß bereits vor sich gegangen. meinen Zeuerung vergißt man oft, daß es außer den von den Kartellen diftatorisch und rücksichtslos im Preis erhöhten Fabrikaten und außer den Waren, deren Preise automatisch sich jeder Schwan Den Mittelpunkt der Tagung bildete die Stellungnahme zum fung der Mark anpassen, noch wichtige, für die allgemeine PreisEntwurf eines Befeges über mieterschus und Mieteini Die Wirkung des Ueberschichtenabkommens. Das mit den Berggungsämter, worüber der Reichstag im Herbst zu beschließen haben furve geradezu entscheidende Waren und wirtschaftliche Leistungen arbeitern des Ruhrgebiets abgeschlossene Ueberschichtenabkommen wird. Hierzu referierte zunächst eingehend Gen. Brumby. Er ging gibt, die infolge der behördlichen Kontrolle erheblich hinter dem stieß bekanntlich bei seiner Durchführung auf Schwierigkeiten, weil davon aus, daß die Ründigung des Mietverhältnisses durch den allgemeinen Preisniveau zurückbleiben. So steht jetzt die Erhöhung von Syndikalisten, Unionisten und auch teilweise von Bermieter während der Zwangswirtschaft teine private Angelegen des Preises für Umlagegetreide zur Erörterung. Auch wenn Kommunisten eine Agitation gegen das Abkommen einfegte, heit sein könne; fie fei ffentlich- rechtlicher Natur, da ihre man zugesteht, daß die allgemeine Geldentwertung mit ihrer Steige- die noch dadurch begünstigt wurde, weil gleichzeitig die habe. Die Ründigung ist teine bloße Attion beim Miet- Preise für das zweite und dritte Drittel der Umlage gerechtfertigt Berfügung standen. Die Lohnzahlung gestaltete fich schon deshalb Durchführung unmittelbaren Einfluß auf den Wohnungsmarkt rung der landwirtschaftlichen Produktionskosten eine Erhöhung der Teuerung anzog und infolge der fatastrophalen Markentwertung die Zahlungsmittel nicht überall rechtzeitig zur 2ohnzahlung zur gericht, sondern zugleich eine Attion beim Wohnungsamt. erscheinen läßt, so ist die Erhöhung für das erste Drittel rechtlich schwierig, weil von vornherein nicht zu übersehen war, wieweit Dieses müsse wie bei Einsetzungen so auch bei Heraussetzungen von wie wirtschaftlich unhaltbar. Gegen das vorige Jahr. erhöhten sich auf den einzelnen. Bechen Ueberschichten verfahren würden, und wie Mietern mitbeteiligt werden. Man fönne nicht, wie der Entwurf bis jetzt in der Landwirtschaft die Löhne auf das 6-7fache. Der sich die Löhne daher gestalteten. Diese Beunruhigung unter den das regele, aufs Geratewohl Mietverhältnisse beendigen, ohne sich darum zu kümmern, was werde. So solle der Vermieter Preis für Umlagegetreide hat sich aber um das 9fache er- Bergarbeitern bewirkte, daß zunächst die arbeitstägliche Förderung nach dem Entwurf in ben sogenannten Schuldfällen( Berzug, Miß- höht. Richtig ist, daß die Preise für fünstlichen Dünger im Ruhrgebiet von 304 000 Tommen im Auguft fant bis auf 295 000 bis brauch, Belästigung) die fofortige Aufhebung des Mie: start gestiegen sind. Aber vorsichtige Landwirte hatten die Mög- 293 000 Tonnen arbeitstäglich. Inzwischen hat sich aber das Abverhältnisses fordern fönnen, und im Eigenbedarfs: lichkeit, sich noch im Sommer wenigstens mit Kali zu Preisen Durchführung von 75 Prog. bis auf 92 Broz, so daß tommen nahezu überall eingebürgert, nach und nach stieg feine falle soll die alte vertragliche Abrede über die Kündigungsfrist einzudecken, die noch einen Bruchteil der jetzigen betragen, und man man sagen fann, daß die Ueberschichtenarbeit jest voll aufgenommen entscheiden, oder auch die Bestimmung des Bürgerlichen Gesez hat auch davon weitgehenden Gebrauch gemacht. Hatte doch das ist. Tatsächlich zeigt sich auch bereits ein erhebliches Steigen buches über gefeßliche Kündigungsfristen. Der Referent forderte Ralifyndifat noch um den 10. September nicht alle Aufträge erledigt, der Rohlenförderung im Ruhrgebiet; am Sonnabend, den ein einheitliches Berfahren vor dem Mieteini. gungsamt unter Zuziehung eines Bertreters des Wohnungs, die zu dem ermäßigten Preis im Mai und Juni erteilt 9. September, wurden mit leberschichten 321 000 Tonnen verfahren Zurückzuweisen sei die Nötigung der Parteien, die Frage wurden! Stellt man nun wirklich noch in Rechnung, daß die Preise gegenüber einer arbeitstäglichen Förderung von 304 000 Tonnen im der Mietbeendigung ausnahmslos im Prozeßwege zu regeln. Es für Druschtosten und Maschinen gewaltig gestiegen find, so finden August. fei nicht im geringsten einzusehen, weshalb mit dem bisherigen alle diese Teuerungsmomente beim Landwirt einen überreichen Berbot der Ausfuhr von Seefischen. Mit Rücksicht auf die Güteverfahren abgebaut werden solle. Man fönne den Bro. Ausgleich dadurch, daß für freies Getreide jetzt der 27fache augenblickliche Ernährungslage wird durch eine in den nächsten Tagen zeßgang nicht damit rechtfertigen, daß die Erschwernis des Rün Preis des vorigen Jahres erzielt wird. Eine sachliche Beran- zur Veröffentlichung gelangenbe Bekanntmachung des Reichsdigungsverfahrens feine Berminderung bedeute. bemittelte und nicht organisierte Bermieter werde sich durch die die die Landwirtschaft dafür geltend macht, fönnen also nur po Bon dem Berbot werden betroffen frische Seeffiche einschließlich der Aur der un fassung der Preiserhöhung liegt also nicht vor. Die Gründe, minifters für Ernährung und Landwirtschaft die Ausfuhr für Seefische mit Wirkung vom 25. September 1922 ab gesperrt. Prozeßform abschrecken lassen, umgekehrt schüchtere sie die Mieter im Berhältnis ihrer Mittellofigfeit ein, verwandele das vielleichttische sein. Erfolgt nun die von den bürgerlichen Vertretern grünen Heringe, gefalzene Heringe, Klipp- und Stodfiſche, ſowic erst wenig gespannte Mietverhältnis in ein je länger desto sch är des Preisausschusses beschlossene Erhöhung des Preises für Umlage zubereitete Fische, mit Ausnahme von Marinadon in Townen und feres Prozeßverhältnis und stelle im übrigen, indem es getreibe, so ist eine gewaltige Verteuerung des Brotes in nahe Aus- Fässern und von Konserven. Rechtsgenossen den Genuß des mirklichen Rechts erschweren wolle, ficht gerückt. Die Eisenbahn tarife müssen ebenfalls den geeine Bolitit tleiner Niederträtigteiten dar. Im stiegenen Ausgaben der Reichsbahn angepaßt werden, ihre Er- stand des Reichslandbundes richtet an die Landwirte und GenosSchließt Lieferungsverträge für Kartoffeln ab. Der engere Borbesonderen Maße sei unrichtig, die Aufhebung des Untermiethöhung um 100 Prozent für Güter und um 200 Prozent für Ber- enschaften einen Aufruf, in dem er sie auffordert, ungefäumt verhältnisses in gleicher Weise zu regeln und selbst den Unter sonenbeförderung ist beschlossen. Die Erhöhung der Gütertarife Rartoffellieferungsverträge in weitestem Umfang ab nermieter, der das Berhältnis ganz aus freiem Willen eingegangen wird sich gleichfalls in eine Preiserhöhung der meisten Waren aus- zuschließen. fei, auf den Weg des mehrinstanzlichen Prozesses zu Derweisen, wenn er den Mietraum zurüdverlange. Ganz faden scheinig sei die Begründung der Angliederung an die AmtsKartoffelversorgung der Beamten. In einer Sigung des Auss So ist der Teuerungswelle, die auf einzelnen Gebieten durch die schusses des Reichswirtschaftsrats für Landwirtschaft und Gährung gerichte mit dem Hinweis darauf, daß eine Oberinftans über ruhigere Bewegung der Mark etwas abgeebbt ist, noch längst fein befaßte man sich mit einem Rundschreiben verschiedener Reichs- und Sem Mieteinigungsamt fehle, das Berfahren die Gemeinde zu sehr Ende abzusehen. Bis jetzt und von beslissenen Dienern des Ka Landesbehörden über die Kartoffelversorgung der Beamten. Dabei belaste und das billige Ermeffen" teine übereinstimmende Recht pitals auch heute noch pflegte man die Preisfrage als eine reine erflärten die Vertreter der Genossenschaften und die Arbeitgeber der fprechung auftommen lasse. Im übrigen schließe gerade bas soziale Recht vieles schwer Bäg- fache Berichte aus der Industrie und eine leichte Anspannung des Berbrauchergruppen, die sich nicht der Genoffenschaften und HandelsBerbraucher angelegenheit anzusehen. Ingwifen ist, wie viel Landwirtschaft, daß der Ankauf von Kartoffeln trog aller abgefchloffenen Lieferungsverträge infolge wilder Aufkäufe durch bare in fich ein, so daß das Gesez in der Hauptfache den Richter er Arbeitsmarttes bereits zeigen, die auf fraft der Bevölte. Berbrauchergruppen, die sich nicht der Genossenschaften und Handelsorganisationen bedienen, bereits wieder regellos vor sich gehe. Bon würde. Gerade dadurch gewinne auch das Bolt Anteil an der ung erlahmt, und man rechnet vielerorts mit Produktionsein dem Auftreten neu zu gründender Einkaufsgesellschaften, die etwa Rechtsbildung, denn im übrigen sei auch heute noch die Ge- schränkungen. Die Kreditnot tut das Ihrige, um die Lage noch mehr 10 bis 12 Millionen Verbraucher hinter sich haben, als Käufer auf feggebung die Angelegenheit einer in legislativer Technik geübten zu erschweren. Wird eber die unter mannigfachen Kämpfen mühe- dem Markt werde eine große Berwirrung und Preissteigerung be dünnen Schicht. voll gestützte Kauffraft des Volkes weiter herabgemindert, so muß fürchtet. Dieser Meinung gab ein einstimmig gefaßter Beschlußz Nachdem Humar( München) für die Hausbefizer und in eine Stodung des industriellen Absages die Folge sein. Damit ist ausbrud, in dem das Ernährungsministerium ersucht wird, den benen( USBD., Düsseldorf) für die Mieter Erklärungen aber die Produktion bedroht. Der verhältnismäßig niedrige fürchteten Folgen entgegenzuwirken und sich auf die Kreditgewäh über die Stellungnahme ihrer Gruppen abgegeben hatten, fonnten Brotpreis, die niedrigen Eisenbahntarife und vor allem die inten- rung zu beschränken. die mindest forberungen aller brei Gruppen auf folgende five Arbeit der Notenpresse waren es ja, die es ermöglichten, die vier Bunfte vereinheitlicht werden: 1. Zusammenziehung des Verfahrens vor eine Stelle, die schlichtet, richtet und über die Boll- Löhne immer wieder unter denen des Auslandes zu halten. Jetzt stredung entscheidet. 2. Unbedingte Hinzuziehung von 2a i en bei erleben wir, daß die Notenpresse dem Geldbedarf nicht folgen fann, figern in allen Instanzen. 3. Beschleunigtes, vereinfachtes, auf Er- daß die Kredite infelge des Entwertungsrififos, das mit ihnen ver forschung der Wahrheit von Amts wegen abgestelltes Verfahren, für fnüpft ist, immer schwieriger und kaum erhältlich werden, und daß welches die Grundfäße des Zivilprozesses nicht in Frage fommen. Die Kauftraft der Bevölkerung trok der Steigerung der Papiergeld4. Schaffung einer unabhängigen Beschwerde instanz mit Laien- löhne nachläßt, der Inlandsmarkt für viele Waren nicht mehr so beisigern zweds Sicherung eines gesetzmäßigen Verfahrens und einer aufnahmefähig ist wie bisher. Daraus entsteht die Gefahr ganz einheitlichen Entscheidungspragis. umfassender Produktionsbeschränkungen. Die Beratungen des Reichs. wirtschaftsrates aus der letzten Zeit lassen ebenso wenig wie die Rundgebungen der wirtschaftlichen Berbände erfennen, daß man diese Gefahr sieht. Es ist bisher, dant der sinkenden Baluta und der trefflichen Arbeit des Notenapparates noch immer glimpflich abge 72. st. Wilmersdorf. Der heutige Familienausflug geht nach Cobal Wiebide, gangen: die Arbeiterschaft litt, der Rentner wurde enteignet, aber große Teile der Bevölkerung retteten ihre Kauffraft, felbst auf Kosten des Produktionsfapitals-- wie die Nugnießer der hohen Dividenden und Bezugsrechte oder auf Kosten der Berbraucher, wie die Landwirtschaft und manche Teile des Handels und der Industrie. Bielleicht geht es auch diesmal noch ohne größeren Schaden für die Be 3. Kreis. Webbing. 7% Uhr Schulaula Bant., Ede Wiesenstraße. Thema: schäftigung des deutschen Volkes vorüber. Vielleicht aber Ueber das Reichsmieten geseh, wurde von 8 Bertretern der größeren Länder referiert, die die Hauptfragen bei der Aus. führung des Gesetzes behandelten. Rechtsanwalt Stern aus Düsseldorf sprag über das neue Wohnungsmangelgefeg, Amtsgerichtsrat Dr. Luz( Berlin) über die Grenzen der Wohnungs. zwangswirtschaft. Sein Borschlag, die Berwaltung der Dtietwbh nungen zu einem öffentlichen Amt der Pflegschaft zu machen, zeigte foziales Berständnis, fand aber natisgemäß geteilte Aufnahme. Die Tagung schloß mit einem wiffenfchaftlich tief angelegten Bortrag Don Dr. Blume( Freiburg) über Eigenartige Mietverhältnisse vor dem Rieteinigungsamt". " Internationales Arbeiterschachturnier. W wirken. und ift Der Berliner Arbeiterschachtlus hat zu Ostern 1928 im Gedafür spricht bereits ein hoher Grad von Wahrscheinlichkeit tertiaftsbaus zu Berlin ein internationales Arbeiterschach jetzt der Wendepunkt schon da. Dann aber droht die Gefahr der turnier ausgeschrieben. Als Programm ift vorgesehen Meistertämpfe, Arbeitslosigkeit zu all dem übrigen Elend, das selbst schärffte Städtewettkämpfe und Bezirkswettkampf Brandenburg Bommern Buchergesetze und Teuerungsaktionen nicht bannen tönnen. gegen Bezirk Sachsen. Gleizeitig werden Jugend und Schülerwettkämpfe fowie ein Brodemturnier von Zwei- und Dreizügern der Wirtschaft. Es ist hohe Zeit, daß die verantwortlichen Führer und nicht nur die Behörden mit diesen durchgeführt. Alle näheren Bestimmungen der Veranstaltung find in der Arbeiterschachzeitung erfichtlich. Auskunft erteilt A. Fölber, Gefahren rechnen, fich auf sie vorbereiten. Wäre das der Fall, so Neukölln, Weserstraße 54. Die Turnierleitung wird verfuchen, im würde man nicht so leichten Herzens einer Verteuerung des Brotes Gegensatz zu bürgerlichen Schachbereinigungen, es möglich zu das Wort reden, während am Horizont die ersten Anzeichen der machen, auch den wirtschaftlich schwachen Schachspielern Gelegenheit Abfahtrise auftauchen, die mit dem erneuten Angriff auf die Kaufzit geben, an diesem Turnier teilzunehmen. Anträge auf Unter- traft des verbrauchenden Boltes sich noch verschärfen muß. stügung sowie Anmeldungen auch der Gäste sind schnellstens durch zuführen. An alle Arbeiter, die Gegner der Karten- und Würfel fpiele sowie der Totalisatorfeuche find, ergeht die Aufforderung, fich den Arbeiterichach vereinen anzuschließen. Das Schachfpiel gilt nicht nur als Erziehungs- und Bildungsmittel, fondern regt zum Denken an und ist ein geistiges Turnen. Ein Segelflng- Wettbewerb auf der Ruhrischen Nehrung. Der große Segelflugwettbewerb, der in diesem Jahre in der Rhön den deutschen Fliegern aufsehenerregende Erfolge brachte, soll im nächsten Jahre auf der Kurischen Nehrung in der Gegenb von Roffitten stattfinden. Da durch den diesjährigen Wettbewerb in der Rhön das Problem des Segelflugs im Gebirge als gelöst betrachtet werden kann, fommt es nunmehr darauf an, für die Weitererforschung des Segelfluges en der See die er. forderlichen Borbereitungen zu treffen. Bereits im vorigen Jahre und sich die Priorität für einen See- Segelflugwettbewerb 1923 ge= fichert Aber zur Durchführung dieser Idee find namhafte Mittel erforderlich Benn es dem Ostpreußischen Berein für Luftfahrt nicht gelingt, ber geplanten Beranstaltung*** 1923 Dex pornherein eine fichere petuniäre Grundlage zu verfaffen, so wird der See- Segel flugmettbewerb nicht in Ostpreußen, sondern mahrscheinlich an der Nordsee auf der Insel Sylt zur Ausführung fommen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 11. Kreis. Schöneberg- Friedenau. Proletarische Kinderfreunde. Treffpunkt aum Rinderfeft heute Sonntag 2 Uhr mittags Untergrundbahnhof Innsbruder Straße. 14. Kreis. Reukölln. Sonntag, ber 17. September, eh 10 Uhr, wichtige Bufammenkunft aller SPD.- Elternbeiräte in der Schule, Riitlistraße. 13. Streis. Tempelhof- Marienborf. Montag, den 18. September, 7½ Uhr, FratKreis. Reutöllin. Montag, den 18. September, Uhr, findet in der tionsfigung im Rathaus Mariendorf, Zimmer 26. 14. 17. Borwärtsspedition, Neckarstr. 2, eine Referens der weiblichen Funktionäre ftatt. Kreis. Lichtenberg. Dienstag, den 19. Geptember, 7 Uhr, Gigung der Kreiszeitungstommission in der Spedition Rofentrans, Alte Borhagener Straße. Jede Abteilung muß vertreten sein. Heute Sonntag, den 17. September: Grunewald, Hubertusbaber Straße 1-6. Abmarsch 1½ Uhr Heidelberger Plaz. 77. Morgen, Montag, den 18. September: Abt. Schöneberg. Apostel Paulus- Straße 7. 7 Uhr Borstandsfigung beim Genossen Alawitter, Frauenveranstaltungen: Frauenleiden". Ref. Fräulein Dr. Wygodzinski. 22. Abt. Die Genoffinnen beteiligen fich an dem Rseisfrauenabend in der Schule Pant, Ede Wiesenstraße, abends 7 Uhr. 31. Abt. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpischeftr. 36. Thema:„ Wirtschaftspoli44. unb 45. bt. 7% Uhr im Heinen Gaal, Reichenberger Str. 145. Thema: tit". Ref. Gen. Genffert. Aus dem Geschlechtsleben des Menschen". Ref. Gen. Miethke. tionen. Ref. Walter Schent. 47. bt. 7½ Uhr bei Kuhnert, Muskauer Str. 12, Beiterer Abend", Rezita128. bis 130. bt. Bant. 7% Uhr im Jugendheim, Breite Straße. 141. Abt. Rosenthal. 7 Uhr bei Milbrodt, Kronprinzen-, Ede Walderfes straße. Thema: Die Teuerungswelle in Deutschland". Ref. Gen. Littte. Uebermorgen, Dienstag, den 19. September: 128. bis 130. Abt. Bankom unb Seinersborf. 8 Uhr im Jugendheim, Breite Straße 32, Gigung der Gruppenführer. Es wird gebeten, die 50- i.Frauenmarken mitzubringen, da dieselben ab 1. Oktober außer Gültigkeit find. Frauenveranstaltung: fiteforge". Ref. Fräulein Dr. Thurnau. Jugendveranstaltungen. Eine Handelskammer für planmäßige Wirtschaftsführung. Bon einer Seite, von der man es am allerwenigsten erwarten sollte, näm- 40. und 41. bt, 74 Uhr bei Voigt, Dreibundftr. 11. Thema:„ Wöchnerinnenlich von der Handelskammer in Köln, wurden die meisten, piel umstrittenen Forderungen der Gewerkschaften zur Wirtschaftslage aufgenommen. In der Sigung dieser Kammer am letzten Freitag wurde laut T. U. u. a. ausgeführt: Mit der weiteren Entwertung der Mart hätten auch weitere Kreife des Handels und der Industrie die Flucht vor der Mart begonnen und seien zur Forderung der Bezahlung in fremder Währung übergegangen. Hier gegen müsse mit allen Mitteln Front gemacht werden. Die schlimmste Folge der Jagd nach Devisen sei die völlige Diskreditie Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft schleppend. Fische Morgen, Montag, den 18. September: jugend und Politit". Friedenau. Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Diskussionsabend: Arbeiter. fuffionsabend: ,, Die bevorstehende Einigung der Arbeiterschaft". Jugendheim Gemeindeschule Augufta- Bittoria- Straße, Bortrag:„ GostalverSermsdorf. Jugendheim Roonftraße, Turnhalle, Disficherung". Sport. Karlshorst. hat der Ostpreußische Berein für Luftfahrt diesen Gedanken aufgefaßt knapp, Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. im Ring Dftermoor gegen ma to wifi. Den Gieg fonnte der erfiere Zum Brande der chemischen Fabrit Merd in Darmstadt wird von der Fabritleitung mitgeteilt, daß nur ein Teil der in bem Drogenlager aufgestapelten Dregen dem Feuer zum Opfer fiel. Gin llebergreifen des Brandes auf die Fabrit fand nicht statt. Die Fabrikationsstätten, Sefelhäuser, Maschinenhäuser usto. find versehrt. Die Fabritation geht weiter, is daß Arbeiterext laffungen berhaupt xigt in Betragt, temmen. Des dow Die Borkämpfe in Wilmersdorf, Kaiferallee, faben als erftes air In der Weehe vem 11. bis 17. September galten in der Zentral- nach 6 Runden nach Bunften für sich buchen. Arndt wurde im Stampie markthalle folgende Kleinhandelspreise: gegen Miers nach der 2. Runde als Sieger erklärt, nachdem der Kampf Rindfleisch 100-180 M., ohne Knochen 130-150 M. Schweineflelsch wegen Ueberlegenheit abgebrochen wurde. Der Franzose Marter sland 140-180 M. Kalbfleisch 120-165 M. Hammelfleisch 120-150 M. Ge- 10 Runden gegen den Engländer Groves, dessen Beinarbeit bekannt räucherter Schinken 280 M. und Speck 225-245 M. Hirschfleisch 120 mar, feine Technit vermochte ihm den Sieg nach Bunften zu sichern. bis 130 M. Rehfleisch 200-240 M. Wildschwein 100-120 M. Kaninchen Stompa Stein mußte in der 6. Runde wegen Handverlegung gegen 80-100 M. Rebhühner 100-140 das Stück. Hühner 125-140 M. Gänse den Neger 295 g et aufgeben. 150-190 M. Enten 160-170 M. Schellfisch 40-45 M. Kabeljau 60 bis 70 M. Seelachs 45-55 M. Flundern 24-38 M. Schollen 40-45 M. Rotzungen 40-65 M. In Eis: Aale 95-120 M. Schleie 90-110 M. Hechte 85-95 M. Zander 95-160 M. Lebende Aale 180-190 M Barsche 90-110 M. Bleie 70-120 M. Karpfen 135-140 M. Eier 16,20 Naturbutter 310 M. Margarine 190-214 M. bis 16,50 M. das Stück. Schweineschmalz 250 M. Kartoffeln 40-45 M. zehn Pfund. Weißkohl A Briefkasten dor Redaktion. R. 9. 37. Der Beginn der Kurse wird noch mitgeteilt... 100. Ein Sarifvertrag für Lehrlinge besteht in der Damenschneiderei nicht. Richtig ift daß die Innung als Mindestfas file Lehrlinge eine Entschädgung von wöchent lich 25 M. feftgelegt hat. 6 M. Wirsingkohl 9 M. Rotkohl 7 M. Blumenkohl 15-29 M. der Kopf. Rosenkebl 35 M. Spinat 12 M. Gurken 18-24 M. das Stück. Grüne Wetter bis Montag mittag. Stwas wärmer, überwiegend bea Bohnen 20-28 M. Tomaten 16-20 M. Zwiebeln 8-10 M. Grünlinge wölft, im Rüftengebiet weit verbreitete farfere, in Binnenlande mehr ben Jan V. Pfefferlinge 21-80 M. Stelapilze 28-95 M. Pflaumon 8-9 Meinzelte, int allgemeinen geringere Negenfälle bei frifon plic- Bixb Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus 6 Uhr: Tann.bäuser Schauspielhaus 7 Uhr. Napoleon Volksbühne 7 Uhr: Der Ver. schwender Mont. 71, U: Masse Mensch Lessing- Th. 7 Uhr: FAUST Deutsch. Teat. Montag u. Dienst. 8: 72: Der Vates DerSchildpattkamm Mittw. 7: Paust Mig.7: Der Vat er Do. bis Sonnab. 8: DerSchildpattkamm Kammerspiele Sonntag 7: Faust 72: Der Schatten- Mo. 8: Der Schildtischer Mtg. 7: Der Schatpattkamm tenfischer Deut. Künstler- Th Gr.Schauspielh. Sommerspielzeit ( Karlstraße) Allabendi. 8 Uhr: 2½ Orpheus in, Die erste Nacht" der Unterwelt 74: Orpheus in der Unterwelt olies Caprice Mtg. 7: Orpheus in d. Unterwelt Linierstr. 132( Oranienbg. Tor) des ., Die wunderlich. Geschichten Kapellmeisters Krelsler" im Th. i. d. Königgrätzer Str. tägl. 8 Uhr Tgl. 8 Uhr: Madsave Cocotte Die Badewanne Beethovel- Sonate O diese Beine Casino Theater 3 U: Halbe Preise 8 Uhr: Die Berliner Posse Komödienhaus 3 U.: Prinzessin Olala 8U: Karussell mit Maria Orska Geerg Alexander, E. Raraw Berliner Th. 3 U. Gastsp.: Rigolette 7.15: Madame Pompadour Fritzi Massarya.G. Roberts, Wirl, Haskel, Ander, Behmer Hold, Holstein * U. Central- Theater Lämmelmanns Bummel Nahrt 15.- 21. Sept. 1922 UFA- PALAST AM ZOO LumpaciVagabundas TAUENTZIEN- P. Sodoms Ende KURFÜRSTEND. NOLLEND.- PL. Jugend MOZARTSAAL Ein Prachtmädel nise Millerin Deutsch Opernhaus KAMMER- LICHT 7 Uhr: Lohengrin Unser Friedrich- Wilhelmst. Th. gemeinschaftlicher Freund 8 Uhr. Schieber Große Volksoper 2 Uhr. Raub der Sabinerinnen 71: Samson u.Dalila Dostal, Graarud, v. Geldern Tanz: Lucy Kieselhausen Alt 1 Entführung aus dem Serail Intimes Theater 8: Die Peitsche und? 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