Nr.488 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 240 Bezugspreis: Für den Monat Oktober 250,-, Doraus zahlbar. Unter Kreuzband fülr Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet fowie Defterreich und Luxemburg 346,- M, für das übrige Ausland 515,- M. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defter reich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Gonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin". Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 60,-. Reflamezeile 300,- 2. ,, AleineAnzeigen" das fettgedruckte Wort 14, M.( zulässig wei fettgebruckte Worte), jedes weitere Wort 12, M. Stellengesuche und SchlafStellenanzeigen das erste Wort 8.-M., jedes weitere Wort 6.- M. 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Es wurden verurteilt: für einen Angeklagten abzuhandeln. Um die Karriere dieses Mannes wäre es für alle 3eiten geschehen gewesen. Ernst Werner Techow wegen Beihilfe zum Morde zu 15 Jahren 3uchthaus und 10 Jahren Ehrverluft, In der Urteilsbegründung finden sich starke und erfreu liche Worte zur Verurteilung der Tat und der Täter. Diese öffentliche Brandmarkung ist gewiß zu begrüßen, aber man hätte gern den tatsächlichen Teil des Urteils in etwas stärterer Uebereinstimmung hiermit gesehen. Die Urteilsbegründung. Dr. Hagens aus: In der Begründung des Urteils führte der Senatspräsident Man verstehe uns nicht falsch. Diese Streberjustiz des alten Systems, die über jeden Gegner des Obrigkeitsstaates Hans Gerd Techow wegen Beihilfe und Begünsti- ohne Erbarmen herfiel, möchten wir nicht umgefehrt in der gung zu 4 Jahren einem Monat Gefängnis, Republik wiederholen. Aber wenn es sich um Dinge handelt, Gewiß ragt das Urteil des Staatsgerichtshofes bei allem Güntler wegen Beihilfe in Tateinheit mit Begünsti- wie die Ermordung eines Ministers, dazu um ein Glied in noch immer turmhoch über die Schandurteile reaktionärer Gegung zu 8 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehr der Kette systematischer Mordtaten, um einen richte, die überführte Mörder glatt laufen ließen, wenn sie gung zu 8 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehr Tatbestand, wie dem vorliegenden, dann konnte man schon ihrer Richtung angehörten. Ein Fortschritt ist es demgegen. verlust, v. Salomon und Niedrig wegen Beihilfe zu feſter zupaden. Zweifellos war es auch vom rein juristi- über gewiß, aber es ist nicht die republikanische Tat, die man 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, fchen Standpunkt ein Fehler, daß Ernst Werner Techom nur erwartet hatte, 31jemann unter Freisprechung von der Anklage ist. Der Mann, der das Mordauto steuerte, war genau fo als Mordgehilfe, nicht als Mittäter am Morde bestraft worden wegen Beihilfe und Begünstigung wegen Bergehens gegen Mittäter, wie etwa der Verbrecher Mittäter ist, der das Opfer die Berordnung über Waffenbesitz zu 2 Monaten Ge- festhält, während der andere zusticht. Techow hatte nach dem fängnis, Schütt und Diestel wegen Begünstigung zu 2 Mo- Gesetz die Todesstrafe verwirkt. Wer Gegner der Todesstrafe Eines der fluchwürdigsten Verbrechen, das die Durch ist, der möge mit der Sozialdemokratie dahin streben, fie aus Geschichte tennt, ist Gegenstand der Verhandlung gewesen. nafen Gefängnis, Tilleffen wegen Bergehens gegen die öffentliche Ord- dem Gesetz zu beseitigen. Aber solange das Gesetz besteht, feigen Meuchelmorb ist eines der wertvollsten Menschennung zu 3 Jahren Gefängnis, muß nach ihm geurteilt werden. leben ausgelöscht worden, ein Leben, das gerade zur jezigen Zeit Techow hat als Gehilfe die höchste Strafe für Beihilfe, unferem gequälten armen Vaterland von großem Nugen gewesen Plaas wegen desselben Bergehens zu 2 Jahren 15 Jahre Zuchthaus, erhalten. Daraus ergab sich automatisch wäre. Der Tod Rathenaus wird zum Teil Schuld daran tragen, Gefängnis. Die koften des Verfahrens wurden den Staatsgerichtshof sagte sich offenbar, daß die übrigen Gehilfen zu Grunde gehen, wenn sie hungern, erfrieren. Rathenau wäre der eine geringere Strafhöhe für die anderen Angeklagten. Der wenn im fommenden Winter Hunderte und Tausende durch Tod Berurteilfen auferleg f. Stein- Anteil am Morde, die Günther, Niedrig und v. Salomon, da ihr ann gewesen, durch geeignete Berträge all dieser Not entgegenbed und Boß unter Auferlegung der Kosten auf die Reichs- in der Strafe entsprechend zurückgestuft werden müßten. So Freigesprochen wurden Warnede, Stein Anteil an der Tat doch weit geringer ist als der des Techow, zutreten. Feige Meuchelmörder haben nach allen Regeln der Mordkunst taffe. es verstanden, ihn aus dem Wege zu räumen. Sie haben weiter Außerdem wurde auf Einziehung der Maschinenpistole heuren Schwere des Falles nicht weit hinter der Höchststrafe folgung zu entziehen, wie es die Mörder Erzbergers getan tommt es, daß die Mordgehilfen, deren Strafe bei der unge gehofft, sich durch Flucht nach wohlvorbereiteten Plänen der Ver ertannt. Die Gefängnisstrafen gegen Schüft und Dieftel zurückbleiben durfte, nur mit der Hälfte, ja nur mit einem haben. Nur der ungeheuren Empörung über die Tat ist es zu gelten als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Drittel der Höchststrafe davongekommen find. Warum War- banten, daß nach langer Verfolgung die Mörder gestellt wurden. sede, Steinbed und Ilsemann freigesprochen worden sind, Sie haben sich ihrer Aburteilung und der wohlverdienten Strafe entzieht sich unserer Kentnis. Unseres Erachtens reichte die durch Selbstmord entzogen. Dadurch ist die Tat der HauptBelastung zu ihrer Berurteilung aus. Der einzige Angeklagte, fchuldigen gefühnt. Hier bleibt nur die traurige Nachlese, die der wirklich seine Unschuld glaubhaft machen konnte, war Boß. Bestrafung der jugendlichen Gehilfen und Werkzeuge. Ob Daß die beiden Garagebefizer milde davongekommen wohl man mit ihnen ein gewisses Mitleid sich nicht versagen kann, sind, wird man nicht bedauern, sie scheinen wirklich mit der mußte fie, soweit fie für schuldig befunden wurden, doch schwere Mordorganisation in feiner Berbindung gestanden und über- Strafe treffen. Hinter den Mördern und Mordgehilfen hebt der fanatische Antisemitismus verantwortungsvoll se ver wiegend aus Angst und Bestürzung gehandelt zu haben. Aber zerrtes Antlig empor, der Antisemitismus, für den die Schmähgegen die mit wisser der Verschwörung, die feine Anzeige fchrift" Die dreihundert Weisen von 3ion" ein Beispiel ist, eine erstatteten, gegen Tillefsen und Blaas, wäre die geseh- Schefft, die die Juden schmäht und Mordinffintte in die unreifen liche Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnis am Blaze gewesen. Köpfe pflanzt. Möge der durch die Verhandlung geklärte Sachver Das gilt namentlich von Tillessen, der nach der ganzen Ver- halt sowie die schrecklichen Folgen des Verbrechens jedes noch so handlung als eines der geistigen Häupter der Verschwörung fehr versteinerte Herz bewegen, möge der Brief der ehrwürdigen und als ein ähnlich gefährlicher Bursche wie Kern hervor Mutter Rathenaus dazu dienen, die verpeftete Luft und die schwüle Atmosphäre zu reinigen und das in ihnen versinkende und schwergetreten ist. franke Deutschland der Genesung entgegenführen. Wir lesen das Urteil und addieren: 15 Jahre Zuchthaus gegen Techom, 8 Jahre Zuchthaus gegen Günther, je 5 Jahre Buchthaus gegen Niedrig und v. Salomon macht 33 Jahre Buchthaus gegen vier Angeklagte. Dazu noch insgesamt 9 Jahre und 6 Monate Gefängnis gegen sechs weitere Angetlagte, drei Freisprüche- nein, so billig wäre ein Minister mord unter dem alten System nicht gewesen, 33 Jahre Zuchthaus das war unter dem alten System gerade die Sühne für einen verprügelten Gendarmen. Wir können das zufällig attenmäßig feststellen. Im Jahre 1913 hat ein Militärgericht in Erfurt gegen sechs Familienväter aus Wolframshausen auch gerade 33 Jahre Zuchthaus insgesamt verhängt, weil sie nach der Kontrollversammlung in angeheitertem Zustand den Gendarmen anrempelten. 33 Jahre Zuchthaus damals Wenn die Urteilsbegründung darauf hinweist, daß die für ein paar blaue Flecke eines Gendarmen, heute für einen gemordeten Minister. In bezug auf die Anwendung der strafrechtlichen Grundsähe, so führte Präsident Dr. Hagens aus, ist zu erklären, daß die Berurteilung nicht nach dem Gesetz zum Schuße der Republik beiden Haupttäter, Kern und Fischer, das Urteil bereits an sich felber vollzogen haben, daß es sich bei den meisten Angeklagten Eins wird die Reaktion, die wochenlang gegen den Staats- um junge Leute handelt, so ist das an sich richtig. Unter dem erfolgen fann, was zum Teil irrtümlich angenommen wurde, son. gerichtshof getobt hat, von diesem Spruch jedenfalls nicht be- alten System, wo man Zwölfjährige wegen Majestätsbeleidi- dern nach dem bisherigen Strafgeset. Das Gericht ist sich bewußt haupten können, daß er ein Ausfluß blinder, parteiischer Rach- gung ins Gefängnis schickte, hätte man freilich nicht die ge- gewesen, daß nur solche Tatsachen den gesetzlichen Bestrafungen fucht wäre. Das objektivste Gericht der Welt konnte den ringste Rücksicht darauf genommen. Aber uns will hier Das Gericht hat die Annahme eines Attentätern nicht mehr zugute halten, als ihnen der Staats- fcheinen, daß mehr Mitleid als den Angeklagten dem nächsten grunde zu legen sind, wie sie das Strafgesetzbuch vorschreibt. gerichtshof zu ihren Gunsten angerechnet hat. Die Richter von der Mordgesellschaft auserforenen Opfer zufließen muß. Komplotts von organisierten Mörderbanden Des höchsten Gerichtes der Republit haben sicher aus den Denn das ist das schlimmste Manto dieses Prozesses: die abgelehnt und deshalb nicht angenommen, da jeder der Anlautersten Motiven gehandhabt. Sie haben auch den Schein Mordorganisation ist durch ihn nicht enthüllt, nicht geklagten an einer ihm vorher bestimmten Stelle geftanden und vermeiden wollen, als urteilten hier Parteigänger und nicht zerstört. Wie sie nach dem Attentat auf Rathenau weiter so gehandelt hat. Die Möglichkeit hierfür ist zwar vorhanden, objektive Richter. Sie haben sich losgelöst von jedem Ber- wirkte und das Attentat auf Harden zuwege brachte, so hat ein vollgültiger Beweis ist jedoch nicht erbracht. Es fann geltungstrieb, fie haben sich objektivifiert, wie das nur geistig sie noch in den Gerichtssaal in Gestalt des vergifteten aber feinem Zweifel unterliegen, daß der Mordplan mit voller hochstehenden Menschen möglich ist. Konfetts ein Zeichen ihres unheimlichen Fortbestehens ge- Ueberlegung bei den einzelnen Angeklagten entstanden ist. Aber eben hierbei entsteht die Frage, ob der Staatsge- sandt. Gerade das hätte das Gericht stubig machen sollen. Zu- Gericht hat für erwiesen erachtet: richtshof nicht in dem Drang nach Objektivität zu weich ge- hörer des Prozesses behaupten, daß eine geschicktere Verhandmesen ist. Wir fürchten, daß diese Frage von dem größten lungsleitung das Geheimnis der Organisation Consul den An hatte die volle Kenntnis von dem Blan. Es hat eine einTeil des Auslandes und des Inlandes bejaht werden wird. getlagten hätte entloden fönnen. Wir wissen es nicht. Aber gehende Besprechung zwischen ihm, Kern und Fischer über den Es ist nicht das erstemal, daß die hohe Vernunft und Gerechtig- es scheint auch uns, daß energischere Versuche nach dieser Rich Mordplan und die Ausführung stattgefunden. Er hat seine 3feit, naáj der die Republik trachtet, die Züge der Schwächtung hin möglich gewesen wären, daß man sich nicht durch den fage zur Hilfe als Automobilführer erteilt, er hat geholfen, alle lichkeit und Lauheit annimmt. Gerade auch das demo- formalen Einwand hindern lassen durfte, gegen die Organisa- Auto eingepaci. Er hat sich unmittelbar an all diesen Handlungen Borbereitungen zu treffen und er hat die Maschinenpistole in des fratische Ausland, das die Entwicklung der Republik aufmerk- tion Conful schwebe ja ein besonderes Verfahren. beteiligt. Reinen Glauben verdient die Annahme, daß Techow fam verfolgt, wird nicht verstehen, wie ein ausdrücklich zum Hier eben mußte der Charakter des Gerichts als eines glaubte, es handle sich um eine Probefahrt. Die große Entschlossen Schutz der Republik eingesetzter Gerichtshof sich mit so niedrigen Staatsgerichtshofs deutlicher in die Erscheinung beit in der eigenen Bemerkung Techows, er fönne für seine Merven Strafen begnügen konnte. treten. Nicht als ein Kriminalfall wie jeder andere, sondern einstehen, das Umkleiden der drei in der Nähe der Rathenauschen Man vergegenwärtige sich einmal, wie die Sache unter mit allen politischen Hintergründen und Wohnung, die verschiedenen Anweisungen Kerns, insbesondere der dem alten System gelaufen wäre. Da brauchte man gewiß Untergründen mußte der Mord an Rathenau behandelt Befehl zur Beschleunigung der Fahrt, um das verfolgte Auto feinen besonderen Staatsgerichtshof, da war jede Straffammer werden. Ansäge waren mitunter in dieser Richtung zu er- Rathenaus zu überholen, sind ein des fleinsten Landgerichts ohne weiteres ein Gericht zum Schute fennen, aber es ist leider bei den Anfägen geblieben, und so Beweis dafür, daß er von der Tat gewußt hat. C Ernst Werner Techow der Monarchie. Gerichtsvorsitzender und Staatsanwalt hätten findet sich in den Urteilsgründen der verhängnisvolle Saz, Der entgegenstehenden Aussage Techows legt das Gericht gewetteifert, durch schneidig- brutales Auftreten gegen die An- daß eine Mörderorganisation nicht einwandfrei erwiesen sei. teinen Wert bei. Uebrigens ist es für die rechtliche Beurtei geklagten zu glänzen. Es wäre gelaufen, wie es jetzt noch in Gerade hier wäre es Pflicht des Staatsgerichtshofs gewesen, lung gleichgültig, ob er in diesem Moment fich feiner Tat bewußt Der reaktionären Ürzelle Bayern beim Fechenbach die sicher vorhandene Mordorganisation mit allen nur war, da der Dolus der Beihilfe auch ohnehin vorliegen Brozeß läuft, wo der Vorsitzende die Angeklagten nieder- möglichen Mitteln aufzudecken! Aber wir gehen würde. Der Gerichtshof hat Beihilfe angenommen, nicht mitdonnert und der schneidige Staatsanwalt um einer höchft frag- noch weiter und sagen: Was der Staatsgerichtshof mußte täterschaft. Er hat sich damit der subjektiven Mittäter. würdigen Schuld willen 15 Jahre Zuchthaus pro Mann fordert wir erinnern nur an das geheimnisvolle Verschwinden der ab der Angeklagte die Tat als eigene betrachtet hat, ober the orie des Reichsgerichtes angeschlossen. Es kommt darauf an, -mit dem Ausdruck des Bedauerns, daß dies die Höchststrafe Koffer, das glatte Zusammenarbeiten der über ganz Deutsch- ob er sie als Tat eines anderen auch fördern wollte. Der fei! Wir hätten einmal unter dem alten System in das Be land verstreuten Angeklagten, ihr beharrliches Schweigen an Plan zum Mord ist Kern entsprungen und machte den Angeklagte ur Tat geneigt. Jedoch nur als Gehilfen von Kern, als Ge-| fann aber dadurch erklärt werden, daß eine Waffenschiebung beilfen für dessen Mordpläne. Das ist unter Umständen absichtigt worden mar, eine Tatsache, für die gewisse Momente sprachen. Auch er war daher freizusprechen. Jljemann werden. Auch die sehrseite des Kadavergehorsams, Hans Gerd Techow gewill Die Angst vor dem 3. Dezember. Umfall der bürgerlichen Koalitionsparteien? Die Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft trat am Sonnabend hat sich nicht der Beihilfe zum Mord schuldig gemacht, da man ihm zu ihrer ersten Sigung zusammen. Gegenstand der Beratung geglaubt hat, daß er nicht wußte, zu welchem Zweck die Maschinen- bildete die Wahl des Reichspräsidenten". Einen endgültigen pistole dienen follte. Ebensowenig ist ein Beweis dafür erbracht Abschluß fanden die Beratungen nicht. Nach dem Gang der worden, daß er sich der Begünstigung schuldig gemacht hat, denn es Berhandlungen und dem Verlauf der Debatte ist aber nach steht nicht fest, daß er bei dem Eintreffen der unbekannten dem„ Soz. Barlamentsdienst" als wahrscheinlich anzunehmen, Berfönlichkeit in Schwerin gewußt hat, daß es sich um die Beseiti- daß sich Zentrum und Demokraten bei der endgültigen Be gung der Koffer handelte und daß er hierzu die Hand bot. Das schlußfassung am Montag dem Standpunkt der Volkspartei gegen liegt bei ihm ein Bergehen gegen die Berordnung über den Waffen befit vom 13. Januar 1919 vor. Bei dem auf hinausschiebung der Wahl anschließen werden. Strafmaß war zu berücksichtigen, daß es sich um eine gefährliche Waffe handelte, und daß Ilsemanns Bergehen schwere Folgen gehabt hat. Bei Voß war gemäß dem Antrage des Oberreichsanwalts auf Freisprechung zu erkennen. Bei Tillessen und plaas aß er auch verbrecherije Borjäze fördert. Im übrigen ind die Umstände der Tat die dentbar schwersten. In objektiver hinsicht ist zu bedenken, daß es sich um einen Meuchelmord handelt, der die schwersten Schäden des Gemeinwesens zur Folge hat. Unter Siefen Umständen muß auf die schwerste zulässige Strafe 15 Sahre Zuchthaus- erkannt werden. Das Verlangen der Berteidiger, die bürgerlichen Ehrenrechte nicht abzuerkennen, ist els abwegig erachtet worden. Auch politische Verbrecher können gemein und chrlos fein und handeln. Das frifft hier zu. Es handelt sich um feigen Meuchelmord, es handelt sich um Am Montag findet eine Parteiführerbesprechung über die unverzeihliche Schwäche und Leichtfertigkeit des Angeklagten. Es fann dahingestellt bleiben, ob Techow durch die Drohung Kerns Präsidentenwahl unter dem Vorsitz des Reichskanzlers statt, die zu der Frage der Wahlverschiebung Stellung nehmen wird. zur Beihilfe geneigt gemacht worden ist, von einem Not stand Zechows fann feine Rede sein, da teine unmittelbare Gefahr Wir erwarten, daß unsere Bertreter bei dieser Besprechung den Herren von den bürgerlichen Parteien ganz für Leib und Leben bestand und weil Techow die Möglichkeit hatte, am anderen Morgen einfach fortaubleiben. Techom ist ferner bei ungeschminkt ihre Meinung fagen werden. Es ist doch töricht der Würdigung der Beweggründe Kerns mit unglaublicher Leicht lag die Sache in rechtlicher Beziehung zweifelhaft. Der Staats zu glauben, daß bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge fertigkeit vorgegangen. Er war als Student verbummelt gerichtshof legt den§ 139 des Strafgefegbuches dahin eine Beruhigung dadurch erreicht werden könnte, daß die Wahl und hat sich froß seiner Jugend in grenzenloser Ueberhebung in po- aus, daß derjenige, der von dem ernsten Vorhaben eines Morbes hinausgeschoben würde. Das gerade Gegenteil wäre der Fall. litische Dinge verstricken lassen. Nach alledem liegt bei ihm ehr- Renntnis erhält, die gefehliche Berpflichtung hat, die vorgeschriebene Die Sache liegt doch so, daß die Sozialdemokratie durch rücklose Gesinnung vor und daher mußte auf berkennung der Anzeige zu erstatten. Es mag sein, daß diese Anzeigepflicht ent- haitlose Unterstützung führender Politiker aus Zentrums- und bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren erkannt fällt, in dem Fall, indem durch die Entwicklung der Dinge eine Demokratischen Kreisen ihre Roalitionstreue befundet Anzeige zwecklos geworden ist, weil der Plan gänzlich aufgehoben hat, während den bürgerlichen Herren die schwersten Bedenken und eine Ausführung völlig ausgeschlossen ist. Das lag aber hier ist der Beihilfe zum Morde schuldig. Er hat die Bekanntschaft nicht vor. Tillefsen und plaas waren in den plan vollkommen ein- fommen, wenn es gilt, für eine führende Persönlichkeit aus der beiden Mörder mit Stubenrauch vermittelt, er hat den festen geweiht, fie fannten den Charakter Kerns und mußten überzeugt fozialdemokratischen Kreisen ebenso rüdhaltlos einzutreten. Es gibt keinen seiner Berantwortung bewußten Politiker, Entschluß Kerns gefannt und sich trozdem weiter an den Be- fein, daß, wenn er einmal fest entschlossen war, er die Tat auch sprechungen beteiligt. Er hat auch an der Beratung am Freitag ausführen würde. 3war hat der Gerichtshof Tillessen Glauben ge- der nicht weiß, daß ein Wechsel in der Reichspräsidentenschaft abend vor der Tat teilgenommen und fich bereit erklärt, das Maschentt, daß er sich bemüht hat, Kern den Plan auszureden. Auf zurzeit ein nationales Unglüd wäre. Hätten alle oder er terial für die falsche Autonummer herbeizuschaffen. Bei einer Mit der anderen Seite ist erwiesen, daß er die Aeußerung getan hat: Die meisten von ihnen den Mut, das dem Bolt offen zu sagen wirtung am Gesamtplan macht sich jeder der Beihilfe schuldig, auch wenn Kern den plan ausführen will, fann ich ihn nicht hindern." und sich für die Wiederwahl Eberts am 3. Dezember einzuwenn die Tat nachher anders ausgeführt werden sollte, als ur- Kern war vielleicht vorübergehend schwankend geworden, aber prünglich beabsichtigt war. Durch sein Berhalten hat er auch Kern Tillessen hat nicht das Mindeste getan, um das Berbrechen end- letzen, so würden alle deutschnationalen Quertreibereien gegenin seinem Entschluß bestärkt. Es besteht kein Zweifel daran, daß gültig zu verhindern. Er hat Kern nicht einmal fein standslos bleiben. Weil man diesen Mut nicht hat, zieht man bei diesem frühreifen nur moralisch minderwertigen Jungen die er Ehrenwort abgenommen. Der Plan war also noch im daraus den umgekehrten Schluß, daß die Verfassung forderliche Einsicht für die Strafbarteit feiner Handlung vorhanden vollen Umfange in der Welt und es mußte damit gerechnet werden, geändert werden müsse, um eine Wahl zu vermeiden. Eine Kandidatur Hindenburgs wird von Herrn war. Die Strafe mußte daher eine hohe sein, obgleich gegen ihn daß Kern ihn doch zur Ausführung bringen fonnte. Tillessen hatte wegen feiner Jugendlichkeit nicht auf Zuchthaus, sondern nur auf also die Verpflichtung, den Plan zur Anzeige zu bringen. Er hat Heinrich Rippler in der volksparteilichen Zeit" mit höfGefängnis erfannt werden konnte. Ferner hat er sich der Be- fich des Bergehens nach§ 139 schuldig gemacht und unter der Be- licher Bestimmtheit abgelehnt. Ünter vielen Komplimenten günstigung insoweit schuldig gemacht, als er die Verbrennung der rücksichtigung, daß seine Unterlassung verhängnisvolle Folgen ge- wird auf das hohe Alter dieses jüngsten Kandidaten der Politik Müzen veranlaßte, um Kern und Fischer der Verfolgung zu ent- habt hat, daß es sich also um ein schweres Verbrechen handelte, hingewiesen und versichert, daß von ihm dieses Opfer" gar ziehen. Bei mußte feine Strafe eine schmere sein. Aehnlich liegt der Fall bei plaas, der sich ebenfalls des Ber nicht verlangt werden dürfe. Herr Rippler entsetzt sich aber liegt von Anfang an Beihilfe vor, die bereits bei der Be- gebens nach§ 139 schuldig gemacht hat, der aber geringer zu be- bei der Vorstellung, daß Hindenburg dieses Opfer doch ratung im Steglitzer Ratsteller begann, und in der Garagenbeschafftrafen war, weil er urter dem Einfluß Tilleffens gestanden hat. bringen könnte, denn erstens wäre der Wahlkampfaussichtslos und dann...: Man löse sich doch endlich von fung, der Besorgung der Maschinenpistole, dem Anerbieten zur Gelddem Gedanken, dem 75jährigen Militär, der immer nur beschaffung, dem Tragen der Maschinenpiftole in das Auto und der Soldat sein wollte, eine rein politische Aufgabe von RiesenBesorgung des Materials für die falsche Autonummer fortgefeht wurde. Seine Beihilfe war also fehr wesentlich. Günther ist Psychoschwere aufzubürden, Hoffnungen auf ihn zu path, aber als zurechnungsfähig angesehen worden. Er hat lezen, die er nach seiner ganzen Wesensart nicht erfüllen fich ferner der Begünstigung dadurch schuldig gemacht, daß er die tönnte." Natürlich weiß man auch in der Volkspartei, daß Koffer Kerns und Fischers aus der Garage entfernte. jeder Gedanke an eine Kandidatur Hindenburgs ein frivoles Spiel mit deutschen Volksinteressen und eine Spekulation auf die Dummheit ist, aber das würde die Bolkspartei möglicher weise auch nicht daran hindern, im Ernstfall aus Angst vor der nationalistischen Bresse mitzumarschieren. Günther v. Salomon hat sich ebenfalls der Beihilfe schuldig gemacht. Er war am 17. Juni mit Kern in Berbindungge treten und hatte aus dessen Aeußerungen entnommen, daß Kern den Mord an Rathenau plante. Er hat bann nach seinen eigenen Angaben in der Boruntersuchung für die Eat einen Chauffeur aus Hamburg beschafft. Die von thm in der Hauptverhandlung gebrauchte Ausrede, er habe geglaubt, es handle sich um eine Gefangenenbefreiung, hat das Gericht als nicht glaubhaft erachtet, denn es ist ausgefchloffen, daß er sich selbst in der Borunterfuchung eines so schweren Berbrechens, wie der Beihilfe zum Mord fälschlicherweise bezichtigt haben sollte. Auch bei Niedrig liegt Beihilfe vor, denn er hat für die Tat sich zur Verfügung stellt und dadurch den Entschluß Kerns psychisch verstärkt, wie auch den ganzen Plan durch seine Beihilfe unterstüßt. Bei Warnede 97 Schüff und Destel sind zweifellos der Begünstigung schuldig, insofern, als sie die Rappen beseitigt haben, während ihre Betundungen gegenüber dem Kriminalfommissar nicht als Begünstigungshandlung angesehen worden sind. Die Beseitigung der Kappen ist von ihnen gemeinschaftlich begangen worden, fie haben sich von den Drohungen Kerns dazu bestimmen laffen, aber trotzdem auch selbst die Absicht der Begünstigung der Täter gehabt. Bon einem Rotstand fann bei ihnen feine Rede sein, denn die Furcht vor den Tätern recht fertigt nicht die Ausführung deren Befehle. Der Staatsbürger muß soviel Rückgrat haben, daß er dem Anfinnen eines Verbrechers, ihn zu unterstüßen, auch dann nicht nachgibt, wenn ihm etwa daraus Gefahren entstehen fönnen." Hierauf wurde die Verhandlung geschlossen. Die Wie die Dinge im Augenblick stehen, scheint es, als ob der Wahltermin des 3. Dezember von der Reichstagsmehrheit gegen die Arbeitsgemeinschaft der Mitte" beschlossen werden müßte. Für uns bleibt Feldruf: 3. Dezember!" und Parole:„ Ebert!" Angeklagten nahmen das Urteil ziemlich gefaßt entgegen, nament lich der ältere Techom, der var der Berhandlung auffallend blas war, schien sehr erleichtert zu sein, daß das Urteil weder auf Todes Ueber die Verhandlungen zwischen den Parteien wird strafe noch auf lebenslängliches Zuchthaus lautete. Nach der Ber- übrigens eine Unmenge wüster Klatsch verbreitet, wobei jich handlung dankte er feinen Berteidigern mit lebhaften Worten. Nur die" Dena" an Erfindung von Unwahrscheinlichkeiten beson Tillefsen schien von der Höhe feiner Strafe überrascht zu sein und ders hervortut. Auch Erzählungen über den Inhalt eines Ge gefämpfte während der Urteilsverkündung ersichtlich mit den Tränen. sprächs des Reichspräsidenten mit Stinnes beruhen auf Steinbed und Barnede, die freigesprochen waren, wurden noch haltlosen Kombinationen. Halb amüsant und halb efelhaft ift im Gerichtssaal von den übrigen Angeklagten herzlichst beglück- es, daß in reaktionären Winkelblättern als Borboten des Wahlkampfes schon wieder Nachrichten von umfangreichen Vor dem Reichsgericht hatte sich eine große Menschenmenge an- Gutskäufen des Reichspräsidenten zu finden sind. Eberts gesammelt, die auf die Verkündung des Urteilsspruches wartete. Zu neugetaufte Güter befinden sich unmittelbar neben jenen irgendwelchen Kundgebungen ist es nicht gekommen. Nur als der Scheidemanns auf dem Monde. Wagen mit den Gefangenen das Reichsgericht verließ, ertönte vereinzeltes Pfeifen, während einige junge Leute dem Wagen Heilrufe nachsandten. besteht zwar ein gewisser Berdacht, daß auch er in den Plan eingeweiht war; was in dieser Hinsicht gegen ihn vorgebracht ist, find jedoch nur unbewiesene Möglichkeiten. Er war daher freizu fprechen. Auch bei Steinbed ift kein Beweis dafür erbracht worden, daß er von dem Mordplan Renntnis hatte. Die Unterhaltung mit Frigsche ist zwar verdächtig, Erich bläst auf die Trompete. Bon Tobias Pemberlein. wünscht. Solange die Sonne am Himmel noch grient, Wird feste verdient, wird feste verdient Eine Anzahl Avignon- Gefangener find begnadigt und auf der Heimfahrt. des Innern bei. Der Vorsitzende der Ausstellungsleitung, Maler Sandtuhl, wies in seiner Eröffnungsrede auf die gewaltigen Der Briefträger flingelte und zahlte mir das Geld aus. Kaum Schwierigkeiten hin, mit denen solche Veranstaltungen heutzutage zu fämpfen haben. Nur die Opferwilligkeit und Arbeitsfreudigkeit war er wieder weg, lief ich auf das Boftamt und zahlte die 1000 m. Der Rünftler haben es ermöglicht, daß die Ausstellung, deren Geldwieder ein. Tags darauf das gleiche Spiel: der Geldbriefträger mittel verschwindend geringe find, trotzdem zustandegekommen ist. Bielmehr: er hat sie geblasen. Das ist jetzt vorbei. Er bläft fommt, ich blase auf die Trompete, bekomme mein Gelb, laufe zur Dieſen freiwilligen Mitarbeitern und dem preußischen Kultusmininur noch Erlibfal. Und wie! hat auch allen Grund dazu. Ich Post, zahle wieder ein. Das machte ich fünf Tage lang hintermürde mir das nicht gefallen lassen. Das nennt sich eine freie einander, einzahlen, Trompete blasen, rausfriegen, einzahlen, Trom- fterium, das die Räume des Landesausstellungsgebäudes mun schon Republit, in der man nicht einmal tuten darf! Und was versteht pete blasen, rausfriegen... Für den siebenten Tag aber hatte Berliner Künstlerschaft. Ministerialdirektor entwig überbrachte Für den siebenten Tag aber hatte zum drittenmal zur Verfügung gestellt hat, gebühre der Dant der die Sipo von Psychologie? Und von Hundedressur, he? Und es ich den großen Trick vor. Ich zahlte also a. fechten Tage nichts den Gruß des Ministers, der die Ausstellung am Sonntag besuchen ift eine Gemeinheit, meinem Freund Erich Käse ein und wartete am nächsten Tage mit der Trompete. Als der werde. auf den Schlips zu donnern, noch dazu mit einer Geldmensch heranächste, stieß ich mit voller Lungenkraft ins Horn: Alosettbürste!!! Solange die Sonne am Himmel noch grient, Wird fefte verbient, wird feste verdient.. ( Aber ich merke schon wieder, daß ich falsch angefangen habe. Schriftstellerei ist schwer, wegen der Reihenfolge von die Säge Da geschah das Wunder. Der Mammonsdiener blieb an der hintereinander. Also nochmal): Ein früherer Feldwebel von mir, Benno Krampfhade, wurde Türe stehen, flingelte, zahlte 1000 Mart und ging weiter. Ich von der Entente anläßlich der Beendigung eines Weltkrieges ab- hatte ihn dressoren! gerüstet und stellte nunmehr feine pädagogischen Talente in den Das geschah am Dienstag: Mittwoch war Erich Käse bei mir. Dienst der Hundedressur. Er hat im tiefsten Berliner Norden eine Baß mal auf, mein Junge, jetzt wird gleich ein Mann, eine Hundekaserne und macht da allerhand Kunststücke. Die Methode, Erscheinung von der Post, die Treppe rauffletternich blase dann aus zwei Hunden sieben zu machen, ist allgemein befannt, wir wollen auf die Trompete, worauf mir der Mann einen Braunen schmeißt, fie hier außer Betracht lassen. Interessanter ist es schon, feine bloß wegen die Trompete..." Dressur zu beobachten. Dieweil er uns dazu eingeladen hatte, fuhr Quatsch," sagte Erich ,,, Du bist wohl ganz von Pfarrer Bleier ich an einem blauen Sonntag mit Erich Käse zu Krampfhade binaus, verlaffen?" Bong schur!" sagte Krampfhade und strich sich seinen HindenWarte nur ab!" tröstete ich ihn und ließ das Grundwasser aus burg. Dann ließ er einen riesigen Köter antanzen. Der Köter hieß der Trompete. Nicht lange, da fnarrten die Stufen. Achtung!" Wilhelm, aber er machte sich nichts daraus. Auf der Mitte des flüsterte ich und setzte an: Plages stand eine Sprungmauer, vor die wir uns hinftellten. Krampfhacke hielt in der rechten Hand eine Peitsche, in der linken eine Trompete. ,, Solange die Somme am Himmel..." Eine halbe Minute später hatte ich meinen Laufender. Na, Erich, wat fegafie nu?" Man merkte es ihm an, daß fein Gehirn machte. ,, Aha...!" Ueberstunden machte. tha...!" meinte er fchließlich,„ aaaaaaha!!!" Und schwirrte von hinnen Die Ausstellung trägt im wesentlichen das gewohnte Gepräge und zeigt als besonderen Glanzpunkt ein Zimmer( 18), das der geniale russische Maler Kandinsky mit modernen Wandgemälden geschmückt hat. Der Pflege der Monumentalmalerei dient auch, wie in früheren Jahren, der Saal 1 mit Arbeiten von 5. A. He i mann, Ruttner, Seifert u. a. Ein anderer Raum( 2) ist der modernen Bildnistunft gewidmet und die Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar produzieren sich unter Führung ihres Direktors Gropius im Zimmer 19.„ Sredens, fammern" fehlen natürlich nicht, aber man darf doch sagen, daß diese Jurnfreie im fünstlerischen Gesamtniveau hinter den streng gesichteten Großen Berliner Jahresausstellungen nicht wesentlich zurücsteht. Das neueſte Unternehmen der rührigen Ausstellungsleitung ist die Gründung eines Museums Freie Kunst. hau Berlin". Sein 3wed besteht im Antauf von modernen Kunstwerten, bie zunächst allerdings noch im Bells ihrer Schöpfer bleiben müssen, bis ein Raum zur Aufstellung geschaffen worden ift. Das Kandinsky- Zimmer und einige andere Werke der Aus stellung sind bereits für das Museum erworben worden. Wir 3. S. Wilhelm, hopp!" brüllte Krampfhade. Wilhelm tat aber nicht werden noch in einem ausführlichen Bericht auf die interessante dergleichen, sondern legte in aller Gemütsruhe ſein Morgenei. Da Ausstellung zu sprechen tommen. blus Krampfhade in die Trompete und haute Wilhelm mit der Als ich ihn nach einer Woche wiederfah, hätte ich ihn beinahe Tönen, Bewegungen, Russisches Remanfisches Theater. Eine Sinfonie von Farben, Beitsche auf die Rosette. Jetzt hatte Wilhelm begriffen und sprang nicht erfanni. das war der Gesamteindrud, den man bei Er hatte einen Kropf, fieben Beulen und einen der Generalprobe des Russischen Romantischen Theaters im über die Mauer. So ging es mehrere Male: Peitsche, Trompete, fahmen Fuß. Den Kropf hatte er von vielen Trompetenblasen, die Apollo- Theater empfing. Chelfte ruffiſch- italienische TanzBeulen von der Sipo und den lahmen Fuß vom Fluchtversuch aus funft, Musik der großen russischen Meister Rubinstein, Glinka, Ausgezeichnet," meinte Erich ,,, doch mielo die Trompete?" Rimsky- Korsakoff und Dargomizti und die leuchtende Farbenpracht „ Das ist ein Dreffurtrid," antwortete Strampshade mit fach- der Dalldorfer Boltshochschule. der modernen russischen Dekorationsmalerei waren hier versinigt, männischer Würde, ein sehr einfacher Trid. Wenn ich den Hund haue, springt er. Ich will ihn aber nicht immer hauen, darum um einen wunderbar einheitlichen Kunstgenug zu geben. Im Mittelblafe ich mit der Trompete. So entsteht im Gehirn des Hundes punkte der Aufführungen stand eine Ballettpantomime„ Les bie beenverbindung, Trompete- Hochspringen" und ich fann bald die Ballett von Bepita von Boris Romanoff in Szene gefeßt iſt. Millions D'Arlequin", bie nach einem alten zweiaftigen Beitsche weglaffen. Die Trompete genügt. Paßt mal auf!" Das alte Benedig in seiner Glanzzeit ersteht vor uns, Colombine, Wilhelm stand wieder vor der Mauer, Krampfhacke blus, MilPierrot, Harlekin werden in einer pantomimischen Handlung helm sprang. Seht ihr, das Mittel ist unfehlbar!" Schmerz durchglüht ist. Der ganze Zauber Alt- Benedigs ersteht aufs wir auf. Haft Du das mit der Trompete begriffen, Erich?" fragte neue. In den beiden folgenden Stüden feiert die ruffifche Kunst ich. Nein," sagte er schlicht. Ich aber dachte, dachte, dachte... ihre schönsten Triumphe. In Gudals Festgelage", cinem Und wenn ist dente, ist immerhin allerhand gefällig. So auch dies= Die Juristische Kunstschau ist gestern mittag in den Räumen des Tanzgemälde nach Lermontows Dämon", hatte Boris Romanoff mal. Bald hatte ich einen Plan, den ich aber für mich behielt. Am nächsten Morgen ging ich auf das Postomt und zahlte Landesausstellungsgebäudes eröffnet worden. Der Er ein Bild faufosischer Tanzkunst hingezaubert, in dem sich wildeste Das Schlußstü 1000 M. an meine Adresse ein. Als am folgenden Tage der Geld öffnung wohnten Ministerialdirektor Nentwig, und Geheimrat Leidenschaft mit zarter Beichheit vereinten. briefträger die Treppe herauftam, stand ich schon auf der Wacht und 23 aeholdt vom Stultusministerium, Staatssekretär Heinrich Bojarenhochzeit führte in das russische Mittelalter hamein Schulz und Reichskunstwart Redslob vom Reichsminifterium und bot mit seinen modern stilisierten Deforationen, Roftümen und es auf einer Trompete den schönen Refrain: Hochsprung. Im großen und ganzen natürlich seine Schuld. Er hatte von meiner abee nur soviel begriffen: wenn man auf die Trompete bläft, tommt Geld. Weil er nun viel Geld haben wollte, blies er hatte gedacht: es fommt gewiß im ganzen postnumerando. Und mafio bei Tag und bei der Nacht; es kam zwar fein Geld, body at Gewiß, es war seine Schuld. Trogdem hatte man fein Recht, Goethe fagt: blus noch mehr. 4 Nachdem wir noch einige andere Sachen bestaunt hatten, brachen ihn mit der Klosettbürste auf den Lawalljeh zu flopfen; denn schon lebendig, die von Lust und Leid, von leidenschaftlicher Freude und Luten ist menschlich!" u. Genossen! Besucht Mittwoch, gemeinsamen ben 18. Delober, wie ferien entamé Mitglieder- Bersammlungen der Bereinigten Sabemo Die Verknechtung Deutschösterreichs. Wien, 14. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Heute vormittag ist der Sozialdemokratische Parteitag zusammengefreten. Es sind 540 Delegierte anwesend. Die Bruderparteien des Auslandes vertreten Crifpien( Deutschland), Cermat( Deutsche Gozialdemokratie der Tschechoslowakei, Brace( Frant reich) und ein Bertreter der englischen Arbeiterpartei. Sofort nach der Eröffnung durch den Parteivorsigenden Seig, der auf die entscheidende Bedeutung der Abmachungen mit dem Bölferbund hinwies, trat der Parteitag in seine Tagesordnung ein. Ueber die politische und wirtschaftliche Rage referierte Dr. Otto Bauer. Er führte aus: Die Konvention, die die bürgerliche Regierung Deutsch österreichs mit den Mächten der großen und feinen Entente abge fchloffen hat, bedroht die Unabhängigfeit unserer Republit; fie unterwirft unseren ganzen staatlichen Bestand dem Generalfommiffar des Böllerbundes, also der Entente, unter der Aufsicht der Kontrollfommission, d. h. der Regierungen Italiens und der Tschechoslowakei. Dadurch wird die große Gefahr hervorgerufen, daß die Republik Deutschösterreich dem Herrschaftssystem der Entente völlig unterworfen und unsere ganze Volkswirtschaft der Diktatur des Entente fa pitals wehrlos ausgeliefert wird. Unsere Bourgeoisie will die nationale Freiheit des deutschösterreichischen Bolles preisgeben, um ihren egoistichen Interessen zu dienen, sie will die Fremdherr schaft zur Wiederherstellung der schrankenlosen Klaffenherrschaft, der heimischen Bourgeoisie. Dieser Gefahr gegenüber ist unsere Aufgabe, den Bolksmaffen die ganze Größe der Gefahr zum Bewußtsein zu bringen und die moralischen Kräfte im Bolte zu entfeffeln, die allein die Gefahr abwehren und die Sanierung der Republik aus eigenen Mitteln und aus eigener Kraft regeln fönnen. Zu diesem Zweck schlägt der Parteivorstand vor, daß der Partei tag folgendes beschließe: großzügige Maffenatlion zu organisieren und mit großen Maffenversammlungen zu beginnen. Da der weitere Kampf abhängig ist von der Stärke der moralischen Energie, die in den Massen durch die Propaganda der Partei erweckt wird, ferner von der fentreten Gestaltung der Gefegesvorlage, durc welche die Genfer Konvention erit ihren Inhalt bekommt, und schließlich von der internationalen Lage da ferner die Partei im Verlaufe des Kampfes zu Beschlüssen von außerordentlich er Tragweite gezwungen werden kann, soll aus der Mitte des Barteitages ein Beirat gewählt werden, den der Parteivorstand nach Bedarf einzuberufen hat. Indem die sozialdemokratische beiterpartei Deutschösterreichs daran geht, den Lloyd Georges Verteidigung. Gegen Alle! Sozialdemofratischen Berlin!!! beitslosen mehr gebe und dabei die Steuern ermäßige.( terfeit.) Es werde eine interessante Erfahrung sein, zu sehen, wie andere fämpfen. Dies sei eine Freude, die er sich aufgefpart habe. Lloyd George fuhr fort, ihm bange nicht vor der Zukunft Die Welt habe sich von den tiefen Kriegswunden noch nicht erholt. Die Erholung werde nur langsam vonstatten gehen. Biele Rückschläge würden eintreten. Die nächste Aufgabe der Staaistunft in dieser Stunde sei die Bazifizierung. Er werde mit aller feiner Macht jede Regierung unterstützen, die sich dieser Aufgabe furchtlos und entschloffen widme, vorausgefeßt, daß sie nicht Maßnahmen ergreife, die dem Lande dauernden Schaden zufügten, fcien es reaktionäre oder revolutionäre Maßnahmen. Condon, 14. Oftober.( WIB.) Lloyd George wurde auf der Fahrt zum Reformtlub in Manchester, wo er seine mit unge heurer Spannung erwartete Rede hielt, von einer großen Menschenmenge ein stürmischer Empfang bercitet. Der Premier minister erfälle, das englische Welt glaube nicht, daß die englische Regierung vorfäßlich versucht habe England in den Krieg zu stürzen. Er betrachte im Gegenteil diese infame Beschuldi gung als ein Verbrechen am britischen fair play. Die Regierung habe nicht Krieg, sondern Frieden gestiftet. Während sie mit Jeder Regierung, die diesen Weg nicht verfolge, merde er mit einer äußerst schwierigen Aufgabe beschäftigt war, sei sie mit Ver- aller seiner Macht entgegentreten. Die Zukunft fei schwierig. Die drehungen und Schmähungen überhäuft worden, wie feire Lage Englands und der Welt sei zu ernst, als daß irgendeine ReRegierung bei der Führung internationaler Angelegenheiten je gierung sich auf Partei- oder persönliche Manöver einlaffen tönnte. über sich ergehen lassen mußte. Heute sei die Zeit gekommen, wo Er setze die nationale Sicherheit und Wohlfahrt über die Interessen er sprechen könne und auch sprechen werde. Unter großer Heiterkeit ieder Meinung, und wenn er, infolge der Stellung, die er überder Zuhörer erklärte Lloyd George, feltsame Leute feien heutzutage nommen habe, und in der er zu beharren beabsichtige, in der Breffe losgelaffen. Die Regierung habe dreierlei bezwedt: 1. die Freiheit der Meerengen für den Handel aller Rationen zu sichern, 2. zu verhindern, daß der Krieg nach Europa übergreife, und 3. zu verhindern, daß in Konstantinopel und Thrazien sich das Schauspiel unbegreiflichen Schredens wiederhole, wie es Kleinafien während der letzten sieben Jahre bot. als Dant in die Wildnis getrieben werbe, fo werde er stets mit Stolz daran denten, daß es ihm möglich gewesen sei, mit Unterstützung loyaler Kollegen in der Schiafals stunde der britischen Nation keine schlechten Dienste geleistet zu haben ( Beifall) und daß er Dinge versucht habe, die allerdings noch nicht zur Reife oder zum vollen Erfolge gelangt feien, und stolzer als je auf die Tatsache wenn dies der lezte Tag wäre, an dem er Die Bedeutung der Meerengen hervorhebend, führte Liond diese hohe Stelle inne habe daß es ihm in den lezten Tagen George aus, fie feien die einzige Bugangsstraße zum feiner Bremierschaft vergönnt mar, die Macht des großen britischen Schwarzen Meer, wo in der Kriegszeit ein Ueberfluß an Rohstoffen Reiches anzurufen. um es vor unbeschreiblichen Schrecken zu beund Lebensmitteln vorhanden gewesen sei. Ein Drittel des Handels schüßen, und daß Tausende von Männern, Frauen und Kindern, dieses Teils der Welt sei stets von britischen Schiffen durchgeführt die auf das verpfändete Bort Frankreichs, Italiens und Großworden. Die Meerengen seien britanniens als ihren Schild und ihre Berteidigung vertrauten, Gott zur jegigen Stunde danken, daß Großbritannien Treue gehalten hat.( Großer Beifall.) lebenswichtig für England Bradburys Vorschläge.a Paris, 14 Oftober.( BTB) Die Reparationsfommission veröffentlicht einen Bericht über den von Bradbury unterbreiteten Vorschlag zum Ausgleich des deutschen Budgets und zu einer Stabilisierung der deutschen Mark. Der Plan enthält folgende Verschläge: durch die die Reichsbant ermächtigt wird, Gold gegen Papier2. Den Markkurs 30 stabilisieren durch eine Bereinbarung, mark zu einem von einer gemischten Kommission festgesetzten Preis und die Menschheit. Die britische Siegierung fönnte sie nicht sperren lassen, ohne damit den größten und wichtigsten Preis aus den HänDie sozialdemokratischen Abgeordneten haben in der scharf den zu geben, den England mit seinem Steg über die Türkei im ften parlamentarischen Oppofition gegen den Genfer Weltkriege davontrug. Lloyd George fragte, was geschehen wäre, Bertrag wie gegen die Regierung, die ihn geschloffen hat, zu verwenn die Türfen, die jetzt fie gestrunten feien, ohne bewaff harren. Der Parteivorstand hat unverzüglich eine neten Widerstand zu finden, den Bosporus überschriten und nach Konstantinovel und Thrazien gegangen wären. Würden sie in Ost Thrazien halt gemacht haben? Würden sie nur bis zur Mariza vorgerüdt fein? Wer hätte sie aufhalten und verhindern follen, sich in West- Thrazien und möglicherweise in Saloniti festzusehen? 1. Das deutsche Budget nahezu völlig von den äußeren BerMan weiß, was dies bedeutet hätte: Krieg, und der Krieg pflichtungen aus dem Friedensvertrag zu entlasten, eventuell von 1914 habe gewissermaßen auf dem Balkan begonnen. In bis zu einer Dauer von vier Jahren, um so Deutschland die Konstantinopel würde sich eine furchtbare Ratastrophe ermöglichkeit zu geben, kredite zu erhalten. eignet haben. Seit 1914 hätten die Türfen faltblütig eineinhalb Millionen Armenier und 600 000 Griechen, niedergemacht. Lloyd George erklärte: Ich bleibe dabei, daß die Politif, die wir an genommen haben, die Bolitif war, die übereinstimmte mit den höchsten Interessen und Ueberlieferungen dieses 3. Die Reparationsfommission zu reorganisieren und ihren Sig Landes, und wir haben Grund stolz zu sein, daß dies gelungen ist. Im meiteren Berlauf seiner Rede jegte sich Lloyd George in nach Berlin zu verlegen. Diese Version des Planes Bradburys weicht in mehreren Punkten seiner sarkastischen Art mit den gegen ihn von liberaler Seite gerichteten Angriffen auseinander. Unter lauter Seiterfeit bezeichnete von der des Petit Parifien" beträchtlich ab, die wir in unserer er Lord Gladstone, der Lloyd Georges Politik wiederholt in Sonnabend- Abendausgabe veröffentlichten, sie dürfte aber, da sie Reben scharf fritisiert hatte, als die beste lebende Berkörperung der von der Reparationstommiffion selbst verbreitet wird, authentischer liberalen Tradition, daß Befähigung nicht vererbbar ist. sein. Der Primierminister fuhr fort, es wäre ihm gejagt worden, er jolle alles wie ein Christ ertragen. Er sei jedoch nicht von der Sorte Christen, die sich niedermachen ließen, ohne sich zu wehren. Solange er ein Schwert in der Hand habe und Gott ihm die Kraft gebe, es zu gebrauchen, werbe eres gebrauchen. Sowohl die Marines als auch die Militärratgeber der Regierung hätten er flärt, daß die Freiheit der Meerengen für den friedlichen Handel nicht gesichert werden fönne, wenn nicht beide Ufer gehalten würden. Die Türken rückten ver, nationalen Widerstand gegen die Gefahr der Fremdherrschaft zu organisieren, ist sie sich bewußt, daß der Kampf für das nationale Selbstbestimmungsrecht nur im Rahmen und nur mit der werftätigen Unterstützung der Gemeinschaft der Proletarier aller Länder geführt werden kann. Wir sehen uns zur Wehr gegen die Fremdherschaft der Ententebourgeoisie, sie wissen uns im Kampfe eins mit dem Broletariat der Ententeländer; der Parteitag beauftragt daher den Parteivorstand, unverzüglich mit den internationalen Organisationen, ferner mit den Arbeiterparteien Englands, Frank reichs, Italiens und der Tschechoslowatei sich in Verbindung zu setzen, fie auf die uns drohende Gefahr aufmerksam zu machen und sie zur Unterstügung unjeres Abwehrtampfes zu veranlassen. In der Debatte wies Profeffor Lubo Hartmann auf die Gefahr hin, die dem Anschluß an Deutschland durch die Annahme der Genfer Protokolle brohe. Dr. Renner drückte die Ansicht aus, daß die parlamentarische Erledigung der Genfer Borlage nicht zu verhindern sein werde, da die Selbsthilfe von den Bürgerlichen sabotiert werde. Die heutige Regierung, die Desterreich nach Genf geführt habe, müsse jedoch befämnt werden. Schließlich wurde die Resolution unter stürmischen Beifallsfund gebungen einstimmig angenommen. die Franzosen 30gen fich zurüc und die Italiener folgten ihnen direkt auf den Füßen nach. Angenommen, England wäre bescheiden hinter Frankreich hergegangen, dann würden die temalistischen Streitkräfte Tschanat befeht haben. Das Nächste, was geschehen wäre, würde die Ueberschreitung der Meerengen gewesen sein. Gallipoli merde von einem sehr schwachen senegalistischen Bataillon gehalten, das Befehl hatte, nicht auf die Türken zu schießen. Beide Seiten der Meerengen würden fich in der Hand der Kemalisten befunden haben. Bürde man sie wieder herausbekommen haben? Man weiß, was ein derartiger Berfuch bereits einmal getoftet habe. Es ist von feiten der Kritif gefragt worden, weshalb die Regierung feine Bereinbarung getroffen habe. Wir hatten eine Vereinbarung. Erst vor einigen Wochen erhielten wir eine Mitteilung von der französischen Regierung, daß wenn die Griechen oder Türten in die neutrale Zone eindrängen, diefem mit bewaffneter Gewalt von den Alliierten entgegengetreten werden müsse. Wir haben dem zugestimmt, wir glaubten, fie meinten es ehrlich. Bie fonnten wir denken, daß es nur für eine Bartet bestimmt war? Nicht nur wir dachten so, auch die Generale glaubten es, und von den verschiedenen alliierten Generalen wurden Truppen entfandt, die dann wieder zurüdge. rufen werden mußten. Lloyd George befaßte fich hierauf mit der gegen ihn von Asquith und Gren gerichteten Kritit und sagte, niemand wiffe beffer als Gren, daß in internationalen Angelegenheiten Faftoren vor. handen feien, über die man feinerlei Macht habe. Die Türkei fei fast vollständig aufgeteilt gewefen durch lebereinkommen mit ver schiedenen Mächten, bevor er Premierminister geworden sei. Er felbst habe dieser Politik zugestimmt, und er habe daher kein Recht, Asquith und Gren zu fritisieren. Er müsse jedoch zugestehen, daß es eine äußerst furzsichtige Bofifit zu verkaufen. " Paris, 14. Ottober.( WTB.) In der Begründung bes Vorschlags Bradburys zum Ausgleich des deutschen Budgets- und Vorschlags Bradburys zum Ausgleich des deutschen Budgets- und zur Stabilisierung der deutschen Mart heißt es: zu Der Plan einer Stabilisierung der Mart durch Verauf von Gold zu einem festgesetzten Preis ist nur möglich, wenn die Reichsbank der Verpflichtung enthoben wird, neue Kredite lediglich der Dedung der Regierungsausgaben dienen. Wenn auf fayaffen durch die Zwangsdistontierung von Schatbons, die diese Weise ein neues Anwachsen der schwebenden Schuld verhindert werden fann, dürfte die Stabilisierung der Mart zu einem viel höheren Kurse als dem gegenwärtigen faum ernsthaften Schwierigkeiten begegnen Sie ist auch ohne Gefahr für die Goldreserve der Reichsbant durchzuführen, um so mehr, als der gegenwärtige Rotenumlauf viel geringer ist, als der Bedarf des Landes. Dagegen hat der völlige Zusammenbruch der Mar? die fofortige Herstellung des budgetären Gleichgewichts, die vor fechs Monaten noch möglich erschien, völlig undurchführbar gemacht, wenn man nicht wenigftens vorübergehend das deutfde Budget von den aus dem Friedensvertrag herrührenden Berpflichtungen entlastet. Ohne den Ausgleich des Budgets läßt sich eine weitere Vermehrung der schwebenden Schuld nicht verhindern. Eine einfache Aufhebung der Zahlungen in ausländischen Devisen würde heute nicht ausreichen, um die notwendige Erleichterung zu schaffen; denn die rafche Steigerung der innerdeutschen Preise erhöht jeden Tag die in Papiermark ausgedrückte Laft, die im Budget die Sachlieferungen darstellen. Nach der Ansicht Bradburys steht man daher vor der Wahl, entweder die Barjahlungen cöllig und die Sachlieferungen fast völlig für einen beträchtlichen Zeitraum aufzuheben oder aber eine Regelung zu treffen, die der deutfchen Regierung Einnahme aur Dedung ihrer Berpflichtungen aus dem Friedensvertrag verfchafft, ohne die schwebende Schuld zu vermehren. Europa Breß meldet aus Paris, daß die Pariser Abendblätter den Entwurf Bradburns fast einstimmig ablehnen. Rechtsschwenfung des„ Golos Roffii". Oft Expreß" zufolge geht die in Berlin erscheinende russische Tageszeitung" Golos Roffii", die in den letzten Monaten von der Auslandsvertretung der Sozialrevolutionären Partei mit Tschernow an der Spize geleitet murde von jetzt ab an eine Gruppe des rechten Flügels der Bartei unter Führung Kerenstis und Benfinows über. Tänzen einen effektvollen Abschluß der ganzen Borstellung, in der sowohl die Leistungen der Hauptdarsteller: Elena Smirnoma, Elsa Krüger, Boris Romanoff, der der Inspirator und Organisator des Ganzen ist, und Anatolij Obuchoff, wie auch die Darbietungen des übrigen Ensembles ausgezeichnet waren. Berlin hat eine neue Bühne, die romantische Sehnsucht nach Formen, Farbigem, Beschwingtem in vollenbeter Runstform erfüllt. 2. S. Notlage des preußischen Bolfsbüchereiwefens. Uns wird geschrieben: Seit etwa zwei Jahrzehnten ist in den Großstädten Preußens, dank der wachsenden Einsicht der Gemeindeverwaltungen, das Bolksbüchereiwefen über das Stadium literarischer Suppenfüchen für die geistig Aermsten immer mehr hinausgewachsen, und auch die ländlichen Volksbüchereien haben, dant der den Oberpräsidien an gegliederten, von großstädtischen Büchereipraftifern ehrenamtlich verwolteten Beratungsstellen, von diefer Entwicklung Nutzen gezogen. Heute fann man sagen, daß wir den großen Vorsprung, den England und Amerika auf dem Gebiete der vollstümlichen Bücherei vor uns hatten, wenn auch noch lange nicht hinsichtlich der Ausbreitung und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit, fo doch hinsichtlich der organi fatorischen und literarischen Qualität eingeholt haben. Bon einigen Provinzen abgesehen, die hinter der allgemeinen Entwidlung breinhinten, ist in Breußen nun die Plattform erreicht, auf der die Bolts büchereiarbeit allen Streifen der Bevölkerung von Stadt und Land wahrhaffe literarische Seelforge und weltanschaulich fundierte Be Ichrung zu bieten in der Lage ist. Und wer wollte bestreiten, daß diese volksbildnerisch- soziale Aufgabe heute in einer Beit gewaltigfter Umschichtung und beängstigend steigender Bücherpreise bringender gewesen sei. Denn wenn die ruffische Revolution geglüdt wäre, ist als je? Da ist es denn geradezu unbegreiflich, daß das preußische dann würde man die Bolschewisten jetzt in Konstantinopel und Orientfonferenz in Lausanne? Wie Journal" mitteilt, bestehe Ruftusministerium, wiewohl es heute ausdrücklich das Wort„ Bolfs in den Meerengen haben. Unter Beifall erklärte Lloyd George, der Gedanke, für die Friedenskonferenz für den Orient Lausanne bilbung" in seinem Titel führt, immer noch diefelbe Summe für die es sei nicht nur ein ohne Blutvergießen errichteter Friede gesichert, als Tagungsort vorzuschlagen. Die Türken schienen einem Förderung des preußischen Volkebüchereiwefens aufwendet, die es fondern ein Friede, dessen Großbritannien sich auf feinen Fall zu folchen Vorschlag nicht unbedingt abgeneigt zu sein. fchon in den Kriegsjahren in seinem Haushalt stehen hatte, nämlich schämen brauche. Er habe die Stellung, die er jegt einnehme, nicht aanze 150 000 art! Mit Recht ist bereits in den Jahren vor gesucht. Er habe niemals gesagt: Macht mich zum Premierminister. Beginn der Geldentwertung von Führern des deutschen Wolfs Bolle drei Jahre sei er bestrebt gewesen, zuriidzutreten. Er habe büchereiwesens immer wieder darauf hingewiesen worden, wie wenig gedacht, daß er seinem Lande einen größeren Dienst leisten fönne in diese Summe den Pflichten eines so großen Staatswesens auf diesem einer unabhängigeren Stellung. Er habe Bonar Law gewichtigen Gebiete geistiger Wohlfahrtspflege angemessen fei. Und beten, bie Regierung zu übernehmen. Dieser habe abgelehnt. Bu. burch Mt. 2006. Bezirk Tempelhof 50,- Dr. Köster, Berlin, 10 000; damals betrugen die Bücherpreise und Personaltoften ben sechzigsten Beginn dieses Jahres habe er an Chamberlain geschrieben und vor- Brof. Nabbruch 10 000,- Lübbering, Rönigsberg, 1000, Ghrener, Berlin, bis hundertsten Teil der heutigen! Damals existierten halb soviet geschlagen, daß Chamberlain, der Führer einer Mehrheit im Unter- 3000,- Frau Dr. Wegscheider, Berlin, 2000, Sölfenbomp, Serne, 883,20; Beratungsstellen, die ihren Haushalt aus jenem Fonds bestreiten hause, das Amt übernehme, und er( Lloyd George) habe jede Unter-. Szemlet, Tempelhof, 500 Wagner, Berlin, 50,- Wartenberg, Berlin, 1000;, Berlin, 100;$. Jarmak, Celle, 100,-; E. Ruben, Berlin, müssen! Es ist hohe Beit, daß der Preußische Land stützung zugefaat unter der Bedingung, daß die Politik der Regie- 300. Krüger, Berlin, 1000, B., Tempelhof, 8000-; S. Kirschte, Lichtag sich einmal um biefen misstand fümmert. Sonst rung eine Politik der Pazifierung sei, daß keine reaktionäre tenberg, 25 6. Schönland, Berlin, 5000, Czerwinsti, Sufum, 50, wird bald ein Stück Kulturarbeit, auf das wir ein Recht hätten, Gesetzgebung erfolge und daß der Vertrag mit Irland durchge- Dr. B., Berlin, 8000,- von der 119. Abt. Berlin 187,-; Eugen Betz, Verity, 3000,- 2., Degerloch, 100,-; von der 56. Abt., Berlin, 280 M. 3 Seine Kollegen feien nach gemeinsamer Beratung Summa 53 619,20 9. Am 1. Ottober 1922 bereits quittiert 565 223,75 M., zuWiederaufbau unseres Volkes wichtiger ist als manche Aufgabe, für anderer Ansicht gewefen. Es würde intereffant für ihn fein zusammen 620 842,35 2. die im preußischen Haushalt Millionen ausgeworfen werden, zu sehen, wie andere mit den Schwierigkeiten fertig zu werden ver- Berlin, den 15. Oftober 1922. rascher Berkümmerung verurteilt sein. fuchten, deren Behandlung fie für leicht zu halten schienen. Es sei rein menschlich befriedigend, einmal zuzuschauen, erklärte Lloyd George. Er würde sehr vieles beobachten fönnen, wie 8. B. England Deutschland, alle Reparationen erlasse und in Liebe Frankreich mehr als je gewähre, er werde beobachten, wie England den Vereinigten Stataen alle Schulden bezahle und selbst allen anderen Ländern die Schulden erlasse, mie England ein besseres Heer, eine bessere Flotte und bessere Luftstreitkräfte schaffe, den Ar- Fr. Bartels, Berlin S. 68. Die Kunsthandlung Dr. Erwin Rosenthal, Bendler ftr. 17, eröffnet am 15. eine Ausstellung von Handzeichnungen und Aquarellen von Lovis Corinth. Segualpädagogische Tagung. In Dresden findet auf BeranLaffung des Kultusministeriums am 18. und 19. Oftober die segualpäda gogische Tagung statt, die der Beratung altueller Fragen dient. Freiwillige Parteibeiträge. 3. Quiffung. Angestellte der Innungstrantentaffe der Schuhmacher 500 tender u. Für den Parteivorstand: Fr. Bartels. Weitere Geldsendungen sind zu richten an den Kassierer ber Sozialdemokratischen Partei: Landtagsabgeordneten Fr. Barteks, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, oder an das Bankkonto des Parteivorstandes: Fr. Bartels, O. Heinrich, W. Pfannkuch, D. Wels, Berlin, Lindenstr. 3, bei der Diskontogesellschaft Berlin, Depofitenkoff, Lindenstr. 3, bzw. Bostichecktonto: Berlin N. 7, Nr. 791 2 Gewerkschaftsbewegung sollte. Was die Republik duldet. Die Bartelen follen über Annahme oder Ablehnung des wird allerdings mit einer Arbeitseinstellung bei der Firma gerechmal Schiedsspruches bis zum Montag, den 16. Oftober, eine Erklärung werden müssen. abgeben. Wir bitten unsere Kollegen die am Mittwoch, den 18. Oktober, stattfindende Funktionärversammlung in den Residenzfälen, Landsberger Str. 31, vollzählig zu besuchen. Neue Schneiderlöhne. Während die gesamte Kulturwelt und jeder menschlich denkende und auf dem Boden der Verfassung stehende Staatsbürger in Deutschland mit Abscheu die Auswirkungen der Hehpropaganda von rechts gegen die Einrichtungen und Träger unserer Republit anläßFür die Herren- und Damenschneiderei werden die lich des Rathenau- Prozesses verfolgen, geschehen in einer Behörde derselben Republik Dinge, die man heute faum für glaubhaft halten Löhne auf Grund eines zwischen dem Allgemeinen Deutschen Arbeit geberverband für das Schneidergewerbe, Siz München, und den ArBom Zentralverband der Angestellten wird uns mitgeteilt, daß beitnehmerverbänden vereinbarten Reichstarifs zentral geregelt. in der Friedensvertragsabrechnungsstelle, von der Die legten zentralen Verhandlungen fanden am 9. und 10. Oftober ein Geschäftsführer gleichzeitig Geheimrat im Reichsfinanzministerium in Raffel statt. Es wurden dabei für die Herrenmaßschnei ist, die Leitung unter Mißachtung des Artikels 159 der Reichsver- der folgende Spitzenlöhne für die in 12 Städtegruppen eingereihten faffung und unter vollkommener Ignorierung der§§ 78 2bf. 8 Orte festgesetzt: und 84 Abs. 1 BRG. Angestellte, bei denen der Verdacht der Zugehörigkeit zu einer linfsorientierten Gewerkschaft oder Partei besteht, nicht eingestellt bzw. promptest zur Entlassung bringt. Zeugen, die bereit sind, Einstellungsverhandlungen unter Eid wiederzugeben, stehen zur Verfügung. Ein Beispiel hierfür verdient bereits heute der Deffentlichkeit bekanntgegeben zu werden: Angestellter: Ich möchte mich um eine Stellung in Ihrem Hause bewerben. Personalchef: Durch wen werden Sie emp fohlen? Personal Angestellter: Durch den Arbeitsnachweis! chef: Durch welchen?- Angestellter: Berlin!- Personalchef: Sind Sie Mitglied eines Verbandes? Angestellter: Bis jetzt noch nicht! Personalchef: Haben Sie sich schon politisch betätigt? -Angestellter: Ja, ich habe gewählt!- Personalchef: Ich meine, wie Sie politisch stehen? Angestellter: Auf dem Boden der BerPersonalchef: Da stehen wir ja alle. faffung. Sie müssen wissen, es liegt uns daran, nicht soviel Rote" in den Betrieb zu bekommen. Gehören Sie zu den Roten"? Angestellter: Nein, das besagt ja schon meine langjährige Tätigkeit bei den Behörden! Personalchef: Das hat wieder nichts zu sagen. Bei den Be An hörden sind genug von den Leuten. Waren Sie Soldat? gestellter: Ja!( Beigt seinen Stammrollenauszug, die Schlachten, Ordenszeichen wie Eisernes Kreuz, Halbmond und andere schienen ihm sehr zu imponieren.)- Personalchef: Wo waren Sie während der Revolution? Auf dem Rüdmarsch nach Deutschland! " Dem Angestellten, der natürlich bei den ersten Fragen sofort gehört hatte, woher der Wind mehte, und daraufhin seine Angaben machte, wurde dann ein Fragebogen ausgehändigt, in dem selbstverständlich auch noch nach der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft gefragt wurde. Unnötig zu sagen, daß das Personal natürlich in der Hauptfache vom Arbeitsnachweis des„ Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes" bzw. vom Reichsarbeitsnachweis für ehemalige Offiziere" angefordert wird. Wir bestreiten natürlich den Mitgliedern des DHB. bzw. ehemaligen Offizieren nicht das Recht auf Arbeit, jedoch verstößt nach unsere Auffassung die Leitung einer Reichseinrichtung gegen ihre Pflichten, wenn sie vorzugsweise folche Personen zur Einstellung bringt, die nicht auf dem Boden der Verfassung stehen. Wie gebenkt sich die Leitung angesichts der oben geschilderten Ausschließung von Angehörigen der vereinigten Sozialdemokratie, einer Regierungspartei, vor derfelben Regierung zu rechtfertigen, der diese Partei angehört, wenn gleichzeitig festgestellt werden tann, daß der Borsitzende des Berbandes national gefinnter Soldaten, eine Organisation, die auf Grund des Schußgefeßes für die Republit rechtAbneigung gegen unsere Republik durchaus tein Hehl macht? pro Stunde Gruppe la... 94,- M. lb... 90, II ... 87, III... 85, IVa.. 82, IVb.. 79, pro Stunde Gruppe Va... 76,- M. Vb... 74, Vla.. 72, Vlb.. 70, VIIa.. 67, VIIb.. 64, Diese Lohnfäße gelten für eine aus den Stücklöhnen des Reichstarifs fich ergebende, Atfordstunde. Die Qualitäts zeitlohnarbeiter erhalten 5 Proz. Zuschlag. Die Stundenlöhne der Damenschneider betragen ebenfalls in jeder Gruppe 5 Proz. mehr als die obigen Lohnfäße für Herrenmaßschneider. Für Schneiderinnen murden zur Errechnung der Löhne nach dem Reichsschema die folgenden Spizenlöhne festgesetzt: Hamburg 74 M.; Düsseldorf, Wiesbaden 64 M.; Barmen, Elberfeld, Mainz 61 M.; Bremen, Breslau, Dresden, Hannover, Heidelberg, Leipzig, München, Münster, Nürnberg, Stuttgart 58 M.; Kassel, Osnabrüd 56 M.; Rostod 53 M., Görlitz 50 m. Diefe Löhne gelten ab 8. Oftober, für 3eitlohnarbei ter ab 7. Ottober, wenn die Lohnwoche am Sonn abend beginnt, und enden am 28. Ottober. 26. Oftober follen neue Verhandlungen stattfinden. Am Weithstraße, Ede Schöneberger Straße, Konferenz aller GewerkVereinigte SPD. Borsig, Tegel. Montag 3 Uhr bei Norb schafts- und Betriebsvertrauensleute. Bereinigte SPD. Funktionäre aller Betriebe in Weißensee. Montag 42 Uhr bei Stärke, Charlottenburger Str. 3, Konferenz aller Gewerkschafts- und Betriebsvertrauensleute. Vollzähliges Erscheinen in diesen beiden Konferenzen ist un Reinknecht. Holz. bedingt notwendig. Der Streif bei Trowitsch& Sohn ist beendet. 24 Beschäftigte tamen nicht mehr in den Betrieb. Die gesammelten Unterstügungsgelder im Betrage von 38 150 M. find gleichmäßig an alle Streifenden ohne Unterschied verteilt worden. Die Streifleitung dankt für die bewiesene Solidarität. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. In den aus gegebenen Api- Tarifen an die Vertrauensleute ist irrtümlicherweise ein Druckfehler vorhanden. Es muß heißen: für ledige Gehilfen im 1. Gehilfenjahr in der 2. State 48 und 54 M. und nach dem 4. Gehilfenjahr und über 24 Jahre 86,50 und 96 M. in Allgemeiner Deutscher Beamtenbund. Ortsausschuß Groß- Berlin. Große öffentliche Beamtenversammlung Heute bormittag 10 libr Tagesordnung: der Brauerei Friedrichshain, Berlin, Am Friedrichshain. Das Scheitern der Besoldungsverhandlung und die Stellung des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes." Referenten: Th. Kozur, Mitglied des Bundes borstandes; Steintopf, Reichstagsabgeordneter. Anschließend: Freie Aussprache. Beamte und Beamtenanwärter im Reichs, Staats- und KommunalEs gilt Stellung zu bienst, erscheint in Maffen zu dieser Bersammlung! nehmen zu Euren wichtigsten Lebensfragen! Ortsausschuß des Algemeinen Deutschen Beamtenbundes. Zentralverband der Schuhmacher. Branchenversammlungen finden statt Montag: Für Heimstepperei abends 6 Uhr Köpenider Str. 127a, für Ballfchuhmacher nachm. 5 Uhr bei Boeker, Weberstraße 17, für Reise- und Kamelhaarschuhwender und wenderinnen, Brandfohlnadlerinnen und Einleister abends 6 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 3. Engelufer 24/25. Außerordentliche Bezirksversammlungen der Maß und Reparaturschuhmacher Groß- Berlins Weften: Wiemers, Bülowstr. 58. Neuköln: Ahlburg, Biethenstr. 58. finden in folgenden Lokalen abends 7 Uhr statt: Steglitz, Behnke, Heeſeſtr. 1. Südost: Lokal Adalbertstr. 84. Often und Lichtenberg: Hoffmann, Gubener Norden: Lokal Usedomstr. 12. Moabit: Marg, Oldenburger Für Wilmersdorf findet eine öffentliche Versammlung der Zentralverband der Angestellten. Allgemeine Funktionärversammlung Freitag 7 Uhr in Haberlands Feftsälen, Neue Friedrichstr. 35. Clemens Nörpel spricht über die wirtschaftliche und soziale Sicherung der Arbeitnehmer durch die Gewerkschaften. Krantentassen. Funktionärversammlung Montag nachm. 4 Uhr im Gewerkschaftshaus Engelufer 24/25. Metallindustrie. Funktionärversammlung Dienstag abend 7 Uhr in Haberlands Festsälen, Neue Straße 10. Straße 5. Schoßiduhmacher im Lolal von F. Viper, Wilmersdorf, Gaſteiner Str. 6, ſtatt. Löhne der Brauereis und Spritreinigungsarbeiter. Im Laufe diefer Woche ist die Lohnbewegung der Berliner Friedrichstr. 35. Riftenbrauche! Dienstag 7 Uhr bei Boeler, Weberstraße, Bersammlung Brauereiarbeiter sowie der in der Reichsmonopolverwaltung für der Riften- und Transportarbeiter. Bollzäbliges Erscheinen ist unbedingt notBranntwein beschäftigten Arbeiter beendet worden. Schmit, vom wendig. Die beiderseitigen Kommiffionen! Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, 13. Verwaltungsbezirk, Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter, berichtete in den Tempelhof. Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade. Dienstag 7 lbr ith beiden Funktionärversammlungen der Brauereiarbeiter und in der Total eldfchlößchen", Mariendorf, Surfürstenstraße, Bezirksversammlung. In beiden Der Bezirksleiter Frans Rent. Bollversammlung der Branntweinmonopolarbeiter. Fällen war es notwendig, den Schlichtungsausschuß ent- Berantwortlich für den rebatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: scheiden zu lassen. Die Brauereibefizer hatten es überhaupt abge- Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: lehnt, über die eingereichten Lohnforderungen zu verhandeln. In Borwärts- Buchdruderci u. Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 der Funktionärversammlung der Brauereiarbeiter wurde der gefällte Schiedsspruch einstimmig abgelehnt. Die Organisationsvertreter wurden beauftragt, noch einmal zu verhandeln. Dies geschah mit dem Erfolg, daß außer den im Schiedsspruch festgelegten Löhnen noch eine Wirtschaftsbeihilfe erzielt wurde. mäßig aufgelöst worden ist, eingestellt wurde und übrigens von seiner 4800 m. Weibliche Arbeitnehmer erhalten 2730 bzw. 3050 m. und Ein Schiedsspruch für Ministerialangestellte. Den Beamten bei den Ministerien wird seit Juni dieses Jahres eine fogenannte Ministerialzulage gewährt, ohne Unterschied, ob der Beamte in einer planmäßigen oder nicht planmäßigen Stelle sich befindet. Voraussetzung ist dabei lediglich ein Alter von 28 Jahren. Bei der engen Angleichung der Gehälter der Angestellten bei den Reichs, und preußischen Staatsverwaltungen verlang. ten die am Tarifvertrag beteiligten Organisationen die Ausdeh nung dieser Ministerialzulage auf die bei den Ministerien beschäftigten Angestellten. Die direkten Verhandlungen ver. liefen ergebnislos, so daß das Reichsarbeitsministerium angerufen werden mußte. Gin von diesem gebildeter Schlichtungsausschuß hat nun, wie uns vom Zentralverband der Angestellten geschrieben wird, unter Borfit des Staatssekretärs a. D. v. Moellendorf am Donnerstag einen Schiedsspruch gefällt, nach dem die Reichs. und preußische Staatsregierung verpflichtet ist, die Ministerial zulage auch auf die Angeftelten auszudehnen. Die neuen Löhne in der Schuhindustrie. wird uns geschrieben: Bom Zentralverband der Echuhmacher, Ortsverwaltung Berlin, Am 29. September 1922 fanden zentrale Berhandlungen mit den Fabrikantenverbänden der Schuhindustrie in Frankfurt a. M. statt. Diese Berhandlungen scheiterten, worauf von den Arbeit nehmerverbänden das Reichsarbeitsministerium angerufen wurde. Am Donnerstag fand die Sigung statt und das Schiedsgericht fällte folgenden Schiedsspruch: Demnach betragen die Wochenlöhne ab 28. September für Ge lernte 4400 m. und ab 12. Oftober bis einschließlich 25. Ottober 4900 M, Fahrpersonal 4350 bzm. 4850 m., Ungelernte 4300 bzw. die im eigentlichen Brauereibetriebe beschäftigten Frauen 2830 bzw. 3150 M. Reinemachefrauen erhalten einen Stundenlohn von 42 bzw. 47 M. Außerdem wird allen männlichen Arbeitnehmern eine Wirt schaftsbeihilfe von 1000 m. und den Arbeiterinnen eine solche von 650 m. gegeben. Dieselbe wird in zwei Raten, an den Lohnzahltagen, dem 13. und dem 27. Oftober, ausgezahlt. Diesem Abkommen stimmten die Funktionäre zu. Die Die in der Reichsmonopolverwaltung beschäftigten Arbeitnehmer nahmen den Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses an. Wochenlöhne betragen ab 29. September für Gelernte 4810 m. und ab 13. Ottober bis einschließlich 26. Oftober 5310 M., Ungelernte erhalten 4800 bzw. 5300 m. und Arbeiterinnen 3840 bzm. 4240 m. Drohender Lohnkampf in der Späthschen Baumschule. Die niedrigen Gehälter der Angestellten der Späthschen Baumschule, welche in gar feinem Bergleich zu der eingetretenen Teuerung ftehen, haben die Angestellten zur Berzweiflung gebracht, so daß ernstlich mit einem Lohnfampf gerechnet werden muß. Wenn man bedenkt, daß im August Gehälter gezahlt worden sind von 5135 bis 9030 M. als Höchstgehalt, so wird man die Erregung der Ange stellten verstehen fönnen. Es tommt hinzu, daß eine Einigung mit ber Firma über die Regelung der Septembergehälter nicht zu Jogal Hierzu 3 Beilagen. hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenfchmerzen. Sicht Rheuma Ischias zogal stillt die Schmerzen und scheidet die Harniäure aus. Ausge zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64.3% Acid. acet. salic.. 0406% Chinin. 12,6% Lithium, ad 100 Amylam. Kaufe Deinen Trauring direkt in der Fabrik H SCHNEIDER& SOHN jetzt Französische Straße 15, vorn II. Es gibt nichts Besseres für Kinder u.Recute als Achten Sie auf die Schutz- marke Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe Vollwertiger Ersatz für Maß:: Zivile Preise erzielen war, da die Firma fich unter feinen Umständen bereit MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 erflärte, über eine Zulage von 35 Pro3. hinauszugehen. Da eine Regelung für September noch nicht erfolgt ist, ist dieses Gehalt auch noch am 30. September gezahlt worden. noch am 30. September gezahlt worden. Bon den Organisationen war der Schlichtungsausschuß angerufen worden, welcher am 12. Oktober einen Vergleichsvorschlag machte, nach dem die Gehälter für September um 65 Broz. aufgebessert werden sollten. Es wären damit die bescheidenen Gehälter erreicht worden von 8483 bis 14 900 M. Die Firma erklärte jedoch vor dem Schlichtungsausschuß, einem Vergleichsvorschlag nicht zustimmen zu fönnen, welcher über 35 Proz. hinausginge. Wer einen Baumschulenbetrieb fennt, weiß, daß gerade im Frühjahr und im Herbst eine außerordentliche Hochtonjunktur vorhanden ist, was auch im deshalb bei den Angestellten der Einbrud entstanden, daß die Firma es auf einen Ronflitt abgesehen hat. Die Organisationen haben nun, um eine Arbeitseinstellung zu verhindern, mit der Firma newe Berhandlungen nachgesucht, welche bis zum 17. d. m. beendet sein müssen. Sollten auch diese Verhandlungen ergebnislos verlaufen, Der bisherige Zuschlag von 200 Broz. auf die Grundlöhne des Reichstarifes für die Schuhindustrie wirt festgesetzt für die im Be. triebe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen für die Zeit vom 1. bis 15. Oftober auf 275 Broz. und ab 16. Oftober auf 400 Broz.; dagegen für Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen auf 350 bzw. gegenwärtigen Augenblick für die Firma Späth zutrifft. Es ist 450 Broz. Die Mindestzeitlöhne einschließlich aller Zuschläge betragen daher ab 1. bis 15. Oftober in der ersten Dristlasse für männliche Arbeiter über 21 Jahre 80 m., ab 16. Oftober 100 m., für weibliche Arbeiter über 21 Jahre ab 1, bis 15. Ottober 60 M., ab 16. Ottober 75 m. LEIPZIGER STR. KÖNIGSTR Alle Welt raucht LANDE ZIGARETTEN Stoffe A.WERTHEIM * Damen- Wäsche Damenhemd mit Stickerel, Ein- und Ansap und Spiben 675M Damen- Beinkleid matt Stickerel 475M Volant Damen- Garnitur * mit Stickerel, Ansat und 725M Spipen. Damenhemd Damen- Beinkleid dazu passend 675M Damen- Nachthemd 1275M dazu passend mit Stickerel, amerikanische Form Untertaille. Untertaille mit Stickerel und Spipen Rückenschluß 290M 475M für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland b. H. Gertraudtenstraße 20-21. G. m. ROSENTHALER STR. MORITZPLATZ Kleider- u. Seidenstoffe, Damen- Blusen Blusenflanell waschbare Streifen.. Meter Blusenstoffe In aparten Streifen.. Meter Rockstreifen reine Wolle, 105 cm breit Mtr. 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Hundertprozentige Erhöhung des Straßenbahntarifs. Sonntag, 15. Oktober 1922 haben die bürgerlichen Parteien die Bewilligung oder Nicht hängigen, rein taufmännisch.n Unternehmungen umgestaltet bewilligung immer wieder als Druckmittel zur Enttom- werden. Tatsache ist, daß schnellere Arbeit am Blaze ist, denn munalisierung der Betriebe benutzt. die Höhe der Tarife hängt von der Art der Bewirtschaftung Das voltsfreundliche Mäntelchen, das diesem Treiben um- wesentlich ab. Die Stadtverordnetenversammlung wird morgen zweifellos gehängt wird, kann freilich die wahren Absichten nicht ver- Wenn freilich die bürgerliche Presse die Vorteile der die sofortige Erhöhung des Tarifs der städtischen decken. Der Bevölkerung ist mit künstlicher Niedrighaltung der größeren kaufmännischen Beweglichkeit bei Privatbetrieben Straßenbahn von 10 auf 20 m. beschließen. Der Tarife nicht gedient. Sie wird dadurch im Gegenteil schwer au: durchsichtigen Gründen hervorhebt, so halten wir dem entleidenschaftliche Kampf, der in der letzten Sitzung um die Er- geschädigt. Künstlich herabgedrückte Tarife erschweren die Er- gegen: Die Vorteile bestehen sehr oft nur in der schnelleren höhung ausgefochten wurde, hat in der ganzen Presse ein leb- neuerung der Anlagen, verhindern die rechtzeitige, fauf- Ausplünderung des Publikums, und die Vorteile wünschen haftes Echo gefunden. Die Entscheidung der Gemeinden über die Festlegung der wichtigen Tarife für Gas, Wasser, Elet trizität, wie für den lokalen Berkehr, sind von einschneidender Bedeutung für den Haushalt eines jeden einzelnen. Sie wirfenologisch stärker als viele weit bedeutendere Steigerungen anderer Waren. Besonders Erhöhungen der Straßenbahntarise. die sofort Erhöhungen anderer Verkehrsunternehmungen nach sich ziehen, wirken sich in weite en ohn= steigerungen aus und sind ein stark preistreibendes Moment. POSTABONNENTEN können den, Vorwärts" monatlich bestellen und bezahlen. Wer auch im nächsten Monat Wer auf eine regelmäßige Zustellung des Vorwärts" legt und eine Unterbrechung in der Zustellung ver meiden möchte, muß die Erneuerung des Postbezuges in den Tagen vom 15.bis 20. d.M. bei dem zuständigen Postamt vornehmen Vorwärts- Verlag G.m.b.H Kein Wunder, daß die Tarifpolitit der Gemeinden einer scharfen öffentlichen Kritik unterliegt. Nun ist die Stadt Berlin in ihren Tarifen, um es voraus zu bemerken, feineswegs führend". Die privaten Gas-, Wasser- und Elektrizitätsmerte haben im Groß- Berliner Bereich ihre Tarife immer einen Monat vor der Stadt erhöht. Und die Berliner männisch weitsichtige und darum billige Beschaffung von Straßenbahn wird auch nach der Annahme des 20- Mart- Materialien. Sie verteuern durch Berengung der finanziellen Tarifs immer noch eine der billigsten deutsen Bewegungsfreiheit den Betrieb und führen dann zu unStraßenbahnen fein. In Leipzig zahlt man bereits seit dem gewöhnlichen Steigerungen, wie heute zum Sprung des 4. Oktober tagsüber 17 M., nachts das doppelte. In München Straßenbahnfahrpreises von 10 auf 20 M. Dieser Sprung feit Wochen 15, 20, 25 M. In den rheinischen Städten, die hätte bei rechtzeitiger und vorsichtiger Steigerung des Tarifs fast alle Staffeltarife haben, ist überall der mindeste Satz für verhindert werden können. Dazu ist es heute zu spät. eine Fahrstrecke von nur etwa 2 bis 2,5 Kilometer 20 m. Bei gleichen Preisen müßten die Berliner Tarife heute 30 m. betragen! Gas tostet durchschnittlich in allen deutschen Städten heute 30 bis 40 M., gegen zurzeit 22,50 M. in Berlin; Elettrizität 30 bis 40, ja 50 und 60 m., hier zurzeit 28 M. In fleineren Städten kommen die Straßenbahnen unter den Auswirkungen dieser steigenden Tarife zum Erliegen. W Die bitteren Erfahrungen erfordern gebieterisch raditale Aenderungen. Die Verlegung der Tarifentscheidungen aus dem Plenum in die Dunkelfammer" der Deputationen würde bei stabilen Währungsverhältnissen nie unsere Zustimmung finden. Heute ist sie eine unumgängliche Notwendigkeit. Sie wird ein wirtschaftlicheres Arbeiten der Werke ermöglichen. Man wird nach Einführung der Kohlenklausel Die sprunghaften Erhöhungen der gemeindlichen Tarife auch für Wasser und Elektrizität finanziell wissen, womit man find in der Sauptsache die gleichmäßige und unvermeid zu rechnen hat. Das Wichtigste wird sein, daß die Kreditbare Folge des stürmischen Anziehens der Kohlen und fähigkeit der Stadt wie ihrer Betriebe bedeutend steigen wird, Materialpreise, denen die Löhne der Arbeiter und wenn nicht jede wirtschaftlich notwendige Maßnahme zum Angestellten immer erst in weitem Abstand zu folgen Mittel politischer Erpressungen gemacht werden kann. Anpflegen. Es ist bis jetzt noch fein Rezept erfunden, wie sich gesichts der Verantwortungslosigkeit, mit der große Berliner Städtische Betriebe den Folgen dieser Preissteigerungen anders Blätter, zuletzt Theodor Wolff im„ Tageblatt", den Kredit der entziehen sollen als dadurch, daß sie ihrerseits auch die Tarife Stadt durch ihre unsachlichen, von rein politischen Erwägungen anziehen. Sie verfahren dabei nicht nach dem Rezept des diktierten Angriffe geschädigt haben, ist das ein nicht zu unterKaufmanns, der seine Ware sofort unter Berücksichtigung schäzender Vorteil. Erhöhte Kreditfähigkeit erleichtert einen des voraussichtlich höchsten Wiederbeschaffungspreises verkauft. rationellen Ausbau und die Verbilligung des Betriebes. Sie nehmen für ihre Ware nur einen Preis, der den Die damit einsetzende Ent politisierung" der Be tatsächlichen Selbstkosten entspricht. Die in manchen Städten wirtschaftung der Berliner Milliardenobjekte wird keineswegs jetzt eingeführte Praris, Tariferhöhungen rückwirkende Kraft eine Berminderung der öffentlichen Kontrolle bedeuten. Bir zu geben, ist zudem von Berlin bisher abgelehnt worden. verstehen unter öffentlicher Kontrolle nicht die lauten Reden gewisser aufgeregter Stadtväter im Plenum, sondern die systematische Mitarbeit der von den Fraktionen bestimmten und unter dem Gesichtspunkt der Sachkunde auszuwählenden Deputations- und Aufsichtsratsmitglieder. Grundsäglich ist die Berechtigung und Verpflichtung der Gemeinden, die Erzeugnisse ihrer Unternehmungen zum Selbstkostenpreis abzugeben, d. h. die Werke sich selbst unterhalten zu lassen, bisher von keiner Seite bestritten worden. Wir sehen dabei von den Kommunisten ab. Ihre ganze Freilich darf es bei diesen Maßnahmen allein nicht Politik ist auf eine grundfäßlich antisozialistische bleiben. Durch die Schaffung Groß- Berlins find gewiß gegenDemagogie eingestellt. In den Stadtverwaltungen Mostaus über dem früheren Zustande heute bereits Hunderte von Milund Petersburgs denft man gar nicht daran, die Rezepte zu lionen erspart worden. Aber wir genießen bei weitem noch verwirklichen, die uns hier mit lautem Organ als arbeiter- nicht die Vorteile der Zusammenlegung der Berliner Wirtfreundlich empfohlen werden. Seit der Abfehr von der schaftsbetriebe, die wir mit weiteren Hunderten von Millionen Naturalentlohnung hat man sich dort in den Staats- und Ge- Ersparnissen und mit größeren Ueberschüssen bei relativ billimeindebetrieben sehr energisch zum Rentabilitätsprinzip be- gen Tarifen im Vergleich mit anderen deutschen Städten gefehrt und aus dem Grunde Tausende von Arbeitern und Angestellten mit einer Rücksichtslosigkeit aufs Pflaster geworfen, die in unserer fapitalistischen" Republit der ärgfte Scharf macher nicht riskieren dürfte. - nießen tönnten, wenn der Magiftrat planmäßiger und energischer unter Beseitigung entgegenstehender persönlicher Schwierigkeiten die Organisation der Gemeindebetriebe in die Hand g: nommen hätte. Die Angriffe der Kommunisten würden auch die Birt Taß Gemendebetriebe aus der übrigen städtischen Berschaft der Gemeindebetriebe nicht gefährden können, wenn nicht waltung ausgesondert werden müssen, ist heute für eine momit der kommunistischen in Wahrheit arbeiterfeindlichen derne Kommunalverwaltung ein Gemeinplay. Ob das durch Agitation die Angriffe der bürgerlichen Parteien zu juristische Schaffung städtischer Gesellschaften oder durch entsammenliefen. Unter Führung der Deutschnationalen, die be- predent Alenderung der Deputationsfagungen geschieht, ist wußt und offen die Entscheidung von Tariffragen benußen, oon unicrgeordneter Bedeutung. Das Entscheidende ist, daß um dem verhaßten Magistrat Schwierigkeiten zu machen, die Werte zu wirtschaftlich und verwaltungstechnisch unab Rudolph Hertzog Breitestr Berlin C2 Brüderstr. Regenschirme Halbseide m. seldener Hülle, für Damen u. Herren M. 1950.-.2250, Halbs. Damenschirme m. mod. Knopfgriffen M. 2275.- a höher Gestrickt Wollo Trikot Damenhandschuhe warm gefüttert Herrenhandschuhe Trikot 1 Druckknopf Trikot warm gefüttert Herren- Krawatten Selbstbinder.... Strickbinder Hosenträger solide Verarbeitung .... M. 290.M. 490.M. 225.M. 550.... Stück M. 400.- bis 2005.Stück M. 300.Stück M. 168.- bis 300.• wir nicht. Bureaufratismus und Assessorismus gibt es in der privaten Großindustrie in reichlichem Maße. Aufgabe der Gemeindebetriebe ist es, die Vorteile wirtschaftlicher Selbständigkeit und rationellster Organisation für die Verbilligung der Tarife im Rahmen des Möglichen auszunuzen. Noch ist es für Berlin nicht zu spät. Die letzten Kämpfe, die heute ausgefochten werden und die die Wirtschaftsbetriebe der Stadt schwer gefährden, werden das Gute haben, daß sie die entscheidende Lösung beschleunigen helfen. Davon allein wird die Bevölkerung den Nutzen ziehen, den sie aus ihrem städtischen Besitz ziehen will. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arbeiter- Kinderchor Neukölln. Montag, den 16. Oftober, nachm. 24 Uhr, Donaustraße 120. Aufnahme neuer Mitglieder. Aufnahme 1 M., MonatsBerliner Arbeiter- Schachnub. Montag, den 16. Oftober, bon 5 bis Borstellung( einer gegen alle) statt. Alle schachspielenden Kinder mit ihren Schach- Lehrkursus. Anmel Bieberbeginn der Uebungsstunden im Gesangsfaal der Knaben- Mittelschule, beitrag 1 m. The finbet bet Stenzel, Schwedenſtr. 13( Schülerabteilung) eine SimultanEltern find hierzu eingeladen. Eintritt frei. bungen Sonntags bormittags und Dienstags abends im Lokal von Gütig, Neukölln, Donaustraße 105. Gäfte- Turnier um die Meisterschaft von Neutann! Beginn Sonntag, den 22. Oftober. Anmeldungen im Lokal von Gütig, Neukölln, Donaustraße 105. Arbeiter Samariter- Kolonne Berlin, e. B. Geschäftsstelle Schönholzer Straße 20. Der Kursus in der ersten Silfe findet am Montag, den 16. Oktober, Bahnhof), Friedrichstraße, abends 7 Uhr statt. Der Besuch des ersten Lehrfür Friedrichsfelde in der 5. Gemeindeschule, Lichtenberg- Friedrichsfelde( am abends ist frei. Anmeldungen werden dort entgegengenommen. Babpelallee 15, Mitgliederversammlung. Freireligiöse Gemeinde. Am Mittwoch, den 18. Oftober, abends 7% Uhr, Die Mitgliedskarte ist vorzuzeigen. Verband Bolksgesundheit. Donnerstag, den 19. Oktober, abends 7 Uhr, ta ber Aula der Schule Lange Straße 31( Nähe Schlesischer Bahnhof), öffent Gen. Hermann Sauptmann. Alle Freunde und Gegner sind eingeladen. liche Boltsversammlung: Was will der Verband Voltsgesundheit?" Ref.: Hühneraugen und harte Haut beseitigt Bukirol יד Wollen Sie Ihre Hühneraugen, Ihre Hornhaut oder Thre Schwielen wirklich schnell und sicher, dabei aber absolut schmerz- und gefahrlos beseitigen, dann kaufen Sie in der nächsten besseren Drogerie oder Apotheke, das in vielen Millionen Fällen bewährte, ärztlich empfohlene Kukirol. Eine Schachtel kostet nur 50 Papiermark. 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Formen, d. Stck. v. M. 860.- an an Feuer breitet sich nicht aus, hast du Minimax im Haus! Neuer Beweis: Dachstuhl und Fußboden in Brand. Am 19. 8. 1922, mittags 1 Uhr, fielen aus einem Ofen Hobelspäne und gerieten dadurch der Fußboden und der Dachstuhl in Brand. Minimax hat sich glänzend bewährt. Das Feuer brannte schon ungefähr eine halbe Stunde, als einer unserer Leute bemerkte, wie in den Räumen der oberen Etage des Grundstückes die Leute mit Wassereimern hin und her liefen und wie Leute auf der Straße aus dem Dache des Hauses dicken Qualm hervordringen sahen. Er lief zu unserem Minimax, drang mit dem Apparat in den dicken Qualm und versuchte das Feuer zu löschen; inzwischen kam noch ein anderer unserer Leute mit einem Apparat von uns und beide haben nun das schon ziemlich stark umsichgegriffene Feuer gelöscht, ohne daß die inzwischen herbeigerufene Feuerwehr einzugreifen brauchte. Hätten unsere Leute eine halbe Stunde später mit den Minimax- Apparaten eingegriffen, wäre ganz entschieden die gesamte obere Etage ein Raub der Flammen geworden. Landsberg a. d. Warthe, den 13. 9. 1922. Soziale Arbeitsgemeinschaft G. m. b. H., Möbelfabrik. Berlin W 8 MINIMAX Unter den Linden 2( R. 8) Theater, Lichtspiele usw. Komische Oper Opernhaus 6 Uhr: Volksbühne 7 Uhr: Lohengrin Verschwender Mtg. 7% U.: Ueber Schauspielhans die Kraft( li. Tell) 7 Uhr: Maria Stuart Lessing- Th. Heute. bis Mtg. 7: Deutsch. Theat. Vater u. Sohn 22: Die Büchse Dienstag 7: Faust der Pandora 72: Der Bund der gut. Künstler- Th. Jugend Montag 1751-1850 Allabendl. 72 Uhr: 7. Abonnem.- Vorst Käthe Dorsch in: Scham u. Eifer 8U.: Simson oder Madame Sans- Gêne sucht Central- Theater Kammerspiele 7: Die Kleinbürger 22 Uhr: Der Raub mit Hermann Vallentin a. G. 4 U.: Die Pfarrhauskomödie der Sabinerinnen 8: Gastspiele des Deutsch Opernhaus Russisch. Theaters 7 Uhr: Tannbänser Mont, Kleinkunstb. 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Referent: Oberingenieur 1. Beschlußfaffung R. Menz. 2. Diskussion. über eine erneute Wir weisen unsere Kollegen barauf Erhöhung der hin, daß in dieser Versammlung interessante Grundlöhne. Vorführungen gezeigt werden. Ganz be- 2. Aenderung der sonders erfuchen wir die Kollegen von Gazung. 171/17 Borsig, Schwarzkopff, A. E. G. Hennigs Behlendorf, dorf, Deutsche Werte Spandau, unb ben 13. Ott. 1922. Eisenbahnwerkstätten, bestimmt au erDer Borsigende H. Biganne. scheinen. Montag, 16. Oftober, abends 7 Uhr, im Lokal von Döring. Naunynstraße 27: Versammlung Kranken- und Sterbekaffe der Metallformer und Berufs- tehrswes. beschäftigt. genoffen. der im allgem. Ber Personen u verwandDie Tagesordnung wird in der ten Berufsgenossen Versammlung bekanntgegeben. „ Eintracht". Erscheinen aller Rollegen unbedingt Mittwoch, b. 15. No. notwendig. vember 1922, abends 72 Uhr, im Restaur. Dienstag, 17. Ottobet, nachm. 8 Uhr, Bürgerheim", Alte im Lofal von Schwarz, Reibelstraße 39: Schönhaulerstr. 23/24 Außerordentiche Kommissionsfizung General- Versammlung der Bau- und Geldschrankschlosser. Dienstag, den 17. Oftober, nachmittags 5 Uhr, im Dresdener Garten, Tagesordnung: größphicslungslähigste as und leistungsfähigste Fertige Betten mit guten Federn gefüllt Oberbett Unterbett. Kissen.. Handtücher Küchenhandtuch FertigeBettwäsche Oberbettbezug Hemden- 1440.Kissenbezug J tuch 480.a Spezialgeschäft für Botteinrichtungen Daunendecken mit la weißen Daunen. 9500.Prima Daunensatin 27500.Seide, Satinrücks.... 37500.• Steppdecken Oberbettbezug bent 2160.5125.Kissenbezug kariert 720.4490.Oberbettbezug 3300.Trikot Damast 1860.Kissenbezug 1050.Satin mit Trikot. Laken, Dowlas 1450.Laken, Halbleinen... 1375.Ueberlaken m. 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Oftober, nachmittags 5 Uhr, im Stargarder Bereinshaus, Stargarder Straße 8: Branchenversammlung Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Mitgliebsbuch legitimiert. Mittwoch, 18. Difober, abends 7 Uhr, im Lokal von Döring, Naunynstraße 27: Be Gerjammlung ag aller in den Springnkbetrieben beschäftigten Kolleginnen unb Kollegen. Die Tagesordnung wird in ber Bersammlung betauntgegeben. Das Erscheinen aller ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. 127/19 Die Ortsverwaltung. Allgemeine Ortstrantentaffe für den Verwaltungsbeziet XI Berlin- Schöneberg- Friebenen. Hauptstelle: Schöneberg, Grunewaldste. 30. Bekanntmachung. Das Berficherungsamt der Stadt Berlin hat nachstehende Mahngebühren genehmigt: a) Für einen Betrag bis zu 50 M. 2 b) von mehr als 50 M. bis 200 " " " 200 500 4 N " 500 " 6 " " 1000 8 11 für jede weiteren angefangenen 1000 9. mehr 5 W. Diefe Mahngebühren werben vom 16. 171/18 Oftober 1922 an erhoben. Berlin- Schöneberg, den 14. Oktober 1922. Der Borstand. A. 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Allgemeine Ortstrantenlaffe für den Berwaltungsbezirt Xl ber Stadt Berlin Schöneberg- Friebenau. Der Borstand. Die Berwaltung. Der Betriebsrat Dantjagung [ 171/20 Der Samariterin Frau Mundt, Lessingstraße 21, fprechen wir unseren herzlichsten Dant aus. Die Tapfere hat unser Rind vom Tode des Ueberfahrens gerettet. 2517b B. Braun. E. Calmann Bankgeschäft Wertpapiere Beratung und Verwaltung Zinsscheine Devisen Hamburg Neuerwall 101. Persil Ohne Chlor! Wäscht. bleicht und desinfiziert. Ulster Mantel 4800 6500 6750 Backfisch 7850 300 400 1850 Katzen- Jacken 8550 5500 3750 Affenhaut 13506750 Well- Strickjacken 5500 2500 12000 Astrachan 6500 Krimmer P250 3900 Kindermäntel 3400 1280850 -Welten und Längen Spezialität: Extra für starke u große Damen M. Mosczytz, Landsberger Str. 59 am Alexanderplatz, Treppe, Berlin C. Sonnabends u. Sonntags meschlossen. 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Sind nun die Bücher heute unerschwinglich und zu teuer? Eher stimmt es, daß Bücher in der Vorkriegszeit teuer waren. Wenn sie auch zahlenmäßig steigen mußten, sie sind immer noch auch im BerSältnis zum Einkommen billiger als vor dem Kriege! -WOO Wieder bessere Ausstattung. Bor Jahresfrist noch hörte man Tag für Tag hinterm Ladentisch: Wie schön waren einst die Bücher und wie„ billig", wie teuer und schlecht sind sie heute. In der zweiten Hälfte der Kriegsjahre begann die Papiertnappheit und das Gebot der Stunde lautete da: Bapier, Papier, gleich wie es aussieht, gleich welcher Qualität! Und fast gleichzeitig fam die Stoffknappheit, mit ihr schwanden bei neu hergestellten Büchern die schönen Leinenbände, an ihre Stelle trat der Pappband. Das war der Anfang der Katastrophe auf dem Büchermarkt. Fortgesetzt wurde es schlechter, der Bücherliebhaber vertor jede Luft zum Kaufen. Mit dem Papier wurde es immer toller, ja so toll, daß im schlimmsten Jahre 1918 ohne Uebertreibung, einige Bücher auf Backpapier gedrudt wurden! Dazu fam, daß die Stoffgaze, die ja dem gebundenen Buch den Halt im Rücken gibt, nicht mehr zu beschaffen war und durch Papiergaze ersezt werden mußte. Das fehlte noch! Nun war der Lebensdauer erst recht eine Grenze gefeßt. Hatte man das Buch halb gelesen, so begann es in seinen Fugen zu ächzen, fam man gar ans Ende, fo war es bereits schwer verwundet und reif für ein Bücherlazarett. Es war in der Tat keine Lust mehr, sondern eine Last mit den Deutsche Bücher für das Ausland. das Ausland mit als wichtigster Käufer auf. Das Ausland faufte Sonderbarerweise tritt auch auf dem deutschen Büchermarit solche Mengen an deutschen Büchern, daß man zuweilen darüber im 3weifel ist, ob das deutsche Buch im Inland oder im Ausland mehr Lefer besitzt. Was geht an schönen deutschen Märchenbüchern, an Klassikern nach Holland und vor allem in die Tschechoslowatei! Gin Jahr nach Kriegsschluß etwa hatte die Buchausfuhr so start eingesetzt, daß man sich sagte: Gut denn, aber mag der Erwerb eines deutschen Buches einem Ausländer nicht leichter fallen als einem Deutschen. Es wurde eine Außenhandelsstelle geschaffen, die die Ausfuhrerlaubnis nur dann erteilte, wenn ein Valutaausgleich von 200 Proz. gezahlt wurde. Zunächst ließ die Ausfuhr zweifellos nach. Heute gestaltet sich trotz Valutaabgabe der Verkehr wieder außerordentlich lebhaft. Neuerdings helfen sich viele Verleger, indem sie den Buchpreis in der Währung des betreffenden Landes errechnen. In Dollar also, in Pfund oder Kronen. So wandert gerade jetzt mehr als je zuvor das deutsche Buch in alle Weltteile. Es geht als wichtiger Pionier hinaus und wird auf seine Art dazu beitragen, uns Freunde zu werben, die wir heute so bitter notwendig haben. Im Wappen des Buchhandels steht seit altersher der Sinnspruch: Habent sua fata libelli( Bücher haben ihre Schicksale). Möge das Bücherschicksal auch das deutsche Schicksal zum Besseren wenden. Sonntag, 15. Oktober 1922 Gegen wucherische Pfandleiher. Praktiken Die Not der Zeit bringt es mit sich, daß sich das Publikum in erhöhtem Maße der Pfandleiher und Rückaufshändler bedient, um notwendige Barmittel in die Hand zu bekommen.„ Geschäftsleute", aber auch viele wilde Händler", die nicht im Besiz der polizeilichen Erlaubnis sind, machen sich der Vorwärts" berichtete fürzlich an dieser Stelle über einen besonders trassen Fall- die Notlage weiter Kreise zunuze. Sie versuchen, wertvolle, nur zur Verpfändung bestimmte Gegenstände weit unter dem angemessenen Preise käuflich zu erwerben. Auch wird über geben worden sind, schon vor dem vereinbarten Termin Sachen, die ihnen nur unter der Zusage des Rückkaufsrechts überverfügt. Bei Gewährung von Darlehen werden häufig Bedingungen gestellt, die mit den Bestimmungen über den zulässigen Binsfaz und über die Leihfristen unvereinbar sind. Diese verurteilt. Diesem gewissenlosen Treiben soll- wie uns der Bowerden auch von den gewissenhaften Firmen des Gewerbes scharf lizeipräsident mitteilt- mit allen Mitteln entgegen getreten werden. Bei der Bucherabteilung des Polizeipräfi diums ist zu diesem Zwecke cine befondere Dienststeile errichtet worden. Sie wird für eine planmäßige Ueberwachung der fonzessionierten Geschäftsbetriebe Gorge tragen. nelle Verfolgung einzelner Straftaten ist auf diese Dienststelle übergegangen, damit sie gleichzeitig umgehend mit den strengsten Verwie Entziehung der Konzession und Schließung des Betriebes vorgehen kann. Geschädigte werden im eigensten Interesse dringend gebeten, Anzeigen und Mitteilungen über ihre Erfahrungen an das Polizeipräsidium, Abteilung W, Arbeitsgebiet 11a, zu richten. Diese Dienststelle unter Leitung des Kriminalkommissars Dr. Uelzen, Hausanruf 395, wird dem Publifum jeglichen Schutz angedeihen lassen. waltungsmaßnahmen Auch die frimiKommunistische Radaupläne. Büchern. So manchem entschlüpfte der Stoßfeufzer: Lieber zahle 1 Pfund Schokolade= 35 Pfund Aepfel. Raum füllung- auch Frauen mitzubringen, da ferner dem Borich mehr, nur widerstandsfähiger muß das Buch werden. Im Jahre 1919 begannen mutige Berleger diesem Wunsche Rechnung zu tragen. Teurer, aber beffer. Langsam begann der Aufstieg. Der Pappband verschwand immer mehr, der Halbleinenband fam, und schließlich wagten sich schon Leinen-, Halbleder- und sogar Ganz lederbände hervor. Auch das Papier wurde besser. Immer flarer und fester wurde es und heute werden schon viele Bücher auf holzfreiem Papier gedruckt. all Das teure Weihnachtsbuch. Bessere Ausstattung mußte zunächst etwas verteuernd wirken. Die großen Breissteigerungen aber wurzeln natürlich wie überin unserem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Sparen wir uns das Aufzählen der Ursachen, wie hören sie jeden Tag. Wir kennen die Not der Tageszeitungen, wir wissen, daß die Papierbeschaffung immer schwieriger, das Klettern der Preise immer kata: Strophaler wird. Wir wissen das, und weil wir einfichtig sind, blei ben wir unserer Zeitung treu. Laßt uns auch dem Buche treu bleiben! Beim Buche haben wir allgemein von wenigen Ausnahmen abgesehen erst jetzt den sofachen Friedenspreis erreicht! Die Schokolade ist 200mal so teuer wie einst! Nie ist die Entwertung der Mark so katastrophal zutage getreten, nie sind die Preise so furchtbar geklettert wie jetzt. Kann das Buch beim 80fachen Friedenspreis bleiben? Man rechnet daher bestimmt damit, daß es Weihnachten schon den 200fachen erreicht haben wird. Um nun diesem Preiswirbel in der Weihnachtszeit nicht zu verfallen, ist es notwendig, schon jetzt zu kaufen, lieber heut als morgen. Geht in die Sortimentsbuchhandlung Vorwärts. Man findet da so viel Schönes, en so reiches Lager an Büchern, von der einfachsten bis zu der besten Ausstattung, wie man es reichhaltiger sich gar nicht denken tann. Oben wurde davon gesprochen, daß die Papierbefchaffung immer schwieriger wird. Das und noch vieles andere macht dem Verleger viel Sorge. Wir fönnen es uns 3. B. gar nicht vorstellen, daß die Herstellung eines Buches rund 1 000 000 mart erfordert. Man denke: Diese Summe, um ein einziges Buch in den Handel zu bringen! Es ist ganz felbstverständlich, daß diese riefigen Anforderungen manches Unternehmen finanziell arg Bedrängnis bringen. Es ist auch ohne weiteres klar, daß der Verleger überlegt und jedes Werf, das ihm nicht so wichtig erscheint, zurückstellt oder gar nicht wieder erscheinen läßt. Nur das Allernötigste wird gedruckt, und nur das, was schnellen Absatz ver34] Sachawachiak der Eskimo. in Bon Ejnar Mittelfen. Mechanisch stedte Sachawachiat kleine Schneefugeln in den Mund, womit er seinen Durst löschte, aber im Wahnsinn nährte sich seine entfesselte Phantasie von den zeichen der Toten. Bald würde alles vorbei sein. Halbtot vor Hunger, halb zuschanden gefroren, ganz erschlafft, fühlte er nicht mehr seines Körpers Verlangen. Die Nerven reagierten nicht mehr, aber noch konnte das Gehirn arbeiten und in einem Nu flogen die Gedanken von dem fast leblosen Winkel auf der Eisscholle im Kozebuefund nach Nuwuk hinauf; er saß in seinem alten Iglu, voller B: hlbehagen, was nicht so verwunderlich war, denn die wärmende Tranlampe hing ja an seiner Seite. Es durchrieselte ihn ein Gefühl von Wärme die Gedanken jagten weiter- Igluru, wo war sie? Nicht im Iglu, merkwürdig, sie pflegte doch stets Nähe zu sein vielleicht ist sie draußen Ber redet da? das? -was ist das erschossen! aber in der tomm bald! tot! Ein deutschvölkischer Geselligkeitsverein" hat seine Mitglieder für heute 10 Uhr früh nach dem Zirkus Busch eingeladen. Da in der Einladung über den schlechten Befuch sonstiger Veranstaltungen herzbrechend geklagt und ersucht wird-offenbar zur besseren stand dieser seltsamen Gesellschaft auch der Zentrumsabgeordnete Pfeifer und der Demokrat Ropsch angehören, fann man nicht annehmen, daß die Versammlung besondere staatsgefährliche Bläne verfolgt. Die„ Rote Fahne" hält dennoch an der Annahme fest, daß es sich um einen„ bewaffneten Aufmarsch der Orgesch" handle und publiziert einen Beschluß der kommunistischen Funktionäre, die Berfammlung gewaltsam zu stören. Zur Teilnahme an diesem Unternehmen werden von der„ Roten Fahne" auch die sozialdemokratischen Arbeiter eingeladen. Ob der Deutschvölkische Geselligkeitsverein" zu den Organifationen gehört, die nach dem Gesetz zum Schuße der Republik aufgelöst zu werden verdienten, ist eine besondere Frage. Beweise dafür, daß dem so sei, hat die„ Rote Fahne" bisher nicht erbracht; werden sie erbracht, so sind wir bereit, für ihre Auflösung und für ein Verbot ihrer Veranstaltungen einzutreten. Zweifellos fetzt das Dasein von Schokolade einen ziemlich verwidelten wirtschaftlichen Vorgang voraus. Zunächst muß der Roh stoff( Katao) unter großen Zoll- und Devisenopfern eingeführt werden. Sodann werden die Rohstoffe in komplizierter Weise im Inland behandelt, um sich endlich in eleganten papiernen Umhüllungen als Schokolade dem Auge darzubieten. Merkwürdig nur ist es, daß man jederzeit soviel Schokolade bekommen kann wie man haben will, während es unseren armen Hausfrauen mitunter allerlei Schwierigkeiten macht, auch nur ein paar Pfund der beliebten Frucht zu bekommen, die doch nun einmal in Nord- und Mitteldeutschland Heimatrecht erworben hat, die Kartoffel. Diese eble Frucht hat uns die Natur in diesem Jahr in unendlicher Fülle beschert. Nicht minder verschwenderisch aber hat es die Natur diesmal mit den Baumfrüchten, mit Pflaumen, Birnen und Aepfeln gemeint. Die Pflaumenernte ist bereits vorüber und der größte Teil ist an den Bäumen und auf den Landstraßen verfault. Die Birnenernte geht ihrem Ende entgegen, aber die Apfelernte ist jetzt auf der Höhe. Bis zur Stunde sind Preise von 10 M. für ein Pfund brauchbarer Ghäpfel nichts Seltenes, wenngleich die edlen Sorten bei weitem teurer sind. Cine, Tafel Schokolade zu 100 Gramm ist unter 70 M. auch faum zu haben. Ein Pfund Schokolade kostet also 350 m. Folglich kann man sich für dieſes Geld 35 Bfund Aepfel kaufen. Oder, da man wohl so leicht nicht ein Pfund, sondern eine Tafel Schokolade fauft, so kann man für dasselbe Geld 7 Pfund Aepfel erstehen. Wenn eine Tafel Schokolade unter drei Kindern geteilt werden soll, so bekommt ein jedes ein Häppchen und ist dennoch nicht zufrieden. Wenn aber 7 Pfund Aepfel unter drei Kindern verteilt werden, dann hat jedes einen ganzen Teller voll und Mutter behält auch noch ein paar für sich. Zu einem frischen saftigen Apfel aber braucht ein Kind, auch wenn es schwächlich ist, nicht unter allen Umständen ein Butterbrot. Eine trockene Stulle ist doch besser als eine mit zweifelhafter Margarine. Die Kleinen werden rundherum Eine freudige Ueberraschung mit einem bitteren Ende erlebte nudelfnüppeldid satt und fröhlich und es wird ihnen so gut schmeden, fandte an eine Verwandte Anna R. in Berlin einen Brief, der ein Mädchen aus der 3offener Straße. Ein Deutsch- Amerikaner daß sie es öfter haben wollen. In dem Apfel sind herrliche Kräfte perborgen, die dem Aufbau des findlichen Organismus, feinem Blut, seinen Nerven und seiner Verdauung mehr und besser dienen als Schokolade und Margarine. Er war nicht allein, seine vier Söhne nebst ihren Kindern und Frauen lebten mit ihm zusammen. Sie hatten sich eine fleine Stadt aus Schneehäusern gebaut, sechs im ganzen, für jede Familie eins, das letzte als Lagerraum für die Felle. Die Sonne schien warm nach dem Sturm des vorhergehenden Tages; ihre Strahlen fielen auf die kleine Schneestadt, glänzten auf den gefrorenen Gewässern und ließen Milliarden von Eistristallen, die auf dem Wasser spielten, das nun ein Blau von der Farbe des Himmels angenommen hatte, aufleuchten. Hell und freundlich war es dort draußen am Rande des Landeises, in Tafluksrats Lager. Daheim faßen die Frauen vor den Hütten und genossen die warme Sonne, während sie Häute schrapten oder Spec in große Blasen füllten. Die Kinder halfen dabei, so gut fie fonnten, befanden sich aber dabei beständig auf dem Auslug nach etwas Unterhaltlicherem; sie heulten und schrien, wenn einer von den gefräßigen Hunden herbeigeschlichen tam, um in einem unbewachten Augenblick Fleisch zu stehlen, und wenn das nicht half, marf der ganze Kinderschwarm seine Arbeit fort und verfolgte den frechen Räuber unter Jubel und Gelächter bis auf das Eis hinaus. D Frauen saben den Kindern zu und lachten; sie spähten mer sagt über die glitzernden Wellchen hinweg nach ihren Mänern ous, das stimmt vielleicht-die in kleinen, flinken Kajaks nau) Seehunden, nach Waler fonnte sich nicht darauf besinnen- Rugeratuf? roffen oder auch blok in eifrigem Wettstreit hin und her Ich reise morgen ach ja, lange reisen- Icy Cape fchoffen, dann lachten sie wieder- warum nicht vergnügt und der schwarze Joe reist auch, weshalb Einen leichten Sinnes fein? Der Winter, der falte, barsche, war Augenblick erwachte Sachawachiat zum Bewußtsein und dachte überstanden, das Frühjahr gekommen, licht und herrlich, Effen nach-- der schwarze Joe, verdammter Weißer, der seine hatte man die schwere Menge, mehr tom noch, die Sorgen Frau, seinen Frieden geraubt hatte nach wenigen Se- maren verbannt, das Leben so leicht. funden versant er wieder Welche Frau? ja, das ist gleichgültig ich liege warm und gut mich geht es nichts an, weffen Frau das ist geht es gut warm -fatt Na 1 Also lachten sie, die jungen Frauen dort am Rande des Landeises, fie scherzten und stedten unter Getändel und Gemir ficher die Köpfe zusammen, und iede sprach von ihrem Mann, aber der jetzt heimfehrte und seinen Raiat um die Wette über das Der Sturm heulte, die kleinen schwarzen, schaumgekrönten Meer trieb, um als erster da zu sein. Wellen leckten an der Eisscholle hoch, und der Schnee legtc Alle zufammen, fo fatt, so mit Fleisch vollgepfropft, daß fich dicht und weich um den sterbenden Mann, während die Scholle gen Süden trieb, am Landeis entlang, vom Lande fort, hinaus in den Kozebuesund. 9. Draußen auf dem Landeis, mitten im Rozebuefund, in der Nähe des offenen Wassers, hatte Taflusrat sich niedergelassen, um Seehunde und Walrosse zu jagen. fie fich foum rühren fonnten, faß die ganze Bevölkerung des Wohnnlabes beieinander und plouderte. Die Arbeit des Tages war beendet, bald würden sie fchlafen gehen, aber hinter den Iglus lag eine hohe Eisstauung, von deren Spike man eine weite Aussicht hatte, und jeden Abend, wenn das Wetter qut war, pflegten fie alle da hinaufzugehen, um noch einen Blick über das Meer zu werfen, Unrecht verdächtigte Berein einstweilen das Recht, Versammlungen Da ein solches Verbot nicht erfolgt ist, hat der mit Recht oder abzuhalten. Die Behörden tündigen Maßnahmen an, um die verfassungsmäßige Versammlungsfrei heit zu schützen. Sonach ist heute beim Zirkus Busch eine folenne Keilerei, wenn nichts Schlimmeres, zu erwarten, bei der fich diejenigen, die dem Ruf der KPD. folgen, formell und gefeßlich ins Unrecht ſehen werden. Das gescheitefte wäre, wenn auch die Anhänger der KPD. zu Hause blieben und es den Funktionären" überließen, für ihren törichten Beschluß ihre Haut zu Markte zu tragen. Daß Sozialdemokraten bei der Geschichte nichts zu tun haben, versteht sich von selbst. Der Brief aus Amerika. Eine Erinnerung vom„ Kriegsbräutigam". einen Sched über 25000 Marf enthielt. Er vergaß Straße und Hausnummer der Empfängerin anzugeben, und so geriet der Brief nach längerem Suchen der Postverwaltung in die Hände der Anna R. in der 3offener Straße. Diese mußte zwar aus es fonnte ja sein, daß ein schlafender Seehund gerade auf einer Eisscholle vorbeitrieb, als leichte und sichere Beute, und unter Lachen und Scherzen brachen sie alle zusammen, Erwachsene und Kinder auf. Viele Augenpaare durchforschten das Eis nach Süden, Westen und Norden seht dort, dort oben ist ein Seehund! Alle drehten sich um und sahen hin, ja, richtig, eine fleine Eis. scholle trieb in dem offenen Landwasser dahin und trug auf ihrem Rücken einen schlafenden Seehund. Der jüngste der Brüder wurde hinausgeschickt, um ihn zu fangen, während die übrige Familie sich oben auf der Eisstauung niederließ, um dem Fang zuzusehen. Schnell fuhr Urra in seinem leichten Kajat davon. Die Sonne schien auf den nafsen Baddel, dessen Schläge zu der Schar auf dem Eis hinüberblizten; jetzt war er bald bei der Eisscholle und dem immer noch schlafenden Seehund angelangt. " Er erhob seine Harpune und beugte sich rückwärts, um sie abzuschleudern aber er ließ den Arm wieder sinken, er überlegte es sich offenbar. Was nun?" brachen die da oben auf dem Eis aus ,,, was hat er vor? Will er den Seehund lebend mitbringen?" Und sie lachten, alle die frohen Menschen, sie hatten ihren Spaß an dem Einfall des Jüngsten, denn sonderbar gebärdete er sich ja: langsam paddelte er zu der Eisscholle hin, lag lange still und starrte den Seehund an und paddelte dann ganz um sie herum, porsichtig, zögernd. wieder lag er still, dann ließ er seinen ajat auf die Scholle auflaufen, froch hinaus und ging zu dem Seehund; aber nicht, wie er zu gehen pflegte, schnell und elastisch, sondern langsam, zögernd, als ob er Angst hätte. Was bedeutete denn das, worauf würde er denn nun ver fallen? Und die wartende Schar wurde still, während sie mit gespannter Aufmerksamkeit Ürras Bewegungen verfolgte. Sie fahen ihn den Seehund in stets fleiner werdenden Abständen umfreisen, dann stand er einen Augenblick still und beugte sich vor, fast ganz zu dem Tier hernieder. Seine Verwandten verloren vor Erstaunen fast den Atem, was machte er denn? Und es entstand eine Unruhe unter den Wartenden als Urra aufsprang und zu seinem Rajak zurücklief., Schnell faß er darin, und mit Schaum vorm Steven und zwei lange Wafferstreifen hinter sich laffend, eilte er der Eiskante zu. Er rief, er mintte, fie liefen alle zum Waffer hin, eine wunder Fortsetzung folgt.) Jagd! feinem Inhalt ersehen, daß er nicht für fie be= stimmt war, behielt ihn aber für sich, nicht der brieflichen Mitteilung wegen, sondern wegen der 25 000 Mart, auf die der Scheck Iautete. Das Mädchen machte das Papier zu Geld und gab 20 000 Mart seinem Bruder und 5000 Marf einer Nichte in Verwahrung. Das Stadtbad Friedrichshain, an der Schillingsbrüde, ist ab Montag, den 16. Oftober 1922, für alle Bäder werktäglich nur noch von 12 bis 7 Uhr geöffnet. Kassenschluß für Wannen- und Brausebäder 7 Uhr, für Schwimmbäder 47 Uhr. 56. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr Funktionärsigung der VSPD. bei Schneider, Holgendorffstr. 14. Erscheinen der Funktionäre Pflicht. 77. Abt. Schöneberg. 7 Uhr Vorstandssihung beim Gen. Jacobi. Rosenheimer Straße 9. Unser seit 25 Jahren der Partei angehörige Genosse Christian Franke, Meiniger Str. 9, ist am Donnerstag verstorben. Einäscherung Montag nachmittag 5 Uhr im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße 100-103. 28ir erwarten die Teilnahme aller Genossen. fame Gigung aller Funktionäre der SPD. und früheren USPD. Wichtige Tagesordnung. 98. Abt. Neukölln. VCPD.! Gemeinsame Funktionärsizung 7½ Uhr im Lehrerzimmer der 5. Gemeindeschule, Mariendorfer Weg. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Funktionäre in den Straßen zwischen Brig und Ringbahn erforderlich. 103. abt. Oberschöneweide. VSPD 7½ Uhr Borstandssigung mit sämtlichen Bezirkskassierern im Konferenzzimmer der Rottmeyer- Schule, Eingang Frischenstraße. Verlängerung der Raucherlaubnis auf der Straßenbahn. Die Der Absender in Amerika aber wunderte sich, daß er von seiner für die Zeit bis zum 15. d. Mts. genehmigte Ausdehnung der 92. Abt. Neukölln. 7% Uhr bei Wolff, Kaiser- Friedrich- Straße 173, gemein Berwandten fein Danteswort oder auch nur eine einfache Raucherlaubnis auf das Innere aller Beiwagen ist, da sich nach den Empfangsbestätigung erhielt. Er schrieb ihr, wie das fomme, gab jetzt auf der Aufschrift auch Straße und Hausnummer an, und so bisherigen Beobachtungen Unzuträglichkeiten nicht ergeben haben, erreichte der zweite Brief die richtige Empfän- bis zum 15. Januar nächsten Jahres verlängert worden. gerin Jezt fam der Jrrmeg des ersten ans Licht, und seine Empfängerin wurde zur Rede gestellt. Sie berief sich auf einen angeblichen Liebhaber des Namens, den der Abfender führt, auf einen sogenannten Kriegsbräutigam, den sie zwar nie gesehen, mit dem sie aber im Briefwechsel gestanden habe, als er während des Kriegs in Amerita lebte. Sie habe nun geglaubt, daß dieser auch nachträglich noch an sie gedacht und die Absicht gehabt habe, ihr eine lleberraschung und eine Freude zu bereiten. Mit dieser Ausrede hatte sie jedoch nach dem Ergebnis der Ermittlungen fein Glück, und fie mußte das Geld wieder herausgeben. Um die„ Disziplin" bei der Schuhpolizei. Polizeioffiziere als Verbandsgründer. Eine öffentliche Demonstrationsversammlung der gesamten Straßenhändler Groß- Berlins findet am 17. Ditober, abends 6 Uhr, Die Versammlung in Haverlands Festsälen, Neue Friedrichstr. 35, statt. richtet sich gegen das Verbot von jeglichem Straßenhandel( außer Zeitungen, Milch und Schnittblumen) in Hunderten von Straßen. Bereinigung der Freunde von Religion und Bölferfrieden. Dienstag, den 17. Dft., abends 7%, Ubr, in der Leibniz- Oberrealschule, Charlottenburg, Schillerstr. 125, Vortrag von Pfarrer Bleier: Gibt es einen Weg zum Weltfrieden?" Donnerstag, den 19. Dlt., spricht Pfarrer Bleier in Wilmersdorf, Kaiferallee 51/52, bei Rohr, über Kinder in Not". Montag, det: 23. Dft. in Stegliz, Mittelschule II, Sachfenwaldstr. 20, Beginn der Leseabende. Bortrag von Pfarrer Bleier: Was ist Religion?" . " 118. bt. Litenberg. 7% Uhr gemeinsame Funktionärsizung im Zeichensaal. der Schule Siegfriedstraße. Tagesordnung: Der organisatorische Aufbau". 124. Abt. Mabisberf. 8 Uhr bei Anders, Bahnhofstraße, Funktionärsihung der VGPD. 136. Abt. Reinickendorf- Oft. 7 Uhr Jugendhalle Seebad Residenzstraße 49, gemeinsame Funktionärsigung mit der bisherigen USPD. Berwaltungsbeamte! Rachmittags 5 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Sof lints, 3 Treppen, Konferenz sämtlicher VSPD.- Funktionäre. Mitgliedsbuc und tarte legitimiert. Frauenveranstaltungen: 3. Kreis. Webbing. Gemeinamer Frauenabend der SPD. und fcheren USPD. 7½ Uhr Schulaula Pant-, Ede Wiesenstraße. Thema: Die Aufgaben der vereinigten Sozialdemokratie". Ref. Genossin Klara Bohm- Schuch, M. d. R, Ece Pantstraße teil. Abt. 7½ Uhr gemeinsante Sigung der VSPD- Funktionäre bei Dobrohlaw, Uebermorgen, Dienstag, den 17. Offober: Swinemnder Str. 11. Die gemeinsame Mitgliederversammlung findet nicht am Mittwoch, sondern am Freitag ftatt. Abt. SPO! 7 Uhr bei Wörpel, Samoestraße, wichtige Besprechung sämtlicher Funktionäre. Funktionärversammlung. Martendorf. 86. Abt. 7 Uhr Flugblattverbreitung von folgenden Lokalen Frauenchor Frohsinn, M. d. A.-S.-B. Die nächste Nebungsstunde Das Landgericht Berlin I( Straffammer 5) mußte gestern eine findet am Dienstag, den 17. Ditober, im Vokal Breuer, Charlottenburg, 22. Abt. Nimmt an der Veranstaltung des 3. Kreises in der Schulaula Wiesen-, Gueridestr. 37, statt. Sangesfreudige Genoffinnen find eingeladen. Schöffengerichtsentscheidung gegen den Polizeioberwachtmeister a. D. Ta plid nachprüfen, der wegen Beleidigung von Bourjus für die sozialistischen Elternbeiräte und deren Erfahpersonen. Der 6. Die freie Schulgemeinde Charlottenburg veranstaltet einen Lehrlizeioffizieren verurteilt worden war. Taplid hatte als Kurius beginnt am Dienstag, den 17. Oktober, abends 7, Uhr, im Vorsitzender der Gruppe Groß- Berlin des Wirtschaftsper Schiller- Realgymnasium, Echillerstr. 26 und umfaßt 8 Abende mit folgenbandes der Beamten der Egetutiopolizei Deutsch dem Programm: 1. Die Schule in der Reichsverfassung und im Reichs. 17. lands im November 1920 in einer Eingabe an den Polizeipräsi- fulgejebentwurf: Simultan, Bekenntnis-, Weltanschauungsschule, weit- 74. bt. Sehlendorf. 8 Uhr Lotal des Genossen Midlen, Potsdamer Straße, liche Schule. 2. Die rechtlichen Grundlagen der Gemeindeschulen und der denten sich darüber beschwert, daß von Offizieren gegen den kommunalen höheren Schulen. 3. Die Amtspflichten der Lehrer und des Verband agitiert werde. Indem er wiedergab, was Ver- Schulleiters. Die Schulstrafen. 4. Elternbeirat und Schulgemeinde. bandsmitglieder ihm über das Verhalten der Offiziere berichtet 5. Die Einheitssäule Grundschule, Förderklassen, Aufbauschule. 6. Die Schule der deutschen Rebublif. Staatsbürgerkunde und Geschichtsunter hatten, sprach er unter anderem von unverantwortlichem Treiben, richt. 7. Arbeits- Produktions- Gemeinschaftsschule. 8. Die Schulforderungen von einer müsten Hekpropaganda, Don Mißbrauch der Dienstgewalt ber politischen Parteien. Die Bedeutung der Schulbewegung für die Bortragender: gegenüber Untergebenen, von gewiffenlosen Borgesezten, denen die Bufunft. Studienrat Dr. Deiters. Teilnehmerkarten Beamten schutzlos ausgeliefert feien, von einer dadurch hervorge, a 20 m. find bei den Obleuten der Elternbeiräte an den Gemeindeschulen, sowie beim Borstand erhältlich. rufenen Erbiterung der Beamten, die für die Staatsordnung gefährlich sei. Auf Strafantrag der fich beleidigt fühlenden Offiziere wurde Taplic, obwohl das Schöffengericht ihm Wahrnehmung berechtigter Interessen zubilligte und nicht annahm, daß er wider befferes Wiffen gehandelt habe, zu der ummöglich hohen Geld. Strafe von 3000 Mart verurteilt. von Regierungsrat Echols fann infolge dienstlicher Behinderung des Volkshochschule Groß- Berlin. Der Kursus Kleinwohnungsbau von Regierungsrat Scholz fann infolge dienstlicher Behinderung des Dozenten nicht stattfinden. Der Kursus Astronomie II" von Professor niem beginnt nicht am 16., sondern erst am 23. Dftober. Bezirksbildungsausschuß Groß Berlin. Heute, Sonntag, nach mittags 3, Uhr, in der Alten Garnisontirche, Neue Friedrichstr. 1. Festtonzert( 1. Serie) Beethoven- Lifzt. Dirigent: Herr Dr. Kurt Singer. Berliner Aerzte- Chor. Das Blüthner- Drchester. Einzelfarten à 30 M. find Für die zweite Serie Festkonzerte werden noch an der Kaffe zu haben. ausschußmitgliedern der Abteilungen und im Bureau des Bezirksbildungsnoch Abonnenten angenommen. Meldungen bei den Bezirksbildungs, ausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Tr., Bimmer 8. Porträts von Liebnecht und Scheidemann in fünstlerischer Ausführung pro Stid 30 M. im Bureau des Bezirksbildungsausschusses und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Für sämtliche Theater und Opernvorstellungen im Monat Ottober wird ein Zuschlag von 10 M. pro starte erhoben. Arbeiter- Bildungsschule. In diefer Woche beginnt die Arbeiter- Bildungsfoule folgende Kurse: des Geldes, Währung und Baiuta, Kredit, Geldverkehr, Geldentwertung und 1. Geld und Kreditwefen. Entftebung. Wesen und Bedeutung Inflation vor dem Striege. Währungsreform und Mariffabilisierung, Inflation und Steuern. Vortragender: Dr. Wilhelm Neder. Beginn des Kurfus: Frei tag, den 20. Oftober, abends 8 Uhr. 2. Philofopbie und Sozia Iismus. Die philofopbifchen Grundlagen der volitischen Parteien mit Rüd ficht auf den Sozialismus. Das Prinzip der staatserhaltenden Parteien( Konfervatismus und Reaktion). Liberalismus und Freiheitsparteien. Reformis mus. Marrismus. Kommunismus. tragender: Dr. Hellmuth Fallenfeld. Beginn des Kurfus: Freitag, den Demokratie und Sozialismus. Vor20. Oktober, abends 8 Uhr. 3. Der Kursus, Soulfragen, Vortragende 4. Seminar. Dr. Anna Giemsen, beginnt am Montag, den 20. November. Alerander Stein. Beginn des Kurfus: Donnerstag, den 19. Oftober, abends Theorie und Praris ber modernen Arbeiterbewegung. Leiter des Seminars: 8 Uhr. Bu biefem Kurfus werden nur sörer mit Borkenntniffen zugelassen. es wird zunächst an die bisherigen Hörer der Kurse des Genoffen Stein gedacht, aber auch andere Hörer, die sich Borkenntnisse erworben haben, werden zugelassen. Bei der Anmeldung bitten wir um Angabe, welche Wissensgebiete gehört wurden. aus: 1. Bezirk: Renner, Dorfstr. 1, 2. Bezirk: Hoch, Chauffeeftr. 44, 3. Bezirk: Niendorf, Chauffeeſtr. 19, 4. Bezirk: Gehrke, Chausseestr. 280, 5. Bezirk: Neumeher, Saifers, Ede Schüßenstraße. Neurin. 96. Abt. 7 Uhr im Klubhaus, Hermannstr. 166/107, gemeinsame Mitgliederversammlung der BSPD. Thema: Valutaelend und Wirts schaftsfragen." Ref.: Genosse Kurt Kiezmann. Vereinigung der Eisenbahnwerkstätten Tempelhof. Nachmittags 3½ Uhr, Lokal vormals Ende, Sachfendamm 43, Versammlung der Mitglieder ber Ref.: VSPD. Thema: Die Aufgaben der geeinten Sozialdemokratie." Ministerialdirektor a. D. Robert Breuer. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg. 7 Uhr Jugendheim Bartaue 10, ordent liche Mitgliederversammlung. 5. Abt. Mittwoch, den 18. Oftober, 17% Ubr, im Bürgerheim, Alte Schönhauser Straße 23/24, Versammlung der BSPD. Die Genoffen und Genoffinnen aus den Stadtbezirken 196, 198, 200 bis 209 und 226 find hierzu eins geladen. 34. Abt. Mittwoch, den 18. Oktober, 7% br, bor der gemeinsamen Mit gliederversammlung in der Schulaula, Littauer Straße 18, wichtige Be fbrechung der Funktionäre der BSPD. Charlottenburg. 51. Abt. Mittwoch, den 18. Oftober 2½ Uhr, bei Heinze, Nebringstr. 27, Funktionärkonferenz der Abteilung mit den Funktionären der früheren USPD. Die Gruppenführer werden ersucht, hierzu eingu laben. Achtung, Funktionäre der ehemaligen USPD. Nach einem Beschluß der Geschäftsleitung muß alles noch in den Distrikter und Ortsvereinen befindliche Material, Beitrags-, Mai-, Preffefonds- und Barteitagsmarken, Gammellisten usw. bis zum 25. d. M. an unser Bureau, Breite Straße 8-9 abgerechnet sein. Die Bezirks- und Abteilungstaffierer find ange wiefen, alles in ihrem Besitz befindliche Material an den Distriktstaffierer sofort abzurechnen. Frühere USPD. Morgen, Montag, den 16. Oftober: 4. Berwaltungsbezirk. Prenzlauer Berg. Gemeinsame Foaltionsfigung der Bes zirksverordneten, Stadtverordneten und Stadträte 8 Uhr im Beichensaal der Oberrealschule, Pasteurstraße 43-45. 4. Verwaltungsbeziri. 11., 12., 13. und 14. Distrikt. 7 Uhr bei klimpel, Dunder ftraße 83, Vollversammlung der Bildungskommission. 6. Verwaltungsbeziri. Kreuzberg. Die Sigung des Geschäftsausschusses findet nicht statt. 7. Diftritt. 3. Verwaltungsbezirk Bedding. 3. Abt. 7 Uhr Abteilungskonferenz bei Gillwald, Puttbuser Str. 24. Die Bezirksführer haben zu der am Mitt11. Diffritt, foweit zur 24. Abteilung gehörig. 9 Uhr Funktionärsihung der woch stattfindenden Bersammlung einzuladen. VSPD. bei Rösner, Smmannellirchstr. 25. Vor der Berufungsinstanz, die Taplid anrief, betun deten die Strafaniragsteller Polizeimajor a. D. Hermann, Polizeimajor Seeger( jetzt in Bochum) und Polizeihauptmann a. D. von Oppeln Bronikowski, daß sie eine Abwendung der Beamten von dem bisherigen Berband gewünscht hatten, weil durch ihn bie Disziplin untergraben" morden sei. Die Agitation gegen den Verband wurde zum Teil im Anschluß an den Beamtenunterricht betrieben. Major Hermann, gegen den Taplick in feiner Bernehmung den Vorwurf der Kompromittierung durch den Rapp- Butsch erhob, bemühte sich in der Abteilung Zehlendorf um Gründung eines neuen Berbandes und erzählte dabei seinen Beamten von hohen Gehältern" der Vorstandsmits glieder des bisherigen Verbandes und von„ Klubsesseln", die sie in ihrem Bureau haben sollten. Major Seeger machte in der Abtei lung Tempelhof, so versicherte er vor Gericht, den Beamten nur den Borschlag, den Verband in eigene Hand zu nehmen, weil der Borstand nicht frei von Egoismus sei. Hauptmann von Oppeln erörterte in der Abteilung Neukölin gleichfalls mit seinen Beamten die Gründung eines neuen Verbandes und erhob gegen Taplick den Vorwurf eines übermäßig hohen Gehalts. Zu diesen Beschuldigungen erflärte der Angeklagte, er habe auf dem Posten des Vorfigenden ehren amtlich und unentgeltlich im Dienste seiner Rolle gen gearbeitet. Wegen feiner Stellungnahme gegen Major Hermann in Sachen des Verbandes sei er schon sehr bald gemaß regelt worden und nach seiner Eingabe an den Polizeipräsidenten habe man ihn fogar ohne Kündigung entlassen. Polizeibeamter a. D. Otto, Polizeimachtmeister a. D. Hoth und Polizeibeamter a. D. Sternberg befundeten unter anderem, daß die Klubiessel" in Wahrheit simple Gartenstühle waren. Otto er mähnte, daß Major Seeger selber bei einer Sihung im Bureau auf einem dieser Gartenstühle habe Plaz nehmen müssen. Seeger habe mit seinen Beamten nach seinen Angriffen auf den Verband sofort zur Abstimmung über die Frage eines neuen Verbandes schreiten wollen, was durch Ottos Eingreifen verhindert worden sei. Dieser Die Bollberfammlungen der Gruppen finden Beuge und Hoth erklärten auf Befragen, auch sie könnten das Bor- XI. Metallindustrie am Montag abend 7 Uhr im Dresdener Cafino, Dres bener Straße 96, VII, Solsindustrie ant Dienstag abend 7 Uhr im Dresdener gehen der Offiziere gegen den Verband nur als wüste Propa Cafino, Dresdener Straße 96, IV. Chemische Industrie am Mittwoch abend ganda ansehen und die Borstandsmitglieder seien der Ansicht ge- 6 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal 3, II. Bau- und Stein 16. wesen, daß sie schußlos den Borgesezten ausgeliefert induftrie am Mittwoch nachm. 5 Uhr in den Central- Geitfälen, Alte Jakobftraße 32, I. Dank und Sandbel, XV. Sozialversicherung, V. Freie Berufe am waren. Bolizeileutnant Loths wollte in seiner Zeugenaussage den Donnerstag abend 7% uhr in den Sophien- Galen, Sophienstr. 17.( Die politischen Untergrund des Vorgehens der Offiziere be Betriebsräte der Privatversicherung, der Banken und des Einzelhandels werden leuchten, wurde aber vom Borsitzenden daran gehindert. Auch von aufgefordert, in ihrer Vollversammlung zu erfcheinen.) Tagesordnung:„ Das Arbeitsrecht." Bollversammlung der Gruppe VI. Graphisches Gewerbe am der Feststellung, daß die Reden gegen den Verband auffälligerweise Donnerstag nachm. 5 Uhr in den Central- seftfälen, Alte Jakobstr. 32. TagesDie Ursachen der wirtschaftlichen Arise im graphischen Gein den verschiedenen Abteilungen an demselben Tage gehalten wor- ordnung: 1. den seien, wollte der Vorsitzende nichts hören. Der Berteidiger Betriebsräte, in ihrer Gruppenvolversammlung zu erscheinen. Als Legitimawerbe." 2. Betriebseinschränkung und Stillegung." Es ist Bflicht aller R.-A. Arras beantragte Freisprechung, weil. Taplid berechtigte fion dient das Berbandsbuch und die Betriebsrätefarte. Intereffen wahrgenommen und dabei das ihm von Kollegen geschilderte Verhalten der Borgesezten mit durchaus richtigen Worten gefennzeichnet habe. Der Staatsanwalt nahm die Absicht der Be leidigung an, hielt aber 150 Mart für ausreichende Gühne. Die Anmeldung für fämtliche Surfe muß schriftlich oder mündlich an das bon 10 Uhr bormittags bis 5 1hr nachmittags.) Bureau der Arbeiter- Bildungsschule, Breite Straße 8/9, erfolgen.( Geöffnet Der Hörerbeitrag beträgt 25 m. pro Kurfus und muß bei der Anmeldung entrichtet werden. Kurfus Das total für alle Kurse: Sobhtenfule, Weinmeisterstr. 16/17. Schulzimmer wird an der Tafel am Eingang der Schule bekanntgemacht. Das Urteil lautete auf 150 Mart Geldstrafe. Allerdings fei, fagte die Begründung, das Berhalten der Borgefeßten nicht forrett gewesen. Taplick sei aber in der Wahr. 4. nehmung berechtigter Intereffen zu weit gegangen und habe die Abficht der Beleidigung gehabt. Betriebsräte! Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin. Groß- Berliner Parteinachrichten. Ttatt: Kreis. Prenzlauer Berg. Montag, den 16. Oktober, 8 Uhr, gemeinsame Fraktionsfigung der Bezirksverordneten, Stadtverordneten und Stadträte im Zeichenfaal der Oberrealschule, Pasteurstr. 43/ 45.- Dienstag, den 17. Ottober, 7 Uhr, erweiterte Borstandssigung im Physitsaal der Gemeindeschule Senefelderstr. 6.( Gämtliche Billetts find abzurechnen.) Kreis. Kreuzberg. Die Sigung des Geschäftsausschusses am Montag, den 16. d. M., findet nicht statt. Montag, den 16. Oftober, 7 Uhr, Fraktionsigung der BSPD. im Bezirksamt Vordstr. 10( fleiner Gigungsfaal). Mittwoch abend 6 Uhr Bezirksverordnetenversammlung Vordstr. 10( großer Reis. Bilmersdorf. Elternbeiräte der SPD. und USPD. Montag, den 16. Oktober, 8 Uhr, bei Kollath, Heidelberger Plag 1. Gigungsfaal). Heute, Sonntag, den 15. Oktober: Die 15, Abt. Bormittag 10 Uhr Sigung fämtlicher Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute der SPD. und ehemaligen GPD. bei Obligo, Stralsunder Straße 11. Morgen, Montag, den 16. Oktober: 13. Diftritt, frühere 1. Abteilung. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpischestr. 36, 14. Difcitt. Schönhauser und Prenzlauer Tor. 7½ Uhr gemeinsame Funktion Sigung fämtlicher Funktionäre. närfizung bei Wichmann, Weißenburger Str. 1. Schöneberg- Friedenan. 7% Uhr bei Rosenthal, Ebersstraße 60, Bahnhof Ebers Straße, wichtige Funktionärsigung. Die Bezirksführer laden alle Selfer ein. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 7 Uhr Jugendhalle Geebad Residensstr. 49, ge meinsame Funktionärsigung der BSPD. Uebermorgen, Dienstag, den 17. Oktober: 4. Verwaltungsbezirk. Brenzlauer Berg. 7 Uhr erweiterte Borstandssigung im Phyfitzimmer der Gemeindeschule Genefelderstr. 6. Neukölln- Brig. Die Bezirkstaffierer rechnen diesmal mit Gen. Eichstedt ab, und zwar Dienstag bis Freitag dieser Woche von 5 bis 7 Uhr im Partei bureau. Sämtliche Marken mitbringen. Diftritt. 5., 6., 9. Abt. Mittwoch, den 18. Oktober, 7% Uhr, Mitglieder. versammlung Littauer Straße. Funktionäre treffen sich um 7 Uhr. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, den 14. Oktober. 1. Rennen. 1. Drplid( Duade), 2. Dioscur( Hanske), 3. Thor ( Rosina). Toto: 127: 10, Plat: 38, 31:10. Ferner liefen Minor, Elida. 2. Rennen. 1. Mignon( D. Schmidt), 2. Tor di Quinto( Einfinger), 3. Frivora( Jentsch). Toto: 59: 10, Plat: 20, 32, 13: 10. Ferner liefen: Fliegemal, Sonnenschein, Gandolfo, Interim, Qualität, Susanna, Idol, Ananas, Landrichter, Lagune, Barbarossa, Marone, Felling, Patti. 3. Rennen. 1. Damenweg( Tarras), 2. Freibeuter( Janet), 3. Jmmer grün( Olejnit). Toto: 28:10, Blaz: 13, 18, 18:10. Ferner liefen: Traumdeuter, Pelide, Alabaster, Armenier, Sommerflor, Filippov. 4. Rennen. 1. Rabenlode( Tarras), 2. Abbazia( D. Schmidt), 3. Traudi( Behr). Toto: 23: 10, Plag: 13, 12: 10. Ferner liefen: Henriette, Glöre II, Chimare. 5. Rennen. 1. Träumer( Norb), 2. Halloh( Staudinger), 3. Kern ( Bleuler). Toto: 18: 10, Plag: 14, 33, 31: 10. Ferner liefen: Dardanos, Per fles, Landesfürst, Filou, Gyere velem, Matador, Räuberhauptmann, Einhart. 6. Rennen. 1. Mortala( Jenksch), 2. Benveteen( M. Schmidt), 3. Rachimin( Ebert). Toto: 21: 10, Play: 12, 13, 17:10. Ferner liesen: Eierkuchen, Baldung, Liftor, Oper, Dorothea, Maifrizdorf, Piarist. 7. ennen. 1. Gebalind( Kränzlein), 2. Dagobert( M. Schmidt), 3. Thusnelda( Huguenin). Toto: 19:10, Blat: 14, 18:10. Ferner liesen: Fairytale, Lametta. Beim dritten Vorwärts"-Abreiß- Kalender 1923. Auch in diesem Jahre 6. erscheint der viel bekannte Abreiß- Kalender Anfang Dezember dieses Jahres. Der Preis beträgt 75 M. für die Berliner Abonnenten. Bestellungen können in allen Ausgabestellen. des„ Vorwärts" abgegeben werden. Diejenigen Besteller, welche außerhalb Groß- Berlins wohnen, müssen zu den 75 M. noch Porto und Verpackungskosten hinzurechnen. Die Internationale Borkampf- Matinee, die gestern nachmittag im Die Höhe derselben kann zurzeit noch nicht angegeben werden. 3irtus Busch stattfand, brachte in ihrem dritten Kampf, in dem sich der Erschwergewichtsmeister Otto Flint und der Hannoveraner Einst Die neuen Kohlenpreise. Das Kohlenamt teilt mit: Infolge Noeiemann gegenüberstanden, eine Sensation. Roesemann, übrigens ber ab 15. Oftober eingetretenen 60prozentigen Erhöhung Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer Groß- Berlins! 7 Uhr im ein herkulischer junger Rede, 13 Pfund schwerer als Flint, ging so überder Bahnfrachten, ist, wie schon jetzt bekanntgegeben wer- Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof, 3 Treppen. Tagesordnung: Unsere Berraschend und gewaltig zum Angriff vor, daß er Flint mit einem ersten den fann, eine entsprechende Herauffezung der Kohlenpreise für den einigung mit der Arbeitsgruppe der ehemaligen ÜSPD.- Lehrer. Erscheinen Kimbaken in die Seite warf. Dasselbe wiederholte sich beim zweiten Pflicht. Alle in der VSPD. organisierten Lehrer sind eingeladen. Schlag, den Roesemann ebenso sicher und machtvoll lenfte. Kleinverkauf für Brifetts, Rofs notwendig geworden. Diese bebt. 7½ Uhr Sigung der VSPD.- Funktionäre bei August Kullad, Raiser Schlag ging Flint auf den Boden, beim vierten abermals, beim fünften tragen mit Birtung vom 18. Oftober für Küchen- und Ofenbrand, itraße 41. Britetts je Zentner ab Lager 356,05 m., frei Keller 370,90 m. bt.( 6. Diftritt, 727. bis 738. Bezirk.) 7½ Uhr gemeinsame Funktionär wurde er von seinem Begner glatt ausgeschlagen. Die erste Runde war noch nicht beendet. fonferenz mit der ehemaligen USPD. bei Hübner, Wilsnader Str. 34. Flint war offenbar ganz ohne Form in den Kampf Gastots je Bentner ab Lager 674,90 m., frei Keller 692 M., 10. abt. 72 Uhr Funktionärtonferenz der BSPD. bei Trümper, Flensburger gegangen. Will er nicht ganz Gr" meister bleiben, so sollte er ein paar fuhrenweise Lieferung: Brifetts je Zentner ab Lager 356,05 m., 14. Uhr Funktionärsizung der BSPD. bei Gillwald, Buttbufer Str. 24. Stampf war der zwischen Adolf Wiegert und dem holländischen MittelStraße 3. Monate unter strengiter Selbstaucht trainieren. Der sportlich interessanteste frei Reller 368,85 M., Gastofs je Zentner ab Lager 674,90 m., frei Keller je Zentner 689,75 m., Lichtenberger Schmelztofs, Bergewichtsmeister Wier B. Wiegert verfügt über eine außerordentliche Nube finer Kammerofentots je Bentner ab Lager 682,65 m., frei Keller Der Holländer und einen unbedingt zielsicheren, überaus harten Schlag. hielt sich überaus wader. Nach hartem Kampf wurde Wiegert in der achten 697,50 M., Westfälischer Schmelztoks je Zentner ab Lager 685 M., Runde zwar als Sieger nach Punkten erklärt, da der Holländer aber ver frei Seller 699,85 m., Oberschlesischer Schmelztofs 735,05 m. je wundet war, wurde der Sieg angezweifelt, Der Kampf lommt im November Bentner ab Lager, frei Keller 746,90 M., Niederschlesischer Schmelzschwergewichtsmeister Walter Budzun gegen den tüchtigen Dänen Tom noch einmal zum Austrag. Im ersten Kampf fiegte der deutsche Halbtots 769,05 m. ab Lager, frei Keller 784,70 m., Sächsischer HüttenJörgensen, der gegen den mit überaus sicheren und gut distanzierten fofs je Zentner ab Lager 817,15 m., frei Keller 832 m. Schlägen außerordentlich rubig arbeitenden Deutschen nicht auftommen fonnte. Im zweiten Stampf siegte Gustav Runge Berlin gegen den Kölner Stirschbaum nach Puntten. 16. 16. Erscheinen aller notwendig. Pflicht. bt. GPD. und 7. Diftritt, 1. Abt. USPD. Gemeinsame Funktionärsigung 7½ Uhr bei Krüger, Hussitenstr. 34. Erscheinen sämtlicher Funktionäre bt. Die Genoffinnen, auch die der früheren USPD., nehmen am Montag, 7 Uhr, am gemeinsamen Frauenabend in der Schulaula Pant-, Ecke 23. Abt. 7 Uhr Gigung der Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute und Eltern Wiesenstraße, teil. beiräte und der Funktionäre der früheren USPD. bei Grunewald, Rame 24. Abt. Abends 9 Uhr Funktionärsihung der BSPD. bei Rösner, Immanuel firchstraße 25. tuner Straße 19. Jm Berliner Aquarium sind fürzlich drei riesige Nagel. rochen aus der Nordsee angekommen, die zusammen mit einem 26. bt. 7 ühe gemeinsame Sigung fämtlicher Bertrauensleute und Funk. schon seit 1913 hier befindlichen Stechrochen des Mittelmeeres das 28. Abt. 5% Uhr gemeinsame Funktionärfisung der BSPD. bei Bartelt, Ryke-, tionäre bei Wichmann, Weißenburger Str. 1. große Eeewafferbeden Nr. 4 bevölkern. Alle Rochen sind Ber Ede Wörther Straße. Erscheinen sämtlicher Funktionäre Pflicht. wandte der Haie, unterscheiden sich von diesen aber durch 31. Abt. 7% Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre bei Goldschmidt, Stolpischeihre breite, scheibenförmige Gestalt und sind sämtlich Grundfische. 40. Ihre Nahrung besteht namentlich aus allerlei Gewürm und Muscheltieren, die sie mit ihren eigentümlichen Pflasterzähnen zermalmen. 45. Hier im Aquarium werden die Rochen gewöhnlich mit Fischstücken 55, gefütter Straße 36. Hagelberger Straße 20s. bt. 7% Uhr gemeinsame Funktionärversammlung der BGPD. bei Reufner, Abt. 7 Uhr Oberklasse der Forster Schule gemeinsame Funktionärkonferenz bt. Charlottenburg. 7½ Uhr Bersammlung sämtlicher Funktionäre der der BSPD. BSPD, bet Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Jeder für den Brief. tasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Gilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenftr. S. 1. Hof part. links, vor. Schriftftüde und Berträge find mitzubringen. W. B. 35. Berigtigung. Der Durchschnittsturs des. Dollars int Mars 1921 war nicht 162,45, fondern 62,45 m. Der XI. deutsche Pazifistenkongreß. Bon Oswald 3ienau. Inhalt nicht mit dem§ 148 der Reichsverfassung in Einklang zu| Hier ist aber auch die wesentliche Aufgabe der Reichsbant, bringen ist. auf die Banten, deren Kreditgeber sie ist und die ohne ihre Hilfe Den Abschluß der Kongreßverhandlungen bildeten die Erörte- nicht auskommen fönnen, einen Druck auszuüben. Zwar soll das Die Verhandlungen des letzten Pazifisten- Rongresses, rungen des Böfferbundproblems. Sowohl das Referat hier und da geschehen sein. Aber es ist noch nicht bekannt geder in Leipzig tagte, standen unter der Devise„ National und als auch alle Diskussionsreden kritisierten die Reichsregierung und worden, daß auch nur gegen eine einzige der vielen BankunterInternational"; in diesem Rahmen wurden wichtigste Rultur, die deutsche Presse( einschließlich des WTB. Bureaus) wegen ihrer nehmungen, die für die übliche Provision die Devisenhamsterkäufe Wirtschafts- und Finanzprobleme durch Männer erörtert, denen der Haltung zum Bölkerbund. Leberraschend wirkte die Feststellung des vermittelt haben, ohne ihrerseits irgendwelche Abhilfemaßnahmen Referenten, daß die Resolution Löbe, auf dem Augsburger vorzuschlagen, unter öffentlicher Brandmarkung vorge Ruf fachlicher Eignung vorangeht. So sprachen die Genossen Parteitag gestellt und einstimmig angenommen, vom BTB. gangen worden wäre. Das aber ist notwendig. Wenn man die James Hudson( England) und Robert Dißmann zum Bureau nicht der Verbreitung im Auslande für Führer solcher Banken, die sich und ihre finanziell kontrollierten Thema Kriegsdienstrerweigerung und Generalstreit, Dr. Rudolf Hilferding und Rudolf Goldscheid( Wien) über Finanz- wert gehalten wurde! Jedenfalls, so betonte der Referent Unternehmungen im Kampf gegen die deutsche Mark unterstützen, probleme, Stadtrat Sorten und Dr. Wolfers( Schweiz) über in feinem Schlußwort nochmals, hat eine Verbreitung in der noch weiter als Sachverständige gelten läßt und ehrt, wenn man Wirtschaftsfragen.- Die Zusammenstellung der Referenten zu Schweiz, also dem für die Resolution wichtigsten Lande, nicht ihre Hilfe bei den Beratungen wichtiger Gesetzesvorlagen in Anspruch den einzelnen Themen läßt alse flar und eindeutig erkennen, daß stattgefunden. Erst durch andere Kanäle und nach Tagen hörte nimmt, die den Schutz des Voltes vor der Martentwertung herbei. die deutschen Pazifisten soweit sie nicht an sich Sozialisten find man in der Schweiz von der Resolution Löbe. Der Kongreß be. führen follen, so ist das ein blutiger Hohn. Kreditverweigerung großen Wert auf sozialistische Anschauungen zu den gleitete diese Feststellungen mit den Zeichen stärkster Entrüftung. und öffentliche Aechtung müßte die Strafe sein, die die Reichsbank einzelnen Problemen unserer Zeit legen, daß sie vor allem Wert Einmütig verlangte der Rongreß eine vollkommene Neuorientierung auf Grund ihrer Beobachtungen sicherlich manchmal zu verhängen der Stellungnahme in der Reichsregierung zum Völkerbund und Gelegenheit haben würde. Wenn man aber noch die Großhamstern darauf legen, in Gemeinschaft mit uns die Probleme zu erwartet er von der deutschen Presse eine objektivere Beurteilung fremder Zahlungsmittel durch Diskontierung von Wechseln oder Zur Frage Kriegsdienstverweigerung und Generalstreit hat der dieses Fragenkomplexes. Rongreß eine Resolution angenommen, die wir im Wortlaut folgen laffen: 月刊 erörtern. Der Kongreß erblickt eines der vornehmsten Prinzipien jeder staatlichen und internationalen Gesezgebung in dem Rechte des einzelnen, frei über sein Leben zu verfügen. In Bewunderung des heroischen Beispiels, das die Heeresdienstverweigerer vieler Länder, vor allem während des Krieges die conscientions Auf dem Kongreß selbst standen sich zwei Richtungen scharf gegenüber: diejenigen, die den Begriff der Notwehr"( als reinen Berteidigungskrieg) gelten lassen wollen, und die, die gegen jede Einschränkung und Verklauselierung des Kriegsdienstverweigerungsbegriffes überhaupt waren. Man bezeichnet die ersteren im deutschen Pazifismus als die" Realpolitiker" und die letzteren als die „ Ethiker". Wirtschaft Die Treiber. anderer Kredite in den Besitz der nötigen Martbeträge setzt, um weiter fremde Zahlungsmittel selbst taufen oder anderen ermöglichen zu fönnen, so wird die Beschränkung des Devisenmarktes auf seine eigentlichen Aufgaben nicht zu erreichen sein. Die Mart ist schon noch etwas wert, wenn man sie zu Lohnzahlungen, zu Rohstoffkäufen oder zu anderen Zahlungsverpflichtungen im Inland braucht. Und mit der Tatsache, daß sie dazu noch etwas wert ist, muß die Reichsbank eine ebenso planmäßige wie scharfe mit den Banten Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, wo die objectors in England und Amerika, gegeben haben, sieht der Treiber der legten außenpolitisch gänzlich unbegründeten Politit treiben. Wenn dabei wirklich in Einzelfällen Störungen Kongreß, daß eine der vorzüglichsten Sicherungen gegen jeden markverschlechterung zu suchen sind, so hat die Entwicklung der Produktion eintreten sollten, so wird man das hinnehmen Krieg die Verweigerung der Gefolgschaft( Kriegs am Devisenmarkt seit Erlaß der Notverordnung der Regierung die müssen. Jede weitere Verschlechterung der deutschen Mart muß ja dienstverweigerung) ist. Zugleich erklärt er sich für die Unterflügung aller der Volksfreise, die die Notwendigkeit erkannt nötigen Anhaltspunkte dafür gegeben. Gewiß entspricht die Ver- die Industrie- und Handelskreise verschärfen, die ohnehin bei einer haben, den tatsächlichen Ausbruch eines Krieges durch die Pro- ordnung nicht allen Erwartungen und Anforderungen. Immerhin Besserung der Mart von außen her erwartet wird und die um so flamation und Durchführung eines internationalen stellt sie ein scharfes Verbot des spekulativen Devisenhandels dar, größer sein wird, je mehr gehamsterte Devisen dann auf den Markt Generalstreifs zu verhindern. In diesem Sinne begrüßt und es handelt sich nur noch darum, ob dieses Berbot auch wirksam tommen und den Kurs der Mark planlos in die Höhe treiben, wie er auf das wärmste die Beschlüsse der Gewerkschaftsinternationale durchgeführt werden kann. Hier bestehen zweifellos Schwierigkeiten, jeht das hemmungslose Steigen der Tschechentrone eine Wirtschaftszu Amsterdam und Rom. Der Kongreß spricht sich dafür aus, da die Prüfungsstellen, die die abzuschließenden Devisengeschäfte zu frise über dieses Land heraufbeschworen hat. Darum muß hier daß mit der Propaganda für Kriegsdienstverweigerung und für fontrollieren und zu genehmigen haben, sich erst einarbeiten müssen, durchgegriffen werden. Generalstreit jene für Unterlassung der Herstellung ja zu einem Teil sogar erst entsprechend ausgebaut werden müßten. Vielfach ist das Verlangen nach einer vollkommenen Devisenund des Transports von Kriegsmaterial Hand Aber diese Schwierigkeiten wären zu überwinden, wenn die Ban- entralisation aufgetaucht. Dem ist entgegenzuhalten, daß in Hand gehe." ten, in deren Händen die Devisengeschäfte liegen, nicht nur den eine Zenteralisierung des Devisenhandels erst möglich ist, wenn Buch st a ben der Notverordnung, sondern seinen Geist zu er- man der Spekulation energisch zu Leibe rüden kann. Auf die A u sfüllen bereit wären. Da ist es nun interessant, zu beobachten, führung solcher Bestimmungen, auf die Handhabung einer wie unmittelbar vor Erlaß der Verordnung der Markt zusammen- Devisenzentrale tommt es an, nicht auf ihre Gründung. Die Deudte, weil niemand so recht wußte, was tommen würde. Die visenordnung ist erst ein Anfang. Sie bedarf einer gründlichen Mart gewann mit einem Schlage mehr als 20 Broz. ihres damaligen Ausgestaltung durch weitere, wirtschafts- und finanzpolitische MaßWertes. Die Verordnung erschien, und sie ergab, daß Handel und nahmen, wie wir sie gefordert haben. Gelingt es so, Organe zu Industrie, insbesondere aber die Banken untereinander noch weiter schaffen, die auch eine Zentralisierung der Devisen unter Aus Bon diesen teiden Gesichtspunkten aus Realpolitik und Geschäfte in fremden Zahlungsmitteln abschließen können, und daß schaltung des gesamten Handels vornehmen können, so wird es Ethil ist die Frage für den Sozialisten zu entscheiden. Sie ist die Kontrolle in der Hauptsache der Reichsbant und den Finanz- später noch Zeit sein, sich darüber schlüssig zu werden, ob man noch aber insgesamt eine zu persönliche, mit Gewiffens ämtern unterliegt, die schon bisher, allerdings nicht mit so weit weiter gehen fann und soll. Sollte aber infolge des Widerstandes entscheidungen vertaüpfte, als daß man wagen sollte, gehenden Bollmachten, die Möglichkeit hatten, der Devisenspekulation der Intereffenten oder durch andere Umstände die Durchführung für den Entscheid des einzelnen Normen aufzustellen. Der Ethiker entgegenzutreten. Kaum war das bekannt, so verlor die Mart der einschränkenden Bestimmungen des Devisenhandels auf Schwiewird in keinem Falle den von ihm als Bruder empfundenen wie der 10 Proz. ihres Auslandswertes. rigkeiten ftoßen, so wird man zunächst diese Schwierigkeiten Menschen töten oder Schmerzen bereiten, während der Realpolitiker Es ist ein großer Irrtum, wollte man die ersten Notmaßnahmen beseitigen müssen. Jedenfalls darf man es nicht dahin kommen Für und Wider bis in die möglichst legte Konsequenz, alle Folgen der Regierung von vornherein als einen Mißerfolg fennzeichnen. lassen, daß neben den amtlichen Vermittlungsstellen für Devisen aus Tun oder Lassen für sich und den ihm angestammten Bolte Die Offiziösen der Börsenpresse, die bekanntlich das Gras auch im ähnlich wie in Rußland und Desterreich, wo der Devisenhandel abwägen wird, ehe er zu seinem Entschluß tommen wird. Und Winter wachsen hören, glaubten ja schon vor Erlaß der Berordnung zentralisiert ist, noch sogenannte ich warze Börsen auftauchen, die feiner von beiden wäre imftande charakterfeste Naturen voraus zu wissen, daß sie undurchführbar" sei und feinen Eindruck machen den Erfolg der beabsichtigten Maßnahmen in Frage stellen. Gelingt gefekt den andern um ein Jeta von seinem Standpunkte abzu- würde. Aber wenn auch eine wesentliche Besserung der Mark noch es, den illegalen Devisenhandel zu unterbinden bringen. Marg, Engels, Bebel lassen die Landesverteidigung gelten, nicht zu verzeichnen ist, so bedeutet es heute ja schon einen Erfolg, oder gegen sie fo bleibt zu weiteren Schritten die Möglichkeit menn Kulturrückschritt für das Proletariat fie notwendig macht. wenn es gelingt, ihre stürmische Abwärtsbewegung anzuhalten und man wird vor ihnen nicht zurückschrecken dürfen, wenn die Die Höherentwicklung der proletarischen Kultur aller Proletariate und das ist fraglos geschehen. Noch irriger ist die Auffassung, als Not fie gebietet. überwindet an sich diesen Geltungssatz und schweißt das Proletariat handele es sich hier um ein„ Schwindelmanöver". Diese Aus so zusammen, daß hieraus die ethische Kriegsdienstverweige- streuungen der fommunistischen Presse stellen sich würdig den Treirung die angegebene Folgeerscheinung ist. Entwidlungsgebereien derjenigen Börsenorgane zur Seite, die gleich wieder die setze laffen einst die Menschheit zu Kriegsdienstverweigerern wer- unsicher gewordene Devisenhamsterei zu beschwichtigen suchten und den; den ethischen Gedanken bis in die letzten Kon- für den Dollar Reflame machten. fequenzen propagieren, heißt die Entwicklung beschleunigen; heißt Jedenfalls ist heute folgender Tatbestand zu verzeichnen: Der aber auch, den Realpolitiker( ohne Berbindlichkeit für den Ethiker) Handel von Devisen ist heute gesetzlich auf Banten und solche Diese Darstellung ist selbstverständlich völlig unzutreffend. Nach in feinen gleichwie gearteten Beschlüssen anerkennen und achten. Firmen beschränkt, die im internationalen Zahlungsverkehr Gewalt und Zwang hier gegenseitig ausschalten, schafft erst die Be- beruflich zu tun haben. Wenn trotzdem Schwankungen des Devisen- Erfundigung an zuständiger Stelle fönnen wir mitteilen, daß die rechtigung, Gewalt- und Zwanglosigkeit im Völkerleben als höchste marktes festzustellen sind, die nicht durch auffallend starte Bewe- Reichsbant gegen die Verordnung und ihre Durchführung weder Ziele zu erstreben. gungen an den ausländischen Devisenmärkten hervorgerufen wurden, Widerstand geleistet hat, noch daß fie es jetzt tut. Die Reichsbank Der Kongreß nahm die Resolution in unter dem starken Ein- so ist dafür nicht der große Unbekannte, die Spekulation, unter der hat sich im Gegenteil durchaus loyal in den Dienst der Sache gedruck der Worte des Genossen Hudson, der unter Hinweis auf man einmal die Berufsspekulation, dann aber auch die Hamsterer stellt und in vollem Einvernehmen die ihr in der Verordnung und seinen auf der diesjährigen Jahresversammlung der Labour und im weiteren Sinne alle am Devisengeschäft Beteiligten ver- den dazugehörigen Ausführungsbestimmungen zugewiesene Ueber Party angnommenen Antrag von den deutschen sozialistischen steht, verantwortlich zu machen, sondern ausschließlich Banten, wachungsaufgabe übernommen. Bezifisten verlangte, ihre Partei zu veranlaffen, eine Resolu- Handel und Industrie. Alle übrigen sind mehr oder minder MitDer Pfennig im Aussterben. Der Wirtschaftspolitische Ausschuß tion anzunehmen, die sich für völlige brüstung und läufer. In erster Linie wird aber der Vorwurf die Banten ftritte Kriegsdienstverweigerung ausspreche. Es wird treffen, die es in ihrer Macht haben, die von ihnen beaufsichtigten des Reichswirtschaftsrats beschäftigte fich in seiner letzten Sizung meiner Ansicht nach an den sozialistischen Pazifisten selbst liegen, Firmen zu zwingen, dem Devisenmarkt verfügbare fremde Zahlungs- mit einer Eingabe des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen cb ein derartiger Antrag durch die Parteigesamtheit angenommen mittel zur Verfügung zu stellen und das Aufstapeln von Devisen wirtschaftlichen Interessen im Rheinland und Westfalen, die den Fortfall der Pfennigzahlungen und Pfennigrechnungen angesichts mird oder nicht. Der Leipziger Rongreß nahm in Ergänzung zu verhindern. Von dieser Berantwortung fann fie nichts ent- ber starten Geldentwertung empfiehlt. Es wurde beschlossen, die rcch eine Resolution an, die die Kontrolle der Waffen- binden, auch nicht die Tatsache, daß an der Form der Verordnung Reichsregierung zu ersuchen, daß im staatlichen Geldver und Munitionserzeugung durch Organe des Bölkerbundes noch manches zu bemängeln ist und daß deshalb auch wir ihren fehr Beträge bis zu 50 Pfennig nicht mehr in Anund der internationalen gewerkschaftlichen Organisationen fordert Ausbau zu einer Reihe umfassender Gefeßesmaßnahmen wünschen rechnung tommen, Beträge über 50 Pfennig auf volle Mark und die Bedingung stellt, daß aus der Herstellung beider keine und fordern. Das Volt ist in Not, und wenn einzelne Boltsteile nach oben abgerundet werden. Es wird erwartet, daß die Privatprivaten Gewinne erzielt werden dürfen. zur Erzielung von privatem Gewinn sich über die Interessen der wirtschaft diesem Borgehen folgen wird. Wetter bis Montag mittag. Troden und vielfach beiter, teilweise Gesamtheit hinwegfeßen, so wird man verschärfte Mittel anwenden müssen, um die spekulativen Treibereien am Devisen- etwas nebelig, am Tage atemlich mild, in der Nacht zu Montag stellen weise Froft. markt, die die Teuerung verschärfen, zu unterbinden. Er richtete weiter an die Regierungen der Länder das dringende Ersuchen, die sofortige Abschaffung der alten Lehr bücher der höheren wie der Bolksschulen zu verfügen, deren Jumper 3500.Rock 1950.Beschreibung nebenstehend. S Reichsbank und Devisenverordnung. Mit welchen Mitteln die Devisenfpetulanten arbeiten, um die Devisenordnung unter allen Umständen vor der Deffentlichkeit in Mißkredit zu bringen, erfieht man daraus, daß ein Börsenblatt eine Darstellung bringt, wonach die Reichsbant ihre Mitwirtung bei der Verordnung verweigere. NIsrael GEGR. 1815 BERLIN C KÖNIGSTR.* SPANDAUERSTR. Damenkleidung Abbildung aus reinwoll. 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Beilage des Vorwärts fieht man einen Schwant Die Stranddiva", unangenehm tomisch und Bilder aus Jsland. " Sonntag, 15. Oktober 1922 der weiß, in diesem Film pulsiert Leben, in diesem Film wurde die Wahrheit festgehalten. Berühmte holländische Schauspieler verkörpern Heijermans Der Meister der nordischen Filmregie, Mauriz Stiller, erregt mit Gestalten. So sieht man Marie de Boer van Ryk als Kniertje Vermeer. dem neuen Svenskafilm Die Landesflüchtigen" im Marmorhaus In dieser Rolle ist sie unvergeßlich, fie stellt diese Fischerwitte nicht dar, wieder Bewunderung für die außerordentlich subtile Stunft seiner Spiel- nein, fie lebt fie. Sie ist ganz die von Sorgen, seelischen Leiden und dem leitung. Unbedeutend ist die Handlung( gerade im Film dürfte Handlung Daseinstampf ausgemergelte Fran, Wert legend auf die gute Meinung des nichts Beiläufiges, müßte fie Wesentliches sein!). Und dennoch, wieviel Dorses, ein Nichts in der Hand des Schuftes von Schiffsreeder. Ihr bleibt Feinheit in der Gliederung, wieviel Regiewille in dem ausbalancierten Spiel, nur das völlige Entsagen, das Sichselbstversteinern im Schmerz. Mare in der künstlich ausgeglichenen Ensemblewirkung, in der überlegten, durch Tentare ist eine lebenswahre Jo. Namentlich reißt sie in ihrer Herzens. und Todesangst um den Geliebten zum Mitempfinden fort. Willem van der Veer ist ein fraftstrogender, freiheitsliebender Geert und Fritz Bout meester ist überzeugend als aus der Art geschlagener, wasserscheuer Barend, der trop der Auflehnung seines ganzen Seins doch in den Tod des Er trintens gehegt wird. e. b. Allgemeine Funktionär- Berjammlung Tagesordnung: Der Wahlverein in Brandenburg zählte nach dem Quartalsbericht seiner legten Mitgliederversammlung 1669 männliche und 302 weibliche Mitglieder. Den Bericht vom Augsburger Parteitag gab Genosse Langnidel- Rathenow. Abg. Sidow berichtete über die Einigungsvorbereitungen im Bezirk Brandenburg. In den Bezirksvorstand treten sechs Vorsitzende der USP.- Unterbezirke ein, in den Bezirksausschuß zwei Vertreter der USP., von der drei Unterbezirkssekretäre übernommen werden. Einstimmige Annahme fand eine Entschließung, die sich gegen das Verhalten der sozialistischen Minister bei der Abstimmung über Erhöhung des Preises des ersten Drittels der Getreideumlage der Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre der BSPD. am wender und von der Reichstagsfraktion erwartet, daß sie sich mit Montag, den 16. Oktober 1922, abends 7 Uhr, in der allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln einer Preiserhöhung wider Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23: setzt. Borsitzender Bellin gab zu dem Thema„ Not der Parteipreffe" bekannt, daß dem Beispiel der Gewerkschaften in Brandenburg folgend u. a. die sozialistischen Beamten und Angestellten der Stadtverwaltung dem Parteiorgan 36 000 M. zur Verfügung stellten. In die Presse tommission wurde zum Nachfolger Casparis Genosse Schernikau gewählt. Ferner wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, zum zweiten Bürgermeister Zutritt haben die Parteifunktionäre der früheren USPD. soll nur ein Sozialdemokrat gewählt werden. mit der grünen Ausweiskarte, die Gewerkschaftsfunktionäre In Mecklenburg- Schwerin stellen sich der Einigung noch Sem- der früheren USPD. mit roter Ausweistarte und fämtliche mungen entgegen. In einer gemeinsamen Versammlung der SPD. Funktionäre der SPD. mit Ausweiskarte für das Jahr 1922. und USP. in Schwerin trat Bedebour als Korreferent dem Parteimitgliedsbuch vorzeigen! Referenten Gen. Künstler Berlin entgegen. Tretet aus der Regierung aus" schloß Ledebour- und wir werden uns zufammenfinden". Zu einer Entscheidung kam es nicht. Der Vorfigende Moltmann gab der Hoffnung Ausdruck, daß, obgleich die Genossen von der USP. die Einigung noch nicht vollziehen zu fönnen glauben, die bevorstehenden Kämpfe uns bald zusammen führen werden. Die zeitweise stürmisch verlaufene Versammlung ging unter dem Gesang der Arbeitermarseillaise auseinander. Der Tag der Einigung in Kiel am 12. Oktober vollzog fich in festlicher Versammlung im Gewerkschaftshaus. Redner war Genosse Serz. Güth und Eggerstedt, die Vorsitzenden der alten Ortsvereine, bekräftigten seine Ausführungen und schloffen die Einigung durch Handschlag. Die Jugend trug durch ein lebendes Bild zur Würdigung des Tages bei. Filmschau. Die Filme der Woche. Gine Tänzerin, vollkommen richtig gehend verlobt, begegnet einem fiber die Maßen vornehmen Anbeter im Spiellaal eines jener gigantischen lpenhotels, wo man durch Bacarat und Roulette die Natur profaniert. Buerst ruiniert sie ihn ein bißl im hasard, und als er dann va banque um ihre Gunst spielt, stellt sie ihm eine Falle, die ihn als Dieb ins Gefängnis bringt. Daraus rettet sie ihn nach allerlei Hindernissen, denn er ist in zwischen stolz geworden- na, und endlich friegen fie fich auf sehr mondane Weise. Wie erschreckend einfallos ist diese Handlung, die Nolf v. Banlov dem Film„ Die Macht der Versuchung" Uraufführung in den Mozartsaal Lichtspielen zugrunde gelegt hat. Berrbilder felbft jener feudal wurmstichigen Welt, in der sich mit uns die Kunst lang. weilt. Paul Ludwig Stein führt die Negie; mit unleugbarer Sicherheit im Rhythmus dieser Sphäre und mit Gefühl für Kontraste zwischen Natur und Brunt. Die Gesellschaftsszenen atmen Echtheit und sind nicht durch Komparjenungeschid gestört. Frederik Fuglsand hat vorbildlich photographiert. Theodor 2003 zeigt glaubhaft den seelisch brüchigen Abenteurer, Lil Dagover mit Augentraining die weibchenhafte Tänzerin.- Vorher Reparations- und Währungskrise. Referent: Genosse Rudolf Hilferding. fühlten Auflösung der Vorgänge in fatt getönte oder zart hingehauchte, immer mit Stimmung gesättigte Bilder. Wie ökonomisch die raffiniert gefeßten Großaufnahmen, die ganze Dialoge aus der Stummbeit des Bildes heraus förmlich zum Klingen bringen. Wahrlich, es ist nur diese große Regiekunst und diese delitate Photographie der Nordlander, die von der bedeutungslosen und logisch oft anfechtbaren Handlung vom Schidjal politischer Flüchtlinge solche Resonanz ermöglichen. Dramatisch, literarisch, ein Nichts filmisch eine Augenweide. Die Tänzerin Jenny Hasselquist und Jvan Hedquist ragen aus dem vorzüglich temperierten Ensembles p- s spiel hervor und verdichten Begebenheiten zu menschlichem Erlebnis. Der Mensch vor 100 000 Jahren. Der populärwissenschaftliche Film hat noch ungeheure Gebiete zu erobern. Es ist darum immer erfreulich, wenn von ihm neue Reiche betreten werden. Zwei Männer von gutem Namenstange haben zusammengewirkt, um einen anthropologiſch prähistorischen Film( für die Mercator- Film- Bef.) gefchaffen: Dr. D. Hauser, der erfolgreichste Ausgraber und Erforscher des Urmenschen, und Dr. Adolf Heilborn. Aber wie es so im ersten Eifer geht, nahmen sie sich auf einmal etwas zu viel vor. Sie wollen im Film und Standbild darstellen, wie der Mensch wird( Keimesgeschichte), wie der Mensch wurde( Stammes. geschichte), wie die Menschheit war( Urgeschichte). Das ist für einen Film auch manches lüdenhaft. Die Keimesgeschichte des werdenden Menschen u biel, man fönnte drei und mehr daraus machen. Und so blieb benn wäre ein vortreffliches Thema für einen Tridfilm und ebenso ließe sich die Stammesgeschichte viel instruktiver ausbauen, als es in dieſer leberschau bon Bildern aus dem Zoologischen Garten erfolgte. Freilich gehört zu einem solchen Film bas für seinen ganzen Ablauf erläuternde Wort, nicht nur eine Einleitung( und erfreulicherweise hat Dr. Hauser diesen Fehler bei den späteren Aufführungen( in der Urania) wieder gutgemacht. Aber als erster Versuch ist dieser Film trotzdem begrüßenswert. Das Film technische muß eben für solche Gebiete erst erobert und erprobt werden. Sehr erfreuliches auch in reinen Filmszenen bot der dritte Teil, der sehr anschauliche Bilder aus der modernen Ausgrabungstechnit zeigte und vor allem verschiedene Typen des prähistorischen Menschen in sehr guter Regie( beim Herstellen der Geräte, Feuermachen), als Jäger, als Künstler, als Verteidiger vor Augen führte. Dieser Weg muß weiter beschritten merden, und wenn das erklärende Bort dazu kommt, tönnen wir so eine wahre Kulturgeschichte in beweglichen lebenden Bildern bekommen, die in ſtruttiver ist als Buch oder Vortrag für fich. Freilich der Schwierigkeiten find zahllose, denn ein prähistorisches Milieu herzustellen, geht vielfach über die Strafte des Wissenschaftlers. Hier muß daneben auch die künstlerisch schöpferische Phantasie mitbauen. Wir wünschen und hoffen, daß diese Anfänge Fortsetzung finden und die Resultate des Wissens in die gangbarste Form aller Aufklärung: bildund filmmäßig übersetzt werden, Jugendveranstaltungen. Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin. h.d. Wildnis", ein Hagenbed- Großfilm, erlebte mit bestem Erfolge seine Uraufführung in der Alhambra. Das Manuskript hat in geschickter Weise die Dinge angeordnet, um möglichst viel Geschehen in die Bildnis berlegen zu fönnen: drei Handlungen sind miteinander verknüpft. Go werden der leichtsinnige Sohn des Hauses durch Schulden und recht be dentliche Streiche, der angehende Schwiegersohn durch falsche Beschuldi gungen, die gegen ihn erhoben wurden, und der Sekretär durch Liebe zu der auf einer Farm lebenden Kufine nach Afrika gelodt. In der Wüste gibt es dann allgemeine Versöhnung und die Aussicht auf zwei Hochzeiten in Europa. Die Photographie steht auf beachtenswerter Höhe. Neuartige, statt. iehrreiche und unbedingt eindrudsstarke Bilder werden mit allerfeinstem 7 Uhr. Eintritt 5 M. Geschmad übermittelt. Die Tieraufnahmen find das Zeugnis innigfter Beobachtung und natürlich größter Sachkenntnis. Die Schauspieler geben allesamt ihr Bestes. Ein an und für sich verwöhntes Publitum tobte Beifall. Bon entzückender Frische bei einer bis aufs i- Tüpfelchen ausgenugten dalen zur tapitalistischen Gesellschaft". Situationsfomit ist der Harold- Lloyd- Film Er nnd die Polizisten". Bon dem Wirbelwind urdrolligster Begebenheiten tamen einigen Zuschauern und Donnerstag von 18 Uhr bis 10 Uhr im neuen Jugendheim, Gemeinde. gelachte Tränen in die Augen e. b. Hoffnung anf Segen", Helfermans belanntes Drama, wurde, der Bucht der Borte beraubt, zum Film. Sie hinterließ in den Nichard. D3 wald Richtspielen einen starken Eindrud von so anhaltender Wirkung, daß wohl mancher Zuschauer zum Nachdenken angeregt wird. Jede Effekthascherei hat man abgelehnt, ganz einfach läßt man nur das Geschehen wirken und das Milieu, aus dem heraus solches Geschehen wuchs. er aber einmal, nicht als tändelnder Bergnügungsreisender, sondern als mitempfindender Mensch in einem Fischerdorf lebte, wer die Küfte fennt, Gruppe Schönhauser Borftabt L. Heute, Sonntag, findet ein Berbeabend Sur Aufführung gelangt das Buppenspiel Doktor Faust". Anfang Morgen, Montag, den 16. Oktober: Friebenau. Jugendheim Offenbacher Straße 5a, Bortrag: Bon der fettSüd- Ost, Köpenider Biertel. Die Beranstaltungen finden jeden Moning Schule Manteuffelstraße 7, statt. Sozialistische Proletarierjugend Groß- Berlin. Am Mittwoch, den 18. Ottober, abends 18 Uhr, findet in ber Beinmeister ftraße 16-17, eine Gigung des Zentralvorstandes statt. Tagesordnung: Bericht von der Reichsausschußigung. Alle Mitglieder bes 8entralvorstandes müken unbedingt erscheinen. Genossen, die am 28./29. Oktober an der Reichslonferens der Zentrale anmelden. in Leipzig teilnehmen wollen, müssen sich spätestens bis zum 20. Oktober in Nordosten. Jugendchim Chriftburger Str. 14, Gigung der Arbeitsgemein schaft. VOX HAUS MONTAG 16OKTOBER LEONARD VOX- MUSIKINSTRUMENTE UND VOX. 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