Nr.456 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 224 Bezugspreis: Für den Monat September 200,- DL, noraus zahlbar. Unter Kreuzband füir Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, fowie Defterreich und Luremburg 248,-, für das übrige Ausland 282,-. Poftbeftellungen nehmen an Belgien, Dänemart. Eng. land, Eftland, Finnland, Frankreich, Holland. Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho flowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit ber Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Bellage„ Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Soun tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 6 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Ronpareillezeile toftet 40.- 9. Stetamezeile 180,- Wt. AleineAnzeigen" bas fettgedruckte Wort 12, M.( zulässig awei fetigebruckte Borte), jedes weitere Wort 10, M. 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September 1922 erschienenen Heft der ayten des Finanzfomitees des Völkerbundes über die Pläne der die Aussprache über die Anträge des Abrüftungsaus Mitteilungen des Verbandes der deutschen Hochschulen" Grünburg einer österreichischen Notenbank ist das komitee der An- fuffes fort, ohne zu einem Abschluß zu gelangen, Fisher- Eng- unterzieht Herr Professor Dr. R. Schend die zum Schuße ficht, daß der Plan bel einer entsprechenden bänderung ge- land, der wie de Jouvenel an die Invasion Belgiens durch der Republik an die Hochschulen ergangenen Verordnungen mäh den folgenden Empfehlungen einen nühlichen, ja jogar unent- Deutschland erinnerie, erklärte, wie bereits in der Kommission, daß des sächsischen und thüringischen Unterrichtsministeriums einer behrlichen Teil der notwendigen öfterreichischen Wiederaufbaumaß- problems wünschenswert sei. Er teilte seine Zustimmung mit stellung der Tatsachen ist und einer unwerdientenz Deutschlands Mitarbeit an der Lösung des Reparations. Kritit, die eigentlich milde ausgedrückt eine pollständige Um= nahmen bildet. Das komitee ist jedoch der Unsicht: a) daß das ge- zu der gemeinsamen Behandlung der Frage der Reparationsschulden Lächerlichmachung der verantwortlichen Regierungen gleich= plante Sapital von 100 Millionen Goldfranken durchaus zu hoch und der interalliierten Schulden. Wenn der Böllerbund sich auch kommt, wie folgende Auslassungen zeigen: ift, 30 Millionen dürffen genügen; b) von der Garantierung ohne den Wunsch der Regierungen nicht in die Frage einmischen des Banttapitals fowie feiner entsprechenden Berzinsung durch den dürfe, sei doch zu hoffen, daß, falls die Regierungen zu feinem ErWer Professoren und Studenten näher tennt, weiß, daß, wid Staat sollte abgesehen werden; c) das Bankfapital foll durch gebnis fämen, der Völkerbund sich mit der Frage befassen würde. verschieden auch die Weltanschauungen in diesen Kreifen sein mögen, private Zeichnungen aufgebracht werden; d) die gegenwärtige Hymans- Belgien griff ebenfalls, und zwar sehr lebhaft, auf die niemand daran denkt, durch Gewaltmaßnahmen eine Men Beftimmung, daß die Generalräte und ihre Erfahmänner, die von Kriegserinnerungen zurüd, heb nachdrücklich das unbestreit. derung unserer politischen Zustände herbeiführen zu wollen. Boli. der Generalversammlung gewählt werden, der Bestätigung durch die bare Recht Belgiens hervor, burch seine Angreifer entschädigt tischer Mord bleibt Wahnsinn, gewalttätige Beunruhigung unseres Regierung bedürfen, follie gestrichen werden. Das komitee wünscht tonte, daß troß allen Willens, zu einer Beruhigung ber Geister zu Berbrechen; das ist die aufrichtige Meinung der gesamten akade zu werden, warnte vor einseitiger(??) Abrüstung und beschwerkranten Boltstörpers und Störung des Genesungsprozesses ein hervorzuheben, daß die Notenbank zur Wiederherstellung der Kredit- gelangen, die Erinnerung an die Toten, an den Heldenmut organisation Defterreichs beitragen fann, wenn die energischen der Krieger und an den Sieg des Rechtes weiter leben würde. mischen Welt. Reformen, welche zur Herstellung des budgetären Gleichgewichts notwendig sind, zur Durchführung gelangen und die für die Uebergangszeit unentbehrlichen Kredite erlangt werden. Selbst dann fann der endgültige Erfolg der Bant erst gesichert sein, wenn sich die wirtschaftliche Cage Desterreichs forfschreitend verbessert. Loudon- Holland wies auf das Intereffe hin, das die ebenfalls Deshalb war es auch nicht weise, für sie besondere Bestimmun fchwer unter der Balutakrise leidenden Neutralen an einer Lösung gen zu erlassen, welche die betroffenen Hochschulen zwar mit Ruhe ber finanziellen Probleme und der Beruhigung der Geister haben. entgegennehmen werden. Denn ein Kampf gegen die Gimeno- Spanien betonte den Friedenswillen seines Landes, hochschulen bringt dem Lande keinen Borteil; das Ausland, das feine Mitarbeit an loyalen Werken der Versöhnung nicht ver- foreit ihm an einer herabdrückung Deutschlands auch in geistiger fagen werde. und wissenschaftlicher Beziehung liegt, wird darüber frohloden, und Wien, 25. September.( WIB.) Das Bundesgefehblatt ver- Der persische Delegierte hielt eine längere pazifistische soweit es objektiv ist, wird es denten wie der französische Graf öffentlicht eine Verordnung der Bundesregierung betreffend Ge- Rede, in der er u. a. die Einberufung einer Konferenz für die Bes de Serre, welcher im Jahre 1818 an Niebuhr schrieb:„ Eure nehmigung der Ausgabe von neuen Banknoten der Desterreich- handlung des Friedensproblems forderte, auf der auch die BerStaatsmänner tun mir leib, sie führen Krieg mit Stubentem. einigten Staaten, Deutschland, Rußland und die Türkei vertreten fein sollten. Zunächst möchte ich Herrn Professor Schend doch einNachdem noch der dänische Delegierte Munch für die Anträge mal bitten, bevor er von der gesamten akademischen ber interparlamentarischen Konferenz auf Abschaffung der an- Welt spricht, sich zu erinnern, daß gerade Studenten an den gemeinen Dienstpflicht eingetreten war, vertagte die Bersammlung Ermordungen republikanischer Staatsmänner, wie Eisner, Sie weitere Debate auf morgen, Mittwoch. Ungarischen Bank ju 500 000 kronen. Abrüstungsdebatte in Genf. Genf, 26. Eeptember.( TB.) Die Böllerbundsversammlung besprach heute die Anträge der dritten Kommission( brüstung), barunter die Resolutionsanträge über ben Garantiepatt und die Türkischer Rückzug aus der Neutralzone. Jouvenel- Resolution über die Reparationsfrage. S London, 26. September.( D2.) Die fürkischen Truppen, die gestern in die neutrale Zone eingedrungen find, haben heute auf Befehl des Oberkommandos die Zone geräumt. Erzberger, Rathenau, sowie an dem mißglückten Attentat auf Scheidemann ganz wesentlich beteiligt Butsch besonders hervortraten. maren, und daß Studenten und Professoren beim RappSind Herrn Professor Schend die Namen seiner ehemaligen Breslauer Kollegen einel und Tafel ganz aus dem Gedächtnis entschwun= den? Weiß er nichts mehr vom Geiste, der an der Breslauer Technischen Hochschule ebenso wie an anderen Hochschulen herrscht, deren Reftor er war? Bord Robert Cecil gab einen ausführlichen Ueberblick über die bisherige Tätigkeit des Völkerbundes in der Abrüstungsfrage und trat für die Garantieverträge ein, die allerdings nicht zu Defensiv. bündnissen alten Stiles werden dürften. Er schloß mit einem leb. Hoffentlich stimmt diese Meidung, die den Friedenswillen der haften Appell an die Einsicht der Bölfer, die wählen müßten zwischen neuen Türkei bezeugen würde. Geantwortet hat Kemal auf die Leben und Tod. Scialcja Italien begrüßte die einzelnen Rejo. Alitertennote noch nicht. In Konstantinopel ist eine Konferenz der Ein wüediges Seitenstück zu dieser Umstellung der Tatlutionen, vor allem den Batt, und warnte die Mitglieder der Kom- alliierten Oberkommissare zur Herbeiführung eines Waffenstilt- sachen ist die Behauptung, daß die genannten Ministerien mit miffion vor zu großen Kompetenzen des Bölkerbundes in der Frage ftandes zwischen den Türfen und Griechen eröffnet worden. Zur den an ihrer Spige stehenden fozialistischen Ministern- das muß der Schulben zwischen den Staaten. De Jouvenel Frankreidh trot für den Garantievertrag und für seine Reparations. Abhaltung von weiteren Sigungen in Marmara werde sie fich man zwischen den Zeilen lefen einen Kampf gegen die refolution ein. Er warnte vor feptifern, die diefe Erfolge für wahrscheinlich vertagen. Dort sollen dann die türkischen und griechi. och schulen führen. Die Hochschulen als Stätten wiffenschaftlicher Lehre und Forschung find noch von feinem lufionen halten. Es wäre verfehrt zu glauben, daß nur die Metho. fchen Vertreter gehört werden. den der Industrie, der geistigen Arbeit usw. fich ändern könnten, Sozialisten bedroht oder betämpft worden. nicht aber die der Politik und der menschlichen Beziehungen. Schlage Metternichs und feinen späteren Rachfolgern vorDiese Ruhmestaten find einzig und allein Reaktionären vom Wie die Gesellschx ft allmählich den Schuß des Individuums überbehalten geblieben, also jenen politischen Kreisen, die den Fakultäten politisch außerordentlich nahestehen, die sich auch Kraft fah, heute noch nicht zu einem ehrlichen Bekenntnis zur Republik auschwingen fönnen, trozdem fie deren Beamte find. Die genannten Regierungen und wir Sozialisten fämpfen nur gegen den Geist der Unfuítur, Gehäffigteit, Unduldsamkeit und Berlogenheit fowie gegen das augenverdreherische Bathos, die alle sich auf den deutschen Hochschulen dünkelhaft breit machen und die zu bekämpfen in den Augen der herrschenden Fakultätscliquen sogleich zu einem„ Kampf gegen die Hochschulen" umgedeutet wird. Bie„ Daily Mail" aus Konstantinopel erfährt, sind der Großnommen habe, bas zunächst seine Sicherheit nur in feiner eigenen mefir, ber Außenminister und der Innenminister der Regierung von Ronftantinopel zurüdgetreten. Es wird mit der Bildung einer nationalistischen Regierung und der Abbantung bes Sultans geredmet, der wahrscheinlich durch den Kronprinzen ersetzt werden wird. fo organisiere jeht die Gemeinschaft der Nationen den nationalen Schutz. Reuter meldet, daß zahlreiche Konstantinopeler Journalisten und auch etwa 10 000 dortige Griechen um Päffe für ihre Abreise er sucht haben. Die von den lateinischen Staaten und auch von Polen vertretene These wolle sich aber nicht ausschließlich an einen allgemeinen Baft halten, sondern erwarte den wirtsamsten Schutz von Sonder. ablommen. Denn diese Böller müßten, daß es zwei Mächte gebe, deren Einvernehmen die größte Gefahr bleibe, die eine, geheim. In einer Note vom 24. September an die Entente verlangt nisvoll und unkontrollierbar, bie vielleicht fünftige An arachan unter notwendigem Proteft gegen jede Regelung der griffe vorbereite und die andere, die ihr die Raders dazu Meerengenfrage ohne Mitwirkung Rußlands und unter entschiede liefern fönne( lies: Deutschland und Rußland. Red.). Die Invasion ner Betonung des alleinigen Besitzrechtes der Türkei an den Meer. Belgiens und die jüngste Invasion Bolens feien noch in aller Erengen die Einberufung einer Orientkonferenz, an der vor allem auch innerung. Die Mächte müßten also besondere Abkommen schließen, die Uferstaaten des Schwarzen Meeres teilnehmen müßten. damit die Schmachen nicht auf Gnade und Ungnade imperalistischen und abenteuerlichen Regierungen ausgeliefert blieben. In Smyrna haben die türkischen Behörden den Alliierten und Jouvenel stellte die Ideale der französischen Revolution den macht. Amerikanern bis zum 1. Oktober Zeit gegeben, die 50 000 in der politischen Auffassungen Deutschlands entgegen, wie fie Bismard mit Stadt zurückgebliebenen Flüchtlinge fortzuschaffen. Die dann bem Wort„ Macht vor Recht und Bethmann Hollweg mit feinem lebrigbleibenden sollen wegen Nahrungsmittelmangels depor.mehr und weniger als Boltsverrat, dessen hier die Regierun Bort von dem Feßen Papier" und auch Niebiche(!) vertreten tiert werden. Hätten. Es müßten daher auch die Begriffe vernichtet werden, die die Invasion herbeigeführt hätten. Aber es genüge nicht, nur In Ost thrazien sollen die griechischen Ansiedler zur Flucht fünftige Invafionen zu verhindern, sondern es müßten auch die gezwungen worden sein. Aus Konstantinopel reifen die englischen Epuren der letzten Invasion beseitigt werden. Dieser Absicht bien- Offiziersgattinnen ab. ten die franzöfifchen Resolutionsanträge, sowohl der, die Heeresaus gaben auf den Stand von 1913 zurückzusehen, als auch die Resolu Bemelmans- Abkommen in Kraft. tion des Redners, in der eine gemeinsame Lösung der Reparations. fchulden gefordert wird. Frankreich wiffe, daß es feine Mission sei, Die am 2. Juni 1922 zwischen der deutschen Regierung und von einem Kontinent zum andern zwischen den Kulturen zu ver- der Reparationsfommission über die Ausführung der im Friedensmitteln. Es müsse die Atmosphäre schaffen, deren der moderne vertrag übernommenen Sachleistungen getroffene Bereinbarung Mensch bedürfe.( Ist das die Atmosphäre des befehten Gebiets?( fog. Cunge- Bemelmans- Abkommen) ist, nachdem die belgische Red.) Regierung ihren Beitritt erflärt hat, Belgien gegenüber mit Wir Frankreich haffe den Krieg, fung vom 15. September 1922 ab in Kraft getreten. Der serbische Justizminister Martomitch ist nach einer Havas meldung in Paris angefommen, um mit der französischen Regie rung und der Reparationstommission über gewisse Fragen, die befonders die Reparationsansprüche Serbiens berühren, zu verUnsere Staatsmänner führen feinen Krieg mit Studenten. Sie bedürfen deshalb durchaus nicht des Mitleids, das nur bezwecken soll, sie der Lächerlichkeit preiszugeben. Noch schlimmer aber ist es, wenn den Regierungsstellen geradezu der Vorwurf gemacht wird, das geistige Berstörungswerf unserer Feinde zu fördern. Das ist nicht gen geziehen werden. Mit solchen Vorwürfen und Verdächtigungen wird eben jene Stimmung geschaffen, die zu gewalttätigen Ausschreitungen führt. Herr Professor Schend hat ganz vergessen, daß die unbegründeten Berdächtigungen, welche gegen Erzberger und Rathenau als Förderer feindlicher Bernichtungsbestrebungen erhoben wusden und fie au Schädlingen" stempelten, erst die wahre Mordatmosphäre in Studenten und Offizierstreifen schufen. Nachdem Herr Professor Schend gegen die Staatsmänner unerhörte Beschuldigungen geschleudert hat, ruft er die Hoch schulen zum Sturm gegen die Sozialdemokratie auf, wozu er sich die Unterstügung des Unterrichtsministeriums erbittet. Dieser Bitte hätte es, soweit Preußen in Frage fommt, gar nicht erst bedurft, solange Herr Staatssekretär Beder und seine Freunde jede ernstliche Demokratisierung und Republikanisierung der Hochschulen so wirksam wie bisher zu verhindern wissen. Ohne diesen hohen Schuh würde Herr Professor Schend faum feine Anlagen veröffentlicht denn es könne ihn weniger als ein anderes Land vergeffen, well es der Hüber der Graber Englands, der Dominions, Staliens, Belgiens und der Freiwilligen sei, die aus fast allen im Bölterbunde vertretenen Bändern ihm zugeströmt feien. Daraus erwachse ihm eine Pflicht gegenüber der Menschheit, die es nicht vergesse. De handeln. Souvenel schloß mit der Erklärung, daß während des Krieges Die Reparationsfommission ist am gestrigen Dienstag um haben. Defto unvorsichtiger in anderem Sinne ist er, wenn Frankreich die Dedungstruppe für die Kultur abgab, daß es das Recht vertörperte und daß es den Frieben rettete, indem es für die Uhr aufammengetreten, um von der Uebergabe der deuter Sätze wie die folgenden riskiert: Berträge fämpfte, Jeßt müffe die Ablösung fommen, jegt müsse fchen Schabwechsel für Belgien Kenntnis zu nehmen und sie der Wohin die Wünsche mancher politischen Kreise gehen, zeigt uns die Menschheit Frankreich zurufen: Frankreich, ich bin zur Stelle. belgischen Delegation zweds Uebermittlung an die Brüsseler Regie der Artikel eines Herrn Siegfried Kawerau im Vorwärts" ( Starter Beifall.) rung zu überreichen. vom 26. Juli& 3, der fich seine Borstellung vom Wesen der Univers 8 fitäten und den dort herrschenden Zuständen sicher nicht nach eigener Anschauung gebildet hat und seine haßerfüllten Vorwürfe aus ganz trüben Quellen schöpft. " 1 trouensleute dem werden Fehrs Rücktrittsdrohung. Aus dem Briefe eines Teilnehmers an der Meuteret in Löhen teilt der Soz. Parlamentsdienst" mit, daß 80 Soldaten eines Bas Nach einer Meldung der Deutschen Tageszeitung" foll fich taillons des Reichs- Infanterie- Regiments Nr. 2 in InterAuch hier wird ein Mann, von dessen Wirken Herr Pro- Reichsernährungsminister Professor Dr. Fehr auf einer Landesvor- fuchungshaft figen, während 30 andere Beteiligte fristlos aus der Reichswehr entlassen wurden. Insgesamt sind 110 Solfessor Schend teine Ahnung hat, in der unglaublichsten Weise standsfizung seiner Partei, des Bayerischen Bauernbundes, dahin daten wegen Meuterci angeklagt Die Verhandlung findet am 29. verdächtigt. Wenn Herr Professor Schend sich auch nur im geäußert haben, wenn er nicht heute in Berlin bei der entscheiden- und 30. September vor dem Landgericht in Lyd statt. Nach den entferntesten um moderne Erziehungsfragen gefümmert hätte, den Sigung für den Preis des Umlagegetreides mindestens 33 bis Darlegungen des Reichswehrsoldaten glaubten die Mannschaften des was eigentlich jeder Hochschullehrer tun sollte- auch wenn er 35 Proz. des Marktpreises durchsetze, werde er morgen nicht mehr Bataillons berechtigte Ursache zur Beschwerde zu haben über die Chemiker ist, dann müßte er wissen, daß ein Herri Reichsernährungsminister fein." An amtlicher Stelle wird dem Soz. Behandlung, die sie von feiten einiger Offiziere erfuhren. Außerdem Siegfried Kamerau" zu den führenden entschiedenen Pressedienst auf Anfrage mitgeteilt, daß der Minister sich nicht in waren sie empört über die ungenierte Art, wie die monarchistische Schulreformern gehört; daß er Historiker ist und anerkannte dieser schroffen Form geäußert habe. Nach anderen Informationen Propaganda betrieben wurde. Nach dem Mordean Rathenau synoptische Geschichtstabellen geschrieben hat, braucht ein Pro- denkt er aber auch nicht daran, von seinen Plänen über die Er veranstalteten die Mannschaften des Bataillons eine Zusammenfeffor der Chemie allerdings nicht zu wiffen. Die ganz trüben höhung des Umlagegetreides abzugehen. Es besteht immerhin die funft, um sich über die Wünsche zu verständigen, die durch die BerBataillonskommandeur vorgetragen Quellen", aus denen Kawerau schöpfte, sind die Universitäten Möglichkeit, daß sich aus dieser Angelegenheit Komplikationen er follten. Unterdessen wurde aber die Kaserne von Offizieren selbst, die er als Dr. phil., angestellter Oberlehrer bzw, Direktor geben. und Unteroffizieren besezt. Als den Mannschaften das einer höheren Lehranstalt troß der bestimmten Erklärung des bekannt wurde, holten sie sich aus dem alleinstehenden Gebäude der Herrn Profesor Schend sehr wohl aus eigener Erfahrung 2. Kompagnie Waffen und machten sich zu einem Rampf gegen die fennt. Aber der Artikel stand eben im Vorwärts", und Offiziere bereit. Darauf fnüpften die Offiziere zum Schein Berdarum konnte kein Verfasser die Mniversitäten unmöglich aus handlungen an, und mit dem Bersprechen, daß ihre Beschwerde am nächsten Tage angehört würde, gaben sich die Soldaten zueigener Erfahrung fennen, sondern er mußte aus ganz trüben Zu unserer Notiz, die das völlige Ueberwiegen des Adels in frieden. In der Nacht wurden in den Kasernen die Waffen heimlich Quellen schöpfen. Das ist die Logit und die Leichtfertigkeit, allen höheren Kommandostellen der Reichswehr feststellte, mag fol- weggebracht und die Vertrauensleute und älteren Mannschaften mit der von den hohen Fakultäten gegen die Sozialdemokratie gende Mitteilung über bevorstehende Personalveränderungen als verhaftet. Um die Zivilbevölkerung der Garnison zu täuschen, wurde Grimmung gemacht wird und Dinge mit einer staunenswerten Ergänzung dienen: am nächsten Tage ein Marsch durch die Stadt unternommen. Nach Bestimmtheit behauptet werden, die alles andere als wahr Der Oberbefehlshaber des Berliner Gruppenkommandos, General Rückkehr in die Kaserne wurden die Verdächtigen einzeln angeblich find. zu einer Bernehmung zum Bataillonsfommandeur befohlen, in der Infanterie v. Bergmann, wird demnächst in den Ruhestand Wirklichkeit aber verhaftet, auf Lastautos verladen treten und voraussichtlich durch den Oberbefehlshaber in Caffel, und unter Bedeckung mit Maschinengewehren ins Gefängnis General der Artillerie v. Berendt, ersetzt werden. Als dessen gebracht. Die Soldaten beklagen fich bitter, daß ihnen von den nachfolger in Cassel wird der frühere Kriegsminister und Chef der monarchistischen Offizieren Abfichten unterschoben wurden, die sie nie Heeresleitung, General Reinhardt, genannt, der augenblicklich gehegt hätten. So wird behauptet, es feien Mord- und Brandkomals Landeskommandant von Württemberg das Kommando der dort miffionen gebildet worden. In Wirklichkeit sei es den Soldaten stehenden 5. Division führt. Mit den Befehlshabern werden auch die lediglich auf anständige Behandlung und die Entfer= Generalstabschefs wechseln. In Berlin wird Oberstleutnant Freiherr nung der monarchistischen Offiziere angekommen, v. Stockhausen durch den bisherigen Kommandeur des PotsHerrn Professor Schends Ausführungen sind der beste Beweis dafür, wie notwendig eine wirkliche Demo fratisierung der Hochschulen ist und wie wenig es gerade ihm zukommt, die Worte Boltaires von der tyrannischen Unduldsamkeit und der segenspendenden Duldsamkeit gegen die Sozialdemokratie zu richten. Material für den Geßler- Ausschuß. Der bevorzugte Adel. als Bataillonskommandeur ins Infanterie- Regiment Nr. 12 nach Meuterei aus Langeweile? Die geeinte Sozialdemokratie im Landtag. damer Infanterie- Regiments, Oberst v. Bawelsz, in Caffel der Am Dienstag tagten, wie die PPN. hören, im preußi- magdeburg versetzte Oberstleutnant v. Hammerstein durch den schen Landtag die Fraktionsvorstände der Sozialdemokrati- Obersten Freiherrn v. Böllwarth ersetzt werden. Ein Bürschen Partei und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Bartei zum ersten Male gemeinsam. Die gemeinsame Frat- gerlicher auf sechs„ von". tionsfigung nimmt morgen ihren Anfang. Der Vorstand der vereinigten Landtagsfraktion wird aus den Abgeordneten Die Rote Fahne" veröffentlicht in ihrer Montagabendausgabe Limberg- Esen, Krüger, Heilmann und Leid einen längeren Bericht über Borkommnisse bei dem in der Festung als Vorsitzenden bestehen, zu denen als Beisitzer die Abgeord= 2ötzen liegenden Truppenteil der Reichswehr. Im großen und neten Scholich- Breslau, Grzesinsti Kaffel, Bar ganzen schemt die Darstellung der" Roten Fahne" über den Vorfall, tels Berlin, Leweren Krefeld, Hartwig Stettin, der bereits längere Zeit zurückliegt, zu zutreffen, wenigstens Rabold Berlin, Frau Kähler- Berlin und Frau Kunert Halle treten. Es ist also der bisherige Vorstand der hat, wie die PPN. von zuständiger Stelle erfahren, die Heeresleitung bereits unter dem 7. August an sämtliche ihr unterstellten Sozialdemokratischen Landtagsfraktion durch die drei Unab- Truppenteile von dem Vorfall durch einen Tagesbefehl Kenntnis hängigen Leid, Rabold und Frau Kunert erweitert. gegeben, in dem es heißt: = - = = Morath und der Denunziant. Unter der Ueberschrift:„ Der größte Schuft im ganzen Land..." gießt der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete Morath die Schale feines Zornes über die bösen Republikaner aus, weil sie das„ Gesetz zur Züchtung von Gefimmungslumpen" gemacht und damit das Denunziantentum unter den Beamten großgezüchtet hätten. Mit dem Gesinnungslumpen"-Gesetz meint Herr Morath das Gesez über die Pflichten der Beamten. " Ein Reichstagsabgeordneter fann nicht alles wissen, zumal nicht, was in Preußen vorgeht. Und so ist es dem eifernden Herrn Morath ganz und gar entgangen, daß seine eigene Partei, die Deutsche Volkspartei, im Preußischen Landtag mit für das Gesetz zur Züchtung von Gesinnungslumpen" gestimmt hat! Wir fondolieren. ein Die vereinigte Fraktion hat drei große Anfragen Aber wir müssen noch etwas weiter gehen. Wir müssen Herrn Etwa ein Drittel der Mannschaft der drei Infanterieim Landtage eingebracht. Die erste fordert von der Regiefompagnien des 3. Infanterie- Regiments 2 veranstalteten am Morath, der so ganz sittliche Entrüftung gegen des Denunziantentum rung Auskunft über die Maßnahmen zur Linderung der 10. Juli 1922 eine Versammlung und zogen dann gefchloffen spielt, vor ein paar fleine Fragen stellen. Kennen Sie, Herr Morath, Teuerung, der Lebensmittelnot und des Le= und teilweise bewaffnet nach der Kaserne, um ihre Forde einen gewiffen Reichstagsabgeordneten, der gegen den bensmittelwuchers. Die zweite fragt an, was die ReTwardy rungen: weniger Dienst. Absetzung der Unteroffi sozialistischen Landtagsabgeordneten Denun gierung gegen den eingetretenen Stillstand der Bau- ziere, Zahlung der rückständigen Teuerungszulagen" ziationchen in Gestalt einer Kleinen Anfrage losließ, als fen und Siedlungsbauten zu tun gedenke, und in welcher vorzubringen. Angesichts der festen Haltung des Restes des Ba- Twardy befördert werden sollte? Kennen Sie, Herr Morath, den Weise sie die Bekämpfung des Baustoffwuchers und die taillons ließen sie sich jedoch auf der Kaserne widerstandslos ent- Reichstagsabgeordneten, der wiederum ein Denunziatiönchen in Unterstüßung der sozialen Baubetriebe zu organiwaffnen und festnehmen. Bei einem Rädelsführer wurden fogen. Gestalt einer Kleinen Anfrage gegen feinen Reichstags- und BeProgrammpunkte gefunden( fie enthalten Forderungen fieren gedente. Die dritte Anfrage weist auf die völlig auf Entlassung der monarchiffifchen Offiziere und Mannschaften, rufskollegen, den demokratischen Abgeordneten Oberpostsekretär unzulängliche Höhe der ArbeitslosenunterAufnahme von Verbindung mit arbeitenden Eisenbahnern, Ent- Delius, losließ, als dieser zum Bostrat befördert wurde und einen Und itügung im ganzen Reiche und ganz besonders im besetzten Gebiet hin und fragt die Regierung an, ob sie im Reiche fo- affung der Unteroffiziere, Zahlung rückständiger Teuerungs- Bost inspektor Namens Morath weit überholte? gebühren usw.). Neben politischer Berhekung hat besonders die wer war es doch, der von Pontius zu Pilatus lief, um die BefördeFremdheit und Langeweile der fleinen oftpreußischen rung des Herrn Delius zu hintertreiben, als sie verlautbar Garnison dazu beigetragen, bei den meist aus Brandenburg und wurde? Schließen Sie, Herr Morath, diesen Massenfabrikanten Mitteldeutschland stammenden Leuten Unzufriedenheit hervor- denunziatorischer Anfragen mit ins Gebet ein, wenn Sie Ihr Sprüch Vielleicht untersucht der Ausschuß, ob es wirklich nur Fremd- lein herfagen:„ Der größte Schuft im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant"? heit und Langeweile" waren, die bei den Soldaten unzufriedenheit hervorriefen. Die Forderung nach weniger Dienst läßt nicht gerade auf Langeweile schließen, und ebenso glauben wir nicht, daß die Mannschaften durch das monarchistische Treiben der Offiziere nur ,, gelangweilt" worden find! fort dafür sorgen wolle, daß die Arbeitsloseminterſtüßung pro Tag nicht länger hinter dem Stundenlohn der schlechtestbezahlten Arbeiter zurückbleibe. Endlich wird die vereinigte Frattion sofort einen Antrag einbringen, der sich auf das Wahlrecht der geflüchteten Oberschlester bezieht. Der Antrag weift darauf hin, daß diesen von den Bolen vertriebenen Deutschen aus den einleuchtendften Gründen das Wahlrecht zu allen öffentlichen Körperschaften, auch zu den Gemeindevertretungen in Deutsch- Oberschlesien gegeben werden müsse. Kinderselbstmorde. Bon Schwester Lydia Ruehland. Der Hygienischen Rundschau" ist eine Statistit über Kinderfelbstmorde Baden zu entnehmen, wonach die Zahl der Selbstmorde bei Kindern unter 14 Jahren in den Jahren 1904-20 43 betrug, darunter 38 Knaben! Das Alter der freiwillig aus dem Leben Geschiedenen bewegte sich zwischen 10 und 14 Jahren. Darunter befinden sich 6 Uneheliche. Die Art des Selbstmordes war in 22 Fällen Erhängen, 10 Kinder gingen ins Wasser, 5 ließen sich von der Eisenbahn überfahren, 4 erschossen sich und ein Kind stürzte sich von einer Höhe herab. In 32 Fällen fonnte der Beweggrund zur Tat zuverlässig ermittelt worden. Meist handelte es sich um Furcht ror Strafe, in 5 Fällen lagen geistige Störungen vor. Nur in einem Fall war ein schlechtes Schulzeugnis die Ursache zur Tat. zurufen. Schulknaben noch sehr gut. Fast alle waren erstaunt, ob seiner cußergewöhnlichen Klugheit und Frühreife. Man möchte sein Buch in den Händen eines jeden Jugendlichen wissen. Schon allein wegen des wunderbar innigen Verhältnisses zu seiner Mutter. In seinem Tagebuch finden sich Aufzeichnungen, die Zeugnis geben von dem überaus warmen Verstehen, das Otto Braun bei feiner Mutter fand, auch da, wo seine Gefühle und Empfindungen dunkel und verworren nach Aussprache rangen. Die Belgrader Polizei hat auf Berlangen der deutschen Gesandtschaft die weitere Aufführung des Films„ Bier Jahre in Deutschland" verboten; der Film wird in der Meldung vom Verbot als deutschfeindlich bezeichnet. dieses Urteil hatte Ludwig Einspruch erhoben und die einstweilige Verfügung anzufechten versucht. Am gestrigen Dienstag fand eine Berhandlung vor dem Landgericht III unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Hesse statt, in der grundsätzlich über die Klage Wilhelms entschieden werden sollte. Nach längeren Borbesprechun gen wurde die Verhandlung jedoch vertagt, da sich die Richter auf den Standpunkt stellten, zunächst die Entscheidung des Kammergerichts abzuwarten, die im Laufe des nächsten Monats zu erwarten sei. Einmal schreibt der Elfjährige an seine Mutter: ,, Möchte endlich der Tag kommen, an welchem ich mein Brot verdienen kann. Dann Für die Einheitsfurzschrift erklärte sich die Hauptversammlung werde ich dir goldene Paläste bauen zum Dank dafür, daß du mich des bayerischen Landesverbandes der Gabelsberger Stenographengeboren und erzogen hast". Ein andermal:" Ich bin vereine. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der man traurig, las viel und beherrschte mich, das ist bei mir das Zeichen dem vom Reichsministerium des Innern veröffentlichten Entwurf größten Schmerzes". das Zeugnis qusstellt, er sei geeignet, zur deutschen Einheitssteno graphie erhoben zu werden, vorausgefeßt, daß ihm zugleich die Redeschrift angegliedert werde. Die Versammlung ersuchte die bayerische Regierung, dem Entwurf zuzuftimmen. Als Zwölfeinhalbjähriger philosophiert er: Was ist der Zwed des Menschen, was seine Herkunft? Woher entstammt das Leben? Was ist der Dinge Ursprung?" Eine Tragödie unter Tag.„ Es ist 3 Uhr, und das Gas kommt Wenn dieses Euchen und Sehnen junger Kinder in der Zeit ihrer Menschwerdung feine Heimstätte hat, wo sie Berstehen findet, immer stärker." Diese Worte," die auf einen Fetzen Bapier ge wenn dann keine Mutter mit Güte und sicherem Einfühlen, zugleich schrieben und an dem Leichnam eines Bergmanns befestigt waren, mit starker Hand die Seele ihres Kindes aus dem Chaos führt, dann wurden von einer Rettungsexpedition gefunden, die 22 Tage hinmag es wohl dahin kommen, daß solch ein Kind abwegig wird und durch einen Tunnel gegraben hatte, um 47 verunglückte Bergleute alle Lust am Leben verliert, am Leben, mas gerade in den Jahren zu bergen. Die furchtbare Tragödie, von der diese Worte lafonisch voller Widersprüche und Unausgeglichenheiten ist. Wie viele oder wie wenige Mütter mögen ihrer Aufgabe nach Wie viele oder wie wenige Mütter mögen ihrer Aufgabe nach dieser Richtung hin gewachsen sein? Oder sollte die Einfühlung in fremdes Seelenleben dem Fremden leichter werden als dem Familienangehörigen seinen Gliedern gegenüber? Sicher hat die neue Zeit die Aufgabe, Mütter zu schulen, um dem Problem seelischer Einfühlung näher zu kommen. 43 Kinder! Bon diesen waren 38 Knaben. Es scheint dem nach, daß das Seelenleben der Knaben in dem Alter chaotischer, unausgeglichener ist, als das der Mädchen. In diefe Jahre fällt die Reisezeit mit ihren gesteigerten feelischen Konflikten, der Laie spricht von„ Flegeljahren" und gibt sich kaum Mühe, den Ursachen nachzuforschen, warum die Kinder in dem Alter fo fhmer regierbar, jo ungleich in ihrem Wesen sind. Es feimt etwas und drängt zur Reife; zur Scheu var dem Fremden, Unbekannten tommt in vielen Fällen die Unmöglichkeit, sich einem anderen Menschen zu offenMitteilung machten, ereignete fich am 27. August in dem Argonautenbergwerf zu Jackson in Kalifornien. Die Botschaft war der einzige baren, das macht sie herb, rauh, manchmal sogar roh die meisten Bericht von dem graufigen und verzweifelten Kampf mit dem Tode, Eltern reden dann von" Frechheit" und wissen nicht, daß das neue den die 47 Männer ausgefochten hatten. Die Kohlengase hatten sie Wesen der Kinder ein neues Werden zur Ürsache hat. Man darf in einem 3000 Fuß unter der Erdoberfläche gelegenen Schacht überwohl sagen, daß im Leben der Kinder, die freiwillig aus dem Leben rascht, als ein Feuer ausbrach. Während die anderen Bergarbeiter gehen, der schöne heilige Name Mutter" nur ein toter Begriff ist, sich retten konnten, blieb diesen 47 fein Ausweg. Man fonnte ihren daß diese Kinder nicht den Weg zum mütterlichen Herzen und BerTodestampf aus verschiedenen Einzelheiten bei der Auffindung sich stehen fanden. Ein fürchterliches Martyrium durchwandern alle die unverstandenen jungen Selbstmörber. In ihrer Kinderfeele feimt Schuihlers„ Reigen" als Buch freigegeben. Vor zirka zwei vergegenwärtigen. Die Rettungsexpedition drang bis zu einer Liefe wohl zuerst eine Sehnsucht, deven unerfüllbarkeit sich in Wehmut Jahren war von einer Spezialstraffammer bei einer Prüfung einer von 4200 Fuß unter Tag vor. Hier fand man eine haftig errichtete wandelt, die allmählish in Schwermut übergeht und sich in dunkle sehr großen Anzahl unzüchtiger Abbildungen und Schriften u. a. Barriere, durch die die Unglücklichen versuchten, das Vordringen des Fernen verliert, bis eines Tages das Heimweh in ihnen so start das Buch von Schnißlers Reigen" beschlagnahmt und verboten Gases zu verhindern. Die giftigen Dämpfe waren aber durch die wird, daß sie an allem verzweifeln, tainen Weg mehr sehen und worden. Das in der damaligen Verhandlung gesprochene und Fugen im Holz hindurchgedrungen, und so hatten die Männer sich ihrem Dasein ein Ende machen. Bei ihnen ist feine Mutterliebe, rechtskräftig gewordene Urteil diente der Staatsanwaltschaft wieder- noch tiefer hinuntergeflüchtet bis zu 4350 Fuß. In dieser Schicht fein gütiges Berstehen. Sie erlitten irgend ein Unrecht, das ver- holt dazu, um Büchereɣemplare des Reigen" inzwischen zu be- fand man eine zweite Barrikade; sie bezeichnete den letzten vergiftete ihre Kinderfeele zu einer Zeit, wo die innere Entwicklung schlagnahmen. So wurden erst fürzlich bei dem Verleger 135 Exem- zweifelten Versuch, das Vordringen des Gases aufzuhalten. Der heftige Krisen durchmachte, wo sie suchen und tasten bis zur völligen plare konfisziert. Autor und Verleger versuchten, eine Freigabe Holzvorrat war bereits erschöpft, und so hatten die Unglücklichen Hilflosigkeit, bis ihnen das Leben wertlos wird. zu erlangen, wurden aber abgewiesen. Nunmehr hat der General- ihre Kleider heruntergerissen und in die Lücken der Holzbarriere gestaatsanwalt beim Rammergericht auf Grund eines Antrages des fiopft, Aber auch das war vergebens. Das Gas kam doch durch, Syndikus des Schuhverbandes deutscher Schrift- und in einem neuen Versuch, sich durch Aufrichtung einer Band zu wehren, wurden sie von den giftigen Schwaden überfallen, und so fteller die Freigabe des Buches angeordnet. Prozeß Wilhelm kontra Ludwig. Wie bekannt, hatte Wil starben sie, die meisten nackt, alle dicht aneinandergedrängt. Der helm II. gegen den Schriftsteller Emil Ludwig wegen des Todeskampf hat Stunden gedauert, und nach dem Urteil der Aerzte Stückes„ Die Entlassung" Klage erhoben und beantragt, die starb der letzte der 47 innerhalb 5 Minuten nach dem ersten. Aufführung des Stückes ebenso zu verbieten, wie das Erscheinen Neue Flaggen des nahen Ostens. Die Veränderungen, die nach des Werkes in Buchform. Er hatte auch den Antrag gestellt, durch dem Kriege in der Staatenbildung des sog. nahen Ostens vor sich geganeinstweilige Verfügung bis zur Entscheidung des Prozesses die ge- gen sind, haben eine ganze Anzahi neuer Flaggen entstehen lassen, da planten Aufführungen zu verbieten. Die 4. Ziriltammer des Land- die neuen Staaten sich becilten, sich Hoheitszeichen zuzulegen, und gerichts III hatte entschieden, daß Ludwig bis zur rechtskräftigen manche alten Staaten Aenderungen vornahmen. Die Türkei hat Entscheidung in der Hauptsache die öffentliche Darbietung", ins- ihre alte rete Flagge mit dem weißen Stern und dem abnehmenden besondere die Aufführung feines Stüdes, zu unterlassen habe. Gegen Mond behalten, und ebenso Griechenland seine Fahne mit dem Kann es etwas Trestloseres geben? Nicht jedes unverstandene Kind macht seinem Leben gleich ein Ende. Aber es wendet sich ab von der, die ihm das Leben gab und neigt, oft viel zu früh, zum anderen Geschlecht, zu einer Zeit, wo ihm das Leben noch eine Fülle von Rätseln ist, die zu lösen nur mütterliche Hoheit berufen wäre. Erzwingen kann freilich keine Mutter das Bertrauen ihres Kindes. Vertrauen muß aus dem Verhältnis erwachsen, in dem Mutter und Kind seit früher Jugend zueinander stehen. Wo das Vertrauen fehlt, muß Entfremdung eintreten wo bleibt da der Begriff: Familie?! Ich las in diesen Tagen das Buch des Sohnes der Lily Braun: ,, Aus dem Leben eines Frühvollendeten" von Otto Braun. Manche unferer älteren Genossen entfinnen sich dieses jungen Menschen als Nr. 456 ❖ 34. Jahrgang Seilage ües Vorwärts Mittwoch. 27. September 1422 Die chuellen Derlins. Berlin hat einen lahrlichen Wasseroerbrauch von mehr als 100 Millionen Kubikmetern. Ein riesen- hast er würfelförmiger Wasserturm von 470 Meiern Seitenlänge müßte errichtet werden, wenn diese Wassermengc mit einem Male gesammelt werden sollte. Dieser Würfel hätte also annähernd die chöhe von 23 aufeinandergetürmten Berliner Häusern. Trotz dieses ungeheuer erscheinenden Verbrauches sind hierbei elf der früheren Vorortgemeinden(Blankenburg, Falkenberg, Heiligensee, Malchow, Müggelheim, Wartenberg, Buch, Karow, Hellersdorf, Kladow und Gatow) noch nicht an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen. Fast 2800 Arbeiter, Angestellte und Beamte sind in der Berliner Wasserversorgung beschäftigt. Nach der Bildung des neuen Berlin wurde auch für die Wasserwerke ein einheitlicher Etat auf- gestellt. Man setzte einen hygienischen B e i r a t für die Werke unter dem Vorfitz des Stadtmedizinalrats ein, und das Hauptgesund- heitsamt wurde mit der hygienischen Kontrolle der Wasserwerke be- austragt. Sonst aber verwaltet jeder Bezirk»seine" Wasserwerke nach seinen eigenen Grundsätzen, von der wirklich erstrebenswerten einheitlichen technischen Leitung ist noch nichts zu bemerken. Das Versorgungsgebiet. Drei grosse Dersorgungszruppen sind im neuen Berlin zu unter- scheiden: 1. Das frühere Berlin mit rund 2 Millionen Einwohnern, 2. die von den im Privatbesitz befindlichen Charlottenburger Wasser- werken versorgten früheren südlichen Bororte mit etwa 1 Million Einwohner, 3. die restlichen südösillchen, östlichen und westlichen früheren Bororle, die von kommunalen Werken gespeist werden. 47 frühere Städte und Gemeinden werden in diesen drei Gruppen versorgt. Etwa SO 000 Wasseranschlüsse gestatten die Wasserent- nähme in.den Häusern. Di« Werke der Stadt und die privaten Ehar- lottenburger Wasserwerke teilen sich die drei grossen Bersorgungsgrup- pen, nur Rahnsdorf und Staaken werden von Wasserwerken der Kreise Niederbarnim(Kreiswasserwerk Erkner) bzw. Osthavelland versorgt, dagegen sind an das in Stolpe liegende Pankower Wasserwerk die im Restkreise Niederbarnim verbliebenen Gemeinden Stolpe, Schön- slieh. Glienicke, Mühlenbeck, Schildow, Schönerlinde und Schönebeck angeschlossen. Die Wassergewinnung. Im allgemeinen herrscht Grundwasserversorgung vor, nur b Proz. der gesamten Menge wird aus dem Müggelsee als Ober- flächenwasser gewonnen. Die Beseitigung der Oberslächenwasser- gewinnung war schon einmal früher in Berlin beschlossen worden, allein wegen der ungeheuren Kosten, die Neubauten heute erfordern, ist der Plan unterblieben. Schließlich ist der Müggelsee eine aus- gneichnete Reserve, und die Wasserwerke Müggelsee sind so einge- richtet, dah sie auch einer erheblichen Mchrförderung völlig gewachsen sind. Bon den Werken sind die in den mit Kies und Sand aus- gefüllten Urstromtälern der Spree und Havel gelegenen die weitaus leistungsfähigsten. So liegen an Spree und Dahme, außer den Müggelwerken, das Wert Wuhlheide. die Lichtenberger Wasserwerke Kausdorser Busch, Tristweg und Rummelsburg, das Wasserwerk Köpenick, das Werk Alt-Glienicke, das Charlottenburger Werk 3ung- fernheide. das Berliner Werk Tegel, das Pankower Wasserwerk Stolpe. Im Gegensatz zu diesen leistungsfähigen Werken haben die auf den Hochflächen liegenden mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es sind dies die Werke Reinickendorf, Tegel, Hermsdorf, Rosenthal, Niederschönhauscn, Hohenschönhausen und das Charlotten- burger Werk Teufelssee.— Während die meisten Werke im Orts. bezirk selbst liegen, so daß lange Rohrleitungen vermieden wurden, pumpte das frühere Berlin das in seinen Außenwerken gewonnene Masser zunächst in die Zwischenwerke Lichtenberg und Westend, und von hier aus wurde dann die Verteilung nach Maßgabe der An- forderungen besorgt. Auch das von der früheren Gemeinde Pankow errichtete Wasserwerk schickt sein Wasser durch eine 16 Kilometer lange Rohrleitung. Selbständige Wasserwertsverwaltungen mit eigenen Deputationen hatten früher nur Berlin und Chorlottenburq. In anderen De- meinden war die Verwaltung des Gas- und Wasserwerks zusammen- gelegt, wieder andere unterstellten die Wasserwerke dem Gemeinde- bauamt oder dem Tiefbauamt. Zm ganzen herrschte auch hier eine Bunkscheckigkeil, wie man sie sich nicht schöner denken konnte. Nun- mehr liegt die oorlSusige Berwal'ung bei den Bezirken. Die Kon- trolle der Geldwirlschast wird durch dos Finonzburcau des Magistrats ausgeübt. Der Direktor der Berliner Wasserwerke bearbeitet alle der Zuständigkeit des Magistrats und der Deputation für Werke unterliegenden Fragen.— Der Wasserpreis wied für ganz Berlin einheitlich sestgefehl, trotzdem die Bedingungen für die Wasserliefe- rung noch sehr voneinander abweichen, da hier vielfach noch die von der Aufsichtsbehörde genehmigten Ortsstatuten maßgebend sind, die erst noch beseitigt werden müssen. Nach Bildung der einheitlichen Verwaltung werden auch die bereits ausgearbeiteten einheitlichen Bestimmungen über die Wasserlieferung in Kraft treten. Im Wasserwerk. An der Havel zwischen Hennigsdorf und Hohen-Schöpping liegt eins der modernsten Wasserwerke des neuen Berlin. Es wurd« im Jahre Iglvill von der Gemeind« Pankow erbaut. Zur Wasser- gewinnung sind 24 Brunnen in bestimmten Abständen in die Erde gesenkt, in denen sich das Grundwasser sammelt. Jeder Brunnen ist mit einem Beobachtungsrohr ausgerüstet, dos gestattet, den je- weiligen Wasserstand während hes Betriebes abzulesen. Das in den Brunnen gesammelte Grundwasser wird durch Heberleilungen in einen Sammelbrunnen geleitet. Das ist ein gemauerter Kessel- brunnen von S Meter Durchmesser, der bis zu einer Höhe von 0 Metern mit Wasser gefüllt werden kann. Eine schwere eiserne Tür sperrt den Zugang zu ihm ab. Zwei Dorpumpmaschlnen be- fördern das Wasser aus dem Sammelbrunneu in die Enteiseunngs- anlage und betätigen dabei gleichzeitig eine Luftpumpe, die die Rohr- leitnng lustsrei hält. Den Dampf für diese Maschinen sowie für eine kleine schnellaufend« Dampfmaschine, die durch Drehen eines Dynamos das nötige elektrische Licht und den Strom für die Werk- zeugmafchinen der kleinen Reparaturwerkstatt liefert, erzeugen zwei Dampfkessel, die im hinteren Teil des Maschinenhauses untergebracht sind und abwechselnd in Betrieb genommen werden. Die Cnt- eiscnungsanlaoe hat die Aufgabe, das im Wasser enthaltene Eisen- oryd durch Lüftung und daraus folgender Oxydation auszuscheiden. Die Borpumpen befördern nun das Wasser zunächst in das Ober« geschah der Anlage, wo es von einer„Verteilungsrinne" ausgenommen wird. Bon dort flieht es dann in sechs.Berkeilungsschiffe". langgestreckte viereckige Eisenbetonkästen, die mit einer Anzahl trichterförmiger Löcher versehen sind, aus denen das Wasser in dünnen Strahlen auf die unter jedem Loch in einigem Abstand auf- gehängten Teller fällt. Dadurch wird es in einen seinen Regen auf- gelöst. In Tausenden von sprühenden kristallklaren Tropfen rieselt das zerteilte Wasser durch eine Dacksteinpackung hindurch in die Der- leilungskammer, um dann durch Rohrleitungen in die Filter zu ge> langen. Durch eine sinnreiche Einrichtung wird dafür gesorgt, daß jedem Filter die gleiche Menge des Wassers zufließt. Nachdem das Wasser die aus grobkörnigem Sand gebildeten Filter durchwandert hat, nimmt es der Reinwasserbchälter auf. der Reinwasserbehälter ist das Heiligtum des Werke» und faßt 2200 Kubikmeter Wasser. Er enthält zwei Kammern von gleicher Größe, aus denen das Wasser in den Schöpfbrunnen fließt, um dann von den Druckpumpen nach Berlin geleitet zu werden. Don Zeit zu Zeit wird der Sand der Filter einer qründlicheu Reinigung unterzogen. Er hat dazu eine von einer Wasserturbine gedrehte Tromms zu durchlaufen, wobei er durch das in entgegengesetzter Richtung ablaufende Druck- wasser der Turbinen durchspült wird. Das Wasser nimmt den Eisen- schlämm auf und leitet ihn in ein Klärbecken. Das nach Verdunstung des Wassers in diesem Becken zurückbleibende Eisenoxydul eignet sich vorzüglich zur Wegebefestigung. Die vruckrohrleilung, die das Wasser auf seinem Wege nach Berlin durchlaufen muh, Hot eine Länge von 22 Kilometer. Si« liegt im allgemeinen in einer Tiefe von 1,5 Meter. Sie läuft über Stolpe, Hohenneuendorf, Bergfelde, Schönfließ, Schildow, Blankenfelde, Buchholz nach Pankow. Das Rohr hat einen Durchmesser von 70 Zentimeter. Durch selbsttätig« Luftventile wird für eine sündige Durchlüftung der Leitung gesorgt. An vier Stellen der Rohrleitung sind in besonderen Kästen Telephonapparate eingebaut, durch die ee möglich wird,» ohne jede Verzögerung irgendwelche Störungen in der Leitung, z. B. Rohr- brüche, sofort zu melden. Auch das Wasserwerk selbst steht durch eine besondere, vom Reich unabhängige Telephonanlage mit dem Rathause in Verbindung. Der Wasserstand im Wasserturm wird durch Fernregistrieranlage sowohl im Wasserwerk als im Pankower Rathaus angezeigt. Im Maschinenhaus des Werkes sind oußardem noch Apparate zur Registrierung des Wasserstandes im Sammcl- brunnen und im Reinwasserbehälter eingebaut. Ein Manometer xe- stattet, den im Druckrohrc herrschenden Druck ständig zu überwaÄrn. �blchieö vom Zoo. Der Zoo wird nun doch am 1. Oktober seine Pforten schließen. Sicherlich wird diese betrübliche Tatsache noch manchen Tierfreund veranlassen, noch einmal dies« Stätte der Belehrung und Unterhaltung zu besuchen, um Abschied zu nehmen vom„Sultan", den Menschenaffen, vom„König der Wüste" und oll den anderen interessanten Insassen der Käsige. Eine Hoffnung bleibt ober trotz der Schließung: denn der Zoo soll am 15. März seine Tore wieder öffnen. Di« Schließung soll nur vorüber- gehend sein. Wenn einige Blätter melden, daß der Tierbe- st and an ander« Länder verkauft werde, so sind diese Nachrichten noch nicht bestätigt. Bei den Verhandlungen, die am Montag im Kultusmini st erium stattfanden, wurde betont, daß Reich und Gemeinde alles aufbieten, um den Vertauf der Tiere zu v e r h i n d e r n. Es herrschte die einmütige Ansicht, daß den Berlinern der Zoo erhalten werden müsse. Ein Sammeltomitee, an dessen Spitze der Reichspräsident steht, bemüht sich, größere Geldmittel aufzubringen, um so dem Institut eine finanzielle Stütze zu geben. Wenn der Zoo in der Winterzeit verlassen und öde daliegt, dann werden hinter den verschlossenen Eingangspforten nur wenige Wärter ihre Lieblings pflegen. Die Friihlingssonne aber möge wieder das bunte Ge- wimmel der Besucher sehen, die mit regem Interesse die Tiere be- trachten, die mit unendlichen Mühen aus aller Welt hierher gebracht wurden und die mit großer Sorgfalt behandelt werden müssen. Unbeschadet der Schließung des Zoologischen Garten» wird das Aquarium, wie wir bereits meldeten, während der Winter- zeit geöffnet bleiben. Kleinrentaerhilfe. Im Reichs Haushalt für 1922 sind fünfhundert Millio. nen Mark als Zuschuß für Unterstützungen, die Länder und Ge- meinden notleidenden Kleinrentnern gewähren, vor- gesehen. Nach jetzt neu ausgestellten Richtlinien gelten als Klein- rentner bedürftige, im Inlande wohnende Deutsche, die durch Arbeit ihren Lebensunterhalt erwerben, sich vor dem 1. Januar 1922 ein« Jahrcsrente von mindestens fünfhundert Mark sichergestellt haben und jetzt wegen Alters oder Erwerbsunmöglichkeit auf diese Versorgung angewiesen sind, Nack diesen Richtlmien ist Arbeit auch eine üblicherweise unentgeltliche Tätigkeit in häuslicher Ge- meiuschaft, die aber im Falle der Einstellung fremder Kräfte ver- ssütet werden müßte. Ihr steht eine wissenschaftliche oder ehrenamt« liche Tätigkeit im Dienste der Allgemeinheit gleich. Als Unter- stü Hungen komme» in Betrocht: Einzelfürsorgemaßnahmen für Kleinrentner, einmalige oder fortlaufende Unterstützungen, Dar- ' lehen, Verbilligung der Lebensmittel, Kleider. Heizstoffe und der- gleichen, Bereitstellung billiger Krankenpflege, Unterbringung in Heimen und dergleichen. Von den fünfhundert Millionen Mark sind fünfzig Millionen für besondere Verwendung vorbehalten, während rüerhunderttünfztg Millionen auf die Länder verteilt worden sind, Aul die Stadt Berlin entfallen von den' Reichsmitteln zwöls Millionen, von den Ländermitteln neun Millionen. zusammen einundzwanzig Millionen Mark, die aber nur zur Verfügung stehen, wenn Berlin mindestens den gleichen Betrag wie aus Landesmitteln, gleich neun Millionen, aufbringt. Die Notlage der Kleinrentner hat den Magistrat oeranlaßt, diese neun Millronsn Mark zu bewilligen. Der Stadtverordneten- Versammlung ist eine Dringlichkeitsvorlage eingereicht. Znoalldenversicheruvg. Dom 1. Oktober d, I. ab gelten die neuen, durch Gesetz geschaffenen Lohnklassen. Auf die Bekannt- machung der Landesversicherungsanstolt Berlin In dieser Nummer unserer Zeitung weisen wir unser« Leser beson- ders hin. 18] Sachawachiak der Eskimo. Bon Ejnar ZNikkelfen. Er lachte bei dem Gedanken, aber Jim Hacklett lachte nicht. Er mar ein besserer Menschenkenner als der schwarze Joe und war sich so ungefähr klar darüber, daß man Sacha, machiak lange zusetzen konnte, bis er dann doch schließlich das Joch abwerfen würde: aber er tröstete Joe:„Ach was, er ist wohl nicht so gefährlich, er ist ja bloß ein Eingeborener, mit ihm wirst du schon fertig werden. Aber trotzdem, da wir nun einmal davon reden, muß ich dir doch sagen, ich bin froh darüber, so häßlich zu sein, daß Jgluruk kein Auge auf mich werfen wird, denn man weiß selbstverständlich nie, auf was so ein Nigger verfallen kann!" Der schwarze Joe lachte lauter.„Ich werde ihn mit meiner Hundepeitsche peitschen, bis er im Schnee vor mir kriecht," prahlte xr,„er soll, ja er soll Steuermann in meinem Umiak werden, er soll auf dieselbe Stufe mit den Frauen, die ihn rudern, gestellt werden, das wird einen Spaß geben, wenn er die Weiberarbeit verrichten muß, der großschnäuzige Bursche, der nur mit den Kapitänen der Flotte Geschäfte machen wollte!" Jim dachte wvhl das seine, aber sagte nichts, denn er batte nichts dagegen, den schwarzen Joe loszuwerden. Dann gehörten alle Herrlichkeiten ihm und im Geheimen tat er was er konnte, um den prahlerischen Joe aufzureizen, daß er Sacha- machiak so tief wie möglich demütigte, mochte der Bogen doch gespannt werden, bis er brach. Während die Weißen so miteinander redeten, saß Jgluruk dabei und hörte zu. Sie verstand, daß es sich um Sachawachiak handelte und war froh, wenn der schwarze Joe an sie dachte und ihr etwas von dem übersetzte, wovon sie sprachen. Bor ihr prablte er noch mehr, als vor Jim, und Jgluruk klatschte in die Hände vor Freude über Joes Drohungen gegen ihren früheren Mann. Wenn er Sachawachiak so demütigen konnte. wie er es gelobte, war wirklich nicht der kleinste Zweifel mebr, daß sie Nuwuks stärksten Mann zum Gatten bekommen hatte. dann konnte sie wahrlich vergnügt sein und brauchte sich nicht zu fürchten. Eines Tages saßen sie alle drei in der Hütte, die beiden Männer trinkend am Tische, Jgluruk, wie es Schick und Brauch war, wenn Wtiße eine Eingeborene zur Frau nahmen, auf der Erde. Sie sprachen von dem kommenden Sommer und von der Reise nach San Franziska, von allen Herrlich- keiten, die sie für das viele Geld haben konnten, als sie«inen Schlitten heransahren und draußen vor der Tür halten hörten. Die Männer sahen einander an, und der schwarze Joe erblaßte, nun war ja bald die Zeit da. wo Sachawachiak zu- rückerwartet werden konnte. Ob er jetzt kam und Rechenschaft für Jgluruk forderte? Es rieselte ibm kalt den Rücken hinunter, und er sah sich nach einer Verteidigungs- oder Mordwaffe um, aber bald �beruhigte er sich, es war ja unmöglich, Sachawachiak tonnte noch nicht zurück sein, und als er eine fremde Stimme hörte, wurde er wieder er selbst. Verdammte Furcht, wenn doch bloß das Zusammentrefsen erst überstanden wäre, aber er sollte mal versuchen, Redensarten zu machen, dann würde er ihm schon---! Des schwarzen Joes Gedanken wurden dadurch unter- brachen, daß sich die Tür öffnete, und Topsta und Cropcana hereinkamen: sie schlössen sie hinter sich, setzten sich hin, still, ohne ein Wort zu sagen. „Guten Tag!" sagte der schwarze Joe und lachte,.'.das ist doch eine merkwürdige Manier, zu fremden Leuten ins Haus zu kommen, das pflegen wir Weißen nicht zu tun. Wir klopfen an die Tür, kommen herein, wenn„bitte" gesagt wird, und sagen, was wir wollen, aber ihr sitzt bloß da und glotzt. Puh! Ihr verdammten Eingeborenen, raus mit euch und kommt ordentlich herein!" Jgluruk lachte, das war nun des schwarzen Joes Art zu spaßen, und sie lachte noch lauter, als Topsia und Cropcana sich hinansschlichen und die Tür hinter sich schlosien: das war mal ein Spaß, und sie erstickte beinahe vor Lachen, als sie ihr furchtsames Klopfen und des schwarzen Joes strenge Stimme vernahm:„herein!" Ach. der Joe. der Joe, hatte man je einen so spaßhaften Mann gesehen? Topsia setzte sich wieder, Cropcana blieb an der Tür stehen. Der schwarze Joe saß am Tische und schnitt ihnen beiden Ge- sichte, er war so froh, so ftoh. er hatte aber auch eine ver- dämmte Angst' gehabt, als er den Schlitten kommen hörte. „Ra, guten Leute, was wollt ihr denn, habt ihr etwas zu ver- kaufen?" Es dauerte eine Weile, bevor sie antworteten, und Jim kam zum Tische hin mit Flasche und Glas, das verfängt viel bei den Eingeborenen und gibt ein gutes Geschäft.„Rein, verkaufen wollen wir nichts, wir kommen nur um etwas Mehl und Zucker, Sachawachiak, er--" „Was sagt ihr?" rief der schwarze Joe und fuhr hoch, „was ist's mit Sachawachiak, was wollt ihr. habt ihr ihn ge- troffen, ist er tot! Redet doch! Zum Teufel noch mal, ihr dummen Tiere!" »Wir wollten Mehl haben/ begann Cropcana,»Jo, und Zucker," fügte Topsia hinzu,„Sachawachiak— ja, wir haben ihn gesehen, er kommt---. „Was, wo, wann?" rief Joe und wurde blaß, während Jim zur Tür ging und sie gut verschloß.„Wann kommt er. wo habt ihr ihn gesehen? Tod und Teufel, Jim, er muh ja augenblicklich hier sein, wenn diese Viecher ihn gesehen haben, rede doch Mensch, rede," rief er und sprang zu Topsia hin, den er bei der Schulter packte und schüttelte,„rede doch, Mensch, bist du stumm?" „Wir wollen einen Sack mit Mehl haben," antwortete Topsia, nun mit größerer Sicherheit als vorher, da er say, welchen Eindruck der Name Sachawachiak auf die Weiß n machte..„Rein, wir wollen zwei haben— und Zucker," fügte Cropcana hinzu,„und viel! Bevor das nicht auf unserem Schlitten liegt, sagen wir nichts." „So gib es doch." rief Joe Jim zu.„gib ihnen, was sie wollen, und laß uns hören, was sie zu erzählen haben. Diese Eingeborenen können einen verrückt machen, diese Langsam- keit, ach. diese Langsamkeit, was sind das für Menschen!" Aber er war so gespannt zu erfahren, was Topsia zu erzählen hotte, daß er Jim half, die Säcke auf den Schlitten hinaus- zutragen. „Ra." sagte er, nun etwas ruhiger, als der erste Schreck sich gelegt hatte,.cheraus mit der Sprache, wir haben, weiß Gott, genug dafür bezahlt, was habt ihr also zu erzählen?" „Sachawachiak kam nach unserem Iglu," erzählte Crop- cana,„lange nach Mittag, vor zwei Tagen. Seine Augen waren wild, das Weiße war rot» seine Sachen zerfetzt, er war so müde, daß er kaum gehen konnte und hungrig.„Wo kommst du her?" fragte ich, er antwortete nicht, sondern saß da und sah vor sich hin. Mir wurde ganz Angst vor ihm und ich schwieg, bis er gegessen hatte, �ann fragte ich wieder, wo er herkäme und er antwortete,„vom Kugerakuk". Wer Plötz- lich fuhr er auf.„Cropcana, hast du etwas von Jgluruk und dem schwarzen Joe gehört?" und seine Augen traten ihm fast aus den Höhlen, so stierte er mich an. Ich wußte ja nicht, wieviel er schon gehört hatte, und sagte nein. Darauf schwieg er, ober bald danach fing er an:„Ujarak sagte, daß Jgluruk setzt in der Hütte vom schwarzen Joe wobnte, ist das wahr?" Ich sagte, ich wüßte es nicht, ich wagte nichts anderes zu sagen, er sah so schrecklich aus, und darauf schwieg er, saß bloß da und stierte, aber schließlich redete er wieder,„gib mir Hunde, Cropcana, und einen Schlitten, meine liegen da draußen am Wege."„Wo trasst du Ujarak?" fragte ich wieder...Ujarak?" sagte er und sah mich an.«na ja, am Ku> geratut, er ist tot." (Fortsetzung folgt.s Großfeuer am Kreuzberg. 17 Die Geschäftsstelle der Arbeiter: Samariter Rolonne Berlin. befindet sich von jest ab: N 37, Schönholzer Str. 20/21 und ist täglich von 6-8 Uhr abends, Sonnabends von 4-6 Uhr geöffnet. Die Mitglieder werden gebeten, bei eventuellen Nachfragen obige Tage und Zeiten zu berüdsichtigen, desgleichen bitten wir die Gewerkschaften, Parteien und Vereine, dubon Kenntnis zu nehmen. Schiffstatastrophe. Der englische Dampfer Almencona" mel dete durch Funkspruch, daß der französische Kohlendampfer Plm. Nr. 8" an einer felfigen Stelle der portugiesischen Küste aufgelaufen Groß- Berliner Parteinachrichten. Vorständekonferenz " Hehlerei insofern nicht nachgewiesen sei, als es nicht als bewiesen gelte, daß die Gegenstände aus Diebstählen herrührten. Das Gericht Ein weithin sichtbarer Brand rief am Dienstag abend war anderer Ansicht und verurteilte die Arbeiter zu Gefängnis in der siebenten Stunde die Berliner Feuerwehr nach dem Kreuz- ftrafen von 1 bis 2 Monaten. Gegen die Vollenscher berg. Dort stand das Haus Heimstraße 23, an der Berg- wurde wegen gewerbsmäßiger Hehlerei auf 1 Jahr mannstraße, in Flammen. Als der 11. Löschzug an der Brand- Buchthaus erkannt, mit der Maßgabe, daß, wenn sie nach Berstelle anfam, hatten diese schon den Dachstuhl des Hauses in solcher büßung von 6 Monaten Zuchthaus 20 000 m. bezahlt, Ausdehnung ergriffen, daß Verstärkung nachbeordert werden ihr der Rest der Strafe erlaffen wird. mußte. Mit mehreren Schlauchleitungen von Motorspritzen wurde ,, Vereinigung der Turffreunde". über die Treppen, mechanische Leitern und das Nachbarfei. In Moabit hatte sich wieder einer jener Wettkonzern= grundstück vorgegangen. Dadurch gelang es schließlich, das ent- gründer zu verantworten, der, vollkommen mittellos, einen großfesselte Element einzudämmen und zu löschen, bevor es die angren- artigen Konzern" aufgezogen hatte, der dann aber sehr bald ver= zenden Gebäudeteile und das obere Geschoß erfaßt hatte. Die weit- trachte. Diesmal war es der Kellner Wilhelm Simm aus hin fichtbaren Flammen hatten eine große Menschenmenge Berlin, der mit dem im April 1921 gegründeten Wettfonzern angeloďt, die bis zum Abrücken der Löschzüge den Löscharbeiten zu-. Simm, Vereinigung der Turffreunde", zahlreiche schaute. Der Schaden ist ganz erheblich, der Dachstuhl mitsamt Dumme auf den Laim geloft hatte. Durch Prospekte und Zeitungs- heute abend 6 Uhr in den Bubi- Sälen, Neue Königstr. 26. feinem wertvollen Inhalt an Hausrat der zahlreichen Mieter ist zum inferate fand er 6500 Personen, die ihm Geld als Einlagen Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist pünktliches Erscheinen größten Teil eingeäschert. Das vierte Geschoß hat durch eingedrunge 50 Prozent, nach zwei Monaten 100 Prozent Dividende in sein Unternehmen gaben, wofür er ihnen nach einem Monat Pflicht. Heute, Mittwoch, den 27. September: nes Waffer gelitten, so daß Instandsehungsarbeiten er- versprach. Während die erste Dividende noch ausgezahlt wurde, 20. Abt. 7½ Uhr Bahlabend bei Pose, Kolonieftr. 15, und Jaserid, Schweden. forderlich sind. Die Entstehung ist nicht festgestellt. haperte es sehr bald mit der Weiterzahlung und schließlich broch ftraße 11a. das ganze Luftgebäude zusammen und S. ergriff die Flucht. In 54. der Verhandlung suchte der Angeklagte mi erregten Worten den Vorsitzenden von seinem unfehlbaren System, über das er schon im Jahre 1916 eine Broschüre geschrieben hat, zu überzeugen und die Darlegungen des als Sachverständigen geladenen Kriminalfommissars v. Manteuffel zu entfräften. Trotz aller Argus mente, die der Angeklagte ins Feld führte und des Hinweises auf große Gewinne, die er mit seinem Syftem angeblich erzielt hat so behauptet er, durch ein Pferd Deccourion in Frankreich allein einen Reingewinn von 150 000 m. gehabt zu haben blieb der Sachverständige in seinem ausführlichen Gutachten dabei, daß der 3ufall und nicht die Berechnung entscheidend für den Ausgang einer Rennwette sei. Die Verhandlung wird zwei Tage in Anspruch nehmen. Wir werden das Urteil mitteilen. Eine jugendliche Räuberbande. Cine jugendliche Schaufenstereinbrecher bande ist nach längeren Beobachtungen von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht worden. Im Osten Berlins wurde eine ganze Reihe von Schaufenstern eingeschlagen und die Auslagen von einer Rotte junger Burschen ausgeplündert, die mit ihrer Beute stets verschwunden waren, bevor man ihre Verfolgung auf nehmen konnte. Die Kriminalpolizei stellte fest, daß der Anführer ein entsprungener Fürsorgezögling Altmann war, der zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt, später begnadigi und dann nach Struveshof gebracht worden war. Dort war er vor drei Monaten entsprungen. Er hatte sich mit gleich altrigen Gesinnungsgenossen zusammengetan und war nun mit diesen auf Schaufenstereinbrüche ausgegangen. Die Bande traf sich in einem Lokal in der Frankfurter Allee, hielt dort mit ihrem weiblichen An- mals ausfallen, weil die Fänge infolge der Stürme nur geDer preiswerte Seefischverkauf muß an diesem Mittwoch noch= hang Gelage ab, um, wenn die Dunkelheit eingebrochen und die ring und die Preise außerordentlich hohe sind. Es darf aber nunStraßen leer geworden waren, an die Arbeit“ zu gehen. Trupp- mehr mit Bestimmtheit erwartet werden, daß das Ausfuhrweise zogen sie durch die Straßen und wenn die Gelegenheit verbot für Seefische, das erst am 25. d. M. in Kraft gegünftig war, flog einer, von den anderen gestoßen, gegen die treten ist, von der nächsten Woche ab die regelmäßige WiederaufScheibe, so daß diese in Trümmer ging und dann fielen alle übernahme der preiswerten Seefischverkäufe ermöglichen wird. die Auslagen her. Die Bande ging sofort nach allen Richtungen auseinander, um sich später wieder in dem Lokal in der Frankfurter Allee zu treffen. Dort wurde die ganze Bande aus gehoben. Aus verschiedenen Einbrüchen herrührende Beutestücke, Goldsachen, Kleider usw. wurden noch vorgefunden und beschlag nahmt. Geldbuße statt Zuchthaus. Ein seltenes Gerichtsurteil. Der seltene Fall, daß an Stelle einer Zuchthausstrafe nach Verbüßung eines Teiles derselben der Rest erlassen wird und dafür eine Gelbbuße zu zahlen ist, ereignete sich fürzlich beim Landgericht I. Die Metallankaufsstellen werden seit einiger Zeit streng bewacht, weil von einer Anzahl größerer Firmen erhebliche Metalldiebstähle gemeldet worden waren. So wurde eines Nachmittags nach Arbeitsschluß die Metallankaufsstelle der Frau Bollenscher, als es in ihrem Laden wie in einem Taubenschlage zuging, plöglich von der Polizei geschlossen. Bei der Sistierung der anwesenden Verkäufer fand man allein von den Siemens- SchuckertBerken 7 Arbeiter, die alle möglichen Metallteile hatten verkaufen mollen. Mit diesen Arbeitern, die wegen Diebstahls angeflagt waren, hatte sich die B. nun gestern zu verantworten, und ihr Ber teidiger, Rechtsanwalt Dr. Carl Löwenthal, führte aus, daß die Die Annahmestellen für die Zeichnung der Zwangsanleihe gibt das Landesfinanzamt Groß- Berlin im heutigen Inseratenteil bekannt, worauf wir besonders hinweisen. in dieser Woche die Anmeldungen im Rathaus, Zimmer 257, statt. Partei Für das Wintersemester der Volkshochschule Neukölln finden genossen, die gewillt sind, an einem Anfängerkursus für Esperanto teilzunehmen, machen wir auf diese günstige Gelegenheit aufmerksam. Leiter des Kursus ist Genosse Wittbrodt. Gebühr 40 m Lebensmittelpreise des Tages. 77. Charlottenburger Ufer 5. bt. Charlottenburg 7: Gruppe: 8 Uhr Bersammlung im Lotal Galeryn, bt. Schöneberg. Unser langjähriges Mitglied, der Genoffe Eduard Dubbers, Luitpold fir. 20, ist Sonnabend früh gestorben. Die Einüscherung er folgt Mittwoch nachmittag 2½ Uhr im Arematorium Gerichtstraße. Jungsozialisten. Gruppe Treptow. Abends 18 Uhr im Sentralinstitut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Str. 120. Beteiligung an der Brotcstfundgebung gegen die Schließung des Montessoritinderheims Lankwiz. Morgen, Donnerstag, den 28. September: Abt. Die anberaumte Gigung fällt aus. 11. Abt. Die Bezirksführer werden ersucht, um 7½ Uhr bei Berger zu erscheinen. Sämtliche Marken und Bezirksführerbücher sind mitzubringen. Innaiozialisten. Gruppe Brig. 7 Uhr im Jugendheim, Chauffeeftr. 48, Heinabend. Genossen, wer am 30. September noch einen Jugendgenossen in Quartier nehmen kann, teile dies sofort dem Genossen Schubert, Hannemannstraße 1, mit. Gruppe Tempelhof- Mariendorf. 7 Uhr im Lokal Rabzuweit, Tempelhof, Werderstraße, Ede Kunigundenstraße, Vortragsabend. Gruppe Neukölln. 7½ Uhr im Jugendheim, Rogatstr. 53, Dis. fusionsabend über: Schundliteratur". Jungsozialisten- Arbeitsausschuß. Wichtige Sigung am Freitag, den 29. September, 6 Uhr, im Vorwärtsgebäude. Jugendveranstaltungen. Achtung, Raffierer! Die Ausgabe der Marten und Mitteilungsblätter fo wie Zeitungen findet erst am Sonnabend, den 30. September, von 4 bis 7 Uhr, ftatt. Heute, Mittwoch, den 27. September: Friedrichshagen. Jugendheim Scharnweberstr. 105, Lefeabend: ,, Die Maschinenstürmer" von Toller. Prenzlauer Vorstadt. Jugendheim GemeindeBorstabt I. Jugendheim Gemeindeschule Sonnenburger Str. 20, Bortrag:" erschule Danziger Str. 23, Disfuffionsabend: Anarchismus". Schönhauser dinand Lassalle".. Köpenider Viertel. Jugendheim Gemeindeschule Wrangel ftraße 128, Diskussionsabend: Arbeiterjugend und Republik". Zempelhof. Jugendheim Kinderhort, Germaniastr. 6-7, Leseabend: Die Räuber" von Schiller. 1 Vorträge, Vereine und Versammlungen. knapp, Geschäft mäßig. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft ziemlich rege. Fische Mieterverband Treptow. Heute, Mittwoch, 28 Uhr, im Seichensaal der 6. Gemeindeschule, Wildenbruchstraße an der Gräßstraße, unentgeltliche EinfühAm Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- rung in die Verechnung der gesetzlichen Miete für Mieter und Mietervertreter gegen Mitgliedsausweis. handelspreise: Rindfleisch 103-122 M., ohne Knochen 125-158 M. Schweine- 27. Geptember, abends 7½ Uhr, Aula Weinmeisterstr. 15, Monatsversammlung. Touristen- Verein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den fleisch 148-200 M. Kalbfleisch 145-168 M. Hammelfleisch 105-152 M.| 1. Geschäftliches. Vortrag des Genossen Theodor Plivier über:" Hunger". Schellfisch 40-64 M. Seelachs 58-75 M. Rotzungen 52-65 M. in Eis: Aale 180-200 M. Hechte 100-112 M. Schleie 118 M. Lebende Aale 190-210 M. Hechte 128-150 M. Bleie 75-90 M. Eier 18-20 M. das Stück. Naturbutter 330-375 M. Margarine 188-248 M. Erbsen 65 bis 56 M. Graupen 50 M. Maisgrieß 40 M. Gerstengrütze 59 M. Kartoffelmehl 68-70 M. Reis 55-70 M. Backobst: Pflaumen 50-70 M., Gemischtes 55-84 M. Kartoffeln 38-44 M. 10 Pfund. Blumenkohl 20 bis 30 M. der Kopf. Wachsbohnen 25 M. Grünlinge 10-11 M. 70 M. Weiße Bohnen 45-55 M. Linsen 95-112 M. Weizenmehl 48 bis Arbeitersport. finden dazu Sonnabends in Neukölln, Steinmegftr. 113, abends 7 Uhr, Ge Schach. Jugendliche sowie Schüller, die das Schachspiel erlernen wollen, legenheit. Unterricht unentgeltlich. Für Fortgeschrittene findet ein Jugendturnier statt. Anmeldungen müssen bis zum 7. Oktober abgegeben sein. Kleidung SADAM Führend in Sport Ausrüstung L Invalidenversicherung. Ortskrankenkasse Bom 1. Oftober 1922 ab gelten für die Beiträge zur Invalidenversicherung Ausbau der für das Buchdruckgewerbe zu Berlin. die neuen durch Gesez geschaffenen Lohntlassen. Für diejenigen, welche einen Jahresarbeitsverdienst von mehr als 18 000 bis 27 000 m. haben, find Bochenbeiträge zu 18, 27 000 PR 39 000 m. " " n D 39 000 54.000 0. " " " " 54 000 72 000. " " " " " 72 000 9. " erforderlich. 02. 24,-M. 07 32,- 2. " " " Kinderfürsorge 42,-. durch die Gemeinde 52,-. von Bei einem Wochenverdienst von über 1385 m. fmd daher stets Marten Dr. Selma Schöfer. zu 52 m. wöchentlich zu verwenden. Auweck Auf Grund der Verordnung der Reichs regierung vom 12. Septbr. hat der Borstand in der Gigung vom 18. und der Ausschuß in der Gizung vom 25. Septbr. beschlossen, daß auf die bestehenden 13 Lohnstufen noch 7 weitere aufgebaut werden und zwar foll Der Grundlohn in Stufe 13 100 M, Stufe 14 Für häusliches Dienstperfonal find bei einem baren Monats- Eine notwendige 440., Stufe 20 500 m. betragen. Diese gehalt bis 750 2. Wochenmarien au 18 m., bei einem baren Monats- Schrift für gehalt bis 1750 m. Wochenmarten zu 24 M. zu entrichten. Landesversicherungsanftalt Berlin. Der Vorstand. Berlin, im September 1922. Tafma Ghag 140 W., Stufe 15 180 M., Stufe 16 240 m, Stufe 17 300 M., Stufe 18 360 Mt., Stufe 19 Be- Festlegung tritt mit dem 2. Oftober 1922 in hörden und Aus- Rraft. Druckstücke von dieser Aenderung schüsse, Lehrer find im Raffenlokal zu haben. und Erzieher, wie Weiter geben wir befannt, daß nach überhaupt für alle, der Berordnung vom 14. Geptbr. 1922 im die sich in der$ 165 und 577 der ReichsversicherungsWohlfahrtspflege ordnung die verficherungspflichtige Grenze betätigen. für Angestellte und Betriebsbeamte von 72 000 m. auf 204 000 M2. erhöht worden ist. Diese Bestimmung ist mit dem 22. Septbr. 1922 in Kraft getreten. 170/11 Berlin, den 25. September 1922. Der Vorstand. Mar Ebel, Boritzender. Alfred Ekström, Schriftführer. Perser- Teppiche Klaviere, Flügel Wohlfahrtspflege höchfte Tagespr. zahlt Herer, Pallasstr. 9, Kurf. 9104 Preis 11,25 Mk. Buchhandlung Vorwärts Ausführl. Prospekt über PatentAnmeld. usw. erhalt. kostenlos Berlin SW, Lindenstr.2 Vorzüglicher Rauchtabak. Erfinder Pickel, Sommersprossen, durch Ing. Carl Fr. Reichelt. Berlin, Lindenstr. 116. 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Künstler- Th. Sommerspielzeit od Scham u. El- Heute bis Sonnab.8: fersucht( George, Straub, Hart)„ Die erste Nacht" Sonnt. bis Dienst. 8: Kammerspiele Derschildpattkamm 8: Der Schleier der Pierette Pant. v. A.Schnitzler 8 Central- Theater Do. 8: D. Schleier U.: Ein Prachtmädel der Pierette Deutsch Opernhaus Pant. v. A.Schnitzler 7 D. Troubadour Gr.Schauspielh. Friedrich- Wilhelmst. Th. ( Karlstraße) Uhr: 8 Uhr: Wie fessle Letzte Woche ich meinen Mann 7: Orpheus in Große Volksoper Do. 74: Orpheus im Theat. d. Westens der Unterwelt in d. Unterweit 7 Uhr: Lohengrin Abonnements- Verlegung: Intimes Theater 25. Sept. auf 6. Okt. 8: Die Peitsche und? Lauf doch nicht 26. Sept. auf 7. Okt. 27. Sept. auf 8. Okt. immer nackt herum 28. Sept. auf 13. Okt. An die Abonnenten! Lustspielhaus 8 Uhr: Schule der Kokotten Nachzahlungen auf Metropol- Theater die Abonnements 7 müssen bis 2. Okt. U.. New York- Berlin mittags geleistet Neues Operett.- Th. sein. Karten ohne Nachzahl.- Vermerk 73/ U. Die tolle Lola berechtigen nicht Neues Th. am Zoo zum Eintritt. Erste Abonnem.- Vorstel 72 Uhr: Dorine lung Montag, den 2. Oktober Theater i. d. und der Zufall Neues Volkstheater 72 Uhr: Der Engländer. Satyros Königgrätz. Str. Schiller- Th. Charl. Uhr zum 1. Male: 3 Uhr: Götz von Berlichingen Jüdin v. Toledo Thalia- Theater ( 72) Dir.: James Klein( 72) Die grosse internationale Revue in 25 Bildern: Europa spricht davon!! Uebertrifft Paris und London an Pracht und Ausstattung und ist das Fabelhafteste, was auf einer Bühne gezeigt worden ist 6 Pracht- Ballette!! 200 Mitwirkende!! Mister Jackson vom AlhambraTheater in London mit seinen englischen Girls. Hauptdarsteller: Margit Suchy, Rosa Felsegg, Balzer- Lichtenstein, Max Landa, Albert Kutzner, Bruno Kastner, Arnold Rieck, Mizi Metelka. Else Reval, Wailers, Spira, Bartels usw. Vorverkauf an der Theaterkasse ununterbrochen. Central- Theater Alte Jakobstr. 30 Eröffnung Freitag, den 29. September, abds. 71/2 Uhr Die Kleinbürger von Maxim Gorki mit Herm. Vallentin a. Gast Trabrennen Mariendorf Deutsch, Charlotte Uhr Prinz Don Juan Donnerstag, den 28. Sept. Schultz, Fr. Kinz, Th. a. Nollendorfpl. M. Pohl, Hz. Stieda Do.: Jüdin v. Toledo U.Dein Mund.. nachm. 11, Uhr: 8 Rennen Fr.: Wund. Gesch. Kraisler Theater am Kurfürstendamm Gesamtpreise 225 000 k. Sbd.: Jüdin v.Toledo Kurfürstendamm Nr. 208 Stg.: Jüdin v. Toledo 72: Die kl. Sünderin Mo. Wund. Gesch. Krelsler Theater in d.Kommandant. Str. 8 Uhr: Der Fremde Komödienhaus Der Tanzer unserer lieben Frau 8 Wallner- Theater Uhr. Karussell& U: Der keasche Lebemano Berliner Th. Westkammerspiele 7.15: Madame Pompadour m. Guido Thielscher Hauptstr. 144 72: Prinz. Maleine Fritzi Massary a.G Kleines Th. Residenz- Th. Täglich 8 Uhr: Täglich 7 Uhr: Irene Triesch Lady in Windermeres Totentanz Fächer Paul Biensfeld Trianon- Th. Walhalla- Theater Arnstädt, Sandrock Toelle. Falkenstein Täglich 8 Uhr: Tägl. abends 8 Uhr: Erika Glässper in Die Kinokönigin Lissi Theater des Osiens die Kokotte( Rose- Theater) Wilheim Bendow Die Liebesproke Hans Albers Rennen zu Grunewald Mittwoch, den 27.Sept. nachm. 12 Uhr SIO Man verlange die Bedingungen RETE gründung Geschäfts1889 Teilzahlung Jeder braucht uns! Erst während des Krieges wandten wir uns an das Berliner Publikum, und in kurzer Zeit erwarben wir uns eine treue Kundschaft. In den ersten Jahren stieg die Anzahl der Kassekäufer und derer, die Teilzahlung in Anspruch nahmen, in genau dem gleichen Verhältnis, während jetzt die prozentuale Zunahme der letzeren erheblich größer wird. Die heutige wirtschaftliche Lage zwingt alle Berufsstände, selbst besser situierte Kaufleute, Beamte in gehobener Stellung, Anschaffungen für höhere Beträge auf Teilzahlung zu machen. Auf Teilzahlung zu Ladenpreisen! 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Russische Korrespondenz Nr. 6 Aus dem Inhalt: Zum Prozeß gegen die Sozialrevolutionäre in Moskau, Beiträge von L. Trotzki, Karl Radek, Charles Rappoport u. Finanzpolitik, von G. Sokolnikow/ Volkswirtschaft und Gewerkschaften in den letzten fünf Jahren( eine Unterredung mit M. P. Tomski)/ Die Resultate der Tarifarbeit der Gewerkschaften, von J. Resnikow/ Die Uralindustrie, von A. Lomow/ Aus der Praxis der landwirtschaftlichen Arbeit, von N. Ossinski/ Die Landwirtschaft Südrußlands im XX. Jahrhundert, von Professor I. Oganowski/ Die Abgrenzung der Partei- und Sowjet- Apparate, von G. Sinowjew/ Zur Eröffnung der elektrischen Kraftzentrale in Kaschira, von G. Krhishanowski/ Stimmungen und Hoffnungen der russischen Intelligenz, von X./ Die Wüste, eine Erzählung von Valentin Tamarin/ Beilage: Die Volkswirtschaft Sowjetrußlands im ersten Halbjahr 1921 274 Seiten Preis Mark 140.Verlag Carl Hoym Nacht. Louis Cahnbley, Hamburg 8 Lämmelmanns Moritzplatz 16077 Bummelfahrt SCALA Tägl. 8 Uhr Jnternat. Varieté Circus Deutscher Metallarbeiter- Verband Busch Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 hr bis nachm. 4 Uhr. Tgl. 7/2, Stys. auch 3 Uhr Telephon: Amt Norben 838, 84, 835, 836. Donnerstag, 28. September, nachmittags 4 Uhr, in den Maßferfälen, Kaiser Wilhelm- Gtraße: Parole! Ausverkauft! Benutzen Sie Vorverkauf Folies Caprice Linienstr. 132( Oranienbg. Ter) Tägl. 8 Uhr: Branchenversammlung der Zigaretten- Maschinenführer und Betriebshandwerker. Tagesordnung: 1. Bericht der Rommission. 2. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes."& Ergänzungswahl der Branchenfommiffon. Mitgliedsbach legitimiert. Donnerstag, 28.Septbr., nachm.shr. im Lokal von Reivede, Grünauer Str. 17: Madame Cocotte Wichtige Sisung Die Badewanne O diese Beine Beethoven- Sonate der Branchentommiffions. mitglieder der Metalldreher, Drücker, Metallformer, Gürtler, URANIA 8 Uhr Metallschleifer. Schnittarbeiter, und Graveure. Taubenstr.: Geh. R. Steindorff: Die Ale Rommissionsmitglieder obiger ägyptisch. Hiero- Branchen müssen erscheinen. glyphen Invalidenstr.: Kottmann: Schwarzwald HIND BRIEN VarietéSpielplan Achtung! Achtung! Klempner u. Betriebsrohrieger. Donnerstag, 28. September, abends 6 Uhr, in Graumanns Festfälen, Naunynstr. 27: Versammlung aller in Arbeit stehenden Betriebs: beleger, Klempner und Silfs. arbeiter. Rauchen gestattet! Tagesordnung: Der Streit der Groß- Berliner Rohrleger und Bauflempner. Behrenstr. 54 Donnerstag, den 28. Sept.: Ehren- Abend für Ernst Kobelt Festvorstellung Ball Vorverkauf 11-3 im Bureau Jeden Abend 7%, U. Reichshallen.Th. und Sonn- Allabendl. 72 Uhr tag nachm. 3 Uhr ELITESänger Volkspreise! Vorvkf. 11-12 u. 4-6 Jeder Rollege t verpflichtet, pünktlich zu erscheinen. Achtung! Urbeitslose und Avante. Am Sonnabend, den 30. September, bleiben wegen Quartals: schluß die AbfertigungsAuszahlungsschalter gefchloffen. Die Arbeitslosen und Kranten, deren Woche am Sonnabend, den 30. September, endet, erkalten fchon am Freitag, den 29., Geld. Achtung! Achtung! Die Rechtsauskunftsstelle( 3immer 15) ift vom Dienstag, den 3. Oktober, außer in der üblichen Bureauzeit von 9-4 Uhr, Dienstags und Donnerstags von 4-7 Uhr geöffnet; die Jugendabteilung ist anstatt Bienstags, Mittwochs von 4-7 Uhr geöffnet. Sonntag, 15. Oftober, vorm. 10 Uhr, in der Schulauia, Gemeindeschule, Roppenplay 12: Versammlung Sonntag nachm, 3 U, fämtlicher Außenmonteure halbe Preise Tagesordnung: 1. Bericht der BerSTETTINER handlungskommission. 2. Aussprache über allgemeine Monteurfragent Säng. In Anbetracht der notwendigen Donhoff- Fühlungnahme zwischen ben auswärts beschäftigten Kollegen und ben Mitgliedern Brett'l der Berhandlungsfommiffion ift bas beAnf.7/ U. stimmte Erscheinen sämtlicher Außenmonteure erforderlich. Die Ortsveenoffung. 126/16 ULLSTEIN- SCHNITTMUSTER für Kinderkleidung erhältlich bei A. WERTHEIM FJ Anzüge SADAM HerrenModen Usters in der bekannten Goldankaufstelle von PotsEhrlich bedient werden Sie Richard Herrmann, Wilhelmstr. 39, damer Pl Gold- Platin-, Silbersachen, für sowie Brillanten, Gold alte Müinzen, Zahngebisse, Uhren, Ringe, Ketten usw, zahle ich unbedingt die reellsten und höchsten Tagespreise. Der weiteste Weg zu mir lohnt sich sehr. Bei Ankauf Fahrgeldvergütung. Bekanntmachung Der Herr Reichsminifter der Finanzen hat auf Grund des§ 19 des Gesetzes über die 3wangsanleihe vom 20. Juli 1922 für Groß- Berlin folgende Banten als Annahmestellen für die Zeichnung der Zwangsanleihe bestimmt: 1. Reidytungsabteilung ber Sleichsbant, Stieberwallfte. 18-20. 136. Josef Neufelb, Charlottenburg, Karfürstendamm 216 2. Reichsban nebenstelle Berlin- Schöneberg, JrunsbruderStr.35. 137. Norddeutsche Grund- Credit- Bant AG, Berlin, Wilhelmfte.71. 3. Reichsbantnebenstelle, Berlin- Wilmersborf, Trautenauftr. 3. 138. Norbische Bank für Handel und Industrie, Berlin, Unter 4. Reichsbantelle Charlottenburg, Leibnigfti. 8. 4a Reichsbonthebenstelle Neuatifin, Ganghoferstr. 2 5. Reichsbannebenstelle Spandau 6 Breußliche Staatsban?( Geehandlung), Markgrafenftr. 38. 7. Breustiche Bentralgenossenschaftskaffe, Am Zeughaus 1. 8. Berliner Brundbriefamt, Eichhornste. 5 9. Dentiche Bandbriefanstalt in Posen, Siz Berlin, Petsbames G 74, 1 Treppe 10 Stabtschaft der Broving Brandenburg, Berlin, Bittoriafte 20 11. Brovinzialhttfskaffen Brandenburg, Berlin, Matthäifirchteaße 20 den Linden 21. 139. Emil Nürnberg, Berlin, Botsdamer Str. 132. 140. Hugo Oppenheim& Sohn, Berlin. Parifer Blaz 1 141. Oppenheimer& Rosenbaum, Berlin, Altonaer Str. 8. 142. Mag Oste, Berlin- Zehlendorf, Leffingftr. 2 143 Karl Berls Berlin, Jägerftr. 1. 144. Mag Bid, Berlin, Ranonierfte. 40. 145. Siegmunb Bineus, Berlin, Martgrafenftr. 45 146. Reinhold Pinner& Co., Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 79. 147. Breußische Boden- Credit- Actienbant, Berlin, Boßfte. 12 Kur- und Remärkische Nitterschaftliche Darlehnskasse, 148. Breußische Sentral Bobentrebit- Altiengesellschaft, Berlin, Berlin Wilhelmplag 6. 13. Sofef mann, Berlin, Behrenstr. 20. 14. Arndt, Dreijus& Co, Berlin, Rraufenfte. 54-56. 15. Gebe. Arapid, Berlin, Franzöfifche Str. 33e. 16. Gebrüder Neons, Berlin, Mauerstr. 34, 1 Treppe, 17. Arons& Bulter, Berlin, Franzöfifche Ste 14 18. G. Baginsty, Charlottenburg, Rantstr. 134a. 19. Bant- Commiabite Simon Rap& Co., Berlin, Boßte. 13 20. Bont des Berkner Staffen- Bereins, Berlin, Oberwallstr. 3. 21. Bank für Brauindustrie, Berlin, Franzöfifche Ste. 33a. 32. Bergmenn& Frarbrich Rachf., Berlin, Kaiser- Wilhelm- Str.1. 28 3 Bertinet, Bertha, Brüberfic. 13. 24 Berliner Bantinflitut Josef Goldschmidt& Co, Berlin, Französische Str. 5 25. Berliner Handelsgefenfchaft, Berlin, Behrenstr. 32/33. Unter den Linden 48. 149. Breußische Hypotheken- Aktienbant, Berlin, Mohrenftr. 65. 150. Breußische Pfandbrief- Bant A.- G, Berlin, Boßftr. 1. 151. Raehmel& Boellert, Berlin, Jägerstr. 59. 132. Giegfried Rebenwurzel, Berlin, Universitätsstr. 2/3 a. 153. Rheinische Hypothekenban?( Berliner Bureau), Berlin, Schügenftr. 6. 154, Rheinisch- Westfälische Boden- Credit- Bant, Berlin, Franzö fische Str. 55, 155. Gebr. Röchling, Bant, Zweigniederlaffung, Berlin, Hinter ber Ratholischen Kirche 1. 156. Gotthold Rosen, Berlin- Friedenau, Reanachstr. 17/18, 157. Giegfried Rothenberg, Berlin, Burgstr. 29. 158. Rott& Schünemann, Berlin, Mohrenftr. 46. 159. 9.& E. Gachs, Berlin, Oberwallstr. 20. 26. Berliner Hypotheken bant, Attiengesellschaft, Berlin, Tauben- 160. Straße 22. Sachs, Warfchauer& Co. Rommanditgesellschaft, Berlin, Unter den Linden 54/55. 27. Beritner Blatterverein Antiengesellschaft, Franzöfifche Str. 20. 161. Calomon& Oppenheim, Berlin, Taubenstr. 47. 28. Louis Berndt Rachf, Berlin, Oranienburger Str. 4. 29. Bernheim, Beer& Co. Dorotheenste. 4. 30 Walter Bernstein& Co, Berlin, Unter den Linden 50/51. 31 G Bleichröber, Berlin, Behrenstr. 62/63. 32. Rarl Blum& Co., Jägerstr. 55. 38. Georg Blumenfeld& Co., Berlin, Unter den Linden 27, 34. Jacques Blumenthal, Charlottenburg, Uhlandstr. 3. 35. Simon Boehm, Berlin, Mohrenstr. 54. 36. Gebrilder Bonie, Berlin, Bhrenftr. 20. 37. Braun& Co. Berlin, Eichhornitz. 11. 38. Carl Cabu, Berlin, Franzöfifane Str. 60. 39. J. J. Caro, Berita, Manbijoublag 11 40 Carsch Simon& Go, Berlin, Mohrenstz, 54. 41. Cohn& Bernstein, Berlin, Burgste. 27. 162 Gaß& Martini, G m. b. H., Berlin, Werberstr. 3. 163. Schallscha& Co, Berlin- Wilmersdorf, Bregenzer Str. 14. 164. Gebr. 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Nach seiner Freilassung benutzte er das Attentat auf Magi- lei Interesse daran, die Macht unserer Gegner herabzusehen und uns milian Harden, um sich an rechtsstehende Kreise zu wenden, mit dem selbst darüber zu täuschen. Das wäre eine mit Klassenpolitik unverDer Reichstagsausschuß für Volkswirt Vorgeben, daß er im Auftrage des flüchtigen Attentäters Ankermann einbare Vogelstraußpolitif. schaft erledigte gestern die von der Regierung vorgelegte| tomme. Er erzählte, daß Ankermann sich noch in Berlin aufhalte, In diesem Erftarten der Macht der deutschen Sozialdemokratie Berordnung über Zollerhöhungen und stimmte ihr nach kurzer aber feine mittel zur Flucht hätte, außerdem aber auch Mittel erblickt aber der Verfasser einen Betrug(!) und eine Gefahr(!!) Debatte einstimmig zu, ließ jedoch die Frage der Erhöhung des brauche, um seine Verteidigung zu bestreiten, falls er ergriffen für die proletarischen Massen in Deutschland, die man bekämpfen Tabatzolls vorläufig noch offen. Bekanntlich hatte die werde. Flesch erhielt verschiedentlich Beträge für diese müsse. Regierung eine Herauffezung des Tabatzolls von 80 auf 130 3wede, die er nach der Anklage aber für sich verwendet haben soll. Die Hoffnung auf eine nennenswerte Schwächung dieser unMark verlangt mit der Begründung, daß auch die Einfuhr Er wurde daher wiederum in Haft genommen. Vor Gericht be- geheuren Macht der deutschen Sozialdemokratie durch bloße kommuvon Tabak bei der gegenwärtigen Not einer Einschränkung ftritt er, die Gelder für sich verwendet zu haben und gab vor, daß er nistische Propaganda hat Rappoport offenbar längst aufgegeben. bedürfe. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstags fie in politischem Sinne ausgegeben habe. Rechtsanwalt Um so stärker aber ist die Hoffnung, die er auf einen anderen hat sich von dem Bedenken, die der Reichsrat geäußert hat, Dr. Erwin Feld erklärte, daß dem Angeklagten nicht nachgewiesen Faftor setzt. Man höre das zynische Bekenntnis dieser schönen anfcheinend beeinflussen lassen und daher die Beschlußfaffung werden fönne, daß er selbstfüchtig gehandelt habe, und beantragte Geele: über die Zollerhöhung auf heute aufgeschoben. die Freisprechung. Aus den gleichen Gesichtspunkten fam das Schöffengericht zu einem Freispruch. * Es muß auffallen, daß der Anflagevertreter gar nicht folgenden rechtlichen Gesichtspunkt beachtet hat, über den ihn jeder Rechtsstudent im dritten Semester hätte aufklären können: Wenn Flesch das Geld nicht in betrügerischer Ahficht gesammelt hat, so war es ihm ernst mit der Absicht, die Flucht des Attentäters Antermann zu unterstützen. Er hat sich dann des weit schwereren Berbrechens der strafbaren Begünstigung eines Attentäters schuldig gemacht und mußte erst recht bestraft werden. Diese Haltung ist nicht verständlich. Entweder be fürchtet man für die Ernährung im Winter große Gefahr, dann ist die Beschränkung jeder einigermaßen entbehrlichen Einfuhr ein Lebenserfordernis des ganzen Voltes. Aus Tabat fann man fein Brot baden. Oder aber man bestreitet, daß die Notlage vorliegt, und dann ist die Beschränkung der Cinfuhr überhaupt überflüssig. Nun herrscht im ganzen Bolte einhellig die lleberzeugung, daß die Lebensmittelver forgung und die Heranschaffung von Rohstoffen während des Winters auf große Schwierigkeiten stoßen wird. Dann abe: ist es Pflicht, alle Devisen für diesen Zwed bereitzusteller und auch die Einfuhr von Tabak durch Erhöhung der Zölle Wir erwarten, daß der preußische Justizminister suf das durch die Beschäftigung der Industrie gebotene Min- die Staatsanwaltschaft beauftragt, unter diesem Gesichtspunkt testmaß zu beschränken. Das Bolt würde es nicht verstehen, erufung einzulegen mit dem gleichzeitigen Antrag, die menn bei anhaltender Teuerung überflüssige Waren Sache an den Staatsgerichtshof abzugeben, wohin sie immer noch in großen Mengen eingeführt werden, während gehört. das Brot knapp und schlecht ist. Es ist Aufgabe der soziafiftischen Vertreter in Regierung und Parlament, das zu ver hindern. Wirtschaftsmaßnahmen Preußens. Das preußische Staatsministerium beschäftigte sich am Dienstag nochmittag mit der Borloge des Reichswirtschaftsminifteriums über die Zuderbewirtschaftung. Man war übereinstimmend der Meinung, daß für die minderbemittelte Bevölkerung ein ausreichendes Quantum Zucker zu angemessenem Preise zur Verfügung gehalten werden müffe. Weiter beschäftigte sich das Ministerium mit der Frage der Düngemittelbeschaffung für die Landwirtschaft. Die ländlichen Genossenschaften sind nicht in der Lage, die angefor. derten Düngemittel zu den jetzt bestehenden Preisen zu beschaffen. Da aber eine ausreichende. Düngung des Bodens Voraussetzung für die Sicherung der Wolfsernährung ist, wurden Maßnahmen beschloffen, durch die die Genossenschaften in die Lage verfekt werden follen, die Anforderungen ihrer Mitglieder zu befriedigen. Die Notlage der Gemeinden veranlaßte das Ministerium Maßnahmen zu beschließen, die geeignet sind, die am 1. Ottober drohenden Zahlungsschwierigkeiten, herabzumindern. Helfferichs Gratulant. Studiosus Werner Flesch vor Gericht. Bor dem Schöffengericht Berlin- Tempelhof erschien gestern der Student Werner Flesch unter der Anklage des Betruges. Flesch ist ein politischer Abenteurer und hat die Deffentlichkeit in letzter Zeit wiederholt beschäftigt. Als angeblicher Leutnant hatte er fich am Kapp- Butsch beteiligt und nach dessen Niederwerfung sich aus deutschnationalen Kreisen Geld zu seiner Flucht nach Brasilien verschafft. Im Frühjahr war er zurückgekommen und hatte sich als Befizer großer Farmen aufgespielt. Wie erinnerlich, erschien er am Tage der Ermordung Rothenaus im Reichstag, um Dr. Selfferig einen Blumenstrauß mit schwarzmeißroter Schleife im angeblichen Auftrage des südamerikanischen deutschen Kriegerbundes zu überreichen. Er wurde damals von fchen deutschen Kriegerbundes zu überreichen. Er wurde damals von den Abgeordneten der Linken, als er in der Wandelhalle erschien, umringi und verprügelt. Alsdann wurde er der Polizei übergeben. Er blieb unter dem Berdacht der Mitbeteiligung an der Mordtat in metzen und blauen Streifen. Bulgarien hat neben der alten dreifarbigen Fahne in wagerechtem Weiß- Grün und Rot eine neue Pönigliche Standarte angenommen, um die Aehnlichkeit der alten Nationalflagge mit derjenigen des österreichischen Kaiserreichs von einst aufzuheben. Die Fahne von Georgien ist tarmefinrot; das obere Feld enthält einen wagerechten schwarzen Streifen über einem ähnlichen weißen. Das Rot der Fahne ist durch die Figur des heiligen Georg geziert, der der Nationalheilige des neuen Staates ist. Die Tschechoslowakei hat eine magerecht geteilte Flagge, deren oberes Feld weiß ist, während das untere rote von einem blauen gleichfeiligen Dreieck durchschnitten wird. Der neue deutsch österreichische und ungarische Staat haben sich in die Flagge des alten Desterreich- Ungarn geteilt. Diese bestand aus zwei Hälften, von denen die der Flaggenstange zunächst gelegene das alte wages rechte Rot- Weiß- Rot Desterreichs mit einem gefrönten Schild in der Mitte hatte, während die äußere Hälfte das Rot- Weiß- Grün und den gekrönten Schild Ungarns zeigte. Die neue Flagge von Deutschösterreich hat den früheren Schild verloren, und die neue Fingge von Ungarn hat zwei Engel bekommen, die als ,, Schildträger" hinzugefügt wurden. Rußland hat die rote Flagge angenommen, die in russischen Buchstaben die Initialen ,, RSFSR" zeigt. Jugoslawien hat jezt eine Flagge mit den drei wagerechten Farben blau, weiß und rot. so furchtbar geworden, daß die Wissenschaft nach einem mirffamen Erfah für Kokain? Die Rofainfeuche ist in den letzten Jahren Mittel sucht, um dieses gefährliche Anregungsmittel nach Möglichkeit überhaupt aus dem Handel zu verbannen. Wie im Britischen Journal für Ophthalmologie mitgeteilt wird, ist es zwei Profefforen der Uni versität Julinois gelungen, einen vollgültigen Erfag für das Kokain zu entdecken; es ist ein Produft aus Kohlenteer und soll viel weniger schädlich, dafür aber noch sehr viel wirksamer als Rotein sein. Bewährt sich dieses neue Mittel, dann wird man den Gebrauch des Rofains vielleicht vollkommen ausscheiden fönnen und in der Lage fein, den Kofainschmuggel besser zu befämpfen. Finden sich doch jetzt immer noch gewissenlose Aerzte, die Kokainsüchtigen die Droge zugänglich machen. am 7. Oftober. Kreismitgliederversammlungen am Freitag, den 29. Septbr., abds. 71/2 Uhr. Tagesordnung: Berichterstattung von Augsburg und dem Nürnberger Einigungsparteitag. Die Versammlungen finden in folgenden Lokalen statt: Miffe: Sophienjälen, Sophienftr. 17/18. Tiergarten: Hohenzollernfäle, Bandelftr. 35. Prenzlauer Berg: Unionsfestfäle, Greifswalder Str. 221/223. Friedrichshain: Komeniusfäle, Memeler Str. 67. Charlottenburg: Sophie- Charlotte- Schule, Scharrenstraße. Wilmersdorf: Cäcilienschule, Nitolsburger Plah 5. Spandau: Aula der Oberrealschule, Molite-, Ede Friedrich Schöneberg- Friedenau: Aula der Chamiffoschule, Barbaroffaplay. Steglitz- Lichterfelde: Lichterfelder Festfäle, Lichterfelde, Zehlendorfer Straße. ftraße. ,, Deutschland befindet sich in einer wirtschaftlichen Lage, aus der es keinen Ausweg gibt, und die sich mit Hilfe unseres„ Towarisch" Poincaré immer mehr verschlimmern wird.( ,, Towarisch" ist der russische Ausdruck für Genosse". Die Red.) Die deutsche Sozialdemokratie wird alle Verantwortlichkeiten übernehmen, ohne dem Proletariat etwas anderes bieten zu können, als leere Tische und leere Worte." " Damit gibt Rappoport offen zu, worauf die Kommunisten beider Länder spekulieren, um ihr fintendes Schiff wieder flott zu machen und dem gefährlichen" Machtzuwachs der vereinigten deutschen Sozialdemokratie zu begegnen. Es ist die Hoffnung auf die Gewaltpolitif Poincarés, die man jetzt ganz ungeniert ausspricht, die Hoffnung auf eine fortschreitende Verelendung der deutschen Arbeitermassen mit Hilfe des nationalen Blods, die Hoffnung auf das Berantwortlichfeits. gefühl der deutschen Sozialdemokratie, die in einer noch fritischeren Zeit die Last der Regierung mittragen würde, um das Allerschlimmste zu verhüten, während die Kommunisten draußen in der Opposition freie Hand zum Schimpfen, Hetzen und Verleumden behalten würden. Während die Reaktionäre auf die Torheit und die Zerstörungsarbeit der Kommunisten hoffen, spekulieren ihrerseits die Kommunisten auf den Towarisch Poincaré". Sie find wahrhaftig einander würdig! Die russisch- japanische Konferenz in Tschangtschum über die Zurückziehung der japanischen Truppen aus dem Norden der Insel Eachalin ist gescheitert. Wirtschaft Der Lehrer- v.- Siemens- Konzern. Durch den Abschluß eines Wiederaufbauvertrages ist bi Lehrer v. Siemens, Vereinigte Baustoffindustrie Kommandiigesellschaft auf Attien in letzter Zeit viel genannt worden. Aufbau und Organisation dieses Konzerns find bisher verhältnismäßig wenig dem bekannten elektrotechnischen Siemens- Ronzern; er trägt seinen bekannt. Der Konzern steht jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Günther von Siemens. Der erstere unterhält Beziehungen zu Namen nach den Hauptbeteiligten, Kommerzienrat Lehrer und holländischem Kapital. Neukölln: Realgymnasium, Kaiser- Friedrich- Str. 210. Niederschöneweide: Schulaula, Berliner Sir. 31. Köpenid: Aula der Körnerschule, Lindenstr. 11. Pankow: Kasinofaal bei Lindner, Breitestr. 32. Begen der Bedeutung des Berichts ist das Erscheinen Ronat Berte A.-G. in Mettmann( 10 Millionen Mart), eine aller Mitglieder unbedingte Pflicht. Der Gattenmord in Marienburg. Das Ende einer deutschnationalen Agitationslüge. Um die Erregung über den Rathenau- Mord abzulenten, hatte die deutschnationale Presse die Behauptung ausgestreut, daß im Anschluß an eine Demonstration gegen den Kathenau- Mord in Ma rienburg( Ostpreußen) die Gattin des deutschnationalen Redatteurs Reiß von den Demonstranten ermordet worden sei. Frau Reiß war erschossen werden, während sie am Fenster stand. Reiß sei, so hieß es in der deutschnationalen Bresse, von linksradifaler Seite heftig befehdet worden, und offenbar aus Rache, weil man seiner nicht habhaft werden konnte, hätten ,, linksradikale Element" feine Frau niedergeschossen. Diese Verdächtigungen blieben nicht ohne Wirkung. Eine größere Anzahl Genossen wurde wegen angeblicher Beteiligung an dem Morde verhaftet. Es konnte ihnen nicht das geringste nachgewiesen werden. Nun aber ist der eigene Gatte der Ermordeten, der deutsch nationale Redakteur Reiß, unter dem dringenden Verdacht der Täterschaft verhaftet worden. Dieser Berdacht bestand übrigens von vornherein, aber unter der Suggestion der deutschnationalen Heze glaubten die Gerichte, unbedingt unter den linfsradikalen Elementen" den Täter suchen zu müssen. Preffe gegen die Arbeiterschaft ausgeschlachtet worden. Der Fall Reiß ist seinerzeit von der gesamten deutschnationalen Wir sind nun gespannt, ob auch nur ein einziges dieser Blätter seinen Lesern von dem wahren Sachverhalt Kenntnis geben wird. Oftoberschlesiens Wahlen. Kaftomih, 26. September.( TU.) Heute stellte die Hauptmahlfemmission für den 2. Wahlbezirk( attomis Ruda) das Wahlresultat endgültig feft. Danach erhält die Liste der Nationalen Arpolnische Sozialdemokratie 3 Mandate, die deutsche Sobeiterpartei( Partei des jezigen Woiwoden Rymer) 2 Mandate, die zialdemofratie 1 Mandai, die Katholische Boltspartei 2 Mandate, die Deutsche Partei 2 Mandate und der Korjaniy- Block 5 Mandate. Tie Kommunisten, die polnische Bauernpartei bes ehemaligen Mi nisterpräsidenten Witos sowie die schlesische Bolkspartei gehen leer Die jetzigen Regierungsparteien", ihre Korfany- Opposition und die deutschen Minderheitsparteien haben also je 5 Mandate. aus. Hoffnung auf Poincaré. Zu dem Lehrer- v.- Siemens- Konzern gehören nach einer Aufstellung der Frankfurter Zeitung" u. a. folgende Unternehmungen: eine in Duisburg bestehende Thermosbau Industrie A.-G. ( Rapital 5 Millionen Mark), eine Metallwarenfabrik unter der Firma formell mit 100 000 m. errichtete In a g" Industrie und Handels A.-G. in Berlin und eine in Belten bei Berlin errichtete Kachelofenfabrikationsgesellschaft unter der Firma„ Union" Beltener Tonindustrie A.-G., die mit etwa 250 Mann arbeitet und ihr Rapital soeben um 6 Millionen auf 10 Millionen Mark erhöht. Ferner nenn das„ Berliner Tageblatt" noch folgende zum Konzern gehörige Firmen: Schütte A.-G. für Lonindustrie in Minden ( 9 Millionen Mart, Dachziegelfabrif), Keramentwerfe in Minden( 4% Millionen Mart), Basalt- Lava- U.- G. zu Mayen ( 5 Millionen Mart), Rheinische Traß- und Tuffstein2.-G.( 6 Millionen Marf), Nettethaler Steinwerfe( 3 Millionen Mart) und Rheinisch- holländische Kiesbagger gesellschaft, deren Kapital 300 000 m. beträgt. soll der Lehrer- Konzern durch direkte Beteiligung mit 40 baustofferzeugenden Unternehmungen in Beziehungen stehen. Schließlich ist im Vertrag selbst noch die Ibau" Lief- und Hochbau- A.- G. in Düsseldorf genannt. Im ganzen fiert, was im Hinblick auf die Berteilung der Sachlieferungen feine Diese Unternehmungen sind, so heißt es, vertikal durchorganiBorteile hat. Es handelt sich also um einen umfassenden Konzern, der erst ist nach den knappen Mitteilungen, die bisher über ihn erfolgten, in letzter Zeit gebildet ist. Ein Urteil über seine Leistungsfähigkeit kaum möglich. Die Beteiligung der Arbeiterschaft, die im wesentlichen Umfange wohl nur in Frage kommen, wenn Deutschin dem Sachlieferungsvertrag dieser Gesellschaft vorgesehen ist, mürde land Ueberschuß an Arbeitskräften hat. Das ist vorläufig noch nicht der Fall, kann aber bei dem ungefunden ganz auf die Geldentwer tung gestellten Charakter der deutschen Wirtschaft leicht eintreten. aber selbst dann werden die Gewerkschaften zunächst ihre Kraft dem ihrer eigenen Initiative entsprungenen sozialen wieder aufbauvertrag zuwenden müssen. Zurzeit scheint die Frage noch nicht brennend zu sein, da sowohl der Lehrer- Bertrag wie der Bertrag der sozialen Baubetriebe noch nicht diejenige Form ange. Der erstere ist nur noch ein Rahmenvertrag, der der Ergänzung be nommen haben, die die sofortige Aufnahme der Arbeiten ermöglicht. darf, der letztere ist erst in den Grundzügen fertiggestellt und muß Fall einer Krise in Deutschland im Auge zu behalten und da, wo erst noch formell abgeschlossen werden. Wie dem auch sei, es wird notwendig, die Arbeitsmöglichkeit in den zerstörten Gebieten für den private Unternehmer in Frage kommen, diejenigen sozialen Sicherheiten vorzubereiten, die eine ersprießliche Zusammenarbeit beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete ermöglichen. Erhöhte Mittel für die Melioration von Oed- und Moorland. Im Preußischen Staatsrat wurde eine Entschließung des Oberbürgermeisters Böß- Berlin angenommen, die das Staatsministerium auffordert, beim Landtag erhöhte Mittel für die Melioration von Ded- und Moorland zu beantragen. Es soll außerdem versucht werden, auch Reichsmittel für diese Zwede heranzuziehen. Seit Jahren fündigt die fommunistische Humanité" den bevor Neues Museum. In der Babyrusiammlung rd Brof. stehenden, unabwendbaren Zusammenbruch der deutschen SozialDie Ausdehnung der Welt- Baumwollindustrie. Nach einer StaSchubert an jedem Sonnabend um 10 Uhr einen Vortrag halten. Beginn- demokratie und den baldigen Triumph der deutschen Filiale der tistik des Sekretariats des Internationalen Verbandes der Baum= Sowjetregierung an. Deshalb hat sie mehrere Wochen hindurch mit rollfabrikanten, die sich über das vergangene Halbjahr erstreckt, wird Residenz Theater. Der Beginn des Gastspiels von Richard allen Mitteln versucht, die sich vorbereitende Einigung in Deutsch- die Gesamtzahl der Webstühle in der Welt mit 154 555 267 angeAlexander( als Schlaswagen- Stontrolleur) ist auf den 4. Oktober land lächerlich zu machen. Anscheinend hat man aber in den tom geben, was einer Zunahme von 2 240 000 in 12 Monaten gleichfestgelegt. Die Gesellschaft für Texualreform veranstaltet einen pitch o munistischen Kreisen Frankreichs erkannt, daß dieses Ereignis mit fommt. England ist daran mit rund 36 Millionen beteiligt( 3ueuropäische Kontinent mit analytischen Kurius. Er beiteht aus fünf Vorträgen, die Dr. faulen Wigen und Beschimpfungen nicht abgetan werden fann. nahme von 464 000), der Ernst Wolff an jedem zweiten Donnerstag vom 5. Cftober bis 14. Dez. Seine Rückwirkung auf die gesamte internationale Bemegung und 43% Millionen, der amerikanische Kontinent mit 40% Millionen, halten wird. nicht zuletzt auf die französische Kommunistenpartei, in der sich eine Indien mit 6%, Japan mit 4% und China mit 24 Millionen WebAlbert Einstein geht demnächst auf ein halbes Sabr nach Sapan. wachsende Mostau- Müdigkeit bemerkbar macht, ist eine ungeheuere. wo er an Universitäten und in wissenschaftlichen Gesellschaften Borlesungen Daher unternimmt in der„ Humanité" vom 21. September Nero Devisenturfe. Unserer gestrigen Devisentafel sind noch folgende halten wird. Rappoport den Versuch einer scheinbar objektiven Betrachtung amtlichen Kurse nachzutragen: 100 belgische Frant 10 356,80 Geld, Ein Kriegsbuch von Benedetto Croce. Benedetto Croce, der italienische Philosoph, der als Gelehrter und nach dem Striege auch als der neuen Situation. Er schreibt, daß die Bereinigte Sozialdemo- 10 563,20 Brief; 1 japanischer Den 694,10 Gelb, 695,90 Brief; italienischer Stultusminister den Zusammenbang mit der deutschen Kulturtratie fich auf Millionen von Bählern und auf die fo- 100 italienische Lire 6217,20 Geld, 6232,80 Brief: 100 franzöfifche melt betont hat, wird sein Kriegsbuch Ranbbemerkungen eines bilolophen loffalen gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Organisationen 172,28 Gelb, 172,72 Brief; 100 Schweizer Frant 27 265,85 Geld, Frant 11 136,05 Geld, 11 163,95 Brief; 1 brasilianischer Milreis zum Beltfriege" jezt auch in deuticher Sprache erscheinen laffen. Professor Julius Schloffer, der Wiener Kunstgelehrte, hat das Buch für den Amalthea- fügen fönne und daher eine politische Macht ersten 27 334,15 Brief; 100 spanische Besetas 22 297 Geld, 22 352 Brief. Berlag überfest. Ranges" bilden werde. Wir haben, fährt Rappoport fort, feiner- 100 Bolenmart galten im Freiverkauf etwa 16,75 M. Stühlen. Gewerkschaftsbewegung Die Soziale Praxis". I folgen mußte. Diefe hat zur Klärung der Drganisationslage am es aber bezeichnet werden, daß die Deffentlichkeit jetzt mit Nachs 24. September einen außerordentlichen Gewerkschafts- richten bedient wird, bie erstens nicht ben Tatsachen entsprechen uns tag abgehalten, der die Auflösung der Reichspoft zweitens erfennen lassen, daß der Magistrat Syndikalisten gewerffdaft beschlossen hat, damit der Zusammenschluß aller und Gelbe gegen die freie Gemertschaft auszuspielen Bostfachverbände auf neuer Grundlage berbeigeführt werden versucht. Aber auch das fann nur die Wirkung haben, daß er seine Den Strömungen gegen die foziale Bragis, die auf der jüngsten fann. Ein eingelegter Ausschuß foll fofort Beratungen hierüber Betriebe leichtfertig Erschütterungen auslegt. Der Magiftrat begeht Tagung im Berein für Sozialpolitit hervortraten, scheint die Go- aufnehmen und deren Ergebnis den Postfachverbänden unverzüglich ein schweres Unrecht, wenn er feinen Angestellten zumutet, fich für die ziale Braris vorgearbeitet zu haben. Dem Gewertschaftlichen unterbreiten. gleiche Tätigkeit schlechter bezahlen zu laffen als die Beamten, bie zu Rachrichtendienst" entnehmen wir hierüber folgendes: ihrem Lohn noch die Pensionsberechtigung haben. Der Zentral verband der Angestellten als freie Gemertschaft wird dazu niemals feine Hand bieten Er läßt sich auch durch das Manöver gewisser Magistratsbeamten, mit den Septemberföhnen bie August löhne zu verschleiern, nicht veranlassen, Gehaltssäße zu unterschreiben, von benen ein Mensch, der ehrlich bleiben will, nicht leben fann, um so weniger, als die Angestellten biefe Löhne erst im September ausgezahlt erhalten. Ein solches Beginnen überlassen wir der Union der Hand- und Kopforbeiter und den Gelben, mit benen man jetzt Arm in Arm geht. Wir wollen jehen, ob ber Magiftrat in seiner heutigen Zusammenfegung etwas derartiges gutheißt." Die wegen ihrer Sachlichkeit und Gerechtigkeit gegenüber den Arbeiterforderungen auch in ber sozialdemokratischen Arbeiterbewe gung lange Zeit fehr geachtete Soziale Bragis" scheint nach bem Lobe ihres früheren Herausgebers Prof. E. Frande eine Schwentung vorgenommen zu haben. Wir wollen nicht davon fprechen, daß fie auffallend einseitig immer mehr den christlichen Gemertschaften ihr besonderes Intereffe zuwendet, obwohl wir der Meinung find. bie Soziale Bragis" fönnte es diesen allein überlaffen, fich mit fremden Federn zu schmüden. Was uns jedoch bedenklicher erscheint, ist die hämische Art, mit der die Soziale Praris in legter Zeit wiederholt gegen die Arbeiter und gegen die Gewertschaften zu Felde zieht. In Nr. 36 gloffierte das Blatt z. B. die Löhne im Buchdrudgewerbe, bie zwar noch fein Schlemmerleben" erlaubten, aber es dem Arbeiter doch gestatteten, der Lebenshaltung von vor dem Kriege ver hältnis nahe zu temmen und die vor allen Dingen die teuren Zeitungspreise mit verschuldeten. Roch auffälliger aber wird die Soziale Bragis" in Mr. 37, in der über die Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft wörtlich gesagt wird: Und wie oft stößt die Ausdehnung der Erntearbeit bei fritischer Bitterung fogar noch auf tollettiven Widerstand der neu organifierten Landarbeiter, so daß den darbenden deutschen Massen noch viele Taufende von Getreidezeninern durch Ernteftreits verloren gehen." Die paar fommunistischen Aktionen" berechtigen zu solcher Berellgemeinerung noch lange nicht. Was jedoch die neu organifierten Landarbeiter betrifft, so ist schon zu sagen, daß diese nicht cus Seitvertreib oder Uebermut streifen, sondern um günstigere Arbeitsbedingungen, die heute die Landwirte am allerersten zugestehen fönnen. Der Umstand, daß wir von der Technischen Nothilfe, aumal auf dem Lande, nicht viel wissen wollen, wird in der Sozialen Braris wie folgt gewertet: Obendrein aber zetern dann noch Männer, die sich einbilden, fozialistische Pioniere einer wahrhaft beglüdenden gewerkschaftlichen Sozialpolitik zu sein, über den Einfah der Technischen Nothilfe zur Abwehr der gemeinen Not, die aus dem Berderben der bestreiften Ernte zu entstehen droht." Daß die sogenannte Technische Nothilfe auf dem Lande eine nom Landbund unterhaltene gelbe Organisation ist, in der Hauptsache bestehend aus der Roßbach Truppe und anderen ehemaligen Baltifumern, deren Zwed es ist, die junge Gewertschaft der Landarbeiter wieder zu vernichten, das geniert die Soziale Braris" nicht. Es ist befchämend, daß Männer, die sich einbilden", Pioniere einer wahrhaft gerechten bürgerlichen Sozialpolitik zu fein, oben brein darüber zetern", daß die Arbeiter in ihr Lob über diese bezahlten Solidaritätsbrecher nicht mit einstimmen. In demselben Artikel bekommen denn auch die Berge arbeiter ihren Hieb, weil sie nur fieben Stunden arbeiten und nur noch 114 Kilogramm Rohle ftündlich gegen 136 Kilogramm vor dem Kriege fördern. Als Uriqche dieses Rüdganges der Förder menge fennt der Berfaffer nur die Faulheit der Arbeiter, die Arbeit. geber dagegen überschüttet er mit dem folgenden Lob: Bie ganz anders nimmt sich gegenüber dieser Art arbeitszeit. verkürzender Sozialpolitif"... jene bergbauliche Sozialpolitik aus, die, wenn auch unter schweren Opfern der Gesamtheit, neue Wohnquartiere für ein wachsendes Bergarbeiterheer zu schaffen meiß!" Es bleibt abzumarten, ob die„ Soziale Bragis" diefen auffälligen Rurs weiter fteuern wird und die Urteile der Rechtspreffe über die„ befehrten" Sozialpolitiker fich als richtig erweisen. Bir mürden dies im Interesse der„ Sozialen Braris" bedauern. Unsere Gewerkschaften aber würden sich auch damit abzufinden miffen. Neuregelung der Grundgehälter. B4 ben legten Berhandlungen über die Erhöhung der Bezüge der Beamten und Arbeiter haben die Bertreter der gemerffchaftlichen Organisationen und der sozialistischen Barteien bekanntlich das Bers Langen nach Neuregelung ber Grundgehälter gestellt. Das Reichs. finanzministerium hat feire Bereitwilligkeit dazu erklärt und dem entsprechend bie Vertreter der Spigenorganisationen zum 28. Sep. tember zu Berhandlungen eingeladen. Bisher sind dem Ministerium die Wünsche der Organisationen noch nicht unterbreitet worden. Nur der Reichsb und der höheren Beamten hat bisher seine Ansprüche angemeldet. Er beklagt sich darüber, daß die höheren Beamten ein erheblich geringeres Ginfommen erreichen als die Angehörigen der anderen Besoldungsgruppen. Er fordert für alle Beamte der Gruppe 10 das Dreifache des Gehalts ber unteren Beamtenschaft- Bescheidenheit ist eine Zier... Lohnverhandlungen in der Berliner Metallindustrie. Infolge der gescheiterten Berhandlungen zwischen den Parteien wurde am 26. September vor einem Edhiedsgericht, bas vom Reichs arbeitsministerium eingefeßt war, über die Regelung der Löhne in her Metallindustrie für den Monat Oktober erneut verhandelt. Die Bertreter der Unternehmer stellten fich auch bei diesen Verhandlungen auf einen durchaus ablehnenden Standpunkt. Schließlich gab das Schiedsgericht unter dem Borfiß des Herrn Regierungsrats Wulff einen Schiedsspruch ab, der zu den Stundenlöhnen vom 28. Auguft einen Stundenzufchlag von 25 Mart legt. Als Berechnungsgrundlage für die übrigen Klaffen gilt der Schieds. spruch vom 1. August 1922. Die Affordarbeiter erhalten für jebe geleistete Affordstunde ebenfalls einen festen Stundenzuschlag von 25 Mart. Der Schiebsspruch hat Gültigkeit vom 25. September bis einschließlich 29. Ottober 1922. Es wird darauf hingewiesen, daß am Donnerstag eine Funktionärversammlung stattfindet, in der die Metallarbeiter zu dem Spruch Stellung nehmen. Auflösung der Reichspoftgewerkschaft. den Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für den nächsten Monat noch nicht vorgenommen haben, müssen sofort das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Gehaltsdifferenzen zwischen 3. d. A. und Magiftrat. Der Zentralverband der Angestellten schreibt uns: Die Lohnverhandlungen für die Angestellten des Magistrats für Monat Auguft sind gestern gescheitert. Nachdem die direk ten Berhandlungen mit einer Magiftratsfommiffion zu feinem Resul tat geführt hatten, wurde im Arbeitsministerium am 2. September ein Schiebsspruch gefällt, der über das erste Angebot des Magistrats hinaus nur ben über 30 Jahre alten Berfonen einen Bufchlag von 300 r. zufprach. Dieser Schiedsspruch wurde von beiden Barteien abgelehnt. Der Zentralverband der Angestell ten unterbreitete nunmehr bem Magiftrat zwei weitere Borschläge, um einen Bergleich herbeizuführen. Dabei zeigte es sich, daß der Magistrat wohl gewillt war, in der Geldfrage Entgegenfommen zu zeigen, doch gleichzeitig den Angestellten eine ungün stigere Eingruppierung zumutete, wodurch das Geldangebot illusorisch gemacht wurde. Um der Deffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Urteil zu bilben, geben wir im Nachstehenden einen furzen Ueberblick über die gelbliche Wirtung des magiftratsangebotes. In Klammern fügen wir bie Bahlen bei, die die Angestellten in den Reichsbetrieben gezahlt erhalten. Gehalt in Gruppe: d. i. wöchentlich: 7400 bis 7475 9. 1700 MR. 7700 1777 Ba Bb Bc 8000 Bd 8500 9000 Be " 4 7775 D . 8075 1846 B 8375 9075 1961 2076 Reichsgehalt: ( 7204 bis 9432 M.) ( 7541 9987 ( 8150 10715 ( 8858 11810 ( 9432 12672 " 2 ) Zur Erläuterung muß temerkt werden, daß die Gruppe Ba den ungelernten, bie Gruppe Bb ben angelernten Arbeitern und die Gruppe Be ben anbwertern in der Bewertung der Arbeitsleistung entspricht. # Lohnvereinbarung im Friseurgewerbe. Bei der Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß am Montag wurde folgende Lohnbereinbarung mit Wirkung vom 1. Oftober getroffen: Die Mindestlohnsäge werden um 50 Broz. erhöht. Die Mindestwochenlöhne betragen für Herrenfriseure 1500 M., für Damenfriseure und Frisensen 1575 M., für Haararbeiter 1600 bis 1800 m. und für Handpflegerinnen 975 m. Der Aushilfslohn be. trägt pro Stunde für Herrenbediener 35 und für Damenfrifeure 38 M. Nach ein bis ameijähriger Tätigkeit sind fünf Tage Urlaub, darüber hinaus sieben Tage zu geben. Beffere bestehende Arbeitsbedingungen dürfen nicht verschlechtert werden. Jm Mannheimer Geffrizitätswert traten gestern die Arbeiter in einen wilden Streit, durch den der Straßenbahnbetrieb und der Beitungsbetrieb ftillgelegt wurde. Berhandlungen waren zu heute Dereinbart. Nach drei Stunden wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Der Erefufieausschuß des franzöfifchen Nationalverbandes der Elsenbahner wird sich mit der Haftung befassen, die infolge des De frets der Regierung zur Verfümmerung des Achtſtundentags eingenommen werden soll. Jm Streit in den Kupferschmiederelen hat das Einigungsamt folgenden Schiedsspruch abgegeben: „ Die am 15. September gültigen Tariflöhne werden für die Beit vom 16. bis 30. September um 25 Broz., und für die Zeit vom 1. bis 15. Oftober um 42 Broz. erhöht. Die Parteien haben sich bis zum 27. September, 12 Uhr mittags, über die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs zu erklären. Der Stundenlohn der Kupferschmiede würde demnad) betragen: vom 16. bis 30. September 87,50. und vom 1. bis 15. Oftober pro Stunde 100 m." Zur Auszahlung der Teuerungszulagen an Beamte in Preußen mird uns mitgeteilt, daß damit erft im Laufe der nächsten Worhe begonnen werben fann. Die Tabellen gehen am 22. früh zur Reichs bruckerei, gehen bann an die einzelnen Behörden und von dort im Instanzenweg nach unten. Ein Amt, das sich die Tabellen beim Finanzminifterium abholen läßt, tönnte am Sonnabend bereits dahlen, wenn es bis dahin die Berfügung des Justizministeriums hat. Im günstigsten Falle gibt's in Preußen die Nachzahlung acht Tage später. Was das bei der dauernden Geldentwertung ausmacht, fann sich jeder vorstellen. Warum werden im Reich durch Telegramme alle Behörden angewiesen, fofort zu zahlen, auch ohne Tabellen? Läßt sich das in Breußen nicht auch durchführen? Sie glauben gar nicht, was das schon für Merger geloftet hat und wie gerade die Beemtenräte barunter zu leiden haben." Deutscher Wertmeister- Berbanb. Bezirk 10. Donnerstag 7 Uhr große allge meine Wertmeisterversammlung in den Germaniafalen, Chauffeeſtrate 110. Dr. Seina Botthoff spricht über: Wesen und 8iele bes Arbeitsrechts". Rege Beteiligung wirb erwartet. ftellte. Rinomafiler. Donnerstag vormittag 11 Uhr im Bürgerheim, te Schön. haufer Straße 24, bei Schraber, Berlammlung fämtlicher Rinomufiler Boll. säbliges Erfdeinen dringend erforderlich, da der Rinoftreit dies erfordert. Stefenthaler Str. 86, Berfammlung. Betriebsfattler bez Becialiudefizic. Donnerstag 7 Uhr im Sadefchen Hof, Zentralverband der Angestellten. Gemeindebehörden, Berwaltungsangs Achtung, Funktionäre! Donnerstag Material abholen aus dem Ber bandsbureau, Belle- Alliance- Straße 7-10. Chirurgiemechanit. Mitglieder. verfammlung Donnerstag 7 Uhr in Saverlands Feftfalen, Rene Friedrichſtr. 35. Blufen Damen-, Mäbchen, Herren, Anabentonfettion und Servenmäle Mitgliederversammlung Donnerstag 5 Uhr Mufilerfäle, Ratfer brande. Bilhelm- Straße 31. Berband ber Gärtner und Gärtnereiarbetter. Freitag 7 Uhr Brangenver Kommunale Betriebsräte. Bollversammlung Freitag nachmittag 4 Uhr für Im Monat Auguft weisen die Tarife für die faufmännischen Angestellten in Groß- Berlin Gehälter Don 8000 bis 18 000 mt. auf. Aus den vorstehenden Gegenüberstellungen ergibt sich die Entioh nung, die der Magiftrat seinen Hilfskräften angedeihen läßt. Der Zentralverband der Angestellten hat in einer Verhandlung am Montag erneut zwei Ausgleichsvorschläge unterbreitet und gleich. zeitig hinzugefügt, daß er es als Organisation nicht verantworten fönne, eine so weit hinter der Preisentwidlung zurüdbleibende tarif, liche Regelung anzuerkennen. Die Borschläge der Gewerkschaft halten sich durchaus im Rahmen der Magistrats- Beamtenbesoldungs. crdnung sowie des Reichsteiltarifvertrages für die Reichs und Staatsangeftellten. Es fann deshalb auch nicht eingewandt werden, daß die Borschläge dem Magistrat bei der Durchführung irgendwelche Schmierigkeiten bereiten. Die Löhne der Magistratshilfs fräfte find feit jeher stets durch die finanzielle Notlage der Stadt Berlin ungünstig beeinfußt worden. Obwohl nun bereits für den Monat Auguft die Stadt die Reichszuschüsse zur Besoldung ihrer An. gestellten erhält, findet sich der Magiftrat nicht bereit, feinen An. gestellten die Gehälter zu bewilligen, die ihnen ein Existenzminimum fammlung der Gruppe Gemeindearbeiter im Restaurant Schula. Elifabethstr. 30. fichern. Es ist unmöglich, ein derartiges Lohnniveau tarifvertrag Arbeiter im Saal 4( großer Saal) des Gemertfchaftsbaufes, für ungeftelte in lich anzuerkennen. Der Zentralverband der Angestellten hat daher Gaal 5 ebenbort. Tagesordnung: 1. Cinfegung der Wahlvorstände, 2. Aufden Magistrat ersucht, innerhalb acht Lagen zu ben überreichten ftellung der Borschlagslisten für die Wahl des Gesamtbetriebsrats. Sieconf zwei Vergleichsvorschlägen Stellung zu nehmen. Eine gemeinfame Bollversammlung beider Gruppen im großen Eaal. Tagesord weitere Berhandlung fommt bei Ablehnung dieser Bornung: Entgegennahme von zwei Borträgen: 1. über Boltsfilmbühne, 2. über Arbeiterbildungswefen. Pünktliches Erscheinen ift erforderlich. fchläge für die Organisation nicht mehr in Frage. Ebenfo ift ein Aufschub unmöglich, wenn man feststellt, daß bei Ablauf des Monats September noch feine Regelung für die Auguftlöhne möglich war. Nunmehr haben sich Magistrat und Stadtverordneten- Ausschuß zu entscheiden. Hierzu wird uns ferner geschrieben: „ Das Nachrichtenamt Berlin verbreitet eine Notiz über die Tarifverhandlungen für die nichtständig Angestellten des Magistrats. Zu dieser Mitteilung sei zunächst bemerkt, daß leider über September nicht verhandelt werden konnie. weil es ber Magiftrat Berlin über die August löhne nicht zu einer Berständigung fommen ließ. Beiter bringt der Magistrat in dieser Notiz zum Ausdrud, daß die Gehaltssäge der Angestellten fich nach wie vor der Regelung der Staats, und Ronnnunalbeamtengehälter anpaffen. Diese Behauptung entspricht nicht den Tatsachen Im Gegenteil, der Kernpunft bes Streites lieg barin, daß der Magistrat feinen Angestellten eine wesentlich schlechtere Cingruppierung zumutet, als fie rach bem Tarifvertrag für die Reichs. und Staatsangestellten feit Jahr und Tag besteht. Jedes geldliche Angebot machte der Magistrat durch die Stellungnahme zur Eingruppierung bisher illusorisch. Die Notiz des Magistrats ist deshalb irreführenb. Der gefchäftsführende Ausschuß. Wetter bis Donnerstag mittag. Beitweise etwas neblig, font froden und vielfach heiter, in den Wittagsstunden ziemlich mild, in ber Nacht zu Donnerstag sehr fühl und im Often und Süden stellenweise leichter Frost. Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; file Anzeigen: b. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag... Perlis, Sinbeniz, à Borwärts- Buchbrucerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenſtr. 3 Menn ferner behauptet wird, daß der endgültige Bergleich der Angestelltenvergütungsgruppen mit den Gruppen der städtischen Be. foldungsordnung noch einer allgemeinen Regelung, vorbehaltent Der der Reichsgewerkschaft der Bost- und Telegraphenbeamten bleibt, jo wiederholt sich hierbet dasselbe böse Spiel, das im Vorjahr angeschlossene Reichsverband Deutscher oft und Tele- mit den Angestellten der städtischen Werke getrieben worden ist und graphenbeamten bat infolge eines Verbandsbeschlusses den damals zu zweimaligen Streifbewegungen geführt hat. Der 3enlich Austritt aus dem Deutschen Beamtenbund erklärt, tralverband der Angestellten ist feit Monaten be wodurch zwangsläufig auch der Austritt aus der dem Deutschen müht, unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die für den Beamtenbund angeschloffenen Reichspostgewerfichaft er- Magistrat bestehen, einen Ausgleich herbeizuführen. Als unfair muß Sierzu 1 Bellage. 25% weniger Gas wwwww verbrauchen Sie durch Spar- Glühkörper DEGEA AUERLICHT GESELLSCHAFTM.B.H. BERLIN O- 17 reich an Arantheitserregern Er relat die Schleimhäute und beplinitigt An Automobilisten und Radfahrer! Der Staub ber Landstraße ist befannte flechungen und Erkältungen Süßen Ste fich durch Panflavin Pasilien, dem bewährten Borbeugemittel, Sie find angenehm von Gefchmad und greifen Apotheken und Drogerien. ben Magen nicht an. Bon ersten Forschern warm empfohlen. Erhältlich in Anzüge SADAM Für Sie Schule Ulsters LO