Nr.458+ 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 225 Bezugspreis: Für den Monat Geptember 200,- 2., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, fowie Defterreich und Luxemburg 248,- W., fiir das übrige Ausland 282,-502. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart. Eng. land, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschechoflowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", dec Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 6 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile Toftet 40,-M. Reklamezeile 180,- MR. KleineAnzeigen" das fettgedrudte Wort 12,- M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10,-. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 7,-M., jedes weitere Bort 5,- M. 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Dem„ Intransigeant" wird bestätigt, daß bei den griechischen Landstreitkräften und bei der Marine in Saloniti gestern eine AufstandsbeweGeneral Platsiras die Beitung der Bewegung übernommen. 15 Personen getötet und 10 verletzt wurden. Der Führer der vereinigten Oppositionsparteien wurde verhaftet. Unter den Berhafteten befanden sich mehrere Abgeordnete und politische Führer. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Hanpterpedition n. InseratenAbteilung: önhoff 2506 2507 Der brennende Osten. Griechenland, das von England den Auftrag erhalten hatte, den Brand im Osten auszutreten, ist selbst das Opfer dieses Feuers geworden. Seine Armee ist geschlagen und des organisiert, revolutionäre Unruhen durchzucken das Land und Ronig konstantin muß zum zweitenmal den Thron verlassen. Der alte griechische Revolutionär Venizelos, der stets gewußt hat, wann seine Stunde geschlagen hat, verhan delt in Paris, und es ist nicht unschwer zu erkennen, welche England sperrt die Dardanellen. Fäden von dort nach Griechenland hinüberlaufen. Nicht lange gung ausgebrochen sei. In Saloniki habe General Kuhio die daß bis jetzt 5 Ueberbreadnoughts, 5 leichte Kreuzer sein. Darüber hinaus wird sich aber kaum in Griechenland und Griechenlands neuer Präsident wird in Athen einziehen London, 27. September.( EP.) In Marinefreifen erklärt man, und der französische Einfluß wird dem englischen überlegen Garison veranlaßt, sich den Aufrührern von Mytilene und Chios und 12 3erstörer von der Mittelmeerflotte, sowie 3 leber etwas ändern. Was in Athen heute Politik macht, mag es anzuschließen. Die Stadt selbst sei bis jetzt ruhig. In Chios habe dreadnoughts, 1 leichter Kreuzer und 1 3 erstörer fonservative oder radikale Thesen auf seine Fahnen schreiben, Auch die übrige Flotte scheine gegen die Regierung Bartei zu er. Don dem Geschwader der atlantischen Flotte Befehl erhalten haben, in der Außenpolitik ist es nationalistisch und imperialistisch greifen. Die Fahrzeuge Pilpis" und" Lemnos" sowie 9 Torpedo- Paris, 27. September.( WTB.) Nach einer Havas- Meldung aus und die Erinnerungen an die griechischen Kolonien in Kleinbootszerstörer hätten sich bereits für die Aufständischen erklärt. Bei Athen haben der französische und der englische Bertreter die griechi- afien, an Konstantinopel als die alte Kaijerstadt sind zu start, Kap Sunion sei eine Abteilung von Aufständischen gelandet. Gefche Regierung auf die Schwierigkeiten aufmerksam gemacht, die der um vor einer Gegenwart zu verblassen, die den Führern des neral Bapulas jei ihnen entgegengeschidt worden, Aufrechterhaltung des Friedens griechischen Boltes nüchternere Aufgaben zur Entscheidung um sie durch Berhandlungen mit ihren Führern aufzuhalten. In griechischer Kriegsschiffe in den türkischen Gewässern erstellt. Wer dem griechischen Volk wohl will, wird bedauern, Athen, wo sensationellste Nachrichten verbreitet würden, herrsche wüchsen. Der Kreuzer Averoff" werde infolgedessen zurück be- daß feinen Lenkern über der Sehnsucht nach fernen Zielen der große Aufregung, und von verschiedenen Bunkten Attitas fohlen werden, man werde jedoch zum Schuße der griechischen gab Zeiten, wo sich der griechische Kaufmann im Orient eine Blick für gesunde Selbstbescheidung verloren gegangen ist. Es würden Truppenlandungen gemeldet. Schon gestern abend habe Staatsangehörigen vorläufig zwei Torpedoboote auf der Rede von die Abbantung Rönig Ronstantins als unvermeiblich Ronstantinopel zurüdlassen. geachtete Stellung schaffen konnte. Aber diese Zeiten warent gegolten. friedlich und legten Endes haben sich auch im Altertum Die Hellenen nicht durch das Schwert, sondern durch die per= fönlichen Fähigkeiten ihrer Kolonisatoren Raum für ihre Lebensbedingungen ertämpft. Die Revolutionäre nationalistisch. Thrazien mit allen Mitteln gefordert werden. nach den Dardanellen abzufahren. aus der Anwesenheit Rußland und die Orientfrage. Die Schatzscheine für Belgien. Athen, 27. September.( EP.) Im Laufe des Tages sind weitere London, 27. September.( Reuter.) Das Auswärtige Amt hat Einzelheiten über den Aufstand der griechischen Armee eingetroffen. eine Note der ruffischen Regierung erhalten, in der biefe Der Aufstand trägt antimonarchistischen Charakter und nahm seinen um die Zulassung von Rußland, Georgien und Griechenland und England sind infofern miteinander verwandt, als beide seit jeher die Nähe des Meeres in ihren poliAnfang unter den Befagkungen von Mytilene, Chios und Saloniki. der Ukraine zur Konferenz über den nahen Osten ersucht. An der Spitze der meuternden Truppen steht der Genera tischen Entschlüssen beeinflußt. In Grieenland hat England auf fleinasiatischem Boden eine empfindliche Niederlage erlitten. lissimus der Armee. Namens der Armee und der Flotte werden folgende Forderungen gestellt: Erstens Abdantung des Königs, Kleinasien ist Durchgangsstraße für das britische Kolonialreich. zweitens Bildung eines unabhängigen Rabinetts, drittens Auflösung Franzöfifche Vorbehalte in der Reparationskommission. Die. Ebene von Mesopotamien im Süden und der D a rder gesetzgebenden Nationalversammlung, viertens sofortige Paris, 27. September.( WTB.) Ueber die gestrige Sigung anellendurchgang im Norden sind Schlüssel, die in Sendung von Truppenverstärkungen zu der Armee in der Reparations tommiffion, in der der Empfang der den asiatischen Machtbereich Englands führen. Deutschland Thrazien. Soweit sich bisher die Stimmung in der Deffentlich deutschen Schahwechsel für Belgien zur Kenntnis genommen wurde, mußte Englands Feind werden, als es sich durch den Bau feit überblicken läßt, geht eine starte Belle nationaler bemerkt der„ Temps", daß der französische Vertreter Dubois Auf der Bagdadbahn den überragenden Einfluß in Mesopotamien Hochstimmung durch das Land. In Athen treffen zahlreiche tlärungen verlangt und Borbehalte gemacht habe, hinsichtlich sicherte. Englands Bolitik im Norden war es stets, am BosRundgebungen auch aus der Armee ein, in denen mit allem Nach der Bereinbarung zwischen der Bant von England und der Reichs- der Ziele, die England in den Weltkrieg trieben, war der Eines Regierung der Reichsbant gegenüber eingegangen jei. Die Er- Wunsch, seine Bormacht in Kleinasien endgültig zu besiegeln. klärungen und Borbehalte feien in das Protokoll auf- In Mesopotamien ist das bis auf weiteres gelungen. Am Bosgenommen worden. porus ist durch die griechische Niederlage alles in Frage gestellt. Diese Borgeschichte bestimmt Englands Haltung im Augenblick. Nicht umsonst nennt man das englische Reich ein Genf, 27. Sept.( WTB.) Die Bölterbundsversammgeht, und wenn England auch flug genug ist, um das zu sehen, Imperium. Wenn die Entwicklung auch andere Wege des Jahrgangs 1923 unter die Waffen gerufen werden. Man er- ung erledigte heute die Anträge über die Garantie. o bleibt es für England zunächst doch die schwierigſte Frage, verträge und der Reparationsfrage. Den einzigen wie die imperialistische Politit, die stets auf GeHöhepunkt der Debatte bildete die Erklärung, mit der Lord walt und Eroberung eingestellt ist, in eine, Welt handelsRobert Cecil die Aussprache abschloß und in der er unter Be- politit umgewandelt werden soll, die alles bem ungehemm zugnahme auf die gestrigen Worte de Jouvenels über Bethmann ten Wettbewerb des Hochkapitalismus überläßt. Das ist der Hollweg, Bismard und Niessche als Vertreter der militärischen Hauptgrund, warum die englische Orientpolitik der NachkriegsMentalität fagte, solche Männer gebe es auch in anderen zeit so schwankend und nachgiebig schien. und scheinbar ändern, auch in Frankreich. Aber wie auch in Frankreich Frankreich, das die Hochzeit eines Spätimperialismus die Mehrheit des Volkes für den Frieden sei, so sei auch die Mehr feiert, die Führung überließ. Die Parteien, die am fruchtheit der anderen Nationen, ob sie num dem Bölkerbund angehörten barsten an den Geschicken Englands mitarbeiten, die Liberalen oder nicht, friedlich gesinnt. So auch in Deutschland und Rußland. und die Arbeitervertretungen, drängen Großbritannien auf die Der Präsident der Versammlung feierte in einer längeren Schluß- friedlich- wirtschaftliche Bahn. Die Parteigruppen, die um rede die nunmehr abgefchloffene Abrüftungsdebatte, die in den den Ruhm der Geschichte Altenglands fürchten, Konservative Annalen des Böllerbundes eine große Rolle spielen werde. Dem„ Daily Telegraph" wird aus Athen gemeldet, die indirekte Antwort Griecheninds auf die Note der Alliierten an Kemal Bascha dürfte in einer Beschleunigung der Reorganisation der griechischen Armee zu erbliden sein. Man will Thrazien um jeden Preis behalten. Man ist entschlossen, die Türkei an einer Befegung Thraziens zu hindern. Am 25. Oftober werden 50 000 Mann flärt, eine Armee von 250 000 Mann aufstellen zu können. Aufregung in London. London, 27. September.( WTB.) Die Meldung von dem vor behaltlosen Rücktritt Rönig Konstantins erregt in London großes Aufsehen. Lloyd George befinde fich auf dem Wege nach London, um auf einer von ihm für 7 Uhr einberufenen Ministerfonferenz den Borsiz zu führen. Revolution in Albanien. Frankfurt a. M., 27. September.( WIB.) Wie der Frankfurter Zeitung" aus Rom gemeldet wird, liegen dort Nachrichten, über den Ausbruch eines Aufruhrs in Albanien vor. Die albanischen Regierungstruppen felen bel Tirana gefchlagen worden Ursache des Auffiandes sei vermutlich die Rückwirkung der Ereignisse im Orient auf Albanien. Antwort an Jouvenel. und Altliberale, sehen zwar auch mehr und mehr die Notwendigkeit diefer Entwicklung, aber fie sorgen sich um den Keine Vereinbarungen Stinnes- Bernard. Serfall und die Auflösung des weitverstreuten Reiches und Die aus dem Journée Industrielle" in die deutsche Presse ge- glauben in militärischen Bindungen eine gewisse Gewähr für langte Meldung, daß zwischen Hugo Stinnes und dem fran- Aufrechterhaltung der Einheit erblicken zu können. zösischen Großindustriellen Jules Bernard eine Berständigung fen Wie gefährlich diese Auffassung gerade dem foloniaüber einen deutsch- französischen Montantrust zustandegekommen sei, en Gedanken des Weltreichs ist, zeigte der Skandal im ift unzutreffend. Wie die Telegraphen- Union von unter: Solonialministerium, als die Stellvertreter Englands in richteter Seite erfährt, haben Hugo Stinnes und Herr Bernard seit vielen Monaten überhaupt keinen Meinungsaustausch mehr gehabt. Demzufolge verlieren auch die aus der Nachricht gezogenen Schluß folgerungen und weitere angebliche Einzelheiten des Uebereintemnens ihre Berechtigung. Indien und ihre Bertreter im englischen Ministerium die große Flucht in die Deffentlichkeit antraten, um namens der muselmanischen Millionenbevölkerung Indiens vor der Gealtpolitit Englands in Kleinasien zu warnen. Wie wenig fich Entwicklungen aufhalten lassen, die einmal in Fluß geraten find, zeigte die zweite Londoner Konferenz der englischen Kolonialreiche, die die engere mili tärische Bindung bringen follte, aber sehr deutlich die föderali ftische Stimmung der Koloniallande zum Ausdruck brachte, Revolutionäre Bewegung in Bulgarien. Sofia, 26. September.( WTB.) Die Agence Bulgare veröffent licht folgende offizielle Mitteilung: Es ist gewissen politischen Bersönlichkeiten, die für die Kriegserklärung, für die Art, in der Krieg geführt wurde, und für die daraus entstandenen Kata strophen verantwortlich find, gelungen, den gerichtlichen Berfolgungen zu entgehen. Diefe Tatsache und der Manget energischer Maß nahmen zur Berfolgung der Mitglieder der Rabinette Gefchow, Danew und Malinow hat auf breite Massen der Bevölkerung einen sehr ungünstigen Einbrud gemacht. Ferner ist Ein Zwischenfall in Kattowiz. festgestellt worden, daß Teile des Bloces dieser Parteien mit dem Beuthen, 27. Sept.( WTB.) Als gestern abend der StaatsGeneral Brangel fonspiriert und in ungefeßlicher Weise vertreter bei der Gemischten Kommission für Oberschlesien, Ober- die heute wesentlich mehr jene Stellung zu ihrem Mutterlande fascistische Banden und andere Geheimorganisationen ge- regierungsrat Dr. Budding, das Haus des Deutschen Bolts- zeigen, wie sie auch den alten griechischen Kolonien eigen war. bilbet haben, um die gesetzlich errichtete Staatsautorität zu stürzen bundes zur Wahrung der Minderheitsrechte in Kattowitz berließ, Um so erstaunlicher war es, wenn Lloyd George, und sich so der Verantwortlichkeit für das dem Bolte zugefügte Un wurde er von fünf polnischen Polizeiagenten ange- der als einer der flügsten Taftifer gilt, in einem Augenblid, heil zu entziehen. Auf Grund der Einbringung eines Gefeßenthalten und genötigt, mit seinem Kraftwagenführer nach der in dem das griechisch- englische Abenteuer bereits erledigt war, wurfes in der Sobranje, der vom Ministerrat angenommen und Polizeistation zu fahren. Dort wurden beide getrennt in zwei die englischen Kolonien zu einem heiligen Krieg Dom Rönig bestätigt ist, und einen Boltsbeschluß über die Schuld- 3immer geführt. Eine sachgemäße Auskunft über den Grund der gegen die Türkei aufrief. Wenn dem wohl auch kaum fragen nerlangt, hat der Ministerrat die Ergreifung von Maßnahmen Westhaltung sowie das Verlangen Bubbings, ihn telephonisch mit mehr als taktische Motive zugrunde lagen, so war auch das beschlossen, um die ehemaligen Minister der Kabinette Gefchow, dem Mejwoden Rymer, oder dem Polizeichef in Verbindung zu von vornherein ein gewagtes Spiel, als sie jenseits der weltenDanew und Malinow, die verhaftet worden sind und deren fetzen, wurde abgelehnt. Erft fpäter gelang es Dr. Budding, die trennenden Meere Antworten herausforderten, die faum Güter tonfisziert wurden, zur Verfügung der Gerichtsbehörden zu Rückfahrt nach. Beuthen anzutreten, nachdem von polnischer Seite zweifelhaft sein konnten. Die laue oder ablehnende Haltung halten. der Zwischenfall als ein Mißverständnis erflärt worden war, der Kolonien zu dem Aufruf haben denn auch viel zu der Erschütterung des englischen Kabinetts beigetragen. Auf das kämpfende Osmanentum hat er nicht den geringsten Eindruck gemacht, auf die Muselmanen des britischen Weltreiches, vor. denen man sagen kann, daß sie Gewehr bei Fuß stehen, mußte er erbittenid wirken Wenn Englands Stellung im Orient etwas retten kann. so liegt das nur auf dem Wege, den auch der größere Teil des englischen Volkes wünscht und auf den Englands Arbeiter mit so großem Emst hinweisen. Der englische Außenminister Eurzon, auf den Lloyd George immer dann zurückgreift. wenn er seine Feldzeichen rückwärts steckt, ist ihn auf der Orientkonferenz, die dieser Tage in Paris ihr Ende fand, gegangen. Für Griechenlands Nationalgefühl mag es schwer sein, wenn das Land der alten Götter nun plötzlich von allen Göttern verlassen wird, für das griechische Volk ist es ein Segen. Nach dem Pariser Beschluß wird die neutürkische Regierung nicht nur über Angora und Anatolien, sondern auch über Konstantinopel und das europäische Hinlerland der Os- manenstadt, Ostthrazien bis zur Maritza mit Einschluß von Adrianopel verfügen können. Ueber die freie Durchfahrt durch die Dardanellen wird dann weiter yuf der Friedenskonferenz, deren Ort und Zeitpunkt noch anzusetzen ist, verhandelt werden müssen. Das ist ein Entgegenkommen, mit dein auch ein Kemal Pascha zufrieden sein kann, das sind Aussichten, auf Grund derer die junge Türkei, so sie den Frieden und nicht den Krieg will, aufbauen kann. Leider bedeuten die Pariser Beschlüsse nicht das Ende der- Wirren. Kemal Pascha, wahrscheinlich beeinflußt von einem gewissen Mißtrauen gegen derartige Konferenzbeschliisse, wünscht Ostthrazien in Besitz zu nehmen, ehe er sich auf Ber- Handlungen einlägt. England, von seinen Sonderwün- schen bezüglich der Dardanellen beeinflußt, kann sich nicht da- zu verstehen, die Dardanellenzone zu räumen. In der Tat läßt das Problem der Freiheit der Dardanellen noch langwierige Käinpfe am grünen Tisch voraussehen, da sich zwar alle Par- teien darüber einig sind, daß die Formel auf„Freiheit" der Dardanellen lauten soll, aber die Meinungen darüber, was unter dieser Freiheit zu verstehen sei und wer ihren Schutz übernehmen soll, auf das lebhafteste auseinandergehen. Und so rufen denn die Geaner, die sich in dieser Frage hauptsächlich gegenüberstehen, England und Kenial, ihre Hilfsvölker herbei. Stände hinter diesem versteckten Kampf nicht die Tragödie eines Krieges, der den ganzen Balkan von neuem zu ent- flammen droht, ständen hinter ibm nicht Komplikationen, die bis an die Tore Oesterreichs ihre Schatten werfen können, man könnte seine Freude an dem Satyrspiel der widerstreitenden Kräfte haben. England leistet sich die Ironie, neben Ingo- slawien(das übrigens bei einem bewaffneten Konflikt auf griechisches und ungarisches Gebiet als Kompensation Anspruch erheben zu wollen scheint) Japan als interessierte Macht aus der Konferenz zu präsentieren. Als Kemals Sekundant tritt reckt energisch Sowjetrußland auf, das so zum ersten- mal wieder die englisch- russische Rivalität in Kleinasien und in Persien offen zur Schau stellt, während Bulgarien mehr bei Seite steht. Vorläufig darf man hoffen, daß das englifch-türkifche Gegenspiel, mögen sich die Streitkräfte auch an den Darda- nellen auf engem Raum gegenüberstehen, am Konferenztisch ausgefochten wird. Allerdings darf man nicht vergessen, daß sich die Wirkungen des Streits bereits auf europäischem Boden bemerkbar machen. Die Revolution in Griechenland mag eine Rachwirkung sein, die hierbei nicht in erster Linie in Betracht kommt. Aber auch in Bulgarien züngeln die Flammen einer revolutionären Erhebung auf, die von natio- nalistischem Kriegswillen genährt werden. Der Osten brennt. Wenn eine friedliche Berständigung in dem einmal gegebenen Rahmen n->>t zu erzielen ist, können sich Weiterungen ergeben, die nicht abzusehen sind. Aufgehobene» Zeiwnzsverbot. Der Staatsgerichtshof hat das Verbot des„Tannaer Anzeigers", das auf drei Wochen lautete, aufgehoben. Konzert-Umsthau. Don KurtSinger. Prof. Georg Schneevoigt hatte sich im vorigen Jahr bei uns als Beethoven-Jnterpret eingeführt. Der Erfolg war gut, und eine rührige Agentur fetzt 6 Abon.iementskonzerte fest. Dagegen ist nichts zu sagen. Wohl ober dagegen, datz die Agentur sozusagen literarisch ihre Programme verteidigt. Da muß etwas faul sein. Warum fehlt in der Uebersicht über Nach-Beethovensche Musik der ganz große Bruckner? Was sollen unter solchem Gesichtswinkel die Ouvertüren zu Musikdramen? Schönberg, der Svjährig«, wird zu den jüngeren Komponisten gerechnet, und der Schmierer ver- sichert mit Ueberlegenheit, daß Wagner„bekanntermaßen wenig sinfonische Werke hinterließ". Wozu dies alberne Gerede, das aus- sieht wie ein Entschuldigungszettel? S ch n e e v o i g t hat sehr wert- volle alte und ein paar neue Werke auf seine Programme gesetzt und wahrscheinlich gar nicht in der Idee, Uebersichten zu schassen, sondern aus dem elementaren Wunsch heraus, das zu geben, was ihm am meisten Ruhm schafft, was ihm am besten liegt. An diesem handwerklich außerordentlich fähigen, mit einem minutiös arbeiten- den Gedächtnis beschenkten Musiker ist nichts von Umschweifen, nichts von phantastischem Durchglühen der Partituren, wenig selbst von geistigem Hochflug Er reißt mit, weil er ein gesunder Musikant ist, der sich als Zentralorgan der ihn umgebenden Spieler fühlt, einer der ihren, der jede Stimme und jede Bewegung nicht nur kennt, sondern liebend aufspürt. Effektvolle Uebergänge in der Eroica eüden im schwebenden Pianisfimo oder im militärischen Spektakel, ohne die nur von ganz Geistigen erreichte Mittelstufe zu finden, zu suchen Der bodenständige Mann ist kein Poet der Deklamation, sondern eher ein lebensfroher Philologe, der es sich(im Anfang der III.„Leonore") auch einmal leistet, Tempi ungewöhnlich ein- zuschlagen und Proportionen des Baues zu verschieben. Tut nichts. Der gesunde Sinn und das kräftvolle Ungebändigtsein Schneevoigts löst auch gesunde und kräftige Stimmungen in uns aus. Er ist uns «in hochwillkommener Gast. Dos gilt auch von Volkmar Andreae, dem besten der leben- den Schweizer Komponisten. Seine kleine Orchestersuite und manches Kommcnuusikwerk zeigen sein Derwachsensein mit deutscher Kunst. Wie denn auch sein ganzes Jugendleben, sein ganzes Lernen erfüllt ward aus deutschem Boden. Und unvergessen bleibt, daß der ein- flußreich« Mann als Erster Bachs Mathäus-Passion in Italien auf- führte. Em herrischer Zug ist ihm beim Dirigieren eigen, eine rücksichtslose Temperamentsentladung mit den Gebärden des eigen- willigen Knaben. Straff die Figur, auf scharfe Kontur gestellt der musikalische Blick. Alles gerät in Blendlicht, Sentimentalität und Grazie scheinen ihm zuwider, das Handgelenk biegt sich kaum, und der Arn, verrät in heftigem Zupacken starken Willen. Weder die langweilige Liebesszene noch der köstliche Spuk der Traumfee Mab (in B e r l i o z'„Romeo und Juli a") erhalten allen möglichen Glanz, alle erdenkbare Delikatesse. In der zweiten„Leonore" wird der siMhafte Zug de» Stabes Spmbol eines swachtvollen Aufbaues. und ri>hn-lich?r rhythmischer Strassheit, und auch das große Tamtam des Capuletfestes meistert eine wissende, eine bestimmt führende Hand. Der Beifall gilt dem guten Deussch-Schweizer, dem wer- Wilhelm macht sich... Der frühere österreichische Kronprinz Rudolf, der im Jahre 1889 freiwillig aus dem Leben schied, hat Briefe an einen Freund geschrieben, die jetzt veröffentlicht werden. Sie ent- halten begreiflicherweise manches, was nebensächlich ist, aber uitbegreiflicherweise ganz unprinzliche Offenherzigkeiten über alle möglichen politischen Dinge. Besonders interessant ist das Urteil dieses Habsburgers über seinen„Freund" Wilhelm II., über den er am 24. August 1888 mit prophetischem Blicke urteilt: Wilhelm II. macht sich. Cr dürfte bald eine große Konfusion im alten Europa anrichten. Er ist ganz der Mann dazu... energisch und eigensinnig... sich selbst für das größte Genie haltend. Was will man mehr? Er dürfte im Laufe weniger Jahre das hohen- zollerifche Deutschland auf den Standpunkt bringen, den es verdient. Rudolf von Habsburg hat ja nicht mehr erlebt, was er hier voraussagte. Aber wir haben es zu eigenem Graus leider genugsam erfahren müssen. Der Briefschreiber war nach dem Erstgeburtsrecht der dynastischen Epoche berufen, einmal als Kaiser von Oesterreich- Ungarn handelnd in die Geschicke der Nationen einzugreifen. Die Langlebigkeit des alten Franz Josef hinderte ihn und noch manchen anderen daran. Aber was man von ihm, den Wil- Helm als einen Bewunderer seiner Person und für einen „Freund" ansah, hätte erwarten können, geht aus einem Brief vom November 1882 hervor, in dem der Kronprinz Frankreich als die Quelle aller liberalen Ideen und Institutionen auf dem Kontinent preist und dann fortfährt: Was ist Deutschland dagegen? Nichts als eins enorm erweiterte preußische Soldateska, ein purer Militärstaat, was es früher war, nur noch vergrößert. Was hat das Jahr 1870 Deutsch- land genützt? Zu den kleinen Königen und Fürsten haben sie noch einen Kaiser dazubekommen. Eine viel größere Armee müssen sie zahlen, und ein von Soldaten, Polizei und strammem Beamtentum erhaltener und gedrückter Reichs- und Einheitsgedanke schwebt auf den Flügeln eines anbefohlenen und anerzogenen Patriotismus an den Spitzen der Bajonette. Der Mann sah die Zustände im Deutschland seiner Zeit ganz klar. Ueberflüssig zu sagen, daß er dem Werben des Fürsten Bismarck um die österreichische Waffenhilfe gegen Rußland nur mit äußerster Besorgnis gegenüberstand. Grosiwahltag in Deutsib-Gberschlesien. Eine Verordnung des Reichspräsidenten vom 23. Sep- tember bestimmt, daß die Wahlen zum Reichstag in Ober- schlesien am 19. November stattfinden. Mit der Reichstags- wähl werden nach Anordnung des preußischen Staats- Ministeriums die Wahlen zum Preußischen Landtag und zum Provinziallandtag Oberschlesiens verbunden. Die Getrei�epreisfrage. Das Reichsministerium beschäftigte sich am gestrigen Mitt- woch mit der Frage einer Erhöhung der Preise für das erste Drittel des U m l a g e g e t r e i d e s. Es fand eine eingehende Aussprache statt. Die Beschlußfassung wurde bis Anfang .nächster Woche vertagt. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion tritt am Man- tag, vormittags 10 Uhr, gemeinsam mit der bisherigen USP.» Fraktion zur Beratung der Getreideumlage und der Bestre- Hungen, weitgehende Preisänderungen für das Umlagegetrside vorzunehmen, zusammen. Zwangsarbeit für üie Wucherer! Leulhen. 27. September.(DA.) Die vberschlesische Preisprüfungsstelle hat folgendes Telegramm an die Reichsregierung ge- richtet:„Die vberschlesische Preisprüfungsstelle Beuthen ersucht die Reichsregierung um Ergreifung energischer Maßnahmen gegen die Wucherer. Die bisherigen gesetzlichen Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Verbrecher zu bekämpfen bzw. auszurotten. gischen Musikanten, dem Freund von Ordnung und Strenge in der Zeichnung. Von den gut Bekannten in des Ruhmes Höhe zu den Un- bekannten im Tiefland. Schlechte Ernte. Von Drczewieski war allerdings nur noch ein hitziger Nachklang Chopinscher Musik zu erhaschen. Sein Griff ist gut, und er hat die Laune des Vir- tuosen. Bei Kläre K ö h n l e i n ist es öd und leer. Der„Deussche Kulturbund", der für das Konzert verantwortlich zeichnet, scheint klein im Verhältnis zu dem großen Namen und gar zu dem großen Zweck, den er erstrebt. Kultur ist gerade, was der Spielerin fehlt, und sie setzt leider dafür auch keine noch so fehlerhafte Persönlichkeit ein. Konservatoriumsgröße zweiten Ranges, in der Schattenhaftig- keit des Tons und der Unkorrektheit des Trillers noch ein« An- fängerin, sonst technisch(in Brahms op. 5) versiert und von be- scheidenen Manieren. Auch das ist viel wert. Wäre Herr Edgar Cleve nur ein klein wenig belastet mit dem Geist der Bescheiden- heit, er würde uns entweder als Dichter, oder als Komponist oder als Begleiter erspart geblieben sein. Es ist nur deshalb schwer, keine Satire zu schreiben, weil Künstler vom Format der Binder- nagel und A r m st e r s sich für diese holde Goldschnittlyrit her- aeben. In einem, in zwei sangbaren Liedern läßt man sich diese stereotype Gebrochenheit der Akkorde, diese harmonische Gleichför- migkeit, dieses träge Vorwürtsschieben der Begleitung, diese Schuster- fleckenakrobattk gefallen. Dann packt uns die Empörung. Aus Cleves Dichtungen nur zwei Doppelverse:„In Ewigkeit die Engel schreiten zur Seite den, die in Liebe gelm': und:„Geliebte, in deinen Armen sanft und fein, träum' ich selig ins Elysium hinein!" Es muß auch solche— Poeten geben. Und nur die eine Hoffnung bleibt, daß bei den beifallsfreudigen Hörern, wie es in einem der vertonten Gedichte heißt,„trotz Kranz und Kerzenschein alles wird vergessen..._ Das Wettrennen um Wilhelms ZNemoiren. Die ersten Derhand- lungen über die Erwerbung des Verlagsrechts an den Denkwürdig- leiten Wilhelms II. vollzogen sich unter dem undurchdringlichen Schleier eines Geheimnisses. Der amerikanische Verleger, der schließlich als Siege? aus dem Wettbewerb hervorging, erhielt ein- fach eines Tages die Aufforderung, nach Europa zu kommen, um hier„ein Geschäft von überragender Wichtigkeit abzuschließen. Vergebens fragte der Verleger zurück, um was es sich denn handle, und als er darauf die Mitteilung erhielt, um die Herausgabe„eines Werkes von welthistorischem Interesse", erkundigte er sich nicht minder vergeblich nach dem Namen des Verfassers. Man begnügte sich nochmals, an ihn die Aufforderung zu richten, sich sofort einzu- schiffen und den Betrag von 1 Million Dollar auf die Reise mitzunehmen. B r a i n a r d, der Leiter des journalistischen Syndikots Mac j Elure und des Dcrlagshauscs Harpers, lächelte zwar skeptisch über die geschäftswidrige Form des Angebots, machte sich aber nichts- destoweniger sofort auf die Reis« und suchte in Leipzig den. Ber- leger Köhler auf, der im Namen des Verfassers des betreffenden Werkes mit der Vergebung des Urbebcrrechts betraut war. Brai- nard erklärte sich bereit, auf der Stelle ein Viertel der fabelhaften Summ«, die man telegraphisch gefordert hatte, zu erlegen: Köhler aber wollt« sich die Hände freihalten und fand sich nur bereit, Brai- Wir bitten, daß man die Kettenhändlcr, Prcirtrciber, Worenzurück- halter und Wucherer mit hohen Geldstrafen belegt, daß das Ver- mögen dieser Leute sowie deren Waren beschlagnahmt und ihnen das Gewerbe entzogen wird, ferner in schweren Fällen außer den erwähnten Geldstrafen eine ein- bis fünfjährige Zwangs- arbeit im Bergbau bei täglich 7�stündiger Arbeitszeit und Stellung unter Polizeiaufsicht anzuordnen. Auch bitten wir um Aburteilung dieser Verbrecher in kürzester Zeit. Sollte wider Erwarten gegen diese Gesellschaft nichts geschehen, so l>e- halten wir uns vor, unsere Tätigkeit in der Prcisprüfunasstelle e i n � zustellen." «.Gberletttnant v. Sreüow". Tie Geschichte einer Spionage-Kompagnie. In der„Weltbühne" erzählt Lothar E. Schücking«ine sehr intsr- essante Geschichte über den magischen Einfluß eines märkischen Adelsmannes während des Weltkrieges: Im Herbst ISIS war Wilna erobert worden. Im Frühjahr 1 S 1 K standen, wenn der Zug au» Berlin in Wilna ankam, dort regelmäßig deussche Landwehrleute auf dem Bahnsteig und riefen in den angekommenen Militärzug hinein:„Alles, was aus dem Laza- rett kommt, zur Sammelk-ompagnie von Bredow!" Dos ließen die geheilten lozarettkranken Krieger sich nicht zweimal sagen. Bei einer Sammelkompagnie in Wilna sein, hieß: Aussicht auf frisches Schweinefleisch haben. Teestuben mit Weiberbedienung, kurz, alle Herrlichkeiten der Etappe. Jeden Abend wurde deshalb ein kleines Häuflein Infanteristen— für Artilleristen galt es nicht— zur Sam- melkompazme von Bredow transportiert, die in einer Vorstadt in der Nähe einiger Landsturmkompagnien in Massen quartieren lag. Ein besonderer Kompagniezahlmeistcr löhnte sie mit Geld, das er. so- viel ich weiß, bci einer Banlstelle abhob. Der Oberleutnant Fritz v. Bredow oder der Herr, der sich so nannte, vermehrte viel im Offizierkasino, vor allem mit den ihm befreundeten Landsturmoffizieren, die ihm auch ihre Musik liehen, w-enn er morgens tadellos beritten an der Spitze seiner Kompagnie zu einer Feiddienstllbung in der Umgegend von Wilna auszurücken pflegte. Am Wachtdienst beteiligte sich die Kompagnie nicht, obwohl sie schließlich über hundert Mann stark war. Wer sie nahm merkwürdigerweise keine Unterofsiziere. Nochmittaas war Unterricht, den Fritz v. Bredow selber erteilte. Dann mußten die braven Musketiere auf der Schiefertafel die Stel- lung ihrer Kompagnie ausmalen, ihre Stabsquartiere, ihre Artillerie- ftellunqen, ihre Depots und Zufuhrweg«, ihre Referoestellungen, kurz: Alles, was ein Mann im Graben wußte und wissen konnte. Run war Wilnv Hauptetappenort für die Armeegruppe Cor- lowitz. und wenn ich nicht irre, auch für die Armeegruppe Hintier, also eine ganze Anzahl von Divisionen und die über hundert Mann der Etappensammelkompagnie mußten besser als Hindenburg Be- scheid über ein« Front oon Hunderten von Kilomatern. Länger als zwei Monat« zog der Oberleutnant Fritz v. Bredow mtt diesen Mann- schaften hinter der Musik des Landsturms durch die Straßen der litauischen Hanpsstodt: da arretierte die Feldpolizei plötzlich einige Leute der geheimnisvollen Sammelkompagnie, die fett langem rmgen Fahnenflucht von der Gerichtsbarkeit ihres Trupventeils verfolgt wurden. Dam vernehmenden Kriegsgerichtsrat der Etappe in Wilna erklärten die Festgenommenen, daß sie bei der Samm-elkompagnie von Bredow ordnungsgemäß Dienst täten, und nun erit stellte die Kommandantur zu chrem Erschrecken fest, daß eine Samnielkomoaqrtie M-r nicht existiere. Der Versuch, den Oberleutnant Fritz v. Bredow zu verhaften, mißtona. und die staunenden Militärbehörden Wilna» muhten fessstellen, daß die Russen am Sitze der 10. deutschen Armee, am Sitze einer Etappen-Inspektion. im Hauptquartier eines Sohnes des deutschen Kaisers eine Formation aufgestellt hatten, die aus dousschen Truppen bestand und allein der russischen Spionage diente. Einige unglückliche Landsturm-Offiziere sollen schwer bestraft worden sein, weil sie mit dem geheimnisvollen Oberleutnant v. Bredow verkehrt und ihm fahrlässigerweis« seine Spionage erleichtert hatten. Im übrigen schwieg man die Sache möglich si tot, die doch so ungeheuer bezeichnend war dafür, was mit einem Welsnamen, auch wenn er falsch war, in dieser Armee braver deusscher Männer angerichtet werden tonnt«. Tschechoslowakische„Ccvllen". Sechs oppositionelle Mitglieder der Exekutive der tschechoslowakischen kommunistischen Partei, die sich gegen Dr. Schmeral und die Parteileitung in einem Flug- blatte gewendet hatten, wurden wegen Verletzung der Parteidiszi- plin ausgeschlossen. nard ein Vorkaufsrecht einzuräumen, mit der Bedingung, daß der Verkauf erst perfekt werde, wenn in drei Wochen von der Kon- kurrenz nicht eine höhere Summe geboten würde. Bei dieser Kon- kurrenz handelte es sich um das Derlagshaus Hearst, dessen Ver- tteter sich mit einem wohlgespickten Portefeuille ebenfalls bereits auf der Reis« nach Europa befand. Diesen Herrn hatte aber dio Seereise so mitgenommen, daß er beschloß, sich in Paris erst ein- mal für ein paar Stunden von den Strapazen der Resse zu er- holen. Er unterließ es auch am nächsten Tage, die versäumte Zeit dadurch nachzuholen, daß er sich etwa eines Flugzeuges bediente, um schnellmöglichst an die Stätte zu gelangen, die das Wunderwerk hohenzollernscher Geistesarbeit barg. Als er eintraf, war die ge- setzte Frist gerade abgelaufen: Broinard blieb Sieger im Wettrennen und Wilhelm quält seitdem die bange Frage: ob jener nicht am Ende noch ein paar Millionen mehr geboten hätte. Eine russische Dolksuniversilät soss— wie aus Moskau gemeldet wird— in Berlin gegründet werden. Berlin sei„das größte russische Zentrum der Welt außerhalb Rußlands", die deutschen Uni- versitäten aber entsprächen nicht den Interessen und Wünschen der in Berlin wohnenden Russen. Die russische Kultur brauche eine be- sondere Pflanzstätte, die das Feuer des russischen Volksgenies schüre, damit die russischen Einwohner Verlins den Zusammenhang mit der großen Mutter nicht verlieren. Reinhardts Pariser Gaslreise. Genier, der Direktor des Pa- rifer Odeon-Theaters teilte einem Vertreter der Europapresse folgen- des über stine Unterredung mit Max Reinhardt mit:„Mein Zweck ist, dem Pariser Publikum auf unserer Bühne einiges von dem vorzuführen, was moderne Theaterkunst heute im Auslände leistet. Ueberall bewegt sich das geistige Leben der Modemen auf gleichen Bahnen gleichen Zielen zu. Es überragt all« nationalistischen Be- grenzungsversuche. Wir Künstler haben ebenso wie die Wissenschaft- ler die Pflicht, dem Publikum das klar zu machen, und dadurch' unseren Teil zum Friedenswert beizutragen. Daher habe ich Herrn Reinhardt eingeladen, und Kaube ihm die Versicherung geben ZU können, daß man im Odeon ihm ebensoviel Interesse und Sympathie entgegenbringen wird, wie man dies Professor Einstein im College de Franc« zuteil werden ließ. Ich habe Professor Reinhardt die Wahl gelassen zwischen Schillers„W a l l e n st e i n" und„Jeder- mann", beides charakteristisch deutsche Stücke. Es ist aber. darüber noch nicht entschieden worden. Eine gleichartige Einladung wie an Herrn Reinhardt habe ich übrigens an Herm Stanislawski in Mos- kau geschickt." Reinhardt wird übrigens im Odeon eine bedeutende Hissskrast vorfinden: W a l t e r F ü r st, den früheren Dekorateur der W i e n e r Volksbühne, der die dekorative Ausstattung des Odeon leitet und dessen Kunst stark durch Reinhardt beeinflußt worden ist. vensschlands Ackerbaulläche. Welche Bedeutung der deutsche Staat, den man doch seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts zu den Industriestaaten rechnen muß, immer noch als landwirtschaftlich produzierendes Land hat, geht daraus hervor, daß fast die Hälfte des deutschen Bodens Ackerbaufläckn; ist, nämlich 48,1 Pro;. I.i einzelnen Teilen des Landes ist die Prozentziffer noch höher: z. V. l-e» trögt sie in An lall 59,6 Proz.. in Mecklcnburq-Schwccin 51,5 Vro;, i».Sachsen 56,3 Proz� in Preußen 50,4 Proz. Andere Länder ttt. 458 ♦ ZH. Jahrgang Heilags öes vorMarts Donnerstag. 28. September 1922 Durch Groß-Serlin. Das Wohnviertel der Neuzeit.— Der V. Bezirk Wilmersdorf. X.') Während uns der letzte Gang durch den 8. Derwalwngsbezirk Spandau ziemlich weit hinaus ins Land und dorthin brachte, wo man Berlin kaum noch wahrnimmt, ist der Weg in den 9. Verwaltung-- bezirk Wilmersdorf mit schönstem schwedischen Granit oder mit elegantem Asphalt gepflastert und gar nicht schwer zu finden. Wir kommen damit in jene merkwürdigen Bezirke, die jedes Berliner Kind mit Berlin W. oder wohl gar mit Berlin WW. bezeichnet und die dennoch bis zur Eingemeindung den Ehrgeiz hatten, selbständig zu bleiben, und auch heute noch dieser ihrer angeblichen Selbständig- keit nachtrauern. Dem ehemaligen Stadtkreis Wilmersdorf ist das stets aschenbrödelmäßig unbekannt gebliebene Dorf Schmargen- d o r f. sodann aber auch dieKolonieGrunewald und schließ- lich der gesamte Grunewald selber zugeschlagen worden. Wik- Wersdorf lieferte mit Schöneberg und Charlottenburg gemeinsam immer von neuem den besten Beweis dafür, daß nur die Einge- weihten wissen tonnten, wo etwa Verlin aufhörte und Wilmersdorf, Schöneberg oder Charlottenburg anfing. Die Straßenzüge, wenn auch nicht die Straßennamen, gingen vollständig ineinander über, und der harmlose Wanderer wußte nicht, daß er innerhalb einer halben Stunde hier in drei verschiedenen Vaterstädten gewesen war. Das ist nun endlich und für alle Zeit vorbei. Beachtenswert war von jeher die geistige Struktur der Wilmersdorfer Bevölkerung, in der, abgesehen von der alteingesessenen Clique der Bauern, chand- werkcr und Kleinbürger, das immer bewegliche Clement der Handels- und Kaufmannswelt, verstqrkt durch ein nicht minder bewegliches Wissenschaftler-, Künstler- und Literatentum, eine hervorragende Roll« spielte. Die Ideen von sozialistischer Seite beeinflußter Sozial- und Kommunalreformer konnten hier natürlich auch um so leichter Boden fassen, als man in Wilmersdorf von den Nöten und Sorgen, die eine Stadt mit Jndustrieproletariat hat, nur wenig zu spüren bekam. Das GartenftaStZentrum. In den letzten Iahren vor dem Kriege ist im Südwesten Wilmers- dorfs außerhalb de» Ringbahn mit der Erbauung eines Ortsteils nach großzügigen einheitlichen Plänen begonnen worden. Es ist dies der dem Publikum unter der Bezeichnung.Gartenstadt"' bekannte Skadlleil des Rheingau-Viertcls. Beiderseits des als Ausfallstraße für den Verkehr gedachten schönen Südwestknrsos sind architektonisch einheitliche, ruhige Wohnviertel entstanden. Charakteristisch für diese Straßenzüge sind die von den Bürgersteigen bis zu den Häusern an- steigenden breiten sogenannten Gartenterrasien, bei denen die üb- lichen häßlichen Vorgartenzäun« vermieden und die Straßen dadurch im besten Sinne des Wortcs zu Gartenstraßsn geworden sind. Den Mittelpunkt der bisher fertiggestellten Gartenstadt bildet der Rüdes- hcimer Platz. Auch bei dieser symetrisch aufgeteilten Anlage hat man nicht nur einen Architekturplatz etwa im Linne der Renoisiance geschaffen, sondern auch hier ist der Gartencharakter in hervorragen- der Weise gewahrt worden. Die breiten Hausterrasien bilden mit den Rasenflächen der Platzmitte ein zusammenhängendes Bild. Außerdem sind, ohne die Wirkung zu stören, durch hohe Hecken ab- geschlossene Kinderspielplätze geschaffen worden. Die Anlage bildet schon jetzt, wenn sie auch noch nicht ganz vollendet ist, ein wohl- gelungenes, ruhiges Stadtbild und gereicht der Gegend zur Zierde. Eine ganze Anzahl künstlerisch hervorragender Skulpturen dienen dem Stadtbild zur besonderen und in ganz Groß-Berlin einzig- artigen Zierde. So u. a. der GSnselieselbrunnen auf dem Nikols- burger Platz von Prof. v. Möhstritz-Steinkirch, die winzerin auf dem Kaiserplatz von Drake, die holländische Kindcrgruppe auf dem Brabanter Platz, von Bernhardin, der Speerwerfer im Stadtpark an der Kaiscrallee, von Möbius, und die Borkämpsergruppe im Preußenpark, von Enke. vorbildliche Jugendpflege. Für ein nahezu lückenloses Netz von Wohlfahrtseinrichtungen zur Fürsorge und Pflege der Jugend hat das Wilhclmsaue 116'117 befindliche Jugendamt allein und in Gemeinschaft mit der freien Licbcstütigkeit gesorgt. Dem Schuhe von Mutter und Kind dienen: das Heim„Mutterschutz" des Bundes für Mutterschutz, Uhland- straße 144, das Schwangere und Mutter und Kind ausnimmt, die städtische Fürsorge- und Beratungsstelle für Schwangere, Wilhelms- aue 116/117, die Mütterberatungs- und Säuglingssürsorqestelle des Vaterländischen Frauenvereins, Wilhelmsaue 23 und Westfälisch« Straße 67, und die städtischen Mütterberatungs- und Säuglings- sürsorgestellen in Schmargendorf, Warnemünder Str. 4, und Grüne- wald, Herthastr. 18. Diese vier Stellen sind neuerdings auch als •) Vgl. auch die Nrn. 133, 146. 157, 169, 298. 239, 26Y. 322 und 379 des„Vorwärts". Fürsorgestellen für Kleinkinder(ein- bis sechsjährige) ausgebaut worden. Mehrere mustergültige Anstalten, wie Säuglingsheim, Kinderasyl und die Säuglingsklinik, werden von der privaten Wohl- fahrtspflege unterHaffen. Großzügig ist die Unterbringung der Waisen- kinder geregelt. Im städtischen Kinderheim, Schaperstr. 23, das gleichzeitig eine offene Tür für gefährdete und unterkunftslose Kinder ist, werden verwaiste Kinder zunächst vorübergehend aufgenommen und von hier aus dem Städtischen Kinderlandheim in Ioachimsthal in der Uckermark oder der mit diesem zusammenhängenden Land- Pflegekolonie im Kreise Angermtindo zugeführt, sofern nicht ihre Aufnahme in eines der drei im Bezirk vorhandenm Waisenhäuser erfolgt. Bon diesen verdient besondere Erwähnung die Christian- und Auguste-Blisic-Stiftung, die als mustergültige Waisenanstalt bekannt und beliebt ist An das Kinderlandheim Ioachimsthal ist eine haushallunasschule für junge Mädchen angegliedert, die in der ländlichen Umgebung umfassende Ausbildung in der Hauswirtschaft und Erholung und' Kräftigung des Gesundheitszustandes finden. Gleichfalls mit dem Kinderlandheim verbunden ist eine Waader- Herberge für Jugendliche und Schüler, die in 69 mit Matratzen, Decken und Kopfpolstern versehenen Betten Gelegenheit zum Ueber- nachten und in einer vollständig eingerichteten Küche solche zum Kochen bietet. Zur weiteren Unterstützung jugendlicher Wanderer wird demnächst in den Räumen des Jugendamts, Wilhelmsaue 116/17, eine Wanderberalungsstelle eingerichtet, in der Auskünfte über lohnende Wanderfahrten, Eisenbahnverbindungen usw. erteilt und auch Wanderkarten ausgeliehen werden sollen. Ferner ist zur För- Kerung de» Jugendpflege die Einrichtung zweier Jugendheime in Angriff genommen, für die geeignete Räume zur Verfügung gestellt sind. An Sportplätzen sind der Platz an der Barstraße und die beiden städtischen Spielplätze an der Augusta- und an der Westfälischen Straße in einer Gelamtgröße von 3 Hektar � 39 909 Ouadraimetcr — 12 preußischen Morgen vorhanden. Ferner stehen für die Spiel- Nachmittage der Schulen auf Grund besonderer Vereinbarunqen Vereinsspielplätze zur Verfügung. Nunmehr ist auch mit dem Vau eines neuen großen Spiel- und Sportplatzes aus dem der Stadtgemeinde gehörigen Gelände, das nahe an der ehe- maligen Kolonie Grunewald gelegen, von der Reinerz-, Warmbrunner, Augustc-Viktoria-Straße und der Hubertusallee umschlossen ist und eine Fläche von 62 999 Quadratmeter umfaßt, begonnen worden. Die StaSt öer höhern- unü Nittelschulen. Einen nicht minder beachtenswerten Ausbau hat das Schul- wesen in Wilmersdorf erfahren. Neben den 14 Volksschulen, die in 1 modern eingerichteten Gebäuden untergebracht und mit einer Reihe «won Sonder- und Fürsorgecinrichtungcn ausgestattet sind(ortho pädische Turnkurse, Sprachheilkurse, Einzelunterricht für gebrechliche und Fördertlasscn für begabte Kinder, Schülerwerkstätten), sowie neben einer Hilfsschule für Schwachbegabte, der Pestalonischuk sind in dem Bezirk die Anfänge dreier neuer Mittelschulen entstanden. und zwar die Mittelschule I(Knabenmittellchulklassen).im Gebäude des Fichte-Gymnasiums, Mittelschule II(Mädchenmittelschulklassen! im Freihcrr-vom-Stein-Lyzeum und Mittelschule III(Knaben- und Müdchenmittelschulklasien) im Gebäude der Gcmeindcschule II in Halensee. Die Gründung dieser Schulen erwies sich als notwendig. weil sich die Erkenntnis immer mehr Bahn bricht, daß eine abge schlössen« Mittelschulbildung für viele praktische Berufe eine gute Grundlage ist, und ferner, weil die Eltern sich den großen Vorteil. daß die Kinder während des Besuchs der Mittelschule zweimal die Mög lichkeit des Uebergangs auf die höheren Schulen haben, erfreulicher weise zunutze machen wollen. Außerdem zeichnet sich der Dermal- tungebezirk Wilmersdorf durch die große Zahl der höheren Schulen und ihr« Dielgvstaltigkeit besonders aus. Bis vor kurzem war die Zahl der die höheren Schulen besuchenden Schulkinder ständig größer als die der Gemeindeschulkinder. Durch den Abbau der Vorschulen und die Errichtung der Grundschule hat sich das Zahlenverhöltnis etwas zugunsten der Volksschule geändert. Vorhanden sind im Be- zirk 3 Gymnasien, 1 Reformgymnasium, 2 Realgymnasien A. O.. 2 Rcformrcalgymnasien, 2 Oberrealschulen, 2 Realschulen und 6 Lyzeen. Von den Lyzeen hat die Viktoria-Luise-Schule als Auf- bau ein Oberlvzeum und als Uebungsfchule für das Oberlyzeum einc Mädchenmittelschule. Zwei Lyzeen(die Cecilienschule und das Bis- marck-Lyzeum) haben eine Studienanstalt realgymnasialer Richtung als Aufbau. Von den Knabcnanstatten ist besonders bemerkenswert das Gruncwald-Gymnasien(Reformgymnasium mit Gymnasial-, Realgymnasial- und Realabteilung). An dieser Schule ist seit einiger Zeit die Bewegungsfreiheit auf der Oberstufe mit gutem Erfolge durchgeführt. Außerdem hat Wilmersdorf noch eins Garienbau- ! schule, zwischen Freiburger und Dillenburger Straße gelegen, worüber ' noch an anderer Stelle ein Wort zu sogen fein wird. Das freie Bildungswesen wird besonders durch eine ausgezeichnete und durch I ihren wissenschaftlichen Charakter(Sozia'wilfenschast, Philosophie, . Naturwissenschaften, Geschichte. Lebenserinnerungen) weit über i Groß-Berlin hinaus bekannt gewordene Siadlbüchcrei vertreten, ferner durch 6 Volksbüchereien, zu denen auch Jugendliche Zutritt ' haben, sowie durch eine Arbeitsstätte der IZertinec Volkshochschule. * Infolge der Raumknappheit müsien wir es uns leider versagen, 1 im Augenblick über die dem 9. Bezirk angefchlosiene Kolonie Grüne- ' wald und den Grunewald zu berichten. In dem gewaltigen Gebiet des Grunewaldes selber ist das alt« hohenzollernsche Iagdschlößchen, ! das unser Bild zeigt, das interesianteste Gebäude. Es ist aus seiner | reizvollen mehrhundertjährigen. Gestalt nahezu unverändert auf unsere Zeit gekommen. Ein« geheimnisvolle vermauerte Treppe ! in diesem Schloß, die mit einem angeblichen Mord eines Kurfürsten ' in Verbindung stand und die von keinem Hahenzollernfürsten ge> öfsnet wurde, spielt eine gewisse Rolle in der Geschichte des hübschen Gebäudes.— Leider hat das im ganzen recht ansprechende kommu- nale Bild Wilmersdorfs in letzter Zeit einen häßlichen Fleck be- ; kommen. Unter der lächerlichen überall einsetzenden Furcht d«S Bürgertums vor Sozialisierung und Kommvnalisierung hat der 9. Verwaltungsbezirk die als kommunale Einrichtung sich glänzend bewährende städtische Fleisch- und Fischhalle eingehen lassen. Das alte kommunale Pild Wilmersdorfs ist aus einem Grund« besonders bemerkenswert. Es zeigt nämlich, wieviel auf dem Gebiet der kommunalen Wirtschafts-, Sozial- und Kulturpflege geleistet werden i kann. '«i Sachawachiak der Eskimo. Von Ejnar IMkkelsen. Doch jetzt wurde Cropcana vom schwarzen Joe unter- brachen, der mit einem Fluche in die Hzähe sprang, lcichenblasz im Gesicht.„Tot, sagst tiu? Ist er tot, wo ist er gestorben, wann ist er gestorben, hat Sachawachiak ihn totgeschlagen?' Und sich an seinen Kameraden wendend, brach er aus-: „Schließ die Tür zu, Jim, zum Teufel noch mal, schließ die Tür zu, er kann ja jeden Augenblick hier sein." „Nein," sagte Cropcana beruhigend,„nein, nicht so schnell, von uns bekam er keine Hunde, denn er war müde und schlief ein und schlief so fest, daß er nicht merkte, wie wir anspann- ten, als Topsia vom Fang kam. Er saß und schlief, als wir fortfuhren, aber er sprach im Schlaf von Joe und Igluruk und von Usarak, er sprach von---!" „Ach so, sei doch still, sei still," rief Joe,„laß mir Zeit Sm Nachdenken. So, er schlief also, o hätte ich ihn bloß lasen sehen, er wäre niemals wieder aufgewacht. Was sollen wir anfangen. Jim, jetzt haben wir bald den verrückten Äenfchen hier, er schlägt mich tot. halt's Maul, Igluruk, heule nicht, das Weinen hat keinen Zweck, hör auf, Weibsbild! Eropcana. was sagte er noch?" „Er sagte nicht viel, murmelte nur im Schlafe von euch beiden und sprach von totschlagen, aber wir wollten ihn nicht wecken, wir wollten einen guten Vorsprung haben. Wie lange er schlief, wissen wir nicht, er säjlief, als wir fortfuhren und kann unmöglich schon hier sein: wir hatten Hunde, er nicht und konnte keine bekommen, bevor er Kanavas Iglu erreichte, der hat Hunde und Schlitten und hat Sachawachiak stets gern gehabt!" „Verdammtes Frauenzimmer." und Joe fuhr auf, als ob er sie schlagen wollte,„du quälst mich mit Absicht, hast du Kanava denn nicht gesagt, daß er Sachawachiak keine Hunde geben dürfe?'Aber macht jetzt, daß ihr fortkommt, laßt mich' mit Jim allein, raus mit euch, marsch!" Ein paar Sekunden später standen Cropcana und Topsia draußen im Schnee bei ihrem Schlitten. Sie fühlten den Mehlsack an und freuten sich, als sie das Mehl zwischen ihren Fingern knirschen hörten: sie kosteten von dem Zucker, und dann fuhren sie fort, nach Hause, vergnügt über den Handel, abcr einen anderen Weg. als sie gekommen, sie hatten kein? Luft, Sacbawachiok jetzt zu treffen. Zurück in der Hütt« blieb«» die beid«n W«ißen und Igluruk, stumm, unruhig, aber plötzlich fuhr Joe auf:„Jim, Jim, sage mir, was ich tun soll?" wimmerte er zitternd vor Angst, bleich vor Schreck.„Jim, du mußt mir helfen, Jim, ach Jim, er schlägt mich tot?" „Ja, vielleicht," antwortete Jim ruhig und kalt, dies hier ging ihn glücklicherweise nichts an.„aber du könntest ihn ja erschießen, das ist so einfach, und Sachawachiak hat sicher kein? Büchse mit sich, die gebrauchen die Eingeborenen ja noch nichr so viel, er hat bloß seinen Speer, da ist es doch nicht so schwer, gegen ihn aufzukommen, er ist ja bloß ein Eingeborener." „Ja, du hast gut reden." zischt? Joe,„hinter dir ist er ja nicht her, aber hinter mir. Stell' dir vor, wenn ich vorbei- schieße und er harpuniert mich," es überlief den schwarzen Joe bei der Lorstellung, er hielt sich den Kopf wie in einem verzweifelten Versuch, seine Gedanken zu sammeln.-„Ich wage es nicht. Jim, ich wage es nicht!" „Ja, dann laß dich von ihm totschlagen, mir ist es gleich, das muß du selbst bestimmen. Aber wenn du dich nicht ge» traust, zu bleiben und dem Krach standzuhalten, wenn?r kommt, dann kneif aus, reife fort, die Küste hinunter nach Point Hope, nach Candle, bis nach St. Francisco, wenn es dir Spaß macht. Meinetwegen kannst dn bis zur Hölle reisen. mir ist das verteuselt gleichgültig! Aber wenn du reist, dann nimm das schreiende Bündel mit dir, man wird ja rein ver- rückt bei dem Gebeul!" Und Jim wandte sich an Igluruk. „Halt's Maul, Mädel, heul nicht, als ob du sckon ermord st würdest! Ich war nicht schön genug, um mit dir zusammen zu leben, freue dich m.m über deinen schönen Mann, sieh ihn dir an. was für ein Held er ist!" Jim drehte sich um, nahm den Pelz vom Nagel und ging hinaus, dorthin, wo er sich unbeobachtet über die neue G?- winnmöglichkeit, die ihm die launenvolle Göttin Fortuna in den Schoß warf, freuen konnte, denn daß Joe reisen würde, hielt er für sicher, und.dann gehörte ihm alles, die Barten wie die Felle. Eine Stunde später kam Jim Hacklett zurück und fand dos Haus auf dem Kopf stehend: Joe fuhr umher, verrückt. außer sich vor Angst, schmiß alles durcheinander und warf seine Habseligkeiten aus einen Haufen.„Joe, was machst du da, wonach suchst du, was ist denn mit dir los?" fragte Jim grinsend. Joe sah ihn an mit Augen, die starr vor Todesangst waren.„Ich reis«, Jim, ich traue mich nicht mit dem ver- rückten Man» zusammenzutreffen, er sckstagt mich tot. Aber du bleibst hier, und wenn du mit der Flotte herauskommst, dann teilen wir, nicht wahr, Jim, wir teilen, wie verabredet!" „Nein," sagte Jim kurz und bestimmt,„machst du dich aus dem Staub vor der Geschichte hier oben uud läßt mich zurück, so gehört alles mir. Bleibst du hier, so teilen wir— wenn du dann noch lebst. So ist die Abmachung. Aber ob du nun reist oder von Sachawachiak aufgespießt wirst— ich bekomme doch alles! I 6) vertreibe dich ja nicht von Nuwuk, meinetwegen kannst du hier bleiben, bis du verfaulst— das küipmert mich nicht im mindesten!" Joe bat und flehte, während er herumfuhr:„Ach, Jim. so schlecht kannst du nicht sein, wir hoben doch nun fast zwei Jahre lang Gutes und Böses miteinander geteilt, laß uns auch jetzt die Beute miteinander teilen, ich will mit dem klein- sten Anteil zufrieden sein, aber gib mir wenigstens etwas." Jim war unerschütterlich.„Bleib oder geh, ist mir gleich, aber teilen tue ich nicht, wenn du reist, außer vielleicht mit Sachawachiak," setzte er mit einem bösen Gelächter hinzu, „im Grunds genommen hat er wohl ein größeres Recht dar- auf als du und ich." Joe wollte reisen. Im Nu hatte er einen Schlitten voll» gepackt, während Jim aufpaßte, daß er nichts nahm, was ihnen beiden gehörte: und mit den besten Hunden, die in Nu» wuk aufzutreiben waren und der noch immer schreienden Igluruk oben auf dem Schlitten, fuhr Joe nach Süden, um niemals mebr wiederzukommen. Für diesen Tag ruhte der Walfischsang. Dos Gerücht von Joes Reise, war bis weit hinaus zum Küstenwasser ge- drungen, und olle kamen herbei, um ihn abfabrcn zu sehen. Die Eskimos grinsten einander an. als sie die Ladung sahen, die er auf dem Schlitten hatte, und die Frauen lachten laut über die weinende Igluruk. Lange war sie im geheimen der Gsgenstand ihrer Verachtung gewesen, jetzt zeigten sie sie ihr offen und lachten schadenfroh: doch nicht ibr Zusammenleben mit einem weißen Manne, oder weil sie Sachawachiak ver- lassen, hatte ihr die Verachtung der Frauen eingetragen, so etwas fand man nicht verächtlich: ihre Untüchtigkeit war es und nun Ihre Angst,, die sie verachtetsn. Daß ibr Vater ein Weißer gemelen. war ja ganz klar, das zeigte sich bei ihr in allem, im Gesicht, wie im Gemüt, es kam nicht? Gutes von i der Raffe, außer Mehl und Zucker und buntes Zeug. Der Schlitten knackte in allen Fugen, als Joe mit seiner Peitsche knallte und ihn in Fahrt setzte. Die Hund« sprangen im Geschirr, und das schwere Gefährt schlingerte von einer Seite auf die andere, als es am Strande»ttlang, mit der fast sinnlosen Igluruk oben auf her Ladung und dem schrecken?- tollen Joe an der Seite davonfuhr. (Fortsetzung folgt.) Kartoffelpreistreiber am Werk. ein Ende zu machen. An unsere Leser und Freunde. Kommuniffenfrawall in einer Bezirksversammlung. Die Be zirksveriammlung Berlin- Mitte mußte vertagt werden, weil die zum größten Teil aus Konumunisten bestehende Zuhörerschaft auf der Tribüne die Verhandlungen durch ihren Lärm unmöglich gemacht hatte. Die Entbindungsanstalt des Krankenhauses der Jüdischen Gemeinde, Ererzierstraße 11a, wird am 1. Oktober unter der Leitung des Sanitätsrats Dr. Abel wieder eröffnet. vielleicht auch alles gut gegangen, wenn nicht eines Tages die Braut] Die Staatsbibliothek wieder geöffnet. Die Preußische Staatsden Betrug entdeckt und ihren Bräutigam vor aller Welt als Frau bibliothet, die wegen einer umfänglichen Revision vier Wochen lang Bon unterrichteter Seite wird uns geschrieben: Vor kurzem ging in Männerkleidern entlarvt hätte. Die Verlobung wurde natürlich geschlossen war, ist nach Abschluß der Revision heute wieder geAuch die Leihstelle, die bisher von 9 lbr boreine Notiz durch einen Teil der Presse, nach der Organisationen und fofort aufgelöst und halb aus Aerger darüber, halb aus Furcht vor öffnet worden. Verbände ersucht werden, durch Selbst beschaffung der not- eiterungen, versuchte nun der weibliche„ Bräutigam" seinem Leben mittags bis 7 Uhr abends geöffnet war, wird von jest ab wieder offengehalten, und zwar bis 9 11hr abends. Ebenso wird die Auss wendigen Mengen Kartoffeln für den Winterbedarf zur Entlastung gabestelle der Benugungskarten, die bisher nur bis 3 Uhr geöffnet der Gesamtheit beizutragen, da der Magistrat Berlin für den Be= war, in Zukunft bis 9 Uhr abends geöffnet sein. darf der Bevölkerung nicht genügende Mengen hat beschaffen fönnen. Diese Notiz ist geeignet, große Beunruhigung hervorzurufen. Im vorigen Jahre hat auch die Angst um die nicht geDer im Laufe dieses Monats durch die Bemühungen. des Wirtnügende Ernte viele Leute aufs Land gebracht, die sich sonst nie mit dem Kartoffellauf beschäftigt haben und die ganz unnügerweise schaftsministeriums bewirkten Ermäßigung des Papierpreises auf das 340 fache des Friedenspreises soll nach Mitteilungen die Nachfrage vergrößerten. Daß sich diese größere Nach aus Bapierfabrikantenfreifen eine starte Breissteigerung im frage schließlich auch im Preise ausgewirkt hat, ist daher Oktober folgen, über deren Höhe Ende dieser Woche verhandelt faum verwunderlich. Trotz des bisher schlechten Wetters ist übri- werden soll. Die rapid steigenden 5) olzpreise, ferner die außer gens eine Gefahr für die Kartoffelversorgung ordentlich starke Erhöhung der Frachtpreise in Verbindung mit Bezirksbildungsausschuh Groß- Berlin. Heute nachmittag 5%, Uhr bisher noch nicht vorhanden, und es darf in diesem Zu- dem Kohlenpreis und der Lohnsteigerung zwingen fie, situng des Kleinen Bildungsausschusses in Bureau des BBU. AnHeute abend 7 Uhr im Sigungssaal des fammenhang wohl darauf verwiesen werden, daß ein immerhin nicht so versichern die Papierfabrikanten, den Papierpreis entsprechend mesenheit dringend erforderlich. unerheblicher Teil der Bevölkerung durch die zwischen Konsumge- meiter zu erhöhen. Neben der den Zeitungsbetrieb fast erdrückenden Bezirksvorstandes, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr.: Sigung des Großen Ausnossenschaften und landwirtschaftlichen Genossenschaften abgeschlosse. Last der Papierpreise ist aber auch der Drudpreis für Oftober schuifes. Jeder kreis muh unbedingt bertreten fein. nen Lieferungsverträge gededt ist. Es geht nicht an, daß wieder verläufig um 60 Prez. infolge Lohn- und Materialpreiserhöhung Der ebrplan der Sozialistischen Bildungsschule für die Arbeitsperiode heraufgesetzt worden. Ferner müssen Gehälter und Löhne Dftober/ Dezember ist erschienen und zu haben im Bureau des Bezirksalle möglichen Personen( Betriebsräte, Beauftragte großer Werke angesichts der ganz fabelhaften Preissteigerung für Lebensmittel bildungsausschusses und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. usw.) aufs Lend fahren und den Bauern Angebote machen, die und Bedarfsartitel wesentlich erhöht werden. Die Zustellung der Arbeiter- Samariter.Kolonne Berlin E. V. Ausweis Nr. 475 auf meit über den Rotierungspreisen stehen. Eine Han- Zeitung an die Abonnenten( Botenlohn, Transport, Unter den Namen Elfriede Köhler sowie Armbinde und Ausweis 572 auf delserlaubnis werden diese Auffäufer auch nicht bekommen, und die haltung der Filialen) wird für Oktober mindestens 60 bis 65 Proz. den Namen Paul Meigner lautend, sind verloren gegangen. Die heraufbeschworene Beunruhigung fönnte schließlich nur wieder zu betragen. Hinzu kommt, daß Porto und Telephongebühren um inder werden gebeten, die Stücke der Geschäftsstelle Berlin N 37, Schöns einem schwunghaften Schleichhandel führen. das Mehrfache der bisherigen Preise steigen. Wir müssen deshalb holzer Str. 20 I, zu übersenden. Mißbrauch zieht strafrechtliche Bera olg ung nach fich. Im übrigen find preistreibende Kräfte bereits leider, dem 3mange gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, um den am Werke. Die Stärfefabriken haben sich eingefunden, um ihren Borwärts" lebensfähig zu erhalten, auch im Oftober den AbonneBedarf an Kartoffeln zu decken. Brandenburger Fabriten mentspreis erhöhen, und zwar auf 250 m. Die Not der Presse ist wohl jedem nach den von uns laufend gebrachten Mitfaufen bereits Kartoffeln zu Preisen, die 60 bis 70 m. über dem teilungen über die gegen die Breffe anstürmenden Gefahren Rotierungspreis liegen. Obwohl der Verein der Stärkefabriken bekannt. Es ist deshalb Pflicht und Aufgabe jedes unserer feine Mitglieder in einem Rundschreiben aufgefordert hat, nicht mehr Barteigenossen, den Vorwärts", der nach der von beiden fozialisti mie 16 M. für jedes Prozent Stärtegehalt per Zentner anzulegen, längst ersehnten Einigung der sp halten sich nur wenige Fabriken an diese Aufforderung. Weiße fchen Parteien mehr denn je Führer der politischen und geRartoffeln haben im Durchschnitt einen Stärtegehalt von 16 Pro3., wertschaftlichen Arbeiterbewegung ist und sein muß, mit allen rote zirka 18 Proz. Auf diese preistreibende Wirkung der Stärke- Kräften zu stützen und zu stärken. Wir sind auch überzeugt, daß die fabriken ist das Reichsernährungsministerium bereits hingewiesen in allen Lebenslagen stets bewährte Solidarität unserer Parteigenossen dem„ Borwärts" gegenüber sich betätigen wird. worden. Das neue Wirtshaus im Spessart". Mit dem Revolver in der Hand. Wer kennt nicht auffs hübsches Märchen vom Wirtshaus im Spessart, in dem eine Reisegesellschaft des Nachts überfallen mird. Auch in unserer Zeit ist diese Räuberromantik, die für den, der sie in Wirklichkeit erlebt, recht zweifelhafter Art ist, noch nicht ausgestorben. In der Nähe von Oranienburg an der Chauffee von Sachsenhausen steht ein einfames Gasthaus. Hier fehrte im März d. I. ein Handelsmann ein, der äußerlich den Eindrud eines Vagabunden uns allen Berlag und Redaktion des Vorwärts". Die städtische Güter G. m. b. H. Ein Stadtverordnetenausschuß hat gestern abend die Magiftrats vorlage über die Aenderung der Wirtschaftsform der städtischen Güter und Errichtung einer Städtischen G. m. b. H. mit einigen Verbesserungen mit allen Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen. Warnung vor der Zuckerkundenliste. Seit einigen Tagen werden in zahlreichen Berliner Geschäften Groß- Berliner Parteinachrichten. An die Heute, Donnerstag, den 28. September: 33. Abt. 7 Uhr Abrechnung der Bezirksführer mit dem Raffierer bei Lojad, Benmestr. 8. Jungsozialisten. Gruppe Friebrichshain. 7% Uhr ordentliche Mitgliederverfammlung in der Gemeindejojule, Straßmannstr. 6. Tagesordnung: 1. Bericht der Gruppenleitung. 2. Neuwahl. 3. Unsere Winterarbeit. Parteigenossen des Kreises Friedrichshain! Wer für die Nacht vom Sonn abend zum Sonntag am 1. Oktober noch einen auswärtigen Jungsozialisten beherbergen kann, gebe seine Abreffe umgehend bei Richard Engmann, Ebertyftr. 14, an. Gruppe Süben. Arbeitsgemeinschaft. Einführung in die Bolkswirtschaftslehre. 7½ Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Morgen, Freitag, den 29. September: 1 39. Abt. Achtung, Franen! Der Unterhaltungsabend fann umständehalber am Freitag nicht stattfinden. Wir bitten, weitere Nachrichten im„ Borwärts" zu beachten". Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 28. September: Reulolln- Nord. Jugendheim Münchener Str. 52, Bortrag: Jugend und BarSantwig. Jugendheim Genblitstr. 6, Bortrag: Nie wieder Arieg". tei". Schmargendorf. Jugendheim Breitestr. 35, Beseabend: Das Dschungelbuch". Westen. Jugendheim Gemeindeschule Pallasstt. 15, Oberklaffe, Bor trag: Das Jugendschußprogramm". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Mieterverband Echöneberg. Deffentliche Mieterversammlung, heute Donnerstag 8 Uhr in ber Hohenzollernschule, Belziger Str. 48, Ede Eisenacher Str. Das Reichsmietengefek. Die Mietezahlung am 1. Ottober b. S. Bortragenber R.-A. Dr. Goegel. 2. Freie Aussprache. Dienstag, den 8. Oktober, abends 7% Uhr, in der Hohenzollernschule, Filmvorführung:„ Die weiße Seuche“. Bor. tragender: Dr. Bornstein. Verband Bollsgesundheit. Heute Donnerstag Bortrag des Genoffen Järel: Der flegende Mensch". Oberrealschule Niederwallstr. 12, 8 Uhr. Eintritt frei. Gäste willkommen. Deutsche Friedensgesellschaft. Ortsgruppe Berlin. Freitag abend 7 Uhr über: Rirche und Friedensbewegung". im Bürgerfaal des Rathauses, Königstraße, Bortrag von Dr. Gotthard Jaeschte Touristen Berein Die Naturfreunde", Abt. Wedding. Freitag, den 29. Geptember, außerordentliche. Mitgliederversammlung mit Vortrag beim Gen. Dinte, Bonenftr. 19, 18 Uhr. Arbeiter Wanderverein Berlin. Wanderung am 1. Oktober nach GroßBeesten. Abfahrt 6,50 Uhr Görliger Fernbahnhof. Gonntagstarte lösen. Sport. machte. Groß mar daher die Ueberraschung des Wirtes und der Kundenfiften zum Bezuge von Zud er ausgelegt. Gäste, als der Jünger Merkurs einen Tausendmarkschein Gleichzeitig werden Blaktate ausgehängt, in denen darauf hinaus der zerlumpten Tasche zog und Bier und Kognat auffahren gewiesen wird, daß eine Sicherheit mit Zuder versorgt zu werden, ließ, mit denen er alle Anwesenden auf das reichlichste trattierte. in Zukunft nur für diejenigen gegeben fei, die fich als Kunden in Schlicklich ning man dazu über, der Einfachheit halber den Rognat die ausliegende Lifte eintragen. Vielfach wird den Listen und Pla- 1. aus Biergläsern zu trinken, und bald es war mittlerweile Nacht faten auch der Anschein eines amtlichen Charakters gegeben, indem geworden maren alle so bezecht, daß die Gäste mühsam ihren erklärt wird, daß die Einzeichnung in die Listen mehrerer Kaufleute Heimweg fanden. In der Gaststube blieben Wirt und Handelsmann unter Strafe gestellt sei. Es handelt sich. wie der Magistrat mitzurüd, letzterer so bezecht, daß er sich nicht mehr auf den Beinen teilt, bei allbem lediglich um private Maßnahmen einzelner halten fonnte. Der immer noch freundliche Wirt namens Kretsch Kaufleute, die bedauert werden müssen, weil sie geeignet sind, Berfeinen Rausch auszuschlafen, und begab sich dann scheinbar selbst zur werden, menn die endgültigen Entschließungen über die neue mer geleitete den Bezechten in eine Scheune, wo er ihm empfahl, wirrung anzurichten. Amtliche Anordnungen können erst getroffen Ruhe. In der Nacht um 2 Uhr wurde der Handelsmann in feinem Buckerwirtschaft vorliegen. Schlafe etwas unfanft gewedt. Vor ihm stand der Wirt, jetzt minder freundlich, den geladenen Revolver in der Hand, Die Sanierung des Zoologischen Gartens wurde in einer und forderte von ihm den Rest seiner ohnehin start zusammenge- Sigung des Magistrats erneut behandelt, und zwar auf der Grundschmolzenen Barschaft. Als der Bedrohte im Hinblick auf die lage einer Beteiligung des Reich es mit einem Drittel, des Haltung seines Quartierherrn diesem nicht glauben wollte, daß er Staates mit einem Drittel, der Stadt Berlin mit einem Sechstel und das Geld, wie er sagte, nur zur Aufbewahrung" haben wollte, setzte ihm der Wirt die Pistole auf die Brust und der Provinz ebenfalls mit einem Sechstel an den hierzu erfordernahm dem Zitternden alles ab, was er bei sich trug. Der Handels- lichen Kosten Es müssen jedoch im Betriebe des Zoologischen Garmann erstattete später Anzeige, der man zunächst faum Glauben tens starte Einschränkungen vorgenommen, auch muß die schenkte, da das Abenteuer zu ungeheuerlich erschien. Indessen Abänderung der Bachtverträge über die Ausstellungshallen und die murde der Gastwirt verhaftet, und nun stellte sich heraus, daß er Restaurationsräume mit allen Mitteln angestrebt werden schon in ähnlicher Weise mit zahlreichen anderen Gästen verfahren Die Fahrkarten der Hochbahn. Bei der Hochbahn ist die Be war. Es meldeten sich nämlich zahlreiche Zeugen, die bekundeten, obachtung gemacht worden, daß in den legten Tagen eine große daß R. mit doppelter Kreide" bei ihnen die Zeche markiert Anzahl von Fahrgästen über ihren Bedarf hinaus Fahr- 3. Metufa( Braun). Toto: 18: 10, Tlak: 13, 14: 10. Ferner lief: habe, andere fagten aus, daß ihnen der menschenfreundliche Wirt tarten tauft, wohl in der Annahme, daß diese Fahrkarten auch Lebensgefährte. alle möglichen Wertsachen gestohlen hätte. Während sich K. wegen nach der Tariferhöhung am 1. Oftober noch Gültigkeit ohne Nach- 4. Rennen. 1. Ganelon( D. Schmidt), 2. Mortala( Jenksch), 3. Cea des Abenteuers mit dem Handelsmann demnächst vor dem Schwur- zahlung hätten. Dies ist aber nicht der Fall, denn die vom 1. Dr. Denin). gericht des Landgerichts I unter der Anklage der räuberischen tober ab gültigen Karten tragen einen Stempel. Ungestempelte Erpressung zu verantworten haben wird, standen gestern in Karten sind ungültig. Die vor dem 1. Oktober getauften Oranienburg feine Diebstähle und Betrügereien zur Berhandlung. Karten werden aber gegen Nachzahlung umgetauscht Der Berteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Schwind, oder zu den aufgedrudten Preisen zurüd genommen. Bes führte aus, daß zum mindesten die Hälfte der Betrugsfälle, in denen merkt sei, daß noch Karten im Umlauf sind, die wegen des schnellen K. die doppelte Beche martiert haben soll, zweifelhaft sei. Das Tarifwechsels zu höherem als dem aufgedrudten Preise verkauft Gericht berücksichtigte dies und verurteilte Kretschmer wegen Be- worden sind. Es ist anzunehmen, daß diese durch ihre Numerierung truges nur zu 2700 m. Geldstrafe und wegen der Diebstähle zu fenntlichen Karten verbraucht sind, andernfalls werden sie im Bu 1½ Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft reau der Gesellschaft, Köthener Straße 12, umgetauscht. als verbüßt angesehen wurden. Der weibliche Bräutigam. Lebensmittelpreise des Tages. Fische knapp, Rennen zu Grunewald am Mittwoch, den 27. September. 1. Rennen. 1. Lehnsgraf( Ebert), 2. Billiger( Raftenberger), Sanguinifer( Bleuler). Toto: 25: 10, Play: 16, 22:10. Ferner liefen: Denkstein, Reford. 3. 2. Rennen. 1. Japs( Breege), 2. Brandmeister( Bezelt), 3. Landratte( 8appelt). Toto: 50:10, Plat: 18, 30, 36:10. Ferner liefen: Saloppe, Palinur, Waldgott, Cora. 3. Rennen. 1. Gyere velem( Lüneberger), 2. Hanswurst( Rosina), Toto: 12:10, Blaz: 12, 29:10. Ferner liefen: Arachne, Lebenswonne, Imperialist. 5. Rennen. 1. Priorin( Sofina), 2. Gimpel( Tarras), 8. Kamille ( Bleuler). Toto: 103: 10, Blat: 22, 17, 15:10. Ferner liefen: Bidinger, labaster, Mariele, Drplib, Rabenlode, Innocens, Dlala, Notopfer, Glüds. find, Landesfürst, Gießbach. 8. Idealist( Karras). Boto: 88: 10, Blat: 24, 40, 15:10. Ferner liefen: 6. Rennen. 1. Fliegender Holländer( Olejnil), 2. Giramete( Senzsch), Dher, Kammerjänger, Fata Morgana, Susanna, Llewelyn, Tasso, Stasbet, 7. Rennen. 1. Cassiopeja( Stofina), 2. Leibfuchs( Wenzel), 3. Young Star( Huguenin). Toto: 128: 10, Blat: 26, 16, 17:10. Ferner liefen: Bad, Tarantella, Herbststurm, Elida, Walpurgis als 1. disqu. Wisbg, Ananas, Maifrizdorf. Briefkasten der Redaktion. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft still. In einem Hause in der Siemensstraße wurde am Mittwoch vormittag ein junges Mädchen in ihrem mit Leuchtgas an- Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Briefliche Austunft wird nicht erteilt. Jeber für den Brief. gefüllten Zimmer der elterliche Wohnung befinnungslos Am Mittwoch galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- faften bestimmten Anfrage fülge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. aufgefunden. Durch die unternommenen Wiederbelebungsversuche handelspreise: 1. Sof part. links, vor. Echriftstücke und Berträge find mitzubringen. der herbeigerufenen Feuerwehr gelangte das Mädchen wieder zur Rindfleisch 90-120 M., ohne Knochen 118-176 M. SchweineKrummefte. 70. Ein bestimmter Prozentsag fann nicht angegeben werden, Besinnung. Wie sie aussagte, haben fie recht eigenartige Beweg fleisch 158-212 M. Kalbfleisch 118-126 M. Hammelfleisch 105-168 M. ba die Höhe der Betriebstoften noch nicht feststeht; fte werden aber etwa 500 Rückenfett 270-282 M. Schellfisch 38-64 M. Bros. ber Grundmiete betragen. 2. 100. 1. Bund beutscher Mietervereine gründe zum Selbstmord veranlaßt. Schon seit Jahren trug sie, ihrer Liesen 275-280 M. Rotzungen 58-64 M. Grüne Heringe 62 M. in Eis:( Gau Berlin), Berlin- Steglig, Sorst- Rohl- Str. 1( Fernfprecher: Steglig 5729). besonderen Veranlagung wegen, Männerkleidung und war Dorsch 40-60 M. Zander 105-128 M. Blele 50-77 M. Lebende 2. Unseres Biffens ift noch kein Kommentar erschienen, der die Ausführungs cuch im enfernteren Bekanntenkreise nur als Mann bekannt, Als Karpfen 92-115 M. Aale 200-220 M. Eier 19-20,50 M. das Stück. Naturbutter 340 bis beftimmungen des Magistrats berüdfichtigt. folcher lernte sie ein gleich altriges junges Mädchen 385 M. Margarine 210-255 M. Roggenmehl 40-42 M. Weizengries fennen, mit dem sie bald Freundschaft schloß. Aus dieser Freund- 55 M. Hafergrütze 56 M. Haferflocken 58-62 M. Eiernudeln 60 M. Better bis Freitag mittag. Troden und vielfach heiter, jedoch be. schaft wurde bald ein Liebesverhältnis, das zu einer Kartoffeln 37-44 M. 10 Pfund. Pfefferlinge 30-35 M. Pflaumen 5 bis sonders im Westen veränderlich, etwas wärmer bei mäßigen südlichen Berlobung führte. Soweit war und tis auf weiteres wäre 10 M. Ebbirnen 10-20 M. EBäpfel 9-19 M. Winden. Tietz BGE Lebensmittel Verkauf nur soweit Vorrat Leipziger Strasse Fleisch Alexanderplatz Hammel- Vorderfleisch.... Pfund 76⁰⁰ Hammel- Keulen u.- Rücken Ptd. 90°° Rinderkamm....... Pfund 8400 Rinderbrust 9000 Schmorfleisch mit Knochen Pfund 90% Pfund 1000 Kalbfleisch Pfund Prima Ochsenfleisch P1000 BILLIGE 110 Obst Kochäpfel... Pfand 350 Kochbirnen...... Pfand 400 Essäpfel Hasenköpfe Pfand 480 Tafelbirnen Gute Louise 680 Tomaten.......... Pfand 1800 Kokosfett P 1980 Pfund Gemüse Pfand 300 Kürbis......... Rote Rüben..... Pand 400 Möhren............. Pfand 400 Einlegegurken. Prand 700 Zwiebeln Zwiebeln....... Pfund 1000 Rinderfett. Pfund 215 Verkauf nur sowelt Vorrat nach BraunWurstwaren Mettwurst, obw. Art Pfd. 18000 Bauern- Mettw. Prd. 19000 Zervelatwurst Pfund 2950 Corned beef.. Pfund 160° Roast beef...... Pfund 1600 Corned pork. Pfand 22000 Gänse Mecklenburg, Pid. 14500 Hirschfleisch Ptand von 98 an Prand 6000 Kaninchen gefroren Flundern geräuchert, Pfd. 7500 Pom. Bücklinge Pia 8000 Bratschollen.... Pfund 2900 Seelachs kos, m kopflos, im ganzen..Pfund 5000 Montag, den 2. Oktober, bleiben unsere Häuser geschlossen Landtagsbeginn. Ausschußanträgen erledigt. Der erste Nachtrag zur Besoldungspor Kreismitgliederversammlungen rift nom 8. Juli 1921 und die Richtlinien zur Durchführung der Der Breußische Landtag trat am gestrigen Mittwochnachmittag heute, Donnerstag, 28. September, abends 7½ Uhr: nach den Sommerferien wieder zusammen. Im Hause reges Leben: Kommen und Gehen, alte Bekannte; in den Gängen neue Gesichter, Kreuzberg: Rabes Festfäle, Fichiestr. 29. die mal einen Blick in das Parlament werfen wollen und voll Er. Niederschöneweide: Schulaula, Berliner Str. 31. Morgen, Freitag, den 29. September: wartung auf die Tribüne kommen. Wird der Besuch sich lohnen? Bird schon heute die Sorge der Maffen durch den Mund des Breu- Mitte: Sophienfäle, Sophienftr. 17/18. hischen Landtages fprechen? Wenn es fich nur darum handelte, Tiergarten: Hohenzollernjäle, Bandelstr. 35. den Gefühlen freien Lauf zu lassen die Bereitschaft zur Prenzlauer Berg: Unionsfeftfäle, Greifswalder Str. 221/223. großen Aussprache besteht sicherlich bei unseren Genossen. Aber nie wedding: Pharus- Säle, fleiner Saal, Müllerstr. 142.. war das Sprichwort:„ Wer schnell gibt, gibt doppelt" aftueller. Und Friedrichshain: Comeniusfäle, Memeler Str. 67. deshalb soll die Not nicht nur besprochen, fie soll auch be- Charlottenburg: Kaiser- Friedrich- Zelf, Berliner Str. 88. fämpft werden. Und darum war das übliche kommunistische Wilmersdorf: Cäcilienschule, Nitolsburger Blah 5. Theater herzlich überflüffig. Aber die Kommunisten leben nun ein Spandau: Alula der Oberrealschule, Molffe- Ede Friedrichmal von der Mache und vom Radau; sie brauchen ihn jeht um fo ftraße. notwendiger, da fie fich man hat es an ihren Gesichtern im Breu- Schöneberg- Friedenau: Aula der Chamiffoschule, BarbaroffaBifchen Landtag deutlich ablesen fönnen auf einem verlorenen play. Posten sehen. Steglih- Lichterfelde: Lichterfelder Festfäle, Lichterfelde, Zehlendorfer Straße. -700 Präsident Ceinerf weist sofort nach der Eröffnung der Sizung auf die Abstimmung in Oberschlesien hin, in der die oberschlesische Benölterung, soweit sie nach dem Genfer Spruch bei Deutschland verblieben ist, fich für den Fortbestand Oberschlesiens als Teil des Freistaates Breußen und gegen einen selbständigen deutschen Bundesstaat Oberschlesien entschieden hat. Der Präsident sagt im Namen des Lardtages den Oberschlefiern Dank und betont, daß hoffentlich die Arbeit des Landtages für Oberschlesien Gutes bringen werde. Neukölln: Realgymnasium, Kaiser- Friedrich- Str. 210. Köpenid: Aula der Körnerschule, Lindenstr. 11. Lichtenberg: Cäcilien- Eyzeum, Rathausstraße. Panforo: Kafinofaal bei Lindner, Breite Str. 32. Reinickendorf: Rathaus Wittenau. Tagesordnung: Berichterstattung von Augsburg und dem Nürnberger Einigungsparteitag Referenten: Anton, Josef Arndt, Eduard Bernstein, Frau Bohm- Sauch, Dr. Adolf Braun, Robert Breuer, Georg Buchmann, Dr. Cohmann, Gottlob Münsinger, Otto Sperling, Heinrich Ströbel, minna Todenhagen, Hedwig Wachenheim, Karl Weiner, Dr. Zechlin. Wegen der Bedeutung des Berichts ist das Erscheinen aller Mitglieder unbedingte Pflicht. Starter Beifall fnüpft sich an die Worte des Präsidenten, bei den Kommunisten schwächliches Protestieren. Nun aber tommt ihr Kah, meldet sich zur Geschäftsordnung und verlangt, daß an erster Stelle die kommunistischen Anträge über die Teuerung beraten werden. Unser Genosse Limberg leuchter Herrn Rag mit ein paar fräftigen Säßen heim. Er weist darauf hin, daß Taten und nicht lange tigen Säßen heim. Er weist darauf hin, daß Taten und nicht lange Reden im Kampf gegen die Teuerung notwendig find. Er betont, daß der Aeltestenrat eben deshalb bestimmt hat, daß die Sizung am Donnerstag nur furz sein soll, damit die Fraktionen zu all den Anträgen, Anfragen und Wünschen Stellung nehmen fönnen. Das gleiche gilt für die Regierung Genosse Limbers hat den gefunden Menschenverstand auf seiner Seite und so wird eine neue Schimpferei fommunistischen Anträge sofort vorzunehmen, lehnte der Landdes Herrn Kaz auf Regierung und Parlament und besonders die tag ab. Sozialdemokratie mit Lächeln und Achselzucken hingenommen. Die Theater, Lichtspiele usw. Komische Oper Opernhaus Volksbühne 2. Gastspiel des 7 Uhr: Kammersängers Verschwender Michael Bohnen 7% Uhr: Mona Lisa Lessing- Th. Schauspielhaus Uhr zum 1. Male: 7 Uhr: Russengastspiel D. Kirschgarten Maria Stuart Freitag zum 1. Male: Nachtasyl Deutsch. Theat. Sonnab.: DerKirschSimson od Scham garten und Eifersucht out. Künstler- Th. ( George, Straub, Hart) Sommerspielzeit Freitag 1001-1100 Heute bis Sonnab 8 7. bonnem.- Vorst. Die erste Nacht" 8: Der Vater Sonnt. bis Dienst. 8: Kammerspiele Derschildpattkamm 8; De Schleler Pierette Central- Theater Zum letzten Male 8: Pant. v. A.Schnitzler Ein Prachtmädel Fig. 8: D. Schleier Deutsch Opernhaus der Pierette Pant. v. A.Schnitzler 7 U.: Königin v. Saba Gr.Schauspielh. Friedrich- Wilhelmst. Th. 8 Uhr: Wie fessle ( Karlstraße) ich meinen Mann Letzte Woche! 7: Orpheus in Große Volksoper der Unterwelt im Theat. d. Westens Ftg. 7 Orpheus 7 D. Troubadour in d. Unterwelt Uhr: Abonnements- Ver- Intimes Theater legung: 25. Sept. auf 6. Okt. 3: Die Peitsche und? 26. Sept. auf 7. Okt.- Lauf doch nicht 27. Sept. auf 8. Okt. immer nackt herum 28. Sept. auf 13. Okt. Lustspielhaus An die Abonnenten! 8 Uhr: Schule der die Abonnements Feleister 7 Kokotten Nachzahlungen auf Metropol- Theater müssen bis 2. Okt.. New York- Berlin mittags sein. Karten ohne Stg. 3 Uhr: Bajadere Nachzahl.- Vermerk Neues Operett.- Th. berechtigen nicht zum Eintrit, Erste U. Die tolle Lola Abonnem.- Vorstel Neues Th. am Zoo lung Montag, den 7 Uhr: Dorine 2. Oktober und der Zufall Theater i. d. Königgrätz. Str. 7.80 Uhr: 7, Uhr: Der Eng( 72) Dir.: James Klein( 72) Die grosse internationale Revue in 25 Bildern: Europa spricht davon!! Uobertrifft Paris und Lendon an Pracht und Ausstattung und ist das Fabelhafteste, was auf einer Bühne gezeigt worden ist 6 Pracht Ballette!! 200 Mitwirkende!! Mister Jackson vom AlhambraTheater in London mit seinen englischen Girls. Hauptdarsteller: Margit Suchy, Rosa Felsegg. Balzer- Lichtenstein, Max Landa, Albert Kutzner, Bruno Kastner, Arnold Rieck, Mizi Metelka. Else Reval, Walters, Spira, Bartels usw. Vorverkauf an der Theaterkasse ununterbrochen. Der Blaue Vogel" Goltzstr. 9. Tel. Nollendorf 1613 Ant. 8 Uhr. Vorstell allabendl, Gemischtes Programm zusammengestellt aus den besten Nummern des 1. u. 2. Programms Billettverkauf a. d. Theaterkasse v. 11 bis 2 Uhr u. v. 6 Uhr abends auch an allen Theaterkassen. Neues Volkstheater Residenz- Th. ander. Satyros Täglich 74 Uhr: Schiller- Th. Charl. 8 Lady Jüdin v. Toledo Uhr: Pygmalion Windermeres I Maria Orska, Ernst Thalia- Theater Deutsch, Charlotte 72 Schultz, Fr. Kinz, Uhr Prinz Don Juan Arnstädt, Sandrock M. Pohl, Hz. Stieda Th. a. Nollendorfpl. Toelle. Falkenstein Wund. 5bd.: Judia v.Toledo 7% U. Dein Mond... Theat.a.Kottbus.Tor Stg: Jüdin v. Toledo Stg. 31% U.: Verl. Leute Mo. Wund, Gesch. Krelsler Theater am Kurfürstendamm Komödienhaus 8 Moritzplatz 16077 Karfürstendamm Nr. 208 Jeden Abend 7%, U. : Die kl. Sünderin Theater in d.Kommandant. Str. Uhr. Karussell Der Geschlagene Wallner- Theater Berliner Th. U. Der keusche Lebemzan 7.15: Madame m. Guido Thielscher Westkammerspiele Pompadour Hauptstr. 144 und Sonntag nachm. 3 Uhr Behrenstr. 54 Donnerstag, den 28. Sept.: Ehren- Abend für Ernst Kobelt SELITE- Festvorstellung 47 Eingabenberichte wurden dann ohne Erörterung nach den AMERICA Besucht Amerika jetzt wo es schon bei mässigen Preisen möglich ist, sich eine schöne, bequeme Kabine zu sichern. Die amerikanischen Regierungsdampfer der United States Lines sind für diesen Zweck ganz besonders geeignet. Kabinen aller Klassen sind rein und gut ventiliert. Grosse Promenadendecks, schöne Gesellschaftsräume und jede Vorkehrung für eine angenehme Reise. Die Höflichkeit und Hilfsbereitschaft der Offiziere und Mannschaften wird besonders für diejenigen von grossem Vorteil sein, die die Reise zum ersten Male machen. Die Küche ist reichhaltig und unübertroffen. Regelmässige Abfahrten der United States Lines- Schiffe von Bremen über Southampton, Cherbourg Inach New York. 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Er fordert eine scharfe Rontrolle tiefer Organisationen, damit nicht der Sinn der Siedlungsgefeggebung völlig ins Gegenteil verkehrt werde. Die Pommerfche Landsiedlungsgesellschaft hat 3. B. Siedlungsland bald verschleudert ( den Morgen zu 500 Marf), bald zu hohen Preisen( 10 Settar gegen Millionenbeträge) peitergegeben. Dr. Kaufhold( Dnat.) und Stendel( D. Bp.) pflichten in vielen Punkten dieser Kritik bei. Bei der ersten Beratung des Gesezentwurfs über macht unsere Genessin Dr. Wegscheider derauf aufmerksam, daß die Erweiterung der Berufsschulpflicht Forderung nach der obligatorischen Fortbildungsschule immer allgemeiner erhoben wird; sie verlangt, daß möglichst bald die Mädchenfortbildungsschule geschaffen wird. Notwendig sei die Heranbildi.ng der erforderlichen Lehrkräfte, und bestimmte Fristen müßten gefeßt werden, damit nicht die Reform auf die lange Bank geschoben werde. Die Vorlage geht an den Ausschuß für Handel und Gewerbe. Die Vorlage betreffend die Förderung der Königsberger Hafenanlagen geht an den Verkehrsausschuß, und der Gesetzentwurf über die Neuordnung der Strafanstaltsverwaltung und über die Bereitstellung von Mitteln hierfür geht an den Hauptausschuß. Noch Erledigung der Tagesordnung hält es kah nochmals für nötig, feinen Antrag zu wiederholen. Er holt sich nochmals eine Abfuhr und einen Ordnungsruf, da er das Verhalten der Mehrheit als ffandalös und schamlos bezeichnet. Donnerstag, den 28. September, 3 Uhr. Tagesordnung: Anträge betr. Förderung des Wohnungsbaues. Schluß der Sizung 46 Uhr. Hau unreinigkeiten usw. werden schmerzlos, unmerkbar für die Umgebung, abgeschält durch echte Vater. Philipp- Schälkur und Tutogen- Hautbleichselfe, danach kommt anmutige, junee, zarte Haut zum Vorschein, Laboratorium Dresden- Zschachwitz 146, in Berlin erhältl. bei Elefanten- Apotheke, Leipziger Str., am Dönhoffplatz. # Der Weltestenrat beschloß, zunächst bis zum 7. Oftober einſchlichlich zu tagen. Dann Baufe bis zum 16. Oftober. 216 17. Oftober Sigungen bis zum 25. Oftober. Dann wieder Bause. Die heutige ( Donnerstag-) Gigung wird furz sein, um den Fraktionen Zeit zu laffen zur Beratung der politischen Lage und Stellungnahme zur Interpellation über die Teuerung. Am Freitag soll die Aussprache beginnen. Für jede Fraktion sind drei Stunden Redezeit festgesetzt. Täglich 8 Uhr: Trianon- Th. Circus Dentscher Metallarbeiter- Verband Erika Glässner in Usch Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Lissi die Kokotte Wilhelm Bendow Hans Albers Kleines Th. Irene Triesch Täglich 8 Uhr: in Gefchäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Tyl. 71/2. Stgs. auch 3 Uhr Telephon: Amt Norden 833, 834,835, 836. Benutzen Sie Vorverkauf Wertheim u. Circuskassen Achtung! Achtung! Die Vertrauensmänner fonferenz der Autoreparatur schlosser für die Betriebe derInteressengemeinschaft findet nicht 15 Sensationen 15 Donnerstag, den 28. September, sondern Sonnabend, den 30. September, nach= mittags 2 Uhr, im Lokal Totentanz SCALA-8um muſikaliſchen Fuchs", JoftyPaul Biensfeld Tägl. abends 8 Uhr Tägl. 8 Uhr Walhalla- Theater Jnternat. Varieté Die Kinokönigin Theater des Ostens ( Rose- Theater) PP ftraße 7, ftatt. Das Erscheinen aller Bertrauensfcute ift dringend erforderlich. Morgen, Freitag, den 29. September, vormittags 11 Uhr, im Saalbau Brauerei Friedrichshain: Streifverfamminug URANIA 8 Uhr der Rohrleger, Selfer und Baus Taubenstr.: Der Die Liebesprobe Einsteinfilm Hörsaal: Bau der 126/17 flempner. Die Ortsverwaltung. Folies Caprice Berl. Untergrund- Deutscher Bekleidungsarbeiter- Verband Linienstr. 132( Oranienbg. Tor) Invalidenstr.: Von giliale Berlin:: Sebafftanste. 37/38 Tägl. 8 Uhr: Madame Cocotte Die Badewanne Beethoven- Sonate O diese Beine Casino- Theater 8 Uhr: Die Berliner Posse Lämmelmanns Bummelfahrt Reichshallen- Th. 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In München sträubt sich der bekannte Herr Xylander gegen feine Abfägung durch die Leitung der deutschnationalen Mittelpartei. Er wirft ihr Willkür vor und will den Vorsiz des Münchener Parteivereins nicht hergeben. In der Bayerischen Mittelpartei bestehen schwere Differenzen wegen der Schutzgesetze. Zwar hat sich ein großer Teil der Partei nach der Aufnahme Gürtners in das Kabinett Lerchenfeld mit der Aufhebung der bayerischen Berordnung und der Einführung der Schutzgeseze zufriedengegeben, aber es wird immer noch heftig gegen die Gesezesbestimmungen Sturm gelaufen. Jede Hausfuchung oder Verhaftung gibt Veranlassung, an die Regierung Protestschreiben gegen die„ Berliner Willkür" zu richten. Besonders die National fozialisten" treiben eine wüfte Heße. Es ist bekannt, daß für den 25. Auguft ein Butsch geplant war, der durch irgendwelche Umstände man weiß nicht recht, welche.. verhindert worden ist. Die bayerische Regierung bringt nicht den Mut auf, gegen die Unruheftifter und Butschisten vorzugehen, dagegen benutzt sie jede Gelegenheit zu einem deutlichen Wink nach Berlin, der besagt: Seid vernünftig, reizt uns nicht, sonst könnte die bayerische Volksfeele zum Kochen gebracht werden, und wir müßten jede Berantwortung ablehnen. Diese Duldsamteit gegenüber den rechtsradikalen Elementen geht sogar so weit, daß, wie anläßlich einer Auseinandersetzung in der Ortsvereinigung Deggendorf des deutschnationalen 3u gendbundes bekannt wurde, dieser Bund um sein Urteil über folche Leute befragt wird, die sich um eine Stelle bei der Landespolizei bewerben; er stellt zu diesem Zwecke sogar Zeugnisse aus. In diesem Zusammenhang ist es auch interessant, daß der frühere stellpertretende Leiter der Pressestelle der Reichsregierung, Geheimrat Ha a s, bisher feine Stelle als Konsul in Innsbruck nicht angetreten hat. Bayerisch- tirolische Fäden scheinen den Weg nach Innsbruck zu sperren. Der Anschlag auf Scheidemann. In dem Strafverfahren wegen des Mordverfuchs auf Oberbürgermeister Scheidemann ist das Ermittlungsverfahren gegen Hustert und Oelschläger zu einem gewissen Abschluß gelangt. Die Aften liegen gegenwärtig beim Oberreichsanwalt zur Erhebung der Anklage. Db das Verfahren auch auf Rapitänleutnant a. D. Karl Tillessen ausgedehnt wird, steht noch nicht feft; sein Berteidiger Rechtsanwalt Dr. Paul Bloch hat neuerdings beantragt, den Haftbefehl aufzuheben, weil der Verdacht nicht ausreichend begründet sei. Reporterphantasien. Der Zusammenschluß zur Bereinigten Sozialdemokratie und die Zusammenfassung der beiden sozialistischen Fraktionen im PreuBischen Landtag geben verschiedenen bürgerlichen Berichterstattern Anlaß zu allerhand Kombinationen über die Umbildung der preuBifchen Regierung. So wird davon geredet, daß Innenminister Severing zurücktreten und ein früherer Unabhängiger an seine Stelle treten werde. Diese Kombinationen entbehren jeder Grundlage. konnten wir im November 1918 weiterfämpfen?" Diefe Schrift des Ministers Dr. Köster crscheint in den nächsten Tagen in neuer, bedeutend erweiterter Auflage. Eine Fülle neuen Materials, das beweist, daß ein Weiterlämpfen 1918 die Katastrophe für Deutschland nur noch furchtbarer und völlig vernichtend hätte gestalten fönnen, ist dazugekommen. Lügner und Fälscher. Ausreden der Roten Fahne". " 11 treter, der Reichswirtschaftsrat drei, der Berein Deutscher Zeitungsperleger zwei, die Bereinigung großstädtischer Zeitungsverleger, die fozialdemokratische Presse und der Reichsverband der deutschen Bresse je einen Bertreter. Zur Teilnahme an den des Reichswirtschaftsministers, des Reichsministers des Innern, des Sigungen find ferner berechtigt je ein Vertreter des Reichskanzlers, Reichsministers der Finanzen und des Reichsministers des Aeußern. gütungsmarken sollen einem besonderen Erlaß des WirtschaftsDie technischen Vorschriften über die Verwendung der Rüdverministers vorbehalten bleiben. Ohne wesentliche Aenderungen wurden die Ausführungsbestimmungen genehmigt. Bei einer Nachprüfung der Notstandsmaßnahmen sollen auch die gewerkschaftlichen, genossenschaftlichen und wissenschaftlichen Zeitschriften berück fichtigt werden. Die zartbefaitete„ Rote Fahne" jammert ihren Lesern vor, wir hätten anstatt einer fachlichen Erwiderung auf ihre Behauptungen, betreffend die Verhandlungen zwischen Jouhaug und dem Lehrer D.- Siemens- Konzern, lediglich Beschimpfungen vorgebracht. haben lediglich das Kind beim rechten Namen genannt, nämlich die Wir Redakteure der Roten Fahne" als Lügner und Fälscher be zeichnet. Die Rote Fahne" hütet sich dabei wohlweislich, ihren Lefern mitzuteilen, worauf sich unsere Antlage stützt. Sie drückt sich um den Kern der Sache herum, indem sie lediglich und ganz neben bei davon spricht, daß wir eine Meldung des Populaire" vollständiger(!) wiedergegeben hätten, die sie in ihren wichtigsten(!) Stellen zitiert hätte. Wenn die„ Rote Fabne" ein gutes Gewissen Thüringer Regierung auf fechs Monate verboten worden. „ Der Hammer", die Leipziger Hafenkreuzlerzeitschrift, ist von der hätte, dann würde sie nun ihren Lesern selbst die Möglichkeit geben, über den Fall ein Urteil zu fällen. Sie würde die betreffende Stelle der„ Populaire"-Meldung in ihrer Originalform und in ihrer zitierten Form nebeneinander abdrucken, wie wir es getan haben. Dann aber würden selbst ihre Leser nicht nur die Tatsache, sondern auch die Absicht der Fälschung deutlich erkennen. Es handelt sich um ganze neun Worte, die sie unterschlagen hat, aber auf diese neun Worte tommt es gerade an. Denn sie zeigten ganz eindeutig, daß die erwähnten Verhandlungen gerade zum Schuge der Interessen der deutschen Wiederaufbau arbeiter gepflogen werden, während sich die„ Rote Fahne" heuch lerisch darüber entrüftet hatte, daß man diese Arbeiter schußlos nach Frankreich gehen lassen wolle. Wir fordern das Kommunistenblatt heirmit öffentlich auf, sein 3itat und den Originalsag des Bopulaire" nebeneinander abzudruden, damit sich seine Leser ein Bild darüber machen können, wie schamlos sie von ihrem Blatt angelogen werden. Neuregelung im Paßwesen. Eine Verfügung des Ministers des Innern bringt eine Reihe von Neuerungen: Die Ausstellung eines Sichtvermerts für Durchreifen von Ausländern ist grundsätzlich zu versagen, wenn der Einreiseficht vermerk des Biellandes und die Durchreisefichtmerte der Zwischen länder zwischen Deutschland und dem Zielland nicht vorgelegt wer: den können, es sei denn, daß diese Länder für die Berfon des Reisenden auf den Einreise- oder Durchreisefichtvermerk ihrerseits verzichtet haben. Wirtschaft Gründung eines Bauhüttenbetriebsverbandes. Unter Beteiligung von 27 gewerkschaftlichen Organisationen ist am, 16. September in Berlin ein Bauhüttenbetriebs. verband Berlin- Brandenburg" G. m. b. 5. mit einem Stammkapital von 3,15 Mill. gegründet worden. Als Geschäftsführer ist der frühere preußische Finanzminister Ingenieur Lüde. mann und der Bezirksleiter des Bauarbeiterverbandes Otto Lehmann bestellt worden. Die Gesellschaft hat den 3wed, die in Berlin und der Provinz Brandenburg bestehenden gemeinnützigen Bauunternehmungen 3 ufammenzufaffen, meitere foziale Baubetriebe zu gründen und zu finanzieren sowie ihre Bersorgung mit Baustoffen zu betreiben. Das Arbeitsziel der gemeinwirtschaftlich tätigen Baubetriebe ist bekanntlich darauf eingestellt, die Bauauftraggeber, im besonderen die öffentlichen Körperschaften, treuhänderisch zu bedienen und den vielfach in Erscheinung tretenden Preisvereinbarungen( Ringbildungen) der privaten Unternehmer durch Einschaltung frei fonfurrierender sozialer Baubetriebe entgegenzutreten. Die Wirkung ist, wie an vielen Beispielen festgestellt werden fonnte, eine allgemeine Preissentung im Baugewerbe, die aller Auftraggebern, vornehmlich aber den städtischen und staatlichen Berwaltungen und damit der Allgemeinheit zugute kommt. Die sozialen Baubetriebe sind außerdem bestrebt, durch Gewährung eines weitgehenden Mitbestimmungsrechtes der Arbeitnehmer die Arbeitsfreudigkeit ihrer Arbeiter und Angestellten zu heben und dadurch ganz allgemein die Produktivität unserer Wirtschaft zu fördern. betriebe, die in 19 Bauhüttenbetriebsverbänden zusammengefaßt Im Deutschen Reich bestehen beeits mehr als 250 foziale Baufind und an deren Spize der Verband sozialer Baubetriebe, Berlin 2. 50, Augsburger Straße 61, steht. Die deutschen Sichtvermerksbehörden im Auslande sind ermächtigt, ausländische Bäffe, auch wenn sie älter als 5 Jahre des Heimatstaates des Inhabers jedoch noch Gültigkeit haben, anzu ( vom Tage ihrer Ausstellung an gerechnet) find, nach dem Rechte erkennen und mit einem Sichtvermert zu versehen, vorausgesezt, daß die Bässe die Möglichkeit eines Mißbrauchs ausgeschlossen erfcheinen lassen und daß die Persönlichkeit des Inhabers mit dem im Paß durch Lichtbild Dargestellten einwandfrei festgestellt werden tann. Die neuen Expreßgutsätze. Da die Drudlegung des neuen Eine unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes darf nicht Expreßguttarifs vom 1. Oftober fich verzögert hat, werden bis dadem Unbedenklichkeitsvermert, der in den Baß einzutragen ist, bin die am 1. September d. J. gültigen Erpreßgutiäße ver. gleichgestellt werden. Ohne einen unbedenklichkeitsvermerk ist ein doppelt. Wiedereinreisesichtvermerk gegenstandslos. Die Leipziger Wertzeugmaschinen- Fabrit, vorm. Bittler, erhöht ihr Grundfapital Don 15 500 000 Mr. auf 27 500 000 m. Die russischen Flüchtlinge. ruffifche Staatsangehörigkeit einige Gruppen von Berfonen, zu Nach einer sowjetrussischen Verordnung verlieren die Statiftit für Reichsbahnbeamte. Wegen der Bedeutung der denen die in Deutschland befindlichen russischen Flüchtlinge Statistit für die wirtschaftliche Betriebsführung der Reichsbahn findet in ihrer überwiegenden Mehrzahl gehören. Diese sind staaten zurzeit in der Universität Berlin ein zweiwöchiger Bebr. los geworden. Gie sind daher mit einem Personalausweis gang in theoretischer und praktischer Statistik und speziellen wirtzu versehen. Eine Verweisung der Flüchtlinge an die Gesandtschaft schaftlichen Fragen für Teilnehmer statt, welche von jeder Neichsoder die Konsulate der. Sowjetrepublit in Deutschland zur bahndirektion abgeordnet worden sind. Beschaffung eines Nationalpasses ist fünftig zu vermeiden. In Zweifelsfällen sollen die Behörden Auskunft bei der Bertrauens: stelle für russische Flüchtlinge in Deutschland", Berlin NW. 40, In den 3elten 16, einholen. Dieser Hinweis erscheint uns sehr bedenklich, denn diese „ Bertrauensstelle" ist oft in der Linkspresse als WeißgardistenDie Erhöhung des Tabakzolles. Der Hafen von Gdingen. Die polnische Regierung hat im Sejm beantragt, sie zu ermächtigen, alle unerläglichen Maßnahmen zu treffen, den Ausbau des Seebafens von Gdingen sofort wieder aufzunehmen. In der Begründung heißt es, daß Danzig für die Bedürfnisse des polnischen Staates nicht genügt. amtlichen Kurse nachzutragen: 1 japanischer Yen 789,00 Geld, 791,00 Devisenfurje. Unserer gestrigen Devisentafel sind noch folgende daamtlichen Kurse nachzutragen: 1 japanischer Den 789,00 Geld, 791,00 Brief: 100 italienische Lire 7066,15 Beld, 7083,85 Brief; 100 französische Frank 12 634,15 Geld, 12 665,85 Brief; 1 brasilianischer Milreis 194,75 Geld, 195,25 Brief; 100 Schweizer Frank 30 961,25 Geld, 31 078,75 Brief; 100 spanische Besetas 25 068,60 Gelb, 25 131,40 Brief: 100 Polenmart galten im Freiverkauf etwa 18,40 Mart. Neue Aufgaben haben wesentlich weniger, Baden z. B. 37,2 Proz., Oldenburg nur zentrale bezeichnet worden, daß auch die zuständige Regierungsstelle 29,7 Broz. Für den Aderbaugang ungeeignet sind nur 9,4 Brqz. davon wissen müßte. Mindestens müßte als Auskunftsstelle des deutschen Bodens. Auch dieses„ Unland" ist recht verschieden neben auch eine russisch- sozialistische Auslandsstelle den verteilt; Oldenburg mit seinen Mooren hat 26,3 Pro3., Mecklenburg- Unterbehörden zur wahlweisen Benutzung angegeben sein. Strelitz mit den vielen Geen 20 Pro3., dagegen Württemberg und Hessen, beides hügelige Landschaften, nur 5,9 bzw. 5,5 Proz. Wie günstig Deutschland eigentlich bezüglich feiner Ackerbaufläche und frines Unlandes" dafteht, zeigt ein Bergleich mit anderen europäi SPD. Im Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages fchen Ländern. Nur Frankreich übertrifft Deutschland im Prozent äußerten am Mittwoch Zentrum, Deutschnationale und Deutsche fab feiner Acerbaufläche, dagegen steht Deutschland am günstigsten Bolkspartei erneut ihre Bedenken und lehnten die Erhöhung ab. da, was den Befig an Unland betrifft. Bon großer Bedeutung ist Ein deutschnat. Antrag, die Ausfuhrabgabe für die Erzeugnisse der die Art der Befigverhältnisse der deutschen Ackerbaufläche. Tabakindustrie sofort aufzuheben, fand Unterstützung der DeBu große Betriebe hindern durchweg die intensive Bodennutzung, zu mofraten und der Deutschen Bp. Genoffe Dißmann warnte da erwachsen den Parteigenossen durch die Verschmelzung der ficine werden vielfach gartenmäßig geführt und hindern die Nutzung vor, der Regierung schon bei diefer er ft en Maßnahme, die sie im beiden sozialdemokratischen Parteien. Es gilt jetzt mehr noch von Maschinen; fie vermindern auch die Zahl der großen Getreide Intereffe einer gefunden Währungspolitik zu ergreifen gezwungen als vordem, für die Festigung der sozialistischen leberzeugung, felder. Auch in dieser Hinsicht ist Deutschland ziemlich günstig ge- fei, in den Arm zu fallen. Die Wiederaufrichtung des Bertrauens für die Sicherung der demokratischen Republit, für die Beffestellt. Während der Großbesig( über 100 Heftar) mit 235 000 Bezur deutschen Mart gehe den Intereffen einzelner Industriegruppen trieben 23,2 Broz. der Ackerbaufläche in den Händen hält, kommen voraus. Staatssekretär Dr. Hirsch wies darauf hin, daß es sich rung der Lebenshaltung zu wirken. Unentbehrlich für dieses auf den Mittelbefiz( 5 bis 100 Heftar) mit 1300 000 Betrieben hier nicht um eine einzelne Maßnahme handle, vielmehr noch Streben ist die Verbreitung unserer Presse, die allzeit Führer 62 Broz.; die restlichen 14,8 Proz. entfallen auf die 4 400 000 Klein andere geplant seien, um die infolge hes Martsturzes drohenden und Wegweiser in den Kämpfen des Tages sein wird. Der refitbetriebe. Wie sehr die Gegenden mit Mittelbesig den anderen Wintergefahren abzuivehren. Insbesondere soll die Einfuhr entüberlegen find, geht aus der Tatsache hervor, daß Ostpreußen mit behrlicher Artikel auf das handelspolitisch erträgliche Maß be „ Vorwärts" feinem ausgedehnten Großgrundbesitz auf 1 hektar nur 12,6 Doppel- fchränft werden. Bei solchen Maßnahmen werde es immer Inter ist nach der Vereinigung das Zentralorgan der geeinten gentner Roggen erntet, Hessen, wo die Großbetriebe nur 4,5 Pro3. effentengruppen geben, die sich geschädigt fühlen, dem Sozialdemokratischen Kartei. Es ist die Aufgabe aller alten der Ackerfläche ausmachen, dagegen 17,4 Doppelzentner. Eine Ber größerung der Ackerbaufläche und Stärkung der Ertragfähigkeit kann eich stage obliege es aber, das Gesamt wohl des deutschen und neuen Freunde, dem„ Vorwärts" mit dem 1. Oktober Boltes wahrzunehmen. Genosse Hertz beantragte, mit der Aufauf mancherlei Urt erzielt werden. Großzügige Moorkultur ist ge bhebung der Einfuhrsperre für Tabat den Einfuhraoll von 60 auf 100 tausende neuer Leser zu gewinnen. Auf, ans Wert! eignet, den Brozentfag des Unlandes" beständig zu verringern und Mart zu erhöhen. Die Ausfuhrabgaben fönnten zur Förderung Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die zu ertragreichem Acerboden umzuwandeln. Andererseits kann durch der Ausfuhr von Tabakerzeugnissen ermäßigt werden. Be Hauntgeschäftsstelle des„ Borwärts", Berlin SW. 68, LindenUmwandlung östlicher Riefengüter in ergiebigeren Mittelbesitz die Ertragsmenge nicht unbeträchtlich gesteigert werden. In dieser Rich- chlossen wurde, den Einfuhrzoll für Tabaf von 60 auf 75 m. ftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist tung sind von den maßgebenden Stellen und Körperschaften noch zu erhöhen. Die Zollsäge auf Tabakerzeugnisse wurden wie folgt der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) wichtige Aufgaben zu lösen. a) für Tabakblätter, Abfälle hierbon, Abfälle erhöht: • Stiergefechte in Frankreich. Die Abhaltung von Stiergefechten von Tabaferzeugnissen calt in Frankreich als verboten. Auf Grund dieses Verbots waren b) für Tabafrippen, Tabatstengel fürzlich sechs Toreadors angeklagt, die an einem Stiergefecht, bei c) für Tabaklauge. tem mehrere Stiere getötet wurden, teilgenommen hatten. Sie d) für Karotten. wurden aber vom Gericht mit der Begründung freigesprochen, daß das betreffende Gesetz hier feine Anwendung finden könne, da durch tieses Gesetz Haustiere geschütt feien, und wilde Tiere nicht zu den Haustieren gezählt werden fönnten. Das Urteil verwies weiterhin darauf, daß der Staat durch Erhebung der Luftbarkeitssteuer bei den Ettergefechten ja selbst stillschweigend die Gesetzmäßigkeit dieses Sports anerkannt habe. 3 auf 75 M. pro Zonne 29 " 46 " " P 19 87" W Diese Erhöhung hat zur Borausseßung, daß die Einfuhrsperre aufgehoben wird, ebenso die letzte Erhöhung der Ausfuhrabgabe für Tabakerzeugnisse. Ferner soll eine Brüfung der Möglichteiten für eine weitere Herabsetzung der Ausfuhrabgabe für Tabakerzeugnisse erfolgen und zwar in der Erwartung, daß Aenderungen in der inneren Tabafsteuer vermieden werden. Reichshilfe den Zeitungen. Die erite rheinische Literatur- und Buchwoche ist in den Räumen. des Iner Sunstvereins eröffnet worden. Die Veranstaltung, die jährlich wiederkehren soll, bat sich die Aufgabe gestellt, den Anteil des Der Bolkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstags beschäf Rheinlandes an der deutschen Kultur aufzuweisen und die kulturellen Butigte fich mit den Ausführungsbestimmungen des Gesezes über ammenhänge des Westens mit dem ganzen Deutschen Reich vor Augen zu Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Not der Zeitungen. Die führen. Henuh Porten auf der Bühne. Nach Beendigung ihrer diesjährigen Filmtäticfeit wire Benny Verten Ende des Jahres im Rahmen einer großen Auslands- Temnee zum ersten Male auf der Sprechbühne erscheinen, und zwar in einem Mimodrama" Das Spiel ums Leben", dessen 3dee und Musit von Clemens Schmalftich stammt. üdvergütungstaffe für die deutsche Preffe foll am 15. Ottober ins Leben treten. Ihre Organe follen der Berwaltungsrat, der Borstand und die Geschäftsführer sein. Entsprechend den Beschlüssen des Reichsrats werden vier seiner Bertreter im Bermaltungsrat fizen. Jede Fraktion des Reichstages entfendet einen VerIch abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage " Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Beilage Siedlung und Kleingarten" in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name P Wohnung: Straße Nr. Dorn Sof Quergeb. Seitenfl.- Tr, links- rechts bei Gewerkschaftsbewegung Die ethische Bedeutung des Achtstundentages. Die Löhne der Schmiede. In einer Branchenversanmmlung aller in den Betrieben Groß Berlins beschäftigten Schmiede sprach Branchenleiter Schindel über die Lohnverhandlungen und Tarifabschlüsse. Ueber die Er gebnisse der letzten Lohnverhandlungen sei große Unzufriedenheit unter den Schmieden entstanden. Die Stundenlöhne der Innungsschmiede betrugen vom 1 bis 16. September für Schirrmeister 47, Beschlagschmiede 46, Stod- Beschlagschmiede 42, Stodschmiede 38 und Jungausgelernte 34 M. Für die zweite Hälfte September wurden diese Löhne auf 65, 63, 58, 52 und 45 m. erhöht. Für die Transportarbeiter im graphischen Gewerbe, und zwar für folgende Gruppen: Buchhandel, Buchdruckereien, Buchbindereien, Briefumschlag. Quyuspapierfabriken sowie Papier und Pappen find die neuen Verträge für den Monat September abgeschlossen. abbrude fönnen gegen Mitgliedsausweis beim Transportarbeiter verband, Engelufer 24/25, v. 2 Tr., Zimmer 31, in Empfang genommen werden. Das geschah vor der jüngsten Teuerungsaktion und trifft jetzt geber überantwortet ist. So hat die Preisprüfungsstelle für den erst recht zu Zugleich aber erklärte Herr Roth sehr richtig, es nühten Monat September den Sturdenlohn auf 55 M. festgesetzt, den aber alle Aufbesserungen nichts, wenn es nicht endlich gelinge, der Mart der größte Teil der Arbeiter nicht einmal erhält. Die orthopädischen durch Stabilisierung neue Kauftraft zu verleihen. Wie aber denkt Schuhmachermeister sind sehr wohl in der Lage, ihre Arbeiter den man sich bei solcher Agitation die Stabilisierung? In bezug auf die Zeitverhältnissen entsprechend zu entlohnen; werden doch für einen Das Manifest, das am Echlusse des Nürnberger Parteitags ein- Politit betonte der Redner das Recht der einzelnen Länder auf orthopädischen Stiefel über 3000 m. verlangt und für ein Paar stimmig angenommen wurde, enthält als Ziel eine vernünftige Wahrung ihrer Stammeseigenart. Mit anderen Worten, Herr Roth Stiefel mit Zuschlägen für Korfeinlagen u. dgl. etwa 8000 m. von Wirtschaftsordnung, deren Leifstern das Gemeinwohl und das Recht suchte seine Organisation auch in politischer Hinsicht zu empfehlen, Arbeitern und Kriegsbeschädigten. Den aufgestellten Forderungen jedes arbeitenden Menschen ist, ein menschenwürdiges Dasein zu indem er der von der preußischen Reaktion nach Bayern verpflanzten wurde zugestimmt und die Lohntommiffion beauftragt, umgehend Mit mit der Arbeitgeberorganisation in Verhandlungen zu treten, um führen. Darum verteidigt die VSPD. den Achtstundentag". deutschnationalen Eigenart" feine Komplimente machte. ein Vertragsverhältnis abzuschließen auf der Grundlage des Tarifes, In diesem Satz sind besonders bedeutungsvoll die Begriffe der„ Der einem Wort: Demagogie. der in den Deutschen Orthopädischen Werken besteht. nünftigen Wirtschaftsordnung" und des menschenwürdigen Daseins". Dem aufmerksamen Beobachter entgeht nicht, wie die tapitalistische Wirtschaftsordnung und die von ihr dittierte Politik darauf ausgeht, den Achtstundentag zu beseitigen, wie bald vorsichtig gegen ihn in der Presse Mißstimmung gefät wird, wie bald offene Borstöße unter. nommen werden. Das Hauptargument ist stets das gleiche: erhöhte Arbeitsleistung zum Zwecke des Wiederaufbaus. So über zeugend dieses Argument flingt und so uninteressiert es sich gibt als bem allgemeinen Wohl dienend, so trügerisch und gefährlich ist es in Wahrheit. Denn die Sachverständigen sind sich durchaus nicht cinig in der Beurteilung des Profits für die Leistungssteigerung durch termehrte Arbeitszeit in jebem Falle, die Leistung werde erhöht Die Differenz zwischen dem Lohn der Schirrmeister und dem oder nicht, geht die längere Arbeitszeit auf Kosten der Gesund der Jungausgelernten fei zu groß: hier müffe die Spannung ver. Leit des Arbeitenden. Man fennt die unfinnige Rederei der Leute, ringert werden. Für die erste Hälfte Oktober ist ein Spitzenlohn die nie erlebt haben, was es für den Menschen heißt, acht Stu iden in von 110 m. gefordert worden. Der Fabrit oder im Bureau, oft unter üblen hygienischen Verhält- Aus der Versammlung wurden Mitteilungen über niffen, festgebannt zu sein, um blcß das tägliche Brot zu erwerben. Entlassungen von Schmieden in Hennigsdorf gemacht. Man weiß, das gewisse Leute gern von Arbeitsunluft" oder" Faul- Der angebliche Grund des Arbeitsmangels erscheine nicht stichhaltig. heit" reden, wenn es sich um die Beibehaltung des Achtstundentages Es verlaute, daß die Schmiedearbeit in anderen Betrieben hergehandelt. Ein Dasein, das sich erschöpft in der Arbeit fürs tägliche ftellt werde. Schindel wies darauf hin, daß plöhliche Entlassungen Brot, das die Kraft des Menschen so in Anspruch nimmt, daß ihm nach den Demobilmachungsverordnungen unzulässig find. Die Kol. für fulturelle Intereffen Zeit und Kraft fehlt, ist me'n fchenlegen müßten sofort Einspruch erheben und sich an den Betriebsrat unwürdig". Daß in dieser Beziehung heute Millionen ein wenden. menschenunwürdiges Dasein führen, ist die Folge der unver nünftigen Wirtschaftsordnung". Diese gilt es also auf cine vernünftige Grundlage zu stellen. Was ftrebt bemgegenüber die egoistisch- kapitalistische Wirtschaftsmacht an? Statt die erhöhte Arbeisleistung durch energische Umgestaltung des wirtschaftlichen Organismus, also aus der Freude des Einzelnen an seiner Arbeit, weil er sie unter gefunden, den Menschen nicht feelisch erdrückenden Berhältnissen verrichtet, au gewinnen, geht die Tendenz darauf aus, die gegenwärtigen Verhältnisse durch Abbaudes Achtstunden. tages noch zu verschlimmern, Die Faulheit liegt also auf der Seite derjenigen, die heute die wirtschaftlichen Macht= fattoren in den Händen haben und unter dem Deckmantel des Wiederaufbaus den arbeitenden Menschen in eine verstärkte Gflanerei zwingen wollen. Daß die Aussichten auf höheren Verdienst tein Aequivalent für die vermehrte Arbeit, d. h. Verbrauch an förs perlicher und jeelischer Kraft darstellen, ist fler. Der Angriff auf den Achtstundentag ist ein Angriff auf das höchste foziale Gut, das es gibt, auf den Menschen, der eben feine Maschine ist, die nur dauernd gefüttert zu werden braucht, damit sie dauernd läuft, sondern der nur dann in wahrhaft sozialer Weise arbeiten, d. h. mit Liebe zur Sache arbeiten tann, wenn er bei seiner Arbeit sich nicht als Mensch Darum ist es von tiefer fittlicher Bedeutung, vergewaltigt fühlt. wenn die Bereinigte Sozialdemokratische Partei sich die Erhaltung des Achtstundentages und die Ermöglichung eines menfchen würdigen Daseins für den arbeitenden Menschen zum Biel fegt. = Kupferschmiede der Amsterdamer Richtung. Aus den Kreisen der Beteiligten wird uns geschrieben: " In der am Montag stattgefundenen Besprechung von Ver trauensleuten aus den Betrieben, die auf dem Boden der Amster damer Gewerkschafts- Internationale stehen, wurde zu der Wahl der unbefoldeten Zentralborstandsmitglieder am Donnerstag fowie zur Wahl der Breßkommission Stellung genommen. Es wurden als Kandidaten für den 8entralvorstand die Kollegen Damm, Heinrichs, Ladner, John, Schloffer, Kühn und Thiede und für die Preßkommission die Kollegen Krause, Paek, Kühne, Pehlfe vorgeschlagen. Es wird erwartet, daß die Kollegen, soweit sie auf unferem Boden stehen, den Ernst der Situation erkennen und durch zahlreichen Besuch der Versammlung es den Anhängern der Mosfauter Internationale unmöglich machen werden, unfere fleine Fachorganisation vollständig in ihr Fahrwasser zu leiten." Beendigung des Streiks in den Kupferschmiedereien. tag im Berliner Gewerlichaftshaus berichtete Fleischmann über das In der Beriammlung der streikenden Stupferschmiede am Mon Ergebnis der Berhandlungen vor dem Einigungsamt des Gewerbe gerichts. Der am Montag eingetretene Streit habe für die Arbeitgeber eine gewiffe lleberraschung gebracht, da sie nicht mit einer derartigen Geschlossenheit der Arbeiter gerechnet hatten. Schon diese einmütige Arbeitsniederlegung in den zerstreut liegenden, Die Metalldricker und-polierer Groß- Berlins haben zur Zeit der Leipziger Meffe eine Kommiffion gewählt, um die Messe zu besuchen und sich dort über die Preise für die von ihnen hergestellten Produkte zu informieren. Namens dieser Kommission wurde am Dienstag abend in einer gut befuchten Bersammlung der MetallDienstag abend in einer gut befuchten Versammlung der Metallbrüder und polierer im Gewerkschaftshaus vom Branchenleiter Gohl berichtet. Redner hob hervor, daß die Fabrikanten besonders darauf bedacht seien, an Ausländer oder Exporteure zu verkaufen und Zahlung in ausländischer Valuta zu erhalten. Im allgemeinen konnten die Waren zu recht hohen Preisen mit erheblichem Gewinn abgesetzt werden. Redner nannte die Berkaufspreise für verschiedene Gegenstände und kam hierbei zu der Folgerung, daß es den Fabrifanten sehr wohl möglich fei, bei diesen Breifen beffere Lohnbedingungen zu gewähren. Die Befürchtung, daß die Kommission auf der Meffe teine Gelegenheit haben werde, sich über die Preise zu informieren, habe sich als unbegründet erwiesen. Es werde sich empfehlen, auch die fünftigen Messen zu besuchen. Bei der folgenden Erörterung von Branchenangelegenheiten tam auch die Arbeitsniederlegung der Silberbrüder zur Sprache. Der Verwurf, daß diese aus der Reihe getanzt hätten, müsse abgelehnt werden, denn ebenso sei auch von einzelnen anderen Branchen in der Metallindustrie gehandelt worden. Nadler mies darauf hin, daß gerade die Drücker von fich fagen fönnten, stets an der Spike der freigemertschaftlichen Arbeiterschaft geftanden zu haben. Und von den Opfermut ihrer Gruppe zeuge die Tatsache, daß sie in den lehten drei Monaten nicht weniger als 93 000 m. für Unterftügungszwecke aufgebracht haben Silberdrüder Besch erklärte, daß seine Kollegen bis auf zwei oder drei bereits lohnendere Arbeit angenommen haben. Ein Antrag, den Silberdrückern in ihren neuen Arbeitsstellen tatkräftige Hilfe zu leisten, wurde einstimmig angenommen. Die Unternehmer im Kohlenbergbau hatten bekanntlich vor einiger Zeit den Antrag der Arbeitnehmer, in neue LohnverhandDie Gewerkschaften Inngen für Oftober einzutreten, abgelehnt. riefen baraufhin den Reichsarbeitsminister an, bei dem gestern Am Freitag werden die Lohnverhandlungen für das Ruhrrevier eine Besprechung stattfand, an der die Unternehmer nicht teilnahmen. beginnen. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Brandje 10, Park und Fried. bof.reitag 6½ Uhr bet Boeler, Beberftt. 17, Versammlung, mie bitten um Die Branchenleitung. vollzähliges und pünktliches Erscheinen. Aus der Partei. Neuregelung der Besoldungsordnung. Heute nachmittag beginnen, wie bereits gemeldet, im Reichsleinbetrieben bedeutet einen großen moralischen Erfolg. Bei den Einigungsverbandlungen waren denn auch die Arbeit. finanzministerium die Berhardlungen mit den gewerkschaftlichen Spikenorganisationen über die Abänderung der Besoldungsordnung. geber geneigt, diefer Situation Rechnung zu tragen, indem sie in Ortsvereine im Bezirk Brandenburg- Grenzmark! Bor allen Dingen handelt es fich darum, die Grundgehälter zu der Frage der Entlohnung weitergehende Zugeſtändnisse machten. Der Schiedssprud( f. Boriv." Nr. 456) entspricht nicht regeln, die entsprechend der Geldentwertung heraufgesetzt werden voll den Wünschen der Kollegen." Ju Anbetracht der geringen Diffe- beiden sozialdemokratischen Barteien hat die Beschlüsse von Augs. Der am 24. September abgehaltene gemeinsame Parteitag der müssen. Das inzwischen sehr fompliziert gewordene Besoldungsvoll system muß außerdem bedeutend vereinfacht werden. Zu den urren zwischen orderung und Schiedsipruch aber empfahl die Streitburg und Gera bestätigt und somit eine einheitliche Parteiorganisprünglichen Bestandteilen der Beamtenbesoldung: Grundgehalt, leitung, den Spruch anzunehmen. In der sehr lebhaften Distuffion fation geschaffen. In den Ortsvereinen, Unterbezirken und Bezirkswurde der Schiedsspruch von verschiedenen Seiten als nicht weitOrtszuschlag, Kinderzuschläge und prozentualer Teuerungszuschlag erfolgen. Nach den getroffenen Bereinbarungen der bisherigen ift noch ein sogenannter Kopfzuschlag, eine Frauenzulage, für be- gehend genua bezeichnet, aber in geheimer Abstimmung mit verbänden hat nunmehr die organisatorische Zusammenlegung zu ftimmte Orte eine widerrufliche Wirtschaftsbeihilfe und in einzelnen Stimmenmehrheit angenommen. Damit war der Streit beendet. Barteivorstände erfolgt die Zusammenlegung der Organisationen Gebieten schließlich noch eine Besetzungs- bzw. Grenzzulage hinzu- Die Arbeit wurde Mittwoch früh wieder aufgenommen. gefügt worden. Bei der Neuregelung der Besoldungsordnung werden wahrscheinlich einige diefer Cintommensfattoren beseitigt werden. Die prozentualen Teuerungszuschläge sind inzwischen bis auf 777 Brozent hinaufgeklettert. Ganz besondere Hoffnungen jezen insbefondere die unteren und mittleren Beamten auf eine gerechte Spannung zwischen den einzelnen Besoldungsgruppen und auf die Beseitigung der großen Differenzierungen in den Ortszuschlägen. Die Verhandlungen dürften sich auf mehrere Tage erstrecken. Unchriftliche Demagogie. In einer öffentlichen Versammlung, für Staatsangestellte und -arbeiter gab der chriftliche Gewerkschaftsmann Roth aus Berlin eine Gastrolle. Bezüglich der Regelung der Grundgehälter für Dt. tober führte der Bertreter der befcheidenen chriftlichen Richtung aus, es sei vorher eine Teuerungsaftion notwendig, die jedem das Existenzminimum bringe. Er fordert für alle Beamten eine ein= malige Wirtschaftsbeihilfe von 15000 Mart. Die anderen Spizenorganisationen hätten diese Forderung fälschlich als agitatorisch und phantastisch bezeichnet. Weinbrand innerhalb der einzelnen Bezirksverbände nach Richtlinien, die von den Bezirksporständen der beiden Par. teien aufzustellen sind. Die September- Gehälter der Redakteure. Gestern vormittag fanden die Verhandlungen über die Sep- Berhandlungen mit Bertretern des Bezirksvorstandes der USP. tember- Gehälter der Redakteure zwischen den Vertretern des Ver- in unserem Bezirk brachten völlige llebereinstimmung darüber, daß bandes der großstädtischen Zeitungsverleger und der Tariffommission die Ortsvereine wie auch die Unterbezirke gegenseitige Berhanddes Bezirksverbandes Berlin im Reichsverband der Deutschen lungen über organisatorische Fragen fo lange zurüdstellen Breffe statt. Für die festangestellten Rebatteure wurden dabei nach follen, bis die obengenannten einheitlichen Richtlinien endgültig feſt. Verlagsjahren steigend folgende Säge vereinbart: 1. Berlagsjahr gelegt und den Ortsvereinen und Unterbezirtsvorständen mitgeteilt 15 000 M.; 2. Jahr 16 300 m. und so fortlaufend 17 100 m., find. Wir ersuchen unsere Genossen dringend, im Interesse einer 17 900 m., 18 700 m., 19 500 2., 20 500 m. und 21 500 m. Die geordneten Ueberleitung der Organisation und um diese auch in dieser Säße für Einzelleistungen wurden wie folgt feftgefegt: Beilen- Seit schlagfräftig zu erhalten, im Sinne der Vereinbarungen der honorar 2,75 M., tatiächliche Mitteilungen 1,60 m. pro geile, fleine beiden Bezirksporstände zu handeln. Notizen 70 M., Bersammlungsberichte 135 M., Recherchen 125 M., Gingelfritiken 275 M. und Sonntagearbeit 500. Eine Branchenversammlung der orthopädischen Schuhmacher fand am Montag im Bewertschaftshause statt. Stüler wies auf die Spezialarbeit der orthopädischen Branche hin, deren Bezahlung margels eines besonderen Lohntarifs dem Gutdünten der Arbeit Der Bezirksausschuß. J. A.: Wilhelm Krüger. Die Münchener Morgenpost"( USB.) stellt am 1. Oftober ihr Ericheinen ein. Organ der geeinten Partei ist die Münchener Boft". Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Borwärts- Berlag G. m. b.$.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderci u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3 Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". Winkelhausen Alfe Reserve Wa Gegen Grippe Goldfarb Gesundheitstabak und Schnupfen hilft Anzüge SADAM Für Sie Schule Ulsters