Nr. 476 39.Jahrgang Ausgabe Anr. 234 Bezugspreis: Für den Monat Oktober 250,- M., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Defterreich und Luremburg 346,-, für das übrige Ausland 515,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoflowatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 50,-. Reklamezeile 230,- 02. Aleine Anzeigen" das fettgebrnete Wort 12, 902.( auläffig amet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wert 10, M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 7,- Dt., jedes weitere Wort 5,-. 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Die Be- fraktion hat das Reichskabinett beschlossen, dem Reichstage Trotz des Beschlusses der sozialdemokratischen Reichstagswohl der Rat der Volkskommiffare mehrmals anerkannt hat, daß dingungen des Vertrages sind in der Tat recht überraschend. eine Vorlage über die Berdreifachung der Preise für das erste die Teilnahme ausländischen Kapitals an dem Wiederaufbau der Urquhart erhielt dem Vertrage feine Bergwerke usw. Drittel des Umlagegetreides zugehen zu lassen. Bei der AbWirtschaft Sowjetrußlands und insbesondere der Abschluß des Ver- zur Ausbeutung auf 99 Jahre. Die Sowjetregierung erklärte hängigkeit der bürgerlichen Parteien von dem großagrarischen frages mit der von Urquhart geleiteten Ruffo- Afiatic Consolidated sich einverstanden, den Engländern zwei Millionen Pfund Einfluß besteht wenig Aussicht, daß der Vorlage im Reichs unter den festgesetzten Bedingungen äußerst wünschenswert ist, Sterling als Entschädigung zu zahlen, allerdings mit tage von dieser Seite her Schwierigkeiten erwachsen. So wird meint der Rat der Volkskommiffare, daß der außerordentliche Um- Hilfe eines von der englischen Regierung unter bestimmten denn die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft der Mitte mit der fang der Verpachtung wegen ihrer wirtschaftlichen und politischen Modalitäten zu gewährenden Vorschusses. Nebenbei bemerkt, starken Verteuerung des wichtigsten Lebensmittels beginnen. Bedeutung in erster Reihe freundliche und dauerhafte Beziehungen firaft diese Tatsache die Behauptung der obigen telegraphischen Diese Arbeitsgemeinschaft zeigt damit von vornherein deutlich zwischen der Sowjetrepublik und der Regierung des Landes, wel- Meldung in bezug auf die Haltung der englischen Regierung ihren wahren Charakter. Sie ist und fann nichts anderes chem die Zentrale der Ruffo- Asiatic Consolidated angehört, erfordert. Lügen. Von den anderen Bedingungen des Konzessionsver fein als der Bürgerblod gegen die Arbeiterklasse, der sich Demgegenüber bezeugt die jüngste Tätigkeit der englischen Re- trages ist vom innerrussischen Standpunkte in höchstem Maße in völliger Abhängigkeit von den Deutschnationalen befindet. gierung, die die Gleichberechtigung Sowjetrußlands im bedeutungsvoll die Klausel, wonach die Sowjetregierung Denn auch ihrer Zustimmung ist die Vorlage der Reichsregienahen Osten und im Schwarzen Meer bestreitet, flar das feinerlei Gefeße und Verordnungen erlaffen rung gewiß, wenn auch gegenwärtig noch eine nicht ernst zu Fehlen der oben bezeichneten wünschenswerten Beziehungen. Darf, welche die Bestimmungen des Vertrages ungünstig nehmende Scheinoppofition die Zufriedenheit der agrarischen Unter diefen Umständen hat der Rat der Volkskommissare beschlossen, beeinflussen könnten". Ferner wurde vereinbart, daß die Be- Führer über das Erreichte verschleiert. dem am 19. September in Berlin von Urquhart und Kraffin unter- triebsräte in feiner Weise berechtigt sind, sich in zeichneten vorläufigen Vertrage feine Bestätigung zu ver- die Verwaltung und Arbeitsweise der Unternehmungen einfagen. zumischen! Diese völlige Kapitulation vor dem Auslandskapital mußte Herr Krassin, der die praktische Auslandspolitik selbstverständlich in den Kreisen der hartnäckigen und promacht und mithin wohl zu den einflußreichsten Regierungss grammtreuen Bolschewikis Widerstand hervorrufen. Der leuten zählt, hat vor etwa drei Wochen im Namen und Auftrage der Sowjetregierung mit dem Engländer Urquhart einen Ronzessionsvertrag abgeschlossen, der außerordentliches Aufsehen in der ganzen Welt erregt hat. Als im Juni das Umlagegefeß eingebracht wurde, rechtfertigte die Regierung es mit den Gefahren des Winters und der Notwendigkeit ihrer wirksamen Bekämpfung. Jetzt, wo diese Gefahren sich zu vervielfachen drohen und selbst den größten Optimisten bange Sorgen für die schweren Wintermonate erfüllen, wird der Grundgedante der Umlage die Sprung, den der verständnisvollere Teil der Sowjetregierung Stabilisierung der Brotpreisepreisgegeben. Gewiß ist die mit der Unterzeichnung des Urquhart- Bertrages gemacht hat, Niedrighaltung der Preise für das Inlandsgetreide eine Beschien unter den gegebenen Umständen etwas gewagt. Es ist schränkung der Gewinnmöglichkeiten der Landwirtschaft. Aber daher verständlich, daß die gesamte Somjetpresse Ruß- eine beabsichtigte und berechtigte. Denn größer als die BeLeslie Urquhart, eine Art englischer Stinnes, steht an der lands fich über den Urquhart- Bertrag völlig aus schweigt. laftung, die der landwirtschaftlichen Produktion aus den PreisSpiße der Ruffo- Asiatic consolidated Company. Diese Firma In den letzten Tagen wurde berichtet, daß die Anwesen- fteigerungen infolge der Geldentwertung entsteht, sind die besaß vor dem Kriege im Ural und in Westsibirien ausgedehnte heit Litwinoffs und anderer Vertreter der Sowjetregierung Gewinnmöglichkeiten, die sich automatisch aus der Ländereien, Wälder und Bergwerfe. Sie beschäftigte damals in Berlin wesentlich dazu diene, Herrn Urquhart, der ebenfalls Anpassung der freien Marktpreise für Getreide an die durch rund 45 000 Arbeiter, woraus zu ersehen ist, daß es sich um in Berlin weilt, einige Zugeständnisse abzuhandeln. Ange- die Geldentwertung heraufschnellenden Weltmarktpreise ereines der größten Weltunternehmen handelt. Kohle, Eisen, fichts dieser Sachlage muß die telegraphische Meldung aus öffnen. In voller Uebereinstimmung damit befundete ein Kupfer, Zinn und Zink, Blei, Silber und andere Metalle Moskau vielleicht dahin gedeutet werden, daß durch sie auf Sachverständiger in der Frankfurter Zeitung"( Nr. 520 vom wurden aus ihren Befihungen gewonnen. Urquhart bemühte den Gang der Berliner Verhandlungen ein Drud ausgeübt 5. September): fich fortwährend, von der Sowjetregierung seinen früheren werden soll, um Herrn Urquhart nachgiebiger zu ,, Eine eigenartige Erscheinung ist es, baß die Getreidepreise jest Besitz als Konzession wieder zu erhalten. Diese Bemühungen stimmen. Nach den Erfahrungen der lezten Monate nehmen der Devisenbewegung auf dem Fuß folgen, wenn nicht gar vorfchlugen folange fehl, als die Sowjetregierung ihm genügende wir nicht an, daß durch den jedenfalls nicht als endgültig auseilen, obwohl die Produktionskosten der Landwirtschaft Sicherheiten und Kompensationen nicht zugestehen konnte oder bezeichneten Beschluß der Sowjetregierung die ganze Ange( Grund und Boden, Maschinen, Düngemittel und Löhne) weniger wollte. Zur allgemeinen lleberraschung wurde indessen der legenheit unter den Tisch fallen soll. als die anderen Wirtschaftszweige unmittelbar von dem äußeren Martwert beeinflußt werden. Für die Landwirtschaft ergeben sich daraus bei steigender Devisentendenz zweifellos außerordentliche Räumung Thraziens befohlen. Deutsche Beschwerde in Brüssel. Uebergeminne. Dieser Puntt sollte bei Diskussion über die Athen, 7. Oktober.( Ep.) Eine offiziöfe Note erklärt, daß WIB. meldet: In der Obertasseler Angelegenheit, an perlangte Abänderung der Umlagepreise beachtet werden. Je die griechische Regierung von den Alliierten vor die Entscheidung der bekanntlich nur belgische Militärpersonen beteiligt mehr fich nämlich infolge auswärtiger Martverschlechterung bas gestellt worden sei, entweder Thrazien friedlich zu räumen oder waren, aber Maßnahmen gegen die deutsche Bevölkerung und die Verhältnis zwischen Umlage- und freiem Preis zuungunsten des aber sich dann einer 3nvasion Thraziens durch die Kemalisten deutschen Behörden ergriffen wurden, hat heute der deutsche Ge. Umlagepreises verschiebt, desto größer werden auf der anderen Seite auszusehen. Die Regierung und die Führer der Armee seien zu schäftsträger in Brüffel dem belgischen Ministerium des Aeußern die ungerechtfertigten Profite, die die Landwirtschaft einem Kronrat zusammenberufen, um über die Lage zu beraten. eine Note überreicht. Darin wird insbesondere Beschwerde ge- wegen der nur zögernd steigenden Produktionsfosten aus der Ver. Die Pariser Besprechung Lord Curzons mit Poincaré hat zu führt über die dem Beigeordneten Dr. Odenkirchen und dem Polizei- wertung ihres freien Getreides zieht. Diele mehrgewinne, sofern einer Einigung über folgende Grundlagen für die weiteren beamten Blasius widerfahrene Behandlung. Diese beiden Beamten fie beim Landwirt und nicht in zweiter Hand entstanden, fönnten Berhandlungen mit den Türten geführt: maren verhaftet worden, weil sie nicht Linnen zwei Stunden die fehr wohl als ein teilweifer Ausgleich für den Mindererlös Die Räumung Thraziens foll in drei aufeinander folgenden Täter ermittelt hatten, obgleich sie zum abgesperrten Tatort über. aus dem Umlagegetreide angesehen werden." Unter diesen Umständen tann man faum ernsthaft den Etappen geschehen: haupt nicht zugelassen wurden und von keiner belgischen Stelle 1. Soferfige Evaluierung der griechischen Bevölkerung und 2. Einen Monat nach Beendigung dieser Räumung wird die tüctische Gendarmerie und Berwaltung von den türkischen Gebieten Befit ergreifen. Armee. 3. Nach Friedensschluß endlich wird dem ottomanischen Heer geftaffet, die Meerengen zu überschreiten und in Thrazien einzuziehen. Do die Türfen auf diese Bedingungen eingehen werden, ist zweifelhaft. Die Annahme dieser Verhandlungsgrundlage durch erzürnt ist. trotz aller Bemühungen irgendeine Auskunft über das Borgefallene Einwand erheben, daß die niedrigen Umlagepreise den Geerhalten fonnten. Die Note befaßt sich weiter mit der tagelangen treideanbau gefährden. Wäre das aber der Fall, dann würde Festhaltung deutscher Zeugen sowie der Berhaftung zahl. das nicht nur gegen die niedrigen Umlagepreise fprechen, sonreicher Oberkaffeler und Düsseldorfer Bürger aus Anlaß der bern gegen die Umlage überhaupt. Man müßte dann Sperrmaßnahmen und mit den sonstigen hierbei vorgekommenen folgerichtig nicht nur die Preise erhöhen, sondern die Umlage vielfachen militärischen Uebergriffen. Zum Schluß wird beseitigen. Offen aber treten selbst die Agrarier nicht für die eine eingehende Untersuchung und eine Bestrafung der Schuldigen Beseitigung der Umlage ein. Als sie im Vorjahre die Mögfowie Wiedergutmachung des der Bevölkerung und den Be. lichkeit dazu hatten, kam das Umlagegesetz gerade mit ihrer Hilfe zur Annahme. amten zugefügten schweren Unrechts verlangt. # Die Berdreifachung der Umlagepreise für das erste Drittel bedeutet eine wesentliche Belastung des Reiches und eine Frankreich läßt darauf schließen, daß man auch in Paris nicht Zum Schuh deutscher Optanten. starte Erhöhung der Brotpreise. Die Belastung des Reiches fofort Throzien den Türfen übergeben will, was Franklin In Neupolen werden durch Kreisblätter oder auf andere Weise beträgt mehr als 11 Milliarden. Dieser Betrag fann nur Bouillon zugesagt haben soll und worüber man in London höchst die Namen derjenigen Personen veröffentlicht, die für Deutsch vermindert werden durch eine in voller Höhe gar nicht mehr land optiert haben und nach Deutschland auszuwandern beab mögliche Abwälzung auf die Verbraucher durch höhere BrotDen in offiziellen britischen Kreisen aus Paris vorliegenden sichtigen. Dementsprechend und mit Rücksicht darauf, daß mehrfach preise. Diese steigen zwar ohnedies, weil die Preise für das Nachrichten zufolge war die dort stattfindende Erörterung um 6 Uhr Personen nach Polen abgewandert sind, ohne ihre Berbind. Auslandsgetreide, das zur Aufrechterhaltung der Brotversor nachmittags noch nicht abgeschlossen. Es bestand jedoch gute Aus- lichteiten in Deutschland zu begleichen, so daß es den gung in einer Menge von fast zwei Millionen Tonnen erficht auf eine Bereinbarung auf der von Benizelos vorgeschlagenen Gläubigern nur schwer möglich ist, ihre Forderungen nachträglich ein- forderlich ist, parallel mit der Geldentwertung steigen. Grundlage, vorausgesetzt, daß die Zürfen die Bedingungen der Note zutreiben, ordnet der preußische Minister des Innern Da die Reichsregierung in ihrer letzten Veröffentlichung der Alliierten vom 23. September, insbesondere die bezüglich der an, daß bis auf weiteres, ohne daß dadurch der Staatskaffe be- nicht mitgeteilt hat, um welchen Betrag fie die Abgabepreise sondere Kosten entstehen, Namen und Wohnort aller Personen der Reichsgetreidestelle für Mehl zu erhöhen beschlossen hat, so laufend zur Kenntnis der Deffentlichkeit gebracht werden, von läßt sich für den Außenstehenden schwer übersehen, wie hoch denen die Absicht, nach Polen auszuwandern, bekanntgeworden ist. sich von Anfang nächsten Monats ab der Brotpreis stellen wird. Der Ankündigung jedoch, daß die Erhöhung über eine Verdoppelung nicht hinausgehen" wird, darf man mit einigem 3weifel begegnen. Hier scheint die Absicht zur Schönfärberei bestimmend gewesen zu sein. Denn da die Regierung bereits vor längeren Wochen eine Verdreifachung der Abgabepreise der Reichsgetreideftelle angekündigt hat, so ist nicht zu ersehen, wie ihr jetzt eine geringere Erhöhung möglich sein foll, obwohl die Preise für das Auslandsgetreide inzwischen weiter sprunghaft in die Höhe geklettert sind. neutralen Zone, annehmen. Im englischen Parlament dürfte Lloyd George einen schweren Stand haben, sobald es zusammentritt. Die Konservativen werfen ihm vor, daß er nicht energisch genug gegen Angora gewesen sei, Asquith tabelt ihn, weil er Rußland und die anderen Schwarzmeerstaaten nicht mitbestimmen lassen wolle. Neue Regierung in Prag. Die sowjetutrainische Regierung fordert in einer Protest- Das neue Kabinett ist mun gebildet worden. Ministerpräfident note an England, Frankreich und Italien die unverzügliche Auf- ist Abg. Soehla( Agrarpartei). Bca Parteiführern treten außer hebung der englischen Dardanellenblockade, welche die für die Ver- ihm in das neue Minifterium ein: Dr. Raschin( National forgung und Wiederherstellung der Ufraine notwendige Schiffahrt demokrat) als Finanzminister, Schramet( Ratholische Volkspartei): unterbinde und damit Hungerepidemien Borschub leiste. Die Note Ministerium für öffentliche Gesundheit, Bechynje( Sozial schiebt England die moralische und materielle Verantwortung zu demokrat): Unterricht und Stribrny( Nationalsozialist): Eisenund lehnt jede Entscheidung über die Meerengen ohne ukrainische bahnen. Dr. Benesch( fraktionslos) bleibt Außenminister. Das Teilnahme ab. Die Sowietregierungen Transfaufafiens protestieren Rabinett besteht aus 17 Bertretern der verschiedenen tschechischen gleichfalls. Parteien mit Ausnahme der Kommunisten. Ein Preis für das Vierpfundbrot von meit über 100. ist demnach abfolut sicher, zumal wenn die bürgerlichen Barteien die Verdreifachung der Umlagepreise beschließen. Ueber fcie Gefahren einer solchen Maßnahme sollte man sich keiner Täuschung hingeben. Sie belastet nicht nur den einzelnen, häuft nicht nur ungeheure Sorgen über Millionen von darben- den Menschen, sondem bringt auch die gesamte Wirtschaft in neue Unruhe. Das Rad der Preissteigerungen wird aufs neue angedreht, so daß die von der Regierung beabsichtigte an und für sich unwirksame Beeinflussung der Arbeitsgemeinschaften zwecks Erhöhung der Löhne und Gehälter im Umfang der Brotpreiserhöhung absolut ungenügend ist. Genau wie von der Kohle geht auch von der Erhöhung des Brotpreises eine all- gemeine Steigerung der Warenpreise aus. So verschärft denn die Haltung der Reichsregierung die wirtschaftliche und politische Lage. Sie offenbart die Absicht, trotz der Teilnahme der Sozialdemokratie an der Regierung die von ihr zu vertretenden Interessen der Arbeiterklasse ge» ringer zu achten als die der Agrarier. Taucht damit bereits die Frage nach dem Wert der Uebernahme der Verantwortung ür die ungeheuren Schwierigkeiten der nächsten Monate auf, o müßte sie verneint werden, falls nicht durch die sofortig« In- angrisfnahme des Zentralproblems der jetzigen Schwierig- ksiten, einer Stützungsaktion für die Mark, die Möglichkeit einer Gesundung der Wirtschaftsverhällnisse eröffnet wird. Wilhelm II. unü Sethmann. Kreuzzeitungsschmerzen. Unsere gestrigen Feststellungen aus den Wahlrechtsakten des Jahres 191S haben in ihrem Zusammenhang mit den Kaiser-Erinnerungen naturgemäß in der Presse lebhafte Be- ochtung gefunden. Das„Berk Tagebl." sieht den Nachweis als erbracht an, daß Wilhelm II.„geirrt" habe und meint, von da aus falle„auf die historische Zuverlässigkeit der Memoiren Wilhelms II. ein eigentümliches Schlaglicht". Die„Vosi. Ztg. faßt ihr Urteil dahin zusammen: Die Erinnerungen Wilhelms II. werden hier nicht zum ersten- mal mit der Wirklichkeit konfrontiert, aber niemals bisher hat sich so eigenartige Gedächtnisschwäche bei Verhältnis- mäßig kurze Zeit zurückliegenden Dingen feststellen lassen. Anders die„Kreuzztg.". Weil wir von„Unwahrheit" und„Schwindel" gesprochen haben, beklagt sie sich über den schlechten Ton, der nicht angebracht sei,„am allerwenigsten bei einem Manne, von dem man weiß, daß er sicher nicht auf das gleiche Niveau herabsteigen wird". Die„eigenartige Ge- dächtnisschwäche", die bei den Herrschaften des alten Regimes epidemisch ist, macht sich auch hier geltend. Hätten wir in unserer Polemik uns auf das Niveau begeben wollen, auf das Wilhelm II. in seinen Auseinandersetzungen mit der Sozial- demökratie herabgestiegen ist, so hätten wir ihn als einen , Elenden" bezeichnen müssen,„der nicht wert ist, den Namen eines Deutschen zu tragen" oder al?„ein Tier, das an der Wurzel der deutschen Eiche nagt". Solche Rhetorik liegt uns ganz ferne. Wenn wir trotzdem scharfe Ausdrücke gebraucht haben, so deshalb, weil wir die Art, wie Wilhelm II. seinen verstorbenen treuen Diener Bethmann behandelt, als eine Schändlichkeit empfinden. Diese Methode, die Schuld auf andere abzuwälzen, ist verächtlich und fällt auf den, der sie anwendet, zurück. Im weitaus größten Teil ihres Leitartikels beschäftigt sich die„Kreuzztg." mit Herrn v. Loebell als dem Urheber der von uns veröffentlichten Denkschrift. Sie ist sozusagen aus den Wolken gefallen angesichts der Tatsache, daß Herr v. Loebell,„der sich so gerne als modern-konservatw gab", 'em damaligen Kaiser ein solches Bild der konservativen Partei entwerfen kante. In die Verteidigung gedrängt, führt 'ie langatmig aus, daß das allgemeine Wohl stets das höchste besetz der Konservativen Partei gewesen sei(so siehst du aus! 'agt in solchen Fällen der Berliner), und schmerzbewegt schließt sie:„Nach den bisherigen Beziehungen Herrn v. Loebells zur Konservativen Partei hätte man glauben sollen, daß er diese Auffassung geteilt hätte." Es scheint danach, daß sich in den Beziehungen des Der Eierpflaumenbaum. Eine Erinnerung von Pan. Lang', lang' ist's her. Damals war's, als man noch zwei Pfund Pflaumen für fünfzehn Pfennige erstehen konnte. Anderthalb Groschen sagten wir,„sechs Dreier" der Berliner(weil sechsmal drei bekanntlich fünfzehn ist). Damals stand in dem kleinen Garten hinter der elterlichen Wohnung ein wundervoller Eierpflaumenbaum, auf dem ich zu gewissen Jahreszeiten Zweig, und Stammgast war. Sehr hoch war er nicht; daran lag mir auch nichts. Mit sechs Jahren erscheint einem die Höhe aller tragenden Obstbäume das notwendige Maß durchaus zu übersteigen. Jedenfalls dehnte sich der Baum in behäbiger Breite aus, hatte weit ausladende Aeste und hing einem in guten Iahren die dicken, goldgelben, zuckersüßen Frücht« fast in den Mund. Sie waren groß wie Zwerghuhneier. Mein Later erzählte ja auch, es habe sich früher, ganz früher mal ein fremdländisches Huhn mit goldgelben Federn an den Ort ver- irrt, ein Ei in unseren Garten gelegt, und daraus fei dann eben der Baum entstanden. Warum nicht. Es geschehen so viele wunder- bare Dinge auf der Welt— und dieser Baum war uns ein Wunder. Zur Reifezeit drängten sich die dicken, eirunden Früchte oft fo eng aneinander wie die Trauben an der Rebe, und häusig mußten die Aeste mit Stangen gestützt werden, um nicht zu brechen unter der süßen Last. Ich habe zuweilen versucht, die Früchte zu zählen; weit bin ich nie damit gekommen. Wie lockend« Goldklumpen hingen sie vor meinen Augen und verwirrten mein wenig umfangreiches Zahlensystem— Grund genug, lieber die Kerne zu sammeln. Ein immer bereiter Gastgeber, hielt unser Baum sein« Arme lm Spätsommer freundlich geöffnet. Wenn es knapp im Hause her- ging— das kam nicht selten vor—, so säbelte Mutter einfach eine Scheibe vom Brot herunter und sagte:„Das Fett hängt am Baum." Wie fix war da einer zur Tür hinaus und in den Zweigen l Am merkwürdigsten erschien es mir immer, daß die Pflaumen nie alle wurden— trotz aller Leibschmerzen, die man pflichtbereit auf sich ahm, ttotz gelegentlicher Verkäufe und Gratisabgoben an weniger rgünstigte Mitmenschen. Bis Mutter an's Einkochen ging. Dann 'llerdings wanderten sie viel zu schnell in Töpfe und Gläser und »icßen kahlgerupft« Zweig« zurück. Aber so erfreuten sie unsere Zäumen auch noch, wenn der Schnee dick und weiß auf allen Arsten 'g; wenn das Feuer im braunen Ofen knisterte und knackte, und Butter uns Märchen erzählte. Und in einigen dieser Märchen kehrt« auch der Cierpflaumen- -»um wieder. Denn sein« Bedeutung ging weit hinaus über feine Eigenschaft als Spender von Früchten, die mit den Zähnen zu zer- «almen waren. Er hatte auch ideelle, pädagogische Aufgaben zu er- füllen: ver verschmachtende Wanderer in der Wüste erblickte ihn n der Fern«; neue Kraft erfüllte die müden Glieder und ließ das 1*l erreichen. Ein filziger Geiztragen schloß den Baum mit dicken lttmem von der Umwelt ab und die Aeste verdorrten. Ein Herm v. Loebell zur Konservativen Partei eine Aenderung vorbereitet. Im übrigen war der Zweck der Denkschrift wohl weniger, von den politischen Verhältnissen ein objektives Bild zu geben, als vielmehr, den Empfängern den Gedanken beizubringen, daß die Wahlreform im Interesse der Monarchie notwendig sei. Allerdings war kein Staatsmann des alten Regimes weitsichtig genug, zu erkennen, daß die rechtzeitige Einführung des demokratisch-parlamentarischen Regimes das einzige Mittel war, um die monarchische Spitze zu retten. Das schimmert in der Loebellschen Denkschrift gerade nur als eine leise Ahnung durch— bei den Konservativen ist auch heute noch nichts davon vorhanden. Sie würden sonst einsehen, daß sie durch ihr starres Festhalten an unhaltbar gewordene Re- gierungssormen zur vollständigen Beseitigung der Monarchie wider Willen das meiste beigetragen haben. OohrWürmer im Aentrumsturm. Dsutschnationalc Wühlarbeit. Seit langem bemühen sich die preußischen Konservativen, die sich heute Deutschnationale nennen, das Zentrum zu spalten. Schon während der sogenannten Hottentotten- wählen von 1997 traten diese Bestrebungen offen hervor. Eine Gruppe von„deutschen Katholiken", die bisher der Zen- trumspartsi nahe gestanden oder angehört hatten, wandte sich mit Auftufen an die Zentrumswähler, um sie zu veran- lassen, nicht ihre bisherige Partei, sondern— Konservative zu wählen. Seitdem nach der Revolution das Zen- trum an der Regierung des Reiches und Preußens betelligt ist, haben diese Unterwühlungsaktionen von deutschnationaler Seite verstärkt eingesetzt. Man weiß, daß sogar der Sohn des alten Zentrumsführers Spahn, der selbstgefällige Martin, sich demonstrativ der Deutschnationalen Partei angeschlossen hat und dort Propagandareden gegen die Partei seines Vaters halten darf. Vor uns liegt jetzt ein Flugblatt, das den Titel trägt: „Die wahren Ziele der Zentrumspolitik" und das äugen» scheinlich aus diesen deutschnational-katholischen Kreisen stammt. Es wird von Frankfurt aus in Briefumschlägen ver- schickt und enthält außer einem aus der„Reuen Züricher Zei- tung" entnommenen Aufsatze, der sich baupisächlich gegen den Reichskanzler Wirth und seine Freunde richtet, noch Schlagworte vom letzten Katholikentag, die sich gegen die Politik des Kanzlers ausschroten lassen. So wird Kardinal F a ti l h ab e r zitiert, der„im Zeitalter der Schutzgesetze auch ein Schutzgesetz für die Wahrheit" fordert, ferner der unver- meidliche Stegerwald, der„will, daß die Sozialdemo- kratic vom christlichen Volksteil überwun- den werde," und endlich der vreußische Staatsratsvorsitzende Adenauer» Köln, der die Katholiken„zur alten Einigkeit" aufruft, die verloren gegangen sei. Das Flugblatt ist eine Perle aus der deutschnationalen Werkstatt. Nachdem der Kanzler wiederholt und unzweideutig erklärt hat, daß für ihn„der Feind rechts steht", will man durch diese briefliche Bcarbeiwng einflußreicher Katholiken augenscheinlich das Mißtrauen gegen alle Zentrumsführer wachrufen, die sich offen auf den Boden der Re- publik gestellt haben. Deswegen wird es so dargestellt, als würden die monarchisch denkenden Kreise der Katholiken aus der Zentrumspartei hinausgeekelt: Entweder fei im Zentrum wirklich Raum für beide Heber- zeugungen, die republikanische und die monarchische, dann möge man die Anhänger der Monarchie mit fortgesetzten Bekehrungsver- suchen verschonen, oder es fei kein Raum für beide, dann möge sich dos Zentrum als republikanisch« und d e m o k r a» tische Partei erklären. Eben dies aber wolle man vermeiden, weil es zur offenen Spaltung der Partei führen müßte, und so ziehe man es vor, die Monarchisten allmählich mürbe zu machen. Man sieht, daß die Deutschmonarchisten im katholischen Lager ganz planmäßig zu Werke gehen und große Kosten zur Unterminierung des Zentrumsturmes nicht scheuen. Tat- reicher König weigerte einem Bettler jede Gabe; die mitleidige Prinzessin spendete ihm alles, was sie besaß: einen goldenen Pflaumenkern. Den pflanzte der Bettler ein, und über Nacht gedieh daraus ein wundervoller, reich behangener Eierpflcmmenbaum— aber jede Frucht bestand aus purem Golde. Da war der Bettler reicher als der König, und dieser war heilfroh, daß er solchen Schwiegersohn bekam. Moral: Wohltun bringt Zinsen und unter die Haube. Ja, so stumm unser Baum auch schien, er sprach in vielem mit. Wenn die Kmderwünsche über die sehr enggezogenen Grenzen der Erfüllungsmöglichkeit hinausgingen, wenn der Knirps z. B. immer wieder um eine Taschenuhr ansprach—„aber«in«, die richtig g e h ti"—> dann lächelte Mutter melancholisch und nickte vielsagend vor sich hin:„Ja, ja, mein Sohn. Sobald jede Pflaume eine Mark bringt." Das ist nun bald ein halbes Jahrhundert her. Klirzkich kaufte ich ein Pfund Eierpflaumen. Es waren genau sechzehn Stück. Und sie kosteten sechzehn Mark. Run also wäre es Zeit, dachte ich, die richtig gehende laschen- uhr einzufordern. Aber wo ist der Baum? Wo der Garten? Wo das kleine Haus in der kleinen Stadt am Rande der Heide? Bor meinem Fenster qualmen zwei Fabrikschornsteine. Und wo bist du, Mutter? Jede Pflaume eine Mark. Wenn du d a s noch erlebt hättest!... Das heißt: Es ist doch wohl besser für dich, daß du es nicht mehr erlebtest._ Das Poesiealbum. Seit gestern bin Ich mit meinem bisher besten Freund Erwin tödlich oerfsinoet; eigentlich schon seit vorgestern. Die tiefgehende Differenz zwischen unseren Anschauungen— besonders politisch trennte uns ein Abgrund— hatte bisher nicht das Band inniglicher Freundschaft lockern können— jetzt scheint es definitiv gerissen zu sein. Durch meine Schuld? Im Gegenteil: Vorgestern kommt seine Tochter Ingeburg(bitte mit u!) zu mir und spricht:„Ach, Onkel, du kannst doch dichten; schreibe mir doch bitte auch einen Spruch in mein Poestalbuml"„Schön, sage Ich, gehe ein bißchen zu meiner Frau hinein, ich schreib« inzwischen ein.— Gesagt, getan: ich blättere in dem schon beschriebenen Teil de, Albums: lauter fromme, biedere, moral- und ehrpusselig« Sprüchlein von Tanten, Onkeln, Freundinnen und Lehrerinnen:„Wenn Menschenhilfe dir gebricht.., ans Vaterland,~ns teure..., deutsch fein heißt treu seinl..." usw. uff. Hier hieß es also: sich anpassen an chrisllich-un- volittsch-deutschnationalen Geist: ich mußte unbedingt beginnen mit der Anrede„Deutsche Jungfrau" oder„Du teutsches Kind---" Richtig! Da hatte ich es ja schon und schrieb in plötzlicher Eingebung: „Du deutsches Kind, sei tapfer, wahr und treu, Wie Iagow, Ludendorff und Wilhelm 2! Zur freundlichen Erinnerung usw. --- Gestern läute ich dann zwecks einer Besprechung über unsere beabsichtigte gemeinsame Kartosfelbestellung bei meinem hi»- sächlich ist die Umschichtung in dieser aus so verschiedenen so- zialen Schichten zusammengesetzten hauptsächlich katholischen Partei eines der interessantesten Probleme der Gegenwart. Die demokratischen Tendenzen, die in der katholischen Arbeiterschaft vorwiegen, ringen um die Vorherr- schast mit den konservativen, deren Einfluß durch die alte agrarische Aristokratie verkörpert wird. Die fortschrei- tende Industrialisierung läßt aber über den endgültigen Sieg der Demokratie auch in den Zentrumsreihen keinen Zweisel. Der Rathenauprozeß geht weiter. Das Befinden der nach dem Genuß von Pralinen erkrank- ten Angeklagten hat sich im Lause des gestrigen Sonnabends so gebessert, daß eine Gefahr für die süns unter verdächtigen Er- scheinungen Erkrankten augenblicklich nicht mehr besteht. Die An- geklagten sind aus diesem Grunde auch nicht in das Geföng- nislozarett übergeführt worden, sondern sind sämtlich im Unter- suchungsgefängnis verblieben. Es ist mit voller Sicherheit damit zu rechnen, daß am Montag der Rathenau-Prozeß fortgeführt werden kann. Die Pralinen waren von einem bisher noch unbekannten Ab- scnder nach dem Untersuchungsgefängnis Moabit gesandt worden, von wo aus sie nach der jetzigen Haftstation Leipzig weitergeschickt wurden. Ueber den Absender konnten in der sofort eingeleiteten Untersuchung bisher keinerlei erhebliche Feststellungen gemacht werden. Das chemische Untersuchungsergebnis wird erst für Montag erwartet. Der Prozest gegen die Scheidemann-Attentäter. Wie die B.S.-Korrespondenz erfährt, ist die Voruntersuchung gegen Oehlschläger und Hustert, die unter dem dringenden Verdacht der Beteiligung an dem Blausäure-Attentat auf Oberbürgermeister Scheidemann vor einiger Zeit verhaftet worden sind, bisher noch nicht abgeschlossen. Der Stoatsgerichtshof zum Schutz der Republik hat mit der. Führung der Ermittelcmgen den Untersuchungsrichter beim Landgericht Kassel beauftragt, doch ist bei dem jetzigen Stand der Untersuchung noch nicht abzusehen, wann der Schcidemann-Prozeß vor dem Staatsgerichtshof zur Berhand- lung kommen wird. Bekanntlich schwebt in dieser Sache auch geg.m Kapitänleutnant a. D. Karl Tillessen, der sich jetzt in dem Rathencu- Prozeß zu verantworten hat, eine Voruntersuchung. Der§echenbach-Vrozeß. München, 7. Oktober.(Eigener Trahtbericht.) Im weiteren Verlauf der Verhandlung, die hinter verschtojsenen Türen weiter läuft, erfährt man die interessante Tatsache, daß zwischen dem De- amten des Auswärtigen Amtes, Legotionsrat Stievs und den Münchener nationalistischen„Süddeutschen Monatsheften", die von Professor Koßncann herausgegeben werden, enge persönlich« Beziehungen bestehen. Das Gericht geht all« Berichte eirczcln durch, die Fechenboch dazu in das Rachrichtenburenu Gargas geliefert hat. Dabei hält die Staatsanwaltschaft mir bei denjenigen Berichten die tlnklage wegen Landesverrat aufrecht, die sich mit den bayerischen Geheimorganisationen beschäftigen. Da der Presse in bczug aus die bayerischen Geheimorganisationen Schweigegebot auferlegt ist, kann ich über diese für das Reich so wichtigen Angelegenheiten nichts be- richten. Bon größtem Interesse ist, daß auch General Ludendorfs gelegentlicher Mitarbeiter des Nachrichtenburcaus Gargas war. Dos Volksgericht will erst prüfen, ob auch Ludendorss sich des Landes- verrats schuldig geniacht hat. Zum zweiten Male protestiert heute Justizrat Bernstein gegen das AnNageoerfahren. Er ist der Meinung, baß m diesem Prozeß Dinge geschehen, die bisher in der deutscheu Rechtsprechung noch nicht geschehen sind, und durch welche alle Gegner des Bolksgerichts Waffen in d-e Hand bekommen, an dencn das Lolkegericht sterben kann. Der Vorsitzende antwortet daraus, daß ihm alle Kritik von rechts und links ganz egal sei. Mehrsach be- schäfttgt sich der Vorsitzende mit der USP. Er fragt den Angeklagten Fechenbach, ob es wahr sei, daß die USP.-Führcr in Beziehungen zu französischen Staatsmännern stehen. Der Vorsitzende nahm hier auf die Verleumdungen Bezug, die gegen Genossen Breitscheid er- hoben worden sind. Der Angeklagte Fechenbach erklärte, von solchen Beziehungen nichts zu wissen. herigen Freund Erwin an— in Magenfragen trennte uns kein Ab- grund— aber kaum hatte er mich erkannt, als er lostobte:„Was, du wagst es, mich noch anzurufen? Solche Sudelei einem Kind ins Album zu schreiben, ist eine Schamlosigkeit, eine kolossale Unver- schämthett auch gegen mich als Vater! Hast du verstanden? Schluß!" — Ich stand wie vertattert, war sprachlos, rang nach Fassung. Dann ging ich heim, wo mir meine Frau ringen half.„Du hättest nicht schreiben sollen: Sei wahr und treu! Das hört sich so an, als habe das Kind schon mal gelogen oder sei ungetreu gewesen. Du weiht doch, wie national dein Freund ist!—„Ach was! Alle die Tanten und Lehrerinnen haben ihr doch auch lauter solche Crmahnungen eingeschrieben! Das kann nicht der Grund sein! Und daß ich ihr ein paar deutsche Jdealgestalten als Muster hingestellt habe, doch auch nicht! Roch dazu, wo sie in allen möglichen stramm nationalen Jugendbünden ist! Und Iagow, Ludendorff und Wilhelm 2 sind doch deutsche Jdealheldenl Und sind sie nicht etwa nicht„tapfer, treu und wahr?" Na also! Was will Erwin? t. r. Zum Z00. Male:„Oberen". Tie Staatsoper spielte zum 399. Male Webers„Oberon". Das soll ihr gedankt sein: man will den„Oberon", ein Stiefkind der Bühne wie der„Barbier cai Bagdad" etwa, immer wieder hören, wenngleich er sich vom Musik- dramatischen Ideal, ja von den Grundbedingungen guten Theaters fernhält. Das sind dem Leben nicht etwa oerwandte Menschen, Episoden von aneinandergereihten, kalt-gezimmerton, fast antcil- los dahinschlummernden S'encn. Der todkranke Weber nahm sich diesen Text des englischen Poetasters, um sein eigenes Gold dare'm auszubreiten. Zwar bleibt es ein unmögliches Theaterstück, aber in der ehrfürchtigen und zusammendrängenden Bearbeitung Gustav Mahlers werden di? szenischen Gleichmäßigkeiten verdeckt, wird vor allem Weber der Melodiker, Märchenbildner, der Romantiker dcz Waldes, des Mocres und der Elfen in ein Helles Licht gerückt Aus dem englischen Ausstattungsstück mtt obligatorischer Musik ist nun ein mit musikalischen Glanznummern reichgesegnctes Singspiel geworden. Es bleibt ein Rest, da dennoch die schöne Musik immer wieder ans Wort gefesselt Ist und der szenische Apparat notwendig viel Anteilnahme verschlingt. Dieses geht an, wenn es so künst- lerisch durchdacht, so üppig und doch beweglich, so wechselvoll und märchenhaft farbenfroh ist, wie gestern in der Staatsoper. Ära- v a n t i n o s hat viel Geschmack und Phantasie, er nutzt Tiefe und Breite der Bühne gut aus und bringt in Farbe und Linie erotischer Ausstattung aparte Märchenstimmung. Auch das Realistische, wie der Sonnenaufgang, die Meereswogen, der Sturm gelingt glänzend. Blech leitete mit oft bewährtem Stilgefühl eine Aufführung, die Eindrucksvolles an Ausstattung, Tanz, Ballett und Orchester, ober wenig Leht-ausgealichems an G-sangskunst erleben ließ. Vera Schwarz, zuerst merklich zaghaft, sparte ihre Stimme für die Ozean-Arie,, wo ihre Steigerung elementarer wirken kann. Robert Hütt war gleich im ersten Bild schwach: er scheint zu den ewig Indisponierten zu gehören, die ihr Detonieren und Sich- quälen einem Singfehler verdanken. Am ehesten konnten Henke und die M a r h e r r gesanglich gefallen. Aber woher soll der Sänger die Kunst nehmen, das zu gestalten, was nicht gestaltbar ist? K. S. Zerfall der tschechoslowakischen Kp. Serratis Begrüßung. In der Roten Fahne" vom Sonnabend wird Serrati, der jeßt sich mit den Maigmalisten für den bedingungslosen Anschluß an die A. I. entschloffen hat, wegen seiner levitischen" Bergangen heit gründlich der Kopf gewaschen. Es wird ihm bedeutet, daß für ihn in der K. J. nur Plaz ist, wenn er den Weg Frossards geht. Es heißt: Die R. J. wird zweifellos die zu ihr zurückkehrenden Arbeitermaffen wieder aufnehmen. Mit Recht. Wie sie sich zu Serrati verhalten wird, wissen wir nicht. Reuige Sünder find beliebt nur nicht bei den Arbeitermassen. Wir möchten wünschen, daß dem fehr flugen Serrati der Weg zur R. 3. nicht verrammelt wird, daß er aber aufgenommen wird als das, was er ist: als Bankrotteur, nicht als Führer.". In der gleichen Beilage wird S ch meral in Grund und Boden perdammt. Man kann also noch auf weitere Ueberraschungen gefaßt sein. Bayerischer Kurs. Aus München wird uns geschrieben: Die bayerischen Landtags abgeordneten Neumann und Nietisch, beide Angehörige der ver. einigten Sozialdemokratischen Partei, hatten anläßlich der bayerischen Auflehnung gegen die Gefeße zum Schuß der Republit in ihrer Eigenschaft als Schriftleiter von Zeitungen der USB. heftige Angriffe gegen das damalige reichsschädliche Treiben der bayerischen Separatisten gerichtet. Ihre Blätter, der Nürnberger Sozialdemotrai" und die Augsburger„ Umschau" wurden daraufhin auf Grund der verfassungswidrigen bayerischen Notverordnung verboten. Jetzt hat die bayerische Staatsanwaltschaft beim bayerischen Landtag. Antrag auf Aufhebung der Immunität der beiden Abgeordneten gestellt, um die Strafverfolgung wegen Beschimpfung der bayerischen republikanischen Regierung einleiten zu können. Am tommenden Montag wird dieser Antrag im ständigen Ausschuß des Landtages behandelt werden. Internationaler Baugildenkongreß. = Am vorigen Sonntag holte die Opposition zu einem Gewalt-| streich aus. Das Parteibureau der K. P. wurde zwischen Aus Prag wird uns geschrieben: In der Kommunistischen 6-8 Uhr morgens furzerhand erbrochen und das gesamte Partei der Tsechchoslowakei wütet in den letzten Tagen ein Kampf, material heimlich fortgeschafft. Auf eine geordnete Der schnurstrads zum Zerfall dieser Partei führen muß. Bei ber Uebergabe verzichtete man, was auf die Zustände in der Kommu legten Reichstonferenz wurde die Minorität des Parteivorstandes nistischen Partei ein bezeichnendes Licht wirft. aus der Partei ausgeschlossen. Die Ausgeschloffenen find durchweg Arbeiter, mit dem alten Wenzel Sturc an der Spike, einem populären Arbeiterführer, welcher in der Sozialdemo fratischen Partei seit den 80er Jahren tätig war. Der Ausschluß erfolgte wegen eines Flugblattes, welches die Minderheit an alle Organisationen der Kommunistischen Partei hinausgeschickt hatte. In dem Flugblatt war die Parteiführung als opportunistisch ge. marft. Der Hauptschlag wurde gegen den geistigen Führer der Partei Dr. Schmeral gerichtet. Dr. Schmeral ist von der legten Eigung der Moskauer Eretutive mit opportunistischen Richtlinien gekommen. Anstatt der Diktatur des Proletariats hat er für die Tschechoslowakische Republit eine sogenannte„ Arbeiterregierung" empfohlen, d. h. eine Koalition der Kommunisten mit den„ Sozial patrioten", welche nach den Wahlen, die erzwungen werden müßten, zustande fommen follte. Diese Richtlinien wurden von der Auf dem am 5. Oftober nach Wien zusammenberufenen Zweiten fommunistischen Arbeiterschaft, besonders von der Arbeiteropposition, internationalen Baugildenkongreß wurde der Internationale welche um das Wochenblatt„ Kommunista" gruppiert war, mit Baugildenverband gegrünbet. Diesem Berband sind die Empörung als Berrat an dem Gedanken der Diktatur ver. Reichs- und die Landesorganisationen der Sozialen Bauwirtschaft worfen. Der Parteivorstand hat den Redakteur und den Herausder Länder Italien, Ungarn, Desterreich, deutschsprechende Tschechogeber der Kommunista" suspendiert und in demselben Blatt Die Sozialistenverfolgung in Neupolen. flowatei, Deutschland, Luxemburg und Holland beigetreten. einen scharfen Kampf gegen die Opposition eröffnet. An Schimpfe. Andere europäische Länder haben zum größten Teil ihren Beitritt Bir berichteten vor einiger Zeit über die Verurteilung der Ge- nach Bollendung ihrer Landesorganisationen der Sozialen Baureien und Berrätergeschrei hat es dabei nicht gefehlt. Daneben hat noffen Matuszewski, Burczytowski und Pantrag in Bromberg betriebe in Aussicht gestellt. Zum ehrenamtlichen Sekretär des die Parteiführung mit der Partei der Nationalsozialen wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten", polenfeindliche Ge. JBB. wurde der Geschäftsführer des Verbandes Sozialer Bou ( Klofatsch- Partei), welche vor 25 Jahren mit Geld der Bourgeoisie finnung" oder„ Berächtlichmachung von Staatseinrichtungen". Jetzt betriebe Dr.- Ing. Wagner Deutschland( Berlin) gewähit. Der als gelbe Organisation geschaffen wurde, fleißig angebandelt und ist auch der Gründer und Vorsitzende der Bromberger Ortsgruppe der Internationale Baugildenverband soll es sich zur Aufgabe machen, hat den Organisationen gemeinsame Verhandlungen mit den Rio- Polska Partja Socjalistyczna, Genosse Gawronsti, bran- die ideellen und wirtschaftlichen Kräfte aller auf der Grundlage fatschianern unter der Losung der einheitlichen Proletarierfront gekommen. der Gemeinwirtschaft tätigen Landesorganisationen der Sozialen empfohlen. Dr. Schmeral hat auf die Beschuldigungen des FlugBauwirtschaft zur Stärkung ihrer gemeinwirtschaftlichen Tätigkeit Am 7. August 1921 fand im Güldenhof bei Hohensalza eine zusammenfassen. Insbesondere soll er den Erfahrungsaustausch blattes, wo er auch persönlich als Minister portefeuille Boltsversammlung statt. Genosse Gawronski, der den Borsig führte, fördern, die internationalen wirtschaftlichen Beziehungen der Reichsjäger bezeichnet wurde, mit dem Ausschluß aller, die das erfuhr dabei von den Eisenbahnern, Arbeitern usw., daß der dortige und Landesverbände der Sozialen Baubetriebe pflegen und neue, Flugblatt unterschrieben haben, aus der Partei geantwortet. Der Diftriftskommissar Jelinsti- früher deutscher Wacht die Arbeitskraft des Menschen schonende und das Bauwesen verAusschluß erfolgte mit 43 gegen 22 Stimmen unter Zustimmung meister in Riautschouden Sozialisten und Gewerkschaften beffernde und verbilligende Betriebsweisen erforschen. Da die der beiden anwesenden Bertreter der Kommunistischen Inter- bei der Veranstaltung von Versammlungen Schwierigkeiten bereite, Sozialen Baubetriebe fast aller Länder von den Gemertnationale. Die ausgeschlossenen Kommunisten führen jezt in den den chriftlichen Demcfraten gegenüber aber das größte Wohlwollen wird auch der JBB. in dem Internationalen Bauschaftsorganisationen gegründet und gestützt werden, so Bartelorganisationen den Kampf gegen Dr. Schmeral und seine zeige. Da ein Ausnahme oder Belagerungszustand nicht besteht, arbeiterverband eine moralische Stütze für seine Arbeit Borstandsmehrheit weiter und erflären den Ausschluß als einen ist eine besondere Genehmigung für Bersammlungen nicht notwendig. Bruch des Organisationsstatuts. Sie bereiten schon die Gründung Genosse Gawronski teilte das den Versammelten mit und fügte einer neuen, der Rommunistischen Arbeiter partei" vor und hinzu, daß die bloße Renntnisgabe einer Versammlung an den Rom wollen zunächst ein Wochenblatt gründen. Der ausgeschlossene Sture miffar genüge. Der Kommissar ließ nach der Versammlung Genossen war Vorsitzender des Parteivorstandes und Herausgeber des Gawronsti durch einen Bolizeibeamten in ein Restaurant neben dem Zentralorgans, Rude Pravö"( Rotes Recht). Er ist ein schlichter Bersammlungslotal rufen, wo sich Gawronski legitimieren den Entwurf des Jugendgerichtsgefeges an. Die RegieIn seiner Bollfigung vom Donnerstag nahm der Reichsrat Agitator, welcher immer in der Sozialdemorkatischen Partei seine follte. Er legte die Legitimation vor, aus der der Polizeibeamte rung stellt in dem Entwurf den Gedanken der Erziehung in den eigenen Wege gegangen ist, denn seine stärkste Eigenschaft ist die etwas abschrieb. Ein Jahr war vergangen. Da betam am Vordergrund. Die Altersgrenze für die Strafmündigkeit ist Michachtung jedweder Parteidisziplin. An die Spitze der Partei 21. v. M. Gawronski plötzlich eine Anklageschrift, er habe den Brom- auf das 14. Lebensjahr heraufgefeht worden. Nicht strafbar wurde er von Schmeral nur darum gestellt, um als Locmittel für berger Starosten Niesiołowski öffentlich beleidigt(§ 187 des deut ist auch der Jugendliche, der zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr die Kommunistische Partei zu dienen, nachdem fast sämtliche be- fchen Strafgesetzbuches), er habe gesagt, daß„ Niefiolowski ihn wie eine Straftat begeht, und nach dem Grade seiner geistigen und fittfannten und alten Arbeiterführer bei der Sozialdemokratie den Teufel fürchte". Sechs Tage später, am 27. v. M., fand die lichen Entwicklung unfähig ist, das Ungefeßliche der Tat einzusehen. geblieben sind. Die Kommunistische Partei in der Tschechoslowakei Verhandlung vor der Straffammer in Hohensalza statt. Der an maßregeln erforderlich sind. Das Gericht foll felbst eine ErziehungsDas Jugendgericht soll vor allen Dingen prüfen, ob Erziehungswar bisher eine der stärksten Geftionen der Moskauer Internationale, geblich beleidigte Starost fehlt. Distriktskommissar Jelinski und der maßregel anordnen, oder sich auf den Ausspruch beschränken, daß und Dr. Schmeral versucht wie aus der ganzen Lage erfichtich Bolizeibeamte Bialet treten als Zeugen auf. Jelinski schildert die Erziehungsmaßregeln erforderlich find, deren Auswahl und Anordift seinen Opportunismus im Auftrage der Moskauer Amtsszene in der Bierstube und erwähnt, Gawronski habe bei seiner nung dem Bormundschaftsgericht überlassen bleibt. Egekutive durchzusehen. Legitimierung gefagt:„ Erfundigen Sie sich bei unserem Starosten, der fürchtet mich wie den Teufel"; Gawronski habe weder den Namen des Staroften noch deffen Stadt genannt. Der Beuge Bialet behauptet, Gawronski habe vom Bromberger" Staroften gefprochen. Palastrevolution in der Kp. Danzigs. Aus Danzig wird uns geschrieben: finden. Das Jugendgerichtsgeseh. Eine Strafe tommt nur in Frage, wenn das Gericht sie neben einer Erziehungsmaßregel für erforderlich erachtet oder nach seiner auffaffung nur eine Strafe am Blaze ist. Die Entscheidung richtet fahrtsgefeß ist maßgebend dafür, wie lange Schuß auffigt und fich nach der absoluten Mehrheit der Stimmen. Das JugendwohlSchon seit längerer Zeit gärt und brodelt es in der Rommu Der Staatsanwalt beantragt zwei Wochen Gefängnis. Fürsorge andauern fönnen, während für die übrigen Erniftischen Partei Danzigs wie in einem Hegentessel. Ein Teil der Gericht aber verhängt im Namen der polnischen Republit eine Ge- Dauer bildet. Als Strafen find Todesstrafe, Zuchthaus, lebensläng Das ziehungsmaßregeln die Bolljährigkeit die äußerste Grenze für die Danziger Kommunisten war der Bevormundung durch die fängnisstrafe von sechs Monaten wegen Beleidigung eines Beamten. liche Festungshaft, Ehrenftrafen, Bolizeiaufsicht und die Ueberwei Berliner Zentrale überbrüffig und wandte sich nach Mostau Hierzu schreibt die Bromberger ,, Bolfsztg.", der wir diesen Be- sung an die Landespolizeibehörde ausgeschloffen. Für die an Stelle um direkten Anschluß an die Dritte Internationale. Gegen den richt entnehmen, noch: Don Todesstrafe oder lebenslänglicher Freiheitsstrafe zu erkennende direkten Anschluß an Moskau trat eine Opposition auf, die weiter unter der Oberhoheit der Berliner Zentrale bleiben wollte. Die nahmen irgendeiner untergeordneten Behörde einer Kritik unter" Sozialisten oder Deutsche werden angeflagt, wenn sie Maß- Strafe ist das Mindest maß auf ein Jahr festgesezt. Mit jeder Freiheitsstrafe fann bedingte Strajausfegung Gegenfäße innerhalb der hiesigen Kommunisten führten zu Ausziehen. Nationalistenblätter fönnen den Präsidenten der Republik schloffen sein, wenn der Täter bereits mit Freiheitsstrafen vorbe gewährt werden. Sie foll auch dann nicht grundfäßlich ausge fchlußanträgen gegen die Abgeordneten Rahn, Raube und auf das gemeinste beschimpfen und fein Hahn fräht danach. In straft ift. Die Dauer der Bewährungsfrist ist auf mindestens Schmidt. Uebrigens foll Moskau den direkten Anschluß der Dan fozialistischen Bersammlungen wird jedes Wort der Redner auf die zwei und höchstens fünf Jahre festgefeßt. Beim Strafvollzug ziger Rommunistischen Partei an Moskau furz abgelehnt haben. Goldwage gelegt und notiert, auf die hysterischen Haßtiraden politisterender Geistlicher usw. dagegen hat bis jetzt noch fein Staatsanwalt reagiert." ist in jedem Fall die Trennung von jugendlichen und erwachsenen Gefangenen zu beachten. Jugendgericht ist das Schöffengericht. Würde die Straftat zur Zuständigkeit des Reichsgerichts oder eines Schwurgerichts gehören, so foll das Jugendgericht aus zwei Richtern und drei Schöffen bestehen. Jugendrichter und Vormundschaftsrichter fönnen dieselben Personen sein. Jugendschöffen sollen Personen sein, die auf dem Gebiete der Jugendfürsorge besondere Erfahrungen befizen. Um den Erziehungszwed des Jugendgerichts zu sichern, sind Die deutsche Einheitsturzschrift marschiert! In der Frage der Schaffung einer Einheitskurzfchrift fand am 5. Ottober im Reichsministerium des Innern unter Leitung von Staatssekretär Schulz Internationale der Kinderfreunde. eine Konferenz der Reichs- und Ländervertreter statt, die einmütig den Regierungsentwurf als geeignete Grundlage für eine Einheitsfationen Eine internationale Konferenz in Salzburg, die von den Organi furzschrift anerkannte. Die weiteren Arbeiten zugunsten leichterer fationen der Sozialistischen Kinderfreunde aus Desterreich, Erlernbarkeit sollen so gefördert werden, daß die Einführung in Deutschland, England, Holland, Italien, der Schweiz und der den Schulen zu Beginn des nächsten Schuljahres erfolgen fann. Tschechoslowatet besucht war, sollte der einheitlichen Zusammen- die Berhandlungen einschließlich der Verkündung des Urteils nicht Für die spätere organische Fortentwicklung der deutschen Kurzschrift fassung aller fozialistischen Erziehungsbestrebungen dienen. Dem- öffentlich. Gefeßliche Vertreter und das Jugendamt haben zufoll ein ständiger Sachverständigenausschuß sorgen. gemäß umfaßte das Arbeitsprogramm drei Punkte: die Feststellung tritt, der auch erwachsenen Angehörigen des Angeklagten gewährt Russischer Juristentag in Berlin. Der in dieser Woche in Berlin pädagogischer Richtlinien für sozialistische Erziehung, Berichte der werden kann. Eine Berbindung von Straffachen gegen Erwachsene abgehaltene ruffische Juristentag hat seine Arbeiten mit der Annahme einzelnen Länder und die organisatorische Zusammenfassung des mit Jugendftraffachen soll namentlich in schweren Fällen unter mehrerer Refolutionen abgeschlossen, in denen u. a. die vom Bölkerbisher Borhandenen. Ueber bleiben. Untersuchungshaft ist gegen Jugendliche nur dann bundsrate geplante Regelung der Rechtslage der russischen die fozialistische Erziehung des Proletarierfindes zu vollziehen, wenn ihr Zwed durch andere Maßregeln nicht erreicht Emigranten gutgeheißen und der Schuß des Bölkerbundes für die in referierte der Genoffe D. F. Raniß. In feinen von der Konferenz Gefährdung des Jugendlichen auszuschließen. Weitere Bestimmungen werden kann. Bei Bollziehung der Untersuchungshaft ist jede sittliche Ronftantinopel befindlichen russischen Flüchtlinge angerufen wird. einstimmig angenommenen Leitfäßen trat er für die Schaffung betreffen die Stellung eines Berteidigers und Vorschriften über etZur Wahrung der Rechtsintereffen der russischen Emigranten wurde selbständiger sozialistischer Erziehungsorgani waige Einstellung des Verfahrens. Urteile, die eine Erziehungsein ständiger Ausschuß gewählt mit Abteilungen in Berlin und Paris. fationen ein. Er forderte den Ausbau der proletarischen Kinder- maßregel festlegen, tönnen ebenso wie Strafurteile angefochten Zwei Bühnenmitglieder von den deutschen Bühnen ausge- erziehung durch proletarische Erzieherorganisationen. Die Arbeiter werden. Privatflage gegen einen Jugendlichen soll ausgefchloffen fchloffen. Erifa Glänner und Kurt Bespermann wurden fein, ebenso ein fummarisches Verfahren nach§ 211 der Strafprozeßvon dem Schiedsgericht, das Bühnenverein und Bühnengenossengerichtshilfe den Jugendamtern zu. Es soll aber den Landesordnung. Der Entwurf weist grundsäglich die Aufgaben der Jugendfchaft gemeinsamen verwalten, für kontraftbrüchig erflärt und aus ber Genossenschaft für ein Jahr ausgeschlossen. Sie dürfen für regierungen gestattet sein, die Jugendgerichtshöfe ganz oder teilweise diese Zeit auf keiner deutschen Bühne auftreten. den auf dem Boden der freiwilligen Liebestätigteit entstandenen Bereinigungen zu eigener Ausübung zu übertragen. Sie haben dann im Benehmen mit den Jugendämtern tätig zu werden. Die Bollversammlung nahm die Beschlüsse der Ausschüsse unveränKonzerte. Paula Beinbaum wird mit der„ Typographia unter Leitung von Alexander Weinbaum im populären Konzert des Philharmonischen Drchejters am Mittwoch die Alt- Rhapsodie von Brahms fingen. Ein Theater dem Rino verfallen. Das Friedrich- Wilhelmstädtische Theater, das zu den ältesten Theatern Berlins gehört, ist von einer Film geiellschaft angekauft worden. Da aus dem Kommunalisierungsgefek, das auch eine städtische Einflußnahme auf die Theaterwirtschaft vorfah, nimts geworden ist, hat weder die Stadt Berlin noch die Boltsbühne als Berfreterin der Theaterbesucher die Möglichkeit einzugreifen und das Theater feiner Bestimmung zu erhalten. schaft darf die Erziehung ihrer Kinder nicht länger dem Klassengegner allein überlassen. Die bestehenden öffentlichen Erziehungs- und Unterrichtsein richtungen, Gefeßgebung, Berwaltung usw. müssen so beeinflußt werden, daß die antiproletarischen Tendenzen des Imperialismus, Rleritalismus, Chauvinismus auf das möglichste Mindestmaß von Einfluß herabgedrückt werden. In der Debatte meinte Oprecht( 3ürich), daß an einer solchen Arbeitsgemeinschaft alle Arbeiterparteien mitarbeiten fönnen. Dert an. Löwenstein( Berlin) berichtete über die Berliner Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Go ftit( England) gab erschütternde Schilderungen über das Kinderelend in Bristol. Die italienischen Delegierten schilderten die Schreckenswirtschaft der Fascisten. Genoffe A. Fritsch( Wien) berichtete über die Wiener Arbeit. Dr. Kurt Lowenstein( Berlin) referierte über die Internationale Arbeitsgemeinschaft der sozialistischen Erziehungsorganisationen. Aus der Partei. Die Einigung in Sachfen. Die Landesleitungen der SPD. und USPD. Sachfens haben für die organisatorische Verschmelzung der geeinigten Sozialdemokratie in Sachsen Richtlinien aufgestellt, Das Central Theater beabsichtigt die Durchführung einer Publi nach denen die Bezirks- und Kreishauptmannschaften gegliedert wer fums Drganisation. Jeder Platz einschl. Bettel und Garderobe Er forderte die Schaffung einer internationalen Arbeitsgemein- den sollen, und zwar umfassen die Bezirke Leipzig die Kreishaupt. Toftet 40 ,. und wird verloft. Anmeldungen werden an der Staffe entschaft zur Lösung aller theoretischen und praktischen Fragen und zum mannschaft Leipzig, die Bezirke Dresden die Kreishauptmannschaften gegen genommen. Die Mitglieder des früheren Proletarischen Theaters er halten sofort bei Borzeigung ihrer damaligen Mitgliedstarten dieselben Austausch der gemachten Erfahrungen, eine internationale Beit- Dresden und Bauzen, Chemniz die Kreishauptmannschaften Chemnitz Bergünstigungen. Außerdem ist ein Abonnent für 10 Borstellungen aus. Schrift und periodische internationale Konferenzen. Die Arbeitsgemein- und Zwickau die Kreishauptmannschaft Zwickau. Bezirks, Kreisgelegt. Der Breis für die einzelnen Borstellungen beträgt die Hälfte des fchaft muß zur Zentrale der wissenschaftlichen Erziehungsarbeit für und Ortsleitungen werden paritätisch zusammengesetzt, wozu die jeweiligen Kaffenpreises. bie proletarische Klaffe ausgebaut werden. Für den Anfang wird bisher stärkere Organisation den Borfig zu stellen hat. Die politischen Berufung eines deutschen Malers an eine amerikanische Unter. vorgeschlagen, bas Bureau der Arbeitsgemeinschaft Angestellten( Sekretäre und Redakteure) beider Richtungen werden richtsanſtalt. Das Muſeum in Dayton( Ohio), bas wie die meisten und die Redaktion einer internationalen Beitschrift übernommen und nach Verständigung an geeigneten Stellen verrichtsanstalt vereinigt, hat an diese den Münchener Maler Georg richten. Das Bureau soll aus drei Mitgliedern als dem engeren und Zwidau und je zwei Bertretern jeder Seite im Bezirke Dresden Museen der Bereinigten Staaten mit den Stunftsammlungen eine Unter- in i en beim Bureau des Arbeitervereins Kinderfreunde zu erwendet. Der Landesarbeitsausschus fezt sich aus je einem Shrimpf berufen. Der Stünstler ist in ben legten 10 Jahren mit Bureau und einer Anzahl von forrespondierenden Mitgliedern betalentvollen Werten expreffionistischer Richtung befannt geworden; auch seine Gattin, die verstorbene Maria lhden, hatte fich als Malerin einen stehen. zufammen. Die Landesleitung besteht aus je zwei Vertretern Namen gemacht. der S3D. und USPD. der vier Bezirte einschließlich der Bezirks fefretäre. Borort der beiden Landesinstanzen bleibt Dresden. In das gefchäftsführende Wiener Bureau wurden die Genoffen Ein Pfund Sterling bro ort, das ist das Honorar, das bie in den Gesamtausschuß Deutschland 3, die Schweiz, Tschechoslowakei, 23inter, Ranig und Jaltogi gewählt. Außerdem entfenden New Yorker Times" für die erste Veröffentlichung der Lloyd Georgeſchen Memoiren in den Bereinigten Staaten bezahlen wird. Damit wird zu Holland, England je 1 und Italien 2 Bertreter. gleich der amerikanischen Refordsucht Genüge getan, denn einen gleich hohen Die Tagung fand damit ihren Abschluß. Eine internationale Betrag bat niemals ein Autor für seine Werte erhalten. Lloyd George foll, Sufammenkunft von Kindern, wie die Schaffung eines internatioin Amerika durchgehends das doppelte Honorar des Egtailers belommen. I nalen Rinderheims in Desterreich, wurde angeregt. " Der übliche Fahnen"-Schwindel. Die Note Fabne" meldete dieser Tage, daß in Gera sich die ganze Ortsgruppe der Soz. Brol. Jugend für den Zusammenschluß mit der Komm. Jugend aus. gesprochen habe. Wie die Dftthüringische Tribüne" meldet, ist daran fein Wort wahr. Gewerkschaftsbewegung 25 Jahre Steinarbeiter". Der Achtung, Bauarbeiter! der entweder die Enteignung des Betriebes oder dessen Ueber-| Verbandsbuch zur Berechnung der Unterstügung an die Vertrauenstragung an eine dritte Person zur Weiterführung erfolgen fann. leute abzugeben. Der Tag der Auszahlung wird noch bekannt Die Ortsverwaltung. Bis zu dem genannten Tage sollen zwischen Magistrat und Wirt gegeben. schaftsgenossenschaft Berhandlungen gepflogen werden. Direktor Metallarbeiter des 5. und 7. Bezirks. Dienstag, den 10. Oktober, Bissing von der Wirtschaftsgenossenschaft erklärte, daß bereits nachmittags 4% Uhr, im„ Reichenberger Hof", Reichenberger Der im Juli 1884 gegründete Zentralverband der Steinarbeiter Berhandlungen mit dem Magiftrat stattgefunden haben. Man sei Straße 147, Funktionärfonferenz aller der Amsterdamer Deutschlands konnte sich erst nach 13 Jahren, im Oktober 1897, ein zu pofitiven Vorschlägen gelangt, die aber noch der Zustimmung des Richtung angehörenden Vertrauensleute. Jeder Betrieb muß wegen der Wichtigkeit der Konferenz mit wenigstens einem Bereigenes Organ schaffen. Seine Mitglieder bezogen zunächst den Magistrats bedürften. Die Aufsichtsratssigung der Genossenschaft, die am trauensmann vertreten sein. Wo fein Vertrauensmann ist, muß ein Bauhandwerker", der die Interessen der Mitglieder einer ganzen Reihe von baugewerblichen Organisationen vertrat und von gleichen Tage stattfand, hat, wie John weiter mitteilte, den Be- anderer Kollege unserer Richtung erscheinen. Mitglieds- und Der Fraktionsvorstand. bem ehemaligen Regierungsbaumeister Regler herausgegeben und schluß gefaßt, bei der Generalversammlung die Liquidation Parteibuch legitimiert. am 30. September gefällte redigiert wurde. Der Steinarbeiter" tann jetzt auf eine der Wirtschaftsgenossenschaft und deren Umstellung in eine AktienBis auf weiteres will die Genoffen- Schiedsspruch in Ergänzung des Schiedsspruches vom 16. Sep25jährige Wirksamkeit zurückblicken. Redakteur war in den ersten gesellschaft zu beantragen. sechs Jahren Th. Thomas Berlin, dem dann Ottomar Schmidt schaft einzelne Kutscher beschäftigen, soweit sie ihre Gespanne als tember wurde beiderseits angenommen. Die neuen Löhne folgte. Schmidt war nur drei Jahre als Redakteur tätig, dann Lohngespanne bei der Post unterbringen kann. Näheres hierüber gelangen spätestens am 13. Oktober zur Auszahlung. Am Donnersraffte ihn die Berufskrankheit der Steinarbeiter, die Lungentuber. foll durch die Betriebsräte mit der Direttion geregelt werden. fulose, hinweg. Ihm folgte Gerstenberger Berlin, der knapp Schließlich machte John noch bekannt, daß die entlassenen und tag, den 12. Oftober, wird erneut verhandelt. Die Urabstim. mung erfolgt auch diesmal in den bekannten Abstimmungsvier Monate darauf dem Berufsleiden verfiel Im Mai 1902 wurde zum Unterstützungsbezuge berechtigten Mitglieder des Verbandes, lokalen am Sonntag, den 15. Oktober, in der Zeit von 9 bis 1 Uhr. Der Vereinsvorstand. Alois Staudinger Redakteur des„ Steinarbeiters", der, mit fofern sie teine andere Arbeit erhalten fonnten, so lange von der Unterbrechung durch zweijährigen Kriegsdienst, die Redaktion bis Organisation unterstützt werden sollen, bis die ErwerbslosenunterMai 1919 recht erfolgreich führte. Der kriegsbeschädigte Genosse stüßung eintritt. Staudinger wurde dann Verbandsvorsitzender, doch nach tnapp eineinviertel Jahr erlag auch er, erst 44 Jahre alt, der Berufsfrankheit. Seit dem Juni 1919 ist Hermann Siebold Redakteur bes" Steinarbeiters". Möge der in die entferntesten Gebirgswinkel bringende Steinarbeiter" feiner schwergeplagten Berufsschicht noch lange als Ratgeber und als Sprachrohr dienen, bis die Gewinnung ber Gesteinsbodenschäße nicht mehr Privileg der kapitalistischen Privatwirtschaft sein wird. Aus der Berliner Bürstenindustrie. Gehaltsbewegung in der Textilindustrie. Die Angestellten in der Textilindustrie und den Färbereien und chemischen Baschanstalten nahmen am Donnerstag in etner überfüllten Bersammlung zu dem Schiedsspruch des Schlich tungsausschusses Stellung. Nach eingehender Diskussion wurde der Schiebsspruch, der einen Zuschlag von 70 Proz. auf die Auguft tarifgebälter borfieht, einstimmig abgelehnt, weil auch durch diesen Buschlag auf die niedrigen Grundgehälter für die Angestellten die Möglichkeit des Austommens nicht gegeben ist. Filialleiterinnen z. B. würden danach ein Gehalt von 6610 bis 7250 m. monatlich erhalten. In allen Betrieben der Textilindustrie sowie in Färbereien und chemischen Waschanstalten ist sofort eine Ur abstimmung vor zunehmen, deren Ergebnis bis spätestens Dienstagabend im Befiz des Allgemeinen freien Angestelltenbundes, Reinidendorfer Str. 118, sein muß. Betriebsräteschule. AEG., Brunnenstraße. Die Genoffen der früheren Fraktion der SPD. haben am Dienstag, den 10. Oktober, um 3½ Uhr, bei Krüger, Hussitenstraße, eine Schlußfihung. Der Landesverband der franzöfifchen Eisenbahnarbeiter hat in einem Brief an Poincaré verlangt, daß die Frage des Achtstundentags einer neuen paritätischen Kommission unterbreitet werde. Dienstag Zentralverband der Schuhmacher. Montag, 5% Uhr Branchenversammlung der Zuschneiderei, Köpenider Str. 127a; Branchenversammlung der Maschinenarbeiter und Fertigmacherinnen 5 Uhr Martusftr. 18( Martushof). 5½ Uhr Branchenversammlung der Stepperei und Vorrichterei in und außer dem Hause für die Straßen, Ball- und Zugusschuhindustrie, Köpenider Straße 127a; Branchenversammlung der Maschinen- und Handzwider, und 8widerinnen 5% Uhr bei Boeker, Weberstr. 17. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Montag 5 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17( Großer Gaal), Branchenverfammlung der Etuis und Kartonbranche. Bericht von den Weimarer Berhandlungen. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen eines jeden Mitgliedes dringend erforderlich. Dienstag 7 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17, gemeinsam mit den Sattlern und Portefeuillern, Branchenversammlung der Album-, Mappen und Galanteriebranche. Bericht von den zentralen und örtlichen TarifverhandIungen. Jedes einzelne Mitglieb muß diese wichtige Versammlung bestimmt besuchen. Die Branchenleitungen. Achtung, Musikinstrumentenarbeiter! Montag 5 Uhr in der Brauerei Friedrichshain, am Friedrichshain, Mitglieder- Branchenversammlung. Besicht über die Lohnverhandlungen mit den Unternehmern. Die Branchenleitung. Schilbermaler, Aumacher und Helfer. Montag 5 Uhr gemeinschaftliche Bersammlung bei Wollschläger, Adalbertstr. 21. Bericht über die Lohnverhandlungen. Fabritarbeiterverband. Chemische Industrie: Dienstag 6 Uhr in den Ber bringen. liner Bereins- und Ronzertfalen, Rommandantenstr. 58/59, Funktionärtonferenz. Bericht von den Lohnverhandlungen. Zutritt haben alle freigewerkschaftlich Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, 1. Berwaltungsbezirk( Mitte). organisierten Funktionäre. Legitimationstarte und Migliedsbuch find mitzuDie zum 9. Oktober einberufene Bezirksversammlung ist am Dienstag, den Graphische Hilfsarbeiter. Mittwoch 25 Uhr Versammlung der Buchdrud 10. Oktober, abends 7 Uhr, Am Königsgvaben 2. Funktionäre im Gewerkschaftshaus, Gaal 1. Die Bersammlung wird pünktlich Die Orts eröffnet, da der Saal zeitig wieder geräumt werden muß. Mariannenplatz. verwaltung. Die Ortsverwaltung des Holzarbeiterverbandes schreibt uns: Die Berliner Bürstenindustrie zählte zu jenen Elendsindustrien, in denen die Arbeitskraft durch rücksichtslose Lohndrückerei so sehr ausgebeutet wurde, daß die Betroffenen sich taum mehr zur Verbefferung ihrer troftlosen Arbeitsbedingungen aufzuschwingen vermochten. Die Berliner Fabrikanten sabotierten alles, was im Reich durch zentrale tarifliche Abmachungen vereinbart war, und diftierten in ihrem Birkel die Elendslöhne. Die wenigen einsichtsvolleren Arbeitgeber zwangen fie durch Androhung der verschiedensten Maßnahmen unter ihr Diftat. Noch am 30. August dieses Jahres setzten An folgenden Kursen, deren Beginn sich verzögert hat, können bie Unternehmer der Berliner Bürstenindustrie Höchststundenlöhne für Bollfacharbeiter von 36 bis 40 mart fest. Dabei wurden noch neue Hörer teilnehmen: 3entrum: Sophien- Lyzeum, Weinmeisterstr. 16/17. Der jedoch die Affordarbeiten für weibliche Arbeitskräfte, bei gleicher Arbeitsleistung in Quantiät und Qualiät, um 40 Broz. geringer be- juristische und wirtschaftliche Charakter der Kapitalgesellschaften wertet als die der männlichen Arbeitsfräfte. Der weiteren Teuerung( Montag 8 Uhr), Staatsfinanzen und Volkswirtschaft( Dienstag wollten die Herren ab 15. September, wie sie dem Holzarbeiter 6 Uhr). Zimmernummern siehe an der schwarzen Tafel am Einverband miteilten, durch eine Zulage von ganzen zehn gang. Die Norden: Gemeindeschule, Greifenhagener Str. 58. Prozent gerecht werden. Endlich rafften fich die Bürstenmacher auf und traten bei all Arbeitsorganisation im industriellen Großbetrieb( Dienstag 6 Uhr, den Firmen, die nicht nach dem Reichstarifvertrag be- Bimmer 3). Südosten: Leibniz- Gymnasium, Die zahlen, am 22. September in den Streit. Aber bis heute haben die Fabrikanten noch fein annehmbares, den Berhältnissen Unternehmung als Grund der kapitalistischen Wirtschaft( Dienstag entsprechendes Angebot gemacht, trok weiterem Entgegenkommen 6 Uhr, 3. 19). Neue Entwicklungstendenzen der Wirtschaft( Diensder Arbeitnehmer; fie hoffen vielmehr durch Verschickung von Auf- tag 8 Uhr, 3. 19). Die Reparations- und Balutafrage und die Lage forderungen zur Aufnahme der Arbeit, die Bürstenmacher wantel der Arbeiterschaft( Dienstag 27 Uhr, 3. 17). Einführung in die mütig zu machen, um eine weitere Ausnüßung betreiben zu fönnen. Wirtschaftsstatistit( Donnerstag 8 Uhr, 3. 18). Often: Textilfachschule, Warschauer Plaz 6/8. Das BetriebsDas tann und darf nicht geschehen! Darum richten wir einen Appell an die gesamte Berrätegeseb, 1. Teil( für Anfänger)( Dienstag 28 Uhr, 3. 115). Nicht nur Betriebsräte, sondern alle freigemertschaftlich Iiner Bevölkerung, bei ihren Einkäufen sowohl als auch dort, wo noch Bürstenmacher beschäftigt find, darauf zu achten, daß organisierten Kolleginnen und Kollegen fönnen sich an diesen biefe nach den Säßen des Reichstarifvertrages entlohnt werden. Rurfen beteiligen. Hörerfarten( zum Preise von 15 m., für ArReiner darf bei bestreiften Firmen seine Ein- beitslose unentgeltlich) werden im Bureau der Betriebsfäufe machen. Nur so wird es gelingen, die Lebenslage der rätezentrale, Engelufer 24/25, 2. of I, ausgegeben. Auch tönnen die Rollegen die Rurse bir ett aufsuchen und den Hörerbeitrag in dieser Industrie Beschäftigten etwas zu heben. dort beim Bertrauensmann zahlen. Freigewertschaftliche Betriebsräteschule. Die Anssperrung der Müllfutscher. * 1371911 Die Müllfutscher hielten gestern wieder eine Bersammlung im Gewerkschaftshaus ab. Branchenleiter John berichtete über die Schritte, die bisher zur Regelung der Müllabfuhr und für die Rutscher unternommen worden sind. Die Organisationsleitung hat fich an den Polizeipräsidenten, den Minister für Handel und Ge merbe, den Demobilmachungskommissar, das Gesundheitsamt und die Erwerbslosenfürsorge gewandt und um entsprechende Anordnungen ersucht. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerci u. Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Hierzu 2 Beilagen. Alle Weltraucht LANDE ZIGARETTEN Die Rachenhöhle ift bie Eingangspforte für Erirankungen der Luftwege. Banflavin Bastillen. Angenehm von Geschmack. Bon ersten Forschern Wollen Sie sich vor Austeckungen schüßen, so nehmen Sie die ärztlich anerkannten warm empfohlen. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Wich ſmäel das beste und sparsamere BOHNER WACHS Die neuen Löhne der Maßschuhmacher. Durch Vereinbarung mit dem Verein Berliner Maßschuhmachermeister wurden die Löhne der Groß- Berliner Maßschuhmacher wie folgt neu geregelt: Der Mindeststundenlohn für männliche Beitlohnarbeiter und als Alfordbafis für neue Arbeiten beträgt: ab 2. Oftober 90 M., ab 9. Dftober 95 M. Der Mindestſtundenlohn für weibliche Beitlohnarbeiter und Am 4. Oftober fand zunächst eine Berhandlung mit dem Handelsminifter, Genoffen Siering, und dem Oberpräsidenten als Attorbbafis für Reparaturen beträgt: ab 2. Ditober 87 m., ftatt. Den Transportarbeiterverband vertraten John und ab 9. Oftober 92 M. Fromte. Es wurde eine Berhandlung mit dem Magistrat und dem Wohlfahrtsminister zugesagt. Am nächsten Tage ist dann unter dem Vorsiz des Oberpräsidenten in Gegenwart des Oberregierungsrats Weiß vom Polizeipräsidium, des Assessors Rörner und des Oberregierungsrats Hoffmann verhandelt worden. Diese Verhandlung zeitigte das Ergebnis, daß die Montag zur normalen Arbeitszeit." Wirtschaftsgenossenschaft vom Oberpräsidenten auf. Achtung! Siemens- Arbeiter des Werner- Werts! Bur Auszahlung gefordert wurde, bis zum 12. Oftober den Betrieb der Streits bezw. Maßregelungsunterstügung werden hierdurch alle zu regeln, andernfalls er gezwungen sein würde, auf Grund Mitglieder unserer Organisation, die im Werner- Wert ausgesperrt ber Berordnung vom 8. November 1920 Gebrauch zu machen, nach waren, aufgefordert, spätestens bis Dienstag, den 10. Oftober, ihr MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Arbeitsaufnahme im Siemens- Werner- Wert. Die Ortsver waltung Berlin des Metallarbeiterverbandes teilt uns mit: ,, Auf Beschluß der am 6. Ottober versammelten ausgesperrten Arbeiter und Arbeiterinnen erfolgt die Aufnahme der Arbeit morgen Rudolph Hertzog Erhältlich in allen besseren Geschäften Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe Vollwertiger Ersatz für Maß:: Zivlle Preise Breitestr Damen- Hut-| Berlin C2 Brüderstr. Garnierte Hüte Einfach garnierte Hüte verschiedenen Garnituren Abteilung Hutgarnituren Straußfederplatten und Straubfedergestecke in aus Filz, mit M. 480 bis 985 modernen Farben M. 903 M. 6550 Lederhüte reiche Auswahl in Spalt, Chair- oder Nappaleder Pelzhüte moderne Formen, in langhaarig Kanin, SealKantn oder Elektrik- Kanin bis 4885000 M. Ansteckblumen aus Samt oder Metall, in schönen Farbenstellungen Kronenreiher Stangenreiher, Paradiesreiher gebunden und einzelne Stiele Ungarnierte Hüte moderne Formen aus Filz, 436 bls 1850 Samt oder Kunstplüsch M. M. 273 bis 355 45 bis 450 Seidenbänder schwarz, farbig und gemustert Große Auswahl in Duvetine hüten in großer Auswahl e Nr. 476 39. Jahrgang Wirtschaft Der neue Marksturz. 1. Beilage des Vorwärts In der zweiten Hälfte des September schien es, als ob die Mart einen gewissen Ruhepunkt erreicht habe. Man konnte damit rechnen, daß sie immerhin für eine Zeitlang den Wert von einem Drittel Pfennig nach Goldwährung gerechnet behalten werde. Noch am 23. September stand der Dollar auf 1405. Dann aber setzte die neue Devisenhausse ein. Eine Woche später war, vor allem infolge der Maiskäufe zur Spiritusgewinnung, der Dollar auf 1648 gekietbert, und gestern war er bereits auf 2242 angelangt, also etwa auf dem höchsten Kurs, den er jemals erreicht hat, und der Wert der Papiermark im Ausland ist heute weniger als ein Fünftel eines Goldpfennigs. Die Gründe der Bewegung find nicht ganz durchsichtig. Fraglos zeigt die Industrie Bedarf nach fremden Zahlungsmitteln für Rohstoffeinfuhren, und das ist um so weniger erstaunlich, als die großen Sachlieferungsverträge 3. B. den Bedarf an Erzen zur Eisengewinnung für Bauzwede gesteigert haben. Aber diesem erhöhten Einfuhrbedarf steht doch die Tatsache gegenüber, daß das Reich, das bisher immer mit seiner Erfüllungspolitik für die Verschlechterung des Markkurses verantwortlich gemacht wurde, zurzeit nicht nur feine Devisen für diesen 3wed zu kaufen brauchte, sondern daß sogar die Reichsbank wieder durch Abgabe von Devisen in den Markt eingriff, um die Kurse der fremden Zahlungsmittel zu senken und panifartige Bewegungen hintanzuhalten. Ihr Erfolg war, wie die Kurse zeigten, gering. Immerhin hätte der Ausfall des Reichs als Devisenkäufer ein starkes Gegengewicht gegen die Kurstreiberei der Privaten darstellen müssen. Davon war nichts zu spüren. Riesige Zunahme der schwebenden Reichsschuld. Nach einer Sonntag, 8. Oktober 1922 amtlichen Uebersicht über die Finanzgebarung des Reiches er: Internationaler Bauarbeiter- Kongreß. fuhr die schwebende Schuld an diskont. Schahanweisungen in der 3. September- Defade eine Zunahme von 89,7 Milliarden Mart. Der Gesamtbetrag der schwebenden Schuld des Reiches ergibt somit 450 Milliarden Mart, davon sind 13 Milliarden Mark mit einer länge ren Laufzeit versehene Schaganweisungen, die übrigen sind mit dreimonatiger Laufzeit bei der Reichsbank diskontiert. In diesen Tagen war in Wien die Bauarbeiter- Internationale zu ernsten und weitreichenden Beratungen versammelt. Die Verhandlungen begannen vorigen Sonntag mit einer Sigung des Ge= famtvorstandes. Am Montag tagte eine Konferenz und am Dienstag der allgemeine Kongreß. Am Mittwoch traten die Vertreter der Bauarbeitergilde zusammen, und am Donnerstag setzte die Bauarbeiter- Internationale ihre Beratungen fort. Aufhebung des Einfuhrverbots für Rohtabat. Es ist beabsichtigt Die Ursache dieser verschiedenen Beratungen ist einerseits darin gewesen, durch eine Erhöhung des Zolls für Rohtabat, Tabafrippen zu suchen, daß die Bauarbeiter in allen Ländern der Welt durch die usw. eine Einschränkung des Verbrauchs an Tabat- Wohnungsnot vor ganz eigenartige Aufgaben gestellt sind, erzeugnissen und damit eine Einschränkung der Beanspruchung an denen sie durch die Baugilden beizukommen fuchen, andererseits in Devisen herbeizuführen. Der gutachtlich gehörte Volkswirtschaftliche der Tatsache, daß die russischen Bauarbeiter aus den bekannten Ausschuß des Reichstags hat indessen geglaubt, einer Erhöhung des Gründen außerhalb der internationalen Organisation stehen derzeit 60 m. für den Doppelzentner betragenden Zoils lediglich bis und man ihnen Gelegenheit geben wollte, ihren Standpunkt zu verauf 75 M. zuftimmen zu fönnen aus der Erwägung heraus, daß die treten, um, wenn möglich, zu einer Verständigung oder doch zu einem Entwicklung der valutarischen Berhältnisse vermutlich ohnedies eine schiedlich- friedlichen Arbeiten zu kommen. Einschränkung des Verbrauchs zur Folge haben würde. Da indessen nach Auffassung der Reichsregierung diese Erhöhung von 15 M. für den Doppelzentner so gering ist, daß fie faum eine Einwirkung auf den Konsum an Tabaffabrikaten haben kann und damit die Beanspruchung des Devisenmarktes in dem erforderlichen Maße verringert werden dürfte, ist zurzeit von der Erhöhung des Tabatzolls Abst and genommen worden. Die alten Zölle bleiben in Geltung. Die für Rohtabat, Tabatrippen usw. verhängte Einfuhrsperre, die lediglich den Zwed hatte, die übermäßige spekulative Einfuhr während der schwebenden Erörterungen über die Tabakzollerhöhung zu verhindern, wird daher von dem Reichswirtschaftsministerium aufgehoben. Von den 17 Ländern, die bisher der Bauarbeiter- Internationale angeschlossen sind, hatten, bis auf Finnland und Norwegen, sämtliche Organisationen Vertreter entsandt. Außerdem waren von den noch nicht angeschlossenen Ländern Rußland, Spanien und Jugoflawien vertreten. Vorberatung der Statuten und mit dem Die engere Sigung des Gesamtvorstandes befaßte sich mit der Problem des Wiederaufbaues der zerstösten Gebiete Nordfrankreichs. Am ersten Tag der Beratungen der Bauarbeiter- Internationale wurde der Bericht des Gefretariats geprüft, über den der Vorwärts" die wichtigsten Angaben bereits veröffentlicht hat, Die Kartoffelversorgung. Ueber die Frage der Kartoffelver- und zu dem allgemeinen Bauarbeiterkongres Stellung genommen. forgung gab im Ausschuß des Reichswirtschaftsrats für Ernährung Die Organisationen der Schweiz und die tschechische Organisation und Landwirtschaft der Vertreter des Reichsernährungsministeriums der Tschechoslowakei sind für die Aufnahme der Russen. ein günstiges Bild. Nach den bisher vorhandenen noch nicht Auch die Vertreter Englands sprachen sich für eine bedingte AufEs müssen also noch andere Ursachen wirksam sein, die den ganz feststehenden Zahlen wird die Ernte vermutlich 34 Milnahme der Russen aus. Die Vertreter Italiens teilen den Standpunkt Wert der Mark drücken. Bekanntlich überwiegt noch immer die lionen Tonnen oder 8 Millionen Tonnen mehr als der Engländer, nachdem sie seinerzeit für die bedingungelose AufBareneinfuhr die Ausfuhr. Wenigstens ist das nach den amtlichen im Vorjahr erbringen. Die Ernte ist in allen Gegenden des nahme der Ruffen eingetreten waren. Die Frage der Ueberwindung Zahlen der Fall. Wir haben aber neben der kontrollierten Waren- Reichs gleichmäßiger ausgefallen. so daß keine so starke Belastung der Schwierigkeiten bei der gegenseitigen finanziellen Unterstützung ausfuhr auch eine unkontrollierte. Zu Zehntausenden hal- der Verkehrsmittel durch weite Transporte zu befürchten ist. Das in großen Lohnkämpfen, die infolge der Entwertung der Wechselten sich Ausländer in Deutschland auf, die bei jedem Sturz der Reichserkehrsministerium hofft den Anforderungen genügen 3u turse verschiedener Länder eingetreten find, wurde gleichfalls bes sprochen. Der dritte Lag brachte eine große Auseinandersehung mit den Russen. Mart Waren einkaufen und mitnehmen. Wie groß diese unsichtbare Borjahre befördert worden. Eine Stodung ist nur Anfang Warenausfuhr ist, zu der übrigens auch der oft recht erhebliche Dftober durch den starken Andrang vor der Frachterhöhung einVerbrauch an Nahrungs- und Genußmitteln während der Reise zu getreten. Die Preisbildung ist durch Einrichtung von Notiebungszählen ist, entzieht sich jeder Kenntnis. Schließlich ist bekannt, und fommissionen, in denen zu je einem Drittel Landwirte, Händler und Mac Kenna hat das auf der internationalen Bankierkonferenz be- Verbraucher fihen, in geregelte Bahnen gelenkt worden. Die tech- Zunächst gab der internationale Sefretär, Genosse Räpplers tont, daß Industrie und Handel im Ausland bereits wieder be- nische Verarbeitung ist auch auf das Notwendigste eingeschränkt. Hamburg, ein großzügiges Referat über die Aufgaben und Ziele der trächtliche Guthaben angesammelt haben. Die Erträgnisse dieser Ohne Beschlußfassung nahm der Ausschuß diesen Bericht zur Kennt- Bauarbeiter- Internationale. Er wies insbesondere auf die Sozia verGuthaben fließen aber nicht nach Deutschland zurück in deutscher nis. Ueber die Erhöhung der Umlagepreise, die gleichfalls zur Belierung des Bauwesens hin, die durch die Gilden ver sucht wird, auf das große Werk des Wiederaufbaus Norda in deutscher frankreichs, das noch immer seiner Lösung harrt und das viele Mart wären fie vom Wertschwund bedroht. Sie sind also gleichsam ratung ftand, wurde ein Beschluß nicht gefaßt. eingefroren; unbeweglich liegen sie fest und bringen der Mark Ein Verband der europäischen Eisenbahnen. In Ausführung der Gefahren in fich birgt, denen begegnet werden muß, und auf die feine Hilfe gerade dann, wo sie sie am meisten braucht. Inzwischen in Genua über das Verkehrswesen gefaßten Beschlüsse findet am Notwendigkeit, die Frage des Lehrlingswesens in die Hand hält aber der Devisenbedarf Deutschlands an, nicht nur der volts- 17. d. M. in Paris eine Sigung der europäischen Eisen zu nehmen, wobei er auch den Austausch der jungen Leute der vers wirtschaftlich notwendige, der zur Bezahlung der Auslandsdevisen bahnverwaltungen statt, in der über die Konstituierung schiedenen Länder empfahl. Außerdem wies er auf die Organisierung dient, sondern auch eine lediglich durch die Geldentwertung bedingte Is Bertreter der Reichsbahn wird Staatssekretär Stieler mit bau der Berichterstattung und die gegenseitige Beeinflussung bezüg eines Verbandes der europäischen Eisenbahnen beraten werden soll. der internationalen Solidarität hin, besprach den Aus Nachfrage. Wer immer Geld vor der Entwertung schützen will, mehreren Referenten sich an den Beratungen beteiligen. Die Tätig- lich des Ausbaues der Organisationen. fauft Devisen. Und es ist längst festgestellt, daß selbst im inländis feit des Verbandes soll sich auf das gesamte Gebiet des Eisenbahnfchen Warenaustausch oftmals Devisen als Zahlung anstatt der wesens erstrecken, u. a. die Fahrplangestaltung, die Tarife und techMart verlangt werden. Die Industrie die versprach, dagegen an- nische Einrichtungen umfassen. Eine besondere Aufgabe des Verzufämpfen, hat versagt, nicht minder die Banken, die durch ihre bandes wird darin bestehen, die Schwierigkeiten zu beseitigen oder Maßnahmen die Kleinspekulanten vom unmittelbaren Devisenhandel zu mildern, die sich im internationalen Berkehr durch die Tarifabgedrängt haben, bisher aber zu einer gemeinwirtschaftlich orien- ungleichheiten als Folgen der Währungsschwierigkeiten tierten Devisenpolitik nicht zu bewegen sind und daher im großen ergeben. versagen mußten. Der Kleinspekulant geht eben jetzt zur Wechselstube, der Großspekulant fauft weiter fremde Zahlungsmittel mit Hilfe der Banten. Das maßlose Elend zu schildern, das die Devisenteuerung mit fich bringt, erübrigt sich an dieser Stelle. Wer die Dinge mit effenen Augen verfolgt hat, sieht, daß die heutige Devisenhausse genau die gleichen Folgeerscheinungen am Warenmarkt zeitigt wie Devisenkurse. 6F 6 • * Die russischen Vertreter traten im allgemeinen sehr zurückhaltend auf. Von den sonst so beliebten Methoden der Be fchimpfung sahen sie ganz ab. Nach ihrer Darstellung ist ihre Ora ganisation von 380 000 Mitgliedern im Jahre 1921 auf 280 000 zurückgegangen, was mit der Abwanderung vieler Bauarbeiter er flärt wurde. Ihre noch ganz junge Organisation, die eigentlich erst aus dem Jahre 1919 datiert abgesehen von den vorrevolutionären Versuchen, scheint ganz merkwürdig aufgebaut zu sein. Auf den Baupläßen werden Ortsdelegierte gewählt, die ihrerseits Bezirks delegierte wählen, welche wieder Provinzdelegierte wählen. Von irgendeiner direkten Beteiligung oder Mitbestimmung der Mitglieder ist nirgends die Rede. Auch das Streifrecht existiert praktisch nicht. Es gibt nach der Darstellung der Russen ein dreifaches Schiedsverfahren, das offenbar obligatorisch und pari tätisch zusammengesezt ist. Der Durchschnittslohn beträgt 15 Mil lionen Rubel täglich was freilich nicht viel bedeutet. Die Vertreter Deutschlands, Hollands, Belgiens und Frankreichs 771.50 773.50 hielten den Russen vor, daß sie in noch viel größerem Ausmaße die 15830.15 15869.85 15480.60 15519.40 Arbeitsgemeinschaft, das Schiedsverfahren und 39250.85 39349.15 38561.80 38599.20 45193.40 45306.60 44194.65 44305,35 7. Ditober Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 6. Ditober Käufer ( Geld-) Kurs Verkäufer ( Brief-) Kurs die Methoden der Verständigung " 58776.40 58923.60 57228.35 57371.65 betreiben, als das in den letztgenannten Ländern geschieht, während 5043.65 5056.35 5053.65 5066.35 die Anhänger Mostaus die Gewerkschaften als Berräter" und 9588.- 9612.- 9338.30 9361.70 Gelbe" beschimpfen. Insbesondere hielt ihnen Pä plow Ham 9822.70 9847.30 9548.05 9571.95 burg, der Vorsitzende der Bauarbeiter- Internationale, in einer eins 2242.19 2247.81 2157.30 2162.70 gehenden Belehrung die Widersprüche zwischen Theorie und Praxis 16978.75 17021.25 16479.35 16520.65 vor. Schließlich wurde eine Kommission zur nochmaligen Prüfung 41947.50 42052.50 40449.35 40550.65 der Angelegenheit ernannt. frühere Perioden der Geldentwertung. Wer es nicht sehen will, 100 holländische Gulden..86591.60 86808.4083695.25 83904.75 muß sich bei jedem neuen und jedesmal teurerem Wareneinkauf 1 argentinischer Papier- Beso 796.50 798.50 davon überzeugen, wie berechtigt die Mahnungen der So= 100 belgische Frant.... zialdemokratie gewesen sind, die seit Jahr und Tag eine 100 norwegische Kronen.. behördliche Einwirkung auf den Devisenmarkt wünscht, die durch 100 dänische Kronen.. eine Erfassung der Sachwerte zusammen mit einer Geldanleihe 100 schwedische Kronen. 100 finnische Mark den Devisenmarkt des Reichs einzuschränken fuchte, als noch der 100 italienische Lire Dollar auf nicht 200 stand. Neue Ziele der Währungspolitik haben 1 Pfund Sterling die legten Debatten ergeben. Eine ganze Reihe von Maßnahmen i Dollar ist erforderlich, um den Devisenmarkt auf sein eigentliches Ar- 100 französische Frank beitsgebiet, die Finanzierung der Einfuhr und den internationalen 100 Schweizer Frank. Austausch der entbehrlichen Zahlungsmittel zu volkswirtschaftlichen 100 spanische Besetas Zweden zu beschränken. Es handelt sich zunächst um die Ausgabe von Goldshahwechseln, die die Devisen im Inlandsverkauf und als Kapitalanlage unnötig machen sollen, um dan mit aller Schärfe eine Unterbindung der Devisens petula tion herbeiführen zu können. Es ist keine Zeit zu verlieren, foll schlimmeres Unheil, weitere Teuerung, Not und drohende Arbeitslosigkeit wenigstens in dem Maße vermieden werden, das trok des Drudes der Entente uns noch möglich ist. Kleid vorzügl. reinwollener Stoff mit Stickerei 5900.33957.50 34042.50 32759.- 82841.1073.65 1076.35 257.17 257.83 2.951 2.991/ 2 7515.55 7534.45 89.33 89.62 1423.20 1426.80 1038.70 1041.30 250.68 251.32 2.98 2,02 7540.55 7559.45 85.89 86.11 1378.25 1876.75 1 japanischer Den.... 1 brasilianischer Milreis. 100 österr. Stronen( abgeft.) 100 tschechische Kronen. 100 ungarische Kronen.. 100 bulgarische Lewa Bei den mit bezeichneten Devisen war die Nachfrage so start, daß 3uteilungen erfolgen mußten. 100 Bolenmart galten etwa 23,15 M. Ber Kopfschmerz Frankfurt/ MS. Brztlich bevorzug Not apotheker Otto's Migräne. Zahnschmerz Rheuma Stoffe Nosrael GEOR. 1815 BERLIN C KÖNIGSTR. Damenkleidung Bluse aus gestreiftem Flanell, Damenwäsche SPANDAUERSTR. Wirkwaren halsfrei oder hochgeschlossen 675.- Taghemd mit Stickerei- Einsatz 475.- Strickwolle schwarz od. grau 185.1575.Bluse aus reinwollenem Stoff halsfrei oder hochgeschlossen Kleid vorzügl. reinwoll. Cheviot, mit Tresse besetzt 4900.Morgenrock aus Trikotstoff aus in verschiedenen Farben... 1950.aus Rock reinwollenem gestreiften Stoff Mantel aus Flauschstoff.... **** Taghemd mit Langette und Ansatz...... 100 Gramm.. Erhältlich in Apotheken Chem.- Pharm. Laborat. Otte& Co., Frankfurt a. M. 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Sonst noch: Portokassenjüngling« in Fasson, brillanttne- glänzend und patschouliduftend, mit der knalligen Brieftasche und dem scheuen Blick auf den Steckbrief an der Plakatsäule; Studiker im ersten Semester mit dem Ludendorsszug um die Lippen und de? vollendeten Bügelfalte; Gents wie aus Modeblättern entsprungen; Edelkommunisten mit dem künstlich gezüchteten Märtyrerantlitz, Lack- schuhen und goldenem Knaufstock; arische H-ldenjünglinge mit nüd- lich-neckischen Hakenkreuzen, schwarzweißroten Rosetten und— wie wird mir nur, o Mulle!— mit goldenen Armbändern, teils an den Handgelenken, teils auch an X- und O-beinig ausgeschweiften Fuß- gelenken, schämig-dämlich unter taubengrauen, letztmodigen Seiden- socken verborgen und gerade noch so zu sehen! Zwischendurch: lüstern« Spießer, ahnungslose brave Bürger, denen hier die Haare zu Berge steigen. Handel. Bon irgendwoher flattert ein lauerndes Wort:...„Salvar- san...?"—„Gramm 250 freibleibend! Tjawoll! MW!..." Drüben echot es:...„Nich' in die Hand! Koks tja, det schon! Is'n Jeschäft! Nich' so brenzlich! Ick Hab' die Nesse voll ron Moabit! Koks jibt ooch dufte Jelda! Un' außerdem ha' ick noch Auslandszucker!..." Jetzt neben mir:...„Tolle Sache, mos. Herr Doktor? Mit dem Dollar?!"—„Ach watt! Ich habe jut rbjesetzr! Wat meinen Sie, höh...? Feine Stange Jeld raus- jeholt! Zirka 500 Mille! Für drei Tage? Jenügt doch, nich' wahr!?!' Hinter mir:„Wissen'se, mir soll's schon ejal sein, ob nu ellcs teurer wird oder nich! Wir haben uns injedecktl Ich Hab' zu , neiner Ollen jefagt: Frieda, Hab' ich jesagt, det essen wir in drei Iahren nich' uff! So ist't! Ich Hab' alles proppenvoll! Fünf Zent. ner Zucker! Was, da staunen'se! Wissen'se, sojar im Mädchen- zimmer Hab' ich'n Perser hinlegen müssen; hatte keen'n Platz mehr! Un' im Badezimmer Hab' ich sogar zwee echte Oeljemälde ufshängen , üssen! Na, wat sagen'se dazu!..." Jetzt wieder neben mir: „Aeh, stellen sich mal vor, Inädigste, wollte der Mensch doch 200 Mille mehr für die Karosserie hoben als vor 14 Tagen! Na, habe ich das Auto doch jeholt! Muh so'n Ding doch haben! Wcrd' ich eben mit meinem Weizen ooch höher jehn... un' mein Zucker muß da eben mal'ne Erholungsreise ins Ausland machen! Na, ich bitt' Sie, Inädigste, kann ja sonst nicht leben! War' ja ein Hunde- leben!" Zwischendurch:..... Na. Schätzt?..." Der Portokassen. jüngling taxiert und kalkuliert; er setzt sogar sein Monocle auf; er kann es sogar halten; er— ist zufrieden. Sie hängt sich in seinen Arm. Irgendwo, fast überall lächelt diskret ein Emailleschild:„Mob- lierte Zimmer frei! Auch tageweise!" In der Kaiser-Wilhelm- Gedächtniskirche läuten die Glocken aä majorem ckei xloriam, zum größeren Ruhme Gottes.... »Gegen Sie Itiöen*. An der Ecke brüllt jemand im gleichen Tonfall wie die Glocken: „Gegen die Iuuuuden!"„Gegen die Iuuuuden!"„Die jüüüüdische Gefahr!"„Das deutsche Wochenblatt!" Dt» strahlen sie alle: die durchaus vornehmen Zuhältervisagen und 5)ochstaplerphysiognomien, die kleinen Dämchen mit der Leichnerschmink« und dem Lebonaduft, auch die Studiker mit dem Ludendorsszug und den Basedowsttel- äugen, und wie erst die Heldenjünglinge...! Bor Vergnügen klirren ihre Hakenkreuze und goldenen Arm- und Fuhkettchen! In brünstiger Ekstase brüllt es:„Gegen die— Iuuuuden!" Die dunklen Hintermänner grinsen: man kauft! Links lacht wer:„Mensch, glänzend war das! Gestern haben wir wieder so einen Schweine. b'md verhauen! Hat der aber Augen gemackt, der Judenbengel! lind geschrien! Ich habe mich gewälzt vor Lachen! So ist't richtig: I umer feste druff uff die Juden!" Ueber den Asphalt saust lautlos ein Weihlackauto, unter Brüdern seine gute Million wert; drin sitzt ein Typ satt und behaglich, wie eine vollgesogene Wanze, in die Polster zurückgelehnt und lächelt spötttsch-überlegen zu der Gruppe hinüber. Schweifen wir nicht ab und sehen wir»ms weiter um: Die Mädchen im Pubertätsalter haben inzwischen ihr« Kavaliere ge- funden. Noch tut man so als ob. Die bezopften„besseren" Töchter strahlen Neugier; morgen aber gibt es eiijige Syphilitiker mehr! Was tut das!„Man lebt, man liebl, man lacht" eben! Deutlich genug auf zehn Metex Umkreis himmelt ein Patentfatzke mit hermo- phroditischer Stimme:„Schatz, reiß dir doch die Kleider vom Leibe!", den neuesten Schlager; sein Apostel lächelt im Vorbeigehen erhaben über mich, den Plebejer. öegegnung. Eine stößt mich in die Seit«:„So ernst...? Nanu!?! Komm mit mir, irgendwohin, wo was los ist! Ich wüßte schon, oder— weißt du etwas Besseres? Ich komme mit!" Ich hebe den Kopf; die Kleine kokettiert mit ihren Kokainaugen; von der Plakatsäule schreit es herab:„B— bar! Die letzte Errungenschaft von Berlin!"„P— Tanzpalais! Die Sehenswürdigkeit von Berlin!" Die Dirne: „Wollen wir dahin...?"' Ich:„Nein. Das kennst du doch! Was — kann da schon viel los fein! Ich denke an etwas anderes!" Sie hängt iich erwartungsvoll in meinen Arm.„Zum Beispiel an— die Siemensstadt oder die AEG., die Spandauer Werke oder den Norden wo die Kinder krepieren, das Asyl in der Fröbelstraße, die Charite oder— das Leichenschauhaus! Da— ist schon was los!" Sie hat mich schon längst losgelassen; jetzt schrillt sie auf wie eine Megäre: „AEG.! Norden! Mensch, de bist wohl falsch aus de Elektrischen jestiegen? Mit'm Kopp zeerst...?!? Det— kenn' ick bester wie du! Jottseidank, det det een Ende hat!" Sie weicht zurück und er- zählt ihren Kolleginnen; man hält mich scheinbar für verrückt, da ich nicht betrunken zu sein scheine. Eine der„besteren" Damen hatte uns zugehört; sie wendet sich interessiert an mich. Ihre Rechte, die mit Perlen und Brillanten gespickt ist, funkelt.„Sie verzeihen, ich habe gelauscht! Was Sie da sagten, war sehr interessant! Sie sind Künstler...? Oh, Sie sehen das Elend und die Gegensätze bester wie wir! Wollen Sie— mein Wunsch ist als Wunsch einer Dam« sonderbar, extravagant; aber Sie sind ja Künstler, Sie sehen darüber hinweg!— wollen Sie mich ein Stück begleiten und mir sagen, wie man helfen könnte? Oh, Sie wären sehr, sehr liebenswürdig!" Ich beschließe,„liebenswürdig" zu sein:„Wie man helfen könnte...? Einfach! Z. B., Sie haben da an Ihrem Mittelfinger schätzungs- rveife für eine halbe Million Juwelen! Was glauben Sie wohl, ein wie großes Kapital zusammenkäme, wenn man Ihresgleichen alle so bespickten Finger abschneiden und zugunsten der Hungernden und Notleidenden verauktionieren würde...?" Sie schreit hysterisch auf und weicht entsetzt zurück. Im Abendblatt steht unter anderem, daß wiederum an einem Tage neun Personen ihrem Leben«in gewaltsames Ende machten. Paar Fälle Liebesjammer; die Mehrzahl... Hunger, Hunger, Hunger! Der eine dreht« den Gashahn auf, weil die Margarine zwei blaue Lapper. kostet; der andere schwimmt im Landwehrkanal, weil sein« Würmer„Hunger" schrien! Aber im Westen qualmen wohlig die Zigaretten: in schwellenden Klubsesteln verdaut man be- haglich das Fünfgang-Souper. Man hat's ja dazu, und außer- dem.... na eben! Die Drottarte. Wer erhält fie in Zukunft? Anläßlich der bevorstehenden Neuverteilung der Brotkarten für das kommende Bierteljahr weist das Ernährungsamt nochmals darauf hin, daß nach den gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen„B e- mittelte" die Brotkarte zurückzuwGisen oder die zu Unrecht angenommene Brotkarte unverzüglich zurückzugeben haben. Als„bemittelt" gelten Einzelpersonen, deren steuerpflichtiges Einkommen für das Kalenderjahr 1021 mehr als 3 0 000 M. bettagen hat, oder Mitglieder eines in Wohnungs- und Berpflegungsgemeinfchaft lebenden Haushalts, wenn das Gesamtein- kommen des Haushalts 30 000 M, für den Haushaltsvorstand zu- züglich je 15 00 0 M. für jede Person, der im gemeinsamen Haushalt Unterhalt gewährt wird, überstiegen hat. Beim Uebersteigen der Sätze im Jahre 1921 bleibt ausnahmsweise ein Anrecht auf Brot- karten bestehen, wenn die genannten Einkommen im laufenden Wirtschaftsjahr(16. August 1022 bis 15. August 1023) unterhalb des Vierfachen der genannten Sätze bleiben also 120 000 M. bzw. 60 000 M.). Im allgemeindeutjchen Sparintereste wie im Interesse des einzelnen, der bei Uebertretung der Vorschriften sich der Strafe des Gesetzes aussetzt, ersucht das Ernährungsamt die Bevölkerung dringend, die neuen Vorschriften zu beachten.— Ob sich wohl die Lohn- und Gehaltsempfänger über die ständig wechselnden Ein- nahmen, von denen noch dazu Steuerbeträge abgezogen sind, selber klar sind? So einfach dürfte die Berechnung in vielen Fällen nicht sein.__ � Warum Kartoffelteuerung? Die letzten Berliner Kartoffelpreisnotierungen er- gaben für weiße und rote Ware 360 bis 380 Mk., für gelbfleischigc Ware 400 bis 420 Mk. Die Preise sind also gegen die Notierung vom 3. d. M. um zirka 50 Mk. höher gefegt worden. Mit ein Grund für die Heraufsetzung ist die durch den augenblicklichen Waggonmangel hervorgerufene Knappheit an Kartoffeln. Mst der Erhöhung der Gütertarife zun� 15. Oktober wird die Waggon- knappheit wieder noch ganz besonders in Erscheinung treten, und da man mit einer weiteren Tariferhöhung per 1. November d. I. rechnet, so wird es mit der Verladung der Kartoffeln sehr hapern, wenn nicht das Verkehrsministerium entsprechende Vorsorge trifft. Beigetragen zu der Preissteigerung haben auch die Käufer auf dem Lande. Die Nervosität des Publikums, schließlich keine Winterkartcffeln zu erhalten, veranlaßt es, hinaus aufs Land zu fahren und den Bauern jeden Preis zu bieten. Im übrigen sind die ersten geernteten Kartoffeln keine haltbare Ware. Es dürften durch diese Hamstersahrten die gleichen Zustände wie im vorigen Herbst eintreten. Nur durch die außerordentliche starte Nachfrage und die hohen Angebote werden die Bauern verleitet, höhere Preise zu fordern. Eine Wahnsinnstat. Der Aronctimord im Grunewald vor Gericht. Eine schauerliche Bluttat, wie sie in den Annalen der Kriminal- geschichte kaum ihresgleichen hat und die in der Art der Aussüh- rung an die Verbrechen des Frauen Mörders Grohmann erinnert, wird noch im Oktober vor dem Schwurgericht des Land- gerichts I ihre völlige Aufklärung und Sühne finden. Wegen Mordes, begangen an der Wirffchafterin Anna W r o b e l, wird sich der Hausdiener Alfred O b e n d o r f, der Jahre hindurch als Bademeister im Familien b ad Wannsee fungierte und zuletzt in einem hiesigen sehr bekannten Weinrestaurant als Ange» stellter beschäftigt gewesen ist, zu verantworten haben. In den ersten Tagen des September 1020 fand ein Angestellter der Hochbahn in einer Schonung im Grunewald zwei Kartons, die Leichenteile enthielten. Der Kopf war bis zur Unkenntlichkeit vcr- brannt, die Haare fehlten vollständig, nur Augen und Zähne waren erhalten, der Rumpf mit Hals und Armen fehlte ganz. Di« Ob- duktion der Leichenteile, die von den Gerichtsärzten Prof. Dr. Strauch und Medizinalrat Dr. Störmer vorgenommen wurde, ließ erkennen, daß es sich um«ine weibliche Person handelte. Nach Jahresfrist, im September v. I., zeigte eine Margarete W r o b e l der Polizei an, daß sie ihre 21jährige Schwester Anna seit einem Jahre vermisse. Die polizeilichen Ermittlungen führten zur Ver- Haftung des Obendorf, der schließlich gestand, daß er die Anna, W r o b e l, die mtt ihm in seiner im vierten Stock des Hauffs' Zionskirchstr. 39 allein gelegenen Iunggs! ellenw ohnung wohnte, er- mordet Hab«. Nach einer heftigen Eifersuchtsszene habe, er sie mit einen» Beil erschlagen. Er gab zu, die Leichenteile unkenntlich ge- macht zu haben und erklärte, daß er Fleischteile der Ermordeten verzehrt und sogar an einen Bekannten, der eine Bouletten- -braterei betreibt, abgegeben habe. Er hat dann die einzelnen Teile der Leiche vervackt und die Pakete nach Nikolassee, Grünau und dem Freibad Rahnsdorf nachts hinausgetragen. Ein Jahr blieb seine grausig« Tat unentdeckt, den ganzen Sommer 1021 ver- sah er seine Dienste als Bademeister im Familienbad. Von dem Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Kurt P i n d a r, ist ein umfangreicher Beweis dafür angetreten worden, daß der bisher Unbescholtene, der erblich schwer belastet sei, in sinnloser Wut, von perversen Trieben völlig beherrscht,, die schreck- liche Tat begangen habe, und daß der Affekt bei ihm ein derartig hochgradiger gewesen sei, daß seine freie Willensbcstimmunz im Augenblick der Tat unbedingt verneint werden müsse. Zur Durchführung des Arbeitsnachweisgcsetzes. Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraliion hat folgende dringliche Anfrage eingereicht: Wie gedenkt der Magistrat das am 1. Oktober d. I. in Kraft getretene Arbeitsnachweisgesetz in Berlin zur Durchführung zu bringen? Ws Sachawachiak der Eskimo. Don Ejnar ZMkkelfen. Jetzt hatte er sie! Es handelte sich höchstens noch um einige Stunden, bis er seine Rache v-zllziehen konnte. Nie würden der schwarze Joe und Igluruk Point Hope, ihre Hoff- nung, erreichen. Die warme Glut des Holzstoßes hatte Sachawachiak neue Kraft, neues Leben verliehen, die er auf seine Hunde zu übertragen versuchte, er machte einen kurzen Aufenthalt, um ihnen Futter aus seinen zusammengeschmolzenen Vorräten zu geben, und nach einer Pause trieb er sie wieder weiter. Er lief an der Seite des Schlittens und. schwang die Peitsche über die leise wimmernden Tiere, doch die Rast hatte geholfen, das Csien auch, mit wunden Füßen, erschöpft und halb verhungert, liefen sie dennoch vorwärts, gerrieben von dem Willen eines starken, zielbewußten Mannes. Die äußerste Spitze, Cape Lisbourne, kam nun in Sicht. Hoch, finster und drohend erhob sie sich über die weiße Eis- fläche, ein immer düsterer Anblick, doppelt düster jetzt, wie sie da vor Sachawachiaks Augen als scharfe Silhouette gegen den hellen Frühjahrshimmel lag. Geroaltige Steine donnerten die steile Bergesküste hin- unter und trafen das Eis mit einer Kraft von tausend Zent- nern, zersprengten es, und kleine Eisschollen trieben dahin über das schwarze, stunngepeitschte Meer, zu dem eine Viertel- meile entfernten Packeis hinaus. Das Wasser war dicht bei Sachawachiak, schwarz und dunkel, er sah es und das abtreibende Eis, er kannte die Ge- fahr, wenn man auf dem Treibeis auf das Meer geriet, und wußte, daß der Tod ihm sicher war,-wenn es geschah, aber er achtete nicht darauf, dachte gar nicht daran— sein Hirn hatte Nur Platz für einen einzigen Gedanken: nicht nachlasien, vor- wärts, schneller, immer schneller! Die Peitsche sauste auf die Hunde hernieder, und vorn- übergebeugt lief er am Fuße der Berge entlang, ddck) plötzlich wurde er ganz starr, er hielt so jäh an, daß er über das Eis stinglitjchte, was ist das?— der dunkle Punkt dort auf dem Eis. ist das nicht-in Schlitten?— der Schlitten? Starr wie eine Bildsäule stierte er aus den schwarzen Munkt, der vor einer Landzunge, beinahe schon in Cape Lis- bourne, sichtbar geworden war. Gespannte Sekunden folgten, während er so dastand, stark und jchlank, und den Wind an seinem Körper reißen ließ, unbeweglich, nur von seinem Haar umflattert, das er mit der Hand zurückhielt, um besser sehen zu können. Die Hunde lagen vor dem Schlitten, zusammengekrochen, sich aneinander wärmend, ohne eine Bewegung, ohne einen Laut, nur das Brausen des Windes hörte man. Da atmete Sachawachiak tief und schwer, riß seine Büchse vom Schlitten, beugte sich nach vorn und setzte mit einem Sprung von dannen; den Schlitten ließ er stehen, das Jammern der verlassenen Tiere hörte er nicht. Er lief. Das Dunkle, was sich vor ihm bewegte, war ein Schlitten, und als c ie Windstöße schwächer wurden und der wirbelnde Schnee sich legte, sah er zwei Men- schen.an der Seite des Schlittens, Igluruk und den schwarzen Joe! Er kam ihnen rasch näher— noch ungesehen, aber Plötz- lich hielt der eine von den beiden, die an der Seite des Schlit- tens gingen, an und drehte sich um, nur um auszuruhen, nur um sich zu verschnaufen, ohne Böses zu ahnen. Aber das, was er sah, rüttelte ihn auf. Sachawachiak tonnte gleichsam sehen, wie er nach Lust schnappte bei dem Anblick, den er stets gefürchtet, aber� nie zu sehen gehofft hatte: ein laufender Mann auf seiner Spur! Er flog mit einem Ruck herum und sprang dem Schlitten nach. Sachawachiak sah ihn den Arm heben und senken. Mal auf Mal, schnell hintereinander. Der flüchtende Mann— oder war es Igluruk?— hatte in dem kurzen Augenblick, wo er sich umgesehen, den Tod erblickt und trieb seine Hunde wie ein Verrückter an, indem er hoffte, noch einmal dem Fürchterlichen, was da nahte, zu entgehen. Sachawachiak lief dem Schlitten nach, bald würde er ihn erreichen. Doch die Flüchtlinge waren stck klar über die Ge- fahr und hielten plötzlich an, um mit fieberhafter Eile ihre Last fortzuwerfen— und dann liefen sie wieder, liefen, liefen und veitschten auf die Hunde ein. Es ging ums Leben. Sie hatten sich keine Zeit gelassen, den ganzen Schlitten zu entleeren, er war noch zu schwer. Aber anzuhalten wagten sie nicht. Jedoch der eine sprang auf den Schlitten und warf den Rest der Last nach rechtsiund links hinaus, während der andere n?benherlief und auf die Hunde einpeitschte. Das half: der erleichterte Schlitten flog über das Eis dahin, so rasch die Hunde zu springen vermochten; nun konnte ihn Sachawachiak nicht mehr einholen, aber er blieb ruhig, er wußte, daß die Fahrt nicht von Dauer sein konnte, schon gar nicht, wenn der eine ein Weißer war. Bald stieß Sachawachiak auf einen Haufen Barten, Pelze und Häute— all' das, was der schwarze Joe sich mit aus Ruwuk gebracht hatte, lag über das Eis verstreut, aber Sacha- wachiak hielt nicht an, er lächelte nur böse und lief, so wie man nur läuft, wenn man das Ziel erblickt. Jedoch der leere Schlitten fuhr zu rasch, er flog dahin, von elf Hunden gezogen, die bis zur Raserei von der wahnwitzigen Furcht eines Mannes und einer Frau vorwärtsgepeitscht wurden. Er konnte ihn nicht mehr einholen. Es polterte unhsimlich in den Felsen, es lärnite und pfiff, eine gewaltige Bö sauste über den Felsenabhang hernieder mit donnerndem Gedröhn und riß auf ihrer Fahrt große Steine mit sich. Sie fielen, stießen gegen andere Steine, prall- ten ab, wie von unsichtbaren Händen geschleudert, sausten krachend auf das Eis. und dann brach die Hölle los. Sacha- wachiak wurde von dem Windstoß gepackt, der den Schnee um ihn hochwirbelte, der flüchtende Schlitten verschwand in dem Schneegestöber, er selbst wurde emporgehoben, herum- gewirbelt, auf das Eis niedergeworfen— und glitt fort, dem offenen Meere zu. � Vergebens versuchte er, mit den Händen einen Halt an irgendeinem Vorsprung zu finden, aber er glitt, glitt, dem Wasier, dem Tode entgegen. Er preßte sich flach gegen das Eis, um möglicherweise so zum anhatten zu kommen, aber er rutschte beständig. Da prallte er gegen einen Eisblock und blieb liegen, nur um eines Körpers Länge von dem Wasser entfernt, das um den eben gebrochenen Eisrand siedete und zischte. Sachawachiak sammelte sich erst etwas, bevor er gegen den Wind, der noch über die Felsen peitschte, auf das Land zurückkroch, und erst da entdeckte er, daß Jeine Büchse fort war, verloren gegangen, während er gegen den Wind kämpfte, um sein Leben zu retten. So mußte er also wieder hinaus an das offene Wasser, und nach einigem Suchen fand er auch seine Büchse. Dos kostete Zeit, aber er hotte doch nun das wieder, womit die Strafe vollzogen werden konnte, und mit dem Gewehr guf dem Rücken, kroch er wieder an Land und in Sicherheit. (Fortsetzung folgt.) Die Sabotage der weltlichen Schule. Die Freie Schulgemeine Wedding teilt mit: Die am 5. Of tober d. J. in der Aula der 32. Gemeindeschule, Pantstr. 47, tagende Generalversammlung der BSPD.- Elternbeiräte und der Funktionäre der Freien Schulgemeinde Wedding stellt mit Empörung feft, daß die Sammelschulen für vom Religionsunterricht befreite Kinder am Wedding zum 1. Oftober d. J. noch nicht einge. richtet worden sind. Durch die vorbereitenden amtlichen Maßnahmen der Berwaltungsbehörde mußte die Bevölkerung des Weddings in den Glauben versetzt werden, daß die Einführung dieser Schulen eine unumstößliche Tatsache sei. Die Anhängerschaft der weltlichen Schulen am Wedding muß von der staatlichen Schulaufsichtsbehörde fordern, daß sie hier eingreift und der Anhänger schaft der weltlichen Schulen am Wedding sofort zu ihrem, Rechre verhilft Die versammelten Eltern verpflichten und geloben fid), die weltliche Schule am Wedding mit allen Mitteln zu erfämpfen, wenn der Herr Minister die Errichtung der SammelSchulen am Wedding nicht sofort anordnet. Der gewählte Schulstreifausschuß wird beauftragt, fich fofort durch eine ständige und vers antwortliche Abordnung der Berliner Gewerkschaftstommission zu erweitern. Der Streitausschuß wird beauftragt, die letzten Schritte zum Schulstreit vorzubereiten. Der Bezirksschulausfchuß Wilmersdorf bittet die Eltern, jene Kinder, die Ostern 1923 in höhere Schulen eintreten sollen, bei den Schulleitern umgehend zur Aufnahme vormerken zu lassen. Ganz besonders gilt das für Kinder, die zum genannten Zeitpunkt in die Gerten der höheren Knabenschulen und in die 7. Klassen der höheren Mädchenschulen aufgenommen werden sollen. " Groß- Berliner Parteinachrichten. Berlin- Mitte, BSPD. Montag, den 9. Oktober, 7 Uhr, Funktionärtonferens im Rofenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12. Pünktliches Erscheinen der ehem. USPD.- Funktionäre Pflicht. 3. 6. 9. 16. 17. 18. Kreis Webbing. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Die Stinder treffe sich zur Bastelarbeit Montags und Donnerstags in der Gemeindeschule Böttgerstraße; Dienstags und Freitags in der Gemeindeschule Putbuser Straße; Mittwochs im Stadtbad Gerichtstraße; Donnerstag in der Ge meindeschule Ruheplagstraße von 5-7 Uhr pünktlich. Alle Genofsinnen und Genossen werden gebeten, ihre Kinder hieran teilnehmen zu lassen. Kreis Kreuzberg. Montag, den 9. Oktober, bei Nabe, Fichtefte. 29: 6 Uhr engere Areisvorstandssigung, 7 Uhr erweiterte Rreisvorstandssigung mit den Genossen der ehem. USPD. Kreis. Montag, den 9. Oftober, 8 Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung bei Rollath, Heidelberger Blah 1. Kreis Köpenid. Montag, ben 9. Oktober, 7 Uhr, Gigung der Fraktion der Abteilungen und des Kreisvorstandes der SPD. und ehem. USPD. bei Stippekohl, Schönerlinder Str. 5. Streis Bichtenberg. Montag, den 9. Oktober, 7 Uhr, Funktionärsigung im Arbeitsamt, Schreibethauer Straße, Eingang Martistraße. Erscheinen aller Funktionäre Pflicht. Streis Weißenfee. Die für Montag abend vorgesehene Rreisfunktionärer. 20. Kreis Reinidendorf. Montag, den 8. Oftober, 7 Uhr, im Rathaus Wittenatt, fammlung fällt aus. 2. erweiterte Rreisvorstandssigung. Kreis Tiergarten. Die Mitgliederversammlung der freien Schulgemeinde und der Eltern, deren Kinder vom Religionsunterricht befreit sind, findet am Dienstag, den 10. Oktober, 7 Uhr, in der Schulaula Baldenserstr. 20 statt. 14. Kreis Neukölln. Dienstag, ben 10. Ottober, 7 Uhr, Funktionärversamm. Iung( SPD.) in ber Aula bes Gymnasiums Kaifer- Friedrich- Str. 210. Bor trag: Die Probleme der Arbeiterbildung". Referent Chubientat Erwin Marquardt. Heute, Sonntag, den 8. Oktober: 136. Abt. Reinidendorf- Oft. Die Genoffinnen und Genoffen beteiligen sich am Elternabend der Arbeiter- Jugend abends 6 Uhr in der Jugendhalle Seebad, Stefidensstr. 49. Morgen, Montag, den 9. Oftober: Wieder neue Kohlen- und Strompreise. Der städtische 1. abt. 7 Uhr bei der Gen. Spiegel, Aderstr. 1, Borstandsfizung mit den Nachrichten dienst teilt mit: Infolge der teilweise vom Bezirksleitern und den Betriebsvertrauensleuten. 1., teilweise vom 6. dieses Monats erfolgten Erhöhung der 4. Abt. 8 Uhr erweiterte Borstandssigung bei Lötschert, Neue Friedrichstr. 108. 10. bt. Die für Montag angefeßte Funktionärtonferens fällt aus, Produktionspreise ist eine entsprechende Herauffeßung der 11. bt. 7 Uhr bei Berger, wichtige Funktionärtonferenz. Kleinverkaufspreise für Briketts und Kofs erforderlich geworden. 14. bt. 7 Uhr Funktionärsihung bei Gillwald, Butbufer Str. 24. Diese betragen mit Wirtung vom 9. d. M.: Küchen- und 15. st. 7 Uhr Sigung der Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Obiglo, Stralsunder Str. 11. Ofenbrand: Brifetts ab Lager je Zentner 321,40 Mt., frei Keller 16. Abt. 7 Uhr bei Krüger, Huffitenstr. 34, Gigung sämtlicher Funktionäre. 334,70 Mt.; Gastots je Zentner ab Lager 595,90 Mt., frei Keller 17. Abt. 7 Uhr wichtige Besprechung fämtlicher Bezirksführer gemeinsam mit 611,20. Bei Fuhren über 30 3entner: Brifetts je ber ehem. USPD. bei, Wörpel, Samoastraße. Zentner ab Lager 321,40 mt, frei Keller 332,70 Mt.; Gastofs je 18. bt. 7 Uhr Ronferenz fämtlicher Funktionäre der SPD. und früheren USPD. bei Hochheim, Pantfte. 82. Zentner ab Lager 595,90 Mt., frei Keller 609,20 mt. Vorbehalt 19. bt. 7% Uhr Gigung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute bei lich späterer Genehmigung durch die Stadtverordnetenversammlung Mielsch, Chriftianiaftr. 115. werden im Versorgungsgebiet sämtlicher Elektrizitätswerte der neuen 20. bt. 7 Uhr bei Bofe, Roloniefte. 15, Sigung fämtlicher Funktionäre. 21. bt. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Reich, Utrechter Grr. 15. Stadtgemeinde Berlin Elektrizitätstarife mit Wirkung von der im 23. Abt. Die Funktionärtonferens fällt aus. Oftober erfolgenden Zählerablefung ab unter Fortfall aller bis 24. abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Rösner, Wins, Ede Chriftburger Straße. Die Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte müssen auch erscheinen. herigen sonstigen Einzeltarife wie folgt festgesetzt: Normal: 27. bt. br Gigung fämtlicher Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und tarif: 28 Mt. für die Kilowattstunde. Pauschaltarif: Elternbeirate im 8immer 15 der Schule Sonnenburger Str. 20. Leistung in Watt: 60 80 100 140 200 250 300 31. bt. 8 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Sigung der Bezirksführer, t. 8 Uhr Gigung jämtlicher Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und b. 7% Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Schult, Mariendorfer Elternbeiräte bet Reufner, Hagelberger Str. 20a. Straße 5. Jahresgebühr in Mt.: 1257 1680 2097 2931 4188 5235 6276 40. Der Milchpreis beträgt von Montag, den 9. Ottober 1922 41. ab 55 m. je Liter. Braune Brieftasche( Krokodilleder), ca. 3000 m. Jnhalf und Ausweispapiere, liegen geblieben in Sinie 164 Sonnabend nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr auf der Strede Alexanderplat- Hallesches Tor. Gegen Belohnung abzugeben Redaktion des Vorwärts". " Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte, zum Mittwoch einzuladen. fohl, Schönerlinder Str. 5. 18. Diftritt, Kreuzberg. Die für Montag angefehte Funktionärtonferenz with auf Dienstag vertagt. Der Distriktsvorstand und die Abteilungsführer nehmen am Montag an der gemeinschaftlichen Gigung bei Rabe, Fichte ftraße, teil. 118., 119. und 120. Diftritt. 6 Uhr bei Rabe, Fichteftr. 29, Sigung der Distrikts. vorstände. 7 Uhr Sigung der Distriktsvorstände und Abteilungsleitungen Diftritt Charlottenburg. 7% Uhr Frattions- und Funktionärsizung im Rathaus, Bimmer 1. Erscheinen aller Funktionäre notwendig. Diftritt Lantwig. 8 Uhr gemeinsame Vorstands- und Funktionärstzung der SPD. und ehem. USPD. bei Lehmann, Raiser- Wilhelm- Straße. Angestellte und Arbeiter des Bezirksamts Wedding. Montag, den 9. Oktober, nachmittags 4% Uhr, im Ledigenheim, Schönstedtstr. 1, Besehalle, parterre, Bersammlung der in der BGPD. Organisierten. Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Parteiausweis legitimiert. Uebermorgen, Dienstag, den 10. Oftober: 6. Diftritt. 7½ Uhr Diftrittskonferens bei Krüger, Buttligftr. 10. Die Bezirks führer müssen zum 8ahlabend einladen. Sichtenberg, 4. Biertel. 7 Uhr im Reichensaal des Pestalozzi- Enzoums, BrinzAlbert- Str. 44, gemeinschaftliche Funktionärversammlung mit der SPD. Jugendveranstaltungen. Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin. Friebenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Diskussionsabend: Die Bage Der arbeitenden Jugend". Hermsdorf: Jugendheim Roonstraße( Turnhalle), Bortrag: Unsere Beitung". Sozialistische Proletarierjugend Groß- Berlin. Agitationsbezirk Nordosten: Arbeitsgemeinschaft in der Schule Chriftburger Straße 14, Das Wefen der Kultur." Alle Teilnehmer müffen pünktlich und Norboften: Sigung der Arbeitsgemeinschaft. bestimmt erscheinen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Nymphaea alba. Sonntag, den 8. Oktober, Schau von Aquarien, Biers fifchen usw., Neue Roßftr. 22. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, vormittag 11 Uhr im Rathaus, König straße, Bortrag des Herrn Dr. P. Krische: ,, Soziologie des Freibentertums". Harmonium: Aus Preciosa"( Weber); Pappelallee 15, Herr Dr. M. Brie: Ibsens, Brand". Gäste willkommen. Arbeiter- Abstinentenbund, Berlin. Montag, den 9. Oktober, im JugendArbeiter- Esperanto- Bund. Dienstag, den 10. Oktober, Mitgliederversamm Tung in der Schule Weinmeisterstraße. heim Havelſte. 14 in Nowawes, Bortrag über die Stellung zur Alkoholfrage. Arbeitersport. 25 Jahre Arbeiter- Schwimmverein. Der Schwimmverein Borwärts", Berlin 1897, begeht am heutigen Sonntag die Feier feines 25jährigen Bestehens. Die Feier findet nachmittags 5 Uhr in den Räumen der Brauerei Friedrichshain statt. Einlaß 4 Uhr. Das Programm nennt erste Künstler der Staats theater als Mitwirkende und verspricht einen genußreichen Abend. Alle Freunde des Arbeitersports find dazu eingeladen. Sport. Rennen zu Mariendorf am Sonnabend, ben 7. Dktober. 1. Rennen. 1. Handfest( Rüdert), 2. Waffander( Hans Schleusener), 48. Abt. Die Funktionär konferens fällt aus. Die Bezirksführer werden gebeten, 3. Bergmann( Rothmeier). Toto: 107: 10, Blag: 25, 45, 20: 10. Ferner 86. st. Marienborf. 7½ Uhr Funktionärstzung bei Niendorf, Chauffeestraße. liefen: Hoffnung II, Lumpl, Mac Gregor I, Morr, Lenz I, Frig Coffmann, 108. Abt. Stopenid. 8 Uhr Eigung des Arbeiter- Gamariter- Bundes bel StippeErscheinen sämtlicher Funktionäre ist Bflicht. Ilona K., Kogenluft, Martha III, Normanne I disqu., Erich I, Long Nunchen. 2. Stennen. 1. Bingen jr.( Hoder), 2. Zopinambur( Stetrich), Die Vorstandsmitglieder nehmen an der ge- 8. Saralb I( E. Bert). Toto: 25:10, Blat: 15, 16:10. Ferner liefen: meinschaftlichen Sigung um 7 Uhr bei Stippekohl teil. 123. Abt. Raulsbort. 7% Uhr im Jugendheim, Abolfftr. 25, gemeinsame Sigung Schlips, Sigurd, Biene III. der Funktionäre der SPD. und ehem. USPD. Tagesordnung: Die 3. Rennen. 1. Paul B.( Alb. Freundt), 2. Verdun( Schön), 3. WedZoto: 31: 10, Blat: 15, 40, 49: 10. Ferner liefen: fatorische Berschmelzung". digen( Rogowski). Jungsozialisten. Arbeitsausschuß: 46 Uhr im Bezirkssekretariat, Lindenste. 3 Barde, Mars III, Mig Gregor, Fauft II angeh., Pechnelle, Maximum disqu., ( Bureau Fischer), wichtige Sigung. Diana VII, Simpler, Fiscus, Dünaburg, Lorbeero, Fribourg M., Dttomar, It. disqu.( F. Bahr jr.) 80 Proz. der Einjähe zurüd. organi Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute nachmittag 3 Uhr im Neuen Theater am 800, Jebensstr. 2: Rosmersholm" von 3bfen. Karten find noch an der Kaffe zu haben. Für sämtliche Vorstellungen im Monat Oktober wird ein Zuschlag von 10 M. pro Karte er hoben. Am Donnerstag. den 12. Dftober, nachmittags 5%, Uhr: Sizung Ses fleinen Bildungsausschusses im Bureau des BBA., Uebermorgen, Dienstag, den 10. Oftober: Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 8. Die Anwesenheit aller ist un 7. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung in Köhlers Festfalen, Tiedste. 24. bebingt erforderlich. Für die zweite Serie& esttonzerte werden noch Thema: Die Einigung der fozialdemokratischen Parteien und ihre BeAbonnenten aufgenommen. Meldungen bei den Bildungsausschußmitgliedern deutung für die Arbeitertiaffe". Referent Genoffe Senfferth. der Abteilungen und im Bureau des Bezirksbildungsausschusses. Porträts 51. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr Sahlabend ber 1. und 2. Gruppe bei Bang bon Rieb necht und Scheidemann in fünstlerischer Ausführung basch, Friedrich- Rarl- Blas 5. Thema: Die Aufgaben der geeinten Sozial demokratie". Genoffe Abolf Mufchid. pro Etüd 30 M. im Bureau des Bezirksbildungsausschusses und bei den 74. Abt. Sehlenborne Hotshamer Str. 50, Mitgliederver. fammlung. Thema: Die Bedeutung der Einigung für die Arbeiterschaft". Referent Gen. Dr. Bechlin. Um Uhr dort Besprechung der Funktionäre. 117. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr im Beichenfaal bes Pestalozzi- Engeums, Bring Albert- Str. 44, gemeinschaftliche Hunttionärversammlung mit der fr. USPD. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg: 7 Uhr im Jugendheim, Barbane 10, Bortrag: Der Begriff Arbeit". Referent Genoffe Miedbroot. Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Die Sozialistische Bildungsschule" beginnt ihre Arbeiten für das Semester OftoberDezember am Dienstag, den 17. Ditober. Lehrpläne find zu haben im Bureau und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Frühere USPD. Funktionärversammlung für Groß- Berlin Dienstag, ben 10. Ottober, 7 Uhr, im Landtagsgebäude, Bureaugeschoß, Gaal 8. Tagesordnung: Die Einigung; Reuwahlen zur erweiterten Bezirksleitung( 8entralvorstand). Proletarische Feierstunden. Sonntag, den 22. Ditober, findet im Großen Schauspielhaufe die nächste Veranstaltung statt. E8 wirten mit, das Drchester der Großen Boltsoper unter Leitung des Kapell meisters b. Höslin, der Spred- Chor für die Proletarischen Feierstunden, Seitung: Albert Florath. Einzelsprecher find: Lothar Müthel, Heinrich Bitte u. a. Eintrittstarten à 25 Mart find zu haben im Bureau der Arbeiter- Bildungsschule, Breite Straße 8/9; in der Buchhandlung Freiheit, Urbanstraße 7; in der Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2; Norden: Burgsdorf Ede Wildenowstraße, Restaurant Barleben; Utrechter Str. 21, Restaurant Kroll; Aychener Str. 8, Restaurant Hoffmann; Dften: Peters. burger Straße 5, Restaurant Wittschuß; Romintener Straße 46, Bigarrengeschäft Dietrich; Südosten: Naunynstr. 9, Restaurant Lier; Nordwesten: 2. Diftritt, 5. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferens im Rofenthaler Hof, RofenGoglomstiftr. 34, Restaurant Kaiser und bei den Funktionären. Morgen, Montag, den 9. Oktober: Berwaltungsbezirt Mitte. 7 Uhr Funktionärtonferens bes gefamten Berwaltungsbezirks im Rosenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11/12. thaler Str. 11/12. Erscheinen bringend notwendig. 5. Diftritt. 7% Uhr Funktionärtonferens bei Raiser, Gostowstnite. 34. Die zum 9. Juli gelösten Karten müssen gegen neue umgetauscht 6. Distrilt. 7% Uhr Borstandssigung bei Krüger, Buttligste. 10. werden, der bereits gezahlte Betrag wird angerechnet. 7. Diftritt, Webbing. 7 Uhr Diftrittstonferena bei Rarus, Boltaste. 37. Dte Bezirksführer haben aum Sahlabend unbedingt einzuladen. 9. Diftritt. 7% Uhr Distrittskonferens bei Rlinge, Utredter Str. 24. Schweres Gebirgsunglück im Allgäu. Bei Gebirgsübungen 8. Diftritt. 7 Uhr bei Alinge, Gellerstr. 14, Ronferens fämtlicher Funktionäre. der Gebirgstruppen von Kempten und Lindau ereignete fich ein Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. fchweres Unglüd. Zwei Soldaten stürzten mit ihren Maul- 10. Diftritt. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Ernst, Bellermannstr. 2. tieren in eine Schlucht. Der eine von ihnen wurde getötet. Wetter bis Montag mittag. Biemlich fühl, troden und über. wiegend heiter, in der Nacht zu Montag stellenweise Nachtfröste bei schwachen nordöstlichen Winden. 12. Diftritt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bet Soffmann, Lydener Str. 8. 13. Diftritt. 7 Uhr Distriktskonferens bei Gliesche, Kopenhagener Str. 74. 14. Diftrift. 7% Uhr Funktionärtonferena bei Büttner, Schwebter Str. 23. Ginteilung in die neue Bartei und Bericht von ber Rommiffion des 4. Berwaltungsbezirks SPD. und USPD. 5. Verwaltungsbezirt, 17. Difteilt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Drelfe. 3. Glärchen M.( lesener). Toto: 54:10, Plat: 15, 12:10. Ferner lief: 4. Rennen. 1. Heideroje E.( Lichtenfeld), 2. Fridolin III( Doelemann), Alpenfer 5. Rennen. 1. Prachtmädel( M. Ringius), 2. Graphit( Stegemann), 8. Brocade( Doelemann). Toto: 29:10, Blat: 11, 11, 12:10. Ferner Itefen: Tip Stufer, Clematis blau, Teufelsbart, Josef. 6. Rennen. 1. Nathan IV( Hermann Schleusener), 2. Amazonia ( Hofbauer jr.), 3. Bergschwalbe( G. Lautenberger). Toto: 61: 10, Play: 18, 13, 40: 10. Ferner liefen: Minz, Gawein, Dr. Mabuse, Lady Leyburn, Della. 7. Rennen. 1. Allenstein( Steger), 2. Pique( G. Neuenfeld), 3. Bufall( Alb. Freundt). Tot: 32:10, Blak: 19, 168, 88:10. Ferner liefen: Albatros, Long Carl, Starla angeh., Gudrun II, Monarchist, Quallen sohn I, Kufertrud, Ult, Libanon, Araber, Kuja Dillon, Droßlan, Mimosa, Anton ,. feine Wetten( Nozal). 8. Rennen. 1. Fenelon( Weiß), 2. Alice V( Safbauer jr.), 3. Bhvers Zoto: 17:10, Platz: 13, 16, 26:10. Ferner liefen: berg( Kreipl). 3 honnisfeuer, Hauptmann, Maitönigin I, Charl. Mathilde, Harry R. Geschäftliche Mitteilungen. Bab Elfter. Die Verlängerung der Sommerturaeit unferes Babeorbes hat mit dazu geführt, daß die Bäderschnellzüge D 180 und D 185 verfuchsweise bis Enbe Oktober weiter verkehren, werben. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Auskunft wird night erteilt. Seber für ben Brief. taften bestimmten Anfrage fülge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Sof part. lints, vor. Schriftftüde und Berträge sind mitzubringen. A. 2. 1898. Bis zum 31. März 1923. A. S. 75. Gie tönnen beim Amts gericht ben Antrag auf Erbauseinandersehung stellen, aber auch die Klage gegen Ihren Bruder erheben. Frauenleiden und deren Verhütung Mit Anhang: Die Verhütung der Schwangerschaft. Mit 7 Abbild. im Text Von Dr. J. Zadek Preis 8 M. u. Porto Das Heft hehandelt die besonderen, der Frau elgentümlichen Krankheiten, namentlich die der weibl. Geschlechtskrankheiten Bachhdlg. Vorwärts Berlin SW 68, Lindenstr 2 Gardinen Sonderangebote L. Gelegenh.- Käufe in Resten Stores, Bettdecken Madras- und Künstlergardinen. Spezial- Gardinenwerkstatt Neukölln, Bergstr.67 am Ringbahnhof. KLAPEKO KLAPEKO KLAPEKO KLAPEKO Reklame- Woche anlaßlich der Eröffnung unserer 4. Verkaufsstelle Alexanderplatz- Passage Om3-10.Okt 2 Beispiele Elegante Anzüge unserer Preiswürdigkeit: Winter- Paletot prima Verarbeitung 6500.- Winter Paleto 5500.Samtkragen Kriegsanleihe wird zu 84% nur gegen Legitimation in Zahlung genommen. Preise steigen! Preise steigen! Sonder- Angebote!!! Soweit Vorrat reicht! 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Die Filme der Woche. der mit einer jungen Frau glücklich vereint ist und diese Frau mit in den hat schon oft genug auf Jerwege geführt, besonders wenn man, wie in Zod nehmen till, erfüllt die dramatisch schön gesteigerten Atte, die in eine diesem Falle, sich trampfhaft Mühe gibt, bas Original möglichst noch zit freudige, unsentimentale Lebensbejabung austlingen. Dieser Film gehört übertrumpfen. Da ist nichts mehr von der eigenen Luft, die in dem Rößzum Braziösesten und Geschmackvollsten, zum menschlich Begreifendsten, das lerschen Stüd das Rotschildsche Stammhaus durchweht. Der Film schmeißt man je auf der Leinwand fah. Die Kultur der Regie findet in dem Spiel ein Tuttifrutti von Genreszenen, die mit der Idee in höchst loser Fühlung des Franzosen André Nor und seiner Partnerin Madame 9 anoba, stehen, so hin und fümmert sich den Teufel um das eigentliche Wesen der amitbie Edelstes im Ausdruck geben, ein wundervolles Echo. Von plastischem fanten Beitschilderung- es wurde eben ein Film wie hundert andere. Da geNeiz die wie ein medizinischer Lehrfilm anmutenden Bilder aus dem schmadvolle Leute an der Sache beteiligt sind, schaut man natürlich in einen Operationsfaal. hübschen Bilderbogen, was ja auch bei weniger anspruchsvollen Themen im Den Ufa Bala ft am 800 berließ man enttäuscht. Der Film 3 um Film zuweilen vorkommt. Tüchtige Schauspieler von Ruf tragen das Paradies der Damen", der sich an einige Begebenheiten, an Biedermeierkostüm voll Anstand und wissen sich in dem Alt- Frankfurter des Warenhausromans au bonheur des Milieu zu benehmen. So Guido Herzfeld, Leonhard Haskel und Frik dames" an Bola anlehnt, hat gelangweilt. Die tolportagebafte Liebes- Hirsch, desgleichen die Damen unter denen nur Frieda Richard als Mutter geschichte ist ganz naiv, ganz uninteressant. Der Kampf des Molochs Gudula etwas mehr als Figurine war. Warenhaus, der den Kleinhandel auffrißt, fommt nicht genügend betont heraus. Es fehlt Bug, Schmiß, Stimmung! Es fehlt die Jllusion Paris.( Trop einiger eingestreuter echter Eiffelturmbilder.) Darstelle risch wenig Nennenswertes: Walter Brügmann als Warenhausdiktator von einer versöhnlichen Menschlichkeit, in eilfertiger, geschäftiger Allgegen wart. Edith Posca farblos, fäuerlich, reizlos in Spiel und Ansehen. Und doch ein großer Gewinn an diesem Abend: Lupu Bid( der auch die Regie führte) als der vom Warenhaustaumel überrannte Kleinhändler. Eine wundervolle schauspielerische Leistung. Ein Erleben und ein Erlebnis! Der deutsche Film danit Sarl Maher die Berfeinerung, bie fünftle rische Bertiefung des Lichtspiels. Er entriß das Kino dem Sumpf des Kitsches und rudte es mit einer sehr sicheren, sehr bewußt reformierenden Hand in die scharf markierten Linien stilisierten Gebärdenspiels. Seine neueste Filmschöpfung" Vanina", die man im U., Kurfürstendamm, fah, will tein Drama sein. Sie gibt sich als Ballade. Und sie hat auch das romantische Motiv des Balladesten, ist eingestellt auf ganz die füßlichsten und sabesten! schwere, dunkel flingende Melodien, erfüllt vom Aufruhr der Vorgänge und der Menschen, auf jeder Szene liegen wuchtigste Akzente. Dadurch begibt sich die Handlung, von allem Anfang an jeder Steigerung beraubt, des rein dramatischen Reizes und fließt wie ein in blutrote Strophen gegliedertes Lied dahin. Dieses Filmspiel ist alio nicht Theater, es zeigt, zu fammengepreßt in den angefeuerten Rhythmus einer Nacht, eine einzige nicht anschwellende, sondern von Anfang gleich start betonte Szene und verhalt, balladenhaft, in einen Austlang, der nur ein Ende, aber feine Erledigung bedeutet. Dies ist der Vorgang. In einer Stadt bricht eine Revolte aus. Der Gouverneur unterdrüd fie mit grausamer Faust. Vanina, des Gouverneurs Lochter, will den Anführer der Aufständischen retten, und begehrt von ihrem Bater des Rebellen Hand. Der Gouverneur, zäsarenwahnsinniger Sadist, läßt noch in derselben Nacht das Paar trauen und überliefert den plötzlichen Schwiegersohn dem Henter. An der Leiche der zusammengebrochenen Tochter geht er groß, fühl, unmenschlich vorbei. Au dies ist in das Licht der Unwirklichkeit gerüdt. Die balladenhafte Melodie mußte einen Regisseur von Geschmad und Kultur aufreizen. Herr von Gerlach hat auch ganz auf Stimmung, auf bildhafte Verdichtung des Geschehens hingearbeitet, und von dem Photographiekünstler Frederit Fuglsang verstanden und gefördert, Bilder von suggestiver Gewalt geschaffen. Oft verlor er sich in allzu breite Stimmungsmaleret, bolte aber aus der Perspektive der Räume eindringlichste Wirkung, ließ die Stontraste nervös gegeneinander flingen. Paul Wegener als Gouverneur zeigte Bucht und brutale Scheufäligkeit, Asta Nielsen, die hinreißend schön und jung aussieht, besiegt in ein baar ungespielten, nur iunerlich erlebten Szenen alles, was hier zu Lande filmt undemimt. Freilich, die überzeugende, innere Wärme bricht diesmal nicht aus ihrem Spiel. Dazu ist auch diese Ballade dem Leben zu fern, zu artistisch. Außerordentlich malerisch, farbig interessant die Mufit. Bon wem stammt sie? Der Zettel sagt es nicht. Im Primus.Palast lernte man einen französischen Film Der Sinn des Todes" nach einem Roman von Baul Bourget fennen. Ein Film mit gedanklichen Hintergründen, die unaufdringlich und ohne gewaltsame Ueberzeugungsabsicht hinter den Vorgängen stehen. Der philo sophische Gehalt des Stüdes ist etwa der: der Tod hat keinen Sinn, wenn er nichts anderes als ein Ende bedeutet. Es ist nicht einzusehen, warum der Film, sündigt er nur nicht am Bildhaften und am Dramatischen, auf das Recht des Bühnendramas, Gedankliches zu umschreiben, verzichten solte. Noch dazu, wenn diese philosophische Folie so leicht faßlich ist wie hier. Die Tragödie eines berühmten Arztes, des alternden Mannes, Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin H 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Zelephon: Amt Norden 833, 834, 835, 886. Betriebsräte der Metallindustrie Montag, 9. Oftober, abends 6 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienftr. 17/18: Versammlung w Bagesordnung: Die wissenschaft liche Organisation der Arbeit und die Aufgaben der Betriebsräte". Referent: Prof. Ermansti- Rußland. Die jenigen Bestrebungen nach Steigerung der Produktion, eventl. auch Die Berlängerung der Arbeitszeit burch Die Unternehmer, laffen es als notwendig erscheinen, daß jeder Betriebsrat sich über bas einschlägige Thema genügend Infor mationen beschafft. Wir erwarten vollzähliges Erscheinen der Betriebsräte. Achtung! Kunstgewerbe. Achtung! Dienstag, den 10. Ottober, nachmittags 4 Uhr, im Reichenberger Hof, Reichenberger Straße 147: Versammlung aller Kolleginnen und Kollegen p- s. Jogal K. herborragend bewährt bei: Grippe Hexenschuß Nervenschmerzen. Sicht Rheuma 3schias Kaufe Deinen Trauring direkt in der Fabrik Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. In allen mun auch in unser an amerikanischen Filmen so reich gefeg netes Land. „ Das Nätsel von San Francisco", dieser Goldwyn- Großfilm, fam Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid. acet. salic., 0406% Chinin, 12,6% Lithium, ad 100 Amylum. Dieses Kriminaldrama, das der Rovelle The Penaltry" von Gouverneur Ausführl. Broschüre gratis und franko. Fabrik Pharmacia, München 27 Morris seine Entstehung verdankt, erlebte im Primus- Balast seine Ur aufführung. Obwohl das Manuskript einzig eine fleine Naschemmenszene bringt und fich löblicherweise von efelhaften Brügeleien und Morden en gros und en détail fernhält, frantt es doch an groben Unzulänglichkeiten. So wird 8. H. das Bollen der Hauptperson nie flar herausgearbeitet. Rätsel find ja ganz schön und mitunter auch unterhaltsam, doch müßten sie durch Aufbedung des Vorhabens oder deutliche Anspielung des Planes wenigstens die Begründung für ihr Leinwanddasein finden. man Lon Chaney, der seine Unterschenkel mit Riemen zurückschnallen In der Hauptrolle sieht ließ, um den Strippel berkörpern zu können. Das machte für den Dar fteller die Ueberwindung ungeheurer Sowierigkeiten erforderlich. Die Aufnahmebauer war daher eine beschränkte und sie belief sich, das berichten uns die Amerikaner, die bekanntlich bei allem immer gleich die Stoppuhr ber Rolle des beinlosen Strüppels wirklich Großes und durch sein meister in der Hand haben, täglich nur auf 12 Minuten. Lon Chaney leistet in haftes Spiel erzielt der Film in allen Alten stets die gewollte Wirkung. e. b. Die fünf Frankfurter.( Tau entstenpala ft). Das hübsche Rößlersche Lusispiel aus der Frankfurter Judengasse, das es seinerzeit zu einem Dauererfolg sondergleichen brachte, ließ die Filmindustrie schon lange nicht mehr ruhig schlafen. Man rechnete auf einen Reißer ersten Ranges und wenn nicht alles täuscht, wird man sich berrechnet haben. Die falsche Einstellung, daß ein gutes Lustspiel auch einen guten Film abgeben muß, Frau W. K., B., schreibt uns: ganz nach Wunsch. Der Lohmann- Kneifer sitzt sehr gut, sieht fein aus und drückt nicht." Das ist nur eine von vielen Tausenden Anerkennungen. Auch Leute, die früher glaubten, schon einen guten Kneifer zu besitzen, drücken uns ihre angenehme Ueberraschung über den tadellosen Sitz des Lohmann- Kneifers, sein gutes Aussehen und die wohltätige Schonung der Augen aus. Hartnäckigen Zweiflern empfehlen wir, sich außer ihrem jetzigen Augenglas einen Lohmann- Kneifer zur Reserve anzuschaffen; wir sind überzeugt, daß sie den Lohmann- Kneifer ständig tragen werden! Preisausschreiben mit 25 000 M. Barpreisen für ein Wort oder einen Satz! Verlangen Sie Gratisprospekt in unserer Verkaufsstelle Potsdamer Straße 134a oder durch Einsendung des folgenden Abschnitts in einem Umschlag als Drucksache mit 1 M. frankiert. Lohmann- Kneiler- G. m. b. H., Berlin W. 9. Senden Sie mir nähere Angaben über den Lohmann- Kneifer und das Preisausschreiben VL Genaue Adresse: Deutscher Holzarbeiterverband Berwaltungsstelle Berlin Montag, den 9. Offober 1922, abends 7 Uhr: Versammlung des Berliner Kunstgewerbes. der Bertrauensmänner u. Betriebsräte aller Tagesordnung: 1. Bericht von ber dem Berhandlung vor dem Schlichtungs ausschuß. 2. Diskussion. 3. Ber schiedenes. Das Erscheinen aller ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. Mittwoch, 11. Oftober, abbs. 6 2hr, in der Aula des Sophien- Eygeums, Weinmeisterstr. 16: Reichsmantelvertrag unterstehenden Betriebe bei Kliem, Hafenheide 14/15. Tagesordnung; ,, Unsere Lohnbewegung" Mitgliedsbuch und Funktionärausweis find vorzulegen. Ohne basselbe teinen gutritt. Die Mitglieder der erweiterten Ber für Berlin- Lichterfelde. Umständehalber wird Die Raffe am Monfag. 9. Ottober, um 12 Uhr gefchloffen. Der Vorstand. G. Tillad, Borf. Buchhdl. Vorwärts Berlin SW, Lindenstr.2 waltung treffen sich um 5 Uhr. Die Ortsverwaltung. Sonntage eines Engros Versammlung Lager aller in der stromerzeugenden Industrie beschäftigten Arbeiter. Tagesordnung: 1. Bortrag bes Industrie Rollegen Bista fiber: Organisationen". 2. Diskussion. Pflicht aller Kollegen der tommunalen und privaten Gas, Waffer- u. Elektrizitäts werte ist es, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Achtung! Achtung! Siemens- Arbeiter des Werner- Werkes Zweds Auszahlung der Streit ' Gegründet 1894, Damen sparen Einzelverkauf Export Lager Geld Neue Winter- Konfektion Sealseldenplüsch- Mäntel- Farbige Plüschbiberett- Mäntel Jetzt noch zu sehr billigen Preisen Flauschtator 200 2500 1600 975 Kostüme 4750 800 850 Covercoat 6750 9500 7500 8500 Großstädters in der Natur Von Kurt Grottewitz Mit einem Vorwort von Wilhelm Bölsche br. 40 M., geb. 80 M. Stoff- Reste- Haus Mantel 4800 6500 1850 Ratzen- Jacken 560 5500 Backfisch 7850 3600 2400 7850 3600 2400 Affenhaut Tuchmantel 8500 4500 Woll- Strickjacken 3350 2500 Krimmer 925 3900 Kindermäntel 900 1280850 18 Kottbuser Damm 18 Astrachan u. Längen 2400 5500 bzw. Waßregelungsunterstützung Spezialität: Extra tur starke u große Damen M. Mosczytz, Landsberger Str. 59 Treppe, derint. werden hierdurch alle Mitglieder unjerer Organisation, welche im Werner- Wert ausgesperrt waren, aufgefordert, mindestens bis Dienstag, den 10. Oktober, thr Verbandsbuch zwecks Berechnung der Unterstützung an die Ver trauensleute abzugeben. Der Tag der Auszahlung wird noch bekanntgegeben. Die Ortsverwaltung. 127/11 Die Abtreibung der Leibesfrucht ven Universitäts- Professoren A. Grotjahn und G. Radbruch Wichtig für Eheleute, Aerzte und Hebammen Preis 8,- Mk. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW, Lindenstr. 2 Bruchkranke tönn.ohne Operation geheilt werden.Langi. erprobte Methode. Sprechft. fed. Dienst., Donnerst u. Gonnab. 10-1. Spezialarzt Dr. med. Coleman, Berlin W 35, Pots damer Str. 102. am Alexanderplatz, 1 Sonnabends und Sonntags geschlossen A. M. Steinhardt Schöne Refte Herren- Anzüge mäntel Kostüme Kleider Frauenbaare Spezial- Arzt Gramm bis 70 Bf. Dr. Helsterkamp, Geschlechts-, Haut-, in Stoff, Samt und Fahrgeld vergütet Blutuntersuchg. In der Heilanst. ,, Löser ftoffe. Ständig sehr Harn-, Frauenleiden; Syphilis- Kuren, Selbe, fowie Futternahe große Auswahl. Seifenladen, Dir. 0. 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