Sir. 471 39. Jahrgang Ausgabe B Nr. 229 Bezugspreis: Für den Monat Ottober 250,- M., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Defterreich und Bugemburg 346,-, für das übrige Ausland 515,- M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eftland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschechoflomatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 4 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Sonpareillezetle loftet 50,- Dr. Reflamezeile 250,-. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 12, W.( zulässig zwei feltgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10,- Stellengesuche und Schlaf. ftellenanzeigen das erste Wort 7,-M., jedes weitere Wort 5,- M. Worte ilber 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familien- Anzeigen für Abennenten Beile 15,-. Anzeigen für die nächste Mummer müssen bis 42 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin G 68, Lindexftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 1hr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dünboff 292-295 und 2506-2507 Donnerstag, den 5. Oktober 1922 Barthou- Dubois' Nachfolger. Summe von 650 Millionen Goldfronen Der Kontrollausschuß Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: bteilung: Dönhoff 2506-2507 Verlag, Hauptegpedition n. Inseraten. Mac Kennas Vorstoß. Infolge der Zuspigung der Verhältnisse in Kleinasien war seit etwa drei Wochen das Reparationsproblem, nachdem es fast zwei Jahre lang das gesamte internationale politische Leben beherrscht hatte, plöhlich in den Hintergrund gerüdt. Inzwischen scheint sich die Orientfrise einer frieblichen Lösung zu nähern, so daß die Welt wieder Gelegenheit erhält, ihr Augenmert auf die Reparationsfrage zu richten, was um so nötiger erscheint, als in den letzten Tagen eine neue MartKatastrophe alle Hoffnungen, die man an die Gewährung des furzfristigen Moratorium- Erfazes durch die Reparationstommission gefnüpft hatte, über den Haufen geworfen wurden. Das Forum, vor dem der frühere britische Schatzkanzler und jetzige Finanzmagnat Mac Renna gestern in New Dort Nach übereinstimmenden Meldungen fast aller Nachrichten-| ablommen und überhaupt im Wirtschaftsregime und seinen Handelsbureaus hat sich Juffizminister Barthou, der bekanntlich auch die beziehungen, wahrt, wobei es allerdings feine wirtschaftliche Unfranzöfifche Abordnung in Genua geführt hat, bereit erklärt, an abhängigkeit nicht dadurch beeinträchtigen darf, daß es irgend einem Stelle Dubois' die Vertretung Frankreichs in der Reparationstom- Staat ein besonderes Regime oder ausschließliche Vorteile, die diese Unabhängigkeit bedrohen, zugesteht. Die österreichische Regierung miffion und ihren Vorsitz zu übernehmen. Diese Ernennung hat na- wird ermächtigt, die notwendige Anzahl von Titeln für eine fürlich Henderungen im französischen Kabinett zur Folge, worüber jedoch noch nichts feststeht. Es wird darauf hingewiesen, daß der Justizminister der Hauptvertreter des Kabinetts im Senat ist, und daß der als sein Nachfolger genannte Colrat für diese Rolle noch zu auszugeben. England, Frankreich, Italien und die Tschechoslowakei jung wäre, zumal er bisher noch niemals Minister, sondern immer verpflichten sich, bis zu 84 Proz. zu garantieren. Die österreichische Regierung stellt als Pfänder für die garantierte Anleihe die Brutto nur Unterstaatssekretär gwesen sei. Unentschieden ist auch die Neu- einnahmen der Zölle und bes Tabakmonopols zur Verfügung. 3wed befehung der diplomatisen poffen. Die meisten Aussichten der Anleihe ist die Dedung des Defizits in den nächsten beiden Jahren. gesprochen hat, ist vielleicht das einflußreichste, das in der für Berlin hat der Senator Dimon3le; wenn dieser ablehnen Die österreichische Regierung verpflichtet sich, Maßnahmen zur heutigen tapitalistischen Welt überhaupt besteht: 3ehnfollte, würde der Direktor der administrativen Angelegenheiten auf her absegung des Haushaltsdefizits zu ergreifen, eine Ertausend amerikanische Bantiers, die ihren Kondem Quai d'Orsay, Maurice Herbette, in Frage tommen. Bot- hung ber Eisenbahn, ber Post- und Telegraphentarife sowie greß abhalten, bedeuten in dieser tapitalistisch orientierten schafter Jufferand ist Washingtons müde; Jonnart gab den Bafikan ein Reformprogramm auszuarbeiten und bem Parlament einen endgültig auf. Es ist auch möglich, daß Barrère fich aus Rom zu- Gefeßentwurf vorzulegen, ber für bie nächsten beiden Jahre für die Nachkriegszeit einen ungleich stärkeren Machtfattor, als rüdzieht. Auch von einer Veränderung auf dem rumänischen und österreichische Regierung Bollmacht verlangt, ohne daß spätere hunderttausend aufammentreffende amerikanische Arbeiterbele gierte. Das mag bedauerlich erscheinen, aber es hätte teinen belgischen Posten wird gesprochen. Die Möglichkeit besteht auch, daß Sanktionen durch das Parlament notwendig werden. 3wed, diese Tatsache zu verschweigen. Bugleich aber verfügt der Direktor für politische Angelegenheiten auf dem Quai d'Orsay, Peretti della Rocca, irgend eine Botschaft, möglicherweise setzt sich aus Bertretern der vier Regierungen zusammen. Die Re. dieser Bantier- Kongreß über weit mehr wirtschaftliche Macht die amerikanische, beläme, obwohl Poincaré sich von seinem mif- gierungen, die die verbleibenden 20 Brog. garantieren, tönnen als sämtliche Ententeftaatsmänner zusammengenommen, und arbeiter nur höchst ungern trennen soll. ebenfalls Vertreter entfenten. Jeder Bertreter hat eine Stimme nach den bisherigen politischen Leistungen des Obersten Rates, für je ein Prozent der Garantie seiner Regierung. Beriodische der Botschafterfonferenz, der Reparationsfommission und soTagungen, vorzugsweise in Genf, find vorgesehen. Es ist beab- gar des Bölferbundes haben wir feinen Anlaß, dies zu be fichtigt, periodische Abrechnungen der Einfünfte zu ver- dauern. Das Reparationsproblem ist eben langen. Der Ausschuß macht den Generaltommissar auf die not nicht ohne die Mitwirkung des internatio. wendigen Beränderungen in ber Berwaltung aufmerksam. Seiner Billigung unterliegen die Tarifänderungen, ebenso Ronzesfionstontratte usw. Er verkehrt nur mit dem Generalfommiffar. Paris, 5. Oktober.( WTB.) In seiner Eröffnungsrede im Ere Der Generalfommissar des Bölkerbundes tutivausschuß von Elsaß Lothringen in Straßburg erklärte hat seinen Git in 2ien und wird vom Bölferbundrat ernannt. Justizminister Barthou nach einem Rückblick auf die deutsche Ber. Er tann notwendiges technisches Personal berufen; die Kosten für maltung, von der er fagte, daß sie ohne die Elsaß- Lothringer ihn und seine Beamten trägt Desterreich! Die Tätigkeit nimmt erst organisiert worden sei, u. a., beim Uebergang Elsaß- Lothringens ein Ende, wenn der Völferbundrat die finanzielle Stabilität Defter an Frankreich habe es sich um nichts weniger gehandelt als darum, auf dem Gebiete des öffentlichen und des privaten Rechts an die Stelle der so undurchdringlich dichten deutschen Gefeßge bung die gewiß auch üppige, aber weniger gebieterische, weniger streng fyftematisierte, mit einem Wort liberalere französische Gefeßgebung zu setzen. Bei Zusammenfassung der bis jetzt vom Be Nach einer Meldung des„ Echo de Paris" soll auch der zweite franzöfifche Delegierte in der Reparationstommiffion, Mau clère zu demissioniern beabsichtigen. Elfaß- Lothringens Gesezumbau. reichs für wiederhergestellt erachtet. Die österreichische Regierung fann über das Ergebnis der Anleihen nicht ohne Einwilligung des Rommiffars verfügen, auch teine Operationen zur Distontierung der Anleihen vornehmen, ebensowenig eine Anleihe beschließen, ohne die Einwilligung des Kommissars, wie sie auch auf das Recht zur Emission von Banknoten verzichtet. Eine provisorische Delegation des Bölkerbundes wird sich nach nalen Finanzfapitals zu lösen, insbesondere der amerikanischen Bantwelt, und da nun einmal die europäischen Staatsmänner politisch verblendet, die europäischen Arbeiter infolge ihrer Spaltungen politisch machtlos find, muß man es als das verhältnismäßig fleinere Uebel ansehen, wenn nüchtern dentende, vielfach sogar pazifistisch orientierte Bantiers ihren weltwirtschaftlichen Einfluß dazu benutzen, um eine Renderung der politischen Methoden, die bisher bei der Lösung der Reparationsfrage von den Entente- Staatsmännern angewandt wurden, herbeizuführen. ratenden Ausschuß durchgeführten Arbeiten stellte Barthou feft, daß mien begeben, um mit der österreichischen Regierung ein erftes englischen Reparationspolitik in den letzten Monaten. Ins der Ausschuß, abgesehen von seinen Bemühungen um die Einführung des Code Civil, des franzöfifchen Handelsgesetzbuches und des franzöfifchen Zivilprozeßverfahrens, drei Budgets erledigt und 95 Gesetzund Berordnungsentwürfe begutachtet habe. Das Generalfommissariat feinerseits habe 249 Berordnungen und 172 Gefeßentwürfe aus gearbeitet, von denen 114 noch der Zustimmung des Parlaments entgegensähen. Wenn diese erfolgt sei, werde man sagen fönnen, daß die gefeßgeberische Angliederung Elsaß- Lothringens auf dem Gebiete des öffentlichen und des privaten Rechtes nahezu verwirtlicht fei. Barthou ging dann zum Schulmesen über. Der Gebrauch der französischen Sprache, so erwünscht und so nüßlich er auch sei, erscheine der Regierung nicht als das einzige Mittel, franzöfifche Empfindungen zum Ausdrud zu bringen. Eine Borzugsbehandlung sei noch nicht gleichbedeutend mit einem nebenhergehenden Verbot, und die Erfahrungen, die das fiegreiche Deutschland mit seinen Berboten gemacht habe, seien fein Beispiel, das Frankreich nachzuahmen gedente. Frankreich appelliere an die Freiheit, es übe feinen 3wang aus, es hege Bertrauen. Die brei wiedererworbenen Departements dürften noch einige Zeit Son. dergesetze behalten. Etappenweise, ohne Ueberstürzung, aber auch ohne bewußte Hinauszögerung würden die Ausnahmeeinrich tungen, mit denen die Elfaß- Lothringer bedacht seien, umgeändert oder beseitigt. Völkerbund und Deutschösterreich. Die Abmachungen über die Finanzhilfe des Bölferbundes für Deutschösterreich find in Genf abgeschlossen worden. Bundestanzler Seipel fündigte in seiner Danfrede an, daß er dem heimischen Parlament volle Rechenschaft geben und daß gewiß auch Kritit nicht ausbleiben werde. Brogramm auszuarbeiten. Die politische Erklärung der öfter reichischen Regierung im Protokoll muß in nächster Zeit vom Barlas ment ratifiziert werden. Als Grundlage für die Aufstellung der drei Protokolle diente ein Bericht des Finanzfomitees des Bölferbundes. Die Tragödie Deutsch- Südtirols. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Mac Renna seinen Borstoß im Einvernehmen mit der englischen Regierung unternommen, hat, denn seine Ausführungen liegen durchaus in der Linie der besondere dürften die Ausführungen des früheren Schazkanzlers am Schluffe feiner Rede über das Weltschuldenproblem und über die Notwendigkeit einer Weltschuldentonferenz bie Ansichten und Absichten der englischen Regierung genau widerspiegeln. Im allgemeinen decken sich die Erklärungen Mac Rennas mit dem Gutachten des Morgan Komitees, und schon aus diesem Grunde dürften sie einer beifälligen Aufnahme in Jnnsbrud, 5. Oftober.( WIB.) Die Neueste Zeifung der amerikanischen Finanzwelt sicher sein. Doch was ihnen berichtet, daß das Direktorium der Fafciffenpartei am Sonntag von auch für die europäische Bolitit einen besonderen Wert verBozen aus telegraphisch vom Ministerpräsidenten Facta verlangt leiht, das ist die noch viel freimütigere, prägnantere, rüdsichtshabe, daß die Regierung die italienischen Hoheitsrechte dieser losere Beleuchtung der bisherigen Irrwege der interGebiete schützen solle. Unbedingt notwendig und unauffchiebbar fei alliierten Reparationspolitit, die Aufbeckung der fundamendie Entfernung der leitenden Personen und deren talen Fehler, die in Versailles begangen wurden. Es ist Erfah durch Männer, die die Gewähr bieten, italienische Hoheits- sicherlich nicht das erstemal, daß eine so vernichtenbe Rritit an rechte zur Berwirklichung zu bringen. Es wird an die Regierung den Reparationsbedingungen sowohl des Bersailler Diftates, die Anfrage gerichtet, ob fie beabsichtige, von heute ab die uneinge wie auch des Londoner Ultimatums geübt worden ist. Aber schränkte Achtung der italienischen Gefehe zu fördern, indem sie den als die deutsche Friedensbelegation in ihrem Rampfe um Gebrauch der italienischen Sprache( im deutschsprechenden Gebiet! beffere Bedingungen alle diefelben Argumente vor dreieinhalb Red.) im Berkehr mit den öffentlichen Behörden zur Pflicht macht. Jahren ausführte, die jetzt in Mac Rennas Rede stehen, da Innsbrud, 5. Oftober.( BTB.) Laut ,, Innsbruder Nachrich wurde Deutschland beschimpft, bedroht und ausgelacht. Ebenso ten" war es bei der Besetzung des Rathauses burch die Fascisten zu als das deutsche Sachverständigengremium vor dem Londoner Zusammenstößen mit Carabinieri und Finanzwachen gekommen, Ultimatum in einer mustergültigen Denkschrift, die auch von wobei es auf beiden Seiten Berwundete gegeben hat. Die Fascist n deutschen Arbeitervertretern mitunterzeichnet ist, all das verlangten von der Regierung die Einfeßung eines Regierungstom- haarscharf prophezeite, was inzwischen in Erscheimissars und die Auflösung der Bozener Gemeindevertretung. Die mung getreten ist, da war das Säbelgeraffel von Foch die Regierung hat mit Defret vom 28. September die Auflösung einzige Antwort. Sicherlich hätte der franzöfifche Militarismus der städtischen Polizei in Bozen und Rovereto verfügt. heute noch allein das Wort, wenn es nicht durch die viel geschmähte Erfüllungspolitit der Regierung WirthBauer- Rathenau gelungen wäre, die Erkenntnis der wirt Die italienische Parteispaltung. schaftlichen Ursachen und Wirkungen fo weit zu fördern, daß Es sind drei Protofolle in Genf unterschrieben worden, Rom, 5. Oftober.( TB.) Der Rongreß dar Magimalisten heute der berufene Sprecher des englischen Finanzfapitals im beren wesentlicher Inhalt folgender ist: beschloß, der Mostauer Internationale bebingungslos fich anzu Einvernehmen mit seiner Regierung vor die Bertreter der Eine Erklärung der englischen, der franzöfifchen, ber italienischen schließen und alle Barteiblätter, außer dem Avanti", zu amerikanischen Bantwelt treten fann, um eine folde vernichund der tschechoslowakischen Regierung bejagt, daß die vier Mächte unterdrüden. Der Rongreß beschloß ferner, daß die Magimalisten tende Kritit an den bisherigen Methoden der Entente zu üben. bie politische Unabhängigteit, die territoriale Unantastbar als Mitglieder von Brovinzial. und Gemeindeverwaltungen zu- Fast scheint es aber, als ob nicht nur die Politiker und feit und die Souveränität Desterreichs achten wollen, feine besonderen rüdtreten sollten und ernannte die Mitglieder der Partei Volkswirtschaftler in den Ententeländern, sondern auch in wirtschaftlichen oder finanziellen Borteile aus dieser Unabhängigkeit zu ziehen suchen und sich jeder Handlung enthalten werden, die bem leitung, darunter Serrati. Der Kongreß der Anhänger einer Mit Deutschland aus der Rede Mac Rennas manches lernen Wiederaufbau Defterreichs widersprechen und die Garantien, die die arbeit mit den anderen Parteien wählte als Parteizeitung das tönnten: An dem gleichen Tage, an dem aus englischem Mächte übernehmen, schädigen fonnten. Nötigenfalls werden die Blatt Giustizia"( Gerechtigkeit) in Mailand. Er ernannte Treves Munbe in New York der Fleiß und die Tüchtigtett Mächte zur Wahrung dieser Grundfäße den Bölferbundsrat um zum Direktor und beschloß, daß alle Angehörigen der Partei als des deutschen Arbeiters gepriesen wurde, machte im die notwendigen Maßnahmen ersuchen. Die österreichische Regierung Berwaltungsbeamte in Provinzen und Gemeinden ihren Dienst Berliner Tageblatt" der Abgeordnete Gothein in einem verpflichtet sich, laut Art. 88 von St. Germain( Anschlußverbot. nicht aufgeben sollten. Infolge der Epaltung erteilte diefer Ron- feiner üblichen, auf die Dauer unerträglichen und gerabezu Red.) ihre Unabhängigkeit nicht aufzugeben. Sie wird sich jeder Berhandlung und jeder wirtschaftlichen oder finanziellen Ver- greß der Parteileitung den Auftrag, sich mit der Wiener Inter- provozierenden Artikel den angeblichen mangelnden Arbeitspflichtung enthalten, die mittelbar oder unmittelber diese Un- nationale zur Bildung einer wahren sozialistischen Internationale willen des deutschen Boffes für die wachfende wirtschaftliche abhängigkeit bloßstellen tönnte. Dieser Berpflichtung widerspricht und mit den sozialistischen Gruppen der verschiedenen Länder zur Notlage des Landes verantwortlich. Herr Gothein und feineses nicht, daß Desterreich vorbehaltlich der Bestimmungen von Erzielung von Uebereinkommen über politische und wirtschaftliche gleichen werden aus der Rede Mac Rennas entnehmen können, St. Germain feine Freiheit in 3olltariffragen, Handels- und Finanz- Fragen in Verbindung zu setzen, Ibaß die von ihnen geforderte Steigerung der Probuition burch " Zum Berlängerung der Arbeitszeit auf den Widerstand der sowieso zu groß unter Berücksichtigung gewöhnlicher internationaler Handels. I müßten. Die Gläubigerstaaten würden größere' Borteile von der unter dem deutschen Dumping leidenden übrigen Welt stoßen möglichkeiten. Die Schulden feien aufgenommen worden durch den Wohlfahrt des Handels haben, die die Beschäftigung in ihren würde und daß dieser Widerstand nur durch eine weitere Ankauf von Waren, die im Kriege benötigt und zu Kriegspreisen Fabriken und Werkstätten sichern würde, als sie je von der zweifel. bezahlt wurden. Man habe sich im Kriege daran gewöhnt, in haften Bezahlung dieser Schulden erhalten fönnten. Herabsehung der Lebenshaltung in Deutschland gebrochen Milliarden zu sprechen. Wenn man jedoch zu den Gedanken zurüd. Schluß frat Mac Kenna dafür ein, daß der Betrag, den die Schuldmerden fönnte. Bielleicht empfiehlt Herr Gothein mit der ihm fehre, die für Frankreichs Verhältnisse angemessen seien, so würde ner schließlich bezahlen könnten, durch eine Unterfuchung ihrer ausureigenen Rechthaberei in seinem naten Artikel für das man erkennen, daß Frankreich feinen Rapitalsüberschuß oder führbaren Ueberschüsse auf einer vollkommen freimütigen Berliner Tageblatt" oder für das„ Achtuhr- Abendblatt" jene ausführbaren Reichtum habe, um es in den Stand zu sehen, diesen Konferenz zwischen Gläubigern und Schuldnern von beiden weitere Serabfegnug der deutschen Lebenshaltung. Nachdem äußeren Berpflichtungen nachzukommen. Die unvermeidliche Schluß- Parteien festgestellt werden solle. er dor nicht allzu langer Zeit den traurigen Mut besaß, von felgerung sei, daß der„ Not der Millionäre" zu erzählen, dürfte es ihnen nicht Sir Hornes Amerikareise. alizu schwer fallen, der deutschen Arbeiterschaft nahezulegen, find für die Fähigkeit irgendeines der Schuldnerländer außer beabsichtigt am 18. Oftober nach den Bereinigten Staaten zu reifen, London, 5. Oftober.( TU.) Schazkanzler Sir Robert Horne länger zu arbeiten und außerdem noch mehr einzu- England. schränken. Oder wird er etwa den Versuch unternehmen, Mac Die Gesamtfrage erfordere vernunftgemäß neue Erwägungen um die Frage der britischen Schulden in Amerika zu arrangieren. Renna zu widerlegen? durch die Gläubiger, die dauernd die unmittelbare Wirkung der Er wird von Mr. Montagne Norman von der Bank von England Zahlung dieser Schulden auf dem Weltmarkt im Auge behalten begleitet. Auf Mac Kennas Rede werden hoffentlich auch Taten folgen. Das amerikanische Finanzkapital, das auf die Wafhingtoner Regierung einen entscheidenden Einfluß besitzt, hat es in der Hand, eine auch für Frankreich wünschenswerte und notwendige Regelung der interalliierten Schuldenfrage herbeizuführen, es wird sich aber dazu nur dann hergeben, wenn ihm jene Garantien einer vollständigen Aenderung der bisherigen Reparationspolitik, die das Morgan- Komitee bereits gefordert hatte, und die ihm französischerseits verweigert wurden, vor dem Zusammentritt der Weltschuldenkonferenz gegeben werden. Mac Kenna für Schuldenminderung. New York, 5. Oktober.( WTB.) MacKenna sagte in seiner Rede weiter: Wie kann denn diese Zustimmung( der deutschen Befiber großer Guthaben im Ausland zur Hergabe für Reparations zmede) erzielt werden? Wenn die Werte verkauft werden könnten für einen sicheren Gewinn, so würden die Inhaber ohne Zweifel tereit sein, fie abzutreten. Man dürfe nicht verkennen, daß diese Worte in beträchtlichem Maße den Ertrag von Verkäufen in Mart darstellen, die von Deutschen auf den ausländischen Markt geworfen wurden unter der wohl begründeten Befürchtung, daß der Druck der Reparationszahlungen diesen Wert rasch vermindern werde. Mac Renna jagte: " die internationalen Schulden viel zu groß Günthers Verantwortung im Rathenau- Prozeß 3. Berhandlungstag. B. S. Leipzig, den 5. Oftober 1922. Unter den Zeugen, die zum heutigen dritten Verhandlungstag geladen find, befindet sich der Gauleiter Erich Bade aus Schwerin und der Onkel Techows, der Gutsbesizer Erwin Behrens, fowie mehrere Berliner Kriminalfommissare. Malaria gelitten. So habe der Angeflagte ganz wirre Briefe ge= fchrieben an Personen, die er niemals fennengelernt habe. Hierauf wurde der Angeklagte ftud. jur. Willi Günther vernommen. Das Verhör gestaltete sich sehr interessant, da Günther sich wiederholt in Widersprüche vermidelte, um den AngeklagNach Eintritt in die Verhandlung wurden auf Wunsch des Ober- ten Ernst Werner Techow. zu entlasten. Vors: Sie haben neulich reichsanwalt Ebermayer zu Ernst Werner Techow: Haben Sie partei ausgeschlossen worden sind. Sie waren dann im Selbstschutz reichsanwalts die Brüder Techom noch einmal vernommen. Ober- behauptet, daß Sie zu unrecht aus der Deutschnationalen Volksvor der Abfahrt des Autos gehört, daß Kern zu Schütt fagte: Oberschlesien und waren während des Kapp- Butsches Ordonnan 3Schütt, Verräter werden mit dem Tode bestraft." Angefl.: Das offizier des Oberst Bauer? Sie tennen ferner den Schüler habe ich nicht gehört. Vors: Sie sagten, daß Sie sich von der Stubenrauch. Haben Sie sich selbst mit einem Plan zur Beseitigung Notwendigkeit des Attentats und von den Gründen Kerns nicht linksstehender führenden Persönlichkeiten beschäftigt? Angefl: überzeugt hätten. Weshalb haben Sie sich dann aber gefügt? Stubenrauch, der mein Gesinnungsgenosse ist, trat eines Tages mit Haben Sie vielleicht auch gefürchtet, daß bei der gewalttätigen Natur dem Plan an mich heran, er wolle Rathenau im Reichstage Rerns Ihnen etwas passieren würde, wenn Sie sich weigerten? erschießen, da er der Ansicht sei, daß Rathenau ein Schädling Te ch ow: Ich hatte den Eindruck, daß Kern bei meiner Weigerung sei. Ich selbst war auch dieser Ansicht, da mich die Tat allein ausgeführt hätte; was er gegen mich unternommen hätte, weiß ich nicht; lezten Endes hat er doch immer den Rameraden in mir gesehen. Vorf.: Aus welchen Motiven haben Sie sich denn nun Kern gefügt? Techow: Der jüngere Techow, Hans Gerd, Beseitigt diesen Drud, und die Mart wird sich sofort verbeffern! Er schätze den Gesamtbetrag der Auslandswerte auf nicht weniger ols eine Milliarde Dollar. Wie hoch immer dieser Betrag fei, Ich stand unter seinem Einfluß und konnte nicht mehr zurück. Deutschland könne ihn bezahlen, vorausgesetzt, daß der Sturz der Vorf.: Es war also ein psychischer Druck? Techow: Ja Mark aufgehalten werde. Aber es würde eine Bedingung wohl, so ähnlich war es. Wenn ich in seiner Nähe war, fühlte ich dieser Zahlung sein, daß für lange Zeit nichts mehr von Deutsch mich unter seinem Schutz. Bors: Haben Sie nicht daran gedacht, land verlangt werde. Die Gläubiger würden gewinnen, wenn daß diese Fanatiker sein Ziel auf Tod und Leben verfolgen würde? sie den Versuch aufgäben, andere Geldzahlungen für einen Zeitraum Lech o w: Ich habe Kern doch mein Ehrenmort gegeben. von mindestens zwei Jahren zu erhalten, und sicher würde die Welt Borf.: Und dieses Ehrenwort, das in bezug auf einen Mord ges als Ganzes ungeheuer gewinnen durch eine allgemeine Stageben wurde, war Ihnen heilig? Techow: Ein Ehrenwort ist bilität der Wechselkurse, der auch das Aufhalten des Sturzes der immer heilig. Bors: Und Sie ziehen es vor, dieses Wort Mart folgen würde. Mac Kenna fagte, er habe nicht den Wunsch, zu halten, auch wenn es sich um das schlimmste Berbrechen die gerechten Forderungen der Alliierten gegen Deutschland zu ver- handelt? Techow: Jawohl, einen Widerspruch gegen das, was fleinern, und er erkenne die ernsten politischen Schwierigkeiten an, Kern sagte, gab es überhaupt nicht. R.-A. Bloch: Ist Ihnen die ihrer Berminderung entgegenstehen. Eine Lösung des Repa- eine Vorschrift der Organisation Conful bekannt, wonach Verräter rationsproblems fei jedoch nicht möglich, wenn sich politische Er- mit dem Tode bestraft werden? Techow: Nein, davon weiß ich nägungen nicht wirtschaftlichen Tatsachen unterordnen wür. nichts. den. Was Deutschland zahlen könne, jei vielleicht teine einfache Frage. Leider stehe die Antwort auf diese Frage einem voltstümlichen Gefühle natürlicher Gerechtigkeit entgegen, das der Ansicht wurde dann nochmals über die Zusammenkunft mit feinem Bruder, ist, daß der geschlagene Feind, der den Krieg beabsichtigt hate, den fowie mit Kern und Fischer nach der Ausführung der Tat befragt. vorursachten Schaden wieder gutmachen soll. Und dies werde, falls Er erflärte, daß bei der Zusammenkunft in der Waldschänke des Reine genügende Antwort erteilt werde, Europa in den Ruin Zoologischen Gartens Kern ihm versichert habe, daß sein Bruder treiben. Derselbe Grundfah, daß eine nation, soweit sie keinen Ernst Werner von ihnen in Unwissenheit über die Tat selbst gehalten cusführbaren Ueberschuß befize, ausländische Schulden nur aus dem morden sei. Bor allen Dingen habe er nicht gewußt, daß Reichtum zahlen könne, den sie außerhalb des eigenen Landes athenau sein Haus noch nicht verlassen hatte. Die qufgehäuft have, fei auch auf alle übrigen internationalen Schul. Schüsse auf Rathenau feien hinter seinem, Techows, Rüden abge Ben anwendbar. Der einzige Schuldner, der über einen großen geben worden. Vorf.: Hat Ihr Bruder diese Aeußerungen Kerns Borrat auswärtiger Berte verfüge, fei England. England be= Hans Gerd Techow: Nein. Ernst Werner fige immer noch genügend ausländische Wertpapiere, um seine Schul. Techow: Ich konnte diese Aeußerung schon deshalb nicht hören, den an die Vereinigten Staaten zwei- oder dreimal zu begleichen, weil ich mit Fischer zusammenging und etwa 10 Schritte hinter aber weder Frankreich noch Italien verfügten über gleiche Reich Kern und meinem Bruder zurückgeblieben war. Bors. zum tumsreferven, und es sei zweifelhaft, ob diese beiden Länder ge jüngeren Techow: Hat Ihnen Ihr Bruder nicht etwa diese Auslage nügend Bert: befäßen, um mehr als einen unbedeutenden Teil eingegeben? Hans Gerd Techow: Nein. R.-A. Golnid bittet ihrer auswärtigen Schulden zu begleichen. Frankreich würde den Sachverständigen Dr. Schüh zu hören, da diese Schulden nur abtragen fönnen, wenn es Ware in sehr großem Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten Günther Umfange erzeugte und ausführte, und zwar weit über die normale beständen. Daß Günther nicht ganz richtig sei, gehe aus der TatForderung des Handels hinaus. Aber würde irgendeine Bereits fache hervor, daß er Irrfahrten während seiner Militärzeit unter schaft bestehen, die Waren abzunehmen? Weber England nommen habe. Auch die früheren Kameraden Günthers seien der noch irgendein anderes Land sei heute bereit, Waren in einem un- 2nsicht, daß seine Burednungsfähigkeit nicht vollgültig sei und gewöhnlichen Maße abzunehmen. Frankreichs Schulden seien viel Günther habe geistig durch einen Eisenbahnunfall und durch schwere wieder blendend, überhaupt ein famoses Mädel, aber...! Ich muß Ein Backfisch zum andern:" Die Berrücke steht ihm eigentlich gut, aber mit seinen eigenen Haaren gefällt er mir doch viel besser. Was spielt er morgen?" Ein Dame: Nein, Gerbers waren nicht da, aber Möllers, und fie in einer Toilette! Mindestens 80 000 Mart....!" An die früheren Freiheit"-Abonnenten! Verschiedene Anfragen wegen der Nachlieferung des Romanschluffes„ Der Entgleiste" veranlassen uns zu der Bitte, fich noch etwas zu gedulden. Infolge der Uebernahme find noch einige technische Schwierigkeiten zu überwinden, ehe der Nachdrud des Romans beendet wird. Vorwärts- Berlag. Publikum. gehört? Ihnen eine Geschichte von ihr erzählen... Da sagte jemand: Bundervoll! Einfach großartig!" Erfreut sah ich mich um, glaubte einen wirklich Begeisterten entdeckt zu haben. Es war ein junges Mädchen, das eben eine Portion Eis bekommen und davon gekostet hatte. Rathenaus Schrift über den Kaiser ungeheuer empört hatte, namentlich die eine Stelle, in der Rathenau sagt: In dem Augenblick, in dem der Kaiser an der Spitze seiner Paladine durchs Brandenburger Tor zieht, hat die Weltge= schichte ihren Sinn verloren." Bors: Eine solche Stelle in Rathenaus Schriften ist mir nicht bekannt. Justizrat Dr. Hahn legt darauf dem Gerichtshof die Broschüre Rathenaus über den Kaiser vor, die 1919 im Verlag von S. Fischer erschien. Rathenau schil dert in der Broschüre seine Begegnungen mit dem Kaiser und eine Unterhaltung mit einer führenden deutschen Persönlichkeit über den Kaiser selbst, die während des Krieges stattgefunden hat. Die ven Günther angezogene Stelle lautet: feinen Beifall habe. ,, Nie wird der Augenblick fommen, wo der Kaiser als Sieger der Welt mit seinen Paladinen auf weißen Rossen durch das Brandenburger Tor zieht. An diesem Tag hätte die Weltge schichte ihren Sinn verloren. Nein! Nicht einer der Großen, tie in diesen Krieg ziehen, wird den Krieg überdauern." Angefl. Günther: Diese Stelle habe ich so aufgefaßt, daß der internationale Jude Rathenau die Niederlage Deutschlands wünschte. Stubenrauch schilderte mir dann ausführlich feinen Plan, wie er Rathenau im Reichstag erschießen wollte. Ich war allerdings der Ansicht, man dürfe aus Nathenau feinen Märtyrer machen, außerdem hielt ich Stubenrauchs Plan technisch wieder für durchführbar. Deshalb hielt ich ihn, der von mir einen Revolver verlangte, möglichst longe hin. Stubenrauch machte dann auch den Vorschlag, Rathenou bei seinem Besuch bei Kommerzienrat Mamroth zu erschießen. Bori: Wünschten Sie denn felbff, daß ein derartiger Mortplan Angefl: Jawohl. Borf: Sie haben ausgeführt wurde? dem Stubenrauch gesagt, daß sein Plan bei der O. C. in München Hatten Sie sich denn mit der O. C. in Verbindung gesetzt? Anget 1: Das habe ich nur so gesagt, um Stubenrauch hinzi halten. Bors.: Kannten Sie denn Mitglieder der Organisation C? Angefl.( nach einigem Zögern): Nein, ich habe dann aber den beiden Techows von Stubenrauchs Plan Mitteilung gemacht. Ernst Werner hielt die Sache für aussichtslos. Außerdem riet er ab, wegen der außenpolitischen Wirkungen und besonders aus dem Grunde, weil auch seiner Ansicht durch den Tod Rathenaus die damals schwebenden Anleiheverhandlungen gefährdet würden. Vors.: Hat Stubenrauch von Ihnen für seinen Plan Geld verlangt? Angefl.: weil Demal Pascha die Evaluierung der Stadt beschlossen hatte. Das sei durch die Deutschen verhindert worden, ebenso hätten sie die mehr als 3000jährige Stadt vor der Zerstörung bewahrt. Trozdem pries man jezt die Engländer als die Erretter der Stadt, und der Deutschenhaß sei sehr groß. Der Redner findet das Jerufalem nach dem Kriege jüdischer, militaristischer und friedloser. Der Hörer wurde ferner noch an Wilhelm von Hohenzollerns Kaiserworte und manche Einzelheiten seiner mit viel Tamtam unternommenen Jerufalemreise erinnert. Die Veränderungen, bedingt durch Krieg und Nachkriegswirkungen, die über Jerusalem hereingebrochen sind, fönnen den Fernerstehenden, auch bei vollem Verständnis für die Not des Einzelnen, selbstredend nicht so erschüttern. Der Krieg ging, Nach der Vorstellung stürzt das Publikum in ein kleines Café, den verlorenen Winkel, den einst ein Rintopp übelster Sorte zierte, bei, fogar den Kaiser fegte er hinweg, und mit„ maßgeblichen" Der blaue Bogel. Man muß nach der Golzstraße pilgern, in nebenbei bemerkt, in Deutschland an nichts und an niemandem vordas gleich neben dem Theater liegt. Man geht hin, weil es nur einige Schritte vom Theater sind und weil man die kurze Zeit bis tuts, daß diese Kleinkunst von Russen gemacht wird, die mir ja um an der Borlesung Gefallen zu finden, muß man schon die gleiche um Kleinbühnenfunft in wirklicher Vollendung anzutreffen. Was Raiserworten weiß der Republikaner wirklich gar nichts anzufangen. zur Polizeistunde ausnüßen will. Alles, was dort verfammelt ist, spricht vom Theater. Und es eigentlich satt haben wollen; was sie hier geben, ist schön und be. Einstellung wie der Redner haben. Die Lichtbilder waren ausgee. b. ist interessant, unter diesen Leuten zu sitzen und ihre Urteile und rückend. Es handelt sich um das dritte Programm der Golzstraßen- zeichnet. Meinungen, Wünsche und Entzückungen anzuhören. bühne, das gestern in der Generalprobe einem geladenen Publikum Das führerlose Flugzeug. Nachdem die Idee des Flugzeugs dabei lernt, daß das Publikum die kompliziertefte Rompofition chen- die Inszenierung eines Gedichts von Tolstoi„ Die Wer das nächste große Ziel auf dem Weg zur völligen Beherrschung der lernt, daß das Publikum die komplizierteste Komposition pergeführt wurde. Obenan steht erpressionistisch bis aufs J- Lüpfel- ohne Motor jetzt für die Praxis Bedeutung gewonnen hat, besteht ist und daß ihre Partitur sehr viele Stimmen enthält. Nach der Erstaufführung eines neuen Dramas machte ich wieder bung", ruffisch gefättigt in den Farben, in der Musik, in den Luft in der praktischen Verwirklichung des Gedankens eines dom die verschiedensten Beobachtungen. Das Stüd hält gute Mittellinie, Gesten. Höhepunkte find ferner: ein rhythmisch prachtvoll geglieder. Führer unabhängigen Flugzeugs. Der französische Ingenieur ist ernsthaft literarisch bestrebt, die Aufführung war sehr gut, die ter alter Chanson" Die drei Trommler" und ein Rofolo Bercheron, der sich der Lösung dieses Problems widmet, ist zurzeit ausschnitt aus einer Oper von Tschaikowsky Pique Dame", Aufnahme freundlich. Dies die Stizze für einen Pressebericht. in weichen Lichtgluten aus orange, grün und lila worin mit auf dem Flugplay von Etampes mit Verfuchen beschäftigt, die ErAnders das Cafépublikum. folg zu versprechen scheinen. Das Flugzeug, das ohne Führer aufEin Mann, vermutlich Beamtenmittelstand, der seine Frau Domain vor allem die Lieder von der Wolga„ Burlati", die alle Erde zurückgebliebenen Piloten gelenkt, der bequem in seinem Seſſel seltenem Geschmack die weiche Melodie in Farben festgehalten wird. fteigt, wird auf funtentelegraphischem Wege von einem auf der Theater abgeholt hat, erfundigt sich, wie es ihr gefallen. Die Frau Not und Sehnsucht dieses Volkes in eine verschwimmende Fluß vor einer Tastatur sitzt und durch Niederdrücken der Tasten dem 50 ( mährend sie den Kaffee rührt):„ Es ist ganz schön, bloß im zweiten Art hatten fie so eine neumodische Einrichtung, weißt Du, so steife landschaft bannen. Zehn ziehen an den Halftern einer Kette, die bis 100 Kilometer von seinem Standort entfernten Flugzeug DirekMöbel, das tann ich gar nicht leiden.. Körper, Bugtieren gleich, drängen müde vorwärts, das Lied schleicht tiven gibt, die dieses mit untadeliger Exaktheit ausführt. Der AppaEine ältliche Frau, in ihrem Aeußeren bürgerliche Wohlhaben- mit den Wellen der Wolga am Boden hir, bäumt sich auf zur Frei- rat, mit dem die Versuche gemacht werden, ist ein großer Zweideder heit fündend, unterhält sich mit ihren Bekannten über das gleiche beit, the hinter der fernen Sonne wohnt, bricht ab, schleicht weiter aus Metall, der mit einem Motor von 300 PS. ausgerüstet ist. An Thema:„ Das ist so ähnlich wie der Roman, der damals im Blatt schwer liegen die Männer im Zugseil tam, nur der Schluß ist hier anders gemacht, und der Graf ging sinn, Slanin und Nelidow mit einem Stab gleichwertiger mechanischer Stabilisator, ein Hilfsmotor, der die Zuführung der Diese und viele andere Kunstwerte der Regie vollbringen Ju- der Stelle für die Sige der Piloten und des Beobachters find ver schiedene komplizierte Apparate aufgestellt; ein Empfänger, ein nach Australien. Ach, das war ein schöner Roman. Wie hieß er doch nur? Mir liegt es auf der Zunge. Künstler, der feinen Star fennt. Wäre es nicht möglich, dergleichen Base und die Zündung reguliert und das Steuer betätigt. Unter Ein bleicher junger Mann zu seinem Freund:„ Das war für Erlefenheiten einer breiteren Masse zugänglich zu machen? R. dem Gestänge des Trägerwerts befindet sich eine radiotelegraphische mich der schönste Moment: wie sie ihm, als er nach dem Abschied In der Urania las der Geheime Konsistorialrat Professor Antenne und ein Anfer; denn die Bandung bildet den eigentlichen mit gejenttem Ropf nach der Tür geht, nachsieht, mit großen er Dr. D. Daiman- Greifswald, vom Standpunkte des Christen Angelpunkt des Problems. Percheron glaubt das Problem mit martungsvollen Augen, die Hände halb erhoben, wie sie angstvoll und des Auslandsdeutschen, eine Klagepredigt über Jerusalem Hilfe des Anters lösen zu können, der im geeigneten Augenblick herabjeden feiner Schritte beobachtet, die sie immer mehr von ihm trennen vor. Als langjähriger Leiter des dortigen archäologischen Instituts gelaffen, sich in einen bestimmten Neigungswinkel stellt, wie ihn der und wie sie dann, als er, ohne nach ihr gesehen zu haben, die fennt er so recht das Jerufalem des Wissens und des Glaubens. am Land befindliche Pilot wünscht. Wenn der Anker den Boden Tür hinter sich schließt, mit so einem würgenden Schrei zusammen- Man wurde durch den Redner eingehend mit Alt- und Neu- Jeru- faßt, wird der Motor angehalten, während die Stellung des Anters bricht... das war wirklich Runst!" falem bekannt. Erfreulicherweise auch recht ausführlich mit dem mechanisch die des Tiefensteuers bestimmt, um eine normale SanEine alte Dame, die entschieden der guten Gesellschaft" angehört, arabischen Jerusalem, von dem fleine, idyllische Stimmungsbilder dung zu ermöglichen. Die Versuche sind, wie die Pariser Blätter zu einem jungen Mädchen: und doch kann ich dem Stüd nur fein übermittelt wurden. Denn für den, der den Orientalen eben mitteilen, noch nicht abgeschlossen. menig abgewinnen. Es hat für mich feinen inneren Wert, es ist gerade als Orientalen schätzt, ist das arabische Jerusalem eine lebende zu viel Realismus, zu wenig Dichtung. Es erhebt nicht, man bleibt Größe. Natürlich hat Jerusalem sich dem Wechsel der Zeiten nicht August Gaul Gedächtnis Austellung in der Akademie der im Alltag, und damit ist für mich der Zweck eines Theaterbefuches entziehen können. Die Engländer öffneten den Rionisten Tür und Künste. Die Eröffnung findet am 7. Dltober um 12 Uhr vor geladenem nicht erfüllt". Tor, und ruffische, rumänische und südarabische Nöte trichen viele Bublifum statt. Von 2 Uhr ab ist die Ausstellung allgemein zugänglich. Juden zur Auswanderung nach Jerufalem. Mit dem rein völlischen Das Dentiche Städtegantüenter eröffnet am 8. im dito e ten. Plan des Zionismus erklärte der Redner sich nicht einverstanden. Ia al, 2ngomstraße 111/112, mit der Uraufführung im Original des AustEr erzählte, es hätte ein Abbruch der Geschichte Jerufalems gedroht, fpiels anns rei von Dtto Qudwig seine Pforten. Bon Hans Oggi. Man lernt Ein anderer junger Mann, Zigarette im Mundwinkel, mert mürdige Lebendigkeit des Oberkörpers, die entweder an einem Kellper oder an einen Warenhausverkäufer erinnert:„ Die Millers war = # Jamot, er wollte auch ein Auto haberi, tum fflichten zu können. Oberreichsanm.: Sie sollen zu Stubenrauch gesagt haben, daß die O. C. für derartige Sachen Leute auslofen, die eine zweijährige Probezeit hinter sich hätten? Anget: Das muß ein Mißver ständnis sein, denn ich habe nur gesagt, daß in die O. C. ledig lich Leute aufgenommen würden, die eine längere Probezeit hinter fich hätten. R.-A. Bloch: Angefl: Aus den Zeitungen. Günther gibt dann über den Verlauf seiner Besprechungen mit den beiden Lechows, Kern und Fischer nähere Auskunft: Am 18. Juni bat mich Ernst Werner Lechow in seine Wohnung, da mich zwei Leute sprechen wollten. Bors: Sagie Ihnen Techow, daß es sich um Angehörige der O. C. handle? Angefl.: Nein. Ich kam dann am 19. mit Kern, Fischer und Hans Gerd Techow zusammen. Ich entwickelte Kern den Stubenrauchschen Plan, der jedoch verworfen wurde. Ich hatte damals den Eindruck, daß Kern und Fischer mir bereits mit einem fest ausgearbeiteten Plan entgegentrat. Kern machte auf mich einen sehr guten energischen und zielbewußten Eindrud. Ich erinnere mich auch, daß Fischer davon sprach, man wolle Gefangene befreien, die im besetzten Gebiet von den Franzosen verhaftet worden feien, und weiter wurde der Plan entwickelt, eine Studentenorganisation zu bilden, die im Falle eines Segerstreits die rechtsstehenden Zeitungen aufrechterhalten sollte. ( Fortsetzung in der Morgenausgabe.) Neues vom Bahnhof Friedrichstraße. Ueber allen neuen für den Berliner Verkehr bestimmten Bauten scheint ein Unstern zu schweben. Bei fast allen Bauten der Nachfriegszeit konnten die in Aussicht genommenen Termine nicht eingehalten werden und mußten hinausgeschoben werden. Dies war wurde wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu 1½ Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt, außerdem wurde er megen Fluchtverdachts sofort verhaftet. Mehr Schuh dem staatlichen Kunstgut! Man schreibt uns: Der Fall des Bücherliebhabers" Studienrat Dr. Dobo, der Woher tannten Sie denn die Aufnahmebedingungen in die O. C.? bei der Untergrundbahn Nord- Süd und dem Westhafen der Fall die wertvollsten und seltensten Bücher der Staatsbibliothek felt. der des Bahnhofes Friedrichstraße teilen zu sollen. Ursprünglich war beabsichtigt wor: will, läßt doch einen berechtigten Zweifel darüber aufkommen, ob den, den Betrieb auf dem neuen nunmehr fast fertiggestellten Bahn- denn die gewaltigen Kunst- und Seltenheitswerte, die in unseren steig mit der Einführung des Winterfahrplans, d. h. am 8. Oktober Museen, Bibliotheken und Kirchen aufgestapelt sind und, von der dieses Jahres aufzunehmen. Leider scheint dieses Vorhaben ein wirtschaftlichen Seite betrachtet, einen nicht zu unterschätzenden Attiv frommer Wunsch zu bleiben, da am Innenausbau des Bahnsteiges, posten darstellen, genügend geschützt sind. Im Falle des Studien. der allerdings bereits Wartehalle, Dienstraum und Beleuchtung hat, rats Dr. Dobo ist es dem Fernstehenden vollkommen unbegreiflich, noch allerlei andere, für den Betrieb wichtige Dinge fehlen. So wie es möglich war, daß derart wertvolle und unerfeßliche Stücke fehlen auf beiden Seiten des neuen Bahnsteiges die Gleisbettungs- überhaupt für längere Zeit aus dem Haufe der Staatsbibliothek materialien und die Gleise selbst, deren Verlegung allerdings nicht herausfonnten. Es fei ferner daran erinnert, daß im Winter dieses Jahres dem Märkischen Museum 25 wertvolle Gold- und lange Zeit in Anspruch nimmt. Außerdem fehlen aber auch noch Silbermünzen und der Nationalgalerie vier Federzeich die Einrichtungen für die Fahrkartenschalter, Teile der Zugangs- nungen von Klinger im Werte von damals 120 000 m. gestohlen treppen usw., so daß sich die Inbetriebnahme des Bahnsteigs noch wurden. Im Museum in Frankfurt a. d. O. wurden im einige Zeit verzögern wird. Sie soll aber noch im Laufe des März d. I. große unerfehliche Sammlungen von Gilber- und Gold Winters erfolgen. Unmittelbar an die Inbetriebnahme des neuen münzen und eine Sammlung von silbernen und goldenen Ringen dritten Bahnsteiges wird sich der Weiterumbau des Bahnhofs Fried- des 18. und 19. Jahrhunderts gestohlen. Auch dem Museum in richstraße anschließen. Zunächst soll dann der jezige Vorort- und Brandenburg a. d. 5. wurde durch Einbruch schwerer Schaden Stadtbahnsteig außer Betrieb gesetzt werden. Die unter diesem zugefügt. Bon Einbrüchen in Kirchen, bei denen wertvollstes Gerät verloren ging, gar nicht zu reden. Die für die Sicherheit und Bahnsteig befindlichen Räume werden dem neuen Teile des Bahn- den Bestand dieſer der Nation gehörenden Schäze verantwortlichen hofes entsprechend ausgebaut, fie erhalten zum Teil ein Zwischen Stellen mögen einmal recht bald darüber nachsinnen, wie man zum geschoß, in dem u. a. ein unter allen drei Bahnsteigen laufender Gang, mindesten die wertvollsten und seltensten Stüde wirksam vor Eindie Verbindung aller drei Bahnsteige, angeordnet werden wird. bruch und Zertrümmerung und heimlichem Auslandsverkauf schüßt. Die fortschreitende Verteuerung des Baues hat den ursprünglichen Jeder Goldschmied hat seine feuer- und diebesficheren Panzerschränke, Plan jedoch erheblich geändert; ursprünglich sollten die drei Bahn- in die er jeden Abend sein kostbares Gut birgt und an jedem Morgen steige in gleicher Höhe liegen. Der abgeänderte Plan beläßt die wieder forgsam hervorholt. Warum sollte ähnliches nicht auch bet beiden alten Bahnsteige in der alten Höhe. Damit hängt die weitere den Rostbarkeiten unserer Museen möglich sein? Aenderung des Bahnhofsäußeren zufammen; nach dem neueren Projekt wird der neue Bahnsteig ein besonderes Hallendach erhalten, während sich über den beiden alten Gleifen wie früher ein gemein fames Hallendach wölben wird. Die Konstruktionen für die Hallendächer find bereits in Auftrag gegeben worden, damit der augenblickliche Zustand der Notdächer sobald als möglich beseitigt werden tann. S Der Münchener Landesverratsprozeß. München, 5. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Noch am Abend des zweiten Berhandlungstages wurde in die Behandlung des Gargas Falles eingetreten. Schon der bisher behandelte Erzberger- Kompler hatte tiefe journalistische Neben intereffen berührt. Fechenbach wurde darüber zur Rechenschaft gezogen, daß er Abschriften von Dokumenten einem ausländischen Journalisten gab, deren Inhalt schon vorher öffentlich befannt war. Bum mindesten ebenso start berührt der Fall Gargas und dessen journalistische Berufsinteressen. Gargas, der Berliner Filialleiter eines Londoner Nachrichtenbureaus, hatte Nachrichten aus Deutschland gesammelt und nach London weitergegeben. Der Vorsitzende empörte sich beim Berhör darüber, daß Gargas die Mitteilung nach England weitergeleitet hatte, es schwebe gegen Weismann ein Verfahren wegen feiner Uebergriffe gegen Bayern. Der Vorsitzende fragt, was diese Mitteilung das Ausland anginge! Es fehlt ihm augenscheinlich jeg liches Verständnis für die Natur des journalistischen Dienstes. Er fcheint der Meinung zu sein, daß jeder journalistische Nachrichtendienst an das Ausland Landesverrat sei. Da Gargas sich Zeitschriften aller fortgegebenen Nachrichten sorgfältig aufbewahrte, konnte die Polizei viele Aktenbündel nach München schaffen. Dar unter befindet sich, was der Vorsitzende sehr übel nimmt, auch eine ungünstige Aeußerung über Bayerns Gerichte. Aus beschlagnahmten Papieren des Gargas weist der Vorsitzende mit einem gewissen Triumphgefühl alle möglichen Geschäfte des Nach Gargas wird der Angeflagte Lemke vernommen. Er war längere Zeit bei den Münchener Neuesten Nachrichten" beschäftigt, später war er zur ,, Deutschen Allgemeinen Zeitung" über gegangen. Um den Gerichtshof milder zu stimmen, gab er heftige Bersicherungen von seiner Baterlandsliebe ab. Das Verhalten des Borsitzenden, der den Stoff glänzend beherrscht, läßt indes schon er fennen, daß er Artikel aus Lemkes Feder im Hintergrunde hält, die er nicht als vaterländisch gelten lassen will. Auch Lemfe war so unvorsichtig gewesen.... Angefiagien nach. Das Gericht gegen den ,, Vorwärts". Braucht Berlin 20 Arbeitsnachweise? Millionenbeute eines falschen Dienstmädchens. Eine Herrschaft vom Kaiserdamm 118 hatte durch eine Anzeige eine Hausangestellte gesucht, auf die sich eine angebliche Martha Schelz meldete. Das Mädchen hatte vollgültige Ausweispapiere und machte einen vertrauenerweckenden Eindruck. Trotzdem wollte die Herrschaft auf die Warnungen der Kriminalpolizei hin vorsichtig sein und sich bei der letzten Herrschaft des Mädchens über seine Zuverlässigkeit erfundigen. Dieses gab eine Adresse in Kaiserslautern an, an die die Herrschaft vom Kaiserdamm auch schrieb. Das Mädchen trat unterdessen aber schon seinen Dienst an, wartete aber die Diese Frage wirft der Lokal- Anzeiger" auf gegenüber aus Kaiserslautern einlaufende Antwort erst gar nicht ob. Bereits der Absicht des Berliner Magistrats, für jeden der 20 Verwaltungs- am nächsten Tage war es wieder verschwunden. In der Nacht, bezirke einen besonderen Arbeitsnachweis zu schaffen. Das Blatt während die Herrschaft schlief, packte sie mit einem Freund und äußert Zweifel, ob ein solches Verfahren im Sinne des am 1. Qf einer Freundin, die sie heimlich eingelaffen hatte, tober in Kraft getretenen Arbeitsnachweisgesetzes wäre, das die das ganze Silberzeug zusammen, und die drei schafften es Schaffung von Arbeitsnachweisen in„ Gemeinden" vorfieht. Eine dann über die Hintertreppe fort. Kaum war fie verschwunden, als Gipfelleistung sozialistischer Regierungstunst" aus Kaiserslautern der herthin gesandte Brief als unbestell nennt der„ Lokal- Anzeiger" die geplanten 20 Arbeitsnachweise, und bar zurüdtam, weil die angegebene Adresse falsch war. Die er bemerkt dazu: zweifellos sind die von ihr vorgelegten Papiere gefälscht. " Berle" hatte es von vornherein auf einen Diebstahl abgesehen. " Die Gründe sind mehr als durchsichtig. Die Vorsitzenden der paritätischen Verwaltungsausschüsse für die Arbeitsnachweise sind Schwere Ausschreitung eines französischen Offiziers. laut Gefeß von den Gemeinden zu bestellen. Bei einer Regelung, wie der Magistrat sie plant, fann der Borsiz der Verwaltungsaus- In dem Hause Xontener Straße Nr. 15a wohnt im zweiten Stod schüsse in einer ganzen Anzahl von wirtschaftlich enorm wichtigen der Kapitän Leon Beilève, Mitglied der Interalliierten Bezirten auf unabsehbare Zeit in sozialistische Hände fommen, weit Luftverkehrs- Garantiefommiffion, über ihm im dritten Stod der über die Dau der roten Herrschaft in Berlin hinaus. Daß diese Kaufmann Franz Bernstein mit seiner Familie. Beilève war Herrschaft nicht ewig dauern wird, nimmt man wohl auch im Ber- der Meinung, daß es über ihm bei Bernstein zu laut hergehe liner Magistrat an, und man scheint darum auch feine Gelegenheit und hatte mit diesem deshalb schon einige Auseinandersehungen.. vorbeigehen lassen zu wollen, noch eine Reihe von angenehmen Gestern abend ging er zu seinem leberwohner hinauf und stellte Bosten für den treuesten Anhang zu schaffen. Die Bürger Berlins follten endlich einmal deutlich fragen, wie lange ihre Geduld in dieser Weise mißbraucht werden soll." Zu Beginn des 2. Verhandlungstages wandte sich der Gerichtsporsigende Oberlandesgerichtsrat Haß gegen die Berichterstattung des Vorwärts". Er bezeichnet die Behauptung, daß man der Bresse nahegelegt habe, unangenehme Dinge über Bayern zu unter brüden, als eine Beschmutzung des Volksgerichts und eine Hetze gegen Bayern. Der Herr Oberlandesgerichtsrat hätte genauer Zu dieser Probe deutsch nationaler Heze gegen die lesen sollen, dann hätte er gefunden, daß das Volksgericht rote Herrschaft" in Berlin wollen wir feststellen, daß die Vergar nicht bezichtigt wurde, sondern eine ihm vielleicht unbe- teilung der Berliner Arbeitsvermittlung auf 20 fannte Stelle. Im übrigen ist schon das Schweigegebot, das der Presse nach Gutdünken des Berichts auferlegt wird, eine offi- Arbeitsnachweise von dem wahrhaftig nicht 10 zielle Aufforderung, bei Bermeidung von Strafe für 3ialistischen Oberpräsidenten für nötig gehalten wird. Bayern unangenehme Dinge zu unterdrücken. Wir fragen, wie lange noch der Magistrat sich die frechen Berdächtigungen gefallen lassen will, mit denen deutsch natonale Blätter ihn herabzusehen suchen? Der Streif der Wiener Hausbefizer fann als zusammengebrochen betrachtet werden; die Hausbesizer haben bereits die Einstellung des Lichtes und des Wassers aus ihrem Programm gestrichen. Das rasche Eingreifen der Sozialdemokra tischen Partei hat gewirkt! Weitere Kurssteigerungen. Das Nachrichtenamt des Magistrats schreibt dazu:„ Nach den Ausführungen des Artikelschreibers fönnte es den Anschein erwecken, als wenn in der Organisation des Berliner Arbeitsnachweisewesens Neuerungen eingeführt werden sollten. Demgegenüber sei feftgestellt, daß dies nicht der Fall ist. Bereits seit Jahresfrist besitzt jeder der 20 Berliner Berwaltungsbezirke ein Arbeitsamt, das einer eigenen Deputation untersteht. Die Bezirksarbeitsnachweise, deren Am Devisenmarkt zeigten heute die Kurse bei geringen Um- Notwendigkeit für die Vermittlung von ungelernten Arbeitern und fäßen wieder steigende Tendenz. Der Dollar wurde bei Be- Hauspersonal taum bestritten werden kann, sollen jetzt nach den ginn des offiziellen Verkehrs mit 2100 gehandelt und stieg sehr Bestimmungen des Gesetzes nicht mehr einer städtischen Deputation, rasch bis auf 2210. Auf diesem Niveau hielt sich der Kurs auch sondern einem Verwaltungsausschuß unterstellt werden. Für den im weiteren Verlauf der Börse. Man behauptet an der Börse, der zwischenbezirklichen Ausgleich von Angebot und Nachfrage hat auch Devisenmarkt habe durch die kürzlich vorgenommene Einschrän- fchon bisher die Abteilung Stellenausgleich beim Landesarbeitsamt fung des Geschäftes auf einen fleinen Kreis von Firmen wesent- gesorgt und wird dies weiterhin in noch weit größerem Umfange lich an Elastizität verloren und daß bei dem jezigen geringen tun fönnen. Was die Vorsitzenden der Verwaltungsausschüsse für Umfang des Geschäfts sprunghafte Steigerungen des Kurses viel die Arbeitsnachweise betrifft, so werden dieselben ebenso wie die leichter möglich seien als früher. An der Effektenbörse stehen nach heutigen Vorsitzenden der Bezirksdeputationen für die Arbeitsnachwie vor Auslandswerte und solche Papiere, für die das Ausland weise von den Bezirksämtern aus den Reihen ihrer Mitglieder erInteresse hat, im Vordergrunde. Heute entwickelte sich wieder nannt werden. Es handelt sich also auch hier weder um eine Neueeine stürmische Hausse in Rolonialwerten und Gold- rung noch um die Schaffung neuer Posten." Ungarn. Auch Mansfelder Aktien wurden lebhaft gehandelt. Obwohl die Tendenz der Börse noch vorwiegend fest ist, zeigt sich doch bei der Spekulation Neigung zu Positions lösungen und Ge= minnficherungen. Die Geldfrage tritt wieder mehr in den Bordergrund. Man erwartet schon für die nächste Woche eine meitere 3ufpigung der Geldmarktlage und dementsprechend auch ein Nachlassen des bisher lebhaften Effektenver tehrs. Devisenkurse. 5. Oftober 4. Oftober Käufer Verkäufer Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs 100 holländische Gulden.. 88994.85| 84205.15 1 argentinischer Papier- Beso 100 belgische Frant. 100 norwegische Kronen 100 dänische Kronen 100 finnische Mart. 100 schwedische Kronen. 1 japanischer Jen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar 100 französische Frank 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer Frank. 100 spanische Bejetas 100 österr. Stronen( abgest.) 100 tschechische Kronen. 100 ungarische Kronen. 100 bulgarische Lewa • • 751.55 1018.70 Kurs Der Schrecken der Laubenkolonien. Schwere Bestrafung gemeingefährlicher Verbrecher. Das seit einiger Zeit erfreulich emporblühende Kleingartenmesen hatte unter einer neuen Verbrecher kategorie schwer zu leiden. Diese gemeingefährlichen Verbrecher richteten dadurch, daß sie heimlich in der Nacht in den Geflügelhof der Kleingärtner und Laubenfolonisten einbrachen, einen schweren wirtschaftlichen Schaden an und waren zu einem wahren Schrecken der Laubenkolonisten geworden. Mehrere diefer unangenehmen Mitbürger wurden von der 6. Straffammer des Landgerichts III in exemplarischer Weise bestraft. ihn zur Rede. Bernstein wies ihn hinaus und schob ihn, als er nicht freiwillig gehen wollte, zur Tür hinaus. Darüber erbost, zog der Franzose seine Pistole und gab einen Schus ab, der Bernstein in den Untertiefer traf. Der Knall und das Geschrei der Frau und Kinder des Getroffenen alarmierten mie die Hausbewohrer in begreiflicher Erregung und mit Recht das ganze Haus und weiterhin auch die Nachbarschaft, die ebenso empört gegen das Gebaren des Franzosen Stellung nahm. Nun mehr ist die Kriminalpolizei mit einer genauen Untersuchung des Vorfalls beschäftigt. Der verletzte Bernstein hat gegen den Kapitän Strafanzeige erstattet. Kaiserlich Zehlendorf. In dem Zimmer des Standesamts zu Zehlendorf- Mitte hängen in großen, prachtvollen Rahmen die Bilder des ehemaligen Kaisers und seiner Frau. Vermutlich sind das dieselben Bilder, deren Vorhandensein wir vor einiger Zeit in dem Amtszimmer des Zehlendorfer Bezirksbürgermeisters Dr. Köfter feststellen konnten. Es bleibt aber doch immerhin befremdlich, wenn gerade in Zehlendorf die jungen Mädchen im Augenblick der ehelichen Verbindung das Bild des Mannes schauen müssen, der Treue übers Grab hinaus nicht bewiesen hat. Im übrigen: Die Zehlen dorfer Monarchisten haben ja so viel Geld. Also mögen sie ihrem Gözen einen ewigen Tempel bauen und darin die Kaiserbilder aufhängen. Das Kaiserdenkmal aus der Dorfaue tönnen fie auch reinstellen. Und vielleicht findet sich im Lyzeum auch noch ein Hindenburg- Bild, das dann gleichfalls in jenen Tempel hineinpassen würde. Es ist selbstverständlich, daß die Bilder schleunigst aus dem Zehlendorfer Bezirksamt zu verschwinden haben. Die alfe Klage. Eigentlich müßte man meinen, daß auch die Behörden allmählich Routine" befemmen, die sich der Geschäftsmann bei der fortschreitenden Geldentwertung längst angeeignet hat. Daß dies leider nicht der Fall ist, zeigt die Erhöhung der Portosäze bei der Reichspost. Seit Monaten beinahe ist die neue Portoerhöhung Tagesgespräch, und doch fehlen auf den wieder meisten Bostämtern die einschlägigen neuen Martensorten, deren plötzlicher Mehrverbrauch sich faft buchmäßig feststellen läßt, so daß die Geschäftsleute wieder, wie fchon häufig, alle möglichen anderen Markenforten auf die Briefe zu fleben gezwungen sind, um das vorschriftsmäßige neue Porto zu bezahlen. Gasvergiffung von Muffer und Tochter. In ihrer Wohnung in der Boddinstraße 64 zu Neukölln tot aufgefunden wurden die 73 Jahre alte Näherin Auguste Voigt und ihre 41 Jahre alte Tochter Charlotte Voigt. Beide waren einer Gasvergiftung erlegen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Ob die beiden Frauen freiwillig aus dem Leben geschieden sind oder Opfer eines Unglüds geworden sind, konnte noch nicht festgestellt werden. Wetter für morgen. Wegen schweren Diebstahls in zirta 20 Fällen waren Zum Eröffnungskonzert der Kunstgemeinde Neukölln am Mondie Arbeiter Hermann Lengfeld, Wilhelm Horwald und Robert Lin82396.85 82603.15 bede, der Fürsorgezögling Erich Relle und der Fürsorgezögling Rurt tag, den 9. Oktober, 8 Uhr abends, können die Mitglieder ihre Mitgliederkarten gegen Bezahlung des Betrages von 20,50 M. 753.45 Bormeister angeflagt, während sich der Händler Arno Wenzel wegen für diese erste Veranstaltung ab 2. Oftober d. J., vormittags von 15131.05 15168.95 gewerbsmäßiger Hehlerei zu verantworten hatte. Die wegen Dieb39250.85 39349.15 87752.75 87847.25 tahls angeklagten Personen hatten längere Zeit hinburch die 8 bis 1 Uhr und nachmittags von 5 bis 7 Uhr, im Bureau des 44994.30 44605.70 48745.25 48854.75 aubengärten in Berlin und Umgegend unsicher Boltebildungsamtes, Zimmer 257 des Rathauses Neukölln, in 57878.15 57521.85 56329.50 56470.50 gemacht und Hühner, Enten und Gänse in großen Empfang nehmen. 4943.80 4956.20 4744.05 4755.95 Mengen gestohlen. Die gestohlenen Waren wanderten sofort 1021.30 am nächsten Morgen nach der Ümgegend der Zentralmarkthalle, mo Berlin und Umgegend. Ein wenig wärmer, überwiegend trübe und 9013.70 9036.30 sie von dem Angeklagten Wengel angetauft wurden. der seinerseits 9386.75 damit einen schwunghaften Handel trieb. Das Gericht fam mit etwas nebelig mit Regenfällen und mäßigen südwestlichen bis westlichen 2127.33 2132.67 Rücksicht darauf, daß es sich hier um Gemeinschädigungen 16129.80 16170.20 handelt, welche den zu der ärmeren Bevölkerung zäh. 247.69 248.31 lenden Laubentolonisten einen schweren Schaden 39700.30 39799.70 zugefügt haben, zu empfindlichen Strafen, dabei über den 32209.65 32298.35 Antrag des Staatsanwalts weit hinausgehend. Es wurden per2.93 2.97 urteilt: Horwald zu 5 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverluft; 6941.30 6958.70 Bormeister zu 3 Jahren 1 Monat Gefängnis, Lengfeld zu 2½ Jahren 83.89 84.11 Gefängnis, Relle zu 4½ Jahren Gefängnis, Lindede zu 1 Jahr 1848.80 1346.701273.40 1276.60 Gefängnis sowie je 3 Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte Bengel 8.08 7390.75 89.88 3.12 7409.25 90.12 9363.25 Winden. Groß- Berliner Parteinachrichten. 14. Kreis, Reukölln. Freitag, den 6. Oftober, abends 7 Uhr, erweiterte Rreisvor ftandsfizung der früheren SPD. an bekannter Stelle. 114. 2bt., Lichtenberg. Freitag, 6. Oft., 7%, Ubr, bei Schwarzer, Gabriel. MagStraße 17: Vorstands und Funktionärfisung. Jungfozialisten, Gruppe Treptow. Donnerstag. 5. Oft., 7% Uhr, im Jugendheim Elienr. 3, Disfusionsabend. Thema: Die Stulturgüter des Sozialismus Die Rabbruch- Broschüre ist mitzubringen Gewerkschaftsbewegung wirkenden Mittel In der Verlegenheit. Am Dienstag abend richteten wir an die Rote Fahne" eine cine Anfrage: as ist schärffter Klaffentampf, mit welchen Mitteln ist er zu perfechten?" Wir bemerkten dabei: Bir möchten nun einmal pofitio wissen, was man in der Noten Fahne" unter Klaffentampf und verschärftem Klaffen fampf versteht. Es genügte uns zunächst eine einfache An. gabe der nach kommunistischer Auffassung anzuwendenden, sicher Sjeute morgen antwortet die Rote Fahne". Ihre Antwort zeigt nur allzu deutlich die Berlegenheit, in die sie durch unsere fleine Anfrage verseht wurde. Sie will uns zunächst sagen, was, absolut oder relativ, tein Klassentampf ist". Das wollten wir nicht wissen, sondern, wie gesagt, pofitio wissen, was die Rote Fahne" als Klassentampf gelten läßt, was als verschärften Klaffenfampf, und welche Mittel ihr dazu geeignet erscheinen. Durch allerlei Ausreden sucht sich das fommunistische Blatt um eine einfache flare Antwort herumzudrücken. Weil wir die Frage stellten, wie der Klassenkampf sich nach fommunistischer Auffassung darstellt, tommt die Rote Fahne" in ihrer Berlegenheit mit der Unterstellung, uns sei der Begriff Klaffenkampf fremd. Dabei haben wir der Redaktion der Roten Fahne" deutlich genug zu verstehen gegeben, daß wir den Klassenkampf schon zu einer Beit führten, als seine Bropagierung und seine Brazis noch etwas beschwerlicher war als heute. Da uns nun in Deutschland in so sehr aufdringlicher Weise ein Klaffentampf nach turkestanisch- mostomitischer Weise angepriesen wird, müssen wir doch wissen, wie es damit bestellt ist, seine Methode und seine Mittel fennen, um uns darüber zu unterhalten. Leute, die der deutschen Arbeiterschaft tagtäglich vorreden, was sie treibe sei fein Klassentampf, müssen uns schon fagen, was sie nun dar. unter verstehen. Daß es mit Klaffentampf nichts zusun hat, wenn der Reichspräsident an einer Schiffstaufe teilnimmt, die Redakteure der Roten Fahne" im Café oder sonstwo fißen, das wußten wir auch ohne die Ausreden der„ Roten Fahne". Eine Antwort auf unfere Frage ist das nicht. Berständigung in der Berliner Metallindustrie. Wie überflüffig die Maßnahme des Arbeitgeberschutzverbandes war, die geftrige Aussperrung in den Betrieben feiner mit glieder anzuordnen, zeigte die Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß, die in der Lohnfrage zu einer Berständigung führte und zur sofortigen Aufhebung der Aussperrung. Die Arbeit ist heute in allen Betrieben wieder aufgenommen worden. Wer zersplittert die Gewerkschaften? Man schreibt uns: " In einer Betriebsversammlung der Eisenbahn- Hauptwerkſtatt Berlin 2 forderte der aus dem DEV. ausgeschlossene Schobinsti die Belegschaft auf, die Bestrebungen der 15er- Kommission auf Veran staltung eines Betriebsrätefongresses zu unterstützen. Die 15er- Stom mission fei einzig und allein die Körperschaft, bie die Massen aus ihrem Elend herausführen fönne. Die Gewerkschaften aber fönnten und wollten nichts unternehmen, um die Arbeiter vor Bucher und Ausbeutung zu schützen. Als die 15er- Kommission mit den Spigen berhandelte, habe man nur ein Hohnlächeln für sie gehabt. Wie tüchtig dagegen der Ausschuß und ein Teil der Betriebsräte gearbeitet hätten, gehe daraus hervor, daß allein in Berlin der Betrag von 260 000 m. aufgebracht worden sei. Die Demonstration( die am legten Sonntag vor sich ging), richtete fich in erster Linie gegen die Gewerkschaften. Die Kommunisten samt den als Leser bürgerlicher Blätter belannten Geistern spendeten lebhaften Beifall. läuft darauf hinaus, eine möglichst große Bahl der Gewerk-| benn diefes Recht sei ein Slavenrecht, das ben Arbeiter nicht schaftsmitglieder gegen die Gewerkschaften aufzubringen als Berfon, sondern als Sache betrachte, die man mieten oder und sie zum Austritt aus dem Verband zu bewegen, gegen eine Leistung haben könne. oder aber fie tahin zu bringen, daß sie ausgeschlossen werden Das neue Necht müsse sich im Gefes als ein Organisations. müssen und sich dann als Märthrer aufspielen fönnen. verhältnis dokumentieren. Die Drganisation des Großbetriebes Der Zeitpunkt für die Errichtung fommunistischer Gewerkschaften dürfe nicht von Willtür, von Absolutismus diftiert sein, sondern scheint noch nicht gekommen zu sein. Sagte doch der Kommunist sie müsse rechtliche Verhältnisse aufweisen. Sie müsse den Verhält Sedinger, als er in der Mitgliederversammlung den Verbands- nissen angepaßt sein, darauf bedacht sein, daß die Arbeit der Volts. tagsbericht gab:„ Kollegen, ichmeißt vorläufig eure Bücher genoffen am zwedmäßigsten organisiert und fruchtbar gemacht weri noch nicht in die Ede!" Er hätte nur noch hinzulegen sollen: Schon nach dem Betriebsrätegeses sei die Belegschaft Träger d " Wartet, bis die Münzstraße euch dazu auffordert." Das ist die Demokratie im Betriebe. Die nach dem römischen Recht aus Gewertschaftsarbeit der Kommunisten, und schließt man diese Schäb- gebildeten Juristen fäben nur Einzelfälle. Das sei sinnlos geworden linge aus, dann schreien sie Beter und Mordio. Es wird an der Wer streift, fönne nicht anders, als seinen Arbeitsvertrag ver Geschlossenheit der überzeugten Gewertschaftler liegen, legen. Die Kämpfe müßten rechtlich geregelt, die Arbeitsbedingungen den kommunistischen Helden die richtige Antwort zu geben. von der Gewertichaft festgesezt werden. Diese müsse auch befugt fein, fie zu lösen. Es handle fich bei der Schaffung des neuen Arbeitsrechtes darum, ob es ein Stüd Vermögensrecht oder Menschenrecht werden solle: Wir müssen ein Personenrecht, ein Menschenrecht für die neue Gesellschaftsordnung schaffen." Der Bortrag fand lebhaften Beifall. Wie Genosse Sabath mitteilte, hat der Vortragende fich bereit erflärt, in einer nächsten Versammlung das Thema ausführ licher zu behandeln. Lohnregelung für den Braunkohlenbergban. " Lohnbewegung der Spediteure. Im Anschluß an die Schiedsverhandlungen für den Steinkohlen bergbau wurden im Reichsarbeitsministerium Schiedssprüche über die Lohnregelung für den Braunkohlenbergbau gefällt. Diese sehen eine Erhöhung der Schichtlöhne vor, die für den rheinischen Braun tohlenbezirk 100 Proz.. für den Dürener 91 Proz., für die Kernrebiere des mitteldeutschen 92 Broz. der für das Ruhrgebiet vorge iebenen Rohnerhöhung betragen. Für die Randreviere des mitteldeutschen Braunkohlenbezirks ist eine Erhöhung um 90 Broz., für In einer überfüllten Bersammlung der Speditionsarbeiter, die ben bayerischen Braunkohlenbergbau um 93-94 Proz. der für die am Mittwoch in Boekers Festsälen stattfand, wurde zunächst von Sternrebiere des mitteldeutschen Braunkohlenbergbaus bewilligten Röbis über den Verlauf des Verbandstages der Transportarbeiter Bulagen festgesetzt. Für den oberhessischen und den Westerwälder berichtet. An den Bericht schloß sich eine längere Aussprache, die Braunkohlenbergbau beträgt die Lohnerhöhung 133 M. in der zur Annahme von drei Resolutionen führte. Spitze je Mann und Schicht. In diesen Lohnerhöhungen ist eine Die erste bedauert die Stellung des Verbandstages zur Frage Erhöhung der sozialen Bulagen einbegriffen. Die Frist zur Er der Arbeitsgemeinschaft und spricht sich für Einberufung eines Be Härung über die Annahme der Schiedssprüche läuft am 9. Oftober ab. triebsrätefongresses aus. Die anderen beiden erheben gegen Ber bandsvorstand und Ortsverwaltung den Vorwurf, übermäßige AusDifferenzen bei der Friedensvertragsabrechnungsstelle? gaben bei Abhaltung des Jubiläumsverbandstages gemacht zu haben Wie uns mitgeteilt wird, hat fich der Angestelltenschaft der und sprechen darüber eine Mißbilligung aus. Hierauf gab Schönbed einen furzen Bericht über die letzte mächtigt, bie baburch hervorgerufen worden ist, daß sirla 100 Kündi- Generalversammlung des Verbandes. Friedensvertragsabrechnungsstelle eine große Beunruhigung be Dann berichtete Büschel über das Ergebnis der Lohnver gungen wegen Arbeitseinschränkung verfügt und ausgesprochen worden sind, während gleichzeitig zirka 30 bis 40 Neuhandlungen mit den Arbeitgebern. Diese haben schließlich eine Er ein itellungen zu berzeichnen fein sollen. Scheinbar sind bei höhung ber bisherigen Lohnfähe um sirta 50 Broz für die Zeit vom den Kündigungen weder Betriebsrätegefeß noch die Verordnung vom 30. September bis 27. Oftober zugestanden. 12. Februar 1920 beachtet worden. Es werden außerdem Klagen über unsachgemäße Behandlung des Personals erhoben, die so ungeheuerlich sind, daß erst eine ein gehende Prüfung erfolgen müßte, bevor darüber in der Deffentlichfeit etwas gesagt werden kann. Wie wir hören, haben sich die Spizenorganisationen der Angelegenheit angenommen und hoffen, in einer Aussprache im Reichsfinanzministerium eine gütliche Beilegung der Differenzen herbeiführen zu können. Ueber das zukünftige Arbeitsrecht. Ueber die Gestaltung des neuen Arbeitsrechts sprach am Montag abend Dr. Botthoff in einer Versammlung der Gewerbegerichts, Kaufmannsgerichts-, Innungsschiedsgerichts- und Schlich tungsausschuß Beisiger, die von der Gewerkschaftskommission und dem Drtskartell des Afa Bundes nach den Arminhallen" einberufen war. # Der Vortragenbe zeichnete in großen Umriffen ein lehrreiches Bild von dem bisherrigen und dem für die Zukunft zu erstrebenden Arbeitsrecht. Die Frage der Umgestaltung des bisherigen Arbeitsrechts sei für die gesamte Arbeiterschaft von gewaltiger Be deutung. Das heutige Arbeitsverhältnis bedeute im Sinne des römischen Rechte ein Schuldverhältnis, bei dem der Austausch zweier vermögensrechtlicher Verhältnisse in Frage fomme. Das unsere Rechtsprechung beherrschende römische Recht auch auf -PAVO Bei der Abstimmung wurde das Angebot der Arbeitgeber a b. gelehnt, dagegen ein Antrag angenommen, der für die Zeit vom 1. bis 15. Oftober einen Wochenlohn von 4900 m. und vom Es soll nochmals mit 16. bis 31. Oftober von 5900 M. fordert. den Arbeitgebern verhandelt werden. Ueber eine Lohnerhöhung im Malergewerbe gaben wir am Mittwoch abend eine Notiz, die uns durch die TU. zugegangen war. Bon der zuständigen Organisation wird uns nun mitgeteilt, daß die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, die Meldung der TU. also falsch ist. Zentralverband der Maschinisten und Seizer. Frettag 6 Uhr, im Gewer fchaftshaus, Engelufer 24/25, Saal 1, allgemeine Funktionärverfammlung. Es ist Pflicht eines jeden dienstfreien Kollegen pünktlich zu der Bersammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Arbeitnehmer der Filmindustrie. Freitag, 6. Oftober, 6 Uhr, im Dresdener Rafino, Dresdener Str. 96: Große öffentliche Bersammlung. ähne 60 u. 80 M. mit Friedenskautschuk Schriftliche Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen von 100 Mark an Spez.: Zähne ohne Gaumen. 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