Nr. 467 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 227 Bezugspreis: Für den Monat Oftober 250, voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Defterreich und Luxemburg 346,- M., für das übrige Ausland 515,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, Eng. land, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 4 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle foftet 50,- M. Reklamezeile 230,- m. KleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 12, M.( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 7.-M., jedes weitere Wort 5, M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Beile 15,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Dienstag, den 3. Oftober 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Abteilung: Dönhoff 2506-2507 Verlag, Hauprexpedition n. InseratenDer Rathenau- Mord vor Gericht. Neue Kohlenpreiserhöhungen! B. S. Leipzig, den 3. Ottober 1922.| gegenüber ausdrücklich, daß die sechs Mitglieder, die vom Reichs Im Reichsgericht zu Leipzig hat heute vormittag um 9 Uhr der präsidenten ernannt werden, nicht die Fähigkeit zum Richteramt zu Prozeß gegen die an dem Mord auf Reichsminister Walter haben brauchen. Der Staatsgerichtshof, speziell§ 13 Abs. 4 bes Rathenau Beteligten vor dem Staatsgerichtshof be titel 105 der Reichsverfassung. Durchschlagend für die BezeichGesetzes zum Schuße der Republit steht im Widerspruch mit Argonnen. Das Reichsgericht hatte, um jeden Zwischenfall zu ver- nung des hüten, eine starte polizeiliche Bedeckung erhalten. Bei dem unStaatsgerichtshofes als Ausnahmegericht geheuren Intereffe, das der Prozeß nicht nur in Leipzig, sondern ist aber der Umstand, daß hier ein außerhalb der gewöhnlichen in ganz Deutschland erregt, war auch ein Massenandrang Gerichtsorganisationen stehendes Gericht geschaffen ist, dessen Mitvon Presse und Zuhörern erfolgt. Man hatte den großen glieder von der Exekutive mit Rücksicht auf ihre politische Einstellung Gigungsfaal gewählt, in dem die Kriegsbeschuldigtenprozesse und berufen find, von denen also nicht bloß von einem Richter die selbst. auch der Jagow- Prozeß sich abgespielt haben. Aber der schöne barüber hinaus bie politische Ueberzeugung von der Richtigkeit des Aber der schöne verständliche Unterordnung unter das Gesetz erwartet wird, sondern eichengetäfelte Raum reichte bei weitem nicht aus, um die Erschie. Gesetzes. Jedenfalls aber steht das Gefeß zum Schuße der Republit nenen zu faffen. Man hatte, um nur einigermaßen Unterkunft zu infofern mit Artitel 105 der Reichsverfassung in Widerspruch, als schaffen, vor dem Gerichtstisch besondere Tische für die Vertreter der durch Artikel 13, Absatz 4, Bersonen ihren gefeßlichen Richtern ent Bresse aufgestellt und man hatte bei der großen Zahl der An- zogen werden. Das darf auch ein Gefeh nicht. Die Verfassung ist geklagten und Berteidiger dazu schreiten müssen, die Verteidigung das bleibende Rückgrat des modernen Staates. An ihr darf nur abzuteilen. Rechts und links vor dem Richtertisch waren für die aus besonders wichtigen Gründen geändert werden. Anwälte Tische und Stühle aufgestellt worden. An der rechten Seite Der Berteidiger wandte sich dann der prozessualen Seite des der Saalwand, zunächst dem Richtertisch, war eine große Stizze Berfahrens zu und erklärte: Das ganze bisherige Berfahren in angebracht worden, welche die Königsallee und die Mordstelle im dieser Sache ist gefeß und verfassungswidrig. Sämtliche Angeschulangebracht worden, welche die Königsallee und die Mordstelle im digten sind von der Polizei festgenommen und nach längerer Zeit, Grunewald zeigte. Um 9 Uhr war der Zuhörerraum bereits eine Woche und darüber, dem Richter vorgeführt worden. Wegen derart überfüllt, daß das Publikum auch zwischen den Stühlen und dieses Verfahrens der Polizei ist von verschiedenen Verteidigern in den Gängen Aufstellung nehmen mußte. Kurz nach 9 Uhr wurden die Angeklagten die Brüder Techow, dann der Privatdetektiv Niedrig, in den Saal geführt. Sie erschienen in der Reihenfolge: zunächst arnede, Steinbed, Tilleffen, Plaas, v. Salo mon; dahinter nahmen Blaz: femann, Günther, Dieftel, Schütt und Boß. Die Angeklagten, die faft durch weg bis auf Niedrig und Tillefsen noch ganz junge Leute find, machten einen außerordentlich zuversichtlichen, einige fogar einen beiteren Eindruck. Lediglich Ernst Werner Techow, der wegen Mordes angeklagt ist, war blaß und schaute ernst drein. Auch Lillefsen, der wegen Unterlassung der Anzeige eines drohenden Verbrechens unter Anklage steht, machte einen besorgten Einbrud. Um 49 Uhr erschien Oberreichsanwalt Dr. Ebermayer im Saal, gefolgt von zwei Bertretern des Reichsjustizminifters, welche der ganzen Verhandlung beiwohnen werden. Kurz nach 9 Uhr betrat dann der Staatsgerichtshof Hierauf wurde in die Verhandlung eingetreten. Senatspräftdent Dr. Hagens: Es ist hier eine Anzahl von Anträgen einge laufen, welche die Zuständigkeit des Staatsgerichtshofes Bon Steiger G. Werner. Die Bergwertsunternehmer des Ruhrreviers haben den Schiedsspruch, der den Bergarbeitern 150 m. pro Schicht vom 1. Oktober d. 3. an zuspricht, abgelehnt. In der antwortung für die neue Lohnsteigerung nicht tragen zu Bergwerkszeitung" vom 1. Oktober erklären sie, die Mitverfönnen. Gleichzeitig teilen fie in diesem Artikel mit, daß die fich wahrscheinlich der Kohlenpreis für Fett Unternehmer ihren Abnehmern bereits mitgeteilt haben, daß förderkohle vom 1. Oktober ab um 999 m. erhöht. Die Unternehmer wollen dadurch den Reichskohlenrat vor eine der Reichstohlenrat gezwungen ist, dieser Erhöhung zuzubereits pollzogene Preiserhöhung stellen, damit stimmen. Die Bergwertszeitung" schreibt weiter: die übrige Wirtschaft können nicht ausbleiben. Die Eisenpreise Die Wirkungen einer weiteren Rohlenpreiserhöhung auf werden automatisch weiter in die Höhe gehen, und die Exportfähigkeit vieler Industrien ist mehr denn je in Frage ges stellt. Vor allen Dingen wird infolge erheblich gesteigerten Kapitalbedarfs der Geldmarkt eine weitere Versteifung erfahren. Der Bergbau hat rechtzeitig gewarnt; man wird ihn für die Folgen, die sich aus den übereilten Ronzessionen an die Bergarbeiter ergeben, schlechterdings nicht verantwortlich machen können. Das Wort hat jetzt der Reichsarbeitsminister." gegen den Leiter der politischen Polizei Die Stellungnahme der Unternehmer darf nicht unwiderOberregierungsrat Dr. Weiß, eine Strafanzeige wegen widersprochen bleiben. Mit einer ähnlichen Begründung fann man, rechtlicher Freiheitsberaubung erstattet worden. Ein Berfahren, und 127 der Strafprozeßordnung aufbaut, auf dem also die ganzen Arbeitnehmer des Bergbaues in verantwortlichen welches sich auf diesen Mißbrauch unter Berlegung ber§§ 128, 132 mie auf der Hand liegt, jede willkürliche Preiserhöhung bei jeder are begründen. Auch die freige wertschaftlichen politischen. Bernehmungen beruhen, ist nicht nur gefeßwidrig, fondern auch verfassungswidrig. Ich verweise hier auch noch auf den Stellen sind sich ihrer Verantwortung voll bewußt. Es ist auch jetzt noch gültigen Erlaß des preußischen Justiz ministers Demagogie der übelsten Art, wenn die Unternehmerpresse Dr. Rosenfeld vom Dezember 1918, in welchem er ausdrücklich die Frage der Kohlenpreise in dieser Form behandelt. Wollen auf die Ungefeßlichkeit des Verfahrens hinweist und von der Staats die Unternehmer diese Auseinandersehung haben, so will ich anwaltschaft Berichterstattung über jeden Fall verlangt, in welchem im nachstehenden meinen Standpunkt niederlegen, der sich ein Beschuldigter länger als 24 Stunden von der Polizei festgehalten mit dem der freigewerkschaftlichen Arbeitnehmer deckt, und wird, ohne seinem Richter vorgeführt zu werden. Der Berteidiger der sich nur dann ändern wird, wenn uns einwandfreie verlas hierauf Gutachten von Prof. Bornhagen- Hagenthal sowie Prof. Bahlenunterlagen dafür gegeben werden, daß die amtlichen Kern- Freiburg und Prof. Dr. Freytag- Lorringhoven- Breslau, um Teuerungsziffern auf einer falschen Berechnung beruhen. feine Darlegungen zu stüßen. Der Vertreter der Anflage Oberreichsanwalt Ebermayer widerspricht diesen Darlegungen in furzen Ausführungen: Bei dem Anfehen der Berteidiger, so erklärte er, fann und will ich nicht annehmen, daß es sich bei diesem Antrag um eine politische Demonstration Meinen Berechnungen liegt der Preis der Fettfördertohle zugrunde, nach dem sich die Kohlenpreise aller Bergreviere richten. Bisher hat man bei Lohnerhöhungen für eine Mart Lohnerhöhung den Preis der Fettunter Führung des Senatsfräsidenten Dr. Hagens den Saal. Der förderkohle um 3,16 m. erhöht. Am 1. September Borsigende eröffnete die Berhandlung ohne Bräliminarien mit der handelt. Immerhin bedauere ich, daß wir gezwungen find, diese ist man von dieser Berechnung abgegangen, weil infolge der Bemerkung, daß die Sache gegen Lechom und Genossen beginne. Frage, die wohl von einer gewissen Bedeutung ist, hier aufzurollen. gewaltigen Steigerung der Materialienpreise die Unternehmer Dann erfolgte die Bereidigung der beiden Erfahrichter, Reichs- Die Frage, inwieweit ein Gericht verpflichtet und berechtigt ist, höhere Kohlenpreise zur Abdeckung der gesteigerten Materialgerichtsrat Dr. Baumgarten und Reichsgerichtsrat Dr. Döhn, die auch die materielle Gültigkeit eines Gefeßzes nachzuprüfen, ist um- preise verlangten. Ich habe mich sofort dagegen gewandt. nach der religiösen Formel vereidigt wurden. Schließlich wurden stritten. Soweit es sich darum handelt, ob ein Landesgesch mit So hat man bei einer Lohnzulage von 294 m. am 1. Sepdie Laienrichter Hermann Müller( Botsdam), Hildenbrand, einem Reichsgesetz in Widerspruch steht, ist im allgemeinen dahin tember den Kohlenpreis nicht um 294 X 3,16= 929 m., Brandes und Jädel vereidigt. entschieden worden, daß das Reichsgericht berechtigt ist, die Ver faffungsmäßigkeit dieser Gesetze nachzuprüfen, wobei es allerdings sondern um fast genau das Doppelte erhöht. Der an die landesverfassungsmäßigen Bestimmungen gebunden ist. In Rohlenpreis stieg einschließlich aller Abgaben wie Kohlenwieweit Reichsgesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit nachzuprüfen steuern, Abgabe für Bergmannswohnungsbauten usw. von find, stehe ich auf dem Standpunkt, daß das Gericht berechtigt und 1513 auf 4105 M. Jetzt fordert man für 150 M. Lohnzulage bezweifeln. Ich bitte die Verteidigung, sich hierzu näher zu äußern. verpflichtet ist, diese Frage nachzuprüfen. Dieses Prüfungsrecht ist nicht etwa 150 X 3,16= 474 m., fondern 670 M. Außerbezweifeln. Ich bitte die Verteidigung, sich hierzu näher zu äußern. durch Reichsgerichtsentscheidung anerkannt worden. Demnach kann dem aber für Steuern usw. 229 M., zusammen 999 M. Das Justizrat Dr. Hahn- Berlin: Im Namen meiner Mitverteidiger der Staatsgerichtshof also das Gesetz zum Schuße der Republit ist, gelinde gesagt, eine Verspottung aller maß beantrage ich ergebenft: Der Staatsgerichtshof wolle nachprüfen. Wenn aber die Verteidigung behauptet, daß dieses Gegebenden Stellen im Reich sowie des gesam fich als verfassungswidrig erklären und die Sache zur Berhandlung an das zuständige Schwurgericht verweisen. Be fetz unter dem Druck der Straße zuffandegekommen ist, fo muß ich ebenden Stellen im Reich sowie des gesam gründen möchte ich ausführen: Das Gesetz zum Schuß der Re- demgegenüber betonen, daß es gleichgültig ist, ob das richtig ist oder publif ist unter dem Drud der Straße und der Gewert nicht, nicht auf die Motive, aus denen ein Gesez geschaffen, sondern auf das fchaften entstanden. Das beweisen die Ausführungen im Nachrichtenblatt der Berliner Arbeiterschaft" 2. Juli 1922, der Aufruf des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, der SPD., der KPD., und das beweist auch die Rede des Abgeordneten Bissell in der Sigung des Reichstags vom 11. Juli 1922, in der Herr Wissell sagte:„ Ich möchte die Regierung fragen: wo ist denn auch nur den Forderungen der sozialistischen Parteien und Gewerkschaften entsprechend dem ersten Teil dessen durch Berordnung der Regierung erfüllt, wie es gefordert wurde?" Diese Ansicht, daß das Gefeß unter politischem Druck und in der Erregung des Augenblicks hergestellt worden ist, wird auch von dem Geheimen Justizrat Professor Dr. v. Hippel- Göttingen geteilt, der fagt:„ Es ist insbesondere einfach unerträglich, wenn Dom ordnungsmäßige Zustandekommen des Gefehes tommt es hier an. Wenn weiter betont worden ist, daß das Gesetz gegen die Reichsverfassung verstoße, so stehe ich auf den Standpunkt, daß der Staatsgerichtshof tein Ausnahme, sondern ein Gonder. gericht darstellt. Ausnahmegerichte sind solche, die gegen reichsgefeßliche Bestimmungen von der Berwaltung oder von den Ländern eingesetzt worden sind, oder solche, die von der Verwirklichung eines tragbaren Tatbestandes zu dessen Aburteilung nicht berufen waren, sondern benen erst nachträglich die Aburteilung übertragen worden ist. Der Staatsgerichtshof ist feinesfalls nur für besondere Fälle und für eine bestimmte Zeit bestellt, sondern ihm ist eine ganze Materie, eine Gruppe von Straftaten zur Aburteilung unterstellt. Massendemonstrationen die Bolksfeele zum Kochen bringen Das beweist, daß er fein Ausnahmegericht ist. Das Reich fann im und auf diese Weise unverantwortliche Drahtzieher den verantwort. Wege der Gesetzgebung Ausnahmegefeße in Abänderung der Reichs. und auf diese Weise unverantwortliche Drahtzieher den verantwort- verfassung erlassen. Die Frage, ob das Gesetz zum Schuße der ReGefeß lichen Stellen die Art der Gesetzgebung vorzuschreiben suchen. Je publit ordnungsmäßig zustande gekommen ist, ist zu bejahen, da es schwieriger die Lage eines Gesetzgebers ist, um so mehr muß er in mit der erforderlichen Zweidrittelmajorität im Reistag angenommen tühler politischer Besonnenheit über den Ereignissen stehen. Ein worden ist. Infolgedessen ist der Staatsgerichtshof auf Grund feines Gesetzgeber, der das nicht fann, hat seinen Beruf verfehlt." verfassungsändernden Gesetzes bestellt, und ich bitte daher, den Antrag der Verteidigung zurückzuweisen. Nach Artikel 103 der Reichsverfassung sind die Richter un abhängig und nur dem Gesetz unterworfen. Die von dem Reichspräsidenten zu ernennenden sechs Mitglieder sind als Exponenten bestimmter politischer Parteirichtungen anzusehen und des halb von diesen abhängig. Sie sind, wie die Liste der Mitglieder des Staatsgerichtshofes ergibt, nach diesem politischen Abhängigfeitsverhältnis ausgewählt. Es befindet sich insbesondere Nach einer furzen Erwiderung des Justizrats Dr. Hahn, der die Bersicherung abgab, daß die Verteidigung mit ihrem Antrag feineswegs eine politische Demonstration beabsichtigt habe, zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurück. Gegen 10% Uhr zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurüd. Schon gegen 10% Uhr verkündete der Vorsitzende, daß der Gerichtstein Anhänger der Deutschnafionalen Boltspartei unter den hof seine Zuständigkeit bejaht habe und daß der Antrag, Richtern. Dies erklärt sich auch aus der Tendenz des Gesetzes:„ Der Feind das Verfahren dem Schwurgericht zu überweisen, abgelehnt wird. Justizrat Hahn erhebt sich sofort und erklärt, er müßte von Nach Artikel 128 der Reichsverfassung sind alle Staatsbürger nach Maßgabe der Gefeße und entsprechend ihrer Be- dem Rechtsmittel der Ablehnung des jeßigen Gerichts fähigung und ihrer Leistungen zu den öffentlichen Aemtern zuzu- und einzelner Richter Gebrauch machen. laffen.§ 12 des Gesetzes zum Schuße der Republit bestimmt dem( Fortfehung in der Morgenausgabe.) steht rechts". ten Voltes. Vor dem Kriege betrug der Rohlenpreis pro Tonne Fettförderkohle ca. 11 M. Es war nun ziemlich genau bekannt, wie sich dieser Betrag auf die einzelnen Anteile der Selbstfosten verteilte. Verschiedene dieser Bosten fann man auch heute noch genau ermitteln, wie z. B. die Lohnfosten pro Tonne, sowie Knappschaftsgefälle. Andere Werte kann man auf Grund von Teuerungswerten berechnen. Auf jeden Fall haben bisher die Arbeitnehmer auf diese Weise versucht, sich ein Bild davon zu machen, wie sich im Durchschnitt die Selbstoften bzw. der Kohlenpreis auf die einzelnen Posten verteilten. Die Unternehmer haben zwar offiziell diese Art der Berechnung nie anerkannt oder gebraucht, aber rein praktisch war das Ergebnis ihrer Berechnungen meistens annähernd das gleiche, weshalb auch die Arbeitnehmer den Preisforderungen der Unternehmer meistens zustimmen konnten. Jezt aber scheinen die Unternehmer rücksichtslos andere Wege gehen zu wollen, denn anders läßt sich die Schreibmeise ihrer Preffe nicht verstehen. Mit viel mehr Berechti gung, wie die Unternehmer 999 m. Preiserhöhung fordern, glaube ich begründen zu können, daß die Unternehmer ohne die geringste Rohlenpreiserhöhung die 150 Mart Lohnerhöhung für Oktober tragen fönnen. Nachstehend wird gezeigt, wie sich nach meiner Ansicht der Rohlenpreis für Juli und September und nach der Lohnerhöhung von 150 M. für Oftober der Kohlenpreis für Oktober zusammensetzt. Es sei noch bemerkt, daß die von mir gebrachten Zahlen alle errechnet sind, und daß sie daher mit den Angaben, die sonst gemacht werden, nicht ganz genau übereinstimmen. Sie sind aber durch eine Reihe von Angaben aus den noch in der Praxis stehenden Kreisen als der Wirklichkeit entsprechend bezeichnet worden. Es dürfte daher den Unternehmern sehr schwer fallen, die nachstehenden Zahlen auch rein rechnungsmäßig, also ohne Schlagworte, zu widerlegen. Juli Sept. Ott. Die Lohnkosten betrugen bei 0,55t Leistung p.Sc. Für Angestellte, 8% Steigerung gegenüber der Borkriegszeit Holzkosten Steuern. Diverses • O • Knappschaftsgefälle. Unfallversicherung Materialien Abschreibungen, die ja heute als Erneuerungsfonds anzusehen sind Hierzu kommen: Kohlensteuer 2% Umfagsteuer 2% Handelstoften Wohnungsbauabgabe Bor dem Jult Sept. Oft. Kriege M. 9. W. je t. Lohn pro Schicht 6,60 300 600 750 M. M. 202. prot beförderte Kohle 35 20 109 Teuerungs- Jnderziffer 0,70 100 500 700 0,42 100 292 350 0,12 100 292 350 pro Monat 44 87 70 350 42 123 12 " 0,41 0,05 120 120 120 10 10 6 6 geschäzt Teuer. Inbegz. 0,40 100 292 350 40 117 1,20 100 292 350 9,90 120 350 420 9,90 Der Kohlenpreis beträgt 11, bleiben f. d.Unternehmer 1,10 muß doch recht fläglich anmuten, wenn auch das durch den„ nur" einen Ausfall von rund 90 000 m. wegen nicht bezahlter I Charakter des ewig Schwankenden bedingt ist, bei diesen Ge- Biersteuer zu verzeichnen. An Tabatsteuer fonnten rund ständnissen den steten Kehrreim zu hören: Nicht ich bin 2 Millionen Mark Steuerbeträge nicht eingezogen werden fchuldig". Wenn auch hier die Zahl verhältnismäßig niedrig ist, so ist das = Erhöhung des Umlagepreises. Verteuerung des Markenbrotes. ,, Nach meiner Heimkehr"( aus England), heißt es an im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß die Besagungseiner Stelle ,,, fonnte ich dem Kanzler über meine guten Ein- truppen die unversteuerten hochwertigen französischen und eng546 1091 1364 drücke berichten, insbesondere, daß die Stimmung in Englischen Balutazigaretten rauchen. land für Annäherung und Verständigung anscheinend günstig Wie die deutsche Regierung bei derartigen Verhältnissen sei." Die Folge diefer Stimmung war ein Bündnisan auch noch namhafte Wiedergutmachungen leisten soll, bleibt ein trag gegen Rußland, mit dem England im Jahre 1901 Geheimnis der Ententemächte. 490 an Deutschland herantrat. Der Memoirenschreiber erzählt 137 mun weitläufig, welche Bedenken er dagegen gehabt habe, 42 o plöblich mitten im Frieden eine Allianz" ein10 zugehen. Und mit einem Seufzer der Erleichterung schließt 6 er:„ Es tam nicht dazu, da das Parlament nicht dafür zu haben war." Was England, Frankreich und Rußland be140 fanntlich nicht gehindert hat, nunmehr ihrerseits die ausgeheute die Beratung über die Erhöhung der Preise für das er ste Berlin, 3. Oftober.( WIB.) Das Reichsministerium setzte schlagene Allianz einzugehen. Driffel des Umlagegetreides fort. Der vom Reichsminifter Noch flarer tritt die Unentschiedenheit und Unfähigkeit für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegte Gefeßentwurf, in dem dieser ,, Majestät" a. D., Berantwortungen auf sich zu nehmen, etwa eine Berdreifachung des Preises für das erste Umlage890 2169 2718 in einem anderen Teil seiner Berichte zutage. In das Jahr drittel vorgesehen ist, wurde angenommen. Der Gefehentwurf 410 1114 1114 1905", erzählt Wilhelm, fällt die von mir contre coeur wird heute dem Reichsrat und dem Reichswirtschaftsrat zugehen. 82( auf deutsch: nur ungern, d. Red.) unternommene TanDer Reichstag wird sofort nach seinem vorausfidytlich am 17. Of123 gerreise." Er habe ursprünglich nur eine Erfober erfolgenden Zusammentrefen mit der Angelegenheit befaßt 86 holungsreise ins Mittelmeer beabsichtigt und werden. 1387 3524 4073 habe den Wunsch des Kanzlers Bülow, diese Gelegenheit zu 1513 4105 4105 einem Besuch des Sultans von Marotta zu benußen, aus Rück Gleichzeitig mit der Genehmigung der Gesetzesvorlage ffimmte sicht auf französische Empfindlichkeiten abgelehnt. Diese ableh- das kabinett einem Anfrage des Reichsernährungsministers auf Ernende Haltung habe er auch wiederholten Borstellungen des höhung der Abgabepreise der Reichsgetreidestelle zu. Das Kanglers gegenüber gewahrt. Auch während der Fahrt habe von dieser abgegebene Getreide seht sich etwa zu gleichen Teilen aus er seine Haltung nicht geändert und von Lissabon aus den Inlands- und Auslandsgetreide zufammen; das Auslandsgetreide Kanzler davon telegraphisch in Kenntnis gesetzt. Damit war hat nach dem sprunghaften Steigen der fremden Baluten in den die Angelegenheit wohl erledigt, sollte man annehmen. Aber letzten Monaten eine außerordentlige Preissteigerung Bülow antwortete mit der nachdrücklichen Forderung, daß erfahren( ausländischer Weizen koffete zur Zeit der Verhandlungen ich der Meinung des deutschen Volkes und des Reichs über das Reichsgetreidegesetz und die jetzt gelfenden Abgabepreise tages, die sich nun einmal für einen solchen Schritt erwärmt 18-20 000 Mart die Tonne, heute fast 84 000 Mart, nachdem der 18-20 000 Mart die Tonne, heute fast 84 000 Mart, nachdem der hätten, Rechnung tragen müffe; es sei notwendig, daß ich Preis bereits auf 93 000 Mart und höher geffiegen war). Jufolgenach Langer führe", und schweren Herzens gab ich deffen war eine erhebliche Steigerung der Abgabepreise der Reichsna ch.. getreidestelle unter allen Umständen unvermeidlich. Ent30 82 123 86 45 12 126 581 32 Die Unternehmer haben im Juli 126 M. Ileberschuß gehabt, weil am 15. Juni eine Lohnerhöhung von 25 M. er folgt ist, die erst im Monat Juli durch höhere Kohlenpreise aufgebracht werden mußte. Das waren einschließlich der Materialienzuschläge etwa 40 m., so daß den Unternehmern für Juli ca. 87 m. blieben. Das ist in der heutigen Zeit der großen Preisschwankungen ein Betrag, der in den Grenzen bleibt, die man immer noch verantworten fann. Nach der vorstehenden Berechnung bleiben den Unternehmern, falls für Oktober teine Kohlenpreis erhöhung erfolgt, für Ottober 32 m., d. i. ohne Zweifel etwas wenig. Man darf jedoch nicht vergessen, daß als Teuerungssten, dem schließlich immer die Verantwortung aufgebürdet Ronstitutionelles Denten und Handeln ist für den Für faktor für die Abschreibungen eine Inderziffer von 350 wird, oft eine harte Aufgabe", schließt Wilhelm diese Episode. angesetzt worden ist, die es jedem Betriebe ohne Zweifel er- Allerdings, wer mit diefer konstitution" nicht fertig möglicht, ohne Schwierigkeiten im Gang zu bleiben. Und nun werden konnte, den hat ein unbarmherziges Schicksal vor eine kommen die Unternehmer und verlangen einen weiteren zu harte Aufgabe gestellt. Du lieber Gott! Du lieber Gott!" Preiszuschlag pon 999 M., von dem ihnen nach Abzug der Kohlensteuer 670 m. verbleiben. Macht man sich diesen Betrag einmal rein rechnerisch flar, so bedeutet das, daß die Holzkosten, Materialienkosten und Abschreibungen, die zusammen im Frieden 2,30 m. betrugen, noch einmal um bas 300fache steigen fönnen. Ein Kommentar zu dieser Forderung ist überflüffig. Es erscheint aber bitter notwendig, daß den Unternehmern jetzt ganz deutlich gesagt und gezeigt wird, wer die Berantwortung für die Anarchie in unserem Wirtschaftsleben trägt. Der ewig Schwankende. Schlemmerleben der Besatzungstruppen. treten und voraussichtlich über eine Verdoppelung nicht wesentfprechend muß auch der Preis für Markenbrot erhöht werden. Die Erhöhung wird jedoch nicht vor Ablauf dieses Monats eintreten und voraussichtlich über eine Verdoppelung nicht wesentlich hinausgehen. Da die Erhöhung des Brotpreises eine schwere Belaffung der minderbemittelten Bevölkerung mit fich bringt, beabsichtigt die Regierung, noch im Laufe dieser Woche mit den Vertretern der Arbeitsgemeinschaften in Besprechungen einzutreten, um gleichzeitig mit der Erhöhung des Brotpreises auch eine entsprechende Erhöhung der Löhne und Gehälter zu erwirken. Der italienische Sozialisten- Kongreß. Allein 120 Millionen Mark für Wein. Während im befeßten und im unbesetzten Deutschland die breiten Massen des deutschen Wolfes bittere Not leiden, lassen es sich die Militärs im besetzten Gebiet auf unsere Kosten recht gut gehen. Eben jezt wird eine Uebersicht bekannt, aus der Einheitsfront gegen die Kommunisten? hervorgeht, daß die Besagungstruppen im RechnungsRom, 3. Oftober.( WTB.) Auf dem Sozialistenton. jahr 1921 allein Wein im Werte von 118 777 648 greß ichlugen der Führer der Magimalisten a 3zari und der Mart perfonsumiert haben. Dazu kommen außer Magimalist Buffoni die Ausschließung der rechtsbem noch 124 733 Flaschen Sett, der wohl im allgemeinen stehenden Sozialisten vor. Die Erinnerungen, die Wilhelm so geschäftig in aller nur den Herren Offizieren vorbehalten geblieben ist. Wenn vertreter der unitaristischen Mitte, erklärte, die Unduldfamkeit der Der Abgeordnete Ciccoti, Herren Länder verbreiten läßt, zeichnen sich nicht gerade durch man die Besatzungsarmee auf 90 000 Mann einschließlich der marimalisten 3 winge auch die Anhänger der mitte, Eigenschaften aus, die bei Niederschriften starter Persönlich Offiziere und die Zahl der Offiziere felbft auf etwa 9000 be- bie stets am Wert der Einigkeit arbeiteten, geteiten fesseln. Das eine Verdienst haben sie jedoch, daß siffert, kann man leicht ausrechnen, wieviel der einzelne auf meinsam mit dem rechten Flügel die Partei zu fie das Bild des ehemaligen Beherrschers der Geschicke Deutsch- unsere Kosten durch die Gurgel hat fließen lassen. lands noch einmal mit aller Schärfe vor Augen führen. Manverlassen. Der unitaristische Abgeordnete Baratano wies gel an Entschlußfähigkeit, Klarheit und das ebenso schwächDiese Uebersicht ist aber noch nicht erschöpft. Es tommen auf die Schäden hin, die aus einer Spaltung der Partei entständen, fiche wie ängstliche Bemühen, jede Verantwortung auf fremde nämlich noch die Wein- und Settmengen dazu, die aus dem und erklärte, die Aufgabe der sozialistischen Partei müsse es sein, Schultern abzuwälzen, sind die hervorragendsten Charakter- Auslande, und zwar besonders aus Frankreich, für die dem Proletariat dabei zu helfen, günftigere Lebensbedingungen zu eigenschaften, wie sie in den Erinnerungen zutage treten. Mit Besatzungsarmee bezogen worden sind und die zoll und erzielen. Der Führer des rechten Flügels, Treves, fagte, was die naivem Stolz werden die Erfolge aufgezählt, die bei den Besteuerfrei eingeführt werden mußten. Nach der vorstehen- Anhänger einer Mitarbeit mit den anderen Parteien wollten, jei mühungen, persönlich gute Beziehungen zu Rußland, England den Aufstellung hat die Reichstaffe einen Berlust von teine ewige Mitarbeit, die imftande wäre, dem Proletariat feia und Frankreich aufzunehmen, gemacht wurden, doch den Er- rund 20 Millionen Mart allein für Weinsteuer er- klaffenbewußtsein zu rauben; es handle fich nur um eine mit. folgen auf dem Fuße folgt der Mißerfolg, weil der ehe- litten, weil die Besatzungstruppen Berbrauchssteuerbeträge arbeit als mittel zur Vorbereitung des klassenmals faiserliche Herr stets in dem Augenblick recht unfaiser- nicht entrichten. tampfes. Er zeigte dann, daß die Theorie der fommunistischen lich zurückzuckt, wenn es gilt, aus den persönlichen Er- In bemerkenswertem Gegensatz zu dem immensen Wein- Partei, zu der sich die Magimalisten bekennen, den sozialistischen folgen die politischen Schlußfolgerungen zu ziehen. Es tonfum steht der Biertonsum. Hier hat der Reichsfiskus Traditionen vollständig zuwideríaufe. Laßt Ihn schreiben! Bon Bidder am Steen. nie begreifen. Er wird nie verstehen, daß man entweder ein| Spaß, den der Freier sich mit dem Priester bei der Trauung erlaubt, Napoleon oder ein Fridericus fein muß, welche Gnade leider nicht wird im Bericht, den man davon erhält, als ein bloß tomischer Einin das System der Erbfolge einzufaltulieren ist oder man ist ein fall geschildert. Die parodistische Herausarbeitung des Bossenhaften bescheidener Repräsentant, wie der Engländer, der Schwede, der in der Aufführung schien schon darum berechtigt, weil sie mit ihrer Wilhelm Hohenzollern schreibt neben Alfred Holzbod im„ Lotal- Däne, der Italiener. Jedes andere Format fostet in der ganzen Buntheit von der Empfindung des Gegenfazes unserer eigenen AnAnzeiger". Sein 3med ist weniger, fich an andere als vielmehr andere elt den Kopf, in Deutschland, wenn es sein muß, die Aufenthalts schauung mit der dem Stück zugrunde liegenden ablenkt. an sich zu erinnern. Er fürchtet, vergessen zu werden. Wie unbe- berechtigung. Hat man sich aber endlich nach Holland regiert, und gründet! Solange wir Reparationen zu zahlen haben, solange wir hat man dann noch einen Funken von Würde, so lernt man das um die Opfer des frischfröhlichen„ Dreschens" zu tlagen haben, so- Schweigen wenigstens nachträglich aber, wie gesagt, Wilhelm ist lange wir im großen und ganzen nicht fertig werden, uns an den für die Monarchisten ein hoffnungsloser Fall. Er kann die Klappe, " herrlichen Zeiten" zu laben, denen Er uns prompt entgegengeführt durch die man das öffentliche Leben Europas beobachtet und be. hat folange werden wir Wilhelm Hohenzollern nicht vergessen. einflußt, nicht verlassen. Er hat einen felbfttätigen Sprechanismus, Aus diesem Grunde hätte er sich nicht zu bemühen brauchen. Doch Er kann die Tinte nicht halten. es gibt noch andere Gründe. Wilhelm verdient sich ein schönes Stüd Das darf uns nicht verdrießen, wir wollen uns dieses Thron Geld damit. Auch das wollen wir nicht tadeln. Es ist häßlich, fein geugen eigener wie der Unzulänglichkeit eines Systems noch recht Geld zu haben. Stinnes verschrotet das Eisen der deutschen Kata- lange erfreuen. Laßt Ihn reden, schreiben und heiraten! strophe, Herr Hohenzollern die eisernen Gedanken in gemalzter Form. Schließlich schreibt ja auch Lloyd George Erinnerungen"; Klöpfer war ein handfest- dreister Petruchio, ein verwegener Gefelle, mit dem in feinem Fall gut Kirschen essen ist. Er jagt mit Kätchen wild herum und perfifliert die eigenen Gewaltmethoden, indem er die Ungezogene wie ein Schulkind übers Knie legte. Elisabeth Bergner, ein fchwarzhaariges Rätdyen, mit ausgeprägtem Eigenfinn in den blaffen Zügen. Das gefährlich- heftige Temperament stand zu dem steifen Reifrod in drolligem Widerspruch. Beide vortrefflich aufeinander abgestimmt. Bewegt und munter das ganze figurenreiche Ensemble. Die galanten liebeflötenden Edelleute wie die ihre Schrullen treibenden Bedienten. Herr Diegelmann, der in einen Lord verwandelte Trunkendierte ungewöhnlich start. dt. Großes Schauspielhaus:" Der Widerspenstigen Zähmung". bold, erfreute durch behaglichen Humor. Das Publikum folgte den und wenn der letztere es ablehnt, damit zu verdienen, jo liegt es van Schmidt als Regiffeur hat die Aufführung unter Zu- Ausgelassenheiten des Spiels anscheinend sehr zufrieden und applauwohl daran, daß der Engländer einem Bolte der Händler, der grundelegung der Reinhardtschen Inszenierung für den von vornherDoorner aber einem Heldenvolte angehörte. Frei nach Brentano.. ein eine starte Unterstreichung äußerer Effekte erfordernden Riesen- Ueberfüllte Betriebsräume. Abermals beginnen wir einen Bleibt der Versuch, sich zu rechtfertigen. Er schreibt pro domo raum des Großen Schauspielhauses zurechtgemacht. Mit Winter inmitten aller Nöte und Bedrängnisse der Nachkriegszeit. Doorn. Er hat es nicht gewollt. Er wollte dreschen und fedem, strupellosem Zugriff und Blick für das Theaterwirksame! Die Unvermindert ist insbesondere auch der Mangel an Wohn- und ge wurde gedroschert. Das ist peinlich, weniger für die Musch- mächtig feierliche Breite der Bühne war durch einen weiter nach werblichen Räumen. Das enge Nebeneinander der Menschen leistet foten, die doch schließlich dazu geboren find, als für Ihn, der vorn gerückten, architektonisch sehr geschicht gegliederten Hintergrund, aber der lebertragung von Krankheiten weitgehenden Vorschub. dadurch seinen von Gott bestimmten Bosten verlor. Der arme die Fassade eines großen Landsizes darstellend, nach Möglichkeit Größte Sauberkeit und häufiges Lüften sind die ersten VorausKaiser! Ein Hundsfott, wer dagegen ist, Ihn angemessen zu ent verringert; die Arena, mit Ausnahme einer fleinen, für Christoph fegungen für eine Milderung der großen Gefahren, die hier der schädigen! Behn Rilo Herzenstragit, bezahlbar in zehn Raten nach Schlau, den Refselfläder als Zuschauer reservierten Abteil, in ein Bolksgefundheit erwachsen. Darüber hinaus ist insbesondere im dem Stande des Goldzollaufgeldes. Barkett verwandelt. Die Poffenhaftigkeit des Borgangs durch aller Falle einer neuen Grippeepidemie Sorge zu tragen, daß bereits inNun gibt es Leute, sehr dumme Leute, die sich darüber ent hand uit noch gesteigert. Im Hochzeitsatt, wo Petruchio als fizierte oder noch nicht völlig wiederhergestellte Angestellte dem rüften, daß Deserteuren das am Orte sehr knappe Geld in das Aus- Dompteur des ungebärdigen Kätchens sein Erziehungswert damit Betriebe fernbleiben. Auch wiederholte Desinfektion der Räume ist land nachgeschickt wird. Diesen Leuten muß entgegengehalten wer beginnt, daß er in abgeriffenem Bams fommt, ließ die Regie den ratsam. Jeder tue das Seine, um trotz aller Vernachlässigung, zu den, daß es sich doch nur um eine Ausnahme handelt, die vollauf lahmen Gaul, auf welchem er mit Rätchen abzieht, in Zirkusmaskerade der die Raumnot zwingt, die Gesetze der Hygiene wenigstens einiger. gerechtfertigt ist. Die gleichen Leute beschweren sich allenthalben, am Schluß leibhaft erscheinen. Ein Trid, der, allem literaturhistori maßen noch zur Geltung zu bringen! daß die Republit nichts für sich selber tue, wenn sie aber einen guten schem Respekt zuwiderlaufend, trotzdem nicht aus dem Stile fiet. Anfang macht und diejenigen, welche für den Fortbestand der Re- Shakespeare fem es in diesen Szenen einzig darauf an, fein Französische Propaganda im Film. Zweifellos ist der Film publit einfach unerfeßlich sind, entsprechend ihres Wertes Publikum durch Scherz und Spaß im Sinne des herrschenden Ge- eines der vorzüglichsten Propagandamittel, dessen Wirtsamteit offenhonorieren will, so paßt es ihnen auch nicht. Wer hat noch den schmaces zu unterhalten. Er selber würde solche nachträglichen bar auch die französische Regierung zu schätzen weiß. Nach dem Mutder Torheit, zu bestreiten, daß Wilhelm hohen Ausschmückungen wohl faum als Safrileg empfunden haben. Wer neuen franzöfifchen Budget steht nämlich, wie die„ Lichtbild- Bühne“ zollern, das enfant terrible bes monarchischen nach dem Titel psychologische Entwicklungen in Kätchens, der Wider zu berichten weiß, für die Flotte ein Betrag von 500 000 Franken Gedankens, um seiner Hilfeleistung für die Re- spenstigen, Seele erwarten wollte, ging damit gründlich irre. Ganz zur Anfertigung von Propagandafilmen zur Verfügung. publit willen verdient, von allen Republikanern fern liegt Shakespeare, das störrische Verhalten der Braut mit dem Zwei Filme sind schon der Firma Comptoir Cinematographique in hoch in Ehren gehalten zu werden! Denn alles, was sich verlegten Stolz verschmiegener Liebe in Verbindung zu bringen Auftrag gegeben worden. Die Aufnahmen fanden an den wich der letzte Geschäftsführer des Gottesgnadentums in Deutschland, und die Wandlung diefer Sinnesart von diesem Punkt her zu er- tigften französischen Hafenplätzen statt. Im übrigen ist ein größerer Wilhelm Hohenzollern, geleistet hat, von den„ elenden Gefellen" an- flären. Der Umschlag ericheint im Stüd rein als Ergebnis von Ausbau diefer Organisation geplant, die vor allem auch die Propagefangen bis zu seinen Erinnerungen", das alles tut tein Petruchios gewaltsam grober Kur, die sie die Macht des Stärkeren gierung der französischen Handelsflotte in ihr Arbeitsgebiet aufzu mirklicher Kaiser, das tut ein schlecht erzogener, größenwahn zum erstenmal erkennen und fürchten ließ. Der Gehorsam, von dem nehmen gedenkt. innig gewordener Kleinbürger, groß im Prahlen", wie Marg fie eine Brobe ablegt, erscheint wie eine Huldigung vor einer feudal- Auch in Deutschland gewährt man hier und da der Propagandabas genannt hat. Wenn es überhaupt so etwas wie einen patriarchalischen Auffassung, dem der Mann als solcher von vorn film- Induftrie tatkräftige Unterstüßung. So stellt z. B. das preu. monarchischen Gedanken gibt( das Format weniger Leute be- herein als der naturbestimmte Herr des Weibes gilt. Aehnlich wie Bische Finanzministerium die ehemals königlichen Schlösser rechtigt dazu, diese Annahme nicht unbedingt zu verneinen), so auch die Würdigkeit Petruchios nicht im mindesten dadurch in dem monarchistischen Tendenzfilm Fridericus hat ihn Wilhelm der Lezte noch weniger begriffen, als der weiland Frage geftellt wird, daß er nach Luft und Laune mit knallender Rer" für Aufnahmezmede bereitwilligst zur Verfügung. Und die fröhlich in Filzlatschen dahinregierende Wettiner. Er wird ihn auch Beitsche nach den Dienern schlägt. Ja selbst der brutal- blasphemische preußische Boltsvertretung scheint damit einverstanden zu sein. Die Aussperrung im Siemens- Konzern. Bom Gesamtbetriebsrat wird uns berichtet: Da das Pressebureau des Siemens- Konzerns einen einseitig gefärbten Bericht über die Vorgänge verbreitet, ist es nötig, der Deffentlichkeit hierüber die nötige Aufklärung zu geben. daß sie bis auf weiteres beurlaubt wären. Zurück aus Ostpreußen. Mit Säbel und Handschellen. 190 mal 162 Millimeter groß. Auf der Vorderseite steht blaufchwarz gedruckt die Beschriftung zwischen zwei WeißlinienAcht Tage lang sind die Sonderzüge aus dem Osten der Republit, guillochen mit der Wertziffer 100. Der Druck der Rückseite ist aus Ostpreußen, über das neue Polen nach Berlin hereingefahren, tönt sind und orange rote Fasern enthalten. stahlblau, während die Seitenränder der Note blaugrau ge an jedem Tage einer, und jeder Zug hatte die teuerste Fracht, die man sich denten fann: Kinder. Berlins Arbeiter-, Proletarier- und Am 3., als die Scherer der Handarbeiter des Werner- Werkes Kleinleutekinder. Und während wir uns hier Tag für Tag die Seele zu ihrer gewohnten Arbeitsstätte strömten, fanden fie die Tore der von der immer drohender werdenden Not zerfurchen lassen, sprach brachten wir einen Artikel mit der Ueberschrift mit Säbel und In der Borwärts"-Ausgabe vom 25. Juli 1922- Nr. 346 felben verschlossen und ein grünes Plakat verfündete ihnen, daß sie samt und sonders entlassen wären. Den Angestellten teilte man mit, aus diesem jüngsten Geschlecht eine so herzhafte, pausbädige Lebens- Handschellen", in dem das Verhalten von Landjägern in famt und sonders entlassen wären. Den Angestellten teilte man mit, freude, daß man selber ganz froh und zuversichtlich gestimmt wurde. Grünheide gekennzeichnet wurde, die gegen Jugendliche eingeDie Ursachen dieser Bor änge spielen schon auf längere Zeit alle, die Kinder wie die Pfleger, stimmten in dem Lobe über die schritten waren, die die Internationale gesungen hatten. Auf Berzurüd. Bald nach Infrafttreten des BRG. Schuf sich die Direktion überaus freundliche Aufnahme und die vortreffliche Pflege, die die anlassung des Ministeriums des Innern wurde eine eingehende des Siemens- Konzerns eine Gegenorganisation unter dem schönen Jugend in Ostpreußen genossen hatte, überein. Der alte griesgrämige Untersuchung vorgenommen, deren Ergebnis uns übermittelt wurde. Namen„ Sozialpolitische Abteilung", die sich aus ausrangierten Df- und schmuddelige Schlesische Bahnhof hat wohl selten so viel Lachen Danach hat sich der gerügte Borgang folgendermaßen abgespielt: fizieren, angelernten Volkswirtschaftlern und einigen Juristen zu und Jubeln und Plappern und Küssen gesehen, wie in diesen lezten fammenfeßt. Stehen diese schon durch ihre Lebensanschauung mehr acht Tagen, wenn vormittags um 11 Uhr der Ostpreußenzug mit Dienstmarsch in Grünheide eine größere Anzahl junger Burschen Am Sonntag, den 23. Juli d. I., traf ein Landjäger auf seinem oder weniger der Arbeitnehmerschaft feindlich gegenüber, so noch den Kindern antam. Vater und Mutter hatten mitunter alle Mühe, und Mädchen, zum überwiegenden Teil nur mit Badehose viel mehr durch die Art ihrer Betätigung. Sie find hauptsächlich das mitgebrachte, als Kartoffeln, Obst, Getreide, Mehl, nach Hause resp. Badehemd befleidet, auf der Bahnhofstraße in Grünheide an. dazu berufen, alle Schritte und Maßnahmen der Betriebsräte des zu Siemens- Konzern zu überwachen und diese nach besten Kräften zu au bringen, und abgesehen von leckeren Dingen, wie Eier und Butter, tragen des Badepublikums Klage geführt hatten, und auch jetzt das schädigen. Man hat es u. a. in neuerer Beit fertig gebracht, nach gab es hier und da auch Kostbarkeiten, die sich wohl selten in einen Straßenpublitum startes Mißfallen an den bademäßig gekleideten einander 10 Betriebsräte unter den fadenscheinigsten Ursachen zu Berliner Kleinleutefochtopf verirren: eine schöne, schneeweiße Gans. Burschen und Mädchen äußerte, wurde die Schar von dem Landentlassen. Alles nur, weil sie sich in energischer Form bemüht haben, es wohnen eben doch gutherzige Leute dort oben in Ostpreußen. forderung wurde jedoch nicht Folge geleistet, sondern die Menge jäger turz aufgefordert, sofort die Straße zu verlassen. Dieser Aufdie Interessen ihrer Kollegenschaft zu vertreten. Die Krone fezte Das wurde uns auch am gestrigen Tage von einem Transportführer fang auf verschiedene Surufe hin die Internationale und nahm herman aber am Donnerstag, den 28. September, durch die Entlassung eines anderen Ostpreußenzuges, der Kinder aus Magdeburg, ausfordernde Haltung gegen den Polizeibeamten ein. Erst beim eines der tüchtigsten und energischsten Vertreter der Arbeiterschaft Bielefeld und Düsseldorf heimführt, bestätigt. Der Herr. Dazukommen zweier weiterer Polizeibeamten gelang es, die Menge des Werner- Wertes auf. Die Gründe hierfür waren folgende: betonte voll Entrüftung, wie ablehnend sich im allgemeinen zu zerstreuen und einen jungen Mann, der den ersten Beamten Nachdem man den Betreffenden wegen seiner Vertretung der in Ostpreußen die Großgrundbefizer und die Großbauern zu dem durch Rufe beleidigt hatte, festzustellen. Eine Drohung durch Kollegenschaft vor dem Gewerbegericht des öfteren verwarnt hatte, Wunsch der großstädtischen Pädagogen und Jugendfürsorger verhiel. blanken Säbel und Handschellen hat nicht stattgefunden. Das Bebenugte man sein Auftreten als Vertreter des Metallarbeiterverbandes bei einer Verhandlung in der Bahnhalle als letztes Moment. ten, die Großstadtjugend ein paar Monate zu sich zu nehmen. Ganz nehmen der Jugendlichen und nicht das Singen der Internationale war der Anlaß zum Einschreiten der Beamten, mitTrotzdem der Betreffende seine Abmeldung ordnungsgemäß seinem anders hingegen die mittleren, besonders aber die kleineren Besizer. hin dürften die daran geknüpften Folgerungen hinfällig sein. Borgesetzten mitgeteilt hatte, so daß Abzüge von seinem Einkommen hier waren die Kinder von vorn herein und die ganze Zeit hindurch auf Grund dieser Abmeldung ohne weiteres hätten vorgenommen Mitglieder der Familie; sie haben sich als solche auch gefühlt und mit stätigt wird, daß das Singen sozialistischer Lieder nieEs ist zu begrüßen, daß vom Ministerium des Innern bewerden fönnen, beftritt man, eine Abmeldung erhalten zu haben. ihren Kleinen Kräften im Haus und Hof, im Garten und Feld fich mals Anlaß zum Einschreiten für irgendwelche Organe Man war fofort bestrebt, ihn mit dem größten Eiftempo zum Bernüßlich gemacht." Ja", sagte ein Mädel, die mit ihren Gefährtinnen der Polizei sein darf. Im übrigen muß natürlich auch von der laffen des Werner- Werfes zu bewegen. Die ganze Machination aus dem Abteilfenster gelugt und das Gespräch mit angehört hatte, Jugend gefordert werden, daß sie sich stets im Rahmen des An. war äußerst fein gesponnen, da das Gros der Belegschaft durch die und ich habe melfen gelernt. Ich fann eine richtige Ruh richtig standes bewegt. des cm 29. und 30. stattfindende Inventur nicht im Betriebe anwesend melten". Sie ist wahrhaft stolz auf ihr Können. Ein Abteil ist zu war und daher zu der Sache nicht sofort Stellung nehmen konnte. Am Montag, den 2. Oftober, bemächtigte sich nach dem Bekannt einem richtigen Kleinviehstall geworden: da stolziert ein lebendiger Was wird aus der alten Feuerwache? werden dieses Vorfalles der gesamten Handarbeiterschaft eine tief. Hahn herum, eine Ente watschelt hin und her und unter einer Bant Ein eifriges Rätselraten hat über die Verwendung des Gegehende Erregung, die ihren starken Nachhall ebenfalls bei der An- hervor tommt das Gefrächz einer lebendigen Gans. So haben die bäudes der fürzlich aufgegebenen Feuerwache Mauerstraße Ede gestelltenschaft fand. Eine impulsiv stattfindende Betriebsversamm guten Leute in Ostpreußen für unsere Jugend gesorgt. Die Kinder Kronenstraße, das äußerlich schon recht ramponiert aussieht, eingelung auf dem Hofe faßte den Entschluß, gegen diefes provokatorische aber haben alle zugenommen an Gewicht; 8, 12, 15 Pfund und mehr. feßt. Wie wir erfahren, soll das Gebäude seitens des Bezirksamts Borgehen zu demonstrieren. Die Betreffenden rückten vor die Den Reford erreicht ein Junge, der schmal und mager hinaus und Mitte zwecks Umwandlung in Bureauräume auf eine Reihe von Zimmer der Betriebsdirektoren und verlangten Direktor Jungheim, mit 29 Pfund Gewichtszunahme wieder zurückkam. Ein besonderes der die Entlaffung ausgesprochen hatte, zu sprechen. Letzterer er Danteswort gebührt noch den Pflegern, die mit hinausgingen, um freut sich infolge feines öfters hervorgefehrten rigorosen Wesens allgemeiner„ Beliebtheit" nicht nur in den Kreisen der Hand- die Jugend zu betreuen und die Verbindung zwischen der Heimat arbeiter, sondern auch auch bei bei den Angestellten, die mit ihm und den Sommerorten aufrecht zu erhalten. geschäftlich zu tun tun haben. Da der betreffende Direktor ben besseren Teil der Tapferkeit erwählt hatte, so führte der 1. Betriebsdirektor des Werner- Werts, Herr Hettler, die Verhandlung. Die Unterhandlung der Arbeiterschaft mit ihm zeitigte das schriftliche Zu Die Polizei bereits auf der Spur der Täter. geständnis, daß das entlassene Betriebsratsmitglied vorläufig wieder eingestellt werden follte, bis durch ordnungsmäßige Verhandlungen itt in der Wahmannstraße 38 hat die Kriminalpolizei mit einem Zur Aufklärung des Mordes an der Prostituierten Frau Olga der Fall restlos geflärt wäre. Anscheinend hat aber die Witt Sozialpolitische Abteilung wieder eingegriffen, so daß die heutigen größeren Aufgebot die ganze Nacht hindurch gearbeitet. Das Ergeb. Maßnahmen daraus resultierten. Wenn man sich vergegenwärtigt, nis der Vernehmungen der Hausbewohner und anderer Zeugen, die daß in der gesamten bürgerlichen und Unternehmerpresse seit Monaten noch im Laufe der Nacht ermittelt werden konnten, und der weiteren der Schrei nach mehr Arbeitsleistung und mehr Arbeitsstunden aus- Nachforschungen, berechtigt zu der Hoffnung, daß das Verbrechen in gestoßen wird, so muß man es aus volkswirtschaftlichen Gründen als furzer Zeit vollständig aufgeflärt sein wird. unerhört bezeichnen, daß auf Grund solcher Borkommnisse pro Tag ca. 150 000 Arbeitsstunden restlos verloren gehen. Damit sind die wir bereits mitteilten, ein Mann festgenommen worden. Wie weit Unter dem Berdacht der Mittäter- oder Mitwisserschaft ist, wie Ausführungen, die der demokratische Reichstagsabgeordnete Fried dieser Berdacht begründet ist, werden erst die näheren Feststellungen rich v. Siemens, der 1. Direktor und maßgebendste Aktionär des ergeben. Als Täter fommen zwei Männer in Betracht, ein in seinen Siemens- Konzerns auf der demokratischen Wirtschaftstagung am Kreifen unter dem Spitznamen„ Kurt" befannter Mann, und ein 16. und 17. September von sich gegeben, schwer in Einklang zu brin 26 Jahre alter aus Berlin gebürtiger Erich Jädide, der erst vor gen. Denn nach seiner Kritik der durch die Gesetze aufgebürdeten furzem aus der Strafanstalt entlassen wurde. Beide haben sich seit unproduktiven Ausgaben, der nach seiner Auffaffung fintenden Ar einigen Tagen bei der Ermordeten unangemeldet aufgehalten und beits- und Produktionsleistung der deutschen Wirtschaft, ist solche auch bei ihr übernachtet. Sie hatten allen Grund, fich vor der Poli- gelten. Maincome unbegreiflich. Es hat sich schon einmal aus Anlaß der zei zu verbergen. Sie zahlten Frau Witt für jedes Nachtlager je Mathenau- Demonstration gezeigt, daß die oberen und mittleren maß- 20 Mart. In der Nacht zum Montag, in der das Verbrechen, ausgebenden Stellen im Siemens- Konzern entgegen jeder demokratischen geführt worden sein muß, tamen fie, wie bereits feststeht, um 3 Uhr und republikanischen Auffaffung ihren brutalen Herrenstandpunkt in ihren Schlupfwinkel. Seitdem sind sie nicht mehr gefehen wor- v. Achenbach, erläßt folgenden Aufruf: Mit eindringlichen Worten Wucherer an den Pranger. Der Landrat des Kreises Teltow, hervorkehrten, so daß selbst Friedrich v. Siemens hiergegen ein den. Die Mörder haben ihrem Opfer u. a. Wäsche und Klei haben die maßgebenden Behörden immer wieder auf die großen Rundschreiben leslaffen mußte. Es würde sich auch neuerdings emp- bungsstü de geraubt und sie in einem Reiseforb, der ihr gehörte, Gefahren der Preistreiberei für die Volkswirtschaft hingewiesen. fehlen, wenn Herr v. Siemens die Maßnahmen und die Herrschafts: weggeschafft. Die Verbrecher müssen mit diesem 1 meter langen und Da die Anzeigen wegen Uebertretung der gegen den Preiswucher gelüfte gewiffer feiner Direttoren sowie der Sozialpolitischen Abte: 50 Bentimeter breiten Reiseforb irgendwo gesehen worden sein. Enterlassenen Borschriften beweisen, daß Erzeuger und Händler aus lung etwas schärfer unter die Lupe nehmen würde und bei dem geweber beim Berlassen des Hauses oder auf der Straße oder dort, schnöder Gewinnsucht diese Vorschriften trobem mißachten, werde rabe von ihm angeschnittenen Bunfte unproduktive Belastungen, die wo sie ihre Beute untergestellt haben. Jeder, der nach dieser Rich- ich fünftig die Namen der Berurteilten öffentlich an Cineburen, die durch die Sozialpolitische Abteilung für viele Herren tung etwas befunden kann, wird erfucht, sich umgehend bei Krimi- den Pranger stellen." geschaffen sind, etwas ausfegen würde. malfommiffar Galzow im Zimmer 88 des Berliner PolizeipräsiBewundern muß man in diesem Fall wieder die Schnelligkeit Lüfternen Unternehmertums nach dem Siemens- Konzern heraus be unserer Behörden, die sofort wieder Schupo zum Schutz des macht. ordert hat. Da das Auftreten der Schupo in der gegenwärtigen Situation nur geeignet ist. Del ins Feuer zu gießen, würde es sich doch wohl empfehlen, die Kräfte der Polizei bei anderen nußbringenden Unternehmen zu verwenden. Von der gesamten Arbeitnehmerschaft des Siemens- Ronzerns wird erwartet, daß sie sich durch nichts provozieren läßt und fich bereit hält, unter Leitung ihrer gewählten Vertreter die Machtgelüfte der unter demokratischer Flagge" fegelnden Gewalthaber zufchanden werden zu lassen. Dollar 1990! Die Hausse am Devisenmartt machte heute weitere Fortschritte. Es herrscht allgemeine Materialfnappheit. Besonders gesucht waren englische Pfunde, im Hinblick auf die Entspannung der politischen Lage im Orient. Der Dollar erreichte zeitweise eine Höhe von 1900; gegen Mittag stellte sich der Kurs auf 1990. An der Effektenbörse rief die feste Haltung der Devisen eine allgemeine Aufwärtsbewegung des Kursniveaus hervor. Devisenkurse. 1 argentinischer Papier- Peso 100 belgische Frank. . 3. Oftober Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief) Surs Kurs 2. Dftober Käufer. Berläufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Der neue Frauenmord. Jahren verpachtet werden. Es sollen bereits aus InteressentenGebäudes interessieren, vorliegen. Unter anderem ist auch befreisen zahlreiche Angebote, die sich auch für die Aufstockung des absichtigt, aus dem Hause eine Gaststätte für den Mittelstand mit anschließendem Hotelbetrieb zu machen. Die Hundebefizer gegen die neue Steuer. Zur Erhöhung der Hundesteuer teilt der Schutzverein der Hundeund Tierfreunde E. V., Berlin NW. 87, mit: Auf Antrag bei der effenten- Vereine zu einer Besprechung eingeladen, um ein berHauptsteuerverwaltung hat der Herr Generalsteuer direktor die Internünftiges Handinhandgehen mit den Hundebefizern herbeizuführen. Einmütigkeit herrschte darüber, daß die be. absichtigte Verdoppelung der Hundesteuer eine würde. Borgesehen waren für den ersten bis vierten Hund: unmögliche, schwere Belastung der Hundebesißer sein 600 M., 1000 m., 1500 m. und 2000 W. Für die sogenannten Interessenten erklärten diese Säge geschlossen für fatastrophal. Nach Lurushunde: 2000 m., 3000 m., 4000 M. und 6000 m. langen Verhandlungen wurde ein einbeitlicher Steuerfas von 400 W., also von 200 m. für das zweite Halbjahr in Borschlag gebracht. Der Generalsteuerdirektor sagte wohlwollende Erwägung zu. Im übrigen hat der Verein zur Feststellung gebracht, daß nur die in der Steuerordnung angeführten Naffehunde unter 30 gentimeter Höhe als Lurushunde im Sinne der Steuerordnung gelten nicht als Qurusbunde. Dadel also, Bastarde u. a. Sunde unter 30 Zentimeter Ale diums zu melden. Alle Angaben werden vertraulich behandelt. Die Gräber der Märzgefallenen. Der ständige Haushaltsaus lich für Mitteilungen aus dem Bublifum bestimmt, die zur Aufklärung fallenen ersucht wird. Hoffentlich kommt die Sache bald in der Die ausgefeßte Belohnung von 15 000 Mart ist ausschließ- fchuß nahm einen kommunistischen Antrag an, in dem der Magistrat um eine Vorlage für die Instandseßung der Gräber der Märzgedes Berbrechens dienen. Stadtverordnetenversammlung zur Erledigung. Der Strompreis auf 28 Mark erhöht. Der ständige Haushaltsausschuß stimmte heute früh debattelos der Magistratsvorlage zu, nach der der Elektrizitätstarif von der nächsten Ablesung ab auf 28 mart erhöht wird. Die endgültige Annahme in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag erscheint gesichert. Die Beschlußfassung über die Erhöhung der städtischen Unterstützung für die Volkshochschule wurde vertagt. Abgelehnt wurde ein fommunistischer Antrag auf Gewährung einer Unterstützung von 10 000 Mart an den proletarischen Gesundheitsdienst für angeblich beim letzten Eisenbahnunglüd an der Schönhauser Allee geleistete Dienste. Die Zahlungsmittelnot. Ausprägung der Dreimarksfüde in vollem Gange. Das Notenhamstern zahlreicher Betriebe hat gestern am Bierteljahrswechsel das Post schedamt Berlin in eine Notlage gebracht. Das Postschecamt war nicht in der Lage, kleinere Beträge als 10 000 Mr. auszuzahlen oder nur dann, wenn der Rest zurückgezahlt wurde. Um 1 Uhr nachmittags verfügte das Postschecamt nur noch über 10 000- Martscheine. An den Schaltern spielten sich erregte Szenen ab, da besonders viele fleine Geschäftsleute und Privatpersonen nicht in der Lage waren, dem Postschecamt auf 10 000 mt. Geld herauszuzahlen. * Der 11. Deutsche Pazififfentongreß. Auf dem unter Leitung der 15 Verbände des Deutschen Friedenstartells zurzeit in Leip zig stattfindenden 11. Deutschen Friedensfongreß, dessen Berhand lungen im Rahmen des Themas National und International" ftchen, sprechen zum politischen Teil des Kongresses Professor Albrecht Mendelssohn- Bartholdy, Rob. Diß. mann, M. d. R., Prof. James Hudson, Mitbegründer der englischen Kriegsdienstverweigererbewegung und organisation, Prof. Dr. W. Schüding, M. d. R. sowie ein Bertreter des Internationalen Gemerschaftsbundes. Außerdem stehen Referate von Dr. Hilferding, Mitglied des Reichswirtschaftsrates, des Wiener Soziologen Ru d. Goldscheid und Dr. Wolfers auf dem Programm, ferner sprechen Frau Stadtschulrat A. Giemsen, Bischof Schreiber und René Schidele zu den fulturellen Themen. Im Anschluß an die einzelnen Referate findet freie Aussprache statt. Fahrpreisermäßigung für Studierende. Der Reichsverkehrsminister hat angordnet, daß die Schülerferientarten ( halber Fahrpreis) nunmehr den Studierenden auch während der Weihnachtsferien augängig gemacht werden sollen, während sie ihnen nach den bisherigen Tarifbestimmungen nur zu Beginn und Schluß des Semesters gewährt wurden. Einen Sportfilmabend veranstaltet der Turnverein Borwärts" Friedrichshagen am Mittwoch, den 11. Dltober, in Schröders Festfälen in Friedrichshagen, Friedrichstr. 137. Unter anderen läuft der Film vom 1. Arbeiterturn und Sportfest. Die Arbeiterschaft wird um rege Beteiligung ersucht. Anfang 8 Uhr. Die am gleichen Tage stattfindende Kindervorstellung fängt um 5 Uhr an. Doch wieder neues Notgeld! Bie amtlich mitgeteilt wird, sind die Prägungen zunächst von 100 holländische Gulden.. 72758.90 72941.10 69712.75 69887.25 Dreimarf studen in vollem Gange. Da fämtliche 636.70 638.30 Münzftätten vorwiegend mit der Ausprägung dieser Münzgattung 12883.85 12916.15 beschäftigt sind, werden große Mengen alsbald dem Ber32259 60 32340.40 31061.10 3: 138.90 tehr zugeleitet werden können. Auch die Herstellung von 38152.25 38247.75 36953.75 87046.25 Münzen über höhere Nennwerte steht bevor. Mit Rücksicht auf die Die Stadtverordneten von Breslau haben einem Dringlichkeits49188.40 49311.60 47690.30 47809.70 Breissteigerung des Materials, die Erhöhung der Arbeitslöhne fo= 4154.80 3935 05 3944.95 mie mit Rücksicht darauf, daß der Berkehr diese Münzen angefichts antrage des Magistrats zugestimmt, wonach die Stadtgemeinde 863.90 866.10 der gefundenen Rauftroft nicht mehr in dem Umfange wie bisher Breslau Notgeld( Gutscheine) im Gesamtbetrage von 7709.65 benötigt, ist die Einstellung der Ausprägung von Münzen zweihundert Millionen ausgibt. 7934.95 mit geringerem Nennwert seit langem beschlossene Sache. 100 norwegische Kronen 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen. 100 finnische Mart 1 japanischer Yen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar .. 100 französische Frank 64 4165.20 7690.85 7915.05 1812.78 1817.27 In der nächsten Zeit werden neue Reichsbanknoten zu 1000 m. Ein großer Fabrifbrand zerstörbe in Marseille eine Ra13732.80 18767.20 mit dem Datum vom 15. September 1922 ausgegeben rofferiefobrit. Die Wertstätten wurden zerstört, jedoch haben 204.74 205.26 werden. Sie find 160 x 85 Millimeter groß und auf weißem Papier die benachbarten Häufer wenig gelitten. Der Schaden wird auf 83807.65 33892.35 mit hell- und dunkelwirkendem Wasserzeichen gedruckt. Das Waffer- 600 000 Frank geschätzt. 27365.75 27484.25 zeichen besteht aus einem Muster, welches aus geradlinigen Figuren 2.6412 2.48 2.52 in Form eines" Z" und aus fechseckigen Sternen gebildet wird, 5957.45 5667,90 5682.10 innerhalb melcher hell auf dunklem Grund die Buchstaben„ G" und 74.10 72.90 73.10" D" abwechselnd wiederkehren. Auch die Ausgabe neuer Hundert 1123.551126.45 1068.65 1071.85 marticheine wird von der Reichsbant angekündigt. Die neue Note ist 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer Frant. 100 spanische Besetas 100 österr. Stronen( abgeft.) 100 tschechische Kronen. 2.601/ 2 5942.55 100 ungarische Stronen. 100 bulgarische Lewa.. 73.90 Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Nachts sehr fühl, am Tage ziemlich mild, zeitweise heiter, jeboch überwiegend bewölkt und etwas neblig bet mäßigen westlichen bis südwestlichen Winden. Reine erheblichen Niederschläge. Gewerkschaftsbewegung „ Nur durch den sähärfsten Klassenkampf... Eine kleine Anfrage. Jeder Arbeiter, der den Weg der heutigen Führer des ADGB. als Weg ins Elend und zum Untergang erkannt hat( d. h. also, mer seine Kenntnis darüber den so überaus fachlichen und wahr. heitsliebenden Darstellungen der Roten Fahne" entnimmt. Red. d." B"), muß sich aber dessen bewußt werden, daß nur durch den schärfsten Klassenkampf das Proletariat der Gefahr begegnen Versammlung der Müllkutscher. Zur Klärung im Reichsverband der Poftbeamten. Die entlassenen Mülltutscher nahmen gestern in einer start Der Reichsverband Deutscher Poft- und Telegraphenbeamten besuchten Versammlung im Gewerkschaftshaus zu dem Vorgehen der hat auf seinem außerordentlichen Verbandstag im Juli d. I. den Wirtschaftsgenossenschaft für die Müllabfuhr Stellung. Branchen einstimmigen Beschluß gefaßt, aus dem Deutschen Beamtenbund leiter John berichtete über die bereits im Vorwärts" veröffent- auszuscheiden. Ein großer Teil der vertretenen Bezirke erstrebte lichten Vorgänge und verurteilte mit scharfen Worten die H and schon damals den Anschluß an den 21lgemeinen Deutschen lungsweise der Wirtschaftsgenossenschaft, ihre Beamtenbund. Mit Rücksicht auf die noch vorzunehmende Die Rote Fahne" beschuldigt den Bundesausschuß des Arbeiter plötzlich auf die Straße zu sehen. Angeblich solle der Be- Klärung wurde jedoch davon Abstand genommen. Die inzwischen ADGB., für die Verlängerung der Arbeitszeit einzu- trieb fehlender Mittel wegen stillgelegt werden, um der Arbeiter- wieder einsetzende Propaganda für den Deutschen Beamtenbund durch treten, weil er das Ueberschichtenablommen im Bergbau gutges fchaft zu helfen. Der Demobilmachungskommissar sei bereits ange- die Mitglieder in Pommern wurde besonders durch die Presse des heißen hat. Der Vorbehalt des Bundesausschusses, daß durch die rufen und auch mit anderen Instanzen schon Fühlung genommen Verbandes unterstüßt sowie durch die ständige Fühlungnahme der Ueberschichten der gesegliche Siebenstundentag im worden. Soweit als möglich müßten die Entlassenen in andere Verbandsleitung mit dem Deutschen Beamtenbund. Der GeneralBergbau feineswegs in Gefahr gebracht werden darf," ist nach Arbeitsstellen gebracht werden. Wer aber keine Arbeit er- sekretär Lenz unternahm es sogar, trop dem Verbandstagsbeschluß, der" Roten Fahne" nur Geschwät" und natürlich bewußter halten tönne, müsse sich sofort als arbeitslos bei der Erwerbs. Ende September in Versammlungen des Deutschen Beamtenbundes Schwindel". lofenfürsorge melden. Dies fei zur Wahrung der Rechte als Referent aufzutreten. Es war vorauszusehen, daß diese verAuf diese Weise ist„ natürlich" die Behauptung furchtbar ein. dringend erforderlich. Es sei zu erwarten, daß die Behörde Maß- bandsschädigende Politik sehr bald ihre Gegenwirkung unter der fach, der Bundesausschuß begünstige die Berlängerung der Arbeits- nahmen zur Regelung der Angelegenheit treffen werde. Mitgliedschaft auslösen mußte. Hierzu kommt, daß durch die unflare zeit. Den Schluß dieser Liebenswürdigkeit, bei der auch der or in feinen Ausführungen hervor, daß die Organisation ihre volle Besoldungsgruppen von den wichtigsten Verhandlungen mit der ReOrtmann hob als Vertreter des Transportarbeiterverbandes Haltung des Borstandes ein großer Teil der unteren und mittleren wärts" erwähnt wird, bildet folgender Sat: Pflicht erfüllen und alle erforderlichen Schritte zur Wahrung der gierung ausgeschaltet wurde. Rechte ihrer Mitglieder tun werde. Die Gegenwirkung machte sich dadurch bemerkbar, daß verNach einer sehr erregten Aussprache gab John in seinem schiedene Gruppen innerhalb des Reichsverbandes der Stimmung Schlußwort den Versammelten weitere Fingerzeige für ihr ferneres ihrer Mitglieder entsprechend, sich den Ortsausschüssen des AllgeVerhalten und den Rat, unverzüglich ihre Papiere zu fordern und meinen Deutschen Beamtenbundes anschlossen. Nun hat erfreulichersich die Entlassung bescheinigen zu laffen, damit nicht der Vorwurf weise auch der Bezirk Berlin, der größte Bezirk innerhalb des erhoben werden könne, daß sie sich nicht um Arbeit bemüht hätten. Reichsverbandes mit seinen 25 000 Mitgliedern, diesen Schritt getan. Seine Funktionärversammlung am Sonntag beschloß gegen zwei Es scheint, als liege hier nur ein fleines Mißverständnis über Aus dem Versicherungsgewerbe. Stimmen auf Antrag des Erweiterten Bezirksvorstandes, sich dem den Begriff des Klaffenkampfes vor. Wir waren bisher der Meis Der Arbeitgeberverband Deutscher Versicherungsunternehmungen Ortsausschuß Berlin des Allgemeinen Deutschen Be. nung, daß Partei und Gewerkschaften seit Jahrzehnten den hat die beiden im Versicherungsgewerbe bestehenden Reichstarif- amtenbundes anzuschließen. Damit dürfte eine wesentlich Klaffentampf führten, zu einer Zeit, als an die Existenz einer fom- berträge zum 31. Dezember 1922 gefündigt. Die Kündigung be- schnellere Entwicklung der Organisationsfrage auch innerhalb der munistischen Partei nicht zu denken war. Sie wurden darin stets zieht sich sowohl auf die allgemeinen Bestimmungen über Arbeits- Postbeamtenschaft zu erwarten sein. stark behindert durch die große Masse der Indifferenten und geit, Urlaub, Fortzahlung des Gehalts in Krankheitsfällen, Kündider Gelben, so daß fie unausgefegt Agitation entfalten mußten, gungsfristen usw. wie auf die Entlobnung. Trotzdem die all- Achtung, Holzarbeiter! Die zum Montag, den 2. Oktober, gewas ein gutes Teil ihrer Kräfte beanspruchte. Wie jeder Begriff, gemeinen Bestimmungen in vieler Hinsicht verbefferungsbedürftig planten Lohnverhandlungen der allgemeinen Berliner Holzinduftrie ist aber auch der des Klaffentampfes nicht absolut, fondern find, hatten der Zentralverband der Angestellten und die übrigen fonnten leider wegen Abwesenheit der maßgebenden Arbeitgeberrelativ. Die Formen des Klassentampfes richten sich jeweils beteiligten Angestelltenorganisationen mit Rücksicht auf den Ernst vertreter nicht stattfinden. Die Lchnverhandlungen sind auf Donnersnach den besonderen Verhältnissen. Das gilt sowohl für einzelne der Zeiten von einer Kündigung Abstand genommen. Der Arbeit tag, den 5. Oktober, festgesetzt. Die Ortsverwaltung. Beitepochen wie für den Einzelfall. Wir möchten nun einmal positiv geberverband, deffen Bestrebungen schon seit Jahren auf eine Ver wissen, was man in der Roten Fahne" unter Klaffentampf fchlechterung der sozialen Bestimmungen der Tarif und verschärftem Klassentampf versteht. Es genügte uns verträge gerichtet sind, fennt keine derartigen Rücksichten auf das zunächst, eine einfache Angabe der nach tommunistischer Auf- Allgemeinintereffe. Die Versicherungsangestellten faffung anzuwendenden, sicher wirkenden Mittel. Weltrevolu- find nicht gewillt, die spärlichen Errungen tion und Generalstreit fennen wir bereits, doch sind das Waffen. fchaften der geltenden Reichstarife preiszugeben. männerversammlung fällt an diesem Tage aus. mit denen man nicht tagtäglich spazieren gehen kann. Also bitte: Wenn nunmehr im Versicherungsgewerbe wiederum heftige Stämpfe Was ist schärffter Klassentampf, mit welchen entbrennen, so trifft hieran ausschließlich den Arbeitgeberverband Mitteln ist er zu verfechten? 1. 2. m. g. Deutscher Versicherungsunternehmungen die Schuld. tann. Sichern Sie sich durch Anzahlung Beit ihre Bersammlung ab: Bezirk 8, 18, 15, 19, 20( legterer bei Rasfun, Ertstraße Achtung, Simmerer! Folgende Bezirke halten heute abend zur gewohnten Ece Donaustraße), 23, 34 und 39 Alle übrigen Bezirke tagen morgen, Mittwoch abend. Es ist unbedingte Pflicht, daß alle Kameraden sich an der vorzunehmenden 6 Uhr, im Fürstenhof, Köpenider Str. 137. Die bekanntgegebene Bertrauens Urabstimmung beteiligen. Nächste Bahlstellenversammlung Donnerstag, Der Vorstand. Berantwortlich für ben rebatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 gekaufte Waren zur späteren fibholung! Warenhaus Hugo Deutschland Konkurrenzlos billige Preise! Wunderbare, nur erstklassige Anzüge Schlüpfer / Winterpaletots Gummimäntel/ Hosen weit unter Tagespreis! Riesenauswahl!! 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