Nr. 463 39. Jahrgang Ausgabe B Nr. 225 Bezugspreis: Für den Monat Oftober 250,-., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luremburg 346,- M, für das übrige Ausland 515,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg. Defter reich. Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 50,- M. Reflamezeile 230,-. ,, AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 12, W.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10,- M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 7.-W., jedes weitere Wort 5,- W. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 15,-. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–295 und 2506-2507 Sonnabend, den 30. September 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Haupterpedition u. InferntenAbteilung: Dönhoff 2506-2507 Der Kampf um die Lebenshaltung. Auf der Spike der Bajonette. Fortsetzung der Tenerungsdebatte im Landtag. Der Landtag stimmte in seiner heutigen Sigung zunächst debattenlos einem Antrag zu, durch den die Diäten der Abge= ordneten auf 25 000 m. im Monat erhöht werden. Hierauf wurde die Aussprache über die Teuerung fortgesetzt. Abg. Haas( Soz.) zerpflüdte die Ausführungen des deutsch nationalen Abgeordneten Beder vom gestrigen Tage. Herr Becker meinte, die Erfüllungspolitik sei schuld an der Entwertung der Mark. Herr Becker vergaß, daß ohne die Erfüllungspolitik längst das Ruhrgebiet belegt worden wäre und die Mart völlig ent wertet worden wäre. Bir Sozialdemokraten sind uns darüber klar, daß neben innerpolitischen Ursachen es hauptsächlich die außenpolitischen Ereignisse sind, die verwüstend auf den Wert der Mark einge wirft haben. Wir wissen aber recht genau, daß nur die Erfüllungspolitit bis jetzt menigstens einigermaßen den völligen Sturz in den Abgrund verhindert hot. Wenn Herr Becker die Erfüllungspolitik anklagt, dann muß er erst einmal genau den Nachweis führen, daß ohne Erfüllungspolitik unsere Mark heute besser dastehen würde. Herr Becker fam auf das Berbot der Deutschen 21lgemeinen 3eitung" zu sprechen. Man braucht nur sich die betreffenden Artikel der " Deutschen Allgemeinen Seitung", die zum Verbot geführt haben. anzusehen, um die Gemeingefährlichkeit der politischen Angriffe des Stinnes- Blattes zu erkennen. Was hätten wohl die Deutsch nationalen getan, wenn früher in irgendeinem deutschen Blatt so bedentenlos gegen die Regierung gehetzt worden wäre. Herr Becker mußte natürlich als Chefredakteur der ,, Deutschen Tageszeitung", des Blattes der Agrarier, die Erhöhung des Preises für das erit e Dritel des Umlagegetreides verteidigen. Wir müssen nach wie vor betonen, daß die Landwirtschaft es recht wohl tragen fann, wenn es bei dem beschlossenen Preis für das erste Dritte bleibt. Die Einfünfte aus dem Verkauf des freien Getreides, aus dem Verkauf von Kartoffeln, der Hackfrüchte, des Obstes usw. schaffen hinreichend Ersatz für den eventuellen Ausfall an Gewinn beim ersten Umlagedrittel. Wir müssen betonen, daß die Landwirt fdyaft, die vor dem Kriege verschuldet war und heute schuldenfrei dasteht, den Bogen nicht überspannen darf. Zur Lage im Orient. Bon Dr. Alfred Nossig. Als im Weltkrieg die Entente- Mächte sich gegen die Tür1358 m. Ein Armenunterstüßungsempfänger mit zwei Kindern fei wandten, verkündeten sie gewisse Kriegsziele. Auf den 5359 m., ein Erwerbsloser mit zwei Kindern 1653 m. Wohin foll das führen, wenn man die Dinge weiter freiben läßt? Spigen der Bajonette wurde naú dem Orient die Proklamaerst einmal die Produktionstrife voll einfegt und die Maffen Heute haben wir noch verhältnismäßig wenig Arbeitsloje, aber wenn der Arbeitslosen dann nach Unterstüßung rufen? Bei den jetzigen Unterstügungssätzen ist eine Empörung dieser Unglücklichen undermeidlich. Die Zulage für die Beamten im besetzten Gebiet ist höher als die Gefamiunterstützung eines erwerbslosen Familienvaters mit vier köpfen. Der Erwerbslose im besetzten Gebiet leidet noch genau so unter der Teuerung als der Beamte und Angestellte, der Arbeit hat. Das beste ist, daß beizeiten für Arbeit gesorgt wird. Es müssen vom Reich und vom Staat Mittel zur Verfügung gestellt werden zum Ausbau der produktiven Erwerbslosenfürsorge, Eisenbahnbauten und Kanalisationsarbeiten tönnen vorgenommen werden. Aber schließlich über alle diese Notstandsmaßnahmen hinweg wiffen wir Gozialdemokraten, daß man der fapitalistischen Broduktionsweise an den Kragen gehen muß, wenn eine wirkliche Besserung eintreten soll. Dir Kapitalisten stürzen sich heute immer gerade auf die Produkte, die besonders notwendig sind. Wir haben eine ungeheure Wohnungsnot, aber der Baustoffmarkt ist völlig in der Hand der Privatfapitalisten. Gin grenzenloser Wucher wird getrieben. Die Monopolwirtschaft, die wir heute haben, muß umgewandelt werden in Staatsmonopole, sonst hilft alles Räfonnieren und Klagen nichts. Es ist unbegreiflich, wie Leute sich hierherstellen können und über zu großen Einfluß der sozialiftischen Ideen wehklagen fönnen. Haben wir nicht heute die kraffefte Profitwirtschaft? Herr Beder wies auf den angeblichen Mangel an Rentabilität bei den Staatsbetrieben und kommunalisierten Betrieben hin. Wir geben ohne weiteres zu, daß nach der Revolution die Arbeitszeit nicht so ausgenüßt wurde, wie das nötig wurde. Auch die Arbeitsintensität hat start gelitten. Aber die Herren auf der kapitalistischen Seite Die Landwirtschaft muß das Streben nach. Gewinn etwas 3ügeln. unterrichtet sind, wie oft und wie sehr bie li nternehmer di. dürfen doch nicht vergessen, daß die Arbeiter recht wohl darüber Jeht eben, wo die ersten Herbstfartoffeln auf den Marft rett Sabotage getrieben haben, um dann mit dem Hintommen, sehen wir nicht, daß die Landwirte bereit sind, den Preis meis auf den Niedergang der Produktion den Achtstundentag zu der Notierungskommiffionen anzunehmen. Wir in den Städten stürzen. Der Arbeiter fragt sich im Innern: Du sollst das Leßte aus müssen 500 bis 600 Mart für den Zentner bezahlen.( 3uruf rechts: Dir heraushofen, während die Parafiten der Volkswirtschaft, Unter Der Zwischenhandel ist schuld!) Schön, wenn der Zwischenhandel nehmer und Schieber, reeller und unreeller Handel Brofite auf Brofchuld ist, wenn zwischen Erzeuger und Verbraucher ein engeres fite einheimfen. Ich möchte Herrn Becker auf die Rentabilität der Bufamemnarbeiten stattfinden soll, dann muß man die Bahnen Elettrizitätsmerte verschiedener Städte hinweisen. Ich der Sozialdemokratie beschreiten. Wenn gestern möchte ihn auch daran erinnern, daß die Staatsbergwerfe darauf hingewiefen wurde, daß doch auch die Konsumvereine nicht schlechter arbeiten als die privaten. Und wenn die Eisenden Wiederbeschaffungspreis forderten, dann wollen wir heute bahn ebenso schrankenlos die Breise feftfehen würde wie die Privatdarauf hinweisen, daß doch ein kleiner Unterschied besteht, zwischen industrie, dann würde auch die Eisenbahn sich glänzend rentieren und dem Wiederbeschaffungspreis der Konfumvereine und dem des pri- noch Ueberschüsse verzeichnen können. Wir verlangen, daß vor allem vaten Handels, des Großhandels, mie des Kleinhandels. Der Wieder die Schlüsselindustrien in die Hand der Allgemein beschaffungspreis der Konfumvereine verfchafft feine Wucherheit fommen. Seute faugt der Kapitalismus wie ein Vampyr dem gewinne, er beruht auf ehrlicher und fachlicher Kalkulation. Bolt die Lebenskraft aus dem Körper. Wollen wir das Staatsganze Immer und immer wieder wird auf die Düngemittelnot hin- heben, dann müffen wir Sturm laufen gegen die kapitalistische Wirtgewiefen. Wir erkennen sie an. Bir wollen auch die Steigerung schaft. Erst nach Ueberwindung dieser fapitalistischen Anarchie fönnen der Produktion. Aber wir müssen einmol bei dieser Gelegenheit wir Deutschland politisch und kulturell auf eine neue Bahn hinüberhier im Haufe darauf hinweisen, daß das Wort„ Düngemittel" von führen.( Starter Beifall links.) den Agrariern vielfach nur als Schlagwort gebraucht wird. Wenn die Landwirte billige Düngemittel haben wollen, dann müffen sie zufammen mit den Arbeitnehmern Front machen gegen die hohen Preise des Ralifnnditats. Man merkt aber nichts von diefer Frontstellung. Die Agrarier laffen den Kali industriellen gerne die hohen Breise, um danach hintennach eine Ausrede für ihre eigenen übertriebenen Forderungen zu haben. Wir Sozialdemokraten haben schon vor langer Zeit unter der Führung unseres Genossen Braun Vorschläge gemacht für eine billige Bersorgung der Landwirtschaft mit Dünge= mitteln. Aber Sie auf der Rechten waren damals gegen unsere Vorschläge. Man redet soviel von der Steigerung der Löhne der Arbeiter. Aber man vergist danach zu fragen, wo denn die Arbeiterlöhne sind, die heute das 120fache des Friedensbetrages aus: machen. Viel zu wenig ist in der bisherigen Aussprache die Not der Kleinrentner, der Sozialrentner und Er merbslosen hervorgehoben werden. Die Kleinrentner gehören gerade vielfach den bürgerlichen Schichten an. Aber wir sind dafür, daß den Netleidenden Hilfe gebracht wird, ganz gleich, zu welchen Schichten sie gehören. Man hat im August d. I. durch Reichsgesch die Unterstützungsfäße für die Kleinrentner erhöht. Man hat bei dieser Gelegenheit das Jahreseinkommen des Kleinrenfners auf 7200 m. angefeht. Mit einem solchen Einkommen müssen die Kleinrentner verhungern. Man hat im Auguft die Er merbslosenfäße erhöht, und zwar auf 663,50 m. pro Tag. Bis zu dem Tag der Erhöhung sind aber die Preise um 190 bis 200 Brez. gestiegen. Die Erwerbslosensähe reichen also nicht im entferntesten aus, um die Erwerbslofen vor dem Hunger zu schüßen. Da ist die 2 rmen unterstühung vieler Städte reich licher und besser bemessen, als die Unterstützung für die Erwerbs: lofen. Die meisten Städte fehen die Armenunterstühung von Monat zu Monat neu feft. Gin alleinstehender Armenunterftüßungsempfänger von über 21 Jahren bezieht pro Monat 2276 m., ein allein stehender Erwerbslofer im gleichen Alter 723 m. Ein Verheirateter ohne Kind, der Armenunterstüßung empfängt, erhält 3359 M., ein Erwerbslofer ohne Kind 1120 m. Ein Armenunterstüßungsempfänger mit einem Kind 4649 M., ein Erwerbsloser mit einem Kind Aeltestenausschuß. tion getragen, die manchen Völkern wie eine Erlösung flang. sollte Frieden und Freiheit gesichert werden. Die von den Dem von unablässigen Kämpfen und Greueln erfüllten Orient Türken beherrschten Wölfer follten ihre Selbständigkeit erlangen. Insbesondere aber sollten zwei nationale Heimstätten errichtet werden: Es sollte ein unabhängiges Armenien entstehen und in Palästina ein nationales Zentrum für das jüdische Volk. Heute flattert auf den Spizzen der Kemalschen Bajonette der Vertrag von Sèvres luftig in der Luft. Es flingt wie eine groteske Jronie, wenn gleichzeitig in der Sigung des Bölkerbundes die Vertreter Hollands und Griechenlands die Frage der nationalen Heimstätte der Armenier von neuem aufs Tapet bringen. Was ist im Orient erreicht worden? In Wahrheit wurde der türkische Imperialismus nicht gebrochen, sondern ging neu gestärkt aus den Kämpfen hervor. Die Türfen haben sich überzeugt, daß sie bei zähem Durchhalten und bei geschickter, auf die Entzweiung der Ententemächte gerichteter Diplomatie, auf ihrem Boden stärker sind als die Koalition der weltbeherrschenden Staaten. Bom Türkenjoch befreit" wurden nur die Araber, die den Türken gegenüber nicht als Minorität betrachtet werden können. Bolle Selbständigkeit haben auch die Araber nicht erlangt, wohl aber wurde es ihnen möglich, viel mirtsamer als früher einen pan arabischen Imperialismus als machtvollen Faftor in die Weltpolitit einzufügen. Wir haben also im Orient als Resultat des Weltkrieges zwei Imperialismen statt eines. Von den kleinen, schwachen Bölkern aber, für die gesorgt werden sollte, hat keines Freiund die Möglichkeit ungehinderter Entfaltung erlangt. heit und Selbständigkeit, feines auch nur genügenden Schutz Zu den traurigsten, aber lehrreichsten Kapiteln des Weltfrieges gehört die armenische Heimstätte". Sie bildete einen der Hauptpunkte des Wilsonschen Programms. Wilson hatte sogar schon die Grenzen des armenischen Staates bestimmt. Nur hatten die Armenier das Mißgeschick, daß feine der siegreichen Mächte die Neigung zeigte, die Hand ins Wespennest zu legen und das Mandat über die armenische Heimstätte zu übernehmen. So fiel der armenische Staat" als Erbschaft dem Völkerbund zu, der seinerseits am 18. November 1920 die Zukunft Armeniens" feierlich seinem Rat anvertraute. Der Rat übertrug em 25. Februar 1921 feinem Generalsekretariat die Mission, den Lauf der Ereignisse in Armenien zu verfolgen". In seiner diesjährigen Januarsizung endlich faßte der Völkerbundrat den Beschluß ,,, die Aufmerksamkeit der Mächte auf die Notwendigkeit des Schutes der Minoritäten im ottomanischen Raiserreich zu lenten. So ist der unabhängige armenische Staat" binnen kurzem auf dem Wege der Völkerbundinstanzen auf den Nullpunkt Der Aeltestenrat des Preußischen Landtages wurde am Sonn- herabgeglitten. Die Armenier find heute, was sie früher abend dahin einig, nach Schluß der Teuerungsaussprache, der für waren, eine schutzbedürftige Minorität im ottomanischen mitte der Woche zu erwarten ist, noch folgende Gegenstände zu er: Kaiserreich. Und wer weiß, ob der Rest dieses unglücklichen ledigen: Ausführungsgefeß zum Reichsmietengesetz, Anträge über Oberschlesien, die neuen Besoldungsgesetze, die Anträge, die das be- Boltes nicht bereits evakuiert" wäre, hätte nicht Frank= setzte Gebiet betreffen. Bom 7. bis zum 16. Oftober tritt dann, wie reich gelegentlich seines Separatabkommens mit der Anbereits gemeldet, eine Pause für die Bellsigungen ein. gora- Regierung gewisse Garantien für die ethnisch- religiösen Minoritäten erlangt und zur Ueberwachung derselben eine Miffion an Ort und Stelle zurückgelassen. Jedenfalls aber haben die ausländischen Bajonette den Armeniern die ersehnte Freiheit nicht gebracht. Ihre Zukunft hängt nach wie vor davon ab, daß sie sich mit den Türken verständigen. Internationale Garantien werden nur das sanktionieren können, was auf dem Wege direkter Verhandlungen erzielt Tschitscherin in Warschau. Warschau, 30 September.( Poln. Telegr.- Agentur.) Gestern wurde der Boltstommiffer für auswärtige Angelegenheiten Sowjet rußlands Tschitscherin, begleitet vom Vertreter Sowjetrußlands in Warschau, Obolensti, vom Ministerrpäsidenten Now at wie auch vom Minister des Aeußern Narutowicz empfangen. Der werden wird. Ministerpräsident, der Minister des Aeußern sowie auch Tschitscherin Mit der ,, nationalen Heimstätte für das jüs betonten in ihren Ansprachen die Tragweite, die der Anknüpfung dische Bolt" hatte der Völkerbund wenigstens den Prestigeund Belebung der wirtschaftlichen Bezichungen zwischen beiden erfolg zu verzeichnen, daß, dank dem Eintreten Englands als Staaten zukommt. Mandatarmacht die diesbezügliche Formel als ein Wechsel auf Ministerpräsident Romat machte den Bolkskommiffar Tschi- die Zukunft in das Balästinastatut aufgenommen wurde. Das tscherin bei dem Besuch darauf aufmerksam, daß der gegenwärtige ist aber auch so ziemlich alles. Genau befehen, liegen die Dinge Stand der Ausführung des Friedensvertrags, besonders bezüglich in Palästina nicht viel anders als in Armenien. Bon polider Rückerstattung des aus Polen nach Rußland geschafften tischer Selbständigkeit auch feine Spur. Selbst die wirtschaftKulturgutes, die Ausarbeitung der Pläne für ein Bufammen- liche Entfaltung ist durch strenge Einwanderungsnormen aufs wirken beider Länder sehr beeinträchtige und daß die Beseitigung fchwerste behindert. Ja sogar vor planmäßigen, immer wie= dieser Schwierigkeiten als eine wichtige und dringende Aufgabe be- der inszenierten Pogromen vermag die englische Verwaltung handelt werden müsse. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde die Juden nicht zu schüzen. Es wäre unbillig, England für die gegenwärtige Lage Europas berührt und auf beiden die Nichterfüllung der Zusagen verantwortlich zu machen. Seiten der Meinung Ausdruck gegeben, daß sowohl für Polen wie nur unter dem Drucke der tatsächlichen Verhältnisse hat Engauch für Rußland in allererster Reihe die Erhaltung und Stärkung land auch hier den Weg der Interpretation" der ursprüng des europäischen Friedens von Wichtigkeit sei, Ministerwechsel in Cifauen. Der litauische Außenminister Prof. Jurgutis ift zurückgetreten; Ministerpräsident Galvanaustas übernimmt sein Portefeuille. lichen Formel betreten, einen Weg, der gar leicht ebenfalls zur Rullifikation führen fann. In gewiffem Maße trifft die Schuld die zionistischen Führer. Sie haben alles auf die eine Karte der nationalen Prestigepolitik und der englischen Bajonette gesetzt. Sie haben es nicht begriffen, daß es vie mehr gewesen wäre, von den Arabern durch freundschaftliches| Minoritäten, die Stunde der Freiheit und des Friedens Abkommen im richtigen Augenblick das Zugeständnis der schlagen. freien Einwanderung zu erlangen, als vom ölferbund eine An den Dardanellen wetterleuchtet es. Wieder sind Bavorzeitige Formel ohne faktische Durchführungsmöglichkeit, jonette im Anmarsch. Und doch muß man an das Goethesche dafür aber geeignet, die Araber heraus ufordern und ihren Bort denken: Widerstand aufs höchste zu steigern. Sie haben vergessen, daß man ,, mit den Bajonetten alles tun, nur sich auf sie nicht setzen fann". Auch für die heimstättesuchenden Juden gibt es nur einen Weg: den der direkten Verständigung mit den Arabern und der Schaffung von Garantien, die möglichst weitab von Erobererbajonetten liegen. Die heutigen Ereignisse im Orient strahlen jedoch weit über den Bereich des Orients selbst hinaus. Der Bulkan des Horchet, horcht dem Sturm der Horen! Tönend wird für Geisterohren Schon der neue Tag geboren. " Dolchstoß überall! Der In Griechenland hat die militärische Niederlage eine Revolution zur Folge gehabt, die den König Konstantin zur AbDantung zwang. Und was tut dieser? Er beeilt sich, der Welt mitzuteilen, daß die griechische Niederlage nur die Folge des revolutionären Dolch stoßes gewesen sei! griechische Außenminister Streit hat einem Sonderberichterstatter von Havas in Genf erklärt: 3weifellos sei die Front ständig von der venizelistischen Propaganda bearbeitet worden. Infolgedessen sei unter den Frontsoldaten eine gewisse mo ralische Uneinigkeit entstanden und so sei die Niederlage gefommen. Bezeichnenderweise bringt die Tägliche Rundschau" diese Meldung unter der Spitzmarke: Der griechische Dolchsto", wobei sie das Wort Dolchstoß in ironische Gänsefüßchen fetzt. " Unser Blatt, der, Vorwärts." Dittmanns Abschiedswort für die Freiheit". Mit ihrer heutigen Morgenausgabe hat die Freiheit" Weltkrieges ist noch immer nicht völlig ausgebrannt und er ihr Erscheinen eingestellt. Ihr Chefredakteur, Genosse Wilhelm macht manchmal Miene, durch eine neue Eruption die ganze Dittmann, widmet dem Blatt an der Spize feiner letzten neue Teilung der Welt in Frage zu stellen. Der Nieder- Nummer einige Abschiedsworte, die von tiefer Zuversicht in Aber war es mit dem deutschen„ Dolchstoß", auf dessen bruch des griechischen Imperialismus, die nicht die Zukunft der nunmehr geeinten Partei und ihres Zentral- Wahrheit die„ Tägliche Rundschau" so viel Eide abgelegt hat, mehr zu verhüllende Tatsache, daß Frankreich und England organs, des Vorwärts", getragen sind. Dittmann sagt irgend etwas anderes? Genau wie in Griechenland war auch im Orient gegeneinander arbeiten, daß eine von Frankreich u. a.: bei uns die flare und unzweideutige Niederlage schon lange unterstützte Roalition aller islamischen Völker England die Es wird Aufgabe der Berliner Parteigenossenschaft sein, durch da, als die Revolution und die Absetzung des HohenzollernHälfte seines Weltreiches zu entreißen droht, alles das öffnet ihre berufenen Organe dafür zu sorgen, daß der Vorwärts" hauses erfolgte. Genau wie in Griechenland haben dann die der politischen Phantasie Tür und Tor. Schon werden die neben seiner Aufgabe als Zentralorgan der Partei in allen Gestürzten erst nachträglich die Version erfunden, daß die Allianzen erörtert, die der neue Weltkrieg schaffen wird diesen Kämpfen der Zukunft das Sprachrohr des Berliner Revolution schon vor der Niederlage eingesetzt habe. die den neuen Weltkrieg schaffen werden. Proletariats ist. Im engen geistigen Zusammenwirken der Schon Uebrigens ist die Dolchstoßlegende uralt. Redaktion mit der Masse der Parteigenossen muß sich das Blatt Napoleon III. hat von ihr Gebrauch gemacht, als er nach formen und gestalten. Der„ Borwärts" wird sein, was der Kapitulation von Sedan gefangen in Wilhelmshöhe saz. die Parteigenossen aus ihm machen. Deshalb darf jezt Auch dieser Herr behauptete, daß er den Krieg doch noch beim Uebergang der bisherigen Freiheit"-Leser zum„ Borwärts" schließlich für Frankreich gewonnen hätte, wenn nicht die Sepfein Genosse von Einzelerscheinungen, die ihm vielleicht an dem tember- Revolution in Paris und feine Absehung dazwischen neuen Parteiorgan nicht gefallen mögen, sich abhalten lassen, den gekommen wären. Man findet überhaupt in der Geschichte Schritt mitzumachen. Er hat das Recht der Kritik an seinem Organ kaum einen Feldherrn, der ehrlich die Schuld an seiner und kann alle seine Ausstellungen durch die Parteiorganisation zur Niederlage auf sich genommen hätte. Alle sind sie irgendwo Geltung bringen. ,, von hinten erdolcht" worden. Regulär geschlagene Feldherren gibt es einfach nicht, mögen sie nun Trifupis, Napoleon oder Ludendorff heißen! Das Alles mag verfrüht sein. Man darf es als wahrscheinlich betrachten, daß bei der Welterschöpfung der Brand diesmal noch lokalisiert werden wird. Es wäre müßig, in diesem Augenblick zu untersuchen, ob bei einer weiteren Fortdauer der Spannung im Orient eine Generalrevision des Verfailler Vertrages sich ergeben könnte. Müßig, auch nur die beschränitere Frage zu prüfen, ob durch den Sieg Kemals die nächsten Reparationsverpflichtungen erschwert oder erleichtert werden dürften, ob Frankreich auf England einen um so stärferen Druck ausüben wird, oder umgekehrt. Wohl aber läßt sich dank dem neuen Aufleuchten im orientalischen Wetterwinkel ein tieferes Problem besser als früher erfassen. Die Linie der welthistorischen Entwicklung tritt uns flarer entgegen, und was wir sehen, vermag uns, trog aller traurigen Erscheinungen der Gegenwart, nicht ganz hoffnungslos zu stimmen. des Weltkrieges tnüpften, haben sich nicht erfüllt. Der 3 u = Deshalb: Kein Schwanken und Beiseitetreten. Einig und geschloffen, wie wir zur neuen Gesamtpartei stoßen, wollen wir auch von der Freiheit zum„ Borwärts" gehen, wollen wirken und werben für das Blatt der Partei und des„ Der Krieg fast unvermeidlich". fämpfenden Proletariats, für unser Blatt, den„ Vorwärts“! London, 30. September.( WIB.) Daily Expreß" schreibt, Die Zeit, in der es in Berlin zwei sozialdemokratische der krieg sei fast unvermeidlich. Das sei die Anficht, die Organe gab, ist vorüber. In dem wechselreichen Verhältnis, Geilich, die ersten Erwartungen, die sich an den Ausgang das in den letzten vier Jahren zwischen der„ Freiheit" und gestern abend in amtlichen Kreisen herrschte. General Harrington spiegelt die Geschichte der deuteine fammenbruch des Militarismus auf der Seite fchen politischen Arbeiterbewegung dieses Zeitabschnitts. Hef: weitere Botschaft an kemal gesandt, in der er die joder Besiegten, die tigen Kämpfen, die von beiden Seiten mit den schärfften fortige zurückziehung der türkischen Streitkräfte Seite der Sieger mochten den Glauben wecken, daß eine neue Waffen der lleberzeugung geführt wurden, folgen Berioden verlange. Diese Botschaft laufe tatsächlich auf ein Ultimatuin hinaus. Mera bereits angebrochen sei. Eine Aera, die man als den unwillkürlicher, erst allmählich ins Bewußtsein tretender Das türkische Heer werde auf 60 000-70 000 Mann ohne die Irunaufhaltsamen Bankerott des Imperialismus le bereinstimmung. Mehr und mehr tritt der beider- regulären geschätzt. Vorbereitungen feien getroffen worden, um allen bezeichnen könnte. In dem Augenblick jedoch, da der Völker feitige Bunsch zutage, den Streit auf das notwendigste zu be- Möglichkeiten entgegenzutreten. Im Falle eines Krieges werde das bund sich als wechselseitige Assekuranz der Sieger konstituierte. schränken und das Gemeinsame hervorzuheben. Parlament einberufen werden. Die brififchen Truppen würden als die Abrüstungsidee verworfen wurde, als man ftatt eine internationale Armee zum Schutze des Rechtes und des Frie- jetzt als Bruder blätter weiter nebeneinander bestehen Es ist bedauerlich, daß„ Vorwärts" und" Freiheit" nicht konstantinopel verlassen, wenn die Feindseligkeiten beginnen. dens zu schaffen, die alten Nationalarmeen bestehen ließ, tönnen. Die Not der Zeit erlaubt dies nicht. So fällt dem wurde es flar, daß die erhoffte Umgestaltung noch nicht ein Borwärts" die Aufgabe zu, in Berlin die neuentstandene Gegetreten sei. fam partei allein zu vertreten, und damit wird der alte BuUnd doch ist sie auf dem Wege. Der Banterott des Im- stand wiederhergestellt, daß es für die Partei in der Reichsperialismus schreitet tatsächlich unaufhaltsam fort, wenn er auch noch zurzeit durch das Auftauchen neuer Imperialismen hauptstadt nur ein Organ gibt. Der Vorwärts" ist sich der mastiert wird. Die Etappe, welche wir erreicht haben, fenn- hofft fie mit Hilfe der Parteigenossenschaft so erfüllen zu maskiert wird. Die Etappe, welche wir erreicht haben, fenn- Schweren Pflichten, die ihm damit zufallen, vollbewußt, er zeichnet sich dadurch, daß für den Weltimperialismus tönnen, daß sich alle bei ihm zu Hause fühlen werden. fein Boden mehr vorhanden ist. Vielleicht ist England der letzte auf Eroberung begründete Weltstaat vor den auf nerin und Kameradin vergangener Kämpfe, Abschied, entbietet In diesem Sinn nimmt er von der Freiheit", der Gegdem Wege des Friedens zu schaffenden Vereinigten Staaten nerin und Kameradin vergangener Kämpfe, Abschied, entbietet udania, in der den künftigen Konferenzen vorgearbeitet werder Welt. Die Auflösung dieses sichtlich unterminierten Ge- er seinen neuen Lesern zu kommenden gemeinsam zu führenden Kämpfen feinen Gruß. bildes ist mir eine Frage der Zeit. An feine Stelle tritt zu nächst noch der Nationalimperialismus, treten die Kemal Pafcha lenkt ein? Paris, 30. September.( WTB.) Laut Meldung der Blätter aus Konftantinopel ist folgendes kommuniqué ausgegeben worden: " Die Regierung der großen Nationalversammlung von Angora erlärt sich mit dem in der Note der Alliierten zum Ausdrud gebrachten liftischen Regierung zu übertragen. Die Regierung erklärt Wunsche unter folgenden Bedingungen gern einverstanden.& onftantinopel und Ost thrazien find fofort der nationaden soll. Diese Beschlüsse wurden heute gefcht unter dem Vorbehalf, fich gern bereit zu einer Besprechung mit den Allierten in den soll. Diese Beschlüsse wurden heute gefaßt unter dem Vorbehalt, daß sie von der großen Nationalversammlung zu ratifizieren sind." Konstantinopel, 30. September.( EP.) Mustafa Kemal hat auf die 3 weite Note General Harringtons über die neutrale aus der neutralen 3one zurückzuziehen, wenn die Engländer ihren Truppen in Tschanaf Befehl geben, auf das europäische getan haben. In diesem Falle würde er sich damit begnügen, in der fer überzutreten, wie dies bereits die Franzosen und Italiener neutralen 3one eine reine 3ivilverwaltung einzuführen. Er erklärt sich bereit, mit Harrington zusammenzutreffen, wenn diese Bedingungen angenommen werden. In politischen Kreisen von Konstantinopel wird diese Antwort als ungenügend angesehen. früheren großen Minoritäten, die sich nun als Majoritäten E. Reuter, zwei frühere Redakteure der Freiheit", in die 3 one geantwortet. Er erklärt darin, daß er bereit ist, seine Truppen nach dem alten Vorbild ausleben wollen. Am 1. Oktober freten die Genossen A. Stein und Redaktion des Vorwärts" ein. Die Zeit wird kommen, da die ganze Partie zu Ende sein wird. Da Daniels Stein ohne Hände vom Berg herabgerissen wird", und die Völker zur Einsicht gelangen Kommunisten Börner, daß er nicht mit Maßlow identisch sei, Börner- Maßlow. Wir haben von einer Berichtigung des werden, daß es viel zuträglicher für sie ist, friedlich nebenein- loŋalerweise Kenntnis gegeben. Jetzt teilt die Freiheit" mit, daß ander und untereinander zu leben, als dem Moloch des frie- trotz alledem Maßlow unter dem Decdnamen Börner auftritt und gerischen Nationalismus die Blüte ihrer Jugend zu opfern. u. a. auch auf dem letzten Parteitag der Kommunisten unter diesem Dann erst wird auch für die kleinen Völker, die wirklichen Namen aufgetreten ist. Der abgestürzte Seiltänzer. Von Erna Büsing. einem Pferdeschwanz. Die Frau hat bald nichts mehr. Ein An- Heftiger Ausbruch des Stromboli. Der Bulkan der Insel Stromfchauen fremder Herrlichkeiten ist für sie höchster Genuß.„ Ach," boli, der nördlichsten der zwischen der Nordfüste Siziliens und dem fagt fie und feufzt tief, ich zeigte den Seiltänzer immer meinen italienischen Festland gelegenen Liparischen Inseln, ist seit geraumen Entelchen und all den kleinen Kindern aus den Nachbarhäusern. Zeiten ohne Unterbrechung tätig. Das Steigen der in seinem Krater Nun fann ich auch das nicht mehr. Man wird immer ärmer und sichtbaren weißglühenden Lava und die Rauchentwicklung sind vom ärmer und alles wird fälter, weil man nichts mehr schenken, weil Luftdruck abhängig, so daß die Umwohner sich nach dem Bulkan man feine Freude mehr machen kann." wie nach einem Barometer richten. Heftigere und häufigere ErUnd ohne daß die Masse den richtigen Begriff des Zusammen- plosionen und dicker Rauch deuten auf schlechtes Wetter hin. Bei hanges erfaßt hat, finden diese Worte ein stummes, nachhallendes Nacht ist der Schein der glühenden Lavamassen, die etwa 100 Meter hoch emporgeschleudert werden, weithin zu sehen, so daß der Bulkan schon in der Antife als der„ Leuchtturm des Tyrrhenischen Meeres" befannt war. Ein heftiger Ausbruch hat im Juni 1906, wenige Monate nach dem großen Besuvaustruh, stattgefunden. Auch in anderen Jahren hat bisweilen eine lebhafte Tätigkeit des Berges die Pflanzungen geschädigt. Jetzt wird aus Rom wieder von außer gewöhnlich starken Ausbrüchen des Stromboli berichtet. Asche, Schlacke und glühende Steine werden hoch emporgeschleudert, und Ströme weißglühender Lava ergießen sich den Berg hinab. Unterirdisches Rollen von besonderer Heftigkeit wird vernommen, auch Erdstöße haben stattgefunden. Die wenigen Leute, die an den Hängen des Berges wohnen, haben ihre Behausung verlassen und sich an den Meeresstrand oder nach dem Festlande geflüchtet. Abend für Abend schwebte er über dem Rummel der Turmdrahtseilkünstler. Losgelöst von aller Erdenschwere, federnd, allein in luftiger Höhe, als einzige Begleiterin die Balancierstange. Unten dufteten aufdringlich Schmalzkuchen, leuchteten goldgeringelte Nacht töpfe, die zu gewinnen waren, frähten Hähne in einer Schießbude Echo in ihr. und verhauten fich magere Boger vor primitivem Leinwandzelt. Ueber diesem Meer von Gefühlen und Verdienstmöglichkeiten glitt Central- Theater:„ Die Kleinbürger" von Gorti. Ins Theater der Seiltänzer, alle Augen zu sich emporziehend. Sein Trikot war in der Alten Jakobstraße, das meist als Poffenbühne figurierte, ist verwaschen, nicht einmal flecanrein, und das Lendentuch von aus- ein neues Unternehmen eingezogen, das nach den Erklärungen der gezogener, aber sich grell abhebender Farbe. Doch hing die Phantasie und Traumfeligkeit erfreut sein wollender Menschengemüter ihm leuchtende Flitter um den Leib. Wie einem phantasiebegabten Kind eine verhutschelte, feimende Kartoffel, um die zur Hälfte ein Lappen gebunden ist, eine bessere Puppe deucht, als das maschinell construierte Baby, das Mama und Bapa schreit, so hob das gedankliche Gaufelspiel seiner Zuschauer den Seiltänzer hoch über alle Artistensterne, hoch in den Himmel. Leiter ernste künstlerische Ziele verfolgt. Es will den breiten Schich ten dienen, aus denen sich das Publikum der Boltsbühne rekrutiert, und die Eintrittspreise dieser im Durchschnitt nicht überschreiten. Der Spielplan für die laufende Saison stellt Jbfens Wildente", Schillers Kabale und Liebe", Tolstois Macht der Finsternis" und eine Reihe von Erstaufführungen, darunter auch ein Wert Romain Rollands, des berühmten französischen Pazififten, in Aussicht. ließ " Ein Tunnel durch den Mont Blanc. Der langgehegte Plan einer Der erste Abend mit den von Piscator inszenierten GorkiHeute stürzte er ab, der Seiltänzer. Er fiel hart, brach sich schen„ Kleinbürgern" zeigte ein gut durchgebildetes Ensemble und beide Beine und schrie fürchterlich. Viele hilfsbereite, doch unge- ein paar hervorragende Leistungen. Das Werk selbst hat mancherlei lenke Hände bemühten sich um ihn und bereiteten ihm unnüze Züge mit Hauptmanns freilich im Aufbau sehr viel strafferen Durchstechung des Mont Blanc, um eine neue Eisenbahnverbindung Schmerzen. Schließlich lief jemand nach der Rettungswache. Da Friedensfeft" gemein. Auch hier das Bild einer Familie, in der zwischen Frankreich und Italien zu schaffen, wird jetzt ausgeführt. tamen feften Schrittes zwei Männer mit einer Bahre und schafften Kinder und Eltern sich in fruchtlofem 3wist zermürben. Eine dunkel- ie aus Chamenig berichtet wird, haben die französischen und italieden Berunglückten fort. trübe Atmosphäre seelischer Gedrücktheit, in welche hier und da der nischen Ingenieure, die seit zwei Jahren an der Ausarbeitung der Dieses Ereignis war eine Zeitlang von ziemlicher Nachwirkung Windstoß einer freieren größeren Welt hineinfährt. Meisterhaft war Entwürfe tätig sind, nunmehr den Voranschlag vollendet, und es ist ein in der Menge. Einzelne Personen taten sich als Sprachrohr unter- Ballentins Kleinbürger Beßjemenow, der sein Leben lang für etwa 17 Kilometer langer Tunnel in Aussicht genommen, der das schiedlicher Gefühle hervor. So vor allen Dingen der Mann, der die Seinen gearbeitet hat und es nun nicht begreifen kann, daß fie französische Chomenigtal mit dem italienischen Tal von Aosta verbei jeder Genfation zugegen ist. Jede wirtschaftliche Störung wird anders denken als er selbst. Seine verletzte Liebe schlägt um in nör- birdet. Die Arbeiten sollen an beiden Seiten des Berges im nächsten ihm zum Prefit, Stets schöpft er vom Augenblick den Rahm ab. So pürscht er sich auch jegt flugs an einen Kavalier und dessen geinde Banksucht. Die Bildung, die er seinen Kindern angedeihen Frühjahr begonnen werden, und zwar wird man in derselben Weise sei schuld vorgehen, wie bei der Anlage des Simplontunnels. Man hofft aber, in diesen Wahngedanken spinnt er sich ein Dämchen heran, dem vor lauter Bedauern und Mitleiden die langen blauen Ohrgehänge unaufhörlich ins gepuderte Gesicht pendeln, und daran, daß sie ihn selber und die gute Mutter nicht mehr achten! daß durch die Verwendung verbesserter Werkzeuge und Maschinen verkauft dem Pärchen Logenplätze für den nächsten Borkampfabend. Er merkt gar nicht, wie seine ewigen Anklagen die Kinder immer das Werk schneller und ohne alle Menschenopfer durchgeführt werden in dem Sohn, der wird. Nach der Echätzung der Ingenieure wird die Durchstechung Im Handumdrehen hat er an den aufgekauften Karten 500 Mart mehr von ihm entfernen müssen. In beiden Don der Universität als politisch verdächtig relegiert, nun in trägem 5 Jahre in Anspruch nehmen, und die Kosten werden auf etwa 25 Dann tritt der Mann, der sich nicht wundern fann, in Tätigkeit. Nichtstun hochmütiger Steptiter geworden( Fri Jeßner), und bis 35 Millionen Frank berechnet. in der neurasthenischen Tochter, die unter ihrer Lehrerinnenarbeit Die Bücher werden wieder feurer. Der Börsenverein der Deut Als alle, vibrierend vor Aufregung, das Ereignis besprechen: sagt er: feufzt( Elfe Seller) derfelbe Starrfinn, der Kränkungen mit schen Buchhändler, der vor kurzem zur Berechnung von FriedensIn Amerika ist mal ein Turmfeilfünstler in den Niagara gefallen." Alles prallt an ihm ab. Sein Gefühl ist vereist im Eigendünfel. Kränkungen begegnet. Hierum als Mittelpunkt gruppieren sich zwei preifen zurückgekehrt ist und dann den. jetzigen Marktpreis durch Würden alle Estimos auf einmal schneeblind, es würde ihn genau Alkoholiferoriginale, Softgänger im Hause der Beßiemenow, deren Multiplizierung des Friederspreises mit einer Entwertungsziffer erso wenig aufregen, wie es jetzt das ganze Europaelend tut. Ge- einer, der harmlos- treuherzige Vogelhändler in der Darstellung des rechnet, hat jetzt diese Entwertungsziffer von 60 auf 80 heraufgesetzt. mächlich schlendert er an den nächsten Stand und wechselt einen Herrn Roos Jehr überzeugend wirkte, und ein Kreis von jungen Zehntausendmarkschein, um durch ein 5- Mark- Los Gewinnrecht an Leuten, Freunden und Freundinnen der Geschwister, in deren Adern noch ein frisches Blut pulsiert. Die marianteste Figur darunter, ein halboerhungertes Huhn zu haben. offenbar der Liebling des Dichters und revolutionären Kämpfers felber, ist der prächtig- starte, unbekümmert- frohe, tampfmutige Lokomotivführer Nil: ein Freilichtmensch, der bei allem auch Züge der Ungeschlachtheit nicht verschweigendem Realismus der Charakteristik auf dem düsteren Hintergrund als lichtverheißendes Symbol der Zukunft wirkt. Herrn Allands Wuchs, Organ und ganze Art war dieser für das Gelingen mit entscheidenden Gestalt aufs glüddt. lichste angepaßt. verdient. Die gutmütige alte Frau spricht leise und die Tränen stehen ihr in den Augen. Sie möchte so gerne Gutes tun, aber die eigene mirtschaftliche Not hält sie in Feffeln. Um nicht zu verhungern, mußte sie schon fast alles verkaufen. Dabei erlebte fie viele Ent täuschungen. So war ihr Trauring nur Doublé und der ihres vor 20 Jahren verstorbenen Mannes nahezu Messing. Und ihre echte" Reiherfeder, die immer als unbegründetes Mene Tefel aus allen Samt und Seidenwürsten, die man hüte nennt, medelte, entstammte Erstaufführungen der Woche. Mont. Großes Schauspielhaus: Der Widerspenstigen Zähmung." Leffing Theater: Mittw. Residenz- Theater: Der " Die drei Schweitern." Freit. Kleines Theater: Schlafmagentontrolleur." Agnes Jordan." In der Volksbühne, Theater am Bülowplat, nehmen Friedri ay Bler und Helene Febdmer thre Nollen als Paftor Sang umb Siara in Ueber die Straft"( I. Teil) am 3. Ottober wieder auf. Der nächstjährige internationale Esperantokougrek findet in Nürnberg voraussichtlich vom 2. bis 9. Auguft 1923 ftatt. Planwirtschaft im Schulwesen. In Ergänzung der Dena- Meldung über den Abbau einzelner höherer Schulen, die wir gestern miedergaben, sei die grundsäzliche Frage, um die es sich hierbei dreht, noch einmal flar herausgehoben. Wenn man der Schulverwaltung oder der Schuldeputation emen Vorwurf machen will so könnte es nur der sein, daß fie die Folgerungen aus der Vereinheitlichung Groß- Berlins und zugleich die Folgerungen aus der trostlosen Finanzlage der Stadt nicht schnell genug gezogen hat. Eine Stadt in so bedrängter wirtschaftlicher Lage wie Berlin fann es sich schlechterdings nicht leisten, Klassen von 6-8 Schülern selbständig aufrechtzuerhalten. Es würde in den breitesten Schichten der Bevölkerung einfach nicht verstanden werden, wenn überall in unserem städtischen Schulwesen gespart und gefnapft wird, wenn die Schulbedürfnisse bis weit unter das erträgliche Maß beschnitten werden, wenn die Klassenfrequenzen der Volksschulen bis zur Höchstgrenze hinaufgesezt und auf der anderen Seite in den höheren Schulen Berschwendung mit Lehrkräften, Geld und Klassenräumen getrieben würde. Hier kann in der Tat gespart werden, ohne daß irgendein nennenswerter Schaden erwächst, und die Zufammenschweißung der Groß- Berliner Schulverwaltung gibt endlich die seit langem erwünschte Möglichkeit einer 3 usammenlegung schwach besuchter Klaffen, einer wirklichen Planwirtschaft im höheren Schulwesen an Stelle der bisherigen Blanlosigkeit und Großzügigkeit", die doch nur auf Kosten der Volksschule und unter Zurückseßung ihrer dringendsten Bedürfnisse einreißen Ponnte. Der neue Kurs in der Berliner Schulverwaltung will erfreulicherweise endlich die Volksschule in den ihr gebührenden Mittelpunkt des gesamten Schulwesens rücken und die höheren Echulen zu Gliedern des Schulganzen, nicht mehr zur privilegierten Schule einer privilegierten Oberschicht machen. Wenn bei einer folchen Planwirtschaft, bei der gerechteren Verteilung der erforder= lichen höheren Schulen über ganz Berlin auch einmal ein„ altehrwürdiges" Gymnasium verschwinden sollte, so können wir das im Hinblick auf das zu erstrebende Ziel unmöglich bedauern. Nicht auf die Pflege der Tradition tommt es heute im höheren Schulwesen an, sondern auf seine Anpassung an den Geist und an die Notwendigkeiten der Gegenwart. " " Der jetzt begonnene Abbau des Köllnischen Gymnasiums ist der erfreuliche Anfang dieser Bewegung. Die Schüler der eingezogenen, schwach besuchten Klassen gehen ohne jede Schädigung auf die fünf Minuten entfernt liegende Schule über, und niemand kann darin eine Belastung" und einen Grund zur„ Erregung" fehen. Daß einige Hilfslehrer bei dem Beginn dieser Planwirtschaft beschäftigungslos werden, ist gewiß menschlich aufs tiefste zu bedauern, aber nun einmal unvermeidlich. Dieselben Deutschnationalen, die jetzt Dieselben Deutschnationalen, die jetzt Parüber Krokodilstränen vergießen, halten es für ganz selbstverständlich, daß im Intereffe einer größeren entabilität der städtischen Werke Hunderte von Arbeitern entlassen werden. Wir sind der Meinung, daß zwischen der Entlassung von Lehrern und Arbeitern fein prinzipieller Unterschied besteht, daß vielmehr hier wie dort das Interesse der Allgemeinheit über dem Interesse des einzelnen stehen muß. Die Stadtbahn am 1. Oktober. = Gewerkschaftsbewegung Abschiedsbriefe, die man in der Wohnung fand, ergaben, daß Frau Werner durch das Vorgehen des Wirtes gegen Die ie zur Verzweiflung getrieben worden war. Briefe flagen er= über andauernde Drangsalierungen und zählen auch von Beschimpfungen durch den Wirt. Als Der Schiedsspruch für die Straßenbahner. die Nachricht von dem traurigen Ende der überall beliebten Frau BS. Das Reichsarbeitsministerium hat den vor geraumer Zeit sich verbreitete, entstand im Ort gegen den Hauswirt Falt starte gefällten Schiedsspruch, der eine Aufhebung der Sondervergütungen Erregung. Die Angelegenheit wurde sofort in der nächsten Ge- für das Straßenbahnpersonal vorsah, jezt für verbindlich meindevertretersigung durch den Schöffen Genossen erklärt. obwohl die Straßenbahner den Schiedsspruch mit einer Evers zur Sprache gebracht, und die Gemeindevertreter waren ein- starten Mehrheit abgelehnt haben. In einem Begleitschreiben hat mütig in ihrem Urteil gegen den Hauswirt. Das Wohnungsamt das Ministerium der Verwaltung der Straßenbahn jedoch aufwird dafür sorgen, daß ihm die Wohnung, nach der er gegeben, in der Frage der Freifahrt für das Personal und bei Der Auftritt mit dem der Verrechnung der Dienstkleidung entgegenzutom Revolver wird auch noch Gegenstand einer gerichtlichen Un men. Die Straßenbahnverwaltung wünschte ursprünglich eine Beverlangte, nicht überlassen bleibt. tersuchung werden, da die dem Herrn Falk durch die Polizei schränkung der Freifahrt für das Personal, da nach Ansicht der maßabgenommene Waffe fich als geladen erwiesen hat. Er wird sich gebenden Stellen die Summe der Freifahrten für die Straßenbahner darüber zu verantworten haben, warum er mit feiner Drohung, eine nicht unwesentliche Belastung des Etats darstellte. Das Mizu schießen, in die Rettungsaftion hineingestürmt ist. nisterium ist dagegen der Ansicht, daß eine Schmälerung dieses Gewohnheitsrechtes nicht angängig sei, da auch in vielen anderen Städten und bei anderen Verkehrsunternehmungen die Angestellten das Freifahrtrecht erhielten. In den nächsten Tagen werden zwischen der Verwaltung der Straßenbahn und den Angestelltenvertretungen über die Freifahrt und die Abgeltungsbeträge für die Dienstkleidung Berhandlungen stattfinden. Das Hakenkreuz im Fernsprechamt. = Die Klagen über die unhaltbaren Zustände in der Postvermaltung wollen nicht verftummen. So geht uns heute wieder folgen der Fall zu: Beim Ferniprechamt in Wilmersdorf verindem sie unter Hinweis auf das ihre Brust zierende Hakenkreuz ficht eine Telegraphenassistentin Gröppler ihren Aufsichtsdienst, den Beamtinnen durch hämische Bemerkungen flarmacht, daß die heutigen Zustände nur der Judenrepublik" zu verdanken feien. Unferes Wissens ist das Tragen von Hakenkreuzen im Dienst per boten worden. Aber es scheint, daß dergleichen von der reaktionären Postfippe überhaupt nicht mehr ernst genommen wird. Wie lange wird sich die republikanische Beamtenschaft diese saubere Gesellschaft noch gefallen lassen? Die Kartoffelpreise. = In der gestrigen Kartoffelpreisnotierungsfom mission wurden die Erzeugerpreise ab märkischer Bollbahnstation wie folgt festgesetzt: weiße und Ware 310 bis 320 m., gelbfleischige Ware 340 bis 360 M. für den Zentner. Es handelt sich bei dieſen Notierungen um jogenannte Mittelfrüh tartoffeln. Die Notierungen für die Winterkartoffeln werden erst Anfang Oktober erfolgen. Die jetzt zur Berladung kommenden Kartoffeln find nicht haltbar. Infolge des anhaltenden Regenwetters werden die Kartoffeln allgemein als sehr wässrig bezeichnet, wenigstens soweit sie aus schwerem Boden stammen. Die auf Sandboden gewachsene Ware ist besser. Aus einigen Erzeugergebieten tommen Nachrichten, daß bereits an einigen Stellen mit dem Ein Da für den mieten der Kartoffeln begonnen wird. 12. Oktober der erste Frost vorausgesagt ist, so wird in der Landwirtschaft dahin gearbeitet, möglichst die Rüben bis zu diesem Termin in Sicherheit zu haben, weil diese bereits durch den leichten Frost leiden, während die Kartoffeln, solange sie sich in der Erde befinden, von dem leichten Frost noch nicht beschädigt werden. Die täglichen Verladungen befriedigen infolgedessen noch nicht recht. Aus dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird mitgeteilt, daß die Waggongestellung für Fabrittartoffeln für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober eingestellt ist. Es fönnen also für die nächsten vierzehn Tage nur Speisekartoffeln zur Verladung gelangen. Der Zoologische Garten hat morgen den letzten Besuchstag vor seiner Schließung und gleichzeitig den billigen Sonntag" Der Eintrittspreis beträgt 10 M., für Kinder 5 M. Zwei Kapellen fonzertieren. Theater der Woche. Vom 1. bis 9. Oktober. Die Technische Nothilfe. Wir erhalten von der„ Teno" folgende Berichtigung: ,, Die in Nr. 456 des Vorwärts" unter der Ueberschrift Die Soziale Braris" gemachten Angaben, daß die sogenannte Technische Nothilfe auf dem Lande eine vom Landbund unterhaltene gelbe Organisation ist, in der Hauptfache bestehend aus der Roßbach- Truppe und anderen ehemaligen Baltikumern, deren Zweck es ist, die junge Gewerkschaft der Landarbeiter wieder zu vernichten," entsprechen nicht den Tatsachen. Richtig ist vielmehr, daß die Technische Nothilfe durch die in dem Reichshaushalt für sie eingestellten staatlichen Mittel allein unterhalten wird und entsprechend ihrem Charakter als eine unter behördlicher Aufsicht stehende Reichsorganisation mit gelben" Berbänden nichts zu tun hat. Ihre auf dem Lande zum Einsatz gelangenden Mitglieder feßen sich in Wirklichkeit neben landwirtschaftlichen Fachfräften vorwiegend aus Angehörigen städtischer Mittelstandsfreise zusammen. Ob der Artikelschreiber in Unkenntnis des wahren Charafters der Technischen Nothilfe diese mit„ wilden" Hilfsorganifationen verwechselt hat, entzieht sich diesseitiger Kenntnis, ist aber anzunehmen." Wir müßten es bedauern, wenn die Technische Nothilfe auf dem Lande grundlos der Verbindung mit den Pinkertonhorden der Landbündler beschuldigt worden wäre. Ehemalige Jagdschlösser für Erholungszwece. Auf der Tagung des Deutschen Beamtenwirtschaftsbundes am Donnerstag in Berlin berichtete Oberregierungsrat Lehmann über die Tätigkeit des Bundes resp. der Genossenschaftsbank auf dem Gebiete des Wohnungs- und Siedlungswesens. Der Bund habe eine gemeinnüßige Beamtenwarenverforgung m. b. 5. ins Leben gerufen, die sich mit der Einkaufsgenossenschaft Deutscher Beamten und Anwärter zusammengeschloffen hat. Der Wirtschaftsbund habe ein eigenes Erholungsheim in Ahlbeck, und die preußische Regie. rung habe ihm einige ehemalige taiserliche Jagdfchlösser für Erholungszwecke der Beamtenschaft zur Verfügung gestellt. Zur Förderung der gemeinsamen Interessen ber erholungsheime gegründet werden. Der Bund hat in diesem Früh Beamtenerholungsheime ist der Verband Deutscher Beamtenjahr in der Neuen Friedrichstraße in Berlin ein eigenes Bundeshaus erworben. Als erster Vorsitzender des Beamtenwirtschaftsbundes wurde Wirklicher Geheimer Rat Just wiedergewählt. Es ist sehr nett von der preußischen Regierung, daß fie ehemalige Jagdschlösser zu Erholungszweden zur Verfügung stellt. Hoffentlich sind noch einige geeignete Jagdschlösser übrig zu solchen Zwecken für die etliche Millionen Mitglieder zählenden vereinen etwa übernehmen und bewirtschaften fönnten. Wir gönnen ADGB.- und AfA- Berbände, die sie in Verbindung mit den Konin den Beamten ihre Erholung, wünschen jedoch, daß auch den Arbeitern und Angestellten die Möglichkeit dazu in gleicher Weise geg hen würde, insbesondere den am schwersten unter Berufstranth..ten anderer, die am allernotwendigsten einer gehörigen alljährlichen Erleidenden Arbeitern der chemischen Fabriken. der Steinarbeiter und holung bedürfen, um ihre Arbeitskraft zu erhalten. Es ist uns allerdings nicht bekannt, ob auch von Gewerkschaftsseite derartige Anforderungen an die Regierung schon gestellt worden sind. Nach einer foeben erschienenen Bekanntmachung der Reichsbahndirektion Berlin wird die zum 1. Oktober in Aussicht genommene Fahrpreiserhöhung dadurch eingeführt, daß die Fahrpreise, die auf den Einzelfahrkarten, auf Wochen-, Schüler- und Monatstarten aufgedruckt sind, einfach verdoppelt werden, so daß neue Fahrkarten zum 1. Oftober nicht eingeführt zu werden brauchen. Dies geschieht mit Rücksicht auf die weitere zum 1. November in Aussicht stehende Tariferhöhung, die sicherlich wieder eine Gleichstellung der Fahrpreise für sämtliche Berliner Verkehrs- ueber die Kraft, 1. Seil. 4. u. 7. Ueber die Kraft, 2. Seil. Boltsbühne: 1., 5., 8. u. 9. Der Verfchwender. 2. Die Ratten. 3. u. 6. mittel bringen wird. Wie wir hören, ist eine weitere Ber- 1. Aida, 2. Tiefland. 3, Madame Butterfly. 4. Mona Lisa. 5. Carmen. Opernhaus: doppelung der Fahrpreise zum 1. November in Aus- 6. Meistersinger. 7. u. 8. Oberon. Schauspielhaus: 1., 4. u. 8. Napoleon. ficht genommen, so daß dann die Fahrpreise für die Mindest 2. 11. 6. Hochzeit der Adrian Brouwer. 3. u. 7. Maria Stuart. 5. Peer Gynt. entfernungen, Fahrt auf der ganzen Stadt- und Ringbahn oder auf 2. Das Glas Waffer. 5. u. 7. Cyrano von Bergerac. Deutsches Theater: 1., 3., 4., 6., 8. u. 9. Simfon oder Scham und Eifersucht. Rammerspiele: Gast. einer Vorortstrede etwa bis zum 12. Kilometer von der Ausgangs- spiele des Nuffifchen Theaters Kilimora". Leffing- Theater: 1., 4. u. 6. station in der 3. Klasse 12 Mart und in der 2. Klasse 18 m. heater in der Röniggräger Straße: 1., 3., 1., 6., 8. 1. 9. Die Jübin von Bar Feobor Joannowitsch. 2., 5. u. 7. Drei Schwestern. 3. u. 8. Nachtasnl. foften würden. Die Wochen- und Monatsfarten sollen fich im Toledo. 2., 5. u. 7. Die wunderlichen Geschichten des Rapellmeisters Kreisler. gleichen Verhältnis perteuern, ebenso wie auch die Schülerkarten. Deutsches Opernhaus: 1. Die Königin von Gaba. 2. Hoffmanns Erzählungen. 3. Lohengrin. 4. Die Bohème. 5. Die Fledermaus. 6. Tiefland. 7. Der fliegende Holländer. 8. Carmen. 9. Der Troubadour. Schiller- Theater: 1. Alt- Heidelberg. 2., 4. u. 6. Die Ehre. 3., 5., 7., 8. u. 9. Bngmalion. Großes Schauspielhaus: 1. Orpheus in der Unterwelt. 8. Der Widerspenstigen 8ähmung. Neues Bolls- Theater: 1., 2., 4., 5., 6. u. 8. Der Engländer. Gatyros. 3. u. 9. Heuchler. 7. Die erste Geige. Deutsches Künstler- Theater: 1., 2. u. 3. Der Schildplattkamm. 4. bis 8. Madame Gans Gene. Komödien- Diese Gebiete werden nicht nur in den noch unaufgeklärte a Theater: Lifft, die Rototte, haus: Karussell. Berliner Theater: Madame Pompadour. Trianon Kreisen der Arbeitnehmerschaft, sondern auch häufig selbst von ven Resibenz- Theater: 1. bis 3. Lady Windermeres Fächer. Ab 4. Der Schlafwagenkontrolleur. Zentral- Theater: Die Alein- Betriebsräten in ihrer wirklichen Bedeutung be: fannt. Welche Auf. bürger. Theater in der Kommandantenstraße: Der Geschlagene. Friebrich gabe sich auch der Einzelne stellen mag, immer wird ihre Erfüllung Wilhelmstäbtisches Theater: Wie feßle ich meinen Mann. Romise Oper: von seinem Gefundheitszustand, von seiner Arbeits Europa spricht davon! Lustspielhaus: Die Schule der Rototten. Metropol sheater: New York- Berlin. Reues Operetten- Theater: Die tolle Lola. fähigkeit abhängen. Und gerade in einer Zeit der wirtschaftli Thalia- Theater: Bring Don Juan. Theater am Rollendorfplag: Dein Not, in der sich für weite Streise der arbeitenden Bevölkerung durch Große Bolksoper( Theater des Wefiens): 1. Samson und Dalila. Entführung aus dem Serail. 8. Tristan und Isolde. 2. u. 7. Der Freischülg. 3., 5. u. 9. Der Troubadour. 4. Lohengrin. 6. Die ernährung die Gefahr der Krankheitsanstedung Ricines Theater: bergrößert hat, haben wir alle Veranlassung, die Mögli 1. bis 5. Totentanz. Ab 6. Agnes Jordan. Wellner- Theater: Die fleine uns die medizinische Wissenschaft und die staatlicher Kasino- Theater: Lämmelmanns Bummelfahrt. Verzweiflungstat einer Mieterin. Ein Hauswirt, der zum Revolver greift. Aus Eichwalde berichtet man uns über eine Mietstrei tigkeit, die einen tragischen Ausgang genommen hat. Sie wird in dem Ort viel besprochen und auch die Gemeindevertretung hat sich schon mit ihr zu beschäftigen gehabt. Mund 1 Sozialversicherung und Gewerbe- und Sozialhygiene. Anipruch zu nehmen. Der in Berlin im Luisen- Lyzeum angestellte Lehrer Falk faufte in Eichwalde das Landhaus Wusterhausener Straße 30, übernahm die aus zwei Zimmern bestehende Wohnung des früheren Eigentümers und erhielt von der seit Jahren in dem Hause wohnenden Mieterin Witwe Werner von ihrer gleichfalls aus zwei Zimmern bestehenden Wohnung noch ein Zimmer dazu, das sie auf Wunsch freiwillig abgab. Später beantragte der neue heater): Bachstelachen. Günderin. Walhalla- Theater: Die Rinotönigin. Theater des Oftens( Rose- munalen Wohlfahrtseinrichtungen bieten, Hauswirt beim Wohnungsamt, daß ihm die Wernersche Intimes Theater: Die Peitsche und.? Lauf doch nicht immer nact herum. Wohnung ganz zugesprochen würde, er wurde aber mit Besuch im Bett. Folies Caprice: Madame Cocotte. Die Badewanne. Um die Betriebsräte und jeden einzelnen sich für d diesem Antrag abgewiefen. In der Verhandlung fam schon Beethoven- Sonate. O diese Beine. Reues Theater am Zeo: Dorine und der interessierenden Kollegen in dieser Arbeit zu unterstütze Bufall. Theater am Kurfürstendamm: Die Eleine Sünderin. zur Sprache, daß Falf der Witme, die in Eichwalde als langjährige Nachmittagsvorstellungen. Bolfsbühne: 1. u. 8. Ueber bie in dem am 2. Oktober neubeginnenden Unterrichtsabichnitt.c Einwohnerin und bescheidene Frau sich allgemeiner Wertschäzung Kraft, 1. Teil. Echauspielhaus: 8. Lumpazivagabundus. Deutsches Theater: aewerkschaftlichen Betriebsräteschule folgende Nurse stattfinden: erfreute, allerlei Schwierigkeiten machte. Schon am nächsten Tage 1. u. 8. Rabale und Liebe. Kammerspiele: 1. u. 8. Der Raub der Sabine Gewerbebygiene, Sozialbygiene, Strantenber rinnen. Leffing- Theater: 1. 1. 8. Man fann nie wissen. Theater in der erschien Frau W. erneut auf dem Wohnungsamt und beklagte sich Röniggräger Straße: 1. u. 3. Die wunderlichen Geschichten des Rapellmeisters iicherung und Wohlfahrtspflege. Hörerfarten sind zum bitter über weitere Scherereien, man beruhigte sie aber durch die Kreisler. Dentsches Opernhaus: 1. Fidelio. 2. Der Freischüß. 8. 11 Uhr: Pretie von 15 M.( für Arbeitslose unentgeltlich) in der BetriebsVersicherung, daß nicht daran gedacht werde, ihr die Wohnung zu 1. Ginfoniekonzert; 2½ Uhr Mignon. Schiller- Theater: 1. Die fünf Frant- räte zentrale. Engelufer 24/25, 2. of 1 Tr., erhältlich. Dort finden entziehen. Herr Falf verlangte unter anderem, fie folle den Vorfeller Neues Bolts- Theater: 1. u. 8. Die erfte Geige. furter. Großes Schauspielhaus: 1. Orpheus in der Unterwelt. 8. Danton. Deutsches Künstler- Theater: auch Montags und Freitags von 4 bis 7 Uhr Lehrbera!# 8 räumen, und am anderen Tage nahm er ihr die Wohnungsschlüssel 1. 1. 8. Wenn wir Toten erwachen. Komödienhaus: 1. u. 8. Brinzeffin iprechstunden statt. ab. Durch die fortgesetzten ihr das Leben in dem Hause Olala. Berliner Theater: 1. u. 8. Fidelio. Luftspielhaus: 1. Der Wer Freigewertschaftliche Betriebsräteschule. die unerträglich machenden Reibereien wurde Metropol- Theater: 1. Die Bajadere. Theater am Nollendorfplat: Bitme, wolf. 1. Berliebfe Beute. Theater des Oftens( Rofe Theater): 7. u. 8. Die sieben die auch durch den Verlust eines im Kriege gefallenen Sohnes hart Raben. Neues Theater am Roo: 1. Rosmersholm. mitgenommen worden war, zur Berzweiflung getrieben. Sie beschloß, ihrem Leben ein Ende zu machen, schrieb Abschiedsbriefe an ihren legten noch lebenden Sohn und an einige ihr befreundete Frauen und gab sich durch Gaspergiftung den Tod. = Devisenkurse. Borher hatte Frau Werner den in Berlin wohnenden Sohn telephonisch gebeten, zu ihr zu kommen. Als der Sohn nach Eichwalde tam, fand er die Wohnung verschlossen. Er suchte die Mutter bei einer ihr befreundeten Dame, fand sie aber auch dort nicht. In Begleitung diefer Dame ging er wieder zur Wusterhausener Straße, und nun schöpfte er Berdacht und vermutete eine Gasver 100 holländische Gulden.. giftung. Nichts Gutes ahnend, schlug er eine im oberen Teil der 1 argentinischer Papier- Peso Tür angebrachte Glasscheibe ein. Bon hier aus sah er feine Mutter 100 belgische Frank. in der Küche requngslos auf einem Stuhl fißen. Hilfe" rufend lief 100 norwegische Kronen er die Treppe hinunter. Er holte von unten aus dem Reller einen 100 dänische Kronen Hammer, stürmte hinarf und schlug die Tür ein, um die Be 100 schwedische Stronen. mußtlose, die anscheinend noch atmete, aus dem 100 finnische Mark gaserfüllten Raum hinauszutragen. Plöglich er 1 japanischer Yen. schien der Hauswirt Falf und trat dem auf die Ret. 100 italienische Lire tung der Mutter bedachten Sohn mit einem Re- 1 Pfund Sterling Dolper entgegen, indem er drohte: Sände hoch oder 1 Dollar ich schieße!" Bor Schreck ließ der Sohn von der Leiche ab und 100 französische Frank hob die Hände. Die Dame fiel Falk in den Arm und drängte ihn 1 brasilianischer Milreis. mea, so daß er sich zurückzog. Frau Werner wurde von ihrem 100 Schweizer Frank. Sohn und der Dame die Treppe hinuntergeschleppt und in die frische 100 ipanische Besetas Luft des Gartens hinausgetragen. Aber die Wieder bele. 100 österr. Stronen( abgeſt.) bungsversuche, die von dem herbeigerufenen Arzt und dem 100 tschechische Kronen.. Sanitätspersonal der Feuerwehr vorgenommen wurden, blieben 100 ungarische Kronen. erfolglos. 100.bulgarische Lewa 30. September Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 29. September Käufer. ( Geld-) Kurs Berkäufer ( Brief-) Kurs Die Holzarbeiter strei? en in folgenden Betrieben: 3mietusch, Salzufer, Bornemann, Zeughofstr. 3, E. Schulz, Wassertorstraße, Frister u. Reßmann, Efaliger Straße, Maffen- Werke in Wildau. Ebenfalls sind die Holzarbeiter bei der NAG., Oberschöne= weide, ausgesperrt worden, weil sie sich weigerten, das Ultimatum der Firma arzunehmen, unter allen Umständen 48 Stunden zu arbeiten. Der Kompf dreht sich um die Erringung ausfömmlicher Löhne. Wir ersuchen daher alle Holzarbeiter, diesen Betrieb zu meiden. Deutscher Holzarbeiterverband, Berwaltungsstelle Berlin. Für die technischen Angestellten in den privaten Architektur63670.30 63829.70 63670.30 63829.70 bureaus ist am 26. September eine Bereinbarung zwischen em Bund 579.27% 580.721 579.75 581.25 deutscher Architekten und dem Bund der technischen Angesi Iten und 11685.35 11714.65 11635.40 11664.60 Beamten getroffen worden, welche eine Erhöhung der Aug tgehälter 28024.90 28095.10 27989 95 28060.05 um 56 Proz. für den Monat August vorsieht. Das Spengehalt 33483.05 33566.95 33587.95 83672 05 der Gruppe IV beträgt für den Monat September 24 900 mt. 43245.85 43354.15 42946.25 43053.75 Auskünfte über den Tarifvertrag erteilt der Bund der technischen 3595.50 3604.05 3625.45 3634.55 Angestellten und Beamten, Ortshauptverwaltung Groß- Berlin, 794.796.781.- 783. Werfiftr. 7. 0976.25 6993.75 7191.- 7209.1647.93 1652 07 12534.30 12565.70 6881 35 6898.65 7220.95 7239.05 Deutscher Holzarbeiterverband. Die Funktionäre der Holzarbeiter aus den Betrieben der Metallindustrie treffen sich Montag abend 8 Uhr 1627.96 1632.04 im Verbandshaus, Rungestr. 30, um zu der gegenwärtigen Situation Stellung 12359.50 12390.50 zu nehmen. Kartell. 190.76 191.24 187.76 188.24 Rarosserie- Arbeiter. Dienstag 5 Uhr Vollversammlung aller in den 30961.25 31038.75 30486.80 30563.20 agen- und Karofferiefabriken beschäftigten Arbeitnehmer bei Boeter, WeberDas 24969.75 25031.25 24569.25 24630.75 ſtraße 17. Verbandsbuch legitimiert, ohne Mitgliedsbuch fein 8utritt. 2.2012 2 2412 2.13 5081.35 5003.70 66.09 63.92 986.25 988.75 • 5068.65 65.91 983.75 2.17 5016.30 64.08 Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Beclin; für Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Berlag Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin. Drud: 991.25 Borwärts- Buchdruderci u. Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Wirkliche Qualitätswaren und frotzdem billige Preire Perkals Cheviot reine Wolle Lverschie für Oberhemden 23500 denen Farb, Mtr. 498.50 Mir. 268.50 Tüll- Gardinen Vitragenbreite Mtr.. .78,50 Halbstores 5850 gewebt, gute Qualitä 82500 Etamine Halb mit gewebt. 88500 stores Fries Künstler- GarMadras- Garnitur 3 teil, schöne 39500 Muster. 1325 107500 Rips- Garnit. 3 teilig, in vielen Farben 1400 Läuferstoffe reine Jute, ca. 70 cm breit. 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