Nr. 457 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 222 Bezugspreis: Fitr den Monat September 200,- M., boraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, sowie Desterreich und Luremburg 248,- M., für das übrige Ausland 282,-M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart. Eng. land, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Lugemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschechoflowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", dec Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 40,- M. Reklamezeile 180,-. „ Aleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 12, M.( zulässig zwei fettge. druckte Worte). jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und Schlaf Stellenanzeigen das erste Wort 7,-.. jedes weitere Wort 5,- M. 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Er erkläre, wenn die Türkei ihre militärischen OpeHeer und Marine sind daran beteiligt. Der Minister des Innern rationen einstellen solle, so müsse England zuerst mit der Ent teilte gestern mit, die Regierung wisse nicht, wieviele& riegs- sendung von Verstärkungen nach der Türkei aufwirtschaftliche Defizit rücksichtslos durch Preiserhöhungen auf fchiffe fich der Bewegung angeschlossen hätten. Die hören. Sicherheit des Königs ist anscheinend ungefährdet. Die Revolutionäre verlangen die Abdantung des Königs. Paris, 27. September.( WTB.) Havas meldet aus Athen vom 27. September, die Athener Regierung hat demissio niert. Ernste Lage im Orient. London, 27. September.( Reuter.) Die letzten aus Ronftantinopel in britischen Kreisen eingetroffenen Berichte besagen, daß die britischen und die französischen Admirale ersucht wurden, mit Remal felbft in Fühlung zu treten. Bezüglich der türkischen Truppen sei man der Ansicht, daß es unmöglich sei, vor Hoffnung ausgesprochen, daß die gemeldeten Bewegungen der tür auszusagen, was geschehen werde. Es werde jedoch die fischen Truppen auf Befehle zurückzuführen sind, die vor Empfang der Note der Alliierten erlassen wurden. Eine zweite tür fische Ravallerieabteilung ist in die neutrale Zone ein gedrungen und zwar in der Gegend von Bigha. Morgen werden brei Bataillone Infanterie von London nach dem Orient abgehen. Die Hochseezerstörer flotille wird gleichfalls in das östliche Mittelmeer gesandt, werden. Dem Berichterstatter zufolge herrscht in Konstantinopel Banit. Der Sultan sei durch den Rücktritt seiner Minister voll fommen niedergeschlagen. Remal habe seine Absicht ausgedrückt, einen nationalen Großwefir in Konstantinopel zum Vertreter der Regierung von Angora zu ernennen. Seine Wahl werde ficher auf Hamid Ben fallen. Es bestehe wenig Zweifel, daß der Sultan wegen seiner ententefreundlichen Haltung entthront werde, wenn die Anhänger Angoras in Konstantinopel triumphieren. Der aussichtsreichste Randidat sei Prinz Selim. Russischer Schritt in London. Eine vernichtende französische Kritik. vertrages über die deutsche Volkswirtschaft gebracht. Die InUnsägliche Leiden hat das Kohlendiktat des Friedensdustrie, ohnehin geschwächt durch den Raubbau des Krieges, fonnte nur mit unzureichender Beschäftigung arbeiten. Aber die Gewalt der Kartelle vermochte das voltsdarunter litt. Die jetzt verspätet erhöhten Preise für Eisendie Masse der Verbraucher abzuwälzen, ohne daß der Profit bahnfahrten, die fortgesetzte Verteuerung von Kohle und Licht, die unglaubliche Preissteigerung für Bekleidung, all das sind letzten Endes Folgen der Tatsache, daß wegen des Kohlen- und Rohstoffmangels die Wiederaufrichtung der deutschen Volkswirtschaft nach dem Berlust wertvoller Gebiete und fast aller Auslandsverbindungen wie auch der deutschen Handelsflotte Jahr um Jahr verzögert worden ist. Aber hat das Kohlendiktat der Entente selbst London, 27. September.( WTB.)„ Daily Telegraph" zufolge Nutzen gebracht? Der Entente als einem Ganzen bestimmt regierung in London, Berzin, gestern im Foreign Office lange Zeit darauf verzichten konnte, wie vor dem Kriege engsprach der stellvertretende offizielle Kommissar der Sowjet- nicht! Die englische Kohlentrise zeigte, daß der französische Markt mit Kohle übersättigt war und infolgedessen vor, um den Standpunkt der Sowjetregierung im Zusammenhang lische Kohle anzukaufen. Aber auch Frankreich selbst hat von mit der Krise im Drient ausdrücklich hervorzuheben. Er erklärte, den Kohlenlieferungen einen höchft zweifelhaften Nutzen. Der Rußland wünsche eine friedliche Regelung, fönne aber feiner französische Professor Francis Delaifi hat jetzt in einem internationalen Entscheidung zustimmen, die in Artikel in der Wochenausgabe des Manchester Guardian", Abwesenheit seiner Vertreter erzielt werde, in einer Frage, die von die als Zeitschrift unter dem Titel„ Der Wiederaufbau in französische Professor Francis Delaisi hat jezt in einem so grundlegender Bedeutung für den Handel und die internationalen Europa" erscheint, den Widersinn des Kohlendiktates in einer Beziehungen Rußlands sei wie die Stellung Konstantinopels und Weise aufgedeckt, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig der Meerengen. läßt und die schlagend den Mißerfolg der französischen Kohlenpolitik aufdeckt. London, 27. September.( WTB.) Generalmajor Sir Frederic Maurice meldet der„ Daily News" aus Konstantinopel, daß für. tische Kavallerie Erenköi und Kumbale weiterhin Die Zweite Internationale für Schiedsgericht. besetzt halte. General Harrington, der vor allem einen ZuDie französischen Kohlenforderungen gingen davon aus, sammenstoß, welcher die diplomatischen Verhandlungen beeinträch 2. Internationale hat eine von Senderson, Tom Shaw, Thomas Rohlenverbrauch von 60 auf 70 Millionen Tonnen London, 27. September.( BTB.) Das Londoner Bureau der daß Frankreich nach dem Gewinn Elsah- Lothringens feinen tigen würde, vermeiden wolle, habe direkt an Kemal Pascha tele. Coswing, Ramsay Macdonald unterzeichnete Erklärung jährlich erhöhen, aber infolge der Kriegszerstörungen die graphiert und ersucht, die Zurücknahme der türkischen Truppen aus über die Lage im nahen Osten veröffentlicht, in der es heißt, es Eigenförderung von 37 auf 25 Millionen zurück. der neutralen Zone anzuordnen. General Pellet habe an Remal würde ein unerhörtes Verbrechen gegen die Mensch gehen würde. So veranschlagte man den Bedarf an ausin gleichem Sinne gedrahtet. Inzwischen hatten die britischen heit sein, wenn neue Feindseligkeiten beginnen. Die britische Re- ländischer Kohle auf 50 Millionen Tonnen und erlegte sie Truppen in Tschanak Befehl erhalten, keine Offensivaktion zu unter- gierung trage zum weitaus größten Teil die Verantwortlichkeit. Es ländischer Kohle auf 50 Millionen Tonnen und erlegte fie nehmen, bis Remal Zeit gefunden habe, den türkischen Streitkräften wird die Einfehung eines Schiedsgerichts durch den Völker 8 Millionen Tonnen jährlich zu liefern vermag, forderte man Deutschland fast restlos auf. Außer dem Gaarbeden, das Anweisung zu geben. Das werbe 48 Stunden erfordern. bund gefordert, in dem die Türkei, Rußland und Deutschland die übrigens dank der deutschen Bemühungen in feinem Es bestehe also feine Gefahr, daß das britische militärische Borgehen gleichen Einfluß mit den anderen Nationen haben sollten. Wenn Jahre bisher erreichte die Aussichten auf Frieden beeinträchtige. Weitere britische es unmöglich sein sollte, den Völkerbund dazu zu benutzen, so müßte Tonnen. Man hoffte so, umsonst in den Besitz der Rohstoffe Lieferung von 40,8 Millionen Infanterie und Artillerie sei in Tschanat ausgeschifft. jede Konferenz, die einberufen werde, auch Vertreter Rußlands, Auch die britische Flotte habe neue Verstärkungen erh uten. General Bulgariens und Deutschlands außer den bereits in der Note der kommen und bedachte nicht, daß der auf diese Weise geHarrington erklärte, daß für die britischen Streitkräfte in Tschanat Alliierten erwähnten einschließen. Rußland und Bulgarien würden er also dafür als Abnehmer für Waren so gut wie ganz schwächte Gegner in gleichem Maße an Kauftraft verlor, daß feine Gefahr beſtünde. von allen territorialen Entscheidungen und von der Regelung der ausschied. Aber auch in ihrem Grundzug war die Rech Frage der Freiheit der Meerengen vital berührt. Deutschlands nung falsch. Frankreich verbrauchte 1921 nicht, wie erwirtschaftliches Interesse im Orient gewähre ihm ein Recht auf einen wartet, 75, sondern nur 48,6 Millionen Tonnen. InfolgePlatz am Tische der Unterhändler. Die Regelung der Drientfrage dessen war man genötigt, schon in diesem Jahre 2,3 Millionen und der Freiheit der Meerengen dürfe nicht von den Alliierten Tonnen an das Ausland zu verkaufen. allein vorgenommen werden, insbesondere sei jede isolierte Aktion feitens irgendeiner Nation, die sich selbst zur Beschüzerin der Meerengen aufwerfe, zu verurteilen. Kemals Forderungen. London, 27. September.( WTB.) Der Konstantinopeler Sonderberichterstatter des„ Daily Chronicle" drahtet über die vor aussichtlichen Friedensbedingungen Kemal Paschas, der türkische Nationalistenführer werde es ablehnen, unter den Bedingungen der Alliierten auf die geplante Konferenz von Benedig Die Schatzwechsel weitergeleitet. effenten bestimmt waren, geht daraus hervor, daß während Wie sehr diese Forderungen von französischen Interihrer Durchführung Herr Charles Laurent französischer Gesandter in Berlin ist, der frühere Bräsident der Ge meinschaft der französischen Bergbau- und Regierung entscheidend ist. Hüttenindustrie, deren Einfluß auf die französische Es war demnach selbstverständlich, daß nicht der frandie Industrie. Die deutsche Kohle erhielt Frankreich umzöfifche Staat den Nutzen aus dem Kohlendiktat zog, sondern fonft, die französische und belgische Kohle billiger als die englische und amerikanische. Um nun einen Ausgleich herzustellen, setzte das französische Rohlenamt Durchschnittspreise fest. Es belastete seit Anfang des Jahres 1920, trotz der daDeutsch- französischer Montantrust? ausländischer Sachwertbesig in Frage kommt, Petroleum- Astien Zwischen Stinnes und dem französischen Großteilung der Effekten augenblicklich die Frage eine große Rolle, ob und westdeutsche Montanwerte. Außerdem spielt bei der Beur industriellen Bernard schweben dem schwerindustriellen die betreffenden Unternehmungen direkt oder indirekt für Wiedernationalistischen Journée Industrielle" zufolge Verhandlun aufbaugeschäfte mit Frankreich in Frage kommen. gen, die auf eine Berständigung der deutschen und diesem Grunde wendet die Börse ihr besonderes Interesse verschie Aus der französischen Industrie hinzielen. Das Blatt denen Ba u gesellschaften sowie allen Unternehmungen der Zement. führt aus: Der Bau der deutschen Hütten, die als Ersatz für die Holz-, Gifen- und sonstigen Baustoffindustrien zu. elsaß- lothringischen Hütten im Rheinlande errichtet werden sollten, wird eingestellt. Die lothringischen Hütten erhalten noch Ablauf der Versailler Berpflichtungen zur Erfüllung deutscher Re- Paris, 27. September.( WTB.) Die Reparationstom- mals nach Delaisi herrschenden Hungerpreise für parationslasten eine bestimmte Menge von Ruhrkoks. Die deut- mission hat in ihrer gestrigen Gigung teschlossen, der Kriegslasten- Kohlen, die französische und belgische Kohle mit einer Steuer sche Industrie erhält zum Vorzugspreise eine bestimmte fommission den Empfang der deutschen Schabwechsel von 75-125 Franken pro Tonne. Diese Steuer wurde den Menge von Halbfertigfabritaten der Lothringer Hütten in einem von Delacroig und Bradbury unterzeichneten Briefe zu be- Berbrauchern englischer und amerikanischer Kohle in Form Hagendingen, Kneuttingen und Rombach. An diesen Hütten wird stätigen, in dem die Reparationstommiffion die Abzüge zur einer Vergütung von 200-300 Franken pro Tonne geschenkt. deutsches Kapital beteiligt. Es ist in Aussicht genommen, daß ein Renntnis nimmt, die von den gesamten Beträgen der geschuldeten Der Staat zog aus dieser ergiebigen Einnahmequelle feinen Biertel des Betriebstapitals deutsch sein wird. Bahlung gemacht wurden und die Deutschland auf die Fälligkeiten Nugen. Und Herr Poincaré jammert heute noch über das Die Verständigung soll während der bevorstehenden Reise vom 15. Auguft und 15. September gutzuschreiben sind. Die Kom- Defizit im franzöfifchen Staatshaushalt, während sich die deutscher Großzindustrieller in die zerstörten Gebiete perfett mission hat ferner beschlossen, die Schahzwechsel der belgischen Re. Schwerindustrie bereicherte. gierung zu übermitteln und Belgien mit den Nominalbeträger der industrie aus der Not des Volkes Gewinn 30g, indem sie Breife Man vergleiche damit. wie die deutsche SchwerWechsel per 15. Auguft und 15. September zu belasten und Deutschland für diese Beträge zu erkennen. Der belgische Bevollmächtigte forderte, die noch stärker in die Höhe gesetzt sind als die Preise die Zahlung der Zinsen für sechs Monate für jeden Wechsel benachrichtigte die Reparationskommission, daß seine Regierung sich der fremden Devisen! Der Kapitalismus bleibt sich überall gleich. werden. Neue Dollarhausse. Fraktionssitung im Landtag. Den Betrag an Abgaben, den Frankreich aus der bis zum Ende Februar 1922 gelieferten Reparationstohle erlöst hat, berechnet Delaifi auf 1,1 milliarden Fran ten. Dieser fam den Verbrauchern englischer und amerikaIn dem Maße, wie die Geldflüssigkeit zunimmt, beginnt der Einfuhrhandel seinen in den letzten, Wochen zurückgestellten Devisenbedarf zu decken. Da jedoch die eigentlichen Devisenbesiker, gesichert hate. besonders in der Industrie, mit ihren Beständen zurückhalten, ist das Angebot außerordentlich gering. Hierdurch entsteht eine ges wisse Einengung des Marktes, bei der naturgemäß die Kurse sehr Die erste gemeinschaftliche Fraktionssigung der Ver- nischer Kohle zugute, aber auch denen französsischer leicht in die Höhe gehen. Heute mittag erreichte der Dollar an einigten Sozialdemokratischen Partei des Landtages tagte Kohle, zu deren Verbilligung die Abgabe auf Reparationsder Berliner Börje bereits wieder eine Höhe von 1600-1625, heute um 12 Uhr. Die Fraktionsvorsitzenden Limberk und fohle ebenfalls herangezogen werden konnte, nachdem Anfang die Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln ist außerordent- Leid hielten Ansprachen, in denen sie ihrer Freude über die Januar 1922 infolge des Marksturzes die deutsche Kohle auf lich groß und dürfte auch noch geraume Zeit anhalten. Bereinigung Ausdrud gaben und die Hoffnung auf treues 25 Franken pro Tonne herunterging. Wörtlich schreibt Am Effettenmartte fetzt sich das lebhafte Geschäft der und gedeihliches Zusammenarbeiten aussprachen. Die Delaisi: letzten Tage weiter fort. Besonders gesucht sind Valuta. Fraktion beschäftigte sich sodann mit der Tagesordnung der papiere, Auslandsrenten, Inlandspapiere, bei denen größerer heutigen Plenarsizung und der Diätenfrage. ,, Dant dieser genialen Kombination hat Frankreich im Laufe von drei Jahren das wirtschaftliche Paradoron zuwege gebracht, daß die französischen Kohlenzechen d i e Kohle teuer ver- kauften und der Verbraucher sie billig bekam. Die Reparationskohle wurde die Basis eines Dumping, aus dem die ganze französische Industrie ihren Nutzen zog." Und die Folge? Die französischen Bergwerke in der Kriegszone konnten mit Hilfe der auf Rechnung Deutschlands vorgeschossenen 2� Milliarden Frank ihre Förderung beträchtlich st e i g e r n und zwar schon im Jahre 1921 auf 27 Proz. der Vorkriegsförderung. Die Gesamtförderung Frankreichs stieg im Jahre 1921 um drei auf 29 Millionen Tonnen. So fetzte ein Kohlenüberflufz ein, der zum Export zwang. Die Saarkohle, deren Förderung noch um eine Million Tonnen gesteigert werden konnte, stellte sich als über- flüssiger Ballast heraus. Sie war bedeutend teurer, als die Ruhrkohle, weil man den Saarbergarbeitern die Löhne in Franken auszahlte. Trotzdem hätte die Saarkohle noch Frankreich selbst Konkurrenz machen können, weil die Staats- bergwerte der Saar, die keine Dividenden zu zahlen hatten, billiger fördern konnten, als die privaten französischen Berg- merke. Also legte man auf die Saarkohle eine Steuer von 10 Proz., während französische Kohle nur einer Umsatzsteuer von 2 Proz. unterliegt, und erhöhte die Eiscnbahntarife. So konnte man verhindern, daß die Saar- koble im wesentlichen Umfange den französischen Markt be- drängte. Dafür mußte man sich nach anderen Absatzmärkten umbin mit dem Erfolg, daß Deutschland heut« wieder 20 Proz. der Saarkohl« kaust, während Frankreich, das vorgibt, sie nicht entbehren zu können, nur 35 Proz. der Förderung abnimmt. Ein« merkwürdig« Ironie der Tatsachen: Die kommerziellen Ströme bahnen sich ihren Wez trotz oller Verträge, und dies« Kohl«, die man un» gab, um die Förderung unserer zerstörten Bergwerke zu ersetzen, liefern mir selbst an die deutsch« Industrie — zu herabgesetzten Preisen— zurück! Durch ihren niedrigen Preis wurde die Ruhrkohle«ine schwere Konkurrenz für die Engländer, die jetzt in Spa forderten, Frankreich müsie die Reparationskohle mit dem englischen Preis bezahlen. Lriand, der zu Zugestand- nissen bereit war, wurde gestürzt. Die Engländer sahen sich gezwungen, ihrerseits die Preise für Lieferungen an Frankreich herabzusetzen, die Deutschen erhöhten ihre Kohlenpreise und so schied die Reparationskohl« in Frankreich als Ver- billigungskohle aus. Englische Kohle drang in er- höhtem Umfange in Frankreich ein. Die Arbeitslosigkeit in der französischen Kohlenindustrie griff um sich und zwang zu Stillegung« n von Bergwerken in dem angeblich so kohlenarmen Fvairtreich. Damit hätte das Kohlenproblem eigentlich erledigt fein sollen. Dos war aber längst nicht der ,Fall. Denn ein andere, Problem, über das man sich bei der Abtrennung Elsaß-Lathringens und bei der Besetzung des Saargebietes lächelnd hinweggesetzt hatte, trat jetzt in den Bordergrund. Frankreich hatte Kohle, aber keinen Koks, besonders nicht für die mit der Annexion erworbenen ehemals deutschen Hütten. Es hatte nicht verstanden,«ine große chemisch« In- dustrie zur Verwertung der Rebenprodukte der Kohlen- destillation zu organisieren. Infolgedessen ist inländischer Koks in Frankreich teurer als ausländischer. Jetzt machte also Frankreich in verstärttem Maße seine Fordmmgen nach deutschem Koks geltend und beraubt« die deutsche Eisenindustrie dieses dringend benötigten Rohstoffes. indem man den Anteil von Koks an den Reparationslieferun- gen aon 375 000 bis auf 820 000 Tonnen monatlich, dazu noch 100 000 Tonnen Kleinkoks, heraufschraubte. Und immer wieder fordern die französischen Hüttenbesttzer die Lieferung von Koks. Die verzweifelten Bemühungen der deutschen Regierung. dem Kohlendiktat zu entgehen, sind zu bekannt, als daß sie noch einer Darstellung bedürften. Immer noch spielt man in Frankreich mit einer gewaltsamen Lösung, sei es, indem man das Ruhrgebiet besetzen, oder auf die deutsche Industrie einen Druck ausüben will. Rur eine Gruppe versucht, durch direkte private Abmachungen mit der i deutschen Schwerindustrie den deutschen Koks mm Die Weöekinöjcbe Simfon-Tragööie. Bon Max Hochbor f. Das biblische Buch, da» den vor grouen Jahren durch Weiber» tollhcit betrogenen Etrindbergschen Simson besingt, wird durch Wedekinds Spitzfindig Vit erNart. Worum sind all« Riesen be» Weltenmydho», Polyphem und As«, Oollath und selbst der Ribs- lungenheld Siegsried entsetzlich dlvoe Jungen? Warum sind alle Zwerge des Wellemmithos, der krüpplig« Bult«, und all« Berg- geister und Heinzeömnnlein ungeheuer verschlagen« Burschen? E» scheint, baß die mythischen Satiriker in den Jahrhunderten sich an der Unzulängkichteit der G»tt«»schöpfung rächten, indem sie dem Muskelmann Mut itjnt Menschen» erstand, den zu kurz geratenen Gnomen aber SchfangenNngheit ertdichfrten. In»besonder« dieser tölpische, verliebte Athlet rnro Richter in Israel. Weser nur durch Langhaarigkeit stegreiche Streiter für Jehovo Simson ist der vertrauensseligste, großmävtinste DärentSter und Weiberlnacht. Er ist eigentlich gar fern tragischer Held, weil er viel zu dumm und zu blind m die Netz? der buhlenden P Hivsterin DalSa hineinstolpert. In seiner gemütlichen, wekbergierigen. mit dem sengenden Blut und der eisernen Faust strotzenden Sinnlichkeit sit«r höchsten, ein Un- glücksrnbe, wie str der Strindberg unserer Tag« entlarvt. Er hastet nur heftig an der strotzenden Körperlichkeit. Er empfängt erst ein geistiges Gesicht durch Webekind. Denn dieser Sinchon, der seinen Haar- und Muskelschwund be- jammert, entdeckt plötzlich, daß auch ein Gehirn mit« sein« bint«» listig geschorenen Schäbekdecke wohnt. Er lernt die Trogödr« de» Menschen begreifen, dem alle» Genie in den Bizeps und in dt« schwankenden Waden rutschte und dessen Knöchel nun plätzlich»«- mürben. D« Athlet wird zum Gaukler und der Gaukler wirb zum pessimistischen PHÄosophm. Eimson-Schapenhauer kann sich nicht mehr in der Arena und»or den Wafbbestien und vor den Philistern oder auch vor den Kurtsianen aufMähen, und da er al» lahmer Hund entlarvt ist. breitet sich die Scham über ihn wie«in Aussatz. Er führt ein trübselige» Na»k«rabendafetn. Er dreht die Korn- mühl« sein« Henker und er verbeckt seine Zerfnirschung und Scham, Indem er sich vor Dallla, die sein« Schwäche erzauberte, als den Ur- menschen anpreist, al» da» doppelgeschlechtliche Menschenwunber, da» zugleich Mutter und Aeugender sein kann, da» die Welt au» sich gebiert und regiert, trotz d« jSmm«lich geketteten Glied«. Und wirklich Dalilo, diese ewige Eva, diese stet» neugeborene Lulu, liebt nur Simson und keinen anderen! Sie mordet Simson, weil sie ihn liebt. So will da« vollkommenst, Weib immer nur den voll- 'ommensten Mann töten, der zugleich d« aufrichtigste Mann sein muh. Dalila kann es aber nicht überwinden, daß Simson auch nur mit d« Erinnerung«in« anderen Schönheit nachwittert, Scham, bie so unendlich ist, daß sie sich in hundert Gestalten zeigt, bei dem Mann. Eifersucht, die so unendlich ist. bei dies« Dalila. Wede- kind» SImson-Tragöbie«utbe darum auch„Scham und Eifer» i u ch t" genannt. Da« Trauerspiel ist ein schwere» und dickflüssiges Sinngedicht. «s denkt dir«sten Gefühl« der Heid« Geschlecht« durch. Den Weib den französischen Erzen zusammenzubrin- gen. Es scheint, daß diese Bestrebungen neuerdings Fort» schritte machen. Immerhin ist ihr Ausgang noch sehr ungewiß: man sollte eigentlich nicht daran zweifeln, daß der selbst in französischer Beleuchtung offenkundige Widersinn des Kohlendiktates zum Nutzen beider Völker endlich beseitigt wird und einer positiven Wiederaufbaupolitik Platz macht. Biel- leicht ist die Kohlenklausel des Privatgeschäftes der Herren Stinnes und Lubersac ein erster, zaghafter Anfang dazu. Wilhelm als Memoirenschreiber. Seit einigen Tagen wird die Welt mit Bruchstücken aus den„Erinnerungen" des jetzigen Schloßherrn von D o o r n unterhalten, die demnächst als Buch erscheinen sollen, der Valuta halber schon vorher an das Ausland verhökert worden sind. Was bisher aus dem mit allen Mitteln der Sen- sationsmache angekündigten Buche des verflossenen Himmels- instrunWites veröffentlicht wurde, ist allerdings nichts weiter als ein erhabenes Gemisch von Rührseligkeit und Langerweile. Der Mann, der einstmals die Welt durch seine schnarrenden Reden in Aufregung zu versetzen vermochte, zeigt sich als Schriftsteller auf der Hohe eines Kleinbürgers. Nicht nur als Schriftsteller. Auch soweit politische Urteile unterfließen, bewegen sie sich durchaus auf dem Niveau eines „Lokal-Anzeiger"-Lesers. Wilhelm fühlt das Bedürfnis, noch nachträglich seinen Konflikt mit Bismarck vor der Welt zu rechtfersigen. Breit und umständlich erzählt er, wie er vor„Dankbarkeit und Verehrung für den großen Kanzler" überfloß, daß er der„Generation der Bismarck-Berehrer" angehört habe und glücklich gewesen ist, unter Bismarck als Prinz im Auswärtigen Amt, wie er sagt,„arbeiten" zu können. Wie damals allerdings auswärtige Politik im Auswärtigen Amt gemacht wurde, darüber entfährt dem Schloßherrn von Doorn folgendes amüsante Geständnis: Im Auswärtigen Amt... befanden sich nur aus- führende Organe eine» Willens, die, über die großen Zu- fammenhänge der ihnen zur Bearbeitung überwiesenen Fragen nicht orientiert, keine selbständige Mitarbeit leisten tonnten. Der Fürst lag«t« wie«in mächtiger Granitfindling auf der Wiese: wälzt man ihn fort, so findet man hemptsächllch Gewürm und ob- gestsrbene Wurzeln darunt«.... Als Wilhelm Kaiser wurde, wollte er natürlich weder zum Gewürm noch zu den abgestorbenen Wurzeln gehören. Er hat den„Granitfindling" alsbald entfernt, um seine eigenen „überragenden" Ideen von hoher Politik zur Geltung bringen zu können. Es wirkt geradezu erschütternd, mit welcher Raioi- tat der einst so anspruchsvolle Mann die Lobsprüche regi- striert, die ihm von ander« Seite ausgesprochen wurden. Im Jahre 1890 nahm er an den russischen Manövern in Rarwa teil, wie er sagt, um den„Befehl seines Großvaters auszu- führen, der ihm die Pflege der Beziehungen zu Rußland ans Herz gelgt hatte. Dabei ließ sich der Zar Alexander III. von seinem jungen deutschen Kollegen genau Bericht erstatten über den Konflikt mit Bismarck. Nach- dem er ihn ausgehorcht, drückte er ihm biedermännisch die Hand und versicherte ihm: „Der Fürst war trotz all sein« Größe schllehlich doch nicht, andere, als Dein Veamt« od« Beauftragter. In dem Augenblick, wo« sich weigerte, nach Deinen Befehlen zu handeln, mußte er entlassen werden.... Ich habe Vertrauen zu Dir. Du kannst Dich auf mich verlassen." Man kann sich denken, wie solcher Lobspruch aus dem Munde des Selbstherrschers aller Reußen dem eitlen Selbst- Herrscher aller Preußen wohltat. Bis in die letzten Jahre seiner unheilvollen Regierungstätigkeit hat er ja die Liebe- dienere! gegen den Zarismus fortgesetzt, mit welcher Wirkung ist bekannt. In seinen Erinnerungen sucht er allerdings nicht seine Politik des Herausforderns und der Arroganz, sondern den Berliner Kongreß von 187S für den Weltkrieg verantwort- lich zu machen insosern, als damals Bismarck durch diesen Kongreß den Zaren an der Ausnützung des russischen Sieges über die Türkei gehindert und dadurch den Keim für die R e- vancheidee in Rußland gelegt habe. ist da» Wesen, da» nie in sein« Herrschsucht, in seiner Begierde und v«gesienh«it«müdet, den Mann als alleiniges Eigentum zu be- fitzen. Die Gesiebte ist eifersüchtig auf da» Heldentum des Mannes, «eil es ihre Lust an d« Liebkosung schmälert. Di« Mutt« ist«ifer- süchtig, wenn ihr Säugling zu laufen anfängt, denn schon muß sie fürchten, da« sieblich saugende Spielzeug werd« durch einstige Flucht die Freude ihre» ti«ischen Wohlseins vermindern. Der Mann er- rötet immer mied« und er windet sich in Leideskrämpfen, weil dieses wundervolle, in sein« Sehnsucht nach weichem Leben ihm feind- kiche und hinderlich« Wesen seinem metaphysischen Drang tagtäglich, allnächtlich Dämme entgegensetzt und Fangstricke legt. Wenn d« Philist«fiirst Og von Basan Dalila zur Königin«hebt, sie dann ob« hinrichtet, so tut er eigentlich nur, was Simsons leidenschast- sich« Wille gewesen ist. Er röcht die beleidigte Scham de» Mannes an d« schamlos ausschweifenden Eifersucht des Weibes. Da» ist der Kern d« Wedeklndschen Simfon-Tragödte. R i ch a r d R e v y, der Regisseur desDeutschenTheater». »«sucht da« abstrakte Spiel durch eine tropisch wuchernde Sinn- fälligteit«inzufärben. Di« Bühne wirb exotisch überladen. Das Gold strotzt an dem gesunden Simson. Dalila entkleidet sich bis zum äußersten. Da« Blutgelage des Philisterkönig», üb« da» Simsons letzte Kraft die Palastquadern stürzt, wird Orgie d« Bewegungen und d« gedudelten und gekreischten Musik. Das Auge«quickt sich an d« Gsiedcrkühnheit d« Dalila, die Agnes Straub spielt. Heinrich George, der Simson, ist eine sprühende, metallisch« Muskulatur, dl« mit erdbebender Kraft zerbirst. Ferdinand H a r d t, d« dem Philisterfürsten Og den Leib gibt, wandelt sich zum »ratlsipsten Werwolf. Allen Künstlern gesingt da» Aeußerliche, das UnimnNsche. Ab« dl« Dichtung ist in dunkle Gedanken eingetaucht. Nenn dies« Reichtum kund werden loll, diese gewundene Spitz- findigkeit, diese auß«l>rdentlich gedrechselte Wedetind-Moral, dieses Geksinge d« Sentenzen, die da» Ienseit» sehr nahe berühren, dann straucheln sie in Unsich«heit. Di« fallchen Akzente in ihrer Rethorik sind mehr al» zahlreich. Man«schrickt üb« diese Achtlosigkeit vor dem Wert, seinem Sinn und seinem Rhythmus. Rur das Bunte leuchtet« auf, doch alle» andere, alles Logische, alles Scharfzüngig«. au» einem heißeren Gemüt zu Holende, blieb aus. Es bleibt im «edachwi, nicht» al» d« fabelhafte opsifche Reiz, und es wird be. klagt, daß dem tt«isch«n erkenntntsvollen Kern d« SImsons-Tragödie nicht nachgeholfen wurde._ Die Russen im Lessing-Theat«. v« Eeinen russischen Truppe. die neulich im Apollo-Thcater spielt«, folgt nun dg« Gastspiel d-s Gesamtensemble» des MoskauerKünstlertheaters unt« Leitung des berühmten Stanislawski,. Da» ange- kündigte Programm deckt sich ungefähr mit den Aufführungen, mit denen die Gesellschaft vor etwa zwei Jahrzehnten bei ihrem«sten Berliner Gastspiel debütierte, und deren wunkvrbar feine Abgetönt- hett in unv«geßlich« Erinnerung geblieben ist. Wieber wird man Tschechowsch« Werke und Gorki«„Nackstastil" zu sehen bekommen. Nur daß, wi« schon das Publikum der Eröffnungsvorstellung zeigte. die Russen jetzt»or Landsleuten zu spielen haben w«d«n, We jeder kleinen Wendung de» Dialoges folgen können. Imm«hin sit zu bedawern, daß noa dem früheren Brauche, bei fremdsprachlichen Ein Kapitel des Buches ist auch den sozialen Be- strebungen gewidmet. Man ist erstaunt, mit welcher Spießbürgerweisheit der einstige„Landesherr" über soziale Probleme spricht. Etwa so: Der Landesherr muß ab« stets das Gesamtwohl im Auge haben, und deshalb bin ich meinen Weg unbeirrt weitergegangen. Diejenigen Arbeiter andererseits, die blindlings den sozialistischen Führern folgten, haben mir keinen Dank für den ihnen ge- schaffenen Schutz und für meine Arbeit gezollt. Uns trennt d« Wahlspruch der Hohenzollttn:„Suum euigue", d. h.„Jedem dos Seine", aber nicht, wie die Sozialdemokraten wollen: „Allen dasselbe!" Was muß der Mann für eine Borstellung von den Be- strebungen der Sozialdemokratie gehabt haben, die er Zeit seines Lebens bekämpfte und beschimpfte, ohne auch nur den Versuch zu machen, in die Gedankengänge dieser großen gesell- schaftlichen Bewegung einzudringen! Von sich selbst überzeugt wie je, spricht er auch in seinen Erinnerungen immer nur von seiner sozialen Gesetzgebung. Er hatte sicher keine Ahnung davon, daß schon vier Jahre vor seinem Amtsantritt der„Granitfindling" vor dem Reichs- tage erklärt hatte, daß auch das bißchen sozialer Fortschritt. das bis dahin erzielt war, nicht zu verzeichnen gewesen wäre,„wenn wir nicht die Sozialdemokratie hätten und eine große Menge, die sich vor ihr fürchtete". Daß also, um es in anderen Worten zu widerholen, die Tatsache der Existenz der Sozialdemokrattschen Partei erst Anregung und Förderung für die soziale Gesetz- gebung des Staates gegeben hatte. Wilhelm, der schon von Natur an starker Selbstüber- schätzung litt, dem dazu das„Gewürm" dauernd Loblieder auf feine Intelligenz und seine„Herrschertugenden" sang, Wilhelm bildet sich ein. daß e r den Arbeitern Schutz geschaffen habe. Er gleicht darin jener Fliege, die dem schlafenden Menschen auf der Rase saß und sich einredete, sie sei die Beherrscherin der Welt..._ Die Sekte Leöebours. Das Fähnlein Unentwegt«, das sich In Gera um Georg Lede- b o u r geschart hat. teilt in einem Flugblatt mit, daß e» sich zu ein« „Partei" konstituiert hat. um die USPD. auffechtzu«halten. Die langatmige Begründung diese« einstimmig(!) gefaßten Beschlusses int«essi«t um so weniger, als sie nichts enthält, das nicht schon durch die letzten Artikel und Reden Ledebours bekannt geworden ist. Geradezu komisch wirkt aber die Versicherung, daß diese Ledebour- Partei„ganz naturgemäß" spät« da» Kernstück d« allumsasien- den Einigung bilden w«de: Bereinigte Sozialisten und Kommunisten würden sich mit ihr.,u d« großen proletarischen Einhett-partel zusammenschweißen". Es läßt sich nicht leugnen, daß die neue Sekte mit einem schöne» Optimismus ins Leben tritt. Die neu«„Partei" hat sich bereit» pro>i visorisch konstituiert, und zwar mit Ledebour und Th. Lieb- k n e ch t als Vorsitzenden. Der Aufruf ist fern« unterlchrieben von neun zumeist unbekannten Größen, darunt« d« ehemalig« National- Versammlungsabgeordnete für Berlin Gustav L a u k a n t und der Düsseldorfer Gerhard O b u ch, M. d. L. Daß diese beiden.Führ«'� bei Ledebour bleiben, wird wohl in d« D«einigt«n SPD. einen allgemeinen Seufzer d« Erleicht«ung hervorrufen. Ledebour kündigt schließlich für Anfang Oktob« da- Erscheinen ein« Wochenzeitung an. die sich.Klassenkampf" nennt und zu d«en Ehefredakteur« sich ernannt hat. Wir wünschen dem alten Ledebour jedenfalls ein längere, Leben und ein besi«es Gedeihen, als sie seinem Blättchen in dies« Zeit d« schwersten Presienot voraussichtlich beschieden fein werden. Wie wir hören, sind die Stadw«ordneten Dr. Kölitz, Justin Braun und Frau L u n g w i tz aus d« bisherigen USP.-Fraktion ausgeschieden, offenbar um bei Ledebour zu bleiben. Niemand weint ihnen in der BSPD. eine Träne nach. Die Jlot der presse. Infolge der Yapierverteuerung sieht sich jetzt auch der„Fränkische Kurier'(Nürnberg) ab t. Oktober ge- zwungen, zum einmaligen Erscheinen Überzugehen._ Darstellungen dem Theaterzettel einen kurzen Abriß d« Handlung beizufügen Abstand genommen wurde, so saß man bei Alerej Tolstoj»„Zar Fedor Iaannow itsch"", einem Schauspiel aus russischer Vergangenheit, vor einem Buch mit sieden Siegeln steht, aus bloßes Schauen und versuch« unbestimmten Ratens angewlesen. was die Personen eigentlich im Schilde führen. Di« Dinge fonnten so und auch ganz anders sich v«halt«n. In den Kostümen und der lllrrsmalung der Hintergründe zeigten sich Tendenzen, möglichste historische Treu« und Prochtentfaltung zu vereinen. Meiningertum, wie man«« früher nannte. Fast laut« Massenszenen. Priest« und Bojaren in kostbarsten Gewändern, Hukdiguingen, bei denen alle» sich vor dem Zaren glatt zu Boden wirst, in Gemach«» von glänzend m«l«isch«n Arabeskenschmuck der Wände. Ein« Heb«. fülle von Gestalten und Impressionen. Indes, was hinter Wesem bunten Schein an Tragik liegen mochte, blieb den Sprachunkundigen verborgen, so vorzüglich H«r Moskwin, der Darsteller de» Zaren, gewisse Züge: weiche Anschmiegsamkeit, zaghaft« Schwanken und zwischendurch will) auffahrenden Jähzorn zum Ausdruck brachte. ät. G«lle»läsi«ung»prozeß. Anfang dies« Jahre» erschienen in deutschvölkischen und klerikalen Zeitungen Zuschriften, die ein Ein» greifen der Staatsanwaltschaft gegen«in Im Ernst-Rowohlt-Berlag, D«lin,«schienenes kleines Buch von Carl Einstein:„Die schlimm« Botschaft" forderten. Diese Brief«, die von einer Zentralstelle ausgingen, Hab?» ihr« Wirkung getan. Gegen Einstein und seinen verleg« wurde bei d« vierter. Straftamm« des Land- g«ichts II ein« Anklage wegen Gotteslästerung erhoben. Es ist die» feit dem Bestehen d« Republik d« erste Gotteslästerungs- prozeß, d« au» ein« literarischen Publikation entstanden ist. Zu der v«handlung, die am 10. Oktober stattfindet, haben Staatsanwalt- schoft und v«teidisunq Zeugen und Sachv«ständige geladen. Die verteidiaung führen Iustizrat Dr. Rosenberger und Rechts- onwalt Wolfgang Heine. Die Szenenfolpe Einsteins, die zu der genannten Denunziation und spätmjin zur Anklage geführt hat, ist nicht für die Bühne bestimmt gewesen. Da» Werk zeigt in zwmv.ig satirische» Szene», wie die heutige Gesellschaft auf die P«son und die Lehre Jesu reagieren würde, wenn sie mit ihr in unmittelbare Berührung käme. Die Angeklagten stehen auf dem Standpunkt, daß es sich nur um eine Satire großstädtischer Sitten handle. Steinkohle au, Spihb«gea. Im Kalser-WilhelmOnftitui für Kohlensorschung hat mrn Untersuchungen über Kohl« aus Spitz- b«ge» angestellt. D« Wert dies« Kohlen schwankt, ist ab« im all- gemeinen ein höh«. Die Karbonkohlen ergaben einen au»ge zeich- neten Koks. Di« im Norden d« Insel befindliche» Flöze liesern Eonnelkohle» mst reiehem Gebast an flüchtig«» Bestonddeilen. Sl« ergebe» Heim Verschwelen 20 Proz. Rohöl. Im Westen und Süden herrscht ein« Easflenun kohle vor, die der englischen Kohl« an Wert nahesteht._ Philharmonie. Am?5. Oktober sinbet ein« Ausführlmq de» Aerbi'chen Requiems unter Leilunq von c?eneralmustkdlreftor Paul Schelnpslug mit dem Philbarmonilchen Orchester und Echeinpflugschen Tbor statt. Solisten: Sliisald» E«tv»tini, Pauline Dobert, Rodert Hütt und Alexander Kitznig, Gememüewohlen im Irühjahr. E?n Mitglied der Redaktion der Bielefelder„Volkstnacht" hatte auf dem Bezirksparteitag für das östliche Westfalen Gelegenheit, mit dem preußischen Innenminister, dem Genossen S e o e r i n g, über die neue Städte- und Landgemeindeordnung zu sprechen. Der Minister gab auf einige Fragen folgende Antwort: Frage: Wäre es im Interesse der Konzentration und Verein- heitlichung der Verwaltung im Staatsleben allgemein nicht wert- voller, wenn nur eine, die M a g i st r a t s» oder die Bürger- m e i st e r v e r f a s s u n g in der neuen Städteordnung Gesetz werden würde? Antwort: Gewiß wäre das ein Dorteil und ein erstrebens- wertes Ziel, ein« einheitliche Form zu finden, indesien werden die allgemeinen staatlichen Interessen durch diese Nuance in der Kom- munalverwaltungsform nicht berührt. Frage: Der Entwurf der neuen Landgemeindeordnung steht die Aufhebung der Gutsbezirke vor. Wieviel solcher Cutsbezirke hat Preußen noch? Antwort: Es sind noch ca. 10 000 Gutsbezirke in Preußen vorhanden. Frage: Wann werden voraussichtlich die Entwürfe der Städievrdnung und der Landgemeindeordnung im Landtag zur Abfchlußberatung stehen? Antwort: Die Vorlagen sind dem Staatsrat übergeben; nach der Beratung in dieser Körperschaft kommen sie an den Land- tag, der, so kann man hoffen, beide Vorlagen so schleunig st wie möglich verabsckjieden wird. Frage: Werden die Wahlen zu den städtischen und land- gemeindlichen Körperschaften noch im Frühjahr 1923 statt- finden können? Antwort: Der Wunsch des Kabinetts ist, die Wahlen im Frühjahr stattfinden zu lasten. Wahrscheinlich wird dies mög- lich fein infolge einer Notverordnung. Unter öer Monarchie war es besser! Die Ueberschrift ist diesmal keine Ironie. Der Mann der uns zu diesem bitteren Bekenntnis wenigstens auf einem bestimmten Gebiete zwingt, ist der demokratische Neichswehrminister Geßler. Die jüngste Meldung über Personalveränderungen in den höchsten Reichswehrstellen, hat selbst einem Organ seiner Parteirichtung, der „Nossischen Zeitung" die bitter« Bemerkung abgenötigt, daß sich unter sieben Namen ein einziger bürgerlicher befand. Hier wurde jüngst(Nr. 4SI) an Hand der Rangliste festgestellt. daß von 14 Wehrkreiogeneralen und Stabschefs ganze drei bür- gerlich sind, alle anderen sind vom Adel. Die Generals- und Chefs- stellen der Wehrgruppenkommandos sind a u s f chl i e ß l i ch in der Hand des Adel«, ebenso die wichtigsten Abteilungen des Reichswehr- Ministeriums. Demgegenüber muß tatsächlich darauf hingewiesen werden, daß selbst in den alten wilhelminischen Zeiten eine derartige Bevorzugung des Adel» nicht festzustellen war. Im Jahr« 1914 waren im Preußischen Kriegsministerium die wichtigsten Abteilungen folgendermaßen besetzt: Zentraldepartement, zwei bürgerliche Abteilungschess, kein Adliger. Allgemeines Kriegsdepartement: vier Bürgerliche, fünf Adlige. Allgemeines Verfor- gungsdepartement: vier Bürgerliche, drei Adlige. Es standen also zehn bürgerliche Departements- und Abteilungs- chefs acht adligen gegenüber. Die Dienstaltersliste der Generale und Stabsoffiziere der Kgl. preußischen Armee von 1918 vermerkt nach Stand vom 1. Januar 1918 als aktive Generale: 78 adlige Generalleutnants, 44 bür- gerliche, 1S3 adlige Generalmajore, 12S bürgerliche(die Komman- dierenden Generale sind hier nicht mitgezählt, weil diese Rangstufe in der Reichswehr nicht vorhanden ist). Es standen also 231 adlige Generale 189 bürgerlichen Generalen gegenüber, d. h. das Der- hällnis war etwa 11: 8. In der republikanischen Reichswehr da- gegen besetzt der Adel fast alle ausschlaggebenden Kommandostellen. Aweiter internationaler Demokratentag. Wien, 27. September.(WTB.) Gestern abend wurde der zweite internationale demokratische Kongreß, der bis zum 2. Oktober in Wien tagt, durch den Präsidenten, den französischen Abgeordneten Marc Sangnier, eröffnet. Neben Marc Sangnier hatten am Präsidium u. a. Platz genommen: sür Oesterreich Präsident Weihkirchier und für Deutschland der Reichs- tagsabgeordnete Heil«. Es waren etwa 20 Staaten mit ungefähr 300 Delegierten vertreten, darunter auch Dänemark und Holland. Besonders stark war die Teilnahm« von deutscher, österreichischer und französischer Seit«. Nach einer Begrüßung durch Präsident Weißkirchner sprach Marc Sangnier unter lebhaftem Beifall über die Aufgaben und Ziele des Kongrestes, als welche er die Verständigung und Zusammenarbeit der Völker bezeichnet«. Professor Redlich, als Vizepräsident der österreichischen Völker- bunüliga, hob die Verdienste Marc Sangniers um die friedliche Verständigung unter den Völkern hervor, ohne die die Wiederaus- richtung der Welt unmöglich sei, und wies daraus besonders auf die unglückliche Lage Oesterreichs als Schulbeispiel für das gegen- wärtige europäische Problem hin. Abgeordneter Heile betonte den Friedenswillen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Dol- kes und trat für den Zusammenschluß der Völker Europas auf Grund der Macht, des Rechts und der Gerechtigkeit ein. Tkorlhclistes Nachfolger. Durch den U-bergang der krllber im Deutz von, Lord Norchcliffe befindlichen Altien der.Daily Mail", „Tvening New!",.Weekly Didpatch" und der überseeischen.Daily Mail" an seinen Bruder, Lord Nothermore, ist dieser Haupt- bescher der Blätter geworden. vevifenkurse. 100 holländische Gulden.* 1 argentinischer Papier-Peso 100 belgische Frank..... 100 norwegische Kronen.. 100 dänische Kronen.... 100 schwedische Kronen... 100 finnische Mari..... 1 japanischer Den...... 100 italienische Lire.... 1 Pfund Sterling....* 1 Dollar........-. 100 französische Frank... 1 brasilianischer MilreiS.. 100 Schweizer Frank.... 100 spanische Pesetas... 100 öfterr. Kronen labgest.) 100 tschechische Kronen... 100 ungarische Kronen... 100 bulgarische Lewa... * Bedeutet repartiert. Einheitstarif söer Staffeltarif Z Der Magistrat ersucht die Stadtverordnetenversammlung in einer Dringlichkeitsvorlage um den Beschluß, daß für die Straßen- bahn auch in Zukunft der Einheitstarif beibe- halten werden soll. In einer ausführlichen Begründung zeigt er, daß auch bei der Hochbahn, bei der Stadt- und Ringbahn und bei den Borortbahnen die Entwicklung auf eine Vereinfachung des Tarif- aufbaue, gegangen ist. Die Hochbahn hat feit Anfang 1920 nur noch zwei Zonen(früher fiinf), die Stadt- und Ringbahn hat seit Anfang 1921 den Einheitstarif, den die Straßenbahn schon vor zwei Jahr- zehnten einführten. Der Magistrat erörtert Vorteile und Nachteile neuer Fa?)rpr«isstaffelung nach Zonen, nach aneinander anschließen- den Teilstrecken und nach übergreifenden Teilstrecken. Für Berlin sei nur ein Tarifsystem möglich, das einfach und in wirtschaftlicher, betrieblicher, oerkehrlicher und siedlungspolhtischer Hinsicht erträglich ist. Er kommt mit der Verkehrsdeputntion zu dem Ergebnis, daß unter den in Berlin bestehenden Verhältnissen an dem Einheitstarif festgehalten werden müste. Nachzuweisen sucht er, daß bei einem Staffel- t a r i f die Durchschnittseinnahme pro Fahrt, weil längere Fahrten nur selten gemacht werden, nicht viel über dem Mindestfahrpreis für die erste Staffel liegen würde. Danach wäre sogar eine Min- vereinnahme zu erwarten. Feststellungen, die auf zehn Linien in den Jahren 1913—1922 an einzelnen Tagen gemacht wurden, haben ergeben, daß voraussichtlich von den Fahrgästen 64 Proz. bis 3 Kilometer, 32 Proz. bis 0 Kilometer, nur 4 Proz. über 6 Kilo- meter fahren würden. Die Vorlage betont auch, daß der Staffel- kreismitglieöerversammlungen am Donnerstag, 29. September, abenüs 7'/- Uhr. Tagesordnung: Serichteestattung von Augsburg unS öem Nürnberger Einigungsparteitag kreuzderg: Rabes Fesifäle, Fichkestr. 29. MederschSnewelde: Schulaula Berliner Skr. Zt. (nicht, wie erst angegeben, am Freitag) Zreltag, öen 29. September: Lichleuberg: EäcUien-Lyzeum, Ralhausstrahe. tarif die Bewohner der Außenbezirke schädigen würde. Er könnte dort eine Abwanderung zu anderen Verkehrs- Mitteln(Vorortbahnen, Untergrundbahn) bewirken, was der Straßenbahn neue Einnahmenverminderung bringen würde. Die Gründe der Fahrpreiserhöhung. Zur Begründung des Verlangens nach einer weiteren Er- höhung des Straßenbahnfahrpreises stellt der Magistrat in einer anderen den Stadtverordneten jetzt zugegangenen Dringlichkeitsvorlage eine Ausgabenrechnu'ng auf. An monatlichen Mehrausgaben erwartet er 138� Millionen Mark, nämlich 73,4 Millionen für Arbeiterlohnzulagen(bei IS 300 Arbeitern), 7,3 Millionen für Gehaltszulagen, 45, S Millionen für Mehrkosten der Siromlieferung(infolge weiterer Kohlenprsiserhöhung), 8,3 Millionen für Materialpreissteigerung, 2 Millionen für sonstige Ausgaben. Die für die letzte Fabrpreiserhöhung zugrunde gelegte Mehrausgab« von monatlich insgesamt 101 Millionen ist infolge der Bemestung des Fahrpreises auf 10 M. statt auf 12 M. nur mit 85 Millionen gedeckt, so daß noch 36 Millionen ungedeckt bleiben. Im ganzen find daher zu decken pro Monat 38 plus 136,5 Millionen gleich 172,SMillionen,pro Tag 5,6 Millionen. Bei einer Erhöhung des Fohrpreises von 10 M. auf 20 M. wären an Mehreinnahmen monatlich 170 Millionen, täglich 5,5 Millionen zu erwarten, so daß nahezu Deckung erreicht würde.„Mit Rücksicht auf allgemeine Verkehrsinteressen" will der Magistrat„für den Augenblick den Fabrpreis nur auf 15 M. erhöhe n", wovon er monatlich 96 Millionen, täglich 3,1 Millionen Mehrein- nahmen erwartet. Man will„durch weitgehend« Einschränkung aller Erneuerungsbauten, vor allem Im Gleisbau", die Ausgaben noch herabzusetzen versuchen, so daß der ungedeckte Rest sich noch ver- ringern könnte.-» Tragödie einer Kriegerwitwe. Müller und Kinder freiwillig in den Tod. Unausgesetzt fallen auch jetzt noch den Nachwirkungen des grau- samsten aller Kriege unschuldige Menschenleben zum Opfer. Mit ihren beiden Kindern freiwillig in den Tod gegangen ist die Witwe Margarete Zorn aus der Netzdorf-Promenade 4 zu Friedenau. Frau Zorn war mit ihren beiden Kindern, dem acht Jahr« alten Sohn Dietrich und dem fünf Jahre alten Töchierchen Barbara, seit mehreren Tagen im Hause nicht gesehen worden. Nach- barn schöpften gestern Verdacht und ließen die im dritten Stock des Borderhauses gelegene Wohnung der Witwe durch die Polizei öffnen. Diese fand Mutter und Kinder in der Küche tot auf. Frau Zorn war mit ihnen, wie aus hinterlassenen Briefen zu ersehen war, freiwillig in den Tod gegangen. Sie hattesich und die Kinder mit Leuchtgas oergiftet. Ihr Mann war kurz vor Beendigung des Krieges gefallen unddieserSchlaghattesiesoschwergetroffen.daß sie ßchw ermutig geworden war. Zudem hatte sie auch noch mit Nahrungssorgen zu kämpfen. Aus Zeitungen, die noch im Briefkasten steckten, geht hervor, daß sie bereits in der Nacht zum vergangenen Sonnabend mit ihren Kindern in den Tod gegangen ist. Die Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht._ Erhöhung der Telegruphengebuhren. Mit dem 1. Oktober tritt ein« Erhöhung der Telegraphen- gebühren im Fernverkehr auf 5 M. das Wort, mindestens 50 M. für ein Telegramm, und im Orteverkehr auf 3 M. und 30 M. ein. Gleichzeittg werden auch die Nebengebühren erhöht. Die wichtig- sten neuen Sätze sind: Zustellung bei ungenügender Anschrift 8 M., abgekürzte Telegrammlchriften jährlich 800 M., regelmäßige besonder« Zustellung der Telegramm« jährlich 800 M, Stundung der Telegraphengebühren monatlich 15 M. und für jedes Telegramm 2 M. Dereinborungen über abgekürzte Telegrammschriften sowie solche über regelmäßige besonder« Zustellung der Telegramme können bis 30. September 1922 zum 1. Oktober 1922 gekündigt werden. Die Sieölungshäuser öer Staöt Serlin. Wie erinnerlich, hat sich der Magistrat vor längerer Zeit einmal mit der Frage beschäftigt, die Siedlungsbauten der Stadt zu verkaufen, weil ihre Unterhaltung zuviel Geld koste. Es ist nunmehr in Aussicht genommen, dieser Frage näherzutreten und zunächst einen Teil der Siedlungsbauten zu oerkaufen. Hierbei sollen zunächst diejenigen Bauten, die am meisten Geld verschlingen, nicht veräußert werden. Die Holzbauten, die, infolge mangelnder Pflege oder durch unzweckmäßige? Bauen, von Anfang an ausbesse- rungsbedürftia waren, bleiben, wie von Bewohnern solcher Häuser mitgeteilt«iro, im Besitz der Stadt Berlin. So der Teil der Sied- lung Tempelhof, der aus Holzbauten besteht, und auch die bereits niehrfach erwähnte Siedlung am Falkplatz. In dieser Sied- lung versuchen jetzt die Bezirksämter die Einwohner zu veranlassen, auch kür dies« Bauten, die erst in den Jahren 1919 oder 1920 ent- standen sind, das Rcichsmietei.qesetz anzuwenden, trotzdem sie große Schäden ausweisen. Die Verhandlungen zwischen den Vewohnern der Häuser und den Vezirksämtern werden noch vor dem 1� Oktober erwartet. Generalversammlung öer Konsumgenossenschaft. Annahme des Antrages auf Erhöhung der Gesthäftsanleile. Eine außerordentliche Generalversammlung der Konsumgenosjen. schaft von Verlin und Umgegend nahm am Dienstag im„Saat- bau Fried richshain" zur Aendenmg des§ 5 des Statut« Stellung. Danach soll der Geschäftsanteil, der bisher 150 M. betrug, auf 2000 M. erhöht werden. Das Mitglied des Vorstandes Genosse M i r u s führte zum Statutenänderungsantrag des Vorstandes, Auf- sichtsrats und Genosfenschaftsrats folgendes aus: Die Geschäfts- a n t e i l e bilden das Betriebskapital der Konsum ge- nossenschaft. Daher muß das Betriebskapital von feiten derer aufgebracht werden, die die Konsumgenossenschaft in Anspruch nehmen. Bor Jahrzehnten erachtete man 80 M. als Norm des Be- triebskapitals. Die Jahre 1913 und 1914 brachten große Entwick- lungsmöglichkeiten, und so mußte der Geschäftsanteil auf 50 bis 60 Mark erhöht werden. Nach dem Kriege fand eine Erböhung auf 150 M. statt. Die Geldentwertung hat heute Verhältnisse geschaffen, an die kein Mensch gedacht hatte. Früher wurde die Ware beim Großkaufmann erst nach Ablauf einer Woche bezahlt, beut« muß die Bezahlung gleichzeittg mit der Bestellung erfolgen. Viele Geschäfte ziehen es daher vor, Artikel, die sie früher geführt haben, abzuschaffen. Soll die Konsumgenossenschaft diesen Weg auch gehen? In dieser schweren Zeit darf das nicht soweit kommen! Am 30. Juni 1914 verfügte die Zentrale mit ihren Verkaufsstellen über ein Kapital von 1 Million 270000 Mark, am SO. Juni 1922 aber über rund 80 Millionen Mark. Die Organisation verwaltete am 80. Juni 1922 nicht weniger als 82 Millionen Mark Spargcld ihrer Mitglieder. Mit dtesem Geld« arbeiten wir, doch genügen diese � Summen bei weitem nicht. Mit der Bitte, das geforderte Geld so schnell wie möglich einzuzahlen, damit die Konsumgenossenschaft weiter leben kann, schloß Mirus seine Rede. In der Diskussion empfahl L i e b o l d, Mitglied des Ge- nossenschaftsrats, Annahme de, Antrages. Wir würden unseren Gegnern nur Freude bereiten, wenn wir die Mittel nicht bewilligen. Nur dadurch kann die Net gebannt werden. Die Mehrzahl der Redner sprach sich für Annahme des Antrages aus. Nach dem Schlußwort Mirus wurde die Abstimmung vorgenommen, die eben- falls eine große Mehrheit für die Annahme bracht«. Der § 5 lautet jetzt: Der Geschäftsanteil beträgt 2000 M. Jeder Genosse kann nur einen solchen erwerben. Er ks? verpflichtet, innerhalb des ersten Jahres seiner Mitgliedschäft mindestens die Hälfte des Ee- schäftsanteils einzuzahlen, und berechtigt, jederzeit durch Barem- Zahlung fein Guthaben auf Gefchästsanteilkonto bi, auf 2000 ZK.— erhöhen._ Ei«„Pplitischer" Filmraub. Am Abend de« vergangenen Sonnabends drangen etwa 15 m'.t Revolvern bewaffnete Männer im Alter von etwa 35— 40 Jahren in den Vorführungsraum eines Kinos in dem Vorort Wahren bei Leipzig ein, bedrohten«inen Buchhalter und den Vorführer mit ihren Waffen und raubten aus einem Schrank vier Akte des Films„Der Todesreigen", der zur selben Zeit vorge- führt wurd« und einen Akt des Films„Amor im Frack". Der zu- erst genannte Film bringt Darstellungen aus der Zeit der Revolution in Rußland. In kaum 5 Minuten waren die Räuber mit den geraubten Filmen verschwunden. Eine Ver- folgung durch sofort hinzugezogene Polizeibeamte war ohne Erfolg. Drei Eisenbahnanfille in Pole». Die Unfähigkeit des neuen Polenreich««, komplizierte technische Vettiebe, wie es z. B. die Eisenbcchn ist, mit der notwendigen Exakt- heit zu betreiben, beweisen die schweren Eisenbahnunfäll«, von denen sich ollein zwei in den abgetretenen Teil Oberschlesiens zugetragen haben. Auf der Strecke Kattowitz— Hindenburg fuhr ein vorzeitig abgelassener Personenzug in voller Geschwin- diqkeit auf einen Güterzug auf. Die Lokomotive de» Güterzuges wurde aus den Schienen gehoben und beschädigt. Ein G ü t erz ug s b e amt« r und zwei Reifende wurden getötet, über zwanzig Personen verletzt.— Auf der Strecke Tarnowitz— Georgenburg fuhr di« Maschine eines Rangler- Zuges über«inen Prellbock und stürzte die hohe Böschung hinab.. Der Lokomotivführer verunglückte tödlich. Zwei Locmte' wurden schwer verletzt. Der Materialschaden ist beträchtlich.— Auf der Strecke Warschau— Demblin fuhr em Personenzug bei Ruda- Tarubska auf einen Güterzug auf. Vier Personen wurden getötet und zwanzig verletzt. Bier Güter- und drei Personenwagen wurden schwer beschädigt.__ Wetter für morgen. Nerlin«nd Nmgegcnd. Zeitweiie etwa? nebelig, sonst trocken und überwiegend heiter, ein wenig wärmer bei ziemlich srijche» sildöltlichen Winden.__ Sport. Srektenfträter im Sportpalast. Der Sportpalast hatte gestern wieder einen großen Tag. Ein kaum glaublicher Massenansturm bedrängte schon von 5 Uhr ab das Haus und die Potsdamer Straße glich jenseits der Dülowstraße einem unaufhaltsam flutenden schwarzen Riesenstrom. Der Kampf zwischen dem Belgier de Paus und Breiten st räter war von vornherein ungleich und lag in der Führung beständig bei Breiten- sträter. Obgleich der Deutsche an de Paus Zlb Pfund im Gewicht abgeben mußt«, waren seine Schläge so vernichtend, daß der Belgier Deckung nur fand, indem er beständig clinchte. Dadurch gab er sich viel Blößen, die Breitensträter blitzschnell ausnutzte. Wie der Gong das erstemal zur Pause rief, war der Kampf schon sür Breitensträter entschleden, dessen gute Technik in der fünften Runde das Schicksal des Belgiers entschied. Ein Kampf zwischen dem Bremer Vollmer und dem deutschen Bantamgewichtsmeister Urban Graß wurde in der fünften Runde abgebrochen, nachdem bei dem Bremer auf der rechten Stirnseite eine Hauptader angeschlagen war. Der Sieg, den Graß erfochten hatte, wird ilrn nicht zufrieden stellen, denn Vollmer ist ein Gegner, der ebensolches hohes Klassekönnen besitzt wie der deutsche Meister. Offen und schön zeigten beide ein erstaunliches Können. Deckung und Parade waren bei beiden gleich gut. Nanjocks als deutscher Mittelgewichtsmeister enttäuschte gegen den Belgier E l a e s, der sich vorzüglich hielt. Dem Deutschen fehlt die Schnelligkeit, gefährlich zu werden vermochte er Claes auch nicht eine Minute. Blößen ließ er passieren ohne sie zu nutzen. Im Angriff war der Belgier, der allerdings durch Ringunstcherheit und nicht geschultem Auge stark behindert war, ein nicht zu unterschätzen- der Gegner. Der Punktsieg, den Naujocks errang, war keine reine Freude. Grimm vermochte den Sieg gegen H a n a in der sechsten Runde an sich zu reihen, da die Sekundanten Hanas den Kamvf auf- gaben. Grimm ist gute Klasse und seine sicheren Schläge verbunden mit guter Beinarbeit sicherten ihm beständig die Führung. Im Ein- leitungskampf siegte Kirschbaum gegen Wagner- Hamburg nach Punkten._ Gro�Serllner parteinachrichten. 47.«it. Heute, abends 8 Uhr, gahlabend In den betannten Lolalen. 17.«reis, Lichtenberg,»ie Mr Freit»,««esetzte Frauenversaimnlung in de» Schulaula Marltstriße fällt«u». Gewerkschaftsbewegung I gesagt, es sei unmöglich, daß im allgemeinen die deutschen Waren glaubliche Verlegenheit, verbunden mit der Befürchtung, troh aller Weltmarktpreise erzielen fönnen, deshalb könnten auch Weltmarkt- Anstrengungen für die neue Aktion einer Betriebsräte- Kongreßlöhne nicht gewährt werden. mache, ein gehöriges Fiasto zu erleben. In dieser Weise sollen offenbar die Unternehmer belehrt werden, Was da die arme Rote Fahne" in jeder Nummer gegen den „ Weltmarktlöhne". damit sie bei Lohnverhandlungen die Arbeitervertreter über die Welt- ADGB. und jetzt auch gegen die VSPD. zusammenklauben muß, das Der Tatsache, daß die meisten, vielmehr die höchsten Preis. martilöhne belehren fönnen. Das ist ziemlich überflüssig. Notwendig geht wirklich auf feine Ruhhaut mehr. Die Verschweigung steigerungen unter Berufung auf die„ Annäherung an die aber, daß der Lohn des deutschen Arbeiters so bemessen wird, daß der Wahrheit wird mit einer Virtuosität betrieben, die wahrWeltmarktpreise erfolgte, stellt die„ Arbeitgeber- Zeitung" die Be- er sich famt seiner Familie ernähren und fleiden kann. Daß er nicht lich einer besseren Sache würdig wäre. Nur um die Schlauheit hauptung entgegen, seit einiger Zeit würden Lohnforderungen pollständig auf Fleisch verzichten, daß nicht Margarine und ist's schlecht bestellt, so daß selbst das leiseste versöhnende Moment damit begründet, daß die deutschen Löhne an die Weltmarktlöhne" Talg zu einem Lurusartikel werden, daß er sich Kohlen bei diesem Treiben fehlt, das lediglich von Verleumdungssucht diftiert herangetracht werden müßten. Wenn wirklich diese Formulierung zum Winter kaufen, Leib. und Bettwäsche ergänzen und er- ist, von der Verlegenheit um ehrliche Argumente. hie und da von Arbeitergruppen bei Lohnbewegungen benügt wurde, neuern fann, furzum, daß er wenigstens einigermaßen wieder wie so weiß auch dieses Unternehmerorgan sehr wohl, was damit gemeint in der Borkriegszeit, halbwegs als Mensch leben tann. Um ist. Der Arbeiter will einen Lohn, der zu den Weltmarkt- oder den diese Forderung kommt der Arbeiter nicht herum. Die Not zwingt Dollar- Preifen der Lebensmittel einigermaßen im Einklang steht, an- ihn, sie durchzusehen. Solche Belehrungen" helfen da nicht. ftatt in einem folch schreienden Widerspruch, wie es gegenwärtig der Fall ist. " Allein das Blatt macht sich den Bopanz der Forderung nach Weltmarktlöhnen zurecht, um zu beweisen, daß es in Wirt lichkeit keinen Weltmartilohn" gibt. Auf deutsche Mart umgerech net, feien die Stundenlöhne in Frankreich z. B. doppelt so hoch wie in Italien und 1½ mal so hoch wie in Spanien. Der englische Stundenlohn aber sei dreimal so hoch wie der französische und der amerikanische Stundenlohn wiederum 1½ mal so hoch wie der englische. Welcher Lohn sei nun eigentlich der Weltmarktlohn? Es ist selbstverständlich, daß die reine Lohnziffer irgendeines Landes an sich nichts besagt, sondern erst im Vergleich mit den Lebensmittelpreisen als Maßstab dienen kann. Wie hoch der Lohn ziffernmäßig ist, ist nebensächlich. Wir müssen wissen, wie hoch der Reallohn ist. Der Rechenfünstler der Arbeitgeber- Zeitung" sagt nun, es sei ausgerechnet worden, daß das Wocheneinkommen des amerikanischen Arbeiters 25 Dollar betrage und das des deutschen Arbeiters 5 Dollar Das würde stimmen, wenn der Wochenlohn des deutschen Arbeiters gegenwärtig 7250 Mt. betragen würde. Da aber die Geldentwertung in Amerika 50 Prozent betrage, seien die 25 Dollar in Amerita nur mehr 12% Dollar.„ Die Kauftraft einer deutschen Mart in Deutschland fann man wohl ohne Fehler auf mindestens 200 Prozent der Außenvaluta ansehen. Demnach entspricht das heutige wöchentliche Einkommen des deutschen Arbeiters etwa 10 Friedendollars. Das Lohnverhält. nis ist also nicht 25 zu 5 oder 5 zu 1, sondern 12% zu 10 oder 3 u 1." In Wirklichkeit sei das Verhältnis noch günstiger, da Deutschland eine besiegte Wirtschaft habe und mit unproduktiven sozialen" Auflogen stärker belastet sei als irgendein anderes Land. Es fehlt nicht viel zu der weiteren fühnen Behauptung, daß der deutsche Arbeiter besser gestellt sei als sein amerikanischer Kollege. Zum Schlusse wird Zahngebisse bis 2000, bis 20000 M. Gold- und Silberbruch Isenthal, Gneisenaustraße 4 nur vorn 3 Treppen rechts. Bei Ankauf wird Fahrge d vergütet Damen- u. Herren- Stoffe aller Art in großer Auswahl Korbmöbel f.Gärten, Balkone, Wohnz. i mod. u. dauerhafter Ausf. Korbsessel. Gr. Auswahl. Besicht.erbet Heinr. Kaese Korb- a. Rohrmöhelf. Neuk., Berl.Str.89 Querg. pt.( Kein Lad.) Spezial- Arzt Dr. Heisterkamp, Geschlechts-, Haut-, Harn-, Frauenleiden; Syphilis- Kuren, Kleider- u. Futter- Seiden Blutuntersuchg. In der Heilanst. ,, Löser" Gelegenheitskäufe Dir. O. Löser, Münzstr. 9, A schwarz und farbig. in mod. Mänteln, offümen, Kleidern u. Röden. 1-3 geschloff. Paul Karle O. 34, Warschauer Straße 79. Quecksilber kauft höchstzahlend Heinrich Trapp, Beuthstr. 10 ( Laden nahe Spittelmarkt) Strickjacken nahe Alex.-Pl. 9-1, 4-8, Sonnt. 10-12. 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In einer äußerst stark besuchten Versammlung nahmen die Handelshilfsarbeiter des Textilgroßhandels noch einmal Stellung zu dem Bergleichsvorschlag des Schlichtungsausschusses. In stürmischer Erregung verlangte die Mehrheit, daß wegen des ablehnenden Berhalbens der Arbeitgeber sofort der Streit beschlossen wird. Nach erfolgter geheimer Abstimmung erhielt die Branchenleitung das Mandat, in den nächsten Tagen die Entscheidung zu treffen. Trotzdem der Vorschlag der Vertrauensleute, den bereits bewilliglen Die Metallarbeiter haben in ihrer geftrigen Obmanner. Borschuß nicht in Abzug zu bringen, von den Arbeitgebern er fenferenz beschlossen, noch im letzten Augenblick die Möglichkeiten einer neut, angeblich einstimmig, abgelehnt worden ist, entschloß sich die friedlichen Lösung, die sich etwa bieten sollten, gewissenhaft zu prüfen. Branchenleitung dennoch, in Anbetracht dessen, daß die Geltungs- Sie sind entschloffen, den Stampf aufzunehmen, wenn er sich als undauer des Vertrages Ende September abgelaufen ist und neue Ber- vermeidlich erweist. Der Streit der Kaffeehausangestellhandlungen für den Oktober umgehend erfolgen müssen, in Berüc- ten ist noch richt beendet. Die Hotelangestellten haben die fichtigung des Resultats der geheimen Abstimmung, den Vergleichen Forderungen gestellt und stehen vor der Entscheidung, eben aleichsvorschlag für verbindlich anzuerkennen. Für den falls in den Streit einzutreten. Die Schuhmacher haben den Streit stimmte wohl eine große Zahl der Mitglieder, die statuten- Inder von 91 Proz. erhalten. Maler und Anstreich er streitten mäßig vorgeschriebene Dreiviertelmajorität war jedoch nicht ganz er- und wurden ausgesperrt. Die Verhandlungen der Banfange reicht. De Abzug des Vorschusses soll laut Beschluß der stellten mit den Banken find noch nicht zu Ende geführt. Gestern traten die Arbeiter der Speditionsbetriebe wegen nichts Arbeitgeber in durchaus lonaler Weise geschehen. auszahlung der vollen Inderzuschläge in den Ausstand. Die neuen Abkommen sind beim Transportarbeiterverband, Engelufer 24/25, 3immer 31, gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Verlegenheit der Kommunistenzentrale. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Bersammlung des Berufs ausschusses der Laboratoriumstechniker, Mufiter- Festfäle, Kaiser- Wilhelm- Str. 31, Donnerstag 7½ Uhr. Deutscher Holzarbeiterverband, Musikinstrumentenarbeiter! Donnerstag 5 Uhr im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Funktionärversammlung, an der alle Bertrauensleute, Betriebsräte und Generalversammlungsdelegierte teilzunehmen haben. Stellungnahme zur ablehnenden Haltung der Unternehmer. Die Branchenleitung. Die Gewerkschaftsabteilung der Kommunistischen Partei befindet fich offenbar in größter Berlegenheit um Agitationsmaterial und um Bar olen zur Aufpeitschung der Betriebsräte für einen tom mu nistischen Betriebsrätefongreß. Es gibt selbst für das Verhalten der Roten Fahne" der es ja noch nie auf eine Handvoll mehr oder weniger angekommen ist, wenn es die Verdächtigung der Ge- Berantwortlich für den rebart. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: wertschaftsleitungen galt teine andere Erklärung als diese unTh. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Sichern Sie sich durch Anzahlung zu konkurrenzios billigen Preisen gekaufte Waren zur späteren Abholung! Wunderbare, nur erstklassige / Anzüge Schlüpfer Winterpaletots Gummimäntel/ Hosen weit unter Tagespreis! Riesenauswahl!! Hugo Simon Spezialhaus für erstklass. 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