Nr. 468 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 230 Bezugspreis: Für den Monat Ottober 250,- M., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar. und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luremburg 346,- M., für das übrige Ausland 515,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Lugemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoflowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Volt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 8 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Ronpareillezetle toftet 50,- W. Reflamezeile 230,- 2. ,, Aleine Anzeigen" das tettgedruckte Wort 12, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10- M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 7.-M., jebes weitere Wort 5,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 15.- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: and 2506-2507 Dönhoff 292-295 Mittwoch, den 4. Oftober 1922 Zusammenbruch der KP. Frankreichs. Am 15. d. M. tritt in Paris der Nationalrat der so schließt seinen Bericht, indem er seinen bereits wiederholt angenannten Kommunistischene Partei Frankreichs zusammen gebotenen Rüdtritt neuerdings anfündigt und als diesund wird sich mit dem politischen Bericht des Generalsekretärs mal endgültig bezeichnet. Frossard und mit dem finanziellen Bericht des Kassierers Die gleiche Ankündigung macht auch der Kassierer Dondicol zu befassen haben. Diese Berichte werfen ein Dondicol am Schlusse seines Berichtes, der eine troftlofe, grelles Licht auf die von uns im Laufe der letzten Monate be- dem politischen Zusammenbruch der Partei entsprechende reits öfters gekennzeichneten Verhältnisse bei der französischen finanzielle Lage enthüllt. Filiale der Sowjetregierung. Bis zum 15. Oftober 1921 zählte die Partei 131 436 eingeschriebene Mitglieder und hatte bereits Ende Juli d. J. einen Mitgliederverlust von 72 648( etwa 40 Pro 3.!) zu verzeichnen, indem der Mitgliederstand bis zu diesem Datum auf 78 828 gesunken war. Im einzelnen seien folgende uagänge bei den wichtigsten Bezirksverbänden erwähnt: Vorwärts- Verlag 6.m.b.5., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Hauptegpedition n. Inseraten. Abteilung: Dönhoff 2506-2507 Rückblick auf Genf. Die fürzlich beendete dritte ordentliche Tagung der Völkerbundsversammlung wird kaum dazu beigetragen haben, das Interesse der Welt für die Tätigkeit dieser Institution zu erhöhen. Bereits im Vorjahre fonnte man allenthalben eine zunehmende Gleichgültigkeit sowohl der maßgebenden politischen Faktoren wie auch der breiten Oeffentlichfeit gegenüber diesem ersten Versuch eines Weltparlamentes beobachten, und nun sind die Hoffnungen, die einst der demofratisch gesinnte Teil der öffentlichen Meinung in allen Ländern auf das Birken des Bölkerbundes gesetzt hatte, um ein weiteres Stück gesunken. So hat der Parteivorstand u. a. einen Kredit von über 88 000 Franf den einzelnen Bezirksverbänden in Mitgliederkarten und Beitrittsmarken( die also offenbar gratis verteilt Der Versuch des südafrikanischen Delegierten Lord Robert werden mußten!) eröffnen müssen, eine Tatsache, die ausdrücklich be- Ceeil, die Reparationsfrage in den Aufgabenkreis des zeichnet wird als in der sozialistischen Partei noch nie dagewefen". Bölkerbundes zu rücken, mag nach außen hin durch die AnBisher lebte die französische Partei, abgesehen natürlich von den nahme einer fompromißlerischen und verwässerien Resolution Zuschüssen aus Moskau, hauptsächlich von den Ueberschüssen der als geglückt hingestellt werden, doch wird sich fein wirklicher humanité", d. h. in Wirklichkeit von der widerrechtlich an- Politiker über die Tragweite dieses Ergebnisses täuschen lassen. geeigneten geistigen Erbschaft Jaurès. Aber auch diese Quelle scheint In Wahrheit hat der Beschluß der Völkerbundsversammlung nicht mehr auszureichen, denn einmal wird sie start in Anspruch ge- feinen wirklich praktischen Wert, denn die französische Deleganommen, um das starke Defizit des Abendblattes Internationale" tion hielt dabei, an dem Grundsatz der Unantastbarkeit der zu decken, und andererseits geht die Humanité selbst empfindlich Friedensverträge ausdrücklich fest, und nichts war charatterizurück und hat innerhalb des Berichtsjahres etwa ein Drittel stischer für den Geist, der zumindest die Franzosen bei der Anihres Abonnentenstandes verloren( 11 000 ftatt 16 000). nahme dieser Resolution beseelte, als die sophistische Formel, Im Departement Seine( d. h. in der Hauptstadt Paris nebst den wichtigsten Industrievororten, die bisher das Rüdgrat und den Stolz dieses schönsten Kronjuwels" der Dritten Internationale gebildet hatten) ist der Mitgliederstand von 21200 zurzeit der Spaltung von Tours auf 15167 im Oktober 1921 und auf 10 000 im Juli 1922 gefunten; im Departement Nord( Lille, Roubair, Tourcoing usw.) von 11000 auf 8000; im Pas- de- Calais( KohIm übrigen ist der persönliche Krafeel in den die ihr Hauptrebner Henri de Jouvenel bei dieser Gelenrevier) von 6000 auf 3500; in Seine- et- Dife( weiterer Umfreis höheren Sphären der Partei im vollen Gange, da sich die legenheit gebrauchte, nämlich, daß die Revision des von Baris mit Bersailles und größeren Induftrievororten der Haupt- meisten Führer die geistige Bevormundung durch den Ber- Friedensvertrages gleichbedeutend sei mit stadt) von 5700 auf 4500; in der Mosel( neugewonnene Hütten- trauensmann Sinowjews, Boris Souvarine, nicht weiter einer Neutralität, die man verlege. Diese lapi= Diftritte um Metz und Diedenhofen) von 3334 auf 1500; in der gefallen lassen wollen. Der Rücktritt Frossards ist u. a. auf dare Behauptung ist übrigens nicht nur lächerlich, sondern auch Seine- Inferiours( Le Havre und Rouen) von 2000 auf 1153 ufw. tiefen Konflikt zurückzuführen. Neuerdings ist ein Mitglied von dem Standpunkt aus, den Frankreich gerade jetzt im grieDer Bericht äußert sich sehr enttäuscht über das schlechte des Parteivorstandes, Raoul Berfeuil, ein ehemaliger dyisch- türkischen Kriege dem Sèvres- Vertrag gegenüber einAbschneiden der kommunistischen Partei bei den Kan Longuetist, der nach einigem Sowanten auf dem Spaltungs- nimmt, gefährlich. Heute, wo alle Mächte darüber einig sind, tonalwahlen im Frühjahr d. I. und gibt zu, daß in wich- parteitag von Tours unter tofendem Beifall der kommunifti- daß das Werk von Sèvres einer vollständigen Revision bedarf, tigen Industriezentren die Macht der Sozialistischen schen Mehrheit schließlich erklärt hatte, mit den Kommunisten nimmt sich eine solche Heiligsprechung des Versailler Gewalt= Partei auf die Wählermassen sich als weit stärker er zu gehen, von dem Bezirksvorstand der Seine mit fnapper friedens in dem Munde des französischen Delegierten um so miesen habe, obwohl letztere nicht die gleichen Anstrengungen Stimmenmehrheit wegen Undisziplin gegenüber dem Mos- fomischer aus, als bekanntlich die Forderung nach einer Revihätte, machen können, ferner, daß es feinen 3med hätte, zu tauer Einheitsfront- litas aus der Partei ausgefion von Sèvres zu allererst von Frankreich erhoben wurde. bestreiten, daß der größte Teil der sozialistischen Stimmen von schlossen worden Auch bei dieser Gelegenheit hat Frossard redner Frankreichs ein Mann wiederholt auftreten durfte, der 4. flaffenbewußten Arbeitern abgegeben worden ist. Frossard zum so und sovielten Male mit seinem Rücktritt gedroht. Ueberhaupt ist es ein bedenkliches Zeichen, daß als Hauptin eine international- pazififtische Weltinstitution überhaupt nicht hineingehört. Der noch junge, ehrgeizige, neuUmlagepreis und Reichstag. Konferenzbeginn in Mudanía. gebackene Senator de Jouvenel ist nämlich bisher hauptberuflich als Chefredakteur des" Matin" tätig gewesen, eines Blattes, Die Absicht, den Reichstag erst Anfang November ein- Konstantinopel, 3. Oktober.( EP.) Man glaubt hier, deffen Weltruf als friegshegerisch und dessen intern französischer zuberufen, ist fallen gelassen worden, da über die angekündigte daß die Konferenz von Mudania, die heute, Dienstag, vormittag Ruf als forrupt unbestritten ist. Wenn das die Männer find, Regierungsvorlage zur Erhöhung des Preises für Um- 11 Uhr eröffnet wurde, nicht länger als 24 Stunden dauern die die Völker Europas in eine reinere Atmosphäre führen Iagegetreide eine baldige Entscheidung notwendig ist. wird. Die alliierten Generale hätten schon gestern eine Unterredung Es bleibt also bei der geplanten Einberufung zum 17. Oktober. mit dem türkischen Delegierten Ismed Pascha gehabt. Hamid Bey sollen, dann wäre es wahrhaftig um den Frieden Europas Wie der Soz. Parlamentsdienst mitteilt, haben sich die sozial- und Franklin Bouillon haben an der Beratung teilgenommen. Es demokratischen Minister bei der Abstimmung über jene Bor- heißt, daß die Alliierten eine stufenweise Besetzung Thraziens durch lage im Kabinett der Stimme enthalten. Die Stimmenthal- die Alliierten und die Einsehung einer fürfischen Zivilverwaltung tung ist eine Folge des am Montag von der Reichstagsfraktion fowie eine türkische Behörde vorschlagen werden. Die Stimmung gefaßten Beschlusses, an der Höhe des Umlagepreises für das ist hier zuversichtlich. Nach Meldungen aus Athen find General erste Drittel festzuhalten. Majarafis und Oberst Gariannis als Delegierte Griechenlands an der Konferenz in Mudania ernannt worden. In verschiedenen Blättern werden aus dem Umstand, daß zwischen dem Reichstabinett und unserer Reichstagsfraktion in einer so wichtigen Frage Differenzen bestehen, tritische Ereignisse geweissagt. Solche Prophezeiungen sind zum mindesten verfrüht, womit feineswegs gesagt sein soll, daß diese Differenzen und ihre möglichen Folgen leicht zu nehmen sind. Die demnächst leider zu erwartenden Steigerungen des Brotpreises sind bekanntlich nicht auf die Steigerung des Umlagepreises zurückzuführen, die noch nicht in Kraft getreten ist, sondern auf den Sturz der Mark und das hierdurch bewirkte rasende Emporschnellen der Preise für Auslandsgetreide. Ueber die zu erwartenden volkswirtschaftlichen Wirkungen einer Erhöhung des Umlagepreises bestehen Meinungsverschiedenheiten, die im Reichstag zum Austrag gebracht werden müssen. Sollte anderwärts die Neigung bestehen, daraus eine regelrechte politische Krife zu entwickeln, so sieht man in unserer Partei solchen Absichten sehr ruhig entNächst der Vorlage über den Umlagepreis werden den Reichstag noch andere wichtige Vorlagen beschäftigen, so das Gesetz zum Schuß der Kleinrentner und die Fest segung des Termins für die Wahl des Reichspräsidenten. gegen. = schlecht beſtellt. Ebenso negativ wie die Debatte über die Reparationsfragen ging auch die Aussprache über die A brüstungsfrage aus. Auch hier wurde ein Kompromiß mehr schlecht als recht zusammengezimmert, das, wiederum nach dem Willen Frankreichs, den Mächten gestattet, ihre Abrüstung von dem vorherigen Zustandekommen von Schuh- und Garantieverträgen abhängig zu machen. Auch über diesen Gegenstand Die Kemal- Truppen haben die Umgeburg von Tschanal wurden große" Reden gehalten. Es wurde mit viel Bathos geräumt, jedoch nicht die übrige Zone, die von der Entente von französischer und belgischer Seite an die Ereignisse von als neutral erklärt worden ist. Immerhin zeigt der Rückzug 1914 erinnert. Es fand sich aber kein Mensch in der ganzen aus der unmittelbaren Nähe der englischen Truppen die fried- Bölkerbundversammlung, um die Verhältnisse, wie sie heute lichen Absichten Kemals. In Mudania dürfte den Griechen sind und wie sie sich zu entwickeln drohen, mit der gebührenden auferlegt werden, Thrazien bis zur Mariza zu räumen. Lloyd Schärfe zu kennzeichnen. Man ging um die Frage des franzö George hat mit dem französischen Botschafter in London, fischen Militarismus, um die Zustände im besetzten deutschen Aulaire, eine Besprechung gehabt, die eine Annäherung Gebiet und anderswo sorgfältig herum, weil die Angst vor der englischen und franzöfifchen Abfichten für die Lösung der einem Ellat, der dem schon recht kränklichen und lahmen türkischen Frage ergeben haben soll. In Rom ist eine fema- Bölkerbund den Rest geben fönnte, alle Delegierten, einschließliftische Abordnung eingetroffen. vor dem Krieg!" Ben Turner, der Präsident der englischen Textil- lich der Neutralen, beherrschte. arbeiterunion, hat folgendes Telegramm an Lloyd George ge in jener Frage, die zwar nicht auf der Tagesordnung stand, Am fläglichsten aber war das Bersagen des Völkerbundes sandt:„ Der Krieg ist ein Mord und die Dardanellen sind nicht deren Erörterung aber unter den gegebenen Verhältnissen eine das Leben eines einzigen britischen Soldaten wert. BeSelbstverständlichkeit war: der griechisch türkische rufen Sie das Parlament ein! Hüten Sie sich Krieg, der sich gerade in den Tagen von Genf zu einem Spät abends wird gemeldet, daß die türkischen Truppen neuen Ballantrieg oder gar zu noch schlimmerem auszuwachien drohte. Schon die Sazungen des Völkerbundes selbst hätten die neutrale Zone ganz geräumt haben. Die Meldungen ihn zu einem rücksichtslosen Eingreifen veranlassen sollen. Dies von türkischen Truppenkonzentrationen in Ismid werden mal aber waren es die englischen Bertreter, die zuerst bremsten dementiert. und den entscheidenden Vorbehalt in den Vordergrund der DeGriechenland in Gärung. batte rückten, daß der Bölkerbund nur dann in Aktion treten dürfe, wenn er von den Ententemächten dazu berufen sein würde. Diese Einschränkung hat übrigens die Delegierten verschiedener britischer Dominions und auch neutraler Länder zu energischen Worten des Protestes veranlaßt, doch blieb es letzten Endes dabei. " 1 London, 3. Oftober.( EP.) Morningpost" meldet aus Athen, Denkschrift der Reparationskommission. daß die Benizeliften ablehnen, zusammen mit dem Revolutions Paris, 3. Oktober.( EP.) Die Reparationsfommssion wird in den fomitee an der Regierung teilzunehmen und erklären, daß sie nur nächsten Tagen eine in französischem und englischem Tert verfaßte die gefeßmäßig gewählte Regierung anerkennen fönnen. Halbjahresfchrift veröffentlichen. Der erste Band umfaßt Truppen verweigerten dem Revolutionskomitee den Gehorsam. Aus 32 Seiten und behandelt den Stand der Reparationsverpflichtungen dem Lande werden Unruhen gemeldet. Die Lage des Königs Darf man sich unter solchen Umständen wundern, wenn Deutschlands am 30. April 1922. Die Reparationsfommission teiit Georg, der in seinem Palast nahezu gefangen fei, wird als pretär selbst diejenigen Kreise Englands und auch Deutschlands, mit, daß sie auch ein Beißbuch über die zwischen ihr und den deut- bezeichnet. Seine Beziehungen zu dem Revolutionskomitee feien die bisher die Hoffnung hegten, aus diesem Versailler Bölkerschen Bertretern im Zeitraum vom 5. Mai bis 1. Juli 1922 aus- gespannt. Das Komitee hat ihm mitgeteilt, daß seine Wahl noch getauschten Rorrespondenzen veröffentlichen wird. Die Sozialdemokratie Deutschöfferreichs hält ihren Parteitag am 31. Oktober und den folgenden Tagen in Wien ab. Auf der Tagesordnung stehen bisher nur Berichte und die politische und wirtschaftliche Lage. nicht bestätigt sei, und daß seine königlichen Rechte eine starte Ein fchränkung erfahren müßten. Konstantinopel, 3. Oftober.( Reuter.) Im Tschataldscha- Bezirk hat eine Bande türkischer Irregulärer einen griechischen Bosten über fallen und die Besaßung von zehn Mann getötet. Griechische Verstärkungen warfen die Angreifer zurück. bund später doch noch ein aftionsfähiges und fegenbringendes Instrument zu machen, von dieser dritten Völkerbundstagung mindestens ebenso schwer enttäuscht sind wie von der zweiten ,, die in der damals so notwendigen Hilfsaktion für das hungernde Rußland so fläglich versagt hatte? Das Hauptübel des gegenwärtigen Bölferbundes ist doppelter Art und wird auch von den aufrichtigen Verfechtern der Völkerbunds idee immer deutlicher erkannt und immer offener zugegeben;| Nachprüfung durch den Staatsgerichtshof unterliegt. Es muß Klar. es ist einmal die Tatsache, daß der Bund ein Produkt des Ver- heit darüber geschaffen werden, ob tatsächlich derartige Verbände aus sailler Vertrages ist, dessen Inhalt bekanntlich mit den Völker- den Schriftstellerhonoraren des Ertaisers alimentiert werden. bundssagungen eingeleitet wird, und zweitens, daß außer Amerika zumindest zwei Großmächte darin nicht vertreten sind. Der Verbleib der Kriegsbeschädigtengelder. Thema vor. Das Gericht läßt Dr. Thimme als Sachverständigen nämlich Deutschland und Rußland. Thimme, ber frühere Oberbibliothekar des Preußischen Herrenhauses, soll sich darüber äußern, ob die Weitergabe von Nachrichten der Art, wie sie von Fechenbach und Lembke verbreitet worden sind, wirklich geeignet sci, dem Deutschen Reich Schaden zuzufügen. Justiz rat Bernstein schlägt verschiedene Sachverständige über das gleiche zu und lehnt die übrigen Sachverständigen ab. Der Der Antrag Löbes, der in Augsburg einstimmig An- Bon deutschvölkischer Seite waren vor einiger Zeit in der Presse Borsitzende gibt fund, daß er sich überhaupt ablehnend gegenüber nahme gefunden hat und der sicherlich auch widerspruchslos Angriffe erhoben worden, die in dem durchsichtigen Vorwurf| Sachverständigen verhalte, weil er in Nürnberg angenommen worden wäre, hat den Eintritt gipfelten, der größte Teil der Boltsspende sei widerrechtlich für fich selbst soviel Sachfunde zutraue, Deutschlands in den Bölkerbund von einer nicht näher um- politische Zwede, insbesondere zur Finanzierung von Wahlen ver um ein objektives und zulängliches Urteil in dieser Frage fällen schriebenen Voraussetzung abhängig gemacht, deren Sinn aber braucht worden. Diese Berleumdungen sind seinerzeit von den zuzu fönnen. Gegen den Antrag der Staatsanwaltschaft, die ganz eindeutig ist: Deutschland muß ebenso wie Frankreich, ständigen Stellen gebührend gekennzeichnet worden und auch im Oeffentlichteit auszuschließen, protestieren die Ber England, Italien und Japan einen Ständigen Siz im Wölter- Reichstag ist auf eine Kleine Anfrage hin eine aufklärende Zurück- teidiger mit aller Entschiedenheit. In einer Erklärung Sprach Dr. bundsrat erhalten, denn der Rat allein besitzt einen gewissen weisung durch das Reichsarbeitsministerium erfolgt. Wie leicht- Hirschberg aus, daß sich Fechenbach in feiner Berteidigung aufs Einfluß namentlich bei der Regelung der laufenden Berwal- fertig die gekennzeichneten Beschuldigungen erhoben sind, ergibt äußerste geschädigt fühlen müsse. Sein Mandant habe das tungsangelegenheiten des Bundes, die Deutschland am nächsten fich laut PPN. aus einer ausführlichen Zusammenstellung in der größte Interesse, den Prozeß in voller Oeffentlichkeit zuführen. Juftizberühren Saargebiet, Danzig, Oberschlesien, legten nummer des Reichsversorgungsblattes, in der über die bis rat Bernstein gibt für seinen Mandanten Lemble dieselbe Erklärung ab. Trotzdem befchließt das Gericht, wie vorhin bereits mitgeteilt, ehemalige deutsche Schutzgebiete und dergleichen. Es ist ganz herige Verwendung der Boltsspende für den größeren Teil Deutsch- den Ausschluß der Oeffentlichkeit für den wichtigsten Teil der Verselbstverständlich, daß, solange Deutschland nicht bindende Zu- lands Rechnung gelegt ist. Daraus ergibt sich, daß bisher in über handlung, während die Frage der Erzberger- Denkschrift öffentlich sicherungen nach dieser Richtung hin erhält, es einen Antrag 34 000 Fällen mehr als 16 millionen Mart in Gestalt von Unter- verhandelt werden soll. Der ganze Berhandlungstag wird ausum Aufnahme nicht stellen darf und nicht stellen wird. Ob die stügungen und Darlehen für Kriegsbeschädigte verteilt worden sind. gefüllt mit der Bernehmung Fechenbachs über die ErzbergerBerhältnisse bereits vor dem Beginn der jetzt abgeschlossenen Die Zusammenstellung entbehrt allerdings der Bollständigkeit, weil Denkschrift. Tagung so weit gediehen waren, daß namentlich Frankreich eine Reihe von Hauptfürsorgestellen der Kriegsbeschädigtenfürsorge, feine Zustimmung zu einer derartigen Zusicherung erteilt hätte, in deren Händen die Verwaltung der Volksspende liegt, mit ihren darf wohl bezweifelt werden. Wahrscheinlich hat der ent- Berichten noch aussteht. Schäßungsweise ist anzunehmen, daß die täuschende Verlauf dieser dritten Tagung die Stimmung für oben genannten Zahlen sich nach Eingang der ausstehenden Berichte den Eintritt Deutschlands unter der oben gekennzeichneten Vor- etwa um die Hälfte erhöhen werden. aussetzung bei den allermeisten Delegationen, vielleicht sogar bei der französischen, mesentlich erhöht, so daß bei der vierten Tagung im Herbst 1923 Deutschland nicht mehr Objekt, sondern Subjekt des Bölferbundes sein wird. Dafür spricht u. a. der Beschluß, die Zahl der nichtständigen Mitglieder des Rates von vier auf sechs zu erhöhen, der ausdrücklich unter der Vorausfegung angenommen wurde, daß auch die Zahl der ständigen Mitglieder des Rates durch den Hinzutritt mindestens zweier Großmächte bis dahin erhöht werden würde. Dies ist ein fleiner Lichtblick in die Zukunft des Bölferbundes. Aber der berechtigte Wunsch der demokratischen und pazifistischen Teile der deutschen politischen Welt, die an sich gesunde, edle und zukunftsreiche Idee des Bölkerbundes durch den Hinzutritt Deutschlands neu zu beleben, ja vor dem drohenden, Untergang Der Sozialdemokratische Verein München erstattete wegen dieses zu retten, darf niemanden die Stärke unserer Position außer Plakates bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige. Jegt lourde ihm halb des Bölkerbundes vergessen lassen: wir sind bereit, an mitgeteilt, daß das Verfahren eingestellt worden sei, weil der der Rettung des Bölkerbundes mitzuwirken, nicht aber an der Täter nicht ermittelt worden sei. Die Staatsanwakichaft Rettung des Versailler Friedensvertrages. Und während der denkt nicht daran, die Inhaber des Lokals zur Rechenschaft Bersailler Friedensvertrag den Grundfaß der Gleichberechti- zu ziehen. gung zwischen Ententemächten und Deutschland verneinte und diese Berneinung sogar auf den Bortlaut und auf den Geiſt des Völkerbundstatuts zu erstrecken versuchte, wollen wir den Völkerbund nur als gleichberechtigte Macht betreten. wiesen." Wilhelms Schriftstellerhonorar. Geheimnisvolle wohltätige Stiftungen". Der Köhler- Verlag, Leipzig, weist in einer berichtigenden Zu schrift an die Presse, darauf hin, daß der angegebene Betrag von 350 Millionen Mart, den Wilhelm II. für seine„ Erinnerungen" erhalten haben soll, wesentlich übertrieben ist, er dagegen lediglich ein Honoror bekommen hat, wie es dem Werte des Buches und der Stellung des Autors angemessen war. Er hat dieses Honorar bereits zum größten Teil wohltätigen Stiftungen über Zunächst set uns die Frage gestattet, warum nennt man denn nicht die Höhe des Honorars, wenn es lediglich derart ist, wie es dem Werte des Buches und der Stellung des Autors angemessen Ferner: warum nennt man nicht die wohltätigen Stif. lungen, und warum sagt man nicht einmal, was unter„ wohl tätigen Stiftungen" zu verstehen ist? Nach der Auffassung rechts radikaler Kreise bestehen befanntlich wohltätige Stiftungen heute in der Unterstützung sogenannter„ nationalgefinnter Verbände" von der Art jener, deren Tätigkeit eben jetzt im Rathenau- Prozeß einer war?" Unwert der Armut. Von Dr. Hellmuth Faltenfeld. Daß Armut keine Schande ist, ist nur eine halbe Wahrheit; fie ist eine Schande freilich nicht für den von ihr Befallenen, fondern für die Gesellschaft, die den Armen umgibt und duldet. Den Unwert der Armut beweisen wollen, erscheint parador, denn dem natürlichen Empfinden erscheint Armut als der schlimmste aller Zustände. Aber man muß doch den Unwert der Armut beweisen, weil es zu viel( interessierte oder gutgläubige) Menschen gibt, die in dem Armsein einen Segen oder gar einen positiven Wert sehen. Diese Aestheten der politischen Dekonomie fchloffen nämlich fo: Die eigentlichen Werte des Menschen liegen jenseits der ökonomischen Besitzwerte; Reichtum hat schon manchmal die Befinnung auf die wahren, mehr als ökonomischen Werte vergessen lassen. Folglich ist Reichtum ein Uebel. Folglich ist Armut ein Segen. Schon die verachtete formale Logit entiarvt die Heuchelei und die Falschheit dieser Säße. Wenn auch Reichtum schon manchmal dazu geführt hat, die Besinnung auf die wahren Werte zu stören, so läßt dies den Schluß auf die Schlechtigkeit des Reichtums nicht zu, weil Reichtum ja nicht immer diese Folge gehabt hat. Noch unhaltbarer aber ist der zweite Saß, daß Armut ein Segen sei. Denn selbst wenn Reichtum ein lebel wäre, könnte aus diesem Sage noch nicht auf die Tatsache geschlossen werden, daß Armut ein Segen ist. In Ordnungszell wird nichts ermittelt! Aus München wird dem SP.- Dienst geschrieben: Nach dem Nathenau- Mord war am Parteilokal der National. foaialisten ein Plalat angebracht, in dem es hieß: Reichsminister Icider war er es Aktionär von 38 Gesellschaften Nathenau num iit er tot Ebert und Scheidemann leben noch die Judenregierung an den Galgen. Hinter verschlossenen Türen. Neue Kohlenpreiserhöhungen. In meinem Artikel in der Abendausgabe des„ Borwärts" som 3. Oktober ist mir bei der Berechnung der Selbstkosten für den Monat Juli ein Irrtum unterlaufen, da ich hierbei zum Teil Zahlen benugt habe, die für den Monat August Geltung haben. An Stelle der irrigen Berechnung für den Monat Juli sind nachstehend die richtigen Zahlen wiedergegeben. Gleichzeitig sind auch die Zahlen für den Monat August angefügt: 9 Teuerungs- Inderziffer Für Löhne und Gehälter Holzkosten Steuern Diverses Snappichaftsgefälle Unfallversicherung. Materialien Abschreibungen. Stohlensteuer. 2 Broz. Umfassteuer. 8 Brez. Handelszuschlag Bohnungsbauabgabe Der Kohlenpreis betrug Juli August 97. M. 100,59 179,85 485, 590, 70, 126, 42, 76, 12, 21, 10, 10, 6, 6.40, 72, 120, 216, 328, 410, 36, 45, 24, 30, 12, 12, Sa. 1185, 1614, 1208, 1513,-28, 101, Es blieben über Es fehlten.. me Der Münchener Landesverratsprozek. München, 3. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der heute vor Die Koblenpreiserhöhung um 2502 m. am 1. September hat dem Volksgericht beginnende Landesverratsprozeß gegen Fechenbach das Defizit im August reichlich gedeckt. Nun find mir aber wieder und Genossen wird charakterisiert durch den Beschluß des Gerichts, bereits Unterlagen zugänglich gemacht worden, die mir zeigen, daß die Deffentlichkeit für den wichtigsten Teil der Verhandlung auch meine Zahlen für September als durch die Teuerung erheblich auszuschließen und die Presse lediglich unter Schweige überholt anzusehen sind. Das aber schon jetzt zu sagen, erscheint gebot zuzulassen. Damit stellt sich das Boltsgericht in den Dienst mir notwendig, da ich es nicht mehr werde verantworten können, der bayerischen republiffeindlichen Geheimorgani fationen, über die die brei Angeflagten für die englische Bresse in der Sigung des Reichsfohlenrats am Donnerstag je de Kohlens Es bleibt nur übrig, deren Höhe berichtet haben und wodurch fie fich des Landesverrats(!!) schuldig preiserbösung abzulehnen. nachzuprüfen. Steiger G. Werner. gemacht haben sollen. Fechenbach ist außerdem angeflagt wegen Weitergabe der bekannten Kriegszieldenfschrift Erzbergers Einigungsstreben in Schweden. an einen französischen Journalisten. Diese Dentschrift ist aber bes worden. Die Angeklagten sind bereits seit längerer Zeit in Unter- hat der Parteirorstand der Sozialdemokratischen Partei beschlossen, i reits Anfang April 1919 von Guftap Landauer veröffentlicht Stocholm, 3. Oftober.( WIB.) In seiner gestrigen Sitzung fuchungshaft. Wie Schwerverbrecher nehmen sie unter Obhut von behelmten Schußieuten auf der Anklagebank Plak. Den Borsiz dem Arbeitsausschuß der Links sozialistischen Partei vorzuschlagen, führt der Oberlandesgerichtsrat a ß; es ist der gleiche Richter, der mit ihm in Berhandlungen wegen Wiedervereinigung der den Leoprechting- Prozeß leitete und damals davon Abstand Sozialdemokratischen und der Linkssozialistischen Partei einzutreten. nahm, den deutschen Gesandten in München, den Grafen Zech zweds voller Aufklärung der in Frage stehenden Angelegenheiten eiblich zu vernehmen, obwohl der Graf Zech eine solche Bernehmung drin- fammlungen ab, um 2bwehrmaßnahmen gegen den Hausherrenstreit gend gewünscht hatte. Die Anflage vertritt Staatsanwalt Dreffe. zu treffen. Die Arbeiter- Zeitung" fordert die Mieter auf, in allea Fechenbach wird durch Dr. Hirschberg, Lembke durch Justizrat Häusern Ausschüsse zu biden, die mit entsprechenden Anzeigen Bernstein und Gargas durch Rechtsanwalt Ballin verteidigt. an den Magiftrat, die Polizeidirektion und event. das Strafgericht Die Verteidigung hat verschiedene Sachverständige geladen. Dr. vorzugehen haben. Der Streif der Hausbesiher. In Wien halten die Mieter Ver. Die Armut ist ein Unwert, und es ist die frechste Heuchelei derer, I schweifendste Lust mit der fonzentriertesten Keuschheit besiegt, ist die niemals die Sogen der Armut fennen lernten, Armut für ein nicht von einer Größe der inneren Erfüllung getragen. Die Idee Glück( für die anderen) auszugeben. Freilich läßt sich als Beder Dichtung müßte, um fünstlerisch zu werden, aus den Dirnen sigender leicht arm, nüchtern, besiglos leben; denn gerade hier hervorbrechen, statt von außen burch die Macht des Gebeis auf die fehlt ja der eigentümliche Charakter der Armut: die die wahre Lebenszeit raubende Sorge. Armut läßt sich erst mit gutem Gewissen propagieren, wenn alle nicht reich, aber in ihren Lebensbedingungen gesichert sind. Der 3yniter wurde auch nicht arm in unserem Sinne, er schränkte nur die Lebensbedingungen auf ein Minimum ein. Freiwillige Armut ist keine Armut, denn wer frei willig arm ist, wird es, weil er seine Bedürfnisse zu verkleinern imftande ist, eine gewiß philofophische Tat, da sie uns auch dem bedürftigen Leben entzieht und die Möglichkeit näherrückt, den Zielen, dem Einn des Lebens näher zu sein. Aber unfreiwillige Armut wirft uns, da sie von außen kommt, gerade tiefer in das Netz der Bedürftigkeit hinein, läßt uns vor der Sorge um das, was wir zum Leben brauchen, nicht zum Sinn des Lebens selbst kommen. Rein Diogenes und fein Antisthenes hätte an unferer Art von Armut Gefallen gefunden. Sie wollten das Freisein von Bedürfnissen, nicht die Sorge um die Stillung der Bedürfnisse. Die Armut, deren Begleiterin die Gorge ist, reißt die jammervolle Unendlichkeit der geisilos fordernden Materie auf. Der Mensch ist für eine bessere Unendlichkeit geboren. Zuschauer herabzukommen. Das der Sensation feineswegs erman geinde Stück ist bei alledem geradezu ein Wurf für einen gewandten Regisseur. Die Frankfurter Uraufführung, die unter der geschickten Leitung Artur Hellmers stand, brachte mit flüssigem Ton und nach allen Seiten wohlüberlegter, realistischer Technik eine fichtbar das Bublifum interessierende Darstellung heraus; die Kontrafie, die zwischen dem unheiligen Ort und der heiligen Befehrung und der Idee der Barmherzigkeit und Befreiung steden, waren dabei sparsam- monumental angelegt. In diesem Kontra gab die Darftellung Gerd Frides in einem monoton einfältigen, freideweißen Snbrunstantlike die Macht der chriftlichen Charitas wieder. goldgelockte Dirne Fanny, die der sterbende Mönch in den Stand der Ehe mit einem naiven Jüngling führt, fand in der Schauspielerin Erna Neigbert einigen Rhythmys. Hervorgehoben sei die berühmte Madame" dieser( durch Beschluß des Deutschen Reichstags nunmehr verschwindenden) Häuser, die Anny Reiter robust- plauschig gab. Berlin wird Gelegenheit haben, das Milieu und die Gea beismacht dieses Spiels vieler Sünderinnen und eines Heiligen im H. v. 3. Theater in der Kommandantenstraße fennen zu lernen. Mustafa Kemals Gehilfin, Halid Edit Halum, die bekannte türkische Romanschriftstellerin, der es im Jahre 1920 gelang, aus Konftantinopel zu fliehen und Angora, das Zentrum der nationaltürkischen Bewegung, zu erreichen, nennt man in den Kreisen der Christliche Erofif. Im Neuen Theater zu Frankfurt türkischen Emigranten Londons die Frau, die hinter Kemal steht". Der richtige Gedanke, aus der falsch geschlossenen und falsch am Main fand unter starkem Kaffenerfolg die Uraufführung von Ihr Eintritt in die nationaltürkische Bewegung bildet eine romanaufgestellten Schlußreihe herausgeschält, lautet: Aller Reichtum ist Dießenschmidts christlichem Drama" Die Rächte des tische Episode in Kemals politischem Spiel. Seit ihrer Ankunft in nur ein Befihwert und ist an sich in bezug auf die Entfaltung der Bruders Bitalis" statt, deffen sämtliche drei Atte in einem Angora ist sie mit Eifer bestrebt, ihre Schwestern für den Kampf wahren Werte, der sittlichen und der Bildungswerte, indifferent. öffentlichen Hause spielen. Es gibt befanntlich eine Zentrale, die heranzubilden.„ Dhne die Hilfe unabhängiger Frauen," ertiärte Wenn nun aber auch das Dasein von Befizwerten in bezug auf die das deutsche Theater reinigen will und die mit unter- und üterirdi- fie in aller Deffentlichkeit, und ohne Rücksicht auf die mohammedaEntfaltung der Bersönlichkeit indifferent ist, so ist darum noch nicht schem Kampf jene" Bordellfunst" befehdet, die nicht auf die fünft- nische Religionslehre, wird die Bereinigung der Türkei ein schöner das Fehlen dieser Befihwerte dem Ziele der Vollendung der lerische Synthese der Serualität als eins der entscheidenden, Brin. Traum bleiben." Halid Edit Halum gewann balb einen großen Bersönlichkeit gegenüber gleichgültig. Ihr Fehlen bedeutet nämlich zipien des menschlichen Lebens verzichten will. Der felige Frant Einfluß auf die Führer der nationalistischen Partei im allgemeinen nicht bloß ein Negatives: Unbedrücktsein von der Last des Befizes, Wedekind darf daher im Luluhimmel fein schönstes Karnevallächein und auf Mustafa Kemal im befonderen, der sie zum Offizier in wie es die Märchenfreude des„ Hans im Glüd" ausmacht, sondern eigen, wenn wir von eben jener chriftlich- deutschen Tendenz jezt feiner Armee und später zum Erziehungsminister seiner Regierung bedeutet etwas schmerzlich Positives: drückende Belastung. Armut mitten in den Pfuhl der Sünde zurückgeführt werden. Freilich hat ernannte. Mit aller Entschiedenheit bekämpft sie vor allem das schon die fromme Aebtistin Roswitha, die vor 1000 Jahren das Tragen des Frauenschleiers und die Absperrung der Frauen hinter bedeutet gerade für den nach Vollkommenheit von Ethos und Bil- weltliche Kunstwert verdrängen wollte, ausgiebig die Stätten des den Mauern des Harems. Sie lehrt fie Krankenpflege, Lesen und dung strebenden Menschen den Raub an seiner Lebenszeit, die er Lasters erörtert und dargestellt. Die moderne Antierciit kann dieser Schreiben und wies ihnen den Weg, auf dem sie den Männern hier mit der völlig gottlosen, durch nichts zu rechtfertigenden Sorge Konsequenz ebenfalls nicht ausweichen. Wir finden in zwei der bei der Befreiung ihres Landes helfen tönnen. Mustaja Remal ausfüllt, wie und wovon er im nächsten Augenblick existieren soll. vordersten christlichen Dichter geradezu frankhafte Steigerungen der tat alles, um ihr die Bahn frei zu machen und sie in ihren BeDie Armut ist ein Diebstahl an unserer Lebenszeit; mit Recht Sinnlichkeit. Der eine ist Leo Weismantel, expressionistischer Katho- ftrebungen zu fördern. Man versprach ihr auch eine maßgebende hat Richard Dehmel das soziale Problem in seinem Gedicht„ Der iif, visionär unflar, als Führer zu Staatsweisheit vielfach unehrlich Stelle im ersten nationalen Kabinett, das in Konstantinopel ge= Arbeitsmann" in den Worten„ Nur Zeit" zusammengefaßt. Nicht und als Dichter, da er wesentlich auf außentünstlerische Wirkungen bildet werden wird. Die deutsche Einheitsfurzschrift. Wie die PPN. hören, tritt am die Arbeit, auch nicht die um bloß ökonomischer Ziele willen ge- ausgeht, fehr überschäßt. Der andere ist Dießenschmidt. Dieser junge Plastiker, weit mehr von der Lyrit als der dra- 5. Oftober im Reichsministerium des Innern eine Regierungstonleiftete, erzeugt die Sorgen. Die Armut bricht wie eine unend- matischen Schöpfung erfüllt, mehr im malenden Effekt als in der ferenz zur Beratung des Entwurfs einer Einheitsturzschrift zuſam liche Sorge überall in unsere Zeit, auch in unsere Arbeitszeit, Analyse des Menschen former.d, start im Wort und in der äußeren men. Der Deutsche Verband technisch- wissenschaftlicher Bereine" hinein, uns überall mit der Sinnlosigkeit ihrer an die Erde feffeln Szene, ist zweifellos, mie besonders die Qualitäten der St. Jakobs- hat sich für den Regierungsentwurf eingefest und erklärt, es den Sorge verfolgend. Die Armut macht ihre Rechte überall geltend, fahrt" beweisen, dem Füllhorn der künstlerischen Gnade nahe. Aber fomme zunächst nicht darauf an, das Ideal einer Einheitsschrift zu während die getane Arbeit uns zu uns selber und zur( einzig positiv jene aus der heiligengeschichte geholte( und von Gottfried Keller finden, sondern zunächst die deutsche Kurzschrift" zu schaffen. Sie wertvollen) Aufgabe der Vollendung unserer felbft entläßt. einmal verwandte) Affäre des Bruders Bitalis, der die aus. I weiterzubilden, dürfte späterer Arbeit vorbehalten bleiben. " 11 Landtag und Wohnungsfrage. tag über das Wohnungselend. Der Preußische Landtag verhandelte am geftrigen Diens Abg. Meyer- Solingen( Soz.) Die Fälschungen des russischen Orangebuches view des Reichskanzlers in der Schuldfrage erfolgen. Es fann indessen schon jetzt darauf hingewiesen werden, daß Vivianis EntAuf Grund eines übrigens sehr oberflächlichen Berliner Teie- gegnungen als übereilt angesehen werden müssen, da er nach gramms der Havas- Agentur über die Rombergsche Schrift und über seinen eigenen Worten die Veröffentlichung des Freiherrn v. Romdas Interview des Reichskanzlers, dem auch ein paar deutsche berg nicht fennt. Daher kommt es auch, daß er die neuen Blätterstimmen beigefügt sind, nehmen sowohl der sozialistische Tatsachen, die aus Rombergs Schrift hervorgehen, unberüdPopulaire", wie auch das Gewerkschaftsblatt Peuple" zu dieser An- sichtigt läßt und er die altbekannte französische Version wieder besprach mit überzeugenden Ausführungen die Ursachen des Wohgelegenheit mit einigen Bemerkungen allgemeiner Art Stellung. holt. Weshalb der Reichskanzler, wie Herr Viviani meint, über die nungselends, den Preiswahnsinn auf dem Baustoffmarkt und neue Beide Blätter werfen die Frage auf, ob dieser Vorstoß des Reichs- diplomatischen Archive mit größerer Bescheidenheit sprechen soll, ist Mittel und Wege, die uns aus dem Wohnungselend herausbringen fanzlers in der Schuldfrage in diesem Augenblide, wo es dringendere nicht recht einzusehen, da die von ihm geleitete Regierung die deut- fönnen. Gegenüber Dr. Grundmann( D. Bp.) betonte unser Probleme zu lösen gebe, wo die deutsche Reaktion so eifrig am fchen Geheimarchive mit einer Vollständigkeit geöffnet hat, die am Wohnungselend schuld sein könne; denn auch in den neutralen Genosse, daß die Wohnungszwangswirtschaft unmöglich Berfe sei und wo überdies eine gewiffe Entspannung in den deutsch Herrn Biviani gestattet aus deutschen Geheimdokumenten zu zitie- Ländern und in den Siegerstaaten, wo keine Wohnungszwangswirt. franzöfifchen Beziehungen fich bemerkbar mache, sehr opportun ren, während die franzöfifche Regierung ihre Archive noch immer schaft bestehe, sei der Wohungeneubau zurückgegangen. Die schlimmen gewesen sei. Anknüpfend daran wird eine gewisse Verwunderung ängstlich verschlossen hält. Den 900 unverkürzten deut- Erfahrungen auf den Gebiet der Ernährung mit der freien darüber zum Ausdrud gebracht, daß die Sozialdemokratie diesen schen Dokumenten stehen lediglich die 160 des franzöfifchen Gelb- Wirtschaft müssen eigentlich die bürgerlichen Parteien warnen. Feldzug unterstüke. buches von 1914 gegenüber, von denen bereits mehrere als Fäl- Ohne Steigerung der Bautätigkeit natürlich keine Hebung der Wohschungen festgestellt wurden. nungsnet! Aber wie die Bautätigkeit steigern? Zunächst durch * Bekämpfung des Wuchers auf dem Baustoffmartt. Das Kubikmeter Selz kostet heute 35 000-40 000 m. Unfortierte sind von 38 2. auf 20 000 2. gestiegen. Mit der Ent Diese Stellungnahme, die ohne Kenntnis des wirklichen Inhalts der Rombergschen Schrift erfolgte und von der man also annehmen darf, daß sie rein provisorisch ist, gibt uns Beranlassung zu einigen Bemertungen und Klarstellungen. Ob der Zeitpunkt der Beröffentlichung besonders opportun gewesen ist, wollen wir weder behaupten noch verneinen. Das konnte jedoch auf unsere Stellungnahme zu diesen Enthüllungen feinerlei Einfluß haben. Die Veröffentlichung war nun einmal erfolgt und wir waren daher, ebenso wie die übrige deutsche Presse, zu einer Stellungnahme verpflichtet. Die Schrift bringt Dokumente zutage, deren Wichtigkeit für die Beurteilung der Kriegsschuldfrage unzweifelhaft ist. Daß die neuen Belastungsmomente, die sie gegen gewisse russische und franzöfifche Staatsmänner hervorbringt, zu einer Entlastung der kaiserlichen Macht haber verwendet werden könnte, ist eine Befürchtung, die wir deutschen Sozialdemokraten nicht teilen. Die Schuld der wilhelminischen Regierung gegenüber der ganzen Welt bleibt auf alle Fälle riesengroß und sie wird keineswegs dadurch vermindert, daß die Legende der Unschuld der Ententestaatsmänner immer mehr zerstört wird; denn je mehr der Kriegswille der Iswolski, Poincaré und Genoffen zutage treten wird, desto unverzeihlicher würde die verbrecherische Dummheit der faiserlich deut fchen Regierung gewesen sein. Besonders gegenüber dem deutschen Bolke bedeutet die Idiotie der wilhelminischen Regierung eine Schuld, die ihr ebensowenig. verziehen werden wird, wie ein etwa nachgewiesener Wille zum Krieg. Dafür, daß der Wirthsche Borstcß nicht von der monarchistischen Reaktion zu einer Entlastungsoffensive zugunsten des schuldbeladenen verjagten alten Regimes ausgenügt wird, wird die deutsche Sozialdemokratie schon sorgen; und wir sind außerdem überzeugt, daß dies weder die Absicht der Erklärungen Wirths war, noch ihre Wirkung sein wird. Das Entscheidende an dem gesamten Problem der Schuldfrage liegt aber für uns in der Tatsache, daß die Lüge der alleinigen Schuld Deutschlands nicht allein in dem Versailler Diktat steht, sondern sogar dessen moralisches Rückgrat bildet. Unter der wahrheitswidrigen Behauptung dieses Artikels 231 hat letzten Endes vor allem die deutsche Arbeiterflasie zu leiden, und deshalb ist es die Pflicht der deutschen Sozialdemokratie, diese Legende zu befämpfen, wenn neue Momente in die Diskussion geworfen werden, bie geeignet sind, der Wahrheit zu ihrem Rechte zu verhelfen. Parteigenossen, Gewerkschaftskollegen! wertung des Gelbes allein find diese Breise nicht zu erklären, mit In Nürnberg ist die Einigung der sozialdemokratischen Parteien vollzogen worden. Die geeinigte Sozialdemofratische Partei trift in ihrer alfen Geschlossenheit und Einigkeit wieder auf den Plan. Arbeiter! Geht von den Betrieben aus in die folgenden Versammlungen in denen über die Aufgaben der geeinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gesprochen wird. Mittwoch, den 4. Oktober: 4½ Uhr: Kammerfäle, Teltower Straße 1 4½ Uhr: Deutscher Hof, Luckauer Straße 15 4 Uhr: Kronen Brauerei, Alt- Moabit 49 4% Uhr: Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21 7 Uhr:„ Kasino", Wildan Donnerstag, den 5. Oktober: 4½ Uhr: Schultheih", Hasenheide 22,31 Freitag, den 6. Oktober: 4 Uhr: ,, Germania- Säle", Chauffeestr. 110 Tagesordnung in allen Versammlungen: Was bedeutet die Einigung der Sozialdemokratie für die Arbeiterklasse?" Referenten: S. Aufhäuser, Eckhard, August Haas, Konrad Hänisch, Erich Kuttner, Franz Künstler, Dr. Richard Lohmann, Meier, Emil Rauch, Emil Rabold, Wilhelm Reimann, Friedrich Schlegel, Heinrich Ströbel. Die den Lohnerhöhungen ebenfalls nicht. Der Lohnanteil an den Wohnungskosten ist gegenüber der Vorkriegszeit gesunken. Gewaltige Mittel müßte das Reich vor allem den gemeinwirta schaftlichen Baubetrieben zur Verfügung stellen. Landesdarlehen müßten heraufgesetzt und die Wohnungsabgabe gen steigert werden. Gemeinden mit besonders starter Wohnungsnot müßten auch bei den Zuschüssen besonders berücksichtigt werden. Ferner ist ein Verbot von Lurusbauten notwendig. Energische Entschlüsse und kräftige Hilfe müssen sofort einsetzen, sonst würden die sozialen Bauvereine zusammenbrechen. Die Folgen wären unabsehbar. Minister für Volkswohlfahrt Hirtsiefer stimmt in vielen Bunkten unferem Genossen zu und betont gegenüber dem Abg. Bredt( Wirtschaftspartei), dem Anwalt der Hausbesizer, daß der Mieterschutz die Wohnungsmieten aus der Balutasphäre herausgehalten und verhindert habe, daß das Hauseigentum in die Hand der Aus länder überging. Die Tätigkeit der sozialen Baubetriebe hob der Minister rühmend hervor. Nach einem langweiligen. öden und blöden Geschimpfe des Kom munisten Kilian auf die Sozialdemokratie sprach dann Abg. Lüdemann( Soz.) über die Bedeutung der Sozialer Baubetriebe. Er wies zunächst auf das unwirtschaftliche Gebaren des 3ementsyndi. tates hin, das mit seiner Breispolitik erreicht hat, daß auch völlig veraltete Werke noch über Wasser gehalten werden. Die Konfurrenz ist ausgeschaltet, der Preis wird dittiert und muß natürlich so hoch sein, daß sich auch diese, mit vorsintflutlichen Methoden arbeitenden, veralteten Betriebe noch rentieren. Die Sozialen Bau betriebe haben durch Verhandlungen mit Außenseitern der Zementindustrie festgestellt, daß der Zement viel billiger geliefert werden fönnte und daß bei neuen Betriebsmethoden mit weniger Kohle die gleiche Menge Zement hergestellt werden kann. Das Ziel muß sein: Steigerung der Produktion im Wohnungsbau. Bahnbrechend für diese Steigerung sind die Sozialen Baubetriebe; fie arbeiten wirtschaftlicher und sozialer. Der Betriebsvorstand im Sozialen Eintritt gegen Vorzeigen des Mitgliedsbuches der USPD. Baubetrieb hat nicht bloß die bescheidenen Rechte eines Betriebsrates, er ist wirklicher Leiter. Bei den Sozialen Baubetrieben haben wir oder SPD. Kollegen können durch Parteigenossen eingeführt Selbstverwaltung der Arbeiter, Mtverantwortung bei werden. Für die Betriebe, die nicht im Bereich der vor- jedem Mitarbeifer, und so ist die Voraussetzung für die Arbeitsstehenden Versammlungslokale liegen, werden demnächst freudigkeit gegeben. Ohne diefe läßt sich bekanntlich auf die Dauer weitere Versammlungen einberufen. die Produktion nicht steigern. Die Sozialen Baubetriebe haben nicht den großen Rontrollapparat des tapitalistischen Betriebes. Es fallen die vielen fleinen Unternehmer weg. Damit sinken die UnSo sind die Was der deutschen Reaktion nügen könnte, das wäre allerdings, wenn in der internationalen Arbeiterbewegung heute noch Stim men laut würden, die jede sachliche Debatte über die Schuldfrage ablehnten und eine Erörterung nur solcher neuen Dokumente zulassen würden, die zu einer Entlastung der Ententeregierungen, also zu einer Bekräftigung des einseitigen Versailler Schuldspruches der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands fosten: Vereinfachung, Busammenfassung, Berbilligung des Betriebs! dienen könnten. Wir sind aber sicher, daß alle französischen Sozialiften mit uns der Meinung sein werden, daß die neuerdings nachgewiesenen Fälschungen und Unterschlagungen des russischen Orangebuches einer fachlichen Erörterung gerade durch internationale Sozialisten erfordern und daß man sich nicht darauf beschränken darf, die Frage der Opportunität dieser Veröffentlichung aufzuwerfen. * Bezirksverband Berlin 3. A.: Reintknecht. Hol3. Kommunistische Enttäuschung. Sozialen Baubetriebe in der Cage, eine erhebliche Senfung der Preise o auf dem Baumarkt herbeizuführen. Das ist volkswirtschaftlich ein Gewinn. Die privaten Bauunternehmer haben in einem RundHalle, 3. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Der lärmend an- schreiben, das dem Kampf gegen die Sozialen Baubetriebe dient, gekündigte kommunistische Demonstrationstag bedeutet für die Kom- die Unternehmer aufgefordert, zum Zwecke der besseren Ron. munisten eine furchtbare Enttäuschung. Während bei den allge- kurrenz gegen die Sozialen Baubetriebe Unkosten und Gewinne Wie WTB. erfährt, wird voraussichtlich von berufener Seite meinen Demonstrationen der Halleschen Arbeitetschaft in der letzten auf ein Minimum einzuschränken. Damit ist also der Beweis geeine Antwort auf Vivianis Aeußerungen zu dem Inter- Beit etwa 50 000-60 000 Arbeiter beteiligt waren, zeigte die öffent- geben, daß die Unternehmer vor der Eristenz der Sozialen Bauliche Demonstration der Kommunisten zugunsten des Reichsbetriebs- betriebe un angemessenen Gewinn einfaltuliert haben. Die Sozialen die seit der Erfindung des Buchdrucks um die Mitte des 15. Jahr war durch die Zeitung und in den Fabriken für die Demonstration müssen ihnen angegliedert werden, um so die Produktivität und Wieviel Bücher gibt es in der Welt? Ueber die Zahl der Bücher, rätekongresses nur eine Teilnehmerzahl von insgesamt 1500. Dabei Baubetriebe find ein Schuß vor Ausbeutung und der Staat hat des halb die Pflicht, diese Betriebe zu fördern. Baustoffbetriebe hunderts erschienen, sind bereits vielfache Schätzungen gemacht eine ungewöhnlich große Propaganda gemacht worden. Zwei unbe- Rentabilität noch zu steigern. Die Kohle aus dem Ueberschichtenworden. Ein englischer Bibliothekar führt an, daß man die Zahl fannte Kommunisten hielten Brandreden, in denen die Worte SPD., abkommen hätte diesen gemeinnütigen Betrieben zugeführt werden der sämtlichen Eisher gedruckten Werke auf 10 bis 20 Millionen ver- USP., ADGB., Berräter fortgesetzt wiederkehrten. Die Demonstranten müffen. Wäre das der Fall gewesen, dann hätten die Bergarbeiter anfchlagt. Die Zahl der sog. Infunabeln, der Frühdrucke, die noch nahmen die Ausführungen mit eisiger Ruhe entgegen. Da zur selben taum irgendwelche Schwierigkeiten gemacht. Die Bergarbeiter ins 15. Jahrhundert falfen, wird auf 40'000 Bände geschäßt. Die Zeit die Hallesche Stadtverordnetenverfammlung tagte ,, ließ man aus wollen wissen, wofür sie mehr Arbeit leisten sollen. Sie wollen nicht, Neuerscheinungen des 16. Jahrhunderts nimmt man mit 570 000 der Menge sechs Vertreter wählen, die sich zur Versammlung der daß der Gewinn aus dieser Mehrarbeit in fremde Taschen fließt. Die Bänden an, im 17. Jahrhundert waren es schon 1250 000, im Stadtverordneten zu begeben hatten, um die Forderung auf An- Sozialen Baubetriebe find 18. Jahrhundert 2 Millionen und im 19. Jahrhundert 8 250 000. erfennung eines Rontrollausschusses der Betriebsräte durch den ein Schriff zur Sozialisierung. Damit würde die Gesamtsumme der gedruckten Werke bis zum Anfang unseres Jahrhunderts auf 12 110 000 verschiedene Bücher be- Halleschen Magistrat zu verlangen. Als die Stadtverordnetenver- Selbst Parteifreunde Dr. Grundmanns( D. Vp.) haben die Ueberaiffert werden. Nicht gerechnet sind dabei die periodischen Ber- fammlung es ablehnte, die Delegierten zu empfangen, entstand ein legenheit der Sozialen Baubetriebe anerkannt. Wer den Fortschritt öffentlichungen, die man nicht als Bücher bezeichnen tann und deren Höllenlärm auf der Tribüne im Stadtverordnetensaal. Der Stadt- der Wirtschaft und damit das Wohl des Volkes fördern will, muß ( BeiBahl auf etwa 15 Millionen geschäkt wird. Die Menge von Neu- verordnetenvorsteher ließ die Tribüne räumen, worauf jugendliche uns also im Kampfe für die Sozialen Baubetriebe helfen. erscheinungen, die alljährlich in unserem Jahrhundert herausge- Kommunisten die Internationale abfangen. Nachdem die Tribüne falls links.) Nach einer nochmaligen Auseinanderfeßung zwischen Dr. Bredt geben worden sind, ist auch nicht ganz genau zu bestimmen. Man geräumt war, drangen die kommunistischen Abgesandten der Demon- und dem Wohlfahrtsminister über den Mieterschuh, den schließlich schätzt aber die Bücherernte eines Jahres auf mindestens 283 000 ftration mit Gewalt in den Stadtverordnetensaal ein. Die Sigung auch der Sprecher der Wirtschaftspartei als notwendig anBände. Nimmt man die durchschnittliche Zahl der Neuerschei- wurde auf 10 Minuten unterbrochen. In einem Privatgespräch teilte erkennen mußte, schloß die Aussprache. Die Anträge zur Ernährungsnungen in den legten 22 Jahren nur mit 200 000 Bänden das Jahr der Vorsteher der Delegation mit, daß die Stadtverordnetenverfamm- und Wohnungsnot, soweit sie noch nicht in den Ausschüssen behandelt an, so ergebe das eine Summe von 4400 000 Bänden feit 1900. lung eingangs 20 Millionen Mark zur Linderung der Not der Be- wurden, gehen an die Ausschüsse. Die Abstimmung über die übrigen Nach diesen Berechnungen beträgt also die Gesamtzahl der gedruckten Werke in der Welt über 16% Millionen. Fragt man nun pölkerung bewilligt habe. Darauf zog die Delegation befriedigt mit Anträge erfolgt am Mittwoch. Hierauf tritt das Haus in die gemeinsame Beratung von neun weiter nach dem Wert diefer ungeheuren 3ahl, so kommt man mit dem Bemerken ab, daß die kommunistischen Stadtverdem Bibliothekar zu fehr peffimistischen Betrachtungen. Der ordneten die ganze Geschichte inszeniert, den Delegierten Uranträgen und drei Broßen Anfragen über Bücherkenner behauptet, daß von diesen 16 Millionen Neuerschei- von dem Beschluß der Stadtverordneten aber nichts gesagt hätten. nungen höchstens 50 000 der dauernden Erhaltung mert gewesen Von der Forderung auf Anerkennung des Kontrollausschusses war ein. Es handelt sich dabei u. a, um das Gemeindewahlrecht, die Flücht< feien; vielleicht feien es auch nur 20 000 Bücher, die sich noch lebendig feine Rede mehr, ein Beweis, wie wenig tief selbst bei den Kom- linesnot, Rotstandsmaßnahmen, Feststellungen der Verdrängtenerhalten haben, und jedenfalls würde es einem schwer werden, auch munisten das Bedürfnis nach Kontrollausschüssen ist. mur 5000 Büchertitel aufzuzählen von Werken, deren Verlust die Menschheit arm machen würde. Bolfsbühne, Theater am Bülowplay. In Abänderung des Spielplans gelangt am 6. nicht leber die Straft"( I. Teil), sondern um 72 Uhr: Der Berschwender zur Aufführung. " Kapitaliſtenziel Sowjetrußland. die Verhältnisse in Oberschlesien schäden, Wohnungs- und Beamtenfragen. Nachdem Abg. Göbel( 3.) eine Große Anfrage seiner Partei über die Wohnungsnot in Oberschlesien begründet hat, vertagt sich das Haus auf Mittwoch, 12 Uhr. Schluß 45 Uhr. Schulterror in Oftoberschlesien. Moskau, 2. Dftober.( RTA.)„ Ekonomitscheskaja Shifn" hat einen Artikel Krassins über die Aussichten des russischen AußenNach Artikel 106 des Genfer Abkommens über Oberschlesien Im Leffingmuseum lieft Berner Schmit am 6. Oftober abends 8 11hr handels im nächsten Wirtschaftsjahre veröffentlicht. Es heißt darin: aus Werken moderner Dichter: Lieder des Denkens und der Liebe. Eintritt frei Das laufende Jahr war das erste, in dem wir eine Entwicklung haben die Erziehungsberechtigten die Schule zu beZum Gedächtnis Ludwig Feuerbachs hält Gen. Dr. Abel ambes Exports erzielten. Dieser Aufschwung ist der größte Er stimmen, in der die Kinder unterrichtet werden sollen. Auf Grund 4. d. m., abends 7, Uhr, Georgenstr. 30, bei unentgeltlichem Gintritt einen folg unserer neuen Wirtschaftspolitik. Alle russischen Wirtschafts- dieser Bestimmung wurden in Polnisch- Oberschlesien in manchen Vortrag. organe müssen zur Erreichung dieser Ziele bewußt behilflich sein. Gemeinden bis zu 90 Proz. der Kinder für die deutsche MinderheitsIm Dom veranstaltet alter Fischer am Donnerstag, 8 Uhr, ein Dazu ist die Heranziehung des ausländischen Kapi- schule angemeldet. Daraufhin hat der Woiwode, im Gegensatz zum Drgellonzert, tei dem Frau Rofe Walter( Sopran) und Herr Hans Buzet als erforderlich. Die vorliegende Form für die Mitarbeit des Abkommen, durch eine Verordnung vom 21. August 1922 bestimmt, Haffe( Violine) mitwirken. Eintritt gegen Entnahme eines Programms( 5 M.). Auslandskapitals in Gestalt gemischter Gesellschaften und die Teil- daß die Schulleiter die Nationalität der Schüler festzustellen Die Eintrittspreise für die preußischen Schläffer sind von jezt nahme der Regierung begegnen nie prinzipieller Einwendung. Die haben. Dabei haben die meist polnischen Schulleiter auch alle eheab allgemein auf 100 M. für das Marmorpalais, die Bildergalerie in Sanssouci, das Schlok auf der Pfaueninsel und Schlog Charlottenhof auf wichtigsten Gesellschaften, wie Hamburg- Amerika- Linie, AEG., mals als zweisprachig bezeichneten Kinder der polnischen Schule 50 M. festgelegt. Deutsche und Deutschösterreicher zahlen den ermäßigten Siemens, Stinnes, Vickers, arbeiten auf solcher Basis oder führen überwiesen. Gegen diese und allerhand andere Uebergriffe hat der Preis von 20 M. bzw. 10- M. Verhandlungen zur Gründung solcher Gesellschaften. Die Hinder- deutsche Vertreter in der Gemischten Kommission Beschwerde beim nisse liegen nicht in den Wirtschaftsbedingungen, sondern in dem neutralen Vorsitzenden eingelegt. politischen Druck der Alliierten, die Rußland in die Knie ingen möchten. Im nächsten Jahre wird die Sowjetrepublik auch diese Hindernisse überwinden. Dein Tanz, er ist schon Hochverrat. Jadora Duncan hat Bech. Erft reformierte sie den Tanz, dann begeisterte fie die Griechen zum Strieg gegen die Hunnen, und auch im Hl. Rußland fand sie nicht das ersehnte Paradies. Die Sowjelleute verstanden offenbar nicht die Revolution ihrer In Amerika ist ihr gar mitsamt ihrem Gatten, dem russischen Dichter Keffinin, die Erlaubnis verweigert worden, sich dort aufzuhalten. Die Behörden erklären, daß das Paar verdächtig sei, Agenten bolschewistischer Propaganda zu sein. Beine. Der Fall Auer- Arco. In einer Sigung der sozialdemokratischen Landtagsfraktion, des Landesvorstandes und anderer Parteiinftanzen wurde die Angelegenheit Auer für erledigt erflärt. Wegen der Die„ Deutsche Zeitung" ist in den Brüdenköpfen Düsseldorf und Uebersendung des Rosenstraußes an Arco sprach die Sigung ihre Duisburg- Ruhrort endgültig verboten worden. Mißbilligung aus, Gewerkschaftsbewegung Die Aussperrung im Siemens- Werner- Werk. Hierzu erhalten wir eine eingehende Darstellung, der wir ent= nehmen: ,, In dem Werk sind bisher den gesetzlichen Betriebsräten stets die größten Schwierigkeiten von dem Direktor Jungheim bereitet worden. Man verlangte, daß die Betriebsräte sich auch bei der ge= ringsten Kleinigkeit bei der Direktion abmelden müssen, oder man verhängte sonstige kleinliche Schikanen über die Betriebsräte. Anläßlich einer Verhandlung des Borsitzenden des Betriebsrats, des Kollegen Werner, vor dem Gewerbegericht( in feiner Freizeit!), erteilte ihm die Direktion des Wertes eine schriftliche Verwarnung, weil er als Arbeitnehmer des Siemens- Werkes sich erlaubt hatte, als Prozeßbevollmächtigter aufzutreten. Die Direktion steht auf dem Standpunkt, daß ein Arbeitnehmer auch nicht in seiner Freizeit das Recht hat, als Prozeßbevollmächtigter vor dem Gewerbegericht aufzutreten. Der Borsigende des Betriebsrats hat in einer Gegenschrift der Direktion die Auffassung des Gesamtbetriebsrats dargelegt. Zum Freitag, den 29. September, war auf Grund des Tarifpertrages zwischen dem Verband Berliner Metallindustrieller und dem Deutschen Metallarbeiterverband nach dem Siemens- Werk, Abteilung Bahnhalle, eine paritätische Kommission entsandt worden von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Die über diese Streitfrage entfcheiden sollte. Der derzeitige Borsigende des Betriebsrats, Kollege Müller, Mitglied des Metallarbeiterverbandes, wurde von seinem Berband beauftragt, im Auftrage der Organisation die paritätischen Berhandlungen mitzuführen. Die Leitung der Bahnhalle lehnte es ab, im Beisein dieses Vertreters des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Verhandlungen einzutreten, weil er in einer anderen Abteilung des Siemens- Wertes beschäftigt sei. Im Laufe des Lages wurde Müller zur Direftion gerufen und ihm eröffnet, Daß er weil er sich nicht ordnungsmäßig abgemeldet habe gemäß§ 123 GO. fristlos entlassen sei. Dem Gesamtbetriebsrat wurde verboten, innerhalb des Werkes cine Gesamtbetriebsratssitzung abzuhalten, die zu dem Fall Müller Stellung nehmen sollte. Er war daher gezwungen, die Verhandlungen außerhalb des Betriebes zu verlegen. Entgegen dem angegebenen Entlassungsgrund steht die Tat sache, daß Müller telephonisch versucht hat, sich bei einem der Herren Direktoren abzumelden. Keiner der Direktoren war zu er= reichen, deshalb hinterließ er der Sekretärin den Bescheid, daß er im Auftrage der Organisation an einer Berhandlung teilzunehmen habe und daher das Werk verlasse. Dasselbe teilte er Herrn Bennewiß, dem Vorsteher des Lohnbureaus sowie seinem vorgesetzten Meister mit, die ihm auch dazu Urlaub gewährten. Müller hat also alle Instanzen davon benachrichtigt, um was es sich handelte, dennoch wurde er fristlos entlassen. Angestellten am Mittwoch, den 4. Oktober, wieder zu öffnen. I der Abstimmung wurde die Abmachung zwar angenommen, Die Wiederaufnahme der Arbeit in den Werkstätten wird jedoch die Erwartung ausgesprochen, daß den berechtigten Fordevon dem Ergebnis der oben erwähnten Verhandlungen abhängen. rungen der Arbeiterschaft von den Arbeitgebern bei der nächsten Lohnverhandlung Rechnung getragen werde. Lohnvereinbarung in der Metallindustrie. Mit Wirkung vom 25. September 1922 gilt folgende Fassung des Teiles III des Rahmentarifvertrages: Es werden folgende Beträge für die Tariffäße vereinbart: a) männliche Arbeiter. Stundenlohn bei Klasse I " " " " Affordbasis+ fester Stundenzuschlag 1. Arbeiter über 21 Jahre: 52 M.+25 M. " 75-78 M. 74-77 71-74 69-72 67-70 51 " " 49 " W +24 +23 " " " 48+22 " " 9 47+21 " 21 Jahren: 66-69 M. 64-67 61-64 60-63 58-61 " " 51+ 24 " " " 49+23 " " 48+22 " 2. Arbeiter bon 18 bis Klasse I II JII " IV W V " " 52 M. 25 M. " " 47+21 3. Jugendliche Arbeiter unter 18 Jahren: Im Alter von 14 bis 15 Jahren 28 M. Stundenlohn. 37 ช 15 16 " 16 17 " " " " " # 17 18 30 38 42 PP " P " " " Einstellungslohn 1 M. weniger. b) weibliche Arbeiter. 1. Arbeiterinnen mit abgeschlossener Lehrzeit erhalten gleichen Leistungen wie die männlichen Arbeiter die unter a 1 btv. a 2 aufgeführten Stundenlöhne und Alfordbasen. Soweit gleiche Leistungen nicht vorliegen, 35 Proz. der unter a1 bzw. a 2 aufgeführten Stundenlöhne und Affordbasen. 2. Arbeiterinnen, soweit sie nicht unter b 1, 3 und 4 fallen, erhalten bei gleicher Arbeit wie die männlichen Arbeiter 75 Proz. der unter a 1 bzw. a 2 aufgeführten Stundenlöhne und Attorbafen. 3. Arbeiterinnen an Maschinen und Handarbeiterinnen, deren Leistungen nicht mit den Leistungen männlicher Arbeiter verglichen werden können: Arbeiterinnen über 21 Jabre: 51,50-53 M. StundenIohn, Alfordbasis 36 M. und fester Stundenzuschlag 17 M. Arbeiterinnen von 18 bis 21 Jahren: 44,50-46 M. Stundenlohn, Affordbasis 36 m. und fester Stundenzuschlag 17 M. 4. In der Glühlampenindustrie beschäftigte Arbeiterinnen: Alfordbasis+ fester Stundenzuschlag Bei den Verhandlungen, die auf Grund dieses Vorkommnisses mit dem Verband Berliner Metallindustrieller nachgesucht wurden, bei denen aber( entgegen aller bisherigen Gepflogenheit) nicht ein verantwortlicher Vertreter des Unternehmerverbandes zugegen war, sondern lediglich vier Herren des Siemens- Werner: Werkes auf der einen Seite und die Organisationsvertreter 3ista, Urich und Müller als Bertreter der Arbeitnehmer, 5. führte Herr Direktor Jungheim den Vorfik. Bennewig erflärte, es hätte niemand mit ihm telephonisch gesprochen. Der Meister aber mußte zugeben, dak Müller bei ihm um Urlaub nachgesucht habe. Der Bersihende des Betriebsrats wies fofort nach, meil er gewißt durch frühere Vorkommnisse sich einen Zeugen bei der Anfrage um Urlaub beschafft hatte, daß die Behauptungen der Herren Jungheim und Bennewiz falsch seien. An dem Telephonapparat ist ein Mithörapparat angebracht. " Stundenlohn " " " Arbeiterinnen über 21 Jabre: Gruppe I.. 51,50-53.M. 36,50 M. 17 M. II. 51,50-53 36, +17 Arbeiterinnen von 18 bis 21 Jahren: Gruppe I. 44,50-46 M. 36.50.+ 17 M. 44,50-46 36,+17 Jugendliche Arbeiterinnen unter 16 Jahren: Im Alter von 14 bis 15 Jahren 27 M. Stundenlohn. II " G . B " 1 " 15 16 " 16 17 " " " " " " 17 18 28 35 37 " " " " " " " Einstellungslohn 1 M. weniger. " 1 " c) Teuerungszulagen bleiben wie bisher bestehen. Die Vereinbarung hat Geltung bis zum 29. Oftober 1922. Alle anderen Abmachungen, wie sie sich aus dem Tarifvertrag und der Verhandlung vom 28. August 1922 ergeben, bleiben bestehen. Bauanschläger. Organisation in der Lebensmittelindustrie. Von der Hauptverwaltung des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurants und Café- Angestellten wird uns geschrieben: In der Abendausgabe des Vorwärts" vom Montag, den 2. Oktober, wird der Bericht einer Kommission veröffentlicht, der zu irrigen Meinungen. Veranlassung gibt und geeignet ist, unnötige Auseinandersetzungen herbeizuführen. Hauptverwaltung, Beirat und Verbandsfunktionäre baben in einer Konferenz im März d. J. die Frage der Organisationsform eingehend beraten und eine Ver schmelzung, wie sie auch in dem Bericht dieser Kommission propagiert wird, abgelehnt. Die Ablehnung wird u. a. insbe sondere auch damit begründet, daß das Gastwirts und Hotelgewerbe eine abgeschlossene Industrie für sich darstellt, und die Organisation der gastwirtschaftlichen Arbeitnehmer als Industrieverband gelten kann. Dieser Beschluß besteht auch noch nach der Entschließung des Gewerkschaftskongresses in Leipzig zu Recht. llebrigens hat der Antragsteller der angenommenen Resolution, Genosse Dißmann, ohne Widerspruch zu finden, anerkannt, daß für das Gastwirts- und Hotelgewerbe eine besondere Industrieorganisation notwendig sein wird. Die weitere Entscheidung wird der nächste Verbandstag zu treffen haben. Der Ausschuß des Gewerkschaftsbundes hat zur weiteren Beratung der Organisationsfrage eine große Kommission eingesetzt, deren Arbeit mindestens aufgeklärt werden soll, bevor Beschlüsse gefaßt werden, die schließlich keine Seite befriedigen. Uns scheint, daß es zurzeit auch für die örtlichen Verwaltungen wichtigeres zu tun gibt, als über die Organisationsform zu streiten. Löhne in der Hutmacherbranche. Die dem Deutschen Hutarbeiterverband angeschlossenen Arbeit nehmer der Damenstrohhut- und Reparaturbranche nahmen in einer gut besuchten Versammlung am Montag in Wilkes Festsälen den Bericht über die letzten Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern entgegen, der vom Bevollmächtigten Möckel gegeben wurde. Die Berhandlungen führten zu lebhaften Auseinandersetzungen und hatten schließlich das Ergebnis, daß der Spigenlohn für die letzte Septemberwoche von 51 auf 74,80 Mark für männliche Arbeitskräfte festgesetzt wurde. Weibliche Kräfte erhalten 70 Prez. weniger. Für die Zeit bis zum 25. Oktober soll der Spihenlohn 90,10 m. für männliche und 63,07 m. für weibliche Kräfte betragen. Hierzu kommt in beiden Fällen ein Kopfzuschlag von 65 Pf. Die Filzhutbranche erhält für die letzte Septemberwoche einen Buschlag von 274 Prez. und vom 28. September bis zum 25. Oftober von 350 Pro3z. Nach einer längeren Aussprache und einem Schlußwort von Möckel, in dem er zum Lesen der Arbeiterpreffe aufforderte, wurde den Abmachungen der Verhandlungskommission zugestimmt. Achtung, Sperre! Bei folgenden Firmen befinden sich die Holzarbeiter im Streit: Zwietus, Salzufer, E. Schulz, Wassertortraße, Bornmann, Zenghofftr. 3, Frister und Roßmann, Stalizer Straße, Albatros- Friedrichshagen, NAG.- Oberschöneweide, Maffei Werke, Wildau. Zuzug ist nach diesen Firmen streng fernzuhalten. Die Funktionäre aller in der Metallindustrie beschäftigten Holz arbeiter nehmen am Donnerstag, den 5. Oftober, abends 61% 11hr, im Verbandshaus, Rungestraße 30, Arbeitslojeniaal, zur Situation erneut Stellung. Jeder Betrieb der Metallindustrie muß vertreten sein. Deutscher Werkmeister- Verband. Holzindustrie: Mittwoch 7 Uhr, Mitglieder Bez. V. 23, Chemie: Mittwoch versammlung im Klubhaus, Ohmstraße 2 7 Uhr, Generalversammluug in Saverlands Feftfälen, Neue Friedrich- Str 35. Deutscher Benarbeiterverband, Bezirksverein Berlin. Mittwoch von 6 bis 8. Uhr Urabstimmung über den Schiedsspruch des Bezirkslohnamtes in den bekannten Abstimmungslokalen. Zentralverband der Angestellten. Mitgliederversammlungen. Blusen, Damen-, Mädchenmäntel, Serren, Knaben- Konfettion und Herrenwäschebranche: Seute, Mittwoch, 5½ Uhr in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 9/11., Textilindustrie, Färbereien, chemische Waschanstalten: DonnersCharlottentag 7 Uhr in der Neuen Philharmonie, Köpenider Str. 96/97. burg: Donnerstag 7 Uhr für alle in Charlottenburg wohnenden Kollegen und Kolleginnen im Restaurant Bohne, Charlottenburg, Schloßftr. 45. Sichtenberg- Friedrichsfelde: Donnerstag 7% Uhr für alle in Lichtenberg- Friedrichsfelde wohnenden Kolleginnen und Kollegen im Logen- Kafino, Knorrpromenade 2. Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten. Heute pier große allgemeine Mitgliederversammlungen. Nachmittags 5 Uhr: SophienGäle, Gophienstr. 17/18. Nachts 1 Uhr: Augusta- Viktoria- Säle, Lutherstr. 31/32, Friedrichshof, Friedrichstr. 41 Ede Rochstraße, Haverlands Festfäle, Neue Friedrichstr. 35, Eingang Rochstraße. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Der neue Tarifvertrag. Unsere Oktoberlöhne. Weil die Art der Verhandlung und die Parteilichkeit der Vertreter des Siemens- Werkes jede Aussicht auf Einigung von vornherein ausschloß, bestanden die Bertreter des Deutschen Metallarbeiterverbandes darauf, daß unter allen Umständen der Vorfiz einem 11nparteiischen vom Verband Berliner Metallindustrieller Die Branche der Bauanfchläger( Mitglieder des Deutschen Metallübertragen werden sollte. Zufälligerweise war kein Herr des Ber- arbeiterverbandes) nahm am Sonntag im Gewerkschaftshaus in einer bandes Berliner Metallindustrieller zu erreichen. Deshalb wurden die gut besuchten Versammlung Stellung zu dem am 21. September Berhandlungen abgebrochen. gefällten Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses für die zweite Am Montag vormittag erfuhr die Belegschaft erst, was Septemberhälfte. vorgefallen war, da sie während zweier Tage nicht im Werk war, Die Mitgliedschaft fand einen derart furzsichtigen Standpunkt, weil Inventur vorgenommen wurde. Es entstand darüber begreif- wie er in diesem Schiedsspruch zum Ausdruck kommt, direkt provolicherweise eine große Erregung bei den Arbeitern. Sie verzierend und nahm folgende Entschließung an: sammelten sich auf dem Hof und verlangten von den noch anwesenden„ Unter Berücksichtigung, daß durch den Schiedsspruch vom Betriebsräten einen Bericht. Diese teilten mit, daß die Direktion 21. September die Gruppe Bauanichläger in der Lohnhöhe hinter es verboten habe, in einer gemeinsamen Sigung zu der Entlassung allen anderen Bauberufen zurückgeblieben ist, faßt die Versammlung Stellung zu nehmen. Dadurch steigerte sich die Empörung der Be- den Beschluß, an der für den Monat Oftober geforderten ohnleafchaft noch mehr, und die Arbeiter gingen infolgedessen selbst zur erhöhung von 50 Pro 3. auf die Septemberlöhne unter allen Direktion und verlangten, daß der Betriebsratspor- Umständen festzuhalten und diesen Beschluß den Arbeitgebern fizende wieder eingestellt werden soll. Herr Direktor am 2 Oftober befanntzugeben, damit die Arbeitgeber über die ernste Jungheim, der inzwischen fluchtartig das Werk verlassen hatte, Situation im Gewerbe unterrichtet sind." wurde durch Herrn Direktor Hettler vertreten. Derselbe erklärte den Arbeitern schriftlich, daß Müller am Dienstag als Vorsitzender des Betriebsrats wieder eingestellt werden solle und die Entscheidung der Instanzen abgewartet werden würde. Zuvor hatte Direttor Jungheim den im Werk anwesenden Betriebsräten mitgeteilt, daß die Verhandlungen zwischen den Organisationen gescheitert seien, weil der Deutsche Metallarbeiterverband sich geweigert hätte, in Verhandlungen mit Direktor Jungheim einzutreten und fein Vertreter zu spät zur Verhandlung erschienen sei. Ist diese Behauptung, wie sie die Betriebsräte in der Betriebs- wollten die Unternehmer Abstand genommen wissen, schließlich sollte fammlung aller dem Reichsmantelvertrag unterstehenden Betriebe in Kliems persammlung im Vergnügungspark Jungfernheide berichteten, richtig, dann hat Herr Direktor Jungheim die unwahrheit gefagt. Zu der ersten Provokation der Direktion fam am Dienstag die zweite, indem man 13 000 Arbeiter entlassen und die Angestellten des Siemens- Werner- Wertes beurlaubt hat. Die Bemühungen des Gesamtbetriebsrats, am Dienstag nun eine Ber= handlung mit der Direktion über die Aussperrung der Arbeiter herbeizuführen, führten zu keinem Ergebnis, da die Leitung des Siemens- Berkes fategorisch erflärte, in irgendeine Verhandlung mit dem Gesamtbetriebsrat nicht einzutreten. Sie versucht nun gefliffentlich in der Deffentlichkeit die Meinung dahingehend zu täuschen, als wenn die Arbeiter daran schuld wären, daß das Werk geschlossen werden mußte. In Wirklichkeit ist es der brutale Machtstandpunkt der Herren Siemensgewaltigen." * Lohnbewegung der Töpfer. Die Verhandlungen über eine Lohnerhöhung zum 1. Oftober find gescheitert. In der Verhandlung am 2. Oftober machten die Unternehmer nur çana minimale Zugeſtändnisse. Statt der geforderten 50 prozentigen Lobnerhöhung wollten sie nur 10 Proz. zubilligen. Die Erhöhung des halben Stachelpreises bei Schmelzarbeiten wurde zunächst abgelehnt und sollte dann der Schlichtungsfommiffion überwiesen werden. Von einer Erhöhung der Hilfsarbeiterföhne auch hierüber die Schlichtungskommission entscheiden. Die Vertreter lehnten diese Angebote als ungenügend ab. Am Freitag wird eine Versammlung der Töpfer bei Wille, Sebastianstr. 39, darüber weiteres entscheiden.( Siehe Versammlungsanzeige.) Oktoberlöhne der Landschaftsgärtner. Zentralverband der Schuhmacher. Donnerstag 5 Uhr in den ResidenzFestfälen, Landsberger Str. 31, Bersammlung aller Funktionäre der Schuhindustrie italieber ernst, AfA- Mitglieder in Kunst- und Bauschlossereien und Geldschrankfabriken! Donnerstag 5 Uhr in der Schulaula Böttgerstraße wichtige Bersammlung. Die Markkatastrophe, ihre Ursachen und Folgen." Referent Rollege Stasper. Aufstellung der Oktober- Forderungen. Neuwahl der Tarifkommission. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Branche V, Stadtfuhrpark: Donnerstag 6 Uhr in der Blumenstr. 10( Rosenfaal), Branchenvollversammlung der Fuhrämter, Straßenreinigung und Müllabfuhr. Deutscher Wertmeisterverband, Bezirk 15. Fachgruppe Papier: Generalverfammlung Freitag 5 Uhr im Klubhaus, Ohmstr. 3. Deutscher Transportarbeiterverband, Gektion II. Freitag 7 Uhr in den Resi benz- Festfälen, Landsberger Str. 31, Gettionsversammlung. Bericht vom Ge wertschaftstonareß und vom Verbandstag. Zentralverband der Töpfer. Freitag abend 6 Uhr außerordentliche MitDer Vorstand. aliederversammlung bei Friz Wilte, Sebastianstrabe 39. Unsere Lohnbewegung. Achtung, Holzarbeiter! Freitag abend 7 Uhr allgemeine FunktionärverDie Funktionäre müssen um 5½ Uhr erscheinen. mit eingeladen und treffen fich im Vorraum bei Kliem. Mitgliedsbuch und Festfälen, Hasenheide 14/15. Die Berwaltungsmitglieder find zu 5½ Uhr hierDie Orts Funktionärausweis ist vorzulegen. Ohne dieselben kein Zutritt. verwaltung. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Bezirk 6, Kreuzberg. Montag, 9 Ottober, 6 Uhr, in Gliefings Festfälen, Berlin, Waffertorstraße. Bezirksbersammlung. Berantwortlich für den redatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Drud: Th. Glace, Berlin. Verlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S... Berlin. Hierzu 1 Beilage. 25% weniger Gas Die Vertreter des Verbandes der Gärtner und Gärtnereiarbeiter haben mit den Arbeitgebern über eine Erhöhung der Löhne Vorwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baal Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 verhandelt und eine Berständigung erreicht. Wie Bernotat in der Versammlung der Landschaftsgärtner am Sonntag in Boekers Festsälen berichtete, sollen die Gärtner ab 1. Oftober im ersten Jahre der Branchentätigkeit einen Stundenlohn von 76 M., nach einjähriger Tätigkeit 80 m. erhalten. Obergärtner und Anlagenleiter 84, Arbeiter 72 und Frauen 42 M. Die unter 20 Jahre alten Arbeiter erholten 10 Proz. weniger. Die Zulage beträgt rund 33% Prozent. Um dieses Ergebnis zu erreichen, mußte dreimal verhandelt werden. Bom Borsitzenden Wolfänger wurde der Bericht noch in einigen Buntten ergänzt. Das Breffebureau des Siemens- Ronzerns verbreitet folgende Mitteilung: Die auf Ersuchen des Deutschen Metallarbeiterverbandes zwischen diesem und dem Verband Berliner Metallindustrieller eingeleiteten In der folgenden Diskussion wurde von den Rednern das ZuBerhandlungen zur Beilegung des Streitfalls im Werner- Wert der geftändnis als nicht befriedigend bezeichnet. Es gewähre bei weitem Siemens u. Halste A.-G. haben gestern nachmittag ihren Anfang nicht soviel, als heute zum Lebensunterhalt dringend erforderlich genommen. In Rücksicht auf diesen Umstand hat sich die Direktion sei. Es wurde ferner die Spanne von 10 Prozent zwischen den der Siemens u. Halske A.- 3. entschlossen, die Bureaus für die Löhnen für junge und ältere Arbeiter als zu groß bezeichnet. Bei Trabrennen Mariendorf Mittwoch, den 4. Oktober nachm. 1 Uhr: 8 Rennen Zinshaus sucht Margonal, Belle- Alliance- St. 32 Arbeitskleidung Zinn Hosen Gold-, Silber- Bruch 390 bis 1900 M Quecksilber Hemden, UnterGesamtpreise 540 000 Mk. Blel, Kupfer, Platin Spezial- Arzt Dr. Helsterkamp, Geschlechts-, Haut-, Harn, Frauenleiden; Syphilis Kuren, Blutuntersuchg. In der Heilanst. ,, Löser" nahe usw. Hemden, Unterhosen, Socken tauft a. Engrospreife Berufskleidung Scharnow, Lange Str. 35 Gute Ware! am Schlesischen Bahnhof Billigste Preise! Lange Straße 90. Laden. Gerh. Kohnen, Vorwärts" Neukölln, Dir. 0. Löser, Münzstr. 9, Alex- Pl. Kriegsjahrg. fauf Hermannstr. 76/77. 9-1, 4-8, Sonnt. 10-12, Damen separat. Lagerk. 6 Berlin 9.1 50 Drum prüfe, wer sich ewig bindet! O Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preis einzig dastehend Trauringe 1 Ring Dukatengold v. M. 1350 an 1 Ring 58 gestempelt v. M. 1000 an ges. gesch. 1 Ring 333 gestempelt v. M. 650 an N, H.Wiese, Juwelier Berlin N. 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War das auch etwas sehr volltönend, so gehörte doch tatsächlich zu solcher Einrichtung nicht viel. Wer nur ein wenig Bescheid waste mit der Sache, konnte zu Hause in irgendeinem Blechtopf Seife tochen, sie erfalten lassen, in Stücke schneiden und in eine Form pressen. Die Bestandteile waren billig, wurden halb verschenkt. Nur die Konkurrenz fonnte abschreden. Es gab fair foviel Seife wie Dreierschrippen beim Bäcker. Weil aber trotz aller Konkurrenz gut verdient wurde, schossen die Seifenfabrikanten und Seifenhändler wie die Pilze aus dem Boden. Biele Hausierer fanden tabei ihr Brot. Während der letzten Kriegsjahre und noch in der ersten Zeit nach dem Kriege, als es selbst in den größten Seifenfabriken an den technischen Bedarfsmitteln fast vollständig fehlte, wurden die Hausfrauen von Kaufierern, vielfach Soldaten, die sich ausländische Seifen zu verschaffen gewußt hatten, überschwemmt. Freilih war zwischen Seife und Teise schon immer ein gewaltiger Unterschied. So ganz leicht ist es denn doch nicht, eine wirklich gute Seife herzustellen. Jeder Fabrikant, jeder Händler ist willenlos abhängig geworden von dem auch auf diesem Gebiete ins Phantastische gefties genen Preisdiktat für Rohstoffe. Den Verbrauchern gehen die Augen über, wenn sie hören, welche Riesensummen die Fabrifanten anlegen müssen, che sie überhaupt an die Fabrikation von Seifen, Cremen, Basten und dergleichent denten fönnen. 200 bis 500 Prozent Aufschlag. Der Wirt" Mittwoch, 4. Oktober 192. Berlin von heute noch regelrechte, wohlgepflegte Reitwege gibt. Ein Ueberbleibsel aus jener Zeit, wo die Residenzstadt dem Lurusbedürfnis willfähriger als heute entgegentam, wo man für eine verschwindend kleine Oberschicht, für Geburts- und Finanzaristofratie und für ihre Erholung" noch Millionen Steuergroschen der= schwendete. Heute ist der Glanz und der Schimmer der Uniformen Ausländischem, auf dem hier behandelten Gebiete, besonders nach von diesen Reitwegen verschwunden, aber das eigene Reitpferd ist französischen Marken, stellt man sich ein starkes Armutszeugnis aus. als Mittel für einen ganz besonders erflusiven Sport, als Zeichen Die deutsche Kosmetik ist so vorgeschritten, daß sie, wenn das Pu- eines Reichtums, der sich alles leisten kann, auch im Zeitalter des blikum mitgeht, die ausländische Konkurrenz gar nicht zu fürchten Automobils geblieben. Wir haben heute allerdings nur noch 500 braucht. Schon in den letzten Friedensjahren waren deutsche Erzeug Reitpferde in Berlin, deren Besitzer Hunderttausende für den Erwerb, tisse bei bedeutend niedrigeren Preisen den fremdländischen durch- Reitpferde in Berlin, deren Besitzer Hunderttausende für den Erwerb, und notgedrungen Rohstoffe vom Ausland, aber die Verarbeitung jedem Tage in der Frühe einmal die erbärmliche Welt der Arbeit aus gleichwertig, vielfach überlegen. Man bezieht selbstverständlich Hunderttausende für die Erhaltung alljährlich dranwenden, um ant mit deutscher Technik ist auf der Höhe. Bei uns wie jenseits der aus der Höhe" zu betrachten und mit dem Wallensteinschen Kürassier Grenze spielt jedoch die Aufmachung" eine große Rolle. Das ist zu sprechen: ein gewaltig verteuernder Fehler, aber orläufig nicht zu ändern. Bunte Faltschachteln, schön geformte Bleituben, geschliffene Flatons, Schleifen und Bilder, stattliche Kartons müssen Augenweide sein und geradezu Suggestionstraft ausüben. Das wird vom Publifum verlangt. Deshalb fann auch die beste Ware, die allein durch sich selbst, durch ihren inneren Wert bestechen sollte, auf solche ,, Blender" die Nase nicht befriedigt, ist zum Absterben verurteilt. Aber was nicht verzichten. Ganz besonders wird auf Duft" gefehen. Was kostet das alles, und welche Fülle von Nebenarbeit erfordert es! mehr als die Hälfte des Wertes und Preises der eigentlichen Ware wird davon verschlungen. Wer aber diese Augen- und Nasenweide nicht mitmacht, wird verschlungen von der Konkurrenz. Die Parfüms. Beige mir wie du riecht, und ich werde dir sagen, wer du bist! Parfüms waren schon immer nur ein Lugusartikel. Heute sind sie erst recht zu entbehren. Trozdem werden sie gekauft. Biel sogar. Auch der höchste Preis schreckt nicht ab, um sich schön und inter# " ,, Will auf das Gehudel unter mir Leicht wegschauen von meinem Tier!" Für dieses Vergnügen" dürfte in unseren Zeiten der bittersten Not mohl eine hohe Steuer auf allgemeines Verständnis rechnen. Sie wird bei dem beschlossenen Sake rund 10 Millionen im Jahre bilden, jener Lurusbesteuerungen, die zwar insgesamt noch längst erbringen und ein neues Glied in der Kette der Lurusbesteuerungen feinen gerechten Ausgleich bringen, aber in unserer Wirtschaftsord= nung als ein Notbehelf betrachtet werden müssen, als ein Teilersatz für die ungenügende Besteuerung der Riesenvermögen und der Riefeneinkommen und für die mangelhaft durchführbare Kontrolle der Steuerhinterziehungen. Von diesem Gesichtspunkt aus ist die neue Steuerverordnung mit Freude zu begrüßen. Amtliche Kohlenverteuerung? Preiserhöhung ohne Genehmigung des Oberpräsidenten. Der Inhaber einer Berliner Fabrik von Haushalts- und Heil- effant zu machen. Schön? Es gibt Menschen, denen man gern aus feifen erklärte: Seit 6 bis 7 Jahren pendeln wir aus einer Schwie dem Wege geht, wenn sie auf fieben Ellen gegen den Wind eine Wolfe von Duft um sich verbreiten. Wandelnde Parfümläden! Sie Am 1. Oftober sind auf der deutschen Reichsbahn die Frachtsätze rigkeit in die andere, um die für die Fabrikation nötigsten Roh- merken gar nicht, diese aufgedonnerten Menschlein, wie lächerlich um 100 Proz. erhöht worden. Obwohl sich diese Erhöhung frühestoffe zu erhalten. Erst waren uns durch die Kriegswirtschaft die Hände fast völlig gebunden. Die kleinsten Bosten Rohstoffe, natür- fie fich machen und wie sich alle Nasen schnuppernd aufbäumen. An- ftens Ende dieser Woche in den Preisen bemerkbar machen lich minderwertigster Art, mußten förmlich erkämpft werden. genehm wirft nur das ganz Makvolle und Dezente. Aber wer fann, hat das Berliner Kohlenamt mit fofortiger Wirkung Kriegsgesellschaften und Verteilungsstellen arbeiteten mit Riesen- fauft eine Seife, eine Creme, eine Baste, die gar keinen Geruch hat? die Kohlenpreise auf Grund der neuen Gütertarife um 50 m. pro gewinnen und taten ihr möglichstes, uns am Boden zu halten. Da- Niemand. Da sigt wieder der Hafen. Das Publikum will unbeZentner erhöht. Auf die am Lager befindlichen Kohlen muß der mals fonnte Seife im freien Betriebe überhaupt nicht hergestellt dingt„ Duft" haben und darf sich dann über die Berteuerung nicht Konsument also 50 m. Zuschlag zahlen, weil vielleicht am Freitag werden. Unumschränkt herrschte die Kriegs- Ralifeife. wundern. Ohne Duft tönnten alle diese Artikel um die Hälfte billischaftszwang erforderte gänzliche Betriebsunisteilung. Nur noch mit ger sein. Es gibt feinen Geruch. den der Parfümkünstler nicht täu- die ersten Rohlen eintreffen, die zu den erhöhten Tarifen befördert der Verarbeitung von Seifenpulver, das in einen rrichiedenen schend nachmacht. Schon vor Jahrhunderten schmierte man sich wurden. Arten ebenfalls minderwertig war, ließ sich etwas anfangen, bei wohlriechende Dele in die Berücken und künstlichen Zöpfe. spielsweise für Kopfwaschmittel. Nach der glücklichen Beseitigung der Kriegsgesellschaften famen wir durch den Rohstoff- Preiswucher aus dem Regen in die Traufe. Wer genügend Rapital hatte und große Rohstoffmengen rechtzeitig einfaufte, fonnte es eine Weile aushalten. Nur zu bald sind uns die Zeitverhältnisse über den Kopf gewachsen. Eine gesunde und einigermaßen richtige Kalkulation it air nicht mehr möglich. Wie jeder Haushaltsplan in der tanilichen oder kommunalen Verwaltung nach kurzer Zeit über den Haufe ge worfen ist, so ergeht es auch uns. Wir müssen, ob wir wollen oder nicht wollen, fast schon von Woche zu Woche tie Verkaufspreise nach oben schrauben. Ich habe fürzlich für zehn Tonnen, also 200 Bentner, ätherischer Dele und Fette, die im Frieden noch nicht zehn tausend Mark tofteten, rund eine Million bezahlen müssen. Der Laie kann sich nur schwer eine Borstellung machen, was das bedeutet. Die fühnsten Finanzkunststüde werden gemacht, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Zeitungsverleger, die unter dem Papierwucher feußgen, erklären- und sicher mit Recht, das Bezugsgeld müßte eigentlich schon längst den Tausendmarkschein überSchritten haben. Es wird also fünstlich gebremst, um den Leser zu schonen, folange es möglich ist. Bei uns liegt die Sache genau so. Ein Stüd guler Seife toffet heute fájon 45-50 Mart. Gerade aber bei solchen Artikeln, deren ungeheure Nebenkesten der Fernstehende nicht ahnt, hat die Kauftraft und vor allem die Kauflust eine gemiffe Grenze. So tauft man denn schon jeht billige und schlechte Schleuderware, ohne wieder einmal einzusehen, daß die aute Ware, ag sie auch dem Laien teuer erscheinen, viel rentabler ist. Die kostspielige Aufmachung. Merkwürdig ist, daß auch der höchste Preis für Geifen, Creme, Parfümerien und dergleichen willig gezahlt wird, wenn das Fabrikat ausländischen Ursprungs ist oder fein soll. Mit dieser Sucht nach 24 Sachawachiak der Eskimo. Von Ejnar Mittelfen. Seine Kameraden hatte es eilig; mit Hilfe der Eskimos beluden sie Joes Schlitten und gingen dann hinein, um Essen zu machen. Der Geruch von gebräuntem Fleisch erfüllte den Raum. Das Essen ist fertig, Jee, fei nun ein Mann, fomm zu dir, iß- dein Schlitten steht bepackt, deine Hunde haben fich ausgeruht, du mußt nach Süden fahren und immer weiter fahren, bis du tief hinein nach Alaska gelangst, an Orte, wo Sachawachiat dich nicht erreichen kann, jetzt geben wir dir recht, es geht ums Leben, du fährst um dein Leben!" Und wieder machte sich Joe auf den Weg und trabte mit der weinenden Igluruk neben dem Schlitten her. Die drei in Icy Cape waren froh, als sie die beiden zwischen den Eis stauungen gen Süden verschwinden sahen, und erst als sie fort waren, schüttelten sie die Angst, die sie bei der Nachricht überfallen, daß Sachawachiat Ujarat, den gefürchtetsten Mann Nuwufs, getötet hatte, von sich ab. 7. Ein Blick in die Warenhäuser und Spezialgeschäfte zeigt uns nur einen fleinen Ausschnitt der verschiedenen Arten von Seifen, Cremen, Pasten und Parfümerien. Wohl bei keinem anderen Artitel ist der Geschmack des Publifums so grundverschieden. Es ist aber auch wirklich schon alles vertreten, was Menschengeist erfinden tann, von der Kinder-, Bade-, Toilette-, Medizinal-, Altersseife bis zu jenen Seifen, welche die durch harte Arbeit schwielig und rauh gewordene Haut wieder weich machen soll. Möglichst jeden einzelnen auf seine besonderen Interessen hinzuweisen und ihn vor unnüzen Geldausgaben zu bewahren, hat also entschieden auch einen gefund heitlichen und sozialwirtschaftlichen Wert. Hoch zu Roß. Nun fommen endlich auch die Reitpferde dran. Der Steuerausschuß der Berliner Stadtverordnetenversammlung ist über die Borlage des Magistrats weit hinausgegangen und hat beschlossen, jedes Reitpferd in Berlin mit 20000 Mt. Steuer, stait der vorgeschlagenen 4000 Mt., pro Jahr zu belasten. Der arbeitsfame Bürger Groß- Berlins, den sein Erwerb zwischen den öftlichen oder nördlichen Wohnvierteln und dem Zentrum hin- und herpendeln läßt, wird schwerlich wiffen, ob es so etwas wie Reitpferde überhaupt noch in Berlin gibt. Er sieht den Lurus, den neuen Reichtum sich lediglich in den Autos breitmachen, die alltäglich an ihm vorüberrasen. Aber wenn er sich dann doch einmal in den Westen verirrt, in den Tiergarten und darüber hinaus, so staunt er darüber, daß es auch in aufhörte und er den leblosen, verhaßten Körper von sich schleuderte. Aber die Büchse wor troßdem das sicherste, und mit ihr auf dem Rücken, den Speer als Stab in der Hand, verließ er Nuwuf, das aufatmete, als er nicht mehr da war. Halb lief er, halb ging er die Küste entlang, wo er jeden Fußbreit Erde von früheren Reisen her tannte. Er wußte, wo der beste Weg zu finden war, lief über die niedrigen, flachen Sandbänke, die gerade so hoch aus dem unebenen Rüsteneis hervorragten, daß der Wind den losen Schnee fort fegen fonnte. Da war der Weg gut, und er lief, den ganzen Tag, lief, um das flüchtige Paar einzuholen, lief, um seinen Sinn zu besänftigen, um Frieden und Ruhe vor seinen bohrenden Gedanken zu finden. Am ersten Tage war das Wetter gut, so daß Sachawachiaf ein ordentliches Stück vorwärts fam, bevor die Dunkelheit einbrach und ihn zwang, in einem Iglu, den er von früher her fannte, Schutz zu suchen. Aber Joe war dort gewesen, und als Sachawachiaf endlich zu dem Iglu gelangte, fand er ihn leer. Es war fein Mensch zu sehen, nicht einmal ein Hund, doch viele und frische Spuren verrieten seinem geübten Auge, was geschehen war, die Bewohner des Hauses waren vor nicht langer Zeit gen Often gefahren, landeinwärts. Sachawachiaf grübelte, er verDie Eskimos in Nuwuk schüttelten die Köpfe, als sie stand das nicht, weshalb waren sie nach Osten ins Land hinSachawachiat ohne Hunde und ohne Schlitten, nur mit etwas eingefahren, mit allem, was sich im und am Iglu befand, jetzt, Essen auf dem Rücken und einer Büchse, von dannen ziehen so spät am Tage? Was sollte das bedeuten, wo wollten sie jahen. Es tam selten vor, daß er die Waffen der Weißen ge- hin? Weit konnten sie nicht fort sein, die Spuren waren ganz brauchte, er hatte noch fein richtiges Vertrauen zu ihnen. frisch, und einige Augenblicke dachte er daran, ihnen zu folgen, Aber jetzt, im Kampfe mit den Weißen, waren fie notwendig. er wollte so gerne mit Landsleuten zusammentreffen, um Ein Speer tauchte wohl im Nahkampf, aber er fannte die etwas Neues über die Flucht des schwarzen Joe zu erfahren, Weizen genügend, um einzusehen, daß ein Nahkampf nicht mit Freunden, die ihm erzählen konnten, wann Joe vor hier wahrscheinlich wäre. Es würde wohrscheinlich aus weiter abgereist sei. Aber es war niemand da, und den Gedanken, Entfernung gefchoffen werden, da war eine Büchse das beste, ihnen nachzugehen, gab er bald auf. So troch er also in den auch für ihn. Aber den Speer behielt er trotzdem, und jedes verlassenen Iglu, machte sich etwas Essen und schlief, schlief, mat, wenn er an den Augenblick dachte, wo er seine Feinde wie man nur schläft, wenn die Tagesarbeit aus einem Lauf endlich eingeholt haben, und die Strafe vollziehen würde, sah von zehn Meilen bestanden hat. er sich selbst niemals aus meiter Entfernung schießend, nein, Am nächsten Tage herrschte Nordsturm, und der Schnee ganz dicht im Ringtampf, Mann gegen Mann, das war seine stäubte hoch, als Sachawachiaf seinen Lauf an der Küste entHoffnung; und feine Hände frampften sich zusammen, er lang fortsette. Er versuchte, auf den Sandbänken zu laufen, sehnte sich und meinte schon Joes appelnden Körper unter wie, am vorhergehenden Tage; aber er fonnte sich in dem fich zu fühlen. Er freute sich teuflisch bei tem Gedanken an rasenden Sturm nicht zurechtfinden, es lag fein Schnee mehr, den Augenblick, wo seine Hände um Joes Rehle greifen und und die Sandbänke waren mit einer dünnen Schicht Eis überzudrücken konnten, zudrücken bis seines Feindes Be- 30gen, die so glatt war, daß er inmitten der Sturmböen vorwegungen matter und matter wurden, bis aller Widerstand wärtsrutschte, ohne Gewalt über seine Beine zu haben. Dieser Eifer des Kohlenamtes ist ganz unverständlich. Ebenso unverständlich ist die Erhöhung um 50 Mart, da die Frachterhöhung nur 18 Mart pro 3eniner ausmacht. Unertlärlich ist weiter, wie das Berliner Kohlenamt dazu kommt, solch eine tief einschneidende Verordnung ohne die Genehmigung des OberPräsidenten herauszugeben. Das Amt hat zwar mitgeteilt, daß der Oberpräsident seine Genehmigung erteilt habe, in Wirklichkeit ist Oberpräsident wäre also durchaus berechtigt, die er aber, wie wir hören, gar nicht gefragt worden. Der Aufhebung dieser Berliner Kohlenpreiserhöhung zu fordern und trug sich auch mit dieser Absicht. Sofort setzte aber der Sturm der Interessenten ein. Die Kohlenhändler drohten mit der Schließung ihrer Lagerplätze und ihrer Kontore, um so die Versorgung der Bevölkerung mit Brennmaterial einzustellen. Es hat den Anschein, als hätte der Oberrpäsident vor dieser Androhung bereits den Rückzug angetreten. Er hat die Berliner Verordnung noch nicht aufgehoben und wird erst im Laufe des heutigen Mittags mit Bertretern der preußischen Regierung verhandeln. Unseres Erachtens liegt zu solchen Verhandlungen gar fein Grund vor. Einmal hat das Berliner Kohlenamt sich dadurch ins Kohlenpreiserhöhung bittierte und zweitens bedeutet die Erhöhung Unrecht gesetzt, daß es ohne Befragen des Oberrpäsidenten die im jetzigen Augenblick eine glatte Unterstüßung des Wu chers, denn man fann nicht auf Grund ciner fommenden Verteuerung der Frachtfähe von Amts wegen die Genehmigung zur Erhöhung der zurzeit am Lager befindlichen Bestände erteilen. Wir erwarten vom Oberpräsidenten, daß er die Berordnung des Berliner Kohlenamtes nur unter der Bedingung genehmigt, daß sie nicht vor dem 7. Oftober in Kraft tritt. Dem Berliner Kohlenamt aber wäre zu raten, sich mehr von den Interessen der Allgemeinheit als denen einer profithungrigen Händlergruppe leiten zu laffen. Das ging nicht, war zu gefährlich, also hinunter zum Strand, zum Seeeis, da konnte er festen Fuß fassen. Der Wind umpfiff ihn und wirbelte Wolfen von Schnee auf den einsamen Wanderer hernieder; er taumelte und schwankte bei den gewaltsamen Windstößen und versuchte oft vergeblich, das Gleichgewicht zu halten, jedoch, ein Fall, was schadete der? Er konnte ja wieder aufstehen und laufen, immerzu laufen, bis er wieder hinfiel. Der Wind pfiff lauter, faufte und brauste um ihn herum, der Himmel war dunkel bezogen, die Sonne verschwunden, nichts warf mehr Schatten. Das Eis schien ganz flach zu sein, die Unebenheiten verschwanden in dent schlechten Licht, und blindlings taumelte Sachawachiak umher, fiel in tiefe Löcher oder über große Eisblöcke. Dann versuchte er weiter herauszukommen, fort von dem aufgeftauten Küsteneis, fand große, ebene Schollen und lief weiter; aber der Schnee war weich, er verfant tief darin, bis zu den Knien, oft noch tiefer, ein Borwärtskommen war unmöglich, darum wieder zurück, ans Land, und ganz verwirrt, vom Schnee geblendet, vom Wind vorwärtsgeblasen, eilte er nach Süden, die Büchse auf dem Rücken, den Speer in der Hand, bereit, beim ersten Anblick zu töten. Er konnte nicht mehr, mußte Schuß fuchen, und endlich fand er eine Spur, der er folgte und stand bald vor einem, vom Schnee fast zugewehten Iglu. Er schüttelte den Schnee von seinen Sachen und froch dann durch den langen Gang in den Iglu hinein, schlug den Fellteppich, die Tür, beiseite und sah an zehn Männer und Frauen drinnen in dem warmen Raume fizen. Sie wandten sich alle nach der Deffnung um und erblickten einen schneebedeckten Fremden. Das Gesicht konnte man nur stellenweise erkennen, es saß Eis im Haar, die Augenbrauen waren voll Eis, und selbst an den Enden der Augenwimpern hingen schwere, fleine Eisfugeln herunter. Der untere Teil des Gesichtes war vom Anorak bedeckt, der zu Eis gefroren war, überall befand sich Eis, nur die Augen waren frei, schwarz und glänzend sahen sie in die Hütte hinein. Fremder, fomm herein," sagte der Nächstsitzende, aber die Einladung war überflüssig, Sachawachiat stand bereits mitten im Iglu und taute den Anorat mit seinen Händen auf, und gleichzeitig brach er große Stücke Eis aus seinen vereinzelten Baarthaaren, das Wetter war schlimm draußen. „ Wer bist du?" fragte einer. " Sachawachiat aus Numut," fam es langfam. „ Sachawachiat!" ( Forts. folgt.) " Ehepaar Morvilius wieder verhaftet. Th. Fischer und S. Müller als Schriftführer, die Genossen und Großes Aufsehen erregte seinerzeit die Verhaftung des früheren Genoffinnen Frau Demmning, Herbst, Kohl, Krüger, Direktors der Reichstreuhandgesellschaft Morvilius, nachdem Schlichting, Frau Scholz als Betsizer. dessen Frau mit ihrer Schwester bei Ladendieb= stählen abgefaßt worden waren. Die vornehmen" Ladendiebinnen, die nur in teuren Pelzen ihre Einfäufe" machten, hatten eine ganze Reihe erster Geschäfte um ganz erhebliche Werte bestohlen. Nach ihrer Entlaroung wurden Herr und Frau Morvilius, das Ehepaar Röper und das Ehepaar Förster von der Kriminalpolizei verhaftet. Die Ehepaare Morvilius und Röper wurden, da fein Fluchtverdacht vorlag, auf freien Fuß gesetzt, während das Ehepaar Förster in Untersuchungshaft verblieb. Gestern wurden nun Herr und Frau Morvilius wieder in Haft genommen. In einem Kaufhaus am Werderschen Martt war eine Frau Lipfe beim Ladendiebstahl abgefaßt worden. Sie befand sich in Begleitung einer zweiten Dame, die, wie sich herausstellte, niemand anders als Frau Direttor Morvilius Von den Diebstählen der Frau Lipfe wollte sie natürlich feine Ahnung haben. Es besteht jedoch der dringende Verdacht, daß sie ihr altes Gewerbe wieder aufgenommen hatte und ihr Mann davon unterrichtet war. Es ist wahrscheinlich, daß sie in der Zwischenzeit noch weitere Diebstähle ausgeführt hat. Das Ehepaar Morvilius wurde deshalb wiederum der Staatsanwaltschaft vorgeführt. war. Die neue Erhöhung der Mietszuschläge. Der städtische Ausschuß für das Wohnungswesen hat nach eingebenden Verhandlungen mit den Vertretern des Hausbesizes beschlossen, dem Magistrat die Erhöhung des Mietszuschlages für die Müllabfuhr von 50 auf 100 Broz. borzuschlagen. Für die Treppenbeleuchtung soll infolge der Erhöhung der Gasund Strompreise der Mietszuschlag im Winter auf 100 Broz. erhöht, im Sommer aber nur mit 20 Proz. erhoben werden. Der Magistrat wird wahrscheinlich schon in seiner heutigen Sitzung zu diesen Vorschlägen Stellung nehmen. Die Dentisten gegen den Zahnarzt. Vor dem Schöffengericht Neukölln wurde eine Be= leidigungstlage des Neuköllner Zahnarztes Freund gegen den Dentisten Bärwald und den Sekretär Kornfeld verhandelt, zu der ein halbes Hundert Zeugen, darunter viele Dentisten, aufgeboten waren. Die Veranlassung zu diesem Prozeß, der volle zwei Tage gedauert hat, ist zu suchen in einem Streit um die Besehung einer Assistentinnenstelle an der Neuköllner Schulzahnklinit. Die Dentistenorganisation wünschte, daß die Stelle mit einer Dentistin besetzt würde. Weil Freund als Neuföllner Stadtrat und Magistratsdezernent für die Schulzahnklinit fich gegen eine solche Regelung erklärte und die Anstellung einer Aerztin für richtig hielt, tam es zu Differenzen. Im Auftrage der Dentistenorganisation richtete Bärwald an den Magistrat ein Schreiben, das gegen Freund allerlei Vorwürfe erhob. Kornfeld, der als Mitglied des Vorstandes vom Mieterverband auch wegen eines Vorkommnisses im Mieteinigungsamt mit Freund in Differenzen geraten war, griff diesen in öffentlicher Versammlung heftig an. Er war der Ansicht, daß Freund, der auch Landtagsabgeordneter ist, nicht länger im Staat oder der Kommune an leitender Stelle stehen dürfe. Bant bittet uns der Lehrer Wichmann auf an ihn gerichtete AnIn Sachen der unter Geschäftsaufsicht stehenden Friedrichsberger fragen mitzuteilen, daß er dem vom Amtsgericht eröffneten zweiten 3wangsvergleich widersprochen habe, meil die Gläubiger bei der enormen Wertsteigerung der Bankgrundstücke ihr Geld jetzt voll mit Zinsen und Schadenersatz beanspruchen können. 127 Wirtschaft Jubilierende Aktionäre. Preiswerter Seefischverkauf. Am heutigen Mittwoch finbet Wir erleben Zeichen und Wunder. Die Industrie stöhnt unter wiederum ein Verkauf preiswerter Seefische in den an den Anzur gleichen Zeit aber erstiďt schlagfäulen bekanntgegebenen Verkaufsstellen statt. Es gelangen Kreditnot und Kapitalmangel eine Reihe von Unternehmungen geradezu in Kapitalüberzum Verkauf: Seelachs ohne Kopf, unsortiert das Pfd. M. 50,-, Seelachs im Ausichnitt M. 54,-, Seelachs als Fischfotelett M. 59,-fluß, so daß man sich mit phantastischen Gewinnausschüttunger Goldbars das Pfd. Wt. 48,-, Ditjeedorsch das Pfd. M. 30,-. Jns Luft schafft. So sei unter den großen Industriegruppen nur der besondere wird auf den Ostseedorsch hingewiesen, für den die Fang Anilintonzern erwähnt, der durch eine Kapitalverdoppelung mit periode jetzt begonnen bat. einem niedrigen Ausgabeturs für die neuen Aklien den Aktionären Ueberschüsse in der Lage sind, 100-150 Proz. Dividende, also das Bum drittenmal jeit Kriegsende Milliarden zuwendet. Daneben gibt es fleinere Unternehmungen, die infolge ihrer Gesamte und selbst das Anderthalb fache ihres Aktientapitals mit einem Male unter die Leute zu bringen. Jubitapitals mit einem Male unter die Leute zu bringen. lierende Aktionäre im wahren Sinne des Wortes sind die Attienbefizer der Hartortschen Bergwerke und chemischen Die Arbeiter- Samariterkolonne Berlin, e. V., Berlin, Schönholzer Fabriken 2.-G., in Gotha, die anläßlich ihres 50jährigen Straße 20, Abteilung Paniom, veranstaltet wie immer auch in diesem Jahr Bestehens 50 Proz. Dividende und dazu einen Jubiläums" Bonus im Monat Ottober einen Kurjus über erste Hilfe in der Schule Schulstraße von 100 Proz., zusammen also 150 Broz. ausschütten; der ( nicht Florastraße) abends 7 Uhr. Welchen Zuspruch die Kurse haben, beweist, daß von uns im vorigen Jahr 1300 Personen in der ersten Hilfe an Aktionäre ausgezahlte Betrag beläuft sich auf 23 Millionen ausgebildet und geprüft wurden. Der Kursus, welcher 15-20 Doppelstunden zu sozialen und gemeinnüßigen Zweden werden gleichzeitig umfaßt, foftet 20 M. mit Lieferung des Uebungsverbandsmaterials. Der 17 Millionen Mart ausgeworfen. Die Aktionäre haben um so mehr Besuch des ersten Lebrabends ist frei. Anmeldungen werden in der Geschäfts- Grund zu jubilieren, als ihnen schon das vorige Geschäftsjahr stelle und in den Lehrabenden entgegengenommen. Der Kursus beginnt 80 Proz. Dividende und ein sehr wertvolles Bezugsrecht auf neue am heutigen 4. Ottober. Attien gebracht hat. Kultusminister a. D. Gen. Konrad Saenisch spricht heute, Mittwoch abend, auf Einladung der Junglozialisten im Reichstagsgebäude, Saal 31, Portal V, über: Sozialismus und Kulturpolitit". Die älteren Parteimitglieder sind dazu herzlichst eingeladen. 4. 9. Groß- Berliner Parteinachrichten. 2. Kreis Tiergarten. Zu der am Mittwoch, den 4. Oktober stattfindenden öffentlichen Versammlung in der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 49, haben fämtliche Genoffinnen und Genossen zu erscheinen. Bersammlungsbeginn 4 Uhr. Mitgliedsbuch der SPD. und chem. USPD. legitimiert. Kreis Prenzlauer Berg. Donnerstag, den 5. b. M., 7 Uhr, gemeinsame Sigung fämtlicher Kreisvorstandsmitglieder, Abteilungsleitungen, Bezirks führer und sonstiger Funktionäre des 11., 12., 13. und 14. Distrikts im Saal der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallee 15. Kreis Wilmersdorf. Kreis- und Distriktsvorstand: Donnerstag, den 5. d. M., 7 Uhr, Gigung bei Kulta, Lauenburger, Ede Uhlandstraße. Die Abteilungsführer müssen auch erscheinen. Kreis Lichtenberg. Donnerstag, den 5. d. M., 7 Uhr, Frauenversammlung im Gesangsaal des Cäcilien- Lyzeums, Rathausstraße. Thema:„ Der Bartei tag zu Augsburg und seine Bedeutung für die Frauen". Referentin GerKreis Pankow. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde( Bantow, Niederschönhausen, Heinersdorf, Blankenburg, Buchholz, Karow und Buch). Donnerstag, den 5. Oftober, Partie nach Potsdam. Treffpunkt 9 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. 3 M. Fahrgeld und Mundvorrat mitbringen. Streis Kreuzberg, Freitag, den 6. Oftober; 1½ Uhr, erweiterte Kreisvor. standssigung bei Reim, Urbanstr. 29. 17. 19. 6. trud Hanna, M. d. 2. Heute, Mittwoch, den 4. Oktober: 54. Abt. Charlottenburg. Mark Aber es bedarf nicht erst feierlicher Anlässe, wie im Falle Harfort des Geschäftsjubiläums, um eine erfolgreiche Lohnbewegung für die Aktionäre durchzuführen. Die Nähmaschinenfabrik Adolf Knoch A.-G. in Saalfeld, bringt, wie bereits berichtet, 150 Proz. den Aktionären zugute, indem sie ihnen zwar nur 30 Broz. Dividende, aber dazu 20 Proz. Bonus und auf jede Attie einen Genußschein, der auf 1000 m. lautet und voll dividendenberechtigt, also im Werte auf mindestens 100 Proz. zu veranschlagen ist, spendiert. Außerdem wird das Kapital verdoppelt, die neuen Aftien werden um 100 Proz. ausgegeben. Es winkt also zu den 150 Proz. Dividende usw. noch ein fettes Bezugsrecht, denn es ist flar, daß bei so enormen Geminnausschüttungen der Kurswert neuer Aktien ganz bedeutend höher ist. Indem sie über Mangel an Betriebskapital Klage führt, schüttet die Staßfurter chemische Fabrit( vormals Forster u. Grüneberg) 100 Proz., also das volle Aktienkapital auf einmal aus. Nicht anders die Vereinigten Stahlwerte van der 3ypen und Wissener Eisenhütten 2.-G. in Köln- Deuz, die gleichfalls 100 Broz. Dividende vorschlagen. werden 7½ Uhr Frauenversammlung im Jugendheim, Rosinenstr. 4. Thema:„ Warum bin ich Sozialdemokrat?" Referent Ge- Geschäftsganges brauchen werden, verpulvern, wie sie ihren nosse Little. 104. Abt. Niederschöneweibe. 7½ Uhr gemeinsame Borstandssigung mit der 141. Abt. Rosenthal. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Milbrodt, on ehem. USPD. im Konferenzzimmer der Knabenschule Rudower Straße. prinzen, Ede Walderfeestraße. Thema: Bericht vom Parteitag". Referent Genoffe Robert Fendel. Jungjozialisten. Seute, Mittwoch, 7 Uhr, im Reichstagsgebäude Portal Gaal 31, Gesamtveranstaltung. Referenten: 1. Konvad Haenisch: Sozialismus und Kulturpolitit. 2. Dr. Otto Friedländer: Jungsozialistische Arbeitsgemeinschaften. Das Erscheinen aller ist Pflicht. Gäste willkommen. Morgen, Donnerstag, den 5. Oktober: Bor Gericht erklärte der Kläger Freund, alle Beschuldigungen gegen ihn seien unwahr. Bärwald habe bei seinen Angriffen sich von Konturrenzneid leiten laffen, Kornfelds Verhalten erkläre sich aus den Vorgängen beim Mieteinigungsamt. Der Angeflagte Bärwald fonnte den Vorwurf, daß Freund durch eine Provision sich habe bestechen lassen, nicht aufrecht er- 12. Abt. 8 Uhr Funktionärstzung bei Schmidt, Wicleffte. 17. Alle Funktionäre müssen unbedingt erscheinen. halten und verzichtete hier von vornherein auf einen Beweisper 24.- 31. Abt. 7 Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre und Funktionärinnen in fuch. Dagegen boten beide Angeklagten für alle übrigen Be- 30. Abt. Die für Donnerstag angefeßte Gigung fällt aus. der Freireligiösen Gemeinde. hauptungen den Wahrheitsbeweis an. Das Beweis- 47. Abt. 7 Uhr Konferenz aller Bezirksführer und Funktionäre bei Gesche, material, das cm Mentag in achtstündiger Verhandlung vorgelegt Wrangel, Ede Pücklerstraße. murde, war zum Teil mit Hilfe eines durch die Presse veröffentlich- 86. Abt. Mariendorf. 7½ Uhr Vorstandssitzung mit den Bezirksführern bei Gehrke, Chausseestr. 280. ten Zeugenaufrufes zusammengebracht worden. Rechtsanwalt 93. Abt. Neukölln. 8½ Uhr Vorstandssitzung im Lokal Hoffmann, HerzbergDr. Weinberg, der Rechtsbeistand des Klägers Freund, äußerte ftraße. Thema: Die Verschmelzung innerhalb der Abteilung". mehrfach die Ansicht, daß hier ein Konkurrenzfampf vor 106. bt. Johannisthal. 7½ Uhr gemeinsame Borstandssizung mit der ehem. USPD. bei Gobin, Roonstraße. Gericht sich abspiele. 118. Abt. Lichtenberg. 7½ Uhr Funktionärtonferenz bei Rothe, Frankfurter 128.- 130. Abt. Pankow( SPD. 7½ Uhr im Jugendheim, Breite Str. 32, Abteilungsvorstandssigung und Funktionärtonferenz. Sungsozialisten. Gruppe Friebrichshain: 7 Uhr in der Gemeindeschule Straß. mannstr. 6/7, Vortrag: Der Schulaufbau". Referent Genoffe Dr. Witte. Gäste willkommen. Gruppe Neukölln: 7½ Uhr im Jugendheim Nogat. straße 53, Diskussionsabend über Organisation oder Gemeinschaft".( Heft 9 der Jungsozialistischen Blätter mitbringen.) Am Dienstag wurde die Beweisaufnahme zu Ende gebracht. Ihr Ergebnis faßte Rechtsanwalt Dr. Weinberg als Bertreter des Klägers Freund dahin zusammen, daß den Angeklagten der Wahrheitsbeweis nicht gelungen sei. Freilich sei über die Behand lung der Soldaten manches festgestellt worden, was er feineswegs beschönigen wolle. Wahrnehmung berechtigter Interessen könne den Angeflagten nicht zugebilligt werden. Sie feien daher zu bestrafen, und zwar möglichst mit Gefängnisstrafen, weil ihre Angriffe gegen Freund aus selbstfüchtigen Beweggründen hervorgegangen feien. Die Berteidiger Rechtsanwalt 3 wirn und Rechtsanwalt Mun? be= stritten das, sahen den Wahrheitsbeweis als geführt an und machten Wahrnehmung berechtigter Interessen geltend. Das Urteil wurde mit folgender Begründung verfündet: Allee, Ecfe Gudrunstraße. Wichtige Tagesordnung. ** Frühere USPD.! 5. Berwaltungsbezir, 15, en un 17e it. 7½ Uhr gemeinsame Funktionär 16. Berwaltungsbezirt, Köpenid. 6 Uhr im Köpenider Rathaus, Zimmer 19, tonferenz den Comenius- Sälen, Memeler Str. 67. Sigung der Distriktsleiter, Abteilungsleiter und Rassierer. bei Gehrke, Mariendorf. 7½ Uhr gemeinsame erweiterte Borstandssigung mit den BezirksSprechchor für die Proletarischen Feierstunden. 7 Uhr in der Aula der SophienSchule, Weinmeisterstr. 16/17, Uebungsstunde. Tegt für Erlösung und Großstadt mitbringen. Neue Mitglieder werden in der Uebungsstunde aufgenommen. Distritt Königswusterhausen. Sonnabend, den 7. Oktober, abends 7 Uhr, Distriktskonferenz bei Treu, Berliner Str. 18. Broletarische Feierstunden. Sonntag, den 22. Oktober, vormittags 11 Uhr, findet im Großen Schauspielhause in der Karlstraße die nächste Veranstaltung statt. Es wirten mit dos Orchester der Großen Bolksoper unter Leitung des Herrn v. Höslin, der Sprechchor für die Proletarischen Feierstunden unter Leitung von Albert Florath, Einzelsprecher: Lothar Müthel, Heinrich Witte u. a. Konkurrenzneid ist den Angeklagten nicht nachgewiesen worden. Eintrittskarten zum Preise von 25 M. find im Bureau der Arbeiter- BildungsSie haben teils aus Standesinteressen, teils aus politischen Beweg- fchule, Breite Str. 8/9, und bei den Funktionären zu haben. Die Funktionäre gründen gehandelt. Bärwalds Angriffe gegen Freund in seinem sollen die Karten am Donnerstag abholen. Schreiben an das Bezirksamt sind als berechtigt, erwiesen worden. Morgen, Donnerstag, den 5. Oktober: Freund hat in der Angelegenheit der Bewerbung einer Dentistin 4. Berwaltungsbezirt, 11., 12., 13. und 14. Diftritt. 7 Uhr gemeinsame Funt. um die Stelle an der Schulzahnklinik dem Bezirksamt eine unrichtige tionärsigung im Gaal der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallee 15. Darstellung gegeben. Bewiesen ist auch, daß er sich des Falschspiels schuldig gemacht hat und daß er einer Patientin wegen Nichtbezahlung eines von ihr als mangelhaft beanstandeten Gebisses sofort Jackett und Hut einbehalten hat. In einer Besprechung über eine wegen der Sache Freund einzuberufende Versammlung hat Bärwald gegen diesen den Borwurf der Bestechung ausgesprochen, der von ihm nicht aufrecht erhalten werden fann; aber es hat ihm die beleidigende Absicht gefehlt. Daß er Freund, der händeringend bat, ihn nicht durch eine solche Versammlung zu ruinieren, den direkten Borwurf, eine erbärmliche Rolle zu spielen, machen wollte, ist nicht erwiesen. Erwiesen ist, daß er auf Freunds Bemerkung, er fäme fich wie ein gehegtes Wild vor, geantwortet hat:" Ich gehe nicht gern auf die Saujagd." Das ist beleidigend, und hier handelt es sich nicht um Wahrnehmung berechtigter Interessen. Erwiesen sind gegen Freund die ihm teils von Bärwald, teils von Kornfeld gemachten Borwürfe der Lohndrückerei gegenüber Dentisten, des Streifbruches bei einem früheren Streit der Zahnärzte Breslaus gegen die dortigen Krankenkassen und der Soldatenschinderei im Felde durch gröbste Befchimpfungen sowie durch pflichtwidrige Behandlung von Soldaten, die er trotz ihrer Schmerzen nicht ärztlich behandelte, sondern hinauswarf. Auch die über ihn geäußerte Bermutung, daß er geistig nicht normal fei, fönne man begreiflich finden angesichts seiner wider spruchsvollen Handlungen. Er sei frog feiner politisch linksgerichteten Ueberzeugung noch 1918 in einen Kriegerverein eingetreten und habe das hinterher mit der Absicht zu spikeln bemänteln wollen. Der Angeklagte Kornfeld wurde freigesprochen. Gegen den Angeflagten Bär wald erkannte das Gericht auf 50 Mart Geldstrafe. Zu den Kosten des Verfahrens hat er noch 50 Mark Beitrag zu leisten; alles übrige, wird dem Kläger auferlegt. Der Kläger will Berufung einlegen. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder der Abteilung Süben! Der Musikabend im Jugend. beim Lindenstraße fällt heute abend aus. Diese verhältnismäßig sehr hohen, im Hinblick auf die unleugbare Kapitalnot geradezu ungeheuerlichen Dividenden herausgebracht, obwohl Banten, die für die Kreditnot verantwortlich find, in den Aufsichtsräten der fraglichen Unternehmungen vertreten sind. Diese berufenen Sachwalter des Kredits sehen un tätig zu, wie deutsche Industrieunternehmungen ihre aufgefammelten Mittel ohne Rücksicht darauf, ob sie sie ihn in Zeiten schlechteren Kredit unterhöhlen, indem sie ihre Betriebe mit neuen Aktien Unternehmungen an Kapital. Anstatt die Werke zu veranlassen, belasten, die den Aktionären mehr an Gewinnen bringen als den ihre Mittel zufommenzuhalten und vorläufig entbehrliche Reserven in irgendeiner Form anderweit dem Kapitalmarkt zur Verfügung zu stellen, gibt man sie als Dividende den Nugnießern der zufammenbrechenden deutschen Währung, so daß die Ueberschüsse größtenteils in den Verbrauch übergeführt werden. In diesem Geschäftsaebaren der Banten und Industrie fennzeichnet sich der schreiende Widerspruch der kapitalistischen Profitwirtschaft fast noch mehr als in der anderen Tatsache, daß Aktionäre jubilieren, während die Rentner enteignet werden, das Proletariat Mangel leidet und die Volkswirtschaft durch Kapitalnot vor die Hunde geht! Wi. Intereffen gemeinschaft in der Metallindustrie. In der außer ordentlichen Generalversammlung der Selve Aktiengesellschaft in Altena wurde beschlpisen, an Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft die Ermächtigung zu erteilen, eine Interessengemeinschaft zwischen folgenden Unternehmungen der Metallindustrie: C. Hedmann A.-G. Duisburg, Vereinigte Deutsche Nidelwerte A.-G., Schwerte, Wieland werke A.-G. Ulm, und der Selve- Aktiengesellschaft zu vereinbaren. Alle wollen an Rußland verdienen. Der Vertreter der Schweizerischen Voltebant hat der Außenhandelsabteilung in Petersburg angeboten, schweizerischen Unternehmungen Bestellungen zu geben und erklärte, daß die Schweiz bereit sei, mit Rußland direkte Beziehungen aufzunehmen und Kredit zu gewähren. Einer Dentschrift zufolge, die in dem Organ des Obersten Bolkswirtschaftsrates Die Neubildung der russischen Privafindustrie. abgedruckt ist, sind in Sowjetrußland zum 1. Juli d. I. insgesamt 4256 nationalisierte Betriebe mit durchschnittlich je 18 Arbeitern verpachtet worden( die in großer Zahl verpachteten Mühlen sind in dieser Aufstellung nicht enthalten). Auf Grund des vorhandenen statistischen Materials dürfte der Bachtzins für diese Betriebe für ein Jahr insgesamt etwa 10 millionen Goldrubel ausmachen. Das Interesse der Privatunternehmer für Verpachtungen scheint sich in der letzten Zeit wieder zu beleben; die Unternehmer, namentlich ehemalige Besizer, interessieren sich auch für größere Betriebe. Die Zahl der privaten Eigenbetriebe mächst ständig an; nach den Daten der Steuerbehörden bestehen in 57 Gouvernements 30 790 Betriebe, in denen durchschnittlich je 8 Perfonen tätig sind. Das Fehlen der privaten Großindustrie sei auf die bisherige Politik der Regierung zurückzuführen, die ihr Auftommen unmöglich machte, andererseits auch darauf, daß das in geringen Mengen vorhandene inländische Kapital im Handel und in der Kleinindustrie eine lohnendere Betätigung finde. Devisenkurse. * 3. Oftober Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Mitgliederversammlungen am Mittwoch, den 4. Oktober: Faltenberg bei Grünau: Jugendheim Gemeindeschule Roſestraße. Friedrichsfelde: Jugendheim Berliner Str. 44. Friedrichshagen: Jugendheim Scharnweberstr. 105. Groß- Lichterfelbe: Jugendheim Albrechtstr. 14a. Jugendheim Gemeindefdule Adolfitr. 25. Karlshorst: Jugendheim Gemeindeschule Auguste- Bittoria- Str. 43. Raulsdorf: Kanlsdorf- Süb: Jugendheim Rest. Molttestr. 1. 72758.90 72941.10 Landsberger Biertel: Jugendheim Baradenschule Dlivaer 100 holländische Gulden. Straße. Lichtenberg: Jugendheim Parkaue 10. 669.15 Mahlsdorf: Jugendheim 1 argentinischer Papier- Befo Gemeindeschule Walderfeestraße. Mariendorf: Jugendheim Schulbarade 100 belgische Frant... Königstraße. Nerdoften: In der Aula der Gemeindeschule Heinersdorfer 100 norwegische Kronen. Straße 18 Einführungsabend für Schulentlassene. Brenzlauer Vorstadt: Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 28. Schöneberg HI( Lindenhof): 100 dänische Kronen Jugendheim Siedlung( Schule).Köpenider Viertel: Jugendheim Gemeinde- 100 schwedische Kronen. fchule Wrangelstr. 128. Tempelhof: Jugendheim Germaniaftr. 6/7( Kinder- 100 finnische Mark hortzimmer). Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft mäßig. Fische knapp Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 105-152 M., ohne Knochen 150-172 M. Schweinefleisch 176-235 M. Kalbfleisch 118-200 M. Hammelfleisch 118-156 M. Schellfisch 40-60 M., Seelachs 55-75 M. Rotzungen 33-44 M. Grüne Heringe 40-56 M. Schleie 106-120 M. 1 japanischer Jen. 100 italienische Lire 1. Pfund Sterling 1 Dollar * * 2. Ditober Käufer. Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 69712.75 69887.25 670.85 636.70 638.30 13458.15 13491.85 12883,85 12916.15 32259 60 82340.40 31061.10 31138 90 38152.25 38247.75 36953.75 37046.25 888.90 7690: 35 7915.05 7709.65 14342.95 13732.80 13767.20 49188.40 49311.60 47690.30 47809.70 • 4154.80 903.85 8039.90 4165.20 3935 05 3944.95 906 15 866.10 8060.10 8269.65 8290.85 7934.95 1885.14 1889.86 1812.78 1817.27 14307.05 1123.55 1126.45 232.70 283 30 20474 205.26 35215.90 35304.10 38807.65 83892.35 28564.25 28635.75 27365.75 27434.25 2.6012 2.641/ 2 2.48 2.52 5942.55 5957.45 5667.90 5682.10 73,90 74.10 72.90 73.10 1068.65 1071.35 100 französische Frank Die fozialdemokratische Stadtverordnetenfraffion in ihrer jetzigen 1 brasilianischer Milreis. Busammenfegung aus den Mitgliedern der SPD. und den Mit100 Schweizer Frank. 100 spanische Besetas gliedern der früheren USPD. hatte gestern ihre erste Sigung. Ge100 österr. Seronen( abgeſt.) noffe Pfannku als Alterspräsident eröffnete die Sigung mit 100 tschechische Kronen. einer Ansprache, die die Freude über den Einigungsbeschluß des in Eis: Aale 165-182 M. Hechte 110-120 M. 100 ungarische Kronen. Nürnberger Parteitages ausdrückte. In gleichem Sinne sprachen Karpfen 100-110 M. die Genossen Heimann und Weyl. Der neue Vorstand seẞt Hechte 130-144 M. Lebende Aale 188-205 M. 100 bulgarische Lewa Bleie 80-96 M. Eier 20-22.50 M. das Stück. Bei den mit* bezeichneten Devisen fiberstieg die Nachfrage das fich zusammen aus den bisherigen Vorständen der beiden früheren Naturbutter 300-390 M. Margarine 190-240 M. Schweineschmalz 260 Fraktionen. Ihm gehören an die Genossen Heimann und Wey1 bis 276 M. Erbsen 62-75 M. Weiße Bohnen 58 M. Linsen 112 M. Angebot derart, daß sie nur durch Zuteilung gedeckt werden als erste Vorsitzende mit gleichen Rechten, die Genossen Taemin 8ti toffeln 48-50 M. Pfefferlinge 32-36 M. Kohlrüben 5,50-6 M. Tomaten geliefert. Graupen 50-52 M. Gerstengrütze 58 M. Eiernudein 58-66 M. Kar- fonnte. Es wurden 50 bis 75 Proz. der angeforderten Beträge and Rabtte als stellvertretende Vorsitzende, die Genoffen 20-27 M. Rote Rüben 6-6,50 M. 100 Bolenmark gelten etwa 21,20 M Die Rathenaumörder vor Gericht. 9 SPD. Leipzig, 4. Oktober.( Eig. Drahtbericht.) fammengeschlossen. Vors: Sie stellen es so dar, als ob die D. C. mon aus Frankfurt a. M. vernommen, der sich zunächst über seine Der erste Tag des Rathenau- Prozesses war lediglich feier- ein Kameradschaftsverein war. Befigt die Organisation nicht einen Beteiligung an den Kämpfen des Freitorps Berthold in licher Auftakt. Aber schon gestern fühlte man bereits die poli- Gie noch nie gehört, daß das Zentrum ver D. C. in München ist? Später habe er dann in Frankfurt in einer„ nationalen Sache" geMittelpunkt? Angefl: Das ist mir nicht bekannt. Bors: Haben Harburg und des Oberschlesischen Gelbstschutes äußert. tische und historische Bedeutung dieses Prozesses heraus, haben Sie nicht auch mit Ehrhardt direkt in Berbindung ge- arbeitet. Im befehten Gebiet hätten nämlich französische Offiziere fühlte man, daß hinter jenen 13 auf der Anklagebant stärkere standen? Anget 1.: Nein. Bors.: Welche Ziele verfolgt denn in Bivil einige nationalgesinnte Leute veranlaßt, eine Orgefch für und eigentliche, aber unsichtbare Angeflagte stehen bie D. C.? Angefl.: Bei drohenden Linksputschen wollten wir uns das besetzte Gebiet zu schaffen und hätten dann diese Herren geund der Berurteilung harren. Auch gestern fühlte man, daß der Regierung zum Schuh zur Verfügung stellen. Vors.: Sie sollen fangen genommen. An ihn, v. Salomon, sei dann herangetreten hier nicht nur über den Mord in der Königsallee verhandelt eine Anzahl Reifen für die D. C. durch Deutschland gemacht haben. worden, an der Befreiung dieser Berhafteten mitzuhelfen, und diese wird, sondern über den Mordversuch am deutschen Wolfe. So, Angefl.( nach furzem Zögern): Darüber verweigere ich jede Aus- Tätigkeit habe ihn bis kurz vor seiner Berhaftung in Anspruch gewenn der Verteidiger Ernst Werner Techows, Justizrat funft. Oberreichsanwalt bermayer: Für die Ermordung nommen. Bors: Wie sind Sie denn nach Berlin gekommen? Dr. Hahn, in einer fast parlamentarischen Obstruf- Rathenaus follen tionsrede die Gültigkeit des Staatsgerichtshofes überbesondere Leute der D. C. ausgesucht haupt leugnete und die Verweisung der ganzen Angelegenheit und zu der Tat verpflichtet worden sein. Angefl.: Das ist nicht an den Schwurgerichtshof verlangte. Noch einmal, wie so oft, richtig, denn die Mitglieder unserer Organisation waren nicht zu Oberreichsanwalt Eber= ertönte hier die deutschnationale Jargon- Phrase vom Druck der besonderen Leistungen verpflichtet. Straße, noch einmal wurden konservative Rechtslehrer als Be- maner: Sie sollen nach der Mordtat auch einmal gesagt haben, die Tat mußte beschleunigt werden, weil Ihre Geldgeber nichts mehr weiszeugen zitiert. Noch einmal wurde der Versuch gemacht, geben wollten. Anget 1.: Ich habe das so gemeint, daß durch die die sozialistischen Laienrichter abzulehnen und den Präsidenten allgemeine Geldentwertung auch den rechtsstehenden selbst, weil dieser in einer dienstlichen Mitteilung an den Kreisen das Geld ausging. Reichsjustizminister die republikanische Zuverlässigkeit des Der zweite Angeflagte, Hans Gerb Techow, gibt auf BeStaatsgerichtshofes betont hatte. Noch einmal mußte der fragen des Vorsitzenden an, daß er Staatsanwalt darauf hinweisen, daß das Gesetz zum Schutze dem Deutschen Schuh- und Trußbund, dem Deufschnationalen der Republik durch die Zweidrittelmajorität des Reichstags Jugendverein und der O. C. angehört verfassungsmäßige Geltung gewonnen habe. 3weimal mußte habe. Borf.: Sind Sie in der D. C. zu besonderen Zweden versich der Staatsgerichtshof zurückziehen, ehe er sozusagen zu- pflichtet worden. Angefl.: Nein, mir ist über die Organisation sammentreten, das heißt formell unantastbare Gültigkeit be- auch nicht viel befannt, da ich aus ihr ausgeschloffen worden bin. Bors: Sie sind ausgeschlossen worden, weil Sie die Organisation halten fonnte. geschädigt haben. Angefl: Dieser Grund wurde mir gegenüber geltend gemacht. Ein Beisiger: Sollte die D. C. auch etwa gegen Aufstände von rechts eingreifen und sich der Regierung zur Ver-fügung stellen? 2ngefl.( nach einigem Ueberlegen): Davon ist mir nichts bekannt. Angeft. Willi Günther, dem vom Vorsitzenden vorgehalten wird, daß er Auch die häufigen Versuche der Rechtsanwälte, die Schilde der Deutschnationalen Volkspartei und der verschiedenen völkischen Bunde blank zu wischen, erinnerte stark an das Politische dieses Prozesses. Bald scheint es, als bilde die Organisation Consul geradezu eine Schuggarde der republikanischen Regierung, wenn man den Aussagen der Angeklagten zuhört. Nie war dort ein Sterbenswörtchen über Mord gefallen. Jugendwegen Fahnenflucht zu einem Jahr fünf Monaten Gefängnis erziehung in völkischem Sinne, Unterricht im Handgranaten verurteilt worden ist, schilderte sehr ausführlich, jedoch meist kaum schleudern, im Fabrizieren von Giftsprizen, im Bekämpfen verständlich seinen Lebenslauf. Er erklärte, daß er durch den Er erklärte, daß er durch den fogenannter Revolten von links. Sind das nicht die edelsten Deutschnationalen Jugendbund Ziele? mit hochgestellten Persönlichkeiten in Berührung Blickt man in diese subaltern leeren Ange gekommen sei. Er sei als Kriegsfreiwilliger 1915 eingetreten, und sichter der meist jugendlichen Angeklagten, zwar bei dem Düsseldorfer Ulanenregiment. Später sei er dann sieht man hier forciert forsches Auftreten, spürt man hier infolge einer Schußverlegung zur Infanterie verscht worden, fonnte militärisch gedrilltes Jamoll, so weiß man, mit wem man es dort aber keinen Dienst tun und wurde zu einer Fuhrparkfolonne hier zu tun hat: mit Kadetten, die für ein nationalistisches im Westen abkommandiert. Da sich ihm jedoch keine BeförderungsEdelmörderkorps gezüchtet wurden, die geistigen Offiziers- möglichkeiten boten, ging er selbständig in die Türkei. Vors.: Sie Aspiranten; fie fönnen gehorchen, schweigen, sogar befehlen, waren auch am Rapp- Butsch beteiligt? Angefl: Jawohl, ich war durch meine Ortsgruppe, deren Leiter ich war, aber denken fönnen sie nicht. Der verstorbene Kern foll mit Pfarrer Traub bekannt suggestiven Einfluß auf jüngere Kameraden ausgeübt haben, crzählte der Kapitänleutnant Tillefsen; daß er einen stechend schwarzen Blick gehabt habe. erfahren wir vom Rechtsanwalt Dr. Bloch. Kern und seine suggestive Kraft ist nicht mehr ftrafbar, aber die suggestive Gewalt jener leben den Kerne und Ueberferne wird einfach totgeschwiegen. Schlimmer als ein stechender Blick wirkt der gedruckte und gesprochene Chauvinismus jener Schuhverbände, deren Idealismus selbst unter Breisgabe der augenblicklichen Angeflagten zu retten versucht wird. Gefährlicher als ein schwarzes Auge sind jene He zblätter, beren Hersteller mit Handgranaten besser umgehen als mit der Feder. Es entbehrt nicht eines gewiffen Reizes, daß offenbar als Berichterstatter eines solchen Blattes unter den Bressevertretern im Gerichtsfaal der bekannte Herr Flesch sitt, jener Flesch, der Helfferich den Blumenstrauß am Mordtage überbracht hat. Verhandlungsbericht. ( Schluß aus der Abendausgabe.) B. S nach furzer Beratung verkündete Reichsgerichtsrat Niedner, daß der Staatsgerichtshof den Antrag auf Ablehnung des Senatspräsidenten, Hagens als unbegründet zurückweise. Daraufhin übernahm Senatspräsident Hagens wieder den Vorfiz und ging dann noch einmal in ausführlichen Darlegungen auf den Inhalt der Anklage von dem in ihr dargestellten Tatbestand ein, wobei er den an der Wand des Saales aufgehängten Drientierungsplan erläuterte. Nach einer furzen Schilderung, wie nach den angestellten Ermittlungen das Attentat vollzogen wurde, beschäftigte er sich zunächst mit der Persen Fischers und Kerns, die auf der Burg Saaleck den Tod fanden. Bei Fischer stehe nach der Anklage die Zugehörigteit zur Organisation Conful nicht fest Kern habe sich aber um die Aufnahme in die Organisation bemüht, habe sie aber nicht erreicht. Dann wurden weiber die bereits befannten Vorgänge, das Zustandekommen des Mordplanes, die Beschaffung der Waffe und der Garage erörtert, wie sie in der Anklage nach dem Ergebnis der Voruntersuchung dargestellt worden ist. Dabei wurden auch mehrere charakteristische Aeußerungen der Täter zur Sprache gebracht. So fagte Kern am Morgen des 24., furz bevor die Fahrt nach dem Grunewald angetreten wurde: „ Wir wollen sehen, cb wir Rathenau heute noch vor die Pistole bekommen." Man fragte gleichzeitig den älteren Techow, der das Auto fahren follte, ob er auch für seine Nerven garantieren fönne, was Techow bejahte. Dann nahm das Auto, wie bekannt, in der Joachim- Friedrich- Straße im Grunewald Aufstellung, um den Wagen Rathenaus abzuwarten. Als das Auto dann in der Königs allee erschien, rief Fischer dem Techom zu:„ Fahren Sie los und machen Sie das besprochene Manöver!" Techow hat bei seiner Bernehmung angegeben, daß er nicht gemußt habe, daß es sich um das Rathenausche Auto hardle, er sei der Ansicht gewefen, er be finde sich auf einer Probefahrt. Dann habe er später hinter sich die Schüsse und den Knall einer Handgranate gehört und er habe mit dem Auto die Flucht ergriffen. Nach der Darstellung der Anklage hot Techow dann in der Garage zu dem ihn erwartenden Günther gesagt: 99 ..Die Sache hat geflappt, Rathenau liegt." Und später, eis er Schütt und Diestel von der Tat erzählte, fagte er noch:„ Wir haben es getan, um die Roten zum Angriff zu reizen, uns ging das Geld aus." Der Vorsitzende schloß dann seine Ausführungen mit dem Hinweis, daß die in der Anklage enthaltene Darstellung feineswegs feststehende Tatsachen bedeute. Hierauf trat eine furze Mittagspause ein. geworden und kam so in den Kapp- Butsch hinein. Der D. C. habe ich jedoch nicht angehört, wohl aber dem Deutschvölkischen Schuh-- und Truzbund. Vors: Gehörten Sie auch zur Deutsch nationalen Bolfspartei? Angefl.: 3a. Ich möchte hier bemerken, daß man mir dort vorgeworfen hat, ich hätte Wahlgelder nicht ordnungsmäßig verwaltet. Das ist jedoch nicht wahr. Obereichsanwalt Ebermayer: Sie haben sich zu dem Primaner Stubenrauch dahin geäußert, daß die Aufgabe der Mitglieder der D. C. die war, besonders mißliebige Persönlichkeiten beseite zu bringen. Diese Aufgabe wurde Leuten überantwortet, die eine zweijährige Probezeit hinter sich hatten und durch das Los erwählt worden waren. Angefl: Davon habe ich nichts gefagt. Oberreichsanwalt: Das werden wir ja von Stubenrauch nachher hören. Sie haben doch außerdem noch Briefe an die D. C. nach München geschrieben. Justizrat D.r Hahn- Berlin: Ich möchte feststellen, daß der Angeklagte Günther von der Deutschnationalen Partei ausgeschlossen worden ist wegen Mißbrauchs des Namens des Borfiken den, wegen grober Leichtfertigkeit und wegen anderweitiger Verwendung von Wahlgeldern. Rechtsanwalt Dr. Sa d: Mit welchem Recht nennen Sie sich überhaupt Mitglied des Offizierbundes, da Sie doch niemals Offizier gewefen find? Ange fl.:. Mitglied des Offizierbundes fann jeder Mensch werden. Rechtsanwalt B10 ch: Das ist unrichtig. Angekl: Ich habe im Auftrage dieser Herren Reisen unternommen. Vors: In der Untersuchung haben Sie behauptet, Sie Das habe ich nur gesagt, um die nationale Sache nicht zu verraten. wären zu einer Vergnügungsreise nach Berlin gefahren. Angefl:" In Berlin traf ich dann zufällig Kern, der gleichfalls wegen einer nationalen Sache" in Berlin war. Vors: Sie sind Mitglied mehrerer nationaler Vereine? Angefl: Ich gehöre nur dem Berband nationalgesinnter Soldaten und dem Anget L.: Nein. Auf Befragen des Borsigenden erklärt Salomon Jungdeutschen Orden an. Bors: Nicht der D. C.? dann weiter, daß der Jungdeutsche Orden ziemlich unflare Zwede verfolge und antwortet auf eine Frage Dr. Luetgebrunes, ob der Orden nicht auch die Bereinigung der Klassen erstrebe, unter allgemeiner Heiterteit: Jawohl, folche Phrasen wurden in dem Verein gemacht. Die Bernehmung der beiden Garagenbesiger, der Kaufleute Schütt und Diestel aus Berlin, gestaltete sich nur kurz. Beide erflärten, daß sie weder einem politischen Verein noch einer Partei angehörten und nur zufällig in die Rathenau- Affäre hineingeraten seien. Unter allgemeiner Spanung wurde dann der Bruder des unter dem Verdacht der Ermordung ErzKapitänleutnant a. D. Karl Tilleffen, bergers verfolgten Heinrich Tillessen vernommen. Sohn eines im Jahre 1910 verstorbenen Generals Wie der Vorfigende einleitend feststellte, schwebt gegen ihn auch eine VorunterEr ist der suchung und ein Haftbefehl in Verbindung mit dem Attentat auf Oberbürgermeister Scheidemann. Vors: Sie sollen nach der Flucht Ihres Bruders zynische Aeußerungen getan haben. Tillessen: Ich habe mich bei meinen Aeußerungen immer nur an den Brief gehalten, den mir mein Bruder damals geschrieben hat und in dem er erklärt, daß er nicht der Täter sei. Bors: Wo ist Ihr Bruder jezt?. Tillessen: Das weiß ich nicht. Ich habe seit jener Zeit feine Verbindung mehr mit ihm. Der Angeklagte sagte weiter aus, daß er vom ersten bis zum letzten Tage Angehöriger der Brigade Ehrhardt gewesen sei. Er fei Mitglied feiner Partei gewesen, dagegen habe er sich in nationaler Hinsicht hin betätigt, vor allen Dingen die Idee propagiert, daß das deutsche Volk wieder die Front nach außen nehmen müsse, anstatt sich nach Innen zu zerfleischen(!!!). Er habe der pölfischen Bewegung nahe geftanden und auch die nationalsozia liftische Bewegung unterstützt. Bors: Haben Sie auch der D. C. angehört? Angefl.: Nein, aber ich habe ihr nahe gestanden, denn ich fannte viele Offiziere von der Brigade Ehrhardt her. Ich gehörte auch dem Verband nationalgesinnter Sol. daten und dem Neudeutschen Bunde an. Der Verband nationalgefinnter Soldaten sollte die Frontkämpfer zu einer Art unbewaffneter Armee zusammenfassen und sie zum Bereithalten sammeln. Vors.: Zur Aenderung der politischen Zustände in Deutschland? Angefi: Nein, davon ist nie die Rede gewesen. Auf Befragen Rechtsanwalts Dr. Luetgebrune äußerte sich Tillefsen hierauf sehr ausführlich über Kern, den er als einen sehr zuverlässigen Offizier bezeichnet, der keine Rücksicht gegen sich geübt habe und bewundernswerte Energie und Tapferfeit gezeigt habe. Unter den damaligen Zuständen habe Kern außerordentlich gelitten. So sei er einmal an ihn, Tillefsen, der sein Vorgesetzter bei der Brigade Ehrhardt war, mit den Worten herangetreten: Das nützt hier alles nichts, es muß irgend etwas geschehen." Und so habe er verlangt, man solle bei der Brigade ein Ultimatum stellen, daß irgend etwas unternommen werde, andernfalls würden die Offiziere fortgehen. Vorf.: Er meinte damit den Sturz der Regierung. Angefl: Jawohl. Kern war sehr radikal. Später in Frankfurt ist er dann mit dem Plan an mich herangetreten, die Offiziere bereitzuhalten und bei einem Einmarsch der Franzosen ins Ruhrrevier ein Schillsches Freikorps zu bilden, Der folgende Angeklagte Christian Jlsemann hat die Realschule besucht, trat 1918 in die Marine als Radett ein und ging nach seiner Entlassung zur Brigade Ehrhardt, wo er Die Kämpfe gegen die Spartalisten mitgemacht hat. Später ging er in dem sich jeder verpflichten müsse, zu fämpfen, bis er sterbe. zu seinem Vater nach Merito, fam aber im Frühjahr 1922 nach Rechtsanwalt Dr. Sad: Ist es möglich, daß Kern auf den jungen Deutschland zurück, wo er in Kiel mit Kern zusammentraf. Jsemann Lechon einen suggestiven Einfluß ausgeübt hat? Tillefsen: wollte nach seiner Rückkehr wieder in die Marine eintreten, gab Jawohl. Beisitzer Gustav Hartmann: Würde sich der Neujedoch den Gedanken auf. Er trat dann in das Erpeditionsgeschäft deutsche Bund auch gegen einen neuen Rapp Putsch gewendet von Bahn in Schwerin ein. Borf.: Gehörte dieser Herr Bahn auch zu der D. C.? Angefl: Das weiß ich nicht. Vors: Sie haben in München einmal bei dem Kapitän leutnant Hoff= mann längere Zeit gewohnt, der dafür bekannt ist, hervorragend für die D. C. zu wirken. Wollten Sie durch ihn in die Organisation aufgenommen werden? Angefl.: Nein. Der folgende Angeklagte Gustab Steinbed war vom Jahre 1917-1920 Leutnant zur See. Er nahm dann am Kapp- Butsch teil, ging nach Bayern und wurde dann Arbeiter. Seit dem Herbst 1920 war er in Dresden, und zwar bei dem Deutschnationalen Jugendbund tätig. Vors: Der Deutschnationale Jugendbund ist wohl eine völkische Organisation? Angefl: Eine antisemitisch e. Hierauf wurde der Privatdetektiv Waldemar Niedrig aus Hamburg vernommen, der bereits eine Vorstrafe von 6 Monaten Gefängnis wegen schweren Diebstahls verbüßt hat. Er war ur fprünglich Landwirt und wurde dann Detektiv. Während der Un ruhen in Oberschlesien gehörte er dem Selbstschub an, leugnet aber, der D. C. angehört zu haben. Vorf.: Sie haben aber selbst einmal gefagt, daß Sie bei der D. C. waren. Angefl.: Das habe ich damals falsch gejagt. Als nächster Angeklagter wurde der Kaufmann Friedrich Vors.: Sie sind der Warnecke aus Hamburg vernommen. Führer des Hamburger Sprengkommandos? Angefl.: 3ch fenne fein Sprengtommando. Vorf.: Sie sind aber an verschiedenen Sprengstoffaffentaten in Hamburg beteiligt gewesen. Angefl: Jamohl. Borf.: Sie waren Mitglied der Brigade Ehrhardt und haben später im Oberschlesischen Selbstschuk unter Kapitänleutnant Rillinger gekämpft, durch den Sie dann zur D. C. gekommen sind? Angefl.: Jawohl. Borf.: Was war denn der Zweck der D. C.? Angefl.: Sie wollte Oberschlesien von den Polen befreien. Bors: Sonst nichts? 2nget 1.: Sie wollte sich bei allen Aufständen, sowohl inneren wie äußeren, zur BerDie Nachmittagssigung begann mit der fügung stellen. Borf.: Welches waren denn die weiteren Ziele der Bernehmung des Hauptangeklagten Ernst Werner Techow. D. C.? Angefl.: Man erwartete noch einen weiteren Bofenauf Der Angeklagte hat das Gymnasium besucht und war bis zum stand und innere Kämpfe. Weitere Ziele wurden nicht ver= November 1919 Geefadett, trat dann in verschiedene Frei- folgt. Bori: hat man Ihnen denn von irgendwelcher Seite oder willigeformationen ein, so u. a. in das 8. Ulanenregiment, von München her zugemutet, in Hamburg Sprengstoffattentate machte bei dieser Gruppe Rämpfe in Berlin mit, war dann vorüber gegen kommunistische Zeitungen zu verüben? Angef1: Nein, das gehend bei dem Freikorps Lettow- Borbed in Mecklen- haben wir aus eigener Initiative gemacht, und zwar als burg und wurde im Dezember 1919 in die Erhardt- Brigade aufge- Rache gegen die Demolierung des Kaiser Wilhelm- Denfmals. nommen. Später studierte Techow. Bors.: Sie sind Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune: Wem wollte sich denn die D. C. bei inneren Aufständen zur Verfügung stellen?' n gefl.: Mitglied der 9. C.? Der Regierung. Bors: Gehört es denn nicht auch zu den weiteren Angefl: Jawohl. Vorf.: Was ist die D. C.? Angefl: Es ist Bestrebungen der O. C. die Regierung zu stürzen? Anget L.: Daeine Art tameradschaftlicher Vereinigung(!!). Viele von ist mir nie etwas gesagt worden. Leute, die bei Ehrhardt waren, haben sich in dieser Organisation zu N Dann wurde der Angeflagte Bantbeamter Ernst a Salohaben? Angefl.: Daran haben wir nie gedacht. Der nächste Angeflagte, Schriftleiter Hartmuth Plaas, dessen Vater Oberst war, befundet, daß er, nachdem er aus der Brigade Ehrhardt entlassen war, in Bayern in einer Arbeitsgemeinschaft landwirtschaftlich tätig gewesen sei. Jekt sei er Schriftleiter der Bölkischen Rundschau". Bors.: Wendet sich Ihr Blatt auch öffent lich gegen die republikanische Regierung? Plaas: Auf jeden Fall fagt es feine Meinung sehr offen. Zum Schluß wurde der Angeklagte Kaufmann Werner Voß aus Berlin vernommen. Er erklärt, daß er im Jahre 1918 der SPD. und im Jahre 1919 der USPD. als Mitglied beigetreten sei. Bors.: Waren Sie auch Angehöriger der D. C.? Angefl.: Das ist völlig ausgeschlossen. Vorf.: Sie sollen auch Vorstandsmitglied der KPD. in Oberschlesien gewesen sein? Angefl.: Vorstandsmitglied ist übertrieben, aber ich habe damals, als Delegierte der Sowjetregierung vor der Abstimmung in Oberschlesien tätig waren, 3 u= fammen mit den Kommunist en gearbeitet und bin auch kommunist geworden, um Oberschlesien bei Deutschland zu erhalten. ors: Haben Sie niemals den Rechtsparteien angehört? Angefl.: Nein, niemals. In der dritten Nachmittagsstunde murde dann die Verhandlung auf den heutigen Mittwoch vormittag 9 Uhr vertagt. Am heutigen zweiten Berhandlungstag beginnt dann die eigentliche Verhandlung zur Tat selbst. * BS. Das Verfahren gegen Kapitänleutnant Wolfgang Dietrich aus Erfurt und den Schriftsteller hans Wilhelm Stein, Burg Saaled, ist von dem Prozeß gegen die übrigen Angeklagten in der Mordaffäre Rathenau abgefrennt worden. Der Termin zur Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof gegen Dietrich und Stein ist auf den 24. Oftober anberaumt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. nächste Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 4. Oktober, abends 7½ Uhr, im Restaurant jetzt Pfau- Diele, Belle- Alliance- Str. 20, ab, Eingang nur über den Sof. Wegen wichtiger Tagesordnung Erscheinen aller Mitglieder Berein der Freibenter für Feuerbestattung, E. V., 6. Bezirk( Hallesches Tor). Donnerstag 7½ Uhr in den Hohenstaufen- Gälen, Rottbuserdamm 76( oberer Saan. Tagesordnung: Freidenfertum und Kirchenaustritt. Bericht von der Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten usw., Bezirk 5( Südwest), hält seine forderlich. Generalversammlung. erWetter bis Donnerstag mittag. Vielfach beiter bei schwachen nordwestlichen Winden ohne erhebliche Niederschläge, später oftwärts fort schreitende Zunahme der Bewöllung und besonders im Norden stellenweiſe ergicbige Regenfälle bet frischen südwestlichen Winden. Temperatur wenig geändert. Opernhaus Gastspiel des Kammersängers Michael Bohnen 72 Uhr: Mona Lisa Schauspielhaus 72 Uhr: Napoleon Theater 1. d. Königgrätz. Str. 7.30: Jüdin v.Toledo Orska, Deutsch, Schultz, Kinz. Do.: Wund. Gesch. Kreisser Fr.: Jüdin v. Toledo Sbd.: Wund. Gesch. Kreisler Stg.: Jüdin v. Toledo Komödienhaus 8 Uhr: Karussell Berliner Th. EDITH POSCA ZUM PARADIES 舍 Uraufführung: Morgen, 9 Uhr im UFA- PALAST AM ZOO Vorverkauf 11-1 Uhr Volksbühne Residenz- Th. 71 Uhr: 7.15: Madame Ueber die Kraft Pompadour Fritzi Massary a.G. ( II. Teil) Roberts, Wirl, Haskel, Ander. Lessing- Th. Behmer, Hold, Holstein Central- Theater Russengastspiel 7 Uhr: Täglich 7 Uhr: Lady Windermeres Fächer Arnstädt, Sandrock Toelle. Falkenstein 71/2: Die Kleinbürger Zar Feodor Joannowitsch Trianon- Th. mit Hermann Vallentin a. G. Donnerstag: Drei Deutsch Opernhaus Schwestern Täglich 8 Uhr: Freitag: Zar Feodor Erika Glässner in 7% Uhr: Die Bohème Joannowitsch Große Volksoper Deut. Künstler- Th. Sissi te Kokotte die im Theat.d. Westens Heute bis Mont. 7: Wilhelm Bendow 7 Uhr: Lohengrin Madame Sans- Gêne Intimes Theater 8: Die Peitsche und? Lauf doch nicht ( Dorsch, Götz, Steinbeck) Hans Albers Kleines Th. Täglich 128 Uhr: immer nackt herum Deutsch. Theat. Irene Triesch Lustspielhaus 8 Uhr: Schule der Kokotten 1251-1300 7. Abonnem.- Vorst. Metropol- Theater 8 U.: Simson oder 7414 Scham u. Eifer New York- Berlin sucht Neues Operett.- Th. Donnerst. 1301-1350 7. Abonnem.- Vorst Geschlossen. Morgen 7 Uhr: 72: Cyrano von Die schwarze Rose Bergerac Neues Th. am Zoo Kammerspiele 72 Uhr: Dorine und der Zufall: Gastsp. d. Russ. Neues Volkstheater in Totentanz Paul Blensfeld SCALA Tägl. 8 Uhr Theaters Kiki- Internat. mora's 7 Uhr: Der Eng Do. 8 Gastspiele Varieté Satyros d. Russ. Theaters Schiller- Th. Charl. 3 Uhr: Die Ehre Thalia- Theater 71/2 ,, Kikimora Gr.Schauspielh. ( Karlstraße) Prinz Don Juan: D. Widerspenstigen Zähmung Th. a. Nollendortpl. Donnerst. 71/2: Der 7.Dein Mund... Stg. 31½ U: Verl., Leute Theater in d.Kommandant. Str. 8 Widerspenstigen Zähmung Reichshallen- Th. Der Geschlagene Allabendl. 7½ Uhr Wallner- Theater 8 U.: Die kleine Sünderin m. Guido Thielscher Theat.a.Rottbus.Tor Moritzplatz 16077 Jeden Abend 71/2 U. und Sonntag nachm. 3 Uhr ELITESänger Sonntag nachm, 3 U, halbe Preise STETTINER Säng. DönhoffBrett'l Anf.7% U. Schlafzimmer Eich., Schleiflad, Mahag., Kirschb., Speisezimmer Herrenzimmer Wohnsalons Küchen Klubgarnituren Standuhren Einzelmöbel Große Auswahl Enorm billige Preise Möbelhaus RTEN Hans Lennert WINTERTEN VarietéVolks Spielplan preise! Rauchen gestattet! 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Bachstelzchen Allgemeine Ortstrantentaffe für Bin.- Mariendorfu. Umg. Auf Grund der Verordnung über Grundlöhne bei den Krantenkaffen vom 12. Geptember 1922. beschloß Kassenvorstand und Ausschuß, den Grundlohn mit Wirkung vom 1. Ottober 1922 ab von 90 m. auf 500 M. zu erhöhen. Durch Berordnung vom 24 9. 1922 ift für die im§ 165 Abs. 1 8iffer 2 bis 5 der RVO. Bezeichneten( Betriebsbeamte, Wertmeister usw) die Versicherungsgrenze vom 22 September 1922 ab von 72 000 0. auf 204 000 20. erhöht worden. Bom 1. Oktober 1922' ab werden auf Beschluß des Vorstandes und Ausschusses als Kassenbeiträge 82 vom Hundert des Grundlohns erhoben. Durch Rundschreiben ist allen Arbeitgebern alles Erforderliche betreffend Neumeldung, Lohnstufen, Grundlöhne und Leistungen mitgeteilt. Weitere Druckegemplare stehen im Kaffenlokal zur Berfügung. Berlin- Mariendorf, den 30. Sept. 1922 Schulze, Riedel, Borsigender. Schriftführer. Behrenstr. 54 734 Uhr Der BlaueVogel Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Allabendlich 82 Uhr: Das neue dritte Programm. Vorverkauf an allen Theaterkassen und an der Kasse d. Theaters v. 11-2 u. ab 6 Uhr abends. URANIA Casino- Theater Astra 8 Uhr: Die Berliner Posse Lämmelmanns Bummelfahrt tellenangebote finden im Vorwärts 8 WIEN BERLIN Jägerstr. 63a 8- Uhr: Das Ries- Varieté- Programm m. InterTaubenstr.: Das mo- 4- Uhr: Kaffee national: Tanz- Vorführg. derne Jerusalem vor und nach dem Kriege 51 U. Wunder d.Schneeschuhs Hörsaal: Wissenlesekunst KALTE U. WARME KUCHE GROSSE BIER- ABTEILUNG schaftliche Hand- Allgemeine Ortstranfentane für Adlershof und Umgegend. Bekanntmachung. beste Beachtung invalidenstr.: Bllder aus Kärnten Deutscher Metallarbeiter- Verband Durch Beschluß des Ausschusses vom 29. v. Mts., auf Grund der Verordnung Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. über Grundlöhne bei den Krankenkassen Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. vom 12. Sept. 1922, wird der HöchftgrundTelephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836. John auf 500 M. festgefekt zu den bisherigen 13 Stufen kommen 7 weitere Stufen Donnerstag, den 5. Offober, nach hinzu. Die Beiträge für die bisherigen mittags 5 Uhr, in der Böhow- 12 Stufen bleiben unverändert. Brauerei, Prenzlauer Allee 242: Stufe 13 Grundl. 100,- M. Beitr. 7,50 M. Branchenversammlung der Bauschlosser. Tagesordnung: 1. Bericht der Branchenkommission. 2. Stellungnahme dazu. Intern. Varieté Die Bertrauensleute um 42 Uhr Circus Busch Tgl. 71/2, Sigs. auch 3 Uhr Die lebenden Brückenpfeiler im selben Lotal. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Auto- Reparaturbetriebe. im Cofal Joftystr. 7: " 14 15 140, 10,50 " " " 押す 180, 13,50 " " " " " 16 240, " " 1 " 18, " " 1 17 300, 22,50 " " " " " 18 360, H " 17 " 27, " 19 " " 20 440, 500, " 33, " " 37,50 " " Deutscher Metallarbeiterver band Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Werkzeugmacher Joseph Hedli olgafter Straße 9 am 29. September gestorben ist. Die Einäicherung findet Mittwoch, den 4. Oktober, nachm. 4 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, ſtatt Am 27.September starb unser Kollege, der Dreher Franz Weber bertyſtr. 54 Berlin. Die Einäscherung findet Donnerstag, den 5. Oktober, vormi. 9% Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtfiraße, ftatt. Ferner starb am 30. September unser Kollege, der Arbeiter August Gehrke Neukölln. Lichtenrader Straße 9. Die Gnäscherung findet am Freitag, den 6. Oktober, nachmittags 12 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße, statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 127/5 Die Ortsverwaltung. Allg. Orfskrankenkasse Berlin- Pankow. Bekanntmachung. Auf Grund der Verordnung über Grundlöhne bei den Krankenkassen vom 12 September 1922 hat der Kassenvorstand und Ausschuß beichlossen, vom 1. Oktober Das Krankengeld beträgt nach wie vor 1922 ab den Grundlohn von 90 M. auf die Hälfte des Grundlohns, das Sterbegeld 500 M. zu erhöhen. bas 20 bezw. 30fache. Dieie Feſtfegung Gleichzeitig machen wir darauf auftritt am 1. Oftober 1922 in Kraft. Die merksam, daß durch Verordnung vom Arbeitgeber werden ersucht, die übersandten 24. Geptember 1922 die im§ 165 der Lohnlisten ausgefüllt umgehend der Kaffe R.BO. vorgesehene Versicherungsgrenze die Berficherungshöchftgrenze nicht mehr liche Angestellte, sowie Handlungsgehilfen einzureichen. Ab 22. Septbr. 1922 beträgt für Betriebsbeamte, Wertmeister und ähn Donnerstag, 5. Oktober, abds. 7 Uhr, Funktionärkonferenz. 72000, sondern 204 000 M. Auch hier von 72 000 M. auf 204 000 M. Jahres. Tagesordnung: Bericht über die werden die Arbeitgeber ersucht, die An arbeitsverdienft erhöht und bereits am meldungen fofort einzureichen. 171/9 22. September 1922 in Kraft getreten ist. Lohnverhandlungen für Monat Oktober Das Versicherungsamt der Stadt Berlin Wegen der Neumeldung, Lohnstufen, mit der Interessengemeinschaft. hat den Wert der Sachbezüge mit Wirkung Grundlöhne und Beiträge verweisen wir Jeder Betrieb muß einen Vertreter vom 1. Ottober 1922 an erhöht.. Die Säße auf das an alle Arbeitgeber versandte entsenden. Betriebsmaterial ist unbe- decken sich mit den in der Bekanntmachung Rundschreiben. 171/11 des Landesfinanzamtes Groß- Berlin vom Berlin- Pankow, 30. September 1922. 11. Geptember 1922 aufgeführten Beträgen. Der Borstand. Mag Knappe. Vorsitzender. D. Gütig, Vorsitzender. 15 Attraktionen 15 bingt mitzubringen, Eingetr. Firma Vrkf. Werth. u. Circusk. 127/4 ges. gesch. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Allen voran beim Einkauf von Brillanten, Platin Gold- u. Silber- Bruch Uhren, Zahngebissen, Ketten, Münzen, Bestecken die renommierte Firma Juwelier M.Wiese Artilleriestraße 30 5 Min. vom Bhf Friedrichstraße u. 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