Nr. 48439.Jahrgang Ausgabe A nr. 238 Bezugspreis: Für den Monat Oktober 250,- M., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar und Memelgebiet fowie Defterreich und Luremburg 346,- M, für das übrige Ausland 515,- M. Poftbeſtellungen nehmen an Belgien, Dänemark Eng. land, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz. Tschecho flomatei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 8 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Ronpa Mezeile toftet 50,- M. Reklamezeile 230,-. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 12, M.( zulässig zwei fettge= druckte Morte), jedes weitere Wort 10, M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 7,-., jedes weitere Wort 5,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abennenten Beile 15,-. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-295 und 2506-2507 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Sanpregpedition n. Inseraten. Abteilung: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 13. Oftober 1922 Die Devisenverordnung. Um Oesterreichs Schicksal. Zu dem angekündigten verschärften Kampf gegen die Wien, 12. Oktober.( WTB.) Der Nationalrat trat heute daß das Parlament im Rahmen eines von ihm selbst zu beschließen- Devisenspekulation ist der erste Schritt getan. Die gestern vernachmitag zu seiner Sigung zusammen, um den Bericht des den Finanzprogrammes der Regierung besondere Vollmachten er öffentlichte Notverordnung verbietet die Zahlung mit Bundeskanzlers Dr. Seipel über die in Genf mit dem teilt. Der Bundeskanzler betonte, daß es schwer ausländischen Zahlungsmitteln im Inlandverkehr und ihre Völkerbundsrat geführten Verhandlungen eigegenzunehmen. sei, solche Vorschriften anzunehmen. Eine solche Annahme. Der Erwerb von Devisen wird der Kon= Mit stürmischem demonstrativen Beifall begrüßen die Christ. Kontrolle fönne aber wirkliche Gefahren für die Unabhängigkeit des trolle der Reichsbankstellen unterworfen, ohne deren Gelich- Sozialen und Großdeutschen den Bundeskanzler. Von einer Candes nur haben, wenn die Organisation der Kontrolle nicht ver- nehmigung nur solche Firmen Valuten kaufen dürfen, die als Bank der sozialdemokratischen Oppofition erschallt der Ruf:„ Es lebe frauenswürdig wäre, und wenn Desterreich nicht Mann genug sei, Importeure eine Generalpollmacht dazu haben. Außerdem die unabhängige Republik Desterreich" und dann der Ruf:„ Es seine Lebensintereffen zu vertreten. Unser Bolk will, daß lebe der Anschluß an Deutschland!" Die sozialdemokratischen Abge- man ihm über die letzte schwere Zeit hinweghilft und zwar so hinordneten erheben sich und bringen ein dreifaches Hoch aus. weghilft, daß ihm wenigstens das ergste und Aeußerste erspart bleibt.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen bei den ChriftlichDr. Seipel Sozialen und Großdeutschen.) wirtschaftlich schädliche Verwendung, also vor allem gegen die Devisen hamsterer und gegen diejenigen, die sich die Gewohnheit zugelegt haben, nur noch in Goldwerten Zahlungen entgegenzunehmen, und die mit ihrem Vorgehen den Devisenbedarf Deutschlands ungeheuerlich vermehren, die Mark geradezu in den Abgrund stoßen. Es ist erfreulich, daß man mit diesem Schritt nicht gezögert hat. Aber man wird fich darüber klar sein müssen, daß diese Notverordnung nur erst der Anfang einer größeren Aktion zur Bekämpfung des Balutaelends ist, die sich aus vielen Einzelmaßnahmen zu= sammensetzt. wird der Erwerb und die Verwendung durch die Finanzämter und durch die Prüfungsstellen fornaufend kontrolliert; im Falle eines Mißbrauches kann der Devisenkauf zuwiderhandelnden Firmen verboten werden. Vorsägliche Verstöße gegen diese Berordnung werden mit Gefängnis bestraft, die Zahführt dann aus: Auf der Suche nach einem Auswege aus der Not Wenn nach dem Plan des Bölferbundes wirklich an die Rettung lungsmittel eingezogen. Wer die Tat fahrlässig begeht, wird fei er auch nach Genf entsandt worden; er bringe nunmehr eine unseres Baterlandes geschritten wird und wenn sich in den kommen- mit einer Geldstrafe bestraft, die bis zum Fünffachen des Botschaft des Bölferbundes an Desterreich.( Bei den Jahren zeigen wird, daß uns der Völkerbund mit seinen Rat- Wertes der ausländischen Zahlungsmittel betragen kann. fall bei der Mehrheit.) Der Bundeskanzler erklärt: Desterreich kann schlägen nicht in die Irre geführt hat, dann wird auch der Grund Außerdem sind noch hohe Geldstrafen auf fahrlässig oder vorgerettet werden, Desterreich ist fanie: ungsfähig. Die Sache für eine neue Entwicklung des Völkerbundes gelegt werden und ein fäßlich unvollständige Angaben zur Kontrolle der Devisenverständigen des Bölferbundes haben jeft ej.ellt, daß wir genü- neuer Schritt gemacht sein zu einer großen politischen Organisation fäufe gelegt. gend Pfänder stellen können. Der Völkerbund hat es aber der Welt, die sich nicht hemmen läßt durch allzu engherzige Rüd- Die Verordnung richtet sich also gegen den volkswirtschaftauch ausgesprochen, daß Desterreich ohne Hilfe der Auslandskredite fichtnahme auf die Souveränität und das Prestige der einzelnen lich überflüffigen Erwerb von Zahlungsmitteln und ihre volksnicht saniert werden kann. Er hat damit unsere Stellungnahme Staaten.( Lebhafter Beifall.) Der Bundeskanzler bittet schließgegenüber dem Staatsvertrag von St. Germain, wonach diejenigen, lich das Haus, nach reiflicher Ueberlegung seine Beschlüsse zu fassen die dieses Desterreich geschaffen haben, auch das Ihrige dazu beitragen und durch die Form der Behandlung der Frage der ganzen Welt zu müssen, um ihm über die schwerste Anfangszeit hinwegzuhelfen, beFräftigt. Diese Auslandshilfe ist nach Ansicht des Völkerbundes aber zeigen, daß hier nicht Parteileidenschaft triumphiert, sondern daß nur zu haben, wenn Desterreich sie wirklich zur Sanierung feiner hier Frauen und Männer fizen, für die es sich um nichts weniger Wirtschaft verwenden will. Der Völkerbund bietet uns eine Ga- handelt, als um die Vertretung der Intereffen des Boltes.( Stürrantie für die Fortsetzung der Aufrechterhaltung unseres Staates. mischer, lang anhaltender Beifall und Händeklatschen bei den Christl. Die in den letzten Monaten umlaufenden Gerüchte, die bei Sezialen und Großdeutschen.) Auf Antrag des Sozialisten Sever uns manche bange Stunde verursachten, wonach die Nachbarn nur beschloß das Haus einstimmig, die Debatte über die Erklärung des darauf warten, Teile unseres Landes Bundeskanzlers sofort zu eröffnen. an sich zu reißen, oder wonach die eine oder die andere der Mächte ein Mandat erhalten sollte, um unser Land im Interesse des Friedens schuß für Auswärtiges von den Sozialdemokraten eingebrachten Es ist jetzt die dringendste Aufgabe, sobald als mögder Nachbarstaaten und der ganzen Welt zu besetzen, haben den Mißbilligungsantrag gegen den Bundeskanzler. Die Ab- lich die durch Notverordnung vorläufig geregelte Frage Völkerbund, die Großmächte und die zunächst daran interessierten geordneten Fink( Chriſtl.- Soz.) und Dinghofer( Großdeutscher) endgültig durch ein Gese einer weitergehenden Lösung zuStaaten veranlaßt, uns neuerdings vor den Augen der ganzen beantragen dagegen, dem Bundeskanzler und der gesamten Re- zuführen. Die Verordnung ist in manchen Buntten längst noch Belt eine politische Garantie zu geben, daß derartige Absichten gierung den Dank und das Vertrauen auszusprechen. Bei der Ab- nicht scharf genug. Das gilt zunächst für die Strafen bei nicht bestehen. Der Völkerbund hat abr auch die Mächte veranlaßt, ſtimmung wurde der einem vorfäglichen Berstoß gegen diese Notverordnung, die eine finanzielle Garantie für die Auslands: Antrag Renner gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt, doch endlich gegen das Spiel mit der Kauftraft des deutschen anleihen zu geben und bemüht sich auch, durch seine Organe die der Antrag Fint- Dinghofer angenommen. Die Regierungsvorlage Volkes einen Damm aufrichten soll. Hier genügt nicht die Finanzen aufzubringen, auf Grund deren die versprochenen Kredite über die drei Genfer Protokolle wurde, ebenfalls gegen die Stim- Gefängnisftrafe; vielmehr sollten diejenigen, die gegen das Ge verwirklicht werden sollen. Der Völkerbund verlangt von uns, men der Sozialdemokraten angenommen. Die Vorlage ist nun bot verstoßen, daß man sich am hungernden Bolte nicht bedaß wir mit seinen in den nächsten Tagen in Wien eintreffenden einem 26gliedrigen Sonderausschuß zu überweisen, dem Guch Ber- reichern darf, mindestens dadurch öffentlich geächtet werben, Delegierten einen Finanzplan zur Reform unserer Wirt treter der Sozialdemokratie angehören und deren Mitglieder sogleich daß man ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte abschaft ausarbeiten, daß wir uns einer Kontrolle über die Verwen- gewählt wurden. Der Sonderausschuß triit morgen zusammen. Die pricht. Dann aber müßte auch die Kontrolle der in Deutschdung des Kredites und die Verwaltung der Pfänder sowie der nächste Sigung des Hauses, in welcher die Entscheidung über die land weilenden Ausländer verschärft werden. Sonst können Kontrolle durch einen Generalfommiffar unterwerfen und schließlich, Genfer Protokolle fallen dürfte, findet am nächsten Mittwoch statt. wir es erleben, daß jeder Besatzungssoldat eine Devisenbank für sich macht und den Strohmann für ganze Ketten von Geschäften abgibt. Das gleiche gilt aber auch für viele fragwürdige Eristenzen, die unter dem Schutz der Erterritorialitä ftimmungen auszuhöhlen. dazu beitragen könnten, den guten Sinn der gefeßlichen Bea Ungeheuerliche Strafanträge. In der Debatte wiederholte Dr. Renner den gestern im AusJedenfalls bedarf es äußerster Strenge. In den stellung sie aber als Landesverrat verfolgt. Eben erst Im Fechenbach- Prozeß je 15 Jahre Zuchthaus beantragt! Chiemsee einige tausend Gewehre beschlagnahmt erleben wir es, daß einer solchen Geheimorganisation am 3m Münchener Landesverratsprozeß beantragte der werden, aber bereits in der folgenden Nacht durch einen Staatsanwalt, den Angeklagten Fechenbach wegen eines voll- Gewaltstreich ipurlos verschwinden. Das sind Börsenblättern kommt ganz unverhohlen zum Ausdruck, daß endeten und wegen eines versuchten Verbrechens des Landes- freilich Rechtszustände", die sehr das Licht der Deffentlichkeit die Banken ihr Bestes daransehen werden, um gegen jeden verrats zur Höchst strafe von 15 Jahren Zuchthaus, zu scheuen haben, und da bgreift man es schon, daß die Mit- Eingriff in den Devisenverkehr anzufämpfen, sei es offen, fei Gargas wegen vollendeten Landesverrats ebenfalls zu schuldigen dieser Zustände den hinter Zuchthausmauern zu es mit stillem Widerstand. Verdanken wir es doch in erster 15 Jahren 3uchthaus und Lemble wegen versuchten begraben suchen, der in sie hineinleuchtet. Landesverrats zu 14 Jahren Zuchthaus zu verurteilen, Dr. Thimme für die Angeklagten im Fechenbach- Prozeß. außerdem fämtlichen Angeklagten wegen ehrloser Ge. sinnung die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre abzu- München, 12. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Nach der Be ertennen. In seinem Plädoner beschuldigte der Staatsanwalt weisaufnahme erfolgte die Bernehmung des Sachverständigen Dr. alle drei Angeklagten, aus ehrlofer Gesinnung ge- Thimme. Der Sachverständige führte aus, daß nach seiner Anhandelt zu haben. Ferner sprach der Staatsanwalt ausdrücksicht die Veröffentlichung der Erzberger- Denkschrift Deutschland lich sein Bedauern aus, daß die Höchftstrafe in diesem Falle teinen Schaden zugefügt habe. Das Bekanntwerden des tur" 15 Jahre Zuchthaus betrage. Dieje Straße sei für Ritter- Telegramms fonnte Deutschland bei einer neutralen Macht Fechenbach und Gargas viel zu gering. markt einreißen konnte, nachdem sie es gewesen sind, die jede Linie den Banten, daß überhaupt die Anarchie am Devisengemeinwirtschaftliche Regelung bekämpft haben. Und es find auch andere Fälle bekannt, die deutlich genug belegen, day Banken sehr gut im Firmenschild die Worte Deutsch" uns National" führen können, dabei aber ihre wahre Heimas in Amerika, dem Lande des Dollars, haben. Auch der Reichsverband, der sich wohl nur irrtümlich Reichsverband der schädigen. Sein Inhalt sei jedoch kein Geheimnis mehr ge- deutschen Industrie nennt, forderte feine Mitglieder ganz Mit diesem Strafantrag stellt sich der Charakter des wesen, als Fechenbach das Telegramm weitergab. Fechenbach habe unzweideutig zum Erwerb fremder Zahlungsmittel auf, der Fechenbach- Prozesses als eines R a cheprozesses gegen den die Berichte über die bayerischen Geheimorganisationen nicht aus das Einfen der Mart nur beschleunigen fann. Eine endgültige ehemaligen Sekretär Eisners ganz flar heraus. Der Stra Gewinnsucht geschrieben. Sie feien zu erklären aus Fechen- gefeßliche Regelung ist denn auch beabsichtigt; sie wird aber antrag ist eine Ungeheuerlichkeit, nachdem selbst der fonfer- bachs politischer Gesamtanschauung und seiner Sorge um die Er- Den vornherein diejenigen Ergänzungen der Verordnung vative Sachverständige Dr. Thimme Fechenbach bestätigt haltung der Reichseinheit. Fechenbach sei politisch sehr begabt, bringer müssen, die ihre Durchführung erleichtern. Viele Debatte, daß die von ihm an die Auslandspresse gegebenen D logisch, flar und besonnen, zuweilen freilich auch temperamentvoll. oifenfäufe erfolgten bisher sozusagen als Notwehr gegen die fumente teils für Deutschland nicht schädlich, teils schon be- Es handelt sich bei Fechenbach um eine Persönlichkeit von Bedeu- Geldentwertung. Bliebe es bei einfachem Verbot des spekulafonnt waren. Unwillkürlich wird man auch zu einem Ber- tung, die durch flares Erkennen der Tatsachen ausgezeichnet sei. Das tiven Devisenhandels, so würde sich die Industrie und der gleich mit den Strafanträgen im Rathenau- Prozeß Rotterdamer Bureau sei nicht ein Spionagebureau, sondern ein Handel mit anderen wertbeständigen Anlagen zu helfen suchen, gedrängt. Hier, wo ein Minister gemeuchelt wurde, hat der politisches Informationsbureau. Gargas' Arbeiten machen insbesondere mit der Kapitalanlage in wertvollen AuslandsDberreichsanwalt gegen feinen einzigen Angeklagten mit den Einbrud wissenschaftlicher Gediegenheit, Lemble 1- aren, deren Einfuhr aber uns wieder Devisen kostet und daAusnahme des direft an der Morbtat beteiligten Techom dagegen habe Tatarennachrichten verbreitet. her den Markt belastet, aus diesem Grunde also auch den Kurs derartige Strafen beantragt. Auf fünf bis sechs Jahre Dem Vorsitzenden war dieses fachliche Gutachten des der Mark drücken muß. Um das zu verhindern, ist es erforderBuchthaus lauteten die Strafanträge gegen die Beihelfer zum politisch rechtsstehenden Dr. Thimme augenscheinlich unbequem. lich, daß eine wertbeständige Anlage in einem beutMorde. Dagegen im Münchener Brozeß, wo im schlimmsten Er unterbrach den Sachverständigen andauernd mit Fragen, von fchen Papier ermöglicht wird. Darum follte man mit der Falle journalistische Indiskretionen die Tathandlungen sind, denen viele reine Suggestivfragen waren. Dazwischen erging sich herausgabe von Goldschatzwechseln nicht einen Tag länger die mit einer Tat wie dem Rathenau- Mord überhaupt nicht der Borsigende in politischen Plädoyers, in denen er zögern, als es notwendig ist. Weiter aber liegt es auf der in einem Atem genannt werden können, verlangt der Staats Eisner wiederholt einen„ bewußten politischen Urkundenfälscher" hand, daß bei der gegenwärtigen Verfassung der deutschen anwalt Strafen, die gleichbedeutend mit Eristenzvernichtung nannte und Erzberger vorwarf, dieser habe das Eisenbahn- Wirtschaft rein finanzpolitische Maßnahmen nichts nüßen der Angeklagten sind. material und die deutsche Handelsflotte widerstandslos der Entente fönnen, wenn sie nicht auch durch weitgehende wirtschaftsAber freilich: Die Angeklagten haben auch über die be- ausgeliefert. Außerdem erklärte der Borsigende abermals, daß sich politische Eingriffe unterstützt werden. Unter allen maffneten Geheimorganisationen berichtet, das Gericht felbft für fachkundig( man fieht wie!) halte. Umständen muß die Einfuhr auf das unbedingt notwendige über die Selbstschuhverbände, mit denen die bayerische Regie- Dem Sachverständigen wurde fernerhin unterstellt, er habe sich von Maß beschränkt werden, und wir dürfen es nicht wieder errung angeblich nicht das mindeste zu tun hat, deren Bloß- einem Bekannten Fechenbachs beeinflussen laffen. | leben, daß die Spiritusfabrikation den Markkurs ins Wanten nervösen bringt. Es muß eine flore und eindeutige Außenhandelspolitik getrieben werden, die alle überflüssigen Waren vom Inlandsmarft abhält, auf der anderen Seite aber die Ausfuhr auf das lebhafteste unterstützt, um die deutsche Handelsbilanz zu verbessern. Der Devisenmarkt muß auf seine volkswirtschaftlich notwendigen Funktionen beschränkt, jedes gewissenlose Spefulantentum rücksichtslos bekämpft werden. Wenn diese Boraussetzungen gegeben sind, dann hat es auch einen Sinn, bei Budungen des Marktes mit großzügigen Stügungsaftionen für die Mark einzugreifen, die ebenfalls vorher sorgfältig vorbereitet sein müssen und die nicht dann erst beraten werden dürfen, wenn das Haus schon brennt. Und man wird nicht davor zurückschrecken dürfen, die einzige Reserve, die Deutschland im Kampf gegen das Währungselend noch hat, nämlich den Goldbestand der Reichsbant, anzugreifen, um schlimmeres Elend zu verhüten. Vor allem müßte aber auch die Reichsbank alle Mittel. im Notfalle die Kredit fperre, gegen folche Banten anwenden, die noch jetzt fremde Depijen beleihen und so die Spekulation begünstigen. Die Ursachen der Markkatastrophe. * die Anschaffung der neuen Reichsfahne untersagt und die Aba Hirsch auf die Ursachen ein, die nach der Auffassung der ReichsIn einer Rede vor Pressevertretern ging Staatssekretär Dr. änderung der alten Fahne in die neuen Farben widerraten habe. regierung zu der fatastrophalen Erscheinung am Devisenmarkte geDie Deutsche Tageszeitung", eisenstirnig wie immer, ist über führt haben. Die Hauptschuld an der Entwertung der Mart hatte die Haltung des Vorwärts" im Falle Stubenrauch sehr unzufrieden. bereits seit langem unsere deutsche Zahlungsbilanz, und zwar sowohl Sie hat natürlich kein Bort des Staunens oder der Mißbilligung die Handelsbilanz( das Verhältnis zwischen Ein- und Ausfuhr) und dafür, daß ein Primaner, der Mordpläne gegen Minister schmiedet die reine Zahlungsbilanz. Schon zu einer Zeit, als Deutschland noch von der Schuldisziplin unbehelligt- weiter auf Staatstoften ausfeine Reparationszahlungen zu leisten hatte, hatten wir eine Mark- gebildet wird. Dagegen verübelt sie es Herrn Fehrenbach sehr, verschlechterung als Folge unserer passiven Handelsbilanz. Als dann daß er es gewagt hat, als Beisiger des Staatsgerichtshofes auf die vom Mai 1921 ab die Reparationszahlungen einsetzten und zugleich auch die Bassivität der Handelsbilanz flieg, erlebten wir den ersten verheerenden folgen dieser Art Schulpolitik hinzuweisen. Herr Sturz der deutschen Mark, der Dollar frieg von 60 im Mai 1921 Fehrenbach hätte dafür vom Vorsitzenden einen Rüffel bekommen auf 300 im November. Während im Laufe des Dezember 1921 eine follen. Das ist ganz im Stile des Blattes gesprochen, das feinerleichte Erholung auf 180 bis 200 eintrat, stieg der Dollar zur Zeit zeit die gerichtliche Verfolgung des Genossen Scheidemann verlangte, von Genua wieder auf 250 bis 300. Die Ermordung Rathenaus und die anschließenden innerpoliti. weil Genoffe Scheidemann sich gegen den Blausäureattentäter zur Die Ermordung Rathenaus und die anschließenden innerpoliti: hen Ereignisse wurden dann die Hauptursache für die katastrophale Behr jetzte! An Perversität des rechtlichen Empfindens fann fobald mit der„ Deutschen Tageszeitung" nichts konkurrieren. Entwertung der Mart bis 2000. Durch den Rathenau- Mord schwand das Bertrauen auf die deutsche Mark im Ausland und ebenso im Inland; es setzte eine Flucht aus der Mark Reichsrat und Umlagepreiserhöhung. Berlin war Eine solche Gesamtheit von Maßnahmen allein verbürgt den Erfolg, der das Aufgebot der Kraft wert ist. ein, ohne daß von einem organisierten Prozeß die Rede sein Unter dem Borsiz des Reichsernährungsministers beschäftigte Das Ausland, das jetzt wieder mit einer neuen Finanzkontrolle fann. Diese Flucht aus der Mart" äußert sich im Auslande bisher fich der Reichsrat am Donnerstag mit der Vorlage über die Preise droht, wird sich durch den Kampf Deutschlands gegen das noch nicht so sehr in einem Verkauf der Mart, sondern vielmehr in für das erste Drittel der Getreideumlage. Ohne Erörterung wurde Währungselend dahin unterrichten lassen müssen, daß Deutsch einem Streit der Marttäufer", wie Rathenau sich in bie Vorlage angenommen. Danach betragen nunmehr. land feinen betrügerishen Bantrott betreibt, Mart immer mehr verloren, wir beobachten seitdem eine indirekte die Preise für Roggen 20 500 M., für Weizen 22 500 M., für Gerste Genua ausdrückte. Auch im Inlande ging das Vertrauen zu der daß schon deshalb eine verschärfte Finanzkontrolle nur ver- und eine direkte Flucht in die Devise. Die indirekte Flucht vollzieht 19 000 m. und für Hefer 18 000 m. pro Tonne. Diese Preise be bitternd wirken und der Regierung die Arbeit erschweren, fich in Sachwerte, in Waren, und zwar in zunehmendem Maße tragen ein Drittel derjenigen, die am 2. Ottober im freien Handel wenn nicht unmöglich machen würde. Die Maßnahmen, die in ausländische Ware wie Kleidungsstüde usw., was wiederum mehr erzielt wurden. Der Regierungsvorschlag wurde mit 47 gegen jetzt getroffen werden, haben mit der Erfüllung der Barzahlun- Devisen beansprucht. Wenn dabei die immer höher steigenden Preise 13 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die Vertreter gen an die Entente, nicht das geringste zu tun. Sie sind das eine immer größere Zahl von Käufern nicht mehr mitkommen laffen, Sachfens, Hamburgs, Medienburg- Schwerins, Aufgebot der letzten Kraft, um das durch die verfehlte Politik fo bedeutet das einen sehr zweifelhaften Heilungsprozeß; zumal Braunschweigs, Anhalts und übeds. gegenüber Deutschland nun einmal heraufbeschworene Miz andererseits eine ſtarfe lle berversorgung des Bolles und U. frauen gegen die Mart einigermaßen zu beseitigen. Es fann eine starte Uebere infuhr eingetreten ist, was wiederum die in der Sitzung nicht vertreten. 1. a. wurde noch die Berordnung über die Leuerungszuschüsse für Militärrentner, die eine wesentliche daher keine Rede davon sein, daß hier Goldwerte in die Hände Nachfrage nach Devisen bei verringertem Angebot gesteigert hat. Neben diefer indirekten Flucht in die Devise haben wir die Erhöhung bringen, angenommen. Die Zuschüsse sollen ab 1. Of. der Entente gespielt werden sollen, wie das von gewisser, offen- direkte. Die Fakturierung in Auslandswährung beim Auslandsver- tober gezahlt werden und betragen für vaterlose und elternlose fundig am Devisenhandel interessierter Seite ausgefprengt fehr feste fich in letzter Beit mehr und mehr auch im Inlande Baisen, für Schwerbeschädigte und Hausgelbempfänger, die für wird. Jezt geht es um mehr, nämlich um das Recht des durch, nicht nur bei der Fakturierung, sondern auch bei der Zahlung Kinder zu sorgen haben, 1200, 1800 und 1000 m. Boltes auf Leben. Und dazu bedarf es eines eni- selbst. Bom Handesverfehr ging diefes Verfahren allmählich über in schiedenen Borgehens gegen alle diejenigen, die durch gewissen den inländischen Geschäftsverkehr. Gleichlaufend haben wir lofe Treibereien der Entente noch geholfen haben, unsere Wäh- eine Flucht der Ersparniſſe in ausländische Zahlungsmittel. Als Schiedsspruch für die Magistratsangestellten Gesamterscheinung erlebten wir so in jüngster Zeit, daß die deutsche rung zu vernichten und jetzt fürchten, daß ihnen die Felle Einnahme an Devisen nicht nur die notwendigen Ausgaben an devonschwimmen und daß fie auf den hochgetriebenen Devisen- Devisen für die Einfuhr und die Schuldenzahlung decen soll, sondern furfen sizen bleiben fönnten. gleichzeitig auch den inländischen Verkehr an Zahlungsmitteln. Zur Notverordnung gegen die Spekulanten. Dieser Zustand ist auf die Dauer natürlich unerträglich und unmöglich. Auf der einen Seite hat als Folge dieser EntWie die PPN. hören, hat zu der Berzögerung der Rotverord- widlung die Spartätigkeit beträchtlich nachgelassen; andererseits er nung gegen die Denisenfpetulation, deren Entwurf vom Reichswirt folgt die Kapitalsbildung nur mehr in Sachwerten. Die Bildung des schaftsministerium schon vor etwa 4 Wochen dem Kabinett vorgelegt mobilen Betriebskapitals, das neben dem Anlagefapital unwurde, der Umstand wesentlich beigetragen, daß eine Notverordnung bedingt notwendig ist, wird immer stärfer beeinträchtigt nach Artikel 48 der Verfassung nur erlassen werden kann, wenn die Um all diesen ungefunden und unhaltbaren, und auf die Dauer öffentliche Sicherheit und Ordnung bedroht ist immer fatastrophaler wirkenden Erscheinungen im deutschen Mirt schaftsleben zu begegnen, hat sich die deutsche Regierung nunmehr zu Erst als die Devisensteigerung einen solchen Umfang angenommen bur greifenden währungspolitischen und wirt. batte, daß die Reichsregierung nach dem Gutachten der zuständigen fchaftspolitischen Maßnahmen entschlossen, um m die Gefahr von Unruhen unmittelbar als gegeben anfah, aus innen- und außenpolitischen Gründen eine Gesunbung des deut glaubte fie den Weg der Notverordnung beschreiten zu können. Zur schen. Wirtschaftskörpers herbeizuführen. Ueberwachung der Durchführung der Notverordnung sind die Reichsbankstellen bestimmt, nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, die Außenhandelsstellen. Das hängt damit zusammen, daß im befeßten Gebiet Außenhandelsstellen teils nicht vorhanden sind, teils unter Ententefontrolle stehen. Die Reichsbant selbst wird indessen die in der Notverordnung vorgesehene gewissermaßen polizeiliche Aufsicht über den Devifenverfehr nicht ausüben, weil sie fürchtet, dadurch das Bertrauensverhältnis zu ihren Kunden zu beeinträchtigen. Gleichzeitig mit der Notverordnung gegen die Devisenspekulation sollte nach dem ursprünglichen Plane die Ausgabe von Gold sch abwechseln des Reiches erfolgen. Das Reichsfabinett wollte jedoch hierüber nicht Beschluß fassen, ehe eine Aeußerung des Reichsfinanzministers vorliegt, der gegenwärtig noch zur Rur in Riffingen weilt. Staatssekretär Dr. Schröder dürfte sich alsbald dorthin begeben, und sofort nach seiner Rückkehr werden die Beschlüffe auch über Ausgabe von Goldschazwechseln gefaßt werden. An die früheren Freiheit"- Lefer! Der Schluß des Romans„ Der Entgleiste" ist im Drud erfchienen und wird den Berliner Beziehern in den nächsten Tagen durch die Botenfrau nachgeliefert. Die Postabonnenten, welche die Zusendung wünschen, bitten wir um Adreifenangabe, foweit dies noch nicht geschehen ift. Borwärts- Berlag. Plakatwand. 117 Berliner Notizbuch. Bon Bruno Frei. Völlig nadi.... Der Fall Stubenrauch. Eine Anfrage der Sozialdemokratie. Die Landtagsfraktion der Bereinigten Sozialdemokratie hat eine große Anfrage eingebracht, die Auskunft darüber wünscht, warum gegen den Primaner Hans Stubenrauch, der wiederholt Mordabfichten gegen Rathenau geäußert und Mordpläne ausgearbeitet hatte, nicht einmal im Wege der Schuldisziplin eingeschritten worden ist. Die Anfrage nimmt Bezug auf die Aeußerung des Beifibers am Staatsgerichtshof zum Schuße der Republik Fehrenbach, daß durch diese Handhabung der Schulzucht gewiffe Schulanstalten zu einer öffentlichen Gefahr würden. Außerdem liegt noch eine Anfrage der Sozialdemokraten im Landtag vor, weswegen der Rultusminister der Universität Bonn spruchsvolle Arbeiter geht durch diese Halle, schaut alles genau an, freut sich über das Gelernte und fragt am Ende frech wie der Blebejer nun einmal ist ist dies die ganze Arbeiterwohlfahrt, die ihr zu verzapfen habt? Arbeiten und sich nicht die Finger schneiden? Die Antwort feines taiserlichen Herrn prangt an der großen Glaswand, die die Halle häßlich, wie alles aus der wilhel minischen Zeit, abfchließt: Die Glasmalerei stellt drei große engel. artige Figuren dar. In der Mitte lieblich und verheißungsvoll die Religion, rechts davon die Geduld und links die Ge. rechtigteit. Alles zur Bekräftigung der Arbeiterwohlfahrt. Und der Diener beklagt sich, daß die Arbeiter immer mit diesen roten Hezzblättern herumloofen... Herbstlicher Tiergarten. In dem Streit zwischen dem Magistrat und dem 3d. um die Besoldungsordnung für die städtischen Hilfsangestellten wurde gestern ein Schiedsspruch vom Schlichtungsausschuß abgegeben. Eine Bersammlung der Funktionäre der Angestellten am gefirigen Abend nahm zu diesem Schiedsspruch Stellung. Krüger berichtete über die Berhandlungen und befaßte fich insbesondere mit dem Berhalten des Magistratsvertreters Dr. Bollbrecht. Derselbe habe sich in gehässiger Weise gegen die Organisation der Ringestellten gewandt und mit allerlei Berdrehungen operiert. Schließlich fei er, nachdem sich die Kammer zum Spruche zurüc gezogen hatte, an die Vertreter des 3d2. mit der Frage heran. getreten, ob es denn nicht möglich sei, fachlich zu verhandeln. Das eben habe er durch seine Taftit verhindert. die Gruppen und Bezüge der Hilfsangestellten an die der städtischen Der Schiedsspruch geht dahin:" Der Magistrat ist verpflichtet, Beamtenbesoldungsordnung anzupassen. Es wird jedoch empfohlen, Besoldungsordnungsregelung abzuwarten." die Redner schlägt vor, sich mit diesem Beschlusse vorläufig abzu finden. Auch in der Aussprache wurde fein anderer Borschlag ge macht. Die Aussprache zeigte jedoch, daß auch hier infolge tom munistischer Treibereien das Vertrauen der Mitglieder zur Organi fation zu untergraben versucht wurde. Insbesondere murde auch die Rolle, die die Union der Hand- und Kopfarbeiter die Gesamtsituation, forderte zu fefterem Zusammenhalt auf und dabei spielt, ins rechte Licht gerüdt. Schmidt schilderte eingehend bezeichnete den Schiedsspruch als einen wertvollen moralisgen Erfolg, der sich nach Erledigung der Streitpunkte zwischen Magistrat und Finanzministerium über die Besoldungsregelung zeigen werde. mitgeteilt wird, hat der Präsident der französischen Republik von Begnadigung der lehten deutschen Gefangenen. Wie dem WTB. ben noch in Toulon zurüdgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen 22 polltommen begnadigt und die Strafe der übrigen vier im Gnadenwege gemindert. glühende Rolle so scharf, daß die lehte schauspielerische Größe er reicht scheint. Ihr Partner Scheidel ist dabei weniger der be. geisternde Brophet, ais( bei aller stimmlichen Größe) der falte De flamator einer ihm zugeschnittenen Idee. Die Aufführung uns: Schillings mar ftraff und flanglich fein gestuft, das Bühnen bilb Birhans traditionell würdig in Architektur und Beleuchtung. R. S. Bolkskunst. Das Bezirksamt Lichtenberg veranstaltete gestern einen Einführungsabend der Volkshochschule Groß- Berlin im Festsaal des Cecilien- Lyceums, Rathausstr. 8. Neben anderem wurden auch Arbeiten der Arbeitsgemeinschaft für prattifche Runstübungen" gezeigt. Diese Arbeitsgemeinschaft, deren Leiter der Maler und Bolkshochschuldozent AleganBom Rundblick der Siegessäule überblickt man den weiten röt. der Müller Lichtenberg ist, sieht ihr Biel nicht im Schaffen erbliat man das Unwesen der deutschen Reaktionsbestie, durch ein fich- gelben Laubwald des Tiergartens. Die Blätter fallen und be- von Werken der sogenannten" hohen Kunst", d. h. fie will nicht Plakat, das diefer Tage an einigen Litfaßsäulen Berlins angeschlagen decken, eine Beute der Verwesung, die Alleen, durch die der falte Bilder malen oder Statuen modellieren. Ihr Betätigungsfeld ist war. Böllig nadt giert es in mächtigen Lettern von der Oktoberwind froftündend weht. Es wird Winter werden. Bornehm die häusliche Kunstpflege. Bon schlichten handwerklichen Der Menschenström hält an. Unreife Burschen drän tuende Spazierreiter und reiterinnen führen, ein Bild der Behag. Grundlagen ausgehend, zeigt der Leiter den etwa 20 Teilnehmern gen mit stodenbem tem vor um auch das Kleingedruckte lefen zu lichkeit, ihre Pferde vom Nachmittagsritt heim. Die greffen Bichter der Arbeitsgemeinschaft, wie fie fich im eigenen Heim einen Kulturfönnen. Also doch! Das gibt es? Hier wird es öffentlich anges des Korfos am 300 bligen auf. Das Bergnügungsgeschäft beginnt. treis schaffen tönnen. Er ermedt in ihnen das Gefühl für die Unpriesen. eine Nadttänzerin! Was fost es? Dann liest man: steht bald die schaffende deutsche Bevölkerung da, wenn sie Die Sattheit fucht, appetitliche An- und Aufregung. Hier blidt schönheit, ben verlogenen Talmiprunt und die Unzwedmäßigkeit der steht balb die schaffende deutsche Bevölkerung da, wenn fie man dem Winter forgios entgegen. Weich ist der Bfühl des heute heutigen Wohnungseinrichtungen und des sie verunstaltenden melter bulbet, daß die jüdische Ausbeutung das letzte Hemd usm. maer denkt an morgen? Uebermorgen Er unterweist fie in gemeinsamer Arbeit, bei der Darum tretet selbstverständlich! was ist das? Winter? Schmudes". der Deutschsozialen Bartei bei! Gezeichnet- Stunze... Also Knüppeltunze nüßt Wir find versorgt! einer den anderen fritisiert und unterstüßt, mit geringen Mittein auf seine Urt- bie Dollarhauffe aus! Er macht Bogromheze mit öden Straßen der Arbeit, wo Ruhe nur eine dumpfe Schlafpause und fünstlerisch empfundene Gestaltung zu beredeln, neues zu Draußen, im Norden der großen Stadt, in den unermeßlichen, felbst die unscheinbarsten Dinge der lingebung durch erfinderische erotischem Borgeschmad, fo gut wie jeder andere Birtusausrufer. ist zwischen Arbeit und Arbeit- da hodt die Gorge in den Straßen, schaffen und alles nach ästhetischen Gesichtspunkten zu ordnen. Diefe Den Bemerkenswert an der Sache ist nur die seelische Bereitschaft seines da nistet sie in den Hausfluren. Verzweifelt bliden Arbeiterfrauen Arbeit eröffnet meitefte Perspektiven: Wirtschafts- und Produktions Sublitums benn er muß es doch fennen! wirtschaftliche Not, auf, den zerronnenen Verdienst in den Händen. Niemand kann es largelegt und auf ihre bestimmenden Ursachen zurückgeführt. Ge fragen werden gemeinjam erörtert, hiftorische Entwicklungsreihen Politit, Judenverfolgung und Nadtheitstigel aus einem Topf zu effen. Und in der Tat: Der Blutrausch der weißen Bestie ist eine verstehen. Es ist ein boshaftes Geheimnis um die Geldentwertung. Fühl für echte Materialbehandlung und Erfindungsluft find die Abart der Psychopathia ferualis; das wird noch festgestellt werdenſt es Lücke oder Schicksal? Angstvoll und sorgenschwer drückt der Grundlagen der praktischen Arbeit, von der bie fleine Ausstellung müffen. Wie überall hinter dem meißen Mordmesser Sadismus und Kummer. Die Kinder find hungrig. Wir werden frieren Der frante Büsternheit verwüstend und schändend einherziehen oder Winter fommt... Der Dollar steht auf 2625...!!! fehr intereffante Beispiele zeigte: geftidte Deden und Rissen, be zumindest einherziehen möchten das ist kein Zufall. Es bemalte Kleider, geschnigte Kaften, Spielzeug usw. Alles ehrlich emp weist dem Blinden, in welchem Verhältnis die Reaktion zur Kultur funden und gründlich durchdacht und aus dem billigsten Material, steht. Diese Vermengung von Segualität und Politik in der KundStoffreften, Wellfäden, schlichten Holzbrettern usw. hergestefft. machung einer Partei, dieser erotische Köder zu politischem Fisch Staatsoper nicht, neue Werke herauszubringen. Das Ensemble der plastischen Schmuckmotive entstanden find, gegenstandslofe fleine Staatsoper: Salome". Die finanzielle Not erlaubt es der Einice Zeichnungen deuten darauf hin, wie die malerischen und fang, läßt tief blicken. Böllig nackt steht das scheußliche Ge Spenst da und siehe, es ist nur jämmerlich. Holt den Irrenarzt! Soliften ist zudem faum so lange und fest beieinander, daß man Malereien dienen der Pflege des rhythmischen Linien- und Farben mehrere Monate auf eine einzige Aufführung verwenden fönnte. finnes. Wir werden demnächst über die Methode Müllers und feine Kaiserliche Sozialpolitik. Bas früher heftig getadelt wurde, fann heute nur noch schmerzlich Lichtenberger Arbeitsgemeinschaft ausführlicher berichten, heute mag In der Fraunhoferstraße gibt es eine Ständige Ausstellung für bedauert werden. Schillings arbeitet unterdessen das alte Repertoire es genügen, weitere Kreise der Berliner Arbeiterschaft auf dieses Arbeiterwohlfahrt". Man freut sich, daß es so etwas gibt. Wie auf und gestaltet es darstellerisch interessant durch Gäste, szenisch durch sehr wichtige Unternehmen hinzuweifen. Die Ausstellung selber war mächtig und wie wichtig ist das Gebiet! Arbeiterwohlfahrt, das ist die Phantafie der Regiffeure und Maler Das ist ökonomisch und leider nur em gestrigen Abend zu sehen. Boltswohlfahrt. Die einzige Aufgabe, die einer Regierung Daseins flug, auf alles andere wollen wir mit Sehnsucht still warten. Zwischen berechtigung gibt. Hier aber lernt man verstehen, wie fich die kaiser- die Gastspiele Bohnen und Schwarz schob sich ein Gastspiel Kemp liche Regierung die Ausstellung ist eine alte Reichsanstalt die ein. Das übervolle Haus ehrte den Star und jubelte ihm zu als Wohlfahrt des arbeitenden Bolles vorstellte. Da sieht man in einer dem bedeutendsten Menschen dieser an Individualitäten nicht reichen großen Halle zahlreiche Maschinen aus allen Zweigen der Industrie. Bühne. Ihre Salome ist ein einziges, nach Musik und Wort geSchiffahrts- und Bergmertseinrichtungen, Baugerüste, furz jede Art gliedertes Spiel der Leidenschaft. Aus Weiblaune wird Trieb, aus Arbeit in ihrer Betriebsform. Trieb Wille und Trok, aus verlegtem Ehrgefühl Rachsucht. Mit der Jebe Maschine und jeder Betrieb ist mustergültig nach den ge- feurigsten Straußmufit wiegt und dehnt sich der Leib, werfen sich werbepolizeilichen Borschriften eingerichtet, mit auen Sicherheitsmaß- Arme in die Luft, frümmen sich im Krampfe, rufen zum Alarm. nahmen, die die Ingenieure empfehlen, um Unfälle zu vermeiden. Keine Note, keine Sefunde bleibt unerfüllt Die Angewohnheit, für Ein großes Museum der technischen Sicherheitseinrichtungen ist diese fich selber, in fich hinein zu fingen, wird schnell unter dem Brio des Halle, Sehr belehrend, fehr wertvoll, fehr müßlich! Aber der an- Orchesters abgelegt, und schließlich deden fanatisches Weib und 11 J. G. Museumsführungen. Wie im bei floffenen Winter, finden auch an den fommenden Sonntagen vormittags 9-11 Ubr brungen durch die staatlichen Mufeen unter der Leitung wiffen chaltlicher Beamten statt. Die Runft von Byzanz) und in der neu eröffneten Borgefdichtlichen Reihe beginnt am 15. Dftober im Ratler- Friedrich Museum abteilung im alten Runstgewerbe- Museum( Uebersicht über die vorgeschichtliche Kulturentwidlung Europas). Einlah farten am Eingang der genannten Museen erhältlich. fand sich ein Manuskript Selbstbiographie Richard Dehmels. Jn Richard Dehmels Nachlaz Dehmel- Gesellschaft erfcheint bas Heine Bert jest als Handschrift gebrudt, Mein Leben". Als zweiter Drud der herausgegeben von Gustab Kirstein, Alfred Mombert und Robert Betfch. Poincaré dankt Lenin! Urquhart gegen die Sowjetregierung. Condon, 12. Oftober.( D. E.) Die heutigen Londoner Blätter Kritik an Poincarés politik. Bereits in einer Debatte furz vor den Parlamentsferien hatte Favre ähnliche Gedankengänge, wenn auch viel vorsichtiger, Paris, 12. Oftober.( EE.) Die Rammer trat heute nachmittag entwickelt und war von der Kammermehrheit buchstäblich wieder zufammen. Der Präsident Raoul Péret verlas die eingebrachten 45 Interpellationen. Die Regierung wünschte die so for: niedergebrüllt worden, die ihm seine Offenherzigkeiten veröffentlichen Erklärungen Leslie Urquharts, der in scharfer Form tige Debatte über die Interpellation über ihre auswärtige um fo weniger verzeihen konnte, als er einst selbst dem Natio- gegen die Nichtratifizierung feines Bertrages mit der Sowjetregie rung Stellung nimmt. Nicht geringer als für ihn selbst sei die und allgemeine Bolitit. Zunächst tadelte der radikale Abgeordnete nalen Blod angehörte. Es bleibt nun aus den ausführlicheren Enttäuschung für Kraffin, Litwinow, Tichitscherin und zahlreiche Margaine die schlechten Folgen der Politik gegenüber Ruß- Sigungsberichten abzuwarten, wie die nationalistische Parla- andere Sowjetführer gewesen, die an der Ausarbeitung des Ver= land. Sodann wandte er sich den Drientangelegenheiten zu und mentsmehrheit diesmal auf eine Rede reagiert hat, in der trages angestrengt gearbeitet und die sofortige und automatische sprach gegen die Zurückziehung der französischen Truppen aus der zum erstenmal u. a. an dem Bunderglauben einer Erfeßung Ratifizierung für gesichert gehalten hätten. Als fie aus politischen Rane von Tschanat. Er wurde von Poincaré mit den Wor- der französischen Militär- und Kriegerwitwen Rücksichten für die Nichtratifizierung eines rein wirtschaftlichen Ver ten unterbrochen: Dies war eine Snitiative, die ergriffen zu haben pensionen durch Deutschland gerüttelt wird. trages fiimmien, hätten die Führer Rußlands indessen nicht bedacht, mir zur Ehre gereicht. Sie trug wesentlich zur Aufrechterhaltung des daß kein Geschäftsmann einem Lande, in dem derartiges geschehe, Friedens bei. Bertrauen schenfen könne. Biederum werde man in der ganzen Welt die Aussichten auf Betätigungsmöglichkeiten in Rußland als hoffnungslos betrachten. Rußland müsse einsehen, daß es vomt Die französisch- ruffische Annäherung. Auslande teine finanzielle Hilfe und nicht einen Benny englischen Mostau, 12. Oftober.( WIB.) Heute hat Herriot feine Rapitals zu erwarten habe, solange der Vertrag nicht ratifiziert und Rüdreise nach Paris angetreten. In einer Unterredung mit Mit- bas Bertrauen zu den wirtschaftlichen Abschlüssen der Sowjetregiearbeitern der sweftija" sprach er sich über seine Eindrücke bezüg rung nicht wiederhergestellt sei. Urquhart wandte sich ferner dalich des fortschreitenden Wiederaufbaus Rußlands aus. Die kom. gegen, daß die Fassung des Beschlusses der Sowjetregierung den mende französisch- russische Annäherung werde keine Allianz Ronzession und nicht vielmehr um die Rückerstattung des früheren Eindruck erwecke, als habe es sich um die Erteilung einer neuen der Regierungen, sondern eine Arbeitsgemeinschaft der Besizes gehandelt. Die Ansprüche der Russo- Asiaticbeiden Bölfer sein. Die gegenseitige Entfendung von Handels- Consolidated auf eine Entschädigung von 56 Millionen Pfund delegationen sei der nächste Weg zur Annäherung. Herriot betonte für die Nationalisierung ihrer Betriebe feien durch die Nichtratifinachdrücklich die Gemeinsamfeit der franzöfifch gierung des Vertrages wieder in Kraft getreten. Zum russischen Orientinteressen und teilte das Antwort. Schluß äußert Urquhart die Gewißheit, daß nach Erledigung der störenden politischen Verhältnisse sein Bertrag wieder auf der Tagestelegramm Poincarés auf feine diesbezüglichen Informationen mit, ordnung erscheinen werde. Dies sei auch die russische Auffassung. in dem Poincaré Herriots Standpunkt unterstützt und der Sowjet- Die zwingenden Gründe für den Abschluß des Bertrages bleiben regierung feine Dankbarkeit für den herzlichen Empfang Herriots bestehen. Es handle fich um einen läftigen Aufschub und nicht um übermitteln läßt. Herriot werde in Frankreich eine großzügige einen völligen Bruch. Propaganda für die Wiederaufnahme der französisch- russischen Beziehungen entfalten. Nach Margaine sprach der radikalsozialistische Abgeordnete Albeet Favre. Er erflärte, die aligemeine Regierungspolitik hätte feit neun Monaten ben Nachteil, daß Frankreich in eine heifle Lage geraten sei und der Frieden gefährdet wurde. Was die Reparationsfrage betrifft, so sette Boincarés Selbstbewußtsein feinen Ehrgeiz darin, dort Erfolg zu haben, wo seine Borgänger Mißerfolg ernteten. Da dieser Erfolg aber aus blieb, so erfekte er den Mangel an Ergebnissen mit der Brutalität seiner Haltung. Heute ist die Lage so: Lande die Hält der Ministerpräsident es für möglich, daß Deutschland die Gesamtheit seiner Schulden bezahlen kann? Favre verneint diese Frage. Wenn dem aber doch so sei, warum follte man dann nicht ben mut haben, dies dem Bande zu sagen. Neue Jugeständnisse seien notwendig, besonders in der Frage der Pensionszahlungen. In Frankreich müffe die Wahrheit darüber verbreitet werden, daß Frankreich gezwungen fei, feine Ansprüche zu ermäßigen. Man müsse dem wirkliche Leistungsfähigteit Deutschlands Marlegen. England und die Bereinigten Staaten würden Frankreich nur dann seine Schulden erlassen, wenn sie sehen würden, daß dies in ihrem Intereffe läge. Das heiße, wenn fie die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Wiederherstellung erblicken würden. Gegenwärtig fche man die einzige Möglichkeit, von Deutschland bezahlt zu werden, in der Ausgabe einer internationalen Anleihe. Aber das Geld befindet sich in England und den Bereinigten Staaten und bei den Neutralen. Die franzöfifche Politik müsse also den Ansprüchen dieser Völker entsprechen, die einen dauernden Frieden münschten. Der Redner fommt dann auf die jüngsten Reden Poincarés zu sprechen und stellt fest, daß ohne andere Abmachungen mit den Allierten Deutschland nur das zahlen werde, was es zahlen wolle und zwar in dem Maße, wie es glaubt, daß es in seinem Interesse läge, fich feiner Schulden zu entledigen. Daß durch den Friedens. vertrag aufgerichtete Gebäude fet teilweise zerstört. Der Weltfrieden war entsprechend dem Versailler Bertrage auf ein enges Einvernehmen zwischen den Alliierten gegenüber Deutschland und Rußland aufgebaut. Allerdings war dadurch Europa in zmei Lager geteilt. Aber der Frieden war erhalten. Was würde Frankreich in fünfzehn Jahren anfangen, wenn es isoliert sei, angesichts eines wirtschaftlich wiederhergestellten Deutschlands, nachdem dies wieber in den Bollbesik feines Kredites gelangt sein werde. Sumal Deutschland eine viel höhere Geburtenziffer aufzuweisen habe, als Frankreich? Es wäre dies die 3erstörung Europas und der Untergang der Zivilisation. Die Sigung dauert fort. * Schon jetzt möchten wir bemerken, daß der Ausgang dieser Debatte gar nicht zweifelhaft sein tann. Poincarés Brestige ist tro3 feiner offenfundigen Mißerfolge in der Reparationspolitik in legter Beit wesentlich gestiegen, weil er sich in der Orientfrise im Gegensah zu Lloyd George als den Friedensretter hinstellen fann, mie überhaupt Frankreich in dem griechisch- türkischen Kriege auf das richtige Pferd gelegt hat. An eine empfindliche Erschütterung der Stellung Poincarés durch die Angriffe dieses oder jenes Interpellanten it daher einstweilen nicht zu denken. Die Ausführungen Faures find jedoch um so bemerkenswerter, als sie von einem ehemaligen Mitglied der Regierung Clemenceau stammen und weil sie fich mit einer auf bürgerlich- franzöfifcher Seite bisher noch nicht beobachteten Energie und Deutlichkeit gegen die Ilufionen wenden, die der Nationale Blod feit drei Jahren über die Leistungsfähigkeit Deutschlands unterhält. Ein russisches Dementi. Die Nachricht über die Verhaftung des Zentralausschusses der Gewerkschaftten, die vom Rigaer Korrefpondenten der Times" stammt, wird von der Pressestelle der russischen Botschaft in Berlin als boshafte Lüge bezeichnet. j Beschlagnahmt und wieder gestohlen. Nach einer Meldung des Mib. beschlagnahmten Ententeoffiziere in einer Ortschaft am Chiemfee mehrere tausend Gewehre, die in Schuppen lagerten. In der folgenden Nacht seien jedoch die Besizer der Schuppen über. fallen und die Gewehre gestohlen worden. Dergleichen Bann natürlich nur in einer Ordnungszelle" geschehen! Der Tag der Verteidiger. Ceipzig, 12. Ottober.( Eig. Drahtbericht.) dann plöglich mitten in die Mordvorbereitungen zu geraten, weil Für Gerichtshof und Zuhörer war der Tag der Bere er dem teidiger fein großer, nur ein ermüdender Tag. Das ist gewaltigen Einfluß Kerns und Fischers am wenigstens Schuld der Rechtsanwälte, die sich vor eine unterlag. Daß Kern und Fischer die Tat mit Ueberlegung ausüberaus schwierige Aufgabe gestellt sahen. Wer von ihnen geführt hätten, sei außerordentlich zweifelhaft. Bei Günther könne hätte einen Klienten gehabt, für den er sich mit ehrlicher Her- angesichts feiner psychologischen Beranlagung nicht festgestellt wer zenswärme und Begeisterung hätte einfegen können? Auch den, daß er in dem Bewußtsein die Tat unterstützt habe, daß die der zu Unrecht in die Geschichte verwickelte Bo B, dessen Frei- Gründen fäme für ihn Beihilfe zum Totschlag in Frage Haupttäter fie mit Ueberlegung ausführen würden. Aus beiden prechung vom Oberreichsanwalt felbft beantragt wurde, ist und zwar unter Berücksichtigung mildernder Umstände, die in seiner eben keine Lichigeftalt. Die andern aber, die mehr oder erheblich verminderten zurechnungsfähigkeit, in seinem offenen Geminder Schuldigen? Man hat es in politischen Mordprozessen ständnis und feiner Jugend zu finder seien. erlebt, daß die Angeklagten durch den Mut ihrer Berantwor tung, das lodernde Feuer ihrer Leidenschaft selbst Gegner mit fortgeriffen und zur Achtung gezwungen haben. Aber hier? Man hat noch niemals in einm ähnlichen Prozeß eine ähnlich erbärmliche Gesellschaft auf der Anklagebant gefehen. Ihre Berteidigung war daher gewiß eine undankbare Aufgabe. Für den Angeflagten v. Salomon bat R.-A. Dr. Pohl um Freisprechung. In längeren Ausführungen suchte er nachzus weisen, daß v. Salomon erst durch Stern mit allen übrigen Be telligten bekanntgeworden sei, daß er also keineswegs von vorn Mordplan eingeweiht worden sei, habe die Verhandlung nicht bes herein als Glied einer Kette zu betrachten war. Daß er in den wiesen. Der Verteidiger suchte dann an Hand zweier Episoden, die er, wie er sagte, gegen den Willen seines Mandanten schilderte, Der Justizrat Hahn, den man mit Recht als den Ver- nachzuweisen, daß v. Salomon selbst das Bestreben gehabt habe, teidiger der Deutschnationalen Partei in diesem Prozeß be- öffentlich feine Unschuld zu beweisen. So habe er bei feiner Ber zeichnete, hat sich nochmals bemüht, darzutun, daß die völtische haftung im ersten Moment den Gedanken erwogen, von der neben und antisemitische Bewegung an diesem Morb feine Schulb ihn liegenden Waffe Gebrauch zu machen, habe diesen Gedanken trüge. Er hat damit die Berteidigung desjenigen Klienten wieder fofort fallen gelaffen, und später auf seinem Eisenbahnübernommen, deffen Fall am aussichtslosesten liegt. Jm transport nach Berlin habe er übrigen waren die Verteidiger bemüht, ihre Klienten in der Bewertung ihrer Mitschuld günstiger zu flassifizieren, als der Antläger es getan hatte: Statt Täterschaft Beihilfe, statt Beihilfe Begünstigung; in einzelnen Fällen versuchten fie die gänzliche Unschuld ihrer Klienten nachzuweisen. Dabei hatte der Berteidiger Ilsemanns die verhältnismäßig günstigste Bofition. Am Freitag gehen die Reden meiter. Verhandlungsbericht. ( Fortsetzung aus der Abendausgabe.) der fanatijaje Antisemitismus die Möglichkeit einer Flucht, die fich dadurch bot, daß seine beiden Begleiter fest schliefen, abe fichtlich nicht benutzt. Bon einer Anzeigepflicht fönnte bei . Salomon schon deshalb feine Rede sein, weil er bie objektive Ueberzeugung hatte, Tillefsen hätte Kern von seinem Plan abge bracht. In furzen Ausführungen tam R.-A. Quetgebrune für den Angeklagten Niedrig zu dem Schluß, daß aus rechtlichen Gründen Niedrig wegen Beihilfe nicht verurteilt werden könne. Ob er sich des Bergehens nach§ 139 schuldig gemacht habe, hänge davon ab, ob ihm das Gericht glaube, daß v. Salomon ihm den Mordplan mitgeteilt habe. Die Entscheidung darüber überließ der Berteidiger dem Gericht. Jubiläum von Herman Heijermans. Der bekannte holländische Theaterdichter Herman Heijermans, dessen Hoffnung auf Segen" über zahlreiche europäische Bühnen gegangen ist, begeht in diesen Tagen feine 30jährige Zugehörigkeit zum Theater. In Holland wird Heijermans anläßlich diefes Jubiläums fehr gefeiert. So fand am Sonntag in Rotterdam nach der Aufführung seines Stüdes„ Schafels" BS. Leipzig, 12. Oftober. ( deutsch: Kettenglieber) eine große Huldigung in der. Großen R.- 2. Hahn jagte zur Berteidigung der Le choms weiter, R.-A. Dr. Sad- Berlin bat um die Freisprechung des Anges Shauburg" statt. Die Sozialdemokratische Partei Hollands ließ dem Rern habe das Berbrechen legten Endes aus politischem flagten warnede, da feinerlei Beweis dafür erbracht sei, das Dichter durch A. B. de Beeuw ein Blumenarrangement überreichen,& anatismus begangen. Wenn die Anflage annehme, daß an er sich der Beihilfe oder des Bergehens nach§ 139 schuldig geferner sprach A. A. Lührs im Namen der organisierten Arbeiter von dem Mord auch macht habe. Heijermans Geburtsstadt Rotterdam. Er begrüßte. Heijermans als RA. Bloch- Berlin ergriff dann das Wort zu einem län den Mann der proletarischen Kunst und überreichte einen Lorbeer- der Täter schuld trage, so habe die Berhandlung feinen Beweis geren Bläboner für die von ihm verteidigten Angeflagten Stein. franz mit roten Bändern. Weitere Gaben brachten das„ Rotter dafür erbracht. Ernst Werner Techow fei nicht mittäter, sondern bed, Tillefsen und Blaas. Was Steinbed betreffe, so sei in der damsche Sozialistische Ensemble", die Schauspielvereinigung" union" Gehilfe gewesen. Er habe zu einer fremden Tat Beihilfe leiften, ganzen Berhandlung auch nicht eine einzige, Tatsache hervorge u. a. m. Heijermans dankte in herzlichen Worten und sprach die aber nicht eine eigene Tat ausführen wollen. treten, die Eteinbeck mit dem Rathenau- Mord in Beziehung bringe. Hoffnung aus, fich bald von seinem Direttorposten zurüdzuzichen Bei seinem Bruder Hans Gerd Techow sei Beihilfe Die Bermutung des Anflagevertreters allein und die von ihm anund ganz der Literatur dienen zu fönnen. Aehnliche Feiern fanden nicht erwiesen, es entstehe die Frage, ob er die zur Strafbarteit genommene Wahrscheinlichkeit für eine Beteiligung Steinbeck's dürfe und finden in diefen Tagen in ganz Holland statt, in Amsterdam, erforderliche Einficht nach der Darstellung des Hausarztes gehabt auf feinen Fall als ausreichend angefehen werden, um ihn zu be. Hengelo usw. Unsere Leser erinnern sich, daß Genosse Heijermans hatte. Auch eine Begünstigung liege nicht vor, da bei ihm lediglich ftrafen. Bas ausch längere Zeit Mitarbeiter des„ Borwärts" war. den Angeklagten Tillefsen Bor einem der einheitliche Beschluß bestand, feinem Bruder zu helfen. Der Dugend Jahren war er mit einer eigens zusammengestellten hollänbi- Berteidiger wandte fich dann gegen den Antrag des Oberreichs angehe, der als die heiß umstritterste Berson und martanteste fchen Gastspieltruppe in Berlin, und es wurde im Theater in der anwalts auf Aberfennung der bürgerlichen Ehrenrechte, die, wie Erscheinung bezeichnet worden sei, fo müsse bedauert werden, Königgräger Straße eine größere Anzahl feiner Stücke aufgeführt. er erklärte, ihn tief erschüttert habe, benn die Angeklagten würden daß auch der Oberreichsanwalt betont habe, daß der Name im ErzDie 400. Wiederkehr der ersten Welfumfeglung. Am 8. Sep dadurch zu ehrlojen, feigen Mörder erklärt, die sie berger- Morb, im Scheidemann- Attentat und auch in der vorliegen tember waren es 400 Jahre her, seitdem das erste Schiff den Weg nicht gewesen feien. Sie hätten den Mord aus einer falschen den Mordsache immer wiederkehre. Es sei doch nicht derselbe rund um den Erdball gefunden hatte. Zu dieser Großleistung brauchte politischen Einstellung begangen, um die Machtverhältnisse in Tillefsen, auf dem der furchtbare Verdacht der Ermordung Erzman bamals 3 Jahre weniger 18 Tage. Der berühmte portugiesische Deutschland zu ändern. Deswegen bleibe es aber doch ein politi bergers ruhe. Die Berhandlung habe ergeben, daß Tillefsen, als er Don Berlin atreifte, in seinem Sinn die Gewißheit mitgenommen Seefahrer Magalhaes hatte die Reife im Auftrage Spaniens, fcher Mord. Der zweite Verteidiger der Gebrüder Techow, R.-A. Dr. Sa d- habe, daß die Tat unterbleiben würde. Kronzeuge dafür sei und zwar Raifer Raris V., unternommen. Am 20. September 1519 fegelte er mit 5 Schiffen los, entdeckte im, tommenden Jahre die Berlin wandte sich in längeren Ausführungen gegen die Dar Kriminalfommiffar Göpner, der in anschaulicher Weise das BerFahrt rund um Südamerika herum, wo noch heute die Magelhaes- ftellung des Oberreichsanwalts, daß Ernst Werner Techow als Mit halter Lillessens geschildert habe, als man diesem fagte, Kern und straße seinen Namen trägt. Quer durch die Südfee gelangte er zu täter zu betrachten fei. Techom fei Mitglied der Organisation C., Fischer seien die Läter. Dasselbe gelte für Blaas. Der unselige den Philippinen, wo er im April 1521 im Rampfe fiel. Nur ein die zu verteidigen fein Anlaß bestehe, bei der aber auch nicht ver. Berdacht, der auf Heinrich Tillefsen ruhe, dürfe dem unbestraften einziges Schiff feiner Flotte fehrte nach dreijähriger Abwesenheit in geffen werden dürfe, daß fie in eine fchiefe Lage geraten fei, weil Angeklagten nicht zum Nachteil gereichen. Der Berteidiger schloß die Heimat zurüd. Die erste Erdumfeglung ist eine ber größten fie, obgleich in Oberschlesien für die Republit eingefeßt, später feine Ausführungen, indem er um die Freisprechung von Tillessen und Blaas bat. Taten aller Zeiten. Durch fie wurde zum erstenmal bie Rugelnestalt nicht geschüßt worden fei. Hierauf plädierte R.-A. Dr. Quetgebrune Göttingen der Erde einwandfrei erwiesen, ihre Größe bekannt und weite Meere und Länder erschlossen. Die Gesellschaft für Erbtunde gleichfalls für die These, daß Erift Werner Techow fich nicht des zu Berlin wird am 14. Oftober die Erinnerung an diese Tat Morbes, sondern nur der Beihilfe zur Tat schuldig gemacht habe. burch eine Feftigung begehen, zu der die Reichsbehörden und der Sechow habe in nech nicht vergessenem militärischen Subordina. spanische Botschafter und portugiesische Gefandte eingeladen, find. tionsgefühl dem Kern einfach Order pariert. Zechow ging auf Brof. Dr. Georg Wegener von der Handelshochschule Berlin Draht, wie man fagt. Das sei aber typische Beihilfe. wird die Feftrede halten. Hierauf plädierte noch U.-A. Greving für den Angeklagten Ilsemann. Er schilderte den Angeklagten als einen dur d und durch militärischen Menschen, der nur deshalb nach Deutschland zurücgetommen sei, um wieder in die Marine einzutreten. Sein erstes Verhängnis war, daß er in das Bureau von Bade eintrat, wo er statt eines Agentur- ein Agitations. Für den Angeflagten Günther plädierte R- A. Soll mid. geschäft fand. Das zweite Berhängnis war, daß er dem Rern, Berlin. Er sprach sein Erstaunen darüber aus, daß der Ober. den er immer noch als seinen alten Borgesetzten betrachtete, die Sole Schwarz bat um feiner Anhänglichkeit an die Stätte eine reichsanwalt Günther in so farfen Werten charakterisiert habe, Maschinenpistole aufhob Der Angeklagte sei politisch jedoch in thesen Griese und unele en bie mit ibm ne einbarten Donorate ohne die tranfhafte Beranlagung Günthers zu be- dolent, er verabscheue jede Gewalttat und stehe insbesondere allen teiner belden Cain ele ais 91 of the und Jo em 3ntendanten für rüdfiligen. Das Schifal dieses Angeklagten sei ein tiefirauriges, politischen Organisationen vollkommen fern. Man tönne bei ihm wo fabrta mede det Stants per an" erfügung gestellt Gin Kurus in der italientchen reche wird in diesem Binter. Denn er feh ein am bo abgeschü telt von seinen Parteien und nicht davon sprechen, daß er Beihilfe zu der Tat geleistet habe. femeiter im Drientalifden Seminar unter Veitung des Dr. Michele verlassen von seinen Freunden. In längeren Ausführungen wies Das habe die Beweisaufnahme ergeben und vollends sei der Bunkt Betrone statifinden. Derfelbe ist unentgeltlich und die Beteiligung an feine der Verteidiger dann auf die pathologische Beranlagung, auf die der Anklage zufammengebrochen, daß Ilsemann dazu ausersehen Bedingung geknüpft. Anmeldungen baten persönlich im Geschäftszimmer Hemmungslosigkeit und Renommiersucht Günthers hin, der immer war, den Bantier Warburg zu ermorden. Der Berteidiger bat des Seminars, Dorotheenjir, 7, werttäglich von 11-1 lbr vom 16. Oftober das Bestreben gehabt habe, eine Rolle zu spielen. Sein angeblich um Freisprechung feines Mandanten Falls das Gericht ab zu erfolgen. Schriftliche Bewerbungen können nicht berüdfichtigt werden ungünftiger Einfluß auf andere Leute fei nicht erwiesen. Im in seinem Berhalten aber doch eine Schuld erblicken sollte, so Gia russisches Gymnasium in Danstg. Mit Genehmigung des Danziger Senats ist in Danzig eine Höhere Russische Schule gegründet Gegenteil sei Günther selbst ein sehr leicht beeinflußbarer Mensch ersuche er um eine milde Bestrafung des Falles, eventuell um eine worden, in der Knaben und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden sollen. gewesen. So hate er bis vor kurzem den Erzberger- Mord schwer Bewährungsfrist. Darauf wurde die Berhandlung gefchloffen und auf Freitag Der Lehrplan der achtflasfigen Anstalt ift dem Lehrplan der russischen Gym verurteilt und Rathenau zwar als politischen Gegner angesehen, nafien vom Jahre 1916 angepasź ohne die Absicht zu seiner gewaltfamen Beseitigung zu haben, um morgen 9 Uhr vertagt. Man greift fich verständnislos an den Ropf, wenn man hört, Jber Angestellten in einer Eingabe an den Reichswirtschafts Gewerkschaftsbewegung daß gerade bei den Schwä ay sten und Jüngsten die Arbeits- rat. Nur in dringenden Notfällen wünscht er Ausnahmen zuzus Die Reichsgewerkschaftstagung in Berlin. zeit am längsten sein soll. Wenn der Achtstundentag das Ziel lassen. Durch Tarifverträge sollen weitere Ausnahmen bis zu zwei der Erwachsenen war im Interesse ihrer Gesundheit und der Er- Stunden an jedem Sonn- und Feiertag gestattet werden für Milch haltung ihrer Leistungsfähigkeit und wenn er für sie Arbeit genug tragende, Fertigstellung von Backwaren, Verkauf von Fleisch usw., B. S. Den zweiten Tag der dritten ordentlichen Hauptversamm. umschließt, um wieviel mehr muß er es für die Lehrlinge! Ein Herstellung von Robeis, Spedition usw. Durch eine entsprechende lung der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten und-an- mal zugestanden, der Jugendliche in der Werkstatt habe wirklich endgültige Failung würde eine einheitliche und sozial gerechte wärter eröffnete der Organisationsbericht, den Gewertschaftssekretär leichtere Arbeit zu tun ais der Erwachsene, so ist dafür feine Kraft Regelung der Sonntagsruhe für alle Angestellten erreicht werden. Fuhrmann erstattete. Der erste Sigungstag war mit einem auch schwächer, fein Körper noch nicht voll entwickelt, so daß seine Bortrage von Dr Heinz Botthoff( München) über die Entwid. leichtere Arbeit für thn die gleiche Leistung und Ermüdung be Abänderung der Tarifvertrags- Verordnung. lung des Arbeits- und Beamtenrechts beschlossen worden. Nach deutet wie die schwerere für den Erwachsenen. Dazu soll er noch eine Das Reichsarbeitsministerium bereitet zurzeit eine Abänderung dem Organisationsbericht begann die Debatte über die vorläufige Stunde länger arbeiten! Das ist eine starke Zumutung. Hinzu Bereinbarung zwischen Reichsgewertschaft und Deut- tommt noch ein weiteres. Die Lehrlinge, die jetzt und noch auf der Tarifverordnung vor, durch die das Verfahren zur Herbeiführung schem Eisenbahnerverband, bei der auch der Vorsitzende lange Jahre hinaus in der Lehre stehen, sind aufgewachsen in den der allgemeinen Verbindlicherklärung von Tarifverträgen bei Tarifdes Deutschen Eisenbahnerverbandes Scheffel zu Worte fam. miserablen Ernährungsverhältnissen der Kriegs. und Nachkriegszeit. änderungen, die lediglich eine Anpassung der geldlichen Er betonte mit Nachdruck, daß diese Vereinbarung im Sinne der Die Schulstatistiken beweisen es, daß sie zum großen Teil unter Leistungen an den wechselnden Geldwert enthalten, vereinfacht auf der Generalversammlung des DEV. angenommenen Entschlie ernährt sind. Im Interesse der Volksgesundheit darf es nicht werden foll. Der Gesezentwurf ist in den letzten Tagen mit den Bung möglichst rasch zu einem fest en Berhältnis zwischen den zugelassen werden, daß ihnen eine längere Arbeitszeit auferlegt Spizenorganisationen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber durchbebeiden Großorganisationen geführt werden müsse. Das bisherige wird als den Erwachsenen. Das deutsche Volt hat alles Interesse raten worden, wobei volle Uebereinstimmung erzielt wurde. Es Abkommen fönne in der vorliegenden Form nicht für Zeit und daran, daß es vollwertige Arbeiter gewinnt, daß seine Arbeits- dürfte daher mit einer schnellen Erledigung der Novelle zu rechnen ſein. Ewigkeit bestehen. Durch den endgültigen Zusammen. fraft nicht verschleudert wird, also muß Rücksicht genommen werden schluß der beiden Organisationen solle ein einheitlicher Macht auf den durchweg schwachen Körperzustand der jetzigen Jugend. Gegen einen fommunistischen Betriebsrätekongreß, für den die faktor geschaffen werden. Der Redner schlug die Bildung von Es ist unmöglich, daß man ihr mehr aufbürdet als den Erwachsenen. KPD.- Betriebsräte im Meuselwitz- Rosiger IndustrieFachabteilungen der Beamten, Angestellten und Arbeiter Es hieße Raubbau treiben am wirtschaftlich wertvollsten Gut der und Kohlenrevier Stimmung machten, hat sich eine BeDor, mit eigenen Berwaltungen in einer Einheitsorgani Nation, feiner fünftigen Arbeitstraft. Gerade die Jugend, die die triebsräte Bolltonferenz in Meufelmig mit 73 gegen sation vereinigt. Jahre der Kriegs- und Nachfriegszeit mit Unterernährung durch- 29 Stimmen erflärt, nachdem zuvor eine Konferenz mit 60 gegen Lotomotivführer Barstein( Elberfeld) hielt die Scheffelschen gemacht hat, hätte es dringend nötig, so viel als nur denkbar in 40 Stimmen dafür gestimmt hatte. Die Betriebsräte- BollversammAnsichten nicht geeignet für eine dauernde Verständigung. Man frischer Luft, in freier Sonne zu sein. Statt dessen mutet man ihr lung forderte jedoch, daß der ADGB. von sich aus einen Betriebsverkenne im Vorſtande des DEV. die Unterschiede zwischen dem zu, länger als die Alten zu fchaffen. Es ist unglaublich. Die Gerätefongreß vorbereiten soll, da die organisatorischen wie rechtlichen Beamten- und Arbeiterverhältnis, wie sie in dem Vortrage Dr. Bott- famtheit wird später um so höhere Ausgaben für dadurch erzeugte, Fragen eine Klärung erforderten. hoffs so überzeugend dargestellt seien. Die bisherige Geschlossenheit begünstigte Schwindsucht, Nerven und Knochenfrankheiten aufzus der Eisenbahnbeamtenschaft sei gefährdet, wenn die Forderung auf bringen haben. Es geht nicht an, daß die Arbeitgeber des GeEinheitsorganisation mit dem DEB. aufrechterhalten merde. Der werbes ihr Intereffe befriedigen dürfen auf Kosten der Schwächsten, Redner forderte schließlich das grundsägliche Festhalten an der par- auf Koften unserer durch Unterernährung geschwächten Jugend. teipolitischen Neutralität und die Wahrung ihrer gewerkschaftlichen In der fraglichen Sigung wies ein Arbeitgeber darauf hin, Selbständigkeit. Auch die folgenden Diskussionsredner schlossen sich dieser Antrag entspreche den in der Bragis schon bestehenden der Darstellung Warsteins an. Verhältnissen, er mache nur zum Gefeß, was schon üblich sei. Es wurde eine Entschließung eingebracht, in der ausgesprochen Mit dieser Erklärung haben die Arbeitgeber des Handwerks offen wird, daß alle Beamtengruppen in engster Solidarität zufammen- 8 ugegeben, daß fie sich, wo eine Kontrolle durch wachsame arbeiten follen, daß ferner die in den jeßigen Organisationsformen Arbeiterorganisationen besteht, nicht an den Achtstunden. Ausstand getreten. für die Zusammenarbeit bestehenden Schwierigkeiten tag fehren. Es müßte darauf hingewirkt werden, und zwar mit allen Mitteln, daß ein solcher Mißbrauch aufhört, nicht aber, daß er zum Gesetz wird. in gegenseitiger Verständigung beseitigt werden und daß, wie die Arbeiter und Angestellten ihre geschlossene Vertretung haben, auch die Beamten durch den ADB. in der gewerkschaftlichen Arbeitnehmerfront ihre selbständige Bertretung unter Wahrung der parteipolitischen Neutralität haben. der Erwachsenen wie der Jungen und der Gesamtheit des Volkes. Diefer Antrag barf nicht Gesez werden, im Interesse Es handelt sich um die Gesundheit, und die ist das allerwichtigste fraft Deutschlands, es handelt sich um die Erhaltung des Erfordernis für die Tüchtigkeit der Arbeiter, der fünftigen Arbeitsdes geschäftsführenden Borstandes angenommen, in dem ausge- Achtstundentages! In Ergänzung dieser Entschließung wurde dann ein Antrag sprochen wird, daß die Reichsgewerkschaft nicht der Ansicht der Generalversammlung des DEB. in München beitreten fönne, daß diefes Ziel nur auf dem Wege der Bildung einer Einheitsorganiauf dem Standpunkt, daß unter Wahrung der Selbständigkeit und der Lebensnotwendigkeit beider Organisationen und unter Anerfennung der parteipolitischen Neutralität die bestehende Arbeitsgemeinschaft schlagfertig ausgebaut werden müsse. fation der Reichsbahner erreicht werden könne. Sie stehe vielmehr Hierauf fand nochmals eine lebhafte Debatte statt und es er hielt der Borfizende der Reichsgewertschaft, Menne, das Schluß wort: Das Verhältnis zwischen den beiden Organisationen solle auch im Falle ablehnender Entschließungen ein freundschaftliches bleiben. In diesem Falle würde allerdings ein Bakuum entstehen, das zu einem Zustand gewerkschaftlicher Ohnmacht führen müss erhoben wird. = In der Metallindustrie Mecklenburgs wurde Ende September in Rostod ein Schiedsspruch gefällt, der für die erste Hälfte des Oktober 16 M., für die zweite Hälfte 8 M. Erhöhung pro Stunde borsab Dieser Schiedsspruch wurde von den Arbeitnehmern abgelehnt. Sollten die Arbeitgeber kein größeres Entgegenkommen zeigen, fo ist ein harter Kampf in der Metallindustrie Mecklenburgs zu erwarten. Die Buchdruder in Krakau sind wegen Lohnstreitigkeiten in den Aus der Partei. Die Parteipreffe in Groß- Thüringen. Bezirksverband Groß- Thüringen in Weimar, hat das Berbrei Die Ronferenz der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei, tungsgebiet der einzelnen Parteiblätter ab 1. November in folgender Weise geregelt: " Oftthüringer Bolkszeitung", Altenburg, Kreis Altenburg; Osthüringer Tribüne", Gera, Krets Gera; Reußische Ein Appell an die Junungen und Lehrherren! haltungsbeihilfe für Lehrlinge folgenden öffentlichen Aufruf er- polda, Apolda Stadt und Land;„ Volksblatt, Saalfeld, die Die Gewerbefammer in Hamburg hat bezüglich der Unter- en a, die Kreise Jena- Roda und Weimar; Apoldaer Bolkszeitung" Bolkszeitung", Greiz, die Kreise Greiz und Schleiz;„ Das Volt", laffen: Kreife Saalfeld und Rudolstadt;" Thüringer Boltsfreund", Sonne Eisenach- Dermbach;" Gothaer Volksfreund", Gotha, den Streis berg, den Kreis Sonneberg; Elenacher Volkszeitung", den Kreis Erfurt, die preußischen Kreise Erfurt Stadt und Land, die Kreise Gotha;„ Boltszeitung", A r n stadt, den Kreis Arnstadt;" Tribüne", Weißenfee und Schleusingen. troffen sind oder nicht. Die völlig veränderten Zeiten bringen es = Für einige Kreise werden noch Berhandlungen gepflogen. Parteipreffe in Haus und Betrieb aufgefordert. Es wird zu einer intensiven Werbearbeit für die 4 insbesondere durch die Geldentwertung hervorgerufen ist, läßt es " Die dauernde Eteigerung der Preise für alle Lebensmittel, die wertslehrlingen, die nicht kost und ohnung vom Lehrals eine dringende Notwendigkeit erfcheinen, daß den and herrn erhalten, eine angemessene Entschädigung als Beihilfe zu ihren Unterhaltungsfoften gewährt wird. Da es der Kammer nicht möglich ist, hierfür bestimmte Richtfinien festzulegen, geben wir hiermit allen Lehrherren und Innungen anheim, ihrerseits, der jeweiligen Kauffraft der Mart entsprechend, die Lehrlingsentschädigung festzusetzen, ohne Rücksicht darauf, Hände weg vom Achtstundentag der Lehrlinge! ob etwa im Lehrvertrag andere Bestimmungen ge- wurde am Sonntag und Montag in Bütow bei 120 Delegierten Der fozialdemokratische Bezirksparteitag für Mecklenburg- Cabed Der Borwärts" berichtete in Nr. 433, daß bei der Beratung leider mit sich, daß die Eltern der Lehrlinge für deren Unterhaltungs- abgehalten. In ausgedehnten Sitzungen wurde über die Arbeit der des Arbeitszeitgefeges im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichswirts foften eine gewisse Entschädigung, die jedoch niemals als Lohn oder Genossen im Lande und im Parlament während des Geschäftsjahres schaftsrats von den Arbeitgebern des Handwerks der Antrag gestellt Bergütung angefehen werden barf, befommen müſſen. Aus dem beraten und die Zukunftsarbeit besprochen. Der Parteivorſtand war murbe:" Behrlinge dürfen außerhalb der normalen Arbeitszeit Grunde hoffen wir zuversichtlich, daß dieser Aufruf nicht unbeachtet durch die Genoffin Juch a ca vertreten, die ein Referat über die täglich bis zu einer Stunde zur Vorbereitungs- und Auf- bleiben wird". Stellung der Frau im Volksstaat hielt. räumungsarbeiten verwandt werden." Troß des Widerspruchs der gewerblichen Rorporationen diefen warmen Appell beherzigen und Es ist dringend zu wünschen, daß alle Innungen und fach. Stelling sprach über die politische Lage und Genosse Boltmurde dieser Antrag mit einer Stimme Mehrheit, 15 zu 14, anim Interesse der Hochhaltung der Meisterlehre Entschädigungssäge Sprache wurde insbesondere die Erhöhung des Preises für das erste Ge genommen. Es iſt notwendig, gegen diesen Beschluß Stellung für Koſt und Behnung bewilligen werden, die der Entwertung des treideumlagedrittel verurteilt. Ein Vertreter der Landarbeiter erhoffte Erfreulich zu zu nehmen, um unbedingt zu verhindern, daß der Antrag zum Gefeß Geldes einigermaßen angemessen erscheinen. Es gibt leider noch davon eine Befferung der Lage der Landarbeiter. zahlreiche Lehrmeister, die sich den Teufel darum fümmern, wie die hören war, daß troß des entgegenstehenden Beschlusses der Mecklen des Achtstundentages. Er wird zur Folge haben, daß die Lehrlinge durchs Leben fommen. In der Praxis bedeutete dieser Antrag eine Durchbrechung ihnen anvertrauten Lehrlinge bei der heut bestehenden Leuerung burger ISP. die Roft oder Unabhängigen einmütig nicht nur eine Stunde länger als die Erwachsenen beschäftigt zur alten Partei übergetreten sind. Der Berliner Handwerfsfammer empfehlen mir werden können, sondern daß sie es überall und allgemein wer- dieses Vorgehen der Hamburger Gewerbekammer zur gefälligen Beals Parteiorgane der Partei: für die Vorder- und Südpfalz In der Rheinpfalz. Nachdem die Einigung vollzogen ist, gelten den. Dieses Höchstmaß" wird von den Handwerksmeistern zum achtung. Aber auch ohne besondere Aufforderung derselben steht Normalmaß gemacht werden. Man bedenke boch nur ihre ben Berliner Innur- gen und sonstigen Handwerksmeistervereinigun Pfälzische Post in Ludwigshafen a. R6. und für die dem Achtstundentag feindliche Allgemeineinstellung. In der Braris gen durchaus nichts im Wege, der wirklich notwendigen öffentlichen würde mit diesem zum Gesez erhobenen Antrag für die Lehr- Mahnung zu folgen. Die einzelnen Lehrherren brauchen aber linge der Neunstundentag festgesetzt im Widerspruch mit auch darauf nicht zu warten, um sich in dieser Beziehung etwas den auch von Deutschland angenommenen Beschlüssen der Inter- mehr anzuftrengen als bisher. Es ist sehr notwendig. nationalen Arbeitsorganisation beim Bölkerbund, die im November 1919 in Washington gefaßt wurden und die den Achtstundentag feftfetten. Bei den starten Bestrebungen der Arbeitgeber, ben Die Löhne der Schuhmacher der Reparaturbranche. Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Achtstundentag abzuschaffen, ist alle Aufmertjamteit Der Zentralverband der Schuhmacher berichtet: Mit den Schuh- h. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: dringend nötig, um zu verhüten, daß es ihnen gelingt, auf Schleich macherinnungen Groß- Berlins wurden durch Vereinbarung die Borwärts- Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 und Umwegen eine Arbeitszeitverlängerung durchzudrücken. Sie Löhne der Schuhmacher in den Kleinbetrieben der Innungen für perfuchen mit diesem Antrag, am Bunft des geringsten Widerstan. die Zeit ab 16. Ottober 1922 auf folgender Grundlage neu geregelt: des anzusetzen. Ist erst Bresche in den Achtstundentag geschlagen, Der Mindeſtſtundenlohn beträgt für Arbeiter in mechanischen Bedann wird man jagen, wenn die Jugendlichen 9 Stunden trieben 77,50 m., für Arbeiterinnen 68,50 m., für Arbeiter in handarbeiten, dann können es die Erwachsenen auch. Besonders werksmäßigen Betrieben 72 M., für Arbeiterinnen 63 m. Für in kleinen Betrieben liegt so ständig auf den Erwachsenen Affordarbeiter wird der bisherige Zuschlag auf die Säße des Mini ein moralischer Drud, den Achtstundentag aufzugeben. Und all- mallohntarifes vom 4. September 1922 von 50 Proz. auf 80 Proz. mählich wird mancher diesem Druck nachgeben. Die längere Ar- erhöht. Der Stücklohn für ein Paar Herrensohlen und abfäße bebeitszeit greift immer mehr um sich, man bebente dabei stets die ab- trägt furz genäht 227 M., schlank genäht 194,50 M. und genagelt lehnende Haltung der Arbeitgeber zu dem Achtstundentag, ihr stetes 146 M.; für Damensohlen und abfähe, furz genäht 194,50 m., Bemühen, ihn abzubauen. Hier heißt es, den Anfängen zu wider schlank genäht 162 m. und genagelt 130 M.; für Herrenabfäße stehen: darum muß den Lehrlingen geholfen werden, 65 m., für Damenabfäße 49 M. Die neuen Lohntarife werden in daß ihnen der Achtstundentag ungefchmälert erhalten bleibt. Den außerordentlichen Bezirksversammlungen am 16. Oftober unDie Arbeitszeitverlängerung bei den Lehrlingen ist keine Frage, entgeltlich ausgegeben. Die Kollegen werden ersucht, in den Berdie nur die Lehrlinge allein angeht. Sie ist wichtig und folgen sammlungen zu erscheinen und für die Durchführung des Tarifverschwer auch für die Erwachsenen. Darum dürfen diese im trages Sorge zu tragen. eigenen Intereffe nicht zulassen, daß für die Schwachen, die Jugendlichen der Achtstundentag durchbrochen wird. 9 Neuregelung der Sonntagsruhe für Angestellte. Mit Recht haben in der fraglichen Sigung die Vertreter der Das Reichsarbeitsministerium hat dem Reichswirtschaftsrat Arbeitnehmer darauf hingewiesen, daß die Arbeitszeitverlängerung einen Geiegenwurf über die Neuregelung der Sonntagsruhe für nur dazu dient, die Lehrlinge schärfer auszubeuten. Die Arbeit Angestellte zugehen lassen. Dieser Entwurf bedeutet insofern eine die " eft- und Norbpfala die Pfälzische Freie Breffe" is Staiserslautern. Wetter bis Sonnabend mittag. Etwas fübler, zeitweise beiter, veränderlich mit geringen Regenfällen und mäßigen Binden aus nordöst licher Richtung. und Drogerien. Gierzu 1 Beilage. Warten Sie nicht, bis Ihre Erkältung in voller Entfaltung ist, fondern nehmen Sie bei den ersten Anzeichen einer Salsentzündung( Gefühl der Trodenheit) die bewährten Panflavin- Pastilen, um die Anftedung im Reime zu erstiden. Banilavin. Baftillen find angenehm von Geschmack und greifen den magen nicht an Bon ersten Forschern warin empfohlen. 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In wohl sich der Reichstag und der Reichswirtschaftsrat vor Jahresfrist Wirklichkeit geht es ihnen um den Vorteil einer Stunde gering für die völlige Gonnias erube queror aber bans MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Forderung erhebt nachdrücklichst auch Zentralverband oder überhaupt nicht entlohnter Arbeit. HEUTE HAGENBECKFILM HEUTE IN HEUTE DER ALHAMBRA SCHLEGER KOCH 8 Nr. 484 ❖ ZH. Jahrgang Oeilage öes Vorwärts Jeeitag. 1Z. Oktober 1922 Der Kampf um öen Straßenbahntarif. Erhöhung oder Zusammenbruch.— Deutschnational- kommunistische Katastrophenpolitik. Deutschnationale und Kommunisten halten in der Stadtverord- netenversammlung fest und treu zusammen und treiben gemeinsam eine Politik, die der Stadt eine Katastrophe bringen muß. Dem! gestern vom Lberbürgermeister B ö ß begründeten Mazistratsantrag auf eine der Geldentwertung entsprechende Er- Der Magistrat passe schon lange nicht mehr zu der neuen Persamm- lungsmehrheit. 2Jttt stürmischer Heiterkeit nahm man links seine Konstatierung sammenbreche, nicht die Straßenbahn auf, daß das, was hier zu- sei, sondern die Utopien des Ein betreßter Bankdiener gibt Auskunft in ihrer Muttersprache. Ge- schmeidig wie Katzen schlängeln sie sich beim Aufruf an den Schalter heran und heben meist große Beträge ab. Zurzeit werden wegen des Mangels an kleinem Papiermarkgeld nur höchstens 10 000 M. bar ausgezahlt. Für die überschießenden Beträge gibt es Schecks auf die Reichsbank, die aber auch nur in Teilstrecken auszahlt. höhung des Straßenbahntarifs, die dem Straßenbahn- marxistischen Systems.— Nachdem noch der Kämmerer eine betrieb das Gleichgewicht zwischen Ausgaben und Einnahmen und damit die Möglichkeit des Weiterbe st andes schaffen kann, setzte die rechts-links-bolschewistische Koalition rücksichtslosesten Widerstand entgegen. Daß diese Verweigerung der Exi» stenzmittel des Straßenbahnunternehmens in ihren letzien Folgen die Interessen der Bevölkerung «ufsschwcrsteschädigen mußte, zeigte der sozialdemokratische Redner Genosse Reuter und nachher noch Kämmerer K a r d i n g, der auf den Ernst der Lage rückhaltlos hinwies. Zur Entscheidung ausführliche Darlegung gegeben hatte, aus der sich die finanzielle Situation in ihrer ganzen Trostlosigkeit scharf hervorhob, war mit einer kurzen Ausführung des Stadto. Gronewaldt(D. Vp.) die Aussprache erschöpft. Der Vornahme der zweiten Lesung stand ein geschäftsordnungsmäßig genügender Widerspruch von 17 Kommu- nisten gegenüber. Zur Vorlage wegen Ucberführung der Verwaltung der st ä d t i- schen Güter in eine andere Rechts- oder Wirtschaftsform sprach u. a. Genosse B r o l a t, der sich für die A u f r e ch t e r h a l t u n g der Kommunalwirtschaft aussprach und schlagend dartat, kam es noch nicht, weil die Vornahme der zweiten Lesung durch den j daß die Mißstände, über die jetzt geklagt werde, der Entwicklung zu geschäftsordnungsmäßigen Widerspruch «ochsten Sitzung verschleppt wurde. der Kommunisten bis zur Der Magistrat hat in der gestrigen Sitzung insoweit einen Sieg davongetragen, als eine große Mehrheit sich für seine Dringlich- keitsoorlage wegen Erhöhung des Straßenbahn- tarifsvon"l0auf20M. in er st er Lesung ausgesprochen hat. Mit einem eindringlichen Appell„in überaus ernster Lage" wandte sich sofort Oberbürgermeister Vöß an die Versammlung, um ihr über die verzweifelte tage der Berliner Atoanzen reinen Wein einzuschenken. Die Straßenbahn habe mit ihrem Tarif der Geldentwertung nicht annähernd folgen können, und dafür trage zu einem guten Teil auch die Versammlung die Verantwortung. Die Stadtverwaltung brauche leistungsfähige Kasten, um ihren Auf- gaben im Dienste der öffentlichen Wohlfahrt entsprechen zu können. Es müsse allmählich der Tarif zur Einführung gebracht werden, der die Ausgaben wirklich decke. Sollte die Versammlung der Vorlage nicht zustimmen, so würde der Magistrat sich schon morgen zu außer- ordentlichen Mahnahmen genötigt sehen. Für die Sozialdemokraten erklärte Reuter, daß unter dem Druck einer immer katastrophaler sich gestaltenden Entwicklung der Geldentwertungsvcrhältnisse, die stch innerhalb weniger Tage voll- zogen habe, die Notwendigkeit einer beträchtlichen Tariferhöhung nicht bestritten werden könne. Die Fraktion sei bereit, für den 20-M.-Tarif in ibren beiden Lesungen zu stimmen, während die Vorlage betr. die Entscheidung über die Tarife Ausschußberatung ihr angezeigt erscheine, da zum mindesten in der Vcrkchrsdeputation für die Tariferhöhung ein« qualifizierte Mehrheit vorhanden fein müsse. Außerdem sprach sich Reuter unbedingt für den Einheilstarif, gegen den Staffeltarif aus. Zum Schluß gab er dem Magistrat den Rat, mit den angekündigten „außerordentlichen Maßnahmen" doch bis nach der Erledigung der zweiten Lesung zu warten.— Schumacher(Komm.) lehnte auch seinerseits den Stasfeltarif ab, da er lediglich ein« stärkere Belastung der ärmeren Bevölkerung darstellen würde, und sprach sich dann mit größter Schärfe gegen die Vorlagen und gegen den vom Ober- bürgermeister in Aussicht gestellten„kleinen Staatsstreich" aus, dem er die Aufforderung an das die Straßenbahn benutzende Publikum entgegensetzte, auf keinen Fall mehr als 10 M. zu bezahlen; mit allen„gesetzlichen oder ungesetzlichen" Mitteln werde die Fraktion der Verabschiedung der Vorlagen widerstreben. Im übrigen setzte er sich polemisch mit Reuter auseinander, um schließlich zu proklamieren, daß auch gegen Mieses brutal kapitalistisch eingestellte Tarifsystem nur die Besitzergreifung der politischen Macht durch die Arbeiter zu helfen imstande sei.— Michaelis(Dem.) und S ch w a r z(D. Vp.) iraten ebenfalls für die Verdoppelung des Tarifs und für die rascheste Verabschiedung ein; doch verlangte auch der demokratische Redner, daß die letzte Entscheidung über die Tarifgestaltung der Ver- fammlung verbleiben müsse.— Koch(Dnat.) ging in der Schärfe der Verurteilung der Politik des Ma- g j st r a t s bis hart an die Grenze des Zulässigen: der Mogistrat renne in den betrügerischen Konkurs hineinl danken seien, die unter der Verwaltung vor 1918 Platz gegriffen habe Um%10 Uhr dauerte die Sitzung noch fort. Die neuen Kinosteuersätze. Der Steuerausschuß der Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich noch einmal mit den in voriger Woche festgesetzten Steuersätzen für Kinos. Es wurde beschlossen, die chauptsteuer- Verwaltung zu ermächtigen, die neuen Steuersätze in Form einer Brutto st euer zu erheben. Werden die den Vorschriften des Gesetzes entsprechend beschlosienen Nettoprozentsätze von 10 bis S0 Proz. auf den Gesamteintrittspreis(einschließlich des Steuer- betrages) umgerechnet, so ermäßigen sich die Prozentsätze der Brutto- steuer auf 91�1 bis 33Ve Proz. In der praktischen Ausführung wird die städtische Steuerverwaltung, ähnlich wie es bereits für di« Theater und Konzerte geschieht, die Lichtbildtheater mit einer ge- staffelten Druttosteuer heranziehen. Diese beträgt bei einem Ge- samteintrittspreis bis 20 M. 20 Proz., über 20 bis 40 M. 23 Proz., über 40 bis 135 M. 25 Proz., über 135 bis 280 M. 27)4 Proz., und über 280 M. 33V, Proz. Weiter beschäftigte sich der Steuerausschuß mit der Magistrats- vorläge über die W a g e n st e u e r. Die Sätze wurden nach dem Antrage des Magistrats angenommen. /lm Dollarschatter. Sich über den großen Teich ein paar Dollars von guten Freun- ! den schicken zu lassen, ist längst die Sehnsucht von Millionen ge- worden. Es brauchen nicht gerade bunt bedruckte Dollarnoten zu sein, die auch die Sehnsucht der Postdiebe sind. Die Amerikaner versenden jetzt sogar über kleine Beträge Dankschecks, mit denen der Postdieb gewöhnlich nichts anfangen kann. Sehr vorsichtige Absender geben noch ein geheimes Stichwort aus, ohne deffen Kennt- nis die Einlösung der Schecks unmöglich ist. Die deutschen Großbanken haben für Auslandsschecks, insbe- sondere für die amerikanischen, und ebenso für Kreditbriefe eigene Abtellungen und Schalter eingerichtet. Das Leben und Treiben ist hier äußerst interessant. Alles dreht sich um die Frage: Wie notiert die Vorbörse den Dollar und wie wird er bis zum Schluß der Dankkassenstunden um 1 Uhr klettern oder fallen? Für die Höhe der Auszahlung in Papiermark oder anderen umgerechneten Zahlungswerten gilt der Zeitpunkt der Abgabe des Amerikaschecks am Schalter. Der Höhepunkt des Verkehrs drängt sich daher auf die Mittagsstunden zusammen, wenn sich eine gewisse Uebersicht er- möglicht, ob man einlösen soll oder nicht. Elektrische Lichtsignale zeigen in kurzen Zeitabständen den jeweiligen Börsenkurs an. In wenigen Stunden find bei größeren Scheckbeträgen, wenn der Dollar erheblich fällt. Tausende zu verlieren. Wer sein Geld braucht oder Angst vor noch höherem Kursverlust hat, löst schnell ein. Kapital- kräftige, die Wagemut und Zeit zum Abwarten haben, halten vor- sichtig zurück und können tage- oder wochenlang den für die Ein- lösung günstigsten Moment abwarten. Die Aengstlichcn, meistens Neulinge, die zum ersten Male einen Dollarscheck fischten und sich in seinem Besitz wie«in kleiner Papierkrösus vorkommen, lasten sich leicht herausfinden. Sie fragen viel, halten ihren Scheck krampfhaft fest, verzehren sich in Ungeduld, bis für die Auszahlung ihr Name aufgerufen wird, kramen nervös in den vorzulegenden Ausweis- papieren, die sehr genau nachgeprüft werden, und oerlassen den Kassenraum mit strahlender Miene. Der Stammgast an diesem Orte bewegt sich mit sicherer Ruhe, übersieht mit treffsicherem Blick alle Chancen, steckt ohne Wimper- zucken große Vermögen förmlich gewohnheitsmäßig in die Tasche. „Vor Taschendieben wird gewarnt!" steht an allen Wänden. Hier ist ein Dorado der Langfinger. Auch die hgben einen treffsicheren Blick und machen hier oft einen reichen Fischzug. Alle Schalter sind dicht belagert. Da ist es nicht schwer, die langen Finger in fremde Taschen zu versenken. Alle Sprachen schwirren durcheinander. Man sieht auffallend viele Japaner. In einem Nebenraum ist täglich ein kleiner japanischer Kongreß. Hier sitzen vierzig und mehr Söhne aus dem Lande der aufgehenden Sonne, bebrillt und ewig lächelnd. VeltstaStschwknöler. Der falsche Unterarzt als falsche Krankenschwester. Abenteuerliche Geschichten aus dem Leben eines modernen Eroßstadtlebejünglings kamen m einer Verhandlung zur Sprache, die am Mittwoch die Strafkammer des Landgerichts UI beschäftigte. Wegen Begünstigung zum schweren Raub war die Frau Dr. Äse Herwann und die Krankenpslegerm Martha Arndt angeklagt. Die Verhandlung leuchtete in ein eigenartiges Milieu hinein. Wie die Anklage behauptet, soll die Angeklagte, Frau Dr. H., im Sommer 1921 die Bekanntschaft eines hochelegant gekleideten jungen Mannes gemacht haben, de? sich ihr unter dem Namen eines Dr. med. Herwarth Schönflies, Unterarzt in der Charit?, vorstellte. Dr. Sch. hatte auch die Bekanntschaft einer Frau Rienitz gemacht, die über Brillantenschmucksachen im Werte von mehreren Millionen Mark verfügte. Dr. Sch. trat zu der Frau R. in nähere Beziehungen und entwendete dieser während einer D r o s ch k e n f a h r t Brillantschmuck- fachen. Gleichzeitig tauchte in ihm der Plan aus, der Frau R. durch einen fingierten Raubüberfall sämtlich« Schmucksachen abzu» nehmen. Bei einem Spaziergang im Grunewald trat ihnen plötz- fich ein Mann namens Fischer in der Rolle eines Räuber» entgegen. Dr. Sch. wurde scheinbar ohnmächfig und wäh- rend dieser Zeit plünderte Fischer die Frau R. vollständig aus. Später stellte' sich allerdings heraus, daß die zu der Tat benutzte Waffe eine sogenannte Knall- briefkinderpistole war. Unmittelbar nach der Tat wurde Dr. Sch. von der Angeklagten in die Privatirrenanstalt des Dr. Weiler in Westend eingeführt, nachdem sie ihrem angeblichen Reffen eine größere Menge Betäubungsmittel beigebracht hatte. In der Irrenanstalt trat Dr. Sch. zu der dort tätigen Mitangeklagten A. m nähere Beziehungen und erreichte dadurch, daß diese ihm eine Schwesterntracht zur Verfügung stellte, die ihm die Flucht bei Nacht und Nebel ermöglichte. Der angebliche As». sistenzarzt, der in Wirklichkeit ein früherer Student der Medizin, Herwarth Schönfließ war, entfloh zunächst nach Quedlinburg, dann nach München und wurde schließlich in Bonn in dem Augenblick verhaftet, als er in das besetzte Gebiet entschlüpn f e n wollte. Fischer und Schönflies wurden später vom Schwur- gericht zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Wie die jetzig« Zlngeklage behauptet, sollte sich die Angeklagte Frau Dr. H. und die Arndt der Begünstigung schuldig gemacht haben. Vor Gericlit bestritt die Angeklagte mit aller Entschiedenheit ihre Schuld und ließ durch ihren Verteidiger unter Beweis stellen, daß sie selbst den Kriminalkommissar Warneburg mif die Spur der beiden Täter geführt habe. Die Mitangeklagte Arndt war nicht erschienen. Als der Vorsitzende im Laufe der Verhandlung sein Bedauern hier- über aussprach, erklärte der als Sachverständiger anwesende Sani- tätsrat Dr. Weiler, daß die Arndt seelenvergnügt im Zuschauerraum sitze. Sie wurde vorgerufen und erklärte, daß sie weder den Eröffnungsbeschluß, noch die Anklageschrift zu-« gestellt erhalten habe. Da unter diesen Umständen eine Verhäng Sachawachiak der Eskimo. Bon Ejnar Mikkelfen. Vorläufig nur ein wenig: immer noch war der schwarze Seehundsrücken, von kleinen Wellen überspült, an der Wasser- eberfläche sichtbar: aber er sank, sank mit jeder Sekunde tiefer. Mit fieberhafter Hast schleuderte Sachawachiak das Messer wieder nach dem Seehund, traf ihn und zog an— zu stark, die Leine riß— und da lag der Seehund, das Mefser im Äücken. näher wohl als vorher und trotzdem für immer Er konnte ihn gerade mit dem Ende seiner Büchse er- reickveir aber was half das. der Seehund sank, verschwand, während sich eine große blutrose Blase über der Stelle erhob wo er geschwommen war. Still saß Sachawachiak und sah die Blase größer und größer werden, glänzend rot von Blut und Tran: dann zerplatzte sie und mit ihr schwand seine Hoff- Ewen�Auaenblick war Sachawachiak wie gelähmt: doch dann sprang er auf und ballte seine Fauste m ohnmächtiger Wut; so nahe der Nahrunsi, und nun �utgmg ste ihm doch noch. Der Hunger stürzte sich wieder Mit frischer Kraft auf ihn, der nagende Hunger, der nicht gestillt weroen konnte; alles Glück hatte ihn verlassen, den einsamen Mann, der nun zwei volle Tage olme Nabrung auf einer Eisscholle dahmtrieb. Plötzlich durchzuckte ihn der Gedanke an den schwarzen Joe. sein Haß loderte auf— richtig, ihn hatte er erschlagen wollen. Sachawachiak drehte sich herum, um nach Land aus- zusehen, und da lag Point Hope, gerade neben ihm. Während er mit dem Seehund beschäftigt war. war er in eine Flutwelle geraten, die seine Scholle schnell nach der Landspitze trieb. t x[0 c k'e Leute deutlich am Strande auf und ab laufen sehen: er sah sie firf, Hauten scharen und eifrig ge tl- kulierend, drobend nach ihm hinzeigen: aber es befand sich noch viel Wasier zwi�n ihm und dem Landeis, es zu er- »eichen, war kein Gedanke. Doch Sachawachiak wollte ni.,t. daß die da drüben alou- ben sollten, er hatte Anast um sein Leben oder wäre am Ver- hungern: also gab er sich einen Ruck und richtete sich zu seiner vollen Höbe auf. wahrend die kleine Eisscholle schnell dem äußersten Ende Point Hopes zutrieb. Noch war Hoffnung vorhanden, erst wenn die Landspitze passiert war, würde er unrettbar verloren sein, dann waren hundert Meilen bis zum nächsten Land, quer über den großen Kotzebue-Sund. Und rascher trieb die Scholle dahin, die nun vollends in das Flutwasser geraten war, das wie ein reißender Strom an Point Hope vorbeifloß. Sie steuerte auf die Landspitze zu; der dunkle Wassergürtel wurde schmaler und schmaler, es handelte sich nur um Minuten! Würde die Scholle gegen das Landeis prallen oder vorbeitreiben?— Die Spannung war nicht zu ertragen! Nicht nur bei ihm draußen auf dem Eise stieg die Spannung, auch auf dem Lande drinnen. Sie rannten umher und Sachawachiak konnte deutlich den schweren Lauf der Weißen unterscheiden. Da entdeckte er den schwarzen Joe und Jgluruk als die ersten von dem ganzen Schwärm. Sie wandten fich au die Eingeborenen und riefen ihnen einige Worte zu: dann liefen sie wieder nach der äußersten Spitze der Land- zunge, wo sie sich Hand in Hcnch hinstellten und winkten, siegberauscht ihrem geschlagenen Feinde zu. Und da sah Sachawachiak Jgluruk wieder. Blitzartig stand ihr ganzes Zusammenleben vor ihm: er dachte an seine Freude und seinen Stolz darüber, daß er Nuwuks schönste Frau sein eigen nennen konnte: er dachte an ibre Zärtlichkeit, an ihre Freude über seine unbestrittene Führerstellung unter den Nuwukmännern. Er dachte an das letzte Mal, als er sie sah, damals, als er nach Kugerakuk zog, und dann dachte er an alle leine bitteren Gedanken gegen sie seitdem. Das überwältigte ihn: er sank in die Knie, riß das Gewehr an die Schulter, zielte lange und sorgfältig— aus sie— und drückte ab. Aber der Abstand war zu� groß, die Kugel ging zu kurz, und als sich der Pulverdampf verzagen hatte, stand sie noch dort: sie lachte, das iah er deutlich. Per- dammtes Weib! Und sinnlos sandte er Schuß auf Schuß zu ihr bin. Auch von drüben schosicn sie, alle zusammen: einen solchen Sport statten fie noh nie erlebt, wester die Eingeborenen, noch die Weißen. Deren Stimmen konnte er erkennen, als sie den Eingestorenen etwas zurielen, und er vernastm das Geheul, was ihnen darauf antwortete. Er wußte nicht, was das be- deutete, wußte nicht, daß die Weißen dem Eingeborenen, der Sachawachiak treffen würde, Proviant für ein ganzes Jahr versprachen: aber die Büchsen knallten, und hin und wieder flog eine Kugel bis zu ihm auf die Scholle. Er warf sich auf das Eis nieder und schoß, bis feine letzte Patrone verbraucht war: dann warf er seine Büchse ins Meer, selbst die Waffe der Weißen hatte ihn betrogen. Er richtete sich auf, ein be« quemes Ziel, wenn die Büchsen so weit hätten tragen können; aber nun war er an Point Hope vorbei, und mit jeder Minute vergrößerte sich der Abstand. Seine Augen wichen nicht vom Lande drüben, das letzte was er sehen konnte, und dort, aus dessen äußerster Spitze, auf einem umgekehrten Umiak, stände» der schwarze Joe und Jgluruk. Sie winkten mit den Armen und riefen Worte, die er nicht verstehen konnte; sie riß ein Tuch von ihrem Kopfe und winkte damit: dann wurden sie müde, spranoen herunter und gingen dem Lande zu: noch einmal winkten sie von der Spitze eines Hügels, dann ver- schwanden sie; Sachawachiak hatte Jgluruk zum letzten Male gesehen. Als die Scholle an Point Hopes vorspringendsten Punkt vorbeigekommen» war, nahm die Strömung ab, und er trieb am Landeise entlang, fort vom Leben. Und jetzt, als die Spannung vorbei war, meldete sich der Hunger wieder, stärker als zuvor, viel stärker; er setzte sich in die Mitte der Scholle hin und wartete, wartete ruhig auf das, was da kommen würde, Er faß, als ob er schliefe, unbeweglich. Ein Seehund steckte den Kopf aus dem Wasser und sah auf die regungslose Gestalt. Sachawachiak beachtete ihn nicht, er besaß ja kein» Waffen, womit er ihn bätte erlegen können: er sestnte sich nach dem Tode, während der Tag dahinschwand und die Nacht sich mit ihren dunklen Schatten auf den zusammengekauerte» Mann sternicdersenkte den ewigen Wanderer, der setzt aus seiner letzten Reise war und wartete, daß er ans Ziel käme. Als die Sonne aufging, saß er noch da, ebenso unbeweg» lich wie bei istrem Untergang: er drehte nur den Kopf, um nach dem Land zurückzusehen. Point Hope war am Horizont v«rwnken, oster Land war doch noch zu sehen, die stellen Küstenberge dar Landspitze, und östlick davon erhoben sich über die weiße Eisfläche die nächstliegenden dunkel und s�arf, die ferneren weiher in der Form und gedämpft in den Far- den; aber ganz bin-en im Osten schmolzen die blauen Berg? mit der Farbe des Himmels zusammen. Und ständig trieb er weiter, der Strom führte immer noch Sachawachiaks Scholl? gen Süden. (Fortsetzung folg'' lung nicht möglich war, beantragte Rechtsanwalt Dr. Stemmler die seitigt, unter dem man noch eine Eisenbahnfahrt 4. Klasse von Haftentlassung der Angeklagten H. gegen Stellung einer Kaution. 10 Kilometer Länge gemäß dem Kilometerpreis von 30 Pf. für 3 M. Das Gericht gab diesem Antrage stait und beschloß, die Angeklagte machen fonnte. nach erfolgter Stellung einer Kaution von 20 000 m. aus der Haft zu entlassen. Der einwandfreie Zuschlag. Ein Freispruch in einem Wucherprozeß. Vor dem Wuchergericht beim Landgericht III stand der Kaufmann Hirsch aus Tegel unter der Anklage, Damenmäntel mit über mäßigem Gewinn verkauft bzw. sie zurückgehalten zu haben, um sie in der kommenden Saifor. zu entsprechend höheren Preisen zu verToufen. Die Anflage stügte sich auf die Anzeige einer Frau Haase, die bei Hirsch einen Mantel taufen wollte, der aber, als sie zum drittenmal fam, erflärt wurde, daß die Mäntel bis zum inter hängen blieben. Die Zeugin Haafe rief die Polizei, und die Folge war die Anflage wegen Bergehens gegen die Verordnung der Preistreiberei vom 8. Mai 1918. In der Verhandlung stellte sich heraus, daß der Angeklagte Hirsch für einen gleich artigen Mantel einen Geminn von etwa 110 Pro 3. des Einstandspreises genommen hatte. Die Ware war im Oftober 1921 eingekauft, und der Berkaufstermin lag im April 1922. Aus den Ausführungen des Sachverständigen Aronfeld, eines Gefchäftsinhabers aus der Damenfonfettionsbranche, ging hervor, daß für die fragliche Zeit ein Aufschlag von 50 bis 60 Broz. einschließlich der Kosten für etwa vorgenommene Aenderungen angemessen gewesen sei. Man fann andererseits, so führte der Sachverständige aus, fcum etwas dagegen einwenden, daß bei der Festlegung des Berfoufspreises die Inderziffer für die Entwertung des Geldes voll in Anrechnung gebracht würde, die für die Zeit vom Oftober 1921 bis April 1922 nach den amtlichen Feststellungen 101 Broz. beträgt. Der Sachverständige Tieß, der Inhaber des Warenhauses Hermann Tieß, erachtete einen Zuschlag von 60 bis 65 Broz. für zeitgemäß, dem aber ein Sonderzuschlag von 20 bis 25 Broz. für etwa vorgenommene Aenderungen hinzugefügt werden müßte. Der Staatsar.malt ftüßte sich auf die Preisfestlegungen der Preisprüfungsstelle, die 50 Prog. 3uschlag erlaubt. Demgegenüber führte der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Beschte aus, baß man in dem Fall des Angeklagten Hirsch unmöglich die Preistreibereiverordnung vom 8. Mai 1918 anwenden könne, da dem Angeflagten nicht nachzuweisen sei, daß er die Mäntel in der Absicht, um übermäßige Gewinne zu erzielen, zurüdgehalten habe. Das Gericht schloß sich den Ausführungen des Berteidigers an und sprach den Angeklagten fret. Zugleich wurden die beschlagnahmten Waren freigegeben. Der angeklagte Gerichtshof. Bor dem Schöffengericht Berlin- Mitte erschienen gestern zwei Raufleute, von denen der eine den anderen früher einmal verflagt hatte. Der Kläger hatte gefunden, daß der Angeklagte mit einer zu geringen Gelbbuße davongekommen fei. Bei der Aufrollung der geftrigen Berhandlung ergab sich nun die für das Gericht ungewöhnfiche und beinahe überraschende Tatsache, daß der Kläger auch noch den früheren Gerichtshof, Staatsanwalt und Richter wegen ungerechter Justiz zur Anzeige gebracht hatte. Auf die Aussichtslosigkeit seines Unternehmens hingewiesen bestand der erregte Mann auf seinem Vorhaben. Der Rechtsbeistand des Angeklagten bezweifelte nun den normalen Geisteszustand des Klägers, was diefen gänzlich aus der Faffung brachte. Man habe ihn zwar chon einmalins Jrrenhaus gesteckt, aber auch das sei nur cuf so eine Intrige zurückzuführen, wie man sie gegenwärtig wieder gegen ihn spinne. Schließlich, als die Gegenpartei nicht von ihren Zweifeln abzubringen war, erklärte sich der Kläger damit einverstanden, von einem Gerichtsarzt auf seinen Geifteszustand untersucht zu werden. In sichtlicher Erregung verließen die Parteien das Tribunal. Abgefaßte Kartoffelfchwindler. Die Post tennt ihre Marken nicht. Briefe aus Dollarifa. Der Briefträger Schulze hatte wiederholt auf dem Bostamt erzählen hören, daß Briefe aus Amerila häufig Dollarnoten enthielten. Das veranlaßte ihn, der artige Briefe zu öffnen und auf ihren Inhalt zu prüfen. Er fand auch mehrmals Schecks und Dollarnoten in den Briefen, die er jeinem Schwager Pausmann zum Umwechseln übergab. Es wurden Von Zeit zu Zeit wird die Presse durch irgendeine technische ihm 15 Fälle der Amtsunterschlagung zur Last gelegt. Die StrafAbteilung der Reichspostverwaltung gebeten, sich diese oder jene tech- fammer des Landgerichts I verurteilte Schulze zu einem Jahr Ge nische Einrichtung und Vervolitommnung anzusehen. Das geschieht fängnis unter Aberfemmung der Fähigkeit zur Bekleidung öffent denn auch immer wieder mit der größten Bereitwilligkeit. Bennlicher Aemter auf drei Jahre; Bausmann erhielt ein Jahr sechs man sich dann aber die neuen Einrichtungen genau ansieht, so findet Monate Gefängnis wegen Begünstigung und schwerer Urfundenman nur zu oft, daß der in ihnen zum Ausdruck kommende technische fälschung. Fortschritt im Grunde wieder einmal den wirtschaftlich Starten zugute fommit, während sich die große Masse des Porto tonfumierenAn unsere Postbezieher Ein Teil der Poltbezieher hat die von uns erbetene Nachzahlung der Differenz zwifchen dem Poltbezugspreis und dem tatfächlichen Abonnementspreis für die Monate Juli- September noch nicht eingefandt. Es bedarf wohl nur diefer Anregung, um das Verfäumte fchnellitens nachzuholen. Insbefondere wenden wir uns noch an diejenigen Freunde, welche den ,, Vorwärts" bei einem Doftamt in einem valutaftarken Lande bestellt haben. Nach den geltenden Weltpoftbestimmungen follten wir den Bezugspreis für Auslandsbezieher für das dritte Vierteljahr d. J. bereits bis zum 13. Mai d. J. angegeben haben. Das war unter den täglich fich fteigernden Produktionskoften unmöglich, und deshalb erhielten wir von diefen Beziehern für das dritte Vierteljahr d. J. nur 90 M. für das Exemplar von der Poftbehörde, während der wirkliche Bezugspreis für den genannten Zeitraum 350 M. betrug. Der Differenzbetrag von 260 M. ift für diefe poft bezieher bei dem jetzigen Ciefftand der Mark eine Kleinigkeit, um deren Einfendung wir bitten. Vorwärts- Verlag der zu Bersteigere billig! Die zunehmende Not zwingt weite Schichten Bevölkerung in steigendem Maße, Sachwerte" apier" zu machen, um die Kosten der dürftigsten Lebenshal tung zu bestreiten. Um das Publikum vor Uebervorteilung zu schüßen, hat die Polizei das Gebührenwesen der öffentlich an gestellten Bersteigerer erneut geregelt. Hierbei wird darauf aufmerksam gemacht, daß im Berfehr mit den freigewerblichen Bersteigerern auch völlig freie Preisbildung besteht, so daß es sich empfiehlt, vor dem Abschluß mit einem Bersteigerer genau die Geschäftsbedingungen zu vereinbaren. Die Elternschaft Moabits, die seit einem Jahre die weltliche Schule für ihren Ortsteil fordert, nahm in einer start besuchten Versammlung den Bericht des Vorsitzenden, Genossen Hanke, über den Stand der Schulangelegenheit entgegen. Die Erregung fand ihren Ausdrud in einer Entschließung, welche vom Provinzialschul follegium innerhalb fünf Tagen eine flare Entscheidung für die Sammelschule verlangt. Einstimmig wurde beschlossen, jede Verschleppungstaftik der Behörde mit dem Schulstreit zu beantworten. 1. A. G. Oberschöneweide: Freitag, den 13. d. M., nachmittags 3½ Uhr, Versammlung aller Mitglieder der VSPD. im Restaurant Rabelwert, Wilhelminenhofstr. Tagesordnung: Wahl des FraktionsDorstandes. Deutsche Friebensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin. Am heutigen Freitag 7, Uhr im Bürgersaal des Rathauses, Sönigstraße, Bericht über die Generalversammlung der Deutschen Friedensgesellschaft in Leipzig und über den 11. Deutschen Pazifistenfongresses. Küffe, die töten. 8wei junge Mädchen, Stella geislich und Harriet Devine, waren in einem bürgerlichen Hause in Philadelphia in den Bereinigten Staaten Kindermädchen. Eine von ihnen hatte ein Liebesverhältnis mit einem jungen Mann, war aber im stillen den Publikums nach wie vor mit allen möglichen postalischen und eifersüchtig auf die andere, die sie als ihre Nivalin betrachtete. beamilichen Unzulänglichkeiten herumschlagen muß, ohne daß eine Sie beschloß, auf ihre Lippen vergiftetes Rouge" aufzulegen, und fichtbare Abhilfe zu beobachten ist. Gar nicht zu reden von den umarmte dann stürmisch ihren Liebhaber. Dieser hatte feinerseits zu einem Standal werdenden Zuständen, die immer von neuem nichts Eiligeres zu tun, als die Zärtlichkeiten der Rivalin weiter durch die Unachtsamkeit oder gar Böswilligkeit sich als" faiserlich" zugeben. Resultat: alle dret hatten sich vergiftet. fühlender Beamten hervorgerufen werden. Ein ganz toiles Stüflein Der junge Mann, widerstandsfähiger als das zarte Geichlecht, blieb postalischer Unzuverlässigkeit oder Oberflächlichkeit wie man es am Leben, während beide Mädchen starben. gerade nennen will, an der sogar die Berliner Oberpostdirektion zeichen der beiden hat keine Epur des Giftes zutage gefördert. verantwortlich beteiligt ist, fönnen wir in folgendem Fall berichten, Die Polizei und die medizinischen Sachverständigen nahmen an, der einen Berliner Ingenieur betrifft. Der Ingenieur gibt uns daß der Tod durch ein Gift hervorgerufen wurde, das nur auf das folgende Schilderung: Serz wirkt. Die Obduktion der Der erste Schnee. Am Mittwoch fiel in Schmalkalden in Thü ringen der erste Schnee. Die Bergspigen ringsum waren weib. Gleiche Meldungen kommen aus Ruhla, wo durch Kälte und Schneefall die Startoffelernte in Gefahr gerät. In Brotterrode sowie auf dem großen Inselberg waren gestern die Fenster zum ersten Male gefroren. Die ganze Umgebung des Berges war mit einer dichten Schneebecke bedeckt. Am 2. Oktober d. I. sandte ich einen wichtigen Brief an meinen Rechtsanwalt in Darmstadt; am 11. Oftober betam ich den Juderfabrit Schwittersdorf niedergebrannt. Bon einem gewal Brief zurüd, da er angeblich ungenügend frantiert war. tigen Schadenfeuer wurde die Zuckerfabrik Schwittersdorf b. Halle Der Brief wog 24 Gramm und war frantiert mit einer Brief in der vergangenen Nacht heimgesucht. Wahrscheinlich infolge eines marte zu 5 Mart und brei Marten zu je 1 Mart, alfo voll Schadens in der elektrischen Leitung entstand auf dem Zuckerboden ständig richtig! Die Rüdsendung erfolgte lediglich, weil die ein Brand, der sich sehr schnell ausbreitete. Sämtliche Feuerwehren Post felber nicht ihre 5- Mart- Briefmarten von den 3- Mart- Brief der Nachbarschaft fonnten infolge Waffermangels nur mit Mühe das marten unterscheiden fann! Nun bitte ich zu beachten: Durch wie Feuer auf seinen Herd beschränken. Die Fabrit ist zum größten viele Hände von Boftbeamten war dieser Brief gegangen. Sogar Teil zerstört, viele Maschinen vernichtet. Die Kampagne gilt für die Oberpostdirettion hatte ihn amtlich geöffnet, dieses Jahr als verloren. Die Fabrit war erst im vorigen Jahr neu um den Absender festzustellen! und fämtliche pflichttreuen Beamten aufgebaut worden. Der Schaden geht in die Millionen. find offenbar farbenblind, daß sie die rote 3- Mart- Marte nicht von der gelben 5- Mart- Marte unterscheiden fönnen. Am 10. Oftober 3wei gefährliche Gauner, die getrennt voneinander war Termin in Darmstadt, und der betr. Brief vom 2. Oftober erhielt arbeiteten", wurden jezt endlich unschädlich gemacht, nachdem sie dazu wichtige Informationen für meinen Anwalt; am 11. Oktober biele Leute zum Teil schwer betrogen haben. Ein befomme ich diesen völlig richtig franfierten Brief zurück, und mein gewisser Artur Vos ging schon seit längerer Zeit in der Uni Anwalt mußte ohne die wichtigen Informationen verhandeln." form eines Eisenbahnbeamten umber, erzählte den Das Rätsel löst fich aber sehr schnell, wenn man sich den BriefZenten, die er in ihrer Wohnung aufsuchte oder in Schankwirt umschlag genau betrachtet. Der Brief ist gestempelt: Berlin- Mit schaften traf, daß er als Eisenbahnbeamter viel herumtomme und mersdorf 2. 10. 22, 4-5 nachm." Die ominöfe 5- Mart- Marte ijt gute Verbindungen auf dem Lande habe. So sei er in der aber durch die Stempelung, wie das jeht bei der Reichspoft vielfach Lage, Kartoffeln sicher und verhältnismäßig üblich ist, derart überflegt worden, daß das Martenbild faum zu billig bermitteln oder liefern zu können. Ver- erkennen ist. Der Fall sollte eine Mahnung fein, in derartigen Fällen trauensselige Leute gaben ihm gern die verlangte Anzahlung, genauer zu prüfen, ehe man dem Ablender derartige Ungelegenheiten 3., warteten aber bergeblich auf die versprochenen Kartoffeln. Aehnlich bereitet. Es fann nicht eindringlich genug gefordert werden, daß wie Voß machte es ein Mann namens& ö Itchen. Auch er strich die Marken durch die Stempelung nicht vollständig verschmiert werAnzahlungen ein und stellte den Bestellern Lieferscheine aus, die er den. Stempel sowohl wie Marte müssen jederzeit deutlich zu mit erdichteten Adressen versah. Betrogene trafen die Schwindler erkennen fein. auf der Straße und ließen sie festnehmen. Sie haben sicher noch biel mehr auf dem Kerbholz, als bis jest bekannt geworden ist. Viele Leute mögen wohl noch immer auf die Kartoffeln warten und noch gar nicht daran denken, daß fie Schwindlern in die Hände gefullen sind, sie werden ersucht, sich bei Kriminaloberwachtmeister Rrumann, Inspektion B. II., Zimmer 107 des Polizeipräsidiums zu Iben. Polizeiliche Schreckschüsse sind unzulässig! Bluttat in einer Gastwirtschaft. Groß- Berliner Parteinachrichten. 19. und 20. Kreis. Beginn des Rurfus der sozialistischen Bildungsschule Dienstag, den 17. Oktober, 7 Uhr, im Erfrischungsraum Grünthaler Str. 5. Genosse Stadtrat Sirsch spricht über: ,, Kommunalpolitische Probleme". Hörerkarten find noch am Eingang zu haben. Charlottenburg, Grandan. Jeden Sonnabend von 5 bis 6 Uhr im Jugendheim, Charlottenburg, Rosinenftr. 4, Juristische Sprechstunde. Heute, Freitag, den 13. Oftober: 6. bt. 8 Uhr erweiterte Abteilungsvorstenbsfihung der SPD. und früheren USPD. bei Dobrohlaw, Ewinemünber Straße 11. bt. 14 Uhr bei Behrendt, Siebeltz. 24, funktionärare p bt. Friebenau T½ Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre der SPD. und abt. Baumschulenweg. 7 Uhr erfte gemeinsame Funktionärstzung bei Sungjozialisten. Gruppe Schöneberg. 7½ Uhr bei Groß, Gebanftr. 17, Bor trag des Genossen Stolle über: Die Bewegung der Rinderfreunde". Rurz vor Schluß der Polizeistunde entspann sich in der vorvergangenen Nacht in einer Gastwirtschaft in der Koppenstraße zwischen 36. mehreren Gästen eine erregte Auseinandersetzung, die in eine Meffer- 81. stecherei ausartete. Der anfangs am Schanktisch ruhig stehende 102. Eisenbahnarbeiter Alfred Hartung mischte sich plöglich in die etwas laut geführte Unterhaltung mehrerer an einem Tisch fizender Gäste. Bald entstanden Meinungsverschiedenheiten, und einer der Gäste versuchte H. zur Türe zu brängen, wobei er ihm den Anzug zerri B. Butentbrannt stürzte H. in das Lokal zurüd. Im 25. weiteren Berlaufe des Handgemenges fielen mehrere der Anwesen- 27. den über ihn her und bearbeiteten ihn mit Händen und Füßen. In seiner Not 309 Hartung schließlich sein geöff netes Taschenmesser und jagte es bem ihn am 30. meisten bedrängenden Kohlenarbeiter Emil Bur- 47. tert in den Hals. Mit dem Schrei:„ Ich muß sterben" fant der 77, 52jährige Mann blutüberströmt zu Boden und verstarb bald darauf. Der Stich hatte die Schlagaber verlegt. Hartung, der in der Notwehr gehandelt haben will, wurde bis zur weiteren Aufklärung in Haft genommen. Nach seiner Aussage sollen die Gäfte an seiner Eisenbahnmüge Anstoß genommen und ihm vorgeworfen haben, daß er doch Beamter und fein Arbeiter sei. So hat fürzlich das Reichsgericht entschieden. Waffengebrauch zu dem zwede, einen Fliehenden zweds Feststellung seiner Berfön lichkeit zum Siehenbleiben zu veranlassen, sei nach den Dienstoor schriften nicht gestattet. Schreckschüsse feien auch ein für solche Zwecke ungeeignetes Mittel, da sie im Zweifel den Fliehenden nur veran laffen würden, seine Flucht zu beschleunigen. Es fei auch eine nicht durch Erregung zu entschulbigende grobe Fahrlässigkeit, wenn ein Bolizeibeamter die Schüsse anstatt nach oben in der Richtung einer Straße abgibt. Solches Verhalten bringe stets die Gefahr der Berlegung von Bersonen oder fremdem Eigentum mit sich und sei unerlaubt. Bon dem rechtmäßigen Gebrauch der Schußwaffe hängt die Beurteilung ab, burch wen der Schaben zu ersehen ist, die Gerichte find deshalb schon vielfach zu der Auffaffung gekommen, daß der Polizeibeamte für den Schaden, den er beim unrechtmäßigen Gebrauch der Waffe angerichtet hat, auftommen muß. In dem vorliegenden Falle hatten das Landgericht und das Oberlandesgericht den beantragten Schadenersak für ein beschädigtes Schaufenster abgelehnt. Das Reichsgericht hob jedoch diese Entscheidung auf. Selbst die Verbände der Polizeibeamten 10 m., das Lagergeld für Reisegepäd auf 12 M. festgesezt. warnen daher jetzt vor der Abgabe von Schreckschüssen. Dänische Kinderhilfe. Gebührenerhöhung im Eisenbahnbetrieb. 89. 5. früheren USPD. bei Alabe, Sandjernstr. 61. Sab, Baumschulenstr. 72. Morgen, Sonnabend, den 14. Oktober: Klause, Elbinger Str. 49. Abt. 7 Uhr Gigung fämtlicher Funktionäre der BGPD. in der Elbinger t. 74 Uhr Zimmer 15 ber Schule Sonnenburger Str. 20,$ of rechts parterre, gemeinsame Sigung aller Bezirksfithrer, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte der SPD. und ehem. USPD. bt. 6% Uhr wichtige zusammenkunft der SPD.. und ehemaligen USPD.. bt. 7 ihr bei Rrause, Mariannenplag 22, gemeinsame Konferens allez Abt. Schöneberg. Die Genonen beteiligen fich an der Jugendfeter der Funktionäre der geeinten Sozialdemokratie. Arbeiterjugend Schöneberg 2 im Berner- Siemens- Gymnasium, Hohen staufen, Ecte Münchener Straße, abends 7 Uhr. Karten an der Raffe. USPD. bei Stahl, Ganderffe. 11. Funktionäre bei A. Carl, Wichertstr. 69. bt. Reutön. 7% Uhr gemeinsame Vorstandssigung mit der früheren Abi. Reulsen.Uhr bei Sürpler, Bring- Handjern- Straße, Ede FallStraße, Ronferenz der Funktionäre der BSPD. Erscheinen aller dringend notwendig. 131. Abt. Rieberschönhausen. 8 Uhr bei Alindt, Friedensplah, Ronferenz fämtlicher Funktionäre der vereinigten Partei. Thema: Organisations. fragen". 7. Rreis. Charlottenburg. Von 5 bis 7 Uhr im Arbeiterjugendheim, Rosinen. ftraße 4, vorn I, Sprech- und Raffenstunden der freien Schulgemeinde Charlottenburg. Unentgeltlicher Rat und Auskunft in allen einschlägigen Fragen. * Frühere USPD. * Die Gebühr für die Beförderung eines Fahrrades wird auf Die Säße für die Beförderung von Leichen zwischen Halen fee und Stahnsdorf- Friedhof bzw. zwischen Nordbahnhof und Buch werden verdoppelt. Gleichzeitig werden auch die Bestimmungen Wie wir erfahren, wird ein dänisches Komitee, dem der be- über die Nachzahlung bei der Fahrt über die ZielHeute, Freitag, den 13. Oktober: station hinaus geändert. Bisher haben die Reisenden, die über kannte Kinderonkel, Abg. Genosse Nielsen und der Hauptkassierer ben Geltungsbereich ihrer Fahrkarte hinausfuhren, einen Betrag 5. Berwaltungsbezitt, 17: Billicus. Uhr Frauenarbeits- und Kinderschus. der Gewerkschaften, Genosse Svendsen angehören, im November tommissionsfigung bei Wittschus. in Deutschland fece Kinderspeiseanstalten in Betrieb nachzahlen müssen, der dem Fahrpreise für die Reftftrede entsprach, 13. Berwaltungsbezirt, Sempelhof, Martendorf, Marienfelbe, Lichtenrade. 7% ubr Sigung der Bildungskommission für alle vier Orte im Rathaus Marnas fetzen, davon zwei in Berlin. Drei Millionen Mart sind dem Noten und zwar ohne Rücksicht auf die bereits einmal gezahlte Mindestfahrgebühr. Jetzt wird die Höhe der jeweiligen Nachzahlung durch Be- dorf, Zimmer 26. Kreuz bereits als erster Beitrag überwiesen. rechnung des Unterschiedes bes Fahrpreises für die tatsächlich durch- Stiebenau. 7 Uhr gemeinsame Borstandssigung bei labe, Handicryftr. 61. Morgen, Sonnabend, den 14. Oftober: fahrene Strede und den Preis der gelösten Fahrkarte festgestellt. Nur 6 Uhr im Parteibureau, Redarstr. 8, Besprechung der Mindeftfahrpreise im Fernverkehr. die Inhaber von Zeitkarten müssen bei der Fahrt über die Zielstation 14. Areis. Reulan. Bezirksführer. Da die Reichsbahn im Nahverkehr vielfach den örtlichen Ver. hinaus den einfachen Fahrpreis für die anschließende Strede be- 12. und 13. Diritt. 0% Uhr wichtige Rusammenkunft der BSPD.- Funktionäre tehrsunternehmungen den diesen in erster Linie zukommenden Ber. zahlen. Für„ Schwarzfahrer" gilt selbstverständlich die Bestimmung fehr entzieht, hat der Reichsverkehrsminister bestimmt, daß vom nicht; sie soll nämlich nur dann angewandt werden, wenn sich der 1. November 1922 ab die mindestfahrpreise für Einzel. Reifende unaufgefordert und freiwillig meldet. reifefarten nach einer Entfernung von 7, für Beittarten 14. bei A. Carl, Wichertstr. 69. Diftritt. 7½ Uhr Funktionärtonferens für die Funktionäre, die in bez neuen Partei zur 28. Abteilung gehören( Stabtbezirle 237 bis 245). it alteberversammlung für dieselben Stadtbesirle am Mittwoch, ben 18. b.. 20. Diftritt. 8., 9. unb 10. Abt. 7 Uhr bei Krause, Mariannenplas 22, Ro ferens aller Funktionäre der geeinten Sozialdemokratie. es. st. Rexton. 1. bis 4. Vezirt. 7% Uhr gemeinsame Borstandsfiyung bei Stahl, Ganderftr. 11. nach einer Entfernung von 8 Rilometer berechnet Eine Kundgebung der deutschen Wohnungsvereine aegen die werden. Diese Mindestfahrpreise betragen vom 1. Ropember ab Einstellung des Wohnungsbaues findet am 28. Diober in Maadefür einzelne Fahrkarten im Fernverkehr in der 4., 3., 2. und burg mit dem Direktor des Ruhisiedlungsverbandes Dr. Ing. 1. Klaffe 7, 10, 16, 30 M.; für Monatstarten 4., 3. und 2. Klasse Schmidt als Hauptredner statt. Die Federführung liegt bei dem 102, 152 und 252 mt. Durch die Einführung dieser Mindestfahr. Deutichen Verein für Wohnungsreform, Berlin W 85, Am Karls- m Scrematorium Baumschulenweg pati. preise wird jener besonders in der Provinz auffällige Zustand be- bad 29, L Jm 16. Distrikt, Bezirk 325, starb der langjährige Bezirksführer Emil Bod. Die Einäfcherung findet am Sonnabend, ben 14. Oktober, nachmittags 5 Uhr, Sefeligung erfuht ber Borstand. 2153 Wirtschaft Die Verteuerung der industriellen Rohstoffe. Unter den Materialtoften bei der Kohlenförderung ist es vor allem die Grubenholzsteigerung, die auf die Kohlenpreiserhöhung einen besonderen Einfluß übt. Die Länder haben gefordert, dah das Reich aus der Kohlensteuer den Minderbemittelten eine Rückvergütung auf ihre Hausbrandtohle gewähre. So sehr dieser Vorschlag an und für sich zu begrüßen ist, so wäre er noch mehr zu begrüßen, wenn die Länder auch ihrerseits zu einer Berbilligung beitrügen, indem sie auf den Holzmarkt den Drud ausübten, ben sie als größte Waldbefizer zu üben vermögen. Die Holzpreife haben schon lange die Devisensteigerung überholt, und wenn auch richtig ist, daß wir im Frieden ein Holzeinfuhrland waren( etwa 10 Millionen Rubikmeter Einfuhrüberschuh) und wir wichtige Waldgebiete im Often und Westen verloren haben, so muß troßdem der Holzeinschlag im Inlande vergrößert werden. Waldschonung in Ehren, aber Menschenschonung vorerft. worden ist. Zeitraum eines Monats festgesetzt werden. Von der Notlage der| Syndikate und der großen Unternehmungen, ferner besonders quali fizierte Mitarbeiter derselben. Berbraucher schweigt die Erklärung der Agrarier. In Unternehmungen, die feinen Sartoffelverforgung und Wagengestellung. Der Wirtschafts- Reingewinn abwerfen, fönnen besondere Prämien und Be politische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats nahm in seiner Sizung ohnungen festgelegt werden. Der Betrag aller Sonderver= am 11. Oktober einen eingehenden Bericht des Unterausschusses für gütungen darf die Höhe des maximalen Jahreslohnes nicht überLandwirtschaft und Ernährung über die Kartoffelversorgung ent- fteigen, der laut Verordnung von Anfang August zunächst auf 7,2 gegen. In der Erörterung wiesen Vertreter der Verbraucher auf Milliarden alter Rubel(= 720 000 Rubel Muster 1922) festgesetzt die zurzeit bereits wieder, ähnlich wie im Vorjahre, einsetzende Devisenturje. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende Preissteigerung hin. Bertreter der Landwirtschaft betonten demgegenüber, daß dafür seitens der Landwirtschaft kein Anlaß gegeben amtliche Notierungen nachzutragen: 100 öfterreichische Kronen ab100 ungarische Kronen wird, da die Ernte gut und das Angebot sehr reichlich ist. gestempelt 3,30% Geld, 3,34% Brief; Die Erzeugerpreise find bisher mäßig. So in Schlesien 3. B. nicht 102,87 Gelb, 103,13 Brief; 100 bulgarische Lewa 1722,80 Gelb, über 300 m. für den Zentner. Unregelmäßigkeiten in der Berfor- 1727,20 Brief. 100 Polenmart galten etwa 24,50 m. gung sind jedoch von der mangelhaften Wagenstellung seitens der Eisenbahn zu befürchten. In der letzten Zeit wurde nur ein Fünftel der angeforderten Wagen gestellt. Nach eingehender Erörterung faßte der Ausschuß folgenden Beschluß: Der WirtVerein Arbeiterjugend Groß- Berlin. schaftspolitische Ausschuß ersucht die Reichsregierung: 1. der EntHeute, Freitag, den 13. Offober: wicklung der Kartoffelhandelspreise in den nächsten Wochen besondere Aufmerksamkeit zu fchenfen; 2. dahin zat wirken, Charlottenburg. Jugendheim Rosinenftr. 4, Leseabend: ,, Bom Beter zum in erhöhtem Rämpfer".- Landsberger Biertet. Jugendheim Gemeindeschule Olivaer Straße, baß die Reichseisenbahnverwaltung Msabit. Jugendheim Ge Maße Wagen vor Eintritt des Frostes für den Kartoffelverjand Bortrag: Die bürgerlichen Jugendbewegungen". meindeschule Waldenserstr. 21, Mitgliederversammlung. zur Verfügung stellt, und 3. zu erwägen, ob nicht eine Ausdeh- Jugendheim Nogatstr. 53, Vortrag: Schrift, Papier und Buchdrud". nung der Sperre für den Versand von Fabrittar- Norden. Jugendheim Gemeindeschule Buttbuser Straße 3-5, Bortrag:„ Natiotoffeln über den 15. Oftober 1922 hinaus angebracht ist." = Jugendveranstaltungen. Neukölln- Süd. nalismus Internationalismus". Norboften. Jugendheim Gemeindeschule Seinersdorfer Str. 18, Bortrag: Die Utopisten Owen, Fourier, St. Simon Bankow.. Jugendheim Breite Str. 32, Distuffionsabend: Prenzlaner Borstadt. Jugendheim GeSport. Rennen zu Mariendorf am Donnerstag, den 12. Oftober. 1. Stennen. 1. Abdullah Si( Rautenberger), 2. Hartstein( kingins), Die ganze 3 eitungsfrage ist im Grunde genommen auch nur eine Holzfrage. Mollen die Länder die Zeitungen erhalten oder nicht? Das Notgesetz des Reichs war bei der weiteren Gelbentwertung ein Tropfen auf den heißen Stein und ist auch wirtungslos verpufft. Das Zeitungssterben geht weiter. Mit rediten in dem oder jenem Lande ist nicht genügend getan. Es muß Die Ausgabe von Nofgeld. Amtlich wird mitgeteilt: Infolge und Proudhon". ,, Wir und die Proletarierjugend". hier einheitlich ein größerer Holzeinschlag vollzogen und zu erträg der gegenwärtigen Knappheit der Zahlungsmittel hat das Reichs- meindeschule Senefelderstr. 6-7, Reseabend: Rosmersholm" von Henrik Ibsen. lichen Preisen zur Verfügung gestellt werden. Waldschonung oder finanzministerium in einer Anzahl von Fällen Städten, Kreisen Kulturschonung, das ist hier die Frage. Auf der anderen Seite und größeren Industrieunternehmungen die Ausgabe von Notgeld dürften die verantwortlichen Stellen auch dem Gewinn der Drudgestattet. Die Ausgabe ist dabei regelmäßig an die Bedingung gepapierfabriten ihr Augenmerk schenken. Nach dem vorliegen fnüpft worden, daß der Gegenwert des jeweils ausgegebenen den Geschäftsbericht der Kröllwizer Aftienpapierfabrik in Halle Notgeldes in voller Höhe in bar auf ein gesperrtes Ronto ergibt sich ein Reingewinn von 4,63 Millionen Mart( im Vorjahre überwiesen wird. Bon verschiedenen Seiten ist gegen diese Bedin995 688 M.), woraus die Aktionäre gegenüber 15 Broz. im Vorjahre gung Widerspruch erhoben worden, befonders auch unter Hinweis in diesem Jahre, dem Jahre des Zeitungssterbens, 40 Broz. Dividende darauf, daß den Ausstellern des Notgeldes zur Ueberweisung geerhalten. Auch auf dem Gebiete der Eisenpreise sind ungewöhnliche eignete Guthaben nicht zur Verfügung stünden. Hierbei wird in Borgänge! Wir wollen die Eisenpreiserhöhungen, die schon über beffen der Sinn des Notgeldes verkannt. Das Notgeld hat nicht dem den Weltmarktpreis hinaus gelangt find, gar nicht erwähnen. Zwecke zu dienen, einer etwa vorhandenen Finanznot zu steuern, feine Bedeutung erschöpft sich vielmehr darin, die fehlenden gesetzlichen Zahlungsmittel zu ersehen. Wer im normalen Falle keine gefeßlichen Zahlungsmittel erhalten würde, darf sich nicht mit Notgelb behelfen wollen. Das Reichsfinanzministerium kann daher von der aufgestellten Bedingung nicht abgehen. Jedes willkürliche Abweichen davon würde die Notgeldausgabe ungesetzlich und strafbar machen. Hinsichtlich der Walz- und Stahlwerfserzeugniffe stellt der Richtpreisausschuß des Stahlburdes diese überholen Preise feft. angeblich unter Beteiligung der Arbeitnehmer. Aber von dem arößten Arbeitnehmerverband, dem Metallarbeiterverband, find keine Bertreter dabei gewesen. Auch von den Christlichen sind von den Unternehmern diejenigen Bersönlichkeiten ausgeschieden worden, welche fich gegen die Wünsche der Unternehmer schon gesperrt haben. Dah die Weiterverarbeiter in diesem Ausschuß nicht gegen die Induftrie vorgehen, ist natürlich, da die Verbraucher zum Teil in dem gleichen Konzern mit der Industrie verbunden find, zum andern derartig in den Belieferungen abhängig sind, daß sie die Gefahr des ,, Nichtbeliefertwerbens" nicht auf sich nehmen wollen. 3. Brinzeß Magowan( Grohmann). Foto: 54: 10, Blat: 19, 16, 17: 10. Ferner liefen: Morganat, Bergmann, Fremdling, Dennewik. Rinon I, Gallus I, Rogenluft, Mariechen H., Fred Coffmann, Dr. Adolf K., Hoffnung II. Favorit Prinz, Longina Runchen. 2. Rennen. 1. Pechnelle( Ringius), 2. Barde( Hans Schleusener). 3. Lorbeero( Hofbauer). Toto: 104: 10, plag: 22, 21, 20: 10. Ferner liefen: Simplex. Leichtsinn, Mariza, Edinhard, Rafael, Ottomar als Erster disqu., keine Betten. Bahl). Loto: 45:10, Blas: 19, 29, 33:10. Ferner liefen: Harald I, Allerton, Lenz I, Chganta, Topinambur, Zeitgeist, Clara I, M. P., Polluy, 3. Rennen. 1. Mädel( Schmidt), 2. Seewind( Saale), 3. Ypsilanti True For, Deborah W. liefen: Heiderofe, Frühaui. Agi, Alpenfer, Huschabell. 4. Rennen. 1. Bärbel( Großmonn), 2. Fridolin III( Doelemann), 3. Franko I( 3. Mills). Toto: 27: 10, Blag: 12, 16, 13: 10. Ferner Gegen die Notlage der Preffe. In der Verordnung zur 5. Rennen. 1. Baron 800( S. Mils), 2. Jeffries jun.( Lemzer), Behebung der wirtschaftlichen Notlage der Presse ist ein Verwal= 3. Maifönigin I( Neuenfeld). Zoto: 33: 10, Plat: 14, 14, 16: 10. tungsrat vorgesehen, der den im Gesetz gebildeten Fonds zu ver- Ferner liefen: Storonna, Minz, Dollyfa, Hauptmann, Dr. Lew jun., Puma, walten hat. Der Reichswirtschaftsrat hat, wie die PPN. erfahren, Alice V. 6. Rennen. feine Mitglieder Georg Bernhard, Direttor Kraemer und 1. Albatros( Ringius), 2. Waffertum( Weidmüller). 3. Bicque( Nenenfeld). Toto: 16: 10, lab: 10, 11, 12:10. Ferner liesen: Stühler in den Verwaltungsrat gewählt. Refpeft, Evslyne, Biene III, Rebzweig, Boby, Quallensohn, Favorita L., unton disqu., keine Wetten. Das Goldzollaufgeld beträgt für die Zeit vom 18. Oftober bis einschließlich 24. Oftober 48 900 vom Hundert. Reidswirtschaftsrat und Umlagenreis. Der wirtschaftspolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats ftimmte der Preiserhöhung für das erste Drittlel der Umlage mit 17 gegen 5 Stimmen der Arbeits nehmer zu. Die Arbeitgebervertreter der Landwirtschaft enthielten fich auch hierbei der Slimme und gaben folgende Erklärung ab: Die Tanfiemen in der russischen Industrie. Die Sowjetregierung Die Festsetzung des Umlagepreises fann mit Rücksicht auf die hat eine Verfügung über die Auszahlung von Tantiemen, Prämien dauernde Aenderung des Martwertes nur durch gleitende und Belohnungen in den Staatsunternehmungen erlassen. Preise, die sich automatisch nach dem inländischen Marktpreis Anrecht auf Tantlemen, die aus dem Reingewinn ausgeschüttet werrichten, erfolgen. Durchschnittspreise dürfen dabei höchstens für den den, haben nur die Direktoren und Direktionsmitglieder der Trusts, Tragt Salamander! Das Vergnügen, einen Stiefel von Schönheit und Qualität zu tragen, empfindet man im höchsten Grade bei dem MARK Ein 7. Rennen. 1. Cebrus( Ringius), 2. Topinambur( Stozal), 3. Frit of I( 3. Mills). Toto: 51: 10, lag: 21, 39, 47:10. Ferner liefen: Sigurd, Etbelbert, Schips, Flora Bingen, Bejuv, Fiscus, Diana VII, Matador I. Die Beste. 8. Sennen. 1. Bessie Borthy( Doelemann). 2. Zufall( B. Freundt), 3. Araber( Hedert). Toto: 31: 10, Blat: 15, 33, 21: 10. Ferner liesen: Draußgänger, Dody, Ult, Duza Peter I. ANDER Salainander Stiefel. Vollendeter Sitz, die tonangebende feine Form, die Güte des Materials und hochwertige Verarbeitung kennzeichnen ihn. Salamander- Stiefel stellen daher den Träger immerzufrieden Opernhaus 7% Uhr: Volksbühne 7½ Uhr: Sinfoniekonzert Die Ratten Schauspielhaus 7 Uhr: Lessing- Th. Napoleon Uhr zum 1. Male: Theater i. d. Vater n. Sohn Königgrätz. Str. Sonnab.bis Mtg. 7% Vater und Sohn 7.30: Judin v.Toledo Deut. Künstler- Th. Orska, Deutsch, Lieven, Hinz. Pohl, Stiada, Noack Allabendl. 72 Uhr: Sbd.: Jadiny. Toledo Käthe Dorsch in: Sty. 3: Wand. Gerch. Kruisier Maname Sans- Gêne 7.30: Jüdin v. Toledo Komödienhaus Deutsch. Theat. Henne i. Korb Uhr zum 1. 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Oftober, nachmittags 1/2 Uhr, Krematorium Baumschulenweg, Rietholzstraße, statt im Ferner den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Arbeiterin BrückenLuise Roede ee 26 am 9. Oftober gestorben ist Die Einäscherung findet Sonnabend, den 14. Oktober, nachm 5 Uhr, im Krematorium Berlin. Gerichtstraße, statt. Chre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 127/16 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norben 833, 834, 835, 836. Achtung: Silberschmiede. tung Freitag, 13. Oftober, nachm. 5 Uhr, im Dresdener Garten, DresdenerStr 45: Branchenversammlung aller in den Silberwarenfabriken beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter. Tagesordnung: 1. Bericht bez Berhandlungstommiffion. 2. Diskussion. E Die Gilberbrüder sind zu dieser Versammlung ganz besonders eingeladen. Sonnabend, 14. Ottober, nachm.4Uhr, im Gewerkschafthaus, Engelufer 24/25: Gemeinsame Bertrauensmänner- Konferenz ber Bauklempner, Rohrleger und Helfer. Autogenfchweißer, -fchweigerinnen und brenner! Sonntag, den 15. Oftober, vormittags 9 Uhr, in der Aula bes köllnischen Gymnasiums, Inselstraße 2-5( Nähe Jannowigbrüde): Außerordentliche Branchenversammlung Sauger 8 und 6 m, durchsichtig 9, 18 und 25., agesordnung: 1. Allgemein be Schwämme von 4 M. an. lehrender Vortrag über das Wesen Unterlage, echte Platte, Weter 400 202 des autogenen Schweiß- und Schmiede Berbandwaite zitta 100 gr 60 M, Mullbinden 6 m X6 cm, 4 M., Fieberthermoverfahrens. Referent: Oberingenieur meter, geprüfte, 40, 70, 90 20., Bade- u. Zimmer- Thermometer 10 m, 3rriG. Menz. 2. Diskussion. gatoren fehr billig, Eau de Cologne von 60 M. an. 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