Nr. 465 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 226 Bezugspreis: Für den Monat Oftober 250,-.. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar. und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 346,-, für das übrige Ausland 515,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg. Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschechoflowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbellage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 4 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Ronpareillezetle toftet 50,- M. Reflamezeile 230, „ Kleine Anzeigen" das jettgedruckte Wort 12, M.( zulässig zwei fettge druckte Worte), jedes weitere Wor 10, M. Stellengefuche und Schla stellenanzeigen das erfte Wort 7.- 9. jedes weitere Wort 5.- M. 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Die Regierung merde dann wahrscheinlich nicht um die Tat fache herumfommen, zum gleichen Termin die 3 wangs wirtschaft für Brot, Fett und Milch wieder einzu führen. Diese Ankündigung des Reichspostministers wirkt nach jeder Richtung alarmierend. Eine Berdreifachung des heute schon unerträglichen Brotpreises muß zu den schwersten Erschütterungen führen, wenn nicht endlich ent fchiedene Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Der Gedanke der 3 wangswirtschaft gewinnt angesichts der Bucher freiheit immer mehr Anhänger in den Kreisen, die bisher sich in dem Glauben gewiegt haben, daß die Handelsfreiheit billige und reichliche Ware bringen werde. Es ist deshalb ein beachtliches Zeichen, daß sich ein Zentrumsminister im Interesse der Arbeiter für die Wiedereinführung der Zwangswirt schaft ausspricht, während der Reichsernährungsminister bisher nur mit Widerstreben den Anfang oder Rest der öffentlichen Bewirtschaftung, die Getreideumlage, mitmachte. Man darf unter den heutigen Verhältnissen von einer Miedereinführung der Zwangswirtschaft natürlich ebensowenig Wunder erwarten, wie die kapitalistisch interessierte Breffe sie von der freien Wirtschaft voraussagte. Aber die Erfaffung wesentlicher Teile des Ernährungsguts in öffentlicher Hand kann wenigstens jedem im Lande ein Mindestmaß davon ichern, während die freie Wirtschaft" bisher nur die Freiheit zum Auswuchern der anderen gebracht hatte. Sizung der Ver. Soz. Reichstagsfraktion. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Hauptegpedition u. Inseraten. Abteilung: Douboff 2506-2507 Ungarns Außenpolitik. Bon Alexander Szántó. Die Aufnahme Ungarns in den Bölterbund, nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten und Be. moralischen Erfolg des Horthy- Regimes. Es war seit der zögerungen nun doch erfolgt ist, bedeutet zweifellos einen Aufrichtung der gegenrevolutionären Herrschaft in Ungarn im Spätsommer 1919 stets das Bestreben der Budapester GeAufgabe der Fraktion in der heutigen Sigung dahin, festzustellen, walthaber, ihr Land nach außen hin als ein völlig konsoliob neben einer Erhöhung der Preise für Mehl aus Auslandsgetreide diertes Staatswesen hinzustellen, in dem Ruhe und Ordnung auch der Anspruch der inländischen Brotgeteideerzeuger anerkannt herrschten, und das ein gleichwertiges Glied in der Reihe der werden und in welchem Maße das geschehen soll. In diesem demokratischen Staaten Europas sei. Die große und die kleine Zusammenhang erinnerte Müller an die eventuellen Konsequenzen, Entente trauten lange Zeit diesem Frieden nicht, und ihre die sich aus der Stellungnahme der Fraktion ergeben können. Regierungen gaben mehr als einmal der Ansicht Ausdrud, Hierauf begründete Reichswirtschaftsminister Genoffe Robert daß die Ruhe in Ungarn verzweifelte Aehnlichkeit mit der Schmidt die Stellungnahme der Reichsregierung, die eine Erhöhung Ruhe eines Kirchhofes habe, und daß es mit der Ordnung eine des Umlagegetreides ohne zu dem Maß der Erhöhung eigene Bewandtnis haben müsse in einem Lande, welches durch endgültig Stellung genommen zu haben für berechtigt hält. Terroratte, Königsputsche und Grenzfämpfe die Aufmerksam Nach den statistischen Feststellungen des Reichsernährungsministeriums feit der Welt andauernd auf sich lenke. Indessen scheint seit sind die Aufwandskosten der Erzeuger durchschnittlich um das Drei- dem Tode des Habsburgsproffes Karl und seit der Beilegung fache in der Zeit von Mai bis jetzt gestiegen. Sollte dieser Steige des Burgenlandtonfliktes sowohl in London, Paris und Rom rung Rechnung getragen werden, dann würde das einen Umlage- als auch in Prag, Belgrad und Bukarest eine versöhnlichere preis von ungefähr 20 000 Mart pro Tonne ergeben, der immerhin Stimmung gegenüber Budapest Platz gegriffen zu haben, und noch um 28 000 m. hinter dem im freien Handel erzielten Getreide- der Eintritt Ungarns in den Bölkerbund dokumentiert offenpreis zurückbleiben würde. fundig, daß das Land der Pogrome und Internierungslager zum anerkannten Mitglied der europäischen Bölfergemeinschaft geworden ist. Daran schloß sich die Aussprache, die sich in der Hauptsache mit der Festseßung des Preises für das erste Umlagedrittel beschäftigt. Um 1 Uhr wurde die Aussprache unterbrochen und auf 3 Uhr vertagt. Die Teuerungsdebatte im Landtag. Der Breußische Landtag setzte heute die Debatte über die Teuerung fort. Das Haus ist zu Beginn der Sigung sehr schwach besetzt. spricht vor allem über die Notlage der geistigen Arbeiter, zu deren Das Wort hat zunächst der Deutschnationale Hoffmann- Münster. Er Linderung viel mehr Mittel aufgewendet werden müßten, als das bisher geschehen ſei. gen Es liegt fein Anlaß vor, diese Tatsache als besonders be dauernswert hinzustellen. Bedauernswerter ist es beispiels weise, daß das Frankreich Poincarés, das an reaktionären und imperialistischen Kraftleistungen dem Ungarn Horthys nichts nachgibt, im Bölkerbunde die ausschlaggebende Rolle spielt. ohl aber sehen wir uns veranlaßt, in der deutschen gesprochen werden darf, nämlich, daß Horthy Ungarn Deffentlichkeit erneut auszusprechen, was in Ungarn nicht aus nicht identisch ist mit dem wahren demokratifchen Ungarn, daß die Männer, die gegenwärtig in den Nach dem Deutschnationalen spricht der Demokrat Dejer. Er ungarischen Ministerfauteuils fizen, fein Recht haben, im Um den Preis des Umlagegetreides. wendet sich gegen die parteipolitische Betrachtung der großen Pro Namen des ungarischen Volkes Politit zu treiben, daß der Die beiden sozialdemokratischen Frattionen des Reichstages bleme, die zur Debatte stehen. Parteipolitische Auseinandersetzun-„ Reichsverweser", der in der Ofener Königsburg refidiert, ein traten heute zu ihrer ersten gemeinsamen Sigung zu 10 betont er- bringen uns nicht aus der Not heraus. Die ufurpator der Macht ist, und daß die ungarische ,, Nationalverfammen. Zur Besprechung standen die Bestrebungen der Agrarier nimmt. Alle Parteien, auch die Regierungsparteien, haben ja große In dem Moment, wo die imperialistischen Regierungen der Urfachen der Not liegen tiefer als die oberflächliche Betrachtung an fammlung" nur die Karikatur einer Boltsvertretung darstellt. Ursachen der Not liegen tiefer als die oberflächliche Betrachtung anauf Erhöhung der Breise für das Umlagegetreide, die teil Anfragen in Menge eingebracht, ein Beweis, daß die Schuld nicht weise, wenn auch in verändertem Maße, von den Vertretern fast bei der Regierung gesucht wird. Die Probleme find groß und Entente sich anschicken, die nicht minder imperialistische Realler Reichstagsfraktionen als berechtigt anerkannt werden. schwer, allein nur die Lösung dieser Probleme schaffen einen wirt- gierung Horthy- Ungarns an ihr Herz zu drücken, erscheint es Eine Bahl des neuen Frattionsvorstandes mußte aus lichen Schutz der Republit. Die Republik muß den großen Versuch uns notwendig, festzustellen, daß die Massen des ungarischen technischen Gründen verschoben werden und wird in der ersten zur Behebung der Schwierigkeiten machen. Bis jetzt hat es daran Volkes und seine wahren Führer, die gegenwärtig noch das Sigung vor Brfammentritt des Reichstages stattfinden. Vorläufig gefehlt. Die Ursache des Versagens liegt vor allem darin, daß bis bittere und färgliche Brot der Verbannung essen müssen, übernahmen die Genoffen Hermann Müller und Diffmann Das fam bis jetzt immer daher, daß die Außenpolitit zu sehr partei die ehrgeizig und gewiffenlos genug ist, ihre Kreise über die jegt eine einheitliche nationale Willensbildung nicht gelungen ist. nichts gemein haben mit der Politit des Kabinetts Bethlen, den Borfizz. Hermann Müller gab für die bisherige politisch angepackt wurde. Jedesmal, wenn eine Reparationstrife Sozialdemokratische Fraktion den Wunsch auf ein brüderliches auftaucht, haben wir im nu auch gleich innerpolitische Krisen. Das Grenzen des eigenen Landes hinaus zu ziehen. und tameradschaftliches Zusammenarbeiten der muß anders werden. Es muß gelingen, einen großen nationalen Denn es bereiten sich allerdings in Budapest Dinge vor, nunmehr geschlossen marschierenden Fraktion Ausdrud, dem sich geschlossenen Willen zu schaffen. Das tann gelingen, wenn die die geeignet sind, die Aufmerksamkeit ganz besonders der Dittmann für die bisherige USP.- Fraktion anschloß. Sodann ewigen Schuldfragen beiseite bleiben. Auch der Arzt fragt nicht nach europäischen Arbeiterschaft in hohem Maße zu erreehrte die Fraktion das Andenken des verstorbenen Genossen der Schuld, wenn er an das Krankenbett tritt; er untersucht und gen. Das Ministerium Bethlen bereitet eine ,, attive" AußenPintau Leipzig. hilft. So gilt es für uns, eine großzügige Wirtschaftspolitis zu politit vor. Sechs ungarische Gesandte in Hauptstädten des Es ist notwendig, das ganze Bolt, die gesamte Deffentlichkeit auf Männer ersetzt werden. Das gilt auch für den Berliner Ge treiben. Bis jetzt sind die Linien dieser Politik noch nicht sichtbar. Auslandes find pensioniert worden und sollen durch neue den Ernst der Lage und auf die Schwierigkeiten der Probleme auf fandtenposten, wo bisher der gemütliche alte Herr v. Emmich merksam zu machen. Wir haben das Kohlenproblem, das jetzt nach brav und gottesfürchtig seines Amtes waltete und kein dem Verlust von Oberschlesien furchtbar drückend auf uns laftet. ( Fortsetzung in der Morgenausgabe.) Thraziens unter der Verwaltung und Besetzung der hellenischen Armee, und wäre es auch nur für einen Tag länger, Grund Am morgigen Dienstag foll in Muda nia die Borzu Gefahren aller Art für die Bevölkerung der Türkei sein. Es iſt fonferenz zwischen den Kemaltürfen und der Entente zu- daher unerläßlich, Thrazien bis westlich der Mariza und einschließsammentreten, um über die( von Kemal nicht anerkannte) lich Adrianopels sofort zu räumen und es der Regierung der neutrale Zone und über Thrazien zu reden, das die Entente türkischen Nationalversammlung zurückzugeben. General Ismet enfcheinend Griechenland wieder wegnehmen will. Die neue Pafcha, Oberbefehlshaber der Westfront, ist als unser Bertreter bei griechische Regierung schickt aber unausgesetzt Truppen nach der Konferenz in Mudania ernannt worden. Ich bitte Sie, die Thrazien, und man fürchtet, daß sie Thrazien nicht wider- Generäle bestimmen zu wollen, die sich zu dieser Konferenz begeben standslos räumen, es aber gewiß nicht unverwüstet hinterlassen sollen, und uns deren Namen mitzuteilen. Inzwischen sind etwa 300 Mann Kemaltruppen würden. Nach den Abmachungen zwischen Franklin Bouillon und Kemal soll Thrazien sofort unter alliierte Zwischenverwal- über den Bosporus auf europäischen Boden gelangt. Es tung fommen und alsbald unter eine Ententefommission und scheinen wahrlich nicht die Ersten zu sein. Die Türken haben femalistische Gendarmerie. Indessen äußert Franklin auch die Inseln Mytilene, Sames und Chios befezt, die nach Bouillon dem französischen Außenministerium drahtlich Be- dem Sèvres- Diftat Griechenland gehören sollten. fürchtungen, daß die Nationalversammlung in Angora diesem Brogramm nicht zustimmen würde. Eine Note der Angoraregierung an Poincaré begrüßt das versöhnende Eingreifen Franklin Bouillons und sagt: Zur Tagesordnung übergehend berichtete Genoffe Müller zu nächst über die in der Zwischenzeit geführten Verhandlungen über die Erhöhung der Preise für das Umlagegetreide. Müller gab der Auffassung Ausdruck, daß sich die Reichsregierung neben rein wirt schaftlichen Gründen insbesondere von der Angst um den ZusammenOrientkonferenz in Mudania. Zum Beginn des Rathenau- Prozesses. äfferchen trübte. Als jein Nachfolger wird ein Mann nach der deutschen Reichshauptstadt tommen, dem der Ruf eines sehr energischen und überaus gewandten Diplomaten voraus. geht. Wir hoffen, daß der neue ungarische Gesandte in Berlin, nutzen wird, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Herr v. Kanya, seine Energie und Gewandtheit dazu be Deutschland und Ungarn auszugestalten und damit beiden Ländern einen Dienst zu erweisen. Für die Herstellung enger politischer Beziehungen, etwa wie fie bereits zwischen gewissen bayerischen Stellen und Budapest bestehen, Fascisten und ungarischen Erwachenden" geschaffen werden, dürfte Berlin kaum ein geeignetes Betätigungsfeld sein. Wenn die ungarische Regierung terroristische Bereinigun gen des Auslandes unterstützt und ihren Mitgliedern im Notfall sicheres Afnl im eigenen Lande gewährt, so betreibt sie ein Geschäft, das nicht einmal den Reiz der Neuheit besiẞt, denn die russische Sowjetregierung hat jahrelang dasselbe getan; nur waren es in diesem Falle linksbolschemistische Elemente, die sich der Gunst Mostaus erfreuen fonnten, während Bor dem Leipziger Reichsgericht beginnt am morgigen Dienstag in dem anderen Falle rechtsbolfchemistische Kreise die liebedie voraussichtlich geraume Zeit in Anspruch nehmende Verhand- volle Anteilnahme Budapests genießen. Die deutsche ArIm Bertrauen auf die Bersicherungen, die Franklin Bouillon lung gegen 15 Angeklagte, die fich vor dem Staatsgerichtshof wegen beiterschaft bedankt sich sowohl für die eine wie für die andere im Einverständnis mit den in Paris versammelten Vertretern der indirekter Teilnahme an dem Attentat zu verantworten haben Sorte. Mächte der Entente gegeben hat, und in der Ueberzeugung, daß werden, dem Walter Rathenau am 24. Juni d. I. zum Opfer In diesem Zusammenhang müssen auch die Meldungen man fofort zu Berhandlungen zweds Herstellung des Friedens gefallen ist. erwähnt werden, die in letzter Zeit von offenbar gut inforfchreiten wird, wird der. Befehl erteilt, sofort die verschiedenen Das Ergebnis der Untersuchung ist in großen Zügen befannt. mierter Seite in der Presse des Auslandes verbreitet wurden Maßnahmen einzustellen, die sich ununterbrochen in der Richtung nach den angestellten Ermittlungen sieht es die Anflagebehörde als und die Kunde gaben von Bemühungen zur Herbeiführung auf Konstantinopel und Tschanak- Kaleffi in Berfolgung der helleni erwiefen an, daß der Mord an Rathenau aus fanatischem Antise einer engen staatlichen Verbindung Ungarns mit schen Armee entwickelt haben. Die von Franklin Bouillon gegebenen Tat eine Erhebung der Arbeiterschaft und nach Rumänien. In der Hauptsache handelt es sich dabei wohl mitismus und in dem Wahn begangen worden ist, daß durch die Bersicherungen haben die Gefühle der Gerechtiteit erkennen deren Nieberwerfung die Einsegung einer rechts um eine Lösung des fiebenbürgischen Problems, im Hinter Icffen, von denen die Vorschläge der Entente zur Sicherung der radikalen Regierung in Deutschland herbeige grunde des ganzen Projektes soll aber der Gedanke einer Rechte der Türkei geleitet werden. Sedoch würde die Belaffung führt werden könne. Allianz Italien Desterreich Ungarn Ru B mänien schlummern— ein Gedanke, der ja auch durch ver- schiedcne Versionen, die an die Besprechungen des österreichi- schcn Bundeskanzlers S e i p e I mit italienischen Staatsmän- nern geknüpft wurden, neue Nahrung erhielt. Nun ist es ganz zweifellos, das; alle diese Meldungen zum mindesten verfrüht sind, ebenso zweifellos ist«s aber, daß tatsächlich Tendenzen zur Herbeiführung eines solchen Staatenbundes vorhanden sind. Diese Tendenzen gehen in Rumänien und Ungarn von den grostagrar! scheu Elementen aus, die in beiden Ländern die gleichen Sntrefsen, nämlich die Aufrechterhaltung ihres- Oroßgrundbesches und ihrer Klassenherrschaft haben, in Italien von den Fascistcn und in Oesterreich von ge- wissen christlichsozialen Kreisen Die Feststellung genügt, um erkennen zu lassen, wohin die Reise gehen soll." Es ist eine Interessengemeinschaft reaktionärer Staaten geplant, die sich gegenseitig untereinander bei der Niederhaltung der Ar- beiterschaft und des Kleinbauerntums unterstützen würden und gleichzeitig nach außen geschlossen ihre imperialistischen Ziele verfolgen könnten. Gewiß braucht die Gefahr des Zu- ftandekommens einer solchen neuen„Heiligen Allianz" nicht überschätzt zu werden, denn noch sind wir weit von deren Zustandekommen entfernt. Vorläufig ist noch der Plan einer itolienisch-österreichischen Union oertagt, einstweilen steht noch die österreichische Arbeiterschaft gegen alle Angriffe gewappnet da, gegenwärtig trüben noch allerlei Zwischenfälle das Ver- bältnis zwischen Ungarn und Rumänien, und letzteres selbst ist noch durch den kürzlich in Marienbad abgeschlossenen Ver- trag fest an die Kleine Entente gebunden. Aber immerhin— was heute erst vages Projekt ist, kann morgen schon dräuende Wirklichkeit sein. Auf jeden Fall steht fest, daß zwischen Budapest und Bukarest Verhandlungen schweben. Vor drei Iahren, als rumänische Truppen die ungarische Hauptstadt besetzt hielten, war es der damalige rumänische Minister D i a m n n d i, der zuerst den Plan einer Vereinigung der beiden Länder aufbrachte, damit aber bei dem ungarischen Ministerpräsidenten Stephan F r! e d r ich auf wenig Gegenliebe stieß. Heute sind die Rollen vertauscht. Der ungarische Politiker T e l e k i bemüht sich, in Bukarest Stim- mung für eine Personalunion etwa nach dem Muster der alten österreichisch-unaarischen Monarchie zu machen— mit welchem Erfolge, muß noch dahingestellt bleiben. Jedenfalls begegnet sich die neue„aktive Außenpolitik" Ungarns in manchen Punkten mit dem Wunsche rumänischer Regierungs- kreise, von dem Bündnis mit der slawischen Kleinen Entente loszukommen. Welche Wege eber auch immer die Außenpolitik Horthys 'inschlagen mag— es sind nicht die Wege des ungarischen Zolkes. Wäre beute in Ungarn eine freie Willensäußerung er Massen möglich, so würden sich diese mit überwältigender Rehrheit für die Politik der ungarischen Oktober-Revolution aussprechen, die ihren Ausdruck fand in den Worten: „Friede, Arbeit, Rech t"". Noch sind Graf K o r o l y i und die übrigen Führer de» imgarischen Freiheitsbewegung gezwungen, im Auslände, teilweise in tiefstem Elend, zu 'eben und für ihre Aeen zu wirken. Aber der Tag wird kommen, an dem diese Ideen erneut zum Siege gelangen. !nd dieser Tag wird zugleich das Ende jener Intrigen und Wühlereien bedeuten, die man heute in Budapest„aktive Außenpolitik" zu nennen beliebt. Völkerbund nnd Horthy-Ungarn. Senf, 2. Oktober.(MTB.) Der Lölkerbundrat forderte die un- arische Regierung zu näheren Auskünften auf über die Hand- abung des Gesetzes, das sich gegen das Studium israelitischer Studenten auf ungarischen höheren Schulen richtet. Er beschloh -rner nach Entgegennahme eines Berichts von Hymans-Delgien, - ie Votschafterkonferenz davon zu verständigen, daß die wochenlangen Bemühungen für eine Grenzberichtigung zwischen Ungarn und Südslawien, die in einem Beschluß der alliierten Mächte vom S. Mai vorgesehen und von Ungarn nachgesucht worden war, gescheitert find. Der ersle sozialdemokratische Bauer im österreichischen Parlament Ist Genosse Johann V i e h a u s e r, der jetzt als Ersatzmann eines anderen salzburgijchen Abgeordneten in den Rat'.onalrat ein. getreten ist. Die Sparbüchse. Bon Max Preis. Tante Ernas Meinung ist in unserer Familie Tabu. Neulich eitlriistete sie sich über die miserable Erziehung, die wir dem Kind an. «edeihen liehen. Wir pflanzten gar keine moralischen Grundsätze in oas empfängliche Gemüt. Zum Beispiel: wie soll das Kind Respekt tcr dem Geld bekommen, wenn wir es nicht zum Sparen anhalten? Da Tante Ernas Meinung in unserer Familie Tabu ist knickten wir zusammen und erkannten unsere pädazotzische Verworfenheit. Da» rauf kaufte Tante Erna dem Kind eine Sparbüchse. Kein Schwein. chen etwa, sondern ein zierliches Kotzenköpfchen aus Ton. Kindern soll man immer mit lieblichen und ästhetischen Symbolen kommen, meint die Tabu-Tante. Um den Hals trug die Spartatze ein Himmel. blaues Band, und unter dem Katzenkehlkvpf einen Schlitz. In diesen steckt man die Sparpavierchen. Denn Groschen haben keinen Sinn. Tante Erna steckte gleich drei Mark in den Schlitz. „Wird das aber lustig, wenn wir das Miesekätzchen schlachten!" sagten wir zu dem Kind. Und wir sparten furchtbar ernst: geradezu fanatisch. Schon nach fünf Tagen mochte die Katze kein« Markscheine mehr fassen. Sie kamen ihr beim Halse heraus. Also schlachteten wir die Miese. Sie hatte 17 Mark im Kropf. „Seht Ihr!" sagte Tante Erna,„Ihr müßt gleich eine neue Spardose kaufen. Nehmt diesmal vielleicht ein Hähnchen! Es gibt euch Sparhähnchen. Die sind zu niedlichl Und dt« Abwechselung macht dem Kind Freude." Wir kauften ein Sparhähnchen. Es kostete zweiunddreißig Mark fünfzig. Ich mußte also 15 Mark 50 darauf zahlen. Der Sparhahn wird unheimlich schnell satt: mir müssen ihn bald schlachten. Was wird ein Sparkrokrodil kosten? Ich habe eine alte Papp. schachte! genommen und mit Syndetikon zugeklebt. Mit dem Messer macht« ich einen Schlitz in die Poppe. Durch den Schlitz stecke ich täglich drei Mark. So spare ich auf ein Sparkrokodil. Emsig. Treuherzig. Nur gestern ließ ich mich verleiten und polkte mittels eines leimbestrichenen Streichholzes 12 Marl aus der Pappschachtel und kauft« für bie 12 Mark vier Zigaretten. Wenn nun Sparkrokodil« im Preis anziehen? Wo bleibt dann Tante Ernas Moral? Abäuderung de? Grenzstöcke. Es �ibt zwar auf der Weit, und namentlich in Deutschland, viel zu viel Grenzpfälhi« zwischen den einzelnen großen und kleinen Vaterländern, aber da sie nun einmal da sind, wird es im vierten Jahre der Nepublit allmählich Zeit, an die Entfernung der alten monarchischen Hoheitszeichen zu gehen. Freilich ist an die Beseitigung von Tafeln wie„Königreich Bayern" in absehbarer Zeit nicht zu denken, da es in der„Re- publiß" Bayern heutzutage gefährlicher ist, Republikaner als Monarchist zu sein. Um so mehr ist es darum zu begrüßen, wenn andere deutsch« Freistaaten endlich soviel Geld und--- Mut aufbringen, diese vergessenen Ueberbleibsel einer vergangenen Zeit endgültig zu beseitigen.— Im ehemaligen Großherzogtum, jetzigen Freistaat Baden, sind die Arbeiten wegen Umänderung der Wappentaseln an der Landesgrenze zurzeit in vollem Gange. Der Enttäuschung b-u Wilhelms Getreuen. „Ein Kaisen mutz kaiserlich handeln". Im„Tagebuch" gibt Frau Helenen. Böhmer, die sich selber als überzeugte Mvnarchistin bekennt, dem vchmerz und der Enttäuschung konservativer Kreise über die Wieder- v e r e h e l i 6, u n g des Kaisers beredten Ausdruck. Die Dame, die jede Bekehrung zur Republik ablehnt, gesteht gleich- wobl zu, daß sich republicanische Staalspräsidenten, wie P i I« suoski, Masaryk und Eberl durch ihre Hingabe an den Staat, durch den Verzicht auf bisherige persönliche Freuden auszeichnen. Von einem Kaiser müsse erst recht verlangt werden, daß er kaiserlich handle. Deswegen habe die Kunde von seiner Wiederoerheiratung gerade den Monarchisten einen „fürchterlichen Stoß" gegeben. Frau v. Vöhler schreibt: Ein Kaiser muß kaiserlich handeln. Seine Wiederverheiratung ist nicht wie die neue Ehe des Krämers um die Ecke eine bloße Familiengeschichte, sie ist ein politisches Faktum. Man hat uns nicht vergebens das Bild der kürzlich verschiedenen Kaiserin gemalt: Sinn» bild der Güte, sorgende Gattin und Mutter, ewig hilfreiche Scel-. Ist sie das alles gewesen, ein Vorbild einfacher deutscher Frauen- lügenden, dann mutz sich unser Gefühl gegen die schnelle Wiederver- heiratung sträuben, auch wenn es sich nur um den Krämer um die Ecke bandelte. Noch trägt der Kaiser das Band der Trauer am Arm und schon hat er den neuen Bcrlobungsring am Finger. Gegen so hurtiges Erleben eines Dreiundsechzigjährigen wehrt sich ein Instinkt in uns.... Die Ehe eines Sechzigjährigen ist immer weniger erfreulich alz die Vermählung eines jungen Men- schon. Aber die Eiligkeit eines greisen Witwers hat etwas Ab st atzendes. Ein Kaiser aber ist zu kaiserlichem Handeln verpflichtet! Ein Kaiser darf nicht schnell vergessen und ersetzen. Der Kaiser zerstört die monarchische Vorstellung der wackersten, der einfachen Leute. Was soll der Papierhändler mit den pietätvoll ausgestellVi Bildern der verstorbenen Kaiserin anfangen, wenn er von der Ansichtskarten- lieferung schon die Sendung der neuen Kaiserinbilder er- hält? Ein Gefühl der G e t ä u s ch t h e i t bemächtigt sich gerade der «infachen Frauen. Es ist, als wende sich Wilhelm II. nicht allein van der einen Frau ab, sondern als lasse er sie alle, die ihr Dasein einem einzigen Manne geopfert, i m S t i ch e. Der Kaiser hat ein« Legend« zerstört, indem er sich als schnell getrösteter Witwer öffentlich zeigt«. Noch ist uns allen dos Potsdamer Lcichenbegäng- nis in Erinnerung. Sollen wir uns morgen in den illustrierten Blättern mit Wilhelm II. pompösem Hochzeitsarrangement vertraut machen? Em Kaiser muß kaiserlich handeln. Wilhelm II. sah den Zu- sammenbruch seines Hauses, die Niederlage feines Heeres, die Zer- stück-lung seines Reiches, den Tod seiner Frau. Ward je in solcher Laun' ein neues Weib gefreit? Berührt ihn— so denkt die einfach« Frau— der Zusammenbruch Deutschlands so wenig, laß et, der vielfache Großvater, noch Lust zu neuem Licbcs- leben fühlen kann? Er wäre zur Trauer verpflichtet. Er wäre mindestens zur Geste der Nachdenklichkeit verpflichtet. Das Volk, das schlicht und gradlinig denkt, wird sich nie in die B e- herztheit diestz greisen vergeßlichen VrSukigams hineindenken können. So schreibt eine charaktervoll« monarchistische Frau. Sie bebt sich damit wohltuend ab von jener unentwegt byzantini- schen Presse,.die dasselbe denkt, ober nicht auszusprechen wagt, und die gerade jetzt wieder für die Memoiren des Ehe- maligen die Reklametrommel rührt. Die Partei öer Rechtsradikalen. Die neue Parteiorganisation der Deutschvölkischen, die sich vorsichtshalber noch nicht Partei, sondem..Deutscher Freiheits- bund" nennt, versendet ihre Geburtsanzeige. Sie besteht in einem gedruckten Flugblatt und in einem hektographierten „Pressedienst". Das Flugblatt ist von einem Gründungsaus- schuß unterschrieben, in dem man vergeblich nach bekannteren Namen sucht. Man findet in ihr zwei oder drei Personen, von denen überhaupt einmal in der Oeffentlichkeit die Rede ge- wesen ist. Die Drahtzieher haben es vorgezogen, im Dunkel .zu bleiben. Ein Renommierarbeiter macht sich interessant, in» dem er als Titel„ehemaliges Mitglied der KPD." anführt. Entwurf hierzu wurde vom Bildhauer Ehehalt ausgearbeitet. Da- nach besteht das'badijche Staatswappen aus einem goldenen, mit einem roten rechten Schrägbalken belegten Schild, der von zwei sil- bernen Greisen geholten wird. Nachdem dieser Entwurf die Villi- gung des Staatsministeriums gefunden hat, sind die Arbeiten ver- geben worden, und die Landcsqrenzstöcke werden also in Bälde mit uen neuen Tofaln der Republik vcriehen sein. Ganz besonder» zu begrüßen ist hierbei, daß die Grenzstöcke nicht etwa nur die nichts- sagende Iuschrist„Baden" oder„Land Baden" tragen werden, son- dern daß hier allenthalben auch das Wort„Republik" schwarz auf weiß zu lesen sein wird. Wenn man bedenkt, wie änastüch vielfach selbst von Behörden.noch dieles Wort gemieden wird, bann darf man sich der eindeutigen Inschrift„Republik Baden" um so mehr freuen, auch wenn unsere Monarchisten in Baden darab zu spotten sich erdreisten und die Nachrickst hierüber mit der vielsagenden UeSerschrift:.Zurzeit das Wichtigste" versehen. Ein« wiederherge- stellte Monarchie würde jedenfalls keine vier Jahrs brauchen, um die paar Hoheitszeichen der Republik wieder zu«ntfemen. Hoffentlich findet das badische Beispiel bald Nach- ahmung. In Preußen ist vor der Hand davon nichts zu merken, da die Republik Baden, wie jedermann sich überzeugen kann, noch heute on dos„Königreich Preußen, hohenzollerniche Lande" grenzt.... Dr. A.. K. Berufung Edwin Scharffs nach Versin. Edwin Schorfs, der München«? Künstler, hat eine Berufung an die U n t e r r i ch t s- an st alt des Kunstgewerbe-Museum» erhalten. Ob er dem Rufe Folge leisten wird, steht noch dahin. Scharst ist hier für die Nachfolg« des Professors Walter Schmarj« in Aussicht genom- men, als Leiter des bildhauerischen Unterrichtes. Mit seinen Bild- nisbüsten. von denen mehrere der bellen, wie die seiner Mutter und des Professors A. L. Mayer, in der Münchener Neuen Staatsgaierie stehen, mit seinen strengstilisierten Akstignren, aber auch mit seinen Graphiken und Bildern ist Schorfs in den letzten 10 Iahren zu schneller Geltung gelangt. Im Münchener Kunstleben nimmt er als Leiter der Neuen Sezession«in« geachtete Stellung ein. Wenn es gelingt, ihn nach Berlin zu ziehen, so wäre es für die Kunstgewerbe- schul« ein erfreulicher Gewinn und für das Berliner Kimstleben ein Ausgleich für manche Abwanderung nach München. Die Hol der freien Schrlststeller. Die im Weimarer Schiller- haus versammelte Generalkonferenz der Deutschen Schiller- stiftung wendet sich mit folgendem Aufruf an die Oefsentlich- keit:„Die täglich anwachsend« Not in den Kreisen der deutschen freien Schriftsteller erfüllt alle Freunde unsere« Schrifttum« mit ernster Sorge. Der Stand des freien Schriftstellers ist dem Untergang geweiht. Die Absatzmöglichkeit für seine Erzeugnisse wird durch die ungeheure Steigerung der Papier- preise und aller Herstellungskosten immer mehr verringert. Während die Verkaufspreise für Bücher, Zeitschriften und Zeitungen durch die Verleger entsprechend der Geldentwertung außerordentlich erhöht werden, müssen sich die geistigen Urheber in zahllosen Fällen mit dem Honorar der Friedenszeit begnügen. Die Gesetzgebung zögert leider trotz der Verelendung einer gan- zen kulturwichtigen Berufsklasse mit tatkräf» Ueberhaupt macht der Gründungsausschu� mit seinen vielen Ofsizieren a. D., Beamten a. D., Forstmeistern a. D. usw. einen recht„ehemaligen" Eindruck. Als Programmpunkte werden angegeben: Befreiung von der„fzerrfchaft des Judentums", vom„Terror der Straße", von der„Willkür des Parlamentarismus" und vom„Ver- sailler Schandsrieden". Der Zlusruf erklärt wilhelminisch aber dunkel:„Wir kennen keine Klassen mehr, wir kennen nur Benissstände." Aus dem rein Negativen kommt der Aufruf nicht heraus. Wiewohl er großspurig versichert:„Wir zeigen den letzten Weg zur deutschen Freiheit!", enthält er auch nicht einmal die Andeutung irgendwelcher positiven Maßnahmen. Neben seinem Phrasen- gebimmel nimmt sich selbst ein kommunistisches Flugblatt noch fachlich aus.— Der„Pressedienst" geht sehr unsanft mit den Deutschnationalen um. Wir zitieren: Einzelne Versuche, im Norden und Süden eine Einheitlichkeit des politischen Handelns herbeizuführen, scheiterten an dem Mangel jeglichen gnke» Villens oder jeglicher Einsicht jcilens(!) der vor- handrnen Führer im Duodezformal,' und so kam es, daß ein großer Apparat in einem großen Augenblick wieder einmal nutzlos ver- tan war. Das richtet sich natürlich gegen die Deutschnationale Volkspartei. Versucht man festzustellen, wie sich die neue Partei in ihrer Taktik von den D-utschnationalen unterscheiden will, so stößt man auf dunkle Sätze, wie:„Parlamentaristen sind wir nicht, aber wir verzichten auf kein versassungsmaßiges Kampstnütel, wie es auch immer geartet sein mag." An anderer Stelle wird dagegen gesagt: Als Mittel für diesen Kampf kommt vor allem neben der r a d i- kalen Einwirkung auf die heute noch bestehenden parlamen- tarischen Parteien und Fraktionen und neben der tatkräftigen llnker- stühung aller gesunden und unverbrauchten Kräfte In den bestehen- den kainpscrganisationen die Vorbereitung der 5)erbeiführung von Volksentscheiden in Frage. Man hat hiernach den Eindruck, daß es mit der Festlegung auf gesetzmäßige Mittel nicht so weit her ist und daß nur die Rücksicht auf gewisse Strasbestitckmungen ein Aussprechen der letzten Ziele verhindert. Das Ganze macht einen reichlich kon- fusen Eindruck, und man möchte sein Urteil über die neue Parteigründung in dem alten Verslein zusammenfassen: Nicht deutscht nicht treu, nicht ritterlich, nicht ehrlich, nur ganz unglaublich dumm— und das macht sie gefährlich? «.Politische� Geamte. Bei der Verabschiedung der Nepublikschutzgesetze in Preußen, die bekanntlich vor den entsprechenden Gesetzen im Reiche erging. war bereits bcabsichiigt, den Kreis der politischen Se» amten, die jederzeit zur Disposition gestellt werden können, über den alten Umkreis der Staatssekretäre, Minffterialdircttoren, Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten, Polizeipräsidenten und Landräta hinaus wesentlich zu erweitern. Doch war es rechtlich zweifelhaft, ob dies durch ein preußisches Gesetz geschehen könne oder ob dazu ein Reichsermöchtigunasgesetz notwendig sei. Der Preußische Landtag begnügt« sich infolgedessen mit einer Entschließung, in der er die Regierung aufforderte, sobald die recht- lichen Voraussetzungen gegeben seien, ein Gesetz oder womöglich eine Notverordnung herauszubringen, wonach auch die Ober- regierungsräte als P e r t r e t er der Regierungspräsidenten, die Oborprösldialräte als Vertreter der Oberprösidenten und die Mi- nistrrialdtrlgenten zu politischen S»» n rn t e n gemocht t»«-!.«" sollten. Die Ermächtigung des Reich» ist mzwljchcn durch die Reichsgesetze zum Schutz« der Republik erteilt worden. Dos preußische Kabinett hat do!»er, wie die PVN. erfahren, in seiner gestrigen Sitzung einem Gesetzentwurf des Innenministers. zugestimmt, der sich mit den Wünschen der Lcmütagsresolution vollkommen deckt. Deukschösterreichs Bundesland Kärnten hat jetzt durch die end- gültige Grenzbestimmung mit Südslawien einig« Gemeinden aus- getauscht. Der Landtag hat beschlossen, daß Steuerrückständ« in Gold zu zahlen sind. Das Burgenland erhebt die Per- gnügungsabgvbe In Goldkronen. ■>.■ 1 j----------------- 1-..... i tigen Maßregeln: sogar die berechtigte Forderung, die frei« gewordenen Werke toter Autoren zum Staatseigentum zu erklären und für deren Druck bzw. Ausführung von den Verlegern bzw. Theatern zugunsten der lebenden Schriststeller eine Abgabe zu er- heben,'wie sie dos Ausland oielsach �bereits seit lauger Zeit ein- geführt hat. ist noch immer nicht erfüllt. Unter diesen Umständen sind die hilfesnchenoen Blicke der notleidenden deutschen Schrift- stiller mehr denn je aus die Deutsche Schillerstiftung gerichtet, doch auch diese droht zu erliegen. Di« vorhandenen ordentlichen Mittel genügen längst nicht mehr, der steigenden Not auch nur annähernd zu steuern, und nur die großmütige Hilfe des Auslandes, insbesondere Amerikas und Schwedens, hat unserer Stiftung die letzten«in- einhalb Jahre zu überstehen ermöglicht. Das hochherzige Vorbild unseres Herrn Reichspräsidenten, der seinen Iabrcsbeürag verdoppelt und uns eine außerordentliche Spende gewährt hat, be- stärkt uns in der Hosknung, daß das Volk Schillers diese alte natio- nale Stiftung nicht im Stiche läßt. An die äffentlichen Stellen und alle Freunde der deuischeu Literatur ergeht unsere eindringliche Bitte, diesem Beispiel zu folgen. Di« Zentraltasse der Deutschen Schitterstiftung in Weimar nimmt für un, bestimmte Spenden dank- bar entgegen." Die Staatliche Stelle für Rakurdenkmalpflege. Alle Kwile. die sich mit dem Naturschutz und dem Heimatschutz beschäftigen, sind zurzeit besorgt um das Schicksal der dem Unterrichtsministerium an- gegliederten Stelle für Natiirdenkmalplleqe, die feit 1903 als Zen- träle für oll« diese Bestrebungen gearbeitet hat. Am 12.� Mai ist Hugo Eonweutz, der'Becrunder und langjährige Leiter dieses In- stitutes, gestorben, und seitdem wird das wichtige Amt von einnn wissenschaftlichen Hilfsarbeiter. Professor Moewes. kommissaristh verwaltet. Noch hört man nicht» von der Ernennung eines end- gültigen Nachfolgers. Es liezt die Gefahr vor, daß diese kulturell unentbehrlichen Bestrebungen der Ungunst der Zeiten mit-hr-'i finanzielloi Schwierigkeiten zum Opler fallen, daß ihre Tätigkeit noch mehr eingeschränkt wird, al» da- bisher leider schon geschehe i ist, und daß man vielleicht gar mit einem Eingehen der Stell« rechnen muß. Das war« gewiß auks tiefste zu bedauern und ein traurige» Zeichen unsere» kulturellen Niederganges. Die Heimat- schutzbestrebungen sind gerade in unserer Zeit, wo die Wald- Verwüstung immer mehr um sich greift und die Industrie immer rücksichtsloser in den Bestand unserer Natur hineingreift, darauf angewiesen, eine kräftige staatlich« Stelle an ihrer Spitze zu haben, an die sie sich anschließen können. Es wäre sogar zu wünschcn, daß die bisherig« Staatliche Stelle für Roturdenkmalpflege, die an einer im Anfang verständlichen und berechtigten Einseitigkeit leidet, dem Fortschritt der Bewegung entsprechend ausgebaut und zu einem allgemeinen Amt für Naturschutz und Heimatpsleg« entwickelt würde. Die verhältnismäßig geringen Kosten dürften bei einem so heroor- ragenden Kulturwerk nicht in die Wagschale fallen. To? Ariebrich-?SilhelmstSdtIsche?heater bleibt auf einige Zeit z e f ch l o H« n. da eS renoviert und uinnebout wird. Das Graphische Kabinett I. V. Vicumann, KursSistendanim ZZch zeigt in der Lklobei-KuSllellung neue Hrbeilen von fttlir Müller und graphisch« Arbeiten von Ottar Kokoschka. Gleichzeitig ist ein« Ausstellung graphischer Selbstbildnisse der jüngeren jährenden Graphiler. Eine Genugtuung. Der letzte Tag. worden, in jebem einzelnen Fall den Schwerfriegsbeschädigten auf der Reise behilflich zu sein und für sie auch in den Eilund D- 3ügen Sippläge und angemessene Unterkunft zu sichern. Die Vergewaltigung" eines Arztes. Ein schönes sonniges Herbstwetter begünstigte den Besuch des Im Vorwärts" wurde seinerzeit über das unerhörte Urteil 3eologischen Gartens am Tage vor seiner Winterschließung, beide der Delser Straftammer in Sachen des demokratischen Arztes Kapellen waren in Lätigtett. Am Bormittag war die Zahl der Be- Bis aufs Hemd ausgeplündert. Bon Räubern überfallen, und Sanatoriumsbefizers Dr. Köbisch- Obernigt berichtet. Ein fucher nur mäßig, schwoll aber im Laufe des frühen Nachmittags niedergeschlagen und vollständig ausgeplündert rechtsradikaler Verleumder hatte Dr. Köbisch beschuldigt, eine feiner immer mehr an. Das zeigte sich namentlich bei der Fütterung der wurde in der Nacht zum Sonntag gegen i Uhr der Unterwachtmeister von der Schupo Leo Schwandt. Schwandt war in bür Krankenschwestern vergewaltigt zu haben. Bor Gericht stellte sich Raubtiere, wo mächtige Menschenscharen schon lange vor Beginn vor gerlicher Kicibung auf dem Wege von der Wildenbruchstraße nach der Sachverhalt heraus, daß Dr. Köbisch die betreffende Kranten den Zugängen zum großen Raubtierhause zufammengebrängt star bem Bureaudepot am Blanufer, als furz vor seinem Ziel mehrere schwester im Zustande eines Opiumrausches angetroffen und darauf ben. Die Rinder zog es gewohntermaßen zu den Affenfäfigen. umbefannte Männer plötzlich über ihn hersielen, ihn zu Boden hin untersucht hatte. Bei der Untersuchung war er genötigt, auch Ebenso bewährten die buntgefiederten Fasanen, die schlanken, zier- hlugen und wahrscheinlich auch mit irgendeinem Mittel beDie Oberschenkelpartien auf Einftiche der Morphiumsprize hin zu lichen Siegen und Bazellen, bie bieberen berben Bären, die beiden täubfen. Die Räuber entfleibeten den Wehr- und Befontrollieren. Die Schwester, übrigens eine ältere Dame, stellte sich ftattfien Elefanten und das alte halbblinde Flußpferd die alte An- mußtlofen bis aufs Hemd und verschwanden mit allen seinen Kleia dabei etwas zimperlich an, worauf Dr. K. ihr das Hemb anhos ziehungsfraft. Auf manchen Gesichtern stand deutlich zu lesen:„ Ber- dungsstücken, einschließlich der Stiefel und der Hosenträger. In und die Untersuchung beendete. Irgend etwas weiteres hat selbst den wir euch wiedersehen?" und mancher beachtete jetzt erst sehens. der Brieftasche, die der Beraubte bei fich trug, befanden sich 7000 m. die untersuchte Schwester als Tatbestand nicht angegeben. Das werte Partien und Tiere, die ihm früher entgangen waren. Zur bares Geld, feine Ausweise und seine Schlüffel. Schwandt fam Schöffengericht Trebnih hatte den Bericumber zu einer Geldstrafe gwohnten Zeit setzte die Beleuchtung ein und erhielt durch den hellen erst um 5% Uhr morgens wieder zu sich und begab sich im Hemd nach seiner Wohnung. verurteilt, wobei der Vorsitzende ausdrüdlich bemerkte, daß Mondenschein eine Art Verstärkung. Mit Genuß wandelte man tis höchstens ein zehnjähriger Schuljunge glauben tönne, aur fpäten Abendstunde durch die herrlichen Anlagen, die ja auch daß diese Handlungsweise eines Arztes fich als Vergewaltigung auf- fchon ohne die Tiersammlung so viel Reiz bieten, freilich immer mit faffen ließe. Dagegen sprach die Straftammer Dels den Ange- dem wehmütigen Gefühl, daß es zum mindesten für nahezu ein Plagten frei und schrieb in der Urteilsbegründung, daß die Ver- halbes Jahr das letztemal ist. Und was dann geschehen wird, ist gewaltigung tatsächlich erwiesen sei. Denn das Anheben la noch sehr ungewis. Doch haben wir alle Ursache zu hoffen, daß des Hembes, wenn dabei auch nur eine ganz fanfte Gewalt das Mahnwort des Reichspräsidenten auf Erhaltung des 300 An angewendet worden sei, fei nach dem deutschen Sprachgebrauch als lang findet. Bir lönnen mit Bestimmtheit das Gerücht vom ge„ Bergewaltigung" anzusehen! Das Oberlandesgericht Breslau beplanten Verkauf der Tiere ins Gebiet der Fabel verweisen. Ein schöner Troft ist es auch, baß wenigstens das Aquarium an der Südfeite bes 300 während der Winterzeit geöffnet bleibt. stätigte dieses sandalöse Urteil. Bernotat wieder verhaftet. Auf Grund dieser beiben Urteile hatte Dr. Röbisch ein ärzt. liches Ehrengerichtsverfahren gegen sich selber beantragt. Das ärztl: he Chrengericht in Breslau hatte sich um die Ent scheidung, ob Dr. Köbisch tatsächlich seine Krantenschwester„ verDer aus dem Untersuchungsgefängnis Moabit entwichene gewaltigt" habe, herumgedrückt und wegen nicht genügend dezenter Gentlemeneinbrecher Karl Bernotat und sein Helfershelfer Otto Behandlung einer Patientin eine Rüge ausgesprochen. Hiergegen Raminfty sind nach den Ausschreibungen der Berliner Krihatte Dr. K. den ärztlichen Ehrengerichtshof in minalpolizei gestern von der Wiesbadener Kriminalpolizei er Berlin als Berufsinstanz angerufen. In der Berhandlung, die mittelt und verhaftet worden. Kaminsky konnte sofort am Sonnabend stattfand, erklärten Dr. R. und sein Berteidiger, festgenommen werden, während Bernotat einen Fluchtverfuch Rechtsanwalt Roth, daß sie eine flare Entscheidung darüber ver- machte. Er brach sich jedoch dabei ein Bein und wurde vorläufig in langten, ob eine„ Vergewaltigung" vorliege, wie sie die Straftammer ein Wiesbadener Krantenhaus gebracht. Beide werden nach Berlin Dels als erwiesen angesehen habe. Der Ehrengerichtshof tam nach gebracht. turzer Beratung zu einem glatten Freispruch mit der Begründung, daß bei dem festgestellten Tatbestand von einer Vergewaltigung teine Rede sein tönne. Dieser Freispruch bedeutet eine neue Berurteilung der Deffer Straftammer, deren Tendenzurteil im Preußischen Landtag vom Sprecher der sozialdemokratischen Frattion bereits scharf gefennzeichnet wurde. Der„ Sparverein" aus der Naunynstraße. Die Sucht, ein berühmter Verbrecher zu werden. Eine der waghalsigsten Berbrecherbanden, die seit Jahresfrift Einbrüche in Ronfettionshäusern machte, bei der ihr Werte von vielen Millionen Mart in die Hände fielen, ist nach mehr. monatigen Beobachtungen durch die Kriminalpolizei enlich ermittelt unb unschädlich gemacht worden. 6 Die Kinderlejeffube Treptow, Riefholzftr. 46, Gemeindeschule I ( 4 Treppen) wird am Montag, den 2. Oftober, nachmittags 3 Uhr, wieder eröffnet. Sie ist dann täglich, außer Sonnabends, von 3 bis Uhr für alle Snaben und Mädchen von 8 Jahren an unentgeltlich geöffnet. Sehr erwünscht wäre es, wenn sich freiwillige Helferinnen zur Ausgabe der Bücher an einem Tage in der Woche melden würden bei Frau Erna Feber, Leipziger Str. 103( Zentrum 7125). Die Fortjehung des Seeverkehrs von Swinemünde nach Ost. preußen( Billau) über den 30. September hinaus ist einstweilen gesichert, nachdem es dem Reichsverkehrsministerium gelungen ist, eine vorläufige Bereinbarung mit der Firma J. F. Bräunlich- Stettin zustande zu bringen. Der nächste Dampfer wird Dienstag, den 3. Oftober, nach bisherigem Fahrplan Swinemünde verlassen. Schreckensszenen im Gefängnis von Cork. Im Gefängnis von Cort in Irland sind gegenwärtig 435 auf. ständische Republitaner inhaftiert. Diese weigerten fich fürzlich, nach Beendigung ihres Spazierganges auf dem Hofe zur festgelegten Zeit wieder in ihre Zellen zurückzukehren. Man gab ihnen 20 Minuten Zeit, dem Befehl zu gehorchen. Als das nicht töteten einen und verlegten einen zweiten schwer. Zum Zeichen des geschah, eröffneten die Wachmannschaften Feuer auf die Gefangenen, Proteftes gegen die Brutalität der Gefängnisbeamten sind sämtliche gefangenen Republikaner in den Hungerstreit getreten. Zu der Explosionstatastrophe, die am 28. v. M. im Fort Falconare bei Spezia erfolgt ist und der mehr als 100 Menschenleben zum Opfer gefallen sind, hat die Reichsregierung dem italienischen Geschäftsträger in Berlin Guarneri ihr Belleid ausgesprochen. Auch der deutsche Geschäftsträger in Rom hat dem italienischen Ministerpräsidenten das Beileid der deutschen Regierung zum Ausdrud gebracht. Sprengung eines Cenchffurms durch schwimmende Minen. In der Nähe der Nolandsinseln ist durch Explosion einer schwimmenden Mine der finnische schwimmende Leuchtturm Storbrotten" untergegangen. Die Schiffsmannschaft ist ertrunken. " Sonnabend, in der Nähe von Appelhülsen von der Tür eines Elfenbahnunfall. Der D- Zug 95 Röln- Hamburg wurde vorgestern, porbeifahrenden Zuges, die fich geöffnet hatte, geftreift. Hierbei wurde der erste Bersonenwagen des D- Zuges beschädigt und gleichzeitig ein Reifender so verlegt, daß er furz barau ftarb. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Beränderlich, überwiegend bewölkt mit leichten Regenfällen und südwestlichen Winden, etwas höherer Nacht- und wenig beränderter Tagestemperatur. Das ostoberschlesische Wahlergebnis. Bereits im Oktober vergangenen Jahres begann die Bande mit Breslau, 2. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Das endgültige ihren verwegenen Einbrüchen. Sie ging, da die Ronfettionshäuser Wahlergebnis zum ostoberschlesischen Sejm in Kaftowih gibt den felt ft zum großen Teil start gefidyert find, von Nachbarhäusern aus deutschen Parteien angesichts des scharfen Gegensages zwischen sor. Ueber die Dächer hinweg gelangten sie auf das Dach des Konder polnischen Linten und polnischen Rechten eine starte Stellung fektionshauses, von dem sie sich mit Stricken bis an die Fenster der in diesem Provinzialparlament. Die fünftige Woiwodschaftsverwal- Fabrit oder Geschäftsräume, auf die sie es abgesehen hatten, hinab fung hängt aber von dem Wahlergebnis allein nicht ab, da die ließen. Ihre Beute schafften sie in den meisten Fällen auch auf dem Wojwodschaftsautonomie nicht soweit geht wie die deutsch- ober- felben Bege fort. Die Bande arbeitete" immer selbständig", d. b., fchlefische Provinzialautonomie. Der Wojwode wird vielmehr, ohne fie fuchte nicht, wie andere Einbrecherfolonnen es meist zu tun daß eine Zustimmung des Provinzialparlaments nölig ist, in pflegen, Anschluß an Hausangestellte, um eine Gelegenheit auszuWarschau ernannt. Gegenüber der Befürchtung, daß die stärkte einem Berwande die Höfe und ein einziger fachkundiger Blid gefundschaften, sondern einzelne Mitglieder besichtigten unter irgendpolnische Partei im oberschlesischen Sejm, nämlich der nationaliffifch- nügte ihnen, um fefizustellen, wie sie ihre Rietterfun ft stü de deutschfeindlich- antisemitische orfanty- Blod, den Wojwooden wagen fonnten. So hielt es schwer, auf ihre Spur zu kommen, um ftellen wird, weist die Breslauer Bolfswacht" darauf hin, daß eine jo mehr, als fie für ihre Beute, die in die Millionen geht, ver. Regierung Korfanty in Gattowih schon deswegen unmöglich sei, weil wiegene Abnehmer halten. Bisher tonnten der Bande fie zur gegenwärtigen wie zu der nach den polnischen Wahlen zn 15 große Ronfettionseinbrüche, die sie in allen Stadtteilen ausgeführt erwartenden Warschauer Regierung in allzu scharfen Gegensatz balten, nachgewiesen werden. Alle Berhafteten sind geständig, doch geraten müßte. Den Gegenfah Piljudffi- Korjanty zum Gegenfa wissen fie feibst nicht mehr, wo fie überall eingebrochen find. Be stohlene, die hie in Frage fommen, werden gebeten, sich bei zwifchen Kattowitz und Warschau anwachsen zu laffen, das würde Kriminalkommissar Müller, Bezirksamt Hallesches Tor, zu mei- 22. die Warschauer Regierung wegen der damit verbundenen Gefahr für den. Die ganze Gesellschaft war Mitglied eines Sparpereins, 85. den polnischen Staat verhindern müssen, und daher sei eine Aera der in der Naunynstraße tagte. Ihr Führer ist ein erst 22 Jahre Korfanty in Oberschlesien nicht zu erwarten. Praktisch würde die alter Billy& n fel, der engab, daß es stets sein ganzes Bestreben nach allen Seifen Rüdsicht übende Berwaltung des derzeiligen gewefen fei, ein berühmter Berbrecher zu werden. Bizewojwoden troh des Wahlmißerfolges feines Borgesehten Rymen mit noch ein paar Krümmungen mehr fortgesetzt werden. Zu ihrer Dedung im Provinzialparlament werde man nach om promissen suchen, bei denen fich hoffentlich keine deutsche Partei mit fompromiffieren werde. 99 Hausherrenterror in Wien. In Wiener Hausbesizertreifen wurde beschlossen, wegen Nichterfüllung der zum 1. Oftober befristeten Forderung nach einem 12,4prozentigen Zuschlag zu den Friedensmieten auf Grund der Goldparität( d. h. der 1900fachen Friedensmiete in Papiertronen) am 3. Oftober nachmittags in den Streit zu treten. Die Hausversorger Wiens haben sich diesem Beschluß angeschlossen. Der Streit soll sich in folgender Weise fühlbar machen: die Hausbefizer werden das Wasser von 6 Uhr abends ab, ferner die Beleuchtung der Treppen und Gänge( perren. Sie verweigern die Einziehung der Miete, die Zahlung der Abgaben und aller Rechnungen für Hausanlagen Der Dollar Flettert wieder. Die deutschen Börsen mit Ausnahme von Hamburg blieben heute für den Effektenverkehr geschlossen mit Rücksicht auf die Arbeitshäufung in der Bantwelt am Quartalswechsel. Es fand in Berlin lediglich ein offizielles Devisengeschäft statt. Auch hierzu hatten sich infolge des hohen jüdischen Feiertages nur verhältnismäßig wenig Börsenbesucher eingefunden. Das Geschäft mar trotzdem sehr lebhaft bei fräftig steigenden Kursen. Es liegt ein bedeutender Devisen. bedarf des Großhandels und der Industrie für Einfuhrgeschäfte vor. Das Angebot ist gering. Der Dollar stellte sich gegen Mittag auf 1760 bis 1770. Devisenkurse. 2. Oftober Käufer Berkäufer ( Geld.)( Brief-) Kurs Ruzs 100 holländische Gulden.. 69712.75 69887.25 1 argentinischer Papier- Beso 100 belgische rant. 100 norvegische Kronen 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen. 100 finnische Mart 1 Dollar Ein neuer Kommunalbetrieb. Drudfachen in einer eigenen städtischen Druderei herzuUnsere Genossen haben im Rathaus beantragt, die städtischen stellen. Damit hat man z. B. in Neufölin und Schöneberg die beften Erfahrungen gemacht und bedeutende Ersparnisse erzielt. Der Antrag war das Ergebnis eine eingehenden Ausschußbesprechung, in der alle anwesenben Bertreter ohne Unterschied der Partei den Borteil einer solchen Einrichtung anerkannten. Der Antrag fand beshalb auch die Unterschriften von Stadtverordneten des Zentrums. Darum in der bürgerlichen Breffe große Aufregung. Auch die Germania" bläst gegen ihre eigenen Bertreter in Das gleiche Horn. Sie wiederholt dabei die alten längst widerlegten Märchen von Unrentabilität usw. fommunaler Betriebe. Uns scheint, daß nicht wir, sondern die bürgerlichen Parteien um des lieben Brinzips willen, b. h., aus ihrer findlichen Angst vor Erweiterung der städtischen Wirtschaft sich gegen Maßnahmen sperren, deren Not. wendigkeit jeder vernünftige Mensch anerkennen follte. 39. Groß- Berliner Parteinachrichten. Morgen, Dienstag, den 3. Oktober: und 23. bteilung. Radm. 51½ Uhr treffen sich die Kinder zur Bastelarbeit st., Tempelhof. Abends 7 Uhr im Lokal Boruffia, Ecke Neue Straße. Erb., Menn. Abends 7% Uhr Sigung des Vorstandes und der Funktionäre in der Schule am Ruheplap, Straße 5/6. weiterte Boritandsfizung. bei Stahl, Sanderstr. 11. Sport. Das Matadoren- Rennen in Mariendorf. Das reichbotierte Matadoren- Rennen, 300 000 m., holte sich em Sonntag in Mariendorf die gute Inländerin Edeltochter Die Defterreicherin& eanta aber, die dem serbischen Großgrundbesizer Dungyerfaty gehört, stellte einen neuen deutschen Traberreford auf und zwar mit 1: 22,5. Die große sechsjährige Stute fonnte jedoch nur 3weite werden, da fie fich eine start blutende Wunde am Feffet toff zugezogen hatte, durch die sie behindert war. Zoto: 20: 10, Plat: 26, 21, 46: 10. 1. enne 1. 1. Diana VII( Sauß ir.), 2. Harlſtein, 3. Domherr pfilanti, Moir, Lena I, Morgenluft, Crzellenz, Mac Gregor, Malanti L. Ferner liefen: Wassander, Arion J., organat, Bavorite Prinz, Normanne I, Arworthy J., Prinzey Magowan, Erich I. True For. 2. Rennen. 1. Seemind( Haase), 2. Hartenfels, 3. Topinambour. Toto: 100: 10, Play: 51, 22, 19:10. Ferner liefen: Chganta, Liliomfi I, Siegmund Silver, Berry St., Harald I, Mädel, Allertony, Deborah., Schlips, Barbe, Clabium, Brefuja, Clare I. 8. Rennent. 1. Stella Harf( Neuenfeld), 2. Baron Arworthy, 3. Blaumeiſe. Toto: 13:10, Biaz: 12. 21, 23:10. Ferner liefen: Amazenta, Cobra, Barometer, Minz, Fenelon, Fajner J. 4. Rennen. I. Stechen: 1. Leanfa( Ch. Mills), 2. Edeltochter, II. Stechen: Ferner liefen: Gesamtergebnis: Die geftrigen Demonftrationen der KPD. Nach der intensiven Propaganda, die die KPD. in der letzten 3eit für ihren Betriebsrätefongreß veranstaltet hatte, fonnte man 3. Draufgänger. Toto: 19: 10, Play: 14, 14, 50: 10. Ferner liefen: auf eine stärfere Beteiligung rechnen. Der Wittenbergplat, ubrum II, Monarchift, Brachtmädel, Peter I, Brocade, Bessie Worthy. den man wohl gewählt hatte, weil man hoffte, ihn leichter füllen zu 1. Edeltochter( Weiß), 2. Leanin, 8. Drausgänger. Toto: 31: 10, Platz: 14. Weddigen, Marschall Hindenburg, Mimofa. Beta Girl. fönnen, wies jedoch während der ganzen Dauer der Demonstration 14, 33: 10. Ferner liefen: Monarchist, Brachtmädel, Brocade, Bessie Borthy. große Lüden auf. Die" Maffen" famen von allen Seiten mit zahl mimoja. Beta Girl. III. Stechen: 1. Ebeltochter( Weiß), 2. Monarchist, reichen roten Bannern in Trupps von etwa 100 Mann angerückt. 3. Brachtmädel. Toto: 17:10, Plat: 12, 48, 17:10. Alles in allem mögen 10-15 000 Menschen teilgenommen haben, Draufganger, Brocade, Belfie Worthy, Mimosa. also nicht einmal die Mitglieder der Berliner Organisation der KPD. 1. Edeltochter, 2. Leanfa, 3. Monarchist, 4. Drausgänger, 5. Brachtmädel. Es wurden die üblichen Reden gehalten. Nach der Demonstration 23: 10, Tlak: 12, 15, 13: 10. Ferner liefen: Heiderole B., Gänseliefel, formierte fich gegen 12 hr ein Demonstrationszug durch die Lauenzienstraße. Ungewöhnlich fart war die Beteili- Allene, Simpel, Clärchen M., Fridolin III, Filmdiva, Friedensware. 6. Rennen. 1. Kujertrud( C. Schön), 2. Perilles, 3. Erdmann. gung der Jugend. Zu Busammenstößen ist es nach unserer Toto: 24:10, Blat: 13, 17, 19:10. Ferner liefen: Ottomar, MataRenntnis nirgends gekommen. Der Straßenbahnverkehr wurde um bor I, Jofef, Boby, Biyue, Rebzweig, Allenstein, Nebel, Fanny Hale, Libanon. geleitet. Jebenfalls hat diese Demonstration das Gute gehabt, daß fie die absolute Bedeutungslosigkeit eines solchen isolierten Borgehens gegenüber den Maffenorganisationen der Arbeiterschaft sinnfällig aufgebedt hat. Bielleicht beruhigt" das in etwas auch die Rote Fahne". 80. September Räufer Berläufer ( Gelb-) ( Brief-) Kurs Sture 63670.30 63829.70 636.70 688.30 579.271/ 580.721/ Der„ Dentiche Pazifistische Studentenbund" hielt am 1. Oftober 11685.88 11714.65 in Berlin feinen 2. ordentlichen Bundestag ab, der von den Univer81061.10 31138 90 28024.90 28095.10 fitäten München, Berlin, Freiburg i. B., Jena, Hamburg, Frankfurt 86253.75 87046.25 33453.05 83366.95 am Main befchidt war, und der sich mit der pazifistischen 47690.30 47809.70 48245.85 48854.15 πrbeit innerhalb der deutschen Studentenschaft 3985.05 8944.95 8595.50 8604.50 befaßte. Es waren als Gäste auch Bertreter ausländischer Univer794.- 796.fitäten erschienen. Die Bundesleitung wurde nach München verlegt. 6995.75 Bum Bundesvorsigenben für 1922/23 wurde Wolfgang Wedding, 7209.- ünden, Giselaftr. 18, gewählt. 1 japanischer Yen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 7915.05 1812.73 100 französische Frank 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer grant. 100 ivanische Besetas 100 österr. Stronen( abgeft.) 100 tschechische Kronen. 100 ungarische Kronen. 100 bulgarische Lewa 2.48 5667.90 72.90 1068.65 6976.23 7934.95 7191.1817.27 1647.98 1852 07 5. Nennen. 1. Bärbel( Großmann), 2. Frübauf, 3. Franko I. Toto: 7. Rennen. 1. Hilda 2.( Weidmüller), 2. Bingen jr., 3. Dünaburg. Toto: 225: 10, Blag: 89, 46, 47: 10. Ferner liefen: Meininger, Mars III, auft II, Der Bifant, Ethelbert, Ludmill I, Pechnelle, Draufgänger II, Leichtsinn, Weddigen, Friedebourg M., Flora Bingen. Die Rabrennen auf der Olympiabahn hatten fich des günstigen Betters wegen eines zahlreichen Besuches zu erfreuen. In den Dauer rennen starteten Bauer, Hahn, Ruschlow, Lewanow und Sawall. Den Kleinen Serbstpreis gewann ewan om, begünstigt durch einen RadSchaden Sawalls, leicht vor dem aber nur 160 Wieter zurückliegenden Sufchlow. Am Großen Herbſtpreis war das Glud auf& a to a 113 Seite; Lewanow und Bauer erlitten bier den üblichen Raddefeft, so daß Sawali das Rennen nun in qutem Stil fiegreich beenden lonnte. In den Flieger rennen erwiesen sich Lorenz, Häusler und Behrendt als die Besten. Seleiner Ergebnisse: Großer erbstpreis für Flieger, 1200 Meter. 1. Lorenz, 2. Hoffmann, 3. Glabe, 4. Peter. Großer Herbstpreis, 50 Stilometer: 1. Sawall 39 Min. 44 Set., 2. Lewanow 1520, 3. Bauer 2700, 12548.30 12565.70 Relfehilfe für Schwerkriegsbeschädigte. Seit längerer Zeit sind 4. Hahn 5730, 5. Ruschton 9310 Meter zurüd. Kleiner Herbst190.78 191.24 in den Berfonenzügen besondere Abteile für Schwerkriegsbeschä- preis, 30 Stilometer: 1. Letvanom 23 Min. 29, Set; 2. Stufchtow 160, 30961.25 31038.75 bigte gefchaffen. Bon verschiedenen Seiten wurde der Wunsch ge- 3. Bauer 300, 4. Hahn 3270, 5. Sawall 6350 Meter zurüd. 24068.75 25081.25 äußert, diese Einrichtung auch in den Eil- und D- Zügen zu schaffen. Serbstpreis für Flieger, 1200 Meter: 1. Schröder, 2. Schrefeld, 8. Techmer, 4. Sennede. 2.52 2.2012 2.24 Das Reichsverkehrsministerium hält diese Erweiterung der Ber- 1. Häusler 15 Min. 44, Set., 2. Hoffmann, 3. Schrefeld, 4. Sennede, 5682.10 5081.85 günstigung nicht für notwendig. Die Eisenbahndirektionen 5. Behrendt; Lorenz, Stabe, Amort, Stolz gestürzt. Borgabe 78.10 66.09 haben festgestellt, daß diese Abteile in Eil- und D- 3ügen nur sehr fabren, 800 Meter: 1. Behrendt( 30), 2. Badebusch( 40), 3. Stolz( 25), 1071.85 988.25 felten benust würden. Das Bugpersonal ist deshalb angewiefen Schrefeld( 15), 5. Strüger( 55 Meter Borgabe). 5068.65 65.91 988.75 25 Nunden Prämienfahren: Gewerkschaftsbewegung Aussperrung in der AEG. Die BS.- Korrespondenz meldet: In der Apparatefabrit Acerpraße der AEB. ist am Sonnabend mittag ein wilder Streis ausgebrochen, der die Direktion veranlaßt hat, bis zur Erledigung der Bewegung die Werfftätten zu schließen. ber GD. fristlos entlaffen. Da alfo hier ein ganz klarer Tarif- und Bertragsbruch vorliegt, ist die Firma Trowitsch u. Sohn nicht als gesperrt zu betrachten und eine diesbezügliche Warnung vor 3uzug unstatthaft." Organisation in der Lebensmittelindustrie. Wirtschaft Der Außenhandel im Auguft. Nach den vorläufigen Feststellungen des Statistischen Reichs. Die Notwendigkeit der Zusammenfassung der proletarischen amts über die Ergebnisse des deutschen Außenhandels wurden im Kräfte macht sich innerhalb der Nahrungsmittelindustrie unter den August eingeführt 46,8 Millionen Dopelzentner im Werte von jeweilig schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen immer mehr beDie Vorarbeiter verlangten vor einigen Tagen eine sogenannte merkbar. Bei der Urabstimmung im vorigen Jahre entschied sich 56,6 Milliarden Mart, aus Deutschland ausgeführt 14,1 MilFunktionszulage von 10 Proz. auf die tariflich vereinbarten Löhne. die Mehrzahl der Bäder und Fleischer für die Industrie- lionen Doppelzentner im Werte von 60,3 Milliarden Mark. Da diese Forderung nur von den Vorarbeitern des einen Wertes organisation. Der Verbandstag der Fleischer in diesem Jahre sprach Gegenüber dem Bormonat ist der Menge nach die Einfuhr erhoben worden ist, und in dem vor wenigen Tagen von dem Ber- fich erneut für die Verschmelzung aus. Dasselbe trifft zu für den um 1.2 Millionen Doppelzentner gejunten, in Mart ist sie um band Berliner Metallindustrieller und dem Deutschen Metallarbeiter Verbandstag der Brauereis und Mühlenarbeiter. Auch 10,7 Milliarden Mart gestiegen. Die Ausfuhr ist der Menge verband abgeschlossenen Tarifvertrag nicht enthalten ist, er der Leipziger Gewerkschaftstongrek hat die Schaffung von nach um 2,3 Millionen Doppelzentner zurückgegangen, in Mark hat klärte die Direktion, daß sie erst am 5. Oftober nach Verständigung Industrieorganisationen im Prinzip beschlossen. fie um 24,6 milliarden Mark zugenommen. mit ben zuständigen Spizenverbänden eine Entscheidung treffen In letzter Zeit haben nun die Mitglieder der Berliner Orts Die Berschiebung im Verhältnis der Mengen und Werte zu fönne. Daraufhin traten die Vorarbeiter in passive Resistenz ein. verwaltungen der Gastwirtsgehilfen, Bäder und einander und die zahlenmäßige Wertzunahme, die besonders auf Da der Betrieb ohne die Vorarbeiter sich nicht aufrechterhalten läßt, Fleischer Kemmissionen gewählt, welche die Aufgabe haben, die der Ausfuhrseite in Erscheinung tritt, beruht in erster Linie auf den entließ die Direktion die gesamte Belegschaft in Stärke von etwa für die Schaffung der Industrieorganisation notwendigen Arbeiten Folgen der starken Marfentwertung im Auguft. In der 10 000 Arbeitern. Die Gewerkschaften sind von der Bewegung be- zu leisten. Die Borarbeiten sind soweit gediehen, daß die einge- Einfuhr weisen die verhältnismäßig hochwertigen Waren, benachrichtigt worden und es ist anzunehmen, daß der Streifall durch schten Kommissionen ein Programm festgelegt haben, dem wir ent- fonders verschiedene Nahrungsmittel und Rohstoffe, Verhandlungen eine schnelle Erledigung finden wird." nehmen: Die neuen und größeren Aufgaben der Gewerkschaften einen erheblichen mengermäßigen Rüdgang auf: die Weizenfönnen nur erfüllt werden, wenn den fest zusammengeschlossenen einfuhr ging ven 17 Hunderttausend Doppelzentnern im Juli Unternehmern mochtvolle, die gesamte Industrie umfassende Arbeiter auf 12 Hunderttausend Doppelzentner im August zurück, Mais von organisationen entgegengesetzt werden können. Die noch immer in 13 auf 7, Roggen von 6 auf 4, Buder von 5,4 auf 3,6. Starfen der Nahrungs- und Genußmittelindustrie bestehenden Berufs- Rückgang zeigen ferner Kaffee, Tee, Katao, Schmalz, verbände sind das aber nicht Ein weiteres getrenntes Marschieren Margarine und Rohta bal. Von den Rohstoffen erlitten die der bisherigen Verbände der Nahrungs- und Genußmittelindustrie Mineralöle einen Einfuhrrüdgang von 15 auf 7 Hunderttausend bedeutet eine große Schädigung der Intereffen der Mitglieder. Grenz- Doppelzentner, die Welle von 163 auf 132 und die Baumwolle von ftreitigkeiten, zersplitterte Verwaltungen usw. verbrauchen ein gut 317 auf 266 Tausend Doppelzentner: Eisen und Kupfer sowie Teil der Energien, die so dringend benötigt werden im Kampf mit chemische Rohstoffe zeigen die gleiche Entwicklung. Zugenommen hat dem Unternehmertum. dagegen besonders die Einfuhr geringwertiger Waren, wie Bau und Nuhholz, Steinkohle, Kots usw. Lohnverhältnisse in den städtischen Krankenhäusern. Bom Nachrichtenamt des Magistrats geht uns zu der mit dieser Ueberschrift versehenen Notiz in Nr. 455 des„ Borwärts" folgende Darstellung des Stadtmedizinalrats zu: " Es trifft nicht zu, daß den Krankenpflegelehrperfonen im Laufe des ganzen letzten Jahres feine Erhöhung ihrer Barentschädigung gewährt worden ist. Sie erhielten vom 1. Ottober 1921 ab neben freier Kost, Wohnung, Heizung und Reinigung der Wäsche zunächst den Betrag von 150 Mt., der alsdann im Frühjahr 1922 fogar rückwirkend vom 1. Oftober 1921 ab auf 250 M. erhöht wurde. Gleichfalls ist es nicht zutreffend, daß zwischen dem Tarifamt und dem Hauptgesundheitsomt Rempetenzstreitigkeiten entstanden sind. Im übrigen begannen am 29. September 1922 bereits im Hauptgefundheitsamt die schon vor einigen Tagen anberaumten Berhardlungen mit den betreffenden Organisationen wegen der Neufeftsetzung der Barbezüge." Diese Erkenntnis bricht fich nicht zum erstenmal Bahn. Die Gastwirtsgehilfen, Fleischer, Bäcker, Konditoren, Brauerei und Bei der Ausfuhr betrifft der Mengenrüdgang hauptsächlich Mühlenarbeiter müssen verwirklichen, was sie als notwendig erkannt geringwertige Baren, wie Steinkohle, Kots, Kalifalze, Eisenwaren, haben: Zusammenfassung aller in einem Betriebe Beschäftigten in während höherwertige Waren, von denen Automobile, Maschinen, eine Organisation, Verschmelzung aller in den Nahrungs- und Ge- Bapierwaren und Mehl( dieses für das Saargebiet und Polnischnukmittelindustrien bestehenden Berufsverbände. Die Verhältnisse Oberschlesien) genannt seien, in vermehrtem Maße ausgeführt wor dulden fein längeres hinausfchieber mehr; Berschmelzung auch mit den find. nur vorläufig einer Bruderorganisation bedeutet Stärkung der Dadurch wird lediglich bestätigt, daß- mie mir berichteten Kampfkraft und muß durchgeführt werden, sobald es sich ermöglichen der Barlohn seit 1. Oftober 1921 250 m. beträgt und dieser Barlohn läßt. inzwischen nicht erhöht wurde. Die Lohnfestsehung gilt ab 1. Oktober Aus dieser Erkenntnis empfiehlt die von den Berliner Arbei1921, nur mit dem Unterschied, daß sie im Frühjahr 1922 erfolgte, tern und Angestellten der Berbände der Gastwirtsgehilfen, Fleischer, Bäcker und Konditoren gewählte Kommiffionen was an dem Kern der Sache nichts ändert. Die Ursachen des Streits bei Trowitsch und Sohn. Bei der Firma verschwanden längere Zeit hindurch größere Mengen Schriftmaterial und Platten. Haussuchungen bei mehreren Arbeitern waren ergebnislos. Als nun ein Seher beobachtete, mie ein anderer Schriftmaterial in die Tasche steckte, teilte er es einem Gutenbergbündler mit und dieser machte dem Faktor Mitteilung, ber abends beim Verlassen des Betriebes eine Durchsuchung vor nehmen ließ. Der Stehler wurde sofort entlassen und der Kriminalpolizei übergeben. a) Abhaltung gemeinschaftlicher Vorstandsfizungen, Funktionärtonferenzen, Mitglieder und öffentliche Versammlungen. Berufsverbände in allen den ihnen von den Gewerkschaften geb) Das Zusammenarbeiten aller Funktionäre der verschiedenen stellten Aufgaben. c) Berständigung über abzuschließende Tarife. d) Schaffung einheitlicher Ortsstatuten. Die Kommiffion erachtet es als ihre ganz besondere Aufgabe, den Gedanken der Industrieorganisation au propagieren in der Bresse sowie durch Stellung von Referenten zu Bersaminlungen, Konferenzen und Verbandstagen. Nachdem der Kollege Martens als Borsitzender der Berfammlung und Kollege Landgraf im Schlußwort das Gebahren der tommunistischen Drahtzieher gebührend gekennzeichnet hatten, wurde die Resolution von der von einigen Tausenden besuchten Bersammlung gegen 7 Stimmen abgelehnt Eine Betriebsversammlung befchloß, dem Angeber das Mißtrauen auszusprechen, weil er den Diebstahl nicht verhindert und den Die Werftarbeiter der Unterweserorte. Betriebsrat nicht davon in Renntnis gesezt hat, trozdem er nach seiner Angabe den Dieb schon längere Zeit beobachtet hatte. Der In der letzten Werftarbeiterversammlung schidten die RomAngeber beschwerte sich nun bei der Geschäftsleitung über den Be- munisten Leute vor, um die berühmte, von der kommunistischen Getriebsrat wegen der Ausführung des Beschlusses. Die Geschäfts- werffchaftszentrale herausgegebene Resolution durchzudrücken, leitung flagte darauf auf Auflösung des Betriebsrats und fristlose die verlangt, daß der Ortsausschuß des ADGB. sofort eine Betriebs Entlassung. Der Schlichtungsausschuß entschied denn auch am räte- Bollversammlung einberufen soll und daß meiber ein Reichs22. September: Der Arbeiterrat wird wegen gröblicher Pflichtver betriebsrätetongreß unter Führung der Kommunistischen Partei eintepung aufgelöst, eine Wiederwahl ist nicht statthaft. Die Ersak berufen wird. mitglieder des Betriebsrats legten jetzt ihre Aemter nieder. Das Berjonal wählte nun die Mitglieder des alten Betriebsrats zu tariflichen Vertrauensleuten(§ 78 des Buchdruckertarifs). Die Geschäftsleitung erkennt jedoch die tariflichen Vertreter des Personals nicht an. Da gegen die Firma verschiedene Klagen wegen unberechtigter Entlassung, Berweigerung der Wirtschaftsbeihilfe und des Urlaubs porliegen, fann eine Bertretung der Beleafchaft um so weniger entbehrt werden. Das Personal stellte ein Ultimatum auf Anerkennung feiner gewählten Bertretung und legte dann wegen der Verweigerung der Anerkennung die Arbeit nieder. Nach Ansicht des Personals handelt es sich hier um einen Borstoß gegen die Betriebsräte überhaupt. Die Behauptung der Firma, der Betriebsrat begünstige den Diebstahl, ist so absurd, daß dies der Grund ihrer Weigerung nicht fein kann. Um fo weniger als in der Geschäftsleitung ein Herr als Hüter der Moral fitzt, der sich nach seiner Bergangenheit wenig dazu eignet. Damit hat die Berstarbeiterschaft der Unterweferorte in ihrer Gesamtheit bewiesen, daß sie nicht gewillt ist, sich weitere Zersplitt rungen durch politische Drahtzieher gefallen zu lassen. Gewerkschaften als Regierungsbüttel. Der mertmäßige Ausfuhrüberschuß ist außerdem noch besonders dadurch hervorgerufen, daß die Entwertung der inländischen Baluta auf der Ausfuhrseite stärker und schneller zum Ausdrud fommt als auf der Einfuhrseite. Infolgedessen erscheinen in einer Zeit rasch gefunkener Inlandswährung, wie im Berichtsmonat, die Einfuhr wertmäßig fleiner und die Handelsbilanz aktiver, als fie tatsächlich waren. Diese Tatsache, die besonders für die Auguftergebnisse infolge des starten Marksturzes von erheblicher ihrem zahlenmäßigen Ausfuhrüberschuß von 3,8 Milliarden Mark Wirkung gewesen ist, darf bei Beurteilung dieser Ergebnisse mit nicht außer Betracht gelaffen werden. Es wäre sonach ein Trugschluß, wollte man aus der Befferung der Handelsbilanz, die in der Einschränkung der Einfuhr hochwertiger Waren und der Ausfuhr geringwertiger Waren begründet kſt, zu weitgehende Folgerungen ziehen. Gin österreichisch- russisches Industriefyndikat. Das österreichische Ronfulat in Petersburg meldet die Gründung eines österreichischrussischen Industriesynditats zweds Wiederherstellung der Handelsbeziehungen mit Rußland. Aus der Partei. Jubiläum der tschechischen Sozialdemokratie. In Prag wurde am vorgestrigen Sonnabend der Kongreß zur Feier des Beginns der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in Böhmen por 50 Jahren eröffnet. Es beteiligten sich über 1200 Delegierte, ferner eine große Bahl von alten Mitarbeitern. Nach der Eröffnungsansprache des Parteivorsitzenden Gen. Anton Nemec begrüßte namens der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Moltenbuhr den Kongreß; hierauf namens der deutschen Sozialistischen Partei in der Tschechoslowakei Senator Gen. Nießner, der unter stürmischem Beifall die Hoffnung betonte, Die russischen Gewerkschaften werden alljährlich mobilisiert zur daß die deutsche und die tschechische Arbeiterschaft bald die heutigen Eintreibung der Naturalabgaben. Das Zentralfomitee Meinungsverschiedenheiten beilegen und gemeinsam in der Reder ruffischen Kommunistischen Partei hat nun den Allrussischen publik für die gemeinsamen Intereffen arbeiten werden. Es folgten Gewerkschaftsbund davon benachrichtigt, daß in diesem Jahre die Begrüßungsansprachen der Genossen Kiefer( Dänemark), Vavrousek Mobilisation bei vielen Gemertschaften bas Bestreben( Wien), Ajola( Georgien) und Matuszek( Ukraine). Als erster Fest. hervorgerufen hat, diefer auszuweichen, was bis zu diretten rebner schilderte Senator Gen. Dr. Soukup die Entwicklung der eigerungen, fich an den Mobilisationsorten einzufinden, ging. Arbeiterbewegung. Die zweite Feftrede hielt der Präsident der Na unter der Zahl derer, die sich gemeigert haben, befinden sich auch die toinalversammlung Gen. Tomaschet, der die weiteren Aufgaben Leiter einiger örtlicher Abteilungen der Gewerkschaften. Die der Partei frizzierte. Das Präsidium und Ehrenpräsidium des Kongresses wurde vom Beigerung der Gewerkschaften würde sicher begreiflicher, wenn die näheren Umstände bekannt würden, unter denen die Mobilisation Präsidenten der Republik empfangen. Unter den Gästen war auch Moltenbuhr. Präfident Mafarnt betonte in seiner An und die Eintreibung bei den jetzt durchweg fleinen Bauern vor sich geht. Sie mag schon notwendig sein. Aber die Gewerk. Sprache an die Deputation, daß die Republik die notwendige Boraus fegung für die sozialen Reformen darstelle. Die Erhaltung und die schaften überlassen solche Geschäfte lieber der Tscheka. Vervollkommnung der Republik erfordere unter den gegebenen Rul turbedingungen einen bedeutenden Grad politischer Bildung, Voraussicht und Geschicklichkeit. Es ist ein besonderer Zufall, fuhr der Präsident fort, daß Sie an dem Tage zu mir fommen, an dem ich über die Refonstruktion der Regierung verhandeln werde. Ich zähle auf Sie, ebenso können Sie auf meine Loyalität rechnen. Der Verein Berliner Buchdruckereibefizer ersucht uns auf Grund §11 des Breßgefeßes um folgende Berichtigung der in Nr. 460 des Borwärts gebrachten Notiz Achtung, Buchdruder": " Es handelt sich bei der Firma Trowitsch u. Sohn um einen Ausstand, der dadurch verursacht wurde, daß verschiedene Mitglieder des Arbeiterrats nach Entscheidung des Schlichtungsaus Schusses Groß- Berlin wegen gröblicher Verlegung ihrer Pflichten abgesetzt wurden. Die Firma leitete ordnungsgemäß sofort Neuwahl ein, da der gesamte Gruppenrat sein Amt niedergelegt hatte; ein Der Streit der Danziger Hafenarbeiter ist beigelegt. Der Lage Teil der Belegschaft stellte jedoch ultimativ die Forderung auf, daß lohn beträgt nunmehr 1200 M. Ueberstunden werden mit Sägen die abgesetzten Arbeiterratsmitglieder als Vertrauensleute anzu- von 300 M. an aufwärts pro Stunde, Sonntags mit 375 m. pro erfennen seien. Dieses Verlangen wurde jedoch seitens der Firma Stunde vergütet. abgelehnt, da Bertrauensmänner nach§ 78 des Deutschen Buchbrudertarifs nur in solchen Betrieben zu wählen sind, in denen Gehilfen in der Arbeitervertretung nicht vertreten find. Die Arbeit wurde darauf niedergelegt, die Ausständigen wurden nach§ 123 Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Der Blaue Vogel Gold- SilberPlatin- BruchAm 5. Okt. Premiere d 3. Programms. Mittwoch, 4. Okt. geschl. Vorstellung. Vorvkt. für die ersten 10 Vorst. an der Kasse d. Theaters u i, all Verkaufsst. Wo laß ich meinen Anzug machen? Wer garantiert für guten Sitz u.Verarbeitung? Mar Motel, Schneidermstr. Neukölln, Ringbahnstr. 38. Tel.909. Lieferung für höchfte Staatsbeamten Biele Anerkennungen u. Dantschreiben Perser- Teppiche Klaviere, Flügel Brücken höchfte Tagespr. zahlt Herer. Pallasstr. 9, Kurf. 9104 Arbeitskleidung Mosen von 390 bis 1900 M Hemden Unterhosen, Socken Berufskleidung Gute Ware! Billigste Preise! Gerh. 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