Nr. 460 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 226 Bezugspreis: Für den Monat Oktober 250,- M voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luremburg 346,-9., flir bas übrige Ausland 515,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg. Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho flowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin* Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 6 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile loftet 50,-. Reflamezeile 230,-. „ Kleine Anzeigen" das tettgedruckte Wort 12,- M.( zulässig zwei feitgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10,-. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 7.- 9., jedes mettere Wort 5,-. Wotte liber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 15,- W. Anzeigen für die nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Douboff 292-295 und 2506-2507 Freitag, den 29. September 1922 Konstantin gefangen? Paris, 28. September.( WIB.) Die Abendpresse veröffent- übertragen werde; Finanzminister soll Diomeda werden. Die dy= licht eine Reutermeldung, wonach König Konstantin gefangengenommen und ein Miniffer während der Unruhen getötet worden sei. Paris, 28. September. Havas meldet aus Athen, die auftändischen Truppen feien im Biräus gelandet und in den öffentlichen Gebäuden untergebracht. Die Besetzung von Athen sei ohne Blutvergießen vor sich gegangen. Die Royalisten hätten unter Führung des Generals Constantinopulos und des Obersten Sutos, der Platzkommandant von Athen war, den Rebellen entgegenzutreten versucht, aber die venezitistischen Elemente, geführt von General Bangalos, hätten sich dieser Bewegung widerseit, sich der Polizeipräfeftur bemächtigt und den Blakkommandanten verhaftet. Schließlich seien sie Herren der Lage geblieben und die royalistischen Truppen seien in ihre Quartiere zurüdgeführt worden. Paris, 28. September.( WTB.) Nach einer Havasmeldung aus Athen hatte Rönig Ron ftantin zuerst die Absicht, auf den Rat der Generäle und des Prinzen Nicolaus hin der Aufstands bewegung entgegenzutreten; er habe sich aber von der Unmöglichkeit des Widerstandes überzeugt, und die gegen revolutionären Vorbereitungen fallen lassen. Die Führer der Be nizelos Partei seien den militärischen Führern der Bewegung entgegengefahren und hätten mit ihnen über die Organisation der neuen Regierung verhandelt. Jedenfalls werde General Nider Ministerpräsident werden, Carapanos Minister für auswärtige Angelegenheiten, wenn dieses Portefeuille nicht Coromilas M Explosionskatastrophe in Italien. 150 Tote und 650 Verwundete. Die Explosion fonnte fo großen Schaden anrichten, weil das Fort auf einer Anhöhe in der Nähe bewohnter Häujer liegt( in der Nähe von St. Cerea). Die meisten Opfer find Arbeiter aus den Werken oder Matrofen und Offiziere des Kriegshafens von Spezia. Der dortige Platzkommandant hat sich sofort nach der Unglücksstätte begeben. Rom, 28. September.( CP.) Die Opfer der Explosionstata: trophe von Spezia belaufen sich nach den letzten Meldungen auf 150 Tote und 650 Berwundete. Es find schon 144 Leichen geborgen worden. Im ganzen wurden 1500 Tonnen Explosions stoffe in die Luft gejagt. Die Ursache wird nach ben neuesten Darstellungen mehr einem Sturzfchluß im munitions. lager als einem Blitzschlag zugeschrieben. Der Marineminister ist nach der Unglüdsftelle abgereift. Aus allen Orten Liguriens sowie aus dem übrigen Italien find Hilfsexpeditionen abgegangen. # nastische Frage bildet den Gegenstand von Besprechungen, und man spreche sogar von der Notwendigkeit, die Republit auszurufen. Eine Botschaft Konstantins. Ronstantin hat an das griechische Bolt eine Abdan fungsbotschaft gerichtet, die zugleich ein Rechtfertigungsverfuch feiner Politik bilden soll und in der er feinen ältesten Sohn Georg als den neuen Griechenkönig bezeichnet. Er erklärt sich schließlich bereit, an der Spihe der Truppen weiter gegen die Türkei zu kämpfen, doch scheint diese ganze Botschaft durch die revolutionären Ereignisse überholt zu sein. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Abteilung: Dün hoff 2506-2507 Verlag, Hauptegpedition n. InseratenWirtschaftsgefahren. Wachsende Tenerung und drohende Arbeitslosigkeit. Von Paul Herz, M. d. R. Bon Monat zu Monat verschlechtert sich die Wirtschaftslage Deutschlands. Zu der rapiden Markentwertung, die die Hauptursache der Preissteigerungen ist, droht jezt die Produktionssto dung hinzuzutreten. Denn das in ungeheurem Umfang verwässerte Betriebskapital reicht zur Aufrechterhaltung der Produktion nicht mehr aus, der Inlandsabsaz stodt unter der mangelnden Kauffraft der Bevölkerung, wäh= rend die Konkurrenz des Auslandes auf dem Weltmarkte immer größer wird. Die außenpolitische Lage Deutschlands hat sich zwar durch den Abschluß des deutsch- belgischen Abkommens entspannt. Die damit erwartete wirtschaftliche Entlastung ist aber nicht England räumt die Sperrzone. eingetreten. Die Mark ist nur wenig gestiegen, und in den Paris, 28. September.( WTB.) Nach einer Meldung der allerletzten Tagen jogar wieder erheblich gejunten. „ Chicago Tribune" aus Konstantinopel haben die britischen Das ist ein deutlicher Beweis, daß die rein politischen, insBehörden in Tschanat in einem Anschlag erklärt, daß, um besondere die außenpolitischen Verhältnisse nicht allein ausdie Einwohnerschaft nicht den Schrecken des Krieges auszusehen, die schlaggebend sind für die Bewertung der Mark. ganze 3one geräumt werden solle. Ueber die Vorgänge Die Hauptursachen des Marksturzes liegen in unserer vom Sonnabend abend glaubt das Blatt zu wiffen, daß sich anschei- Wirtschaft. Gewiß find an dem letzten Sturz der Mark nend eine farfe griechische Abteilung in die neutrale die Spekulation und vielleicht sogar auch die Banken durch 3one zurüdgezogen hätte, der die Türten bis in die Nähe von Kreditgewährung an die Spekulantenbeteiligt. Aber trotzTschanat auf dem Fuße gefolgt feien. Der englise Kom- dem dürfen wir die Macht der Spekulation nicht überschäzen. mandant habe den Abschluß eines Waffenstillstandes und Aufflä- Sie fann zwar eine Tendenz verschärfen, aber nicht das Gegenrung darüber verlangt, warum die Türken in die neutrale Zone teil der natürlichen Wirtschaftsentwicklung hervorrufen. Der eindrängen. Diefe hätten geantwortet, fie wüßten von feiner folchen Stand unserer Valuta ist vielmehr abhängig vom Stande der Zone und hätten vor allem Befehl, die Griechen zu verfolgen, wohin Bahlungsbilanz das ist die Summe unserer geldlichen Berdiefe fich auch wenden mögen. pflichtungen und Ansprüche an das Ausland- sowie von dem inneren Geldwert. Die Zahlungsbilanz aber wird vor allem bestimmt durch die Handelsbilanz, dem Verhältnis unserer Einund Ausfuhr. find. Deutschnationale Siedlungspolitik. liche Mittel dafür bereitgestellt, um jungen Leuten, deren Ausbildung die Eltern nicht tragen fönnen, unter die Arme zu greifen. Die Diese handelsbilanz hat sich nun in den letzten MoMitglieder der aufgelöften reaktionären Berbände sind noch da. naten wesentlich verschlechtert. Unsere Einfuhr ist größer als Mailand, 28. September.( EP.) Während eines heftigen Ebenso befinden sich noch viel zu viel Waffen in den Händen der die Ausfuhr. Im ersten Halbjahr 1922 ist ein Einfuhrüberschuß Gewitters hat am Donnerstag vormittag der Bütz in das Fort Nationalisten. Wir brauchen entschlossene Persönlichkeiten in von mehr als 12 Milliarden Mark vorhanden. Das ist vor Falconara, etwa 10 kilometer weit von Spezia( Hafen am allen Aemtern. Diese müssen Kenntnisse, ein gutes Gewissen und allem die Folge unserer verminderten Kohlenerzeugung, der füdöstlchien Ausgang des Golfs von Genua) eingeschlagen, wobei Selbstbeherrschung besitzen. Wir wollen teinen Bürgerkrieg, aber ungeregelten Zuckerwirtschaft und der erheblichen Einfuhr von ein Pulverlager in die Luft gesprengt wurde. Die wir müssen uns klar sein, daß der Kampf um die politische Macht in Luruswaren. Um die Handelsbilanz aktiv zu gestalten, haben Explosion hat in einem Umkreis von mehreren kilometern eine Zukunft noch schärfere Form annehmen wird. Die Gegner wer die Gewerkschaften das Verbot oder mindestens die Beschränschreckliche Verwüstung angerichtet. Unzählige Häuser stürzten ein. den immer streben, den Einfluß der Sozialdemokraten in ber Reichs- fung der Einfuhr von nicht lebensnotwendigen waren verEs sind über 100 Menschenleben zu beklagen. Die regierung zu vermindern, aber Deutschlands Frieden ist am besten langt. Die Durchführung dieser Forderung, z. B. beim Tabak, Explosion wurde bis nach Spezia vernommen. Die Bewohner, die gewährleistet, wenn der Einfluß der Sozialdemokratie erstarkt und begegnet aber sowohl dem Widerstand der beteiligten Gewerbe, an ein Erdbeben glaubten, stürzten trotz des Unwetters ins Freie. wenn die einzelnen Persönlichkeiten aus unseren Reihen, die in als auch dem Widerstand der bürgerlichen Barteien. Das an ein Erdbeben glaubten, stürzten trotz des Unwetters ins Freie. Auch in der Umgebung der Stadt wurde großer Schaden angerichtet. leitender Stellung stehen, wissen, daß sie Pioniere, Wegbereiter Sonderinteresse siegt wieder einmal über das allgemeine Interesse. Gelingt es aber nicht auf dem Wege der Besserung unserer Handelsbilanz eine Erleichterung auf dem Devisenmarkt herbeizuführen und die weitere Martentwertung zu verhindern, Teuerung zu rechnen. Jede drohende Martverschlechterung Der Angriff der Agrarier richtet sich nicht in erster Reihe gegen veranlaßt die Erzeuger zu vorsichtiger Kalkulation und vor übergroße und schlecht bewirtschaftete Güter, sondern gegen die heriger Abwälzung der in Aussicht stehenden Lasten auf die staatlichen Domänen. So haben sie z. B. in Pommern Verbraucher. Das geschieht jetzt um so mehr, als die Erhöhung durchgefekt, daß eine staatliche Domäne von etwa 830 Heftar Größe der Kohlenpreise, der Verkehrstarife usw., sowie die notwendizur Siedlung an eine Bandgesellschaft abgegeben wurde. Natürlich gen Lohnsteigerungen die Produktion weiter verteuern werden. weil es fich um die Förderung der inneren Kolonisation handelte, zu Ein starker Antrieb zu neuen Erhöhungen ist auch in der am einem besonders billigen Breis. 3u eben diefem billigen 15. Oftober eintretenden gewaltigen Brotpreissteigerung entreis erhielt nun ber bisherige staatliche Domänenpächter 310 halten. Diese Steigerung ist die Folge des Steigens der Preise Hettar des Gutes als Eigentum überantwortet, mit allen Wirtschafts- für das ausländische Getreide. Würde nun die von den gebäuden und allem vorhandenen Inventar. 8weimal je 10 settar Agrariern verlangte Preiserhöhung für das Inlands. wurden für Ansiedlungen zu einem ganz horrenden Preis von je getreide hinzutreten, so wäre ein noch stärferer Aufstieg der 1% Millionen toeggegeben. Die Sozialdemokratische Landtags- Breife aller Waren unvermeidlich. Aber schon jetzt wird es für fraktion hat diesen pommerschen Fall zum Gegenstand einer Kleinen Die Lohn- und Gehaltsempfänger immer schwieriger, ihre Anfrage gemacht. Löhne den Preissteigerungen anzupassen. Böllig unmöglich Auf dem Sozialdemokratischen Parteitag für eftfalen in Her- Als Gegenstück zu dem pommerfchen Fall ein Fall aus der Pro- ist diese Anpassung den Erwerbsunfähigen und Erwerbsforb am 24. September sprach der Minister des Innern, Genosse vinz Brandenburg. Ein Berliner Großinduftrieller hatte dort im beschränkten, die so gewaltsam dem Hungertode ausgeliefert Severing, über den Kampf um die politische Macht Jahre 1918 ein Gut getauft. Der damalige königliche Land- werden. erweiterung. Er führte aus: Der Kampf um die politische rat, ein sehr berüchtigter Junker, verweigerte die Genehmigung des Neben diesen sozialen Wirkungen sind aber auch bereits Macht sei heute ein Kampf um die Republik. Die Sozialdemokratische Kaufes, die auf Beschwerde von der Regierung in Frankfurt erteilt die wirtschaftlichen Folgen des Marksturzes und der Partei sei die einzige republikanische Volkspartei. Bon bem reichen wurde. Das Gut war völlig heruntergewirtschaftet. Der neue Guts- Preiserhöhungen deutlich sichtbar. Der rasche Niedergang der Buftrom nach der Revolution seien viele wieder von uns abgerückt, herr, der auf dem Lande groß geworden ist und Landwirtschaft Mart hatte die Kauflust im Innern start angereizt. Sie ebbte weil sie die durch die Sozialdemokratie für sich erhofften Borteile ftudiert hat, setzte cinen tüchtigen Berwalter ein und wandte große mit dem Anziehen des Markfurfes rasch wieder ab und führte nicht so schnell verwirklicht fahen oder nicht die erhofften Posten Gelbmittel auf, um das Gut wieder in Ordnung zu bringen. Der zu einem Stillstand der Kauftätigkeit, der sich andererseits ja befamen. Dann besprach er die Ursachen, aus denen die bane. Erfolg blieb nicht aus, die Erntemengen erhöhten fich in einem ganz auch durch die mangelnde Kauffraft der großen Masse der rische Reaktion so start geworden sei; die Rätewirtschaft außerordentlichen Ausmaß. Als die Siedlung in Angriff genom. Festbefoldeten ergeben mußte. Eine Produktionsstodung in Bayern sei deren Borläuferin. Es sei nicht zu verstehen, daß men wurde, stellte diefer Gutsbesiger der Regierung in Frankfurt scheint deshalb unausbleiblich zu sein, wenn nicht eine neue wir das wichtige Instrument der Reichswehr einem Bürger- freiwillig ein erhebliches Stüd feines Grundbefizes für An- noch größere Markentwertung die Konjunktur wie vor einigen lichen überlassen. Wir haben genug Böcke zu Gärtnern gemacht liegerfiedlung zu einem Gesentpreis zur Verfügung. Monaten vor dem Umschlag bewahrt, dafür aber die Preise und doch die Verantwortung getragen, und es sei höchste Zeit, die Er erhielt dafür das Versprechen, daß man ihn nicht weiter zu Siede um so stärker steigert. Aber wie damals die Krise auch nur Reichswehr in den Dienst ber Republif zu stellen. In lungsleistungen heranziehen werde, von der Regierung in Frankfurt aufgeschoben, ihre Ursache aber nicht beseitigt war, so würde die Schußpolizei haben sich zuviel Elemente eingeschlichen, die a. d. Oder abgegeben. Inzwischen trat der Landlieferungsverband es auch jekt sein. das alte Offiziersleben, oft ein Landsknechtsleben führen wollten. in Tätigkeit. Seine erfte Attion war, einen Beschluß auf Ent Da Sozialdemokraten in der Borkriegszeit von allen Berwaltungs- eignung eben dieses Gutes zu faffen. Warum? Einmal, ämtern ferngehalten wurden, hatten wir nicht genügend Leute, um, weil der Vorsitzende des Landlieferungsverbandes eben jener alte manche Bosten befeßen zu können. Die meisten von uns, ie heute tönigliche Bandrat ist, den man nach der Revolution fchleu führend in Partei und Gewerkschaft sind, fönnen wohl an politisch nigft entfernt hat. Sodann meil der Gutsherr Demotrat und leitender Stelle ihren Blaz ausfüllen, aber die Berwaltung Jude ist, und die Großgrundbesitzer die Siedlung als ein höchft fann nur demokratifiert werden, wenn sie durchsetzt wird mit dem paffendes Mittel ansehen, Leute aus ihrem Stande zu entfernen, die Nachwuchs aus Arbeitertreifen. Preußen habe reich- ihnen nicht passen. Stort." folgende weiteren Beiträge: Zu diesem hier bereits behandelten Thema liefert die„ Sofo haben wir mit einem weiteren Anwachsen der Mehr Macht! Eine Rede Severings. Produktionsstockung aber bedeutet Arbeitslosigkeit. Im ersten Halbjahr 1922 war die Zahl der Arbeitslosen von Tag zu Tag zurückgegangen; es war sogar eine starte unbefriedigte Nachfrage nach gelernten Arbeitskräften vorhanden. Dagegen liegen jeßt aus einer ganzen Reihe von Industriezweigen Mitteilungen über Betriebseinschränkungen und Arbeiterentlassungen vor. Die demnächst zur Veröffentlichung kommenden Zahlen werden auch den ziffernmäßigen Nachweis erbrin worden. Die Not der Presse. Dr. Breitscheid hatte sich dem Verfahren als Nebenfläger ange. Das Gericht fam nach längerer Beratung zu folgendem U. gen, daß die Wirtschaftslage umgeschlagen ist. Die Arbeits-| losigkeit aber bedroht nicht nur den einzelnen mit Unsicherheit schlossen. Die Klage stützte sich darauf, daß Kloth im Freien Wort" teil: Die Artitel stellen Behauptungen auf, die schwer belei der Existenz, sondern sie ist wie eine ansteckende Krankheit, die einen Artikel Mehrere neue Majestäten" veröffentlicht hat. In digender Natur sind. Der Wahrheitsbeweis set diesem Artikel beschäftigt er sich eingehend mit der Politit des Ab- nicht erbracht worden. Der Vorwurf, daß Dr. Breitscheid Lar alle bedroht. So steht die deutsche Wirtschaft also am Beginn einer geordneten Dr. Breitscheid und behauptet, daß bie Außenpoli desverrat geübt und dabei ein schönes Stück Geld aus französisch fit der USP. während des Krieges die deutschen Interessen schwer neuen schweren Erschütterung. Ihre Wirkungen geschädigt habe. Insbesondere habe Breitscheid das Bater Hilfsquellen verdient habe, fei einer der schwersten Vorwerden um so verhängnisvoller sein, als sie uns völlig unvor land verraten,(!) bie von ihm im Auslande veröffentlichte würfe, die einen Politiker treffen könnten. Bei Berücksichtigung des bereitet treffen. Anstatt den Produktionsapparat zu intensi- vertrauliche Dentschrift der wirtschaftlichen Ver Strafmaßes habe das Gericht erwogen, daß es Dr. Breitscheid weni vieren, haben Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft bände von 1915 würde wohl ein schönes Stüd Geld eingebracht ger darum zu tun sei, seinen Gegner einer schweren Strafe auszu die mühelos verdienten riesigen Milliardengewinne der letzten haben. Der Angeflagte Kloth legte in längeren Ausführungen dar, setzen, als vor Gericht festzustellen, daß die gegen ihn erhobenen Be Jahre zum größten Teil völlig unproduktiv angelegt. Sie daß die Tätigkeit der USP. zu einem guten Teil auf ausländische schuldigungen unwahr seien. Das Gericht hat auch dem Angeflaghaben stets nur an sich selbst gedacht, haben riesige Kapitalien Unterstützung angewiesen sei. Er erinnere an die Sowjetrubel, die ten zugebilligt, daß er geglaubt habe, was er gejagt habe. Daher Ostar Cohn für Revolutionszwede erhalten habe. Zweifellos wären hat das Gericht auch nicht auf eine Freiheitsstrafe erkannt, sondern der deutschen Wirtschaft entzogen, im Auslande oder in auch franzöfifche Gelder in die Parteitaffe geflossen. Breitscheid auf die höchste Geldstrafe von 500 Mart, da das neue fremden Zahlungsmitteln angelegt, in der Erwartung, habe bei Beginn des Krieges in der dänischen Parteipreffe 1914 einen Höchststrafengesetz noch nicht auf diesen Fall, der vor Einführung damit gegen alle Gefahren der Wirtschaft gesichert zu sein. Artikel veröffentlicht, in dem er fälschlicherweise behauptet, daß die des Gesetzes liegt, Anwendung finden konnte. Wie der Sturz der Mart sie in ihrer Banitstimmung zur An- Arbeitslosigkeit in Deutschland im Anwachsen begriffen sei, während des Gesetzes liegt, Anwendung finden konnte. lage ihres Vermögens in fremden Werten veranlaßte, so dürf- das Gegenteil der Fall war. Dadurch habe er den Eindruck im ten sie jezt durch rücksichtslose Abstoßung von entbehrlichen Ausland erweckt, als ob Deutschland am Zusammenbrechen sei. Die Arbeitskräften, das Risiko wiederum auf die Arbeiter abwälzen USP. habe auch das Buch" J'accuse" lanciert und sei offenbar von der französischen Regierung hoch bezahlt Das Hamburger Echo" erscheint nur einmal täglich. wollen. Hamburg, 28. September.( Eigener Drahtbericht.) Eine Des Es geht nicht an, daß wir dieser Entwicklung tatenlos Dr. Rudolf Breitscheid, der Nebentläger, trat diesen Darlegun legiertenverfammlung der Sozialdemokratischen Partei für das Ham gegenüberstehen. Ebenso verfehlt aber ist es, unsere Kraft auf Balliatiomittelchen zu beschränken, die schön aussehen, aber gen entschieden entgegen. Er bestritt, daß er jemals auch burger Staatsgebiet beschloß heute abend, dem Vorschlag der Partei feinen wirklichen Erfolg bringen. Der Kampf gegen Wucher Obwohl er nichts mit der Parteileitung zu tun habe, wäre er doch ab 1. Oftober nurmehr siebenmal wöchentlich erscheinen nur einen Pfennig Geld vom Auslande bekommen habe. vorstände und der Pressekommission, daß das Hamburger Echo" und Preissteigerungen ist gewiß notwendig. Seine Wirkungen wohl in der Lage zu beschwören, daß diese Bartei niemals ausaber werden so lange zweifelhaft sein, als die Geld entwerländische Gelber erhalten habe. Die Denkschrift habe er foll, zuzustimmen. Damit ist das einzige sozialistische Organ, das tung fortschreitet und unsere Erzeugung hinter dem Bedarf niemals in das Ausland verschickt; er habe sie nur seiner Korrespon in Deutschland neben dem Vorwärts" noch zweimal täglich zurückbleibt. denz für Deutschland beigelegt mit dem ausdrücklichen Zusah, daß erschien, zur einmaligen Ausgabe übergegangen. In der VersammWir müssen deshalb alle Kräfte anspannen, um das Uebel fein Eremplar davon ins Ausland dürfe. Auch gegen den Vorwurf, lung sprachen dann noch je cin Vorstandsmitglied der Sozialdemo an der Wurzel zu bekämpfen, das heißt der Marfentwertung daß er selbst oder seine Partei in der Außenpolitik französisch fratie und des Ortsvereins der ehemaligen USP. über die voll Einhalt zu gebieten. Nachdem Deutschland durch das Abkom- orientiert fei, erhebt Dr. Breitscheid entschieden Widerspruch. Er zogene Einigung und die Aufgaben der einigen Partei. Der Zumen mit Belgien eine wenn auch ungenügende Atempause er fei für eine arbeiterfreundliche Bolitik auf Grund einer Verſtändi fammenschluß in Hamburg wurde von der Bersammlung mit Be geisterung begrüßt. halten hat, muß die damit gegebene Möglichkeit zu einer gung zwischen Deutschland und Frankreich. planmäßigen Stügungsattion der Mark auch benügt werden. Wenn Hand in Hand damit handels-, wir schafts- und finanzpolitische Maßnahmen erfolgen, so kann neben der Steigerung der Produktion auch die Beseitigung des Defizits in der Handels- und Zahlungsbilanz und die Herstellung des Gleichgewichts im Reichshaushalt erzielt werden. Dann ist auch ein erfolgreicher Kampf gegen Teuerung und Wucher, sowie ein Schutz der von der Arbeitslosigkeit bedrohten Massen möglich. Gewerkschaften und Teuerung. Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ist am Donnerstag zu einer mehrtägigen Sizung im Berliner Gewerkschaftshaus zu fammengetreten. Die Verhandlungen begannen mit dem Bericht des Bundesvorstandes über die bisherigen Maß nahmen zur Bekämpfung der Teuerung, an den fich eine ausführliche Aussprache anschloß. Zum ersten Male nehmen entsprechend dem Beschluß des Leipziger Gewerkschaftstongresses auch die Vertreter der Bezirksausschüsse des ADGB. aus dem ganzen Reich an der Ausschußsizung teil. Die Debatte über die Aktion der Gewerkschaften gegen Teuerung und Wucher wird fortgesetzt. Volksparteiliche Verleumdungen. Beleidigungsprozeß Breitscheid- Kloth. Vor der 4. Straftammer des Landgerichts II wurde gestern der Prozeß gegen den ehemaligen Sozialdemokraten, jezigen besol deten Agitator der Deutschen Bolts partei, Emil Roth verhandelt. Kloth ist beschuldigt, den ReichstagsabgeordAuf Antrag des Verteidigers Dr. Alsberg wurde dann der Herausgeber der Breußischen Jahrbücher, Dr. Schotte, vernommen, der, als Sachverständiger aussagen sollte. Er äußerte sich dahin, daß bei den nationalen Parteien die Politik der USB. und insbesondere die Auslandspolitik Dr. Breitscheids als Deutschland fchädigend betrachtet worden sei. Nach dem Beispiel der russischen Hilfsgelder sei der Berdacht naheliegend, daß die USP. vom Ausland auch anderweitig finanziert worden sei. Das nachzuweisen, fei aber nicht möglich, da jede Bartei ihre Finanzierung aus begreif lichen Gründen verschleiere. Der Sachverständige ist der Meinung, daß Dr. Breitscheid feine ausgedehnte Betätigung auf dem Gebiete der Auslandspolitik nicht aus eigenen journalistischen Mitteln habe aufbringen fönnen. Der Nebenkläger, Dr. Breitscheid, trat diesen Ausführun gen sehr scharf entgegen und beftritt insbesondere, daß er für seine Auslandsreifen irgendwelche besonderen Aufwendungen gehabt habe. Wenn der Sachverständige seine Reise nach Paris angezogen habe, so bemerte er, daß er auf Einladung der französischen Journalisten zum Todestage von Jaurès eingeladen worden sei. Auch über die anderen Angaben des Sachverständigen kommt es zu lebhaften Auseinandersetzungen. Als Sachverständiger der Gegenseite wird bann ber Abgeordnete Eduard Bernstein vernommen, der sich dahin äußert, daß die annegionistische Denkschrift der Wirtschaftsverbände von den Gesichtspunkt aus zu betrachten sei, daß sie sich gegen bie Regierung Bethmann richtete. Sie sei in Tausenden vo11 Exemplaren in Deutschland verbreitet gewesen und auch schon in einem Flugblatt, das er mit Haaje und Rautsky 1915 veröffentlicht habe, fei auf die annegionistische Agitation hingewiesen worden. Mit der Beröffentlichung habe Breitscheid nichts zu tun gehabt. Der Vorwurf, den der Angeklagte dem Dr. Britscheid gemacht habe, daß er das Vaterland verraten habe, nur des Vorteils wegen, fei das Beleidigendfte, was einen Politifer treffen tönne. Der Staatsanwalt hielt den Wahrheitsbeweis für mißlungen. Er beantragte für Kloth eine Gefängnisstrafe von 1 Mo. nat. R.-A. Dr. Alsberg war im Gegensatz dazu der Meinung, auf Grund der Aeußerungen, die die dem Nebenkläger nahestehenden fozialistischen Zeitungen, wie die Münchener Post", über ihn ver breitet hätten. Durch die Verschidung der Denkschrift habe Breit scheid fahrlässig gehandelt, benn er habe damit rechnen müssen, daß die Schrift auch in das Auslano tam. Bon den Franzosen sei diese Dentschrift dann auch als ein Trumpf behandelt worden. Der Untergang der Der Untergang der„ Hammonia". Anklagen gegen die Schiffsführung. Ueber den Untergang der„ Hammonia", die am 9. September vor Bigo fant, wobei zahlreiche Menschen ertranfen, bringt did Rote Fahne" den Bericht eines Besatzungsangehörigen, der den Untergang des Hapag- Dampfers auf schwere Fahrlässigkeiten der Leitung zurückführt. Die Afchotten( Deffnungen, durch die Asche und Echlade ausgestoßen wird) sollen nicht vorschriftsmäßig gefchloffen gewesen sein, die Meldung eines Kohlentrimmers, daß durch die Deffnungen Wasser eindringe, sei von dem angeblich betrunkenen ersten Maschinisten mißachtet worden. Die Maschinenpumpen, die Das eindringende Waffer hätten bewältigen fönnen, feien entzwei gewesen, ebenso eine von zwei vorhandenen Handpumpen. Es sei auch noch möglich gewesen, wenn die Schiffsleitung rechtzeitig die Gefahr beachtet hätte, einen Hafen anzulaufen. Wir geben diese Mitteilungen unter allem Borbehalt wieder, fönnen aber das Verlangen der„ Roten Fahne" nach genauer Untersuchung des Falles nur unterstützen. Bezahlung der Besatzungskosten. Amerika fordert Farbstoffe ohne Geldbezahlung. New York, 28. September.( WTB.- Juntspruch.) Wie der New York Times" aus Washington gemeldet wird, hat Staatsjefretär Hughes einen plan ausgearbeitet, wonach vorbehaltlich der zustimmung der Reparationskommission den Bereinigten Staaten gestattet sein soll, ihren Anteil in Gestalt von deutschen Farbstoffen ohne Geldbezahlung zu erhalten. Der Preis der Farbstoffe soll der amerikanischen Forderung von 256 Millionen Dollar für die Erhaltung der amerikanischen Be neten Gen. Dr. Breitscheid beleidigt zu haben. Die Anklage gegen daß der Angeklagte zu seinen scharfen Worten berechtigt gewefen fei jahungstruppen am Rhein gutgeschrieben werden. Kloth hatte bereits einmal Kloth hatte bereits einmal angestanden, war aber von der Straf fammer an den Staatsgerichtshof verwiesen worden, um zu prüfen, ob die Sache, da es sich bei Breitscheid um einen früheren preußischen Volksbeauftragten, also einen ehemaligen Minister handle, vor sein Forum gehöre. Der Staatsgerichtshof hat den Fall wieder an die Straftammer zurückverwiesen. Schlick. Strandfischer. Bon J. Kliche. Der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft, in dem alle landwirtschaftlichen Körperschaften zusammengeschlossen sind, fordert in einem Aufruf die gesamte deutsche Landwirtschaft auf, den durch die Polenaufstände in Not geratenen deutschen Landwirten Ober fchlesiens mit Spenden zu Hilfe zu kommen. in der Fabrit am Schraubftod stehen oder über die Ackerfurchen| sie das Opium los werden sollte. Aber sie war ja nicht nur Opiumschreiten. Und also nur Sonntags diefem Sport nachgehen. Ein Grund für die durchnäßten Männer, unterwegs erst mal in der„ Seemöwe" einzukehren und zwei Doornfaats hinunterzugießen. " Nun händlerin, sie war auch feit jeher Beschüterin des Selbstbestim mungsrechts und der Meinungsfreiheit, und vor allem der Handelsfreiheit. Sie fonnte es nicht vertragen, daß das arme chinesische Bolt so schmählich vergewaltigt wurde, daß man ihm den Genuß des Am Nordseestrand Bon seewärts her bläst frischer Herbstwind Opiums verwehrte. So hat fie die chinesische Regierung in zwei in die diesseits der Deiche gelegenen Höfe und Gärten. Auf den Ueber die ägyptischen Hieroglyphen sprach der stets gern gehörte blutigen Rriegen( 1829-41 und 1859-60) mürbe gemacht und zur zum Teil unter Wasser stehenden Grodenwiesen waten einzelne Prof. Dr. Georg Steindorf in der Urania. Der Redner Aufhebung des Einfuhrverbotes für Opium gezwungen. Kinder und Schafe. Krächzender Möwenschrei zerreißt die Luft. Der Sommer geht zu Ende, dennoch ist das Wasser warm. An dem gestaltete feinen Bortrag zu einem Ehrenabend des großen franzö- fonnten auch die Chinesen die„ Genüsse der sieben Himmel" auslangen Uferrand zwischen Wilhelmshaven und Rüfterfiel tummeln tember 1822, also vor genau 100 Jahren, die Grundlage zur Ent- lischen ein Abkommen, wonach die engliche Opiumeinfuhr a sischen Gelehrten François Champollion, der am 27. Sep foften. 1907 fchloß endlich die chinesische Regierung mit der engfich, nackte Knaben und Mäbchen, jauchzen in dem hohen Flutwasser differung der Hieroglyphen schuf. Dadurch wurde die Weltgeschichte China jährlich um 10 Prozent verringert werden soll. Seit 1917 ift und ſtaken mit den bloßen Füßen im weichen, warmen Schlamm. um Jahrhunderte verlängert, die ägyptische Welt, eingeschlossen in also die Einfuhr nach China nicht mehr gestattet. Die engliſche ReZwei Stunden später ist das Wasser verrauscht. Weiter und Stein, gewann mit einem Schlage ihr Leben zurück und der ganz gierung ließ sich aber nicht so leicht unterkriegen. Jegt wird bas weiter ist es zurückgeglitten, und mittlerweile zeigt sich dem Büid alte Orient, die Biege unserer Kultur, wurde für uns verständlich. Opium nicht als Rohprodukt exportiert, sondern nach London eine tief und breit sich dehnende Wattfläche. Quirlend, rieſelnd, Bislang haire man die Hieroglyphen fälschlich als Symbole, als Ge- verschifft, dort zu kokain, Morphium ufw. Präparaten gurgeinb präsentiert sich, soweit das Auge reicht, warmer, breiiger bantenschrift gedeutet, und man machte wohl den Bersuch, Rätsel zu verarbeitet und so exportiert. Das ist auch ökonomischer: es ent: Das ist die Zeit der Krabbenfänger. Mit bloßen Füßen, die lösen, aber nicht den, eine Schrift zu lesen. Nur ein fleiner Kreis stand ja hierdurch eine Veredelungsindustrie"( zur Vervon besonnenen Gelehrten neigte der Ansicht zu, man habe es mit elendung der chinesischen Volksmillionen). 28 Tonnen solcher PräHose aufgefrempelt, waten sie im Gänsemarsch, das breite Fang- Beichen für Laute zu tun. Champollion hinterließ bei seinem frühen parate sind 1921 nach Japan eingeführt worden, von wo He Had neß auf der wetterfesten Schulter, hinaus ins Meer. Ihrer vier, Lode bereits ein Alphabet mit 15 Buchstaben. Hernach waren es China eingeschmuggelt werden. Aber England exportiert auch nach fünf ſtaken mit langen Schritten filometerweit feeeinwärts. Jeber die beiden Deutschen Lepfius und Brugsch, die mit Erfolg Amerika und Europa große Mengen( der pro- Kopf- Verbrauch bes hat eine geräumige Kiepe auf dem Rücken, den Sammelbehälter weiter arbeiteten und der einen wissenschaftlichen Großtat manche trägt in Amerika 36, in Indien 26, in Frankreich 3, in Deutschland Priem zwischen den Zähnen fauend, wandern sie mit gebeugtem Rücken neue hinzufügten. Jekt wiffen wir, die alten Aegypter hatten ein 2, in Italien 1 Gramm). In Mesopotamien und Balästina ihrem Ziele zu. Das ist jene Peripherie des Watts, wo sich Schlick Alphabet von 24 Buchstaben, das uns beim Beginn der ägyptischen wurde mit dem englischen Protektorat auch der Segen des Opiums und Schlamm miteinander vermählen, wo das Waffer auch bei zeigte ber Bornagende vergleichend an Hieroglyphen von 2900 bis ftrengstens verfolgt. Fragt man die englischen Regierungsvertreter, Geschichte als fertige Schrift entgegentritt. Gewisse Veränderungen eingeführt. Im Mutterlande selbst wird aber der Opiumgenuß Ebbestand einen Fuß hoch über dem Schlamm steht, und wo es in 100 v. Chr. Die alten Aegypter verstanden eine beforative, orna- warum man ihn nicht auch in Indien verbietet, so fagen fie, es fei der Regel von den fleinen, langfdhwänzigen, grauen Meeres- mentale Berwendung ihrer Schrift. Neuerdings finden die Gelehrten die innere Angelegenheit des indischen Volkes und England wolle bewohnern, Krabben, Garnelen oder Granat genannt, wimmelt. Bis über die Knie im Wasser watend, schlürfen jetzt die Männer einen Zusammenhang zwischen dem altägyptischen und dem phöni- fich nicht geweltfam einmischen. zischer. Alphabet, und so tommen wir auch dadurch wieder zu einer Ein Valutageschäft in Kaffee. Ort der Handlung: Das deuische befonderen Ehrung der alten Aegypter, der Lehrmeister unserer Fährschiff mit dem Namen eines ehemaligen mecklenburgischen Bo Buchstabenschrift. tentaten, von Gjedser nach Warnemünde. Es gibt Mittagessen in der Kajüte 1. Klaffe zu 300 m., in der 2. Klasse zu 220 M. Für 1,20 r. oder 88 Dere. Für mich zu die Dänen riesig billig Bin überdies von meinen Kopenhagener Gastgebern mit teuer. Smörebröten reichlich versorgt bis Berlin. Aber ich habe Durst und möchte ein Kännchen Raffee trinken; vielleicht den letzten ,, richtig. gehenden" Kaffee auf Monate hinaus. Kaffee gibts nur auf dem Ded für erftilaffige Passagiere. Mein Kaffeedurft treibt mich unter die Erstklassigen. Der Kaffee ift gut, mit Milch und Zucker. Kosten punft 100 Mart ohne Trinkgeld. Ich gebe nichts. 100 mark für einige Schluck Kaffee- das ärgert mich. Aber was will ich denn? Es sind ja nur 40 Dere. Ich habe sie nicht. Dafür aber noch zwei Zwanzig- Dere- Marten für zwei vergessene Ansichtskarten. Ich biete fie meinem dänischen Reisegenossen an, der vom„ Spise" aus ber Kajüte 2. Klasse tommt. Er nimmt sie mir ab zum vollen Wert. Ich habe meine 100 mart für den Kaffee wieder! das an langem Stil befestigte Neh hin und her. In furzen Zwischenräumen wird die Beute gesichtet und in der Kiepe geborgen. Ununterbrochen geht die Arbeit, schwerer und schwerer wird die wassertricfende Kiepe. Der Tag ist günstig, das Meer ist nicht allzu aufgeregt, die Krabben halten stand. Auch die störenden, von den Grodenwiesen entführten Heumassen schwimmen heute nicht im Krabbenbezirk. Dennoch ist's eine harte Arbeit, das Krabbenfischen, und die fünf Männer find froh, als fie nach zweistündiger Tätigkeit landeinmärts waten fönnen. Wieder geht's im Gänsemarsch; die gefüllte Riepe drückt auf den Rücken und tiefer treten die bloßen Füße in den mit scharfen Muscheln durchsetzten Schlamm. Kleine Verlegi gen an den Füßen bleiben nicht aus. Hart diesseits des Deiches fte eine fleine Hütte. Leichter, grauer Rauch qualmt aus dem verbogenen Blechrohr. Eine Frau hat hier kochendes Wasser zurecht gemacht. Aufatmend werfen die Männer ihre Last vom schmerzenden Rücken. Schon gießt die Frau der Reihe nach das dampfende Wasser über den lebendigen Fang. Von Kiepe zu Riepe geht sie mit ihrem Eimer, brüht die kleinen, krabbelnden Tierchen in den Tod. Ganz rot werden diese. e. b. Opium. Der Unterausschuß des Völkerbundes hat in diesen Tagen Beschlüsse gefaßt, um den Handel und den übermäßigen Genuß von Opium zu unterbinden. Es soll die Einfuhr unter Kontrolle gestellt werden. Die Frage wurde schon auf der Konferenz von Washington wieder angeschnitten, jedoch erfolglos. Was für eine Bedeutung die Opiumfrage für die einzelnen Mächte, insbefondere aber für England, besigt, fann durch folgende Daten veran fchaulicht werden. Sachverständige Aerzte haben festgestellt, daß das Opiumbedürfnis der Welt alles in allem drei Tonnen( ie eine Tonne für Europa, Asien und Amerifa) ausmacht. In Indien produziert man aber gegenwärtig 1273 Tonnen Opium, von denen 741 außerhalb des britischen Reiches exportiert, 532 dagegen in Indien und in den anderen englischen Kolonien abgesetzt werden. Der Bertrieb ist von der Regierung monopolisiert, die Produt tion felbft wird von ihr durch Gewährung von Borschüssen gefördert.( Nebenbei bemerkt: Es ist der einzige Produktionszweig, ben bie Regierung unterstüßt.) Dieser Hilfe ist es zu verdanten, Jeder der Männer hat etwa fünfundzwanzig Pfund in feiner daß bie indische Opiumproduktion fich in dem letzten Jahrzehnt um Kiepe eingebracht. Anderntags werden die Krabben auf dem Markt 63 Brezent erhöhte. verkauft. Das Pfund zu zwanzig Mart. Ergibt pro Fischer fünf- Der Vertrieb war nun nicht immer eine einfache Angelegen hundert Mark. Der Fang war also lohnend, zumal die Fünf gar heit. 3. B. wer der Opiumgenug in China im vorigen Jahrhundert nicht mal Berufsfischer, sondern nur" Laienfischer" sind, die morgen verboten, und so hatte die englische Regierung ernste Sorgen, wie -W Jm Großen Schauspielhaus beginnen die Abonnementsvorstellungen am a. Dttober. Bis zu biefem Sage müßen die Nachzahlungen an der Abonnementstaffe erfolgt und die Gintrittstarten abgeftempelt fein. Abonnenten, die die Nachzahlung nicht leiflen wollen, erhalten gegen Müd gabe des Abonnementsheftes den von ihnen gezahlten Betrag zurüd. Paula Wirth, den älteren Berlinern von ihrer Zaligleit am Berliner, Residenz- und Lessing- Theater bekannt, ist in Bremen gestorben. LAY Nr. 460 ❖ 30. Jahrgang Seilage öes vorwärts Ireitag. 20. September 1022 Siadiverordneienbeschlüffe Aber Aoistandsmaßnahmen Noch keine Beratung über den Straßenbahntarif. Zum Kampf geg«n Teuerung und Bewucherung faßte gestern die Stadtverordnetenversammlung eine Reihe Beschlüsse, die ihr der zur Vorberawng der bekannten Anträge eingesetzte Aus- schuß empfahl. Die Kommunisten machten nochmals ihre auf agitatorische Wirkung abzielenden eigenen Vorschläge, die ihr Redner stelz als„positive" bezeichnete. Ein Antrag der Deutschen Volks- parte!, dem auch Demokraten, Wirtschastspartei und Deutschnationale ihre Zustimmung gaben, mollte für die Warenprcisbemessungen das Recht voller Einsetzung des Wiederbeschaffungspreises retten. Di: gesamt« Linke, mit der auch die Zentrumspartei stimmte, trat diesem Versuch entgegen und erreichte die Annahme auch des gegen den Mißbrauch des Wiederbeschaffungspreises sich richtenden Abschnittes der Ausschußanträge.— Im letzten Teil der Sitzung kam es zu einer lebhaften Aussprache über die Wohnungsbau- abgäbe, deren Erhöhung beschlossen wurde. Ueber die Dringlich- keitsvorlage betreffend die Straßenbahntariferhöhung wurde noch nicht beraten. « Zur gestrigen Sitzung hatte der Magistrat die Versammlung wieder einmal mit 3 Dringlichkeitsvorlagen überrascht, zu denen sich zu Beginn der Verhandlungen sogar noch eine vierte gesellte. Die letztere verlangt eine weitere Steigerung des Preises für die Kilowatt st unde elektrischen Stromes von 2 5 M.(wie er in der ersten Dringlichkeitsvorlage vom 23. d. M. normiert ist) auf 2 8 M.: di« zweit« Vorlage vom 23. fordert die Erhöhung des eben erst auf 10 M. heraufgesetzten Straßen- bahntarifs auf 15 M., die dritte will an die Stelle der Ver- scimmlung für die Festsetzung des Straßenbvhntarifs die Verkehrs- deputation setzen. Alle diese Vorlagen werden mit der Dringlich- keit der Auszahlung der erhöhten Arbeiterlöhne begründet. Die Elektrizitätspreisvorlagc wurde nebst ihrer Er- gänzung an einen Ausschuß verwiesen, die Dringlichkeit der beiden anderen Dorlagen lehnte eine große Mehrheit ab. In der Aus- spräche darüber gab sich Kämmerer Dr. K a r d> n g di« größte Mühe, seinen Widersachern Koch(Dnat.) und Dr. Rosenberg und Schumacher(Komm.) nachzuweisen, daß sich seit 8 Tagen die Wirtschaflslage so zuungunsten der Stadt verändert habe, daß speziell die unverzügliche Weitererhöhung des Straßen- bahntarifs eine unbedingte Notwendigkeit fei. Auch Stadtrat Koblenzer wies mit Nachdruck darauf hin, daß der Magistrat bereits Beschluß gefaßt habe, dem Vorgang des Reiches entsprechend eine weitere Erhöhung der Arbeiterlöhne eintreten und die erhöhten Beträge baldigst auszahlen zu lasten. Aber es war für gestern alles vergebens.— Auf die Anfrage der Kom- muniften vom 4. Mai, welche Schritte der Magistrat getan bab«, um die schuldigen Polizeioffiziere, die am 2. Mai mit blanker Waffe gegen harmlose Demo» st ran- ten vor dem Rathause vorgingen, zur Verantwortung zu ziehen usw., gab Stadtrat Wege die Erklärung ab, daß nach dem Be- scheid des Polizeipräsidiums die Feststellungen ergeben haben, daß die beteiligten Polizeibeamten im Rahmen ihrer Dicnstbesugniste ge- handelt haben, daß daher kein Anlaß vorliegt, sie zur Verantwor- tung zu ziehen.— Ein Antrag der Kommunisten auf Besprechung fand nicht die hinreichende Unterstützung. Zur Annahme kam ein dringlicher Antrag des Zen- trums, der den Magistrats auffordert, endlich die Not der «Hilfslehrer zu lindern und für die Erhöhung der gänzlich un- zureichenden chonorarsätze für die Lehrstunden zu sorgen. Ueber die Ausschußbeschlüss« zu den Anträgen aus der Ver- sammlung betr. Vlatznehmen zur Behebung des Bokstandes referierte P a 1 1 1 o£h,(Soz.). Der Ausschuh hat eine ungemein umfangreiche Resolution vorgeschlagen. In derselben werden vorn Reiche 1. Maßnahmen gegen die Auswüchse des Devisenhandel». 2. Aufcnthallssieuern für Ausländer, 3. Vermeidung der Gefährdung der Versorgung des Volkes mit Lebensmitteln durch die Erfüllung der Reparationslasten gefordert. 4. soll die Reichs- regierung dahin wirken, daß. alle Maßnahmen zur wirksamen Bekämpfung des Wuchers von Erzeugern und Händlern ergriffen werden. Die sprunghaften willkürlichen Preiserhöhungen für die Nahrungsmillel und notwendigsten Pedarfsgegenstände haben— besonders durch Berechnung des Wiederbeschaffungspreises— Formen angenommen, die nur als glaiker Wucher bezeichnet werden können, da die Herstellungskosten in keinem Verhältnis zu den jetzigen Preisen der. Ware stehen.— Weiter wird unter 5 Verstärkung der Reichsmittel für Rentner und sonstige Unterstützungsempfänger gefordert, unter 8 eine Aenderung der Steuergesetzgebung dahin, daß den Städten wieder das Recht gewährt wird, Zuschläge zur Einkommen- st e u e r zu erheben. Ferner werden zahlreiche Anregungen für die Förderung, Sicherung und Ergänzung der Produktion gegeben, Einschränkung des Luxusverbrauchs befürwortet und schließlich schleunigste Inkraftsetzung der kommunalen Beherber- gungssteuer für Ausländer, sowie ausreichende Sicherstellung der notwendigsten Lebensmittel und Brennmaterialien verlangt. Die Streichung des durch Fettdruck hervorgehobenen Satzes unter 4 beantragt die Deutsche Volkspartei. Der Referent betonte u. o. noch, daß der Ausschuh auch die Einführung von Gefrierfleisch empfehle, da er der Ansicht sei, daß das Publikum sich von einem nicht gerechtfertigten Vorurteil in diesem Punkte bisher habe leiten lasten. In der Erörterung trat die Abneigung der bürger- lichen Parteien, dem Wucher energisch zu Leibe zu ! gehen, scharf hervor. Den ersten Satz unter 4 akzeptierten sie, um . so heftiger opponierten sie gegen den zweiten Satz, der doch dem ersten erst greifbaren Inhalt gibt. Der Reihe nach traten Linke(Dnat.), Frau Dr. Ma per(D. Vp.), Merten(Dem.) und P e r s ch k e (WP.) gegen ihn in die Schranken. Dörr(Komm.) ließ an den Ausschußanträgen kein gutes haar.— Stadtrat Richter konnte als neue Tatsachen mitteilen, daß der Abschluß der kartofsellieferangsveriräge perfekt sei und die Lieferungen demnächst beginnen werden; auch sei eine Beschränkung der Butterauk klonen angeordnet.— Genosse Arndt stellte fest, daß mit den Ausschußanträgen natür- lich nicht die Not der Berliner Bevölkerung durchgreifend gemildert sei; denn dazu sei Berlin heute weniger denn je in der Lage. Wer den Wucher wirklich ernsthaft bekämpfen wolle, müste auch den zweiten Satz annehmen. Gegen die Nummer ö nahm der Redner aus dem Gesichtspunkte Stellung, daß man die Steuergesetzgebung der letzten drei Jahre nicht zurückschrauben und nicht wieder ein völliges Durcheinander schaffen dürfe. Zum Schlüsse nahm der Redner Anlaß, auf die Tatsache hinzuweisen, daß sich in den letzten 14 Tagen die Warenpreise dem ziemlich konstant gebliebenen Dollar- kurse nicht angepaßt haben, sondern sprunghaft weiter gestiegen sind; der D o l l a r st a n d sei also nicht der Auedruck der deutschen Wirtschaftslage, sondern das Ergebnis einer internationalenSpekulation an unseren Börsen, der mit allen Mitteln entgegengetreten werden müsse.— Nach dem Schlußwort von Pattloch nahm die Versammlung die Ausschuß- vorschlüge an, den angefochtenen Passus zur Wucherbetämpfung in namentlicher Abstimmung mit 88 gegen 77 Stimmen. Stadw. F l a t a u(Soz.) berichtete dann über die Ortsgesetze betreffend die A n st e l l u n g und Pensionierung der Be- a m t e n der Stadt Berlin, betreffend die Stellenbesetzunq, die Ge- Währung von Dienstaufwandsentschädigungen und das Stimmrecht der Gemeindebeamten in den Deputationen. Zu den Ausfchußvor- schlügen und den gestellten Anträgen sprachen von sozialistischer Seite Frl. Riedger und Mendt und außerdem Stadt- syndikus Lang«. Die Abstimmung wurde mit Rücksicht auf eine gleichzeitige Besprechung der Sozialdemokratischen Partei auf die nächste Sitzung verschoben. Mit der Erhöhung der wohnungsbauabgobe vom 1. Oktober 192? ab von 25 auf 75 Proz. hat sich der Aus- schuß einverstanden erklärt. Auch soll der Magistrat er- sucht werden, a) auf eine Aenderung des Reichsmietengesetzcs dahin zu wirken, daß die Einrechnung der Abgab« unmittelbar durch die Steuerbehörden geschieht, d) von der Regierung energische Maß- nahmen gegen den Baustoffwuchcr zu fordern. Dörr bezeichnete diese Wohnungsbauabgabe und ihre Er- höhung als einen Skandal schlimmster Art, da es darauf hinauskomme, ungeheure Summen aus der verelendeten Bevölke- rung herauszupressen, um sie auf dem Weg« der Siedlungspolitik Leuten zuzuschanzen, die es nicht nötig hätten.— Stadtrat W u tz k y: Herr Dörr hat einfach die Tatsachen auf den Kopf gestellt. Für die Beschaffung billiger Baustoffe hat das Siedlungsamt das Möglichste getan; aber den Wucher hat es auch nicht ausrotten können. Dir Erhöhung wurde beschlossen. Schluß 10 Uhr. *» * Vereinigte sozialdemokratische Ttadtverordnetcnfratt o Die Vorstände der beiden sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktionen traten gestern zur B- ratung über die Verschmelzung der beiden Fraktionen zi. sommen. Es ergab sich Einmütigkeit darüber, daß die erste g e meinsame Sitzung am Dienstag, den 3. Oktober, unter'de Borsitz des Altersoorsitzenden Genossen Pfannkuch stattfinden so: Die Leitung der Fraktion soll zunächst einem Vorstand übertrage> werden, der sich aus den gleich starken Vorständen der bisherig- Fraktionen zusammenletzt. Gleichberechtigte Vorsitzende d Fraktion werden demnach die Genossen Hugo Hcima'nn ui Dr. W e y l. Wer erhält Brotkarten t Nichtbezugsberechtistte haben die Karten zurückzugebc. Nach der bekannten Verordnung des Reichsernährungsministe vom 8. September 1922 haben vom 16. Oktober auf Brotkarten d Bemitteltenkeinen Anspruch mehr. Als Bemittelte gelte alle diejenigen Personen, deren steuerpflichtiges Einkommen im Kc lenderjahre 1921 30 000 M. überstiegen hat. Bei Personen, die i einem gemeinsamen Haushalt, d. h. in Wohnungs- ui Verpflegungsgemeinschaft leben, werden der Einkommcnsgrenze dr Haushaltungsvorstandes von 30 000 M. für jede Person, der 1 gemeinsamen Haushalt Unterhalt gewährt wird.(auch Dienstbote imd ähnliche), noch 15 000 M. hinzugerechnet. Besteht also ein Hau halt aus dem Haushaltungsvorstand und drei Personen, so höt dieser Haushalt Anspruch auf Brotkarten, wenn das gemeinsan steuerpflichtige Einkommen im Kalenderjahr 1921 nicht mehr a: 75 000 M. betragen hätte; überstieg das Einkommen der vier Psi sonen diesen Betrag, so ist der Haushalt nicht kartenberechtigt: c bleibt es jedoch ausnahmsweise, wenn das Gesamteinkommen d-. vier Personen im Wirtschaftsjahr 1922/23(16. August 1922 bi 15. August 1923) das Vierfache der erwähnten Sätze also 300 000 M. nicht übersteigt. Nach der Ausführung: Verordnung des Magistrats ist ein besonderer Antrag auf Zutei lung von Brotkarten nicht erforderlich: es müssen vielmeh alle nach dem Gesagten als bemittelt anzusehende Personen u n a u s gefordert die Annahme der Brotkarten verweigern oder di Karten unverzüglich zurückgeben, wenn sie sie fälschlich erhalte, haben; andernfalls setzen sie sich der im Gesetz vorgesehenen Be strafung aus. Das Ernührungsamt, das Bezirksamt oder die Brot kommission sind in jedem Fall berechtigt, den Nachweis de. Bersorgungsberechtigung zu fordern. Gegen Abgabe des mit A I bezeichneten Abschnittes der Milch- karten A I für den Monat Sevtember(für Kinder im ersten Lebensjahr) werden 2 Pfund Zucker zum Kleinhandels- preisvon je 35 M. ausgegeben. Die Ausgabe erfolgt ohne Voranmeldung in der Zeit vom Mittwoch, den 4. bis ein- schließlich 10. Oktober; a) in den Verkaufsstellen der Kon- sumgenossenschaft Berlin und Ilmgegend und des Beamtsnwirtschafts- verein? nur für deren Mitglieder, d) in den an den An- fchlagsäulen und in der nächsten Nummer des Gemeindeblattes an- gegebenen Kleinhandelsgeschäften. Um Sie ö litte?. Gegen die Warenzurückhaltung der Produzenten. Durch Verfügung des Reichsernährungsministers ist bekanntlich die Abhaltung von Nutterauktionen in Zukunft von Garantien ab- hängig gemacht worden, die dem Ernährungsministerium oder den zuständigen Stellen der Länder gegeben werden müssen, falls nicht in absehbarer Zeit ein vollständiges Verbot der Auktionen stattfinden soll. Diese Garantien bestehen in erster Reih' darin, daß die Lutter. Produzenten, also in erster Reihe die Landmolkereien gezwungen werden sollen, ihre gesamte Produktion den Auktionen zur Verfügung zu stellen. Bisher ist in steigendem Maße die Beobachtung gemacht worden, daß die Molkereien etwa nur den vierten oder fünften Teil ihrer Oicsamtproduktion auf die Auktion sandten und infolgedessen künstlich eine Warenknappheit hervorriefen, die zum großen Teil an der Preisbildung schuld trug, die 20) Sachawachiak der Eskimo. von Ejnar Wikkelsen. Am nächsten Tage kam Sachawachiak. Man hatte ihn erwartet, und als ein Eskimo einen Schlitten über den Rand des Hügels heraufkommen und sich in rasender Fahrt nähern sah, verkündete er ringsherum:„Sachawachiak kommt!" Das wirkte auf die Eskimos wie ein gellender, auf- stachelnder Schrei. Mann um Mann nahm ihn auf und «ondte ihn weiter, in wenigen Sekunden ertönte der Ruf über den ganzen Wohnplatz:„Sachawachiak kommt!". Und vom Landeis, von den Hütten und Arbeitsplätzen kainen die Es- kimos angelaufen, sie wollten dabei sein, wenn er mit den Weißen oder dem Weißen— Jim Hacklett war ja allein— abrechnete. Rasch näherte Sachawachiak sich in der ausgefahrenen Spur, ja, das war«rs sie erkannten alle seine hohe, schlanke E-estalt, wie er da auf dem Schlitten, mit dem Speer in der einen und der knallenden Peitsche in der anderen Hand stand. Die Kapuze des Anorak war ihm vom Kopf geweht, und sein langes 5)aar flatterte frei im Winde. Er stand etwas vorn- übergebengt mit gespreizten Beinen, lim das Gleichgewicht zu holten, er glich sich wieder selbst aus den Tagen seiner Glanz- 'fit, als er am Bug des llmiaks stand und sein Volk zum Kampf gegen den Wal führte. Aber damals war sein Blick ruhig und kalt gewesen, nicht> suchend wie jetzt, sie drfi-kten sich zusammen, seine früheren Freunde, als er zwischen sie fuhr und vom Schlitten sprang; � fein Auge verhieß nichts Gutes für den, der ihm zu trotzen wagte. Er sah sich im Kreis? der Gesichter um, blitzschnell und scharf, ohne doch den zu bemerken, den er zu finden gehofft hatte, und sofort wurde er ruhiger.— Er sah sich wieder nach einem Freunde um, doch begegnete er nur finsteren, ernsthaften Gesichtern.— Nicht einer lächelte. War es sein alter Ruf als bester Fänger des Wobmilatzes, oder war es vielleicht der Schmerz, der deutlich auf seinem Gesiebt zu lesen stand, die die aanze große Versammstmg zum Ernst, zum Schweigen, zum Mitqe'übl mit dein früher so starken Manne zwangen? Er öffnete ein paarmal den Mund, wie um zu sprechen, und schloß ihn wieder: doch endlich bekam er die Worte her- aus:„Wo ist Jgluruk?" Keiner antwortete, keiner hatte Lust, sich der besinnungs- losen Rache des rasenden Mannes auszusetzen. Ujaraks Tot- schlag war ja bekannt, sie duckten sich, alle die vielen Leute, nicht ein einziger von ihnen hatte den Mut, das Wort zu sagen;„fort"! „Hört ihr nicht?" wiederholte er langsam und deutlich, während seine Augen wieder ihren wilden Glanz bekamen, „hört ihr nicht, wo ist Jgluruk und der schwarze Joe, sind sie noch hier?" Immer noch keine Antwort, aber nun stieg der Zorn in Sachawachiak auf, er packte den Näcstststehenden und schüttelte ihn.„Antworte mir, wo ist Jgluruk, wo ist der schwarze Joe?" „Fort." stammelte der Mann und riß sich aus Sacha- wachiaks Griff los,„gestern abgereist, nach Süden." Die Gewißheit wirkte lähmend ai f Sachamachiak, und ein unendliches Ohnmachtsgefühl befiel ihn. Er war doch lo rasch gefahren, hatte sich so furcktbar abgearbeitet, um nach Nuwuk zu kommen, bevor die Weißen Unrat ahnten, und trotzdem kam er zu spät, im Augenblick war der schwarze Joe seiner Rache entschlüpft, aber er war wohl noch einzuholen, weit tonnte er nicht sein, er mußte auf der Stelle aufbrechen. Er wandte sich zum Gehen, ohne zu fragen, ohne ein Wort zu sagen, als plötzlich ein höhnisches Gelächter dicht neben ihm ertönte, er kannte das. drebts sich auf den Hacken herum und stierte in Jim Hacklests spöttische Augen. „Na," sagte Jim,„bist du endlich zurückgekommen? Die Jagd hat eigentlich lange gedauert, aber großer Gott, wie siebst du denn aus, es ist nur gut, daß Jgluruk nicht bier ist, sie würde dich sicher nicht wiedererkennen, nein, sie hat doch den schöneren Mann gewählt, als sie mit dem schwärzen Joe davonfuhr!" Aber mehr kannte er nicht herausbringen, mit einem Sprunge war Sachatvichiak bei dem weißen Feinde; er packte ifrn an der Kehle, drückte zu, und sie stürzten zusammen zur Erde. Jim Hacklett war stark, aber Sachawachiaks würgender Griff um seine Kehle hätte ihn bald erledigt, er wandte und drehte sich, um losu-kommen, aber Sachawachiak hielt fest und Gearbeitete mit der frc:cn Hand seinen Kopf. Jim war dicht daran,.im Kampfe zu unterliegen, als es ihm gelang, sich herumzudrehen und einen Arm um Sacha- wachiaks Nacken zu schlingen; er drückte zu und zwang Sachawachiaks Kinn an seine Stirn herunter, bog den Ko� seines Gegners nach hinten um und drückte— ein unerträglicher Griff. Das half. Sachawachiak konnte seinen Griff um Jims Kehle nicht mehr beibehalten, sondern ließ los, und schwer atmend wälzten sich die beiden im Schnee herum, während die Eskimos dastanden upd schweigend und ernsthaft zusahen, ohne dem einen oder anderen zu helfen. Vergangenheit und Gegenwart mußten ihren Kampf allein auskämpfen. Jim Hacklett war stark, aber Sachawachiak war doch der Stärkere, und der Weiße würde bei einem ehrlichen Kampfe Mann gegen Mann den kürzeren gezogen haben. Doch Jim wußte nichts von Ehrlichkeit, weder beim Geschäft, noch bei einer Schlägerei, ein Dolch würde den Ausfall zu seinem Vor- teil gewandt haben, einen Dolch wollte er gebrauchen, und er nahm seine ganze Kraft, seine ganze Gewandtheit zusainmen, um mit einem plötzlichen Ruck den rasenden Eskimo so weit von sich abzuschütteln, daß er sein Messer, das ihm an der Seite hing, zu fassen bekam. Es glückte, das blanke Messer blitzte im Sonnenlicht, ein- mal, zweimal— dann löste sich Sachawachiaks Griff, er fühlte seinen rechten Arm so schlapp und schwer werden. Jim riß sich los, sprang auf. blutig und zerschlagen, aber als Sieger! Wieder hatten die Weißen die Oberhand gewonnen! Er ging nach seiner Hüite, obne sich um Sachawachiak zu kümmern, der am Strande sitzend zurückblieb, mitten in dem blutigen, zerstamplten Schnee, und sich seinen rechten, von zwei tiefen Messerstichen verwundeten Arm hielt. Jims Ab- ficht war gewesen, seinen Feind zu erdolchet,, um ibn endlich loszuwerden, aber es gelang ihm bloß, ihn zu verwunden "nd ihn zu einer mehrtägigen Ruhe zu zwingen; bald würde Sachawachiak wieder zum Kampf gegen den weißen Feind bereit sein und ibn bis zum bitteren Ende durchführen. Es war schwierig für Sachawachiak, Hunde in Nuwuk zu bekommen. Keiner wagte, ihm auch nur ein einziges Tier zu überlassen, denn Ilm Hacklett hatte es verboten und denjeni- gen. die dem früheren Häuptling und Freund halfen, mit der Verfolgung der Töeißcn gedroht, und dies nicht nur auf einen Monat, auf"in Jahr, landern stets und überall, und das war keine leere Drohung, die Weißen taten es, wenn sie wollten. so viel hatten die Eskimos schon gelernt.(Forts, folgt.) Preußischer Polizeibeamtentag. scharfem Gegensatz zu den amtlichen Preffen der Butternotie- Jim Kommando der Heilsarmee ist. Bei seinem Erscheinen wurde er rungsfommission standen. Das geringe Angebot von Butter, und sogleich mit lebhaftem Beifall überschüttet. Man flatscht überhaupt zwar meist hochwertiger Erzeugnisse, veranlaßte die sprunghafte Auf- viel und gern Beifall, ist eben dankbar für die Darbietungen. Higgins, Nach Begrüßung der Delegierten und Gäste durch den Ber wärtsbewegung, die dann von den Produzenten in der Weise aus der sich ehrlich dafür einsetzt, daß die Sünder Buße tun und sich begenutzt wurde, daß hinterher die vorhandenen großen Mengen an fehren, ist ein Redner gonz großen Formats. Nichts Salbungs- bandsvorsitzenden Brebed sprach Ministerialdirektor Dr. Falt Butter nur zu den höchsten Auktionspreisen abgegeben wurden. In volles ist in seiner Eprechweise, er ist äußerst anschaulich, ganz Leben, als Vertreter des Reichsministeriums des Innern dem Verband die den Kreisen des Butterhandels steht man der Berfügung des Er- ganz Temperament, ja so temperamentvoll, daß er seinen Ueberseher besten Wünsche zu seiner Tagung aus. Hierbei gedachte er insbenährungsministers allerdings nicht allzu optimistisch) gegenüber. Man faum aussprechen läßt. Der maltete mit bewundernswertem Gesondere der Beamten, die in den abgetretenen Gebieten ein Opfer befürchtet, daß dieser Erlaß einen Lieferstreif der Molkereien schick seines Aintes und nahm es so genau, daß er sogar die Be- ihrer Pflichttreue geworden sind, und verurteilte mit aller auslösen wird und daß die Butterauftionen von den Landmolkereien wegungen des Redners getreulich kopierte. A das Werben und Schärfe das Verhalten der Beamten, die sich immer noch nicht mit Es sei unvereinbar, und den großen Genossenschaften gänzlich gemieden werden. In Flehen zog in der Tat auch mehrere Seelen nach der Bußbant. Die der heutigen Staatsform abfinden fönnen. diesem Falle, so nimmt man in den Kreisen des Butterhandels an, großen Sünder aber die das Volk bewuchern und be- nachts in abgeschlossenen Bereinigungen monarchistische mürde sich wahrscheinlich der ebenso unerfreuliche Zustand heraus stehlen, bekommt die Heilsarmee nie und nimmermehr. Propaganda zu treiben und bei Lage der Republiz bilden, daß der gesamte Butterhandel von einer Gruppe des GroßDienen zu wollen. Polizeioberst van der Bergh überbrachte die handels kontrolliert wird und daß auch in diesem Falle ein PreisGrüße und Wünsche vom preußischen Ministerium des Innern. bittat bestehen bliebe. In diesem Falle will der Kleinhandel Redner betonte den äußeren und inneren Ernst unserer Lage und die Bedeutung, die der Polizei dabei zufomme ais fefte Stütze für die Republik. Die Polizei sei nach dem Kriege unter dem Druck der äußeren und inneren Verhältnisse als ein System der Aushilfe entstanden. Die Entwicklung sei noch nicht abgeschlossen, nehme jett aber festere Formen an. Die fortschreitende Ueberführung in den Einzeldienst und die Verabschiedung des Schußpolizeibeamtengesetzes nach den bisherigen Erfahrungen mit den landwirtschaftlichen Orga Kreismitgliederversammlungen nisationen an den Ernährungsminister mit der Bitte herantreten, bie 3 mangswirtschaft für Milch und Milchprodukte in vollem Umfange wieder einzuführen. Der Ring an ihrem Finger. Schwindeleien des Herrn Hu-, Gu- oder Schudeliſtoff. Ein internationaler Hochstapler, Heiratsbetrüger und Juwelen schwindler, der von der hiesigen Kriminalpolizei schon einmal unschädlich gemacht wurde, treibt sein Unwesen jetzt im ganzen Deutschen Reich. Es handelt sich um einen 24 Jahren alten zu Wernberg im Bezirk Kärnten in Desterreich geborenen Roland Hudolist. Seine Schwindeleien gehen in die Millionen. Als ungarischer Oberleutnant, Chemifer oder Ingenieur Roland Hudeliftoff, Gudelistoff und Schudelistoff, Sohn eines wohlhabenden Cutsbesigers und Eigentümer großer Wäldereien in Rärnten, sucht er überall Damenbekanntschaften. In mehreren Fällen fam es zur Berlobung. Dann verschwand er plötzlich, nachdem er Der Braut" oder deren Angehörigen bares Geld oder Schnucksachen abgeschwindelt hatte. Den jungen Damen gegenüber, deren Befanntschaft er macht, zeigt er im Laufe der Unterhaltung besonderes Interesse für ihre am Finger getragenen Ringe. Er veranlaßte fie, ihm den Ring zur Besichtigung zu überlassen und ftedte ihn an seinen Finger. In geschickter Weise lenkte er sodann Die Unterhaltung ab und vergaß die Rückgabe des Ringes. Wenn fie dennoch gefordert wurde, verabredete er mit der Dame für den nächsten Tag eine Zusammenkunft und suchte trotz aller Einwendun gen die überlassenen Ringe als Pfand zurückzubehalten. Durch diesen Trick und andere Echwindeleien erbeutete er im Juli d. I. in Oberammergau Schmucsachen im Werte von 120 000., in Berchtesgaden von einem schwedischen Studenten eine schwedische Fuderttronennote, am 8. Auguft in Stuttgart von einer Kon= toriftin amei Brillantringe im Werte von 50 000 m. und endlich am 24. August von einer Tanzaffistentin einen Brillantring im Werte pon 100 000 m. Der Schwindler wird wahrscheinlich auch in Berlin eine Gaſtrolle geben. Ein be fonderes Rennzeichen sind zwei Goldzähne lints im Oberkiefer. heute, Freitag, den 29. September, 7½ Uhr: Mitle: Sophieniäle, Sophienfic. 17/18. Tiergarten: Hohenzollernfäle, Bandelsfr. 35. Prenzlauer Berg: Unionsfeftjäle, Greifswalder Str. 221/223. würden festere Berhältnisse schaffen. Die endgültige Gestaltung fei Wedding: Pharus- Säle, fleiner Saal, Müllerstr. 142. Friedrichshain: Comeniusfäle, Memeler Str. 67. Wilmersdorf: Cäcilienschule, Nitolsburger Platz 5. Charlottenburg: Kaiser- Friedrich- Zelt, Berliner Str. 88. Wilmersdorf: Cäcilienschule, Mifolsburger Platz 5. Spandau: Auld der Oberrealschule, Moltke- Ede Friedrichftraße. Schöneberg- Friedenau: Aula der Chamissoschule, Barbarossaplay. Steglih- Lichterfelde: Lichterfelder Festfäle, Lichterfelde, Jehlendorfer Straße. Neukölln: Realgymnasium, Kaiser- Friedrich- Str. 210. Köpenid: Aula der Körnerschule, Lindenstr. 11. Lichtenberg: Cäcilien- Lyzeum, Rathausstraße. Pankow: Rafinosaal bei Lindner, Breite Str. 32. Reinidendorf: Rathaus Wittenau. Tagesordnung: " 1 noch nicht erreicht. Es seien noch Elemente im Dienst, die nach den ganzen Vorausfegungen und Erwartungen, unter denen sie eingetreten sind, nicht hineingehören. Bei der weiteren Gestaltung feien noch wichtige Einzelfragen zu lösen. Dazu sei es nötig, daß alle inneren Spannungen zwischen den einzelnen Dienstzweigen, zwischen Blau und Grün, den verschiedenen Gruppen und Organisationen und dem Ministerium und der Beamtenschaft zurücktreten und daß alle Beteiligten zusammenstehen in einiger Arbeit, das Beste für die Polizei felbft und damit auch für Volk und Regierung zu schaffen. Landtagsabgeordneter Gaerting überbrachte Grüße und Wünsche der sozialdemokratischen Landtagsfraktion. Die Fraktion sei leider gezwungen, unter dem Druck der dauernden Forderungen der Entente ihre Zustimmung zu dem neuen Gesez für die Schußpolizeibeamten zu geben. Sie mußte auch angesichts der Tatsache, daß sich in der Schutzpolizei Elemente befinden, die nicht hineinge hören, die Möglichkeit schaffen, fie zu entfernen. Ein Antrag, die Frage der Einigung aller Polizeibeamtenorganisationen auf die Tagesordnung zu sehen, wurde angenommen. Ueber den 2. Puntt der Tagesordnung: „ Die Neugestaltung des Polizeiwesens in Preußen" Berichterstattung von Augsburg und dem Nürnberger Einigungsparteitag Referenten: Anfon, Josef Arndt, Friedrich Bartels, Eduard referierte Polizeileutnant Finnefroh, der u. a. die Verstärkung Bernstein, Frau Bohm- Schuch, Dr. Adolf Braun, Robert Breuer, der Straßenpolizei und die Befehung der Reviervorsteherstellen im Georg Buchmann, Dr. Cohmann, Gottlob Münsinger, Heinrich Einverständnis mit den Organisationen der Polizeibeamten sowie Ströbel, Hedwig Wachenheim, Karl Weiner, Dr. Zechlin. den Acht stundentag forderte. Wenn dieser nicht bald ges Wegen der Bedeutung des Berichts ist das Erscheinen schaffen werde, sei eine noch stärkere Abwanderung der Beamten in die freien Berufe zu erwarten. Für die Bereitschaftspolizei müsse aller Mitglieder unbedingte Pflicht. mehr Ueberführung in die eigentlichen Polizeibelange erstrebt werden. In der anschließenden Diskussion sprach Polizeihauptmann Die Berliner Gastwirts- Herbstmeffe, die achte ihrer Art, wurde ein rich( Hessen) sich dafür aus, daß das Ministerium für einen in der neuen Welt" eröffnet. Auch diese Messe zeigte von einer stärkeren Straßendienst sorge und mit Nachdruck gegen das KomBielseitigkeit des Bedarfes im Hotel-, Restaurations- und Küchen- mandierungsunwesen einschreite. Weiter trat der Redner für eine wesen, wie sie der Laie faum ahnt. Aus nahezu 700 Erzeugungs- Regelung des Disziplinarverfahrens ein, das rascher vor sich gehen stätten liegen Warenangebote vor und man mußte, um die Fülle der müsse, damit den Beamten die Qual der Ungewißheit sobald als Preistreiberei bei Obst- und Gemüsekonserven. Ausstellungsobjekte zu bergen, neben den Riesensälen der Neuen möglich genommen werde. In der gestrigen Sitzung des Fachausschusses der Preis- Welt", Hasenheide 108-114, noch die ebenfalls stattlichen Räume des Ein folgender Redner führte aus, daß das Schuhpolizeibeamten prüfungsstelle wurde gelegentlich der Nachprüfung der Klein- gegenüterliegenden Bergnügungspalastes Groß- Berlin" mit hinzu- gesetz richtiger als Dienstanweisung für die Schuhpolizei zu bezeichnen Fandelsaufschläge zur Sprache gebracht, daß die Preise, die von den nehmen, so daß jezt insgesamt 22 000 Quadratmeter Ausstellungs- fei. Die Grundlage für den Aufbau der Polizei müßte das neue Obst= und Gemüsekonserven Fabriken gefordert gelände zur Verfügung stehen. In den 30 Haupt- und Nebenräumen bereits seit 1½ Jahren ausgearbeitete Polizeiverwaltungsgesetz sein. murden, eine derartige Höhe erreicht haben, daß diefe Lebensmittel beider Etablissements findet der Fachmann alles, mas sein Geschäfts. Das Polizeiverwaltungsgesetz böte erst die Garantie, daß das Polizeifür die Allgemeinheit nicht mehr erschwinglich find. Berantwortlich betrieb erfordert. Um den Berkehr zwischen Besuchern und Aus- verwaltungswesen in Preußen einheitlich gestaltet würde. Würde für die unerhörte Preisbildung ist allein der Schutz- ftellern zu erleichtern, hat die Messeleitung diesmal besondere Ein- das Geses recht bald verabschiedet, dann stände auch zu erwarten, rerband der deutschen Konfervenindustrie in Braunschweig, der faufs- Ausweise vorgesehen. daß der Mischmasch im Polizeinerwaltungswesen einmal beseitigt ohne Rücksicht auf die Produktionskosten der anAuch im Winter Sonntagsfahrkarten. Wie die PPN. erfahren, würde. Es würde dann nicht vorkommen fönnen, daß in Berlin geschlossenen Fabriken die Preise diktiert und deren Innehaltung 650 fommunale Polizeibeamte restlos dem Polizeidienste entzogen Furch hohe Konventionalstrafen sichert. Bei der Höhe der Preis- werden die Sonntagsfahrkarten, durch deren wesentlich ermäßigten würden. Er stellte fest, daß gelegentlich der Berstaatlichung der festlegung ist mit außergewöhnlichem Gewinn zu rechnen zumal für Preis der Ausflugsverkehr der größeren Städte und damit die Er Berliner Borortspolizei die erwähnten 650 Polizeibeamten nicht in folche Fabriken, die im Broduktionsgebiet liegen oder infolge gün- holungsmöglichkeit der städtischen Bevölkerung begünstigt werden ben Staatsdienst übergeführt würden, und heute, ohne produktive ftiger Einrichtung wesentlich billiger produzieren. Es wird verlangt, sollen, auch nach der mit dem 1. Oktober eintretenden Preiser Arbeit zu leisten, mit niederen Diensten bei der Stadt beschäftigt da unverzüglich feitens des Reichswirtschaftsministeriums in Berhöhung selbstverständlich unter entsprechender Erhöhung und würden. Er betonte, daß die Polizeibeamten doch zweckmäßig für Findung mit dem Kartellausschusse eine Nachprüfung der auch für die Zeit des am 7. Oktober in Kraft tretenden Winterfahr- diejenigen polizeilichen Gebiete verwendet werden könnten, die dem Berbandspreise vorgenommen und gegen die verantwort: planes beibehalten werden. Oberbürgermeister von Berlin schon heute zuständen. Go würde lichen Leiter des Schutzverbandes wegen Wuchers einge= beispielsweise die Erelutive für die Baupolizei noch heute von der Staatspolizei gestellt. Warum ziehe der Oberbürgermeister von Berlin diese 650 fommunalen Polizeibeamten nicht zu diesem Dienst heran? Warum ziehe der Polizeipräsident von Berlin die staatlichen Polizeibeamten nicht zurüd, um sie zwedmäßiger für die Bekämpfung des überhandgenommenen Wuchers in Berlin zu verwenden? Scheinbar habe das Ministerium des Innern feine Kenntnis davon, daß der Polizeipräsident von Berlin heute noch Dienst für die Stadt Berlin leistet, wozu er rechtlich gar nicht befugt ſei. Der Rebner forderte, daß das Ministerium hier unverzüglich einzugreifen habe, damit die der Stadt Berlin angehörigen 650 fom munalen Polizeibeamten ihrem alten Beruf wieder zugeführt würden. Auch forderte er, daß der Polizeiverwaltungsentwurf nun endlich der Staatsregierung und den Parlamenten zur Gesetzerhebung zugänglich gemacht würde. Ueber den 4. Puntt der Tagesordnung: fchritten wird. Strom- und Wasserpreise. Groß- Berliner Parteinachrichten. Der Magistrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung, wie das Nach- 13. Areis. Tempelhof. Sonnabend, den 30. September, 6 Uhr, Sigung des Kreisvorstandes und der Abteilungskassierer in Tempelhof, Dorfftr. 17. richtenemt der Stadt Berlin mitteilt, vor endgültiger Entscheidung über die Kohlenferien im Winter des Ergebnis erneuter BeHeute, Freitag, den 29. September: sprechungen mit dem Provinzialschulkollegium abzuwarten. Außer Jungfezialisten. Arbeitsausschuß. 16 Uhr im Eizungszimmer des Bezirks bem soll der Beschluß über die Verlängerung der Weih= verbandes, Lindenstr. 3, 2. Sof lints, 2 Treppen rechts, wichtige Sigung. Gruppe Schöneberg- Friedenau. Beteiligung an der Kreismitgliederversamm nachtsferien ausgesezt und die Schulverwaltung beauftragt lung in der Chamisso- Schule, Barbarossaftr. 6. Treffpuntt 7 Uhr bei werden, mit dem Provinzialschulfollegium in erneute Berhandlung Groß, Sedanstr. 17. einzutreten. Der Magistrat stimmte ferner der Erhöhung des Morgen, Sonnabend, den 30. September: Elektrizitätstarifes um 3 Mart auf 28 Mart zu. Der Magistrat faßte ferner folgenden Beschluß: 1. Der Wasser- 24. und 25. Abt. 7 Uhr Schulentlassungsfeier in der Schulaula Chriftburger preis wird von der Direktion der Wasserwerke unter Hinzuziehung 29. bt. 7 Uhr bei W. Burg, Prenzlauer Allee 189, wichtige Sigung der Barrines Ausschusses der Merkdeputation auf Grund einer Teue= rungsflaufel festgefekt, als deren Maßstab der jeweilige KohTenpreis gilt, mit dessen Steigen und Fallen der Wasserpreis heraufober herabrefekt wird. 2. Der Preis für 1 Kubikmeter an Brivate gelieferten Weffers beträat jemeilig für je eine Mark des Bruttoproiles für eine Tonne Steinkohle höchstens 0,2 f. 3. Von dem Pruttojahresertrag der städtischen Wasserwerke ist ein Teilbetrag von höchstens 5 Proz. an die Kämmerei abzuführen. Jugendnot- Tagung. 34. 82. Straße 14. teifunktionäre. e Abt. 7½ Uhr bei Burmeister, Cabinerstr. 21, wichtige Sigung des Ab. teilungsvorstandes und der Funktionäre. Die Bezirksführer bringen zwecks Ablieferung ihren gesamten Markenbestand mit. Abt. Steglik. 7 Uhr bei Martin, Feuerbachstr. 11, Ede Bismardstraße, außerordentliche Sigung des erweiterten Borstandes wegen der Neuorga nisation. Die Bezirkskassierer haben die alten Marken abzurechnen, da ab 1. Oftober neue eingeführt werden. straße. 31. Abt. Reukölln. 6 Uhr Funktionärsigung bei Lüddede, Fontane, Ede Karls gartenstraße. Erscheinen sämtlicher Funktionäre notwendig. 98. Abt. Steukölln. 7 Uhr Vorstandssigung bei A. Stein, Julius-, Ede Benda131. bt. Niederschönhansen. 7% Uhr bei Klindt, Friedensplag, gemeinfchaftliche Funktionärtonferenz. Jungjozialisten. Begrüßungsabend für die Delegierten zur Reichstonferenz im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Treppen. Musik, Gesang usw. Musit. instrumente mitbringen. Beginn 8 Uhr. Jugendveranstaltungen. Der Bund entschiedener Schulreformer beginnt feine Herbsttagung am 30. September mit einer geschlossenen Ber= treterverfammlung. Er trilt an die Deffentlichkeit mit einem Begrüßungsabend für Mitglieder, Freunde und Gäste in den Rammerfälen Ede Belle- Allinance- Straße und Teltower Straße am 30. September 8 Uhr. Am 1. Oftober früh 9 Uhr beginnt die Jugendnot" Tagung im Bürgersaal des Schöne Achtung, Kaffierer! Die Ausgabe der Zeitungen und Marken für den berger Rothauses. Eröffnungsrede des Bundesvorsitzenden Prof. Monat Oktober findet morgen, Sonnabend, den 30. September, von 4-7 Uhr Defireich. Borträge zum Gesamtthema Jugend und Familie" tatt. Alle übteilungen uüffen the Material abholen. von Landg.- Rat Dr. Danziger: Die Jugend im geltenden Recht: 10. d. R. Toni Pfülf: Die Auflösung der alten Familie; Ilse MüllerDestreich: Das Eindringen der Gesellschaft in die Aufgaben der Familie; Stadtrat Walter Friedländer: Neue Wege der Geschgebung. Am Nachmittag 4 Uhr faßt Dr. Siegfr. Rawerau zufammen: Von der Familie zum Mutterwesen. Freie Aussprache. Kartenverkauf: Werffreude, Charlottenburg, Bismarckstr. 85 und 23. 35, Magdeburger Str. 7. Das Landgemeindehaus, C. 54, Sophienstr. 23. Das Heim, Schöneberg, Innsbrucker Str. 14/15, und an der Saalkasse. Ein Kongreß der Heilsarmee. Die Heilsarmee hielt in Berlin einen großen Kongreß ab. Inter Borentragung zweier Fahnen marschierten hinter einer starten Mufitkapelle die Heilsfoldaten. Der Bug lockte eine große Menge Menschen in den Tempel, Dresdener Str. 34/35, der bald überfüllt mar. Das Innere des Tempels hat nichts von fafter Kirchenpracht an fich. Bon bildlichem Schmuck ist fast ganz Abstand genommen worden, nur William Booth's Brophetentopf fieht auf die Besucher herab. Booth, ber Gründer der Heilsarmee, dieser Mann, ber es verstand, sein Wollen in die Tat umzusetzen, tam der Scheulust der Menge sehr entgegen und diese Leftit behielt man bis Heute, Freitag, den 29. September: Köpenid. Jugendheim Grilnauer Str. 5. Distuffionsabend: Unsere Werbewoche". Riederschönhausen. Jugendheim Blankenburger Sir. 69/70. BorFrankenstr. 10. Disfuffionsabend: Jugend und Republik". tvag: ,, Naturwissenschaften". Schöneberg II. Jugendheim Comeniusschule, Wetter bis Sonnabend mittag. Anfangs überwiegend trübe mit wiederholten Regenfällen bei schwachen, vorherrschend südlichen Winden und wenig geänderter Temperatur. Später ausflarend und etwas fühler bei mäßigen westlichen Winden. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft ziemlich rege. Fische knapp, Geschäft mäßig. Obst und Gemüse ausreichend, Ge„ Das Schuhpolizeigesetz" " referierte Polizeioberwachtmeister Dehn, der in seinen Ausfüh rungen die Mängel dieses Gesetzes einer scharfen Kritik unterzog. Die in dem Gesez in Aussicht gestelite Fürsorge für die Beamten bei der Ueberleitung in Zivilstellen sei etwas problematisch, und manches in den Bestimmungen bedürfe mindestens sehr der Klärung. Als 3. Punkt stand Das Reichsfriminalpolizei geseg" auf der Tagesordnung. Referent hierzu war Rivelip, der das Gesetz als einen ersten Schritt auf dem Wege zum Ziela bezeichnete. Leider werde die alte Forderung der Kriminalbeamten, fie in allen Reichsländern als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft anzusehen, durch das Gesetz nicht erfüllt. Zur wirksamen Durch führung ihrer Aufgaben sei diese rechtliche Stellung der Kriminalbeamten dringend erforderlich. Gefordert müsse ferner die Gewäh rung ausreichender Mittel für den nötigen Dienstaufwand werden. Hier dürfte die Sparsamkeit nicht im Borbergrund stehen. Das Gesel müßte auch die ganze Kriminalpolizei restlos erfaffen und so gestaltet sein, daß diese eine ausreichende Wirkung bis aufs platte Land hinaus entfalten fönnte. Die Organisation sollte sich einheitlich auf das ganze Reich erstrecken. Die Kriminalbeamten müßten bei den Beratungen gehört werden. Die folgenden Diskussionsredner stimmten den Ausführungen des Referenten durchaus zu. Bolizeioberst van den Bergh erflärte, daß er Gelegenheit nehmen werde, alle vorgebrachten Wünsche an die zuständigen Stellen zu leiten. Die Sicherheit, alle vorhandenen Beamten nach Ausscheiden in die nötigen Dienststellen überweisen zu fönnen, sei leider noch nicht vorhanden. Das Ministerium strebe aber diefem Ziele ebenso wie die Beamten zu. Nach einer erwünschten Durch bildung sei auch eine weitere Möglichkeit für die Ueberführung der Beamten in den Einzeldienst gegeben. In den Ausführungsbestim mungen zu dem Schußpolizeibeamtengesetz werde das zu bringen sein, was die weitere Entwicklung zu fördern geeignet erscheine. Die Biele des Ministeriums gleichen denen der Beamtenschaft, und der Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- Minister werde nach seiner ganzen Persönlichkeit alles daran sezen, handelspreise: Rindfleisch 78-118 M., ohne Knochen 115-170 M. Schweine- für die Beamten das möglichste zu tun. Hierauf wurden die weiteren Verhandlungen auf heute vertagt. fleisch 170-224 M. Kalbfleisch 110-162 M. Hammelfleisch 105-168 M. Rindertalg 925-940 M. Schellfisch, Seelachs 50-70 M. in Eis: Schleie Aale 173-198 M. Karpfen$ 3-115 M. 108-125 M. Hechte 112 M. Lebende Stück. schäft flott. M. auf den heutigen Tag bei. Man fingt siel, fiaticht in dre Hände und Lee Naturbutter 350-376 M. Margari10 210-260 M. Hatermehl 72 M. Vorträge, Vereine und Versammlungen. selbst die Redner haben eine dirigierende Geste und sind ganz auf Grießnudein 56-58 M. Erbsen 65-72 M. Kartoffeln 38-43 M. zehn Starellmeistermanieren eingestellt. Die Hauptanziehungs- Pfand. Weißkohl 8--10 M. Wirsingkohl 9 M. Rosenkobl 35-36 M. Iraft der Rongreßversammlungen war der Eng Kohlrabi 12-18 M. die Mandel. Mohrrüben 5 M.. Spinat 10-15 M. tänder Higgins, der nach General Bramwell Booth der Höchste Kochäpfel 5-10 M. Pllaumen 5-9 M. Pfirsiche 12-25 M = Mieter- Verein des Groß- Berliner Westen. Freitag, den 29. September, abends 8 Uhr, im großen Gaal des Bittoria- Gartens, Wilhelmsque 114-115, große algemeine öffentliche Mieterversammlung. Rechtsanwalt Dr. W. Goezel spricht über die Höhe der Miete em 1. Dttober und über die Heizungsfrage. Sport. Mennen zu Mariendorf am Donnerstag, den 28. September. Bezirksverband Berlin SPD. Nowawes, Part Babelsberg; 8. B. C.- Wilmersdorf in Zehlendorf, Spandauer Straße; Bittoria- Stern in Tempelhof, Kaiserin- Augusta- Str.; Fichte- SadLuckenwalde II auf dem Tempelhofer Feld( Pappel). Spielbeginn 4 Uhr; vorber die zweiten Mannschaften. Märkische Spiel- Bereinigung. Kreis- Funttienärfigang am 20. September, Zur Information unserer Parteigenoffen teilen wir mit, 1. Rennen. 1. Abt. 1. Liese E.( Teubel), 2. Stogenluft( Schön), daß unsere Organisation an der von dem sogenannten 15 e r3. Harder( Knöpnadel). Toto: 20: 10, Blay: 11, 11, 14: 10. lie fen: Hartstein, Plutarch II, Long Nunchen, Mac Gregor I, Lenz I, 1. Oftober, anberaumten Demonstration nicht betei- Lichtenberg am 15. Oktober Stadion Lichtenberg. 2. Städtespiel Stettin- Ber Ferner Ausschuß der Betriebsräte zum Sonntag, den 1 Uhr, in der Schule Beinmeiſterſtraße, Kreisvorstandsſizung. Ebenda uns Erich I, Berry St. ligt ist. 1. Rennen. 2. Abt. Falfenhahn( S. Mills), 2. Morganat( Speer), 3. Handfest( Rüdert). Zoto: 35: 10, Plas: 19, 51, 17: 10. Ferner liefen: Erzellenz, Frizz Coffmann, Ypsilanti, Rausbub II, Melly VIII, Turbinellus, Fremdling. 2. Rennen. Mirabilis I( Wielener), 2. Lindra( Weiz), 3. GänseTiesel( Przyrembel) Toto: 29: 10, Plat: 11, 11, 12: 10. Ferner liefen: Bring Kudud, Wassander, Abdullah Silver, Dennewig, Waffenschmied, Duäter, Adelei B. 3. Rennen 1. Respekt( Elias), 2. 2ong Eugen( Berf), 3. Allertony ( Köpfe). Toto: 70:10, Plag: 15, 17, 13:10. Ferner liefen: Mädel, Cyganfa, Adler( disqu.), Morr, Pollug, Quasco( disqu), Edinhard. 4. Stennen. 1. Mafao( Hartieil), 2. Harry W.( Czerion), 3. Jeffries jun.( Lemzer). Toto: 109: 10, Blat: 22, 44, 13: 10. Ferner liefen: Gawein, Paula Bingen, Dollyja, Barometer, Mailönigin I, Cobra, Orchis dee, Alice V, Nathan IV. 5. Rennen. 1. Neuzeit( Weiß), 2. Chbina( togowsth), 3. Stufertrud ( Remzer). Toto: 48: 10, Plaz: 24, 17, 79: 10. Ferner liesen: Allenstein, Ludmill I, Heiderole B., Erlaucht, Glücksdirndl, Leichtsinn, Jupiter III. Erbgraf, Fritjof 1, Cladium, Barde, Favorita 2., Albatros, Evelyne, Anton ( teine Betten). 6. Rennett. 1. Edeltochter( Weiß), 2. Monarchist( Snöpnadel), 3. Peter I( Ningius). Toto: 15:10, Blat: 13, 26, 18:10. Ferner liefen: Mimoja, Manteuffel, Quirinal, Droßlan, Manja, Kuja Dillon. 7. Nennen. 1. Marschall Hindenburg( Weidmüller), 2. Pute( Hartfeil), 3. Stünstler( J. Mills). Toto: 25: 10, Blat: 13, 12, 37: 10. Ferner liefen: Wilhelmina, Dünaburg, Blott, Josef, Boby, Colonel Dillon, Biene III, Zip Ruser, Nebel, Fanny Hale. Ata Das Putzmittel! Ata Scherpulver SEIFE SODA Der Bezirksvorstand. nelle( Ringius). Toto: 17:10, Plat: 23, 15, 25:10. Ferner liefen: Beit 8. ennen. 1. Nafael( Lemzer). 2. Paul B.( A. Freundt), 3. Pechgeist, Seewind, Czerna, Jodele, Miß Gregor, Faust II( feine Wetten), Berdun, Topinambur, Gradiska( disqu.), Fiscus. Arbeitersport. Fußball am Sonntag, den 1. Oktober. 3 Uhr Angelegenheitel. Stäbtespiel Leipzig- Berlin und Hodeispiel Schönholzlin am 32. November in Stettin. 3. Bezirkswerbespiele am 22. November in Groß- Berlix. 4. Einspruch Fichte- Alemannia. 5. Ginspruch Stern- Marienfelde- Britannia- Lichtenberg. 6. M. G.C.- Teutonia 10.( Turnierfpiele Roffen); für den 15 Oktober 1922 Stübtespiel Leipzig- Berlin, und für den 22. Novem ber 1922 Werbespiele Groß- Berlin, ist Spielverbot am Mittag 12 Uhr für den 1. Kreis. Berlin am Sonntag, den 8. Oktober, in den Müggelbergen( SchmetterlingsSinen Saiblauf veranstaltet die Freie Turnerschaft GroßHorft). Meldungen fofort an G. Cpischte, N. 20, Hochstr. 43. Die Tarnabteilungen Südost" der F. 2. 6.- 8. üben jegt in der TurnHalle Forster, Ede Reichenberger Straße, und zwar: Männer und Jugendliche Dienstags 8-10 Uhr, Jugendliche außerdem Sonnabends von 8-10 Uhr. Knaben Mittwodys und Sonnabends Don 6-8 Uhr.. Am tommenden Sonntag pevan ftaltet die Männer- Abt. Gildoft eine Familienpartie nach Woltersdorf. Treffpunkt 12% Uhr Schles. Bahnhof. Fahrt bis Ertner. Arbeitersportlartek. 14. Bezirk( Neukölln, Briz, Budow, Rudsw). Montag, 2. Oktober, Kartellfißung, 28 Uhr bei Franke, Ganghoferstr. 1. Sämtliche Delegierte müffen erscheinen! Neuwahl des Vorfizenden. Ant Im Norden seien folgende Spiele erwähnt: Adler 12- Minerva in der Christianiastraße; Allemania- Abler 08 in Charlottenburg, Keplerstraße; Fichte- Gesundbrunnen- Boruffia in Reinidendorf, am Schäferfee; ArminiaBerlines Schwimm- Union. Am Sonntag, ben 1. Oktober, nachmittags Sertha in Bantow, Kissingen ftrage; Wader 20- Bernau, Spielplah_Schön- 3 Uhr, beginnt die Wintersaison mit einem lokalen Schwimmfest im Stadtbad hauser Allee; Tegel- Charlottenburg in Tegel, Gemeindesportplat; Weißen- Friebrichshain, An der Schillingsbrücke. Die von ben Brudervereinen zahlreic) fee- Eisenspalteret in Beißensee, Rennbahn; Spandau- Reinickendorf in Span: abgegebenen Meldungen bringen spannende Kämpfe. Stafetten, Reigen, Rel. bau, Falfenhagener Chauffee; To. Pantow- Vorwärts in Pantom, Bichels- tungsvorführungen, Sunfischwimmen sowie Springen usw. liefern ein glänzendes Programm, dem fich Serienwasserballspiele anschließen. Nachfeier und Rewerder Straße; Siemensstadt- Rathenow in Siemensstadt, Rolonne Rotes reus: Moabit- Pantow 08 am Bahnhof Beusselstraße. Often: Mahls. fultatsverkündigung im Gewerkschaftshaus, Engelufer. Die Uebungsstunden dorf- Ertner in Mahlsdorf, Triftstraße; Alt- Glienice- Niederlehme in Alt finden jest jeden Freitag abend 7-9 Uhr im Stadtbad Friedrichshain für Glienice, Rudower Straße; Grünau- Benzig in Grünau, Am Kanal; Luftig fämtliche Abteilungen referviert statt. Die Gigungen find jeden 2. und 4. DonFidel- Zeuthen in Rudow, Röpenider Straße: Frisch- Frei- Kontorbia in tienerstag im Monat im Bereinslokal von Torno, GO. 16, Michaelrirchstr. 28, herfchöneweide, Berliner Straße; Neukölln- Lichtenberg II in Neukölln, Raiser abends 7% Uhr. Friedrich- Straße; Oberfpree- Brandenburg in Oberschöneweide, Wuhlheide; Lich- Tourißen- Berein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, e. B. Freitag tenberg II- 3. B. C. in Friedrichsfelde, Frescom- Allee; Friedrichshagen Fichte 7 Uhr Aula Weinmeisterstr. 16-17, Uebungsabend zur Gründungsfeier. in Friedrichshagen, Gemeindeplag. Güdwesten. 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Der vorliegende Gesezentwurf genügt nicht im entferntesten zur Bekämpfung der großen Volksfeuche. Das Gesetz beschränke sich zu ſehr auf amtspolizeiliche Borschriften, ein groß zügiger Gesezentwurf fei dagegen notwendig. Man könne wohl die Schwierigkeiten des Wohlfahrtsministeriums verstehen, das auf Geheiß des Finanzministeriums einen Entwurf schaffen solle, der nights tofte. Bei einem solchen Experiment müßten natürlich die Künfte der besten Beamten des Wohlfahrtsministeriums versagen. Beim Kampf gegen die Tuberkulose dürften aber finanzielle Bedenken nicht ausschlaggebend sein. Erst vor wenigen Bochen hätten die Kranfenfaffenärzte auf ihrer Tagung in einer Resolution festgestellt, daß Zweite Internationale und Orientkrise Deutschland soll an der Orientkonferenz teilnehmen. Das ständige Bureau der zweiten Internationale, gariens und Deutschlands außer den in der Rote das aus den englischen Genossen besteht, die in London der Alliierten bereits genannten Länder eins ihren dauernden Wohnsiz haben, hat, wie ein WTB.- Tele- schließen. gramm bereits furz mitteilte, am 26. b. M. nachstehende Er Rußland und Bulgarien werden nämlich durch jede klärung über die Lage im Orient und über die kommende der Freiheit der Meerengen in ihren Lebensinteressen berührt. territoriale Entscheidung und durch die Regelung der Frage Konferenz des nahen Ostens erlassen, die sämtlichen ange- der Freiheit der Meerengen in ihren Lebensinteressen berührt. fchlossenen Parteien zur Kenntnis- und Stellungnahme als Rundschreiben übermittelt wurde, und die wir hier im Wort laut abdrucken: Das Bureau der Zweiten Internationale hat die gefährliche 2age im nahen Osten eingehend geprüft, die einen großen Teil Europas in einen neuen Krieg zu verwickeln droht. Es würde ein unverzeihliches Berbrechen der gesundheitliche Niedergang des deutschen Bolkes bereits an die Zustände der letzten Kriegsjahre erinnert. Die Aerzte hätten besonders auf die Zunahme der Zahl der Lungenkranken hingewiesen. Genosse Dr. Went wies mit Nachdruck darauf hin, daß Deutschland heute in der Tuberkulosefrage bereits wieder auf gegen die Menschheit sein, wenn neue Feindseligkeiten beginnen das Niveau von vor 25 Jahren zurückgefunten sei. follten und die englische Regierung würde bei weitem den Man dürfe sich nicht bloß auf das Reich verlassen. Preußen größten Anteil an Berantwortung dafür übernehmen. müsse selbständig vorgehen. Anregungen zur Tuberkulosebekämpfung Der Kongreß der Zweiten Internationale in uzern im feien von feiten der Vereinigten Sozialdemokratie genügend gegeben Augujt 1919 hatte die unvermeidlichen Folgen der griechischen Of. worden. Der Wohlfahrtsminister möge diese Anregungen nun auch fupation in Kleinafien vorausgesehen und folgende Erklärung berücksichtigen. Es müsse vermieden werden, daß die Kosten für erlassen: die Tuberkulosebekämpfung den Städten und Gemeinden aufgebürdet" Die Konferenz protestiert gegen die Politik der Entente in werden. Es handle sich hier um Kleinafien und insbesondere gegen die militärische Besehung durch Truppen der griechischen Regierung im Solde der Entente, der Stadt und des Milajets von Smyrna, deren türkische Bevölferung fünfmal stärker ist als die griechische. Die Be setzung durch bewaffnete Macht unter Bedingungen, die dem Bölkerrecht zuwiderlaufen und nach dem Abschluß des Waffenstill standes ist geeignet, höchst bedauerliche Folgen in der gesamten mohammedanischen Welt hervorzurufen, sowie friegerische Leidenschaften und Revanchegeist in ganz Anatolien zu erwecken. Es ist dies der erste Aft eines allgemeinen Planes, den die Gier der imperialistischen Alliierten ausgeheckt hat, um Kleinafien zu zerstückeln, und gegen den wir im Namen der Internationale Protest erheben." eine Aufgabe der Länder und des Reiches. Wichtig sei die Zusammenfassung all der Beratungs- und Fürsorgeorganisationen, der Tätigkeit der Landesversicherungsanstalten und Krantentassen im Kampf gegen die Tuberkulose. Die 3ersplitterung bedeute nur Geldverschwendung. Wenn der Gesetzentwurf besonders vom Schutz der Kinder vor der Tuberkuloseansteckung spreche, so müsse man darauf hinweisen, daß das Wohlfahrtsministerium nichts anderes zu tun habe, als die Erkenntnis des Ministerialdirettors Gott stein stärfer in der Praxis zur Anwendung zu bringen. Rampf gegen die Tuberkulose der Kinder sei vor allem ein Rampf für billige und nahrhafte Milch. Milchverteuerung bedeutet Steigerung der Tuberkulose. Im Kampf gegen diese Boltsfeuche müßten nantürlich auch die Kranken selbst mit zur Tätigkeit bei der Beratung und bei der Bekämpfung herangezogen werden. Wenn die verschärfte Wuchergesetzgebung. fräftig angefaßt werde und das Vermögen der Schieber und Betrüger beschlagnahmt werde, dann fönne man schnell Mittel zum Rampf gegen die Tuberkulose flüssig machen. Rasch müsse gehandelt werden, und deshalb verlange die Sozialdemokratie die Uebermeisung des Gesetzentwurfes an den Ausschuß für Bevölkerungspolitik zur raschen Umarbeitung. Minister für Volkswohlfahrt Hirffiefer: Die vorgeschlagene Meldepflicht ist feineswegs ein kleines Mittelchen im Kampf gegen die Tuberkulose. Wohnungs- und Ernährungsfrage hätten zunächst ausscheiden müssen im Interesse der raschen Erledigung der Borlage. Da das Reich in der Tuberkulofebekämpfung nicht rascher vorangekommen ist, habe Breußen die Initiative ergriffen. Die Vorlage geht nach der Aussprache an den Ausschuß für Bevölkerungspolitik. Nächste Sigung Freitag, 10 Uhr: Interpellationen zur Teuerungsfrage. Jene Politik, die unzweifelhaft türkische Gebiete in Kleinasien Griechenland zuerkannt hat, im Gegensatz zu den Behauptungen, wonach der Weltkrieg geführt wurde ohne jede Absicht, das Territorium der Alliierten auf Kosten der Türkei zu vergrößern, sie ist es, die die Schuld an der gegenwärtigen schweren Krise trägt. Wir können die ausdrückliche Erklärung Lloyd Georges nicht vergessen, wonach wir nicht„ fämpften, um die Türkei ihrer Hauptstadt oder ihrer reichen und berühmten Länder in Klein asien und Thrazien zu berauben, die ethnographisch vor wiegend türkisch sind". Die Maschinerie des Völkerbundes hätte in wirksamer Weise als eine Macht der Versöhnung und der Vermittlung verwendet werden können. Deutschlands wirtschaftliche Interessen im nahen Osten geben ihm ein Recht, sich an den Tisch der Unterhändler zu setzen. Wir erklären, daß die Regelung der Orientfrage und der Freiheit. der Meerengen teine solche ist, die die Alliierten allein zu lösen haben. Insbesondere perurteilen wir die Haltung eines jeden Landes, das sich zum Hüter der Meerengen auf spielen würde. Wir fordern, daß Versöhnung an Stelle von Gewalt trete und daß das Recht eines Bolkes, unter der Regierung zu leben, die es felbft bestimmt, der maßgebende Grundsatz bei einer jedweden Regelung werde. Wenn man fich nach dem Gedanken der Versöhnung gerichtet hätte und wenn unzweifelhafte türkische Rechte geachtet worden wären, dann würde es wahrscheinlich keinen Krieg mit diesen entsetzlichen Folgen gegeben haben, und die nationalen Minderheiten würden Garantien erhalten haben, die auf einer Ver= ständigung beruhen und die ihnen eine größere Sicherheit gegeben haben würden, als dies jemals durch Waffengewalt erzielt merden fann. Der nahe Osten und ganz Europa würden dadurch die Möglichkeit zum wirtschaftlichen Wiederaufbau gewonnen haben. Wir ersuchen sämtliche uns angeschlossenen Parteien in ihrem eigenen Lande jede denkbare Anstrengung zu unternehmen, um zu verhindern, daß Fehler, Unfähigkeit und imperialistische Politik uns in einen neuen Krieg hineinstürzen. Wir rufen sie alle auf, sowie alle Arbeiter und sozin= listischen Organisationen, uns in der Forderung nach einer versöhnlichen Lösung durch Vertreter aller unmittelbar interessierten Länder beizustehen. Wir drücken die Hoffnung aus, daß alle Parteien ausnahmslos einen jeden Bruchteil ihrer politischen und gewertschaftlichen Kroft dazu verwenden werden, einem Krieg vorzubeugen. Unser Programm muß klar und bestimmt sein. Wir müssen mit Entschiedenheit erklären, daß wir uns nicht in einen neuen blutigen Kampf hineinreißen lassen!" Gez. Arthur Henderson( Borsigender). Tom Shaw( Sekretär). J. H. Thomas. Harry Goßling. 3. Ramsay Macdonald. An dieser Kundgebung, die die englischen Mitglieder des Erefutivkomitees der Zweiten Internationale aus freier Jeßt, wo eine schwere Gefahr noch immer besteht, fordern wir Initiative und ohne Kenntnis und Einwirkung der andie Einleitung eines fchiedsgerichtlichen Verfahrens. deren Mitglieder der Erefutive erlassen haben, ist für uns durch den Völkerbund, in dem die Türkei, Rußland und Deutschland einen freien und gleichen Einfluß haben müßten, wie die übrigen Länder. Sollte es unmöglich sein, in der gegenwärtigen Situation von dem Bölkerbund Gebrauch zu machen, so müßte jede einzu Lohnbewegung in der Bekleidungsindustrie. berufende Konferenz Bertreter Rußlands, Bul. Wirtschaft Zur Frage der Kartoffelversorgung. Die Fraktion der Deutschen Boltspartei im Preußischen Landtag Deutsche die Tatsache besonders wichtig und erfreulich, daß darin das Recht Deutschlands, als interessierter und gleichberechtigter Faktor an der Lösung der Orientfrage mit zuwirken, ganz spontan und mit allem Nachdrud gefordert wird. 9 Devisenkurse. 28. September Käufer Berläufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs ( Geld-) Kurs 27. September Käufer- Berkäufer ( Brief-) Kurs • 592.25 593.75 158425 585.75 11785.25 11814.75 11885.10 11914.90 • • 28614.15 28685.85 27815.15 27884.85 • 34406.90 34493.10 34107.30 34192.70 43845,10 43954.90 43445.60 43554.403745.30 3754.70 3645.40 8654.60 789.- 791.- 789.- 791.6991.25 7008.75 7066.15 7083.85 7415.70 7434.30 7290.85 7309.15 In einer riesig überfüllten Versammlung nahmen die Angestellten der Bekleidungsindustrie Stellung zum Ergebnis der Tarifverhandlung. Salis vom 3d2. erstattete den Bericht. Stürmische Entrüstung bemächtigte sich der Versammelten, als der Referent mitteilte, daß die Arbeitgeber durch den Mund des Kommerzienrats Bamberg erflären ließen, daß 40 Proz. Aufschlag cuf die Augustgehälter die äußerste Grenze des Entgegenfo... nens für den Monat September darstellen. Mit diesem An- hat eine Anfrage eingereicht, weil angeblich von Auffäufern bis zu gebot fällt der Reallohn der Angestellten gegenüber August ganz 1400 m. für den Zentner Kartoffeln geboten worden seien. Diese 100 holländische Gulden. 65518.65682.64119.75 64280.25 redeutend. Eine solche Gehaltsregelung muß für die Angestellten Tatastrophal wirten. Die Erregung der Angestellten über das Ber- Meldung von solchen Wucherpreisen geht zurück auf die Leipziger 1 argentinischer Papier- Beso halten wird noch gefteigert durch die Kenntnis der Preispolitik der Neuesten Nachrichten", die zuerst die Meldung brachten, daß im 100 belgische Frant... Arbeitgeber. Es soll nochmals der Versuch einer friedlichen Ver- rheinisch- westfälischen Industriegebiet solche Preise bezahlt worden 100 norwegische Kronen ständigung unternommen werden, von deren Ergebnis die weitere feien. Nach amtlicher Mitteilung ist weder dem Reichsernährungs- 100 dänische Kronen Stellungnahme der Angestellten abhängen wird. An den Arbeit ministerium noch dem preußischen Landwirtschaftsministerium irgend 100 schwedische Kronen. gebern also liegt es, durch Bewilligungsbereitschaft schwere Kämpfe ein Fall befannt geworden, daß ein Breis von 1400 m. gezahlt 100 finnische Mark worden wäre. zu verhüten. Ein solcher Preis wäre auch sofort unter die 1 japanischer Yen. 100 italienische Lire 23uchergesetze gefallen. Die Kartoffelversorgung Deutschlands wird bei der 1 Pfund Sterling guten Ernte von amtlicher Seite als ausreichend bezeichnet. Wie in jedem Jahre, handelt es sich nur darum, daß die verhältnis mäßig furze Zeit des Herbstes, die für die Kartoffelversorgung und für den Kartoffeltransport zur Verfügung steht, sowohl von der Landwirtschaft wie von den Verbrauchertreisen richtig ausgenügt wird. Von einem Stoden der Anlieferung durch die Landwirt- 100 österr. Stronen( abgeft.) 100 tschechische Kronen. schaft fann zurzeit keine Rede sein, Aufgabe der Berbraucherfreise 100 ungarische Kronen. ist es, sich von jetzt an für den Winter einzudecken. Zu irgendwelcher Beunruhigung oder zu einer Ueberstürzung beim Kartoffeleinkauf, 100 bulgarische Lewa die höchstens ein Anziehen der Preise verursachen könnte, liegt kein Grund vor. Jola. Zu seinem 20. Todestage am 29. September. Bon fern verdämmerten die alten Traumlandfüsten Mit Rosenfanftmut, Lilienschönheit. Zu den Brüsten Der Welt sprang der Rebell und schrie den Ruf: " Nichts ist gewaltiger als der Mensch, wie er sich schuf, Und häßlich nichts, menn es an seiner Stelle steht! Gestorben ist die Zeit schweigt König. und Prophet! Herr ist die Masse, und fie atmet Eisenstaub! Entmenscht ist Eure Welt und euch zum feilen Raub!" Und er begann in überlebensgroßen Bildern, Die wie aus Nebel stiegen überm Lotenfluß, Mit heißer Rubensfarben, ernst wie Tacitus lind fchicksalsstreng das große Menschent i er zu schildern: Wie's lebt in Dirnen, Klerifern und Spekulanten, In Alkoholifern und anderen Verwandten Ind wie es schleicht im Schlachtfeld und im Börsensaal, In Pöbelschenten und bei der Ministerwahl, Im Miets- und Warenhaus, in Bergwerk und Fabrik, In Markthallen und Billenvierteln, bei Konzertmusik Und Eisenbahn, bei Mutter Erde auf dem Lande, Zur See und in der Großstadt, beim Theaterbrande, In einer Streifversammlung und auf Barrikaden Der Revolutionen, die sich laut entladen... Mit Grimmfraft malte er die Bilder, zügellos In dumpfem Trieb, robust und animalisch- groß. Und vor der ungeheuren Erdenfinfonie Erschauerten die faulen Seelen, die sich nie Ihr lieblich Weltbild so gedacht. Er ganz Gewissen, Ganz Herz und Einfalt, schwieg. Und aus den Finsternissen Schritt seine Lichtgestalt, und alles sah ihm nach, Ihm, dem Befreier aus der alten Menschheitsschmach. Er ging im Licht, das er entfacht. Denn aus der Nacht Der Tierheit wuchsen mit des Künstlers Bisionen In Herz und Hirn der staunend lauschenden Millionen Die neuen und gewaltigen Symbole! Frizz Alfred 3immer. Mitgliederversammlungen der Boltsbühne. Die Boltsbühne E. V.( Bereinigte Freie und Neue freie Bolksbühne) labt ihre 170 000 Mitglieder für Montag, den 2. Ditober, abends 7, Uhr, zu den sagungsmäßigen Mitgliederversammlungen, die in fünf großen Sälen gleichzeitig stattfinden. Alles Nähere ist aus einem Inserat in der heutigen Nummer des Blattes ersichtlich. Die Galerie Dr. Goldschmidt, Dr. Wallerstein, Schöne berger Ufer 36a, bringt im Dftober eine Kollektivausstellung der Bildwerke von Frau Emil Roeder aus den Jahren 1918-22, sowie Aquarelle bon Fritz Schaefler und Mar Staus, Berlin. Heinrich Römer, langjähriger Dramaturg und Regisseur des Meininger oftheaters, ist in gleicher Eigenschaft an die Its bane, heater am Balomplas, berplichtet. D Zierbiologie im Film. Die lania, Taubenstr. 48/49, eröffnet am 3. Oftober, nachmittags 5 Ulbr, im Hörsaal, mit dem Film Gebeim nifie im Schlangenreich" einen fünfteiligen Filmvortrag- 3yllus. Zu den Vorträgen werden bisher unveröffentlichte, seltene Borgänge aus bem gesamten Zierreich im Film zur Vorführung gelangen. 1 Dollar • 100 französische Frank. 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer Frank. 100 panische Besetas 1665.41 1669.59 12559.25 12590.75 189.76 190.24 30861.35 30988.65 25068.60 25131.40 2.13 1652.93 1657.07 12634.15 12665.85 194.75 195 25 30961.25 31038.75 25068.60 25131.40 2.051 2.09 4988.75 5228.45 64.41 993.75 2.17 5241.55 64.59 60.92 996.25 973.75 5001.25 61.08 976.25 100 Bolenmqrt galten gestern etwa 19,60 m. Die nächsten Tage Seitens der Landesregierungen find Martinotierungstommiffionen zur Notierung der Kartoffelpreise entsprechend den Weisungen des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter Hinzuziehung von Vertretern der Verbraucher gebildet worden. Um zu verhindern, daß in einzelnen Bezirken erfordern von jedem unserer Parteigenossen eifrigste Arbeit, nach verschiedenen Grundsätzen Preise notiert werden, hat im um dem Zentralorgan der geeinten Sozialdemokratischen Reichsminifterium für Ernährung und Landwirtschaft eine Be- Partei Deutschlands, dem sprechung mit den Bertretern der wichtigsten Notierungsbezirke stattgefunden, in der für die Grundsäße der Notierungen Richtlinien „ Vorwärts" nicht nur ein Spiel mit Worten ist, seine ganze Kraft einfetzen, um das wichtigste Werbemittel für den sozialistischen Gedanken auszubauen und kräftig zu erhalten. vereinbart wurden. Die Notierungskommissionen haben danach die neue Leser zuzuführen. Nur wenn ihre Presse start und Erzeugerpreise zu notieren, d. h. diejenigen Preise, die dem Erzeuger frei Berladestation( Bollbahnstation) zu zahlen find. In schlagfertig erhalten wird, kann die Partei ihre Aufgabe voll denjenigen Bezirken, in denen bisher nur Großhandelspreise, erfüllen. Darum muß jeder, dem die Sache des Sozialismus d. h. die Preise, die bestimmt sind, außer den Erzeugungstoften auch die Roften des Großhandels und der Fracht zu decken, soll darauf hingewirkt werden, daß zur Vermeidung von Berwirrungen derartige Breisnotierungen bis auf weiteres unterbleiben. Die Notierungen sollen überall gesondert erfolgen für weiße, rote und gelbfleischige Kartoffeln. Eine besondere Notierung für Lieferungsvertragstartoffeln darf nicht stattfinden. Die notierten Preise gelten von Tag und Stunde ab bis zur Vornahme neuer Notierungen durch die Notierungsfommissionen. In Breußen sind. Notierungskommiffionen gebildet in Königsberg, Allenstein, Stettin, Berlin, Breslau, Magdeburg, Erfurt, Hannover, Köln, Frankfurt a. M. und Rassel, außerdem find Notierungsfommissionen gebildet in Schwerin, Hamburg, Dres. den, München und Stuttgart. Kapitalerhöhung der AEG. Der Aufsichtsrat der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft beschloß eine Erhöhung des Aftienfapitals. um 300 auf 1400 millionen Mart. Sie wird begründet mit der Notwendigkeit, für die erhöhten Aufwendungen zur Beschaffung der nerteuerten Rohstoffe und zur Zahlung der Löhne und Gehälter Mittel bereitzustellen. Der Bezugskurs der neuen Aktien soll 400 Broz. betragen, so daß die Kapitalerhöhung dem Konzern das Bierfache des nominellen Betrags, nämlich - eir. Beispiel vorsichtiger Rapital1200 Millionen, zuführen wird politit! An die Aktionäre fällt bei diesem Ausgabeturs fein so großes Bezugsrecht wie bei den noch seht üblichen Rapitalverwässe rungen. Für das lehte Geschäftsjahr schüttet die AEG. 25 Proz. Dividende gegen 16 Broz. im Berjahre aus. Das Goldzollaufgeld beträgt für die Zeit vom 4. Oftober bis leinschließlich 10. Oftober 1922 34 400 p. 5. Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des„ Borwärts", Berlin SW. 68, Lindenftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) " 1 Ich abonniere den " Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage. " Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Beilage Siedlung und Kleingarten" in Groß. Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name " Wohnung: -Straße Nr.. porn Hof Quergeb.- Seitenfl. Tr. links rechts bei Gewerkschaftsbewegung Der Sieg der amerikanischen Bergarbeiter. ( JGB.) Nach dem mißglüdten Echlichtungsversuch des Präsidenten Harding fab sich die Regierung gezwungen, die Kohlenver teilung zu organisieren, und da der Streit auch das Wirtschafte leben des Landes ernstlich zu bedrohen begann, stellte sie zudem die zwangsweise Inbetriebsetzung der Bergwerke durch den Staat in Aussicht. Damit war für die Bergarbeiter der richtige Moment zur Einleitung direkter Unterhandlungen mit den Arbeitgebern gekommen. Am 1. August lud der Präsident der Bergarbeiter organisation, Levis, alle Grubenbesiger zu einer Zusammenkunft nach Cleveland ein, wo ein Vertrag über die Grundlöhne abgeschlossen und dadurch die Beendigung des Streits herbeigeführt werden sollte. " gewertschaftliche Beamtenzentrale, die nach dem Scheitern der Kartellverhandlungen mit dem Deutschen Beamtenbund gegründet wurde, aufgelöst wurden. Der Entbehrungsfaktor. Funktionäre des DMV. Richtung Amsterdam. Sonnabend, 6% Uhr, in der Schulaula Humboldt- Gymnasium, Gartenstr. 25: Konferenz sämtlicher Funktionäre einschließlich der Generalversammlungsdelegierten des DMM. der Amsterdamer Richtung. Wegen der wichtigen Tagesordnung, die in der Versammlung bekanntgegeben wird, ist das Erscheinen aller unbedingte Pflicht. Der Fraktionsvorstand. In dem gestrigen Bericht der Börsen- Zeitung" über die Berliner Börse hat der Druckfehlerteufel eine beabsichtigte schiefe Darstellung richtig gestellt. Der Bericht sagt u. a.:„ Heute konnten zu- Die Urabffimmung über die Schaffung eines graphischen Innächst wieder Otavis und Ipus hiervon profitieren, die neue wesent- duftrieverbandes, die der Leipziger Verbandstag des Buchliche Kursbesserungen durchsehen konnten. Der heute erschienene druderverbandes beschlossen hat, bzw. die Entscheidung, ob Reichsbankausweis zeigt eine sehr starke Anspannung. Der Noten der Verband fich mit den übrigen graphischen Organisationen verumlauf hat sich um 19 Milliarden in einer Woche vermehrt und die schmelzen soll, wird Mitte November erfolgen. Zunahme der Wechsel beträgt 21,5 milliarden. Davon sind allerAn unsere Abonnenten in der Friedrichstadt Wegen Neuerung der ,, Vorwärts"-Bestellung durch Boten bitten wir unsere Leser, die in dem von der Lindenstraße, Dönhoffplatz, Leipziger Straße und Kanal bis Belle- Alliance- Platz begrenzten Bezirk wohnen, uns umgehend ihre Adresse schriftlich od.telephonisch anzugeben Vorwärts"-Verlag, Lindenstr. 3 99 Die In der sächsischen Holzindustrie sind wiederholte Berhandlungen über den Abschluß eines neuen Lohnabkommens gescheitert. Holzarbeiter in Leipzig, Eilenburg, Zittau und Chemnih sind in den Streit getreten, deffen Ausdehnung auf andere fächsische Städte zu erwarten ist. Die internehmer haben bereits teilweise mit Aussperrung geantwortet. Für die Bewegung kommen rund 30000 Holzarbeiter in Betracht. 3m Konflikt in der österreichischen Metallindustrie haben sich die drei Präsidenten des Nationalrates entschlossen, sowohl an den Hauptverband der Industrie als auch an die österreichische Gewerkschaftstemmission eine Einladung zu einer gemeinsamen Besprechung der schwebenden Fragen ergehen zu lassen. Sentralverband der Angestellten. Heute abend 7½ Uhr: Delegierten- Verfammlung in den Musikerfälen, Kaiser Wilhelm- Str. 31. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. F. itag nachmittag 5 Uhr bei Gründler, Bimmerftr. 30, Spartenversammlung der Presser und Schnellpresser. Was bringt uns der neue Reichs- Attordtarif?" Unbedingtes Erscheinen ist Bflicht. Die Branchenleitung. An der Konferenz von Cleveland nahm nur ein geringer Brozentsaz der Unternehmer teil, das heißt die am Schluß der Konferenz anwesenden Arbeitgeberdelegierten vertraten nur 25 Proz. der Gesamtproduktion der Steinkohlengebiete. Doch als ein Unternehmer behauptete, daß nur die auf der Konferenz anwesenden Unternehmer an den festzulegenden Kontrakt gebunden sein würden, war Präsident Lewis in der Lage, auf Grund seiner Informationen folgende Antwort zu geben: Wenn hier eine Lohnstala abgemacht wird, werden 75 Broz. aller Steinkohlengruben, in denen nun gestreift wird, dieselbe annehmen und binnen einer Woche wieder in Betrieb sein. Ferner fügte er binzu: Die Bergarbeiter baben in diesem Kampf gefiegt; praktisch ist er beendet. Es tann nicht mehr die Rede davon sein, daß im Bergbau LohnLürzungen durchgeführt werden. Es handelt sich hier nur darum, eine Lösung zu finden, ohne die Grubenbesiger unnötig zu demütigen." Achtung! Monteg abend 6% Uhr in den Arminhallen, KommandantenDer am 15. August in Cleveland unterzeichnete Arbeitsvertrag ftraße 58-59, Gigung der Ortsvereine der Gewerkschaften, der Gewerbebedeutet für die Bergarbeiter einen glänzenden Sieg. Sie von den gerichts, Kaufmannsgerichts, Snungsschiebsgezichts- und SchlichtungsausschußBeisiger. Bortrag des Herrn Dr. Bottheff. Af- Bunb, Detskartell GroßArbeitgebern geforderte 2ohnkürzung wurde abgelehnt, Berlin, Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. und die vor dem 31. März 1922, also dem Datum des Streit- dings allein 13,9 Milliarden Reichsschahzwechsel. Im ZusammenDienstag abend 6½ Uhr im Restaurant ,, Aönigsbant", Große Frankfurter ausbruchs, in Kraft stehenden Löhne und Arbeitsbedingungen hang mit dieser neuen Zahlungsmittelschöpfung wurde die Lohn Straße 117, Bersammlung aller freigewerkschaftlichen Funktionäre, Tagesord. wurden bis zum 31. März 1923 bestätigt. politit der Reichsregierung einer scharfen Stritit unter- nung: 1. Gewerkschaften und wirtschaftliche Unternehmungen. 2. Finanzie rung der Warenverteilung. Wir bitten um bestimmtes und pünktliches Er. Der Kollektivvertrag gibt die Methoden an, auf Grund welcher zogen und darauf hingewiesen, daß das Reichsfinanzministerium scheinen. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. die Arbeitsbedingungen und Löhne festgelegt werden sollen. In eine geradezu unerhörte Nachgiebigkeit gegenüber Gediesem Zusammenhang wird am 2. Oktober in Cleveland eine haltsforderungen gezeigt hat, die den Entbehrungsfaktor abweitere Konferenz stattfinden, zu der alle Grubenbesizer solut nicht berücksichtigen und die in der Industrie gezahlten Löhne eingeladen werden sollen. Sie wird eine paritätische Kommission und Gehälter weit übersteigen. Telephon: Dönhoff 2506-2507' 64 Achtung, Bachbrucker! = Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter, Gruppe Landschaftsgärtnerei. Gruppenverfamlung Sonntag vormittag 10 Uhr in Boeters Festfälen, Weberstraße 17. Bericht über die Tarifverhandlungen. Aus der Partei. " Der Bezirfstag für das öffliche Westfalen und die lippischen der Unternehmer und Arbeiter bestellen und die genaue Methode Inwieweit der Entbehrungsfaktor bei der Regelung der Be- Freistaaten tagte am 24. September in Herford. Die Mitfür die für den 1. April 1923 festzulegenden Löhne und Arbeitsamtengehälter und der Arbeiterlöhne berücksichtigt ist, sei dahinge- gliederzahl ist auf 29512 gestiegen, gegen das Vorjahr bedingungen angeben. Ferner wird die Konferenz eine Unter- ftellt. Dem Berichterstatter schien der Entwertungsfattor um 1954 mehr. Die Ortsvereine haben sich auf 247, um 18, fuchungskommission wählen, welche in Busammenarbeit mit der nicht genügend berücksichtigt. Der Entbehrungsfaktor fcheidet bei vermehrt. Die Mitgliederzahl in den Jugendbereinen ist Regierung die Verhältnisse in der Rohlenindustrie genau studieren solch lukrativen Geschäften wie dem Erwerb ausländischer Gold- von 800 auf über 3000 gestiegen. Das Bildungswesen ist bes wird. Die Kommission wird sich ferner über eine Schlichtungswerte ziemlich aus und bleibt absolut unberücksichtigt. Die Regie- scheiden ausgebaut worden. Die Wolfsbühnen in Bielefeld, methode auszusprechen haben, durch die Streifs und Aussperrungen, rung muß ihn allerdings berücksichtigen. Herford und Minden haben sich gut entwickelt, und auch die Ardie sich aus der Auslegung der Verträge ergeben können, berhindert beiterfänger und portbewegungen haben besondere werden sollen. Fortschritte gemacht. Das neue Bruderblatt, die Weser warte" in Minden, erscheint seit dem 1. September und hat die Zahl der übernommenen Wolfswacht"-Abonnenten schon mehr als verdoppeln fönnen. Das" Boltsblatt" in Detmold hat sich ebenfalls gut entwidelt. Die Zahl unserer Vertreter in den Körperschaften beträgt 1207, davon find 140 Stadtverordnete, 33 Magistratsmitglieder, 839 Gemeindevertreter, 73 Gemeindevorsteher, 1 Amtmann, 1 Landrat, 1 Bürgermeister, 40 Kreistagsabgeordnete, 48 AmtsDerordnete, 8 Kreisausschußmitglieder, 7 Provinziallandtagsabgeordnete, 3 Landtagsabgeordnete in Preußen, 8 von 21 in Lippe und 8 in Schaumburg- Lippe von 15, 2 Reichstagsabgeordnete. Am 3. Januar werden die Bergarbeiter und Unternehmer eine Definitive Konferenz einberufen. Die am 2. Oftober in Cleveland einzusetzende Kommission wird derselben ihren Bericht vorlegen. Die Konferenz wird den Vorschlägen der Kommission Rechnung tragen und die am 1. April 1923 in Kraft tretenden Arbeitsbedingungen und Löhne festlegen. Wegen Nichtanerkennung der tariflich aufgestellten Vertrauens. leute und verschiedenen anderen Differenzen befindet sich das freigewerkschaftliche Personal: Eezer, Druder, Hilfsarbeiter und Buchbinder bei der Firma Tro wisichu. Sohn, Buchdruckerei, Berlin, Wilhelm str. 29, im Streit. Wir warnen vor Zuzug. Kollegen, übt Solidarität! Streit in der Berliner Bürftenindustrie. Die Bergarbeiter betrachten den in Cleveland abgeschloffenen Bertrag als ein grundlegendes Abkommen. Die ergänzenden Uebereinkommen mit den Unternehmern, die an der Clevelander Konferenz nicht teflnahmen und den Streit gern beendigt sähen, sollen die in Cleveland angenommenen Bestimmungen enthalten. Da zurzeit die meisten Unternehmer die ergänzenden Uebereinkommen unterzeichnet haben, können wir den Streit in den Steinkohlengruben als beendigt betrachten. 47,02 M. für Frauen festgesetzt. Jm Vertrag von Eleveland wird die Arbeiterorganisation definitiv anerkannt. Die Haltung der Bergleute war glänzend. Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und ihre zähe Ausdauer ermöglichten den Sieg. Während die Arbeiter eine Einheitsfront bildeten, waren die Unternehmer wegen entgegengesetzter Interessen uneinig. Deshalb mußten sie fapitulieren. Neuregelung der Grundgehälter. Im Reichsfinanzministerium haben am Donnerstag nachmittag die Besprechungen mit den Spikenorganisationen über die Neuregelung der Grundgehälter, Orts- und sonstigen Zuschläge der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Reichs- und Staatsbetriebe begonnen. Die Erörterungen, die bisher zu einem Ergebnis noch nicht geführt haben und nach Lage der Dinge auch nicht führen konnten, werden am Freitag nachmittag fortgesetzt werden. Für die Bürstenindustrie besteht ein Reichstarif, worin die Drte des Reiches in vier Klassen eingeteilt sind. Für diese find seit dem 25. September Löhne von 80,87 M. in der 1. Klaffe, bis au 70,79 M. herab in der 4. Klasse für Männer und 53,46 M. bis Während fast überall im Reich nach diesem Tarif gezahlt wird, weigern sich die Berliner Arbeitgeber, diesen Reichstarif anzuerkennen. Auf das Ersuchen der Leitung des Holzarbeiterver bandes um Lohnverhandlungen erklärten die Arbeitgeber, sie zögen die freie Wereinbarung" mit den Arbeitern vor, um diese schneller in den Genuß der Zulagen kommen zu laffen. Gleichzeitig wurde dann von ihnen ein Tarif herausgegeben, der ale Höchstlohn für Bollarbeiter 40-44 m. pro Stunde festsetzt. Diefes rigorose Vorgehen der Arbeitgeber hat die Arbeiter beranlagt, am Freitag die Arbeit niederzulegen. Beschlossen wurde, ab 1. Oktober den Beitrag für männ fiche Mitglieder auf 7 Mart, für weibliche auf 4 Mart wöchent lich festzusehen; die weiblichen Mitglieder erhalten dafür die„ Gleichheit" gratis. In die Bezirksleitung wurden 11 Genossen wiedergewählt, dazu fommen noch 4 von den bisherigen Unabhängigen. Auf dem Parteitag referierten die Genossen Severing über den Kampf um politische Machterweiterung und Drate über Kommunalpolitit. Berantwortlich für den redakt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbrucerci u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Hierzu 1 Beilage. Anerkennung ihrer Organiſation und Entlobnung nach den Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe Vollwertiger Ersatz für Maß:: Zivile Preise Sägen des Reichstarifs. Daß die Arbeitgeber in der Lage find, diese Löhne zu zahlen, wird dadurch bewiesen, daß in Dresden, München und anderen Großstädten, wo diefelben Arbeitsverhältoiffe beſtehen, der Reichstarit anerkannt ist. In Leipzig MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 werden von Konkurrenzfirmen fogar Löhne von 5500 m. pro Woche für Männer und 2500 M. für Frauen gezahlt. In Berlin gibt Die Dreifäulenorganisation. es noch Arbeitgeber, die sogar der Meinung sind, die im ArbeitgeberZwischen den Spigenorganisationen der Arbeiter und Ange- tarif borgefebenen Löhne feien noch zu hoch und die deshalb berstellten dem DGB. und dem AfA- Bund und dem im Juni fuchen, Arbeiterinnen mit Stundenlöhnen von 10-15 M. abzuspeisen. Recht eigentümlich mutet es an, diese Innungsmeister dann dieses Jahres gegründeten Allgemeinen Deutschen Beamtenbund haben am Mittwoch Berhandlungen über den Abschluß eines Kartell- über die Sebung des Handwerts" reden zu hören. vertrages begonnen. Zu einem Ergebnis gelangte man am ersten Hebung des Handwerks. damit der goldene Boden des Handwerks Tage noch nicht. Es ist aber zu hoffen, daß noch während der oben nicht zu dünn ist; für die Arbeiter soll wie bisher auch weiterhin begonnenen Tagung des Bundesausschusses des ADGB. die Drei- die Bürstenindustrie die Elendsindustrie bleiben. Mit dieser fäulentheorie verwirklicht und die Vereinigung der auf freigewert- Jllusion wollen die Arbeiter endlich einmal aufräumen und sich das schaftlicher Grundlage organisierten Arbeiter, Angestellten und Beerringen, was die Arbeiter anderer Berufe längst haben, das Mitamten endgültig vollzogen wird. In diesem Falle wird die frei bestimmungsrecht über die Bezahlung ihrer Arbeitsfraft. Hühneraugen Hornhaut, Schwielen u.Warzen Aufirol beseitigt schnell sicher u.schmerzlos In Apotheken u. besseren Drogerien erhältlich.e Gegen Fußschweiß und Wundlaufen Kukirol- Fußbad! für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Stoffe G. m. Koch& Seeland. H. Gertraudtenstraße 20-21. SeifenBlitzmädelPulver Aus besten uno Kleidung Bergestellt von Sunlicht Gesellschaft AG. Rheinau- Mannheim geeignetsten Rohstoffen SADAM Führend in Sport Ausrüstung