Nr.487 39. Jahrgang Ausgabe B Nr. 237 Bezugspreis: Für den Monat Oftober 250,-., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar und Memelgebiet sowie Defterreich und Zuremburg 346,-, für das übrige Ausland 515. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark Eng. land, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz. Tschecho slowakei und Ungarn. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonne tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 4 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 60,- M. Reflamezeile 300,- 932. „ KleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 14, W.( zulässig zwei fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 12, M. Stellengesuche und Schla stellenanzeigen das erste Wort 8.-M. jedes weitere Wort 6- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwe Worte. Familien- Anzeigen für Abon nenten Beile 20,- 2. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4%, Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden Straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 und 2506-2507 Sonnabend, den 14. Oftober 1922 Vor dem Urteil. Verkündung erst um 3 Uhr nachmittags. Die polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen haben diesmal einen Die Leipziger Polizei besonders großen Umfang angenommen. glaubte Grund zu ber Annahme zu haben, daß noch in letter Stunde ein Befreiungsversuch der Angeklagten unter nommen werden solle. Aus diesem Grund hat die Kriminalpolizei bereits in den letzten Tagen eine sorgfältige Ueberwachung der Hotels und der Privatpensionen vorgenommen, um festzustellen, ob gewisse Persönlichteiten, auf die man Berdacht hat, in Leipzig angekommen sind. Der Leipziger Polizeipräsident Oberst Melchior hat die Absperrungs- und Ueberwachungsmaßnahmen felbst in die Hand genommen. Besonders das Gefängnis in der Westernstraße hat einen bedeutenden Schuh von uniformierter, Rom munal und Landespolizei erhalten. Mehrere Lastkraftwagen mit Bolizeibeamten haben das Gefängnis umgeben und um 212 Uhr mußten noch Berstärkungen herangezogen werden, da sich vor dem Gefängnisgebäude eine große Menge ansammelte, die der Abfahrt ber Transportwagen beiwohnen wollte. Man hat auch dafür Sorge getragen, daß der Gefangenenwagen selbst diesmal von einer starten Eskorte von Polizeibeamten begleitet wird. Das Reichsgericht selbst Tillessen die Boruntersuchung wegen der Gefangenen Wie wir erfahren, wird inzwischen gegen den Angeklagten befreiung von Boldt und Dithmar betrieben. Wie der Oberreichsanwalt gestern bereits andeutete, besteht der Verdacht, daß Tillessen zusammen mit Kern Boldt und Dithmar aus dem Gefängnis befreit hat. Aus diesem Grunde ist Tillessen noch gestern von dem politischen Staatsanwalt Beiger, dem Neffen des sächsischen Justiz ministers, verhört worden. Die Untersuchung soll, wie wir hören, nach Möglichkeit beschleunigt werden. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Verlag, Haupterpedition u. Inseraten. Abteilung: Dönhoff 2506-2507 Die Kontrolle über Oesterreich. Bon Friedrich Austerlitz. Wien, 13. Oktober. In Genf ist Desterreich gerettet" und als freier hat starte Abteilungen uniformierter Polizei erhalten, die auf ben selbständiger Staat erwürgt worden. Denn BS. Leipzig, den 14. Oftober 1922. Wie vorauszusehen war, ist der Staatsgerichtshof bis heute Gängen verteilt sind und die jeden, der das Gebäube betreten will, wenn die Bereinbarungen, die da zwischen der österreichischen mittag mit der Beratung über die Schuldfrage nicht zu wiederholten Malen nach Ausweisen befragen. Die Kriminal- und den Regierungen der vier Mächte abgeschlossen wurden, mittag mit der Beratung über die Schuldfrage nicht fertig geworden. Gestern nachmittag um 4 Uhr begann die erste polizei ist im Gerichtsfaat und auf den Korridoren verteilt und alle Geltung erhalten, so hört die Republik Desterreich auf, ein fertig geworden. Gestern nachmittag um 4 Uhr begann die erste Ausgänge haben besondere Bewachung erhalten. Der eigenberechtigtes und unabhängiges Staatswesen zu ſein Beratung des Staatsgerichtshofes, die sich bis in die späten Abend. Plaz vor dem Reichsgericht wurde schon von 11 Uhr ab freigehalten Anstatt der Republik, in der alle Gewalt vom Bolte ausgeht, stunden hinzog. Da jedoch namentlich über die Strafzumessung für und besonders wurde verhindert, daß sich Gruppen ansammelten. wird Desterreich ein Staat, in dem der Wille eines wildden Angeklagten Techow noch feine Klarheit herrschte, nahm der Staatsgerichtshof heute früh um 8 Uhr die Beratung wieder auf. obligationen übernehmen, aus denen Desterreich sechshundertfremden Generalfommiffärs souverän schaltet und waltet. Denn die vier Mächte, die die Garantie für die StaatsBis 12 Uhr war man jedoch noch nicht zu einem endgültigen Abfünfzig Millionen Goldkronen erlösen soll, haben sich nicht schluß gekommen und so mußte die Bertündung des Urteils begnügt, die finanzielle Kontrolle auf die Objekte zu legen, auf 3 Uhr nachmittags verschoben werden. die die Pfänder für die Anleihe zu sein haben, sondern sie stellen Desterreich unter eine regelrechte Ruratel Gegen die Kontrolle der Pfänder und wäre sie noch so streng und umfassend, wäre natürlich nichts einzuwenden. Die vier Mächte garantieren die Anleihe- allerdings nicht vollDie weitere Untersuchung der Arsenik- Bralinen, die an Günther ständig, denn für 16 Prog. werden die Garantien noch geadreffiert waren, hat jegt ergeben, daß einzelne Konfetistücke mit fo fucht und Desterreich verpfändet ihnen dafür die gesamten ftarten Dosen des Giftes gefüllt waren, daß sie vollkommen hinge Erträgnisse, nämlich die Bruttoeinnahmen aus den Zöllen reicht hätten, einen Menschen zu töten. Durch einen Zufall waren und aus dem Tabatmonopol; es ist gerechtfertigt, daß die jedoch diejenigen Konfefiftüde, welche geringere Dosen enthielten, Garanten das Recht haben sollen, die Verwaltung der Beoberauf gepackt, so daß Günther und die anderen Angeklagten, bis triebe, deren Ertrag als Pfand gegeben wird, zu beaufsichtiauf Barnecke, der auch in der letzten Nacht wieder unter heftigen gen. Aber damit, obwohl es für ihre Sicherheit nöllig ausHerzbeschwerden zu leiden hatte, noch verhältnismäßig glimpflich reichend wäre, begnügen sich die garantierenden Mächte beidavongekommen sind. Auf Beranlassung des Oberreichsanwalts ist leibe nicht, vielmehr unterwerfen sie die gesamte Berdie Berpadung der Liebesgabenfendung" an die Abteilung la waltung der Republit ihrer Aufsicht; mehr als ihrer des Berliner Polizeipräsidiums überfandt worden. Man hofft, aus Aufsicht, fie unterstellen sie ihrem Dittat. Die österreichische der Art des zur Verpadung benutten Papiers, besonders aber aus Regierung wird danach verpflichtet ,,, unter Mitarbeit eines der Echreibmaschinenschrift, die eine besondere Eigenart besigt, fest- Generalfommiffärs", den der Völkerbundrat bestimmen wird, stellen zu fönnen, wer der Absender des Giftes gewesen ist. ,, ein Reform- und Sanierungsprogramm auszuarbeiten, das ( Fortsetzung in der Morgenausgabe.) stufenweise durchgeführt wird und Desterreich in den Stand fegen soll, binnen zwei Jahren das dauernde Gleichgewicht feines Budgets herzustellen". Der Generalfommissär wird Minister Köster über„ Unser Recht". dieses Reform- und Sanierungsprogramm" nicht bloß be stimmen, er wird auch seine Durchführung überwachen". Frankfurt a. M., 13. Oftober.( WTB.) Im Klub für Handel, Diese lleberwachung" der Durchführung wird in der Weise ( BIB.) Die Reparationsfommiffion Industrie und Wissenschaft hielt Reichsminister Dr. Röster und Wissenschaft hielt Reichsminister Dr. Köster veröffentlicht folgenden Bericht: Die Reparationstommiffion hat einen Bortrag mit dem Titel„ ll nser Recht". Er wandte sich geschehen, daß über die Anleihe ausschließlich der Generalgestern nachmittag in offiziöfer Sigung die Prüfung der augenblic entschieden gegen die Meinung der meisten Deutschen, daß man von fommissär verfügen und daß er der österreichischen Regierung lichen Lage Deutschlands fortgesetzt. Die Kommission besprach ein ben Bersailler Rechtsgrundlagen möglichst wenig sprechen sollte. nur dann aus der Anleihe Mittel zur Verfügung stellen wird, Don Sir John Bradbury unterbreitetes Memorandum. Im Eine solche Auffassung beruhe auf Untenntnis der Borgeschichte menn, die schrittweise Durchführung des Reform- und SaLaufe der Besprechung fündigte Barthou an, er werde kom- der Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen. Daher fomme nierungsprogramms sichergestellt ist". Man hat sich das etma mende Boche Vorschläge unterbreiten, durch die die Ansicht der es auch, daß man in Deutschland mit dem Wilson Programm so vorzustellen, daß der Generalfommissär anordnen wird, französischen Delegation zum Ausdruck gebracht würde. politisch so wenig anzufangen wisse. Das aber sei schon deshalb diesen Monat müssen die Einnahmen um so oder so viel höchst bedauerlich, weil diefes amerikanische Programm gerade von Milliarden erhöht, die Ausgaben um so oder so viel MilliarUeber die Beratungen innerhalb der Reparationsfommiffion der deutschen Regierung als Grundlage der Friedensverhandlungen den vermindert werden, und daß er der österreichischen Reberichtet der petit Parisien", daß der Vorschlag des eng- gefordert und von den Alliierten anerkannt worden, und weil gierung nur dann Geld geben wird, wenn ihm nachgewiefen Bichen Delegierten Bradbury folgendes enthält: Diese Forderung damals eine geschichte und richtige Politik gewesen wird, daß sein Befehl pünktlich und genau durchgeführt sei, die fortgesetzt werden müsse. Der Mangel an Verständnis für die Bedeutung der verlassenen Rechtsgrundlagen des Versailler Ber- worden ist. Also muß, ob sie möglich und ausführbar find trages sei aber um so beflagenswerter, weil im Auslande darum oder nicht, die österreichische Regierung die Befehle des ein heftiger Kampf geführt worden sei und noch geführt werde. Generalfommiffärs blindlings befolgen Denn besonders in den angelsächsischen Ländern habe man Denn alle anderen Mittel, sich, wenn die Einnahmen nicht nicht vergessen, daß für die Friedensbedingungen eine Rechtsgrund- ausreichen, die Ausgaben zu bestreiten, Geldmittel zu ver lage vereinbart worden sei. Mit den Argumenten Ameritaner, von eigenen, durchschlagenden Beweisen ergänzt, wider noch irgendeine Anleihe aufnehmen; Desterreich wird der der schaffen, find ihr versperrt: fie darf weder Papiergeld druden legte der Minister die Behauptungen, mit denen sich besonders die Willkür des Generalfommissärs restlos ausgeliefert. französischen Bevollmächtigten von den Borverhandlungen losmachen wollten, deren Rechtsgültigkeit nicht zu leugnen fei. Der Kampf während der Friedensverhandlungen um die lle berschreitung dieser Grenze prägt sich in den Friedensbedingungen, die fein Er gebnis sind, deutlich aus. Zur Begründung weitergehender An3. Zur Stabilisierung der Mart soll befchloffen prüche werden nicht nur die Waffenstillstandsklauseln zu Hilfe gewerden, die Verwendung der Papiermart im Austausch wesentlich nommen. Von der Berufung auf das natürliche Recht des Siegers, zu verringern und fle durch Goldmark zu erjezen. Es handele sich welches höher stehe als das Recht der Besiegten, bis zu den gealso einerseits darum, Deutschland von allen direkten oder indirekten spielt naiven Schlußfolgerungen des australischen und fübafri Geldzahlungen für Reparationen auf die Dauer von fünf Jahren tanischen Delegierten soll alles dem einen Zweck dienen, eine an fich zu befreien, andererseits darum, die Papiermark bei den meisten hohen Anteil an ihr herauszuschlagen. Alle diese Argumente werden höhere Summe und außerdem für alle Beteiligten einen möglichst zerpflückt und widerlegt, und hinter ihnen bleibt nur die Taffache des Vertragsbruchs, Bradburys Vorschläge. Paris, 14. Oftober.( WIB.) 1. Für die Dauer von fünf Jahren soll Deutschland feine Geldzahlungen einstellen und sie durch Schuldverschreibungen ersehen, die den intereffierten Gläubigerländern übermittelt werden follen mit der Aufgabe, die auf Grund derselben verfügbaren Mittel zu diskonfieren. 2. Was die Sachlieferungen Deutschlands betreffe, fo foll Deutschland ebenfalls Schuldverschreibungen ausstellen, die durch die Länder gegengezeichnet werden können, die Lieferungen in natura erhalten. Deutschland seinerseits soll diefe Wechsel durch ausländische Banken diskonfieren, um die deutschen Lieferanten mit ausländischen Devisen zu entschädigen und die Inflation nicht zu erhöhen. Transaffionen zu ersehen. Franzöfifche Gegenvorschläge. M Aber da verbleibt doch als ein Mittel des Widerstandes gegen unsinnige und unmögliche Forderungen des Genera fommiffärs das Parlament? Also wird das Barlament einfach beseitigt! Die österreichische Regierung erhielt nämlic den Auftrag, im österreichischen Nationalrat ein Gesek befchließen zu lassen, wonach fie für zwei Jahre bevollmächtigt wird, ohne neuerlich an das Parlament her antreten zu müssen, alle Maßnahmen zu ergreifen die nach ihrer Meinung notwendia find, um bis zum End dieser zwei Jahre das budgetäre Gleichgewicht wieder herzustellen". Damit wird dem Parlament das Rückgrat gebrochen denn ein Parlament, dem fein Einfluß auf die Geldgebarung denn nur durch ihn ist es möglich, Deutschland entgegen dem Bor- des Staates zusteht, dem das wichtigste parlamentarische Recht. Paris, 14. Oftober.( WIB.)„ Deuvre" schreibt, daß die vertrag auch die Zahlung der Renten und Bensionen für die das Budgetrecht genommen ist, ist natürlich fein Barlament. französischen Vorschläge über die Reparationszahlungen von Barthou Kriegsteilnehmeer und Hinterbliebenen ir den Ländern der Alliierten Und da mit dem Budget des Staates zum Schluffe jede Sache der Reparationstommission erst in ihrer üblichen Wochenfigung am aufzuerlegen. Damit aber verbreifacht sich die Summe dessen, zusammenhängt, weil doch jede Einrichtung im Staate aud kommenden Freitag unterbreitet werden. Es handle sich um eine was Deutschland zu leisten nach der Novembernote bereit und ver- Kosten macht, so wird das Parlament in aller Form erschle Note, in der auch die französische Reparationspolitik erläutert werde. pflichtet war und womit sich die Alliierten zunächst zufrieden gen, sein Gesekgebungsrecht auch in politischen und sozialen Das Blatt schreibt, der französische Borschlag ginge von dem Grund- gegeben haben. Diese genaue Analyse der Reparationsforderung Fragen ausgelöscht. Man fann also wohl sagen: etwas ähnfaß aus, daß es unerläßlich fei, bie beutschen Finanzen zu führt den Vortragenden zu dem Schluß, daß die Versailler Artikel liches wie diese„ Kontrolle" ist einer europäischen Nation noch the fanieren, daß diefer 3wed aber nur burch Einschränkung 231 und 232 vor allem dazu dienen sollen, ben Rechtsbruch in nie zugemutet worden. Dagegen sind etwa die„ Kontrollen". der Reparationsfrage zu verdecken. In ihnen solle es sich also der Inflation, burch die Kontrolle des Devisen meniger um die Feststellung einer moralischen Schuld als um die die ehemals die Türkei zu erleiden hatte, ein Kinderspiel. handels und den Ausgleich des Budgets erreicht werden Feststellung der finanziellen Haftung handeln, die aus der Verur- Aerger noch als die Infamie dieser Bedingungen ist ihre fönne. Einzig und allein eine ausländische Anleihe fönne fachung der Echäben entspringe. Daraus ergibt sich der Schluß, daß Dummheit. Die erbärmliche Lage, in der Desterreich steckt, ift zu diesem Ziele führen, damit sie mit Erfolg aufgelegt werde, müsse sich unser Rechtskampf mindestens ebenso gegen die falsche Grund- das Ergebnis mannigfacher Umstände. Natürlich ist die unihr Zinsendienst durch deutsche Einkünfte garantiert werden. lage diefer viel zu weitgehenden Haftbarkeit wie gegen die darin felige Struttur dieses Staates, der nichty. Die französische Delegation werde als Pfanb hierfür die Ein- enthaltene Schulbantlage richten muk. Der Minister schloß: ganisch entstanden ist, seine Lebensformen also den natürnahmen des Reiches aus 3öllen und indiretten Die beste Waffe für den Kampf gegen die Friedensbedingungen find lichen Bedingungen nicht in einem allmählichen Bachstum weniger die Borgeschichte und Geschichte des Krieges, als die VorSteuern vorschlagen. Das Blatt nennt diese Angaben unvollgeschichte und Geschichte dieser Bedingungen selbst. Aus ihnen anpassen fonnte die Hauptursache. Mit Berachtung des natio= ständig, wenn der französische Plan nicht von der Liquidation der ergibt sich immer flarer, was uns genommen ist, und wofür wir nalen Selbstbestimmungsrechtes haben sich die anderen Nach interalliierten Schulden ausgehe, um sodann zur mission eines teinen unbestimmten, fentimentalen, sondern einen bestimmten folgestaaten, die Sieger", die alle auf Kosten der Deutschgefunden Gelbes in Deutschland zu führen. Dölterrechtlichen Anspruch haben: Unser Recht. österreicher Beute gemacht haben, das Beste weggenommen. Die Angst vor der Volkswahl. Ebert und Hindenburg. Ueber die gestrige Sigung des Parteivorstandes der Bolkspartei berichtet die„ Deutsche Allgemeine Zeitung": und zurückgeblieben ist ein Staat, in dem auf die vier nahmen die sozialdemokratischen Redner Bauer und Geit in 1 Millionen zumeist dörfischer Alpenbewohner die Riesenstadt scharfer Form Stellung gegen die Mehrheitsparteien. Seitz füngepfropft ist, die Stadt, die entstanden ist als Zentrum des digte auch den schärfsten Widerstand seiner Partei bei allen Ver. gonzen habsburgischen Imperiums, nun aber, wo sie ein handlungen in den Ausschüssen und im Plenum an. Nach diesen Drittel der Bevölkerung des ganzen Staates, widernatürlich Borgängen wird dem für heute angefeßten sozialdemokratischen anmutet. Deutschösterreich, dessen landwirtschaftliche Erzeu- Parteitag in politischen Kreisen ernste Bedeutung beigelegt. gung die Bevölkerung für faum vier Monate ernährt, dessen Industrie aller Rohstoffe entbehrt, mit seinem ererbten Uebermaß von Beamten, ist also ein Staatswesen, das mur in einem gewaltigen Umbau lebensfähig gemacht werden kann. Daß nun diese Bevölkerung, in das Elend eines faum lebensfähigen Staates hinausgestoßen, die großen Kräfte nicht aufbringt, die notwendig wären, um diesen staatlichen und ge fellschaftlichen Umbau durchzuführen, daß sie immer schlaffer ,, Wie wir erfahren, erscheint dem Parteivorstand eine Ber und verzagter wird, ist nicht unbegreiflich, wenn es deshalb auch nicht minder tabelnswert bleibt. Dieser notwendige schiebung der Wahl schon im allgemeinen Interesse dringend Umbau ist nun am wenigsten durch ein papiernes Reform geboten. Man dürfte jedenfalls von volksparteilicher Seite aus den und Sanierungsprogramm zu leisten. Auf dem Papier ist Verfuch machen, auch die übrigen Parteien des Reichstages für diese es natürlich sehr leicht, das Budget zu fanieren; man braucht Berschiebung zu gewinnen. Sollten die Parteien sich einem solchen da wirklich nur festzustellen", daß die Einnahmen zu ver- Borschlag wibersezen, so wird die Volkspartei gegen eine Reinesfalls wird sie die mehren, die Ausgaben zu beschränken seien. Aber wir alle iebermahl Eberts auftreten. wiffen, daß wir in Desterreich wahnsinnig viele Beamten Wiederwahl des gegenwärtigen Präsidenten unterstüßen, sondern sich haben; niemand weiß aber, was mit diesen Beamten( und mit aller Entschiedenheit für eine bürgerliche Kandidatur einsehen." Ihnen ließen sich sehr viele Berufe der Großstadt zufügen, die Infolge ihres Uebermaßes parafitär wirten) geschehen foll, wenn sie der Staat entlassen hat. Der Druck der Boltspartei auf die bürgerlichen Koalitionsparteien zeigt beim Zentrum schon einige Wirkung. Die " Sentrums- Parlaments- Korrespondenz" sieht mit größter Beforgnis der Möglichkeit entgegen, daß der Wahlkampf zwischen Ebert und Hindenburg ausgefochten werden fönnte. Das Zentrumsorgan nennt Hindenburg einen verdienstvollen Mann", deffen Bild aber infolge feiner eigen en unvor fichtigte it start gelitten habe". Seine Aufstellung würde die Berreißung des deutschen Boltes in einen Bürgerblock und in einen Sozialistenblock zur Folge haben, das sei aber nicht zu ertragen. Schließlich wird an Ebert appelliert: mögen feine Gründe für den 3. Dezember noch so triftig sein, so scheine sich doch eine Lage zu entwickeln, der gegenüber auch ihm die Auf schiebung als das kleinere Uebel erscheinen könnte. Das Konnten wir weiterkämpfen? -VOO Militär- Wochenblatt" bringt natürlich an leitender Stelle eine Besprechung des neuesten Kronprinzen- Schmöfers, die der Generalmajor v. Borries geschrieben hat. Uns würde weber das Buch noch seine Rezension interessieren( alles deutet auf ödestes Kriegsberichterstattertum), wenn nicht bei der Besprechung des be fannten fronprinzlichen Pessimismus dem General v. Borries folgende Säße entfahren wären: Die Sorge um den Kriegsausgang wurde wieder rege nach dem blendenden Erfolge seiner Heeresgruppe im MaiAngriff 1918 über den Chemin- des- Dames. Gerade nach diesent Siege zeigten sich ihm die Swierigkeiten der Lage, weil die Angriffsmittel unzureichend geworden waren, um cine wirkliche Kriegsentscheidung zu erzwingen. Es ist merkwürdig, sobald die schreibenden Generäle gerade ein mal nicht daran denten, daß sie Zolchstoßlegenden zu fabrizieren haben, erfährt man ven ihnen ganz anschauliche Wahrheiten. Sonst erzählen uns die Deutschnationalen, daß der zum Greifen nahe Sieg" nur durch den Dolch sto serhindert worden sei. Hier gibt ein Militär von Rang zu, daß selbst nach einem großen taktischen Erfolg die Entscheidung nicht mehr erzwungen werden fonnte, weil die Angriffsmittel zu gering waren. Die Dolchftoßlüge läuft sich rasend Die Dolchſtoflüge läuft fich schnell ihre furzen Beine ab. Schlußworte im Fechenbach- Prozeß. Das Defizit im Staatshaushalte, das heute freilich in viele München, 14. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Am Freitag Sillionen geht, ist ja nur eine Folgeerscheinung; die Krant nachmittag tam noch der Berteidiger des Dr. Gargas, Rechtsanwalt beit liegt im Staate selbst und die ist mur organisch zu Dr. Ballin, zu Worte. Er zeichnete die Lebensgeschichte seines heilen. Welche Albernheit, einen wildfremden Menschen nach Mandanten, der sich aus ärmlichen Verhältnissen zum Biener HofBien zu schicken und ihn mit der Aufgabe zu betrauen, Defter und Gerichtsadvokaten emporgearbeitet habe. Als Beamter der reich von Grund aus zu furieren, der doch nur fähig ist, mechaDeutschen Gesandtschaft im Haag, als Lettor im Auswärtigen Amt, nische Beisungen zu geben! Und aus dem gräßlichen Elend als Journalist in Holland habe Gargas feine Deutsch freundherauszutommen, sind die größten Anstrengungen nötig, ohne tid teit bewiesen. Gerade seiner Deutschfreundlichkeit wegen wolle schwere Opfer ist die Konsolidierung nicht zu erreichen. Aber Bolen von Gargas nur wenig wissen. Es sei fachlich unbegründet, au diefen Opfern wird sich die Bereitschaft nur einstellen, wenn in Gargas einen Spion sehen zu wollen. Der Borsigende be= fie die Frucht eigenen Willens find; die Aufrichtung einer merkt, daß das Gericht gegen Gargas nicht deshalb voreingenommen Fremdherrschaft, die das Maß diefer Opfer diftiert, löscht Dazu ist zu sagen, daß die Verfassung zu einer fei, weil er die polnische Staatsangehörigkeit befize. Ferner veraber die Ueberzeugung aus, daß diese Opfer notwendig sind, Hinausschiebung der Wahl feine Handhabe bietet, dem zu tündet der Borfizende, daß die Entschädigung für den Sachver und ertötet damit bei allen Klassen die Bereitwilligkeit, diese häufigen Operieren mit„ verfassungändernden Gefeßen" aber ständigen Dr. Thimme von der Staatstaffe getragen werde, da Opfer auf sich zu nehmen. Ein Generalfommisfär, irgendein die allerschwersten Bedenken gegenüberstehen. Es sollte doch das Gutachten der Klärung der Sachlage wesentlich gedient habe. Herr aus Holland, fommt nach Wien, fragt niemanden, die einmal auch von bürgerlicher Seite der Boltspartei gesagt Zum Schluß sprachen noch die Angeklagten Fechenbach und tiert vielmehr, daß zwei Billionen neue Steuern einzuheben werden, daß ihre Haltung von ungeheuerlicher Infonsequenz Gargas. Sie schließen sich den Worten ihrer Verteidiger an. find. Wie kann man erwarten, daß sich die Bereit ist. Sie erflärt, für einen bürgerlichen Kandidaten stimmen Gargas versichert, er habe die Berliner Vertretung des Rotterdamer Ichaft zu diesen schweren Opfern einstellen foll? Diese er zu müssen, wenn jetzt gewählt würde, darum macht sie ver- Nachrichtenbureaus nur übernommen, um deutsche Interessen zu bitternde Kontrolle vermeint, daß sie die Konsolidierung zweifelte Anstrengungen, um Ebert ohne die verfassungsmäßig wahren. Desterreichs verbürge. In Wahrheit würde fie sie vereiteln, vorgeschriebene Bahl in seinem Amte betätigen zu laffen. Das Urteil wird am Freitag, den 20. Oftober, 5 Uhr nach geradezu unmöglich machen. Die Rettung Desterreichs damit Das heißt doch nur:" Haltet mich, sonst geschieht ein Unglüd!" mittags, verkündet. anzufangen, daß man dem Parlamentber Republit den Strid um den Hals legt und gerade in Hinsicht des GeIn einer Bersammlung des deutschnationalen Ratholitenfingens des Bertes das Dümmfte tun, was die Garanten in ausschusses sprach sich ergt mit Entschiedenheit gegen jebe Gegen einen kommunistischen Rätekongreß. der Ueberschätzung ihrer Wohltaten tun tönnen. Verschiebung aus. Er machte nach Kräften für Hindenburg Reklame, aber die Deutschnationalen dächten nicht daran, ihn " Köln, 13. Oftober.( Eig. Drahtbericht.) Nach einem Referat Deshalb wird es in den Staaten, die diese Garantie 3 als Partei fandidaten aufzustellen. Aus dem Bolte her- des Genoffen Nörpel Berlin über die Maßnahmen der Gewerks erteilen haben, die Aufgabe der Sozialdemokra ten jein, gegen die ebenso schnöde wie vernunftlose Berge aus" müffe der Ruf nach einem„ unparteiischen Präsidenten" fchaften gegen bie Leuerung nahm die von 1000 Personen be waltigung, die da an dem armen und wehrlosen Desterreich erfchallen. Es besteht also bei den Deutschnationalen die Ab- suchte Bollversammlung der Betriebsräte des Wirtschaftsgebiets verübt wird, mit Nachdruck und Leidenschaft zu protestieren. sicht, die Hindenburg- Randidatur als unparteiliche, aus dem Köln mit einer Dreiviertelmehrheit eine Resolution gegen die In der Resolution Natürlich nicht der Garantie, wohl aber der infamen Aus Bolte heraus gewünschte Kandidatur zu mastieren und dann tommunistischen Treibereien an. wird gesagt, daß die Bestimmungen des Friedensvertrags und die nügung der Garantie durch die garantierenden Mächte, ist mit dem ganzen Parteiapparat hinter sie zu treten. der stärkste Einspruch der Sozialdemokraten entgegenzusehen. Das fcheint für viele bürgerliche Politiker eine schreckhafte bürgerliche Mehrheit in Deutschland eine grundlegende Aenderung unserer Wirtschaftslage ausschließen. Deshalb müßte durch die Die internationale Arbeiterihaft tann piel Borstellung. Für uns ist sie es nicht. Die Demokratie ist die Aufklärung aller Arbeitsfollegen die Macht der Arbeiterschaft so tun, daß Oesterreich die Garantie geboten, große politische Schule des Voltes. Wäre es in feiner mehr gesteigert werden, daß sie eine Aenderung des Bersailler Diese so gestaltete, nichtswürdige und erheit wirklich so unglaublich unreif, daß es einen politisch ganz Bertrags und damit eine neue Wirtschafts- und Währungsniedrigende kontrolle, die nor allem das ahnungslosen General, Revancheredner und Monarchisten zum grundlage herbeiführen könne. Die Bersammelten lehnen es ab, grundlage herbeiführen könne. Die Versammelten lehnen es at, Proletariat in Desterreich trifft, aber er- Präsidenten der Republik wählen wollte, so müßte es eben sich zu parteipolitischen Zwecken mißbrauchen zu laffen und an dem ipart wird. die Kosten dieser Lektion bezahlen. Es würde aber nicht das Recht verlieren, die Politiker, die es zu einer solchen Torheit Reichsbetriebsrätekongreß der Kommunisten teilzunehmen. Wäh rend des Referats suchten die anwesenden Kommunisten durch verleitet hätten, zur Verantwortung zu ziehen. Zwischenrufe die Versammlung zu stören. Ein Hoch auf die freien Gewerkschaften beantworteten sie mit dem Absingen der Nationalhymne. Wien, 14. Oftober.( WTB.) Wie die Blätter aus parlamentarischen Kreifen melden, hat sich die inner politische Lage zugefpigt. Bei der Konftituierung des Sonderausschuffes für die Genfer Ronvention beanspruchten die Sozialdemokraten, den Lomann zu stellen. Als dieser Antrag von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt wurde, verzichtete Präsident Seit auf bie ihm engetragene Stelle des zweiten Borsigenden. Im Budgetausschuß „ Dater und Sohn" von Joachim v. d. Golh wahrheit, und das ganze wird nicht geadelt burch einige Auftritte, ( Lessing Theater.) Der erste Friedrich Wilhelm von Preußen ist troh Gicht und Nierentolit nicht zu bewegen, daß er den Kronprinzen Friedrich aus tem Rüftriner Gefängnis entiäßt. Mit Degen und fürchterlichem Fluch geht er auf den Sohn los, den er als ehrlofen Deserteur berus imponierend, aber nur nach außen hin, der Kronprinz Ernst fchimpft. Der Kopf Rattes fällt. Der dumpfe Trommelwirbel wird geschlagen. Ermordung eines griechischen Soglalisten. Aus Athen wird ge meldet: Der griechische sozialistische Journalist Paleologos ist in Smyrna von den Remalisten erhängt worden. In Birklichkeit besteht aber eine folche Gefahr nicht. Gefährlich ist die Situation nicht für das Bolt, sondern nur für gewisse bürgerliche Politiker, die wieder einmal nicht wissen, ob sie Hott oder Hüh sagen sollen. Wir bedauern die Berlegenheit dieser Herren, sehen aber in ihr feinen Grund, die Bestimmungen der Reichsverfassung zu suspendieren. bärmliches Feldwebelgeschwäß, gemischt mit ein wenig Schiller und Der erste deutsche Riefendampfer feit dem Ariege. Der PersonenSacher- Masoch. Der Dramatiker hat Angst vor der psychologischen und Frachtdampfer Columbus", der von der Danziger SchichauWerft für den Norddeutschen Lloyd gebaut wurde, ist der erste Riefen die des malerischen und Inrischen Reizes nicht entbehren. Sie zeigen dampfer seit dem Kriege, der wieder unter deutscher Flagge den Ozean nur, daß Joachim v. d. Golz im besten Falle die Verwidlung von ber beuifchen Schiffsbaukunft werden in der Umschau" mitgeteilt. befahren wird. Interessante Einzelheiten über diese neue Großtat Familienftiden bewältigen würde. Aber es muß gleich um Fridericus Das Schiff ist mit seinen 32 000 Brutto- Register- Tonnen und über Reg gehen! 40 000 Tonnen Wasserverdrängung das größte Schiff der deutschen Es spielten Rünstler, die nichts retteten. Der Rönig Stein- Sandelsflotte. Es hat in der ersten Klaffe Bimmer für 428 Personen in der Mittschiffslage, darunter für„ valutastarte" Bassagiere Staats Ralchows nur ein Liebhaber von bedrohlicher Süßigkeit, Mathilde immer und Luruskabinen von eriefener Bracht. Die Gefell fchaftsräume enthalten noch ein besonderes Rinderzimmer mit Suffin und Charlotte Schulz, Königin und Prinzeffin, Der Speilefaal, einen mit allen modernen Geräten versehenen Turn. breiteten mehr dichterische Atmosphäre. Sie waren auch vom Dichter fa al und einen großen Balmengarten. In der zweiten Klaffe, die besser bedacht, der Männer nur als Vertreter einer gepfefferten, aber 204 Bimmer befigt und 356 Reifenden Unterkunft gewährt, ist ebennicht einer aus dem Temperament brennenden heroijchen Welt falls auf schöne und behagliche Ausstattung der größte Wert gelegt. anschauung fennt. Mar Hochdorf. Die technischen Einrichtungen, wie elektrische Fahrstühle zwischen ben einzelnen Stockwerfen, die Barbiersalons mit ihren hygienischen Bor richtungen usw, befriebigen alle nur erdenkbaren Ansprüche. Etwas ganz neues bietet das fog. Zwischended, das auch den weniger be mittelten Reifenden die Freuden der Seefahrt voll genießen läßt. Die dritte Klaffe, die 1132 Reifende im Vor- und Hinterschiff unter. bringt, hat nichts mehr mit den fragwürdigen Einrichtungen des alten 3wischended's zu tun, sondern bietet helle freundliche Rammern für zwei bis feths Perfonen mit allem Komfort, befigt einen Speisesact in weißem Lachschliff, Damen- und Rauchfalon und auch Gelegenheit für musikalische Beranstaltungen, Bromenadended usw. Der Riesen. dampfer ist mit allen erdentlichen Sicherheitsvorrichtungen, mit Hospitälern, Apotheken usw. ausgestattet. " Walhalla- Theater: Die tolle Cola". Das Balhalla- Theater Es schadet nichts, daß Joachim v. d. Golh die Historie wieder gedichtet hat. Schlimm ist nur, daß sein Talent und feine Welt anschauung nichts roert find. Nichts wert, weil er die Jugend sogleich durch Routine ersetzt. Die Innigteit soll ihm aus den Boren( prigen. Davon möchte er überzeugen. Doch er rechnet mit den Worten und ben Szenen nur naseweis herum. Er spekuliert mit der Weltgeschichte, Deutsches Theater:„ Bund der Jugend". Werner Krauß als wie ein Mann, der eine Bantomime anlegt. Er will den Soldaten- Advokat Stensgard und Gülstorff in der Rolle des alten Speil fönig und den flötenden Kronprinzen irgendwie dem Herzen und den zahns Heire brachten die 3bfense Komödie zu sehr lebendiger Gedanken feiner Mitbürger nähern. Aber wo tein psychologischer Luftspielwirkung. Der Beifall am Schlusse zeigte eine Stärte und und politischer Horizont vorhanden ist, da versagt das Wort, die Dauerhaftigkeit, die an die Dvationen nach Reinhardtschen KlaffiterForm natürlich auch. Eo ist dieses Hohenzollernstüc cftflug, obwohl Neuaufführungen erinnerten. Das altmodische Milieu des lange vor es fich jung gibt. Die Oberflächlichkeit des jungen Dichters, der dort des Dichters großen Gesellschaftsdramen entstandenen Werkchens und dramaturgisch vorwärts treibt, wo er sich sein ganzes Herz heraus- feine nach Borbildern der französischen Intrigenstücke arbeitende reißen müßte. verbirbt alles. Der Dramatifer entflammt sich an Technik hat Bernhard Reichs Regie in fluger Weise für die Bühne feinem Stoff, anstatt feinen Stoff zu entflammen. Schließlich wirkt ausgenügt. Vor allem in dem farbig inszenierten Boltsfest bes am peinlichsten die Unterwerfung vor einer Geschichtsphilofophie, die bes Bolles" debütiert, und im Salon bes Rammerherrn, wo er dann, ersten Aftes, wo Stensgard, ber große Schwabroneur als Mann nur mastiertes Muckertum, die höchstens romantische Gehirnschwäche im Nu die Karten wechselnd, eine ebenso begeisterte Hurra- und it jeht eine der Deutschen Bergnügungsstätten G. m. b. H. Dazu ist. Schön, nehmen wir an, es ftimmt, der junge. Katte liebte die Bivatrede auf die aristokratischen Prinzipien vom Stapel läßt. ift Die tolle Lola" gerade recht. Sie will nur unterhalten und Bringeffin Wilhelmine so leidenschaftlich, daß er gern für sie und Krauß, deffen umfassende Verwandlungsfähigkeiten schon in der tut das gründlich mit allen tollen Schrullen, befannten und unbeihren Bruder Frig geftorben wäre. Dann hätte man doch irgendwie Rolle bes Rostandfchen Cyrano auffielen, mimte den windigen fannten Schwanfmotiven und gepfefferten Eroticis. Die Mufit von einen Kampf lehen müssen. Katte gegen Wilhelmine, etwa mie Batron, in dem sich Suggestibilität und Phantasieelan des Balzac Hugo Hirsch ist wenigstens nicht aufdringlich, plätschert angenehm Techom gegen Rern. Der Schwachsinnige und Schwachwillige, der schen Schiebertypus Mercadet mit einer aus Citelfeit geborenen und unterhaltsam. Die Aufführung der neu einstudierten Bola( unter 3idels Regie vor Anbetung oder Angft in die Tobsucht des Mörders oder Selbst. Phänomenalen Dummheit paart, in einer Art, daß sich der Darsteller mörders verfällt, gehört vor den Staatsanwalt, vielleicht vor die in der Figur faum noch erfennen ließ. Nicht nur Aussehen und und Kapellmeister Siegfried Schulz Leitung) steht auf bestem Bajonette, auch wohl ins Irrenhaus, er gehört feineswegs auf die Besten, auch das Organ schien völlig anders. Alle Herbheit war Niveau. Molly Weffely und Baul Heidemann als Gäste teilen sich gegen zudrige Limonade umgetauscht. Ein von sich felbft berauschter fo ziemlich in die Ehre des Abends. Aber auch Marie Grimm- Ein Bühne. Auf der Bühne ift jebe tragische Tatsache, die ohne Kampf hellblonder Schwäger, bem das Bedürfnis nach der Phrase ins Ge- ödshofer, Emil Dornwald und Rudolf Röder heben sich aus dem engebracht wird, Unfinn. Unfinnig ist also auch in diesem Drama ficht geschrieben war, dem die Bose zur Natur geworben is! guten Ensemble bedeutend hervor. Der Erfolg war ein großer. H. M. bas wichtigste Moment der Berwicklung: der Tod Kattes. Selbst der Gülstorffs boshaft fichernder Heire, der sich mit innigem Be- Grstaufführungen der Woche. Sonnt. Boltsoper:„ ibelio". hihigfte Hohenzollernpatriot findet diese scheußliche Schlächterei eines hagen an jedem Standälchen wärmt, ftand auf der gleichen Höhe Dienst. Schiller Theater: Rofenmontag. Mittw. Renaissance- b.: braven Jungen überflüssig. Hätte Friedrich Wilhelm I. in dem Stück wie das Kabinettstüc, das einst Bagan in diefer Rolle schuf. In mit Sarah Sampion". Donn. Intimes 35.: Diegeiter: ben jungen Offizier einfach deswegen um die Ede gebracht, weil dem der individuellen Prägung mich er meit ab von jenem. Das Borstige Frau Adas 6. m. 6."; heute nicht"; allein- endFreit. Bentral- Theater: Sabale und Liebe Sonnab. sberften General der Leutnant nicht paßte, so wäre die Rebellion des trat mehr zurüd; ja, feine Schadenfreude hatte noch etwas Liebens- It". jungen Friedrich gegen diese blutrünstige Alltäglichkeit am Blaze ge- holm. Erich& a b st ein ansprechender, in feiner patriarchalischen Be- Stealis: Daily Grainquebille. würdiges. Margarete Rupfer war eine amüsante Madame Rund- Kammerspiele:" Timotheus in Flagranti, Schloßpark Th. in Hraniavorträge. Sount.: b. Sichudi: Erinnerungen und wesen. Der Sohn hätte gefiegt oder er wäre unterlegen. Der Dichter griffsftugigkeit gut getroffener Ibsenscher Kammerherr. Einige Erfahrungen aus der Luftfahrt." Mo, Mittw.: Der hätte die Tragif gerettet. Er hätte wenigstens den richtigen Konflikt Kürzungen, die die fünf Afte in die Grenzen eines gewöhnlichen meni per 100000 abren Dienst., Freit: Relativitäis zwischen Bater und Sohn gefunden. So aber verbiegt er nur die Lustspielabends bringen könnten, würden Wirkung und Erfolg ver- theorie. Donn.: Ed. Morite: Beltgeschichte wie ein Radett. Seine Geschichtsphilofophie ist ermutlich noch steigern. " 20 dt. Sonnab.: Sprech Film. Sumorim deutschen Lied. Deutschnationale Bauernfängerei. Wir erhalten folgenden Brief: In Nr. 478 des„ Vorwärts" befindet sich ein Artikel Deutsch nationale Bauernfängerei", in welchem aus Gastwirtstreifen" mitgeteilt wird, daß durch die in der Schellingstr. 1 betriebene Stellen vermittlung" Arbeitslose zu Mitgliedern der Deutschnationalen Bolfspartei gepreßt würden. " Auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes ersuchen wir um Aufnahme nachstehender Berichtigung. Kartoffelfahrten. und der Kriminalbeamte fei bewußt niedergeschossen worden. Die Verteidiger der Angeklagten schilderten dagegen die Angeklagten als Alles rennt nach interfartoffeln und geht auf die Dörfer". durchaus anftändige Menschen, die nicht zu Gewalttätigkeiten geneigt Das ist die Folge der amtlichen Versicherungen, eine wie gute Kar- feien. Der Erschossene fei an feinem Tode nicht ohne Mitschuld, da toffelernte wir haben. Gerade weil die Ernte so gut ist, scheint es er sich nicht als Beamter zu erkennen gegeben habe. Die Geschwore die Landwirtschaft auf einen neuen großen Raubzug abgesehen zu Bechtel bejahten sie die Schuldfrage wegen Körperverlegung mit tödnen verneinten bei Otto Bechtel sämtliche Schuldfragen, bei Heinrich haben. In Berlin find zurzeit 10 Pfund Kartoffeln nicht unter lichem Ausgang und billigten ihm mildernde Umstände zu. Der 65 M. zu haben. Wer nach auswärts fährt, nicht um zu hamstern, Staatsanwalt beantragte deshalb gegen Heinrich Bechtel 2 Jahre Gesondern nur für einige Wochen den nötigsten Bedarf zu ergattern, fängnis. Das Gericht erkannte auf 9 Monate Gefängnis unter voller fann vier oder fünf Dörfer abflappern, ehe ein Bauer nach vielen Anrechnung der Untersuchungshaft und sprach Otto Bechtel frei. Bitten sich bereit erflärt, einen einzigen Zentner für 700 M2. abzugeben. Die Erzählungen, daß man jet in märkischen Dörfern Neue Preise für markenfreie Backware. Kartoffeln wesentlich billiger als in Berlin erhalte, sind Märchen Der Zweckverband der Bäckermeister teilt mit, daß vom Montag, oder beschränken fiáj auf feltene Einzelfälle. Die ländlichen Besitzer den 16. Oftober, an neue Richtpreise für marfenfreies Gebäd halten unter allen möglichen Ausreden fast durchweg die Winter- festgelegt sind. Es toften: ein Brot 160 M., eine Schrippe usw. fartoffeln zurück und warten auf das die größte Not ausnüßende 6 M., Kaiserbrötchen, Hörnchen. Schnecken 7,50 M., Blunder, BlechKlettern der Preise. Manche sind so offenherzig, zu erklären, daß fuchen 12 m., gerösteter Zwieback ein Pfund 130 M., Einback ein man ihnen nach Weihnachten den Zentner für 1200 m. oder noch Pfund 100 m., geriebene Semmel ein Pfund 100 M, Abbaden von fleinen Ruchen 20 m. und für große Kuchen 30 m. das Stüd. Ferner mehr aus der Hand reißen wird. teilt der Zwedverband mit, daß fich die Fälle, daß die Runden Brot auf noch nicht gültige Brotmarten in den BäckerDie amtliche Notierung für Kartoffeln lautete gestern läden fordern, in erheblichem Umfange gemehrt haben. Die Bäderfür weiße und rote 410 bis 430 m. Gelbfleischige Kartoffeln wurden meister Groß- Berlins bitten dringend, von dieser Forderung abzunicht notiert mit der Begründung, daß diese Sorten eine gewisse lassen, welche die Bäckereien in arge Bedrängnis feht. Denn nach preistreibende Tendenz für die geringeren, nämlich die weißen und Anordnung des Kommunalverbandes werden Bäckereien, die Brot roten hätten. Die Preisgestaltung in den Erzeugergebieten auf neue Marten verkaufen, von der weiteren Mehlbelieferung ausist, wie man uns von gut unterrichteter Seite mitteilt, eine ganz geschlossen. verschiedene. Während von einer Seite behauptet wurde, daß Landwirte zirka 40 mart über die jeweilige Börsennotie= 4. Es ist nicht richtig, daß Arbeitern, die vom städtischen Arrung verlangen, gleichgültig wie die Notierung lautet, wurde von beitsnachweis im Mercedes- Balaft und im Weinhaus Hiller placiert anderer Seite erklärt, daß die Landwirte zu den Notierungspreisen, waren, von der Arbeitsvermittlungsstelle zugemutet worden fei, wenn allerdings auch zu den Höchstsätzen, ohne weiteres abgeben. Mitglieder der Deutschnationalen Bolispartei zu werden. 1. Es ist nicht richtig, daß Arbeitsloje, die in der Schellingstr. 1 befindlichen Arbeitsvermittlungsstelle Arbeit suchen, zu Mitgliedern der Deutschnationalen Boltspartei gepreßt werden. Richtig ist vielmehr, daß für die in der Schellingftr. 1 befindliche Arbeitsvermittlungsstelle nur solche Arbeitslosen in Frage kom men, die bereits Mitglieder der Deutschnationalen Bolkspartei find. 2. Es ist nicht richtig, daß durch die genannte Arbeitsvermitt lungsstelle die Notlage der Arbeitslosen in frivoler Weise für die volksfeindlichen Swede diefer politischen Partei ausgenutzt wird. Richtig ist vielmehr, daß in der genannten Arbeitsvermittlungsstelle an die Arbeitslosen niemals politische Forderungen gestellt merden, und daß dort Politik überhaupt nicht getrieben wird. 3. Es ist nicht richtig, daß die Deutschnationalen neuerdings ihre Vermittlungstätigkeit auch auf das Gastwirtsgewerbe ausRichtig ist vielmehr, daß die Arbeitsvermittlungsstelle feit ihrem Bestehen allen Arbeitsuchenden Arbeit vermittelt, einerlei welcher Branche fie angehören. dehnen. Richtig ist vielmehr, daß einige bort placierte Arbeiter zur Arbeitsvermittlungsstelle tommen -ohne deren Zutun und sich dort den Mitgliederausweis holten. 5. Es ist nicht richtig, daß durch die Arbeitsvermittlungsstelle Schellingfir. 1 meistens völlig unbrauchbare Leute vermittelt werden. Richtig ist vielmehr, daß weitaus die meisten Arbeitgeber mit ben von der Arbelisnachweisstelle Schellingstr. 1 vermittelten Arbeiter durchaus zufrieden waren. Hochachtungsvoll 1 Harndorf, Leiter der Arbeitsvermittlungsstelle Schellingstr. 1. Soweit die Zufchrift. Wer sie mit offenen Augen lieft, erkennt unschwer, daß sie nur verschleiert dasselbe wiedergibt, mas unser Gewährsmann offen darlegte. Es werden nach Punkt 1 nur deutsch nationale Arbeitslofe vermittelt, die bereits Mitglieder der Deutschnationalen Partei sind. Ob sie das Mitgliedsbuch, un Dermittelt zu werden, fünf Minuten vor der Bermittlung getauft haben, dürfte schwerlich ausschlaggebend fein. Wiewohl aber Bunft 1 zugibt, daß der Nachweis nur deutschnational Organi fierten dient, behauptet Bunit 2, daß Politit dort nicht getrieben werde. Diesen Widerspruch erkläre, wer tann. Nach Bunft 4 find die Arbeiter im Mercedes- Balast und Weinhaus Hiller freiwillig Mitglieder der Deutschnationalen Partei geworden. Ueber diese " Freiwilligkeit" besitzt die Arbeiterbewegung soviel Erfahrungen, daß wir davon überhaupt nicht zu reden brauchen. Schließlich zu Bunft 5, was brauchbare" Kräfte sind, darüber gehen die met nungen auseinander. In den Augen des Arbeitgebers ist mancher Angestellte schon deswegen brauchbar, weil er streitenden Kameraden in den Rücken fällt. 45 Unfere werten Inferenten machen wir darauf aufmerkfam, daß die jeweiligen Anzeigenpreife regelmäßig am Kopf des Vorwärts* angezeigt find Befondere Benachrichtigung bei Preisänderungen erfolgt nicht VORWÄRTS- VERLAG G.m.b.H. Brotkartenräuber. tommissionen hatten in der legten Zeit ganz aufgehört. Damit Die Einbrüche und Diebstähle bei den Brot war auch der wilde Handel mit Brotkarten verschwunden. Das scheint sich jetzt wieder zu ändern. Den Anreiz dazu gibt wohl die neue Einrichtung, nach der nur noch Minderbemittelte auf redlichem Wege Brotfarten erhalten können. Ein großer Bosten dieser neuen Karten lagerten bei der Brottommission Wedding in der Gemeindeschule in der Plantagenstraße 15. Zu ihrer Bewachung hatte man in den Räumen für eine Frau ein Nachtlager eingerichtet. Gestern morgen um 6 Uhr drangen nun drei Männer mit Nachschlüsseln in die Räume ein. Sie müssen gewußt haben, daß die Wächterin dort übernachtete. Einer von ihnen trat an ihr Lager heran, warf ihr, bevor sie Lärm schlagen fonnte, eine Dede über den Kopf und zwang sie unter Drohungen, sich ruhig zu verhalten. Während dieser am Bette blieb und die Frau in Schach hielt, pacien die beiden anderen den ganzen Borrat an Brotfarten ein und alle drei verschwanden dann mit der Beute. ereignete sich auf dem Bahnhof Gesundbrunnen. Dort wurde Ein Opfer feines Berufes. Ein schwerer Betriebsunfall der Streckenwärter Eduard Ged in der Ausübung seines Berufes von einer, von ihm nicht bemerkten Lotomotive angefahren und schwer verletzt. Mannschaften des Berliner Rettungsamtes schafften ben Edywerverletzten nach dem Birchow- Krankenhaus, wo er in sehr bedenklichem Zustande daniederliegt. Im Eisenbahnzentralamt in Berlin fand fürzlich eine Befprechung über die Waggongeftellung für Kartoffeln statt. Bom Regierungstisch wurde an Hand der geführten Statistiken nachgewiesen, daß die Gestellung der Waggons im Bergleich zum vorigen Jahre eine bedeutend beffere ift. Dem gegenüber fonnten die Intereffenten aber mit einer langen Lifte von Stationen aufwarten, auf denen bis zu acht Tagen auf die Gestellung von Waggons geImmer wieder der Revolver. Der Hausbiener Alfred Kurzwartet werden mußte. Es wurde von Regierungsseite die Berficherung abgegeben, daß nach wie vor die größtmöglichste Rücksicht auf mann fehrte gestern abend in einem Lokal in der Boyenstraße ein, den Kartoffeltransport genommen werden soll. Die Klagen über machte dort eine größere Beche, über die er dann bei der Bezahlung das Einmieten von Kartoffeln werden auch jetzt erneut mit dem Wirt in Streit geriet. Im Verlaufe des Streites zog der wieder erhoben. Sie tamen übrigens auch in der Sigung im Eisen- Wirt einen Revolver und erschoß Kurzmann. Der Lote wurde bahnzentralamt zur Sprache, dort mit der Begründung, daß viele vom Rettungsamt nach der Rettungswache 10 in der Lindower Straße Landleute infolge der mangelhaften Waggongestellung gezwungen und von dort aus nach dem Leichenschauhause geschafft. feien, die Kartoffeln einzumieten. Von landwirtschaftlicher Seite Ein Bostauto verunglückt. Gestern abend gegen 9 Uhr ist die wird dagegen behauptet, daß das nur Einzelfälle sein fönnten, denn Kraftwagenpost Potsdam- Bornim in der Hohenzollernstraße in das Einmieten sei in diesem Jahre ein sehr zweifelhaftes Geschäft. Potsdam mit einem Geschäftsfuhrwert zusammen. Die französische Kammerdebatte. Einmal brauche der Landwirt ein bedeutend höheres Betriebskapital Paris, 14. Oftober.( BTB.) Kammer.( Schluß.) Abg. Marcel und sei für den Düngereinkauf gezwungen, feine Erzeugnisse schnellst. gestoßen. Dabei sind einige Reifende und der Kraft. wagenführer leicht verfekt worden. Hubert fuhr in seiner Rede fort, wenn Deutschland erkläre, nicht möglich in Geld umzusehen. Andererseits sei die Kartoffel infolge in Goldmart zahlen zu können, müsse man zu Sachleistungen der großen Feuchtigkeit voraussichtlich wenig halbar. Der Prozent schreiten, aber wenn man das annehme, würden die Reparationen fag des eventuellen Verlustes beim Wiederöffnen der Mieten im durch deutsche Arbeit bezahlt. Dadurch mache man den deutschen Frühjahr fei ganz unübersichtlich, so daß selbst bei eventuellen Arbeitern ein Geschent. Der sozialistische Abg. U hry wandte höheren Preisen faum ein Geschäft für den Landwirt dabei heraus. tomme. fich in einer Zwischenbemerkung gegen das Abkommen LubersacStinnes. Der franzöfifche Nationale Blod habe sich mit dem deutfchen tapitalistischen Biod verständigt, um den Achtstundentag zu beseitigen und um Nugen aus der Angelegenheit zu ziehen. Finanzminister de Lasteyrie erflärte, er sei bereit, das StinnesAbkommen zu erörtern, das nur die unmittelbare Folge der Ab. fommen von Wiesbaden sei. Hubert ging alsdann zur Besprechung der Orientpolitit Frankreichs über und empfahl eine Berständigung mit England. Er versicherte, daß seine Partei Bertrauen zu Poincaré habe, und daß alle Abgeordneten ohne politischen Hintergebanten ihm folgen roürden, wenn er den Frieden für Frankreich sicherstellen wolle, der von dem deutschen Haß bedroht werde. Notlage aller Verkehrsbetriebe. Nicht nur die Straßenbahn.. Dampfer„ Honolulu" verloren. Nach einer Meldung aus San Francisco befagt ein Funtentelegramm, daß der Passagierdampfer onolulu" völlig verloren ist. Alle Baffagiere find gerettet. Todesurteil für einen franzöfifchen Kolonialfoldaten. Das französische Kriegsgericht in Wiesbaden verurteilte den algerischen Schwarzen Amare Renomi- Ben Neffar wegen des am 12. Juli 1922 an der 19jährigen Frida Gudes in Idstein verübten Mordes zum Tode. Wetter für morgen. Berlin und Imgegend. Troden und vielfach heiter, nur zeitweise nebelig, nachts sehr fühl, am Tage ziemlich mild bei schwachen südöstlichen Winden. Groß- Berliner Parteinachrichten. verbreitung für die weltliche Schule. Sämtliche Genoffen müssen unbedingt erscheinen. Jugendveranstaltungen. Gruppe Schönhanfer Borstadt I. Am Sonntag findet ein Werbeabend statt. Eintritt 5 M. Theater der Woche. Es wird immer angenommen, daß nur die Straßenbahn sich in einer außerordentlichen Notlage befinde und daß die übrigen Ber liner Berkehrsmittel die Tarife nur aus Solidarität und nicht aus eigener Rot erhöhen. Durch die Ablehnung des Straßenbahntarifes von der Berliner Stadtverordnedenversammlung haben auch die übrigen Meineren Verkehrsmittel ihre Tarife nicht erhöhen können. Tarife bei der Neufeftfegung wesentlich höher zu gestalten als die ber 17. st. Sonntag vormittag 9 Uhr von Rath, Tegeler Str. 23, aus, Handzettel. Straßenbahn. Die neuen Fahrpreise merben 20 Mart für die Teilfredte und 25 Mart für die ganze Fahrt betragen, mährend die Luruslinie E noch höhere Fahrpreise, 25 Mart für die Die englisch- ruffischen Beziehungen. Teifftrede und 30 Mart für die ganze Fahrt, erhebt. Daneben aber ift auch die Omnibusgesellschaft durch die Verzögerung der Einführung London, 13. Oftober.( WIB.) Hinsichtlich der Erklärung der neuen Tarife gezwungen, in Linten einschränkungen den ur Aufführung gelangt bas Puppenspiel ,, Doktor Faust". Anfang 7 Uhr Bitwinoffs, wonach Rußland das Urquhart- Kraffin- Abkommen übrigen Verkehrsmitteln Groß- Berlins voranzugehen. Es muß dem wegen der Berweigerung einer Teilnahme Rußlands an der Drients Bernehmen nach damit gerechnet werden, daß die Linie 12, Arnsfriedenskonferenz nicht angenommen habe, erklärt Reuter, daß diese walder Play- Kreuzberg und Mariendorf- Lichtenrade, der außerSnformation jeder Grundlage entbehre. Bon zustän- orbentlichen Unrentabilität megen bereits in allernächster Zeit eingestellt wird. Aehnlich wie bei der Omnibusgesellschaft liegen Boltsbühne: 15., 19., 21. u. 22. Der Berfawender. 16., 20. 1. 23. Weber biger Seite werde mitgeteilt, daß während der letzten Be die Verhältnisse bei der Hochbahn, doch kann bis zur Stunde sprechungen zwischen Poincaré und Lord Curzon feinerlei Bor über die Höhe der neuen Fahrpreise noch nichts gefagt werden. hans: 15. Lohengrin. 16. Bioletta. 17. Bauberflöte. 18. Die Jüdin. 19. Oberon. 20. Das Rheingold( 1. Tag der Ribelungen). 21. Salome. 22. Walfire. schlag gemacht worden fei, weder von franzöfifcher noch von eng- Dem einzelnen Fahrgast wird es zunächst nicht gerade unange Schauspielhaus: 15. u. 21. Maria Stuart. 16. u. 19. Beer Gynt. 17. u. 22. lischer Seite, Rußland von dieser Konferenz auszuschließen. In nehm sein, wenn Tariferhöhungen hinausgezögert werden. Er muß Othello. 18. Napoleon. 20. Die Hochzeit Adrian Brouwers, Deutsches dessen sei es flar, daß Rußland, welches sich bereits mit der Türkei fich jedoch darüber klar sein, daß bei der ständig fortschreitenden Geld- be eut 15., 17., 20. 11. 22. Der Bunb ber Jugend. 16., 19., 21. n. 22. Gimfon oder Scham und Eifersucht. 18. Cyrano von Bergerac. im Friedenszustarde befinde, nicht gut verlangen fönne, an einer entwertung die Erhöhungen alsdann um so sprunghafter fortschreiben 16. Gastspiel bes ruffifchen Theaters„ Kilimora". 17. u. 20. Die Bithle, ber Konferenz teilzunehmen, deren Hauptziel der Abschluß des Frie- und daß eine Einstellung des Berkehrs von geradezu fatastrophaler Bandora. 18. u. 19. Die Jungfern vom Bifchofsberg. 21. bis 23. Timotheus Leffing- Theater: 15., 16., 18, bis 22. Vater und Sohn. 17. u. dens zwischen der Türkei und den Ländern sei, die theoretisch noch Wirkung für das Leben der Weltstadt sein würde. Im übrigen be- 23. Fauft. Theater in bez Königgräger Straße: Die wunderlichen Geschichten weist die Notlage der Brivatverkehrsbetriebe das Gegenteil von dem, des Rapellmeisters Kreisler. Die Sildin von Toledo. Deutsches Opernhaus: mit ihr im Kriegszustand feien. Indessen bleibe die Frage was die Freunde der Privatisierung der Straßenbahn ständig wieder. 15. Sannhäufer. 16. Die Zibin. 17. Kosca. 18. Der fliegende Solländer. der Teilnahme Rußlands an einer Konferenz, holen, nämlich, daß bie Straßenbahn als Brivaibetrieb reniabler 28. foto 20 Die Rönigin von Gaba. 31. Die Bohème. 22. Lohengrin. die über die Zukunft der Dardanellen entscheiden werden und, so hoffen sie im stillen, mit geringeren Fahrpreisen aus- 28. Bygmalion. 17., 19., 21. 1. 22. Rofenmontag. 18. Die Chre. 20. Alt folle, offen. Devisenkurse. 14. Dftober Käufer Berkäufer ( Belb-)( Brief) Aurs Kurs 13. Ditober Käufer ( Gelb.) Aurs 100 holländische Gulden. 105268.35 105531.75 1 argentinisch Bapier- Beso 100 belgische grant. 100 norwegische Kronen 100 dänische Stronen 100 schwedische Kronen. 100 finnische Mart 1 japanischer Yen. 100 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar 100 franzöfifche Frant 1 brasilianischer Milreis 100 Schweizer Frank. 100 spanische Besetas 100 öfterr. Stronen( abgeft.) 100 tschechische Kronen. 100 ungarische Kronen. 100 bulgarische Lewa. 973.75 976.25 Berkäufer ( Brief-) Stues tommen fönne. Der erschossene Kriminalbeamte. Bom 15. bis 23. Oftober. die Kraft, 2. Teil. 17. Ueber bie Araft, 1. Seil. 18. Die Ratten. Opern. in Flagranti. Kammerspiele: 15. u. Komödien Walhalla Bekner- Theater: Die feine Sünderin. Theater bes Oftens( Rose- Theater): Bachftelachent. Tristan und Heidelberg. Großes Schauspielhaus: Der Widerspenftigen Bähmung. Stenes Bolts- Theater: 15., 16., 18., 19., 21. 1. 22. Die erfte Geige. 17. t. 23. Der Engländer. Satyros. 20. Senchler. Die Tribune: Tod und Teufel. Sonnen Spettrum. Deutsches Anftler- Theater: Madame Gans- Gene. haus: Henne im Rorb. Berliner Theater: Madame Pompadour. Trianon Im April d. J. war, wie erinnerlich sein wird, eines Nachts an Theater: Lift, die Rototte. Resibenz- Theater: Lady Bindermeres Fächer. der Ede den Ansbacher und Augsburger Straße der Kriminalbetriebs- Rentral- Theater: 15. bis 19. Die Aleinbürger. Ab 20. Rabale und Liebe. Theater in bez Kommandantenstraße: Die Sprache der Vögel. 1 Romife Buftfpielhaus: Die Schule der Rokotten. affiftent Richard Bartolein von dem Zigarrenhändler Heinrich Oper: Europa spricht davon! Neues Operetten- Theater: Die Bechtel erschossen worden. Wegen dieses Borfalles, über den wir Metropol- heater: New York- Berlin. Thalia- Theater: Brina Don Juan. Theater am Rollendorf feinerzeit ausführlich berichteten, hatten sich gestern der Bigarren fchmatze Rofe. play: Dein Mund Große Bellsopez( Theater des Westens): 15., 18. 11. händler Heinrich Bechtel und sein Bruder, der Expedient Otto Bechtel 20. Fidelio. 16. u. 28. Der Freischütz. 17. Lohengrin. 19. Die Entführung aus 104619.104881.- vor dem Schwurgericht des Landgerichts III zu verantworten. Bar- dem Gerail. 31. Tristan und Jfolde. 20. Gamfon und Dalila. Kleines 968.75 971.25 tolein war vor dem Hause Augsburger Straße 16 mehreremal auf heater: Die tolle Zola. Theater: Agnes Jordan. 19475.80 19524 40 18926.80 18973.70 und ab gegangen und hatte dadurch die Aufmerksamkeit der beiden stafins- theater: Lämmelmanns Bummelfahrt. Reues Theater am 800: 49687.80 49812 20 48239.60 48360.40 jeßigen Angeflagten erregt, da in dem Augsburger Straße 17 be- Dorine und der Aufall. Schloßpart Theater Steglis, Großes aus: 54531.75 54668.25 54930.25 55088.75 findlichen Geschäft des Angeklagten Heinrich B. erst vor wenigen Der große Bariton.& leines Saus 15. bis 20. Der Bettlauf mit der Schaffen. 21. bis 23. Daisn. Crainquebille. Theater am Kurfürstendamm: 72409.35 72590.65 71510.50 71689.50 Tagen ein Einbruch verübt worden war, bei welchem den Tätern Der Baubau. Intimes Theater: 15. bis 18. Die Beitsche und? Lauf 6312.10 6327.90 6117.30 6132.70 Bigarren und Zigaretten von erheblichem Werte in die Hände gefallen boch nicht immer nadt herum. Guftave, es bligt. Ab 19. Die Leiter. Frau Endlich. Rexaifance- Theater: 1278.40 1281.60 waren, meinten fie in dem auf und ab gehenden B. einen ,, Schmiere- bas. G. m. b. S. Heute nicht. Alein 18. Miß Sarah Sampson. 11585.50 11614.50 11385.75 11414 25 fteher" zu erblicken und hielten ihn deshalb an. Es kam zu einer Rachmittagsporellungen. Bolfsbühne: 15. u. 22. Ueber die 12009.95 12040.05 11985.- 13015.- heftigen Auseinandersezung, da auch die Angeklagten nicht ganz raft, 1. Keil. Schauspielhaus: Lumvazivagabundus. Deutsches Theater: 2721.59 2728.41 2721.59 2728.41 nüchtern waren, in deren Berlauf Otto B. ein Dolchmeffer hervorzog 15. Die Büchse der Banbora. 22. Rabale und Liebe. Beffing- Theater: 15. u. 20574.25 20625.75 20474.35 20525.65 und den Beamten bedrohte. In dem Augenblid, als diefer dem Matinee um 11 Uhr. 2½ Uhr: Mignon. 21. 2½ Uhr: Robert und Bertram. Man tann nie wiffen. Deutsches Opernhaus: 15. I. Rammermusik813.60 314.40 307.61 308.89 Otto B. den Dolch aus der Hand fchlug, gab Heinrich B. drei Revolver- 22. 2 Uhr: Die verkaufte Braut. Schiller- Theater: 15. u. 22. Die fünf 50187.15 50312.85 50586.75 50663.25 schüsse auf ihn ab, mit dem Erfolge, daß Bartolein schwere Ber- Franifurter. 18. Gös von Berlichingen, Großes Schauspielhaus: 15. u. 22. Danton. Renes Bolts- Theater: 15. Seatchler. 22. Der Engländer. Gatyros. 41828.25 41426.75 40948.75 41051.25 legungen erfitt, an deren Folgen er bald nach seiner Einlieferung in Deutsches Rünftler- Theater: 15. u. 22. Wenn wir Toten erwachen. Zentral 3.48 3.52 das Krantenhaus verstarb. Die Verteidigung behauptete, daß es Theater: 15. Die Pfarrhaustomödie. Metropol Theater: 15. Die Bajadere. 9238.40 Ballner- Theater: 8261.60 9038.65 9061.35 fich um einen Att der Notwehr handelte. Der Staatsanwalt führte Thalia- heater: 15. u. 22. D föne geit, o felige Reit. Walhalla Theater: 15. Rigoletto. 15., 18., 21. u. 22. Die Rarlsschüler. 111.36 111.64 105.14 aus, daß von Notwehr feine Rede sein fönne. Beide Theater bes Oftens( Rofe- Theater): 15., 21, u. 22. Die sieben Raben. 1822.70 1827.30 1872.65 1877,85 Angetlagten hätten brutale Gesinnung betundetlenes Theater am 8os: 15. Rosmersholm. 1308.85 1311.65 3.48 3,52 104.86 Gewerkschaftsbewegung Die Not der Angestellten der bürgerlichen Presse. Man schreibt uns: Wenn man heute die Zeitung lieft, so wird man fast täglich Artikel über die Not der Besse finden. Daß eine gewiffe Notlage im Zeitungsgewerbe vorhanden ist, wird man auch faum leugnen tönnen. Fast täglich müssen ja fleine Provinzblätter ihre Betriebe schließen, da sie die hohen Untosten nicht mehr aufbringen können. Anders bei den Großbetrieben. Auch fie arbeiten mit hohen Betriebsuntosten; Papierpreise haben eine märchenhafte Höhe erreicht, die Maschinen- und Drudmaterialienpreise haben sich ihnen angeschlossen. Doch darf man dabei nicht vergessen, daß sie ja auch ganz andere Einnahmequellen haben. Die Einnahmen aus den Inferaten find außerordentlich hoch, und dann steht hinter der bürgerlichen Preffe die Industrie, die ihr Sprachrohr nicht verelenden läßt. Eines nur wird stets vergessen in den Zeitungsberichten: die Not der Angestellten im Zeitungsgewerbe. Im Gegenteil, jede Erhöhung des Abonnementspreises wird auch damit begründet, baß die Arbeiter- und Angestelltenlöhne zu hoch seien. Und wie fehen die Gehälter der Angestellten aus? In einem Berliner Großunternehmen, das im Dienst der Rechtsparteien steht, erhält ein einziger von 23 Angestellten einer Abteilung ein Gehalt von 14 000 m. monatlich. Davon gehen noch sämtliche Abzüge ab. Und doch wird er noch beneidet, bezieht er doch das Höchstgehalt in Gruppe B. Der Durchschnitt der andern Angestellten erhält 8000 bis 10 000 m. Was ein Angestellter mit diesem Gehalt anfangen foll, ist eine Preisfrage. Wenn man bedenkt, daß die Reichsinderziffer eine Steigerung der Teuerung von August zu September von 71 Proz. zeigt, so erscheint es einem unbegreiflich, daß ein Familien pater mit 8000 bis 10 000 M. feine Familie und sich fatt bekommt. Ist es da ein Wunder, daß die Angestellten, getrieben durch den Hunger, zu Maßnahmen greifen, die einer bürgerlichen Bresse nicht angenehm fein dürften? mit allen Mitteln wird die Preffe dann für ihre Rechtfertigung fämpfen. Mit Lügen und Verschleierungen wird sie dann die öffentliche Meinung für sich gewinnen wollen. Denken wir nur an den letzten Buchdruckerstreit. Die Angestellten wollen feinen Streit, fie wollen feine Gewalt maßnahmen, Brot wollen fie fatt wollen sie werden, als Menschen mollen fie leben, nicht mehr zusehen, wie die großen Dividenden in die Taschen der Aktionäre wandern, ihre Familien wollen sie vor Berelendung schützen! Aus dem pommerschen Landarbeiter- Paradies. Der Töpferverband zum Baugewerksbund. In der Rr. 372 des„ Borwärts" vom 9. August brachten wir Entsprechend der auf dem Verbandstage im vorigen Jahre er unter dieser Ueberschrift ein Rundschreiben der Arbeitgebergruppe haltenen Vollmacht beschloß die letzte Konferenz des Borstandes, des des Pommerschen Landbundes, Kreisgruppe Lauenburg. Darin Beirats und der Gauleiter des Verbandes der Töpfer, den Anwar u a. mitgeteilt, das Direktorium des Landbundes in Stettin schluß an den Baugewertsbund am 1. Januar 1923 zu habe den Wunsch, Schupobeamten aus dem zuper vollziehen. Die Angestellten des Verbandes werden vom Baulässigen Grünen Verbande einen Sommerurlaub gewerfsbund übernommen. Zum Obmann der Berufsgruppe wurde zu ermöglichen". der bisherige Verbandsvorsitzende Leopold Bartsch eingesetzt. Bei den Landbündlern wurde daher angefragt, relche Güter derartige erholungsbedürftige Schupoleute bei sich aufnehmen wollen. Soweit fleine Dienste, wie Bewachung von Obstalleen usw., verLohnreduktion in der Tschechoslowakei. langt werden, wird gebeten, dies ausdrücklich anzugeben. Es liegt Dieser Tage fand zwischen den Vertretern der farpathorussischen im Interesse der Sache, deutschgesinnten Schupobeamten zu zeigen, Industrieunternehmungen und den Leitern der staatlichen Industries daß für sie gesorgt wird." werke in Ungvar eine Unterredung statt, in der beschlossen wurde, Der Minister des Innern teilt uns nunmehr hierzu mit: Die die Löhne der allgemeinen Wirtschaftslage anzupassen. Die Bes Nachforschungen haben ergeben, daß im Sommer dieses Jahres ratung traf das Uebereinkommen, mit Rücksicht auf die Steigerung drei Beamte von diesem Angebot des Landbundes tatsächlich Ge- der tichechischen Krone vom 27. September rüdwirkend alle Löhne brauch gemacht haben. Als von einigen Besitzern aber entgegen um 20 Proz. herabzusehen. dem Angebot der Direktion des Bommerschen Landbundes Gegen leistungen in Form von Bewachungen verlangt wurden, find die Beamten auf Weifung des Borstandes der Ortsgruppe Zum Gewerbe- und Kaufmannsgerichtsgeseh hat der Zentral Stettin des Breußischen Polizeibeamtenverbandes fofort wieder verband der Angestellten eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, abgereift. Die Ortsgruppe faßte außerdem am 13. Juni 1922 in der die Beseitigung der Zuständigkeitsgrenze, die heute noch auf auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig 100 000 2. festgesetzt ist, gefordert wird. Weiter wird verlangt, eine Entschließung, die Annahme der vom Pommerschen die Zuständigkeit der Kaufmannsgerichte auf alle Angestellten ohne Landbund angebotenen Freistellen fünftig ab. Rücksicht auf ihr Einkommen auszudehnen und die Berufungsgrenze zulehnen. auf 150 000 m. festzusezen. Nach Lage der Sache habe ich daher feinen Grund, gegen den genannten Verband oder einzelne seiner Mitglieder einzuschreiten." bis 1 Uhr fir det in den bekannten Abstimmungslokalen über das mach Deutscher Bauarbeiterverband. Am Sonntagvormittag von 9 Es scheint mithin auch um die Zuverlässigkeit" des Grünen Berbandes, wie die Landbündler in Pommern sie auffassen, schlecht dem 15. Oftober gültige Lohnabkommen eine Urabftimmung statt. bestellt zu sein. Ein Zweifel, ob dieses Faktum lediglich auf die Wir bitten, die Anzeige in der Sonnabendmorgenausgabe zu be agrarische Brofitgier zurückzuführen ist, erholungsbedürftige Schupo- achten. Der Vereinsvorstand. leute als billige Arbeitskräfte auszunuzen und sie nebenbei für die nationale Sache" der Staatsfeinde durch Schnaps zu begeistern, fann nach dem Beschluß der Stettiner Ortsgruppe des Preußischen Bolizeibeamtenverbandes füglich verneint werden. Vielmehr fann gesagt werden, daß die Polizeibeamten nicht gewillt find, sich für die Pläne der Landbündler in Pommern einfangen zu lassen, die sich nicht auf die Ausnutzung der Arbeitskräfte beschränken, sondern obendrein noch deren Gesinnung mit möglichst niedrigem Rostenaufwand erwerben wollen. Es freut uns, daß die Schupo beamten zuverlässig genug sind, auf berartige Spekulationen nicht hereinzufallen. Greifbare Vorteile bieten diese 4250. Fescher Wintermantel aus modern karierten mclligen Stoffen Astrachan- Damen- Mantel, 590000 in allen Weiten.... Damen- Mäntel aus gu en Eskimostoffen, marineblau u. 690000 schwarz, auch weite Größen Dicke Kamelhaar- Anto- 1375000 Mantel m. Lederbes. 16500 Damen- Hemdblusen aus Baumwollflanell, helle und dunkle Streifen... 795, 695 59500 Große Spezialabteilung für Pelz- Mäntel Stolas Muffen Damen- Hemden aus festen Stoffen 49500 mat Stickerei 575 Damen- Nachthemd, halsfrei, mit schöner Stickerei Jugendacher Damen- Mantel aus glattfarb. Flausch .... 795 toff in mod, Farben Unter taillen gutsitzende Formen mit Stickeret 149.50, 125 9850 Berlin- Schöneberg Gold- SilberPlatin- Bruchmit reichhaltiger Lederrnitur tellenangebote finden im Vorwärts beste Beachtung Gegenstände, Arbeitskleidung Quecksilber Hosen kauft zum höchsten Tageskurs von 390 bis 1980 M Heinrich Trapp Hemden UnterBeuthstr.10, Spittelmarkt. hosen, Socken Berufskleidung Gute Ware! Billigste Preise: Strickjacken Gerh. Kohnen, Neukölln, aller Art für Damen, Herren, Kinder. Hermannstr. 76/77. Sportgarnituren, Schals u. Mützen Nur Einzelverkauf bester Qualită sware Berlin- Pankow Billigste Bezugsquelle Perser- Teppiche Bruno Richter Mendelstraße 36 Fabrik- Niederlage Thüringer Wolfwaren Klaviere, Flügel Straßenbahn: 46, 47, 49, 51, 57. 151, 116. höchfte Tagesor. zahlt Pernruf: Amt Pankow 3723. Herer, Pallasstr. 8, Karf. 9104 Angebote 2975 Reinwollenes Chevioikleid marineblau m. verschiedenarblger Stepperei, auch in großen Weiten vorrätig Hutsammete in allen Farben.... Lindener Velvet Mr. 67500 175000 70 cm breit, farbig... Mtr. Cheviot 130 cm breit, Kostüm- 115000 ware, in allen Farben •• Mtr. Kleider- Schotten schöne 42500 Dessins, doppeltbr. Mir. 495 Großangelegte Abteliang für Seidenstoffe! Kleider u. Blusenseiden außergew. vorteilh. $ 5900 indemann& AKTIENGESELLSCHAFT HerrenAnzüge, Schlüpfer, Hosen, Paletots 850.-, 2500.-, 5000.-, 8000.- SW. Gummi- Mäntel eihhaus CHARLOTTENBURG Wilmersdorferstr.127 Ecke Schillershe. L.Etage Halbstores Etamine 985 m.gewebt. Fries 1115 200 Garnituren gewebt, 87500 3teilig,.. 1575, 985 Garnituren Etamine mit An- u. Einsatz., 3 teil 2250 Madras- Stoffe 185000 130 cm, dunkel 112500 grundig Mtr. 1575 Hauptstraße 149 Auf Wunsch bequeme Teilzahlung phne Preisauffchlag Versuchen Sie ebenso wie tousende andere sparsome Käufer, Qualitärs waren onerm billig zu kaufen, Sie werden staunen und mein treuer Kunde bleiben. DamenMäntel, Kostüme 1500.-, 8800-, 7500.- USW. Pelzwaren Alle Instrumentenarbeiter. Montag, 5 Uhr, im Reichenberger Hof, Reichenberger Straße, Bersammlung aller Funktionäre der Vereinigten SPD., wozu alle sympathisierenden Kollegen miteingeladen find. Bartei- und Verbandsbuch legitimiert. Tagesordnung:„ Nach der Einigung. Unsere Aufgaben in den Gewerkschaften." Funktionäre der Amsterdamer Richtung haben in dieser äußerst wichtigen Versammlung zu erscheinen. Der Werbeausschuß. Berantwortlich für den redakt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 8 Gewinn- Auszug ber 20. Preuß.- Südb.( 246. Preuß.) Klassen- Lotterie 4. Ziehungstag 5. Klaffe 13. Oftober 1922 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und stvar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den belden Abteilungen I und II Ohne Gewähr. Nachbruck verboten Jn ber Abteilung 1 wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 2 zu 300000 M 5089 16 zu 5000 M 97103 1028 9 144585 229287 230215 280554 270255 335740 126 zu 3000 M 15283 36199 44780 45924 45929 47834 56714 58969 60690 81 09 81882 85464 102921 106098 106681 108578 110949 111082 125685 136285 142762 144824 146419 149187 151824 161858 152904 167668 173977 179600 198437 211393 217739 219012 230593 233950 242268 243417 245888 251895 258678 264232 269080 272356 279150 279465 280663 280868 284576 285367 291288 291398 297276 300516 303332 312216 315001 324758 353396 355421 370113 370171 370714 In der Abteilung 2 wurden Gewinne über 1500 Mark gezogen 2 zu 1000 0 M 348187 2 zu 30000 M 203670 4 zu 10000 M 156823 284153 20 zu 6000 M 42160 55885 92703 94881 99973 120789 150849 245701 328671 360981 120 zu 000 M 11612 17370 20302 30633 31544 53459 66921 67702 67873 77542 78172 82550 86205$ 8754 103124 103366 106731 113.56 116082 125032 12 555 1 9513 152805 164276 157769 158738 166978 169125 174644 179385 182417 198974 202341 212792 216840 2 8848 219811 221010 228428 234318 238962 255532 267899 268654 270733 285108 286092 289 89 804644 804888 809425 312410 319692 328107 333034 336573 344259 857464 864385 374212 Ju der Abteilung s wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen; ! zu 15000 M 259149 2 zu 10000 M 116264 22 zu 5000 M 155323 159528 153504 184845 196955 214722 236362 241678 288.59 2: 5141 328033 116 zu 3000 M 28.5 31060 41710 50903 61574 66255 73302 87834 91878 97582 10-601 106872 12535i 127364 138219 138572 139185 189441 140711 141643 1: 1150 156504 167454 163457 169930 172101 178312 181185 199690 204858 216410 226095 239178 246443 239633 249411 249524 251859 255542 259.73 2593.0 261772 26: 055 278408 285292 292649 298376 302748 208925 815404 317443 830127 858363 348274 356499 367684 369495 73703 Die in bem vorstehenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niebrigeren Gewinne find aus den Riften zu ersehen, die bei den staatlichen Lotteries Einnehmern zur unentgeltlichen Einsicht ausliegen. Korbmöbel Platin-, Gold- und Silberbruch f.Gärten, Balkone, Wohnz. i. mod. u. dauerhafter Ausf. Korbsessel. Gr. Auswahl. Besicht.erbet. Heinr. Kaese Korb- a. Rohrmehelt. Neuk., Berl.Str.89 Querg. pt.( Kein Lad.) Silberschmelze Chriftionat openider Straße 20( gegenüber der Manteuffelstraße) Stauft höchftzahlend A Gold, Silber, Platinbruch, fämfZahngebisse, Uhren, Ketten, Ringe Sam Altmetalle kauft sowie sämtl. Engrospreisen M. ZEISKE zu Berlin O., Schreinerstr. 32 ( Laden) 1 Minute vom Bhf. Frankf, Allee FahrgeldvergütungGrößtes Absatzgebiet für Händler Mantelstoffe liche Metalle, Quedfilber, Glüh- marine Cheviot, schwere Anzugware, firumpfafche. Zahngebiffe sowie Gold-, Silber-, Platin- Brach zerbroch. Gegenstände genan denselben Wert kauft und zahlt höchste Tagespreise Barheine Edelmetallverwertung Invalidenstr.2.v.I rechts, kein Laden Eingang Elisabethkirchstraße Kopenhagener Str. 9( Laden) 2 Min. v. Bahnh. Schönhauser Allee Kapitän- Kautabak ift im Geschmack untibertroffen; in Bigarrenhandlungen erhältlich. C. Rocker, Berlin, Lichtenberger Str.22 st. 3861) Damen- u. Herren- Stoffe aller Art in großer Auswahl. Kleider- u. Futter- Seiden Schwarz und farbig. Sa Gelegenheitskäufe in mod. Mänteln, koftamen, Kleidern u. Röden. 1-8 gefchlon. Paul Karle O. 34, Warschauer Straße 79. sehr preisw.] Trikotag. für Damen Herren u. Kinder. Neuheiten in Damen- Putz! Ella Dehmel, Neukölln, Niemetzstr. 9, Nähe Richardplatz. Telephon: Amt Neukölln 469. Kleingärtner Siedler u. Pächter erhalten in allen vorkommenden Rechtsfragen zuverlässige Auskunft durch den Kommentar von DR. ED. DAVID Die Siedlungsgesetzgebung einschließlich Heimstättengesetz, Kleingarten- und Pachtschutzordnung PREIS: geh.48 Mk., geb. 80 MR. Buchhandlg. Vorwärts Berlin SW 68, Lindenstr. 2