Nr.474 39.Jahrgang Ausgabe A.nr. 233 Bezugspreis: Für den Monat Ottober 250,- D., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für und Deutschland, Danzig, Gaar Memelgebiet sowie Defterreich und Luremburg 346,-, für das übrige Ausland 515,- M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark England, Estland, Finnland, Frantreid), Holland. Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschecho flowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 8 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle Loftet 50,- M. Retíamezeile 230,-. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 12, M.( zulässig zwei fettgebruckte Borte), jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 7,- Mt., jedes weitere Wort 5,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 15,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Döntoff 292-295 und 2506-2507 Sonnabend, den 7. Oktober 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Haubterpedition u. Inseraten. Abteilung: Dönhoff 2506-2507 Wilhelm II. verleumdet Bethmann! Nachweis aus unveröffentlichten Akten. Weltkrieg, Kapp- Butsch, Rathenau- Mord es ist immer erklärt, er sei ganz entsetzt darüber gewesen, daß Bethmann Dazu macht Wilhelm II. die nur ihn selber fennzeichnende dasselbe! Wenn das Unheil geschehen ist, wälzen die Verant- die Denkschrift anderthalb Jahre in seinem Tischkasten habe Randbemerkung:„ Bielleicht kommt sie aus Eitelkeit mit?" wortlichen die Schuld einer auf den andern ab. Am liebsten lagern lassen. Wie man selber ist, so denkt man von anderen. Wenn aber auf solche, die nicht mehr reden können. Wilhelm II. Diese Feststellungen genügen wohl, um Wilhelm der Wilhelm II. es für möglich hielt, daß die Sozialdemokratie sich jetzt jetzt in seinen Memoiren auseinander, daß nur der arme Letzten moralisch zu erledigen. Die Wahlrechts- Dent- mit einem Pluralwahlrecht bescheiden würde, so zeigt das nur, Bethmann schuld daran gewesen sei, wenn es ihm nicht gelang, schrift von 1915 mitsamt ihren faiserlichen Randbemer- wie gar keine Ahnung von den wirklichen Verhältnissen dieser das deutsche Volt herrlichen Tagen entgegenzuführen. Immer fungen ist aber doch so interessant, daß noch einiges aus ihr Dann gehabt hat. hotte er, Wilhelm, die genialsten Einfälle. Immer hat Beth- wiedergegeben zu werden verdient. mann ihm die Geschichte verdorben. Das muß sich der arme Bethmann jetzt fagen lassen, der zu Lebzeiten mit rührender Treue an seinem„ gnädigen Herrn" hing, jetzt aber im Grabe liegt und sich nicht mehr mehren kann. Wie schon erwähnt, hält die Denkschrift den Zeitpunkt nach Aufhebung des Kriegszustandes, aber noch vor dem Ab fchluß des Friedens, für den gegebenen, um mit einer Wahlrechtsvorlage herauszukommen. Darüber heißt es dann weiter wörtlich: In dem jüngst erschienenen Abschnitt seiner Phantasien erzählt Wilhelm eine märchenhafte Geschichte von der preußi- Es wäre nicht nur nicht nötig, sondern auch nicht günstig, die fchen Wahlreform. Er, Wilhelm, habe im Laufe des Winters Aftion einzuleiten, wenn der Friedensschluß schon perfekt ist. Zu 1914/15 beschlossen, dem herrlich bewährten Bolf in Waffen dem gewählten Zeitpunkt würde entweder über die Friedenspräli eine Freude und Anerkennung zu bereiten". Er habe den Ge- minarien verhandelt werden oder, wofür die größere Wahrschein. banken vertreten, daß der Mann, der mit dem Eisernen Kreuz lichteit spricht, es würde die Wahlreform in die Zeit fallen, in der heimkehre, bei der Wahl nicht mehr, tlassifiziert" werden ein europäischer Friedenstongreß tagt.( Staiserliche dürfe. Gerade damals habe auch Herr v. Loebell eine Dent- Randbemerkung: Den dulde ich nicht!) schrift zur Wahlreform eingereicht, die von denselben Gesichtspunkten ausgegangen sei. Bethmann aber habe diese Dentschrift, durch die die Wahlreform in Fluß gebracht werden follte, dem Ministerium gar nicht vorgelegt, sondern an der thalb Jahre unerledigt im Tischkasten liegen lassen. An dieser Geschichte Wilhelms von der verschleppten Wahlreform ist so ziemlich alles Schwindel. Bu seinem Bech befindet sich die bisher unveröffentlichte Dent fchrift von Loebell samt der dazu gehörigen Korrespondenz in unseren Händen. Wir sind also in der Lage, aus den Aften festzustellen, daß Wilhelm die Unwahrheit behauptet, um sich selber in ein gutes Licht zu setzen und seinen toten Reichstanzler herunterzureißen. " Die Konservativen, die sich jetzt die Deutschnationalen nennen, haben dann ihr verbrecherisches Spiel gegen jegliche Wahlreform bis zu Ende des Krieges fortgesetzt. Sie gaben es, wie aus den Erinnerungen des Oberbürgermeisters Wermuth hervorgeht, erst auf, als die Oberste Heeresleitung ihre Waffenstillstandsbitte ausgesprochen und sich dann telegraphisch an das Herrenhaus gewandt hatte mit de dringenden Wunsch, der nun notwendig gewordenen Demotratifierung des Wahlrechts feine Hindernisse mehr zu bereiten. Das hartnäckig bekämpfte gleiche Wahlrecht sollte nun auf einmal die Planke werden, auf die die Herrschenden ihre Herrlichkeit retteten. Das Spiel mißlang, und indem es mißlang, hat sich ein Aft historischer Gerechtigkeit vollzogen. Abneigung gegen Randbemerkungen anderer.. Reichspräsidentenwahl und Parteien. Bemerkenswert ist, daß die Dentschrift in schärfster Weise| gegen die Konservativen Stellung nimmt, bemer fenswert um so mehr, als Herr ron Loebell damals von der Prag, 6. Oktober.( DA.) An die Veröffentlichung der Memoiren fonservativen Partei noch ganz als ihr Bertrauens.nann im des Ertaifers Wilhelm in einigen Tagesblättern in der Tschechoslo Amte behandelt wurde. Herr von Loebell zeichnet die Konfer- watet hat, wie das Regierungsorgan„ Slowenita Bolitika" erfährt, peliven als die Leute, die dadurch, daß sie die Erfüllung der Vertreter des Erlaisers die Bedingung geknüpft, daß seine Bolitit des föniglichen Wahlrechtsversprechens von 1908 verhinderten, und seine Person feiner Kritik unterzogen und die MeDie Monarchie untergraben. Ihr Verfahren fomme einer moiren ohne Randbemerkungen veröffentlicht werden. Minderung der Kronrechte gleich. Das Ansehen des preußi- Sollten die Blätter doch eine Polemik baran knüpfen wollen, jo schen Staates und der Krone Preußens erforderten aber eine forbere der Erkaiser die Borzensur. deutliche Feftigung des Regierungswillens gegenüber dem Barlamentswillen.( Randbemerkung: Absolut!") Es wird beflagt, daß sich die fonservative Partei ihrer früheren gouverIn der Nationalliberalen Korrespondenz" wird der VorDer Plan einer Wahlreform war in der Tat schon im nementalen Tendenzen begebe( Randbemerkung: Richtig!). schlag ernsthaft wiederholt, der nach Mitteilungen volksparteiFrühjahr 1915 zwischen Bethmann und Loebell Die Regierung müsse eine Verschiebung der Machtverhältniffe licher Blätter auch von den Vertretern dieser Partei bei der verabredet und von lekterem als dem preußischen Minister des zwischen Krone und Bolksvertretung zugunsten des Par Parteiführerbesprechung mit dem Vizekanzler vorgetragen Innern eine Denkschrift dazu verfaßt worden. Die Absicht der aments hindern.( Randbemerkung: Richtig!) Gine worden ist: die Wahl des Reichspräsidenten zu beiden war, nach Abschluß des Krieges in Preußen ein Conservative Partei, die die parlamentarische Macht um ihrer verschieben und sie mit der Wahl des Reichstages, die abgestuftes Wahlrecht( Pluralwahlrecht) zur Durch felbst willen gegen die Regierungsmacht einsetze, wirke auf das normalerweise im Jahre 1924 zu erfolgen hätte, zu verbinden! führung zu bringen. Sie wußten aber nicht, wie fich die gesamte Staatswesen der Monarchie de struttiver als eine Die Verfassung schreibt zwar vor, daß der Reichstag durch allerhöchste Stelle" zu diesem Plan stellen würde und zogen demokratische Partei in gleicher Kampfstellung.( Randbemer besonderes Gesetz den Wahltermin' festzusehen habe. Indessen, den Kabinettschef von Ballentini ins Bertrauen. Dieser tele- fung: Natürlich!) Weiter heißt es wörtlich, wobei die so konstruiert man bei der Volkspartei, habe der Reichstag graphierte am 13. Mai 1915 dem Reichskanzler, der psycho- faiserlichen Randbemerkungen in Klammern eingefügt sind: feine Pflicht erfüllt und der Verfassung Genüge geleistet, logische Moment sei getommen". Bethmann sandte nun sofort Die stärkste Partei des Abgeordnetenhauses, die fonservative, die Wahlrechts- Denkschrift an Wilhelm und erhielt sie zwei befindet sich gegenwärtig in denkbar unbequemer Lage. Und wenn er überhaupt den Termin festsege, auch wenn dieser noch auf zwei Jahre hinausgeschoben würde. Tage später mit zustimmenden Randbemerkungen zurü. fie hat auch vom Ausgang des Krieges teine Stärkung ihrer Stellung Die Deutsche Tageszeitung" macht nicht mit Unrecht auf Ganz glücklich schreibt er an diesem Tage an Loebell:" Nun zu erwarten. Zwar wird auch dieser, wie noch jeder allgemeine die Inkonsequenz aufmerksam, die darin liegt, daß früher die ist die Bahn frei. Wir besprechen wohl in den nächsten nationale Aufschwung, die konservative Denfungsart im Volfe Deutsche Volkspartei die alsbaldige gefeßliche Wahl des Tagen das weitere procedere( Borgehen)." Bethmann hatte stärken. Aber die Stärkung wird sich innerhalb der Reichspräsidenten und die Beseitigung des bisherigen also auch für seinen damaligen furchtfamen Blan, nach dem Barteien vollziehen und den Konservativen als Partei nicht zu Provisoriums verlangt habe und jetzt felbst eine Verschiebung Krieg eine Wahlreform und nicht einmal das gleiche Wahlrecht gute tommen. Diese Tatsache ist eine nur zu natürliche Folge der der Wahl vorschlage. Indessen ist der Gedanke der Verschie einzuführen, Hindernisse bei Wilhelm befürchtet und war nun Haltung, die die tonfereative Partei feit 1908 einge- bung schon von vornherein gescheitert, denn Reichsganz glücklich, daß sie überwunden waren, die Bahn frei nommen hat, das heißt seit Beginn des Kampfes um die Reichspräsident Ebert besteht auf der Wahl. Und finanzreform von 1909.( mit Bülow gegen den König) der Demokratische Zeitungsdienst" bemerrt dazu: Wilhelm fagt, er habe nicht gewollt, daß die heimkehrenden Mit der Aufgabe der traditionellen national. Herr Ebert hat bei seiner Stellungnahme die Verfassung Krieger als Wähler" flaffifiziert" werden sollen. Aber nach gouvernementalen Haltung hat die tonfervative für sich. Es ehrt den gegenwärtigen obersten Repräsentanten des der Loebellschen Denkschrift, die er mit der Zensur Sehr Bartei den bevorrechtigten Blag unter den natio. Reiches, daß er die Verfassung bis ins kleinste hinein peinlich gegut“ und„ Einverstanden" versah, sollten die Wähler nalen Parteien verloren( Richtig!), ber ihr sehr lange Zeit hin- achtet wiffen will. auch weiterhin„ klassifiziert" werden, nur nach einer anderen durch willig und mit Recht eingeräumt worden. Die ehemalige AufMethode. Der unflare Kopf Wilhelms fann diese Dinge wohl faffung im Bolt, daß Konservativismus gleichsam identisch ist mit nicht auseinanderhalten, oder es liegt ein, bann allerdings höchstgesteigertem Patriotismus, hat sich verloren. Die fonferjehr plumper Bersuch vor, die Deffentlichkeit irreguführen. vative Partei wird vom patriotischen Aufschwung der Kriegszeit Mie aber liegt es mit der Verschleppung der Wahlreform wenig oder gar feinen Gewinn haben. Das weiß fie auch sehr durch Bethmann? Es ist schon gefagt, daß die Denkschrift von wohl und sie weiß auch, warum sie die Diskussion über das fogehem Gedanken ausgeht, mit der Wahlreform Jei erit na nannte Striesziel" auf ihre Schultern genommen hat. Kriegsschluß zu beginnen. Verfaßt wurde die DentDie gesperrt gedruckten Stellen sind von Wilhelm II. fchrift im Frühjahr 1915. Anderthalb Jahre später war hödyfteigenhändig unterstrichen. Herbst 1916. Damals war bekanntlich aber immer noch Krieg. Was Wunder, wenn die Denkschrift auch immer noch in Bethmanns Schublade lag? war". 6 In der Denkschrift wird gesagt, das Borgehen der Regierung müsse in diesem Fall den Charetter des überraschen den Handstreichs" tragen. Die offiziöse Breffe müffe unbedingt Stiffe halten. Dazu bemerkt Wilhelm II. am Rande:" Die mus mal zur Diskretion gezwungen werden unter event!. Forthagen unsicherer Beamter." In der Dentichrift heißt es weiter: Inhalt, Reitpunkt und Regierungsabsicht sind voll tommen im ungewiffen zu laffen." Dazu schreibt Wilhelm: Borbedingung." In der Denkschrift heißt es weiter:" Lange Borverhandlungen mit den Fraktionsführern sind nicht empfehlenswert." Dazu Wilhelm:„ Unter feinen Umständen!" Es wird dann die Notwendigkeit erörtert, auch die Freifinnigen für das Pluralwahlrecht zu gewinnen. Bei diefer Gelegenheit heißt es, es werde wohl notwendig sein, die Zustimmung des Freisinns durch Zugeständnisse anderer Art zu erhandeln". Weiter heißt es wörtlich: Ein Teil der Lieblingswünsche des Freifinns ist ja politisch sehr harmlofer Art. Sehr empfänglich hat sich der Freifinn ftets für gemiffe Aeußerlichkeiten gezeigt. In Personalfragen tann manches geschehen, auch schon während des Krieges. Auch auf dem Gebiete der Kommunalpolitik werden Zugeständnisse möglich sein. Das also war die Einschägung, die der bürgerlichen Demofratie dank ihrer absonderlichen Zahmheit von seiten der töniglich preußischen Staatsregierung zuteil wurde. Von der So zialdemokratie heißt es dann: Also, Wilhelm hat felbst auf strengite Dis Die Sozialdemokratie weicht gerade in ihren staatsrechtlichen fretion gedrungen, bis es so weit war, das heißt, Anschauungen so weit von dem Wege ab, an dem die Regierung tis der Krieg abgeschlossen und die Absicht der Regierung ent- gebunden bleiben muß, daß auf ihre Mitwirkung an der Wahl hüllt werden konnte. Jetzt aber stellt sich der Mann hin und reform von vornherein verzichtet werden muß. Die genannte Korrespondenz untersucht die Möglichkeiten verschiedener Kandidaturen und kommt dabei zu dem Schluß: Eins der markantesten Zeichen unserer Unentwideltheit als politisches Volt ist es zweifellos, daß sich in der deutschen Republik die Monarchisten am meisten den Kopf über die Wahl cines republikanischen Präsidenten zerbrochen. haben. Es ist darum auch anzunehmen, daß es zu einer monarchistischen Kandibatur kommen wird. Freilich sind die Deutschnationalen in tödlicher Berlegenheit. Hindenburg kommt faum noch in Betracht, Ludendorff hat sich durch seine gerichtlich erwiesenen Bemühungen um den Kapp- Butsch sowie durch seine Mitarbeit bei dem Northcliffe ziem= lich unmöglich gemacht.... Unter solchen Umständen steigern sich die Chancen für eine Wiederwahl des Herrn Ebert. Dieser hat bisher in taktvoller Weise jede Erklärung darüber vermieden, ob er sich erneut um das Amt zu bewerben gedenkt. Man darf annehmen, daß er nicht gewillt wäre, eine reine Parteitandidatur zu übernehmen. Wenn aber eine Partei gruppierung an ihn herantreten würde, so ließe sich immerhin mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, daß er sich aufs neue zur Wahl stellt. Es ist selbstverständlich, daß die Sozialdemokratie dem Wahlkampf ruhig entgegengeht, gleich, ob da einer oder mehrere Gegenfandidaten auftauchen. Wichtig ist, daß das ganze Bolt, wie es die Verfassung vorschreibt, die oberste Spitze des Reiches selbst wählt und so die Möglichkeit hat, mit zu entscheiden über die Gestaltung der zukünftigen Reichspolitif. Unfere Genoffen im Lande werden alles vorbereiten, um am 3. Dezember wie immer ihre Pflicht zu tun! Jall Kuitner— daviüsohn. Die kommunistischen Berherrlicher von Holz und Eberlein sind om Werk, um gegen unseren Kollegen K u t t n e r etwas zu entsesseln, was sie selber eine„Progrombetze" nennen würden, wenn es sich gegen einen der Ihren richtete. Nachdem las Berliner Schöffengericht das juristisch bemerkenswerte Urteil abgegeben hat, man dürfe einen Wann, der möglicherweise die Grenzen der Notwehr überschritten hat, einen Mörder nennen, machen sie von Verbal- injurien den denkbar stärksten Gebrauch. Da aber der �Meuchelmörder Kuttner" vielleicht doch allein nicht nach Wunsch zieht, wird das ganze kommunistische Marionetten- thcater wieder hervorgeholt:„der blutige Wels", Zickler, der Mord-Duhter und natützsich Noske! Die Absicht, die dabei verfolgt wird, ist so dick aufgetragen, daß der Gedanke geradezu trostlos ist, ein Leser könnte so dumm sein, sie nicht zu merken. Es muß gegen die Einigkeit gehetzt werden, dazu ist jedes Mittel rech:. Der Fall Kuttner liegt so, daß das ungünstigste Urteil über ihn dahin gehen kann, Kuttnör habe zur Abwehr einer nur vermeintlichen, nicht wirklichen Gefahr auf den Feldwebel Eichhorn geschofsen. Auch dieses Urteil steht nicht fest, da in dem Ermittelungsverfahren, das Kuttner seinerzeit selbst bean- tragte, acht Augenzengen mir ihm in der Bekundung über- einstimmten, der betrunkene Eichhorn sei gerade im Vegriff gewesen, eine Handgranate«bzuziehen, als der tötende Schuh ihn traf. Man kann tvotzdem die Möglichkeit offen lasten, daß Kuttner in der Seturöde des Entschlusses die Größe der Gefahr überschätzte, also uribewußt die Notwehr überschritt. Jede darüber hinausgehande Beschuldigung ist nach den« Gang des Beweisverfahreirs als absichtliche Verleumdung klar m erkennen. Das gilt insbesondere für die Be�aupwng, Kuttner habe mit den Worten:„Ich kenne dich, du bist ein Spartakist", auf Eichhorn geschossen. Diese Worte sind umgekehrt von dem betrunkenen Mann gegen Kuttner gebraucht worden. Keiner der Zeugen hat sich darüber anders gsäußeick. Angesichts dieses Tatbestandes hat die Redaktion des„Vorwärts" keinen Anlast gesehen, on dem koste- /gialen Verhältnis, das sie seit sechs Jahren mit dem Genosten Kuttner verbindet, auch nur das Geringste zu ändern. Die Landtagsfraktion ist zw demselben Ergebnis gekom- men. Sie beschäftigte sich gestern mit einem Schreiben des Genossen Kuttner, in dem er über den Ausgang feines gegen Daoidsobn angestrengten Prozesses beeichtet und fein Mandat zur Verfügung stellt Die Fraktion beschloß e i n st t m m i g, daß auf Grund des ihr bekannten Tatbestandes keine Ver- anlassung für Kuttner gegeben sei,:das Mandat niederzulegen. Da Genosse Kuttne: gegen da.; fchöffengerichtlichs Urteil Berufung eingelegt hat. werdan'die früheren Angehvri- gen des Regiments Reichstag, die im Januar 1919 der 5. Kam- pagnie angehörten, Gülzow, L.ange, Pape, Bau- mann, Otto Schulz, Ratzow, Bittner und Max Mittag gebeten, ihre jetzkje Adresse der Redaktion des„Vorwärts", Berlin SW. 68, Llndenstr. 3, mitzuteilen. Aevifchemall im KechtAbach-proZeß. München. 6. Ortover. Eigener Drahtberiait.) Den dritten Vcrbanbluvflstag füllte größtenteils das Verhör des Redakteurs Lembt« aus.' De? Vorsitzende bringt Dinae zur Sprache, die nicht eigentlich zur Sack)» gehören. Gelegentlich weicht der Vorsitzende von dem G-cgeisstand der Verhandlung ad und ergeht sich ln mcuer- liehen heftigen Beschimpfungen ffismcs. Er kündet an, haß das Volksaericht die Frage prüfen wird, ob Ei»ver durch die Herausgabe des Schönjchen Berichtes nicht bloß in obpkt'vcr, sondern noch mehr in subjektiver Hinsichi eine vrrsätzkche Fälschung begangen habe. Das verhör ergibt, daß dos Boklsgericht der Auffassung sst, jede öffentliche Darfteklunz der reichsschäd- lichen Bestrebungen in Bayern jiei?andesoerrat Der Zeuge Redakteur Stark von der„Fror ßfurter Zeitung" wurde abgekanzelt, weil er sich in einer Berliner Rede einmal ungünstig über Bayern geäußert hatte Am vierten Derhandlungstag wird Der Zaun. von Paul Packan. In Berlin wohnen heute bekanntlich nur reiche Leute. Weil viele von ihnen nicht wissen, was sie mit dem Geld an- sangen sollen, bauen sie Häuser. Natürlich nicht gewöhnliche Mietshaus«? mit mehreren Stockwerken für mehrere Familien, sondern vornehme Villen und Neine Schlösser, protzig und prunkend. Sie«ändern mit ihren Bauplänen aus der Stadt an den Rand der Steinwüste, wo es ruhig ist, wie es die Reichen lieben und notwendig haben, oder ste bauen miten im Wald, der für sse niedergeschlagen wird.« Darüber schimpfen manche Menschen und nennen es Wald- ichlächterei: ich aber find�, daß ein tiefer sozialer Sinn darin liegt. Dem Volk wird immer wieder gepredigt, daß es doppelt und dreimal soviel arbeiten müsse wie früher. Wenn es aber den Wald gewissermaßen vor der Tür hat, wird es nur abgelenkt und kommt auf den dummen Gedanken, im Wald spazieren zu gehen, anstatt zu arbeiten. Die Waldschlöchtereien sind also nicht, wie man oft sagen hört, ein Verbrechen am Vost, sondern selbstverständlich eine Wohltat für das Volk. -'Im Grunewald hat sich unlängst jemand eine Baustelle gekaust, und das Stück Wald, oder vielmehr die Stelle, wo einst die Bäume standen, ist sehr groß.' Ich weih nicht, wieviele Quadratmeter, aber ich glaube, es ist schwer, so weit zu zählen. Auf dem Gelände wird ein großer Garten angelegt mit allen Finessen für Feinschmecker der Natur, und es sst ja bekannt, daß die reichen Leute nichts so sehr lieben wie die schöne und bescheidene Natur. Mitten in dem Park wird ein Rokokoschlößchen gebaut, das sehr reizvoll ist. Um das Ganze aber ist ein Zaun gezogen aus dicht nebeneinander gefügten Latten, weiß gestrichen und fein lackiert, »in Zaun, riesenlang und riesenhoch und obenauf liegt noch Stacheldraht. Drahtverhau ist jetzt die große Mode. Ich denke mir, das soll erzieherisch wirken und auf den neuen Krieg und das nächste Stahl» bad vorbereiten, dessen heilkrästige Wirkung wir alle noch in den Knochen haben. Wenn die Ausflügler am Sonntag an dem Bauplatz vorbei» kommen, dann stehen sie und staunen, und all« Welt wundert sich, warum der groß« Zaun gesetzt fem möge. Neulich führte mich der Weg an einem Wochentag zu dieser Baustelle. Es schüttete, was nur vom Himmel kommen konnte, und dieser Regen war wie eine Katastrophe. Da hielt ein sehr elegantes Auto mit Ledersesseln und seidenen Kissen vor dem Riesenzaun, und ihm eirtstieg ein sehr seiner Herr, die Ooffentlichteit ausgeschlossen. Es kommt zu scharfen Ausein« andersetzungen zwischen Gericht und Verteidigung. Die Verteidigung betont, daß sie überhaupt nicht wisse, weswegen die Beschuldigten unter Anklage gestellt seien. Iustizrat Bernstein führt aus: Die An- geklagten wissen nicht, wogegen sie sich wehren sollen. Das ist kein Verfahren in einem zivilisierten Staat. Die einfachsten Rechte der Angeklagten werden durch das Volksgericht verfetzt. Das Volts- gcricht soll kein Kinderspiel treiben. Die Angrisse Bernsteins auf das Lolksgericht wirken wie Donnerschläge. Das Gericht stellte erst jetzt die genaue Anklage fest. Die gesamte Berichterstattung Fechen- bachs und Lembkes soll als Landesverrat gelten. Nicht veeabschieöet! Dar Wochenfrist wurde die Nachricht verbreitet, daß der Kvm- mandeur des Göttinger Reichswehrbataillons, Oberstleutnant von F r a n tz i u s, wegen monarchistischer Propaganda in der Kaserne aus der Reichswehr entlassen worden sei. Diese Nach- richt entspricht nach der Meldung der Korrespondenz B.S. nicht den Tatsachen. Herr o. Frantzius ist In der hierfür üblichen Form auf seinen eigenen Wunsch mit der gesetzlichen V e r s o r- g u n g verabschiedet worden. Mit monarchistischen Umtrieben hat die Verabschiedung nichts zu tun, es sind vielmehr rein per- fönliche Gründe maßgebend gewesen. Soll nun mit dieser Meldung gesagt sein, daß monarchistische Propaganda nicht f« st g e st e l l t worden oder nur. daß sie nicht der Grund der Entlassung gewesen sei?— Wir fürchten das letztere. « Der preußische Minister des Innern hat unter dem Datum des 2g. September verordnet: 1. Gesellige Veranstaltungen von Vereinigungen ehe- maligcr Truppenteile sind auch außerhalb gedeckter Räume und unter Beteiligung von Angehörigen und Gästen gestattet. Die Ortspolizeidehörden sind befugt, diese Veranstaltungen zu über- wachen und, falls sich Mißstände herausstellen sollten, zu verbieten. 2. Die Beerdigungen von Mitgliedern solcher Vereinigungen können in der herkömmlichen Weise unter Beteiligung der G e- wehrsektion und Abgabe von Ehrenfalvest stattfinden. I. Einweihunzsfeiern von Denkmälern für die Gefallenen sind den genannten Vereinigungen gestattet. Das Mitführen von auf- reizenden Abzeichen sowie von Massen, außer' denen der Servchr- sektion, ist nicht gestattet. U. E. sollten Sewehrsektionen überhaupt nicht gestattet werden. Die Tätigkeit öes Hewerkschsstsbunües. �ur Linderung der Teuerung. In den Nummern 462 und 464 des„Vorwärts" haben wir die wichtigsten Beschlüsse der jüngsten Togung des Ausschusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes bereits veröffentlicht. Dem erst jetzt erschieneneu Bericht über die Beratungen in der Zeit vom 28. September bis 1. Oktober in Varlin, an der diesmal außer den Verbandsvorsitzenden auch die Vertreter der gewerkschaftlichen Landes organisatwnen teilnahmen, entnehmen wir: Der Bundesoorsitzende L e i p o r t, der zunächst feiner Freude über die Einigung der beiden sozialdemokratischen Parteien Aus. druck gab, beoichtste, daß dos, was zur Linderung der Not erreicht worden tonnte, nicht alle befriedigt. Usber die Bemühungen des Bundesvorstandes zur Linderung der Teuerung berichtete Genosse G r a ß In a n n. Die gewerkschaftlichen Spigenoerbänd« seien früher angestanden, uer. zur neuesten Verschärfung der Not- läge Stellung zu nehmen als ihre verschiedenen Kritiker. Ein Teil der Maßnahmen zur Besteuerung der Ausfuhr werde leider erschwert durch eigene Gewerkschaftsgenossen, besonders durch Betriebsräte, die sich von Unternehmern breitschlogen lassen. Wie die Stellungnahme der sozialdemokrati- scheu Parteitage zcigt, sind die früher getrennten und jetzt wieder vereinigten Partei-n mit den Vorschlägen der Gewerkschaften ein- oerstanden. Ebenfalls wurde mit dem Internationalen Gewerk. schoftsbund Rücksprache genommen. Auch über£i* Rückkehr zu bedingter Zwangswirtschaft wurde mit dem Ernöh- rungsminister und dem Reichskanzler verhandelt. Es sei indessen zu befürchten, daß die geistige Einstellimg dafür nicht vorhanden sei. Auch bestel?« bei den Verirctcrn der christlichen Gewerkschaften kein« Neigung, so weit zu gehen. Unter anderem� schilderte Redner der Eigentümer von Park und Schloß und Zaun, mit seiner noch feineren Gemahlin. Die Gnädig« war sehr ungehalten über den Regen und meinte: „Einfach scheußlich, dieser Regen. Man ruiniert sich die ganze Kleidung. Ich kann mir doch nicht jeden Tag einen neuen Hut für sechstausend Mark kaufen." Ich fand es a u ch vom Himmel höchst unschicklich, daß er gerade jetzt seine Schleusen öffnete. Der Baumeister erwartete die Herrschaften und führte sie überall umher durch Schutt und aufgeweichten Sand und nasse Erde. Die Gnädige vermerkte dos sehr übel, rümpfte die Nase und sagte:„Man hätte doch wirklich Bretter legen können. Man wußte doch, daß wir komnken würden." Damit raffte sie die Röcke hoch, sehr hoch, und aus der Art, wie sie die Kleidung schürzte, konnte man erkennen, daß sie wirklich eine feine Frau war. Noch-eine? Weile erklärte der Herr des Ganzen:„Lieber Bau- meister, olles ist sehr schön, auch der Z«un, nur, er muß noch dichter gemacht werden, damit nicht jeder durchsehen kann. Lassen Sie Sträucher dahinter setzen. Der Baumeister dankte für diese Belehrung und dienerte. „Ja, seh'n Sie, man sitzt hier im Sommer wie auf dem Präsentierteller: die Leute können einen immer in den Magen sehen, und die Menschen sind so komisch! Ich kann doch nichts dafür, daß es ein paar arm« Luder gibt." Der Baumeister dankte wieder und dienerte abermals. Als der reiche Mann diese prachtvoll« Weisheit von sich gegeben, was ihm anscheinend recht schwer gefallen war, kamen gerade«in paar Arbeiter vorbei, schweißtriefend noch, weil sie Swbben aus- gerodet hatten. Sie hörten die goldenen Worte des reichen Mannes, und der eine sagte, aber so vor sich hin:„Mensch, setz' dir dach in'n Keller, da sieht dir niememdl" Da lächelte der reiche Mann, so ganz erhaben von oben herab, und als die Arbeiter außer Hörweite waren, aber auch dann erst, erklärte er dem Baumeister:„Seh'n Sie, wie ich recht hatte! Wfo lassen Sie den Zaun ganz dicht machen, daß niemand durchsehen kann." Und die Gnädige bekräftigt«:„Dann kann auch der Gestank der armen Leute nicht bis zu unsercinen auf den Teller und Tisch kommen." Der Baumeister beteuerte, daß«r alle Wünsche der Reichen respektleren werde, und das Auto rattert« davon. Ich aber dachte mir, um wieviel stil- und stimmungsvoller es im Sommer hier sein werde mit dem dicht verhangenen Zaun als früher, da noch die Bäume standen, unter die man sich aus den Moosboden legen und fern von der nervenfressenden Großstadt ein Stück Himmel ruhig schauen tonnte, über den so eigenartig ge- formte, weiße Wolken rudern, unier dem die Vögel sich von Baum zu Baum schwangen und in ihrer seltsamen Sprache über die merk- würdigsten und interessantesten Dinge schwatzten, � 1 die Schwicrigkeilen der Wucherbekämpfung. Es sei nicht zu umgehen, daß auch Gcwcrkschoftsangehöriz« geschädigt werden, die selchen Industrien angehören, die durch die ge> forderten Maßnahmen betroffen werden. Die Rot der Allgemein- heit fei jedoch so groß, daß sich dies nicht vermeiden lasse. Nötigen- falls müßten die" geschädigten Arbeiter au» Reichsmitteln unter- stützt werden. Weitere brauchbare Vorschläge seien bisher nicht zu erlangen gewesen, soweit es sich eben um durchs ührbar« Vorschläge und nicht um Pyrasen handle. Die Durchführung der Vorschläge hätte im günstigsten Falle ein« Verminderung der schlimmsten Not zur Folge. Auch kein Betriebsrötekongreß könne einen anderen Ausweg zeigen. Auch die Ilebernahme dcr wirtschaftlichen Macht durch die Arbeiterklasse könne nicht? Wesentliches an unserm Ver- hältnis zum Auslände ändern Zunächst müsse versucht werden, mit Lohnforderungen de? Verteuerung der Lebensbaltung soweit wie möglich nachzukommen. Dies zwinge dazu, die bisherige Preispolitik zum Teil zu verlassen. Den Sozialrentnern usw. seien Zuschüsse zu gewähren. Vor allen Dingen sei alles zu tun, was dazu beiträgt, im Auslände die geistige Atmssohäre zu schaf, fen, die weiter« Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland u n m ö I- l i ch macht. Voraussetzung dazu sei das Aufhören der Zwistigkeiken unter der deutschen Arbeiterschaft. Selbst dos von uns G'sorderte werde versagen, nenn der Druck einer dahinterstehen- den einigen Masse versage. An den Bericht schloß sich ein« eineinhalbstündige, sehr gründ- lieh« Ausspräche� an der sich nicht weniger als 25 Redner beteiligten. In der Beurteilung der einzelnen Maßnahmen des ADGB. gingen die Meinungen natürlich auseinander: besonders hatten dl« Vertreter dar Berus«, deren Angehörige durch die gesor- derten Maßnahmen in ihren Arbeitsmöglichkeiten beeinträchngt werden, an Einzelheiten Ausstellungen zu machen. Diese Ausfüy- rungen erweckten Widerspruch bei anderen Rednern, wobei jedoch betont wurde, daß die geschädigten A-beiter nicht schutzlos gelassen werden dürften. Im übrigen wurden so ziemlich alle Seilen des Wirtschaftslebens beleuchtet. Es wurde auf die Gefahren hinge. wiesen, die dem Achtstundentag drohen. Auch die Festigung der deutschen Währung wurde erwogen, besonders d:« Berech- mmg der Preis« und Löhne in Goldmark, die allerdings noch nicht dazu führen würde, daß die Löhne ans den Stand der Vorkriegszeit, geschweige denn auf den gleichen Siand mit den Löhnen im Aus- land zu stehen kämen. Weiter fehlte es nicht an scharfer Kritik an den Maßnahmen, di« bisher zur Wiederaufrichtung der Wirt- schaft getroffen worden fmh Es mußt« jedoch auch anerkannt wer. den, daß das heutige Elend zum überwiegenden Teil auf Ursachen beruht, die jenseits d«s Einttusies de? Gewerkschaften ttehen. Ver- schieden« Redner hoben die Notwendigkeit bervar, daß noch weitere Dolkswirtschaftlar herangezogen werden müßten, um dem Bundes- vorstand bei der Beurteilung der Wirtschaftsloge zur Seite zu stehen. Einige Vertreter der Laudesorganisationen hoben unter on- derem hervor, daß es dem von den Kommunisten geforderten Rctckisbetriebsrätekongreß gar nicht möglich fei, die Aufgaben zu erfüllen, die er nach den Angaben der kommunistischen Presse er, füllen soll. Auch wußten sie Mliteilungen zu machen, wie stellen- weise die Forderung nach einem solchen Kongreß zustand« kam. Wie Graßmann in seinem Schlußwort hervorheben tonnte, machie sich im Ausschuß ein« grundsä gliche gszneriiche Stimmung gegen die Politik des Bundesvorstandes nicht geltend. Graßmann betoicke nochmals die Bereitwilligkeit des Bundesvorstandes, alle Vorschläge zu prüfen und, soweit die Möglichkeit der Durchführung besteht, sie zu? Ausführung zu bringen. Der Glaube der Massen on die Macht der Gewerkschuften müsse wieder auf ein natürliches Maß zurückgeschraubt werden. Mit Leuten, denen es gar nicht daran siegt, dem Proletariat zu heisen, sondern nur politische Ziele zu verfolgen, sei jedoch«ine Auseinandersetzung unmöglich. Was könne ein kommunistischer Betriebsrätekongreß tun? R e s o» lutionen fassen. Kommissionen wählen, Forde- rungen aufstellen und den Gewerkschaften den Speisezettel zur Verwirklichung übergeben. Mit gerader und ehrlichar Poli'ik würden die Gewerkschaitcn auch den Massen gegenüber bestehen können und vor allen Dingen, wenn sie der Arbeiterschaft die Frage vorhalten: Wiesäheichdennaus, wenn die Gewerkschaften nicht vorhanden wären? Mnisterpräsiden« Genosse Branting-Stockholy, ist, von Paris kommend, hier eingetroffen, und wird heute, Sonnabend, mit dem Reichspräsidenten beisammen sein. Darin wird mir jeder recht geben müssen, daß dieser hohe und dichte Zaun direkt eine Notwendigkeit ist. Denn ich bin immer für eine reinlich« Scheiduog gewesen. Hinter dem Zaun der reiche Mann, der in seinem Schloß- schlemmt, und vor dem Zaun das arme Luder, das unter den Bäumen siegt und sich die Sonne in das hungrige Maul hinein- lachen läßt! Thealerteuoruag. Der katastrophale Marksturz und die mit ihm verbundene Steigerung aller Preise greift natürlich auch in die Theaterbetriebe über. Die Materialkostcn sind in den legten Wochen und Tagen horrend gestiegen, Schauspieler und Theaterarbeiter müssen erhöhte Eehaltsforderungen stellen. Der Schlichtnngsaus- schuß, der am letzten Dienstag tagte, hat als tnonatliche Mindest» gage für Berliner Schauspieler 15G0Ü M. nebst einer Aufwands» oeihilfe von 7000 M. beschlossen. Dieser Spruch ist am Donnerstag von den Schauspielern abgelehnt worden, weil diese ihn— soweit er die Austvaiidsbeihilft betrifft— anders auslegen als die Bühnen- leiter. Montag wird die Oberschlichtungsstelle sich daher mit der Angelegenheit nochmals zu befassen haben, aber wie uuch ihr Spruch ausfallen mag: eine gewaltige Neubelastung aller Theateretats steht unzweifelhaft bevor. Die Ope- retrenbühnen, die viel von valutastarten Fremden besucht werden, können dabei bestehen, viele Sprechtheater aber sind vor die Frage Sein oder Nichtsein? gestellt. Auch unsere Volksbühne hat in ihrer letzten Verwaltungssitzung die verändert« Situotioi! beraten. Sie ist sich des Ernstes der Sackssage bewußt, glaubt aber doch, daß für sie noch kein Grund vorhanden ist, die Flinte ins Korn zu werfen. Eine erheblich« Erhöhung der Mitglievsbei- träge ist allerdings unumgänglich notwendig. Der verein arbeitet bekanntlich nicht mit Ueb.-rschüssen, aber er muß soviel einnehmen, wie seine Ausgaben betragen. Unter Berücksichtigung aller irgend möglichen Ersparnisse hat die Verwaltung daher beschlossen, die Bei- trage für die Nachmittagsvorstellungen auf 60 M. lOper 80 M.), und für die Abendvorstellungen auf 80 M. tvper 90 M.) von sofort zu erhöhen. Man darf von den Berliner Arbeitern erwarten, daß sie, soweit sie dazu imstande sind, auch unter diesen Umständen der Volksbühne treu bleiben und«in Unternehmen nicht im Stich lassen werden, das ihr Wert und ihr Stolz ist. Das neue IMitel gegen die Schlafkrankheil. Auf dem Leipziger Kongreß der Aerzte und Naturforscher erveate. die Bekanntaabe de» chemotherapeutischen Mittels„Bayer 205" Aufsehen. Dies von Prof. Martin Mayer im Fwmburgrr Institut für Schiffs- und Tropenkrankhriten gefundene Mtttel wird, jetzt in.Afrika von beut- ichen Forschern praktisch erforscht. Wie die„Deutsch- llllTdizinsiche Wochenschrift" mitteilt, str.d allem Anschein nach sein« bisherigen Erfahrungen vielversprechend, denn schon bemühen sich verschiedene Kolonialländer, da? Mittel zu erproben. Vor kurzem wurde be- rickM, daß im englischen Parlament eine Anfrage wegen des neuen Mittels on die Regierung gerichtet wurde. Und jetzt hat der bel- gische Kolonialminister den Direktor der Hochschule für tropisch« Me- dizin beauftragt, seine Wirkung zur Bekämpfung der Schlafkrankheit im Laboratorium zu untersuchen. Das Ergebnis all dieser Unter- suchungen, das die gesamte medizinische Well mit Spannung er, Vertagung des Landtags. baseDer Kampf gegen das Valutaelend. machen. Gleich danach bot sich ein neuer Anlaß für die Herren. genommen. Bergeudete Milliarden. Paris, 6. Oktober.( EE.) Aus der nunmehr veröffentlichten Broschüre der Reparationsfommission über die von Deutschland bis 30. April 1922 geleisteten Zahlungen geht hervor, daß für die Besagungskosten bisher insgesamt 3 827 726 000 Goldmart ausgegeben wurden. Die Besatzungskosten fetzten sich aus zwei Besten zusammen: 1. die von den alliierten Ländern bisher geleisteten Aus. gaben, die Deutschland zurückerstattete; Der Landtag machte am Freitag vor der Bertagung furze Arbeit. Auf Antrag des Genossen Limberg wurde die Beratung der Entschließungsanträge des Hauptausschusses der Abgeordneten Die sozialdemokratische Frattion des wozu es fich fo e ben verpflichtet hat. Dies würde den Kredit Limberg, Riedel und Genossen über die Beflaggung des Landtags- Preußischen Landtags faßte nach einem Vortrag des Deutschlands stärken und es den Vereinigten Staaten als sicher für gebäudes während der Bollfigungen von der Lagesordnung abgefeßt. Der Kommunist Schulz- Neukölln hatte vergebens wider: mit allen gegen eine Stimme folgende Entschließung: Mac Renna sprach die Zuversicht aus, daß die Reparationsfrage gesetzt. Der Kommunist Schulz- Neukölln hatte vergebens wider: Genossen Hilferding und anschließender eingehender Debatte eine Anleihe auf üblicher geschäftsmäßiger Basis erscheinen lassen. ( prochen. Die Moskauer witterten eine Gelegenheit zum Krach „ Die Sozialdemokratische Landtagsfraktion hält es für unab- auf einer fommenden Konferenz auf vernünftiger Grundlage ge Als Genoffe Suffner den Soal betritt, ruft Schulz- Neukölln:„ Der weisbar, daß vom Reich fofort mit dem größten Nachdruck der De- regelt werden würde. Er sei der Meinung, daß Deutschland, nachMörder Ruttner hat Plaz genommen. Barum eisenfpetulation und der Ausschaltung der Mart als dem die Mark stabilisiert worden sei, für einen bestimmten Zeitraum figt er nicht in der Belle?" Genoffe Hellmann ruft dem Zahlungsmittel entgegengetreten wird. Zu den notwendigen zu einem Zoll auf den Mehrwert einer Wiederaus Schreier zu: Wer ist in Ihren Augen tein Mörder?" und eilt nach Maßnahmen gehören die Schaffung eines wertbeständigen Mart- fuhr angehalten werden solle. vorne. Ein paar schlagfertige Antworten Heilmanns genügen, und papieres, die Schaffung einer Devisenausgleichsstelle und den Kommunisten vergeht einstweilen die Lust zu Lärm und Krawall. das Verbot der Zahlung mit ausländischen Zahlungsmitteln Es werden dann rasch 114 Eingabenberichte verschiedener Ausschüsse erledigt und der Urantrag der Abgeordneten Borsch und Ge- im innerdeutschen Handelsverkehr, schärfere Erfassung der Exportnossen über die Notlage der Bresse tommt zur Beratung. Ein gewinne und verstärkte staatliche Kontrolle der Rohstoffpreise." Zentrumsrebner begründet den Antrag, der eigentlic) faum einer Die verschärfte Teuerung, die sich jetzt wieder als Folge Begründung bedarf. Auf Anrag des Genossen Heilmann geht der des neuen Marksturzes geltend macht, zwingt zu durchgreifen Antrag Borsch zur raschen Erledigung an den Hauptausschuß den Maßnahmen. So wie bisher fann es nicht weitergehen, Hierauf werden die Gesezentwürfe über Abänderung des preuhi will man verhindern, daß die allgemeine Not schwerste Er schen Gerichtstoftengesetzes, Abänderung der Gebührenordnung für schütterungen der deutschen Wirtschaft herausbeschwört. Es Rotore, der Gebühren der Rechtsanwälte und Gerichtsvollzieher an- ift teine Zeit mehr zu verlieren. Deshalb ist das Vorgehen Der Landtag nertant fich nun auf Dienstag, den 17. Oftober, der Landtagsfraktion nur zu begrüßen. Es wird hoffentlich 12 Uhr mittags. Die Fefistellung der Tagesordnung benutzen die zur Beschleunigung der gesetzgeberischen Vorarbeit durch die Rommunisten, die bis jetzt noch nicht auf ihre Rechnung gekommen Reichsregierung beitragen, damit dann der Reichstag nach waren, zu einem neuen Versuch, ein Standälchen zu provozieren. feinem Zusammentritt bald zu der Frage Stellung nehmen Schulz- Neukölln verlangt unter heftigen Ausfällen gegen die Mehr- tann. heit des Hauses, daß der Bericht des Untersuchungsausschusses über die mitteldeutschen Unruhen auf die Tagesordnung der nächsten Sigung gelegt werde. Es sei notwendig, daß die Lügen über den mitteldeutschen Aufstand, vor allem die des deutschnationalen Abgeordneten Graef, aufgededt mürden. Ein Standal fei es, daß an der Spike des Untersuchungsausschusses ein Mann wie der Abgeordnete Kuttner stehe, der von einem deutschen Gericht als Mörder entlarnt worden sei. Präsident Leinert ftellt fest, daß der Ausschußbericht noch nicht fertiggestellt ist und ruft den Abg. Schulz- Neukölln zur Ordnung, meil er Mitalieder des Hauses Lügner und Mörder genannt habe.schloß einstimmig, Freund aufzufordern, sich je ber] Schulz- Neukölln wiederholt feine Beschimpfungen. Genoffe Heilmann betont, bie Sozialdemokraten teilten den parlamentarischen Tätigkeit zu enthalten. Wunsch der Kommunisten, daß der Bericht so bald wie möglich Das der Fraktion vorliegende Material über den Fall Freund fertiggestellt werde. Für den Wunsch der Kommunisten sei der ges wird dem Groß- Berliner Bezirksvorstand der Vereinigten schäftsordnungsmäßige Weg vorgeschrieben. Niemand habe ihnen Sozialdemokratischen Partei zur weiteren Veranlassung überverwehrt, diesen Weg zu beschreiten. Die Kommunisten hätten es geben. doch in der Hand gehabt, einfach im Untersuchungsausschuß zu beantragen, daß der Bericht zu einem bestimmten Termin fertiggestellt wird. Ich stelle fest betonte Genosse Heilmann - daß meder Auslandsanleihe und Reparationen. New York, 6. Oftober.( WTB. durch Funkspruch.) Der frühere britische Schatzfangler Mac Renna erflärte Berichterstattern, er erachte eine amerikanische Anleihe an Deutschland als notwendig, glaube indeffen, daß fie folange unmöglich sei, als Deutschland nicht ein Moratorium erhalte, daß lang genug set, um die Mart zu stabilisieren, und als es nicht der Reparationstommission das bezahle, Britischer Regierungsalarm.. 2. Die von Deutschland direkt bezahlten Ausgaben, und zwar für Truppenquartiere, Requifitionen, Transporte usw. Die Ausgaben des zweiten Postens sind in Papiermark angegeben und von der Reparationstommiffion in Goldmark umgerechnet worden. Die des ersten wurden ursprünglich in den Währungen der alliierten Länder angegeben und zum Durchschnittskurse für je drei Monate in Goldmar? umgerechnet. Die Besazungstoften beiragen für die Zeit vom 11. November 1918 bis 30. April 1921 für England 991 097 000 Goldmart, für Frankreich 1275 588 000 Goldmart, für Italien 10 052 000 Goldmart, für Belgien 194 599 000 Goldmart, für die Bereinigten Staaten( mit Ausnahme der Papiermark, die diese direkt erhielten) 10 614 000 Goldmart; insgesamt 3 481 950 000 Goldmart. Wirtschaft Erhöhung der Kohlenpreise. Auf Grund der nenen Erhöhung der Bergarbeiterlöhne fanden am Mittwoch zwischen den heteiligten Instanzen Vorbesprechungen zur Erhöhung der Kohlenpreise statt, die am Donnerstag im Reich 3tohlenberband fortgesetzt wurden und zum Abschluß führten. Danach erhöhen sich die Kohlenpreise einschl. Kohlensteuer ab Zeche in Westfal.- Rheinl., Fettförderkohle um 949,- M. auf 5055 m. pro Tonne Niederschlesien( im Durchschnitt), 1280, Sadjen, Steinkohle Mitteldeutsche und ostelbische Rheinische Briteits. Braunkohle. " 1392, 5280 " 5792 "" " W " " die Einberufung des Untersuchungsausschusses, noch auch die Fest- London, 6. Oktober.( Reufer.) Nach brifischer amtlicher Anfegung eines bestimmten Termins für den Abschluß des Berichts ficht ist die Cage als sehr ernst anzusehen. Ein vollständiger von den Kommunisten gefordert worden ist. Was die Schmähungen Stillstand ist eingetreten. Die brififche Regierung spannt jedoch und Beschimpfungen gegen den Genossen Kuttner betrifft, so fönnen jeden Nerv an für die Aufrechterhaltung des Friedens und für Erwir in aller Seelenruhe die Urteilsbegründung abwarten. Weber Schulz, noch Bied, noch Scholem find imstande, ein Mitglied meiner haltung der vollen Uebereinstimmung unter den Alliierten. Keinerlei neue Inffruftionen find aus London abgesandt worden. Hingegen 462,65 8900 Fraktion zu beleidigen. 506, 2863 " ist Konstantinopel über Cord Cut3ons heufige Abreise nach Paris unterrichtet worden. Das Ergebnis der Pariser Besprechung wird Jm Reichsfohlenverband wurde diese Erhöhung einstimmig, abgewartet werden. Die Cage wird amilich dahin umschrieben, im Großen Ausschuß des Reichsfohlenrats gegen zwei Verdaß die Türken mehr verlangen, als ihnen schon ver- braucher stimmen genehmigt. fprochen worden ist und gleichzeitig feine der erforderlichen Bürgfchaffen geben wollen. Bericht des Journal des Débats", daß man grundfäßlich einig fei und nur noch die Einzelheiten zu erörtern habe. " " P Schulz- Neukölln erklärt nun, daß wiederholt die Borlegung des Berichts gefordert worden sei. Der Kummunist Katz erklärt, auch im Aeltestenrat sei ein solcher Antrag gestellt worden. Der Präsident erwidert, daß daran fein wahres Wort fei. Schulz bemerkt, der Präsident könne das leicht sagen, weil im Weltestenrat fein Protokoll geführt werde. Aber natürlich wird ein Protokoll geführt", antDie Notenflut. Mit Hochdrud arbeitet die Notenpresse. In mortet prompt der Präsident.( Heiterfeit im Hause.) Der Präfident Im Gegensatz zu diesem, spät abends tommenden Alarmruf der letzten Woche des September gab die Reichsbant für 26,3 Mil stellt nochmals feft, daß weder im Aeltestenrat noch auch im Hause, steht die amtliche französische Meldung aus Konstantinopel, wonach liarden Mart Bantnoten und Darlehenskassenfcheine in den Bermenigstens nicht in Sigungen, die er geleitet habe, ein fommunistischer die Konferenz von Mudania morgen weitertagen merbe, und der fehr, so daß an diesen Zahlungsmitteln jegt für mehr als Antrag zur Behandlung des Berichtes gestellt worden sei. Genosse Heilmann fügt ergänzend hinzu, daß dem Hause gar kein kom330 milliarden Martim Umlauf sind. Davon sind allein 316,9 Milliarden Mart Banknoten. Die starte Erhöhung des Notenmunistischer Antrag bezüglich des Berichts über Mitteldeutschland vorliege. Schließlich wird der fommunistische Antrag auf mündliche umlaufes der letzten Zeit hängt zusammen mit den großen KreditBerichterstattung abgelehnt. Die vorgeschlagene Tagesordnung, ent anfprüchen, die an die Reichsbant gestellt wurden. So erhöhte sich haltend eine Große Anfrage über die Zustände im Saargebiet, bleibt allein in der legten Septemberwoche der Bestand der Reichsbant bestehen. an Wechseln und Schecks um 7 Milliarden auf 50 Milliarden Mark. Die Schaganweisungen des Reiches werden ebenfalls vom Bublifum an die Reichsbank zurück, so daß diese im letzten Ausweis einen nicht mehr aufgenommen, sondern kommen in steigendem Maße Bestand von rund 350 milliarden Mark in Reichsschakanweisungen nachweift. Da die Schulb des Reiches nicht viel größer ist als dieser Betrag, so ergibt sich daraus, daß im freien Verkehr nur ganz ge ringe Beträge von Reichsschaganweisungen untergebracht werden fonnten. Die fozialdemokratische preußische Landtagsfraktion beschäftigte sich, wie die P. P. N. hören, in ihrer geftrigen Sigung mit dem Prozeß des Neuköllner früheren Stadtrats und Landtagsabgeordneten Zahnarzt Freund. Die Fraktion bewartet, fönne die Krönung des Berfes Robert Kochs bei der Befämpfung der Seuche bifden, wobei es freilich eine Ironie des Schicksals und zugleich eine eigenartige Genugtuung für Deutschland ist, daß diese Entdeckung ganz besonders den tropischen Gebieten sum Segen gereichen wird, die der Krieg uns entriffen hat. Die Welthäfen des fernen Offens führt die Urania in der Taubenstraße jeht ihren Besuchern vor. Wir reisen unter der Führung des Herrn Professors Lehmann durch den Suez- Kanal, bas Rote Meer, die Straße von Bab el Mandeb( Tor des Todes) zur Tropeninsel Ceylon, nach Benang und Singapore an der Straße von Malalta, fommen nach Manila auf den Bhilippinen, betreten in Hongkong wiederum einen der vielen Stügpunkte britischer Weltherrschaft, bliden in das Gemimmel von Schanghai, fahren fogar den Jangtfetiang nach der Millionenstadt von Hantau hinauf und landen schließlich in Tsingtau, dem jungen Hafen des ehemals deutschen Riautschou. Der begleitende Bortrag gibt einleuchtende und in ihrer Einfachheit überraschende Aufschlüsse über Geologie, Wirtschaft und Kultur. Völkerbundhilfe und Sozialdemokratie. Der Parteivorstand der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschösterreichs teruft zur Entscheidung der Frage, ob die Nationalratsfraktion die Genfer Bereinbarungen annnehmen oder ablehnen fell, für den 14. Oktober den Parteitag nach Wien ein. In der Einladung heißt es, daß die Genfer Vereinbarungen einer feits eine Bedrohung der 1918 errungenen Freiheit darstellen, andererfeils aber eine Ablehnung der Konvention die österreichische Volkswirtschaft in die höchste Gefahr bringen und einen neuen Sturz des Geldweries und eine furchtbare Teuerungswelle zur Folge haben würde. Daher müsse die gesamte Vertrauensmännerschaft entscheiden. Kraffin- Krise in Sowjet- Rußland. Ift Rußland kommunistisch? Am 28. September wurde hier ein Auffah besprochen, den der russische Außenhandelskommissar Kraffin in der von Parvus herausgegebenen Zeitschrift Der Wiederaufbau" veröffentlicht hatte. Darin beteuert Kraffin, daß jezt in Rußland die überwundene tommunistische Wirtschaftsform" von einer neuen ab gelöst sei, die sich als ein Gemisch von Freiwirtschaft und Staatsfapitalismus darstelle. Rraffin wies umständlich nach, daß in Ruß land feine Spur von Kommunismus mehr vorhanden fei, das Rapital also feine Bedenken mehr zu tragen brauche, ins Geschäft -11. zu gehen. Babelsberger Sternwarte. Für die Sternwarte in Babelsberg Am Tage darauf erklärte die„ Rote Fahne" in Verteidigung ist die Bollendung der durch den Krieg verzögerten instrumentellen Ausrüstung jegt im Gange. Für den 120- Bentimeter- Reflektor ist traffins wörtlich:" Daß es in Somjetrußland vorderhand feine der Hauptspiegel nach jahrelanger Arbeit zur Bollendung gelangt. fommunistische Wirtschaft gibt, hat niemand verheimDie Ausrüstung der Sternwarte mit fleineren Instrumenten und licht." Am 1. Oftober aber erschien in der Roten Fahne" ein Nebenapparaten wurde in Angriff genommen. Go fonnte ein Auffah des bolschewistischen Theoretifers 2arin, der auseinanderToepferiches Meßmitroftop für Spettrogramme abgeliefert werden. fezte, daß Rußland doch kommunistisch sei. Dreimal wurde darin Gine Anzahl meiterer fleiner Inftrumente entstand in der eigenen Krassins Artikel als ungeschict" bezeichnet. Kraffin sei in seinem Mechaniferwerkstatt der Sternwarte, so ein großer Quecksilberhori Fach ganz tüchtig, verstehe aber von Brinzipien nichts. aont auf fahrbarem Bestelle für Bolfternbeobachtungen und nach Angabe des Oberingenieurs Gramagli ein neuartiges Mitrometer für hohe Meßgenauigkeit. " 370fache Zölle. Für die Zeit vom 1. bis einschließlich 17. Of tober beträgt das Goldzollaufgeld 36 900 Broz. Das franzöfifche Tabat- und Streichholzmonopol foll ber Privatindustrie ausgeliefert werden. Die Finanztommiffion der französischen Rammer hat den Finanzminifter ersucht, einen Gefeßentwurf über die Abtretung der Labat- und Streichholzmonober Finanztommission besteht aus dem Nationalblod angehörigen pole zugunsten der Privatindustrie auszuarbeiten. Die Mehrheit Barlamentsmitgliedern, der Block wiederum ist nichts anderes als Bertzeug von Finanz und Kapitalintereffen, die besonders in der reaktionären Bereinigung der wirtschaftlichen Intereffen( Union des Interêts économiques) vereinigt find. 3um Vorwand dient, daß bie Monopole im Staatsbetrieb nicht genügend einträglich sind. feinen Monopolen. Die Unverfrorenheit dieses fapitalistischen EinFrankreich hatte 1921 beinahe eine milliarde Reingewinn aus griffes geht auch daraus hervor, daß, obwohl die Betriebskosten bei biefen beiden Monopolen sich um 377 Proz. erhöht haben, die Verfaufspreise nur um 110 bgm. 100 Proz. erhöht worden sind und troßdem ein Milliardengewinn erzielt werden fonnte. Die Ueberführung der Monopole in den Privatbesig wird Preiserhöhungen und Lohnherabsehungen nach sich ziehen und die neuen Eigentümer werden es sicher verstehen, auch den Staat um seine Einnahmen zu Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Tabat- und bringen. gegen die Abtretung dieser Monopole. Streichholzmanufatturen protestieren daher mit aller Energie Devisenkurse. schen Sowjettreisen" stammende Information, wonach der Am 5. Ottober brachte TU. eine aus Berliner russiim Wiederaufbau" veröffentlichte Auffah in wesentlichen Teilen Esperanto im Schnlunterricht. Um den Vertretern der Reichs, von den Gedankengängen Krassins abweiche, und Staats- und Städt. Schulbehörden in Berlin fowie sämtlichen Pädagogen daß man in den genannten Kreisen darüber erstaunt sei, daß die Gelegenheit zu geben, sich über den Wert des Giperantos für Unterrichtsam e de a orientieren, wird am 10, nachmittags 5 11hr, Beanstandungen, die Kraffin in dem ihm vor der Veröffentlichung in der Aula des Kaiser- Bilhelm- Gymnasiums, Kochstr. 66, Oberindienrat vorgelegten Text vorgenommen habe, von der Redaktion bes 100 Holländische Gulden. Prof. Dr. Dietterle aus Leipzig, der Leiter des Esperanto- Instituts Wiederaufbau" unbeachtet geblieben und dadurch die Aeußei argentinischer Papier- Befo für das Deutsche Reich, einen Bortrag über das oben erwähnte Thema halten. Der Besuch ist für alle Babagogen und sonstigen Interessenten rungen raffins entstellt worden seien". 100 belgische Frant. unentgeltlich. Demgegenüber erflärt uns die Rebattion bes ieber. 100 norwegische Kronen. aufbau":" Die Ueberraschung der hiesigen Sowjettreise beruht auf 100 dänife Kronen falscher Information. Der Herrn Straffin vorgelegte Tegt ist, 100 schwedische Kronen. 100 finnische Mark wie aus dem im Besiz der Redaftien des Wiederaufbau" befind lichen Manusfript mit den handschriftlichen Menderungen 1 japanischer Den. 100 italienisce Lire Krassins hervorgeht, in der Zeitschrift wörtlich genau wiedergegeben 1 Bfund Sterling und die von ihm vorgenommenen Aenderungen sind peinlich st i Dollar berüdsichtigt worden." In der ägyptischen Abteilung der Staatlichen Muleen( eingang Neves Museum) werden die Donnerstagführungen am 12. Oftober, 11 Uhr porm., wieder aufgenommen. Die Kunst des Tanzes behandelt ein Syllus von sechs Abenden, den die effing hoihule im Blüthnersaal veranstaltet. Broj. Dstar Bie, Frik Böhme, Dr. Frank Thieß u. a. werden über die verschiedenen Batlungen einleitend sprechen, Aünstlerinnen wie Lucie Rieselhausen, Valesta Gers, Mary Wigman, Sent Mabela u. a. werden mitwirken. " Nun tann es ja Herrn Kraffim in Moskau gut gehen! Ju der Oftober- Ausstellung des Sturm werden Gemälde, Aquarelle und Blasbilder des franzöfifchen Stubisten Louis Marcouffis gezeigt. Die Ausstellung ist täglich von 10-6, Sonntags von 11-2 Uhr geöffnet. Philosophische Vorlesungen des Genossen Dr. Apel: Die Welt. Der franzöfifche Boffchaffer Laurent hat dem Auswärtigen Amt anschauungen der großen Denter, Dienstags 8-9, Dorotheenstr. 12; mitgeteilt, daß er abberufen werde, und als sein Nachfolger Herr Einführung in die Philofopbie Donnerstags 8-9% Lügowstr. 84 d und Jacquin de Margerie in Aussicht genommen fei. De Margerie baselbe Freitags 8-9 ,, Beißenburger Straße 4a. war bis jetzt Gesandter in Brüssel, wohin er gegen Ende bes BeltMargarete Langhammer, Berfasserin zahlreicher Bollstäde, im frieges gefchickt wurde. Er hat bei der Borbesprechung zur NonMiter non 56 Bahren in Bien geftorben Iferenz von Spa eine bebeutende Rolle gespielt. • 100 franzöftiche Frant 1 brasilianischer Milreis. 100 Schweizer Frank. 100 svanische Besetas 100 österr. Skronen( abgeft.) 100 tschechische Kronen. 100 ungarische Stronen. 100 bulgarische Lewa 6. Oftober Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 88695.25 83904.75 771.50 778.50 15480 60 15519.40 5. Dktober Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 88994.85 84205.15 764.021 765.971 15280.85 15819.15 38561.80 38599.2039250.85 39349 15 44194.65 44305.35 44994.80 44605.70 57228 35 57871 65 57878.15 57521.85 5066 35 4943.80 4956.20 1041.80 1018 70 1021.30 9861 70 9128.55 9151.45 9571.95 5058.65 1038.70 9888 80 9548.05 2157.30 2162.70 16479.35 16520.65 250.68 251 32 40449.35 40550.65 9588.00 9618.2187.82 2142.68 16254.65 16295.85 247.19 247.81 40199.65 40300.35 32559.25 32640.75 3.08 3.12 7890.75 7409.25 89.88 90.12 1846.70 32759.- 32841.2.98 2.02 7540.55 7559.45 85.89 86.11 1873.25 1876,75 1848.80 100 Bolenmart galten etwa 22,60 R Die Lohnverhandlung in der chemischen Industrie gescheitert hängern Mostaus zu besetzen. Die Funktionäre der Amsterdamer über Neufestsegung der Oftoberlöhne statt, die jedoch zu feinem die Kandidaten der Amsterdamer Richtung gewählt und die Moskowiter" gestrichen werden. Die Kandidaten der Ende der Aussperrung im Siemens- Werner- Werk. Resultat führten. In den nächsten Tagen sollen die Verhandlungen Amsterdamer Richtung sind die Kollegen: Hermann Kiel, Fuhrpark, Karl Herrmann, Gaswerte, Mar Krause, Straßenreinigung, Otto Rammermeier, Elektrizitätswerke, Erich Mai, Staatsbetriebe, Richard Schmoldt, Elektrizitätswerke. Gewerkschaftsbewegung Am Tonnerstag fanden zwischen den Parteien Verhandlungen Richtung beschlossen demgegenüber, überall dafür einzutreten, daß Wiederaufnahme der Arbeit am Montag. Wie TU. berichtet, haben erneute Verhandlungen zu einer Uebereinkunft geführt, in der die Vertreter des Deutschen Metallarbeiterverbandes die Vorkommnisse vom 2. Oftober mißbilligten und das von der Direktion unter 3wang und Bedrohung erpreßte Schriftstück als nichtig anerkannten. Die Arbeitnehmer werden in den Betrieb zu den alten wirtschaftlichen Bedingungen neu eingestellt, mit Ausnahme derjenigen, die an den Tumulten vom 2. Oftober teilgenommen haben. Die Deffnung des Betriebes erfolgt am Montag zur normalen Zeit." Ein Bericht der Organisation was uns bei Redaktionsschluß noch nicht zugegangen. Koalitionsrecht ist Koalitionspflicht! Als die Gewerkschaften in ihrer Entwicklungsperiode dieien Sazz verfochten, da wurde er ihnen als Terrorismus" angetreidet und der verschwundene§ 153 der Gewerbeordnung gegen fie angewandt. Aber auch heute noch gibt es so manche Arbeiter und Angestellte beiderlei Geschlechts, die die ihnen durch ihr Arbeitsberhältnis auferlegte Organisationspflicht immer noch nicht begriffen und erfüllt haben; andere wieder, die ihr durch den Anschluß an gelbe Vereinigungen genügt zu haben glauben. Da ist es denn nicht ganz uninteressant zu sehen, wie der Wir lesen da u. a.: vor den Schlichtungsinstanzen wieder aufgenommen und weiter geführt werden. Verband der Fabritarbeiter. An die Kollegenschaft in allen Betrieben ergeht der Ruf, nur den vorstehend bezeichneten Kollegen ihre Stimme zu geben. Funktionärkonferenz des D.E.V. Zur kommunistischen Mache in den Betrieben. Wir erhalten folgende Mitteilung: 3u einer Betriebsrätevoll versammlung für Spandau, Osthavelland und Umgegend am Sonntag, den 8. Ottober, mit der Tagesordnung: Die jetzige Teuerung und der Reichsbetriebsrätekongreß" gehen von Mitgliedern des Be triebsrates der Firma Orenstein u. Koppel, Fabrik Spandau, Ein- In einer Konferenz der Funktionäre des Deutschen Eisenbahnerladungen an einzelne Betriebsräte für die obengenannten Ortschaften verbandes am Dienstag in den„ Sophiensälen" sprach Splieth heraus. Der Betriebsrat der Fabrit Orenstein u. vom ADGB. über Wirtschaftliche Tagesfragen". Der Redner be= Koppel, Spandau, bringt hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, handelte ausführlich die Fragen der großen wirtschaftlichen und wirtdaß der gesamte Betriebsrat über die Einladungen nicht informiert schaftspolitischen Probleme, insbesondere die Frage der Lebenswar, sondern daß diese lediglich von den beiden unterhaltung des deutschen Voltes. Dabei betonte er, daß Lebensmittel zeichneten Betriebsratsmitgliedern, welche der in Hülle und Fülle auf der Welt vorhanden und dennoch breite Rommunistischen Partei angehören, ausgehen. In einer Boltsmassen vom Hunger bedroht sind. Die ganze Kulturwelt" Betriebsratsfizung am Donnerstag wurde dazu Stellung genommen scheine sich in ein Chaos verwandeln zu wollen. Hunger und Elend und fe ft gestellt, daß auch die übrigen Betriebsratsmitglieder auf der einen, Ueberfluß auf der anderen Seite sei die Signatur der KPD. nichts von den Einladungen wußten." Streit bei Ebel u. Lohmann, Berlin. unserer Zeit. Dabei sei die Arbeitslosigkeit in Deutschland so ge= ringen Umfanges wie selten zuvor. Der Redner schilderte die Zusammenhänge der wirtschaftlichen Verhältnisse, die ein großer Teil Die Firma( Freienwalder Straße) forderte von zwei Arbeitern, des Boltes noch nicht erfannt habe. Der Krieg habe die Wechseldie von streikenden Kollegen liegen gelassene Arbeit zu machen. Weil beziehungen des wirtschaftlichen Lebens zerstört, und dadurch wie die Arbeiter sich weigerten, Streifarbeit auszuführen, durch das Versailler Friedensdiftat fei die Situation geschaffen wor= wurden sie fristlos entlassen. Die Belegschaft beschloß daraufhin, den, in der sich das deutsche Volk befinde. die Arbeit solange einzustellen, bis die unberechtigten Entlassungen Ein Teil der im politischen Kampf stehenden Massen erblicke in rückgängig gemacht sind. Die Firma ging nun aufs Ganze und der Bertrümmerung alles Bestehenden das Heil, ein anderer ſei dent dekretierte die Entlassung sämtlicher Beschäftigten ihres Betriebes. Indifferentismus verfallen. Zwischen beiden müsse die Gewert Berhandlungen am 30. September mit dem BBMI. scheiterten an fchaftsbewegung hindurch, die sich stark genug fühle, aus dem dem Starrsinn des Herrn Lohmann, der erflärte, daß eine Wieder- Chaos heraus den richtigen Weg einzuschlagen. Die extreme bürgerbeiden Entlaffenen unter feinen Umliche Rechte suche in ihrem Interesse die Arbeiterbewegung niederzuhalten und Nußen aus dem Indifferentismus und dem RadikalisDie Streifenden entschlossen sich, die Arbeit nicht eher wieder mus zu ziehen. Letzterer würde zu ganz aussichtslosen Kämpfen aufzunehmen, bis die Entlassenen wieder eingestellt werden. für die Arbeiter führen. Das Ringen um den Abs az marft trete Wiederholte Versuche der Firma, Streifbrecher heranzuziehen, bei den Bölfern immer frasser in die Erscheinung, es müffe ein Ausscheiterten allein schon an den rückständigen Lohnverhältnissen, die gleich gefunden und ein Austausch der Produkte herbeigeführt werden. Die Gesundung der deutschen Volkswirtschaft sei nur durch bei der Firma Ebel u. Lohmann noch bestehen. An die Arbeiter aller Betriebe, in denen Tafelgeräte ufw. 2enderung des Bersailler Diktats zu erreichen, das die ganze hergestellt werden, richtet die Ortsverwaltung des Metallarbeiter- Welt schädige. Die Völker müssen sich verstehen lernen. Es gilt, verbandes die Bitte, etwaige Streifarbeit von der Firma Ebel u. die schwebenden Fragen nüchtern zu prüfen und durchzuführen, was Lohmann zurückzuweisen, weiter aber an alle Arbeitnehmer, Arbeit möglich ist. Bittere Kämpfe stehen uns bevor, die wir aber durchbei der Firma Ebel u. Lohmann nicht anzunehmen. tämpfen müssen und werden.( Lebhafter Beifall.) frühere Handwerkskammer- Syndikus Dr. Müffelmann als er ausgeber der Zeitschrift der Vereinigung der leitenden Angestellten, Der leitende Angestellte"( Seit 18, 19. vom 1. Ottober), das Thema behandelt:„ Die Organisation- eine Eristenafrage" einstellung der „ Jeder einzelne muß heute soviel Gefühl für staatliche Zuständen" erfolgen könne. fammengehörigkeit aufbringen, daß er in einer Organisation mit arbeitet. Wer von dem verfassungsgemäß gewährleisteten Koalitionsrecht nicht Gebrauch macht, treibt Verrat am Vaterlande. Das Koalitionsrecht ist heute Koalitionspflicht. Es ist heilige Pflicht jedes einzelnen, durch Mittätigkeit in seinem Verbande an der Ne gierung des deutschen Vaterlandes teilzunehmen.. Gedankengänge wie:„ Wozu brauche ich eine Organisation, ich helfe mir selber," zeigen eine geistige Einstellung, wie sie heute nicht mehr in Erscheinung tréten sollte. Solche Gedankengänge Taffen pollfommen jede Kenntnis unferes staatlichen und wirtschaftlichen Lebens vermissen. Wer so denkt, hat das Recht verwirkt, irgendwie Beschwerde zu führen oder Kritik anzulegen. Regierende Kritik fann uns in unserer heutigen Wirtschaftslage nicht weiter führen, nur pofitive Mitarbeit aller Echichten der erwerbstätigen Bevölkerung kann Hilfe bringen. Und darum ist der Eintritt aller Erwerbstätigen in ibre Organisation notwendig. Wer sich seiner Drganisation fernhält, schädigt sein Vaterland. Wer unorganisiert bleibt... schädigt seine ganze Berufsschicht und schädigt sich felber." Gewiß, das find alte Weisheiten, die uns allen längst geläufig find. Abgesehen von dem Wandel der Anschauungen in irüber ge wertschaftsfeindlichen Kreisen, der darin zum Ausdruck fomt, iſt es nicht ganz überflüssig, den Indifferenten gelegentlich in Erinne rung zu bringen, daß Koalitions recht toalitions pflicht ist und diese Pflicht sich nicht im Beitragszahlen erschöpft, sondern nur in der ständigen Mitarbeit erfüllt werden tann. Auch die Betei ligung an den Wahlen und den Urabstimmungen wie die Beteiligung am Organisationsleben überhaupt gehört zur Koalitionspflicht. Das müssen noch sehr viele Arbeiter und Angestellte begreifen, die das Mitgliedsbuch ihrer Organisation bereits in der Tasche haben. Ende des Rohrlegerstreiks. In einer riesigen Bersammlung der streifenden Bauflempner, Rohrleger und Helfer am Freitag mittag in der Brauerei Friedrichshain wurde vom Branchenleiter Niederkirchner über das Ergebnis der Verhandlungen vor dem Schiedsgericht berichtet. Es tam zu einem Vergleichsvorschlag, den wir bereits in der Nr. 470 des„ Vorwärts" am Donnerstag veröffentlicht haben. In dieser Beröffentlichung fehlt jedoch in einem Saße ein Wort, weshalb wir hier diesen Satz im vollen Wortlaut wiederholen: ,, Tritt während des Monats Oktober eine wesentliche, nicht vorZulagen für Arbeiter und für Beamtenkinder. Bon einer Diskussion wurde abgesehen. Den restlichen Teil des Abends nahmen innere Organisationsangelegenheiten in Anspruch. W Nene Löhne im Malergewerbe. Man schreibt uns: Laut Verfügung des Herrn Reichspostministers sind die Kinderzulagen der in der Reichs druderei beschäftigten Wochenlöhner von vier auf sechs Mark täglich, das Nach der letzten Entscheidung des Haupttarifamtes für das find monatlich 156 mart erhöht worden. Dagegen betragen deutsche Malergewerbe vom 3. Oftober beträgt der Stundenlohn die Kinderbeihilfen samt Ausgleichszuschlag für die Beamten in Groß Berlin vom 6. Oftober bis zum 3. November 1922: für und Angestellten ab 1. September 1922 für Kinder bis zu Maler über 20 Jahre 110 M., unter 20 Jahre 104,50 M. und für 6 Jahren monatlich 1554 m., für Kinder über 6 bis 14 Jahren Anstreicher über 20 Jahre 109,50 m. 1942,50 M., mehr als das Zehnfach e. Während den Ar Verband der Maler, Filiale Berlin. beitern für ihre Kinder die Zulagen nur bis zu deren 14. Lebensjahre gewährt werden, erhalten sie die Beamten und Angestellten für ihre Kinder auch mit über 14 Jahren bis zum 21. Lebensverfammlung der Fachgruppe Eisen- Soch referat des Rollegen, Chrede über: jahre und zwar dann im Betrage von monatlich 2331 mart. des Nordischen Hofes, Invalidenstr. 126. Referat des Kollegen Chrede über: Der Wochenlöhner ist somit gezwungen, seine Kinder nach der Schulentlassung zum Gelderwerb anzuhalten, während es den Be amten und Angestellten ermöglicht wird, ihre Kinder weiter zur Schule gehen zu lassen oder sie in eine ordentliche Lehre zu geben. Das ist ein Zustand, der von Gerechtigkeit und sozialer Einsicht ziemlich entfernt ist und für den Arbeiter den Satz von der freien Bahn für Tüchtige auslöscht. Es wäre zu wünschen, daß der Herr Reichspostminister den Wochenlöhnern der Reichsdruckerei mehr Entgegenkommen zeigt und ihnen die gleichen Kinderzulagen gewährt, die die Gemeinde- und Staatsarbeiter erhalten, das sind je Stunde 3,50 m. Betriebsräte! nale Behörden, und XIII, Verkehr, Montag, den 9. Oliober, 71, Uhr, Gruppenberfammlung der Gruppen XII, Etaatliche und fommuin den Zentral- Festiälen, Berlin, Alte Jakobstr. 32. Die„ Teuerung". Es ist Pflicht aller Betriebsräte, in ihren Gruppenvollveriammlungen zu erscheinen. Als Legitimation dient die Betriebsrätefarte und das Verbandsbuch. herzusehende Aenderung in den Lebenshaltungskosten ein, so find Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk die Löhne auf Antrag einer der beiden Parteien nachzuprüfen. Erforderlichenfalls ist die Entscheidung der gesetzlichen Schlichtungsinstanzen herbeizuführen." Groß Berlin. 9 Gemeinde- und Staatsarbeiter. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Montag 7 Uhr Mitglieder,, Die Neuregelung der Gehälter". Vorträge, Vereine und Versammlungen. ,, Die Volkshochschule und die allgemeine Bolfsbildung" Tautet ein Vortrag. hochschule am Sonnabend, den 7. Oftober, im Schöneberger neuen Rathause halten wird. Der Vortrag ist öffentlich und unentgeltlich und mit einer Gigung des Hörervereins verbunden. Anfang 7% Uhr. Der Vortrag foll dazu dienen, der Boltshochschule gerade aus unseren Reihen neue Freunde zuzuführen. den der Dozent Dr. med. Carl Levy im Hörerverein Schöneberg der BoltsSozialdemokratischer Männerchor Sallesches Tor". Sonntag, den 8. Ottober, 6 Uhr, findet im Gewerkschaf shaus unser Ronzert mit nachfolgendem Tanz statt. Eintritt 10 M. Vorwärts"-Lefer und Genossen sind hiermit eingeladen. Alle Gänger treffen sich um 4 Uhr im fleinen Gaal. Freie stenographische Bereinigung Stolze- Schrey, Groß- Berlin. Often: Neuer Anfängerkursus Dienstag abend 8-10 Uhr in der Gemeindeschule Straß im Gymnasium Seppelinstvaße; Often: Freitags 8-10 Uhr in der Gemeindemannstr. 6. Regelmäßige Uebungsabende: Neukölln: Donnerstags 8-10 Uhr in der Gemeindeschule Boddinftr. 55/56; Oberschöneweide: Montags 7-9 Uhr fchule Straßmannstr. 6. Aus der Partei. Zum Gedächtnis der Einigung. Zur Erinnerung an den großen Tag, der uns der 24. September zu Nürnberg war und der er uns bleiben soll und bleiben Niederkirchner gab auch die Begründung des Spruches Die Anhänger der Amsterdamer Richtung waren am 2. Oftober wird, hat der neue Parteivorstand beschlossen, eine Einigungs bekannt und hob insbesondere hervor, daß nach der Klausel jede in der Königsbank" zahlreich versammelt, um ein Referat des Ge- marfe herauszugeben, die auf den inneren Umschlag unserer der beiden Barteien berechtigt sei, gegebenenfalls eine Nachprüfung noffen und Verbandskollegen Crifpien über die Einigung entpflichtet die männlichen Mitglieder unserer Partei, eine Marke im Mitgliedsbücher eingeklebt werden soll. Der Parteivorstand vers der Abmachung zu verlangen und die Entscheidung der gesetzlichen gegenzunehmen. Instanz anzurufen. Objektiv könne von einem vollen Erfolg Werte von 20 M. und alle Genoffinnen, eine Marke im Werte von Genosse Crispien verstand es in ausgezeichneter Weise, die 10 M. zu erwerben zur Erinnerung an die Einigung. Der Ertrag nicht gesprochen werden, aber ein ansehnlicher Teilerfolg fei politischen und wirtschaftlichen Gründe für den Zusammenschluß der dieser Barteisteuer soll zur Kräftignug der Zentralfaffe wie der Be durch den fast fünfwöchigen Streit dennoch errungen palitischen Parteien in den Vordergrund seiner Ausführungen zu zirkskassen unserer Partei dienen. Damit tun alle Genossinnen und worden. Die geschlossene Front müsse weiter aufrechterhalten stellen. Die Einigkeit des Proletariats sei die or bedin Genossen der Partei einen großen Dienst. Cie erkennen damit die werden( Lebhafter Beifall.) Nach kurzer Diskussion wurde zur Abstimmung geschritten. Ab- land und für den Kampf zur Beseitigung der kapitalistischen sie ihr die für die Herstellung der proletarischen Einheitsfront und gung für die Erhaltung der Position der Arbeiterschaft in Deutsch Notwendigkeit an, die Partei auch materiell zu fräftigen, indem gegeben wurden 3094 Stimmen, davon waren 2286 für Auf- Wirtschaftspolitik Das fleinere Uebel sei für uns im gegebenen nahme der Arbeit, 754 für weiteren Streik und 54 ungültig. Augenblick die Koalitionsregierung. Die Bersplitterung des Profe- für ihre politische Ausnüzung notwendigen Mittel zuführen. Damit ist der Vergleichsvorschlag angenommen und der Streit tariats durch den Richtungsstreit bringe schwere Gefahren für die Berantwortlich für den rebatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Arbeiterschaft mit sich, wie besonders deutlich die Borgänge in Italien, Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. H.. Berlin. Am Montag früh wird die Arbeit geschlossen wieder auf- und Frankreich beweisen, wo das Proletariat durch den Richtungs- Vorwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 beendet. genommen. " = Streit zur Ohnmacht verdammt sei. Befördert werde diese Ohnmacht durch die Brattifen der Moskauer" Internationale, die Lohndifferenzen in der Berliner Zigarettenindustrie. im eigenen Lande die Arbeiterrechte zugunsten des ausländischen Der Unternehmerverband der Berliner Zigarettenindfiustrie hält Kapitals, dem die weitgehendsten Konzeffionen gemacht werden, eindie Zeit für gekommen, einen Lohnabbau vorzunehmen. Die Herren schränkt und, wie die Vorgänge der letzten Zeit beweisen, die russischen glauben jedenfalls, taß sie mitt dem juistischen Stab, mit dem fie Arbeiter schußlos der Ausbeutung ausländischer Kapitalisten überfich umgeben haben, die Sache machen können. Zunächst lehnten läßt. Der Zusammenschluß der politischen Richtungen müsse feine die Unternehmer jede Verhandlung über ein Lobnabkommen Auswirkung auch nach der Richtung hin finden, daß wie allerorts für Ottober ab. Als sie sich endlich doch dazu bequemten, erklärten auch im Gemeindearbeiterverband im Interesse der Selbstfie, im Prinzip Lohnzulagen für Oftober nicht bewilligen zu erhaltung Front gemacht werden muß gegen die Moskauer fönnen. Sie waren lediglich bereit, für einzelne Gruppen der Zerstörer der Arbeiterbewegung. Industrie fleine Ausgleichszulagen zu bewilligen. Dic. felben waren jedoch so minimal, daß man nicht einmal den Mut hatte. die Höhe dieser Zulagen zu nennen. Vor dem Schlichtungsausschuß, der nun angerufen ist, soll über die Lohnerhöhungen für Oftober beraten werden. Bemerken möchten wir noch, daß die Löhne in anderen Städten Deutschlands in der Zigarettenindustrie bis über 60. Proz. höher find, als in der Berliner Industrie. Wenn die Unternehmer den Stampf baben wollen, die Arbeiterschaft ist bereit, ihn aufzunehmen. Das Kartell der freien Gewerkschaften der Zigarettenindustrie. Die Disfuffion bewegte sich im zustimmenden Sinne. Im Anschluß hieran nahm die Versammlung Stellung zur Beiratswahl, die am 6. und 7. Oftober stattfindet. Orts- und Erweiterte Verwaltung hatten, und zwar einstimmig, beschlossen, der Mitgliedschaft je einen Bertreter sowie je einen Erfagmann der drei Richtungen vorzuschlagen. In der Generalversammlung gelang ein Ueberrumpelungsversuch der KPD., der die Aufstellung von drei Kandidaten jeder Richtung fordert, mit dem sehr durchsichtigen Zwecke, die Amsterdamer Richtung bei der Wahl auszuschalten und den Beirat mit den AnSüßstoff Preise im Oftober = 1 H- Badung Süßfraft von reicht. 1 Pfund Buder M. 7,50 Vorzüglich zum Kochen, Backen usw. Tabletten haben die Süßkraft von je 1, Würfel Zuder Schachteln mit 100 200 500 53, W. 13,- 24, zum Süßen von Kaffee, Tee usw. Stann mitgekocht werden. Erhältlich in Kolonialwaren-, Drogenhandlungen und Apotheken. Kranken- Sterbekasse der Bauarbeiter, Berlin ( Zuschußkasse). Sonnta, b. 5. Nov., vormittags 10 Uhr, b. Wilke, Gebastian Straße 39 Außerordentliche General- Versammlung Tagesordnung: Gierzu 1 Beilage. Drud: M. SCHULMEISTER per Tor MSchulmeister Hochbahnstation Kottbuser Tor Mod. fertige Straßen- Anzüge Herren- Schlüpfer Taillenmäntel mit Gürtel Merrens Knaben Kleidung Sport- Peize Bei Hautausschlag, Beinschäden ( Krampfadern) ist San.- Rat Dr. Strahis Haussalbe seit 100 Jahren ein mildes u. wirks. Mittel. Orig- Dose 85 u 155 M. Elefanten- Apotheke, Berlin SW Leipziger Straße 74 am Dönhoffplatz. Fernsprecher: Zentrum 7192. Urbin der gute Schuhputz 2. TERPENTINÖLWARE IN DOSEN MIT BANDEROLE Auflösung der Raffe Ragenjade, außergewöhnlich billig verDer Borstand Kreuzfuchs, Nord. Mastafuchs, fowie Metallbetten läuflich. Teit, Nollendorfplag, Eingang Stahlmatratz., Kinderbetten dir an Priv. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. 13..: H. Metzke. Maaßenftr. 11. Nr. 474 39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Sonnabend, 7. Oktober 1922 Unter dem Terror der Organisation C. SPD. Leipzig, 6. Oftober.( Eig. Drahtbericht.) Einmal blizzte es in der heutigen Verhandlung: das Wort Bayern fiel. Der Kapitänleutnant Tillessen horchte auf, schon glaubte man an eine nahe Entladung der Atmosphäre, aber alles besänftigte sich. Beruhigt lehnte der Kapitänleutnant Tillessen wieder auf seinem Sig. Der Angeklagte Schütt und sein Kompagnon Diestel wollen von den Mördern gehört haben, daß ein Wagen aus Bayern erwartet worden fel. Allein der weitere Berlauf der Verhandlung reduzierte Die anfangs bestimmte Aussage der Garagenbesizer zu einer bloßen Bermutung, und wer bereits geglaubt hatte, daß er nunmehr wenigstens einen der zwischen München und den Mördern geknüpften Fäden erhaschen fonnte, griff schließlich ins Leere. habe sich damals gerade in einer solchen Periode befunden. Schon geblieben waren. Schütt traute sich nicht in die Garage zu gehen ,. im Mai dieses Jahres habe er sich bereit erklärt, für einen ge- und so holte ich die Mühen. Vorf.: Sie wollten also die Spuren wissen Voß, der wegen seiner Beteiligung in Oberschlesien von der verwischen? Ang et L.: Nein, aber ich wollte nur nicht in die Sache woch, den 21. Juni, sei er an dieses Versprechen telephonisch erinnert ruiniert werden würde. Tatsächlich müssen wir die Garage jetzt Entente gesucht wurde, Schlafgelegenheit zu beschaffen. Am Mitt- hineingezogen werden, da ich voraussah, daß dann unser Geschäft worden, und zwar habe man ihm angekündigt, es tame ein Auto aus München mit zwei Herren, die bei ihm übernachten wollten, es handle sich um Am Donnerstag abend sei dann Günther, den er vorher nicht fannte, eine ähnliche Sache wie bei Boß. Angefl. Schütt( fortfahrend): zu ihm gekommen und habe die Garage für Freitag bestellt. Da gegen habe er, Schütt, es abgelehnt, ein Auto für Günther bereit zu halten. Am Freitag abend fam das Auto und er habe die Insassen zum Abendessen eingeladen, habe sich aber bald verabschiedet, da er ziemlich angetrunten gewesen sei. Von ihren Gesprächen Eine andere Enttäuschung ist uns allerdings erspart ge- habe er nichts gehört. Er habe geglaubt, es handele sich um flüchtige blieben: während der Vernehmung des Angeklagten Steinbeck Kriegsverbrecher. Er verabschiedete sich bald darauf und beim Abtam die Rede auf die schon seit gestern in Diskussion stehende schied sah ihm Kern scharf ins Auge und sagte:„ Schütt, mysteriöse Waffenschiebung, über die der Angeklagte mur in Abwesenheit des Publikums auszusagen sich bereit erflärte. Es hätte nicht viel gefehlt und die Feierlichkeit dieses klärte. Es hätte nicht viel gefehlt und die Feierlichkeit dieses Prozesses, zu dessen wichtigste Vorbedingungen die Deffent lichkeit gehört, wäre beträchtlich gestört worden. Daß dieser zum Schutz der Republik bestimmte Gerichtshof vor seinem ersten Schritt zur Unpopularität bewahrt wurde, ist zu begrüßen. Der Angeklagte Steinbed hätte auch in Abmesenheit des Publikums höchst gleichgültige und zumindest nicht unbedingt zur Sache gehörende Geschichten erzählt. Die tieferen Zusammenhänge würde feinem der Angeklagte verraten, selbst dann nicht, wenn sich der Präsident zu einem Privatiffimum bereit erklären wollte. Am interessantesten gestaltete sich die noch nicht abgeschlossene Bernehmung des Kapitänleutnants Tillessen, der fich bemüht, belanglose Nebenereignisse möglichst amüsant zu gestalten und mit einer beispiellofen Schlauheit Hauptmomente in den Hintergrund zu schieben. Dabei entfährt ihm der eine oder andere Gaz, der zwar wenig Sachliches enthüllt aber psychologisch perräterisch ist. So, wenn er z. B. in der Erzählung über den alten Gärtner Brüdigam sagt:" Der Mann fchien mir für einen Arbeiter zu intelligent." Man merkt die dem Generalssohn angeborene Geringfchätzung für den arbeitenden Menschen. Dem Herrn Kapitänleutnant sind nur Meuchelmörder ebenbürtig. verkaufen, da niemand mit uns etwas zu tun haben will. Bors: Sie haben in der Voruntersuchung gesagt, Sie hätten die Vernichtung der Kappen als einen Befehl der Täter aufgefaßt. Angefl.: So ist es, denn ich fürchtete die Rache der Mörder. F vernommen, der in sehr weitschweifiger und gewandter Art und Darauf wurde der Angeklagte Kaufmann Werner Bos Weise darzulegen versuchte, daß er nur durch einen Zufall die Befanntschaft der Täter gemacht habe. Auf die Frage des Borsitzenden, welcher Partei er angehöre, erklärte Voß, daß er zuerst der SPD. und dann der USBD. angehört habe. Boß schildert dann, daß am Mittwoch vor der Tat er feinen Geschäftsfreund Meyer vom Tempelhofer Ufer zum Potsdamer Plaz begleitet habe. Verräter gehen bei uns um die Ece." Dort wurde Meyer von dem Angeklagten Günther angesprochen, Bors: Sprach Kern so, daß man vor ihm Furcht haben fonnte? und Günther fragte, ob Meyer ihm eine Garage nennen fönnte. Angefl: Jawohl. Später teilte mir dann mein Sozius Diestel Er, Boß, habe sich an Schütt erinnert und dessen Namen genannt. mit, daß das Auto weggefahren sei. Um 11 Uhr am Vormittag des Als Günther nach der Garage fragte, fiel mir aus einem früheren 24. Juni ist dann auch das Auto zurückgewesen, und zwar mit Gespräch der Name Killinger wieder ein, und ich fragte, ob Techow allein. Ich fragte Techow, der inzwischen den Wagen wusch Günther etwa für ihn eine Garage fuchte. Günther stritt das nicht und reparierte, ob er die Herren gut abgeliefert habe. Darauf ant- ab. Ich fümmerte mich zunächst nicht weiter um die ganze Sache, morte er:„ Wir haben Rathenau erschossen." Ich weiß allerdings und am nächsten Tage tam Günther zu mir und fragte, ob er nun nicht, ob er sagte, wir" oder„ die". Techow sagte dann weiter, daß die Garage haben könne. Ich fuhr dann mit Günther, um Schütt ihm die Sache selbst überraschend gekommen sei, aber den Rechts- 34 fuchen. Unterwegs fragte er mich, ob ich ihm eine Maschinenparteien, sagte er, glaube ich, sei das Geld ausgegangen und pistole beforgen fönne. Plöglich erzählte mir Günther, ein ie hätten die Roten" zum Angriff reizen müssen. Ich junger Student habe den Plan gefaßt, Rathenau zu war ganz faffungslos und entsegt und wies darauf hin, daß hießen. Man habe sich an einen Redakteur der Deutschen Rathenau doch ein bedeutender Mann gewesen sei. Darauf er Zeitung" oder„ Deutschen Tageszeitung gewandt, um für das widerte Techow: Attentat Geld zu bekommen, sei aber abgewiesen worden. Borf.: Ließ Günther durchblicken, daß er diesen Plan billigte? An= gefl.: Natürlich. Er erzählte mir weitschweifig, er halte Rathenau mativ der Wunsch nach der Maschinenpistole war mir unheimfür einen Schädling. Das machte mich stuhig und ich fragte ultilich geworden habe. Günther verneinte das, erzählte mir dann aber weiter von -, ob Günther etwa gegen Rathenau etwas vor= den Attentaten auf Erzberger und Scheidemann. Da er sich jedoch in Widersprüche verwidelt hatte, nahm ich ihn nicht für voll. Immerhin gingen mir doch die ganzen Erzählungen und die Autogeschichte durch den Kopf, und da ich zwei Monate vorher mit Rathenau in Berührung gekommen war, so ging ich in eine Liförftube von Bardinet und fchrieb an Rathenau einen Brief, er= 1969 „ Ja, denken Sie denn, daß wir das zum Vergnügen gemacht Bors: Techow, ist das richtig? Anget. Techow: Auf den haben? Aber gemacht mußte es werden." genauen Wortlaut fann ich mich nicht befinnen. Bors: Haben Gie gesagt:„ Wir haben Rathenau erschossen?" Techow: Nein, ich sagte:„ Die haben Rathenau erschossen." Angeti. Schütt: Ich war jedenfalls furchtbar aufgeregt und wußte nicht, was ich tun follte, ob ich die Sache zur Anzeige bringen follte oder nicht. Ich stand unter dem Druck der Drohung Kerns, dessen Haß und Rache ich im Falle einer Anzeige zu fürchten hatte. Deswegen beschloß ich mit meinem Sozius, zunächst einmal abzuwarten. Abends fam dann der jüngere Techom und verlangte, daß die Autokappen vernichtet würden. Ich weigerte mich, weil ich mit der Sache Der vom Oberreichsanwalt angekündigte Belastungszeuge nichts zu tun haben wollte. Mein Sozius Diestel hat dann die in dem ich ihm mitteilte, ich sei mit rechtsstehenden jungen Leuten ist allerdings auch gestern nicht erschienen, dagegen hat der Rappen unter der Beste aus der Garage in die Wohnung getragen. Durch einen Zufall zufammengetroffen, die Drohungen gegen den alte Behrens, der Onkel Techows, zugegeben, daß sein Ich habe ihm aber nicht gesagt, daß er die Rappen verbrennen solle. Minister ausgestoßen hätten. Borsigender: Haben Sie denn Neffe von einem systematisch vorbereiteten Plan zur Ermor- Bors.: Vor dem Untersuchungsausschuß haben Sie das aber zu- nach dieser Unterredung der Polizei feine Mitteilung gemacht? dung Rathenaus gesprochen hatte. Es wird dem Hauptange- gegeben. Angefl: Das habe ich nur zugegeben, weil es von einer 2ngeklagter: Nein, denn ich traue der Berliner Polizei nicht. flaglen Techom und der Verteidigung jetzt wahrscheinlich nicht Beugin behauptet wurde. Wir haben uns dann weiter beraten und Weiter befundet der Angeklagte Boß auf Befragen seines Berteidimehr leicht fein, den früher von ihnen gewaltsam hervor- maren der Ansicht, daß es nun zu spät fei, um die Sache anzu- gers Rechtsanwalt Dr. Feld, daß ihm Rathenau seinerzeit als gerufenen Anschein, als hätte er ahnungslos nur auf Befehl zeigen. Am Montag nachmittag fam dann der jüngere Techow Reichsaußenimnister einen großen Dienst geleistet habe. gehandelt, wieder machzurufen. Techows Wissen um den Mord nahm, für die Flucht seines Bruders. Ich habe ihm die Heraus wieder und verlangte von mir 5000 Mart, und zwar, wie ich an- Deshalb sei er Rathenau zu, Dank verpflichtet fteht zweifellos fest. gabe des Geldes vertoeigert. Vors. zum jüngeren Techow: Ift gewesen und aus diesem Gefühl heraus habe er dann am Donnerstag Möglich, daß noch einigemal im Laufe der Verhandlung das richtig? Hans Gerd Techow: Jamohl. Angefl. vor der Tat einen Brief an ihn geschrieben und ihn vor dem Andie Worte„ Bayern" oder" München" oder„ Ludendorff" Schütt: Am Dienstag nachmittag fam dann Kriminalkommissar fchlag gewarnt Borsigender: Hatten Sie nicht den Eindruck, sd fallen werden. Es wäre wünschenswert, wenn der Staats- Geiremeyer mit Diefiel zu mir und ging zu der Garage, wo das daß Günther ein höchst verdächtiges und gefährliches Individium gerichtshof an diese Worte anknüpfen wollte. Es würde Mordauto stand. Als er mich fragte, ob ich gesehen habe, wie das war? Angeklagter: Für gefährlich habe ich ihn nicht gehal. dem Sinne des zum Schutze der Republik errichteten Staats- Mordauto weggefahren sei, verneinte ich das. Hätte er mich ten. Auf keinen Fall hat mir Günther gesagt, daß das Attentat gerichtshofes entsprechen, wenn die Gelegenheiten, die sich zum aber gefragt, ob das das Mordauto sei, dann hätte ich es sicher zu in wenigen Tagen stattfinden sollte. Am Sonnabend, den 21., Schuße der Republik ergeben, aus genügt würden. Eine gegeben. Borf: Der Kriminalkommissar hat Sie doch gefragt, wurde mir migeteilt, daß Rathenau erschossen sei. Am Abend habe ob furz vor der Tat bei Ihnen ein Bagen untergestellt sei, und da ich einen einzige Suggeftiofrage der Verteidiger, die in diesem Prozeß follen Sie ihm geantwortet haben, daß diefer Wagen am Donnersso häufig ihre Säße mit:„ Haben Sie nicht gehört, daß Brief an das Polizeipräsidium tag zur Reparatur eingeliefert worden sei und seitdem die Garage geschrieben, der sich erst jetzt aufgefunden haben inll, einleiten, eine kleine so stilisierte Frage genügt, um den Aus- nicht verlassen habe. Angefl: Das hat Dieftel gefagt. nachdem er mir bisher immer wieder bestritten worden ist. Bor fagenden an die Gefährlichkeit seiner Worte zu mahnen und Borf.: Saben Sie nicht dem Kommissar eine ähnliche Erklärung fiender: Ist das dieser Brief hier?( Legt ihm den Brief alle bereits zugegebenen Tatsachen in schwankende Möglich gegeben? 2ngefl: Ich habe keine falschen Angaben gemacht. vor.) Angeflagter: Jawohl. Der Angeklagte liest dann den feiten zu verwandeln. Es ist ein fortwährendes Tappen ins Oberreichsanwalt: Wie lange blieb denn das Auto fort? Brief vor, der ziemlich fonfus geschrieben ist und in dem er der Leere. Die Angeklagten haben in ihrem ganzen Leben nichts Angefl.: Bielleicht eine halbe bis dreiviertel Stunde, um 11 Uhr Bolizei von feinen Wahrnehmungen, über die Beschaffung der fo gründlich gelernt wie das Leugnen. Ihre Aussagen sind aus den Aeußerungen Kerns und Techoms, daß hinter den beiden habe übrigens am Freitag vor der Tat noch versucht, Rathenau noch vormittags war es zurüd. Oberreichsanwalt: Schloffen Sie Garage usw. Mitteilung macht. Angeklagter fortfahrend: Ich fogar beffer präpariert als ihre Attentate. eine Organisation stehe? 2 na et 1.: Daß diese Leute eine Einzeltat in seiner Wohnung anzurufen, befam aber keine Verbindung mit begingen, nahm ich nicht an. R.- 2. Dr. Isberg: Glaubten Sie, ihm. Beisiger v. Calfer: Sie haben Günther also nicht ernst gedaß von irgendeiner Seite ein Butfch bevorstehe, und daß des nommen und ihm nicht geglaubt; aber trobem haben Sie an erstatteten? Angefl: Jawohl. Diestel sagte noch, wenn wir das Dankbarkeit. Hätte ich allerdings die Möglichkeit eines Attenhalb Ihre Situation gefährdet sei, wenn Sie bei der Polizei Anzeige Rathenau geschrieben? Angeklagter: Aus instinktiver verraten, dann geht es uns wie dem Bachtmeister Buchholz.( Getats als tatsächlich angenommen, dann wäre ich auf das Ausmeint ist der Schupowachtmeister Buchholz von der Hundertschaft wärtige Amt gegangen und hätte Rathenau den Plan seiner Er3. b. B. D. R.) lleber feine politische Ueberzeugung befragt, erflärte mordung persönlich mitgeteilt. Ich dachte auch, daß mein der Angeklagte, daß er sich immer dahin geäußert habe, bei der Brief genügen würde. Rechtsanwalt Dr. Feld: In einem Teil herrschenden Geldentwertung fönne heute kein Mensch beffer regieren. Der Bresse ist Voß als ein von den Gerichten viel gesuchter Mann Bor Rathenau selbst habe er immer die größte Hochachtung gehabt. bezeichnet worden. In Wirklichkeit ist er von feiner Behörde ge= Hierauf wurde Kriminalfommiffar Futh über die Verhaftung sucht und nie bestraft. des älteren Techow bei seinem Onkel vernommen. Zeuge Futh: Dann wurde der Angeklagte Als ich auf das Gut des Herrn Behrens fam, war Techom in seinem Zimmer eingeschlossen. Ich habe ihn herausgeholt. doch bat er mich, nicht zu feffeln, da er freiwillig folgen wolle. Herr Behrens, der vernommen. Er befundete zunächst, daß er der Orgesch, aber tief erschüttert war, redete seinem Neffen auf das eindringlichste zu, die Wahrheit zu gestehen und fagte: Junge, sage doch, was Du weißt, die Sache fann Deinen Kopf fosten und ich möchte Dich nicht als Lumpen aus meinem House scheiden sehen." Der junge Techow schlug die Hände vor das Gesicht und sagte dann: Eine charakteristische Episode sei zum Schluß noch erwähnt. Im Zuschauerraum wurde ein Jüngling mit einem Hakenkreuz im Knopfloch von einem Mitglied des republitanischen Richterbundes gestellt. Als man die Personalien des jungen Mannes feststellen wollte, erfuhr man, daß er im Reichsgerichtshause sozusagen zu Hause ist. Es ist nämlich der Sohn des Reichsgerichtsrats Dr. Bogt. Verhandlungsbericht. ( Fortsetzung aus der Abendausgabe.) Nachdem der Ausschluß der Deffentlichkeit abgelehnt worden war, wurde in der Bernehmung des Angeklagten Steinbed fort. gefahren. Vorf.: Sie haben also ein Auto sowie Garage und Chauffeur zum Zwede einer Waffenschiebung besorgt? Anget 1.: Jawohl. Borf: Aeußern Sie sich näher über diefe Waffenschiebung. 2 n ge f 1.: Ich bitte mir das zu erfassen. Borf: Sie wollen also darüber nichts aussagen? Haben Sie sich denn sonst an folchen Unternehmungen beteiligt? Anget L: Auch darüber verweigere ich die Aussage. Alle meine früheren Befundungen vor dem Untersuchungsrichter über diesen Punkt sind unwahr, und ich Ueber meine Freunde fann und darf ich nichts aussagen. habe sie nur gemacht, um die Nachforschungen in dieser Frage zu erschweren, um meine Kameraden zu decken und um zu verhindern, Aber das eine fann ich beteuern, ich habe nicht gewußt, daß ich daß durch eine Beröffentlichung dieser Schiebung in der Presse die am Sonnabend den Wagen zu dem Mord steuern follte." Entente aufmerksam würde und dem Reich Schaden erwachse. Hieran schloß sich die Bernehmung des Angeklagten Diestel, Borf: Hat Ihnen Leutnant Fritsche gesagt, Sie sollten einen Chauffeur besorgen, der den Teufel im Leib habe" und der mal„ Gefängnis fnaden" fönne? Angell: Ja, das ist richtig. Bors: Es handelte sich also um eine bedenkliche Gache? Angel 1.: Jawohl, es bestanden natürlich Gefahren dabei. Bors: Und das hatte mit der Gefangenenbefreiung nichts zu tun? Anget L: Nein, es handelte sich handelte. nur um eine Waffenschiebung, Kapilänleutnant a. D. Karl Tillefsen nicht der D. C. angehöre, daß er neben seinem Sprachenstudium sich auch politisch, und zwar hauptsächlich im Neudeutschen Bund be tätigt habe. Mit Kapitänleutnant Hoffmann in München sei er zweimal zufammengekommen, das legtemal furz von dem RathenauMord. Ferner habe er sich auch für die nationalsozia listische Arbeiterbewegung und für den Verband nationalgesinnter Soldaten und für völkische Turnvereine betätigt. Sehr eingehend wurde dann der Angeklagte über seine Beziehungen zu einem Arbeiter Brüdigam vernommen, der angeblich als früherer Kommunist wegen seiner jezigen der Teilhaber an der Schüttfchen Garage ist. Auf die Frage des pölkischen Betätigung dauernd von den Kommunisten verfolgt würde. Vorfizenden erflärte er, daß er feiner politischen Organi. Ich hatte das Gefühl, so erklärt Tillessen, daß ich bei der Gelegenheit fation oder Partei angehöre. Er sei ohne Wissen und Billen in zeigen konnte, daß ich als jogenannter reaftionärer Offizier auch die Mordsache hineingeraten. Diestel schilderte, wie am 18. Juni einem in not befindlichen Arbeiter helfen könne(!). Ich bot deshalb das Auto, das Techow steuerte, mit Fischer und Kern abends um Brübigam 2000 m. leihweise an. Es wurde dann mit ihm verab 9 Uhr in die Garage kam. Am Sonnabendmorgen habe Techow redet, daß Brüdigam nach München reisen sollte. Ich gab ihm auch von ihm Benzin gefordert und erhalten. Bors.: Fiel Ihnen an einen Brief an Kapitän leutnant Hoffmann mit. BrüdiTechom etwas auf? Angel: Seine Augen waren sehr unftet. gam betonte, daß er als früherer Kommunist gute Beziehungen Hause wohne, in die Wohnuna. Mein Kompagnon war furchtbar Nachmittags gegen 2 Uhr ging ich zu Schütt, mit dem ich im gleichen hätte und in der KPD. Spigeldienste fun fönne. gehen um die Ece." die über Dresden gehen sollte, deshalb sollte ich ja auch die Garage besorgen. Borf.: Ist das die volle Wahrheit? Angel L: Jawohl, aufgeregt und schrie mir zu" Dent' Die nur, Rathenau ist ermordet, Er hat mir dann auch sein Programm entwickelt, und zwar erklärte mit dem Rathenau- mord stehe ich nicht im geringsten und die Leute, die bei uns waren, sind die Täter." Ich erwiderte er, er fenne die Lage ganz genau, es müsse unbedingt etwas geim Zusammenhang. Die Nachricht traf mich vollkommen unvorbereitet und ich habe auch aus den Aeußerungen Techows und ihm, dann müßten wir fofort die Sache anzeigen Schütt erwiderte fchelen, vor allem müsse man linksstehende Führer, besonders Brandts nicht angenommen, daß es sich um ein solches Attentat mir aber:" Das fönnen wir nicht, denn Kern hat gefagt: Berräter jüdische Führer, beseitigen. Ob Brüdigam Scheidemann Ich erschrot furchtbar, denn ich dachte, daß erwähnt hat, weiß ich nicht. Aber ganz bestimmt sprach er von es uns dann eventuell so gehen würde wie dem ermordeten Bach to Rathenau, der, wie er erflärte, mit den Sowjets in Verbindung meister Buchholz von der Sicherheitspolizei. Als am Nach stände. Radet sei unter dem Namen Sobelsohn früher in der AEG. war, fagte eine mit uns im gleichen Hause wohnende Frau Bürtel worden(!!), um dort den Bolschewismus zu machen. Ich habe das mittag die Ermordung des Ministers in der ganzen Stadt betannt tätig gewesen(!!) und von Rathenau nach Rußland geschickt zu mir. ob etwa das Auto, das bei uns eingestellt sei, das Mörder, alles als ganz lächerliche Gerüchte bezeichnet. Meine Gegnerschaft auto wäre. Ich bestritt das, aber Frau Bürkel merfie an meiner zu Rathenau habe ich in meinen zahlreichen Reden in der national. Aufregung, daß ich log. Schließlich gab ich ihr zu, daß der Wagen sozialistischen Arbeiterschaft und dem Verband nationalgefinnter Sol mit dem Mörderauto identisch sei. Am Spätnachmittag ging ich baten immer rein fachlich betont. In erster Linie war ich Gegner wieder zu Schütt in die Wohnung, und dorthin fam auch der jüngere feiner Erfüllungsoplitit. Borf: Aber besonderer Gegner Rathe Techow. Er verlangte die brei Autokappen, die im Wagen liegen naus, weil er Jude war? Anget L: Ich bin völkisch gesinnt, bin Damit ist die Bernehmung des Angeklagten beendet. Mit Rüdficht auf die Tatsache, daß Steinbeck über die Waffenschiebung seine Aussage verweigert hatte, wurde auf die Bernehmung der Zeugen Frigiche und Heinze verzichtet. Als nächster Angeflagter wurde dann der 35jährige Kaufmann Richard Schütt, Berlin- Schmargendorf, bernommen, in dessen Garage das Mordauto untergebracht worden war. Er befundet, daß er weder einer Bartei noch einer politischen Organisation angehöre. Er sei periodisch ein starter Trinker und aber fein Fanatifer. Ich habe dann Brüdigams Frau 1000 Mart Trauriges aus ihrem Leben zu erzählen. Am Krögel, wo sie groß| nalen Stadtverordneten sich gelegentlich gegen diefes Treiben wendet. gegeben und ihm den Rest des Geldes. Vorf.: geworden ist, hängt sie mit treuer Liebe. Heute vollendet sie ihr Im Endergebnis dirigieren immer die politischen Desperados. Die dreiundachtzigstes Lebensjahr, wofür sie ersichtlich noch recht rüftig ist. Scherl- Presse und die übrige Boulevardmeute liefert die Begleitmusit. Es ist bedauerlich, daß der Berliner Magistrat sich gegen die verlogene Preßtampagne nicht anders zur Wehr seht. In anderen Fraktionen waren es am Donnerstag die GewerbeWoher hatten denn Sie das Geld? Bürgerliche Steuerscheu. Ich denke, Sie waren ein armer Teufel? Tillessen: Ich hatte immer etwas für meine Reisen zur Verfügung. Bors: Von Ihrer Organisation? Angekl: Ich bezog eine monatliche Pension von 1100 M. und erhielt von meiner Organisation zuerst 2500 und dann Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat am Donners- treibenden, die Freunde des Herrn Müller- Franken, die alles 3000 Mart. Bors: Von welcher Organisation? Tillessen: tag mit 78 gegen 71 Stimmen die Deckungsvorlage des Magistrats, rebellisch zu machen versuchten. Wenn Herr Müller- Franken Bom Neudeutschen Bund. Für Reisen reichte das natürlich nicht. in der eine Erhöhung der Grund- und Gebäude-, wie der Gewerbe- seine Tiraden losläßt, wird allgemein gelacht. Aber der kurzsichtige Dazu wandte ich mich an nationalgesinnte Herren, bei steuer und die Neueinführung einer Betriebskopfsteuer vorgesehen und kleinliche Interessenstandpunkt der kleinen Krämer setzt sich in denen ich mir mit Hinweis auf den 3med meiner Reise das Geld, war, abgelehnt. Der Ablehnung waren wochenlange Beratun- den bürgerlichen Parteien, immer wieder durch. Ihre Bußprediger auf gut deutsch gesagt, erbettelt habe. Ich wurde nämlich viel von gen in städtischen Ausschüssen vorausgegangen. Auf Betreiben der lieben zwar sehr Ermahnungen an die Arbeiterschaft, sie schimpfen auswärts für Reden und Vorträge im Verband nationalgefinnter bürgerlichen Barteien hatte man auch die Vertreter der Handels- mit Vorliebe über den Achtstundentag, über angeblich zu hohe Löhne Soldaten und bei sonstigen Feiern angefordert. Brüdigam hat mir und Handwerkskammer gutachtlich gehört. Schon in diesen Aus- usw. Wenn sie aber selber auch nur das geringste Opfer bringen übrigens auch mitgeteilt, daß er genau über die Nachrichtenzentrale der Kommunisten in Frankfurt, München, Halle Schußberatungen hörte man nur mit Kopfschütteln den phantasievollen sollen, dann erklären sie pathetisch, daß ihretwegen die ganze Stadt und Berlin unterrichtet sei. Tillefsen berichtet weitere Spigel Schilderungen über den Zusammenbruch der Gewerbetreibenden zu. zugrunde gehen kann. Die Folge dieser Tattit wird ja nur sein, phantasien Brüdigams. Brübigam ging dann nach München, und Selbst die bürgerlichen Parteien hatten das Empfinden, daß diese daß dieselben Steuervorlagen in verschärfter Form wiederkehren später erfuhr ich durch einen Brief Hoffmanns, daß dieser ihm dick aufgetragene Steuerschau etwas peinlich sei. und dann doch irgendwie von den Herrschaften geschluckt werden wieder Geld gegeben habe und daß Brüdigam dann nach müssen. Berlin gegangen sei. Dann erschien er wieder einmal in meiner Abwesenheit in Frankfurt a. M. und wandte sich an den Leutnant Heinz, dem er erklärte, daß er in Berlin eine M Aktentasche von Sowjetdelegierten gestohlen habe, in der wichtiges Material über die Berbindung zwischen Rathenau und den Sowjets enthalten sei. Seine Frau übersetze die Baptere aus dem Russischen in das Deutsche. Dann ließ er sich von Heinz wieder Gelb geben. Heinz aber wurde mißtrauisch und fagte mir später, er halte Brüdigam für einen fommunistischen Spitel. Später hat Brüdigam sich auch von mir nochmals Geld geben lassen. Bors.: Das haben Sie alles von Ihrem Geld gegeben? Angefl: Nein, das habe ich mir erbetteft. Ich hielt das Material Brüdigams über die kommunistischen Nachrichten zentralen für sehr wichtig(!) für die Nachrichtenstelle des Leutnants Heinz. Bors: Was war denn das für eine Nachrichtenstelle, war das eine private Stelle oder stand die Stelle mit der Regierung in Berbindung? Tillessen; Nein. Die Nachrichtensteile murde durch zwei Hauptleute in Staffel geleitet.. Mehr fann ich hier öffentlich nicht erklären. Bors.: Stand sie denn nicht mit dem Reichswehrministerium in Zusamemnhang? Angefl: Jedenfalls nicht direkt. Später bin ich denn doch Brüdigam gegenüber mißtrauisch geworden, um so mehr, als er mit den angeblich gestohlenen russischen Aften niemals herausrückte. Als ich ihn dann auf eine erneute Geldforderung diese Bitte abschlug, sagte er, er habe dies überhaupt nicht mehr nötig, er sei durch Bermittlung der Frankfurter Boltsstimme" Redakteur an der Münchener Post" ge= worden(!), also einem sozialdemokratischen Blatt, und ich war denn auch aufs höchste erstaunt, daß dieser angeblich völlisch gefinnte Mann zu einer solchen Stellung fommen fonnte. 290 " Ein Unwohlfein Günthers machte dann plötzlich gegen 3 1hr nachmittags die weitere Fortsetzung der Bernehmung Tillessens unmöglich. Die Verhandlung wurde auf Sonnabend früh 9 11hr pertagt. Die Alte vom Krögel. Was sich jetzt in der Stadtverordneterversammlung abspielte, ist für die bürgerlichen Parteien fein Ruhmesblatt. Wir reden nicht Es gehört zur Charakteristik dieser bürgerlichen Bolitit", daß von den Deutschnationalen. Sie kennen bei ihrem fanatischen Haß man auch die Straßenbahnvorlage nicht einmal verhandeln gegen den Berliner Magistrat nur ein einziges Ziel: der Stadt mit lassen wollte. Welch wunderbar schöne Reden über Volksfreundlichallen Mitteln und bei jeder Gelegenheit Schwierigkeiten zu machen. feit werden wir nicht in späteren Wahlkämpfen von den Herrschaften Es ist bereits ein altgewohntes Bild geworden, wenn im Rathause zu hören bekommen! Wir wissen, was wir von dieser VolksfreundHerr Koch, der deutschnationale Häuptling, sich würdigen Schrittes lichkeit zu halten haben. Hinter ihr versteckt sich der nacktefte zu seinen fommunistischen Freunden begibt. Dann weiß jeder, daß Gruppenegoismus, der faum verborgene Rampf für rein privats wieder mit irgendwelchen Mitteln auf dem üblichen Geschäftsord- fapitalistische Interessen. Bedauerlich bleibt nur, daß dieser Erfolg" nungswege irgendetwas zu Fall gebracht werden soll. Niemand der Reaktionäre zu einem Teil der mangelnden Anwesenheit der erwartet von diesen Herrschaften, daß sie auch nur einen sachlichen Stadtverordneten der Linken zuzuschreiben ist. Die gestrigen ErGesichtspunkt vorbringen, mit dem sie ihren Kampf beschönigen fahrungen werden hoffentlich Veranlassung geben, daß mit der könnten. Es mag sein, daß der eine oder andere der deutschnatio- Schwänzerei in den Plenarsizungen Schluß geWie wird das Sonntagswetter? NW. W N.. NO SW... S wwwww GU Sturm. Regen und anderlich Schön • Wind Gewitter דיזי 3030 2020 10 10 00 10 10 macht wird. Aus den Tagen des Kapp- Putsches. Bürgermeister Dr. Heinn- Oranienburg. Beim Landgericht Berlin III als Prüfungsinstanz sollte gestern cine von der Staatsanwaltschaft erhobene BeleidigungsPlage gegen acht Einwohner Oranienburgs verhandelt merben, gegen die Genossen Ferta, Ludwig, Garlipp, Karz, Schröder, Glaser, Westfal, Schoof die der Oranienburger Gemeindeverwaltung als Magistratsmitglieder bezw. Stadtverordnete angehören und Führer der SPD. und der früheren USPD. sowie der Gewerkschaften sind. Beleidigt fühlte sich der Bürgermeister Dr. Heinn Oranienburg, der inzwischen zur Befriedigung von Stadtverordneten sozialistischer und auch bürgerlicher Richtung sein Bürgermeisteramt gegen eine Abfindungssumme aufgegeben hat und jetzt anders rebner bei den„ Deutschvölkischen" ist. Wohin der Bug feines Herzens ihn drängte, zeigte er schon bald nach der Revolution und nachher beim Rapp- Butsch, und bis auf jene Zeit führt auch der Anlaß des Beleidigungsprozesses zurück. Nachdem ein Bersuch, gegen Bürgermeister Dr. Heinn im Vers waltungswege vorzugehen, mißlungen war, richteten die obengenannten Mitglieder des Magifirais und der Stadtverordnetenversamm lung in der Oranienburger Arbeiterzeitung" an den RegiarungsWer Alt- Berlin studiert, meilt heute mit Borliebe an der originellen alten Stätte, dem Krögel". Raum jemand der heutigen Besucher entgeht einer seltsamen weiblichen Erscheinung, die so recht Zu Beginn dieser Woche klärte sich in Ostdeutschland etwa präsidenten zu Botsdam die Aufforderung, gegen das Dr. Heinn zum Charakter des Ganzen paßt. Ein fleines, weißhaariges Mütter- bis zur Oder hin unter dem Einfluß eines in Nordwestrußland be- freisprechende Urteil des Bezirksausschusses Potsdam Berufung einchen mit treuherzigen Augen, in sauberer Kleidung, auf einen Krüd- findlichen Hochdruckgebietes der Himmel zeitweise auf. Weiter zulegen. Dieser offene Brief" enthielt eine Reihe Borwürfe im Westen traten jedoch, als ein Teiltief von Nordfrankreich und gegen Dr Heinn, er aber stellte nur Etrafantrag wegen der Bestock gestützt, redet die Besucher an und erzählt unaufgefordert ein anderes von der Nordsee heranzogen, in der Nacht auf Mon- merkungen, daß er der unwürdigste Beamte fei, den je eine von der Vergangenheit des Krögels und nicht weniger von ihrer tag neue Regenfälle ein, die sich in den folgenden Tagen wieder- Stadt des reises Niederbarnim an ihrer Spike hat dulden müssen", regen Bergangenheit. Da bekommt man zuweilen manches Inter- bolten und allmählich bis zur Ostgrenze des Reiches ausbreiteten und daß in Oranienburg über einen Lügner schon gesagt werde, er effante zu hören, so von den einstigen Infaffen des Gefängnisses, recht ergiebig waren. und namentlich am Donnerstag in Süd- und Mitteldeutschland Die Nächte waren anfangs sehr kühl, in lüge wie pp. Seinn". Die Unterzeichner wurden wegen Bea deffen düstere, verwitterte Mauer mit den schwarzen Fenstergittern Norddeutschland sank das Thermometer vielfach bis auf 1 Grad leidigung zu je 500 m. Geldstrafe verurteilt, legten aber der Westseite des Krögels einen unheimlichen Abschluß gibt, von Celsius, im Staate Sachsen sogar ein wenig unter den Gefrier- Berufung ein. Berühmtheiten, die hier gesessen haben, von Friz Reuter und punkt. Dann wurden die Nächte überall milder, aber die Tempe- Zur Berufungsverhandlung bot der Berteidiger raturen stiegen auch in den Tagesstunden nur wenig über 10 Gr. Rechtsanwalt Dr. Weinberg pen Wahrheitsbeweis an, doch die anderen Politikern, von dem Mörder des Professors Gregy, dessen Celsius empor. Von Donnerstag an trat nachts wieder beträcht- beantragte Ladung von Zeugen unterblieb, meil bei der aus§ 185 trauriges Ende vor mehr als fünzig Jahren zu den Leierkästen liche Abkühlung ein und am Freitag früh, als von Skandinavien gesungen wurde, von dem flüchtigen Direktor, der den Behörden ein her ein höherer Luftdruck südwestwärts vordrang, während gleich- erhobenen Anklage ein Wahrheitsbeweis night in Frage Schnippchen schlug, und ähnliches. So manchem hochbetagten Be- deutschland zog, klärte sich der Himmel im Nordosten allgemein Hinweis darauf, daß selbst bei erneuter Verurteilung es mindestens zeitig ein flaches Tief von England nach Nordfrankreich und West- om me. Diefen Standpunkt bekämpfte Dr. Weinberg mit dem sucher gehen dabei Erinnerungen an das auf, was er in seiner auf und die Temperaturen sanken vielfach bis auf 2 Grad Celsius, für das Strafmaß erheblich sein müßte, ob die behaupteten Kindheit mit durchgemacht oder doch erzählen gehört hat. Besonders während in der nordwestlichen Hälfte Deutschlands trübes, aber Tatsachen bewiesen werden oder nicht. Befunden fönne Gymnasial gern erzählt die Alte vom tollen Jahr 1848, und man nimmt es Das französische Tiefdruckgebiet direktor Paarmann, daß Dr. Heinn während des Kapp- Butsches schon in Kauf, wenn die Mitteilungen manchmal etwas wirr burch wird sich voraussichtlich der hohe Luftdruck vom Atlantischen Schoof verhaften lassen, dann ein fünftliches Gedränge hervorrufen dürfte unsere Witterung kaum wesentlich beeinflussen, dagegen ihn aufgefordert habe, er als Leiter der Einwohnerwehr folle einander gehen. Bon sich selbst berichtet die gute Alte, daß sie die Ozean und Skandinavien her nach Mitteleuropa hin ausbreiten. und in diesem Schoof erschießen lassen. Andere Zeugen, darunter ,, Tochter des alten Klintmüller" ist, daß ihre Mutter Predigers Das Wetter dürfte daher am Sonnabend wie am tochter war und eine Art Meßalliance" fchioß, als sie den Sonntag trocken und vielfach heiter, aber ziemlich Landrat Schlemminger, würden sich über Dr. Heinns Glaubwürdig. kühl bleiben. In den Nächten ist stellenweise Frost feit und über seine Amtsführung äußern. Maurer- August" heiratete, und weiß dann viel Erfreuliches wie zu erwarten. 27 Sachawachiat der Eskimo. Bon Ejnar Mikkelsen. ,, Die sind nicht hier," antwortete Tom, die sind längst abgereift; fehr um, Mann, die holst du niemals ein." Bann sind sie gereift?" fragte Sachawachiak. Ich sagte, längst, du kannst sie nicht mehr einholen, der Schwarze Joe ist ungefähr unten in Point Hope jeßt, gib es auf, du erreichst sie niemals." Sie sahen ihn an und begriffen Joes Angist. Sein Auge Funkelte böse und entschlossen. Ach was," meinte Sachamachiat, lange fann es nicht her sein, daß sie gereist sind, ich weiß so ungefähr Bescheid. Länger als drei Tage ist es nicht, und hätten die Weißen ihnen nicht geholfen, wären sie längst gestorben. Sag mir lieber Bescheid, ich höre nicht mit der Verfolgung auf, felbst wenn es eine Woche her ist, feit sie wegfuhren; ich lasse nicht nach, bis ich sie finde, sie sollen mich nicht wieder anführen!" mildes Wetter fortdauerte. Dem Antrag auf Zeugenladung schloß sich der Antlagevertreter rufe an und gebrauchte die Peitsche. Borwärts wollte er, Joe nach, die Liere mußten die Sünden des Weißen entgelten. Ihm selbst ging es auch schlimm; aber er achtete nicht aut seine schneegefüllten Augen, noch auf seine erfrorenen Glieder; er stemmte sich gegen den Sturm, zog den Kopf tief ein und fuhr, fuhr, bis die Hunde sich hinwarfen und nicht mehr wollten. Jund allein mit den Eingebnrenen befanden. Und dann fonnte der Gedanke an Sachawachiat wach werden; die Estimos find unberechenbar, die Furcht vor ihm fonnte sich vielleicht in Sympathie verwandeln, wenn sie ihn niederschlugen. Rein, es würde am besten sein, ihn ruhig seines Weges gehen zu lassen, darüber waren sie sich längst einig geworden. ,, Na, Sachawachiaf," fagte Tom endiich ,,, tehrst du also um?" Da vergrub er sich im Schnee, um auf befferes Wetter zu Noch saß er stille, schüttelte nur den Kopf. Ich bin warten. Feuer hatte er nicht, um sein Fleisch zu kochen, also hungrig, gebt mir zu essen, dann gehe ich sofort wieder." aß er es roh. Und dann schlief er, schlief ruhig und tief, aber Aber das wollten sie nicht, und schließlich erhob er sich: Ja, doch wie die Tiere des Feldes, mit wachem Bewußtsein, bereit nun gut, wie ihr wollt, aber meine Zeit kommt noch, wenn aufzufpringen und wieder anzufangen, sobald der Wind abJoe tot ist, dann komme ich wieder. Jetzt seid ihr die Stär- flaute. feren, ich will Joes Berfolgung nicht aufgeben, aber dann-!" ,, Was dann?" zischte Fips, dann willst du vielleicht auch uns totschlagen! Dann wollen wir ihn doch lieber auf der Stelle erschießen," und er fing an, an seiner Büchse herumzufingern. Aber Sachawachial war bereit, er richtete sich auf, mit der Büchse in der rechten Hand, und Fips wurde wieder ruhig, man fonnte ja nicht von vornherein wissen, er das flüchtige Paar einholen. weffen Schuß duerst fallen würde. Er wollte an den Weißen vorbeigehen, aber sie versperrten ihm den Weg. Du kommst nicht in den Wohnplay. Wir wollen dir nichts tun, das hier ist Joes Sache, aber helfen wollen wir dir auch nicht, von uns erfährst du nichts. Willst du aber gehen, schön, dann gehe, aber zu deinem eigenen Besten raten wir dir, umzukehren, zurück nach Nuwud, dann sollst du Hunde und Schlitten bekommen und so viel Effen, wie du haben willst, aber nicht, wenn du nach Süden reist." Sachawachiat wußte, daß die Weißen Wort hielten, wenn fie drohten, das hatte er längst gelernt, er fegte sich auf ein Stück Eis und dachte nach. Sollte er auf sie schießen, auf die verdammten Weißen? Sollte er versuchen, sich den Durchgang zu erzwingen, oder follte er abbiegen? Und ohne ein Wort zu den Dreien zu sagen, ging Sachamachiat weiter, er wandte sich nicht um und verschwand zwischen den Eisblöcken gen Süden; aber in derselben Nacht, als der ganze Wohnplay schlief, fam er zurüd. Mit dem Messer in der Hand, froch er in eine Hütte und weckte die Bewohner: Gebt mir Essen, gebt mir Hunde, oder ich steche euch nieder!" Sein Aufenthalt dauerte lange, aber endlich konnte er wieder Schlittenfahren, und obgleich der Sturm pfiff und der Schnee hochgefegt wurde, hatte sich das Wetter doch soweit aufgeklärt, daß die Hunde gegen den wirbelnden Schnee angetrieben werden konnten, und vorübergebeugt ging er, gegen den Wind kämpfend, an der Seite des Schlittens, bald mußte Das Wetter besserte sich, und Tag für Tag fuhr er nach Süden, die Küste entlang, die so öde und verlassen war, daß ihre Unfruchtbarkeit und Unheimlichkeit sogar auf ihn niederschlagend wirkte. Aber er war den Flüchtlingen auf der Spur und passierte Ort um Ort, wo Igluruf und der schwarze Joe ihr Belt aufgeschlagen oder gerastet hatten. Er holte sie ein, sogar rasch, die Spuren wurden frischer, er peitschte auf die Hunde ein und fuhr zu, das Gewehr. neben sich auf dem Schlitten liegend, bereit es zu ergreifen und beim ersten Anblid loszuschießen. Das war eine Sprache, die die Eingeborenen verstanden, und in seinen Augen fonnten sie lesen, daß es feine leere Drohung mar; er erhielt also Essen, Hunde und Schlitten, Das Land wurde gebirgiger. Steile Felsen erhoben sih und dann fing die Berfnlgung des schwarzen Joe wieber an, fast sentrecht aus der Eisfläche, finfter waren fie, schwarz und er peitschte auf die Hunde los und trieb sie vorwärts, fort drohend, so steil, daß selbst der Schnee feinen Halt auf den Sein Bertand sagte ihm: Bieg ab, du fannst einen von Scŋ Cape, die Küste entlang, seinem Feinde nach. lotrechten Flächen finden fonnte. Der Wind fam in gewaltWeißen erschießen, vielleicht sogar zwei, aber in dem Augen- Er fuhr einige Tage, und alles ging gut, wenn auch samen Stößen über die Felsen gebraust, aber Sachawachiat blic, wo du die Büchse hebst, werden die Weihen dich. er nicht so schnell, wie er gehofft hatte; aber dann kam der ließ sich nicht länger aufhalten und achtete nicht auf die schießen, und dann entgeht Joe feiner Strafe. Nein, es gilt Sturm, heulend und frachend fegte er von Süden her über Sturmböen. Er peitschte auf seine Hunde los und lenkte fie Joe, nicht diese hier; sie können nichts dafür, daß Joe hier das Land hin, daß alles Lebendige Schuh suchen mußte. dicht unter die Felsen, auf das blante Eis an ihrem Fuße. hergekommen ist, auch nicht, daß er Iglurut genommen hat!" Längst schon hatte sich der Fuchs in seine Höhle verkrochen, Seine Augen wichen nicht von dem Eise vor ihm, jeden Die Weißen ließen ihm Zeit zu überlegen. Es ist solch und der Bär lag still im Schuße eines Eisblocks, wo er sich Augenblick erwartete er, dort einen Schlitten zu sehen, denn eine eigene Sache, einen Mann zu töten, selbst wenn es nur einschneien ließ, aber Sachamachiat fuhr weiter, er tronte jetzt wußte er, daß die Flüchtlinge innerhalb seiner Reichweite ein Estime ist. Sie waren hier auf viele, viele Meilen im dem Minde und trieb seine Hunde gegen das schmerzhafte waren. Den legten von Joes Lagerplägen hatte er ade Umfreis allein, und selbst, wenn sie jetzt die Stärkeren, und Schneegestöber an. Ihre Augen waren vom Schnee geblendet, passiert, sie mußten ihn erst kürzlich verlassen haben, die Glut die Eingeborenen bange vor Sachawachial waren, so fam große Fladen von Eis und Schnee bedeckten ihre Köpfe, aber im Holzftoß war noch warm. doch vielleicht der Tag, wo sie sich auf einer Schlittenfahrt beständig trieb er vorwärts, er feuerte die Tiere durch Zu( Fortsetzung folgt.) att. Das Gericht beschloß, zu verlagen und außer den vom Berteidiger benannten Zeugen noch andere zu laden und über Dr. Heinn zu vernehmen. Er wollte eine Aussteuer" haben. A Auf einem Rittergut in der Marf war seit drei Wochen ein angeblicher 25 Jahre alter Friz Mutenberg als Diener beschäftigt gewesen. Als der Besizer jegt verreisen mußte und der Diener mit dem übrigen Hauspersonal allein zurückgeblieben war, wußte er das Hausmädchen Ella St., das aus demselben Ort stammt, und mit der er eine Liebelei begonnen hatte unter dem Eheversprechen zu überreden, mit ihm das Schloß auszuplün dern und gemeinsam zu verschwinden. Er hatte ihr vorgeredet, daß sie nach Berlin fahren würden, um hier unterzutauchen und einen gemeinsamen Hausstand zu gründen. Das Mädchen ließ sich auch betören und beide stahlen Silberzeug, Wäsche= st üde, Herren- und Damensachen im Werte von mehreren Millionen Mart. Mit der Beute fuhren sie dann davon. Sie hatten jedoch ihre Rechnung ohne den Vater des Mädchens gemacht. Dieser fahndete nach der entflohenen Tochter und die benachrichtigte Kriminalpolizei stellte fest, daß sich das Pärchen tatsächlich nach Berlin gewandt hatte. Als es nun seine Roffer abholen wollte, wurde es auf dem Bahnhof festgenommen. Die gestohlenen Sachen wurden noch in den Koffern vorgefunden und beschlagnahmt. Wie sich hier ergab, handelt es sich bei dem Diener um einen von verschiedenen anderen Stellen bereits gesuchten Berbrecher, der auch gar nicht daran gedacht hatte, die gestohlenen Sachen zur Gründung eines gemeinschaftlichen Haushalts mit dem verführten Mädchen zu verwenden. Ein gefährliches Bad. Die Ausfage auf dem Sterbebett. Vor dem Landgericht I hatte sich die Ehefrau Marie Streit wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Ihr verstorbener Mann hatte eines Abends in der Küche in einem Baschfaß ein Bad genommen. Die Angeflagte sollte ihn mit einem Eimer übergießen und hat, wie sie angab, aus Versehen einen Eimer mit fonzentrierter 2pfollösung genommen. Der Mann starb furze Zeit darauf, gab aber auf dem Sterbebett noch der Vermutung Ausdruck, daß die Lysollösung von seiner Frau zu diesem Zwed bereitgestellt gewesen und die Tat jedenfalls aus Eifersucht von ihr verübt worden sei. soziale Verhalten dieser famosen Genossenschaft zurückzuführen waren, das ja nunmehr wieder recht deutlich in der höchst unliebsamen Verzögerung der Wiederaufnahme der Müllabfuhr zum Schaden der Bevölkerung hervortritt. reichen Müllfutscherstreifs" hätten sich die Genossenschaftsvertreter Die Galgentoni war einmal das begehrtefte Mädel im Hause einer um so eher sparen können, als diese Streifs lediglich auf das umörders. Diese Tat, aus unbewußter Regung und unerkanntem GrundHamburger Madame. Einst versüßte sie die lette Stunde eines Subgehalten und sie in den elenden Strich" getrieben. Nach langen Jahren dem großen Mitleid begangen, haben ihr neidische Kolleginnen vors solchen Berliner Lebens stirbt sie und tommt mit einigen Mitverstorbenen, einem Schuhmann, der aftpreißischen Jungfrau Kniefall, die alle ihre Braitjams immer so trai gemäsen is und dem Café- Mejeriber zusammen vor das himmlisch höllische Aufnahmegericht. Und hier findet Magdalena Gnade und darf in den Himmel, der ihr am schönsten als der Salon aus dem Hamburger Haus erscheint Dieses Stück, mit manchem guten und luftigen Wort, hat Egon Erwin Risch geschrieben und, getragen von der Darstellerkraft einer Rosa Baletti, wird es in der, alete" gespielt, die auch fonft viel Sehenswertes dem bringt, der sich die Kosten eines Kabarettbesuchs von heute leisten kann. Geistige Waffen". Der Unternehmer mit dem Kunze- Knüppel. Ein Prozeß, der beweist, mit welchen geistigen Waffen" manche Unternehmer zu kämpfen pflegen, gelangte vor einigen Tagen vol dem Schöffengericht Berlin- Mitte zur Verhandlung. Angeklagt waren der Rahmenfabrikant Otto Mad aus der Wallstraße und der Rahmenfabrikant Karl Richter wegen Mißhandlung der Rahmenmacher Baumgart und Rohnke. Lehtere hatten sich, vertreten durch den Genossen Dr. Siegfried Weinberg, dem Berfahren als Nebenkläger angeschlossen. " Ein großer Münzendiebstahl. Einbrecher erbeuteten in einer Gastwirtschaft in Essen eine große Menge ausländischer Gold- und Silbermünzen, die heute einen Wert von mehreren Millionen darstellen Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Sonnabend, den 7. Oktober: 70. Abt. Wilmersdorf. 8 Uhr bet pieper, Solfieinische Sit. 60, Sigung des 103. Abt. Oberschönemeibe. 7% Uhr gemeinsame Vorstandssigung mit der früheren ÚSPD. und den Fraktionsvertretern im Konferenzzimmer der Rottmener- Schule. 119. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr bei Gieke, Möllendorffstraße, Sigung ber Funktionäre mit der früheren USPD. 7 Uhr Mitglieder. Sozialdemokratischer Männerchor Kreis Prenzlauer Sor. Generalversammlung im Lotal des Gangesbruders M. Goldschmidt, Stolpische Str. 36. gesamten Borstandes und der Funktionäre. Morgen, Sonntag, den 8. Oktober: Straße 19. Feftrede des Genossen Kurt Riezmann. In der Verhandlung ergab sich folgender Tatbestand: Im Fe Flugzeugfatafirophe in Mostan. Auf dem Chodynka- Flugplay bruar dieses Jahres, gelegentlich des Streits der Arbeiter in der in Moskau hat sich während eines militärischen Probefluges eine Goldleistenindustrie, waren bei dem Betriebe von Mack, in welchem Katastrophe durch Zusammenstoß zweier Flugzeuge Richter als Arbeitswilliger arbeitete, Differenzen darüber entstanden, ereignet. Beide Flieger find tödlich abgestürzt. ob die zur Berladung gelangenden Waren Streitarbeit waren Als erstes sowjetruffisches Schiff ift in Danzig der Dampfer oder nicht. Auf Wunsch der beteiligten Arbeiter wurden deshalb Rylejem eingelaufen. Der Dampfer gehört der Staatlichen Baumgart und Rohnte als Differenzenvermittler zu dem Betriebe Baltischen Schiffahrtsgesellschaft und brachte eine Ladung Rohleder entsandt, um den Sachverhalt festzustellen. Obgleich sie sich in durch- und Borsten. aus ruhiger Weise ihres Auftrages entledigten, wurden fie bei dem Betreten des Hausflurs ganz unerhört mißhandelt. Mad stürzte sich ohne jede Veranlassung mit einem aus Leder und Bleifugeln bestehenden Totschläger, den er in der Berhandlung ftolz als Runze Knüppel" bezeichnete, auf Baumgart und schlug ihn mehrmals mit voller Bucht auf Kopf und Hand, so daß er vier 30. bt. 7 Uhr fehr wichtige Funktionärstzung bei A. Carl, Wichertstr. 69. 7½ Uhr Funktionärversammlung bei Schneider. Plaffende Wunden am Kopf und außerdem einen schweren 56. bt. Charlottenburg. Holgendorffstr. 14. Erscheinen sämtlicher Funktionäre Pflicht. Bruch an der rechten Hand davontrug. Desgleichen wurde Rohnke auf das schwerste mißhandelt, so daß er eine 3ersplitteOb die Mißhandlungen rung der Gehirnschale erlitt. Rohnles von Mad oder von Richter ausgingen, fonnte in der Verhandlung nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden. Baumgart und Rohnte mußten blutüberströmt fortgetragen werden. Sie waren wochenlang arbeitsunfähig und leiden noch jetzt unter den Folgen der Mißhandlungen. Die verübte Roheit wirkt um so abstoßender, da Baumgart bereits 60 Jahre alt ist. Genosse Dr. Weinberg geißelte diese rohe Mißhandlung zweier ruhiger Arbeiter, Bor Gericht führte sie zu ihrer Entschuldigung an, daß sie in die sich in durchaus sachgemäßer Weise bemüht hatten, eine entstan- 68. ihrer Wohnung ständig größere Mengen Lysol vorrätig gehabt habe, dene Diferenz in Güte zu schlichten, und verwies auf die vielen bas fie als Desinfektionsmittel gegen das überhandnehmende Un- Prozesse, in denen streifende Arbeiter wegen viel geringerer Uebergeziefer brauchte. Ihre Untermieter hätten dauernd über den griffe auf das schwerste bestraft worden sind. Das Gericht verurteilte scharfen Geruch geflagt, und auch ihr Mann sei davon unterrichtet mad zu 10 000 m. Geldstrafe eventuell 100 Tagen gewesen, daß Lysol ständig im Haushalt vorhanden war. Medizinal- Gefängnis statt der vom Staatsanwalt beantragten Geldstrafe rat Dr. Stör mer führte in feinem Gutachten aus, daß der Be- on 3000 m., während Richter freigesprochen wurde, de fund der Leiche, insbesondere die Stellen, an denen sich die Brand- has Gericht nicht als festgestellt erachtete, ob die Mißhandlungen Bezirksverband Berlin- Brandenburg. Heute, Sonnabend, nachmittags 5 Uhr, wunden vorfanden, mit der Darstellung, die die Angeklagte gibt, Rohntes von Richter oder von mad herrührten. genau übereinstimmt. Durch die Verbrennung großer Saufpartien haben sich auf dem Rörper außerordentlich giftige Eiweiß stoffe gebildet, die durch den Blutkreislauf in die inneren Organe gelangt sind und eine Beränderung des Herzens und der Nieren zur Folge hatten, die den Tod herbeiführten. Während en sich eine Verwechselung von Lysol mit Wasser mit Rücksicht auf den scharfen Geruch so gut wie ausgeschlossen ist, hält es Medizinal rat Dr. Störmer in diesem Falle insofern nicht für gänzlich unmöglich, als in der St.' schen Wohnung der Lyfolgeruch allgemein verbreitet und daher fein ungewöhnlicher war, so daß in der Dunkelheit eine Berwechselung an sich denkbar ist. Der Berteidiger Rechtsanwalt Dr. Schwindt bat, die Frage der Fahrlässigkeit überhaupt zu verneinen, da zwischen dem Gutachten des medizinischen Gachverständigen und den Angaben der Angeklagten nicht der geringste Widerspruch bestände und auch die Zeugenaussagen mit beiden übereinstimmten. Das Gericht verurteilte die Angeklagte trotzdem zu 1 Jahr und 3 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Stadt Berlin find, wie das Zentralwohlfahrtsamt mitteilt, aus Staatsmitteln 57 056 000 m, überwiesen, die den in größter Notlage befindlichen Kleinrentnern, Sozialreninern, aus öffentlichen Mitteln Unterstützten und offen wirtschaftlich ähnlich gestellten Kreisen zugute fommen sollen. Wenn das Monatseinfommen bei einer alleinstehenden Berson 1200 m, bei einem Ehepaare 2000 m., bei einer Familie mit 2 Kindern 2600. übersteigt, wird eine Unter stügung aus diesen Mittein nicht in Frage kommen fönnen, da mit Rüdsicht auf die verhältnismäßig geringe Höhe der zur Berfügung stehenden Mittel der Kreis der zu unterstützenden Berfonen beschränft werden muß. Für die in diesen Kreis fallenden Bedürftigen wird die Unterstügung auf einzelstehende Personen, auf Ehepaare Kontrolle des Brennstoffverfandes. Bum 8wed einer genaueren Kontrolle aller Brennstoffeingänge find vom Reichsverkehrsminister im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister sämtliche Güterabfertigungsstellen angewiesen, vom 1. Oftober ab den zuständigen Kohlenwirtschaftsstellen bzw. Orts- oder Kreistohlenstellen regelmäßig Meldung über alle Brennstoffeingänge zu erstatten, wenn diese ausdrücklich darum ersuchen. Zur Dedung der durch diese Maßnahme der Reichsbahn erwachsenden Kosten wird von den gewerblichen Verbrauchern von Steinkohlen, Steins fohlenbrifetts. Sols, Braunkohlenbriketts und Rohbraunkohlen, auf die sich die Meldungen beziehen, durch die Güterabfertigungsstellen auf den Versandpapieren ein Beitrag erhoben, dessen Höhe im Einvernehmen mit dem Reichsverkehrsminister vorläufig auf 2 M. je Wagen festgesezt ist. 6. Balenfee. 7 Uhr Bannerweihe im Johann- Georg- Haus, Johann- Georg83. abt. Lichterfelbe. 7 Uhr in der Aula des Realgymnasiums, Drakeftr. 72, Wilhelm- Busch- Abend.( Rezitationen, Gesang, Lichtbilder.) Andreas- Kasino, Andreasstr. 3. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Männerchor Friedrichshain. Vormittags 9 Uhr Vierteljahresversammlung im * Frühere USPD. * findet eine Sentralvorstandssigung im Berliner Rathaus, Zimmer 109, 3 Treppen, statt. Diftritt Lichtenberg, S. Biertel. Sonntag, den 8. Oktober, vormittags 9½ Uhr, Besprechung fämtlicher Funktionäre bei Albrecht, Borhagener Straße. Jugendveranstaltungen. Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin. Eine Ronferenz aller Abteilungsverstände findet heute abend im Jugendheim Lindenstr. 3 ftatt. Alle Vorfigenden und Kreisvorsißenden müssen undebingt erscheinen. Hutritt haben nur die 1., 2. unb bie Kreisvorsigeuden. An. fans pünktlich 7 Uhr. Morgen, Sonntag, den 8. Oftober: Einen Elternabend veranstaltet die Toteilung Reinidendorf- Oft in den 6 Uhr. Sugendhallen am Seebad, Residensstraße; bestehend aus Gesang, Mufit, turne rischen Aufführungen und Aufführung eines Sans- Sachs- Schwantes. Anfang Bohnsdorf. Im Restaurant Birth, Bahnhofstraße, findet eine Jugendfeier statt, bestehend aus Gefang( SPD.- Sängerdor), Mufit, Prolog, Rezitationen, Feftrede, Bollstänzen, Das Kälberbrülten" von Hans Sachs. Eintritt 5 M. Die„ Kommunale Pragis" als Monatsschrift. Mit der soeben Anfang 7 Uhr. Schöneberg III( Lindenhof). Elternabend in der Aula ber Alarich- Schule erschienenen Oktobernummer hat die Kommunale Pragis" ihre in Tempelhof. Bestehend aus Mufit, Regitationen, Ansprache, Aufführung des Erscheinungsweise geändert. Die bisherige Wochenschrift wird nun Jugendspiels Der Aufbruch" von E. R. Müller. Köpenie Ablershof: Jugendheim Grünauer Str. 5, Lichtbildervortrag: Unsere schöne Heimat". Gesundbrunnen: Wanderung durch den Krämer. mehr erweitert als Monatsschrift herausgegeben. Die vorliegende Hermsdorf: Nachtwanderung nach Nummer beschäftigt sich mit der Revision unferes Kommunalpro- Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Uhr Küstriner gramms und der organisatorischen Zusammenfassung aller fom- dem Mechefee. Treffpunkt Sonnabend abend 28 Uhr Kaiferplag. Blaz Stralaner Biertel: Besichtigung des Kraftwerkes Moabit. Treffpunkt munalpolitisch praktisch tätigen Sozialdemokraten in der„ Reichs- burger Biertel: Wanderung durch den Grunewald. Treffpunkt Rosenthal: Wanderung Birkenwerdergemeindevertreterkonferenz", für deren Bildung Vorschläge gemacht 9 Uhr Bhf. Schönhauser Allee. Westen: Wanderung werden. Albert Hornauer Leipzig äußert sich als Fachmann Sumt nach Bernau, Treffpuntt 6 Uhr hf. Rosenthal. ( Steuerinspektor in der Steichefinanzverwaltung) zur Steuerver burch die Märkische Schweiz. Treffpunkt 6 Uhr Bhf. Billowstraße( Hochbahn). waltungsreform, Karl Hornay- Wien( Sekretär des DeutschSozialistische Proletarierjugend Groß- Berlin. österreichischen Städtebundes) schreibt über die Altersversorgung der Wiener Gemeindearbeiter. Die Mitteilungen" bieten wie immer reichhaltiges Material für Kommunalpraktiker wie für wissenschaftlich arbeitende Kommunalpolitifer. " und auf Kinder mit 500 m. bzw. 800 m. bzw. 200 m. bemessen Beschwerden über den Fernsprechbetriebsdienst. Die Erledigung werben tönnen. Meldungen fönnen erfolgen von Kleinrentnern bei von Beschwerden in Angelegenheiten des Fernsprechbetriebsdienstes der Kleinrentnerfürsorge des Bezirksamts, von Sozialrentnern bei wird häufig dadurch verzögert und erschwert, daß die Fernsprech Der Sozialrentnerfürsorge, von den übrigen Bersonen bei den Wohl- teilnehmer fich an eine nicht zuständige Dienststelle wenden, z. B. fahrts- und Jugend- Remmiffionen, in deren Bezirk die Wohnung an das Reichpostministerium. 3uständig sind in erster Linie die ficat. Für die in Anstalten untergebrachten Hilfsbedürftigen ist die Bost, Telegraphen- und Fernsprechämter, denen Anstalt antragsberedytigt. die Bermittlungsstelle untersteht. Nur diese sind in der Lage, fogleich die nötigen Feststellungen zu machen. Gegen die Entscheidung der Berkehrsämter fann eventuell Berufung bei der vorgefegten Oberpostdirektion eingelegt werden, die endgültig entscheidet. Das Reichspostministerium fann sich mit einfachen Betriebsangelegen heiten im allgemeinen nicht befaffen: Die Müllabfuhr A.-G. Zwischen dem Demobilmachungskommissar, dem Oberpräsiden. ten und der für die Müllabfuhr verantwortlichen Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbefizer fanden Besprechungen über die Wiederaufnahme des Betriebes statt. Der Un der Eisenbahnfachschule Berlin beginnt am 9. Oftober Oberpräsident ersuchte die Genossenschaft, so schnell wie möglich die dieses Jahres der Unterricht des Winterhalbjahrs 1922-23. AnMüllabfuhr wieder aufzunehmen. Die Genossenschaft erklärte, daß meldungen hierfür finden täglich von 6-8 Uhr abends im Vorraum zunächst die für den 11. Oktober im Lehrer- Vereinshaus einberufene des Schulfaales Anhalter Personenbahnhof, Askanischer Platz, statt. Generalversammlung abgewartet werden muß, in der der Beschluß Seitens der Eisenbahnfachschulen werden auch im Winterhalbjahr gefaßt werden soll, die Genossenschaft in eine A.-G. umzuwandeln. 1922-23 Dolfswirtschaftliche Sonderkurse für Beamte Dem Oberpräsidenten wurde versprechen, daß eine Woche nach und Arbeiter der Reichsbahn veranstaltet. Die Haupt. der formellen Gründung dieser privaten A.-G., der Be fächer find: Einführung in die Staatsbürgerfunde, Arbeitsrecht, trieb wieder in Gang gebracht wird. Auf die Befürchtungen der Organisation und Geschäftsgang bei der Eisenbahnverwaltung, Eo Behörden, daß durch eine große Ansammlung des Mülls gefundziale Gefeßgebung, Pruftische Volkswirtschaftslehre, Werkstätten Zum Schluß werden noch heitliche Schäden für die großstädtische Bevölke wesen, Berkehrsdienst, Betriebsdienst. rung zu erwarten sind, wurde erwidert, daß die Dauer dieser praktische Uebungen für Betriebs- und Beamtenräte abgehalten. Betriebsaussetzung bei weitem nicht so groß sei wie einer der zahl- Als Einführungsvortrag findet am Sonnabend, den 7. Oktober d. I., reichen Müllträgerstreits". Es wurde angeregt, daß der Magistrat ein Vortrag über„ Elektrisierung der Staatsbahnen angesichts der ständigen Geldentwertung nicht mehr einen festen statt. Die Vorträge werden im Lehrsaat Anhalter Personenbahn. Saz für die Müllabfuhr bestimmen soll, sondern daß eine gleihof Montags und Freitags von 6-9 Uhr abends abgehalten. Antende Grenze festgesetzt wird, die sich prozentual dem Steigen meldungen hierfür nehmen die Eisenbahner- Großorganisationen der Löhne und Frachten anschließt. entgegen. Wir hatten schon in Nr. 461 des Borwärts" vom 29. Sep.. tember auf das Bestreben hingewiesen, den Magistrat zu veranlaffen, die Betriebskosten, die durch die Müllabfuhr den Mietern erwachsen, so festzusetzen, daß sie der jeweiligen Höhe Rechnung tragen und hatten es als eine foziale Forderung bezeichnet, den Höchstsatz in diesem Falle nicht höher zu bemessen, als die ent sprechenden Kosten bei einem fommunalen Betriebe sind, womit fich die Genossenschaft bzw. die neu zu bildende Aktiengesellschaft um so eher abfinden können, als gerade von dem Hausbefiz nicht eft genug die Unrentabilität jedes kommunalen Betriebes und feine Konkurrenzunfähigkeit behauptet wird. Den Hinweis auf die zahl Alter Die staatliche Baugewertschule in Neukölln wird auch im tommenden Winterhalbjahr 1922/23 besondere Abendkurse für Bermeffungstechniker und Bauhandwerker einrichten, um jungen Leuten in der Praxis Gelegenheit zur beruflichen Weiterbildung zu geben. Die Festsetzung der Unterrichtszeiten wird in einer Borbesprechung mit den Teilnehmern am 24. Oktober d. 3., abends 6 Uhr, erfolgen. Kurze Freiheit. Der Raubmörder Müller, der vor furzer Zeit Peters. Morgen, Sonntag, den 8. Oktober: Lichtenberg: Abends 7 Uhr Uhr im Jugendheim Parlaue 10, Einführungsabend für die Schulentlaffenen. Mitte: Wanderung Bernau- Plögfee. Treffpunkt 7 Uhr Stettiner Borortbahnhof. Norboften: Wanderung ZepernidBernaut. Treffpunkt 8 Uhr Bhf. Weißenfee. Petersburger Biertel: Wanderung. Treffpunkt 7 Uhr Schlesischer Bhf. Arbeitersport. Der R. F. C. Borussia spielt am Sonntag, den 8. b. M., auf dem Borussia Sportplatz( hinter dem Rathaus) gegen anfa Sobenneuendorf. Da beide Vereine bestrebt sein werden, ein ruhiges, faires Rombinationsspiel zu zeigen, ist guter Arbeitersport zu erwarten. Beginn des Spieles um 3% Uhr, Borher Spiel der 2. Mannschaft. Eintrittspreise wie üblich. Vereinswaldlauf der Freien Turnerschaft Groß- Berlin. Am nächsten Sonntag treffen fich die Arbeitersportler in den Müggelbergen zum Waldlauf. Die Männer lausen eine Strede von 5000 Meter, Jugendliche über 16 Jabre 3000 Meter, 14 bis 16 Jahre 2000 Meter, Turnerinnen 800 Meter, Altersturner 800 Meter. Gs finden Mannschafts- und Einzelläufe statt, so daß auch für Zuschauer ein interessantes Programm geboten wird. Die Läufe beginnen um 2 Uhr beim 2ofal Schmetterlingshorst Die Stampfrichter müssen Punkt 12 Uhr in demselben Lokal sein. Sport. Sawall fordert Lewanow zu einem Match. Lewanow und Sawall, wohl die beiden sympathischsten Berliner Dauerfahrer, haben in dieser Saison in 22 Rennen gegeneinander gekämpft. Bon diesen 22 Rennen gelang es Lewanow 12 Rennen für sich zu entscheiden, währenddem Samall in 9 Rennen über Lewanom triumphieren fonnte. Nunmehr hat Sawall Rewanom zu einem Match in 3 Läufen mit folgender Punktwertung berausgefordert. Es soll der Sieger im ersten 10- Stilometer- Lauf 1 Bunft und der Unterlegene 0 Punkt, der Sieger im 2. 20- Stilometer- Lauf 2 Buntte und der Unterlegene 1 Bunti, der Sieger im 3. 30- Stilometer- Lauf 3 Bunfte und der Unterlegene 2 Buntte erhalten. Durch diese Punktwertung ist ein Unentschieden unmöglich, vielmehr wird hierdurch ein einwandfreies Resultat erzielt und die Entscheidung auf alle 3 Läufe, entsprechend der Kilometerzahl, gleichmäßig erteilt. Der Match foll am fommenden Sonntag auf der Treptower Bahn zum Austrag tommen. Der Beginn der Rennen ist auf 3 Uhr nachmittags festgesetzt. Briefkasten der Redaktion. Briefite Auskunft wird nicht erteilt. Jeber für den Brieftaften bestimmten Anfrage fülge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenftr. 8, 1. Sof part. links. vor. Schriftftüde und Berträge sind mitzubringen. aus dem Lüneburger Zuchthaule ausgebrochen ist, wurde in Garde-. 7. 1. Nein.( Bal. Notiz in Nr. 462.) 2. Nein. 3. Angabe des Einlegen, wo er sich bei seiner Schwester verborgen hielt, wieder tommens von 1921 und Ermächtigung, daß die Schulverwaltung beim Finanzverhaftet und dem Zuchthaus zugeführt. amt sich Auskunft holen darf. 4. Alles Nähere am besten beim Schuldirektor. Weinbrand Landauer& Machou Sikör der Dominikaner Vertreter: Karl Kast, Potsdam, Bismarckstr. 8, Fernspr.: Amt Potsdam Nr. 868. Wilhelm Wetzel, Berlin- Wilmersdorf, Mecklenburgische Str. 20, Fernspr.: Amt Pfalzburg Nr. 8400. Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus Außer Abonnement Volksbühne 7% Uhr: 08 Central- Theater Neu einstudiert ueber die Kraft Zum 300.Male 7 Uhr: Oberon 7 Uhr: ( II. Teil) 71/2: Die Kleinbürger mit Hermann Vallentin a. G. Deutsch Opernhaus 71/ Uhr: Flieg. Holland Große Volksoper im Theat.d. Westens Uhr: Der Freischütz Stg. 2U. bei kl. Pr.: Raub d. Sabinerinn. Intimes Theater Schauspielhaus Lessing- Th.s: Die Peitsche und? 7U. Drei Schwestern immer nackt herum Maria Stuart Russengastspiel Lauf doch nicht Lustspielhaus Deutsch. Theat. Sonnt: Nachtasyls Uhr: Schule der Montag: Zar Feodor Kokotten 72: Cyrano von Joannowitsch Bergerac Kraus, Mewis, Gül- Dienstag: storff, y Alten, Schweikart Schwestern Drei Stg. 2 Kabale Deut. Künstler- Th. und Liebe 8 U.: Simson oder Metropol- Theater C New York- Berlin U.: Neues Operett.- Th. Die schwarze Neues Th. am Zoo Heute bis Mont. 7: Rose Scham u. Elfer- Madame Sans- Gene sucht Kammerspiele Residenz- Th. 8: Gastsp. d. Russ. Täglich 74 Uhr: Theaters ,, Kikimora" Lady Stg. 2: Der Raub Windermeres der Sabinerinnen 8 Uhr Gastspiele Fächer d. Russ. Theaters Armstädt, Sandrock 71% Uhr: Dorine und der Zufall Operette v. Gilbert Neues Volkstheater 7. Die 1. Geige Schiller- Th. Charl. 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Oftober, nachm. 5 Uhr, im Dresdener Garten, DresdenerSir.45: Versammlung Tagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen. Achtung! Achtung! Betriebsräte der Metallindustrie Montag, 9. Oftober. abends 61, Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienftr. 17/18: Versammlung SCHUHPUT Servus Terpentinware Servus, merke sich ein jeder, putzt die Schuh: erhält das Leder. Tagesordnung: Die wiffenfchaft Chem. Werke Lubszynski& Co, A.-G., Berlin- Lichtenberg. liche Organisation der Arbeit und die Aufgaben der Betriebsräte". Referent: Prof. Ermansti- Rußland. für modernen Zahnersatz Die jesigen Bestrebungen nach all- ACC H.Knapp vorm. Feuker E Steigerung der Produktion, eventl. aud Sprechstunden 9-1. 8-6, Sonnt. 10-12 die Verlängerung der Arbeitszeit durch Die Unternehmer. laffen es als notwendig erscheinen, daß jeder Betriebsraf sich über das einschlägige Thema genügend Infor Kottbuser Damm 70/71. Tel: Mpl. 7827 mationen beschafft. Bir erwarten voll Preuss. 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