Nr. 442 39. Jahrgang Ausgabe A nr. 217 Bezugspreis: Für den Monat Geptember 200,-., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, fowie Desterreich und Luremburg 248,- M., für das übrige Ausland 282,-. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Dester reich, Schweden, Schweiz, Tschecho flowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit, der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 6 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile foftet 40,-. Rellamezeile 180,-. KleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 12, M.( zulässig zwei fettge= druckte Worte), jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 7.-M., jedes weitere Wort 5,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen fiir Abonnenten Zeile 15,-. Anzeigen für die nächste Nummer müßen bis 4%, Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: nb 2506-2507 Dönhoff 292-295 und Dienstag, den 19. September 1922 Die Garantiefrage günstig gelöst. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Verlag, Haupregpedition u. Inseraten. Fernsprecher: Abteilung: Danhoff 2506-2507 Agrarische Ausrottungspolitik. Die entschiedene Haltung, die der Vorwärts" und der Augsburger Parteitag sofort gegenüber dem unerhörten Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst teilt mit: das wiederholen, was wir bereits unmittelbar nach der Be- Beschluß des Umlageausschusses eingenommen haben, ist nicht Reichsbankpräsident Havenstein ist am Montagvormittag fanntgabe der Entscheidung der Reparationskommission er ohne Eindruck geblieben. Die agrarische Bresse schäumt vor nach Berlin zurückgekehrt und hat dem Reichskabinett Bericht über flärten, nämlich daß eine wirkliche und dauernde But, daß im legten Augenblick ein Strich durch das sicher das Ergebnis der Verhandlungen von London erstattet. Havenstein Lösung dieses Problems eine grundlegende Revision der scheinende Geschäft gemacht ist, die gemäßigt- bürgerliche Breſſe teilte dem Kabinett mit, daß die Reichsbant nunmehr be. Deutschland auferlegten Reparationslasten voraussetzt und versucht einzulenten und eine Rückzugslinie zu gewinnen. So reit sei, die sechsmonatigen Schabwechsel mit ihrer Unterschrift daß zu diesem Zweck die Einberufung einer Weltfinanz- tritt z. B. die„ Boff. 3tg." für eine Kompromißlösung zu verfehen. Das Kabineff nahm diese mitteilung zur Kenntnis tonferenz möglichst noch in diesem Jahre unbedingt not ein, die auch den Konsumenteninteressen Rechnung trägt, und beschloß, sofort eine entsprechende Mitteilung an die bel- wendig erscheint. Unter diesem Vorbehalt begrüßen wir wenn sie auch andererseits dabei verbleibt, daß ein einfaches gische Regierung gelangen zu laffen. die in London zustandegekommene Vereinbarung und erwar Festhalten an dem gefeßlich festgelegten Preis für das erste Die Verhandlungen in London spielten sich zwischen zwei ten von ihr, daß sie zumindest eine gewisse Stabilisie. Drittel der Umlage angeschlossen sei. Großbanten ab und die Einzelheiten der Abmachungen find rung des Martturjes zur Folge haben wird. Wir sind Die Deutsche Tageszeitung" regt sich über das Wort daher lediglich Angelegenheiten dieser Banten und sollen einfiweilen überzeugt, daß weite Kreise des In- und Auslandes die Nach- Hermann Müllers in feiner Augsburger Rede auf: die nigt veröffentlicht werden. Jedenfalls hat die Reichsbank richt, daß Havensteins Londoner Mission erfolgreich gewesen Agrarier schienen gleich Clemenceau zu glauben, daß in auf Grund dieser Abmachungen und nach Prüfung ihrer eigenen ist, mit einem Gefühl der Erleichterung aufnehmen werden. Deutschland zwanzig Millionen Deutsche zuviel lebten. Aber Geschäftslage sich zur Garantierung der deutschen Schahwechsel an Wir wissen aber, daß diese Befriedigung feineswegs wenn auch das Agrarierblatt in seiner But wieder einmal Belgien bereit erklärt. Daß die Reichsbank ihr Gold nicht ver- allgemein sein wird, weder außerhalb, noch inner- den Genossen Müller mit Ausdrücken aus der Abortatmosphäre pfänden würde, ist bereits von ihr schon vor Beginn der Condoner Verhandlungen betont worden. Die Bondoner Miffion des Reichsbankpräsidenten Haven stein ist demnach erfolgreich gewesen. Die finanztechnifchen Einzelheiten der Vereinbarung, die er dort mit einer englischen Bank getroffen hat, werden zwar einstweilen nicht veröffentlicht, doch genügt wohl die ausdrückliche Feststellung, daß eine Verpfändung der deutschen Goldreserven nach wie Daß die erzielte Berständigung auch eine schmere Niedervor nicht in Frage fommt. Wenn auch die betreffende eng lage für unsere deutschen Desperadopolitiker bedeutet, für die lische Bank in den bisher vorliegenden Berichten nicht genannt deutschnationalen und kommunistischen Agitatoren, die fich bewird, so ist wohl anzunehmen, daß es die Bank von England reits auf einem schönen Fischfang im trübften Glend in den ist, die nunmehr der belgischen Regierung gegenüber als kommenden Wintermonaten freuten, versteht sich von selbst. Garant für die Einlösung des ersten Teils der deutschen Aber nachdem es ihnen nicht gelungen ist, die Mission HavenSchazwechsel auftritt. Die bisherige Stellung der belgischen steins, e he sie erfolgte, zu sabotieren, wird es ihnen erst recht Regierung, die fich trotz aller französischen Aufmunterungen nicht gelingen, nach der zustandegekommenen Verständigung zur Scharfmacherei anerkennenswert versöhnlich und fachlich weiteres Ünheil anzurichten. Es ist außerdem dem etwas verhalten hat, läßt darauf schließen, daß sie sich mit dieser größenwahnsinnig gewordenen Herrn Stinnes sehr geLösung zufrieden geben wird. fund, einmal zu sehen, dah die Regierung Wirth im Auslande doch nicht als fo ,, kreditunwürdig" betrachtet wird, mie es fein tölpelhafter Federhalter Lensch unterstellt hatte, und daß es noch amtliche deutsche Unterschriften gibt, die auch dann als diskontfähig" gelten, wenn sie ohne seine Zustimmung oder gar gegen seinen Willen erteilt werben! Die Vereinbarung bedeutet zweifellos eine wesentliche Entspannung unserer außenpolitischen Lage, wenigstens dürfte in den nächsten Monaten die Reparationsfrage nicht mehr wie ein Damoklesschwert über der deutschen auswärti gen und inneren Politik hängen. Freilich können wir nur Die Orientkrise. halb der deutschen Grenzen. Insbesondere werden sich die militaristischen und schwerindustriellen Kreise in Frankreich wiederum um ihre Ruhr- Hoffnungen betrogen fühlen und gegen die Rustimmung Belgiens zu den angebotenen deutsch englischen Garantien ein lehtesmal Sturm laufen. Wir hoffen aber bestimmt, daß ihre dahingehenden Bemühungen am nüchternen Geschäftsfinn Belgiens scheitern werden. Kritik an Lloyd George. zu beschimpfen fucht, so bleibt das Wort nichtsdestoweniger wahr. Die Kreuzztg." brüllt bereits über„ rote Dittatur", weil wir den Beschluß des Umlageausschusses als Vorsto gegen die derzeitige Regierungskoalition gekennzeichnet haben. " Rote Diktatur"- darin bestehend, daß die Sozialdemofratie nicht bereit ist, eine volksvernichtende Politik in der Regierung mitzumachen! Natürlich verschweigt dieses für„ Recht und Gefeß" fämpfende Blatt sorgfältig, daß der Ausschußbeschluß total gefezwidrig ist. Andere rechtsstehende Blätter suchen die Gefeßwidrigkeit hinwegzudisputieren. Es ist aber an dieser Tatsache nicht zu drehen und nicht zu deuteln. Eine Zuschrift des Genossen Paul Herz, der als Bertreter der Unabhängigen Partei dem Umlageausschuß angehört, führt darüber aus: § 50 des Umlagegesetzes vom 4. Juli 1922 bestimmt: „ Der Preis für das erste Drittel der Umlage beträgt für Roggen 6900 m., für Weizen 7400 M., für Gerste 6700 M., für Hafer 6600 m. je Tonne. Für das zweite und dritte Drittel der Umlage setzt die Reichsregierung die Preise auf der Grundlage der im Abs. 1 feftgesezten Preise nach Anhörung eines Ausschusses fe ft." Für das erste Drittel der Umlage hat der Reichstag die Bretse endgültig festgesetzt. fie fönnten also nur durch ihn, nicht aber durch Wortlaut und Sinn dieser Bestimmung sind absolut eindeutig. irgendeine andere Stelle abgeändert werden. Der Ausschuß hat lediglich die Preise für das zweite und dritte Drittel der Umlage zu begutachten, nichts weiter. Wenn trotzdem das Ernährungsministerium den Ausschuß zwecks Stellungnahme zur nachträglichen Erhöhung der Breise für das erste Drittel zusammenberufen hat, so fann es feine andere Absicht geleitet haben, als eine 3 wangssituation zu Denn nichts hätte im Wege gestanden, wenn das Ernährungsministe rium die Aenderung der Preise für das erste Drittel auf gesehvon ihm die Entscheidung treffen zu laffen. Eine nachträgliche lichem Wege durchführen wollte, den Reichstag einzuberufen und Stellungnahme des Reichstags zu einer bereits durchgeführten ErGeringfchätzung des Parlamentes und der von ihm vertretenen Bolfsschichten geugt. Das gilt in verstärktem Maße, wenn die Durchführung einer etwa anderthalb Dugend Milliarden kostenden Maßnahme auf dem Bege einer Berwaltungsverordnung erfolgen soll. Ist das möglich, Ein englischer Schachzug. London, 18. September.( WTB.) Spectator" richtet an London, 18. September( BTB.)„ Evening Standard" erfährt, läßlich der Orientkrise scharfe Angriffe gegen loyd daß das am Sonabend veröffentlichte Dokument, das so viel Auf- eorge. Die Zeitschrift fagt, Lloyd Georges innere und äußere murde, um den Leuten, die möglicherweise berufen sein könnten, Die Zeit sei für die Nation gekommen, zu entscheiden, daß die Inter: Anfragen bezüglich der Haltung der Regierung zu beantworten, die elfen des Landes in den Händen Lloyd Georges niemals gesichert nötigen Richtlinien zu geben. Das Dokument sei mit 3u sein werden. New Statesman" schreibt, es sei bedauerlich, daß sich stimmung des Premierministers veröffentlicht worden, es sei jedoch purchaus tein offizielles Dokument in dem Sinne, daß England in den Händen eines Premierministers befinde, der fo gut das Kabinett deswegen einen Beschluß gefaßt habe. Das Dotument wie nichts vom Orient wiffe, und eines Außenministers, der die höhung der Breise ist eine arce, die von einer faum glaublichen gesandt Lage volltemmen fenne, aber Truppen von den Dominions angefordert zu werden brauchien, nur Balt der Regierung habe das britische Breſtige und den britischen wenn Kemal Pafcha aggressiv werden sollte und eine Lage schüfe, Handel geschädigt und Griechenland ruiniert. England werde 3u. geständnisse an die türkischen Forberungen machen die die Alliierten nicht dulden könnten, würde diese Notwendigkeit müssen, und zwar bis zu dem Punkte, wo die rechtmäßigen englischen entstehen. Sollte jedoch eine Krisis eintreten und die Gefahr eines Krieges im nahen Often Wirklichkeit werden, so würbe England sicher Interessen und der Friede Europas in Frage fämen. dem in der Erklärung dargelegten Berfahren folgen und die George und Benizelos hätten Griechenland nur den Ausweg aus Die Zeitschrift ,, Nation" fragt, was England tun könne; Lloyd wozu braucht man dann überhaupt noch ein Parlament? Was nun die materielle Seite der Frage anbelangt, Dominionsregierungen auffordern, an der Seite Englands ihren dem Ruin gelassen, der durch das Tal der Demütigung führe. Der fo fuchen eine Anzahl bürgerliche Blätter, wie die volksparteiso An der gestrigen Zusammenkunft des britischen Kabi. Einfluß Englands bei der Türkei und bei Griechenland sei liche Zeit", sich damit zu retten, daß sie erklären, unsere Melnetts in Damningstreet, die um 12 Uhr begann und zwei Stunden preisgegeben worden. Das sei die Orientpolitik Lloyd Georges. Er getreide sei falsch. Die Höhe des neuen Preises stände noch gar weggeworfen worden, denn England fri beiden gegenüber bung von der Bervierfachung des Preises für das Umlage= bauerte, nahmen Marine, Militär- und Luftfahrtsachverständige teil, jei besonders verantwortlich und der Zusammenbruch der Politit nicht feft, in dem vom Ausschuß angenommenen Antrag sei nämlich Lord Beatty, Lord Cavan und Eir Hugh Trenchard. Die Lloyd Georges ziehe die Stabilität des Kabinetts in feine 3iffer genannt. Wir geben auch hierzu Genossen Paul Blätter erklären die Behauptung, daß das britische Kabinett einen mitleidenschaft. Das Kabinett sei nicht nur in einer Frage, er das Wort, der in seiner Buschrift folgendes ausführt: großen Ronflitt mit der Türkei vorbereite, für vollkommen sondern in fast allen Fragen geteilter Meinung. Was bedeutet nun der vom Ausschuß gefaßte Beschluß, dessent unbegründet. Man suche durchaus teinen Krieg, fein ,, Dutlod" bemerkt, wenn es flar werde, daß Frankreich danach Wortlaut mit Absicht untlar gehalten ist? Krieg sei geplant und man erwarte auch nicht, daß Kemal Pascha es ftrebe, die Türkei zu rehabilitieren, so 2önne England Frant. zu einem Kriege tommen laffen werde. reich überbieten, denn menn die türkischen Nationalisten erDas Ersuchen der englischen Regierung an die Ko- halten, was sie wollen, so werden sie lieber Freunde Englands als Ionien, Iruppen zur Berteidigung der Dardanellen zu ents Freunde Frankreichs sein. England fönne der Rückerstattung Thrafenden, findet in England z. B. feinen günstigen wider.ziens an die Türkei zustimmen, es könne den Türken Konstantinopel hall. In der Breſſe werben Stimmen einer lebhaften Opposition wiedergeben, was Frankreich ohne Zustimmung Englands nicht tun laut, die in London tagende Konferenz des Berbandes der städtischen könne, denn England, nicht Frankreich kontrolliere die Meerengen. Angestellten Englands nahmen eine Resolution an, in der es heißt: s fei nötig, zu einem Uebereinkommen mit der Türkei zu kommen, Bir verpflichten uns, daß, so weit wir in Betracht kommen, nicht ohne die beiden Hauptintereffen des britischen Reiches zu opfern, ein Mann und nicht ein Schiff oder unition zur Unterſtügung des über die nicht verhandelt werden könne, nämlich die Freiheit der Plag einzunehmen. # Krieges England verlassen werben." Meerengen und die Sicherheit des Suezkanals. Remal Basch a läßt melden, daß er brei bis vier Di pifionen auf die Dardanellen in Bewegung gefeht habe Wilhelms bevorstehende Wiederverehelichung wird jezt von und andere Truppenteile zum Bormarsch bereithalte. Auch in seinem Generalbevollmächtigten Geheimrat v. Berg offiziell mitge dieser Beröffentlichung ist vorerst wahrscheinlich nur ein tattischer teilt. Die Braut ift eine Brinzeffin von Schönaich- Carolath, ber nachgerühmt wird, daß sie mit großer Ausbauer die Reden Zug zu erbliden. anderer fchweigend anhören fönne. Der Bräutigam ist 63, die Braut 34 Jahre alt. zugehen, war schon mehrfach gemeldet worden, wurde aber bisher Die Absicht des Ertaisers, eine neue Che einjedesmal von der Rechtspreffe mit großer Entrüstung in Abrede gestellt. . Im Zusammenhang mit den Ereignissen im nahen Osten und der russischen Note über die Frage der Meerengen besuchte der türtische Geschäftsträger in Mostau, Afis Ben, den stellvertretenden Außentommiffar Karachan und hatte eine längere Unterredung. Für die Festsetzung der Preise für das erste Drittel der Umlage sind die Inderziffern für August, September, Ot tober 1922 zugrunde zu legen. Außerdem ist der Ernteausfall des laufenden Wirtschaftsjahres gegenüber dem Vorjahr zu berücksichtigen. Der Beschluß ist zunächst eine bewußte Abweichung von der Beftimmung des Gesetzes, wonach die Preise auf der Grundlage" der vom Reichstag beschlossenen Breise festzusetzen sind. Der 3wed ist flar. Die Umlagepreise follen mit den freien Marktpreisen in Einflang gebracht werden, während der Gesetzgeber sie von ihnen un abhängig machen wollte. Denn in bewußter Abweichung von dem Grundgedanken der von den Agariern selbst verlangten Inderberechnung sind jetzt nur die Indegziffern für die der Ernte folgenden Monate zugrunde gelegt worden, anstatt die Ziffern der Monate, in denen die Ernte erzeugt wird. Selbst die amtlichen, ber Rommission porgelegten Unterlagen, die stark agrarischen Geist atmen, tommen zu folgenden Ergebnissen: Durchschn. Indegziffern für das Erntejahr 1921/22. 7015.50 9. bie Monate Sept./Dftbr. 15 114.50 糖 Juli/ Dftbr. 20 437.50 Auguft/ Dft. 20 619.30 20 A B C Den allerhöchsten mit Hilfe des mißbrauchten Inderver-| demokratie einen niedrigen Umlagepreis im Juli erkämpft hat, I gleichen Tage ab folgende Durchschnittssäge in Betrad fahrens zu errechnenden Preis haben demnach die Agrarier verlangt trägt sie die Schuld an der späteren gesetzwidrigen Erhöhung durch fommen: für Ortsklasse D/ E und auch erhalten. Doch begnügten sie sich nicht einmal damit. Sie die bürgerlichen Parteien! Gegen solche Logit fämpfen Götter selbst 50,50 45,75 41,- 35,25 M. forderten ferner noch die Berücksichtigung des von ihnen auf 20 Pro3. vergebens! angegebenen Ernteausfalls und famen somit unter Einrechnung des Bei Wohnungsbauten treten an Stelle der in einem älteren Monats Oktober, der bereits zum zweiten Drittel gehört, auf einen Runderlaß mitgeteilten Säße für den Kubikmeter unbebauten Raumes die folgenden Säge: bei Zugrundelegung der zweifachen Ersparnis Breis von 27 624 Mart für die Tonne. Das ist das Vierfache des bisher 6900 Mark betragenden Preifes für die Tonne Roggen. an Erwerbslosenunterstützung für Drtstlaffe A D/ E Danach war unsere Angabe, daß es sich um eine Vervierfachung des jeßigen Preises handelt, vollkommen richtig, wenn die Antragsteller auch absichtlich diesen Umstand verdunkelt haben. Was würden nun die Folgen des Beschlusses sein, wenn er wirklich zur Tat werden sollte? Genosse Paul Herz berechnet: Hilfe für die Zeitungen. B C 192,- 174,- M. 234,- 210, bei Zugrundelegung der zweieinhalbfachen Ersparnis an Erwerbs lofenunterstügung für Ortsklasse A B C D/ E 280,- 258,- 234,- 216,- M. Die entsetzliche Notlage der Zeitungen, die täglich neue Opfer fordert und die auch auf dem Parteitage bitter beklagt worden ist, läßt sich nicht beheben, ohne tiefe Eingriffe in die Herstellung von Zeitungsdruckpapier. Diese Eingriffe, das hat der Reichs wirtschaftsminister wiederholt hervorgehoben, müssen beim Urprodukt, nämlich dem Holz, beginnen. Während sich bisher die bürgerliche Presse auf Hilferufe an die Eine Erhöhung des Zuschusses für bereits vor dem 14. August Für das erste Drittel der Umlage würde dem Reich eine Regierung beschränkt hat, aber alles, was nach Zwangswirt- anerkannten Maßnahmen tann nur in besonders begründeten Auss Mehrausgabe von 17 Milliarden Mark entstehen. schaft aussah, ablehnte, erörterte vor einigen Tagen der Vornahmefällen zugelassen werden, zum Beispiel dann, wenn die Eins Bauen sich aber auf dem neu beschlossenen Preis- statt auf dem figende statt auf dem fizende des Vereins großstädtischer Zeitungsverleger, ftellung langfristig Erwerbsloser in großem Umfange in Frage kommt. vom Reichstag festgesetzten auch die Preise für das zweite und Dr. Martin Carbe, im„ B. Tgbl." praktische Vorschläge zur Sie fann selbstverständlich nur für die nach dem 14. August ge dritte Drittel auf, so würde sich dieser Betrag noch verdreifachen. Ermäßigung des Drudpapierpreises. Der wichtigste von diesen leisteten Arbeitertagewerfe eintreten. Mehr als 50 milliarden Mark würden also den Landwirten auf geht dahin, daß ein Teil des Holzes unter Ausschaltung des Auch die für den Bau von Landarbeiterwohnungen auszut Grund dieses Beschlusses zufließen! Das ist 2½mal so viel als die Holzhandels den Drud papierfabriken zu einem Preise segenden Beträge erfahren durch die erwähnte Neufestsetzung der Höchstsäge für Erwerbslosenunterstüßung eine Veränderung. Die ganze Umsatzsteuer nach dem Voranschlag bringen soll. Das Reich zur Verfügung gestellt würde, der etwa 2000-3000 m. jeäge betragen nunmehr, falls die Bauten ausschließlich durch Eraber fann selbstverständlich diesen Betrag nicht aus seiner Kaffe Raummeter betragen würde. Notwendin wäre dazu die Liefes werbslose errichtet werden: zahlen. Die Folge wäre also, daß er auf den Brotpreis ge- rung von 900 000 bis 1 000 000 Raummeter Holz. Der Preis für die Ortsklasse A с schlagen wird. Der Brotpreis aber steigt ohnedies Mitte Oktober würde den Ländern keine wesentlichen Verluste bringen, wäh 231,- 210,- 192, durch die Verteuerung des Auslandsgetreides um etwa das Drei- rend das Druckpapier um 15-20 m. pro Kilo falls Erwerbslose nicht beschäftigt werden fache, d. h. auf 100 Mark für ein Vier- Pfund- Brot. Kommt nun gramm, also immerhin einen wesentlichen Betrag, verbilligt 195,- 175,- 160, diese Erhöhung noch dazu, so dürfte ein Vier- Pfund- Brot am werden könnte. Das Holz wäre an eine gemeinwirt15. Oktober kaum unter 150 Mark zu haben sein. schaftliche G. m. b. 5. zu übergeben, in der das Reich die Mehrheit hat. Diese würde unmittelbar mit den Zeitungsbrudpapierverbänden zusammenzuarbeiten haben. B D/ E 174,- M. 145,- M. Des Mörderprinzen Ehrendenkmal. Ein solcher Brotpreis wäre gleichbedeutend mit der Ber urteilung der arbeitenden Bevölkerung zum man darf nicht Wir berichteten jüngst, daß auf dem Ehrendenkmal der im einmal fagen langsamen Verhungern. Ihn kann wirklich Hier ist in der Tat ein Weg, der begangen werden fann Kriege gefallenen Ilfelder Klosterschüler auch der Prinz zu Stoll nur erstreben, wer glaubt, daß in Deutschland zwanzig Millio- und der übereinstimmt mit den Absichten des Reichswirt- berg- Roßla eingetragen steht, der durch seine Beteiligung an nen Menschen zuviel leben, wer die Ausrottung eines großen schaftsministeriums. Augenblicklich haben die Länder das der feigen Mordtat des Freiherrn v. Gagern traurige Berühmtheit Bevölkerungsteiles als erstrebenswertes Ziel ansieht. Und die Wort, nachdem der Reichsrat es bisher nicht über sich gebracht erlangt hat und außerdem nicht einmal im Kriege gefallen, sondera Ursache des ungeheuerlichen Beschlusses? In der bürgerlichen hat, die Bereitstellung des Holzes durch die Landesregierungen 1920 in der Heimat verstorben ist. Der Vorsitzende des Dentinals " Frankfurter Zeitung" steht sie zu lesen: Die Landwirte halten von sich aus zu verlangen. Es wäre dringend zu wünschen, ausschusses, ein Justizrat Hillebrand, entschuldigt sich nun damit, ganz allgemein mit den Ablieferungen zurüd, weil sie auf daß die jetzt schwebenden Beratungen bald zum Abschluß fom- daß ihm von der ganzen Angelegenheit nichts bekannt gewesen set. spätere höhere Preise rechnen. Nur dieser Umstand, men ehe weitere Steigerungen des ehe weitere Steigerungen des Papierpreises roch Das ist selbst den nationalistischen Leipziger N. N." zu viel und sie nicht der Ernteausfall, der von den Agrariern viel schwärzer mehr Zeitungen zum Erliegen gebracht haben. geschildert wird, als er ist, hat dazu geführt, daß in diesem Jahre bisher erst ein Viertel der im gleichen Zeitraum des Vorjahres abgelieferten Getreidemenge erfaßt worden ist, nämlich 110 000 gegen 440 000 Tonnen im Borjahre. Und vor dieser Lieferungssabotage soll nun alles zusammenflappen? Für eine derartige Politif der Schwächlichkeit gegen die Profitwut der Produzenten, der Brutalität gegen die Lebensnotdurft der Konsumenten kann die Vertretung der Arbeiterklasse die Verantwortung nicht übernehmen. * Aerzte und Krankenkassen. Am 16. und 17. September fand in Leipzig die diesjährige Tagung des Wirtschaftlichen Verbandes der Aerzte Deutschlands statt. Der wichtigste Beschluß war der, daß der Borstand beauftragt wurde, zwecks Anbahnung neuer Verhandlungen mit dem Kaffenhauptverbande den jetzt laufenden Tarifvertrag zum nächstzulässigen Termin zu fündigen. Die Versammlung protestierte energisch gegen die Wünsche der Rassenverbände auf Aufhebung der Verpflichtung für die Kassen, den Versicherten ärztliche Hilfeleistung zu gewähren. In unserer gestrigen Abendausgabe hatten wir zu der offis Gie wünschte dagegen eine Aenderung der Reichsversiche. 3iöfen Darstellung über die Sigung des Umlageausschusses rungsordnung in dem Sinne, daß notleidende Kreise der Be bemerkt, daß die gewählte Formulierung augenscheinlich den Sturm völkerung versicherungsberechtigt würden und andererseits die Ueberder Entrüstung beruhigen sollte, die die erste Nachricht von dem schreitung einer gewissen Einkommensgrenze das Erlöschen der Ueberfall ausgelöst hat. Hierzu teilt das Reichsministerium für Er- Kassenmitgliedschaft nach sich ziehen würde. Nur als Zuschußtaffe" nährung und Landwirtschaft mit, daß die betreffende Nachricht bedürfte für diese Kreise die bisherige" Bollfaffe" wirken. Intereffant reits am Sonnabendabend( also vor unserer Meldung) war die Mitteilung, daß der Deutsche Akademische Assistentenverband an WTB. gegeben war, von diesem aber durch das Versehen( die Zusammenfassung aller Universitäts- und Hochschulassistenten) fich einer Spigengewerkschaft angeschlossen hat, und daß der bisher eines Angestellten nur in der Provinz, nicht in Berlin nur beim Aerzteverband organisierte Deutsche Assistentenbund unverbreitet worden ift. ümbert nights am ber Tatie, bo beldadet diefer, Zugehörigkeit ähnliche Bläne hat. Zum Schluß beschadet dieser Zugehörigkeit ähnliche Pläne hat. Zum Schluß Dieses seltsame Versehen ändert nichts an der Tatsache, daß wandte sich die Bersammlung gegen, die ausnahmslose Zulaffung die offiziöse Meldung den Sachverhalt zu vertuschen fucht. So beamteter Aerzte( Regierungsmedizinalräte, Schupoärzte und ähnist z. B. in ihr überhaupt nicht der Umstand erwähnt, daß die liches) zur Kaffenpraris und gegen den Fortfall der freien Krankensozialdemokratische Ausschußminderheit eine Beteiligung an der Ab- hauswahl für Unfallverlegte zugunsten der bisherigen Versorgungsstimmung ablehnte, weil sie die ganze Beschlußfassung als gesez- frankenhäuser und der ehemaligen Lazarette. widrig ansah. * Die Rote Fahne" wäre nicht sie selber, wenn sie nicht auch 237 schreiben: Dazu sei bemerkt, daß das gegen ben Prinzen 1916 gefällte friegsgerichtliche Urteil und seine Folgen in vielen Kreisen seit langem befannt waren. Es ist höchst merkwürdig, daß das den 16 Ausschußmitgliedern entgangen ist und sie sich durch amtliches Material über den Fall nicht unterrichtet haben, obwohl, wie Herr H. ja selbst schreibt, in dem Ausschuß über die Aufnahme des Prinzen auf dem Denkmal verhandelt worden sei. Ir noch merkwürdigeres Licht gerät die ganze Angelegenheit dadurch, daß sich der Denkmalsausschuß in einem anderen Falle, nämlich in dem des Leutnants Cohrs, für befugt gehalten hat, den Nomen dieses Offiziers, der auf der Ehrentafel seines Regiments steht, auf dem Denkmal nicht aufzunehmen. Daß man die Gründe, die den Ausschuß zu diesem Vorgehen veranlaßt haben, an maßgebender Stelle verwirft, geht aus dem Erlasse des preußt fchen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vont 13. April 1922 hervor, der das Provinzialschulkollegium in Han nover ermächtigt hat, die Aufstellung des Denkmals auf dem Klosterhof in Ilfeld zu untersagen, falls der Name des Leut nants Cohrs nicht auf das Denkmal gesetzt werden solle. Es wäre intereffant zu erfahren, aus welchen Gründen der bür gerliche Leutnant Cohrs nicht aufgenommen werden sollte. Bie leicht ergäben sich da interessante Parallelen! " Aus Ordnungszell. München, 18. September.( TU.) Am vergangenen Sonntag wurden unter der Beschuldigung des Landfriedensbruches mehrere Nationalsozialisten verhaftet, die sich an den Ausschreitun Die produktive Erwerbslosenfürsorge. gen im Caféhaus Deutsches Theater" beteiligt hatten.( Es handelt Entsprechend den mit Wirkung vom 14. August 1922 neu feft- fich um einen überaus rohen Ueberfall auf die Gäste des Cafés diese Angelegenheit zu einer wüsten Hetze gegen die Sozialdemo- gesezten Höchstsägen der Erwerbslosenunterstützung bei Berechnung hauses. Red.) Nach eingehender Vernehmung wurden die meisten fratie auszuschlachten suchte. Sie behauptet, die Sozialdemokratie von Förderungen der produktiven Erwerbslosenfürsorge hat, wie von ihnen wieder auf freien Fuß gesetzt. hätte den Beschluß des Ausschusses verschuldet, weil sie dem ur- den B. P. N. von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, der preußische" Nationale" Landfriedensbrecher fönnen natürlich nicht in Haft sprünglichen Umlagepreis zugestimmt hat. Also weil die Sozial- Minister für Volkswohlfahrt in einem Erlasse bestimmt, daß bom behalten werden; denn sie randalieren doch für die„ Ordnung". Unsere Hymnen. Bon Ernst Preczang. 1 sie ihn findet hier ist der Inhalt das Maßgebende! stößt 1 fich darum auch nicht an groben sprachlichen Schnißern im Text und ergreift das weniger Gute, wenn sie das Gute nicht haben kann. Sogar, wenn sie es haben tann. Der am meisten gesungene Tert der Internationale ist nämlich von den dreien, die ich fenne, der angreifbarste. Ein Beispiel nur: ,, lns aus dem Elend zu er retten, können wir nur selber tun."" In der Diederichfchen Ueber tragung, die ich für die beste halte, wird das Gleiche so gesagt: Wir schaffen, um uns selbst zu retten, und unsere Rettung gilt der Welt!" -O Singen die Deutschen nur Refrains?" fragte ein Ausländer, der die letzten großen Demonstrationen in Berlin miterlebte Mein. Die Gesangvereine und einige Jugendforporationen tennen vollständige Terte. Die Sonntagsfänger, will sagen: Gelegenheitsfänger beschränken sich allerdings in der Regel darauf, zuzuhören, Und nun: unsere republikanische Hymne! Wir haben feine. durch die Nase zu brummen und mit des Basses Grundgewalt erst Wir haben einen guten Tert von Bröger, aber man sagte mir dann aktiv zu werden, wenn jene Wendungen kommen, die sich ich hörte sie noch nicht, daß die Melodie nicht geeignet sei, fich durch zahlreiche Wiederholungen auch dem unmusikalischsten Hirn Seele und Kehle der Masse zu erobern. Einer Reihe anderer Vereingeprägt haben. Darum ist es gut, wenn den Teilnehmern einer fuche war ebenfalls fein Erfolg beschieden. Und so bliebe denn Veranstaltung ein gedruckter Text in die Hand gegeben werden kann. wohl wirklich nur unser altes, ehrwürdiges„ Deutschland, DeutschDas geschah z. B. bei der Verfassungsfeier im Birtus Busch. Die land über alles... Rückseite der Eintrittskarte war hier sehr zwedentsprechend ausgenügt worden. Und so hätte denn ein gewaltiger Chor das Haus erschüttern fönnen wenn der tonangebende Gefangverein in der Manege nicht einen anderen Tert gesungen hätte. So blieb es bei und wir, d. h. das große Publikum, fangen einem fühnen Anlauf halt wieder nur die Refrains mit Die Internationale geht nämlich in wenigstens drei verschiedenen Fassungen bei uns um. Vielleicht finds auch noch mehr. Es haben sich eben verschiedene Uebersetzer daran versucht, frei und weniger frei, gut und minder gut. Und so tommt es, daß, wenn wir schon Texte fingen, gleichzeitig ein paar verschiedene in die Lüfte steigen. teſt Was nun? 1 Aber: es ist eben bei der gegenrepublikanischen HindenburgRundgebung in München wieder mit frenetischer Begeisterung gefungen worden. Die Orgeschleute gröhlen es. Aber: Die Hafenfreuzler tragen es allerorten auf den Lippen. Der wilhelminische Knecht singt's abends in der Schente. Hoffmann von Fallersleben, Text und Weise in Ehren! Bugegeben auch, daß die reaktionären Herrschaften gar feine innere Berechtigung zur Annexion des Liedes besigen berts, daß die Masse ber Proletarier es ungern in den Mund dennoch: wen wun nimmt? Als es am Verfassungstage beim Fackelzug vorm Schau Um es ohne Umschweise zu sagen: es ist ein Jammer mit all spielhause angestimmt wurde, erhob sich da und dort heftiger Brounseren Hymnen. Der schlechteste Text, von einer fräftigen, mitnicht etwa nur bei den Kommunisten. Warum? Das reißenden Melodie getragen, fann uns begeistern, wenn Gesang Deutschlandlied ist der Masse verdächtig wie eine Schöne, die schon vereine, Massenchöre ihn zum Vortrag bringen weil hier eben doch eine festgefügte Form, eine geschulte Einheitlichkeit, ein zu Hans Bauer hat an dieser Stelle das nötige darüber gesagt. Die durch allzu viele und nicht immer saubere Hände gegangen ist. fammengefaßter Wille fich in rhythmischen Wellen zu Ohre trägt. Mehrzahl der sozialistischen Republikaner wird ihm beistimmen. Aber sobald wir als Boltsmasse die Lippen zum tönenden Worte öffnen, geraten wir ins Stammeln und Stottern, und was wir Irgendwie müssen wir wohl aus dem Hymnenproduzieren, find Botpourris und Quodlibets. Früher besaß das elend heraus. Denn daß wir ein Lied brauchen, eins, das den aufwärtsringende Proletariat in der Marseillaise eine einigermaßen neuzeitlichen Gedanken- und Empfindunastompler der republifanteinheitliche Hymne. Auch von ihr gibt es ja mehrere Uebertragun- fchen Vaterlands- und der brüderlichen Weltgesinnung schlagträftig, gen und Bearbeitungen. Immerhin hatte sich schließlich in der Partei einfach und begeisternd in Wort und Melodie zusammenfaßt, das doch der Audorfsche Tert durchgefekt. Heute wollen manche von ist keine Frage. Jede Demonstration demonstriert es. ,, der Bahn, die uns geführt Lassalle", nichts mehr wissen; man hat Ich meine, der Anstoß sollte von unserem Arbeiterfängerbund andere Terte hervorgesucht, hat funfelnagelneue Umdichtungen ge- ausgehen. Der Vorstand in Gemeinschaft mit einem Ausschuß schaffen und so quirlt denn auch beim Gesange der Marseillaise beider Fakultäten der musikalischen und der literarischen eine Vielheit von Terten durcheinander. Es ist schade gerade um könnte ein Ausschreiben erlossen. Leistungsfähige Chöre erproben diese prächtigste, aanz von dem vorwärtsstürmenden Geist der Frei- die zu engerer Auswahl gestellten Lieder. Und das letzte Urteil heitsbewegung erfüllte Melodie, die von einigen Leuten sogar ganz müßte ein größeres Forum haben, das nicht lediglich aus Sachververworfen wird, weil sie freilich auch das Nationallied der französtändigen im engeren Sinne bestehen dürfte. fischen Bourgeoisie ist. Man mag diese Anregung modifizieren oder ausbauen. JedenAber so oder so: gemeffen an den wuchtigen Rhythmen der falls erreichen wir das gemeinsame Lied, das von jedem Marseillaise find alle übrigen Arbeiter und Freiheitshymnen Republikaner gefonnt und gesungen wird, nur mit Hilfe der geblaffeste Limonade. Das trifft auch die Internationale", die sich fanalich geschulten Vereine. hat es hier festen Boden gefaßt, wird eigentlich rar im Refrain einpräglamer erhebt. Um so bedauerlicher, es sich auch das übrige Deutschland, soweit es seine junge Republik als gerade fie offenbar mehr und mehr das Kampflied der Maffe liebt, erobern.. geworden ist. Irgendwo, irgendwie holt sich die Zeitstimmung Und dann: in die Schule damit! Doch dies ist wohl noch ein ihren Ausdruck; fie nimmt ihn ohne ästhetische Ueberlegungen, wa febr weites Feld,... Dr. Fritz Wichert, der Direktor der Mannheimer Kunsthalle, folt vom Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. als Leiter an die dortieg Städel- Schule berufen werden. Wichert gilt mit Recht als die erste Autorität auf dem Gebiet der volkstümlichen Kunsts pflege und Kunsterziehung in Deutschland. Seine Organisation der Mannheimer Kunstgemeinde ist schlechthin mustergültig. Gleich nach der Revolution bestand im preußischen Kultusministerium die Abs ficht, ihn nach Berlin zu ziehen. Der Plan ist aus unbekannten Gründen damals nicht zur Ausführung gefommen. Wenn Dr. Wichert jetzt geneigt ist, seinen Mannheimer Wirkungsfreis zu verlassen, so wäre es vielleicht möglich, ihn doch noch für Berlin zu gewinnen Ein Mann von seiner Befähigung, Energie und Erfahrung tut der preußischen Kunstverwaltung bitter not. diesem Jahre der altberühmte Gasthof 3u den drei Mohren Der berühmteste Gasthof Deutschlands. Ein Jubiläum fann in in Augsburg feiern. Es war im Jahre 1722, als ein Augsburger Senator, Andreas Wahl, den Palaft, der den Fuggern gehört hatte, antaufte und die noch heute viel bewunderte Fassade errichten ließ. Durch die Fugger war das Haus in den Jahren 1492 bis 1496 erbaut worden. Ein Gasthof Zu den drei Mohren" hatte freilich Schon weit früher bestanden, doch nur in dem kleinen, zur Rechten liegenden Haus. Unmittelbar nach der Neugestaltung erlebte der Gasthof dann mit dem Augsburger Reichstag einen der Höhepunkte seiner Geschichte. Wie die Prachtstraße Augsburgs, an der der Gast hof liegt, so recht dazu geschaffen scheint, von pruntvollen Festzügen Zeiten glänzende Zusammenfünfte, höfifchen Prunk und üppige beschritten zu werden, so haben die Drei Mohren" faft zu allen Bantette gesehen. In dem alten Fremdenbuche, von dem noch eine Abschrift bewahrt ist, liest man die Namen Metternichs und Talleyrands, der Fürsten und Gesandten, die zum Kongreß nach Wien zogen, so gut wie Wellingtons und der Kaiser von sich in den Erlebnissen des alten Hauses, und wer die Fürsten des Desterreich und Rußland. Ein Teil der Geschicke Deutschlands spiegelt Geistes sucht, der findet auch Uhland und Feuerbach, Paga. nini und Spontini, Lamartine, Walter Scott und manchen anderen. Wie lange scheint die Sonne? Ueber die Sonnenscheinbauer in Deutschland sprach Prof. Hellmann in der letzten Sizung der Preußis schen Akademie der Wissenschaften. Prof. Hellmann machte den Vers fuch, aus gleichzeitigen 25jährigen Beobachtungen an 27 Stationen die Grundzüge der zeitlichen und räumlichen Verteilung der Sonnenscheindauer in Deutschland abzuleiten. Ostdeutschland ermeist sich Sonnenscheinreicher als Westdeutschland, in dem nur der Rheingau in diefer Beziehung bevorzugt ist. An der Nordseeküste ist der fonnigste Monat der Mai, weiter landeinwärts der Juni, im äußer ften Osten und Süden der August. In der falten Jahreshälfte hat überall der Nachmittag mehr Sonnenschein als der Vormittag; das gilt auch in der warmen Jahreshälfte für Westdeutschland, während in Ostdeutschland das umgefehrte Verhältnis eintritt. Auf dem Gipfel der Schneetoppe im Riefengebirge sind im Sommer die frühen Morgenstunden am sonnigsten. Orgelfonzert. Im Dom veranstaltet Professor Walter ischer am fommenden Donnerstag, 8 Uhr, ein Drgelfonzert, bei welchem Maria Seretvan Eyken( Alt) und Hermann Hopf( Solocellist des Deutschen Dpernhauses) mitwirken. flt. 442 ♦ 3�.5of>t0On0 Dienstag, 14. September 1422 Vie erste gesetzlich Das Achteinhalbfache für Wohnung, aber Die Mehrzahl der Berliner Vermieter hat sich für die gesetzliche Miete entschieden, und die Mieter haben, wo sie die entsprechende Erklärung rechtzeitig erhalten haben, vom 1. Oktober ab diese zu zahlen. Was das zahlenmäßig bedeutet, läßt sich jetzt näher aus- führen, nachdem der M a g i st r a t am 8. d. M. die A u s f ü h r u n g zum Reichsmietengesetz beschlossen hat. Was bisher über dies Gesetz gesagt und geschrieben werden konnte, hatte überwiegend theoretische Bedeutung: erst dem Magistrat war es vorbehalten, die verschiedenen Zuschläge, aus denen sich die gesetzliche Miete zusammensetzt, be- stimmt zu beziffern. Danach ergibt sich folgendes Bild: hauptbestanötell: Setriebskosten. An feststehenden Beträgen sind 105 Pro;, der Grundmiete(g.) zu zahlen, nämlich S Proz. für die Steigerung der Hypotheken- zinsen, SO Proz, für Berwaltungs. und Hauswartkosten sowie SO Proz. für die laufenden Notreparaturen. Tapeten oder Anstriche von Wänden, Aenstern, Türen hat sich der einzelne Mieter selbst zu besorgen. Den houptbestand der neuen Miete machen die Betriebs- kosten, d. h. die auf dem Hause ruhenden Abgaben aus, in bezug auf die der Hauswirt nur Einnehmer für fremde Rechnung ist. Diese Betriebskosten werden den Mietern in der tatsächlichen Höhe aus» erlegt, und zwar hat jeder einzelne davon soviel zu tragen, als seine Grundmiete im Verhältnis zu der gesamten Grundmiete des Hauses steht. Wer also ein Zehntel der Gesamtmiete aus dem Hause zahlt, hat. ein Zehntel der gesamten Betriebskosten ouszu- bringen. Die Grundmiete, die Grundlage oller künftigen Rechnjin- gen ist. beträgt SO Proz. der Zriedensmiete. Man gewinnt also aus der Friedens, die Grundmiete, wenn man die Friedensmiete mit SO vervielfältigt und den so gewonnenen Betrag durch 10 teilt. Die Betriebskosten zerfallen in solche, deren Höhe behördlich be- stimmt ist, das sind die Steuern und Gebühren und ander«, deren Höhe nicht von vornherein feststeht. Für die letzteren hat der Ma- gistrat angeordnet, daß sie nur bis zu einem bestimmten Höchstsatz aus die Mieter umgelegt werden dürfen. So hat die Müllabfuhr in einem Teile Berlins den Charakter der Gebühr und ist insoweit voll umzulegen, in Alt-Berlin ist sie eine Angelegenheit der Wirt, schaftsgenosicnschaft der Berliner Hausbesitzer und insoweit ist ihre Umlage auf SO Proz. der Grundmiete beschränkt. Die höhe der Betriebskosten hängt zum Teil, wie bei Wassergeld und Müllabfuhr, von dem Umfang de» verbrauch» ab. und es können deshalb im folgenden zum Teil nur Erfahrungssätze berücksichtigt werden. Es werden betragen: 1. Grund, und Gebäudesteuer 2,S Proz.(bisher 0,S Proz,) des gemeinen Werts, d. i. 4S Proz, 2. Entwösserungsgebühr 100 Proz.(bisher 20 Proz.) de» Nutzungswertes, d, i. 100 Proz. g.; 3. Wassergeld bei 13 M.(bisher 2,35 M.) pro Kubikmeter 260 Proz. g.(im Frieden bei 10 Pf. pro Kubikmeter 20 Proz. g,): 4. Schcrnsteinfegergeld(das 3Sfache der Friedenstaxe) 27 Proz. g.: 5. Müllabfuhr(bisher 21 Proz.) 118 Proz. des Nutzung». ivertes, d. i. 118 Proz. g.; 6. Treppen, und Flurbeleuchtung höchstbegrenzt auf ZS Proz. g.; 7. Feueroersicherung höchstbegrenzt auf etwa 18 Proz. g.: 8. sonstig« Versicherung(Glas, Wasierleitung, Haftpflicht) höchstbsgrenzt auf 40 Proz. g.: 9. Straßenreinigungsgebühr(mit etwa 20 Proz. g.) ist erst ab 1. April 1923 zu erwarten und wird nach Metern der Straßen. frontlänge des Hauses und abgestuft nach vier Verkehrsgraden berechnet werden. Die vetriebskostenumlage wird demnach etwa 643 Proz. der Grundmiete betragen. Hinzu kommen die feststehenden 10S Proz. gleich 748 Proz. Vie großen Reparaturen Für große Reparaturen kommen bis zu SO Proz. der Grund. miete in Frage. Nach der Berliner Verordnung gehören dazu auch Beseitigung von Schwamm, ferner Neuanstrich und Verkittung sämtlicher Fenster an einer Haussront oder des größten Teils der. selben, weiter N«uv«rputzen oder Teeren der Wetterwände sowie solche größere Arbeiten am Dach oder im Treppenhaus, deren Kosten 1,1 Sachawachiak der Eskimo. von Ejnar ZNikteffen. Die Frauen waren fein und wurden viel beneidet: sie be- saßen all das, was die anderen erst für schweres Geld kaufen mußten, und wenn sie durch Nuw"k gewandert kamen, wo man niemals vorher solche Pracht gesehen, gab es nicht eine Frau, die sich nicht an ihre Stelle gewünscht hätte. Aber wenn der kurze Tag sich seinem Ende zuneigte, kamen Nuwuks berüchtigte Elemente zum Gelage in die Hütte, die nun„Bowhead", nach dem zerschmetterten Schiff, genannt war, und dessen Namenstafel über der Tür trug. Man aß und trank, und in die klare Frostnacht Hinaue ertönten tiefe Männerstimmen und gellendes Frauengekreisch. Der schwarze Joe spielte Gitarre, die hatte er mit an Land gebracht, als er ausgerissen war, und zu ihren lustigen Tönen schwang man sich im Tanze. Sie tanzten, solange sie dazu imstande waren, sie tranken bis zur Bewußtlosigkeit, die Lampe ging aus. Wirt und Gäste schliefen durcheinander, und am nächsten Morgen schwankten halb benebelte Eingeborene nach Hause zu ihren Zglus, zu ihren Männern oder Frauen, um sich am nächsten Abend wieder unter„Bowbeads" gastlichem Dache zu neuen Eß» und Trinkgelagen, zu Tanz und Orgien zu treffen. Es ist eine Zeit des Unfriedens in Nunnik, denn die Weißen sind dort eingedrungen. In der größten Hütte sitzt Ujarak und erzählt alte Sagen und Legenden: er ermahnt seine Zuhörer eindringlich und sagt, daß alle bösen Geister denjenigen heimsuchen werden, der seinen Fuß in Sacha- wachiaks Iglu setzt, wo Mr. Hastings das Evangelium predigt und Ujarak als Sprachrohr der alten Zeiten und des Heiden- tums hinstellt, während Jim Hacklett und der schwarze Joe mit ihrem ganzen Anhang leibhaftige Teufel seien. Es herrschte Streit in Nuwuk, herbeigeführt von den � weißen Männern. Die Einwohner waren in drei Lager gc- teilt, das«ins die anderen haßte und jedes auf seine Weise gegen den Aberglauben, die Aufklärung oder gegen die Ver- derbnis zu Felde zog. Wieder schien die Sonne vom klaren Himmel, und der Wal zog nordwärts auf seiner jährlichen Wanderung nach friedlichen und nahrmgsreichcn Meeren, wo er in Ruhe � spielen und sich ohne Furcht paaren konnte, aber er mußte an � Nuwuk vorbei, und dort lag Umiak an Umiak auf Jagd nach dem mächtigen Tier. I e Niete in Serlin. das Zweihundertfünfzigfache für Heizung. mehr als 30 Proz. der Grundmiete betragen, ferner Beseitigung von Rohrbrüchen. Dieser Zuschlag bis zu 60 Proz. ist erst dann zu zahlen, wenn das Rlicteinigungsamt ihn auf Antrag des Der- Mieters nach mündlicher Verhandlung festseht. Voraussetzung ist, daß eine große Reparatur notwendig ist oder bereits nach Ottober 1920 ausgeführt worden ist. Sind im letzteren Falle schon nach 8 10 der Höchstmietenverordnung Zuschläge gezahlt worden, so sind diele anzurechnen. Sehr zu bedauern ist, daß der Magistrat noch nicht zur Einrichtung eines Ausgleichsfonds geschritten ist. Der Gedanke dieses Fonds ist, daß mit Unterstützung der Bewohner guter Häuser die großen Schäden der schlechten Häuser nach und nach beseitigt werden sollen, indem alle Mieter einer Gemeinde einen in eine gemeinsame Kasse fließenden Zuschlag zur Mieisteuer zahlen, der behördlich verwaltet und verwendet wird. Dieser Fonds würde um so sozialer wirken, wenn von den Beiträgen zu ihm mehr Personen befreit werden könnten, als dies nach dem Miet. steuergcfetz in seiner heutigen Fassung möglich ist. Das Gesamtergebnis. Die Mietsteuer beträgt ab 1. Oktober insgesamt 100 Proz. der Friedensmiete, nämlich zum bisherigen staatlichen Satz von 25 Proz. seitens der Gemeinde 75 Proz., statt bisher 2S Proz. Das Gesamtergebnis ist also: Der Mieter zahlt an Zuschlägen feststehend 10S Proz. g., für Betriebskosten zirka......, 643, g., für große Reparaturen bis zu..._ 50. g., Insgesamt 798 Puoz. g. Diese rund 800 Proz. bedeuten 640 Proz. der Friedensmiete, wo- zu� die erwähnten 100 Proz. Mietsteuer kommen. Insgesamt be- trägt danach die Belastung des Mieters ab 1. Oktober zirka 740 Proz. zur Friedensmiete. Der Mieter hat also— v o r e r stl— m,t einer 8K!fachen Friedensmiete zu rechnen. Wer im Frieden 400 M. pro Jahr zahlte, hat sich deshalb auf 3400 M. einzustellen, wer 1000 M. zahlte, aus 8500 M. Die Tagesmiete des Arbeiters, im Frieden meist 1 M., wird danach etwa 8 M. betragen, das Mehr an Miete also etwa 1 M. pro Arbeitsstunde. Das muß, an einem normalen Verdienst gemessen, immerhin noch erträglich erscheinen. Weit trauriger schaut die Heizungsfrage aus: muß doch, wer vor dem Kriege seinen Ofen mit täglich 10 Briketts für 10 Pf. heizte, nach dem gegenwärtigen Kohlenpreis für die gleiche Heizung 25 M. aufwenden. Die Suggestions-Srille. Die Toten sind lebendig geworden. Jene längst Vermoderten, die uns in den Myfeen auf Bildern aller Meister aus wundersam gestalteten Augengläsern wie Gespenster anglotzen. Der Urahn taucht aus der unergründlichen Versenkung auf mit der unge- schlachten, entstellenden Hornbrille auf dem gemütlich weingeröteten Gesichtscrker und die dito strumpfftrickend« oder bibeloerdauende Muhme. Huch-- waren das.kuriose Gestalten! Und doch— Ehrfurcht wandeln uns an, wenn wir blutjung und lebensfrisch in diese alten, lieben Gesichter sahen, die in eine glückliche Zeit schauten, allda noch nicht der Mensch sich schon seine Guckerln heillos oerdarb, wenn er noch die Schulbank drückte und als Zeichen seiner Tertianer- würde den Klemmer auf dem hochnäsigen Vorsprung balancierte. Wieviele sträuben sich nur aus Eitelkeitsgründen gegen die von den Krankenkassen gelieferte Brille einfachster Konstruktion! Na ja, schön ist sie ja nicht, aber sie soll doch einen gesundheitlichen Zweck erfüllen. Auch der modernste Kneifer mit Hohlschlisf ist schon wieder unmodern..Die alte gute Hornbrille setzt sich langsam wieder durch, bei der Arbeit und selbst auf der Straße, im Restaurant und Theater. Ein Monstrum, das aller Feinmechanik zu spotten scheint. Kreis- runde Gläser von Fünstnarkstückgröße mit dickem, schwärzlichem oder schmutziggelbcm Hornrand umgeben, lugen protzig wie Bulldogg- äugen an der Bordwand eines Dampfers. Klobige Hornftangen, dick wie Bleistifte, spannen sich um die Ohren. Verschönt das unser Menschenantlitz? Ach nein, aber furchtbar gelehrt sieht es aus. Es ging n, unter und lebhaft zu draußen auf dem Eis an dam offenen Küstenwasser, wo der Kampf ums Dasein jetzt, wie schon seit Jahrhunderten, ausgekämpft wurde. Aber auch dort herrschte Streit— wohl war Sachawachiak derjenige von den Eingeborenen, der über die meisten ilmiaks verfügte und die meisten Leute in Lohn hatte, aber Ujarak und seine An- Hänger hatten nun ihre eigene Bootsabteilung gegründet, und der schwarze Joe und Jim Hacklett besaßen ganze drei Umiaks für die Walfifchjagd. Sie arbeiteten nicht wie früher zusammen, sondern ärger- ten einander und scheuchten den Wal fort von den anderen Booten, wenn sich dazu Gelegenheit bot. und viele Wale, die in früheren Iahren den vereinten Anstrengungen der Eskimos erlegen wären, konnten nun an Nuwuk mit heiler Haut vor- beikommen. Als der Fang beendet war, hatte man. im Vergleich zu den Anstrengungen, nur ein mageres Resultat aufzuweisen, denn an Land lag kaum die Hälfte der Barten, die man sonst zu erbeuten pflegte, und eine Bootsabteilung schob immer die Schuld auf die andere. Die Kluft, die sich in Nuwuks Eintracht im Laufe des Winters ausgetan, hatte sich während des Fanges vergrößert und vergrößerte sich nur immer mehr, jedesmal, wenn die bekümmerten Eingeborenen die schlechte Ausbeute des Fanges sahen. Der Sommer kam, die Zeit der Walfischfängerslotte war da, aber noch hatte man keinen Mast oder Rauch am Horizont über den weißen Eisschollen gesehen. Und die Kluft erweiterte sich— Ujarak behauptete, er hätte mit bösen Göttern gesprochen, die das Eis am Lande hielten, um die Abtrünnigen zu strafen, die sich voll Spannung um Mr. Hastings scharten und Gott um offenes Wasser baten. Und bei diesen wuchs der Haß gegen die Gottlosen, die schuld an dem ganzen waren, weil sie nicht auf Gottes Wort hören oder seine Hand in den Prüfungen, die sicher deshalb zur Strafe über Nuwuk hereinbrachen, erkennen wollten. Und jetzt � nahm er Roche, der Gott der Weißen, an allen den Gottlosen,> die zu Ujarak oder zum schwarzen Joe und Jim Hacklett hielten. Die Lebensmittel, die man von dem weißen Mann hatte, fingen an knapp zu werden, und die Spannung stieg Tag für Tag, während das Eis, von den anhaltenden Weststürmen gegen das Land gepreßt, ruhig und unbeweglich dalag, und kein Wasser zu sehen war. Dann kam ein Kajakmann aus dem Süden, ganz unten von Cape Lisbourne: man scharte sich um ihn, um Neuigkeiten Eine Errungenschaft aus dem Kriege ist es, äls jeder drille Degen- träger sich als Ersatz des unkriegerischen Kneifers auf Generalunkosten die wieder ausgegrabene Hornbrille verschrieb. Von der Front und von den„Etappenschwcinezüchtereien" ging sie über auf die Heim- krieger in Bureau und Kontor. Der Anwaltsstift und der Porto- kassenritter macht sich interessant mit der gehörnten Gelehrsamktei, die das große Horn vor dem Schädel nicht sieht, und im Berliner Westen stolpert ihr über die Hornbrille aus Großmullerzeit gar schon auf der Straße. Suggestion-- alles Suggestion! Was der eine hat, will der andere haben, wenn es auch schon dagewesen ist und einst als garstig galt. Stroßenbahntarif 10 Mark. Der ständige Haushaltsausschuß der Stadtverordneten. Versammlung beschäftigte sich gestern in längerer Aussprache mit der Dringlichkeitsvorloge des Magistrats über Erhöhung des Straßen- bahntarifs von 8 auf 12 M. In der Aussprache wurde anerkannt, daß die Straßenbahn in technischer Hinsicht Verbesserunge» erfahren habe. Mit Rücksicht auf die anderen Berliner Verkehrsmittel und um keine zu große Abwanderung herbeizuführen, sprachen sich die meisten Redner nur für eine Erhöhung auf 10 M. aus. Es wurde auch betont, daß die Abfertigung der Fahrgäste bei einem Tarif von 10 M. sich leichter vollziehe, als jetzt bei 8 M., und daß schon aus diesem Grunde die Gefahr der Abwanderung nicht so groß sei. Dagegen wurde allerseits die baldige Einbringung einer Vorlage über den Staffeltarif gewünscht. Mit großer Mehrheit stimmte der Haushaltsausschuß der Tariferhöhung auf 10 M. und des Preises für den Umsteigefahrschein auf 1 6 M. zu. In derselben Höhe sollen auch die übrigen Tarife für Schülerkarten, Zeitkarten und für die Vorortbahnen heraufgesetzt werden. Die Stadtverordnetenversammlung wird am Donnerstag sich mit dem Aiisschußantrag beschäftigen, so daß der erhöhte Tarif vor- aussichtlich schon Ende der Woche in Kraft treten wird. Die vom Magistrat vorgeschlagenen erhöhten Gewerbesteuern, eine besondere Kopfsteuer und die Grundsteuer wurden vertagt, weil die Handels- und Handwerkskammer noch nicht gehört worden sind. Der Haushaltsausschuß wird sich am Donnerstag mit diesen Fragen beschäftigen._ Neue Straßenbahn'Sauprojekte. Für einen Ausbau neuer Straßcnbahnstrecken im Norden Spandaus zur Verbesserung des Berliner Nah- und Arbeiter- verkehrs ist vor einiger Zeit die Genehmigung erteilt worden. Nach- dem die Siemens-Schuckert-Werke die Baukosten für den Bau der Straßenbahn von Siemensstadt nach Gartenfelde übernommen haben, hat sich nunmehr auch die Berliner Straßenbahn bereiterklärt, den Betrieb durchzuführen. Die Arbeiten an dieser Bahnstrecke sind bereits in Angriff genommen worden: sobald sie beendet sind, wird voraussichilich noch in diesem Jahre die Straßenbahnlinie 35 verlängert und in den gleichen Zugabständen wie bisher nach Gartenfelde durchgeführt, wo sich ausgedehnte Ar- beiter- und Angestelltenkolonien der Firma befinden.— Ein zweites, fast noch großzügigere Bahnbauprojekt bcabsichllgt die AEG. im Norden Spandaus durchzuführen. Um die Arbeiter von der Wohnung nach der Fabrik und umgekehrt bequem befördern zu können, ohne auf die besonders nach und von Hennigs- darf zu gewissen Stunden bereits stark überlasteten Eisenbahnstrecken angewiesen zu sein, plant die Gesellschaft den Ausbau der Bötzower Kleinbahn, die mit einem zweiten Gleise v e r s e h en bis in die unmittelbare Nähe des ,;abnl- geländes geführt werd»" loll. Gleichzeitig sollen nach dem voll- endeten Ausbau der Bahn auch modern« Betriebsmittel in den Dienst gestellt werden, und zwar wird beabsichtigt, den Betrieb selbst elektrisch zu gestalten, den Betriebsstrom icdoch keinem öffentlichen Netz zu entnehmen, sondern die Wagen selbst mit einer elektrischen Kraftanlage aus zu- rüsten, die von einem Benzolmotor betrieben wird, lsiach der Vollendung dieses Planes wird auch diese Bahn von der Berliner Straßenbahn betrieben werden.— Ein dritter Plan für die Verbesserung des Straße nbahnverkehrs in der Gegend von Zehlendorf wird endlich in einem Proiekt zur Ausführung kommen, welches zurzeit im Verkehrsamt bearbeitet wird. Es handelt sich um die Herstellung eines Straßenbahn- anschlusses, der in die unmittelbar« Nähe der Fabrikanlagen von Goerz am Teltowkanal führen soll: er wird ebenfalls von der Fabrik bezahlt und von der Berliner Straßenbahn betrieben. Ebenso notwendig wäre auch eine Verlängerung derjetzt in Lichterfeld« endigenden Berliner Straßenbahn nach dem alten Zehiendorf.__ von der Walfischfängerflotte zu hören, man drängte sich und puffte sich, die Spannung war groß. Nachrichten brachte er, aber keine guten— die Walsisch- fängerflotte war im Eise zwischen Point Hope und Cape Lis- bourne eingeklemmt worden, erst wurde die eine Schute zer- quetscht, dann eine andere, schließlich war fast die Hälfte der Flotte zugrunde gegangen. Die Mannschaften waren an Bord der noch flotten Schiffe genommen worden, die überfüllt. voller Krankheit und Not, sich aus dem Eis heraus gen Süden kämpsten, zu wärmeren Himmelsstrichen, fort von dem schreck- lichen Eis, das so manches Schiff genommen, so große Erwar- tungen und so viele Leute vernichtet hatte. Die Flotte kam also nicht, aber statt ihrer die Not. Nuwuks Bewohner waren daran gewöhnt, sich auf die An- kunst des Schiffes zu verlassen und konnten nicht länger ohne das Essen, was sie sich von der Flotte im Tausch für Barten und Speck einhandehen, auskommen. Als Jim gacklet und der schwarze Joe die Neuigkeit ver- nahmen, saßen sie erst ein Weilchen und sahen einander an, als ob sie ihren eigenen Ohren nicht recht trauen könnten, aber dann stand Joe auf, ging zu dem Eckschrank nach einer Flasche Whisky, füllte zwei Gläser, eins für sich und eins für Jim. „Prost!" sagte er und lachte.„Jim, weißt du, was das hier bedeutet? Wir haben den großen Wurf gemacht, wir werden reich werden, wir sind die einzigen in Nuwuk, die Essen und Handelsware haben— Jim, Jim, solch ein Schwein, wenn die Flotte im nächsten Jahr kommt, verlassen wir Nuwuk als ge- machte Männer!" „Ja," antwortete Jim,„du hast recht, nun können wir machen, was wir wollen, wir können alle die Schreibälse zwrn- gen, sür uns zu arbeiten— und wäre es Sachawachiak selbst, er kann gern unsere Sachen kaufen— aber teuer." „Richtig," unterbrach ihn Joe,„teuer, recht teuer, wir werden ihn schon klein kriegen, diesen Sklaven! Nun sind wir es und nicht er, die in Nuwuk befehlen: er soll noch blutig sür jedes bißchen, was er haben will, bezahlen— ja. und ich will ihm seine Frau fortnehmen: Jim, mein Freund, bevor der Walfischfang wieder anfängt, will ich Igluruk hier in unserer Hütte haben!" „Du?" fragte Jim,„ja, vielleicht nimmt sie einer von uns, das kann schon stimmen, aber ob du es gerade sein wirst, warum denn eigentlich? Ich habe schon ebensoviel Recht auf sie wie du!" (Fortsetzung folgt.) Von der Blüte zur Frucht. GU Arbeiter- Sport& Arbeiter und Berufssport. Groß- Berlin- Norden gegen Fichte 9, das erstere mit 4: 3 für sich entscheiden konnten. Das Thema, das unter dieser Ueberschrift im legten ,, Borwärts.. Resultate. Männer Stafette 4500 meter: 1. Bilmersdorf I, Arbeitersport" angeschnitten wurde, hat in den Kreisen der Arbeiter. 11 Min. 11 Set.; 2. AGC., 11 min. 20,4 Get.; 3. Lichtenberg, 11 min. 35 Get.; Sportler außerordentliche Beachtung gefunden und uns eine ganze 4. Wilmersdorf II. Frauen 5X100 Meter: 1. Fichte 2 1, 1 min. 12,5 Set.; Reihe von Bufchriften eingetragen. Wir veröffentlichen davon zunächst 2. Groß- Berlin, 1 Min. 17 Get.; 3. Lichtenberg, 1 Min. 19,6 Get.; 4. Großdie folgenden. D. Red. Berlin- Often. Jugendftafette 3000 meter: 1. ASC. I, 7 Min. 52,5 Set.; 2. Groß- Berlin- Norden- Often, 8 Min. 5 Get.; 3. Fichte 3, 8 min. 16 Gel.; Männer Eingellauf 4. Groß- Berlin- Norden II, 8 min. 21,9 Get.Ein ehemaliger Berufssportler. 4500 Meter: 1. Seinge- Wilmersdorf, 14 Min. 44,9 Get.; 2. 8eblig- Groß- BerlinNeukölln, 15 Min. 10,8 sek.; 3. Heinrich- Groß- Berlin- Norden, 15 Min. 14,3 Get.; 4. Begmann- Wilmersdorf, 15 Min. 46,9 Gef.; 5. Hermann- Groß- Berlin- Schöne Jugend Einzellauf 1500 Meter: 1. Gorau- Groß- Berlin3. Schade- Groß- Berlin- Norben, 4 min. 58 Set.; 4. Erl- Groß- Berlin- Reukölln, 2. Sportfeft in Bid terfelbe feierten am Sonntag die Sportvereine bes pattells som 12. Berwaltungsbezir!. Auf dem grünen arten an. Neben Radfahrern, Schwer- und Leichtathleten betätigten sich auch fen des Lichterfelder Sportplates traten in bunter Reihenfolge alle SportSchachspieler, Turner und Sänger. Um 1 Uhr mittags ftellten fich die Bereine auf dem Duppelplas zum Feftzuge auf. Mit Mufil ging es bann am Festplay, wo die Sportler ihr Rönnen im Wettkampfe zeigten. Die Beteiligung feitens der Arbeiterschaft ließ zu wünschen übrig. Außer Nahezu drei Wochen hat die Gartenbauausstellung im Schloßpart Bellevue gedauert und felten dürfte sich eine Berliner Ausstellung eines so zahlreichen Besuches und einer so allgemeinen Anerfennung erfreut haben wie diese. Die letzten Tage brachten noch eine Sonderausstellung von Aepfeln und Birnen, und während draußen die Rofen und Röschen, die Astern und Dahlien schon recht herbstlich angefräntelt aussahen, prangt und stroßt dieses Obst in der Fülle seiner Reife. Da waren alle die edlen Sorten vertreten, die auch in der Mark heimisch geworden sind: die dicke gedrungene A manlis Butterbirne, die spighalsige Bosc. Flaschenbirne, die sonnengelbe oder goldrote Williams. Christ Birne, die riesenhafte Marguerite Marillat, Mit großem Intereffe habe ich im legten Arbeiter- Sport" des die mächtige gebudelte Andenten an den Kongreß, die" Borwärts" die Ausführungen des Genossen H. Benschwang verallbeliebte Gellerts Butterbirne. Von Aepfeln erfreut sich folgt. Es sei mir gestattet, als ehemaliger Berufssportsmann an der hers der große runde, zart beflaumte e as good Sondergleichen Debatte teilzunehmen. Im großen und ganzen treffen die Aus- euföln, Min. 51,7 Set.; 2. Rühnemund- Fichte 5, 1 min. 57,4 Gel.; der besonderen Gunst der märkischen Züchter Prachtvoll wie aus führungen des Genossen H. B. das Richtige. Man fann wohl sagen, 5 min. 6,8 Gel.; 5. Rittler- Groß- Berlin- Neukölln. Bachs geboffelt sieht Doktor Hansen aus. Schöner pon daß die Arbeiter- Sportbewegung dem Berufssport bisher mindestens Bosfop, Gravensteiner, Rosenapfel, Raiser neutral gegenüberstand, im Gegensah zu der blauen Sportbewegung. Alexander und die äußerlich so unscheinbaren Reinetten, wie im großen und ganzen bringen deshalb die Berufssportsleute dem Cox, Ananas, Landsberger und Baumanns Arbeitersport auch ihrerseits Sympathien entgegen. Ich weiß sehr Reinetten, waren in herrlicher Fülle vertreten und dufteten wohl, daß die Arbeiter- Sportbewegung den Sport nur aus gesund verführerisch und aufreizend( zum Hineinbeißen!) in die Nasen. heitlichen Gründen betreibt, und schäße dieses Moment auch sehr Dabei befam man auch allerlei interessantes Statistisches hoch ein. Mit Recht sagt aber H. B., daß ein großer Teil der Sportszu Geficht. Danach haben sich z. B. Versandkörbe um das 150fache, leute( vor allem junge Kräfte) durch Geldpreise, Titel, Diplome, Taumsprizen um das 184fache, Spaten um das 252fache, Dünge- Plafetten usw. dem Arbeitersport entzogen werden und wir mittel um das 200-340fache, Fracht pro 3entner und 100 Kilometer unsere Arbeitsbrüger dadurch an die blauen Vereine abgeben. Wenn um das 260fcche und die Pferdehaltung( hafer usw.) fogar wir dieser Bewegung einen Damm sezen wollen, so müssen wir ebenum das 660fache der Friedenspreise erhöht, die falls dazu übergehen, Meisterschaften für alle Sportarten zu veranLöhne aber nur um das 100-118fach e. Die Kernobst- stalten und Anerkennungsbeweise zur Berteilung zu bringen. Wenn Kleinhandelspreise betragen aber nur das 92fache des Friedens- wir in diesem Punkte umlernen, stehe ich nicht an, zu erklären, daß preises. Daraus geht hervor, daß die Obstzüchterei unter den Riesen ein großer Teil der jezigen blauen oder bürgerlichen Vereine den preisen für landwirtschaftliche und industrielle Artikel und den hohen lebertritt in die Arbeiter- Sportbewegung vollzieht. Richtig ist aller Frachten sehr zu leiden hat. Aus einer weiteren Tafel ging dann dings, daß man dadurch die Berufsbewegung fördert; aber das hervor, daß der uns benachbarte Kreis Teltow von allen branden dürfte uns trotzdem nicht abhalten. Wir müssen eben das in der burgischen Landkreisen zwar die größte Landstraßenlänge, aber den Berufssportbewegung erkennen, was sie wirklich ist; der Sportsmann, ollergeringsten Landstraßenobstbau aufweist, während die Kreise der tüchtige und gute Leistungen vollbringt, bildet sich aus dieser Westhavelland, Zauch- Belzig und Beestom- Storfow mit dem freis: feiner förperlichen lleberlegenheit einen Beruf, eine Tatsache, in der seitig betriebenen Landstraßenobstbau an der Spizze stehen. meines Erachtens weder etwas ungesundes, noch etwas Berwerfliches zu suchen ist. Reinhold Gräbte. Schließlich fonnten wir noch für alle jene, die ihre Söhne und Töchter dem Obst- und Gemüsetau zuführen wollen, einer Tafel entnehmen, daß sich in Brandenburg in Witt stod und Oranienburg eine Gärtnerlehranſtalt. in Werder o. d. 5. cine Obstbauschule und in Lübbenau eine Gemüsel aufchule befindet, während die Landwirtschaftsschulen der Landwirtschaftskammer in Brenzlau, Königsberg i. d. N.-M., Freienwalde, Selchow und Guben auch Gartenbaubeamte bzw. Lehrkräfte haben. Mit den reizenden lieblichen. Blüten begann die Ausstellung, mit den reifen, schwellenden Früchten schließt sie und des Betrüben doron wer nur, daß wohl die wenigsten das Geld hazu haben, sich Blüten oder Früchte zu kaufen. Die versöhnliche ziale, in die Zukunft weisende Note waren in dieser Ausstellung Die Erzeugnisse der Berliner Kleingärtner, die mit ihren bunten reichen Tischen das Herz jeder Hausfrau höher schlagen ließen. Kümmel in der Kantstraße". Aushebung einer gefährlichen Spielhölle. Cine Spielhölle übelster Sorte konnte am Sonnabendabend durch das Eingreifen der Kriminalpolizei ihr Dasein beschließen. Durch mehrfache Anzeigen von seiten des Publikums war die Behörde darauf aufmerksam geworden, daß schon mehrere Jahre ungehindert und ungestört regelmäßig in den hinteren Räumen der Schantwirtschaft Rümmel in der Kantstr. 71 eine Spielergefell. schaft tagte Kein Kampf um Geldpreise. An alle Arbeiter- Sportkartelle unb Bereine Groß- Berlins! Generalversammlung Des Rartelloerordentlige bandes am Mittwoch, den 20. September, 7 Uhr, in der Schulaula, BeinTagesordnung: Arbeiter- Sport", Kartellverband, Bollsfilmbühne. Wer zur meisterftr. 16( Nähe Rofenthaler Straße, Aleganderplaz und Bahnhof Börse). Teilnahme an dieser Bersammlung verpflichtet und berechtigt ist, Besagt folgender Paragraph( 3 Abfaz) unserer Sagungen. 1). Generalversammlung. Die Generalversammlung fegt sich aus Delegierten zusammen. Berechtigt und verpflichtet zur Teilnahme find die Delegierten der den 20 Bezirkskartellen an gefchloffenen Bereine, Gruppen oder Abteilungen. Jede derfelben erhält minbestens einen Delegierten, bei einer Mitgliederzahl bis zu 100( über 18 Jahre). Auf je weitere 100 Mitglieder entfällt ein weiterer Delegierter. Bruchteile über 50 gelten als voll. Für Ersagdelegierte in gleicher Zahl ift Gorge au tragen. Delegierte und Ersagdelegierte erhalten Ausweise. Außer den Delegierten nehmen an der Generalversammlung teil mit beschließender Silmme der Geschäftsführende Ausschuß und ein Mitglied der Redaktion des ArbeiterSport", fomie je ein Vertreter der Revisions- und Breßtommiffion. Mit beratender Stimme nehmen teil die Angestellten des Kartells, le ein Berrreser der 20 Bezirkskartelle und die Kreis- und Gauvertreter der Organisationen. Die Generalversammlung entscheidet in allen Fragen des Kartells endgültig. Dehlfläger. Turnenbe Proletariermäbchen! Die durch ihre sportlichen und turnerifden Erfolge bestens bekannte 2. Jungmädchen- Abteilung des Turnvereins Fichte" veranstaltet anläßlich ihres 26jährigen Bestehens am Sonnabend. den 23. September, im Renzerifaal bes Schiller- Lygeums, Bank, Ede BöttgerStraße, einen Unterhaltungsabend", befehend aus Rongert, Rezitationen, Gesang, turnerischen Aufführungen usw. Anfang pünktlich 7 Uhr. Eintritt 10 m. Is Fortsegung dieses Unterhaltungsabendes findet am Sonntag darauf( 24. Geptember) von 3 bis 6 Uhr in der Turnhalle des LeffingGymnasiums. Banffit. 18, ein Echauturnen dieser Abteilung ftatt. Von hier aus um 6 Uhr Abmarsch mit Musik zum Turnplay in Reinidendorf durch die Bank, Bad, Schweden, Residenz- und Holländer Straße. In der Fichte flause" dann Rommers und Tanz. Eintritt frei. Die 2. Jungmädchen- Abteilung fordert die Arbeiterschaft des Berliner Nordens auf, diese Bevanstal tungen durch regen Besuch zu unterstügen. Zu dem von dem Sportgenossen Benschwang an dieser Stelle angeschnittenen Thema möchte ich folgendes erwidern: Ich muß hier vorausschicken, daß Sportgenosse B. nur vom Radsport spricht, diese Frage aber wohl für alle Sportarten die gleiche Bedeutung haben dürfte. Gleich zum Anfang ist zu bemerken, daß der Arbeiter- Turn und Sportbund absolut nicht starr an seinen früher gefaßten Grundsäzen festgehalten hat, wenn es galt, eine für gut und fördernd befundene Sache auch in unserem Bunde einzuführen. Ich erinnere hier nur an die Stellung des Bundes gegenüber den Wettkämpfen früher und jetzt. Weiter werden auch im AT. und SB. Diplome und Titel verliehen. Es gibt z. B. Bundesmeister, Kreismeister usw. Nur das Kämpfen um Geldpreise lehnen wir ab, denn gerade hier liegt der springende Buntt. Gerade die Geldpreise sind es, die den Wettkampf unreell werden lassen, die zum rohen Spiel führen. Wir Arbeitersportler treiben Sport zur Ertüchtigung des Körpers, aber nicht bis zur Erschöpfung. Dder ist es etwa dem Körper dienlich, wenn bei den Kämpfen um die Deutsche Meisterfchaft 1921 der jezige Meister Houben beim 100- meter- Lauf völlig erschöpft durchs Ziel fällt? Oder wollen wir, daß auch den Arbeiter sportlern gefagt werden kann. was laut" Arbeiter- Turn- Beitung" Nr. 17 der Schweizer Schiedsrichter Hirrle über das Spiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft zwischen Nürnberg und Homburg am ift frei. 5. Auguft in Leipzig ausführte? Er sagte:„ Das heutige Spiel Hamber, erweiterte Borfiandsfizung im Bereinslotal von B. Seibel, Schönhauser burg- Nürnberg wird in meinem Tagebuch auf der schwärzesten Seite eingetragen werden. So weit ich gereift bin und so viele Spiele ich gefehen habe, muß ich aufrichtig befennen, daß ich ein öhnliches Spiel überhaupt nie gesehen habe und auch nicht mehr fehen möchte!" Wollen mir, daß uns das gefagt werden kann, und nur deswegen, damit wir uns rühmen fönnen, diese und jene„ Kanone" unter den Sportlern und Radfahrern ist aus einem Arbeitersportverein hervor. negangen? Benn der Sporiler zum Berufssport übergeht, wird er fich den Teufel um den Arbeitersportverein fümmern, dann lieat ihm sein Broterwerb näher. B. Giese, FTGB. Straßenlauf der Freien Turnerschaft. Der Straßenlauf im Norden Berlins hatte am Sonntag die besten Mannschaften am Start versammelt, so daß es interessante Kämpfe gab. Bei der FTGB. fehlten die Schöneberger Sportler. die noch jungen Mannschaften von Norden konnten aber einige gute Bläge belegen. Wilmersdorf, ASC., Lichtenberg und Fichte teilten sich in die Haupterfolge. Den Straßenläufen folgte ein Raffballspiel Trotz der umfangreichen Borfehrungen, die die Veranstalter durch Aufstellung von Spannern" getroffen hatte, gelang es am Sonnabendabend einigen Beamten der Streifbeamtenschaft Engel at brecht überraschend in das Lokal einzubringen. Als Spielzimmer hatte man das Billardzimmer der Schanfwirtschaft und als Spieltisch das Billard selbst ausstaffiert. Den Becmten gelang es, den letzten Spanner, der seinen Standpunkt hinter ciner Türe hatte, deren Füllung ausgesägt und durch gestrichenes Glas ersetzt war, zu überrumpeln. Man traf etwa 70 Berso men bei eifrigem Glücksspiel versammelt, an. Die Bank, die mehrere tausend Mark enthielt, sowie die Spielgeräte fonnten fofort beschlagnahmt werden. Ein fleiner Teil der Spielergesell schaft leistete tätlichen Widerstand und konnte sich schließlich durch cinen Sprung aus dem Küchenfenster der Verhaftung entziehen. Die übrigen Personen wurden auf Lastkraftwagen dem Polizeiamt Charlottenburg zugeführt, wo der größte Teil von ihnen nach gerauer Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen werden konnte. Nur 8 Personen, worunter sich auch der Bankhalter und mehrere megen gewerbsmäßigen Glüdsspiels behördlich gesuchte Personen befanden, wurden in Haft behalten. Die ganze Spielerrefellfchaftfeste fich aus fleinen Beamten, fleinen wegen berspäteter 8ahlung des Wartegelbes au be Kaufleuten und Gewerbetreibenden zusammen, die fassen hatte. Der Fistus wurde nach dem klageantrag verurteilt, non cinigen gewerbsmäßigen Spielern verführt worden waren, 4 Bro 3. Berzugszinien an den Kläger zu zahlen. Nach der ihre Ersparnisse und ihre Einfünfte dem Glücksspiel zu opfern. Die Urteilsbegründung nahm das Gericht ohne besondere Beweisaufnahme Anzeigen, die an die Behörde gelangten, rührten besonders an, daß eine fahrlässige Verlegung der Amtspflicht vorliege, da der non Familienangehörigen dieser zu leidenschaftlichen Bellagte drei Monate Zeit gehabt habe, um die für die Auszahlung Spielern gewordenen Männern her, während nämlich deren Fa- des Wartegeldes zuständige Kaffe anzuweisen und eine besondere milien nur unter den allergrößten Schwierigkeiten ihren Lebens. Rechenarbeit nicht zu leisten gewesen sei. unterholt bestreiten fonnten, hatten es sich diese verführten Familienväter und Ehemänner zur Aufgabe gemacht, alle ihnen errihbaran Barmittel im Glücksspiel anzulegen. Der Gewinn war jch für die Genarrten fast nie erreichbor, sondern wurde von den 17ternehmern der Spielabende eingestrichen. Ein rabiater Krankenpfleger. Turnabteilungen in Berlin- Süboft. Die Männer und Jugend. abteilung wird heute abend 8 Uhr in der Turnhalle Reichenberger, Ede Forfter Straße, eröffnet, bie Rnabenabteilung am Donnerstag 6 Uhr in der Turnhalle Reichenberger Str. 131. Aufnahme von Mitgliedern in den Turnsälen. Altersriegenturner Groß- Berlins! Die aktiven und paffiven Alten werben hiermit aufgefordert, am Freitag, den 22. September, Herren aller Arbeiter Turnvereine der 20 Berwaltungsbezirle Groß- Berlins abends 75 Uhr, in der Turnhalle Brinzentr. 70, au erscheinen. Bon 8 bis 10 Uhr Turnen der Attiven, nachdem Besprechung über die diesichrige Herbstturnfahrt. Laut Bundesbeschluß ist jeder Arbeiterturner über 35 Jahre beremtigt, in eineltersriege" einzutreten. Turngenossen, erscheint alle und pünktlich. Arbeitsbrüder, die ihr noch eine gewiffe Abneigung habt gegen jebe sportliche Betätigung nach Feierabend, tommt und seht euch unfere Alten an, bie fchon im grauen und weißen Saar, noch schwierige Hehungen an den Turngeräten ausführen. Ein Beweis, daß fie, durch Turnen gefräftigt, den Kampf ums Dasein beffer bestehen können. Der Eintritt Berliner Arbeiter- Schwimm- Berein Freiheit". Freitag, den 22. Septent Aulee 156, abends 48 hr. Desgleichen am Freitag, den 6. Oftober, die nächste Mitgliederversammlung um 28 Uhr im felben Lotal. Anfäßlich bes turnens am 1. Oktober seranstaltet die Freie Enter haft Wilmersdorf auf ihrem Sportplas in der Mürttembergischen Straße nachmittees 3 hr ein Stunden Baar- Gehen. Für den Geh, Sport, der bis jest in der Acheiter Sportbewegung, wenig gepflegt wurde, foll burch biefe Beranstaltung Propaganda gemacht werben. Startgeld with file diefe Ronkurrens nicht erhoben. Alle Sportgenoffen, die für das Gehen Interesse haben, wollen sich bei S. Teller, Bilmersdorf, Württembergische Str. 54( Sportplag), melben. Das Abturnen findet in der üblichen, Weise statt. Es find jämtliche Leichtathleten der Freien Turnerschaft Wilmersdorf am Gtart, so daß auch hier scharfe und interessente Rämpfe zu erwarten find. Freie Schwimmer, Charlottenburg. Dienstag, den 19. Geptember, 7 Uhr, Turnhalle 12. Gemeindeschule, Sophie- Charlotten- Straße, Einteilung der Riegen und Babeabende. Donnerstag, den 21. September, refervietter Babeabend: von 7-8 Uhr Rinder und Nichtschwimmer, von 8-9% Uhr Jugend und Erwachsene. Adressen für Arbeitersportler. Sport- Berbandes), gegründet 1907. 1. Borfzender: Richard Schulz, R. 37, Berliner Arbeiter- Schwimm- Verein Freiheit"( Mitgl. 3. Arb..Baffer Belforter Str. 12. Arbeiter- Rabfehrer.Bund Colibarität, Ortsgruppe Berlin. OrtsgruppenTeiter: Hermann Bitter, D. 34, Ebertyftr. 12, Aufgang III, v. 2.r. 44 in Treviso in Oberitalien abgehalten werden. Es ist feit dem eltfriege das erstemal, das beutsche Polizeihundführer wiederum im Auslande Polizeihunde vorführen. Als deutscher Richter ist Herr Gersbach- Berlin gebeten worden. Gerichtet werden die Hunde nach dem belgischen Prüfungsprogramm. Die italienische Staatsbahn gewährt den Teilnehmern 50 Proz. Fahrpreisermäßigung. Eine neue Jugendherberge der Stadt Berlin wurde am Sonntag in dem Dörfchen Nattwerder an der Wublig, einem Nebenarm der Havel, in der Nähe von Werder eingeweiht und der Deffentlichkeit übergeben. Das Heim vermag 45 Wanderer aufzunehmen. Durch freiwillige Helfer ist es mit elektrischem Licht verfehen worden. In der Provinz Brandenburg bestehen jetzt bereits 80 Herbergen. Der Krantenpfleger, Jahnte, der in der Anstalt Buhlgarten beschäftigt wurde, war in den Berdacht gekommen, Wäsche und Be fleidungsstücke aus dieser Anstalt entwendet zu haben. Ein Berwal. Wucher mit Monopolichnaps. tungsfetretär der Anstalt und ein Rriminalbeamter nahmen daher in feiner Wohnung in Biesdorf eine Hausfuchung vor. Sie fanden Anfängerfurfe in Englisch. In den nächsten Tagen beginnen, Wegen Ueberschreitung der von der Reichsmonopolverwaltung wäsche und Bekleidungsstüde, die aus der Anstalt veranstaltet von der Sprachschule für Proletarier, die neuen Anfeftjefepten Rleinhandelspreise für Branntwein hatten sich vor dem Buhlgarten stammten und die Jahnte gestohlen hat. Bähfängerfurje in Englisch( Abendunterricht) für Genoffen und Ge Buchergericht des Landgerichts 2 der Delitateßwarenhänd- ren die Beamten die Haussuchung vornahmen, zog Jahnte plöglich nofsinnen bne Borkenntnisse. Die Anmeldungen finden statt an ler Hermann Lower aus Lichterfelde und feine beiden eine 8- Millimeter- Armeepistole aus der Tasche und gab mehrere folgenden Tagen: Mittwoch, den 20. September, von 6-10 Uhr bei ihm angestellten. Berkäuferinnen Lydia Bock und Schüsse auf die Beamten ab. Der Berwaltungssekretär 1üd abends, Donnerstag, den 21. und Freitag, den 22. September, von Maria Rohde zu verantworten. L. hatte in seinem Geschäft, in dem wurde am linten Oberschentel getroffen und schwer verlegt. 8-10 Uhr abends, in der Schule Binterfelbtfir. 16( nabe Bülowriel Monopolbranntwein verfauft wurde, längere Zeit hindurch von Dann stürzte sich Jahnte auf den Kriminalbeamten Siebenhaar und straße und Nollendorfplatz). Ab Montag, den 18. September, werden den Flaschen die aufgedruckten Kleinverlaufspreise schlug mit dem Lauf der Pistole mehrere Male auf den Beamten die vorgeschrittenen Kurse nicht mehr in der Schule Hinter der entfernt oder unleserlich gemacht und dafür wesentlich ein, so daß dieser Verlegungen am Kopf erlitt. Herbeige Garnisonfirche abgehalten, sondern in der Winterfeldtstr. 16 weiter höhere Breise genommen, mit denen er fie auch ausgerufene Schußpolizei nahm Jahnke fest und brachte den verletzten geführt. zeichnet hatte. So hatte er statt 31 m. 42 m., statt 42 m. 62 M. Glüd nach der Rettungsstelle Nord. usw. den Käufern abverlangt. Der Staatsanwalt beantragte gegen die drei Angeklagten, die sich gemeinschaftlich schuldig ge= macht hatten, 7000, 4000 und 3500 M. Geldstrafen. Ihr Berteidiger, Rechtsanwalt Sonntag, bestritt in seinen Ausführungen, daß Reichs- Als die Schiefertafel aus den Schulen verschwand, und die monopolbranntwein ein Gegenstand des täglichen Be- Kleinen gleich bei ihrem Einzug in die Schule ihre Schreibübungen darfs sei. Das Gericht schloß fich aber dieser Auffaffung nicht an in Heften begannen, wurde das als ein großer Fortschritt gepriesen. und verurteilte auf Grund des Wuchergesetzes Löwer zu 7000 m., die Dieser Fortschritt ist in Gefahr: denn wenn die Bapierpreise weiter Bod zu 3000 m. und die Rohde zu 1500 m. Geldstrafe. so, wie bisher, steigen und damit auch die Preise für Hefte eine für die meisten deutschen Eltern unerschwingliche Höhe erreichen, dann wird das Schreibheft wohl auch aus den Schulen verschwinden. Schon jetzt haben einige Schulen bei der Ostereinschulung da In letzter Zeit mehren sich die Klagen von Beamten und mit begonnen, die ABC- Schüßen auf Schiefertafeln in die Bensionären, daß ihnen das Gehalt häufig mit mehrtägiger und Geheimnisse der Schreibkunst einzuweihen. Borläufig ist das noch noch längerer Verspätung von den zuständigen Kaffen gezahlt werde. eine Ausnahme, bald aber wird diese Ausnahme Regel werden. In diesem Zusammenhang ist eine Entscheidung des Landgerichte Botsdam von Bedeutung, das sich mit einer Schadensersag. Eine internationale Polizeihundprüfung, zu der auch die deut flage des Staatsjefretäre 3. D. P. gegen den Fistus schen Polizeihundführer eingeladen sind, soll am 5. November Wenn der Fiskus unpünktlich zahlt. Zurück zur Schiefertafel? Die Jugendweihe in Oberschöneweide findet am Sonntag, den 24. September, vormittags 10 Uhr, in den Räumen von Wilhelminenhof statt. Eintrittskarten find in beiden Konsumverkaufsstellen, bei Bader ( Bigarrengeschäft), Restaurateur Amberg, Blusen- Dornberg, Wilhelminenhoi ftraße 47, hufter( Restaurant Fleischerowiz), Becher, Zeppelinstraße, und bei Gronau, Wilhelminenhofstr. 44, 2 Tr., zu haben. Mauereinsturz in einem Warenhaus. Zwei Arbeiter tot, vier schwer verletzt. Montag mittag stürzte der hintere Teil des Eisenbetonbaues des Raufhauses Karstadt in Wandsbed, Lübeder Straße, ein, und begrub mehrere Arbeiter unter sich. Es handelt sich um einen Bauteil, der an ein altes Warenhausgebäude angebaut war und nur ein Obergeschoß hafte. Bei der Herausnahme der Stützen brach der fertige Bau zusammen. Einige Leute fonnten sich durch Abfpringen retten. Bisher wurden zwei Tote und vier Swerverlegte geborgen. Zwei Leute werden noch vermißt. are Gasmit gegea! " DEGEA- SPARGLÜHKÖRPER VERBURGEN LAUT WISSENSCHAFT LICHER FESTSTELLUNG EINE GASERSPARNIS VON 25% Unser Parteitag. mit einem Einspruch der Braunschweiger Breßfommission zu be schäftigen, die sich darüber beschwerte, daß der Revisor des Barteivorstandes den ftatutarisch festgelegten Beitrag für die Zentrattasse einbehalten hatte. Die Beschwerde wurde abgewiesen. Nachdem Bruehne noch mit ehrenden Worten des verstorbenen Mitgliedes der Rontrollfommission, Pintau, gedacht hatte, beantragte er die Ent lastung des Borstandes. ( Den Schluß des Berichts finden unsere Leser im Hauptblatt.) Groß- Berliner Parteinachrichten. Areis Webbing. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. 20. September, T½ Uhr, im Ledigenheim, Schönstadtstraße, porn Sigung aller Selferinnen und Selfer, die sich zur Winterarbeit für die Schulen Gothenburger, Putbuser und Lütticher Straße sowie Ruheplat straße zur Verfügung stellen wonen. Mittmed bex Sr., SPD. Hugsburg, 18. September.( Eigener Drahtbericht.)| andererseits wollen wir zur Beruhigung fagen, daß es einzelne ReGenosse Adolf Braun sezte den Bericht des Parteivor datteure gibt, die sich nicht finden fönnen in andere Berhältnisse, die standes fort: Nur politisch Unfähige fönnen glauben, zu Ehren unserer Bartet gestellt sind. Wer die große Lehraufgabe, die dem zu gelangen, indem sie sich in ihrer Tattit für alle pflichtbewußten Journalisten gestellt ist, fennt, der wird sich in der Ewigkeit festlegen Das hat Friedrich Engels schon vor genau Gemalt halten müssen und wird feine eigenen Stimmungen und 30 Jahren in einem Briefe an Bittor Adler geschrieben. Unsere Aufregungen nicht einfach zu Bapier bringen. Bir alle waren fommenden Rampfgenossen, denen wir fameradschaftlich die Hand aufgeregt, wir alle waren aufs tiefste erschüttert, wir alle empfanden zu gemeinsamem Birten reichen, haben ebenso wie unsere fanatischen das Bedürfnis nach hartem Gericht, als Rathenau ermordet wurde, 3. Gegner, die Rommunisten, uns stets zu überbieten gesucht, ohne aber nur in einer Zeitung lasen wir einen Artikel mit der UeberRücksicht auf die Hemmungen unseres Rönnens, Forderungen auf schrift Anüppelt die deutschnationalen Mörderbanden nieder!". Es geftelt, die unmögliche Hoffnungen bei den Arbeitern erweden gehört eine journalistische Gewißenlosigkeit dazu, aus jener journa follten. Was uns erhebt, was uns ftolz macht auf die Arbeiter liftischen Enigleisung einen Schluß zu ziehen auf die sozialdemoflasse, das ist, daß die Arbeiterschaft sich nicht von uns abgewendet, fratische Preffe. Dr. Paul Lensch, der früher so radital war, fondern das Bertrauen zu uns fich ganz außerordentlich gesteigert das teiner von uns gegen ihn auftommen tonnte, steht jetzt über hat. Wir wissen fehr wohl, daß die auswärtigen Fragen vor den Stinnes. Der Fall Lensch ist aber, Gott sei Dant, ein Einzel- 17. Rreis Sichtenberg. Elternbeiräte. Mittwoch, sex 20. September, 7½ Uhr, innerpolitischen heute den Vorrang haben. Wir wissen, daß die fall innerhalb unserer Partei. Es gibt glücklicherweise nur wenige, als von unserer Sparsamteit, von dem Einsehen unserer Arbeitskraft, reaktionäre Breffe zu arbeiten. Der fozialdemokratische Journalis. von den Reparationszahlungen abhängig ist, daß die Stabilisierung mus muß ftols fein, feine Kraft nur der Partei und der Bresse zu unserer Währung von der Möglichkeit einer widmen. Bas Kalisti gesagt hat, dafür mache man die Bossische 8tg." und gewiffe zionistische Kreise verantwortlich, aber nicht die Sozialdemokratie. großen auswärtigen Anleihe abhängt. Wir wissen, was der Währungsverfell, was die uns angedrohte Leider gibt es für unsere Bartel fein Batentrecht und RamenBrotverteuerung für eine Bedeutung haben. Wir haben feine Sehnsucht nach russischen Zuständen. Aber wir wissen, daß hier hugrecht. Aber gang dunkle Geldgeber tönnen das von ihnen auch vieles an uns, wenn auch noch weit mehr an der Bourgeoisie herausgegebene Blatt sozialdemokratisch nennen, wenn es auch anderen Blättern Material gegen die heze liefert, wie früher der zu beffern iſt. Bir empfinden es als eine Gefährdung der Bolks. famose Reichsverband zur Betämpfung der Sozial moral, als eine Schaffung ganz falscher Urteile im Auslande unde motratie. Hier sei ausbrüdlich bemerkt, daß der Firn", im Inlande über unsere Leistungsfähigkeit, daß sich der Lugus dieses Blatt, das leine hundert zahlenden Abonnenten hat, mit der fonfum immer mehr vordrängt. Bir empfinden die hohe Baht Sozialdemokratie, mit irgendeiner sozialdemokratischen Organisation Der Liförstuben, Bars, Dielen und Schlemmergaststuben als eine oder mit einer für die Sozialdemokratie verantwortlichen Berjon Schande für das deutsche Bolt. Die Anträge gegen den Alkoholis- auch nicht die geringfte Gemeinschaft befigt. mus aus den Kreisen der Parteiqenoffen zeigen, daß ein Teil der Fehler der Bourgeoisie auch die Fehler der Arbeiter sind. Wir er tennen die not der deutschen Bresse, die unser geistiges Sein herunterdrüdt, als eine überaus gefährliche Erscheinung, die in der Demokratie noch schwieriger zu ertragen ist als dort, wo die Diktatur und die Prefseunfreiheit herrscht. Im Gegensatz zu den Kommunisten wollen wir den Tatsachen ins Gesicht sehen. Wir wissen, daß alle Einkommenssteigerungen wettgemacht werden durch die Geldentwertung. Wir wiffen, wie schlecht es um die Befriedigung des Wohnungs- und Kleidungsbedürfnisses bestellt ist, aber wir wollen uns auch flar sein, daß die Schwierigkeiten im deutschen Wirtschaftsleben, die des Reiches und der Städte, der Familien, Angestellten und Arbeiter, nur durch die Macht, über die die Arbeiterklasse in Deutschland wirklich verfügt, geändert werden können. Alle Macht geht vom Bolte aus, In eine harte Zeit gestellt, damit rechnend, daß noch schwere Brüfungen dem deutschen Bolt und insbesondere der deutschen Arbeitertlaffe bevorstehen, wollen wir uns die Erkenntnis der NotAufgabe machen. Wir wollen hoffen, daß auch in dem zu Nürnberg wendigkeit unseres Wirkens für die Bartei auf diesem Parteitage zur zu wählenden Parteiserftande die gleiche Einmütigteit und Freudigteit des Birtens, die gleiche a me radschaft lichte it und das gleiche gegenseitige ertrauen zum Borteil für die Gesamtpartei herrschen wird, wie das in dem nun abtretenden Barteivorstande zu unserer persönlichen Genugtuung, zur Steige. rung unserer Leistungsfähigkeit und, wie wir hoffentlich von Ihnen bescheinigt erhalten, auch zum Rugen der Arbeiterklasse der Fall war.( Lebhafter Beifall.) Sodann spricht über Agitation, Organisation und Raffenberichte Friedrich Bartels: . reis Arenzberg. Die Bollversammlung aller Elternbeiräte und Kandidaten findet nicht am Stittwa, ben 20. September, sondern am Donnerstag, ben 21. September, in Sabes Festfälen, Fichteftr. 29, statt. Sozialistische Lehrer und Itern willtemmen. Fraktionsfigung, Mattiftr. 10/11. Heute, Dienstag, den 19. September: 54. t. Charlottenburg. Die Funktionärsgung findet nicht am Dienstag, sondern am Mittwoch, bex 20. September, 3 Uhr, im Lokal Bühnemann, Selmholzftr. 89, ftatt. Jungsozialisten. Gruppe Richtenberg: 1 Uhr im Jugendheim Barkaus 10 Lese. abend. Morgen, Miffwoch, den 20. September: 14., 15. un 16. t. T½ Uhr offentliche Elternversammlung in der 132. und 142. Gemeindeschule, Demminer Str. 27. Shema: Religion und weltliche Schule". Referent Bfarrez Bleiez. 3. abt. 7% Uhr Bezirtsführersitzung bei Koltermann, Gräfekt. 42. Der Ab82. bt. Steglig.& ihr Mitgliederversammlung im Gymnasium Heeſefte. 15. teilungsvorstand ift fchon um 7. Uhr dort. Thema: Das Reichsmietengeley". Referent Genosse Felgentreu $ 4. bt. Renton. 7 Uhr brechnung und Funktionärfigung bei Taubel, Beifefte. 23. Abrechnung ber xech anstehenden Binetts und Abzeichen. 95. bt. 74 Uhr bei Preußlat, 8iethen, Ede falfstraße, Ronferenz der Funktionäre und Betriebsvertrauensleute. Bichtige Tagesordnung, alles ift abzurechnen. 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula 188. Abt. Ripenid. 7 Uhr ix ber Aube der Rörner Schule, Lindenstraße, Koonstraße. Tagesordnung: Jugendberatung. Referent Gen. Friedrich. Bffentliche Eltern verfammlung. Thema: Stellungnahme zu den Borgängen in bet 1. und 5. Gemeindeschule. 124. 6. Mahlsborf. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Anders, Bahn116. Abt. Lichtenberg. 8 Uhr Funktionärsigung im Lokal Schlenkrich, Simplonftraße 42. Die Betriebsvertrauensleute müssen auch erscheinen. 141. hofftraße. Thema: Die Seuerungswelle in Deutschland". Referent Karl Bittle. Beiträge werden dort entgegengenommen. bt. Rosenthal. 7 Uhr Funktionärsgung beim Gen. Elpel, Edelweißftr. 3. Mowawes. Die in der festen Mitgliederversammlung bekanntgegebene Berfammlung am Mittwoch, den 20. September, findet nicht statt. Jugendveranstaltungen. eibweten: Jugendheim Lindenstr. 3, Bortrag: ,, Esperanto". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Mieterverband Berlin- Buchholz. Hauptmitgliederversammlung im Reft. Road, Buchholz, Sauptstr. 71, am Mittwoch, 20. September, um 148 Uhr. Tagesordnung: Unfere Miete am 1. Oftober 1922. Sport. das ist der oberste Grundsatz in der deutschen Republit. Deshalb Die Geldentwertung ist natürlich an der Organisation und sollten unsere Kritiker nicht vergessen, daß nicht die Erwählten, son- unserer Barteiagitation nicht Spurlos vorübergegangen. Die Ein ** dern die Wähler und Wählerinnen den Grad unserer Macht be- nahmen halten nicht Schritt mit der Steigerung der Ausgaben, und Stimmen. Bir fönnen unsere Macht nur verstärten, wenn wir die beshalb mußten mancherlei Beschränkungen in der Werbetätigteit 3ahl unserer Anhänger immer weiter vergrößern. eintreten. Die Steigerung der Parteieinnahmen ist also geradezu Das gilt für die Männer, noch mehr für die Frauen. Den jugend- eine Lebensfrage für die Bartei.( Sehr richtig!) Bir müssen den lichen Arbeiter und die jugendliche Arbeiterin, den Nachwuchs der Beitrag auf mindestens 5 mart erhöhen. Der ParteiGeneration, müssen wir zu verstehen suchen. 23ir müssen begreifen, förper darf nicht lahmgelegt werden aus Mangel an Geldmitteln. daß sie vieles anders auffaffen, wie wir es nach 30- oder 40jähriger Das würde nur der Reaktion nügen. Am 1. Juni haben wir die Birtamfeit in der Partei tun. Mit Trauer sehen wir, daß nochenfionstaffe gegrünbet. Ste gilt zunächst nur für die Geviele Handarbeiter bei bürgerlichen Barfeien fchäftsführer, Redakteure und Barteifetretäre, weil wir wegen der wirten. Noch weit schlechter steht es bei den Ropfarbeitern, bei Unsicherheit der Berhältnisse den Umfang der Berficherungen nicht( Müschen), 8. Orianne( Borowski). Toto: 88: 10, Blat: 13, 11, 11: 10. 4 Sennen zu Straußberg am Montag, den 18. September. 1. Rennen. 1. Glüdstaube( Thalede). 2. Fairytale( biel), 3. Bena solder( Kuhnte). Toto: 15:10, plat: 11, 18: 10. Ferner liefen: Atirsche, Montalifet. 1. Smaragd( Hartmannshenn), 2. Reichsgrän 2. Stennex. den Angestellten, Beamten, bei den Angehörigen der freien Be zu fehr vergrößern tönnen. Die Berbes und Auftlärungs- Gerner liefen: Adolar, Waldgott, Cora, Capitalist( ausgebr.). 3. Rennen. 1. Tor di Quinto( Einfinger), 2. Tango( Mastenberger), rufe und bei den vielen Leuten, die nicht zu den Handarbeitern arbeit ist zweifellos planmäßiger als in früheren Jahren betrieben 8. Baschbär( Jentsch). Toto: 69:10, Blaz: 20, 15, 82: 10. Ferner * gehören. Wenn die Erfolge in diesen Schichten uns noch nicht be. worden. Das Bildungswesen in der Zeit hat eine günstige Entwick- liefen: Tappenburg, Biene, Traute, Atalanta, Lady Shimmi, Elcorte, fchieden sind, so liegt das vielfach an den falschen methoben, aber lung genommen. Auch die Arbeiter Sagendbewegung Badea, Czardas Gretel, Lilla, Gandolje, Sigeri, Balmtäbchen, Hamb. mit wollen auch nicht außer acht lassen, daß wir eine Jahrhunderte entwidelt fidy in guter Beile. Die Parteifinanzen leiben barunter, 4 Sennen+1. Stürmer II(. Faltenbahn),+1. Flucht( Ulbrich), lange Entwidlung, die in der Beamtenschaft zir der Ueberzeugung daß infolge der starten Gelbentwertung in den Tekten Monaten bie 8. Bellazar). Toto: 9:10( Stürmer), 35: 10( Flucht), Blay: 11, 15, geführt hat, daß fie eine in fich abgeschloffene, eigenartige, über Ausgaben sehr erheblich geftiegen sind. Es ergibt sich die zwingende 14: 10. das Bolt gestellte, nicht in dem Bolt wurzelnde Raste ist, nicht durch Notwendigkeit der Stärtung der Parteifinanzen, bann werden wir Cichelfönig( angeh.). 5. Stenment. 1. Damians( Maker), Burgrifter( bler), 3. Diamank die Agitation weniger Jahre überwinden fönnen. Hier ist noch eine schlagfräftige Organisation haben.( Lebhafter Beifall.) ( Bismark). Sote: 44:10, plat: 26, 98:10. Ferner Ifejen: Hererei, viel nachzuholen, und hier ist die Anpassung der agitatorischen Gebalind, Segu. Methode an das agitatorisch zu beadernde Gebiet notwendig. Diese Agitation erfolgreich zu führen, müssen wir unsere Breise zum bedeutsamsten Agitationsmittel der Sozialdemokratie machen. Ueber die Frauenbewegung berichtet Genoffin Jugacz: Ferner Hefen: Immelmann, Biliberta, Capitalist( ausgebr.) 6. Mennen. 1. Charleys Coun( v. Westernhagen), 2. Royal Blue 36: 10. Ferner liefen: Dhs, Berwolf II. ( Herr Schend), 8. Belladonna( b. Fallenbahn). Toto: 31:10, Plat: 21, 7. Rennen. 1. Brise( Gber), 2. Menits( Staudinger), 3. Schweres nöther( Kaiser). Toto: 30:10, Bias 14, 19, 31:10. Ferner liefen: Ben dito, Razenjammer, Leonidas, Hoppy. Briefkasten der Redaktion. Beterrie Mastuxft wird ist erteilt. Seber für den Briefaften bestimmten Anfrage füige max eixex Buchstaben und eine Nummer Es ist notwendig, daß für die Frauen besondere Beranstaltungen gemacht werben. In ben Bezirken, wo dies geschieht, geht die Frauenbewegung lebhaft vorwärts. Bir müssen den Frauen beiDie Not der Presse schreit zum Himmel. bringen, daß die Beiträge für die Bartet und die Zeitung teine 139 Tageszeitungen befigt die Sozialdemokratische Partei. Die überflüffigen Ausgaben sind. Das Ausland hat der deut wenigen sozialdemokratischen Zeitungen, die eingegangen find, find schen Rot, vor allem der Rindernot, große Aufmerksamkeit gewidmet. durch andere erfekt worden. Im allgemeinen fann hiermit unsere Besonders bas tieine Dänemart hat hier Hervorragendes geleiftet. Parteipreffe recht zufrieden sein. Bir müssen ihre Leistungen in( Bravo!) Die sozialdemokratischen Frauen haben die einer Zeit, we immer neue Aufgaben ihr gestellt werden, behilfs attien geleitet und dadurch sozialdemokratischen Geift wundern. Gern wollen wir Dant fagen; aber wir wollen es auch in diese Arbeit hineingetragen. Bir tönnen in imferer Arbeit auch 1. Sot part. links, vor. SchriftRide and Berträge fins mitzubringen. an der Selbsttritit nicht fehlen lassen. Wir wollen unser Auge son den Gegnern lernen und müssen bem nachstreben, was uns nicht verschließen, daß in manchen in den letzten Jahren in unsere unsere wissenschaftlichen Bertämpfer gelehrt haben.( Beifall.) Redaktionen eingetretenen Genossen die arteitradition, Den Bericht der Kontrollkommission erstattet Bruehne- Frant- utopischen Sozialismus. Fordern Sie Berlagsverzeichnis von der Buchhandder Parteiinstinkt, nicht so lebendig sind, wie wir es wünschen. Aber furt a. M.: Die Kontrollkommission hatte sich im Laufe des Jahres 1100 Gr Celfus. bei. Cilige Anfragen trage man in ber Juristischen Sprechstunde, Lindexftr. 8, 3. 2. B. Gefchichte ber bentsex Sagiabextratie von Franz Mehring. Berlag 3.. B. Dies in Stuttgart: benda einige Monographien über den Tung Borwärts. M. Die Berbrennung erfolgt durch Setßluft bei zirka ZWEI TRAGER GUTEN RUFS KON LINGN Maffary evel wie der Kame Fritzi Masfarv Urteilen Sie selbst! Eine Zigarette bon Rang Theater, Lichtspiele usw. Komische Oper 6pernhaus Volksbühne 7 Uhr: 71 Uhr zum 1.Male: Schatzgräber lieber die Kraft Schauspielhaus 7 Unr. Maria Stuart II. Teil Lessing- Th. 8 Uhr: Deutsch. Theat. Mitt. 7: Faust Der Schildpattkamm 401-500 Do. bis Sonnab. 8 7. Abonnem. Vorst DerSchildpattkamm 8: Das Glas Wasser Sonntag 1: Faust Mittw 501-600 8: Der Vater Sommerspielzeit 7. Abonnem.- Vorst. Deut. Künstler- Th. Kammerspiele Allabendi. 8 Uhr: 7: Tartuff. Ein Die erste Nacht" Heiratsantrag Mw. 72: Die Jungfernvom Bischofsberg 8 Central- Theater Ein Prachtmädel Gr.Schauspielh. Deutsch Opernhaus ( Karlstraße) 7 Uhr: 7 Orpheus in Fledermaus der Unterwelt Friedrich- Wilhelmst. Th. Mw. 7: Orpheus in d. Unterwelt 8 Uhr: Schieber Große Volksoper des 7 Uhr zum 1.Male: ,, Die wunderlich. im Theat.d. Westens Geschichten Kapelimeisters Kreisler" im Th. 1. d. Königgrätzer Der Troubadour Intimes Theater Str. tägl. 8 Uhr 3: Die Peitsche und? Komödienhaus - Lauf doch nicht immer nackt herum Lustspielhaus Kokotten 8 Uhr: Schule der 8U: KarusseH m. Leop. Konstantin mit Maria Orska Metropol- Theater Georg Alexander, E. Karchow Wegen Verbereifung geschloss. Sod. 23 Sept. 2. 1. Male: 7 U.: Berliner Th. New York- Berlin Neues Operett.- Th. Pompadour. Die tolle Lola 7.15: Madame Neues Th. am Zoo Fritzi Massarya.G. 72 Uhr: Dorine Roberts, Wirl, Haskel, Ander, Behmer Hold, Holstein und der Zufall Neues Volkstheater ( 7) Dir.: James Klein( 72) Die grosse Internationale Revue in 25 Bildern: Europa spricht davon!! 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Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 20. b. M., nachmittags 1 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet 126/10 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834,835, 836. Achtung! Silberarbeiter. Achtung! mittwoch, 20. Septbr., abends 6 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45 Verfammlung ber Silberarbeiter u.-arbeiterinnen, Tagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Sänger Volks- Vorwärts Achtung! Taubftummen- Seifion. preise! Vorvkf. 11-11% u. 4-6 fichern Erfolg! Mittwoch, 20. Septbr., abends 7 Uhr, Platin-, Gold- und Silberbruch Zahngebisse, Uhren, Ketten, Ringa sowie Altmetalle kauft zu sämtl Engrospreisen im Berbandshaus, Linienstraße 83-85 ( Sigungsfaal): Versammlung aner Rottegen, die in der Metall, industrie beschäftigt find. 1. 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Das Tabaleinfuhrverbot der Regierung und die Folgen für das Tabatgewerbe. Ref: Deichmann, Borf. d.Deutsch.Tab. Arb.- Berb. 2. Freie Aussprache. Bu dieser Bersammlung sind einge laben: Der 35- Steuerausschuß des Reichs tages sowie Bertreter der behördlichen und gewerkschaftlichen Instanzen. Berband. Einberufer: Kartell der freien Gewerkschaften in der Bigarettenindustrie. Deutscher Tabalarb.. Deutscher TransportarbeiterBerband.DeutscherMetallarbetter- Berband. Verband der Buchbinder und Papierver arbeiter Deutschlands. Zentralverband der 183,9 Angestellten. Silber- Brillanten Hodam Technikum Strelitz Platin, alte Münzen Linkstraße 46 Uhren, Zahngebisse Ecke Potsdamer Str. Hohe Ankaufspreise und Potsdamer Platz Kleine Anzeigen Geschäftsverkäufe Landgasthaus, Grundstück, 5 Gastzimmer, 5 Wohnzimmer, 4 Morgen Land, Möbel Fahrräder Kaufgesuche Fahrradantauf, Linienstraße 19.[ 1498* Säde fauft Beŋer, Gollnowstr. 9. 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Unter dem Vorsitz des sozialistischen Abgeordneten und Bürgermeisters von Lens, Basin, würde eine Sizung des Aktionskomitees mit den deutschen Vertretern stattfinden, der auch Jouhaug und der Vorstand des Bauarbeiterverbandes beiDie Debatten in Augsburg. Einigungskongreß in Nürnberg Die französische Havas- Agentur verbreitet eine Meldung, wonach auf Einladung des Generalsekretärs des Aftionsausschusses für die zerstörten Gebiete" Toucedame die deutschen Gewerkschaften eingeladen wurden, Vertrauensleute mit weitgehenden Vollmachten Usp. je 150 Delegierte zum Nach der Mittagspause feilt Wels mit, daß von der SPD. und steht auf dem Standpunkt, daß den Hamburgern gegeben werden nach Paris zu entsenden, um Verhandlungen über den Anschluß Usp. je 150 Delegierte zum soll, was im Interesse der Erweiterung des Hafens liegt. Die Pläne der Hamburger, die darauf hinausgehen, das große entfandt werden sollen. Der Parteivorstand schlägt vor, 144 Dele- lstertal zu Hamburg zu bringen oder Siedlungsland zu erhalten, gierte zu entfenden, und zwar die Mitglieder des Parteivorstandes, find im Interesse der Entwicklung des Hamburger Hafens nicht der Kontrollkommission und die Vertreter der Bezirke. Die Dele- otwendig. ist damit einverstanden. gierten follen bis Dienstag früh bestimmt werden. Der Parteitag Die Industrie kann auch unter preußischer Hoheit aufblühen und besiedeln. Es folgt die Hamburger Arbeiter leben zu Tausenden unter preußischer Hoheit und ich glaute, nicht schlechter als unter Hamburger Hoheit. Es tommt, wie Perner richtig gesagt hat, der Wille der Bevölkerung in Betracht, aber nicht nur der Wille der Hamburger, sondern auch ter Wille der preußischen Bevölkerung. Und der Wille der Beaus als die Wünsche der Hamburger. Das ganze Problem Großvölkerung in Schleswig- Holstein und Hannover sieht etwas anders preußisch würde.( Stürmische Zustimmung.) Hamburg wäre am leichteffen dadurch zu lösen, daß Hamburg Schwierigkeiten mit einemmal behoben. Aber dieser Gedanke ist zu vernünftig, als daß er irgendwie in der Boltik durchzuführen wäre. ( Heiterkeit.) Wenn wir einmal an die Neugliederung gehen, dann werden wir uns die Frage vorlegen müssen, ob diese Privi= Debatte über den Borstandsbericht. wohnen würden. In dieser Sigung sollen, immer nach Havas, wich- Perner- Hamburg: Ich habe den Auftrag, im Namen der Hamtige Entscheidungen über die Berwirklichung der Wiesbadener Ver- burger sowie der Bevölkerung der preußischen Gebiete, die an Hameinbarung, des Bemelmans- Abkommens und des Stinnes- lungen zwischen Hamburg und Preußen über die burg grenzen, Klage darüber zu führen, wie die Verhand Lubersac Vertrages getroffen werden. Hamburger Gebietserweiterung geführt wurden. nicht den Standpunkt des Hamburger Senats, aber noch mehr als Ich verteidige von Hamburg ist von Preußen gefündigt worden. Für uns muß in erster Linie der Wille der Bevölkerung maßgebend fein. Wir beantragen, daß die Partei eine Kommiffion zusammenberuft, die ein: heitliche Richtlinien in dieser Frage für die gesamte Partei festzustellen fucht. Und nun triumphiert die„ Rote Fahne" unter der Ueberschrift „ Der ADGB. als Agent des Stinnes- Vertrages" und behauptet, diese Meldung sei ein neuer Beweis für die von ihr aufgestellte, von uns inzwischen widerlegte Behauptung, daß sich der ADGB. für die Durchführung des Stinnes- Lubersac- Abkommens einsetze. Dadurch, daß diese Lüge ein neues Mal wiederholt wird, wird sie doch nicht zur Wahrheit. Allerdings ist die Havas- Meldung derart formuliert, fungsfommission, aus dem hervorgeht, daß 349 ftimmBuchwitz- Görlig erstattet den Bericht der Mandatsprüdaß sie jene 3 weideutigkeit offen läßt, die das Kommunisten- berechtigte Delegierte am Parteitag teilnehmen. Alle Mandate blatt natürlich für seine Zwecke ausnüßt. Die zweideutige Wendung, werden für gültig erklärt. Darauf wird in der Debatte fortgefahren. als ob bei den Verhandlungen mit den deutschen Arbeitervertretern Broßwih- Frankfurt a. M.: Ich fann nicht die geringen Fort die Mitwirkung der deutschen Gewerkschaften bei der Durchführung schritte und gelegentlichen Rückschläge in der Partei allein auf die des Stinnes- Lubersac- Abkommens besprochen werden würde, ist wirtschaftlichen Verhältnisse zurückführen. Unserem Parteileben noch unserer Kenntnis der Dinge total unrichtig. Es handelt fehlt die innige Anteilnahme der Parteimitglieder. Redner besich bei den ganzen Verhandlungen genau um das Gegenteil einer Blättern und kritisiert die Haltung der„ Neuen Zeit" an der Einimängelt dann die Mitarbeit führender Genossen an bürgerlichen Unterstützung des Stinnes- Luberfac- Abkommens durch die beteiligte gungsfrage. Arbeiterorganisation. Es handelt sich vielmehr um einen Gegen Drescher- Halle: Wir müssen unseren Parteiapparat viel besser stoß der vereinten Kräfte des deutschen und des ausgestalten. französischen Proletariats gegen diesen Versuch der Unsere Anhänger auf dem Lande Aufrichtung einer kapitalistischen Hegemonie über die beiden Länder. müssen Funktionäre haben, die ihnen ständig zur Seite stehen. Die Der betreffende„ Aktionsausschuß" unter Leitung Doucedames steht Parteifinanzen müssen wesentlich gestärkt werden. 5 Mart Wochen den von Lubersac vertretenen Genossenschaften ungefähr so gegen- beitrag dürfen nicht nur Normal, sondern müssen Mindestfäße sein. über, wie die sogenannte„ Rote Gewerkschaftsir.ternationale" dem Man sollte sich nicht scheuen, in den Industrieorten bis zu 8 M. Amsterdamer Gewerkschaftsbund. Unseres Wissens ist übrigens der Wochenbeitrag zu gehen. ADGB. als solcher an den Verhandlungen, auf die Havas anspielt, allein fommen, sondern muß auch von unten gefördert werden. Edstein- Breslau: Die Demokratisierung fann nicht von oben gar nicht unmittelbar beteiligt, sondern es handelt sich Eine organische eugliederung der deutschen Republik lediglich um die Fortsetzung der schon vor zwei Jahrer: zwischen ist dringend notwendig. dem französischen Bauarbeiterverband und dem Neumann- Köln: Der Alfcholverbrauch hat in Deutsch Aktionsausschus" auf der einen Seite und dem Deutland bedeutend zugenommen, auch bei Jugendlichen und Frauen. schen Arbeiterverband sowie dem Verband sozialer Die Alkoholfrage ist auch eine erzieherische Frage. Wenn die Partei Baubetriebe auf der anderen Seite gepflogenen Verhandlur.gen. genoffen ein Zehntel dessen, was sie für Alkohol ausgeben, für die Die bereits getroffenen Vereinbarungen waren bekanntlich am Bartei geben, ständen wir anders da.( Lebhafter Beifall.) Das Widerstand der franzöfifchen Regierung bisher gescheitert, und nun Wichtigste in unserer Lage ist erachten unsere französischen Genossen den Zeitpunkt für gekommen, sie wieder aufzunehmen. Denn da die Poincaré- Regierung und ihre an Kohle, Lebensmitteln und Baustoffen. Die deutPresse das Abkommen mit Stinnes günftig aufgenommen haben, ist Nationalbewußtsein befizen. Wir sind dem republikanischen Deutsch sche Arbeiterklasse muß aber auch ein wohlverstandenes Stüd es ihnen moralisch unmöglich, ihren Widerstand gegen die Berhard- land nicht nur eine, sondern die staatserhaltende Partei. Bir lungen zwischen deutschen und französischen Arbeiterorganisationen wollen im Rahmen der Internationale sein und bleiben die deutsche meiter fortzusetzen, lediglich weil es sich um Arbeiterorganisationen Sozialdemokratie.( Beifall.) und nicht um schwerindustrielle Konzerne handelt. Insofern besteht ein Zusammenhang zwischen den Verhandlungen, auf die die Havas Meldung anspielt, und dem Stinnes- Lubersac- Abkommen, aber das ist auch der einzige Zusammenhang. Kleinasiatisches Flüchtlingselend. Paris, 18. September.( WTB.) Nach einer Havas- Meldung aus Athen haben französische und italienische Schiffe gestern un= gefähr 10 000 Flüchtlinge aus Klein Asien gelandet. Der armenische Bischof, dessen Ermordung durch die Kemalisten gemeldet worden war, sei heil in Athen angefommen. Die griechische Regierung habe die Verstärkung der Truppen an der thrazischen Grenze beschlossen. Die aus Klein- Asien kommenden Flüchtlinge würden von jetzt an nach Kreta und nach anderen Inseln geschickt werden. eine Hebung der Produktion Dr. Knaad- Hamburg: Wir müssen den Volksmassen sagen, welche gewaltigen Schwierigteiten mit der Demokra fisierung der Verwaltung verbunden sind. Die Demofratisierung der Verwaltung ist nicht allein Angelegenheit und Pflicht einzelner Parteigenossen, sondern der Gesamtheit. Es muß auch alle Energie eingesezt werden für die Weiterbildung unserer eigenen Leute, die in öffentlichen Stellungen stehen. Wir müssen die Beamten rückhaltlos stüßen, die treu zur Republit stehen. Bieffer- Hoisbüttel: Notwendig ist für die Partei die Schaffung leistungsfähiger Kreisverbände und die Einteilung der Organifationen nach der politischen Einteilung der Bezirke und Kreise. Dr. Wegscheider: Es muß mehr als bisher eine Agitation gemacht werden, die den Bedürfnissen der Frauen entspricht. Unter den Frauen muß vor allem Aufklärungsarbeit über Ernährungs- und wirtschaftliche Fragen geleistet werden. Die Frauen werden eher dafür stimmen, daß ihren Kindern Kartoffeln gegeben werden, als daß die Männer Alkohol erhalten. Auch durch eine richtige Wohnungs- und Sied lungspolitit werden wir unter den Frauen Anhang finden. Bon Kreuzwende dich Rückwärts, tgl. preuß. Hof- und Wir müssen die Frauen auch ganz anders als bisher für die Konfumvereine gewinnen." Wilhelms Freite. Bänkelsänger. TU. meldet: Der Generalbevollmächtigte des König. Tichen Hauses, Birklicher Geheimer Rat von Berg, gibt folgendes bekannt: Seine Majestät der Raiser haben sich entschlossen, eine neue Ehe einzugehen, und werden voraussichtlich im November d. 3. die verw. Brinzessin Her mine v. Schoenaich- Carolath, geborene Prinzessin Reuß ä. 2., als Gattin heimführen." Heil will unser Leid versüßen: Wilhelm geht auf Freiersfüßen. Und er nimmt ich bin ganz platt Eine Schönaich- Carolath. IHN, den dreiundfechzigjährigen, Sehn demnächst wir, wie als Pärchen Treibt den allerschönsten Flirt er. Kinder, Kinder, wird er, wird er? Wirklich, das ist sehr gelungen: Erst schreibt er Erinnerungen, Plöglich- schwubb auf einen Rutsch Ist ihm die Erinnerung futsch An die selige Auguste, Schnuppe ist sie ihm, ganz puste! Ach, der Patriot, mir scheint, Hat umsonst um sie geweint. Bänglich staunt jetzt ganz verwirrt er: Kinder, Kinder, wird er, wird er? Auch beim ,, Bunde der Aufrechten" Sieht man zages Händeflechten. Als ein Schlag in sein Kontor. Diese Sache tommt ihm vor Ganz verdattert alle stieren: ,, Gratu- oder fondolieren? Sprosse adligster Geschlechter, Bist du jetzt noch ein Aufrechter? Unglückseliger Berirrter! Kinder, Kinder, wird er, wird er?" Offo Braun- Berlin, preußischer Ministerpräsident: Genoffe Perner hat wieder mal die Wahrheit des Wortes bestätigt: ,, Es kann der Beste nicht im Frieden leben, wenn es dem Nachbar nicht gefällt." Die Hamburger Genossen sind der irrigen Auf fassung, daß sich die schwierige Hamburger Frage vielleicht durch Parteitagsbeschlüsse lösen läßt.( Sehr richtig!) Die Schwierig, feiten, die in Hamburg zutage treten, beruhen auf dem Elend der Kleinstaaterei, das leider in Weimar bei der Schaffung der neuen Verfassung nicht beseitigt worden ist.( Lebhafte zu stimmung.) Diese Schwierigkeiten liegen auf dem Gebiete der Wirtschaft und der Verwaltung. Aber sie sind nicht, wie die Hamburger Genossen meinen, dadurch zu lösen, daß man die einzelnen fleinen Staaten rergrößert auf Kosten der großen; nicht durch Verjehung der Grenzpfähle wird eine Verbesserung erreicht, sondern durch eine völlige Ausreifung der Grenzpfähle find diese Schwierig. teiten zu beheben.( Sehr richtig!) Wenn Genosse Süde tum liber diese Frage geschrieben hat, so muß dazu gesagt werden, daß dafür nicht die preußische Regierung verantwortlich gemacht gemacht werden kann. Die einzelnen Mitglieder der preußischen Regierung sind lediglich dafür verantwortlich, was sie als ihre Aeußerungen den Hamburgern zu erkennen gegeben haben. Die Verhandlungen werden erneut stattfinden. Die Schwierigkeiten wer den auch von Preußen nicht verfannt. Die preußische Regierung Ungarn im Völkerbund. Ungarn ist in den Bölterbund aufgenommen worden, obwohl ausdrücklich festgestellt wurde, daß es die Bedingungen des Friedensvertrages nicht restlos erfüllt hat. legien aufrechterhalten bleiben können. Dann wären alle gesetzt wird, die die Frage der Neugliederung des Reichs Ich begrüße den Antrag Löbe, daß eine Kommission einOberschlesien kritisiert hat, so muß ich dazu feststellen, daß ich nur prüfen soll. Wenn Eckstein meine Rede über die Abstimmung in gesagt habe, daß die 2 b ft immung in Oberschlesien ein Bekenntnis nicht zum alten Breußen, sondern ein Bekenntnis zum neuen demokratischen republikanischen war. Wir wollen uns aber in der nächsten Zeit nicht gar zu ſehr Preußen wir unsere Bevölkerung ernähren sollen, unsere Wirtschaft erhalten, mit der Neugliederung des Reichs befassen, wo wir nicht wissen, wie wie wir über den Winter hinwegkommen fönnen. Jetzt muß es die Kritik nicht, aber Sie handeln im Interesse der Partei, wenn Sie unsere Sorge sein, wie wir unser Bolt aufrechterhalten. Ich scheue nicht das Schwergewicht auf die Kritik legen, sondern wenn Sie richtig hervorheben, was durch unsere Mitglieder in der Regierung unter den schwierigen Verhältnissen geleistet wird.( Stürm. Beifall. Frau Rudolf- Offenbach: Die Männer und Frauen auf dem Iungswesen läßt dort oft zu wünschen übrig, und deshalb könLande sind besonders schwer zu bearbeiten. Das Bersammnen wir dort mit allgemeinen Agitationsmitteln nichts ausrichten. Aus der Praxis weiß ich, daß Elternabende mit Erörterung von Erziehungsproblemen uns sehr viel Nuzen gebracht haben. Das ist nicht Mangel an Bekennermut, sondern wir gehen da die Wege, die unsere Gegner bereits mit Erfolg beschritten haben. Ceuteritz- Hamburg: Braun hat es leicht gehabt, Forum, das die Hamburger Verhältnisse nicht tennt, einen Erfolg zu erzielen. Ich möchte aber betonen, daß wir Hamburger feinesfalls Mißtrauen Dor einem Digteit aufgeben, müßten wir wissen, daß Breußen wirklich alle gegen das heutige Preußen hegen, aber bevor wir unsere Selbstän Wir sind für eine organische Neugliederung des Reiches und erwar Schladen des reaktionären Regimes beseitigt hat. ten eine Förderung des Problems durch Annahme unseres Antrages auf Einsehung einer Kommission. Wimmr- München: Der Parteivorstand hätte viel fräftiger dem Lebensmittelwucher durch Einleitung besonderer Afgische Schritte unternehmen, um die Preise für Lebensmittel und Betionen entgegentreten müssen. Auch die Reichstagsfraktion wird ener darfsartitel auf einem erträglichen Niveau zu halten. Redner wünscht, daß bei den Besoldungserhöhungen der Parteibeamten nicht das Prinzip der Reichsbesoldungsordnung angewendet wird, das unten zu wenig und oben zuviel gibt. Scholich- Breslau: In dem Streit um die Neugliederung des Reiches follten wir unseren obersten Grundsay, die Geschlossenheit und Einheit des Reiches, nicht vergessen; im übrigen ist es aber das zweckmäßigste, die Erör terung der ganzen Materie einer Kommission zu überweisen. Redner verteidigt dann die Koalitionspolitik in Preußen. Die Not der Barteiorganisationen und der Parteipresse ist so groß, daß wir liquifrühzeitig zu verhindern in der Lage ist. dieren müssen, wenn die Opferwilligkeit unserer Genossen das nicht dem Parteitag geübt wurde, ist bedenklich, weil ich fürchte, daß viele Hoch- Hanau: Die Kritik an der Neuen Zeit", die auf hier find, die das Blatt nicht lesen. Das ist das Bedauerliche; denn heute, in einer Zeit mit ganz neuen Verhältnissen, brauchen wir ein wissenschaftliches Organ besonders notwendig. Wenn gesagt wird, wir sollten nicht immer die Schlagworte von 1914 gebrauchen, so bin ich damit einverstanden. Wir sollen aber nicht alles vergessen, die Dialektik der Stinnes- Bresse zu eigen machen, sondern durch mas früher unser geistiges Rüstzeug war. Wir dürfen uns nicht Schulung die Massen in sozialistischem Geiste erziehen. brauchen wir ein wissenschaftliches Organ. Lazu reform, die im kommenden Winter die preußische LandesgesetzDr. Grofjahn- Berlin: Die preußische Verwaltungsgebung beschäftigen wird, ist nicht lediglich eine Sache Preußens, sondern eine Sache des ganzen Reiches, da davon die Gestaltung der Demokratie im ganzen Reiche von der Demokratie in Preußen abhängig ist. Wir müssen eine echte Demokratie nach dem Vors bild der Schweiz schaffen. Es gibt auch sozialistische und demofratische Studenten. Studium viel mehr als bisher in die Verwaltung hineinbringen. Diese müssen wir nach abgeschlossenem. Die preußische Berwaltungsreform muß in der Weise durchgeführt werden, daß nicht wie bisher ein geheimnisvoller allmächtiger, aber feineswegs allwissender Personalreferent im Minifte rium die Anstellungen macht, sondern die Selbstverwaltungsförper müßten ihre Beamten selbst wählen. Unsere Nachkommen werden uns verfluchen, wenn mir die Macht, die wir heute haben, nicht dazu benutzen, die Demokratie aufzurichten.( Lebh. Beifall.) Der Borsigende Wels schließt die Sigung um 6 Uhr abends. Weiterberatung Dienstag vormittag 9 Uhr. Der Feldzug der Labour Party. London, 18. September.( WTB.) In einer Arbeiterversamm lung in Newport auf der Insel Wight hielt der Arbeiterführer Clynes eine Rede, in der er sagte, der Zustand Europas bedeute eine Berurteilung derjenigen Staatsmänner, die für die Regelungen Um Gottes willen keine Beschlüsse! nach dem Kriege verantwortlich seien, welche nicht Frieden schüfen, Genf, 18. September.( WTB.) Im Verlauf der heutigen Sitzung sondern geeignet feien, den Krieg zu einem dauernden Kennzeichen der Völkerbundsversammlung wurde ein Schreiben Nansens eine Herausforderung zum Bolschewismus und zur des europäischen Lebens zu machen. Diese Nicht regelungen seien verlesen, in dem Nansen anregt, erstens den Flüchtlingen in Gewalt. Die Zunahme der Armut in vielen Ländern werde zur Smyrna die in Konstantinopel für die russischen Flüchtlinge ge- Revolution und zur Zunahme des wirtschaftlichen Ruins Beran schaffene Organisation zur Verfügung zu stellen, zweitens eine Ber- laffung geben. Es sei Sache der Völker und der Arbeiterorganimittlungsaktion des Völkerbundes oder andere Maß- fationen auf internationaler Zusammenarbeit zu bestehen nahmen zu sofortiger Einstellung der Feindseligkeiten ohne Rücksicht auf vergangene Feindseligkeiten. Es müsse mit dem zwischen Griechenland und der Türkei zu ergreifen. Beide Vorschläge Plan der Arbeiterschaft für die Reparationen ein Versuch gewurden dem Initiatiotomitee übergeben, das über ihre Ber- macht werden. Er würde Frankreich Gerechtigkeit geben ohne weisung an die einschlägigen Ausschüsse der Völkerbundsverfamm- durchzumachen hätten. Es sei Mode geworden, Amerika für die wirtschaftlichen Leiden, die Großbritannien und andere Länder Zentral- Theater. Die Winterspielzeit wird am 29. mit einer Aufvieles zu tadeln, was geschehen sei. Amerika Selbst sucht zuzuführung von Gorlis„ Kleinbürger"( Regie: Erwin Vistator) eröffnet. Für einer Entschließung Lord Robert Cecils über die Schaffung jezt notwendig, um zu einer Regelung zu gelangen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde der Entwurf schreiben, sei durchaus ungerecht, aber Ameritas Mitwirtung sei die Rolle des Beizjemeno wurde Hermann Vallentin verpflichtet. Shackletons Expeditionsschiff„ Dueft", mit dem der Verstorbene einer internationalen Heimstätte für die Armenier seine legte Fahrt unternommen hatte, ist nach Plymouth zurüdgefehrt. Die Bevölkerung Litanens. Nach den soeben veröffentlichten neuesten statistischen Feststellungen zählt Litauen gegenwärtig 2 293 100 EinSven Hedin, der weltberühmte schwedische Forschungsreisende, wird auf Einladung der Teutich- Schwedischen Vereinigung am Sonnabend, den 23., 7, Uhr abends, in der Neuen Auía der Universität einen Vortrag mit Lichtbilbern über Tibet und seine Bewohner" halten.( Eintritt zur Dedung der Unkosten 5 M., für Mitglieder 3 M.) wohner. lung zu beraten hat. verlesen. Ein Entschließungsentwurf de Broudère- Belgien zugunsten Gerard gestorben. Wie Havas mitteilt, ist der frühere Bot der Georgier wurde auf Antrag des Initiatiotomitees schafter der Bereinigten Staaten in Berlin, Gerard, im Alter von dem 6. Ausschuß übergeben. 70 Jahren gestorben, Gewerkschaftsbewegung Handwerker um 40 Bf., der angelernte Arbeiter um 20 Bf. für bie Stunde zurüd. Die Macht der christlichen Gewerkschaften. Verhandlungsergebnis mit der Begründung ablehnten, daß sie " Trotzdem die christlichen Gewerkschaften sich bewußt seien, wie schwach ihre Macht noch ist, seien sie nach Baumeister einflußreicher wie die freien" Gewerkschaften. Folgt der hübsche Schlußsas: " Kann irgend etwas beffer die politische Ohnmacht der freien Gevertichaften„ befunden?" Wir wollen die„ Christlichen" des Trostes über die ihnen bewußte Schwäche, den sie aus dem Vortrage entnommen haben, nicht berauben. Aber fann etwas besser ihre„ politische Macht" fennzeichnen, als dieses Anklammern an einen Strohhalm? Schließlich kommt es für die Arbeitnehmerschaft auch darauf an, in welcher Weise die politische Macht der Gewerkschaften ausgeübt wird. Wollten wir uns auf dieses Gebiet begeben, dann müßten wir dem„ Zentralblatt" noch mehr Wasser in seinen Wein tun. Wirtschaft Unrationelle Wirtschaft in der kalfindustrie. etwa Mit diesem Ergebnis befaßten fich am 16. September die Funktionäre des Betriebes, die nach heftiger Debatte das Das Zentralblatt der christlichen Gewerkschaften Deutschlands" allein die Verantwortung für eine Annahme nicht tragen fönnten. Wie der Deutsche Kaltbund bekanntgibt, sind die Betriebss zitiert in seiner Nummer 19 eine Aeußerung aus einem Vortrag Deshalb soll heute in einer Vollversammlung des Ges anlagen der Kaltindustrie auf eine jährliche Erzeugung von von Baumeister auf der Ueberseewoche in Hamburg. Zunächst famtperfonals Bericht erstattet werden, und am Mittwoch wird rund 10 Millionen Tonnen gebrannten Ralf eingerichtet. wird Baumeister, der besseren Wirkung halber, als Vertreter der in einer Urabstimmung über Annahme oder Ablehnung des Im Jahre 1913 betrug die Produktion jedoch nur 6,5 Millionen deutschen sozialdemokratischen Gewerkschaften beim Internationalen Angebots entschieden werden. Tonnen, d. h. die Werke waren im Frieden nur mit 65 Proz. ihrer Arbeitsamt in Genf bezeichnet. Er soll gesagt haben: Auch die im Omnibusbetriebe beschäftigten Bediensteten, Leistungsfähigkeit ausgenutzt. Im Jahre 1921 betrug die ProdukDie vielfach geübte religiöse Unduldsamkeit habe zur Grün- Handwerker und Arbeiter haben der Direktion erneut eine Lohn- tion wenig mehr als 4 Millionen Tonnen. Sie dürfte im Jahre 1922 dung besonderer christlicher Gewerkschaften geführt, die namentlich forderung überreichen lassen. Das bestehende Lohnabkommen lief rund 5 Millionen Tonnen gebrannten Kalk betragen, d. h. also, die in Holland, Spanien und Italien großen Einfluß befizen, aber am 31. August ab. Die Löhne sind für Handwerker und Arbeiter einzelnen Werte sind nur mit rund 50 Pro 3. ihrer technischen auch in anderen Ländern ständig an Einfluß gewinnen. Wo sie be- in den Werkstätten und die Bediensteten im Kraftwagenbetrieb die Leistungsfähigkeit im Betriebe. Die Zeitschrift„ Soziale stehen, haben sie trog ihrer erheblichen Minderheit eine stärkere gleichen wie im Hochbahnbetriebe. Die im Pferdebetriebe Bauwirtschaft" bemerkt dazu treffend: Obgleich die Kaltindustrie zur politische Macht als die numerisch überlegenen freien Gewerkschaften." Beschäftigten müssen sich leider mit weniger begnügen, da nach An- Produktion des Kaltes weniger Brennstoffe benötigt als die Dazu bemerkt das christliche Gewerkschaftsorgan:" Mit dieser gaben der Direktion der Nachtbetrieb unrentabel und nur durch die Bementindustrie, spielen die Ausgaben für Kohle und Strom in der Auslaffung des besten Kenners der internationalen sozialistischen Erträgniffe, die der Kraftwagenbetrieb abwirft, aufrecht erhalten Ralfindustrie dennoch eine nicht unerhebliche Rolle. Würde man dazu Gewerkschaftsbewegung vergleiche man die Wichtigtuerei der sozia- werden kann. übergehen, die einzelnen Ralfwerte bis zu 100 Broz. ihrer technischen listischen Gewertschaftsinternationale." Das Personal fordert unbefristet ab 1. September eine Er- Leistungsfähigkeit auszunuzen, dann würde eine ganze Reihe von höhung seiner Löhne um 20 M. pro Stunde. Die Verhandlungen Unkosten und Ausgaben, die heute auch bei beschränkter Produktion stehen noch aus. entstehen, auf eine größere Produktion umgelegt werden fönnen. Die Preise des Kalkes ließen sich dadurch nicht unwesentlich Streik der Darmarbeiter auf dem Schlachthof. fenten. Der Zentralverband der Fleischer, Drtsverwaltung Berlin, In der Zementindustrie z. B. betragen die Ausgaben für schreibt uns: Die Darmarbeiter auf dem Schlachthof haben eine Steuern, Abgaben und Zinsen, für Reparaturen, Abschreibungen und Lohnforderung gestellt, die der Teurung entspricht. Auf das un- Rückstellungen, für Syndikattosten, Geschäftsuntoften usw. 28 bis genügende Angebot der Arbeitgeber traten sie Sonnabend früh in 29 Proz. der Produktionskosten. Zieht man noch in Betracht, daß Die durchaus nicht mehr zeitgemäßen Löhne von die Ausgaben für Gehälter und Löhne bei steigender Produktion und den Streit. 1088 M. bis 2020 m. für ganz erstklassige Arbeiter sollten dem besserer Ausnutzung der Werte sinken, dann kommt man zu dem Angebot nach bis zum 15. Oftober mit der ungenügenden Erhöhung Ergebnis, daß bei einer Steigerung der Produktion um Wirkung haben. Die Forderung war rüdwirkend ab 1. September 30 Proz., was bei verstärkter Kohlenlieferung durchaus möglich ist, die Kall- und Zementpreise um mindestens 10 Pro3. gefentt geftelt. Auf eine von der Streifleitung einberufene Verhandlung er werden fönnen. Hinzu kommt aber noch, daß eine Senkung der Härte Herr Generaldirektor Rotter, erst zu verhandeln, Preise auch dadurch möglich wird, daß nur die besteingerich tvenn die Arbeit aufgenommen ist. Die übrigen Arbeit- teten Werte mit Rohle beliefert werden. Wir sind heute in der geber, die wenigstens den Willen zu einer Einigung hatten, fonnten Sementindustrie so weit, daß wir mit 0,4 und weniger Tonnen durch das eigenartige Berhalten des Herrn Generaldirektors zu Kohle eine Tonne 3ement herstellen können. Die Zementindustrie feinem Resultat fommen. Der Streit wird deshalb geichloffen beansprucht jedoch durchschnittlich 0,55 Tonnen Kohle. weitergeführt, und es trifft die Arbeitnehmer feine Schuld, wenn Durch die volle Auslieferung der besteingerichteten Werte mit Kohle würde nicht nur eine 15- bis 20prozentige Kohleneinsparung eindadurch Werte verderben. treten, sondern damit wiederum eine Senfung der Breise von etwa 10 Proz. erfolgen können. Weiterhin müssen wir berücksichtigen, daß die Rabatte, Stonti und Syndikatsuntoften in der Zementindustrie allein 10 Proz des Zementpreises ausmachen. Auch bei diesem Unfoftenfaktor lassen sich Ersparnisse zugunsten des gemeinwirtschaftlichen Verbrauches des Zements machen, wenn die völlig ungerechtfertigten Spesen für Stillegung der Werke und die hohen Händlerrabatte dem Berbraucher zugeführt werden. Alle diese Maßnahmen find aber heute nicht durchführbar, weil die Syndikate nicht die Interessen der Verbraucherschaft, sondern ausschließlich die Intereffen der einzelnen Werte vertreten. So finden sich in den Syndikatsverträgen Bestimmungen, die jedes Werk verpflichten, der deutschen Zementfyndikate hat das Syndikat den 3wed:„ die 2 Broz. des Berkaufspreises an einen Kampffonds" zur Stellung Don Kampfpreisen abzuführen. Nach dem Gesellschaftsvertrag Konfurrenz der Gesellschafter unter sich zu beseitigen, Verhinderung von Neugründungen zu machen". S0 lange diese Grundsätze für die Baustoffproduktion maßgebend find, ift an eine Senkung der Baustoffpreise und an eine rationelle Ge staltung der Baustoffwirtschaft nicht zu denken. Ein Nachklang zum Eisenbahner- Verbandstag. Die Rote Fahne" brachte bereits am Sonntag den Schlußbericht vom Verbandstag und erwähnte einen Zwischenfall bei der Wahl des Verbandsvorstandes. In dem Wahlvorschlag habe der Name des bisherigen Berstandsmitgliedes Breunig( USP.) gefehlt. Bernhard vom Hauptvorstand habe hierzu erklärt, daß B. nicht in der Lage gewesen sei, die ihm von der Organisation gestellten Aufgaben zu erfüllen. Wenn der Verbandstag beschließe, daß Breunig in den Hauptvorstand komme, würden die übrigen Borstandsmitglieder die Konsequenzen ziehen. Daraufhin habe Breunig ausgeführt, daß er nur deshalb nicht mit auf der Liste sei, meil er der USPD. angehöre. In der Diskussion hätten sich die Redner der SPD. gegen B. gewandt, während die der USPD. für ihn eingetreten seien. Das Borstandsmitglied Kaulfuß habe erklärt, man wolle Breunig nicht um fein Brot bringen, er folle anderswo untergebracht werden. Schließlich sei auch Breunig wieder mit in den Borstand gemählt worden. In dem uns zugegangenen furzen Schlußbericht, den die gestrige Abendausgabe des Borwärts" brachte, war dieser Zwischenfall mit Gesicht gekommene Bericht des Soz. Parlamentsdienstes darüber teiner Gilbe erwähnt. Dagegen befagt der uns erst nachdem zu folgendes:: Borstandsmitglieder. Hauptsächlich geht der Streit um die Person " Bu erregten Auseinandersetzungen tommt es bei der Wahl der des Leiters der Betriebsräteabteilung, den Abgeordneten Breunig. Dem legteren wird vorgeworfen, daß seine parlamentarische Lätigteit ihn zu 90 Proz. an der Ausübung der Verbandsarbeit gehindert habe. Breunig weist die erhobenen Vorwürfe als unberechtigt zurüd. Nach Annahme eines Antrags auf Schluß der Die Gehaltsbewegung in der chemischen Industrie. Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber verband der chemischen Industrie am Freitag wegen der Septemberregelung mußten wegen zu geringer Zugeständnisse der Arbeitgeber abgebrochen werden. Auf Veranlassung des Arbeitgeberverbandes fanden am Sonnabend nochmals Verhandlungen statt, die zu einem Ergebnis führten, wozu heute abend eine Mitgliederversammlung des Afa- Bundes Stellung nehmen wird. Achtung! Berliner Buchdrucker und Schriftgießer! Die Leipziger Generalversammlung des Verbandes der Deutschen Stimmen des Verbandstages für seine bisherige Tätigkeit das Buchdrucker und Schriftgießer hat dem Berbandsvorstand mit über Es liegt daher im Interesse der Organisation, die alten Verbandsbeisitzer wieder zu wählen. Zur vollste Vertrauen ausgesprochen. Wahl find zu empfehlen die Kollegen: Wilhelm Riefebed, Richard Barth, Otto Brünner, Georg Kurz. bestmöglichste Verkaufspreise zu erzielen und Aufwendungen zur Auf 7 Milliarden Mark täglich will die Reichsbank ihre NotenEs ist zu bedauern, daß innerhalb des Berliner Vereins ein Borstandes bie, schriftliche Erflärung ab, daß ihnen fein gemeinsames Arbeiten zwischen USBD. und SPD. noch nicht zu ver- ausgabe steigern. Burzeit werben für 8 Milliarden Mart neue Fall bekannt ist, wo Breunig gegen Vorstandsbeschlüsse verstoßen zeichnen ist, und wäre es daher zu begrüßen, wenn baldigst die in Noten täglich in den Verkehr gebracht. Zu Lohnzahlungen sollen, Eat. Die Wahl der Vorstandsmitglieder ergibt die gleiche Zu allen Gewerkschaften bestehenden Arbeitsgemeinschaften auch inner- um der Snappheit an Bargeld zu begegnen, daneben sogenannte sammensetzung im befoldeten Vorstand wie vor der Generalver- halb des graphischen Gewerbes zustande fämen, und der gemeinsame Notscheine im Betrage von 100, 500, 1000 und 5000 M. Sienen, fammlung. Nur an Stelle des in den Vorstand des Allgemeinen Rampf gegen die kommunistischen Gewerkschaftszerstörer aufge- die in diesen Tagen herausgebracht werden demnach können wir Deutschen Beamtenbundes berufenen 3. Borsigenden Kour fritt nommen werden könnte. uns noch auf einen beschleunigten Fortgang der Geldentwertung das bisherige Vorstandsmitglied Raulfuß. Neu in den befolde= Kollegen, gebt daher den obengenannten Kandidaten Eure im Inland gefaßt machen. ten Vorstand gewählt wurde der bisherige Sekretär der Beamten- Etimme; dieselben stehen auf dem Boden der Amsterdamer Gewerkabteilung des Hauptbureaus Jahn. Unter den 11 unbefoldeten Mit- fchaftsinternationale. gliedern des Borstandes befinden sich 8 wieder. und 3 neugewählte. -Scheffel spricht den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern, ins. Mitglieder der NAG.- Oberschöneweide! Mittwoch, 8%, Uhr, besonders dem Vorsitzenden Kozur den Dank des Verbandes aus." im Restaurant Kabelwert, Wilhelminenhofftr. 50: Bersammlung aller Wie aus legterem Bericht hervorgeht, tam die politische Parteizugehörigteit Breunigs bei diesen Ausein andersetzungen nicht in Frage. Das möchten wir hier feststellen, um einer Ausschlachtung der in der Roten Fahne" gegebenen tendenziösen Darstellung von vornherein zu steuern. Männerlöhne. Mitglieder der SPD. und USPD. Tagesordnung:„ Stellungnahme aur jegigen Situation". " Die Herren- und Damenschneider bei der Firma Walter Altmann, Neue Grünftr. 32, befinden sich im Streit, weil fich Herr Altmann weigert, den Tarifvertrag burch Unterschrift anzuerkennen. Die Erklärung des Herrn Altmann in der Nr. 49 der Volts. zeitung" vom Sonntag, daß der Tarif gezahlt wird, trifft nicht zu. Die Firma bleibt infolgebeffen folange gesperrt, bis fie den Tarifvertrag unterschriftlich anerkannt hat. Alle Arbeitsangebote, auch über Tarif hinaus, find strifte zurückzuweisen! Kollegen, übt Solidarität. Die Getreidepreise. Nicht auf das 27fache, wie es ein Drudfehler in unserem Sonntagsartitel„ Die bedrohte Prosich buttion" wollte, sondern nur etwa auf das 17 fa che hat fid) der Getreidepreis im freien Handel erhöht. Für die Schlußfolge. rungen ist das ohne Belang, da auch dieser Preis, der für drei Biertel der Ernte in Rechnung zu stellen ist, einen reichlichen Ausgleich für den niedrigeren Umlagepreis darstellt. Der Umlagepreis ftellt sich bisher auf das 2,3fache des vorjährigen Preises, kommt aber etwa auf das 9fache, wenn der Beschluß des Preisausschusses durchgeführt werden sollte. Devisenkurse. 18. September Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) 16. September Räufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs Lohnbewegung im Hochbahn- und Omnibusbetrieb. Am 8. September überreichten die bei der Hochbahn beschäftigten Handwerker, Arbeiter und Verkehrsbediensteten durch ihre Gewert shaften ihre Lohnforderungen für den Monat September. Sie fordern auf die bestehenden Löhne für die erste Hälfte eine Zulage Eine Revierkonferenz der oberschlesischen Bergleute in Hin. von 25 M.. für die zweite Hälfte eine weitere Zulage von 15 M. denburg sprach sich mit allen gegen zwei Stimmen für ein für die Stunde und für Arbeiterinnen 80 Proz. der geforderten Ueberschichtenabtommen in Oberschlesien aus, wie 100 holländische Gulben..57428.10 57571.90 57128.50 57271.50 es in Westfalen besteht. Die Gewerkschaften wurden beauftragt, 1 argentinischer Papier- Bejo 529.32% 530.67% 524.3212 525.6713 über die Formulierung des Abkommens zu verhandeln. Man ver- 100 belgische Frant. spricht sich davon eine Mehrförderung monatlich von 170 000 Tonnen. 100 norwegische Kronen. Achtung, Buchbinderbranche! Seute, Dienstag, 145 Uhr, in den Rammer- 100 dänische Kronen fälen, Teltower Str. 1/4, Branchenversammlung aller unter den Api- Bertrag 100 schwedische Stronen. fallenden Buchbinder und Buchbindereiarbeiterinnen der reinen Buchbinde 100 finnische Mark.. im Gewertschaftshaus, Gaal 4, Branchenversammlung der in Buchdruckereien reien, Geschäftsbuchfabrifen und Briefumschlagbetriebe. Mittwoch 145 Uhr beschäftigten Buchbinderpersonale. In beiden Bersammlungen: Bericht von den Lohnverhandlungen. Die Branchenleitung. japanischer Jen. In der Verhandlung am 18. September erklärte sich der Arbeit geberverband Deutscher Straßenbahnen, Kleinbahnen und Privat eisenbahnen bereit, für die erste Septemberhälfte für Handwerker den Spizenlohn um 13,25 M., für angelernte und ungelernte Arbeiter um 13 M. und für Arbeiterinnen um 9,75 M. für die Stunde zu erhöhen. Jugendliche Arbeiterinnen sollen 6,50 M. und Reinmachefrauen 9,25 M. für die Stunde mehr erhalten. Männliche 100 italienische Lire Verkehrsbedienfiete sollen 2704 M., Fahrtartenausgeberinnen 2028 M. 1 Pfund Sterling für den Monat mehr erhalten. Die Kinderzulage soll von 1,25 auf Bantow: Heute 7 Uhr im Restaurant Linder, Breite Str. 84; Tegel: 100 französische Frant Bund ber technischen Angestellten und Beamten. Mitgliederversammlungen. 1 Dollar 2 M. auf die Stunde erhöht werden. Die Frauenzulage von 1 M. Freitag 7% Uhr in Restaurant Hamuset, Tegel, Hauptstr. 6. für die Stunde bleibt unverändert. Sulagen für die zweite Sep- Deutscher Transportarbeiterverband. Gruppe Chemikalien- Großhandel: 1 brasilianischer Milreis. temberhälfte lehnte der Arbeitgeberverband ab, doch ist er bereit, Dienstag 6 Uhr in Graumanns Festfalen, Naunynstr. 27, Gruppenverfamm 100 Schweizer Frank. wenn der Staat die Löhne seiner Arbeiter ausbessert, das gleiche bandsstoffe: Uhr Gruppenversammlung bei Wilte, Sebastianste. 39. Bericht 100 österr. Stronen( abgest.) Tung. Bericht von den Lohnderhandlungen. Mittwoch. Gruppe Ber 100 spanische Pesetas zu tun. von unseren Lohnverhandlungen und Beschlußfaffung. Gruppe Dele un Demnach würden erhalten im Spisenlohn: der Handwerfer Fette: 7% Uhr in Wiltes Festfälen, Sebaftianste. 39, Gruppenversammlung. 100 tschechische Kronen. 54,50 M., der Angelernte 52,25 10., der ungelernte Ar- Teppichreinigungsbranche: Nachm. 4 Uhr Versammlung im Englischen Hof, Bericht von der Lohnverhandlung und Beschlußfassung. Glas- und 100 ungarisce Stronen. beiter 51,25 m., Arbeiterinnen 37,70 m. und Rein Großer Gaal, Alleganderstr. 27b. Stellungnahme zum neuen Lohnabkommen. 100 bulgarische Lewa machefrauen 35,40 M. für die Stunde. Verheiratete mit Allgemeines. Möbeltransportarbeiter: 7 Uhr in den Zentral- Festsälen, Alte einem Kinde erhalten 3 M. für die Stunde mehr. Vom Ver Jakobstr. 32, Bersammlung. fehrspersonal erhalten nach fünfjähriger Tätigkeit der Bug- Die am Dienstag abend in den Musiterfälen angefegte Berfammlung findet Zentralverband der Angestellten. Chemische Industrie. Berichtigung. prüfer 10 868 M., der Zugfahrer, Weichensteller, Bahnhofswart, nicht dort, sondern um 8 Uhr in den Andreas Festfälen, Andreas. Straßenbahnfahrer 10 818 M., der Zugbegleiter, Blodwärter, ftraße 21, ftatt. Straßenbahnschaffner 10 766 M., der Zugabfertiger, Sperren Betriebsrätezentrale, zum Mittwoch abend 6 Uhr einberufene BetriebsräteBauarbeiter! Zur Beachtung! Die im Mitteilungsblatt Nr. 18 von der schaffner 10 610 M., der Dienstanwärter 10 424 M. für den Monat.( Baudelegierten) Bersammlung für die Baugruppe findet im GewerkschaftsBerheiratete mit einem Stinde erhalten 624 M. im Monat mehr. haus, Gaal 5, statt. Der Vereinsvorstand. Die Fahrkartenausgeberinnen erhalten nach sechsjähriger Dienstzeit 8080 M., Dienstanwärterinnen 7940 M. für den Monat. Somit wäre nach zweimonatlichen harten Stämpfen mit dem Arbeitgeberverband bei der Hochbahn die Gleichstellung im Lohn mit den Staatsarbeitern, bis auf den ungelernten Arbeiter, der um 35 Bf. pro Stunde zurückbleibt, erfolgt. Gegenüber der Stadt Berlin bleibt immerhin noch der Ungelernte und Stel Bentralverband der Schuhmacher. Mittwoch 5 Uhr Versammlung sämtlicher Funktionäre der Schuhindustrie und Handwerk( Betriebsräte, Obleute, Ber trauensleute, Bezirksführer, Mitglieder der Kommissionen) bei Wilfe, Sebastianftraße 39. Donnerstag 6% Uhr Versammlung der Maß- und Reparaturbranche in den Musikerfälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31( Börsen Gaal). Jungnahme zum Tarif. Bersammlung der Taubstummen 7½ Uhr Michaeltirchstr. 23a. Weinmeisterftr. 16/17. Das Erscheinen aller Rollegen ist notwendig. Donnerstag 8 Uhr Branchenversammlung in der Schule Astmol Mobelltischler. ・ 10661.65 10688.35 10661.65 10688.35 25218.40 25281.60 24818.90 24881.10 31061.10 31138.90 31360.75 31439.25 39051.10 39148.90 39051.10 39148.90 8235.05 3244.05 3196.719.10 720.90 3204.711.60 713.40 6217.20 6282.80 6317.05 6591.75 6608.25 6546.80 1490.63 1494.37 6332.95 6563.20 1489.36 11314.15 184.76 185.24 184.76 185.24 27885.10 27934.90 27865.10 27984.90 22390.95 22453.05 22471.85 22528.15 1.951 1.99% 2.03 2.07 4893.85 4906.15 4744.08 4755.95 58.92 59.08 59.92 898.85 901.15 888.85 60.0$ 891.15 11260.90 11289.10 1485.64 11285.85 100 Polenmart galten gestern etwa 20,50 m. Wetter bis Mittwoch mittag. Etsmas fühler, zeitweise heiter, aber sehr unbeständig mit wiederholten, im östlichen Süstengebiet noch viel fach starken Regenfällen. Berantwortlich für den rebaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Vaul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 vierau Stoffe Asthmapulver Astmol- Asthmazigaretten Beilage. für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland R Gertraudtenstraße 20-21, G. m. b. H. bringen den Asthmatikern sofortige Linderung GALENUS CHEMISCHE INDUSTRIE FRANKFURT a. M.- FECHENHEIM, WERK MAINKUR.