Nr.446 39.Jahrgang Ausgabe A Ner. 219 Bezugspreis: Für den Monat September 200, boraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Desterreich und Luxemburg 248,- M., für das übrige Ausland 282,-t. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark. England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschechoflowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: » Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 6 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle Loftet 40,- M. Reklamezeile 180,-. Kleine Anzeigen" das fettgebruckte Wort 12, M.( zulässig zwei fettge brudte Worte), jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 7,-. jebes weitere Wort 5,- W. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 15,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4%, Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Ein neuer Aufbau- Vertrag. Deutsche Bauarbeiter in Nordfrankreich? Folgender Bericht geht uns über ein neues deutsch- französisches privates Wiederaufbauabkommen zu: Zwischen der Chambre Syndicale des Constructeurs " 10 en Ciment Armé", der 88 der bedeutendsten französischen Bauunternehmergruppen angehören, vertreten durch ihren Präsidenten Brice, und der Lehrer von Siemens Vereinigte Baustoffindustrien, Berlin NW. 7, Friedrichstr. 103, und Düsseldorf, Uhlandstr. 9, vertreten durch Herrn Kommerzienrat Lehrer, ist am 14. September in Paris ein Vertrag abgeschlossen worden betreffs eines gemeinschaftlich aufzustellenden Programms für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete, dem im wesentlichen folgende Abmachungen 1. Die Lehrer von Siemens- Kommanditgesellschaft übernimmt die Beschaffung der gesamten Baumaterialien, sowohl auf Grund des Sachleistungsabkommens vom 22. Juli, als auch im freien Handel zusammen mit einer Anzahl westdeutscher baustofferzeugender Firmen. zugrunde liegen: P Donnerstag, den 21. September 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Verlag, Hauptexpedition u. Insereten. Fernsprecher: Abteilung: Dönhoff 2506-2507 Auf der Wacht für die Republik! SPD. Augsburg, 20. September.( Eig. Drahtbericht.) Der Parteivorst and hat dem Parteitag einen Antrag vorgelegt, der sich mit dem Schutz der Republik, der Demokratisierung der Verwaltung und Abfindung der Fürstenhäuser befaßt. Der Antrag lautet: benutzt. Der Parteitag erwartet, daß die Genossen in den Regierungen und Parlamenien der Länder auf schleunige Durchführung der Auseinandersehungen dringen. Dabei ist auf die Entstehung der meisten angeblich fürstlichen Vermögen aus Steuermittein des Volkes Rücksicht zu nehmen. Die aus Mitteln der Allgemeinheit erwachsenden Vermögen, Baudenkmäler, Kunstschäße usw. sind der Allgemeinheit unbedingt zu erhalten". Ferner hat der Parteivorstand folgende Resolution vorgelegt: „ Die sozialpolitischen Gesetze des Reiches find angesichts der furchtbaren Not unferes Volkes völlig ungenügend. Daher fordert der Parteitag unsere Reichstagsfraktion auf, mit allen Kräften dafür einzutreten, daß die sozialpolitischen Gesetze schleunigst mehr als bisher den jetzigen Berhältnissen angepaßt werden. Die Leistungen für die kriegs opfer und die Opfer der Arbeit, die Berunglückten und Arbeitslosen, für die Kranken, Alten und Invaliden und sonstigen Minderbemittelten einschließlich der Rentenlosen, für versicherung muß im Sinne einer allgemeinen Volfsfürsorge vereindie Wöchnerinnen und Neugeborenen müssen erhöht, die Reichsheiflicht und vereinfacht und von allen Hemmungen durch Unternehmer und Bureaukraten befreit, die Nofstandsmaßnahmen müssen Der Schuh der deutschen Republik gegen jeden monarchistischen Angriff durch Erziehung der breiten Masse des Volkes zu demokratischer und republikanischer Staatsgesinnung und durch Stärkung der proletarischen Kampffront zur Abwehr der nationaliftischen Mordpropaganda ist die dringendste Aufgabe der Sozialdemokratie. Für die kraftvolle Durchführung der Gefehe zum Schuße der Republik wird die Sozialdemokratie ihre ganze Kraft in allen von ihr vertretenen politischen Machtpositionen einfetzen. Vor allem ist es notwendig, den staatlichen Verwaltungsapparat dem Einfluß der monarchistischen Reaktion zu entziehen. Der Kampf für die 2. Die Lehrer von Siemens- Kommanditgesellschaft( Lesi) übernimmt die deutsche Rolle eines in dem Accord Gillet vorgesehenen die nur die Frucht dauernder Arbeit sein tann, muß deshalb mit Revision und Demokratisierung der Verwaltung, Mandatars, dem es insonderheit obliegt, die gesamten deutschen Formalitäten des Sachleistungsabkommens zu erledigen einschließ- verstärkter kraft fortgeführt werden. Ueber die reine Perlich der endgültigen Abrechnung. Der französische Unternehmerver- sonalreform in den leitenden Beamtenposten hinaus ist eine Vereinband gründet zu diesem Zwecke eine besondere Baumaterial- fachung der Verwaltungsorganisation, die Zulaffung der Angehöri- im Geiste weitherziger Fürsorge durchgeführt werden. beschaffungsgesellschaft( Société Internationale d'Importation), die gen aller Bevölkerungskreise zur Beamtenlaufbahn, Ausdehnung der Eine Linderung solcher wirtschaftlichen Noterscheinungen iff fich gemäß§ 1 Memorandum b der Accord Gillet im französischen Selbstverwaltung unter Wahrung des entscheidenden staatlichen Ein- indeß erst erreichbar durch eine organisatorische Umgestaltung unseWiederaufbauministerium als französischer Mandatar einschreiben fluffes auf die Befehung der politischen Beamtenposten notwendig. rer Wirtschaft, die als ersten Schrift den Arbeitnehmern auch auf Der Parteitag bedauert, daß in verschiedenen Ländern, insbe- diesem Gebiete die gleichberechtigte Mitwirkung mif 3. Der französische Unternehmerverband per fondere in Preußen, die finanzielle Auseinander dem& apital in den Kartellen, Konzernen, Syndikaten u. a. pflichtet sich, alle ihm im zerstörten Gebiet über- fegung mit den ehemaligen Fürstenhäusern noch bringt. Der Parteitag ersucht die Reichstagsfraktion, mit allem Nachfragenen Arbeiten mit deutschen und internatio- nicht durchgeführt ist. Diese ungeklärte Lage wird immer mehr zur drud jede dahinzielende Forderung zu vertreten." nalen Unternehmergruppen auszuführen. Die " Lesi" übernimmt es durch die ihr angeschlossenen Bauunter Verschleierung der fürfflichen Besitzverhältnisse im Interesse der eheBeide Anträge wurden vom Parteitag angenommen. nehmungen unter Führung der" Ibau", Industrie- Lief- und Hoch- maligen Fürsten und zur Befruchtung der monarchistischen Agitation ( Berhandlungsbericht in der Beilage.) bau- A.- G. Düsseldorf, Uhlandstr. 9, mit der deutschen Bauindustrie in Verbindung zu treten, um die Grundlagen für die in diesem Abkommen vorgesehenen Bauausführungen festzulegen. Die beiden Gruppen wählen eine gemeinschaftliche Arbeits tommission, die am 2. Oktober in Paris zusammentritt, um über alle einleitenden Maßnahmen für die Durchführung des Lieferungsbauprogramms im nächsten Frühjahr zu verläßt. handeln. Eine ganze Anzahl französischer Firmen( die in der uns zu gesandten Meldung genannt werden) haben für das nächste Jahr zweds Ausführung der Bauten in Höhe von 336 Millionen Frant ihre Einzelverträge mit der" Lesi" abgeschlossen, damit die Vorbereitungen für die Materiallieferung, Einfuhr und Baustelleneinrichtung in die Wege geleitet werden können. Der Bericht schließt mit folgenden Worten, die wir zum Abdruck bringen, ohne uns natürlich mit ihnen, ebensowenig wie mit irgendeinem anderen Teil dieses Berichtes, zu identifizieren: ** * * Oesterreich unter Kontrolle. Fällen die großkapitalistischen Konzerne sich nach anfänglich mit reaktionären Hintergedanken verfolgen. Wir denken dabei gegenseitiger Bekämpfung schließlich zu verständigen, und an die Verhandlungen, die zwischen dem„ Aktionsausschuß für außerdem erschiene uns ein aus den Reparationen gezogener die zerstörten Gebiete" und dem„ Verband Sozialer BauMilliardenprofit ebenso unmoralisch und verwerflich, gleichpiel, betriebe", sowie den beiderseitigen Bauarbeiterverbänden ob er in die Taschen des Stinnes- oder in die des Lehrer- gerade jetzt wieder aufgenommen werden. Siemens- oder in die irgendeines anderen schwerindustriellen Die französische Gruppe hat am 16. September ihrer Regierung Konzerns fließen würde. Und vor allem: die Tendenz und die von diesem geschlossenen Abkommen Mitteilung gemacht und die Gefahr einer politisch- wirtschaftlichen Hegemonie des Reichsministerium für Wiederaufbau eine Besprechung mit dem Berlin, 20. September.( WEB.) Heute vormittag hat im Zusicherung wirffamster Unterstügung erhalten. deutschen und des französischen Großtapitals müssen wir ebenso Vorstande des Verbandes sozialer Baubetriebe staitSoweit das im Stinnes- Lubersac- Vertrag vorgesehene Kohlen- rücksichtslos bekämpfen, gleichgültig, ob sie sich unter volks- gefunden. abfommen zur Durchführung gelangt, soll es auch dieser parteilicher oder demokratischer Firma äußern. Der Verband ist von dem Comité d'action des régions Gruppe zugute kommen. devastées zur Beteiligung am Wiederaufbau der zerflörten Gebiete Die deutsche Gruppe verpflichtet sich gleichfalls, den in Frage beiden Abkommen- Stinnes und Lehrer- Siemens Denn das Charakteristische und Bedenkliche an diesen Nordfrankreichs aufgefordert worden. Die erste Zusammenkommenden Berliner amtlichen Stellen hiervon Kenntnis zu ist, daß sie auf der Grundlage jenes Gillet Ruppel- stattfinden. Es handelt sich hierbei um selbständige Verhandfunft zwischen den beiden Verbänden wird in den nächsten Tagen geben, um auch von dieser Seite eine für die Durchführung nötige Vertrages aufgebaut sind, der, im Gegensatz zum Wies- lungen, die neben dem Stinnes- Luberjac- Abkommen hergehen Unterstützung zu erbitten. Die Verhandlungen der französischen und badener Abkommen, die freien Lieferungsverträge an und in keinerlei Beziehungen zu diesem stehen. deutschen Gruppe mit einem neutralen Finanzfonsortium Stelle der interstaatlichen, fontrollierbaren Abschlüsse setzte. stehen vor ihrem unmittelbaren Abschluß. die Arbeiterschaft, die im Wiesbadener Abkommen Die Möglichkeit einer Kontrolle der Preise durch cusdrücklich festgelegt war, ist bei diesen Privatverträgen nicht mehr vorhanden. Hierin liegt die Hauptgefahr für die Genf, 20. September.( WTB.) Der Fünferausschuß des deutsche Volkswirtschaft, deren Beseitigung die Gewerkschaften Bölferbundsrates für die Behandlung der österreichischen mit Unterstützung der Sozialdemokratie im Parlament und Frage genehmigte gestern die Vorschläge des Finanzausschusses, der im Kabinett erstreben müssen. Das wird ihnen um so eher folgendes Programm aufstellt: möglich sein, als insbesondere der neue Vertrag nicht zuletzt 1. Garantie der Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit Desterreichs auf die Mitwirkung der deutschen Gewerkschaften angewiesen und Gegenverpflichtung Desterreichs, keine Berträge ist, wenn er in die Tat umgesetzt werden soll. Die Aktion der abzuschließen, die mit feinen finanziellen Leistungen gegen die GeldGewerkschaften, und besonders des deutschen Bauarbeitervers geber und die geldgebenden Mächte nicht im Einflang stehen. Bon ganz besonderer Wichtigkeit erscheint schließlich die Tat- bandes, darf sich nicht allein auf die Erreichung sozialpoli= 2. Auflegung einer Anleihe von 520 Millionen fache, daß das französische Wiederaufbauministerium einer Ber- tischer Forderungen und Garantien für die nach Frank- Goldkronen, für die jede der teilnehmenden Mächte eine prowendung deutscher und internationaler Arbeits- reich zu entfendenden deutschen Bauarbeiter beschränken, deren zentuale Garantie übernimmt. kräfte bis zu 50 Proz. der Gefamtarbeiterzahl zugestimmt hat. Erfüllung unbedingte Vorausseßung einer solchen 3. Ausarbeitung eines Programms einer inneren FinanzEs würde sich nach dem Stand der bereits in Ausführung begriffe- Unterstüßung ist, sie muß sich auch auf die Erlangung solcher reform für Oesterreich mit weitgehenden Rechten für die Regienen Arbeiten um ungefähr 150 000 Arbeiter handeln, Kautelen erstrecken, die eine wirtschaftspolitische Hegemonie rung. Annahme dieses Programms durch das Parlament. Einund der neue Bertrag, dessen Borarbeiten übrigens bis 1920, also des deutschen und des französischen Großfapitals unmöglich fegung einer Kontrollkommission des Völkerbundes, vor das Rathenau- Abkommen zurückreichen, gewinnt damit auch machen: das Ziel, die nordfranzösischen Ruinen möglichst die die Durchführung des Programms zu überwachen und die den besonders für den deutschen Arbeiter an Bedeutung. schnell wieder aufzubauen und den Völkerhaß durch das Gläubigern zu gewährenden Sicherheiten zu kontrollieren hat. fegensreiche Wirken deutscher Proletarier auf den einstigen Der Bericht des Ausschusses schließt mit dem Hinweis, daß Unsere Stellungnahme zu diesem neuen Privatvertrag Schlachtfeldern wieder abzubauen, darf uns nicht diese Defterreich, falls es zu einer Sanierung seiner Verhältnisse tommen fann im wesentlichen nur die gleiche sein, wie zum Abkommen andere große Gefahr aus dem Auge verlieren lassen; darüber will, in Zukunft nicht mehr fonfumieren als produzieren darf und Stinnes- Lubersac. Allerdings ist die in Aussicht gestellte sind wir uns übrigens mit unseren französischen Genossen daher ver einem schwereren Jahre als das vergangene steht. Die Verwendung deutscher Arbeitskräfte beim nord- durchaus einig. Deutsche Arbeiter nach Frankreich zu ent- Vertreter der vier Mächte im Fünferausschuß erklären, daß sie am französischen Wiederaufbau eine alte Forderung der deutschen senden, sie in Franken entlohnen zu laffen( größtenteils auf Montag oder Dienstag die Entscheidungen ihrer Regierungen in der Sozialdemokratie und der freien Gewerkschaften. Wir haben Kosten der deutschen Steuerzahler), nur damit dieser oder jener Garantiefrage erwarten. Wenn die Regierungen zur Uebernahme in der aktiven Beteiligung deutscher Arbeiter am Wieder- Konzern Milliardengewinne einstecke und obendrein einen der Garantie bereit sind, würden den Parlamenten entsprechende Der Finanzausschuß betont, daß aufbau Nordfrankreichs an Ort und Stelle stets ein besonders immer größeren Einfluß auf die politischen und wirtschaftlichen Borschläge unterbreitet werden. wirksames Mittel erblickt, den Völkerhaß zu befämpfen, und die Verhältnisse beiderseits der Reichsgrenzen erlange, fällt uns die Zustimmung der verschiedenen Parlamente bis zum 1. Ja Frankfurter Fünfländerfonferenz hat sich diese Forderung zu natürlich nicht ein. nuar 1923 erfolgen müsse, damit die Auflegung der Anleihe beeigen gemacht, zu einer Zeit, in der jedenfalls auf fran- Die deutschen Arbeiterorganisationen werden gut tun, in reits zu Beginn des nächsten Jahres in Aussicht genommen werden * fönne. 3ösischer tapitalistischer Seite nicht die geringste Neigung diesen und in allen ähnlichen Fällen an die ihnen gestellten dafür vorhanden war. Auch die Tatsache, daß Herrn Stinnes Aufaaben ohne Voreingenommenheit, ohne Kleinlichkeit, aber Zum Tode Gerards. Der als verstorben gemeldete Boi. durch das Entstehen eines Konkurrenzunternehmens gewisser- mit dem klaren Bewußtsein der drohenden Gefahren und vor schafter Gerard ist nicht, wie irrtümlich angenommen wird, maßen das Monopol der deutschen Wiederaufbauaufträge allem ihrer eigenen Unentbehrlichkeit heran- mit dem ehemaligen amerikanischen Botschafter in Berlin identisch; für Frankreich entzogen sein würde, wäre uns schon aus poli- zugehen. Und es ist selbstverständlich, daß fie ihre Unter- vielmehr handelt es sich um den früheren französischen Bot tischen Gründen feineswegs unsympathisch. Aber auch hierin stügung in erster Linie denjenigen deutsch- französischen Ver- ich after in Japan: Auguste Gerard, der seine Laufbahn am ist größte Vorsicht am Plazze, denn einmal pflegen in solchen einbarungen gewähren werden, die keine kapitalistischen Zwecke Berliner Hof als Borleser der Kaiserin Auguste begonnen hatte. �Wissenschaft/ Der Göttinger Staatsrechtslehrer Professor v. Hippel schreibt in der„DAZ." einen Artikel gegen das Gesetz zum Schutz der Republik, wie er selbst betont, auf eine Aufforde- rung'der Schriftleitung hin, sich über das Gesetz„wissen- schaftlich zu äußer n". Wer ttim aber in seinen Aus- führungen irgendetwas erwartet, was auch nur im entfern- testen mit Wissenschaft zu tun hätte, der sieht sich sckwer ent- täuscht: sie entbalten nichts als ödestes nationalistisches Bier- bankgewäsch. Man betrachte z. B. die folgende Probe vom Standpunkt der Wissenschastlichkeit aus. Die Entstehung des Gesetzes erfolgte unter höchst bedenk- lichen Begleiterscheinungen. Regierung wie Reichstag standen unter dem Druck radikalster, auf einseitige Klassen Herrschaft gerichteter Forderungen.(Worin bestanden diese? Red. d. V.) So glaubte man leider vielsach, durch Annohme des Gesetzes„Schlimmeres zu verhüten", ein« sehr ver> fehlte Politik. Wer die Republik schützen will, der sorge mit allem ihm zu Gebote stehenden Einslutz dafür, datz die kriiiklosen,' verhetzten, seit Jahrzchnbm an grundsätzliche Opposition und Kampf gegen den Staat gewöhnten Massen zu staatstreuer Gesinnung und Unterordnung im Dienste der Republik erzogen werden.(Also die Arbeiter bedrohen die Republik, beileibe nicht die reaktionären Mörderbandenl R. d. SS.) Die chauptverantwortung in dieser Richtung tragen die Führer der Sozialdemokratie: denn sie haben den Haupt- nnfluß auf jene Massen. Sie haben bisher in dieser Richtung nur ganz Unzureichendes geleistet. Wenn dieses nasionalistische Demagogentum, das mit Vorurteilslosigkeit und Wahrheitserforschung ungefähr soviel zu tun hat wie Ludendorffsche Herresberichte mit objektiver Geschichtsschreibung, sich als Wissenschaftlichkeit ausgeben darf, dann steht es fürwahr traurig um die deutsche Wissenschaft. Aber solche Fälle stehen nicht vereinzelt da. In der „Kreuzzeitung" hat jüngst der Freiburger Professor v. B e I o w der Sozialdemokratie kurzerhand die Regierungsfähigkeit ab- gesprochen, weil sie in der Kriegsschuldfrage zwar nicht die � Alleinschuld der deutschen Regierung, aber auch nicht ihre! blütenweiße Unschuld behauptet, sondern ihr ein gewisses Maß von Mitschuld, zum mindesten von gröbster Fahrlässig- keit zur Last legt. In diesem Punkte gestattet nämlich ein Vertreter angeblich deutscher Wissenschastlichkeit keiner» lei kritische Forschung, sondern wer nicht blindlings auf die cngelsgleiche Unschuld des wilhelminischen Systems schwört, für den gilt der Verdammungsruf: anathenm sit (sei verflucht!)— Der Ruf der deutschen Wissenschaft kann durch Politikasterei, wie sie von den Professoren v. Hippel und v. Below unter zerschlissenem wissenschaftlichen Deck- mantel betrieben wird, wahrlich nicht gewinnen! Dos Güteverfahren. Durch das dem Reichstage zurzeit vorliegende Gesetz zur Ent- lastung der Gerichte wird dem aus den Kreisen der Justiz. obersekretäre hervorgehenden Iustizamtmann eine Reihe wich- tiger Arbeiten zugewiesen, die bisher vom Richter zu erledigen waren, zu deren Wahrnehmung es einer eigentlichen juristischen Vorbildung aber nicht bedarf. Das neue Organ der Rechtspflege, der Justiz- amtmann, hat jetzt den größten Teil der Grundbuchsachen, das Mahnverfahren, die Zwangsvollstreckung in Vermögensrechte, die gesamte Strafvollstreckung selbständig zu bearbeiten. Durch die liebertragung dieser Geschäfte erkennt der Gesetzgeber an, daß der Iustizamtmann befähigt ist, in weitgehendem Maße den Richter zu entlasten, was gerade heute dringend nötig ist. Die Reichstagsverhandlungen über das Entlastungsgesetz machten auch darauf aufmerksam, daß die rechtskundig« Erfahrung des Justizamtmanns noch auf einem anderen wichtigen Gebiete dem öffentlichen Wohle dienstbar gemacht werden kann. Wie der Hin- weis der verschiedenen Parteivertreter zeigte, macht sich schon lange namentlich in den Kreisen der Gewerbetreibenden das Ve» dürfnis nach einem Verfahren geltend, das dem Gläubiger die SNöglichkeit bietet, schnell, billig und ohne g.ffBtz e Um- Das eWige Lieö. Konzertumschau von Kurt Singer. Mahlers„Lied von der Erde" ist sein größtes, fein vollendetstes Bekenntnis zur Welt. In dieser von Leid zitternden Spielweise klingt immer die Sehnsucht nach der Natur an, in der stillen Wehmut dieses„Abschieds" lagert auch die hoffende Demut auf neue Lenzesblüte, neue Schönheit der Welt: und wenn der Einsame im Herbst an Schlaf und Tod denkt, so fragt er doch auch im Dunkel des Lebens nach der Liebessonne, die seine Tränen trocknet. Der Grundton des Licderznklus aus den weisen Büchern des Chinesen Li-Tai-Po ist Erkenntnis ohne Bitterkeit, Trauer, ge- mischt mit inniger Erwartung, ist Liebe, die mit letztem, umfassendem Blick nur die Schönheit sieht und dann, verzichtend, aufrecht, einsam ins Dunkel gleitet. Was in den Versen zart mit Strichen gezeichnet ist, zwingt Mahler in farbcntrunkene Bildhaftigkeit. Seine Musik durchläuft die große Skala vom triumphalen Lebensgenuß, vom Rausch der Freude und Trunkenheit, über die Lust der liebend reif Gewordenen bis zur Entrückung in die ewige Heimat, zum träumen- den Warten auf das letzte Lebewohl. So weltlich die Grundidee, so weltabgcwandt sein Schöpfer, lieber den Geistern, über Elementen und Geschöpfen schwebt die Musik, rein und klar und von mystischer Begnadung. Die Zerrissenheil des Juden Mahler ging zugrunde an diesem nicht mehr blutenden, aber erkenntnisschweren, gläubigen, pantheistischen Hochgestmg von Erde und Jrdischkeit. Kein Kampf um dieses Meisterwerk: wer Liebe, Trost und Läuterung ersehnt, beugt sich demütig und siegreich diesem Lied. Bruno Walter weiß das, erfühlt es und hebt die letzte Distanz ans, die etwa noch einem Abschnitt des Werks gegenüber bestände. Sein Nachzeichnen der schweren Part'tur darf als authentisch gelten. Und wenn an der Vollendung eines ganz großen, aufrüttelnden Erlebens etwas fehlte, so kam es nur auf Rechnung der Solisten. Zwar sind beide, Fritz Kr a u ß und Maria O l z e w s k a, reich an starken und schönen Tönen. Aber nur die Altistin, und auch diese nur in dem letzten Abschiedsglciten, ließ das Ueber-der-Weli-Stehen ganz erkennen und verstehen. Für diesen großen Augenblick schien Kraft und Innigkeit dys Erlebens aufgespart. Und so blieb Ergriffenheit in unserer Erinncruna, für die wir dankbar sind. Ergriffenheit ist nicht, was ein B a t t i st i n i- Konzert hinter- läßt. Staunen und Verwunderung lassen das Gemüt nicht zum Ausruhen, die Phantasie nicht zum Ausschweifen kommen. Man bleibt im Bann einer künstlerischen Sensation, gefesselt v'on dem Können eines Meisters des bei anto, der eben dieses Können noch mit 70 Jabren einem dramatischen, einem Spielwillcn Untertan macht. Welch mächtige Stimme, welch klangvolle Mittel- und Tiefen- läge(oben wird's gedrückt), welch eine Sprache und Sprachbehand- lung, welcher Wohllaut und welcher Atem! So denkt man und staunt und tobt im Beiiall mit und ruft: Sehet da, ein Wunderl Es ist nicht immer beste Kost, die uns Battistini vorsetzt(neben Verdi und Rossini steht belauglos-wirkungsvoller Franchetti): rbcr in solchen Schläuchen wird ja bekanntlich saurer Grüneberger zu süßem Falernerwein. Größte Konkurrenz des L*dgesanges: der Geigenton. Wer nicht singen kann, kann auch nicht geigen, und auch ein Stradiwarius klingt leicht Seele wieder, wem» nur die Hände mechanisch arbeiten. st S n d e zu einem vollstreckbaren Schuldtitel zu gelangen. Ein hoher Prozentsatz der jetzt bei den Gerichten anhängig gemachten Prozesse hat Forderungen zum Gegenstande, über deren Richtigkeit kein Streit besteht. Weshalb asso muß da erst die Tätigkeit des Richters in Anspruch genommen werden? Eine Einrichtung bei Gericht, die es ermöglicht, daß Gläubiger und Schuldner das Schuldverhältnis festlegen und gegebenenfalls die Zahlungsbedingungen vereinbaren, würde dem Bedürfnis vollkommen genügen. Wieviel Prozesse wür- den außerdem vermieden werden, wenn die Parteien vorher unter sachkundiger Leitung einen E i n i g u n g s v e r f u ch machten! Eine ähnliche Einrichtung besteht schon seit langem in anderen Ländern, z. B. in Italien, wo die Parteien zum„Friedensrichter" gehen und dort ihre Angelegenheit schlichten. Für deutsche Verhältnisse würde die Bestimmung zu treffen sein, daß jedem Prozeß ein Güteverfahren vorauszugehen hat, das den Zweck verfolgt, einem kostspieligen und langwierigen Prozeß vorzubeugen und den Streitfall gütlich beizulegen. Das Gütever- fahren mit dem Iustizamtmann als Organ der Rechtspflege liehe sich sofort einführen, ohne daß dadurch Kosten— Schaffung von Beamtenstellen, Herrichtung von Räumen usw.— entständen. Im Gegenteil würde durch die Verminderung der Prozesse eine er- hebliche Entlastung der Gerichte herbeigeführt. tzUfsaktion für üie Gemeinöen. Die allgemeine SSersteifung des Geldmarktes, dessen Mittel mit der fortschreitenden Entwertung der Mark nicht Schritt zu halten vermögen, macht sich besonders fühlbar im Bereich der Gemeinde- Verwaltungen. Die planmäßigen Einnahmen aus eigenen Steuern und aus den Ueberweisungen von feiten des Reiches und der Länder bleiben naturgemäß weit zurück hinter den Anforderungen für die sachlichen und zumal die persönlichen Ausgaben, die sich im voraus heute kaum noch für einige SWochen mit Sicherheit übersehen lassen. Der Ausweg der Anleihe ist der Mehrzahl der Gemeinden im Augenblick so gut wie verschlossen. Die Folge sind Z a h l u n g s- s ch w i e r ig k e i t e n, die eine ernste Gefahr nicht bloß für die : einzelnen Gemeinden bilden. Mit Rücksicht auf das immer beträcht- ! lichere Anwachsen des Notstandes hat sich daher, wie den PPN. von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, der Reichsminister der Finanzen zu einer Hilfsaktion entschlossen, die angesichts der eigenen Finanz- läge des Reiches ein ganz außergewöhnliches Entgegenkommen be- deutet. Das Veranlagungssoll der Einkommensteuer für 1920 be- trägt rund 28 Milliarden. Da dieser Betrag aber erst zum Teil ein- gegangen und an die Länder und Gemeinden ausgeschüttet ist, so sind die Oberfinanzkassen der Lindesfinanzämter telegraphisch ange- wiesen worden, die Hälfte des gesamten Veranlagungssolls für 1920 ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Einzahlungen den einzelnen Landesregierungen nach Maßgabe ihrer Beteiligung als Bor- f ch u ß für die Gemeinden zu überweisen. Die Ueberweisung hat inzwischen bereits überall stattgefunden. Zur Unterstützung der Gemeinden steht damit ein einmaliger Vorschuß von insgesamt 14 Milliarden zur Verfügung. Die Verteilung erfolgt durch die Landesregierungen, die um besondere Beschleunigung ersucht worden sind. Die Girozentrale droht mit Kreditentzichung. Der Hilfsaktion des Reiches für die Gemeinden war ein Be- schluß der Girozentrale, die mit den Sparkassen die wichtigste Kreditgeberin der Kommunen ist, vorausgegangen. Diese? Beschluß kommt einer Drohung mit der Sperrung des Kredits sehr nahe. Die Girozentrale betont die Gründe der Kreditansprüche der Kommunalverbände, erklärt weiter, daß der Geldzufluß zu der Girozentrale infolge der Lähmung der Spartätigkeit stark nachgelassen habe, daß ein nachhaltiger Erfolg zur Erschließung neuer Hilfsquellen nur zu erwarten sei, wenn die Kommunalver- bände u. a. folgende Maßnahmen zur Unterstützung ergreifen: Vermeidung aller ungedeckten Ausgaben, auch bei der Durchführung bereits angefangener Unternehmungen, monatliche Gehaltszahlungen, Borstellungen bei der Reichsregierung, um rasche weitere Abzahlungen auf die Steueranteile und sofortige Auszahlung des Ersatzes für den Steuerausfall der Ge- meinden bei der Einkommensteuer zu erreichen, Verstärkung Im ersten Sonntagskonzert des Blüthner-Orchesters war Lambinon Solist. Und das Programm war das übliche. Wir bitten zu bedenken, daß seit 1918 auch das Sonntagspublikum über Beethoven, Wagner, Brahms hinaus Ansprüche stellt. Nicht Sehn- sucht nach Besserem— wo wäre das!—, aber Lust an Anderem. Unsere beiden großen Sinfonieorchester sind imstande, Schwerstes und Allerschmerftes vom Blatt herunterzuspielen. Das Programm: Ouvertüre, Konzert, Sinfonie, erstarrt. Altes vermodert, Neues stirbt vor der Geburt. Stellt Originelles, Apartes, Modernes, Anti- quiertes. Skurriles, Gewagtes, Revolutionäres auf den Plan! Da beginnt das eigentliche Verdienst, und dann erst, im Vergleich mit dem Urbestand der Orchesterliteratur, läßt sich Edles von Banalem, Vergängliches von Dauerhaftem trennen. Die Verleger werden das nicht ungern sehen, und die Schaffenden erst recht nicht. Heraus mit den Partituren! Andreas Weiß gerb er hat die gesellschaftliche Spielart bei- behalten und sich doch zu einem denkenden, Innerlichkeit vermitteln- den Künstler herangebildet. Der Ton der Händelschen E-Dur-Sonate war trotz Steifigkeit des Handgelenks frei und groß. Statt des plumpen Flügels hätte man hier wie bei Bach einen alten Kiel- Flügel oder ein Cembalo gewünscht. Noch einmal: sorgt für Abwechslung! Eddy Brown tut's wenigstens mit ein paar eleganten Salonstücken eigener Bearbeitung. Die spielt er mit virtuoser Laune und mit einer Bogcneleganz, die geradezu an Kreisler erinnert. Eine schöne Begabung Ast die kleine Geigerin Maria Marco, die mit Sander am Flügel sehr resolut und treffsicher ihr Instrument Hand- habt. Mehr beseelt ist der Ton noch nicht; wenigstens klang er un- lebendig in dem Konzert op. 8 eines Brahmsianers, der sich auf dem Programm als kein Geringerer als Richard Strauß entpuppte. Nun: er hat ungarisches Lied und Melodie der Zeit anders gesungen! Theater in der Aommandontenstrasse:„Der Tänzer unserer lieben Frau"—„Der Fremde". Man spielte eine Eulenspiegelei „D e r Fremde" des vertriebenen Essässers Fritz Lienhard, der aus seiner Heimatliebe ein Gewerbe, der aus seinem Patriotismus ein Hausieren macht, der sich etwas darauf einbildet, zusammen mit Adolf Bartels die sogenannte Heimatlunst erfunden zu haben. Nein, die Heimatkunst wurde nicht von diesen Matadoren erfunden. Sie ist stets in allen ordentlichen Dichtern, deren Ohr wirklich am Munds Gottes lag und nicht bloß an dem Großmaul irgendwelcher Flug- blattpolitik gepflegt und gehegt worden.— Bei diesem sogenannten Schelmenstück Lienhards handelt es sich um eine beinahe blöde und mittelmäßige Sache. Aber alles ist mit sogenanntem Gemüt und einer redseligen Blumigkeit ausstaffiert. Die Leute auf der Bühne sollen fröhlich sein, sie sollen herzlich scheinen, sollen überzeugende Liebesworte sprechen, und dabei ist alles ein beinahe anwidernder Unsinn und«ine Duselei der Empfindung, die gar nicht von ernsten Menschen zu genießen ist. Die Geschichte des StücAeins ist ein Liebesabenteuer des Faxenmachers Till Eulenspiegel, der eines Nachts ins Wirtshaus kommt und dem verliebten Bauernjungen ver- spricht, daß er ihm die spröde Kunigunde als Gattin ausliefern wird, «he es Mitternacht ausgeschlagen hat. Ebenso schlimni steht es um das Marienspiel des jungen I o- Hannes Weinrich. Eine der schönsten Marisnlegenden, um- gebogen in ein wundervolles Kleinod durch die Poesie Gottsried der Betriebsmittel für die kommunalen Werke durch Einziehung einmaliger Beiträgs von den Abnehmern und Einstellung der Zahlung von Teuerungszulagen, für die nicht die Mittel durch das Reich vorher überwiesen sind. Diese beiden letzteren Forderungen tragen einen starken politischen Einschlag. Sie zeigen, daß das Vorgehen der Girozentral« nicht nur durch die Kreditnot bedingt ist. Offenbar gibt sie sich dazu her, die Bestrebungen des Privatkopitals nach der Herrschaft über die kommunalen Betriebe zu unterstützen und den alten Gegensatz zwischen Gemeinden und Reich zu verschärfen, indem man die Ge- haltsempfängcr leiden läßt. Es ist um so bedauerlicher, als damit die Girozenttale ihre eigene Angelegenheit und die der Kommunen nicht gerade fördert. Die Werlte üer Kn'egsblmöen. Vom Bund erblindeter Krieger wird uns geschrieben: Die Rentcnbezüge, die die Kriegsblinden heute erhalten, richten sich wie die der übrigen Kriegsopfer nach den Bestimmungen des Reichsversorgungsgesetzes vom 12. Mai 1929. Danach beträgt die Grundrente eines 199 Proz. Erwerbsbeschränkten, und hierzu ge- hören die Kriegsblinden, jährlich 2499 M., hinzu kommt die Schwer- befchädigtenzulage mit 999 M., zusammen 3399 M. Fällt der Kriegsbeschädigte dabei unter die Gruppe der h o ch q ua l i f i z i e r- t e n Arbeiter, so hat er Anspruch auf die erhöhte Ausgleichs- zulage, die die Hälfte der oben genannten Summe beträgt. Fällt er unter die Gruppe der gelernten Arbeiter, so beträgt die Ausgleichszulage ein Viertel dieser Summ«: als ungelernter Arbeiter, und darunter fallen hauptsächlich die auf dem Lande wohnenden Kleinbauern und das landwirtschaftliche Dienstpersonal und Tagelöhner pp., steht ihm überhaupt keine Ausgleichszulage zu. Nach der so erhaltenen Summe wird dann die Ortszulage be- blinden zustehenden Führerhund werden ihm.in Ortsklasse A 39 Proz., in Ortsklasse C 29 Proz., in D 19 Pro)., während die Ortsklasse E, also wiederum das flache Land, ohne Ortszulage ausgeht. Die Kriegsblinden erhalten dazu noch die Pflegezulage, die in der Regel S99 M. pro Jahr beträgt. Für den dem Kriegs- blinden zustehenden Führerhund werden ihn in Ortsklasse A jährlich 309 M., in Ortsklasse B und C 249 M., in Ortsklasse O und E 189 M. als Unterhaltskosten vergütet. Sind unterhaltungs- Pflichtige Kinder vorhanden, so bezieht der Kriegsbeschädigte für jedes Kind 19 Proz. der Vollrente eines Beschädigten, jedoch ausgenommen die Pflegezulage. Die Rente eines Kriegsblinden mit 2 Kindern in Ortsklasse E, der unter die Gruppe der ungelernten Arbeiter fällt, beträgt danach nach den heute geltenden SVestimmungen 7958 M. jährlich oder 663,20 M. monatlich. Im Falle völliger Erwerbslosigkeit stehen demselben Kriegs- blinden auf Grund des Gesetzes über Teuerungsmaßnahmsn für Militärrcntner vom 21. Juli 1922 ein Teuerungszuschuß von 2499 M. für sich und 1959 M. für seine beiden Kinder zu, so daß ihm dadurch ein Gesamtmonatseinkommen von 4113,29 M. zur Verfügung steht. Hat er durch Korb- oder Bürstenmacherei pp. einen N e b e n v e r d i« n st, der innerhalb eines Monats den SLe- trag von 2669 M nicht übersteigt, so beträgt der ihm zustehende Teuerungszuschuß 2859 M., so daß ein 5)öchstjahresein- kommen von 13 468 M. oder ein Höchstmonatseinkom- men von 1122 M. herauskommt. Hierbei muß auf ein Kuriosum hingewiesen werden, das darin besteht, daß im Falle der Er- zielung eines Monatseinkommens von 2669 M. auf der einen Seite durch die Wirkung des% 63 und der dazu im Mai d. I. erlassenen Ergänzungsverordnung mehrere Zehntel seiner gesetzlichen Renten- bezüge ruhen, während er auf der anderen Seite wieder als Teue- rungszuschußcmpfanger in Betracht kommt, woraus sich die Unhalt- barkeit der Vorschriften des ß 63 in bezug auf die Schwerstbeschä- digten ohne weiteres ergibt. Beträgt sein Monatseinkommen mehr als 3429 M., so steht ihm ein Teuerungszuschuß überhaupt nicht mehr zu. Es ist ohne weiteres klar, daß diese Sätze auch im entferntesten nicht für ein noch so kärgliches Leben ausreichen, und daß vor allem die Kriegsblinden auf dem Lande, von denen vielfach fälschlich angenommen wird, daß sich die Agrarier ihrer an- nehmen, in eine Lage geraten sind, die unhaltbar ist. Die Parka- mente sollten sich deshalb sofort nach ihrem Wicderzusammentritt nachdrücklich für eine zeitgemäßere Versorgung der Kriegsopfer einsetzen und von der Regierung die alsbaldige Vorlage der für den Herbst in Aussicht gestellten Novelle zum Reichsversorgungsgesetz erwirken. Kellers, wird von diesem radebrechenden Ekstatiker verhunzt. Auch kein Funken von Talent, obgleich der Volksbühnenbund, die Or- ganisation der Volksbühne katholischen Glaubens, sich dieses Dichters mit Inbrunst annimmt. Nein, die Acsthetik wird umgestülpt, wenn Männer, die starken politischen Einfluß ausüben, solchem Schund irgendwelchen Krmstwert zusprechen. Man muß diese Gesinnungs- dichtung entlarven. Sie wird zur Pest, mit der die deutschen Bühnen verunreinigt werden. Denn schon wird in manchen Teilen Deutschlands kaum etwas anderes Modernes geduldet, das sich irgendwie ernsthaft mit dem Leben abfindet. Nur dieses Halb«, nur dieses Hohle wird gefördert, und es geschieht nur, weil der söge- nannte Dichter sich bequem zum kulturellen Kampf gebrauchen läßt. Nein, nicht mal im Experiment darf derartiges gezeigt werden. Es ist klarer Schund, obwohl ein hoffnungsvoller Schauspieler, Herr Florian Kienzl, dabei mitwirkt. Dieser junge Schauspieler ist noch etwas dickflüssig in Sprache und Bewegungen, aber die Inbrunst adelt ihn. Und man entdeckte auch in der Dilettanterei Lienhards Baldermann, der durch Frische, tönende Kehle und energische Bewegungen überraschte. M. H. Walhalla-Theater:„Die Kinokönigin". Es wurden in der letzten Zeit in Berlin„nur" zwei Operetten von Gilbert gleichzeitig aufgeführt. Um diesen: skandalösen Mangel abzuhelfen, hat die neue Direktion des Theaters am Weinbergsweg ein langst in Ver- gessenhcit geratenes Gilberlsches Werk ausgegraben, das den Namen „Operelte" trotz einzelner sehr hübscher Weisen und Walzer kaum verdient, sondern höchstens den einer mäßigen Posse mit Gesang. Kann man es aber den Direktov-n verübeln, daß sie zu solchen Mitteln greifen,»m ihre Kassen zu füllen, wenn das Publikum bei guten, ernsten Stücken versagt? Der Beifall und die gute Laune der Zuhörer bei der übrigens recht gelungenen Neuausführung der„Kino- königin" ist ein wenig erhebendes Zeichen der Zeit. Die Ausstattung war luxuriös, das Ensemble besserer Durchschnitt, unter den „Sternen" glänzten besonder- Kaliger, Lüppschütz und M i a Hellmuth. Und nun wird man den ganzen Winter hindurch und vielleicht darüber hinaus„In der Nacht, in der Nacht.. wieder zu hören bekommen, sowohl im Walhalla-Theater wie van jeder Kaffeehauskapelle. Na, es soll uns in diesem Winter nichts Schlimmeres widerfahren! Sch. Die Rorddeuksche Vsqelwarke Rostock ist vor kurzem durch das tatkräftige Eintreten von Dr. Horst Wachs-Nostock begründet worden. Zwei deutsche Vocielrvarten nennen wir schon unser. Die Vogelwarte R o s s i t t e n weit im Osten, Helgoland im Westen, beide an bevorzugten Plätzen des Vogelzugs"gelegen. Aber von der Kieler Bucht bis hinauf nach Danzig gab es bisher keine Stätte, die die Vogelwelt unserer Heimat in ihrer wissenschaftlichen und Wirtschaft- lichen Bedeutung behandeln könnte. Und doch stellen gerade diese Teile Norddeutschlands, die Küste mit ihren Inseln und Duchten und das seenreiche Mecklenburg und Pommern die reichsten Bogel- gebiete Deutschlands dar: all unser« großen Formen, Wildschwan, Rohrdommel und Graugans, Kranich und Trappe nisten hier noch: Langenwerder bei Poel ist eine der schönsten Mövenkolonien der Ostsee, die Lewitz die letzte Zufluchtsstätte anderwärts ausgestorbener Formen, wie Schreiadler und Wespenbussard, Seeadler und Schwarz- specht. Im Herbst und Frühjahr streichen die Wandervögel die Küste fir. 446 39. Jahrgang a Beilage des Vorwärts Sorgen um die Winterkleidung. Donnerstag, 21. September 1922 messen erscheine, daß sie auf den vom Großhändler auf die Ware gelegten Zuschlag ihrerseits einen Zuschlag in derselben Höhe gelegt hatten. Wie der vernommene Sachverständige der Preisprüfungsstelle ausführte, hätten die Angeklagten auf jeden Fall von ihrem Buschlag denjenigen Teil abziehen müssen, den ihr Verkäufer auf die Die Geldentwertung nötigt zu billigsten Einkäufen. Ware gelegt hatte. Staatsanwaltschaftsrat Drtmann beantragte eine Geldstrafe von je 40000 Mart, während RechtsWährend ein kleiner Teil der Bevölkerung heute noch in der 700 m. bezahlt, Strümpfe aus teiner Wolle foften 150 m. das anwalt Dr. Alsberg der von der Preisprüfungsstelle vertretenen Lage ist, sich rechtzeitig alles, was für den Winter gebraucht wird, zu Baor, baumwollene sind mit 75 M. zu haben, Damenstrümpfe findet Auffassung entschieden entgegentrat. Es sei im Zuckerhandel, beschaffen, ist der Arbeiter und Angestellte gezwungen, bis auf den man in Geschäften, die für die Arbeiterbevölkerung in Frage wie auch durch Sachverständige befundet, nicht anders mögletzten Augenblid, wenn es gar nicht mehr anders geht, mit seinen tommen, in Preislagen zwischen 140 bis 375 M., Kinderstrümpfe in lich, als daß zwischen Großhändler und KleinEinfäufen zu warten. Besonders in diesem Jahr ist die Eindeckung mindestens 250 m. anlegen. Der billigste Preis für einen tragbaren dem man aber auch ohne Rücksicht auf den Zuschlag das zubilligen den Preislagen von 60 bis 100 m., für Kinderunterhosen muß man händler sich der sogenannte Halbgroffist schiebe, mit Winterware bisher recht spärlich erfolgt. Der Lohn- und Ge- Winteranzug minderer Qualität ist heute 6000-8000 m. Ungefähr müsse, was er an Spesen und Verdienst braucht. Das Gericht schloß haltsempfänger verfügt eben nicht über reichliche Bankguthaben, von dasselbe fostet ein einigermaßen annehmbarer Winterpaletot. Die sich dieser Auffassung an und sprach die Angeklagten von der Anklage denen er nur abzuheben braucht, wenn er seinen Kleiderbedarf er sogenannten„ Entlassungsulster", die seinerzeit wegen ihres schlechten des Preiswuchers frei. Wegen unerlaubten Handels und Kettengänzen will; sein Einkommen reicht nur zum Leben von der Hand Aussehens und ihrer minderwertigen Qualität verschmäht wurden, handels in einem Falle erkannte das Gericht auf je 5000 m. in den Mund, besonders dann, wenn die Teuerung so schnell, wie es sind heute wegen ihres billigen Preises sehr begehrt. Aber über Geldstrafe. zurzeit der Fall ist, an Umfang zunimmt. 1000 m. muß man auch für sie anlegen. Mancher begnügt sich vorläufig, solange ihm das Geld zur Anschaffung eines besseren fehlt, mit einem derartigen Entlassungsulster, in der Hoffnung, daß sich seine Lage zum Besseren wendet und er dann sich einen tragbaren Baletot anzuschaffen in der Lage sein wird. Frühzeitig einkaufen. So begreiflich es ist, daß der nicht mit Glücksgütern Gesegnete jeden Kauf von Gegenständen, der nach dem Stande seines Besizzes und seines Einkommens auch heute noch ein kleines Vermögen esfordert, solange wie möglich hinausschiebt richtig ist es nicht, befonders heute nicht, wo die Preise täglich, stündlich in die Höhe gehen. Ebenso falsch ist es, wenn die Käufer in erster Linie nach der Billigkeit der Ware gehen. Gewiß, das Geld reicht häufig nicht, um auf Qualität sehen zu können. Wer es irgend fann, soll heute lieber etwas mehr ausgeben und qualitativ zureichende Ware faufen. " Teuer ist billig" ist ein altes bewährtes faufmännisches Sprich mort. Was nüßt es dem Kaufenden, wenn er wenig Geld für einen Gegenstand ausgibt und er nach kurzer Zeit, da das Stück verbraucht ist, schon wieder zu neuem Einkauf schreiten muß? Oder hat man an dem Einkauf eine Freude, wenn der Gegenstand nach furzer Zeit völlig sein Ansehen verliert? Gewiß, die meisten müssen fich damit begnügen, obwohl sie gern etwas besser einkaufen möchten, ein schlechtes, aber billiges Stück zu erwerben; es reicht eben nicht mehr. Dollar und Kaufkraft. * Ein„ benrlaubter Mörder"? " Zu der Mitteilung mit dieser Aufschrift in der Dienstagabendausgabe des Vorwärts" wird uns weiter berichtet, daß nach Die hier genannten Preise verändern sich, wie das schon vorher Die hier genannten Preise verändern sich, wie das schon vorher Feststellung des Rechtsanwalts Dr. Weinberg. der beschuldigte angedeutet wurde, täglich, vielfach sogar stündlich, und zwar stets Oberwachtmeister bis jetzt noch frei war und nicht ein nach oben. Jedenfalls tut jeder Gewerkschaftsangehörige, der sich mal ein aftbefehl gegen ihn borlag. Inzwischen mit Winterkleidung versorgen will, gut daran, sich über die Preise habe der Justizminister auf Grund der Notiz im„ Vorwärts" die bei den Bekleidungswertstätten der Berliner Ges Wertschaften, die in allen Stadtteilen ihre Verkaufsstellen haben und deren Geschäftsleitung sich in der Sebastianstr. 37/38 be findet, zu informieren, bevor er andere Verkaufsstätten aufsucht. Ein Sturmtag. Akten eingefordert. Der Fridericus- Rex- Film" vor Gericht. Die Demonstrationen gegen die Aufführung des FridericusReg- Films" hatten gestern ein gerichtliches Nachspiel vor der Berufungsstraftammer des Landgerichts I. Im März fand im Concordia- Theater in der Andreasstraße eine Aufführung des Films statt, nachdem schon eine andere Aufführung in der Frankfurter Allee In den vier wichtigsten Uebergangszeiten, die das Jahr auf gestört worden war. Ein Demonstrationszug bewegte sich zum Concordia Theater, die Teilnehmer drangen in das Kino ein, lärmten die Zeit der Herbsttags und Nachtgleiche weist und deren eine wir jetzt wieder durchleben, befinden sich die Elemente in seltsamer die Demonstranten vorgehen wollte, fam es zu einem schweren und zerschlugen die Fensterscheiben. Als eine Polizeistreife gegen Unruhe. Der fürchterliche, mit größter Heftigkeit sich austobende 3ufammenstoß und ein Polizeibeamter wurde zu Boden ge= Weite Kreise befinden sich über die Höhe der zurzeit geltenden Sturm, der den gestrigen ganzen Tag hindurch wütete, war ein worfen. Der Maschinist Richard Negebrand soll dabei durch Zurufe Preise im Irrtum. Sie nehmen an, daß sich in ihnen der augen- solches Zeichen der Unruhe in der Natur. Am meisten hatten die die Menge aufgefordert haben, über die Beamten herzufallen. Er blidliche Dollarfland widerspiegelt. Der größte Teil der Waren, die Bäume, die Hausdächer, Spiegelscheiben und die Hüte darunter zu war deswegen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden, hatte sich heute in den Detailgeschäften befinden, ist vor der Dellarhausse leiden. Von den Obstbäumen hagelten die Früchte nur so herunter. aber dagegen Berufung eingelegt. Er bestritt gestern seine Identität eingetauft. Er fann, selbst wenn man eine höhere Unkostenquote Biele, bei denen es dem Sturm nicht schnell genug ging, mußten mit dem Rufer und erklärte. nur durch Zufall in den Zug hineinden Preisen hinzurechnet, immer noch verhältnismäßig billig abge- zum Leidwesen der Züchter ganze Aeste lassen. Auch die Straßen- gekommen zu sein. Er wollte außerdem von einem Begeben werden. Der Detailtaufmann fürchtet natürlich nur deshalb die bäume haten arg unter seiner Gemalt gelitten. Recht übel wurde teidigers, ob er den Angeklagten mishandelt habe, gab ein als Zeuge amten mißhandelt worden sein. Auf die Frage des Verhohen Preise, weil er das Bersagen der kauftraft der großen Massen den Dächern der Berliner und Vorortmietkasernen mitgespielt. Pappe vernommener Polizeiwachtmeister die for.derbare Antwort:„ Das tut fürchtet, was zu einer Stagnation seines Geschäftes führen würde. Eben um den Ruf des Geschäftes zu wahren und weil er die Ein- und Ziegelsteine wirbelten nur so herum, ein Beweis, wie viel man doch nur, wenn es feiner fieht.". Die Berufung wurde schließnahmen braucht, um die auf dem Geschäft ruhenden Untoften be- Reparaturen schon vor dem Sturm notwendig lich verworfen, da das Gericht feinen 3meifel an der Teilnahme zahlen zu können, muß er täglich verkaufen. Anders liegen die Ber- waren. Auch zerbrochene Fensterscheiben, ja sogar des Angeklagten an den Demonstrationen hatte. hältnisse bei den Grossisten und Fabrikanten. Wenn der Dollar in herabgewehte Firmenschilder gab es in Menge. Im Stadt. dem Tempo steigt, daß die Preise ihm nicht mit derfelben Ge- innern war das Passieren der Straßen nicht ganz ohne Lebensgeschwindigkeit nachkommen, so wirkt dies als Exportprämie. Die fahr, selbst an verhältnismäßig geschützten Stellen, wie an der Leiphochvalutarischen Länder bemühen sich, so viel deutsche Waren zu ziger Ede Markgrafenstraße und in der Nähe des Alexanderplatzes faufen als sie nur können. Auch die deutschen Detaillisten suchen einzukaufen, was in ihren Kräften steht, teils, weil sie mit weiteren flogen große Spiegelscheiben, vom Sturm aus den Fensterrahmen Breissteigerungen rechnen, teils, weil fie befürchten, überhaupt feine gebrüdt, auf die Straße, ohne daß Passanten verlegt wurden. Bon Ware mehr zu bekommen, wenn sie sich nicht dranhalten. Die Grossisten und Fabrikanten benutzen diese verstärkte Nachfrage, um auch für die Ware, für welche sie die Rohstoffe noch zum alten Dollarftande gekauft haben, Preise zu verlangen, die weit ab von den Preisen sind, die bei den Rohstoffpreisen des heutigen Dollarstandes gelten würden. Die Wiederbeschaffungsmöglichkeit spielt in der Preisgestaltung eine wesentliche Rolle. Wenn die Preise so meiter steigen, ist der Arbeiter selbst bei den stärksten Lohnsteigerungen nicht in der Lage, sich die erforderliche Winterbekleidung zu beschaffen. Entweder der Arbeitgeber nimmt die Beschaffung felbft für seine Arbeiter in die Hand und zieht die Kosten der Gegenstände ratenweise vom Lohn ab, oder er gibt den Arbeitern eine Befchaffungsbeihilfe. den Hüten schon gar nicht zu reden. Und so ein Hut hat doch heute neben den anderen Kostbarkeiten des Kostüms feinen nicht unerheblichen Wert. Warum der Zucker so teuer ist. Rückkehr Berliner Ferienkinder aus Ostpreußen. Die Berliner Kinder treffen wie folgt in Berlin ein: Aus den Kreifen Darlehmen, Allenstein und Pr.- Eylau am 21. September, 11,46 Uhr mittags, Bahnhof Charlottenburg; aus den Kreifen Ortelsburg, Gerdauen, Neidenburg und Hohenstein am 24. September, 11 Uhr mittags, Schlesischer Bahnhof; aus dem Kreise Osterode am 24. September, 11,46 Uhr mittags, Charloffenburg; aus den Kreisen Braunsberg, Stuhm und Danzig am 26 September, 11 Uhr mittags, Schlesischer Bahnhof; aus den Kreisen Tilsit, Labiau und Niederung am 27. September, 11 Uhr mittags, Schlesischer Bahnhof; aus den Kreisen Lyd- Ost und Auch der Halbgroffift foll am Konfumenten verdienen. Lögen am 28. September, 11 Uhr mittags, Schlesischer Bahn. Die Gewinnverteilung zwischen Grossisten und sogenannten hof; aus dem Kreise Röffel am 29. September, 11 Uhr mittags, Halbgrossisten bildete das interessanten Thema einer Buchergerichts- Schlesischer Bahnhof; aus den Kreisen Insterburg, Goldap, verhandlung vor dem Landgericht II. Die angeklagten Eheleute Stallupönen, Fischhausen, Elbing und Mohrungen am 30. September, Schlesinger hatten in ihrem seit vielen Jahren bestehenden Geschäft 11 Uhr mittags, Schlesischer Bahnhof; aus dem Kreise LydBuder an Kleinhändler in großem Umfange verkauft, den sie infolge Weft am 1. Oftober, 11,46 Uhr mittags, Charlottenburg; der knappen Zuteilung durch die Zuckerfabriken zum großen Teil aus dem Kreise Sensburg am 29. September, 11,46 Uhr mittags, selbst erst von Groffiften bezogen hatten. Die Preisprüfungsstelle, Charlottenburg; aus dem Kreise Billfallen am 21. September, Preise aus den Detailgeschäften. der die Vorgänge zur Kenntnis tamen, stellte sich auf den Stand 11,30 Uhr mittags, Charlottenburg; aus dem Kreise Flatom Schuhwaren sind heute gegenüber dem Stande vor der letzten puntt, daß hier Rettenhandel und Preis much er vorliege, am 26. September, 6,20 Uhr abends, Schlesischer Bahnhof. Dollarhauffe um 100 Broz. und darüber im Preise gestiegen. Herren- da das Einschieben der Angeklagten in den Gang In etwaigen Zweifelsfällen gibt das Jugendpflegeamt, Abteilung unterhojen sind unter 1000 m. nicht zu haben, wolgemischte fosten der Ware vom Produzenten bzw. Grossisten und Landaufenthalt, Berlin C., Neue Friedrichstr. 79/80 III, 3immer 56, 575 M. wenigstens. Für wollgemischte Hemden werden heute über| Berbraucher unnüg sei und in jedem Fall es als unange-| Auskunft( Telephon Magistrat 10-19). 18] Sachawachiak der Eskimo. Von Ejnar Mittelsen. Das rüttelte Sachawachiat aus seiner Schläfrigkeit auf, es gab noch eine Hoffnung, die verlorene Stellung wiederzugewinnen. Ja, aber das Renntier ist weit fort, ganz drüben bei Rugerakut, viele, viele Tage Schlittenreise von hier. Ich muß rasch und leicht fahren, fann Igluruf nicht mitnehmen, wer wird nach ihr sehen, wenn ich fort bin?" ,, Das werde ich," antwortete Joe. Ich vergaß vorhin, dir zu sagen, daß ich Iglurut all das Essen geben werde, was sie braucht, während du auf der Jagd bist." Es tämpfte in Sachawachiat. Reiste er, fonnte er alles zurückgewinnen, was er verloren hatte, konnte wieder selbständig werden, und hatte er Glück mit dem Wetter und bei der Jagd, fonnte er in drei Wochen zurück sein. Aber Igluruf? Durfte er sie zurücklassen? Er wußte gar wohl, daß sie schön war und daß sie den Weißen gefiel. Lange saß er schweigend und sah nicht die verstohlenen Blicke zwischen Igluruf und dem schwarzen Joe, seine Gedanfen arbeiteten wie nie zuvor. Was sollte er tun? Na, Sachawachiat," unterbrach Joe seine Gedanken, ,, hast du dich nun bald entschlossen?" Aber still saß der Eingeborene da, er dachte, erwog, was dafür und dagegen war. Für die Reise sprach sein Drang nach Selbständigkeit, dagegen seine Angst um Iglurut. Was sagst du?" fragte er endlich zu Iglurut gewandt. " Reise," antwortete sie ohne Zaudern ,,, reise sofort, es dauert nicht mehr lange, bis der Wal kommt, dann mußt du mieder hier sein reise, Sachawachiat, ich werde mich schon zurechtfinden. Es ist doch nicht das erstemal, daß du von mir fortgehst, aber es ist das erstemal, daß ich fein Renn tierfleisch im Frühjahr bekommen habe, Sachawachiat, reife!" Noch bedachte er sich, die Entscheidung war schwer, aber Joe hatte das Warten satt. Sachamachiat," sagte er hart, ,, du besinnst dich wohl auf unser Abkommen, als ich dir deinen legten Umiaf abfaufte. Da versprachst du mir, alles zu tun, was ich wollte, nun will ich, daß du reisen sollst, und zwar fofort!" Sachawachiat fuhr auf. Niemals vorher hatte ein Mann fo zu ihm zu sprechen gewagt, aber Joe lachte. Du vergißt, du stehst in meinen Diensten, ich habe die Macht, zu befehlen; reist du nicht, bekommst weder du noch Iglurut Effen!" das war richtig; der Weiße konnte ihm beDas faß fehlen und ihm das Essen verweigern, das Abhängigkeitsver-| man spricht davon, was man zu sehen und zu hören befomhältnis war unerträglich, aber nach drei Wochen Jagd fonnte men wird, wenn man Kugerafuf erreicht hat, doch wenn die er wieder als Bezahlung ein selbständiger Mann werden; sein Sonne scheint, ziehen sie weiter, lachend, schwahend, singend, Beschluß war gefaßt: Ja, Joe, ich reise!" ein unruhiger Zug. Den folgenden Tag fuhr er aus Nuwut, dem Heim seiner Väter, fort, vertrieben, ausgehungert aber am selben Tage zog Igiurut zu den Weißen, als die Frau des schwarzen Joe. Ihr Mann war wieder der erste Mann in Nuwut, und diesmal sogar ein Weißer! 4. Am Ufer des Augeratut, in einem nach Süden sich hinziehenden Tale, einem richtigen Sonnentessel, liegen an ein Dugend Iglu; fünstlich aus Schneeblöcken halbfugelförmig gebaut: wandernder Jäger flüchtiges Heim. Sie halten, folange wie es eben geht, im Frühjahr nur kurze Zeit, denn die Sonne brät, sie schmilzt den Schnee, während drinnen im Iglu die Wärme das Wasser von Wänden und Dächern tropfen läßt; schnell verschwinden die Hütten, schnell merden neue gebaut, ewig wechselnd, immer neu ist die Stadt am Ufer des Kugerakut. Die gelben Umiats, bis zum Rande mit Barten und Fellen gefüllt, sind auf die Schlitten geschnürt, und ist der Wind gut, hißt man die Gegel. Dann geht es wie zum Fest in reißender Fahrt, jubelnd laufen die Erwachsenen neben den Schlitten her, während die Kleinen ein warmes Nest in dem Belzwerk der Umiats finden, woher schwarze, neugierige Augen auf die schnell wechselnde Landschaft starren. Aber herrscht Gegenwind, dann spannen die Männer fich vor; fie gehen an der Seite des Schlittens und ziehen, daß der Schweiß nur so an ihnen herunterläuft, die großen Kin der helfen mit, die Frauen auch, aber vor jedem Gespann läuft eine Frau mit dem fleinsten Kind im warmen Anorat auf dem Rüden. Sie lockt die Hunde mit anfeuernden Zurufen vorwärts, fie zeigt den Weg, doch die Freude siht ihr in den Gliedern, fie stößt ein Geheul aus und springt hoch in die Luft; das Kleine stößt gegen ihren nachten Rücken, was tut das, was fümmern sie Wind und Kälte und harte Arbeit und neugeborene Kinder? Es geht westwärts nach Kugeraful! Und nach der Fangzeit geht es wieder ostwärts. Das Eis ist geschmolzen, der Schlitten unbrauchbar; er liegt auseinandergenommen auf dem Boden des Umial, der mit den Herrlichkeiten des Westens und einer ganzen kleinen Welt von Menschen und Hunden beladen, heimwärts segelt. Das Darmfegel ist ausgespannt, so, daß es die leiseste Brise fangen tann, und mit lachenden und fingenden Frauen an den Baddeln, werden die Umiats über das Waffer geschickt. vährend die Sonne brennt und der Seehund den Kopf hinaussteckt. um den fröhlichen Zug zu sehen. Er steht ganz still im Wiffer und sieht sich das gelbe Fellboot, das über das Wasser gleitet, an, seine Augen sind blant, groß und rund, er dreht den Kopf ein wenig, um den Gesang besser zu hören; aber plötzlich fliegt ein Speer durch die Luft, von einem der nachfolgenden Den ganzen Herbst und Winter hindurch haben sie sich Kajatmänner geschleudert. Es geht ein Ruck durch den Seeauf diese Jagd- und Handelszusammenkunft vorbereitet, und hund, der Kopf wird blißschnell herumgerissen, während der wenn die Sonne hoch am Himmel steht, ziehen fie fort aus fröhliche Glanz aus den Augen verschwindet, von einem ihrem fernen Heim. Familie auf Familie schließt sich an, und schmerzerfüllten Blid abgelöst wird, dann taucht der Seehund, jedes Frühjahr schlängelt sich die große Karawane, an die den Tod im Herzen, unter, während Frauen und Kinder in zwanzig Schlitten oder mehr, Alastas Nordfüste entlang. den Umiafs lachen, fingen und über den Todeskampf Benn es stürmt und der Schnee hochwirbelt, bauen die Tieres in die Hände flatschen, man lebt noch einmal so gern, Reisenden Schneehütten und warten auf besseres Wetter. Es wenn andere Geschöpfe mit dem Tode ringen. ist warm in den Hütten und Feststimmung herrscht drinnen, ( Fortsetzung folgt.) Es ist warm und gemütlich da drinnen, wo Frauen und Kinder sich den Tag über aufhalten; es ist rein und fein, die Iglus stehen nicht so lange, daß sich Schmuz ansammeln fönnte. Felle und Belze sind über die Schneebänke gebreitet, die als Bett dienen, ein oder zwei mit Tran gefüllte Lampen schwanken an der Decke und verbreiten eine dichte Wärme in dem kleinen Raum, wo alles Hausgerät, Werkzeuge und Waffen, jedes für sich gesondert steht, während in fleinen Auswüchsen an dem Iglu selbst sich herrliche Gefrierräume für die vielen Renntierförper befinden, die das Land geliefert hat und fleißige Jäger heimgeschleppt haben. Jahr für Jahr fehren die Estimos an diesen Ort zurück, dem besten Renntierplatz der ganzen Nordküfte; auch aus Nurut tommen Leute, doch die meisten ziehen von Osten her, in der Absicht, Renntiere au jagen und die Handelsmänner aus dem Westen zu treffen. Unglücksfall oder Verbrechen? Zur Politik der Reichstagsfraktion. Schluß der Vormittagsfihung. Ein geheimnisvoller Vorfall beschäftigt zurzeit die Kriminalpolizei. Am 14. August, abends gegen 81% Uhr, mieteten ein Herr und eine Dame bei dem Bootsverleiher Steller in Treptow ein Boot, das nicht mehr zurückgebracht wurde. Dagegen erschien etwa eine halbe Stunde später bei der Bootsverleiherin Gregor im Restaurant Snape in Treptow ein junger Mann, In der fortgefeßten Diskussion nimmt das Wort der das Boot abgab. Da der junge Mann einen sehr verwirrten Hoch- Hanau: Das Scheitern unserer Sozialisierungsbestrebun. Eindruck machte, außerdem das hinterlegte Pfand in Höhe von gen hat zur Verschärfung unserer Not beigetragen. Die freie Wirt150 M. nicht abgeholt wurde, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß schaft hat völlig versagt. Heute sind weite Kreise des Volkes, die ein Unglüdsfall oder ein Verbrechen vorliegt. Der unbekannte junge noch vor wenigen Monaten für die freie Wirtschaft eintraten, zu Mann ist etwa 25 Jahre alt. hat blondes langes Haar und war der Erkenntnis gekommen, daß diese nicht weitergeführt werden mit einem graufarierten Jadettanzug befleidet. Eine Kopfbedeckung fann. Die Not des Boltes zwingt uns zu Eingriffen in das wirt trug er nicht. Zur Aufklärung des Falles werden zweckdienliche schaftsleben, die von ungeheurer Bedeutung sind. Wichtig ist, daß Mitteilungen bei jedem Polizeirebier oder beim Bolizeiamt Treptow, bie Fraktion bei der Arbeit im Reiche von den breiten massen Bouchéstr. 87/100, im Kriminalbureau entgegengenommen, draußen im Lande unterstüßt wird.( Sehr richtig!) Kein Wegfall der Michaelisferien? Die Michaelisferien sollten nach einem Magistratsbeschluß, über den das städtische Nachrichtenamt an die Presse berichtete in diesem Jahre wegfallen, weil im Winter wegen des Kohlenmangels secswöchige Ferien beabsichtigt find. Wir hören, daß dem Wegfall der Michaelisferien das Provinzialschulkollegium die Zustimmung verweigert. Der Verkauf preiswerter Seefische muß in dieser Woche leider ausfallen, da nach Festellung der Organisation der Fischhändler megen geringer Bufuhr eine erhebliche Preissteigerung eingetreten ist, die den üblichen Mittwochsverkauf undurchführbar macht. Es ist jedoch zu hoffen, daß die demnächst in Kraft tretende Sperrung der Ausfuhr von Seefischen hier Wandel schafft, so daß die preiswerten Seefischverkäufe demnächst wieder aufgenommen und regelmäßig allwöchentlich durchgeführt werden können. Schwerer Bauunfall. Auf dem Umbau der Deutschen Bant Behrenstraße, Firma Holzmann, tam der Bauarbeiter Ludwig Reis am 19. September durch einen herabstürzenden Träger schwer zu Schaden. Er trug innere und äußere Verlegungen davon und wurde nach Anlegung eines Notverbandes nach dem Krankenhaus Urban überführt, wo er schwer daniederliegt. Dieser Unfall ist nach Ansicht des Betriebsrates auf grobe Fahrlässigkeit bei der Bauausführung zurückzuführen. Nur noch Wildau. Die Landgemeinde Hoherlehme( Kreis Teltow, nahe bei Königswusterhausen) wird demnächst von der Landfarte verschwinden. Der Regierungspräsident zu Potsdam hat in einem Erlaß einen Antrag genehmigt, nach dem die Landgemeinde Hoherlehme sich in Zukunft, ildau" nennen fann. Die Schulentlassungsfeiern der weltunen Schulen in Reinidendorf finden am 24. September vormittags statt. Der östliche Orts. teil lädt die Eltern und Freunde nach der Aula bes Gymnasiums in der Berner Straße und der westliche Ortsteil nach der Aula der 5. Gemeindeschule in der Augusta- Bittoria- Allee ein. Die Jugendweihe des 13. Kreifes findet am Sonntag, den 24. September, vorm. 10 Uhr, in der Aula des Lyzeums, Tempelhof, Germaniastraße, statt. Mitwirkende: Stapellmeister Red!( Orgel), Konzert meister Massom( Bioline), Lehrer Witthauer( Weiherede), Arbeitergefang berein Tempelhof- Mariendorf. Eintrittskarten zum Preise von 5 M. find in den Konsumverlaufsstellen und beim Gen. Dangloff, Manteuffelstr. 53, zu haben. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arbeitersportler und Turner. Die Vorführung des Bundesfilms vom Ar. beiterturn- und Sportfest findet in der Aula des Schiller- Gymnasiums, Lichter. felbe, Berliner Str. 41, Ede Wilhelmstraße, am Donnerstag, den 21. SeptemBerband Bollsgesundheit. Donnerstag, den 21. September, 18 Uhr, in der Oberrealschule, Nieberwallstr. 12, Bortrag des Genossen Mag Rubolph: Unser ber, ftatt. Beginn 6 und 8 Uhr. Bortragswesen". Gäste willkommen. Eintritt frei. Mieterverband Schöneberg. Heute, Donnerstag, 8 Uhr, Obmännerfigung in der Aula der Comenius- Schule, Frankenstr. 10. Stadtrat Mohs spricht über das Reichsmietengefeh. Mieterverein des Groß- Berliner Westens. Freitag, den 22. September, Gybelstr. 2, öffentliche Mieterverfammlung über„ Die Höhe der Miete am 1. Oktober und die Heizungsfrage". Referent Rechtsanwalt Dr. Goegel. abends 8 Uhe, im Schulfaal der Fürstin- Bismarc- Schule, Charlottenburg, Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Deffent liche Bersammlung Freitag, den 22. September, abends 8 Uhr, im Zeichenfaal, Wilbenbruchstr. 53. Geschichte und Wesen der deutschen bürgerlichen und proletarischen Jugendbewegung. I." Sport. Rennen zu Ruhleben am Mittwoch, den 20. September. 1. Rennen. 1. Jason jr.( Knöpnadel), 2. Mariechen H.( Rozal), 3. Hadrian( Schulz). Toto: 101: 10, Blag: 32, 21, 22: 10. Ferner liefen Fremdling, Bring Ossory, Rogenluft( angeh.), Hoffnung II, Juglans. 2. Stennen. 1. Tello( Steinagel), 2. Adelei B.( Snöpnadel), 3. Dennewiz( Grube). Toto: 25:10, Blak: 13, 38, 15:10. Ferner liefen: Alpenfer, Hofjunge, Wassander( disqu.), Prinz Sudud. 3. Rennen. 1. Edinhard( Grigat), 2. Long Eugen( Perf), 3. Crocus ( Brandt). Toto: 118: 10, lag: 33, 43, 25: 10. Ferner liefen: Dr. Breßbourg, Allertony, Mädel, Husch( disqu.), Fafner I, Draufgänger, Prekufa. Artur Moltenbuhr- Riel: Was für die Reichswehr gilt, gilt auch für die Reichsmarine, Sie besteht ausschließlich aus ehemaligen Angehörigen der Brigaden Ehrhardt und Loewenfeld. Die republikanischen Elemente wurden völlig aus der Reichsmarine entfernt. Das Urteil mancher Marineoffiziere geht dahin, daß die Reichsmarine im gegenwärtigen Augenblick so über flüssig wie nur möglich ist. Gewiffe bürgerliche Kreise rechnen aber damit, daß die Reichsmarine die Grundlage zu einer zufünftigen großen Seewehr bildet. Diesen Bestrebungen, müssen wir entgegentreten. Das Geld für die Marine wird besser für die Kriegsopfer verwendet. Gentner- Stegliz: Das Bertrauen der großen Massen zu der Partei muß dadurch gestärkt werden, daß man nichts undurchführbares verlangt, auch nicht bezüglich der Teuerung. Wir müssen Auswüchse beseitigen, soweit die Teuerung aber in dem Berfall der Mart begründet ist, fönnen wir nichts dagegen tun. Nur den Bucher müssen wir bekämpfen. Von den niedrigen Brot und Wohnungspreisen haben die Kapitalisten den Profit gehabt, weil sie den Arbeitern weniger Lohn zahlen mußten. wurde gesagt, daß wir die Hemmungen etwas zu früh sähen. Das ist nicht so. Aber die Hemmungen stellen sich von selbst ein und wir müffen dann sehen, bis zu welchem Grade wir sie überwinden fönnen. Der Kampf um den Abschluß des Steuerkompromisses war einer der unangenehmsten Kämpfe, die ich mitgemacht habe. Ich glaube nicht, daß wir mehr hätten erreichen können als wir erreicht haben. Auf welche andere Weise hätten wir vorgehen sollen? erreicht haben. Auf welche andere Weise hätten wir vorgehen sollen? haben, hätten wir sehr oft den Austritt aus der Regierung voll Wenn wir immer denen gefolgt wären, die rasche Kritik geübt haben, hätten wir sehr oft den Austritt aus der Regierung vollziehen müssen. Das würde dann zum Altheilmittel für politische Schwierigkeiten werden.( Heiterfeit.) Aber damit wäre gewiffe der Arbeiterklasse nicht gedient. Wir brauchen eine Stetigkeit in der Polifit. ( Sehr richtig!) Wenn wir dauernd aus der Regierung heraus gehen und eine Oppositionspolitit machten, so fände das vielleicht bei den Maffen hier und da Anklang. Aber das wäre eine Politik, die der deutschen Bourgeoisie und den deutschen Kapitalisten zugute fommen würde. Die Partei fann nicht auf die Dauer das Schick. fal der Republik der Deutschen Boltspartei und dem Zentrum überlaffen, die von den Deutschnationalen bestimmt werden müssen, wenn sie die Mehrheit erhalten wollen.( Lebhafter Beifall.) Nachmittagssigung. Borsigender Me Is eröffnet die Berhandlungen furz nach 3 Uhr. Schäfer- Saarbrücken: Bir im Saargebiet würden aufatmen in dem Augenblid, wo wir wüßten, daß Deutschland im Bölterbund wäre. Die Methode allerdings, mit denen der Völkerbund das Saargebiet verwaltet, spottet jeder Beschreibung. Das Saargebiet bildet nach dem Ausscheiden Oberschlesiens die Adolf Braun( Parteivorstand): Die Parteigenossen sollten nicht wichtigste territoriale Frage Deutschlands. fo empfindlich sein. Das Problem der Sachwerte hatten wir schon Es wird verhindert, daß Bertreter der Parteigewerkschaften und auch in der Nationalversammlung. In der Steuervorlage von Erzberger, Wissenschaftler nach dem Saargebiet fommen, um dort zur Bevölke als es sich um das Reichsnotopfer handelte, war der Gedanke voll rung zu sprechen. Im Namen des Völkerbundes, der auf der Basis ständig enthalten, daß das Reich an großen industriel der Demokratie aufgebaut ist, wird das demokratische Prinzip auf len und ähnlichen Unternehmungen teil haben das dauerhaftefte vergewaltigt. Als Erzberger ermordet worden sollte. Damals waren wir stärker als heute im Parlament und war, wollten wir eine Demonstrationsversammlung machen. Sie es ist uns dennoch nicht gelungen, diese Forderung durchzusetzen. wurde uns aber verboten mit der Begründung, daß es uns im SaarAuch ich bin der Meinung, daß die gebiet nichts angehe, was in Deutschland geschieht. Nach dem Erfassung der Sachwerte eine Notwendigkeit Rathenau- Mord wurden uns diefelben Schwierigkeiten gemacht. Wir für uns ist. Das Verständnis für die Agrarfrage ist in der Partei haben diesmal aber unseren Willen durchgesetzt. Am Verfassungstage fehr gestiegen. Aber, ohne irgendwelche Sympathien für die Herren hißte die Sozialdemokratische Partei die Reichsflagge. Die der Schwerindustrie zu haben, glaube ich doch, sagen zu dürfen, französische Polizeiverwaltung hat das verboten. Wir haben daß dort größeres Berständnis für die großen Fragen und nicht der uns das nicht verbieten lassen und verlangt, daß zuerst die vielen fleinliche Egoismus wie in den Kreisen der Landwirtschaft vorhan- franzöfifchen Fahnen entfernt werden.( Bravo!) Es ist nicht wahr, den ist. Die Landarbeiter müssen die Verbesserung ihrer Lebens. wie Balfour gesagt hat, daß im Saargebiet eine Irredenta gebildet lage gegen die Agrarier und nicht mit den Agrariern durchsehen. wird. Wir wehren uns aber gegen die Unterbrüdungen, die Es ist richtig, daß wir alles tun müssen, damit der Boden sehr viel an uns verübt werden. Die wirtschaftlichen Berhältnisse sind im trägt. Wir müssen aber auch alles fun, damit die Arbeiter die Er- Saargebiet, wo Franken und Mark zu gleicher Zeit im Umlauf sind, trägnisse des Bodens kaufen können. Der Kampf gegen die Reichs- noch schlechter als in Deutschland. Während aber die Bevölkerung wehr ist das Unpolitischste, das ich mir vorstellen fann. Mir Not leidet, haben die Mitglieder der Regierungstommiffion müssen den Soldaten in der Reichswehr beweisen, daß wir ihre nach dem heutigen Kurse 66 Millionen an Gehältern. Der Freunde sind.( Sehr richtig!) Wir müssen der Reichswehr zeigen, Landesrat ist zur absoluten Ohnmacht verurteilt. Wir wollen das daß die Demokratie ganz andere Bustände geschaffen hat, als sie im Saargebiet für Deutschland retten und wollen es deutsch und hoffent alten Heere bei der elenden Entlohnung und schlechten Unterkunft lich sozialistisch zurück haben.( Lebhafter Beifall und Händellatschen.) waren.( Zustimmung.) Wir sind für die Entwaffnung, aber daß Edstein- Breslau: Wir fämpfen weber gegen die Offiziere, noch wir uns felbst entwaffnen sollen, ist wirklich nicht unsere Aufgabe. gegen die Unteroffiziere, noch gegen die Soldaten in der Reichswehr, Die militärischen Organe, die wir haben, bestehen für den inneren fondern gegen den Reichswehr Geist. Die Greueltaten, die Frieden. Anders steht es mit der Kriegsmarine. Für diese Spies oorgekommen find, wurden gerade von Mannschaften und Unterlerei brauchen wir fein Geld auszugeben. Wenn gesagt wurde, offizieren verübt, die darin ihre Lehrmeister, die Offiziere, überbaß die Führer die Massen auf de Straße führen sollen, so muß troffen haben. Unsere Reichswehr ist nicht in der Lage, gegen die ich boch fagen, daß sie in schwersten Beiten sehr viel Mut und Opfer. fleinste moderne Armee auch nur irgendeinen fleinen Grenzfrieg zu willigkeit für die Republik bewiesen haben.( Beifall.) führen. Sie bildet aber eine außenpolitische Gefahr dadurch, daß im Auslande der Eir.drud erweckt wird, als wollten wir in der Reichswehr Kaders fammeln für einen Revanchekrieg.( Lebhafter Wenn man der Frattion den Rüden stärken will, so find wir Widerspruch.) Ich bin davon überzeugt und das weiß das Aus damit einverstanden, Was die Behandlung der Kulturfragen im land, daß die versteckten Waffen von der Reaksion nicht nur für Reichstag betrifft, so gibt es teinen in der Fraktion, der davon den inneren Feind" gebraucht werden follen. Für uns ist die Reichs. befriedigt wäre. Aber die Dinge liegen in Deutschland so, daß wehr fein Instrument, um Unruhen wirklich ernsthaft zu bekämpfen. wir infolge der schwierigen finanziellen Lage auf ful- Bet den März- Unruhen im Jahre 1921 hat es sich bewiesen, daß die turellem Gebiet nicht immer das durchsetzen konnten, was wir Schuhpolizei in dieser Hinsicht viel besser ist als die Reichswehr, und durchsetzen wollten und daß uns die großen außenpolitischen Fragen wir danken es Severing, daß er darauf bestanden hat, daß die und die Brotfrage noch immer sehr auf den Nägeln brennen. Nach Reichswehr in Mitteldeutschland nicht eingefeht worden ist. Stetig dem Görliger Parteitag haben wir bei den Berhandlungen, die wir feit in der Politik ist gut, doch darf diese Stetigkeit nicht dazu führen, über die Regierungsbildung führten, die Forderung der Erfassung der Sachwerte in den Vordergrund gestellt. Damals haben alle bürgerlichen Parteien erklärt, daß sie diese Politik nicht mitmachen, wenn nicht die Reparationslaften erleichtert würden. Für uns lag die Sache so, ob wir uns in die Ede stellen wollten, wenn wir in dem Augenblick diese Forderungen nicht durchsetzen fonnten. Auch in der Frage der Zwangsanleihe haben wir zunächst an der Goldanleihe festgehalten. Wenn das in der letzten Zeit nicht mehr der Fall war, so liegt das an der Geldknappheit, die überall vor herrscht. Wir haben gar feine Ursache, die Politif des früheren Ministers Rosen gegenüber dem Bölterbund zu verteidigen. Hermann Müller: daß wir uns von den anderen Koalitionsparteien alles gefallen lassen und unsere Politit schließlich zur Bolitit der Arbeiterfeindlichkeit wird. Redner wünscht zum Schluß, daß die Rechte des Reichspräsidenten mit Bezug auf die Verhängung des Ausnahmezustandes beseitigt werden, besonders im Hinblick auf die Neuwahl des Reichspräsidenten und auf den Mißbrauch von Ausnahmebeftimmungen durch einzelne Gliedstaaten. Helene Grünberg- Nürnberg: Die Ausgaben für Wäsche find unerschwinglich. Das einfache Hemd wird zu einem Lurusartitel. Das ist eine Kultur- und Gesundheitsfrage. Die Reichstagsfraktion foll alles versuchen, was in ihren Kräften steht, um gegen diesen ungeheuren Bucher vorzugehen.( Sehr richtig!) Leider haben wir noch immer fein Gesetz für die Hausangestellten. Pietsch- Breslau: Leider verstehen die Massen nicht die Maßnahmen, die auf dem Gebiet der Sozialpolitit gemacht wurden. Die Bestimmung eines höheren Prozentfages für die Ausmahlung des Getreides halte ich für perfehlt. Dr. Leber- Lübeck: Es herrscht in der deutschen Bresse eine mertwürdige Berwirrung darüber. was die französische Bolitit eigentlich mill. Aber in Frankreich herrscht darüber die gleiche Unflarheit. 3wei Ziele haben die Franzofen: die deutsche Kriegsindustrie so lange niederzuhalten, bis Frankreich ebenbürtig ist, und das Ziel Tardieus, Weltmachtpolitik für Frankreich zu betreiben. 4. Rennen. 1. Wasserturm( Weidmüller), 2. Paul B.( A. Freundt), 3. Jung Bergfried( Herm. Schleusener). Toto: 28: 10, Blaz: 14, 13, Wir haben uns für das Prinzip des Bölkerbundes aus 14:10. Ferner liefen: Karla, Erbgraf, Kufertrud, Weddigen, Pique( disq.). gesprochen, 5. Rennett. 1. Flora Bing( Reiter), 2. Mars III( Sm. Schleus.), allerdings mit dem Gedanken, daß der Völkerbund ein wirklicher 3. Bárde( H3. Schleus.). Toto: 148: 10, Blak: 28, 14, 35: 10. Ferner Völkerbund ist. Selbstverständlich sind wir auch bereit, in den liefen: Respekt, Bajazzo II, Czerna, Gradisca, Seewind, Willkür, Fistus, Völkerbund einzutreten und für den Eintritt Deutschlands zu wirken. Fauft II, feine Betten. 6. Rennen. 1. Bergschwalb( G. Lautenb.), 2. Jeffries( B. Freundt). Wir wollen uns aber auch nicht darüber täuschen, daß dem Eintritt Toto: 62:10, Blak: 17, 13: 10. Gerner liefen: Alice V, Florentiner, Deutschlands in den Bölferbund der Wille Frankreichs entgegen Koronna, Lady Rehburn. steht. Nur wenn wir die volle Gleichberechtigung im 7. Rennen. 1. Flott( Hm. Schleuf.), 2. Monarchist( Senöpnadel). Völkerbund haben, sind wir in der Lage, im Bunde für die InterZoto: 87:10, Blab: 27, 34:10. Ferner liefen: Manteuffel, Bufall, effen des deutschen Boltes und der deutschen Arbeiterklasse zu wirken. Araber, Ult. 8. Rennen. 1. Teufelsbart( Sm. Schleus.), 2. Jason fr.( Snöpnadel). sehr viel zu zahlen haben, wo aber die hervorragenden Stellen von Es darf nicht so fein wie im Internationalen Arbeitsamt, wo wir Zoto: 17:10, Plak: 13, 17:10. Ferner liefen: Heidemann, Heiderose. Hermann Müller( Parteivorstand): Im Antrag 327 wird vers anderen Nationen befeht find. Ueber das Stinnes- Abkommen langt, daß der Reichswehrminister Geßler schnellstens durch einen Der nächste Borkampftag im Sport- Balast" findet nicht, wie gemeldet, haben wir uns im Auswärtigen Ausschuß ausgesprochen. Wir be- tatkräftigen Republikaner zu ersehen ist. Wir haben im Reichstag am 22. b. M., sondern erit am Dienstag, den 26. Geptember, statt. Der dauern, daß es troß der Bestrebungen verschiedener deutscher Mini- den Antrag angenommen, eine Untertommission einzusehen, die alle Gegner unseres Schwergewichtsmeisters Breitensträter ist der belgische fterien zur Behebung der Notlage in den verwüsteten Gebieten Fälle, die die Reichswehr und die Marine betrifft, unterfuchen soll. Schwergewichtsmeister de Paus. Das übrige Programm weist die Namen nicht früher möglich war, zu einem Abkommen auf anderer Grund- Auf Antrag unferes eigenen Mitgliedes diefer Rommission iſt die lage zu fommen. Aber es liegt doch auch daran, daß die fran- Tätigkeit diefer Rommiffion dahin erweitert worden, daß fie auch 38fische Regierung früher einfach nicht wollte. Diese Fälle prüft, die noch nicht parlamentarisch behandelt wurden. Ich Entwicklung war außerdem nur deswegen möglich, weil die fran halte es für unmöglich, die Entfernung Geßlers zu verlangen, 8ösischen Gewerkschaften von Mostau gespalten folange diese Verhandlungen nicht stattgefunden maren und die französische Arbeiterbewegung absolut machtlos haben. Wenn wir diesen Antrag annehmen, tämen wir in eine Diesen Dingen gegenübersteht. Wenn ich aber daran dente, mit Bage, die einem Teil des Parteitags nicht genehm ist. welcher Leichtigkeit immer von uns verlangt wurde, unsere Stellung Georg Schmidt- Köpenid: Im Hinblick auf die Borte Brauns, in der Regierung aufzugeben, fo muß ich sagen, daß das einzige, das wir mit dieser Politif erlangen würden, wäre, daß an Stelle des daß die Landarbeiter ihre Lebenslage nicht mit den Agrariern, wirtschaftlichen Stinnes- Abkommens ein politisches treten sondern gegen fie verbessern müssen, will ich feststellen, daß ich meine Ausführungen deswegen gemacht habe, weil ich befürchten würde.( Lebhafte Bustimmung.) muß, daß die Agitation der Gegner unter den Landwirten Fort muß fie für alle eingeführt werden, nicht aber nur für die Schritte macht. Wenn die Planwirtschaft eingeführt werden muß, Naujods, Gaffe und Grimm auf. Wetter bis Freitag mittag. Anfangs noch ziemlich mild, überwiegend bewölkt und besonders im östlichen Stüftengebiet öfter etwas Regen. Später zeitweise heiter und ein wenig fühler. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft etwas rege. Fische knapp, Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott Am Mittwoch galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Wendel hat gewünscht, daß wir eine attivere Politit machen Rindfleisch 80-110 M., ohne Knochen 108-172 M. Schweinefleisch ber auch wenn wir vereinigt finb, werden noch lange nicht alle und daß diese aftivere Politit nach der Einigung tommen müsse. 150-198 M. Kalbfleisch 100-145 M. Hammelfleisch 95-135 M. Rücken- Hindernisse stberwunden fein. Difür nur zwei Beispiele: Den fett 270 M. Schellfisch 30-48 M. Seelachs 30-32 M. Dorsch 28-32 M. Kampf um die Getreideumlage haben wir in fangwierigen Berhand: Lebende Aale 200-205 M. Schleia 170-186 M. Hechte 125-132 M. lungen Schulter an Schulter mit den Unabhängigen, den Kampf Eler 15-16,50 M. das Stück. Naturbutter 320-348 M. Margarine 180 um die Schutzgesetze, um die Republik haben wir benfalls 240 M. Roggenmehl 42 M. Hafergrütze 58 M. Haferflocken 56 M. Schulter an Schulter mit den Unabhängigen Grießnudeln 50-56 M. Reis 50-72 M. Kartoffeln 38-45 M. 10 Pfund. in Eis: Zander 100--110 M. Aale 110-125 M. Plätzen 45-55 M. Weißkohl 6-7 M. Wirsingkohl 7-9 M. Spinat 10-12 M. Grüne Gurken geführt. Auch unsere Genossen müssen einsehen, daß unsere Macht Zitronen 8-8 M. das Stück. an gewissen tatsächlichen Verhältnissen ihre Grenze hat. Es 16-23 M. das Stück. Grünlinge 12 M. Landarbeiter. 3 Hon geübt wurde, war wohl mehr als der Ausdrud der UnzuVogel Nürnberg( Schlußwort): Die Kritif, die an der Frat friedenheit mit den Berhältnissen, die wir in Deutschland haben. Jeder von uns hat das Geschick, in Bersammlungen ebenso radikal zu sprechen wie irgend ein anderer. Uns liegt aber daran, klar. heit über die Schwierigkeiten zu haben, mit denen wir in Deutsch fand zu rechnen haben. Dazu besteht besondere Beranlassung im fare Gasmit gegea! DEGEA- SPARGLUHKÖRDER VERBURGEN LAUT WISSENSCHAFT= LICHER FESTSTELLUNG EINE GASERSPARNIS Von25% Zur Republitantsierung der Reichswehr wurde beschlossen: 1. Der Parteitag erwartet von der Reichstagsfraktion, daß fie der Republikanisierung der Reichswehr die schärfste Aufmerk famkeit zuwenden wird. Der im Dienste der bewaffneten Macht ftehende Staatsbürger muß zum verantwortungsbewußten Glied des Boltes erzogen werden, das zur äußersten Hingabe für den Schuß der Republit bereit ist. Die Wehrmacht der Republik darf feine Gefahr für den inneren und äußeren Frieden bedeuten und muß so ausgestattet sein, daß zwischen ihr und den republikanisch gesinnten Boltsmassen ein Berhältnis vollkommenen Vertrauens möglich wird. Groß- Berliner Parteinachrichten. 2. Kreis Tiergarten. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Donnerstag, den 21. September, 7 Uhr, Sigung aller Helferinnen und Funktionärinnen bei Josef, Wilhelmshavener Straße. Erscheinen unbedingt notwendig. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Die Vorbereitungskurse für unsere Winterarbeit( Beschäftigung der Kinder an den schulfreien Nachmittagen) beginnen Freitag, den 22. September, 6 Uhr pünktlich, in Neukölln, Mariendorfer Weg( 5 Minuten vom Stadtbahnhof Hermannstraße) in der 5. Gemeindeschule. Gie finden dreimal wöchentlich statt. Für das gute GeAngen unserer Aufgabe ist es notwendig, daß aus jedem Bezirk zwei bis vier Helferinnen teilnehmen. Unkosten entstehen den Teilnehmerinnen nicht, da das Fahrgeld zurilderstattet wird. 14. Kreis Neukölln. Freitag, den 22. September, 7% Uhr, engere Vorstands. figung im Sekretariat. 19. Streis Pankow. Freitag, den 22. September, 7 Uhr, Bersammlung der Kreisbelegierten und Abteilungsvorstände bei Meyer, Türkisches Zelt", Breite Straße. Aeußerst wichtige Tagesordnung. Heute, Donnerstag, den 21. September: 2. Die Zufpigung der außen- und innenpolitischen Verhält nisse zwingt zur schärfsten Beobachtung der Reichswehr, die nach wie vor ein Fremdkörper in der Republik ist. Die Reichstagsfraktion hat mithin nach Einigung der sozialdemokratischen 55. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr Frauenabend bei Reimer, Wilmersdorfer Parteien unverzüglich darauf zu bringen, daß die immer wieder geforderte Umwandlung der Reichswehr in eine republikanisch zuverlässige Truppe durchgeführt wird." Straße 21. Referat: Die erste Silfe bei Unglücksfällen". Gäste willkommen. Röntgental- gepernid. 8 Uhr im Lokal Marr in Röntgental gahlabend. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder unbedingt notwendig. Jungsozialisten. Gruppe Gülden: 7% Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Besprechung über Die Winterarbeit". Gruppe Friedrichshain: 7 Uhr in der Gemeindeschule Straßmannstr. 6, Leseabend: Ernst Tollers Revolutionsdrama ,, Masse Mensch". Tertbücher mitbringen. Morgen, Freitag, den 22. September: t. 7 Uhr Funktionärsigung bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. findet Freitag nachmittag 2 Uhr im Krematorium Baumschulenweg statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet die Abteilungsleitung. Abt. Schöneberg. Unsere langjährige Genosin Helene Nirtsch, Eisenacher Straße, ist am 18. Geptember verstorben. Die Beerdigung findet Freitag auf dem 2. städtischen Friedhof, Blanke Hölle, statt. Wir erwarten zahl reiche Beteiligung. Hinblick auf den außerordentlich schweren Winter, ber uns bevors steht. Bei der Kritik an der Fraktion wurde vielfach vergessen, baß wir in der Minderheit im Reichstag sind. Aber selbst wenn wir die Mehrheit hätten, hätten wir mit ungeheuren Hemmungen zu rechnen, die auf den Krieg und feine Folgeerscheinungen zurückzuführen find. Genosse Eckstein hat gemeint, daß zur Niederhaltung innerer Unruhen die Schußpolizei genügen würde. Aber erst in der legten Zeit hat die Entente in einer Note verlangt, daß die Kasernierung der Schußpolizei aufgehoben werden muß. Damit ist dieser Einwand wohl erledigt. Die Entente weiß gut, daß Deutschland die Großtampfmittel genommen sind und zur Führung eines Krieges vollständig unfähig ist. Besonders Franfreich braucht aber den Borwand, daß die Reichswehr zur Vorbereitung eines Krieges dient, um die Arbeiter des eigenen Landes aufpeitschen zu können, um seine imperialistischnationalistischen Pläne besser verfolgen zu können. Wir verfennen ganz gewiß nicht die Gefahren, die der Republik durch die Reichsmehr erwachsen fönnen. Bei einer Kritik der Reichswehr dürfen wir nicht vergessen, daß die Arbeiterschaft selbst einen nicht geringen Teil Schulb daran hat, wenn die Reaktion heute in der Reichswehr sehr start vertreten ist.( Sehr wahr!) Wenn sich wirt. Weiter wurden Anträge angenommen gegen ble reaktiolich ein Arbeiter gefunden hat, der in die Reichswehr hineingegangen nären Umtriebe in Bayern, für ein Verbot der ist, dann wurde er als Bluthund, als Arbeiterverräter bezeichnet. schwarzweißroten Fahne und für die Einführung der ( Sehr gut!) Die Arbeiter, die in die Einwohnermehren hineinge Reichsflagge als Flagge der Reichswehr sowie der Kriegs- und gangen find, wurden in ihren Arbeitsverhältnissen boykottiert. Wir Handelsschiffe. Zur Frage der Steuerung der Wohnungsnot ersucht. haben ja direkt dafür gesorgt, daß Bauernföhne und indifferente der Parteitag die Reichstagsfrattion, sofort nach dem WiederzuMenschen in die Reichswehr hineingetommen find. Wenn die In fammentritt bes Reichstages von der Reichsregierung die schleunige dustrie nicht so start beschäftigt wäre, würden allerdings auch mehr Vorlage eines Programms für die Finanzierung des 77. Arbeiter in die Reichswehr gehen. Die Besehung des Postens des Wohnungsbaues in der kommenden Baufampagne und MaßReichswehrministers ist natürlich in hohem Maße auch eine Pernahmen gegen den Baustoffwucher zu verlangen. Ebenso fanden fonenfrage, über die die Fraktion in einer Unzahl von Sigungen die an anderer Stelle wiedergegebenen Anträge zum Schutz der 136. gesprochen hat. Es ist bis zu einem gewissen Grade nicht ver- Republik und zur Ausgestaltung der Sozialpolitit erstere ein- 19. wunderlich, wenn sich die monarchistischen Offiziere nicht von heute stimmig- Annahme. Angenommen wurden darauf weiter noch auf morgen umgestellt haben. In der franzöfifchen Republik gibt es Anträge, die die Einführung des 1. Mai, des 11. Auguft und des noch heute monarchistische Offiziere, und Frankreich hat die dritte 9. November als gefeßliche Feiertage fordern und die AufRepublit. Wir werden allerdings alles daran sehen, daß bei uns hebung der Buß- und Bettage verlangen. In einem weiteren Be die erste Republit erhalten bleibt. schluß erklärt der Parteitag, daß er die Sozialisierung des gesamten Bergbaues für eine Lebensfrage des wirtschaftlichen Seins der deutschen Republik hält und appelliert an die gefamte deutsche Arbeitertiaffe, alle Kräfte zusammenzufaffen, um diese Heute, Donnerstag, den 21. September: Wenn Edstein gefragt haf, was mit den überwiesenen Anträgen bringliche Lebensfrage baldigst zu lösen. Für Oberschlesien Neukölln Norb und Süd: Jugendheim Münchener Str. 52, Diskussions. geschehen ist, so kann ich nur sagen, daß immer nach Beschluß des wird schnellste Hilfe verlangt und die Frattion beauftragt, die Re- abend: Unsere Stellung und Anträge zur Generalversammlung". ReinidenBarteitags die der Frattion überwiesenen Anträge den Fach mängierung zu veranlaffen, daß ausreichende Mittel zur Linderung der dorf- Weft: Jugendheim Scharnweberstr. 105a, Bortvag: 8wed und Ziele des Bereins Arbeiter- Jugend". Süben: Jugendheim Gemeindeschule Stallschreiber. nern der einzelnen Ausschüsse zugewiesen worden sind und auch Not der oberschlesischen Flüchtlinge bereitgestellt werden. Einstimmig straße 54, Bortrag: Die materialistische Geschichtsauffaffung". Webbing: meistenteils in den Gefehen berüdsichtigt wurden. angenommen werden schließlich noch Anträge gegen den Näh- Jugendheim Gemeindeschule Müller-, Ede Triftstraße, Bortvag: Erziehung zum Sozialismus“. Der Fraktionsvorstand ist auch sicher gern bereit, dem Parteitag fa benwucher, gegen die unglückseligen BesagungszuWesten: Jugendheim Gemeindeschule Pallasstr. 15, Bortrag: Unfere Jugendschusforderungen". jeweils Bericht über die Behandlung der überwiesenen Anträge zu tände im westlichen Gebietsteil der deutschen Republik und gegen erstatten. Der Fraktion ist es im übrigen nur erwünscht, wenn die Sachleistungen aus dem Friedensvertrage, die das wirtschaftliche möglichst viel Anregungen an Sie herankommen. Jedes einzelne Rönnen Deutschlands weit übersteigen. Der Bölferbund. Mitglied der Fraktion ist bemüht, in vollem Maße seine Pflicht zu Antrag Lobe wird einstimmig angenommen. Eine große erfüllen. Die Frattion muß aber vom Vertrauen Reihe von Anträgen wird der Fraktion als Material überwiesen. der breiten massen gestüht und gestärkt werden.( Beifall.) Abgelehnt wurden Anträge, die bie grundsätzliche Berneinung jeder Roalition mit der Bolfspartei verlangen. Ein Antrag, der verlangt, die Partei folle mehr den Anschluß nach fints fuchen, wird durch die Tatsache als überholt bezeichnet. Abgelehnt wurden auch Anträge, die die Offenlegung fämtlicher Steuererklärungen wünschen, die die Kriegsinvaliden und Unfallrentner, die das Haufiergewerbe betreiben von der Umfagsteuer befreien wollen und die gesetzgeberische Maßnahmen gegen Personen- und Laftautoführer fordern. In bezug auf die Koalitionspolitif bitten wir, es bei dem zu lassen, wie es im vorigen Jahre in Görlig beschloffen worden ist. Abstimmungen. In der Abstimmung, die jest folgt, wird zuerst der Antrag bes Parteivorstandes gegen den Bucher angenommen, die Fassung des Antrags wurde in Buntt 8 geändert. Dieser wollte ursprünglich die Ausmahlungsquote des Brotgetreides auf 90 Broz. festgesetzt wiffen und lautet nunmehr: Heranziehung aller leistungsfähigen Kreise von Handel und Industrie zur Aufbringung der Mittel für den Lebensbedarf der am schwersten leidenden Teile( Sozial-, Kleinrentner ufw)." Bestes Seltenpylver Dixin exleichiaul 250 let sparsam.org. Henkelo Selfempiter Sixin wirkt decinjal qem bt. Reinickendorf- Dft. 8 Uhr bei Sindstädt, Residensstr. 120/121, FunkHonärsgung. 6% Uhr daselbst Sigung des engeren Borstandes. Berwaltungsbeziri, Bankow, Niederschönhausen, Buch, Karow, Buchholz, Heinersdorf. 7 Uhr in Pankow, Berliner Str. 14, Eingang Florastraße, öffentliche Elternversammlung. Tagesordnung: Unser Winterprogramm" Bortvag der Genoffin Roeder. Eltern, erscheint pünktlich und zahlreich. Jugendveranstaltungen. Arbeitersport. Neue Knaben- Turnabteilung im Südosten. Sente, Donnerstag, wird eine neue Knabenabteilung in der Turnhalle Methenberger Str. 131/132 eröffnet. Turnzeit von 6-8 Uhr. Beitrag pro Monat 2 M. Alle Arbeitereltern, die gesunde Rinder haben wollen, follten ihre Kinder in die Arbeiterturnvereine schicken. Männer und Jugendliche turnen Dienstags 8-10 Uhr in der Turnhalle Forster Straße. Briefkasten der Redaktion. 2. 84. 1. Eine Schneiderin ohne Meisterprüfung tann an einer Fort Darauf werden die Verhandlungen auf Donnerstag 11 Uhr bildungsschule nebenamtlich beschäftigt, aber nicht angestellt werden. 2. Ausverlagt. bildung im Kunstgewerbe durch die Kunstgewerbeschule. Dixin Henkel das dankbare Seifenpulver Ist sparsam im Gebrauch und billig. ALLEINICE HERSTELLER. HENKEL& CIE., DUSSELDORF 咯 Central- Theater 8 Ein U.: Theater, Lichtspiele usw. Prachtmädel 6pernhaus 7 Uhr: Carmen Deutsch Opernhaus 71/2 Uhr: Figaros Hochz. Volksbühne Friedrich- Wilhelmst. 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Ausschußung am Freitag, den 29.Sept., abds.7Uhr, im Raffenlotal Jdeal. Paffage Nr. 11, 2. Etage, eingeladen. Tagesordnung: 1. Gagungsänderungen. 2. Verschiedenes. 169/15 Neukölln, den 19. September 1922. Der Kaffenvorstand Tessmer, Borsigender. Zur Beachtung! Die den Herren BerAm Donnerstag, den 28. September tretern zugesandte Einladung gilt als 1922, abends 7 Uhr, findet im Kaffen- Legitimation und ist beim Eintritt in die Total Berlin- Lichterfelde, Roonstraße 13, Bersammlung zur Eintragung in die An eine Treppe, eine außerordentliche Ausschuß- Sihung ftatt mit folgender Tagesordnung: 1. Berlesen des letzten Protokolls. 2. Neufeftfegnng der Grundlöhne. 3. Sagungsänderung. 169/17 wesenheitslifte vorzuzeigen. Anfragen, Anträge oder Beschwerden, bei denen die Einsichtnahme in die Kaffenatten erforderlich ist, find spätestens brei Tage vor der Ausschußsizung mitzuteilen. Spezial- Arzt Berlin- Lichterfelde, 20. September 1922. Dr. Helsterkamp, Geschlechts-, Haut-, Der Vorstand: Gustav Tillack, Borsigender. Zurückgekehrt Harn-, Frauenleiden; Syphilis Kuren, Blutuntersuchg. In der Heilanst. ,, Löser" nahe 43/14 Dir. 0. Löser, Münzstr. 9, Alex- Pl. San.- Rat Dr. Echtermeyer- 1,4-8, Sonnt. 10-12. Damen separat. Spez.- Arzt für Hals-, Nasen- u. Ohrenkr. Luisenstr. 47. 1-1/ 2 u. 5-7 Uhr. DER Monetsschritt der proletarischen ROTE AUFEA Wirtschaftshillc lür Sowjet- Rußland. Herausg. vom Auslandskomitè d. Intern. ArbeiterHilfe für Sowjet- Rußland Mitarbeiter: Bucharin, Kameneff, Rußl.; M. Souverin, H.Guilbeaux, Frkr; E.Hoernle, W. Münzenberg, Deutschl.; F. Platten, Schweiz; Kreibich, Smeral, Tschecho.; Ström, Schweden; Andersen- Nexő, Danem.; Whithead, Engl.; Roland Holst, Kruyt, Holland; Missiano, Bombacci, Italien, Varga, Ungarn. Am 15. September erschienen./ Preis pro Nr. 8.- M. Bestellungen nimmt jedes Postamt entgegen. Verlag der Internationalen Arbeiterhille Berlin W 8. Unter den Linden 11. 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Es ist nicht einzusehen, warum tnapp zwei Wochen vor der angesetzten Verhandlung noch drei Angeklagte( die beiden Inhaber der Garage und Boß) aus der Hoft entlaffen werden mußten. Das Ergebnis der Verhandlung hätte wohl mindestens abgewartet werden können. Das Verbot der„ Roten Fahne" aufgehoben. Leipzig, 20. September.( WTB.) Der Staatsgerichtshof zum Schuze der Republik hat das Berbot der Hamburger Bürgerglocke", der Roten Fahne" Berlin, der„ Westfälischen Arbeiterzeitung", der„ Gelsenkirchener Arbeiterzeitung" und der Roten Tribüne" Hagen aufgehoben, dagegen die Beschwerde der Rügener Zeitung zurückgewiesen. Das Verbot der„ Roten Fahne" war hier bei seiner Berhängung als gesetzlich nicht haltbar bezeichnet worden. Der Staatsgerichtshof hat den gleichen Standpunkt eingenommen. Ein Brief Lenins. Mostau, 20. September.( DE.) In der Eröffnungssigung des Allrussischen Kongresses der Gewerkschaften wurde ein Brief Lenins verlesen. Lenin schreibt: Die Beigerung der kapitalistischen Länder, Rußland Kredite zu gewähren, erschwert die Wiederaufrichtung der russischen Schwer. industrie. Von uns wird die Wiederherstellung des Privateigentums gefordert. Wir können und werden aber nicht nachgeben. Es bleibt ein schwerer und langwieriger Weg, den Staatsapparat allmählich auszubauen, die durch den Krieg zerstörte Wirtschaft wieder herzustellen und die Lage der Werktätigen zu bessern. Dies erfordert eine außergewöhnliche Anstrengung der Kräfte, aber der Gedanke, daß das Joch des Kapitalismus abgeschüttelt ist, gibt der Arbeiterklasse Mut zur Arbeit. Der auf dem Kongreß verlesene Brief bildet die erste öffentliche Aeußerung Lenins seit seiner legten Erfrankung. Wie von unter richteter Seite mitgeteilt wird, ist Lenin gegenwärtig soweit wieder hergestellt, daß er drei Stunden tägli arbeitet und Besucher empfängt. Auf dem Anfang November bevorstehenden Kongreß der Kommunistischen Internationale beabsichtigt Lenin, zum erstenmal wieder mit einer Rede persönlich hervorzutreten. In Berlin ist ein Bertreter der neu organisierten sowjet. russischen Telegraphenagentur( RTA) eingetroffen, um die Berliner Abteilung der Agentur zu organisieren. Gleichzeitig werden alle übrigen bisher in Berlin bestehenden Informationsorgane der Sowjetregierung liquidiert und die ganze sowjetrussische Informationstätigteit wird in der Abteilung der RTA. zusammen. gefaßt. " Auftakt in Gera. SPD. Gera, 20. September.( Eigener Drahtbericht.) Nach der Bahl des Bureaus und der Mandatsprüfungs- und Be In dem festlich geschmückten Saal der Tonhalle begann am schwerbefommission wird die übliche Geschäftsordnung angenommen Mittwoch, abends 6 Uhr, der letzte Parteitag der USP. Auf der und die Tagungszeit von 9 bis 1 und 3 bis 7 Uhr festgesetzt. Die Bühne des Saales stehen die Büsten von Marg und Lassalle. Das vorgeschlagene Tagesordnung lautet: Stirnband mahnt Proletarier, vereinigt Euch!", wäh- Ludwig. 1. Geschäftsbericht, Raffenbericht und Organisation, Referent 2. Bericht der Kontrollkommission, Referent Bod. rend ein symbolisches Bilo die Worte aller Länder" ersetzt. Etwa 3. Bericht der Reichstagsfraktion, Referent Dr. Moses. 4. Die 2500 Arbeiter und Arbeiterinnen von Gera und Umgebung wohnen Einigung des Proletariats, Referenten Crifpien und Lede. der feierlichen Eröffnung bei. Zahlreich sind auch die Gäfte aus bour. 5. Sonstige Anträge. 6. Wahl der zentralen Körperschaften. Deutschland und aus dem Auslande sowie die Pressevertreter erBorfigender Diffmann: Die zentralen Rörperschaften halten es schienen. Von bekannten ausländischen Genoffen sieht man zunächst für absolut notwendig, daß bei dem Fraktionsbericht auch Stellung Frizz Adler Wien und Tschernow- Berlin. genommen wird zu den brennenden inner- und außenpolitischen Dr. Her ein Referat über die Ernährungslage und über Problemen. Wir schlagen deshalb vor, daß Abgeordneter Genoffe die Getreideumlage hält und daß Genosse Dr. Hilferding, aller dings in der Debatte, vielleicht mit etwas verlängerber Redezeit, den Standpunkt unserer Partei zur Reparationsfrage, wie sie gegenwärtig liegt, präzisiert. Tagsüber hatten die zentralen Parteiförperschaften 3entral leitung, Rontrollausschuß und Parteiratfowie eine Vorbesprechung der Delegierten getagt. Bunft 6 Uhr stimmten die Arbeiterfänger das„ Heilige Feuer" an. Nach einem weiteren Chor begrüßte na uf- Gera den Parteitag, von dem die gesamte deutsche sezialdemokratische Arbeiterschaft erwarte, daß auf ihm nichts geschehen werde, was der Einigung schaden könnte. In seinem Rückblick auf die Thüringer Bartelgeschichte gedenft der Redner besonders des verstorbenen Genossen Emanuel Burm. Beim Kapp- Putsch und furz darauf hat das Geraer Proletariat die Anführer der Banditen zur Waffenstreckung gezwungen.( Lebh. Beifall.) Hierauf ergreift Crifpien das Wort, um den Parteitag namens der Zentralleitung zu eröffnen. Crifpien beginnt mit einem warm empfundenen und wirkungspollen Nachruf auf Heinrich Dieß und Otto Hue. Er bespricht dann die inerpolitische Entwicklung Deutschlands in den letzten Monaten, insbesondere feit der Ermorderung Rathenaus und fommt auf die sprechen. Ueberall zeigen sich 3eichen der allgemeinen Wettkämpfe der tapitalistischen Mächte in der ganzen Welt zu Auflösung. Leider ist bei weiten Streifen der Arbeiterschaft Bethargie zu verzeichnen. Die Arbeiter follten von der bürgerlichen Reaktion lernen, die nicht untätig beiseite steht und nicht daran denkt, fich von ihren Gegnern unterfriegen zu laffen. Die Reaffion rüstet zu einem Generalsturm, ber seinen Auftakt erleben wird, wenn der Reichstag wieder zufammentritt. Stinnes und die Herren vom schweren Kapital bereiten einen Angriff auf die Regierung vor. Sie fordern vier der wichtigsten Ministerposten. In dem Vertrag zwischen Stinnes und Lubersac ist die Mitwirkung der deutschen und franzöfifchen Arbeiterschaft ausgeschaltet, aber es sich bereits deutsche, französische und englische Arbeitervertreter zufammen gewefen und maren sich einig darüber, daß in allen drei Ländern das Proletariat fämpfen muß, um Anteil an diesem Abkommen zu haben, um mitzusprechen und um die Macht des Proletariats in diesen Vertrag einzuschalten. Begenüber den Angriffen der Rommunisten wiederholt Crispien die Feststellung der Gewerkschaften, daß Lüberfac in Berbindung steht mit zwei franzöfifchen Gewerkschaften, an deren Spitze Rommu niften stehen. faffen. In dem unausbleiblichen Entscheidungsfampf zwischen Rapi Der deutschnationale Bertretertag hat eine Rampfanfage er talismus und Sozialismus wird der Kommunismus auf der Strede bleiben. Traurig ist es, daß die Reaktionäre Helfershelfer in den Kommunisten finden, wie wir das foeben bei den thüringischen Wahlen erlebt haben. Die Rote Fahne" hat über den Ausgang biefer Wahlen triumphiert, und in Braunschweig und Sachsen, überall stürmen die Kommunisten gegen die sozialistischen Renierun gen an und berennen ebenso wie die Deutschnationalen die Machtposition des Proletariats. Wir aber bleiben freu dem Sozialismus, an deffen Zukunft wir fest glauben. Angesichts der Gerüchte, daß er seine Stellung zur Sowjetregierung geändert habe, veröffentlicht Magim Gorti in der Berliner sowjetfreundlichen Zeitung" Nafanune" einen Brief, in dem er erklärt, daß er die Sowjetregierung als die einzige Kraft betrachte, welche imftande sei, die Gleichgültigkeit der Massen des russischen Volkes zu überwinden und die Energie dieser Massen zur Wir fühlen uns Manns genug, in welcher Zeit wir auch find, gute Schöpfung neuer, gerechterer und vernünftigerer Lebensformen anzu- bewährte Sozialisten zu bleiben. Reiner von uns gibt seine Ueberfeuern. Jedoch fönne er sich mit dem Berhalten der Sow- deugung auf, feiner widerruft die Tat, die er getan hat im Inter effe des Proletariats. Stolz und aufrechten Herzens fchlagen wir jetregierung zur ruffischen Intelligenz nicht einverein in die Bruderhand, die uns entgegengeftredt ist, um an der standen erklären. Die Männer der Wissenschaft und Technik seien Einigung des Proletariats mit aller Kraft zu arbeiten,( 3uftimebensolche Schöpfer neuer Lebensformen wie Lenin und die übrigen Führer der größten aller Revolutionen. Männer, für die das Wohl des Volkes" kein leerer Klang sei, müßten zu einer Verständigung zu gelangen fuchen und dürften einander nicht ausrotten. entlang oder quer durchs Band, in den Niederungen raftend, im Minter besuchen diese Rüftenteile viele Gäfte des Nordens und Ostens. Es ist daher im Sinne unserer wissenschaftlichen und wirt schaftlichen Entwicklung eine berechtigte Forderung, in einem orni thologisch so reichen Gebiet eine Stätte zu schaffen, die diesen Aufgaben gerecht werden kann. Zu dem Zwecke ist die Norddeutsche Vogelwarte Rostod" begründet worden. Die Bogelwarte will nicht allein wissenschaftlicher Forschung dienen, sondern sie wird auch der wirtschaftlichen Bedeutung unserer Bogelwelt und unserer übrigen heimischen Tierwelt ihre besondere Aufmerksamkeit zu wenden. Dr. Wachs erläßt einen Aufruf, in dem er Mitglieder für diese Neugründung wirbt. Nähere Auskunft erteilt das Zoologische Institut der Universität Rostoc. mung.) Das Proletarat ist in Not, die Reaktion rüstet. Helfen wir dem Proletariat. Geben Sie ein leuchtendes Beispiel von Selbstverleugmug, brüden wir die persönlichen Bitternisse zurück, die wir alle erlebt haben. Das Proletariat fordert von uns, daß wir zeigen, daß wir die geschichtlichen Aufgaben begreifen, die uns die Gegen wart gestellt hat. Die Reaffion fann nur zerschlagen werden durch das einige, flaffenbewußt handelnde und fämpfende Proletariat. Das Klaffenbewußtsein, den Geist des Klassenlampfes wachzurufen in allen Männern und Frauen aller Länder, das ist unsere Auf gabe. So schaffen wir ein unüberwindliches Proletariat, das nicht nur fämpfen, das fiegen wird, das den Sozialismus zum Siege führen wird gegen alle Gewalten, die sich ihm entgegenstellen. Dieser Geist beseelt uns, und in diesem Geist werden wir arbeiten auf unserem Parteitag.( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Zu Borfizenden werden einstimmig gewählt Wilhelm Bod Gotha und Wilhelm Dittmann Berlin, die bereits auf dem Gründungsparteitag der USP. in Gotha den Borfiz geführt haben. Völkerbund und Reparationsproblem. I liftischen Barteien in Luremburg, Polen( Unabhängige), der Sdyweiz, Begrüßungsschreiben find eingegangen von den foziaItalien, Südslawien und von der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands, die die Anfunft ihres Vertreters Shinmell auf dem Barteitag ankündigt. ( Sozialdemokratische Partei Lettlands), Abramowitsch- Berlin( SoPersönlich erschienen sind Frau Kalnin- Riga zialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands), Schreider( Linke Sozialrevolutionäre), Tichernoff( Sozialrevolutionäre) und der Sekre tär der Wiener Internationale, Dr. Friedrich Adler- Wien. Es folgen Begrüßungsansprachen dieser ausländischen Bertreter. Ein Zwischenfall. " Bei den Begrüßungsreden der ausländischen Vertreter fommt es Ausdruck, daß in der Inschrift auf der Stirnwand des Saales Prolezu einem Zwischenfall. Schreider gibt seinem Erstaunen darüber tarier vereinigt Euch" die Worte„ aller Länder" fehlen. Er erklärt dann auch, daß er die bevorstehende Einigung nicht verstehen könne und ruft dem Barteitag zu: haben Sie mich verstanden, daß eine Revolution fommen muß und daß Sie dann Revolutionäre sein müssen!" gierten. Schreiber betont noch mehrmals seine Gegnerschaft gegen Diese Aussprache erweckt lebhafte Seiterfeit unter den Dele. die Einigung, bis schließlich der Vorsitzende Dittmann ihn mit dem Glockenzeichen unterbricht, da die Bersammlung in zunehmendem Maße Widerspruch erhoben hatte. Dittmann erflärt: Wir wollen unsere Gäste natürlich nicht hindern, zu sprechen, aber ich habe schon persönlich dem Genossen Schreider gesagt, daß er Gelegenheit bekommen wird, in der Einigungsdebatte feine Meimmg zu sagen. Aber er muß die Tages. ordnung des Parteitages refpettieren, und ich kann nicht zugeben, daß er jetzt in diesem Zeitpunkt den Rahmen einer Begrüßungsansprache überschreitet.( Bebh. Zustimmung.) Schreiber beginnt darauf gegen den Borsitzenden zu pole. misieren, was Dittmann durch erneutes Glodenzeichen abschneidet, worauf Schreiber abermals feine Meinung über die EiniParteitages. Ziemlich unvermittelt schließt dann Schreider mit gung wiederholt. Es tommt zu lebhaftem Widerspruch des dem Ruf:„ Es leben die sozialistischen Parteien von lints bis rechts!"( Lebhaftes Gelächter und Zwischenrufe: Auch rechts?") Eine sehr lange Rede hielt Friedrich Adler- Wien. Er erflärte u. a., daß die bevorstehende Einigung in Deutschland die Internationale Arbeitsgemeinschaft fozialistischer Parteien in eine sehr schwierige Situation bringe, aber angesichts der jeßigen Lage nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern, die weit weniger eine revolutionäre, als eine tonterrevolutionäre Welle bringe, gegen die es zu kämpfen gelte, wolle und könne er nicht namens der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Einspruch gegen die Einigung erheben. Er bespricht dann die Geschichte der Parteispaltung in Deutschland, die er zwar überaus bedauert, aber doch wiederum hiftorisch zu rechtfertigen versucht. Schließlich betont er wiederholt, daß die USP., so wie bisher, auch weiterhin der Bannerträger des Sozialismus und des Klassenkampfes fein und bleiben werde. Die Barteiverhältnisse in Deutschösterreich zeigten, daß sehr wohl die beiden Richtungen in der Partei nebeneinander bestehen fönnen, von denen die eine den Tagestampf und die Gegen wartsfragen in den Bordergrund stelle, die andere aber die Zukunft, die fommen werde und tommen müsse. Adler ruft der USP. zu, in 3ufunft auch eingebent zu sein ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer Entwicklung und dahin zu arbeiten, daß es zu jener Internationale fommen fönne, die fommen werde und kommen müsse, die alle sozialistischen Arbeiterparteien der Welt umspanne. Die wahre Kunst der Politik sei es, den Kampf für die Tagesforde rungen so zu führen, daß die Kampfesinteressen für die Zukunft für den Sozialismus nicht in den Hintergrund treten. Die Rede Friedrich Adlers, die nicht unwidersprochen blieb, wurde mit mäßigem Beifall aufgenommen. Darauf vertagt sich der Parteitag auf Donnerstag früh 9 Uhr. ganisation soweit gebiehen ist, um selbständig unter dem Namen Nansen Wert" fortgeführt werden zu können. Die deutsche Genf entfandt. Regierung sowie auch das deutsche Rote Kreuz hatten Bertreter nach Berdientes Lob. Die Deutsche Zeitung" freut sich über die Auflösung des Sächsischen Landtags und schreibt: Dadurch, daß die Kommunisten jest enblich einmal bei der Stange blieben und mit für die Auflösung ftimmmunisten haben das Lob des deutschvölkischen Blattes reblich verten, ist die erste Möglichkeit zur Tatsache geworden." Die Kom dient mer will es leugnen?! Feuerfeste Tragflächen für Flugzeuge. Die Experimente, die mon während des Krieges mit 3ellstoff anstellte, um die Tragflächen der Flugzeuge vor Feuer zu schüßen, haben zu der Herstellung über die Reparationsfrage, den der französische Delegierte, Genf, 20. September.( WTB.) In dem Resolutionsentwurf einer fünstlichen Seide geführt. Die Entdeckung geht von Henry Dreyfus aus, der während des Krieges aus der Schweiz fich Senator De Jouvenel, morgen, Donnerstag, im Dritten Ausnach England begab, um dort seine Bersuche zur Herstellung feuerschuß der Völkerbundsversammlung( Abrüftung) einbringen wird, fefter Tragflächen anzustellen. Der Erfolg seiner Experimente hatte heißt es: die Aufmerksamkeit einiger belgischer Finanzleute auf sich gelenkt, Die Bersammlung spricht den Wunsch aus, daß in dem Maße, die nunmehr zu der Herstellung feiner fünftlichen Seide, die alle in dem diese Fragen( Balutakrise, Wirtschaftskrise usw.) unter allei. anderen bisher verfertigten bei weitem übertraf, ihre Unterstüßung niger Mitwirkung der europäischen Nationen geregelt werden können, gaben. bie Signatarregierungen der Verträge und internationalen AbEine Riesenbeute der amerikanischen Zollverwaltung. In dem tommen, deren Gegenstand diese Fragen sind und in deren Rahmen Finanzjahr Juni 1921 bis Juni 1922 hat allein die 3ollbehörde von fie ins Auge gefaßt werden müssen, so schnell wie möglich Paul Hirsch. Berlin 1922. 3... Die Nacht und BuchhandGemeindepolifit. Erläuterungen zum Görlizer Programm. Bon New York beschlagnahmt: 25 Fäffer Altohol, 121 922 Flaschen alto zu einer Gesamtlösung des Reparationsproblems lung Vorwärts, Berlin. Preis 7,50 M. Genosse Paul Hirsch, der holischer Getränke, 220 Pfund Opium, 50 Pfund Kobain, 50 Pfund und des Problems der interalliierten Schulden ge- zu den besten Kennern der theoretischen Grundfragen der deutschen Morphium, 128 Revolver, 368 Paradiesvögel, 459 Pabebe Reiherfedern, 60 Diamantringe, 400 obszöne Photographien, 15 Automo- langen. Sie spricht weiterhin den Wunsch aus, daß der Böllerbunds. Städteverwaltung und zu den erfolgreichsten prabfischen Gemeindebile, 3 Räbne und einen transatlantischen Dampfer. Die Fahrzeuge rat allen Bemühungen, die in diesem Sinne von den interessierten politifern zählt, gestaltet in feinem Schriftchen ,, Gemeindepolitik" die wurden beschlagnahmt, weil sie Sontrebande transportierten. Außer Regierungen gemacht werden, ständige Aufmerksamkeit schenft, wo in Görlig beschlossenen tommunalpolitischen Leitfäße zu einem wegdem entdeckten die Rollbeamten an Bord der Schiffe 50 Chinesen und bei vorausgesetzt wird, daß der Rat bei der Lösung dieser Probleme meifenden Kommunalprogramm aus. Er arbeitet zielfiar 9 Italiener, die sich ohne Borwissen ber Rapitäne eingeschlichen nicht nüßlich mitwirten fann, falls die Regierungen ihn nicht und der soziawirtschaftichen Aufgaben der Gemeinde hin. Besonders auf eine Berbreiterung und Bertiefung der politisch- demokratischen hatten. dazu auffordern. wertvoll find seine Ausführungen über die Schaffung eines einheitlichen Verwaltungsförpers, in dem sich das Prinzip der Selbstverbefoldete Organ der Bürgervertretung, der Fachbeamte als der GeGenf, 20. September.( WIB.) Das Internationale bilfe des fommunalen Fachverwaltungsausschusses. Die gesamte Hilfstomitee für das hungernde Rußland ist gestern zu einer Bureaukratie eines Verwaltungskörpers ist der Bürgervertretung furzen Tagung zusammengetreten und nahm Berichte Nansens tung stellt Hirsch den Grundfaß auf, daß diefe Berwaltung nur in und seiner Mitarbeiter über die Lage in Rußland entgegen, aus den Borschriften der geltenden Reichs- und Staatsgefeße Eine fulturpolitische Tagung wird von der Voltshochschule Thüringen in den Tagen vom 9. bis 12. Oftober in ena ver denen hervorgeht daß bisher 1½ Millionen Hungernde gerettet Schranken finden solle. Sehr bemerkenswert sind die Darlegungen anstaltet werden. Eine Reihe hervorragender Fachmänner wird über die werden fonnten. Leider ist die Lage aber noch überaus ernst. Die Hirschs über Aufgaben der fommunalen Sozialisierung. Er schließt Rusammenhänge der heutigen Bildungsarbeit mit den wirtschaftlichen, poli. Ernte wird weniger gut ausfallen, als man vor einigen Mo- feine Darlegung mit den Worten:„ Trotz aller Gegenströmungen, die fischen und wissenschaftlichen Umwälzungen unserer Tage sprechen. Es werden Themen behandelt wie die innerpolitische Lage und die Binchologie naten hoffen fonnte. So ist im olgagebiet ein Defizit von sich in Interessentenkreisen bemerkbar machen und das Zustandekomder Barteien, die Strifis der Wissenschaft, die Wandlungen der Weltanschauung, 1 Million Tonnen zu erwarten. Man muß mit dem Wiederausbruch men des Kommunalisierungsgefeges zu hintertreiben fuchen, ist seine der Neubau der Schule, die geistige Lage der Massen. Daran soll sich eine der Hungersnot in zwei oder drei Monaten rechnen. Auch in der Berabschiedung nur noch eine Frage der Zeit. Möge es gelingen, eingebende Aussprache schließen. Ukraine ist die Bage äußerst ernst. Hungersnot und Epidemien recht bald eine gefegliche Regelung zu finden, die es den Gemeinden Bolichewisten Memoiren. Wie die Sowjetpreffe berichtet, erscheinen wüten hier gemeinsam weiter. ermöglicht, fidh in umfangreicherer Weise als bisher auf diesem so demnächst die Memoiren des Volkskommiffars für Berkehrswesen, wichtigen Gebiete zu betätigen." Und gerabe zu dieser Betätigung Diber bindi. Das Buchh trägt den Titel Notizen eines Die Beratungen des Komitees werden noch etwa zwei bis drei regt die Schrift unseres Genossen Hirsch wirkungsvoll und begeiste= ¡ Tage andauern, worauf es sich auflösen wird, da Nansens Or- rungwedend an. Serbert Gulenberg ist von der Leifung der New Yorker StaatsStaaten eingeladen worden. Er soll in diesem Winter dort in Städten mit deutscher Bevölkerung aus eigenen Dichtungen sprechen. geitung zu einer zweimonatigen Wortragsreife durch die Bereinigten Junge Dichter vor die Front!" Der zweite Abend findet am 25., abds. 8 Uhr, im Leifing- Museum, Brüderstr. 13, statt und ist Erich Wentscher gewidmet. Sprecher: Franz Konrad Hoefert. Revolutionärs". Rußland vor einer neuen Hungersnot? waltung am reinsten ausprägt. Der Bürgermeister erscheint als bas Gewerkschaftsbewegung auf das Schändliche ihres Treibens hingewiesen werden und ist der Verbands- und Parteimitgliedsbuch. Aus der Bauarbeiter- Internationale. Die Bauarbeiter- Internationale hält am 2. Oftober 1922 und folgende Tage in Wien im Sigungsfaale der Arbeiterkammer ihre 5. Ronferenz ab. Am 1. Oktober tritt der Gesamtvorstand zu feiner jährlichen Sigung zusammen. Außer der Konferenz der Bauarbeiter- Internationale werden ebenfalls in Wien am 3. Oktober ein allgemeiner internatio naler Bauarbeiterfongreß und am 4. Oftober ein internationaler Baugildentongreß tagen. Der allgemeine internationale Bauarbeiterfongreß soll in der Hauptsache die Ges legenheit zu einer Aussprache mit jenen Bauarbeiterorganisationen sein, die heute der Bauarbeiter- Internationale noch nicht angehören. Am Baugildenkongreß wird zu prüfen sein, in welcher Weise den sozialen Baubetrieben in den einzelnen Ländern durch internationale Zusammenarbeit gedient werden kann. Aus dem Bericht des Sekretärs ist zu entnehmen, daß zu den neun Verbänden mit 605 000 Mitgliedern, die im Oktober 1919 zur Wiedererrichtung der Bauarbeiter- Internationale in Amsterdam zusammentraten, im Laufe der Berichtszeit 13 neue Verbände hinzugekommen sind. Damit sind der Bauarbeiter- Internationale heute angeschloffen 22 Berbände in 17 Ländern mit über 1 200 000 Mitgliedern. Den Hauptanteil an dieser Zahl stellen die Bauarbeiterverbände in Deutschland und England. Der geschäftsführende Ausschuß beantragt eine Aenderung der bisherigen Sagung, die besonders auf die Beitragsleistung gerichtet ist. Die bisherige Art der Beitragsberechnung bedeutet für eine Anzahl der angeschlossenen Organisationen eine Ungerechtigkeit. Nach der vorgeschlagenen Aenderung soll der Beitrag für das Mitglied und Jahr 2 Centimes Schweizer Währung betragen. Von Wichtigkeit für die Weiterentwicklung der BauarbeiterInternationale, deren Ziel die internationale Zusammenfassung aller baugewerblichen Arbeiter ist, dürfte die in der Sagungsänderung vorgesehene Berufsgruppenvertretung im Gesamtvorstand sein. Die diesbezüglichen Bestimmungen lauten: Der Gesamtvorstand wird von der Konferenz gewählt und bes steht aus dem geschäftsführenden Ausschuß: dem Vorsitzenden, dem Raffierer und dem Sefretär fomie aus fünf Beiräten und den Berufsgruppenobleuten. Die 5 Beiräte sind den zu bildenden 5 Länder gruppen zu entnehmen. Jede Berufsgruppe, ausgenommen jene, die durch die Beiräte der Ländergruppen eine Bertretung haben, wählt einen Obmann in den Gesamtvorstand. Die einzelnen Berufsgruppen fönnen ihren Beruf betreffende Erhebungen und Statistiken veranstalten und besondere technische Ronferenzen abhalten. Solche Konferenzen werden auf Antrag des Berufsgruppenobmannes vom geschäftsführenden Ausschuß einberufen und sollen möglichst gleichzeitig mit der, Konferenz der BauarbeiterInternationale stattfinden. " ,, Mißbrauchte Unterschrift!" vornehmen. Alle, die bei solchen Arbeiten betroffen werden, müssen| Festfalen, Naunyn str. 27. Zutritt nur nach Ausweis durch Streifleitung Melchiorstr. 15, Telephon Morippl. 1854, sofort davon Mitteilung zu machen. Ausreden und Entschuldigungen gibt es Ein Erfolg der französischen Seeleute. Nach einer Meldung des feine, denn es werden von der Streifleitung keinerlei Arbeits- Journal" aus Marseille haben die Marseiller Schiffsgefell. berechtigungsfarten ausgegeben. Jeder, der bei der Arbeit betroffen tom men getroffen, wonach bis auf weiteres der Achtschaften mit dem Seeleuteverband ein vorübergehendes bwird, ist Streifbrecher. Die nächste Streitversammlung ist freitag beibehalten wird. Danach ist die Abfahrt aller Schiffe sichergestellt. stundentag an Bord aller Schiffe des Marseiller Hafens weiter vormittag 11 Uhr in der„ Neuen Welt". Hasenbeide. Post- Abonnenten D amit die regelmäßige Zustellung des „ Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebfame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bef dem zuständigen Postamt sofort zu erneuern. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Die Löhne im Berliner Schuhmachergewerbe. Durch Vereinbarung zwischen dem Verein Berliner Maßschuhmachermeister und dem Zentralverband der Schuhmacher find folgende Löhne für die zweite Hälfte des Monats September festgelegt: 1. Der Mindeststundenlohn für männliche Zeitlohnarbeiter und als Affordbasis für neue Arbeiten beträgt: ab 11. September 70 M., ab 18. September 75 M., ab 25. September 80 M. 2. Der Mindest zeitlohn für weibliche Arbeiter und als Affordbafis für Reparaturen beträgt in derselben Zeit 67 M., 72 M. und 77 M. Streik im Altmetallhandel! Die Arbeiterschaft des Altmetallhandels steht seit acht Tagen im Streit. Direkte Verhandlungen führten zu feinem Ergebnis. Die Arbeiterschaft war durch den schleppenden Gang der Verband lungen, der bei dem Groß- Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels feine Seltenheit ist, und über das ablehnende Verhalten der Arbeitgeber zu ihren bescheidenen Forderungen empört und beschloß einstimmig den Streif. Sechzehn Firmen, die etwa 4 der Arbeiter beschäftigen, haben die Forderungen bereits anerkannt. Es wird erwartet, daß insbesondere die Transportarbeiter und Speditionsarbeiter beste Solidarität üben und jede Streitarbeit berteigern. Deutscher Transportarbeiter- Berband Bezirk Groß- Berlin( Handelsarbeiter). Leiftungsfähigkeit des ZDA. Zentralverband der Angestellten. Gemeindebeörden: Die für heute abend angefeßte Funktionärversammlung findet nicht, wie irrtümlich angegeben, nur für die Verwaltungsangestellten, sondern für alle unt tionäre der Fachgruppe Gemeindebehörden statt. Deutscher Werkmeisterverband. Versammlung aller Werkmeister und technischen Angestellten der Kartonnagenbranche Donnerstag 5 Uhr im Klubhaus, Ohmstraße. Wirtschaft Die Kohlenförderung des Ruhrbedens im August 1922. Die Kohlenförderung des Ruhrbedens( einschließ lich der linksrheinischen Zechen) hat betragen: Gesamt förderung . arbeitstägliche Förderung Zahl der Arbeitstage 8 336 773 t 27 308 769 t 7 864 200 t 26 302 469 t • 8 068 065 t 9 795 236 t 27 298 817 t 26 376 740 t August 1922. Juli 1922 August 1921. August 1913. Im August 1922 war mithin die Gesamtförderung rund 472 500 Tonnen höher als im Vormonat. Die arbeitstägliche Förderung ist gegenüber dem Vormonat um rund 6300 Tonnen gestiegen. Das günstigere Gesamtergebnis ist, so meldet der amtliche Bericht, einmal auf die größere Zahl der Arbeitstage( 27 gegen 26), ferner aber auch auf die Zunahme an Arbeitskräften zurückzuführen. Das ist für die arbeitstägliche Förde rung nicht zutreffend. Denn diese ist um 2 Proz. gestiegen, während die Arbeiterzahl noch nicht um 1 Proz. zugenommen hat. Diese Art der Berichterstattung, die eine tatsächliche Mehr leistung der Bergarbeiter verschweigt, ist zurückzuweisen und jedenfalls nicht geeignet, die Arbeitsfreude der Bergarbeiter zu förbern. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter betrug Ende August 1922 544 538 gegen 539 472 im Juli 1922. An Kots wurden im Auguft 2 176 208 Tonnen hergestellt oder täglich 70 200 Tonnen gegen 2 105 706 Tonnen oder täglich 67 926 Tonnen im Juli 1922. Die Brifett herstellung betrug im Auguft 1922 375 191 ( arbeitstäglich 13 896) Tonnen gegen 352 784( arbeitstäglich 13 569) Tommen im Juli 1922. Aus der Nebenprobuftengewinnung wird berichtet: Seit Ende August sind die Preise für Benzol unverändert geblieben. Da der Bedarf in Deutschland in lge der Rwangslieferungen an Frankreich nicht entfernt gedeckt werden kann, wird unvermischtes Benzol durch die Kleinverkaufsstellen nicht mehr abgegeben. Zum Bertauf gelangt nur noch Tetralitbenzol, das sich in allen Motoren glänzend bewährt hat. Zu dieser in Nr. 439 des„ Borwärts" veröffentlichten Mitteilung der Filmgewerkschaft schickt uns der Verein der Lichtbildtheaterbefizer Groß- Berlin eine Berichtigung unter Berufung auf§ 11 des Breßgefeßes. Bei den noch aushängenden Plakaten handle es sich um Beröffentlichungen an das Publikum, die im Frühjahr d. J. in Ge Devisenkurse. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende meinschaft mit der deutschen Filmgewerkschaft vorgenommen sind. amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 Schweizer Frant 27315,80 Bon diesem Plakat sind Neudrucke nicht vorgenommen, und der Geld, 27384,20 Brief; 100 ipanische Besetas 22022,40( Beld, 22077,60 Inhalt der Plakate deckt sich vollkommen mit den getroffenen Ver100 einbarungen, die protokollarisch festgelegt sind. Die Unterschrift ift verbänden für das vierte Quartal 1921 ergibt sich, daß der 3d2, an Polenmart galten im freien Berkehr etwa 19 M. Aus der Statistit über die Stellenlosigkeit in den Angestellten- Brief; 1 brasilianischer Milreis 179,77 Geld, 180,23 Brief. teinesfalls mißbraucht, sondern ausdrücklich von der Deutschen Film- 1038 Mitglieder für 31 601 Unterſtügungstage insgesamt prüfungsstellen in Thüringen sind, um bei der strafrechtDer Kampf gegen den Wucher. Die Leiter der Preis. gewertschaft genehmigt. Der Umstand, daß zurzeit ein Tarif zwischen 202742 M. Stellenlofenunterstügung zahlte. Hinterlichen der Deutschen Filmgewerkschaft und uns nicht besteht, ändert an diesen Zahlen verschwinden die gegnerischen Berbände fast gänzlich. lichen Bekämpfung der Preistreiberei und des Wuchers nachdrückdiefer Tatsache durchaus nichts, besonders, da nicht wir, sondern die Während der Verband der weiblichen Handels- und Bureau licher mitwirten zu können, vom Thüringischen Justizministerium Deutsche Filmgewerkschaft tarifbrüchig geworden ist. Um jedes angestellten( Bw2.) nur 96 Mitglieder an 2482 Tagen mit insgesamt im Einvernehmen mit dem Ministerium des Innern zu Hilfs. Mißverständnis auszuschalten und die unberechtigte Erregung ein- 14536 M. unterſtügte, brachte es der Deutsch nationale hand- organen der Staatsanwaltschaft beſtellt worden. Als zudämmen, werden wir die Lichtbildtheaterbefizer anhalten, da, lungsgehilfenverband( DB.) auf 138 Mitglieder, die an zusammen solche haben sie nunmehr die Befugnis, bei Gefahr im Verzug wo die Platate noch ausgehängt sind, die Unterschrift der Deutschen 3654 Tagen 10135 m. Unterstützung erhielten. Der sogenannte selber beschlagnahmen und Durchsuchungen anzuordnen. Filmgewerkschaft zu überkleben." Gen erkschaftsbund der Angestellten( GDA.) unterstützte 521 stellenlose Für die Wiedereinführung der Kartoffelzwangswirtschaft. Der Diese Berichtigung ändert an der Tatsache durchaus nichts", Mitglieder an 19 688 Tagen mit 85778 m. Vorstand des sächsischen Gemeindetages hat sich in daß der Berein der Lichtbildtheaterbesiger den Tarifvertrag mit der Die Zahl der vom 3d. unterstützten Mitglieder wie auch der einer fünfstündigen Sigung mit Wirtschaftsfragen, insbesondere Filmgewerkschaft als aufgehoben erklärt hat, ein Teil der Unternehmer Unterstützungsbetrag selber betrugen also mithin weit mehr als das, mit der Kartoffelversorgung befaßt. Dabei hat sich eine Mehr aber trotzdem das Bewilligungsplatat weiter aus was alle drei gegnerischen Verbände zusammengenommen leisteten. 5eit für Wiedereinführung der 8 wangswirtschaft in der hängen ließ, wodurch der Anschein erwedt wurde, als sei Infolge der fortschreitenden Geldentwertung und der damit verbun- Kartoffelversorgung ergeben. Es ist beschlossen worden, von der nach wie vor zwischen den beiderseitigen Organisationen alles in denen Herauffehung der Unterstützungssäge find natürlich die Regierung Mittel anzufordern, um die Gemeinden in die Lage zu bester Ordnung. Auch jetzt noch sollen nicht etwa diefe platate Gummen, die heute vom ZdA. zur Auszahlung gelang, bei weitem verfegen, Kartoffel für Minderbemittelte borschußentfernt, sondern nur die Unterschrift der Filmgewerkschaft höher. übertlebt werden. Daraus geht deutlich hervor, daß der 3d2. nicht nur im wirtDas Publikum wird dann allerdings aus der übertlebschaftlichen Kampfe führend vorangeht, sondern für seine Mitglieder ten Unterschrift der Gewerkschaft auf den Plakaten ohne auch die besten und leistungsfähigsten Unterstützungseinrichtungen weiteres den Schluß ziehen fönnen, daß die Sache mit dem befigt. Er sorgt für seine Mitglieder in gleicher Weise für eine VerBlatat nicht in Ordnung ist. Berichtigung also nicht um eine gefälschte Unterschrift, sondern um den Wechselfällen des Lebens. Es handelt sich nach diefer befferung ihrer Lage, sowohl wenn sie in der Arbeit stehen wie bei einen Mißbrauch des Platats und der darauf im Frühjahr Alle faufmännischen und Bureauangestellten, die sich noch in geleisteten, jetzt nicht mehr gültigen Unterschrift. Dieser den gegnerischen Verbänden befinden, tun gut daran, in den Mißbrauch durch einen Teil der Besizer kann auch durch die Be- 3entralverband der Angestellten überzutreten. richtigung des Vereins nicht aus der Welt berichtigt werden, sondern nur durch Entfernung der Platate. weise zu beschaffen. Endlich soll an das Reich herangetreten werden mit dem Ersuchen, Mittel zur Verbilligung der Kartoffelbeschaffung zur Verfügung zu stellen. Von einer Eindeckung der Gemeinden mit Kartoffeln für die Gesamtbevölkerung muß abgesehen werden, da bei den hohen Preisen Summen notwendig wären, die die Gemeinden unmöglich aufbringen können. Die Organifafion der Eisenbahnwerkstätten. Im Organisationsausschuß des Reichsvertehrsministeriums wurde die Ausgestaltung und Eingliederung der Werkstätten in den Organismus der Reichsbahn erörtert. Der Berichterstatter legte dar, daß in der Frage der Neuorganisation der Werkstätten die Der Streik der Darmarbeiter ist beendet. Bemühungen der Verwaltung zu einem wirtschaftlichen Arbeiten Der Streit der Rohrleger, Helfer und Bauhandwerker! der Arbeitgeber verursachte Streit beendet worden. Das geschlossene hätten. Es scheine zwedmäßig, die Werkstätten in technischer und Nach zweitägiger Dauer ist der durch die ablehnende Haltung der Wertstätten weitsichtige Erfolge bereits gezeitigt Wie wir von der Streitleitung erfahren, versuchen die Unter- Bufammenhalten der Arbeitnehmer brachte ihnen einen schönen wirtschaftlicher Hinsicht möglichst selbständig zu machen, welche nehmer auf Umwegen zu einer Fertigstellung ihrer dringendsten Erfolg. Maßnahmen hierzu erforderlich wären, stehe noch nicht fest. Zur Arbeiten zu gelangen. Es laufen nämlich eine große Anzahl von In später Abendstunde wurde das Verhandlungsresultat ange- weiteren Bearbeitung aller Fragen wurde ein Unterausschuß aus je Anträgen ein, die die Ausführung von sogenannten Notstands. nommen. Demnach erhöhen fich die Löhne ab 15. September um bier Mitgliedern der Verwaltung und der Personalvertretung eins arbeiten betreffen. Würde die Streitleitung allen diesen An- 90 Broz. Der Spigenlohn beträgt nunmehr bis zum 30. September gefeßt. trägen stattgeben, so gäbe es bald teine anderen Arbeiten mehr, 8823 m. Durch das rasche Handeln der Organisationsleitung Der neue amerikanische Zollfarif, der eine wesentliche Ver als Notftandsarbeiten". Einzelne Auftraggeber haben sich auch wurden der Allgemeinheit bedeutende Werte erhalten und den Arschärfung des Schutzzollsystems der Vereinigten Staaten bringt, bereits an das Reichsarbeitsministerium gewandt und dieses zum beitern ein Lohnaufschlag von wöchentlich 1818 M. gesichert. Eingreifen aufgefordert. Solange aber die Unternehmer im Rohr- Mit Ausnahme der Firma Otto Schröder, Lichtenberg. leger- und Klempnergewerbe glauben, ihre Arbeitnehmer besonders Landsberger Chaussee 11, wurde die Forderung von allen ausbeuten zu fönnen und fich als Schrittmacher des Scharfmacher Firmen anerkannt. Die Organisation behält sich gegen diese tums im Baugewerbe benutzen lassen, darf sich niemand wundern, Firma weitere Schritte vor. wenn der Kampf mit aller Energie weitergeführt wird. Der Streit steht sehr gut. Es find alle Arbeitsstellen still- DEB.- Eisenbahner der Richtung Amfterdam! Die Versamm gelegt. Bereinzelt gibt es auch Streitbrecher, die Reparaturarbeiten lung aller DEV.- Mitglieder der Richtung Amsterdam heute abend an Bafferleitungen, Heizungsanlagen ausführen oder Dachreparaturen 6 Uhr ist nicht in den Sophiensälen, sondern in Graumanns ist, wie der deutsch- amerikanische Wirtschaftsverband mitteilt, vom Präsidenten Harding unterschrieben worden, so daß er in der Nacht vom 20. zum 21. September in Kraft tritt. Alle nach diesem Zeitpunkt aus dem Zollhaus entnommenen Waren unterliegen nunmehr den neuen Zöllen. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". Tiefz BILLIGE Lebensmittel Verkauf nur sowelt Vorrat Kochäpfel...... Pfund 350 Kochbirnen... Pfund 450 Essbirnen Gute Louise 975 kronen, Pfd.1250 Tafelbirnen Pfund KaiserHasenköpfe, 550 Essäpfel Pfund Gravensteiner Pfd. 1100 Räucherw. Fische Sprotten... Plund 68.00 Flundern geräuch., Pid. 70.00 Leb. Karpfen Plund 130.00 108 Leipziger Strasse Fleisch Alexanderplatz Suppenfleisch.. Rinderbrust Schmorfleisch Pfund 74.⁰⁰ Verkauf nur sowelt Vorrat Wurstwaren Pfund 80 co Pfund 8200 Sülzwurst...... Plund 150.00 MettwurstArt... Plan 195.00 Zervelatwurst Pjund 240.00 mit Knochen Leb. Schleie. Plund 155.00 Hammel- Vorderund 8000 Corned beef..Pfund 160.00 Käse Schlosskäse...... Stück 19.00 Kräuterkäse.... Stück 23.00 gepökelt Hammel- Keulen .... Pfund 8800 Schweinerippen Plund 90°° fottes Ochsenfleisch 9500 Pfund Camembert.... Stack 45.00 Kaninchen und Füsse fund 60°° Käse Weisskäse...... Plund 28.00 Tilsiter Käse Plunc 120.00 Spitzkäse..... Pfund 120.00 440 Pflaumen blane, Pfd. Kartoffeln..... Pfund 360 Weisskohl...... Pfund 450 Rotkohl.......... Pfund 550 Kürbis....... .......... Pfund 300 Zwiebeln....... Pfund Pfund 750 Sonnabend, den 23. September, bleiben unsere Häuser geschlossen