Nr.445 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 216 Bezugspreis: Für den Monat September 200,- M., boraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, sowie Defterreich und Luremburg 248,-, für das übrige Ausland 252,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart. Eng. land, Estland, Finnland, Frankreich, Holland. Lettland, Lugemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz. Tschechoflowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Gonntagsbeilage Bolt und Zeit, der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile foftet 40, M. Reflamezeile 180,-. „ KleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 12, M.( zulässig zwet fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und Schlaf. ftellenanzeigen das erste Wort 7,- M., jedes weitere Wort 5,- M. Worte liber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Zeile 15,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Mittwoch, den 20. September 1922 Kampf dem Wucher! Eine Entschließung des Augsburger Parteitages. Die enorme Preissteigerung alle Lebensmittel und Bedarfsartikel, die der Entwerfung der Mart folgt, drückt die Sebenshaltung der Arbeiterklasse, der Angestellten, Beamten und weiter Schichten des Mittelstandes auf einen Tiefstand, der politif für die deutsche Republif eine jówere Gefahr bedeutet. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Sanpterpedition u. Inferaten. Abteilung: Dönhoff 2506-2507 Gera. In Gera tritt heute der Parteitag der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei zusammen. Sein Ziel wird ebenso wie das des Augsburger Parteitages die Einigung sein. Klar und deutlich kommt dies in dem von Wilhelm Dittmann geschriebenen Leitartikel der heutigen Freiheit" zum Ausdruck, der mit den Worten beginnt: SPD. Augsburg, 20. September. Zur Frage der Be- in einem Wahlkampf, der im Zeichen der Unterdrückung der fämpfung des Lebensmittelwuchers hat der Partei- öffentlichen Meinung geführt wird. Dem Genossen Braun vorstand dem Parteitag am Mittwoch folgende Entschließung vor- müssen wir dankbar sein, daß er ein für Preußen und damit für Der am 20. September in Gera zusammentretende Parteitag gelegt: ganz Deutschland günstiges Abstimmungsresultat in Oberschlesien her der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands wird beizuführen trachtete. Wir lehnen es ab, daß Oberschlesien zum aus der lette Parteitag unserer Partei sein. In Gera wird sie schließlichen Tummelplatz flerifaler Bestrebungen gemacht wird. die Wiedervereinigung mit der Sozialdemokratischen Partei Deutsch Uhlig Radeberg: Die Besoldung der Angestellten der anlands befchließen, von der sie sich 1917 in Gotha getrennt hat. folgen. Notwendig ist die Revision des Versorgungsgesetzes. Die despolizei soll nicht nach den Grundsäken der Reichswehr erIn beiden Lagern, in der SPD. wie in der USB., ist man Offiziere müffen aus dem Mannschaftsstande hervorgehen. Durch fich mit Ausnahme der kleinen Gruppe, um Ledebour die Zivilkommissare müssen unnötige Konflikte vermieden werden. Darüber klar, daß die Einigung das Gebot geschichtlicher Der Wohnungsbau ist unzulänglich und wird nicht besser, Notwendigkeit ist, daß die Preisgabe auch dieses späten bevor man nicht die Gemeinden finanziell gestärkt hat. - vielleicht leßten Momentes in seiner legten Konsequenz Klara Bohm- Schuch- Berlin: Dieselben Kreise, die heute eine die Preisgabe der Republik und der demokratischen Freiheit Aushungerungspolitik betreiben, haben gar kein Interesse bedeuten würde. In diesem Sinne schreibt Paul Levi unter an dem Bestande der Republit, sie haben ein Interesse an der Verder Ueberschrift:„ Warum gehen wir zur vereinigten sozialnichtung der Republit. Wenn wir die ganze demokratischen Partei?" in der Zeitschrift Unser Weg" folgende Sätze: Wenn auch anerkannt werden muß, daß die Entwerfung der Mark im wesentlichen durch das rücksichtslose Verhalten der Entente hervorgerufen wurde, so darf nicht übersehen werden, daß die hieraus resultierenden Uebelstände fich durch Treibereien an der Börse und am Warenmartt verschlimmerten. natten. Der Parteitag fordert, daß die Regierung alle notwendigen Maßnahmen hiergegen ergreift. Insbesondere muß eingeschritten werden gegen die Geschäftsabschlüsse, die im inländischen Warenverkehr in fremder Währung erzwungen Es muß Vorsorge getroffen worden, daß die Spekulation im Devisenvertehr beseitigt wird. Die Einfuhr ist auf das notwendige Maß zu beschränken, die Produktion und die Ausfuhr zu fördern, um eine Besserung der Handelsbilanz herbeizuführen. Die Regierung muß gegenüber der Preispolifit der kartelle und Trusts eine strenge kontrolle üben. Zur Sicherung unserer Lebensmittelversorgung hält der Parteifag folgende Maßnahmen für notwendig: 1. Die im Gefeh als 2mlage festgefehte Getreidemenge ist restlos abzuliefern. Der Getreidepreis hat sich in den Grenzen zu halten, daß das Brot zu erschwinglichen Preifen für tie minderbemittelle Bevölkerung abgegeben werden kann. 2. Verbot gewerbsmäßiger Herstellung und Feilhaiten von Auchen und konditor waren. 3. Erhöhung der Ausmahlungsquote des Brotgetreides auf 90 Proz. Ernährungsjabofage der Landwirtschaft betrachter, dann sehen wir, wie ernst die Lage für uns alle, für den Staat und besonders für uns Sozialdemokraten ist. Wenn die breiten Massen zur Berzweiflung getrieben werden, fann das nur den realtionären Kreisen nüßen. Deshalb haben wir ein Interesse daran, daß das Bolt nicht zur Verzweiflung gebracht wird. Die Getreide umlage wurde bisher fabotiert. Es ist furchtbar wenig, was von dem ersten Drittet eingegangen ist. Wir Frauen erwarten, daß durch die bevorstehende Einigung der Druck auf unsere Gegner gestärkt wird. Dr. Streder- Darmstadt: Mit unseren inneren Möten werden wir nicht fertig werden, solange der außenpolitische Druck auf uns lastet. Deswegen ist die Frage, was wir tun müffen, um auf dem Wege der Außenpolitit unsere innenpolitische Lage zu er er der erste wirkliche Friedensvertrag war. Er hat uns aber im leichtern. Unser Bolt hat den Rapallo Bertrag begrüßt, weil Ausland nicht die Früchte gebracht. die wir erwarteten. Das Ausland fennt fehr wenig von der wahren Stimmung des deutschen Boltes. Die Meinung des Auslandes wird durch die Attentatspolitik unserer Reaktionäre bestimmt. Wir müssen alle Anstrengungen machen, daß jeder Wähler und jede Wählerin die schwere Berantmortung begreift, die sie auch auf dem Gebiete der auswärtigen Politik zu tragen haben. 4. Begünstigung der Abschlüsse von Lieferverträgen für Kartoffeln. Iff die Versorgung durch freiwillige Vertragsbfchläffe nicht zu erreichen, so ist die Lieferung zu erzwingen. Das Proletariat muß sich die Einrichtung des Bölkerbundes 5. Der 3uder aus der heimischen Erzeugung ist zunächst für erobern. den Berbrauch im Haushalt freizugeben. Gewerbe, die Zuder Wir müssen uns in der Außenpolitik auf den Machtfaktor des Bölkerverarbeiten, find auf den Bezug von Auslandszuder zu verweijer. bundes, hinter dem die Entente steht, einstellen. Deutsche find wir Zur Sicherung der Kontrolle darf der Inlandsjuder nicht geblauf gerade dann, wenn wir die Bölkerbundideen im Sinne unserer werden, der Auslands3uder ist nur geblaut hereinzulassen.| besten Führer erfassen( Beifall.) 6. Soweit die Preislage es gestattet, ist die Einfuhr von daß das Umlagegefeß nicht so gefchaffen wurde, wie es ben land Georg Schmidt- Köpenid: Die Landwirtschaft ist schuld daran, Gefrierfleisch zu begünstigen. 7. Sicherstellung der für Kinder und Krante notwendigen wirtschaftlichen Verhältnissen entspricht. Der Stand des Dol. 7. Sicherstellung der für Kinder und Kranke notwendigen lars darf nicht ausschlaggebend sein bei der Festsetzung Milch, wenn nicht anders zu erreichen durch Verbot der Herstellung des Breises. Auf Drängen des Zentrums und der Demokraten wurden die fleinen Bauern bei der Erfassung der Umlage ausge fhaltet. Wir müssen auf die gefühlsmäßige Einstellung der Bauern Rücksicht nehmen. Nicht nur die Landwirtschaft, sondern von Buffer. 8. Bier darf nur bis zu einem Stammwürzegehalt von 8 Proj. hergestellt werden. 9. Die Herstellung von Sprit ist in diesem Jahre nur für technische Zwed zugelassen. 10. Jeftjehung der Polizeistunde auf 9 Uhr für alle Schantstätten, die Trinkbranntwein ausfchenten. 11. Sirenge Durchführung der Wuchergesehe, teine Milderung, sondern Berschärfung. auch Industrie, Handel- und Gewerbetreibende treiben Wucher. Bei den letzten Wahlen haben die Stimmen für die Bartei auf dem Lande prozentual mehr zugenommen als in den Städten. Wir müssen uns bemühen, die Verhältnisse auf dem Lande zu verstehen. Dann werden wir auch die kleinen Bauern und Landarbeiter auf unsere Scite bringen. Hermann Wendel Frankfurt a. M.: Die Einigung bedeutet ge= Das einzige, was die Revolution den deutschen Arbeitern gebracht hat, ist in Gefahr. Das ist die Stunde, in der die deutschen Arbeiter, um das eine, gemeinsame, das einzige, das ihnen geblieben ist, zu schützen, sich zusammenfinden. Stolz darauf, sich am Ende des des Schreckens das eine, die Republik, den Boden für die breite Fassung ihrer Klasse zum Kampf um den Sozialismus errungen zu haben, finden sich die deutschen Arbeiter zu ihrer Verteidigung zusammen, in der Erkenntnis, daß weiterer Zwist und weiterer Streit um das, was in anderen Situationen möglich gewesen wäre, die eine wie die andere Partei um das wenige bringen werde, was vom 9. November 1918 ihnen geblieben ist. Niemandes Träume und Hoffnungen von diesem Tage haben sich erfüllt: aber feines ersten weithin sichtbaren Sieges, gedenken die deutschen Arals Tag der ersten großen Bewegung des deutschen Proletariats, beiter seiner und stehen zu seiner Frucht, der deutschen Republik trotz alledem. Allerdings wird die Verteidigungsfront für die Republik ihren 3wed nur erfüllen, wenn sie gleichzeitig eine Angriffsfrent ist. Die reine Defensive, die sich nur auf die Abwehr gegnerischer Angriffe beschränkt, ist in jedem Falle zum Unterliegen verurteilt. Die Republik ist nur zu schützen, wenn ihre Berteidiger den Kampf gegen die Position der politischen und wirtschaftlichen Reaktion aufnehmen. Die Angriffsrichtung ist durch das Aftionsprogramm gekennzeichnet. Und das ist das Entscheidende bei jeder Einigung, daß über die einzuschlagende Marschrichtung Berständigung erzielt wird. beste Mittel, um Schatten der Vergangenheit zu verscheuchen. Die Einigkeit über das, was getan werden soll, ist das Daß diese Schatten früherer Tage noch manches Gemüt belasten, wer will es leugnen? Ehe die Einigung fam, mar nun einmal der Kampf. Keiner Bartei ist es zu verübeli, wenn sie während des Kampfes das Recht auf ihrer Seite gesehen, gegen den anderen Teil bittere Antlagen und Vorwürfe erhoben hat. Aber Politik wird nicht mit dem Gefühl, sondern mit dem Verstande gemacht. Und letzten Endes erkennen auch gefühlsmäßig die Arbeitermassen, daß es feinen Zweck hat, immer wieder das Gewesene auszugraben und es sich gegenfeitig an den Kopf zu werfen; sie erkennen, daß die unfruchtbare Streiterei darüber, mer in der Vergangenheit Recht geDer Parteitag erwartet von der Sozialdemokratijchen fühlsmäßig und in der Sehnsucht der Maffen alles; aber die Eini habt habe, auch feinen einzigen positiven Schritt weiterführt. Reichstagsfraktion, daß sie mit aller Entschiedenheit diese Forderung zur Durchführung bringt. Löbe beantragt Eintritt in den Völkerbund. SPD. Augsburg, 20. September. Reichstagspräsident Genosse Löbe legte dem Parteitag folgenden Antrag vor: gung ist nur ein tönendes Erz und eine flingende Schelle, wenn nicht der feste Wille dahintersteht, das Werk fortzusetzen.( Sehr richtig!) Wir haben aber die feste Hoffnung, daß, die Einigung beflügelnd wirken wird. In Deutschland weiß jeder, außer dem unglückseligen Herrn Geßler, daß die Wehrmacht der Republi? = Der Parteitag der SPD. richtet an die Reichsregierung das leider eine Armee gegen die Republit ift.( Sehr richtig!) Seit dem Kapp Butsch hat sich eine gewiffe Umgestaltung in dringende Ersuchen, unbeschadet der berechtigten Kritit, die an der der Reichswehr vollzogen. Sie besteht darin, daß aus der Reichs Organisation und dem Verfahren des Völkerbundes zu üben ist, im wehr alle Elemente herausgedrängt werden, die einer republikaniIntereffe der Teilnahme Deutschlands an einem befriedeten Wirtschen Gesinnung verdächtig waren.( Lebhafte Zustimmung.) ir schafts- und Kulturleben der Menschheit den Eintritt des Deut. haben eine fast vollständig monarchistische Truppe. Die Reichswehr schen Reiches in den Völkerbund herbeizuführen, sobald ist eine unaufhörliche sehr ernste innerpolitische und außenpolitische ihm darin eine der Bebeutung der deutschen Wirtschaft und Kultur Gefahr. Wenn einmal eine Lage entstände, wo der Staat an fein angemeffene Stellung gesichert ist. * 3. Berhandlungstag. SBD. Augsburg, 20. September. Um 9% Uhr eröffnet Genoffe Wels die Berhandlungen. Er stellt zunächst richtig, daß die von der Frankfurter Zeitung" in ihrem Bericht am Montag aufgestellte Behauptung, dem Genossen Broßwiß sei das Wort entzogen worden, nicht zutreffe. Hierauf wird die fortgefeßt. Diskussion Hertwig- Oberschlefien: Bir müssen der beutschen Sozial. demotraten, die heute in Polnisch Oberschlesien leben, in Dantbarteit für die opferwillige Tätigkeit im Intereffe der deutschen Sozialdemokratie gedenten.( Bravo!) Wir stehen l lettes Machtmittel wird appellieren müffen, wer fönnte mit ehr. licher Ueberzeugung fagen, daß hier die Reichswehr nicht versagen würde? Es gibt Kreise in Deutschland, die von einem Revanchefrieg Tag und Nacht träumen. Wenn es diesen Kreisen gelänge, Beziehungen zu den Reichswehrbehörden und Reichswehrorganisationen zu finden, dann ist die große Gefahr nicht zu verkennen, die daraus entsteht. Reichswehrminifter Geßler ist eine durchaus fchwarzweißrote Erscheinung, höchstens mit der schwarzrotgoldenen Göich in der Mitte.( Beifall.) Der Bosten des Reichswehrminifters muß mit einem Offizier befeht werden, der sich als durchaus republikanisch erwiesen hat.( Stürmischer Beifall.) Es sind bittere Lehren notwendig gewesen, bis diese Einsicht erzielt wurde; aber wir wollen uns freuen, daß sie nun erreicht ist. Denn nichts ist zweckloser, als immer wieder zu flagen: die Situation fönnte heute ganz anders sein, wenn damals so und so gehandelt worden wäre. Die Barole dessen, der in die Zukunft wirten will, fann nur lauten: Die Situation ist heute so und so, folglich muß entsprechend gehandelt werden. Die Einigung der beiden sozialistischen Parteien" ht unter diefem Stern. Sie vollzieht sich in der Erkenntnis, daß das Proletariat die Einigung braucht, um leben zu fönnen. Darin lassen wir uns nicht beirren durch das Gefrächz, das rechts und links die Leute anstimmen, denen die Einigung ein rechts und links die Leute anstimmen, denen die Einigung ein Dorn im Auge ist. Mag in der D. A. 3." der ehemalige Sozialdemokrat Winnig die Sozialdemokratie als die„ Ewiggestrige" verspotten. mag er mit fophiftif Argumenten nachzuweisen suchen, daß die alte Sozialdemokratie sich auf den Standpuntt her Unabhängigen zurückgefunden habe, mag umgekehrt die„ Rote Fahne" den Unabhängigen vorwerfen, daß sie vor der Sozialdemokratie fapituliere, das ist die altbekannte Wut derer, die hinter dem Wagen der geschicht altbekannte Wut derer, die hinter dem Wagen der geschichtlichen Entwicklung herlaufen und schelten, weil sie den Anschluß an die Entwicklung verpaßt haben. Nachdem die„ Rote Fahne" mit Schelten und Drohungen Genoffin Funt- Düsseldorf spricht gegen den Milchwucher, gegenüber den Unabhängigen nichts erreicht hat, versucht sie der die Zukunft der deutschen Bolfskraft gefährdet, weil wir unserer es noch einmal mit Schmeicheltönen. Sie wendet sich an den Jugend feine Milch mehr geben können. Auch der Kartoffel- linten Flügel der Unabhängigen und fordert ihn auf, das wucher ist ungeheuer. Die Sorgen der Hausfrau find ins un- Aftionsprogramm nun schleunigst in die Tat umzusetzen. Der gemessene gestiegen und erzeugen Berzweiflungsstimmung. Berfasser des Artikels der Roten Fahne", A. Thalheimer, Andet sogar plöglich, daß in dem Aktionsprogramm eine An ( Fortsetzung auf der 2. Seitad zahl sehr schöner Forderungen stehen und erklärt mit bekannter Biederkeit: Wir Kommunisten find vollkommen bereit, mit unseren be- scheidenen Kräften dabei mitzuwirken und wir haben durch Taten gezeigt, daß wir es find. Wie diese Taten aussehen, das haben die Kommunisten ja eben erst in Sachsen gezeigt, wo sie ihre„bescheidenen Kräfte" der bürgerlichen Reaktion zur Berfügung gestellt haben, um die Auflösung eines Parlaments mit sozia- listischer Mehrheit zu erzwingen. Im übrigen wendet Thalhoimer ein altes kommunistisches Täuschungsmanöver an: Während die KPD. sich selbst wohl- weislich nur bescheidene Kräfte zugesteht, dichtet sie den Sozial- demokraten unbegrenzte Kräfte an. Sie tut, als brauche die Sozialdemokratie nur den kleinen Finger zu rühren, um im Augenblick ihre sämtlichen Programmforderungen zur Tat werden zu lassen. Nun ist allerdings die Sozialdemokratie keineswegs völlig machtlos wie die KPD., durch die Vereini- gung fidr beiden sozialistischen Varteien wird auch ein neuer erheblicher Machtzuwachs erzielt werden: aber nur, wer die Tatfachen nicht sehen will, kann übersehen, daß diese Macht von der A l l e i n m a ch t im Staate noch weit entfernt ist. Wenn die Kommunisten mit Hinblick auf das Aktionsprogramm sagen:„So, nun macht das einmal schleuniast wahr!", so können wir mit viel größerem Recht zurückfragen:„Wieviel von ihrem Programm hat denn die KPD. bis- her in die Tat umgesetzt?" Es ist ein alter Roßtäuscherkniff, wenn die Kommunisten einen Mangel an Kräften in einen Mangel an guten Willen umfälschen. Aber wenn wir uns auch darüber klar sind, daß das Aktionsprogramm nicht auf einen Hieb verwirklicht wer- den kann, so sind wir von einem anderen nicht minder über- zeugt: daß aus der Vereinigung der sozialistischen Parteien eine Macht erwachsen wird, deren Kräfte sich ständig steigern werden, weil hinter dieser Vereinigung der Wille zur Macht steht. Und so hoffen wir, gleich der„Freiheit", daß die Wiedervereinigung der sozialistischen Parteien eine„neue segensreiche Periode der deutschen Arbeiterbewegung" eröffnet. De? Uebe?WLichuns?sausWuß. Der Ueberwachungsausschuß des R e i ch s t a g e s ist zum Freit ig einberufen worden. Er wird sich mit der Besprechung der Teuerungsaktion der Arbeiter und Beamten zu beschäftigen haben._ Das Verbot üer bestätigt. Kurz nach Beginn der heutigen Sitzung des Staatsgerichtshofs wurde der Fall der„2. A. Z.", über den gestern Reichsgerichtsrat Zeiler als Referent und Reichsgerichtsrat Nieland als Korreferent berichtet und die Mitglieder des Gerichtshofes beraten hatten, nochmals be- handelt. Der Vorsitzende, Senatspräsident Dr. Hagens, teilt« später der Presse mit, daß das Verbot der„D.A.Z." bestätigt sei. Not an Noten. Dresden, 20. September.(Gig. Drahtbericht.) Da die Reichs- dank nicht in der Lage ist, die Stadt Dresden mit dem nötigen Klein- geld für die Gehalts- und Lohnzahlungen zu versehen und in abseh- barer Zeit auch auf Abhilfe nicht gerechnet werden kann, sieht sich die Stadtoerwaltung veranlaßt, wiederum den Weg der Ausgabe von N o t f ch« i n e n zu beschreiten. Wie wir hören, ist geplant, ■100 Millionen Mark städtisches Papiergeld in 300-M.-Scheinen herauszugeben. Die Genehmigung der Ausgabe dieses Notgeldes wird vom Wirtschaftsminifterium bestimmt in Aussicht gestellt. Das Mannbekme? �ösatat. Mannheim, 20. September.(Mtb.) Die Untersuchung über das Handgranaten-Attentat, welches der National- s o z i a l ist Janssen im Mannheimer Börsengebäude verübte, hat zu einer weiteren Verhaftung geführt. Der Mannheimer Untersuchungs- richter hat mit dem zuständigen Staatsanwall und einem Kriminal» Vo!ksbühns. Björnson:„Ueber die Kraft II. Teil." Björnson ist Priestsr, Politiker und schließlich auch Dichter. Ts steht ihm wohl an, die Bersdtscrmkeit der Kanzel mit dem Lärm der Bolksmassan zu mischen. Es braucht ihm nicht zu widerstehen, durch Wort« höheren Stiles all diese Heiligkeit, oll diese Alltäglichkeit zu durchbrechen. Cr war der Schriftsteller, dem man jede Pathetik ge- stattete. Denn er deckte das Dröhnende einer pausbackigen, sehr thea- tralischen Dramatik durch seine mächtige und muskulöse Persönlichkeit. Man oerzieh ihm auch den Mangel an Nationalökonomie, an dem er litt, als er das Problein vom Gegensatz des Fabrikanten und Arbeiters im zweiten Teil seines Schauspiels„Ueber die Kraft" auf die Bühne brachte. Cs war, als man dieses Stück vor einem Menschenalter zum ersten Male spielte, ein gewaltig auf Effekt zielendes Werk. Vier Akte und darinnen zwei Volksversammlungen: zuerst die Arbeitermass«, über die der ehemalige Geistliche gebietet, um sie zum Aufftavd gegen die Not zu befeuern. Dann die Versammlung der Arbeitgeber, in der die Verständigen schwachbrüstiger reden als die Draufgänger, die sich als Herrenmenschen ausposaunen. Und dazu Explosion auf der Bühne. Ein« ganze Felsenburg wird in die Luft gesprengt. Und endlich der Wäldesfrlöden mit herrlicher Sonne und strotzenden Bäumen, während eine Jungfrau und ein wundervoller Jüngling vom ewigen Völkerfriedsn und vom Aufhören der Armut und des Elends phantasieren. Di« Gegensatze sind aufs fchärfft« pointiert, aber die Gegensätze wurden von den hellsten und freundlichsten Dichter- äugen gesehen. Man sah das Ringen der bösen und der guten Ge- wissen, der Geknechteten und der Unterdrücker auf der Bühne. Der Eigensinn und der Uebersinn hafteten stets nur an der Persönlichkeit. Alle Menschen dieses Stückes, die Arbeiter, die Agitatoren, die Fabri- kanten, die barmherzige Samariterin, sie waren alle in«in brodelndes Kämpfen um die letzte Wahrheit eingestellt. Man glaubte nicht an Prahlerei, wenn sie planten, über die beschränkte Geistes-, Muskel- und Herzenskraft hinllberzukommen und zur Lösung des Weltenglückes zu gelangen. Das Drama greift für drei Stunden fest in die Nerven hinein. Berechnung und Kritik, die sich später regen, vermindern keineswegs den aufwiegelnden Eindruck. W o l f g a n g H a r m i s ch ist der neue Regisieur der Volks- bühn«. Mit Erfahrung, die einer etwas ausgekühlten Routine gleich- kommt, bewältigt er das Werk. Die Stimmen der Masse tönt er nach Riethoden ab, die nun schon bekannt sind. Dieses Gemurmel, dieses Getaste der Zungen, dieses Stammeln und Brausen könnte aber natürlicher sein. Weniger abgezirkelt, weniger Kulisse und Theater- kolophonium. Es ist wahr, mancher neue Künstter war erst für die Volksbühne einzustimmen und abzustimmen. Von diesen frischen An- kömmlingen sind FritzAlberti, der Aufruhrer Bratt, und Hans R e h m a n n, der Extatiker Elias Sang, durchaus erfreulich. Energie spannt sich in ihnen, trotzdem sie die Hitze des Sprechens dämpfen. Keiner von beide» scheint überflüssige Wucht zu beherrschen. Sie werden aber von ihrer Rolle beherrscht und drängen nicht in das Geblende des Rampenlichtes. Sie sind sachliche Schauspieler, das ist ein Titel, der ihnen jetzt schon gebührt, der aber auch einem Ver. dienst« gleichwertig ist. Ros« Steuermann, die weniger ge- ofiermspektor in München Ermittlungen vorgenommen und daselbst einen weiteren Mittäter verhastet. Die Herkunft der Handgranate wurde der Mannheimer.�Lolksstimme" zufolge zweifelsfrei fest- gestellt._ Mit Eichenlaub und Schwertern... Die„Königliche" Universität. Aus Königsberg(Preußen) wird uns geschrieben: Die Ermordung Rathenaus hat scheinbar die Leitung der Uni- oersUät Königsberg in hellste Aufregung oersetzt. Die Herren haben sicher lange nachgesonnen, wie man auch ihrerseits der Republik zur Hilfe kommen könnte und der Pflicht als vereidigte und besoldete Diener der Republik genüge. So haben sie denn beschlossen, zunächst, zum erstenmal seit der Revolution, ein Vorlesungsverzeichnis für das neue Semester herauszugeben, in dem der Reihe nach bei samt- lichen Personen, angefangen mit dem Professor und früheren Ober» Präsidenten Batocki bis herunter zum Kastellan, eine genaue Auf- Zeichnung und zum Teil Abbildung der ihnen verliehenen Orden und sonstigen Ehrenzeichen angefügt ist. Wahrscheinlich hat es große Mühe gekostet, festzustellen, daß Herr v. Batocki 13 Orden hat, von welcher Art sie sind, und daß er ebenso das Kriegsverdienstkreuz besitzt wie der Herr Kastellan der Universität. Wir wollen nur hoffen, daß man keinen Orden vergessen hat und sich nachher nicht zahlreiche Gekränkte gemeldet haben, die irgend- einen Orden bei sich vermißten. Diese Rangliste der Orden mutet geradezu ergötzlich an, wenn man bedenkt, wohin der Glanz jener Herren ist, die diese Orden einmal verliehen haben! Um noch weiter zu zeigen, was sie können, hat aber auch die hochwohllöbliche Universität beschlossen, ihre S t u d e n t e n k a r t e n für das kommende Semester wiederum mit dem Aufdruck„Königliche Universität" zu versehen. Sollte man es vergessen haben, daß wir im vierten Jahr der Republik leben und daß auch einige Gesetze zum Schutz des Republik erlassen sind, oder will man zeigen, daß die Leuchten unserer Wissenschaft außerhalb des Staatswesens stehen, ihre eigene Staatsform einführen und gleich großen Kindern über ihre im Herzen gehegten Wünsche die Wirklichkeit vergessen? Man besitzt nicht umsonst an leitender Stelle der medizinischen Fakultät einen Schwiegersohn des Herrn Kapp, einen Herrn, der das Zepter nach seiner Manier schwingt, und zudem einen mehr wie„allzeit königstreuen" Unioersitätssekretär! Daß in soundsoviel Erlassen des Ministers die Bezeichnung„Königlich" verboten ist, kümmert diese Herren wenig. Wie lange werden die Staatsbehörden ihre Nachsicht weiter üben? Vier Jahre Republik sind eine so lange Zeit, daß sie selbst für einen Universitätsprofessor zur Entscheidung darüber, ob er das Geholt der Republik annehmen und ihr dienen will oder aber als ehrlicher Mann seiner Ueberzeugung gemäß ihren Dienst verlassen soll, genügen müßte. Was sagt die Aufsichtsbehörde, der Minister für Kunst und Wissenschaft und der Oberpräsident zu diesem Treiben? Deutfch-franIöjiWer Wiederaufbau. Paris. 20. September.(MTV.) VIe der„Malin" milkeilt. ist der Aktionsausschuß für die verwüsteten Ge- biete gestern abend mit Vertretern des Allgemeinen Ge- werkschaflsbundes und des Vauarbeikerverbandes zusammengekommen und hat von den Besprechungen, dib in Berlin zwischen Io u h a u x und den deutschen Bauarbeiterver- bänden geführt worden sind, Kenntnis genommen. Die Vele- gierten haben beschlossen, bei ihrer Ansicht, die für eine B e t e i l l- gung Deutscher am Wiederaufbau der vcrwüsteken Gebiete ist, zu bieibeu. Am 22. September findet in Köln infolge einer ergangenen Einladung eine Znsammenkunst zur Prüfung der Bedingungen der Zusammenarbeit statt. « Es sei hier nochmals gegenüber der hartnäckigen Lügenhaftig- keit der„Roten Fahne" festgestellt, daß der betreffende„Aktions- ausschuß" den Lubersacschen Wiederaufbaugenossenschaften ausge- sprechen feindlich gegenübersteht und daß die'Verhandlungen, die Jouhaur hier geführt hat und die nun weitergeführt werden sollen, mit dem Stinnes-Vertrag nicht das gering st e zu tun haben. fallen durfte, muß allerdings die schwerere Ausgabe lösen. In dem Herzen der Samariterin Rahel, die sie gab, muß ein unterirdisches Lächeln wohnen. Nicht nur die Geiragenheit, die beladene Tragik nicht nur sind Hauptteile ihres Charakters. Herr Koch, Herr H e r z f e l d, Herr Leopold, Herr Sachs, Stützen der Volks- bühnengesellschaft, rechtfertigten ihren guten Ruf und Namen. ___ Max H o ch d o r f. Die Vererbungslehre auf dem Tlatnrforschertag. Aus L e i p- z i g wird uns geschrieben: Das Thema der 2. allgemeinen Ner- fammlung am Vormittag bildete die Vererbungslehre. Zu. nächst entwarf der dänische Forscher Prof. Johannsen-Kopen» Hagen ein historisches Bild über 1l)v Jahre der Vererbungs- forschung. Er zeigte wie in dieser Zeit die Biologie aus dem Sta- dium der Spekulation in das Stadium der aus Experimente ge- gründeten Erfahrung übergegangen ist, wie sie aber unter der Herrschaft der Richtuna, die an den Namen Darwin anknüpfte, zu Irrwegen gekommen ist. Aber auch wo die Forschung abirrt«, ist der Boden von unrichtigen Vorstellungen gereinigt worden, so daß man voller Hoffnung in die Zukunft sehen kann.— Dann sprachen Meisenheimer-Leipzig und Lenz- München über Einzelfragen der Vererbungsforschung, der letztere über die Ver- erbungslehre beim Menschen. Wir können— führte er aus— heute als ganz sicher annehmen, daß das berühmte Spaltungsgesetz Mendels bei der Vererbung auch für den Menschen gilt. Ein Irr- tum sei es.«ine Beeinflussung der Vererbung durch äußere Umstände anzunehmen, die erbliche Veranlagung eines Menschen sei vielmehr etwas Gegebenes. Man könne daher nicht von der Degeneration einer Rass« infolge Vererbung sprechen. Aenderung der erblichen Veranlagung einer Bevölkerung ist nur entweder durch Auslese möglich, indem gewisse Erbanlagen sich als stärker erweisen als andere, oder durch eine Veränderung der Erbmasse selbst. Nachmittags fand eine Gesamtsitzung der medizinischen Haupt- gruppe statt, in der Prof. B i e r- B« r l i n über Regenera- tion beim Menschen sprach. Bei den höheren Säugetieren und also auch beim Menschen nahm man bisher im Gegensatz zu niederen Tieren, bei denen verlorene Glieder sich neu bilden, an, daß derartiges nicht vorkommen könne, daß Knochen. Gewebe, Mus- kein sich nicht wieder herstellen, nicht regenerieren, sondern daß hier nur von Bernarbung die Rede sein könne. Bier aber hat in jalzr- zehntclangen Versuchen nachgewiesen, daß auch beim Menschen Knochen, Muskeln, Gewebe sich neu bilden, wenn die notwendigen Vorbedingungen dafür geschaffen werden, wenn vor allem für eine Lücke gesorgt wird, in die sie hineinwachsen können. Bt. „Heinrich Dich. Ein kultureller Bahnbrecher." Ein G e- d e n k b l a t t. Den Teilnehmern an unserem Augsburger Partei- tage hat Genosse Dr. Paul Kampfs meyer mit der Abfassung der kleinen Schrift und der Verlag I. H. W. D i e tz N a ch f.(Buch- Handlung Vorwärts) mit seiner pietätvollen Ausstattung eine erfreuliche Ueberrnschung, dem bedeutenden Toten eine vornehme Ehrung, unfern bildungsbeflissenon Genossen und der literatur- wissenschaftlichen Forschung einen sachlich wertvollen Dienst erwiesen. Das Buch hat als literaturhistorischer Abriß und als Führer durch die ältere sozialistische Literatur bleibenden Wert. Darüber hinaus Löbes Reöe in Augsburg. (Fortsetzung von der 1. Seite.) Schühinger-München: Der Zusammenbruch und der Vertrag von Versailles haben uns vom Militarismus befreit. Wir haben eine neue Wehrmacht, die der Verteidigung der Republik dienen soll. Leider ist sie nicht zuverlässig genug. Tos liegt daran, daß man dem Führerproblem nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt Hai. Wir müssen die wirklich republikanisch empfindenden Führer schützen. Das Reichswehrministerium muß wieder in die Hände der deutschen Arbeiterschaft kommen.(Beifall.) Markwald-Frankfurt a. M.: Wir verlangen, daß die Praxis der Partei mit den Beschlüssen der Parteitage in llebereinstimmung ge- bracht werde. In Görlitz ist gesagt worden, daß wir nicht in die Regierung gehen werden, wenn nicht die monarchistischen Offiziere aus der Reichswehr entfernt werden. Auch später ist ähnliches wiederholt gesagt worden, und doch ist nichts lin dieser Richtung geschehen, vielmehr hat man den letzten republikanischen Offizier aus der Reichswehr hinausgeekelt. Der Parteivorstand darf nicht vor den nächsten Parteitag treten, ohne die Versprechungen von Görlitz erfüllt zu haben. Auch beim Steuerkompromiß sind wir tapfer zurückgewichen. Ohne die Erfassung der Sachwerte können wir mit neuen Steuern nicht vor das Volk treten. Alle an- deren direkten Steuern werden abgewälzt. Es ist beantragt war- den, alle Anträge der Fraktion zu überweisen. Da bekommt man nicht einmal Antwort, wie wir z. B. auf unseren Antrag bezüglich der Abstimmung über das Hohenzollernvermögen. Redner verlangt schließlich, daß die Fraktion stärkeres Gewicht auf die Frage der Sozialisierung lege. Denn ohne die Sozialisierung ist eine Hebung der Produktion unmöglich. Löbe-Berlin: Es hat in vielen Kreisen unserer JSartei eine ge- wisse Verstimmung darüber gegeben, daß sich die Fraktion mit der Zwangasnleihe an Stelle der Sachwerte abfinden mußte. Wir müssen aber im Parlament auch Forderungen erheben, die nicht in den ersten Anstürmen gewonnen werden können(Sehr richtig!) und wir können nichk immer die lehken Konsequenzen ziehen, wenn unsere Forderungen nichk sofort durchgeführt werden. (Sehr gut!) Als zum ersten Male die Getreide fraze in der Fraktion zur Debatte stand, waren wir uns darüber schlussig, daß wir�an einem bestimmten Preise festhalten und wenn wir nicht durchdringen. die Verantwortung für Rot und Teuerung den bürgeri'.chcn Parteien rechts von uns überlassen müssen. In diesem Augenblick kamen die Schüsse gegen Rathenau. Es entstand eine neue Situa- tion. Konnten wir da noch sagen, wir überlassen die Berank- Wartung den anderen? Es muß immer die Wichtigkeit der Fragen gegeneinander abgewogen werden.(Sehr richtig!) Die Frage des Austritts aus der preußischen Regierung hat gerade bei denen keine Billigung gefunden, die vorher so eilig kritisiert haben. Der Fehler liegt darin, daß wir in dem Augenblick, wo wir eine Forderung nicht durchsetzen können, diese Forderung selbst ver- kleinern. Das ist unrichtig. Wir hallen an der Forderung der Erfassung der Sachwerte fest. Wir kommen damit wieder. Die Besitzer der Sachwerte werden bei der Rot dieses Winters vielleicht froh sein, wenn sie mit dem Opfer der Sachwerte davonkommen und nicht mehr Opfer brmgen müssen. Ich hoffe, daß es uns die bevorstehende Einigung ermög- licht, das Schwergewicht unserer Forderungen zu erhöhen.(Sehr richtig.) Wir haben einen Antrag unterbreitet, der die Regierung er- muntern soll, Schritte zur Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu unternehmen, vorausgesetzt, daß uns darin eine unserm Volk angemessen« Stellung eingeräumt wird. (Sehr richtig!) Die Mißachtung unserer Rechte bei den Grenzfest- setzungen, die Entscheidungen wichtiger Institutionen des Völker- bundes, der auf reine Machtprinzipien gestützte Geist des Völler- bundes, hoben es dem Völlerbnnd schwer gemacht, sich Freunde in den besiegten Ländern zu sichern. Wir wissen, daß der Völkerbund auch geographisch nicht vollkommen ist. Trotzdem müssen wir uns die Frage vorlegen, ob es für unsere wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse besser ist, wenn wir die Abstinenz gegenüber dem Völkerbund weiter aufrechterbalten. Wir glauben, daß die Zeit gekommen ist, diejenigen Tendenzen in der Regierung zu unter- stützen, die für eine friedliche Verständigung der Vol- k e r eintreten. Gewiß hat man unsere Rechte in Obcrschlesicn mit Füßen getreten, gewiß wird die Hoheit von der Völkerbundtom- Mission immer sehr ausgiebig mißbraucht, gewiß sind die Mittel des Völkerbundes zum Schutze der nationalen Minderheiten qerina. aber eine A e nd e r u n g zur Besserung werden wir in der Zukunft a m allerwenigsten dadurch erreichen, wenn wir dem Völkerbund, der für die ganze übrige Welt etwas bedeutet, fernbleiben. ..__________ L______ J---- i.—___-------—------— l enthält es ein Programm für die am Grabe unseres Dietz ge- gründete„Heinrich D i e tz- G e s e l l s ch a s t", deren Ziel Paul Kampffmeiier im Schlußsatz seines Gedenkblattes folgendermaßen kennzeichnet:„Planvolles Zusammenwirken der geistigen und körper- lichen Arbeit sollen ein« kulturelle Befruchtung der ganzen Gesell- schaft mit den weltumwälzenden Ideen des Sozialismus herbei- führen." 2. R. Bekämpfung von Gelbem Fieber und Malaria mil Hilfe von— Fischen. Die von dem bekanten amerikanischen Oelmagnaten zu Zwecken medizinischer Ausbildung und Forschung gestiftete„Rocke- feller Foundation" hat im letzten Jahre an der Westküste von Sud- amerika eine dort 1920 erstmalig ausgebrochene und unterdrückte und Anfang 1921' wieder aufgetretene Epidemie von Gelbem Fieber zu bekämpfen unternommen. Die dorthin entsandte Expedition kon- zentrierte ihre ganzen Bemühungen auf die Vernichtuno der Brut der Infektionsträger, einer Moskito-Art(Stegomyia). Als alle ge- wohnten Mittel zur Vernichtung der Moskitos bzw. ihrer Eier und Larven versagten, besetzte manjedesstehende Gewässer mit Fischen von einer bestimmten einheimischen Art 750 000 Stück wurden in dieser Kampagne verteilt— mit dem Erfolg, daß seit Juli 1921 aus der Fieberregion kein einziger Fall mehr gemeldet worden ist. Der Bericht fügt hinzu, daß man in den Südstaaten der Union, wo Malariafälle vorkommen, sich diese Cr- fahrung zunutze gemacht hat und den Gemeinden und Privaten Fische zur freien Verfügung stellt, die dort neben dem Entwässern oder Oelen von Wasser- und Sumpfflächen das hauptsächliche und oft das einzige Mittel zur Bekämpfung der Moskitos bilden, die auch hier die Ucberträger der Fieberkeime sind. Die Wasserkräfke der Welt. Eine neueste Statistik der Ver- einigten Staaten, die in„Werft, Reederei, Halsen" mitgeteilt wirb, gibt die Wasserkräfte der Welt auf etwa �39 Millionen PS an. Davon sind bisher 23 Millionen oder 5,24 Proz. ausgenntzt. Von den europäischen Staaten besitzt Norwegen mit 5,5 Millionen PS die meisten Wasserkräfte, dann kommt Frankreich mit 4,7 Millionen, Schweden mit 4,5 Millionen, die Schweiz mit 4 Millionen, Spanien mit ebenso viel, Italien mit 3,8 Millionen, Oesterreich mit 3 Millio» nen, Jugoslawien mit 2,8 Millionen, Rußland mit 2 Millionen, Deutschland mit 1,425 Millionen und England mit 0,535 Millionen PS. Am meisten sind bisher die Wasserkräfte in Deutschland aus- gebaut, nämlich mit 43 Proz., in England mit 35 Proz., in Italien mit 30 Proz. und in Schweden mit 20 Proz. SKfieater i. d. Königgräher Straße. Die fiir Sonnabend anae- kündigle erste Ausführung„Jüdin von Toledo" ist aus den 27. verlegt worden. Eine einmalige Nuffiihrnng de?.Pierrot Limaire« von Arnold Slhoenberg. unter Leitung von Hcrm. Slberchen.tst für den 7. Oltober, abends 8 Ubr, im Saal der Hochschule sür?1tustk sestgesetzt. „Karnstel", die russllch-deut'che Kamuierkimstbühne(Verl i» er Sezciiionl, wird unter Leitung von DoviZ Evclinest, dem trüberen?irc'tor des i"o*- lauer NiNtZli-TbeaterS, End: September eröffnet. TaZ Thcalcr wird russisch« Kleinkunst im Stil der Moskauer„Fledermaus" pflegen. Wcdefinds„Erdgeist" soll im Lause dieser Saison am Theater Antotne in Parts gegeben werde» Deutscher Proteft gegen belgische Willkür. Der deutsche Gesandte in Brüffel, Candsberg, ist von der Reichsregierung beauftragt worden, bei der belgischen Regierung gegen die Verhaffung der Hamborner Po- es lizeibeamten zu profeffieren und Aufklärung über die Gründe der Verhaftung zu verlangen, da bisher von belgischer Seite derartige Gründe den deutschen Stellen nicht mitgeteilt worden sind. Der Gesandte wurde ferner beauftragt, darauf hinzuweisen, daß bei den andancenden Verhaffungen von leitenden Polizeibeamten in dem von Belgien besetzten Gebiet, und zwar sowohl im Oberkaffeler Jall als auch jest in Hamborn die dortigen Behörden nicht in der Lage felen, tie Garantie für die Aufrechterhaltung der Ordnung zu übernehmen. Brüssel, 20. September.( TU.) Havas meldet über die Berhaftungen deutscher Polizisten, darunter der Kommandeur der Hamborner Sicherheitspolizei:„ Das belgische Militärgericht ber Besatzungsarmee ist zur Verhaftung von acht Bersonen, darunter sechs deutsche Polizisten, geschritten, von denen man annimmt, baß sie an der Ermordung des belgischen Leutnants Graff beteiligt waren. Unter den Verhafteten ist die Inhaberin des Café hauses Heckmann und ihre Tochter zu erwähnen. Das Café liegt an der Straßenecke, an der der Mord geschah. Haussuchungen förderten bei einem Polizisten namens Riebte einen Revolver des gleichen Ralibers zutage, mit dem Graff ermordet wurde. Es steht auch fest, daß Riebke im Café Heckmann Drohungen ausstieß." Tropfsteinhöhle Rostocker Straße. eine Geschäftstarte, auf der mit Bleistift geschrieben von mir, meine Postschecktontonummer zur Ueberweisung des Betrages vermerft mar, und verschwand, wie es mir scheint, auf Nimmerwiedersehen. Gine halbe Stunde später klärte sich der Vorfall dahin auf, daß der richtig legitimierte Bote im Flur meines Hauses und nachdem er den Bescheid erhalten hatte, ihm sagte, der Chef hier von einem jungen Menschen gefragt wurde, zu wem er wolle, wäre nicht da, der Bote foll um 8 Uhr morgen früh hier wieder erscheinen. Der nichts ahnende Bote zog ab und der Schwindler holte sich von mir das Schloß ab. Bermutlich wird der Betrüger mit meiner Geschäftskarte noch trebfen gehen. Die Türverriegelung wird er versuchen, in einer Eisenwarenhandlung oder bei einem Winterarbeit der Kinderfreunde. Die Tropfsteinhöhlen zu besichtigen war bisher bei den so un erschwinglichen Fahrpreisen keine Kleinigkeit; jetzt aber fann man feit neun vollen Wochen schon weit billiger haben! Man gehe nach der Rostocker Straße 44. Dort hat ein auf unerklärte Weise entstandenes Feuer den Dachstuhl vernichtet!... Ein Heer von Beamten beaufsichtigte die Verbrennung! Um den Aufbau des Dachstuhles aber fümmert sich fein Mensch. Ein von den am schwersten geschädigten Mietern gebildeter Ausschuß konnte trog perfönlicher Vorsprachen und schriftlicher Gesuche bei der Baupolizei, dem Bezirksamt Tiergarten und dem Wohnungsamt nichts weiter Schlossermeister abzusetzen. als Bersprechungen erhalten! Was das heißt, neun Wochen in dieser Regenperiode ohne Dach zu sein, läßt sich nicht so bestrickend beschreiben, wie es sich in Wirklichkeit darstellt. Bei Regenfällen tropft Ernste Sorge erfüllt die Arbeiterfamilie unserer Tage vor dem von sämtlichen Decken der 4. Etage das köstliche Naß in die Woh- Winter. Insbesondere aber leidet das Arbeiterkind: es fehlt an nungen. Bon der einen Wohnung der 4. Etage sogar tann man Kleidung, und viele haben kein warmes Zimmer. In dieser Notlage von der guten Stube aus durch ein 1% Quadratmeter großes durch helfend eingreifen. lleber alle Bezirke Berlins will sie nachmittags will die Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde gebranntes Loch der Decke den nahen Wolfenhimmel besichtigen! Beschäftigungen der Kinder in den Schulen organisieren. Es wird wäre die Jahreszeit nicht so unfreundlich falt, man tönnte in der damit eine Pflicht erfüllt, die die Gemeinden aus Mangel an MitWohnung bei Regen das angenehmste vollströmendste Brausebad teln nicht erfüllen fönnen. Es ist das auch eine Aufgabe, die im benutzen!... Man fampiert wie im Biwak unter aufgestellten Interesse der Schule liegt. Von der zentralen Schulverwaltung Belten, um nicht ganz zu verrosten! Die Pilzernte wird demnächst werden die Schulräume für diesen Zweck unentgeltlich zur Verfü einsehen, denn alle Schimmelpilze an Tapeten und Stuck sind im besten gung gestellt. Die Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde versucht, Gedeihen. Auch die dritte Etage bleibt nicht verschont! Dort lösen helfer und helferinnen zu werben, Arbeiterfiber fich durch die dauernde Feuchtigkeit die geleimten Fourniere von den u sammeln und durch die einzelnen Schulverwaltung die Möbeln. In größte Lebensgefahr bringen die herabzustürzen drohen gemacht werden, wird um sofortige Mitteilung an den Genossen Schulräume sich für die Nachmittage zu sichern. Wo Schwierigkeiten ben Decken die Bewohner! Ein brandscharfer Ozon zaubert in diese Boewenstein, Neukölln, Rathaus auch telephoniſch unter Condon, 20. September.( EP.) Der Präsident zahlreicher Fata Morgana Rostocker Hafendünfte. Dem Eigentümer ist an einer gleicher Adresse erreichbar gebeten. Diese NachmittagsbeschäftiGewerkschaften der Tegiilindustrie in Borishice, Ben Turner, Abhilfe scheinbar nichts gelegen! Er ist Besizer von vier Grund gung muß stets gründlich vorbereitet werden. In jedem Bezirk fandte gestern an Lloyd George ein Telegramm mit folgendem stücken und fann deshalb zum Notdach keinen roten Pfennig geben! müssen Leiter und Leiterinnen sein, die Anleitung geben Worllant: Bringt alle, die vom Krieg sprechen, 3 um Schweigen. Da der Wirt aus Sparsamteitsgründen unterversichert war, so ist fönnen. Zu diesem Zwede veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft der zwei Kurse für Leiter und LeiteBedient Euch des Bölterbundes. Die Arbeiterschaft willigt die von der Versicherung unmittelbar nach dem Brande gezahlte Kinderfreunde in feinen Konflitt im Orient, Entschädigung jetzt faum ausreichend, um den noch auf dem Hof rinnen, und sie erwartet, daß sich aus jedem Bezirk einige Genossen und Genoffinnen beteiligen. Die Kurse finden in Neukölln Für heute abend hat die Arbeiterpartei eine wichtige Berfamm- lagernden Brandschutt abfahren zu lassen. Wäre der 1. Oktober in der 5. Gemeindeschule, Mariendorfer Beg( 5 Minuten vom lung einberufen, in der ein Antrag des Abgeordneten Wedg- heran, so hätten die Mieter für volle Feuerversicherungsprämien auf- Stadtbahnhof Hermannstraße), am Montag, Mittwoch und Freitag wood beraten wird, der folgenden Wortlaut hat: Nach unserer fommen müssen; so aber, da der Brand nicht bis zum 1. Oktober von 6 bis 7 Uhr statt. Beginn der Kurse am Freitag, Ansicht ist die gegenwärtige Krise, die uns in einen neuen Krieg zu wartete, ist das Malheur nun da.... den 22. September, 6 Uhr. Die Kurse sind unentgeltlich, stürzen droht, die direkte Folge der Außenpolitik Lloyd und das Fahrgeld wird ersetzt. Außerdem wird eine zentralGeorges. Wir betrachten diesen Mann als eine Gefahr für ftelle eingerichtet, in der unentgeltlich passende Bücher und Maden Weltfrieden. Wir verlangen sofort Neuwahlen, damit terial zu Spiel und zu nützlicher Beschäftigung entlichen werden die öffentliche Meinung Englands die gegenwärtige schlechte Regie. tönnen. Die Adresse dieser Zentrale wird noch bekanntgegeben. Bon rung über den Haufen werfen fann. der Hilfsbereitschaft hängt es ab, ob die Winterarbeit ebenso gelingt wie die Spielgemeinschaften, die wir im Sommer erfolgreich durchgeführt haben. Es soll den Kindern auch Gelegenheit zu sorgfältiger Anfertigung ihrer Schularbeiten geschaffen werden. Im Anschluß an die Schularbeiten sollen die Kinder beisammen bleiben, spielen, lefen, fingen und je nach Alter und Geschick fneten, formen, basteln, nähen und sonstige nügliche Dinge treiben. Bei günstigem Wetter sollen die Eis plähe besucht werden. Auch Besuche von Marionettentheatern und geeignete inovorführungen sind geplant. o fich festere Gemeinschaften gebildet haben, soll das Beifammensein durch Beranstaltungen von besonderen Fest- und Feierabenden gekrönt werden. Das Ganze aber soll nach festen Plänen Die Labour Party gegen einen Orientkrieg. Kemal will Thrazien befehen. Der bedauernswerte Mieter, der uns das Vorstehende mitteilt und der trotz der Drangfale in seinem jezt neunwöchigen Regenheim den Humor nicht verloren hat, frägt zum Schluß: Wozu zahlen wir eigentlich die Wohnungsbauabgabe? Damit sich der Ausländer in den von uns erbauten Wohnräumen einnistet? Ferner erlauben wir uns die Behörden darauf aufmerksam zu machen, daß die Möglichkeit besteht, daß beim nächsten Sturm das noch auf dem Dache stehende verfohlte Dachgerippe in elegantem Gleitflug auf den von Straßenpaffanten benutzten Bürgersteig und Fahrdamm landen dürfte! New York, 20. September.( WTB.)„ Associated Preß" meldet cus Ronftantinopel, Mustapha Kemal Pascha habe heute die alliierten Behörden ersucht, seiner Armee zu geftatten, Thra zien zu besezen. Er habe dabei nachdrücklich erklärt, daß die Frage der Dardanellen später erörtert werden müsse, unter Teil- Eine Familie Loose versieht seit 7 Wochen eine Portier. nahme aller Staaten am Schwarzen Meer. Es sei notwendig, daß stelle im Hause Gasteiner Straße 14. Die Wohnung, die Thrazien von den nationalistischen Streitkräften besetzt werde, um sie hier zugewiefen belam, besteht aus einer dunklen, fensterdie muselmanische Bevölkerung zu befreien. Gleichzeitig hat der losen Kammer neben einem von der Wohnung nicht zugäng Die Rammer ist etwa far benachrichtigt, daß die Regierung von Angora auf Grund eines Familie muß darum im Heisteller haufen. Licht, femalistische Bertreter in Konstantinopel den britischen Obertommu 1% meter breit und 3 Meter lang und unbewohnbar. Die Das Ziel aber ist, die Erziehung unserer Kinder im Geiste der Ar Wasser, mit Sowjetrußland und der Ukraine abgeschlossenen Bertrages nicht in der Lage sei, eine Einladung der Mächte zu einer Ronferenz anzunehmen, die sich ausschließlich auf die Erörterung der Frage der Dardanellen beschränken würde, sofern nicht Bertreter Sowjetrußlands und der Ukraine gleichfalls an der Ron ferenz teilnehmen. Belgien ist zufrieden. Paris, 20. September.( EE.) Der Brüsseler Korespondent des Matin" hatte eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Theunis, der ihm erklärte, die deutsch- belgischen Verhandlungen feien zu einem günstigen Abschluß gelangt. Man habe von Deutschland Schuldverschreibungen gefordert, die auf den Weltmarkt gegeben werden könnten. Belgiens Ansprüche seien vollkommen befriedigt worden, da die Garantie der Reichsbant durchaus genügend erscheine. Um die Verhandlungen, die der Reichsbantpräsident Havenstein in London führte, habe sich die belgische Rogierung nicht zu fümmern. Belgien erhalte Ehuldverschreibungen von Deutschland, wie sie die Reparationskommission gefordert hatte. Das sei alles. 9 Die Börse fest. och herd und Klosett find nicht vorhanden. Die Furniere plagen von den Möbeln, die Betten verfaulen. In früheren Jahren gehörte zur Portierstelle eine Wohnung. Disse wurde aber von einem der früheren Eigentümer an einen Schneider als Arbeitsraum vermietet. Das Haus wechselte den Besitzer und dieser strengte gegen den Schneider eine Klage auf Räumung der Portierwohnung an. Das Wohnungsamt sprach jedoch dem Schneider die Bortierwohnung als Arbeitsraum zu. Bezeichnend ist, daß diefer früher in seiner Brinatwohnung in der Gasteiner Straße 13, die er noch heute imne hat, sein Handwerk ausübte. Das Haus wurde abermals verkauft, doch den jegigen Befiger fümmert es nicht, wie der Bortier wohnt. Die Bolizei ist benachrichtigt worden und das Wohnungsamt Wilmers Dorf hat Renntnis von diesen Dingen. Sollten die zuständigen Stellen nicht in der Lage sein, hier schleunigft Abhilfe zu schaffen? Menschenleben in Gefahr. Großfeuer in Reinidendorf. beiterschaft durch die Arbeiterschaft selbst zu fördern. Untergrundbahnbau im Film. In der Hrania wurben am Dienstag durch mehr als fünfzig Lichtbilder und einen mehrteiligen Film die Schwierigbeiten gezeigt, die beim Bau von Untergrundbahnen zu überwinden find. Während die ersten Untergrundbahnen in London tief unter der Straße in geschlossenen Baugruben durch das Erdreich gewühlt wurden, wird bei den neuesten Verfahren die Bahn dicht unter der Straße in offener Baugrube hergestellt. Man sieht das Rammen der eisernen T- Träger, die den Spundwänden Salt geben, die die Baugrube von beiden Seiten flantieren; man erfährt, welchen großen Aufwand es erfordert, die Baugruben von dem zudringlichen Grundwasser freizuhalten. Die verschiedenen Methoden des Betonbaues werben recht anschaulich zur Darstellung gebracht. Besonders gut fommt das Treiben im Innern der Baugruben im Film zum Ausdruck. Man sieht dabei ouch die Straßenpassanten als interessierte Buschauer, die sich redlich bemühen, einen Blick vom Innern der Baugruben zu erhaschen, ein Bild, daß man alle Tage auch beim Bau der Nord- Süd- Bahn beobachten fann. Hier in der Urania wird allen diesen Wißbegierigen für geringes Geld die Möglichkeit gegeben, in ebenso gründlicher wie bequemer Weise alle Einzelheiten des großen Wertes fennenzulernen, ohne daß besondere technische Vorkenntnisse erforderlich wären. Ein Großfeuer brach heute morgen in der Residenzstraße in Reinidendorf aus und vernichtete einen großen Teil der Holzvorräte der Firma Kirchberg u. Co. Die Wehren von Ost- und West- Reinickendorf riefen die Berliner Feuerwehr zur Hilfe, die daraufhin zwei Löschzüge entsandte. Nach mehrstündiger Arbeit gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Schaden Das beschlagnahmte Kanonenrohr. Bei einem Händler wurde geht in die Millionen. Außerdem sind die Stallungen, die sich auf dem Grundstück Residenzstraße 100 befanden, in Mitleidenschaft ein ungefähr 1 Meter langes Ranonenrohr beschlagnahmt. gezogen worden. Es gelang, die Pferde in Sicherheit zu bringen, es handelt sich um ein bronzenes, schön ziseliertes, sehr schweres doch tamen Schweine und Geflügel in den Flammen Rohr von hohem Bert. Es ist zur Besichtigung im Simmer 51 Berlegungen erlitten. Während die Wehrmänner im Barterre mit Bei den Aufräumungsarbeiten haben zwei Feuerwehrleute des Berliner Polizeipräsidiums ausgestellt. Der Zirkus Busch hat mit einem recht guten Programm seine Bjorten Löscharbeiten beschäftigt waren, und die immer wieder hervor dem Berliner Bublifum wieder geöffnet. Im Mittelpunkt bes Brogramms kommenden Flammen abdämpften, brach die Holzdecke ein und verstehen diesmal die Pierde. Besonders hervorzuheben: Carl Heß in seinen legte die beiden Feuerwehrleute so stark, daß sie nach dem Rrantenhaus gebracht werden mußten. um. Obwohl man nach dem vorliegenden politischen Nachrichtenmaterial heute in hiesigen Finanz- und Banktreisen mit einer stärkeren Vormärtsbewegung der Devisenkurse rechnete, zeigte sich an der Börse eine sehr feste Tendenz für ausländische Zahlungsmittel. Der Dollar, der vormittags.zeitweilig auf 1395 zurückgegangen war, ftieg gegen mittag an der Börse bis auf 1500 und hielt sich später auf 1475. Als Ursache der verstärkten Nachfrage nach Devisen betrachtet man die unzureichenden Erklärungen der Reichsbankleitung über ihre Abmachungen mit der Bank von England. Durch die Geheimhaltung der Einzelheiten ihrer Bereinbarungen sind von der Börse die verschiedenartigsten Gerüchte Die Elektrizitätsbeschränkungen in Berlin. über eine weitgehende Verpfändung des Goldbestandes der Reichs- Der Berliner Magistrat hat auf Grund einer Bekanntmachung bant entstanden, mit denen naturgemäß von der Devisenspekulation des Reichskohlenkommissars Ortsvorschriften für die Verwen operiert wird. Außerdem ist zu bemerken, daß die Industrie dung von Elektrizität im Gebiete der Stadt Berlin erlassen, worin augenblicklich keine Devisen mehr abgibt, da sich die Ver- für offene Verkaufsstellen, Ladengeschäfte, Gastwirtschaften, Theater, hältnisse des inländischen Geldmarktes etwas flüssiger gestaltet Rinos usw. der Verbrauch von elektrischem Strom auf 80 v. 5. des haben. Die Nachfrage aus Kreisen des Importhandels ist dagegen Berbrauchs in den entsprechenden Monaten des Jahres 1916 beBesonders auffallende Lichtreflamen mit fehr start, am Effektenmarkte beginnt das Geschäft sich etwas zu schränkt wird. beleben. Besonders gesucht sind Montanwerte und Schiffahrtsattien. Von den Balutapapieren zeichnen sich Otavi- Minen, Geldungarn usw. durch besondere Festigkeit aus. 100 holländische Gulden. Devisenkurse. 1 argentinischer Papier- Beso 100 belgische Frant. 100 norwegische Kronen 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen. 1 Dollar. • . 20. September Käufer Verkäufer ( Geld.)( Brief-) Kurs Nurs 19. September Käufer Verkäufer ( Geld)( Brief-) Kurs Aurs Freiheitsdressuren und Charlotte Wagner, deren Leistungen auf ihrem Schimmel in der Hohen Schule" recht gute find. Cliff Neros, der Luftfönig, broduziert sich in einer Nummer, die bei aller Tollfühnheit mit Eleganz durchgeführt wird. Das Slavier in den Zähnen" heißt eine Nummer, in der ein Mann ein Harmonium mitiamt, einer Sängerin( übrigens einer recht guten Sängerin) in feinen Bähnen in die Höhe zieht. In einer wirklich lustigen Nummer zeigten sich die Clowns Bourbonnel und Schäffer. " Delfter Träume" heißen die Tanzphantasien, die von Baula Buſch Die Gesamterdacht und von Balletmeister R. Riegel einftudiert find. wirfung ist eine recht hübsche. Ueber einigen Anachronismus in den Szenen soll man nicht richten, da die Gesamtwirkung ja murr auf die Augen einder vorgeführten Tänze nicht übel aus. gestellt ist, und die naiven Holländer Boltstrachten nehmen sich im Rahmen Blumen im Heim". Die Ausstellung bei Heß u. Rome, Leipziger neuem duftigen Blumengewand präsentieren. großem Stromverbrauch bedürfen der Genehmigung Gaße 105/107, die über 70 Wohnräume im herrlichsten täglichen und feitdes Bertrauensmannes für die Elektrizitätsmerte. Alle sonstigen Berbraucher, deren monatlicher Stromverbrauch 3000 Kilowatt nichtlichen Blumenschmude zeigt, wird fich Mittwoch, den 20. September, in übersteigt, unterliegen feinerlei Einschränkungen. Berbraucher von mehr als 3000 Kilowatt monatlich dürfen im Monat nicht mehr Elektrizität entnehmen als sie durchschnittlich in der Zeit vom 1. Ja nuar bis 30. September 1920 von der damals zulässigen Menge tatsächlich monatlich verbraucht haben. Ein Gaunerstreich. Der Männerchor Friedenau- Steglitz( M. d. D. A. S. B.) vers anstaltet am Donnerstag, den 21. September, abends 28 Uhr, in der Aula der Realschule Steglis, Florastraße, eine öffentliche BeriammIung zur Gründung eines Frauen- und Mädchenchors. Zahlreiches Erscheinen aller sangeslustigen Genoffinnen und Genossen erwartet. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Zeitweise heiter, am Tage ziemlich mild, bis südwestlichen Winden. jedoch überwiegend bewölft mit leichten Regenfällen und frischen westlichen Gauner sind überall an der Arbeit, jeben noch so kleinen Vor56828.85 56971.15 56928.75 57071.25 teil zu ihren Gunsten wahrzunehmen. Die Zahl der Leidtragenden, 519.35 520.65 516.85 518.15 10486.85 10518.15 10536.80 10568.20 die das Nachsehen haben, wächst und sie müssen sich damit trösten, 25118.55 25181.45 25168.50 25231.50 daß fie um eine Erfahrung reicher geworden sind. Ein Leser 30862.- 30438.- 30362-30438.- unseres Blattes, der das Opfer eines Gaunerstreiches geworden ist, 88851.85 38948.65 88851.35 38948.65 teilt uns folgenden Vorfall mit: 8186.- 3194.- 3136.05 3143.95 Ja betreibe im Hause Bellevueftraße 21-22 einen Handel mit Sicherheitsschlössern, Türsicherungen usw. und betam von einem 92 Kunden die telephonische Nachricht, daß sein Bote zum Abholen 6508.15 6506.85 6523.15 eines Schlosses bei mir erscheinen würde. Eine halbe Stunde 1466.84 1478.15 1476.85 später erschien ein junger Mann im Alter von vielleicht 11214.11235.90 11264.10 20 bis 22 Jahren, 1,80 meter groß, dunkelblondes Haar, bart- 3. los, von bleicher Gesichtsfarbe, mit abwaschbarem Stragen und hell- e. glänzendem Hosenboden, braunem Jadett angetan, der den Eindruck eines Kontoristen machte. Er wies sich aus mit einer Karte 184. meines Runden und ließ sich das Schloß wohl eingepact mit zwei 4665.85 14 Millimeter starten Eisenstangen von 1,20 und 1,30 Meter Länge 56.07 aushändigen. Auf meine Frage wegen Bezahlung gab er an, fein 851.101@eid befommen zu haben. Der Abholer belamt von mir noch 100 finnische Mart • 1 japanischer Yen. 100 italienische Lire • 1 Pfund Sterling 100 französische Frank 6142.30 6157.70 6491.85 1468.16 11186.1 brafilianischer Milreis. 100 Schweizer Frank. 100 ipanische Pejetas 100 österr. Stronen( abgeft.) 1.93 1.97 100 tichechische Kronen. 100 ungarische Kronen. 4569.25 878.90 100 bulgarische Lewa 1.801/ 2 4654.15 4580.75 55.93 881.10 848.90 Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Mittwoch, den 20. September: Abt. Neukölln. Abends 7, Uhr bei Wolff, Kaiser- Friedrich- Straße 173, Gizung des Abteilungsvorstandes und sämtlicher Abteilungsfunktionäre. Wichtige Tagesordnung und Abrechnung. Morgen, Donnerstag, den 21. September: Streis, Webbing. 7 Uhr öffentliche Elternversammlung in der Schulaula, Münerite 48. Thema:" Die weltliche Schule". Ref.: Pfarrer Bleier. Kreis, Kreuzberg. Bellversammlung sämtlicher Elternbeiräte und Kandidaten 7 Uhr bei Rabe, Fichtefte. 29. Thema: Unsere freie Schulgemeinde". zialistische Lehrer und Eltern willkommen. Die Obleute und Kommissionemit glieder treffen sich eine Stunde vorher im selben Lokal. 1: 3.- 130. Abt. Pankow. 7%, Uhr im Ingendheim, Breite Straße. Abteilungsvor standsfizung und Funktionärversammlung. Aeußerst wichtige Tagesordnung. 104. Gost. Niederschöneweide. 7 Uhr öffentliche Elternversammlung in der Schulaula, Berliner Straße, am Bahnhof. Thema: Unser Kampf um die weltliche Schule". Ref.: Gen. Grwin Marquardt. Gewerkschaftsbewegung Die Tarifverhandlungen für die Reichsangestellten. Die Verhandlungen mit der Reichsregierung über den Neuabschluß eines Tarifvertrages für die Angestellten des Reichs gehen außerordentlich langwierig vor sich. Als Grundfah hatte die Regierung bei Beginn derselben aufgestellt, daß, die Angestellten im großen und ganzen wie die Beamten behandelt werden sollen. Diese Absicht hat sie bisher nur insoweit verwirklicht, als es fich um Schlechterstellung gegenüber den bisherigen Zuständen, insbesondere bei der Eingruppierung und der Berechnung des Bergütungsdienstalters, handelt. Gleichzeitig schlägt fie jedoch gegen über den Rechten, die die Beamten bereits besigen, noch weitergehende Verschlechterungen vor. Sie übersicht dabei vollkommen, welde außerordentlichen Vorteile die Beamten durch ihre Anstellung auf Lebenszeit, durch unbeschränkte Fortzahlung des Gehalts in Krankheitsfällen und durch ihre Alters- und Hinterbliebenenfürsorge besitzen. Aber auch die den Angestelltenvertretungen gesetz mäßig zustehenden Rechte versucht die Regierung auf dem Wege über den Tarifvertrag zu beschneiden. So weigert fie fich insbefondere, anzuerkennen, daß die Angestelltenräte bei der Ein gruppierung der Angestellten in die Vergütungsgruppen gleichberechtigt mitzuwirken haben. Ein Recht, das diesen nach $ 78 Abs. 2 des Betriebsrätegesebes unzweifelhaft zufteht. Sie will die Eingruppierung durch die Dienststellenleiter, deren Wohlwollen für die Angestellten ja hinreichend befannt ist, vornehmen lassen und den Angestelltenvertretungen lediglich von der erfolgten Eingruppierung Mitteilung machen. Die neutralen Beamtenorganisationen unterstügen diese Bestrebungen der Regierung gegen die Angestellten, so daß dieser Einheitsfront von Regierung und Beamtenorganisationen die geschlossene Front aller Behördenangeftellten gegenübergestellt werden muß. Der Kampf gegen diese Berschlechterungen erfordert die Zusammenfassung aller Kräfte und restlofe Organisierung der Behördenangestellten im Zentralverband der Angestellten, der auf diese Weise in die Lage verseht wird, die beabsichtigten Angriffe der Regierung gegen die Rechte der Angestellten abzuwehren. Gruppe Il in der Beamtenbesoldung. Ein Beamter der Gruppe II fchreibt uns u. a.:„ Es scheint so, als ob es nur Beamte von Besoldungsgruppe III an aufwärts gäbe und für die Gruppen I und II nur die Angehörigen der Reichswehr in Frage fämen. Doch sind bei allen Behörden, auch den Ministerialund Zentralbehörden auf Grund der Vorschriften die Stellen der Gruppen II und III in dem Verhältnis von 1: 1 besetzt. Die Becmten der Gruppe II bilden eine beträchtliche Zahl, doch geht man nichtachtend an ihnen vorüber. Kämen wirklich feine oder nur wenige Beamte dieser Gruppe in Frage, dann könnten sie ja ohne nennenswerte finanzelle Schwierigkeiten nach Gruppe III befoldet werden. Da es aber eine erhebliche Anzahl ist, so ist es eine Ungerechtigkeit, bei den Besoldungsreformen den Stichmann aus Gruppe III zu wählen und die unter dieser Gruppe Stehenden dem wirtschaftlichen Ruin preiszugeben. sationen der Jugend( politische, wirtschaftliche, fonfeffionelle), ferner werter Weise zur Geltung gefommen. Die Haltung der Berliner die Berliner Handelskammer, die Bereinigung der deutschen Arbeit- Kollegen habe ein erwünschtes Verständnis auf dem Verbandstage geberverbände, der Verband der Berliner Metallindustriellen und gefunden. Der Antrag, die Wahl der unbefoldeten Mitdas Berliner Berufsamt. glieder auf dem Berbandstag vorzunehmen, sei mit übc:= In gründlicher Aussprache wurde allgemein anerkannt, wiegender Mehrheit angenommen worden. Doch sei bei der Zu daß regelmäßiger Sommerurlaub eine Not sammensetzung des Vorstandes allen Parteien Rechnung getragen wendigkeit sei, um den im Wirtschaftsleben tätigen Jugend- worden. Durch den Beschluß, einen Verbandsbeirat zu lichen in törperlicher, geistiger wie auch seelischer Hinsicht die Mög- wählen, sei eine Bermittlungsinstanz zwischen Ortsverwaltungen lichkeit zur Kräftigung zu geben. Festgestellt wurde, daß in einem und Hauptvorstand geschaffen worden. In den aus 30 Mitgliedern erheblichen Teil unserer Wirtschaft die Jugendlichen bereits in den bestehenden Beirat habe Berlin drei Mitglieder und drei StellverGenuß von Urlaub tommen, wenn auch seine Länge vorwiegend treter zu wählen Zusammenfassend fönne gefagt werden, daß der unzulänglich ist. So erhalten in vielen Berufen die Lehrlinge Verbandstag seine Aufgaben erfolgreich gelöst habe. nur 3 Tage Ferien im Jahr. Besonders im Handwerk Während der anschließenden Aussprache wurden zwei Anträge herrschen in dieser Beziehung durchaus rückständige Ge- eingebracht. In dem ersten wird von den Verbandsmitgliedern im bräuche; nur in sehr wenigen Fällen ist von einer Urlaubs- Bentralmagazin die Haltung der Berliner Delegierten auf dem Vergewährung die Rede. Aus Berlin wurde z. B. berichtet, daß bandstag gebilligt, insbesondere die Erklärung der Delegierten, die verschiedene Innungen aus dem Metallgewerbe in diesem sich gegen das Auftreten des Genossen. Sabath als Vertreter des Zahre ihren Mitgliedern empfohlen haben, den Lehrlingen 1 DGB. und des Kollegen Schulz vom Hauptvorstand wendet. |( einen) Tag bis 3 Tage Urlaub zu geben. Wieweit sich viele Innungsmeister nach solchen Empfehlungen richten, ist zur Genüge bekannt. Dieser Antrag wurde ohne Gegenstimme angenommen. Der zweite Antrag mißbilligt das Berhalten der drei Berliner Delegierten Scharlou, Hepperich und Schaumberg, weil sie entgegen Die Vertreter der Industrie und der Handelskammer gaben dem Beschluß Berlins, die unbefoldeten Vorstandsmitglieder nicht auf persönlich ihrer Meinung dahin Ausdruck, daß der Lehrherr schon dem Verbandstag zu wählen, gestimmt haben. auf Grund seiner Erziehungspflicht dem Lehrling Erholungsurlaub Schaumberg wandte sich gegen diesen Antrag. Zu einer zu geben habe. Ein Vertreter meinte, daß die allgemeine Mißbilligung liege fein Grund vor. Er könne für sich wie auch für Urlaubsgewährung am besten ohne gesetzlichen Zwang durch Ein- die anderen beiden Kollegen erklären, nur nach Ueberzeugung gehanwirkung der Arbeitgeberorganisationen auf ihre Mitglieder zu er delt zu haben. Im übrigen würden auch nur die Wähler über ein reichen sei. Da jedoch die Aussprache ergab, daß mit vielen Lehr- Mißtrauen zu befinden haben, und von diesen liege ein derartiger herren zu rechnen ist, die sich ihrer entsprechenden Antrag nicht vor. Pflicht entziehen, fam man übereinstimmend zu der Ansicht, Der Antrag wurde schließlich bei großer Stimmenthaltung an daß durch das kommende Gesez über die Neuregelung genommen. der Berufsausbildung der Jugend ein Mindest= anspruch auf Urlaub für Lehrlinge festgelegt werden müßte. Die von den freien Gewerkschaften aufgestellte Forderung an die Gefeßgebung, den Jugendlichen unter 16 Jahren 3 Wochen, den von 16 bis 18 Jahren 2 Wochen Urlaub zu gewähren, fand bei dieser Gelegenheit Billigung. Daß den Lehrlingen die Bergütung für ihre Urlaubszeit vom Arbeitgeber weiterzuzahlen fei, wurde allseitig für notwendig gehalten. Zu den ungelernten jugendlichen Arbeitern fonnte feine einheitliche Stellungnahme gefunden werden; die Festlegung des Urlaubsanspruchs auch für sie wurde durchaus für berechtigt anerkannt, jedoch war feine Uebereinstimmung über die Bezahlung der Urlaubszeit zu erzielen. Ein besonderer Ausschuß wurde eingesezt, der versuchen soll, über Einzelheiten eine Verständigung zu erreichen, um der Gesetzgebung feste Vorschläge unterbreiten zu können. W Es ist zu hoffen, daß infolge solcher einmütiger Meinungsäußerungen auch in Deutschland ein geseglicher Mindest anspruch auf Urlaub für Jugendliche festgesezt wird, wie dies in Italien, Deutscösterreich und Rumänien bereits geschehen ist. Betriebsräte! Gewerkschaftsfunktionäre! Kaum zwei Wochen trennen uns noch von dem Beginn des neuen Unterrichtsabschnittes der Betriebsräte= chule. In 53 Kurfen wird die Möglichkeit gegeben, sich auf den Gebieten des Arbeitsrechts, der Betriebswirtschaft, der Boltswirtschaft, der Sozialversicherung und der Hygiene gründliche Kenntnisse anzueignen. Kolleginnen und Kollegen! Laßt diese Gelegenheit nicht ungenügt vorübergehen! Die bevorstehenden Arbeitskämpfe werden nur dann siegreich überwunden werden, wenn die Arbeitnehmer die genügende Schulung besigen, um den Bertretern des Kapitals, mit den genügenden Kennt niffen vertraut, gegenübertreten zu können. Die Notwendigkeit einer solchen Schulungsarbeit besteht für alle Kollegen, gleichniel ob fie Arbeiter oder Angestellte, Männer oder Frauen find. Die Erfahrungen haben gelehrt, wie eng verbunden sie in Sieg und Niederlage sind, und daß der Kampf des Kapitals fich nicht gegen einzelne Gruppen richtet, sondern gegen die gesamte Arbeitnehmerschaft. Hierauf folgte die Aufstellung der Kandidaten zum Verbands. beirat. Ein Vorschlag, von allen brei im Verband vertretenen Barteien je drei Mitglieder auf die Lifte für die Urwahl zu sehen, fand die Zustimmung der Versammlung. Kandidaten sind: von der SPD. Riel, Erich Man und Krause, von der USP. Kammer. meier, Hermann und Schmoldt, von der KPD. Urban, 3ichmann und Wirth. Ueber die ab Oktober vorgesehene Regelung der Beiträge murde von Soffmann berichtet. Das Eintrittsgeld foil für männliche Mitglieder 10 M., für Frauen und Jugendliche 5 m. betragen. Als Grundbeitrag sind in den Klassen 1 bis 5 zu entrichten: 28, 22, 14, 10 und 4 M., als Lokalzuschlag 8, 8, 6, 4 und 2 M. Für pensionierte Mitglieder stellt sich der Grundbeitrag auf 1 M. wöchentlich. Bor Schluß der Versammlung wurde noch ein Antrag gestellt, der vom ADGB. die Einberufung eines Betriebsrätekongresses verlangt. Bei der Aussprache über diesen Antrag tam es zu erregten Auseinandersetzungen. Vor der Abstimmung verließ ein erheblicher Bon den ZurüdTeil der Anwesenden demonstrativ das Lokal. gebliebenen wurde der Antrag angenommen. Sentralverband der Angestellten. Einzelhandel. Funktionär Bersammlung heute abend 7% Uhr Sophien- Säle, Sophienste. 17/18. Bericht über die Tarifverhandlungen für Geptember. Wirtschaft Wenn man sich weiterhin vergegenwärtigt, daß der größte Teil Dieser Geringbefoldeten Kriegsbeschädigte und somit Inhaber des Anstellungsscheines sind, die nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch ihren Beruf opfern mußten und jetzt noch im Anfangsgehalt der Die Bermehrung der fonfumgenossenschaftlichen Betriebsmittel. Gruppe II stehen, so wird man ihre Erregung begreiflich finden. Die Generalversammlungen der Konjumvereine folgen weiterhin Klingt es nicht wie Holm, wenn heute noch, 4 Jahre nach der allenthalben der dringenden Notwendigkeit, die Betriebsmittel der Revolution, die Länge der Militärzeit ausschlaggebend ist für eine Genossenschaften durch gerauffegung der Mitgliedergeschäftsanteile Beförderung? Sollte es nicht unter den nach der vergessenen und durch schnelle Einzahlung zu vermehren. In der letzten eGruppe II Befoldeten viele geben, die vermöge ihres in mehrjähriger ritsmode allein sind an den Zentralverband deutscher KonsumLehrzeit erlernten Handwerks mehr Fähigkeiten aufzuweisen haben vereine, Hamburg, 31 derartiger Mitteilungen gelangt. Danach als andere, die 6, 8 und 12 Jahre Refruten gedrillt haben? fegten 14 Konsumvereine den Geschäftsanteil auf zunächst 1000 m. Bei einer staatlichen Behörde in Berlin wird der bis 1. Fefest. Weitere sieben Vereine beschlossen eine Erhöhung auf 1500 bruar d. I. als Hauswart tätige gelernte Buchdrucker in der HausMark Eine Genossenschaft brachte den Anteil auf 1800 M. hin bruckerei als Schweizerdegen beschäftigt, da dies zurzeit fertigzuauf. In der Erfenntnis, daß 2000 Mt. der Geldentwertung und stellende Arbeiten erfordern. Als Hauswart wird er nach dem Bedürfnis der Verbraucherorganisation erst einigermaßen nahe Gruppe II befoldet. Als Drucker gehört er zur Besoldungs- Betriebsräte und Funktionäre! Eure Aufgabe ist tommen, faßten acht Generalversammlungen den Beschluß, 2000 gruppe III. Wäre er nur Angestellter und somit nach dem Tarif es, die Kollegenschaft in den Betrieben aus ihrer Gleichgültigkeit auf- Mart Mitgliederanteile zu erheben. Eine große Konsumgenossendes Gemeinde- und Staatsarbeiterverbandes zu besolden, so erhielt zurütteln. Weift sie auf die Notwendigkeit der arbeitsrechtlichen er vom Tage der Beschäftigung in seinem Beruf das Gehalt eines und wirtschaftlichen Bildung hin und übernehmt Ihr die Sammel- fchaft ging auch in diefer Berichtswoche noch darüber hinaus und gelernten Arbeiters. Bei einem Beamten der vergessenen bestellung und Besorgung der Hörerkarten. Dicfe find( zum letzte 2500 m. als Geschäftsanteil fest. Hoch und Tief. Die auf deutscher Seite als Trägerin des Gruppe II mit dem Gehalt dieser Gruppe ist dies ausgeschlossen, Breise von 15 M., für Arbeitslose unentgeltlich) in den da eine Stelle für Gruppe III im Jahresetat nicht vorgesehen ist, Ortsverwaltungen und in der Betriebsrätezentrale, Engelufer 24/25, Sachlieferungsabkommens zwischen Stinnes und den franzöfifchen sondern erst vom Ministerium bewilligt werden müßte. Die Diffe: 2. Hof I, erhältlich. Im Bureau der Schule sind Montags und Frei- Wiederaufbaugenossenschaften berufene Aktiengesellschaft für renz zwischen Gruppe II und III beträgt in diesem Monat zirfa tags von 4-7 Uhr Lehrberatungs- Sprechstunden. 1100 M. Gine Summe, die dem Minderbesoldeten in der jeßigen Arbeiter und Angestellte Berlins! Ihr selbst habt Euch die BeZeit der Teuerung und des Wuchers zum Einfauf der notwendig- triebsräteschule geschaffen. Zeigt durch regen Besuch der Kurse, daß sten Lebensmittel fehlt; an Heizmaterial für den kommenden Winter Ihr sie auch zu benutzen versteht! gar nicht zu denken. Der Verlust an Einkommen insgesamt beträgt. Freigewertschaftliche Betriebsräteschule. für den betreffenden Beamten in der Zeit vom 1. Februar bis heute zirfa 4000. Generalversammlung der Gemeindearbeiter. Hoch- und Tiefbau in Essen erhöht im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Riesengeschäft ihr Kapital um 50 auf 100 Millionen Mart, nachdem sie erst fürzlich ihr Kapital von 20 auf 50 Millionen Mark erhöht hat. Der driffe Teil Wiesbadens Auslandsbefiß. Der Ausverkauf des Wiesbadener Hausbesiges hat nach der TU. so start zugenommen, daß jezt etwa 30 Proz. der Häuser direkt oder indirekt im Bcfiße des Auslandes find. Gesetzlicher Urlaubsanspruch für Jugendliche. In der außerordentlichen Generalversammlung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter am Dienstag in Boekers Festfälen Der Ausschuß der deutschen Jugendverbände hat am 13. Sep. berichtete Gürne über den Berlauf des Magdeburger Verbandstember in Berlin eine Besprechung über die Urlaubsgewährung an tages. Das Bestreben, alles auszuschalten, was zu unnötigen AusJugendliche abgehalten. Bertreten waren die verschiedenen Organi-| einandersetzungen hätte Anlaß geben können, sei in anerkenners- Borwärts- Buchdruckerei u. 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Tempelhof: Kaifer- Wilhelm- Str. 13. Tempelhof: Aandler, Sohenzollerntorso 5. Trebbin: Göring. Bahnhofstr. 62. Treptow: Weiß, Riefholaftr. 18b. 8. Weißenfee: reunie. Berliner Mee 54. Gillmann, Carmen- Sylva- Straße 57. Wilbau- Hoherlchme: Rud. Lettow. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 31. Wilmersdorf: Bischoff, Gasteiner Str. 12 und Wilhelms. aue 42 Tübinger Str. 2a. 1 Bittenau: Wilh. 8immermann, Rofenthaler Str. 46. Saupt- Woltersdorf: Gurbaum, Eichendemm 22. Schönhauser Borstadt: Greifenhagener Str. 22. dolershof, Alt- Glienice: Frl. Batter, Adlershof. Ge- Hennigsdorf: Frau Rorbafinsti, Rathenaustr. 3. noffenschaftsstr. 6. parterre. Hohenneuendorf: Siegerts, Bismardstraße. Baumschulenweg: Frau Röpte, Riefholaftr. 180, Laden. Soppegarten: Rausch, Hoppegarten- Birkenstein, Parzelle Bernau, Röntgental, Repernid. Schönbrüd, Karow und Buch: Nr. 119. Seinrich Brofe. Bernau. Mühlenftr. 5. Johannisthal. Imin Gammisch Bismardir. 8, Biesborf: W. Danneberg Bittoriaftr. 11. Karlshorst: Reinhold Berndt, Waldowallee 4. Bohnsdorf: Sorlemann, Genossenschaftshaus Paradies. Raulsdorf: Vogt, Breberedstraße 19. Buchholz, Blankenburg: Wagner. Blankenburg, Burgwall. Königswusterhaufen: E. Meyer. Botsdamer Str. 9. ftraße 63. Stopenid, Sirfchaarten: Ech laa. Ricker Str. 6( Laden). Samargendorf: Rehab, Breite Gir. 4. Biltenberg I: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Schöneberg: Belziger Str. 27. Lichtenberg II, Stummelsburg, Strates: Lichtenberg, Bor. Genaig, Mittenwalbe, Echenfendorf, Nieberlehme, Rene Soffen: Witt. Bahnhofstr. 25. hagener Str. 62. Mühle, Bernstorf, Cablow: Friedewald, Genzig, Charlottenburg IV: Bujeniat, Augsburger Str. 47, Sichtenberg III, Friedrichsfelde: Frankfurter Allee 185. Laden. Chauffceftr. 54. Portier. Lichtenrade: Franz Wichura, Raiser- Friedrich- Str. 9. Siemensstadt: Friefe, Böbiderfteig 10. Cagers: Schönbert, Sandsberger Str. 10. Restaurant. Latesten: B& Itel, Genwinkel 16. Charlottenburg 1: Sefenheimer Str. 1. 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