Nr. 496 39.Jahrgang Ausgabe Nr. 244 Bezugspreis: Für den Monat Oktober 250,- M., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Buremburg 346,- W, für das übrige Ausland 515,- M. Poftbeitellungen nehmen an Belgien, Dänemark Eng. land, Eftland. Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luremburg, Dester. reich, Schweden, Schweiz. Tschechoflowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage„ Eiedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Mark Anzeigenpreis: Die einipaltige Nonpareillezette toftet 60,- M. Reflamezeile 300,- 02. Aleine Anzeigen" das tettgedruckte Wort 14, M.( zulässig zwei fettgebruckte Worte), jedes weitere Wort 12, M. 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Die Regierung hat beschlossen, fofort zurüdzutreten. London, 19. Oktober, 7,53 nachmittags.( Reufer.) Dem Vernehmen nach hat Bonar Law den Auftrag, ein Kabinett zu bilden, angenommen. W Lloyd Georges Laufbahn. Der jett horchend, nicht dem eigenen Triebe threr unglücklichen Liebe zu den Konservativen völlig entsagen, so wäre damit für Mit Moyd George verschwindet von der politischen Weltbühne eine Wiederannäherung der beiden liberalen Richzum mindesten einstweilen einer der bedeutendsten Staatsmännec tungen der Boden geschaffen. Die bisher regierende Koalition bestand aus 366 Konser- der Neuzeit. Dieses Lob werden ihm auch seine schärfsten Gegner vativen und 124 Liberalen. 35 Liberale standen mit der Ar- nicht versagen können, denn sowohl die Laufbahn wie auch die beiterpartei, die 76 Size hat, in der Opposition. Das war Leistungen des zurückgetretenen Premierministers find in vielfacher das Ergebnis der Khali- Wahlen", auf deutsch: der feld grauen Hinsicht unvergleichlich, und die Tatsache, daß er vor allem an seinen London, 19. Oftober, 3,45 nachmittags.( Reuter.) Wahlen, die unter dem unmittelbaren Eindruck des Sieges eigenen Fehlern gescheitert ist, wird niemanden verkennen lassen, daß Der König ist heute nachmittag hier eingetroffen. Lloyd vorgenommen wurden. Daß jetzt die bevorstehenden Neuer zu den Großen gehört, deren Name und Wirken in der WeltGeorge wird, nachdem er sich mit feinen Kollegen besprochen wahlen eine ganz andere Zusammensehung des Barlaments geschichte verzeichnet bleibt. David Lloyd George ift, wie schon sein teltischer Name haben wird, vom König empfangen werden. Inzwischen sind ergeben werden, ist selbstverständlich. Allgemein rechnet man Leslie Wilson, der Haupteinpeitscher der Unionisten, der mit einem gewaltigen Aufstieg der Arbeiterpartei. beigt, in Wales geboren, im Städtchen Carnavon als Sohn sehr Handelsminister Baldwin, der Minister für Landwirt- Bor allzu optimistischen Erwartungen warnt aber das Resultat bescheidener Leute und verbrachte seine Jugend in recht dürftigen schaft und Fischerei, Griffith- Boscawen und der neuesten Erfahwahl in Newport Monmouth, Berhältnissen. Doch mit Hilfe eines etwas wohlhabenden in Schott Amery, bereits zurüdgetreten. wo der Konservative mit 13 515 Stimmen gewählt wurde, land lebenden Onkels, zu dem er als Student zog, gelang es ihm, während der Arbeiterparteiler mit 11 425 Stimmen als Jura zu studieren und Rechtsanwalt zu werden. Doch sollte London, 19. Oktober, nachmittags.( WTB.) Die zweiter, der Liberale mit 8841 Stimmen als dritter unterlag. die Anwaltspraxis sehr bald nur für ihn eine Nebenbeschäftigung heutige Konferenz der Unioniffen faßte mit 186 gegen Die Arbeiterpartei hat zwar gegenüber der" Khafi- Wahi" werden, da er sich in der Hauptsache der Politik zuwandte und dank 67 Stimmen eine Entschließung, die besagt, die konservative über tausend Stimmen gewonnen, aber die Aufstellung eines feinem Rebnertalent bereits mit 27 Jahren im Wahlkreis feiner Partei sei zwar Willens, mit den Koalitionsliberalen zu- unabhängig- liberalen Kandidaten hatte ihr gewaltig Abbruch Geburtsstadt als Abgeordneter gewählt wurde. jammenzuwirken, follte aber der Wahlkampf kommen, fo werde sie ihn als unabhängige Partei mit eigenen Führern getan. Die Konservativen verloren nur wenige hundert Stim- neunundfünfzigjährige ist demnach bereits seit 32 Jahren Mitglied und eigenem Programm durchführen. men und behaupteten den Kreis. Man geht taum fehl mit des Unterhauses. Schon sehr bald nach seinem Eintritt in das Parlader Annahme, daß dieses unerwartet günstige Ergebnis die ment war er als ersttlasfiger politischer Redner allgemein bekannt. Konservativen in ihrer Absicht, gegen die Koalition jetzt den Er gehörte der liberalen Partei an, die damals unter Gladstone Regierungspartei war, jedoch bereits 1895 durch die Bildung des Die Londoner Telegramme, deren entscheidende an die entscheidenden Stoß zu führen, bestärkt hat. Spike gestellt sind, zeigen in ihrer zeitlichen Reihenfolge die Die Lage ist im Augenblick noch so verworren, daß sich dritten Ministeriums Salisbury in die Opposition gedrängt wurde, letzten ursächlichen Zusammenhänge der englischen Regierungs- über ihre weitere Entwicklung keinerlei Voraussagen machen in dem neben Konservativen auch sogenannte unionistische Liberale frise.. Die Konferenz der Unionisten- es handelte sich um lassen. Auch die für uns überaus wichtige Frage, welche aus faßen. Von dieser Zeit her bis zum Jahre 1903 befand sich Lloyd eine engere Körperschaft, ein größerer Parteifongreß follte wärtige Politik England fünftig treiben wird, ist völlig George mit seiner Partei in der Opposition und wurde wiederdemnächst zusammentreten-hatte ihre Beratung um 11 Uhr in der Schwebe. Niemand weiß, von welchen Männern und holt von ihr als Redner vorgeschicht, insbesondere zur Bekämpfung vormittags begonnen. Ihr Beschluß scheint sehr rasch gefaßt von welchen Ideen das größte Reich der Erde in der nächsten der allgemeinen Bolitit der Regierung während des Buren. frieges. worden zu sein. Er bedeutet die Auffündigung des Beit beherrscht sein wird, das einzige, was sich mit einiger WahrSozialliberaler und Pazifift. Roalitionsverhältnisses, das die Konservativen scheinlichkeit voraussagen läßt, ist dies, daß der Kampf der ( oder Unionisten) mit dem größeren Teil der Liberalen ver- Interessengruppen und Gedankenrichtungen nicht sobald zu Im Jahre 1908 trat nach den damaligen Neuwahlen jene be bunden hatte. Wahlen gelten als unvermeidlich und stehen vor einer flaren Entscheidung gelangen wird, daß vielmehr eine deutsame Aenderung des Regierungsfurfes ein, als infolge der der Türe. Da England feine Stichwahlen fennt, vielmehr längere Dauer der großen politischen Krise zu erwarten ist. Niederlage der Konservativen wieder ein liberales Kabinett unter gleich im ersten Wahlgang derjenige Randidat als gewählt gilt, Für diese Annahme spricht auch der Umstand, daß diefe poli- Campbell Bannerman ans Studer gelangte. Doch stand der die meisten Stimmen bekommen hat, besteht von altersher tische Krise mit einer wirtschaftlichen Krise in engem Zu- damals Lloyd George auf dem äußersten linken Flügel seiner Partei die Neigung, dreiföpfige Wahlkämpfe" nach Möglichkeit zu fammenhang steht. und bildete zusammen mit Winston Churchill eine sogenannte vermeiden und zwischen einander nahestehenden Gruppen von Die lebernahme der Kabinettsbildung durch den Konser- i ungliberale Gruppe, die in mancher Beziehung noch radipornherein gemeinsame Kandidaturen zu verabreden. Wenn vativen Bonar Law bedeutet noch keine Entscheidung. taler war als die furz vorher ins Leben getretene Arbeiterpartei. Die Konservativen beschlossen haben, bei den Wahlen ohne Rüd- Bonar Lam ist der stärkste persönliche Vertreter der stärksten Als nun nach den Wahlen von 1907 sich in der englischen öffentlichen ficht auf ihre liberalen Koalitionsbrüder gesondert vorzugehen, Partei des Unterhauses und er war es, der durch seinen Brief Meinung ein fühlbarer Zug nach links bemerkbar machte, und demfo beweisen sie damit nicht nur ihr Vertrauen zu ihrer eigenen an die„ Times" und durch sein Verhalten auf der Konferenz zufolge eine Regierung Asquith berufen wurde, da trat auch der Stärke, sondern auch ihre Gleichgültigkeit gegenüber dem an dem Sturz Lloyd Georges hervorragend mitwirkte. Die verhältnismäßig noch junge Lloyd George als Finanzminister Schicksal der Liberalen, die zwischen den beiden starten Geg- Arbeiterpartei steht ihm mit fch är fftem miß in das Stabinett ein, zum nicht geringen Entfegen der fonservativen nern, Ronservativen und Arbeiterpartei, in eine äußerst be- trauen gegenüber und befürchtet von einer entscheidenden und der fapitalistischen Kreise überhaupt, bei denen er den Ruf eines drängte Lage geraten. Beeinfluffung der auswärtigen Bolitik durch ihn das ganz oten" genoß. Das Wirten des Kabinetts Asquith. Unmittelbar nach der Konferenz, wenn nicht schon Schlimmste. Aber er fann bestenfalls, wenn ihm die Rabinetts- loyd George, in dem Sir Edward Grey Außenminister war, während ihres Verlaufs in sicherer Voraussicht ihres Ergeb bildung gelingt, zunächst nur der Premierminister des Ueber- ift in der Tat durchaus fortschrittlich gewesen, indem im Innern nifies, erklärte ein Teil der konservativen Mitglieder der Koali- gangs und der Wahlen sein, deren Ausgang durchaus unbe- bedeutende Sozialreformen durchgeführt und das von den Konsertionsregierung ihren Rücktritt. Es handelt sich offenbar um ftimmt ist. Niemand weiß, ob ihr Ergebnis fonservative pativen erbittert befämpfte Homerule- Gefeß für Irland tatkräftig gejene Mitglieder, die innerlich zur Konferenzmehrheit standen Alleinherrschaft oder Rechtskoalition gegen eine starte Oppo- förbert wurde, während auf internationalem Gebiete die Tätigkeit und mit dem Koalitionsgedanken schon gebrochen hatten. Unter sition der Arbeiter oder schließlich eine Linkskoalition( unab- dieses Kabinetts einen ausgesprochenen pazifistischen Zug aufden eilig zurückgetretenen befinden sich die toalitions hängige Liberale und Arbeiter) bringen wird. Davon aber wies. In diese Beit fallen die zweifellos ehrlichen Annäherungsbeftrebungen Englands an Deutschland, die treuen Minister aus den Reihen der Konservativen, wie hängt die endgültige Gestaltug der Regierung ab. 3. B. Chamberlain, nicht. 3wei Stunden nach diesem teil- So bleibt uns nur übrig, der weiteren Entwicklung der in dem Besuch des Kriegsministers Lord Haldane in Berlin' gipfelten, weisen Einsturz brach das ganze Gebäude der Regierungs- Dinge, die tiefgehende Rückwirkungen auch für Deutschland und die vor allem an der Verständnislosigkeit und Beschränktheit toalition zufammen und riß mit seinem Sturz auch den Mann haben wird, mit gespannter Aufmerksamkeit entgegenzusehen. Der wilhelminischen Diplomatie scheiterten. mit, der in der Geschichte Europas seit 1916 die weitaus größte M Die entscheidende Abstimmung der Konservativen. Das Kriegskabinett Lloyd George. Figur dargestellt hatte: 21oyd George. England steht in einer großen Krise nicht nur der Ne- London, 19. Oftober.( TU.) Die heutige Sigung der Konser- Als der Krieg ausbrach, war Lloyd George nicht mehr der ganz gierung, sondern auch seines ganzen Parteiwefens. Für die vativen, welche die Forderung des Rücktritts der Lloyd- George- Re- Radikale von ehedem und nur drei Mitglieder des Kabinetts, Neubildung der Regierung und den Ausfall der Wahlen wird gierung zum Beschluß erhob, stand unter dem überwiegenden Ein Burns, Morien und Trevelyan, rückten von der Politik es von entscheidender Bedeutung sein, wie sich die Verhältnisse fluß von Benar Law. Er war der Hauptredner gegen das Greys, der zweifellos auch einen Anteil der Schuld am Kriege ininnerhalb der fonservativen und der liberalen Partei in den Weiterbestehen der Koalition. In einer marfanten Rede betonte folge seiner Unsicherheit trug, ab und traten aus der Regierung aus. nächsten Stunden und Tagen gestalten werden. er, die Unabhängigkeit der konservativen Partei fet notwendig, da- Lloyd George und Churchill dagegen sekten sich rückhaltlos für die Die Konservativen sind noch ungespalten, aber mit das Parlament seine Einigkeit wiedererlangen könne. Diese Kriegspolitik ein, was vielleicht darauf zurückzuführen ist, daß sie Don Spaltung bedroht. Gelänge es, den bisherigen Erklärung Bonar Laws machte einen großen Eindruck und scheint feit dem Scheitern der Mission Haldanes an den Friebenswillen Roalitionsliberalen einen Teil von ihnen zu sich herüber- in erster Linie das Ergebnis der Abstimmung herbeigeführt zu Deutschlands nicht mehr glaubten. Doch der pazifistische Auf der zureißen, so würben ihre Aussichten, wieder in die Regie- haben. Diese fiel dahin aus, daß sich 186 Mitglieder für seine Un- Regierung Asquith war in den Augen weiter Teile der englischen rung gehen und gute Wahlen machen zu können, dadurch abhängigkeitserklärung aussprachen, während nur 87 Stimmen die Deffentlichkeit, je länger der Krieg dauerte und je fritischer die milimefentlich verbessert. Noch am Freitagabend waren in der Politit Chamberlains für das Weiterbestehen der Koali tärische Lage für die Entente zu werden schien, eine schwere BePonservativen Bertei Berhandlungen lebhaft im Gange, um tion billigten. Man erwartet, daß die Wahlen jetzt recht balb ab- laftung. Asquith galt, ebenso wie Bethmann Hollweg in eine Formel zu finden, die den Zusammenhalt der auseinander gehalten werden. Bermutlich werden die Konservativen, die. nun- Deutschland, als zu lau und sogar die von ihm nach einigem Zögern strebenden Flügel ermöglichen sollte. mehr ihre Unabhängigkeit erklärt haben, dabei ihr eigenes. Pro eingebrachte Vorlage über die allgemeine Wehrpflicht vermochte gramm verfechten. Banar Law hat allerdings in seiner Rede durch nicht, ihm das Bertauen des in nationalistischer Psychose befangenen bliden laffen, daß eine Zusammenarbeit mit den Koalitionsliberalen englischen Boltes zu verschaffen. Die öffentliche Meinung, die da nicht ausgeschloffen sei, mals von der Northcliffe- Presse beherrscht wurde, verlangte nach Die Liberalen find gespalten, da ein Teil von ihnen unter Asquiths Führung die Koalition von vornherein nicht mit machte. Würden jetzt die Koalitionsliberalender Rot ge Die Khati- Wahlen. Die ruffisch- französischen Beziehungen. einem tatkräftigeren Führer und da die hinreißende Beredsamtett felbft auszugeben, und er mußte fich begnügen, diese Aufgabe geraten, Bonar Law aufzuforbern, die Regierung zu bl von Lloyd George sich jezt im Sinne des rücksichtslosen Krieges aus- stückweise und auf Umwegen vorwärtszutreiben. In San den. Man erwartet, daß nach der Bildung der neuen Regierung wirkte, wurde er ganz natürlicherweise bei der ersten Gelegenheit Remo, Spa, Boulogne, Cannes und wie die Orte alle heißen, in unter Bonar Law das Parlament aufgelöst wird und Neuwahlen ( Anfang 1916) zum Ministerpräsidenten ernannt. Er bildete damals denen die unzähligen Konferenzen des Obersten Rates stattgefun- anberaumt werden. Als Lloyd George heute nachmittag vom Buckingham- Balast, wo ein Koalitionsministerium, in dem neben friegsfanatischen Liberalen den hatten, versuchte Lloyd George in allen Fragen mäßigend mie Churchill auch zahlreiche Konservative saßen und in das später auf Frankreich und im Sinne der Revision zu wirken. Das er dem König sein Rücktrittsgesuch unterbreitet hatte, nach Downing sogar, als die Lage für die Entente immer schwieriger murde, auch gelang ihm aber immer nur zu einem sehr geringen Teil. Auch er Street zurückkehrte, erwartete ihn dort im Flur eine Abordnung von Führer der Arbeiterpartei eintraten. Die Reden von Lloyd George mußte sich schließlich stets damit begnügen, das Schlimmste zu ver- Bergarbeiterbelegierten unter Führung von Hodge, Don deren die für heute nachmittag zu einer Unterredung mit dem Premiermährend des Krieges find wahre Meisterwerte der Rhetorit, aber hüten, und unterschrieb jedesmal Bereinbarungen, auch der Demagogie. Aber sie verstanden es großartig, das Bolt Wahnsinn er selbst überzeugt war. Der einft allmächtige Premier- minister eingeladen worden war. Lloyd George begrüßte die Abzum Durchhalten anzufeuern, so 3. B. seine berühmte Rede im Juli minister sah, wie feine Stellung innen politisch ebenso wie ordnung mit den Worten: Ich bin nicht der Premier. 1917, als nach der russischen Revolution eine Welle der Kriegsmüdig- außenpolitisch immer mehr erschüttert wurde. Unter minister!" Wie verlautet, fann angenommen werden, dah felt über England ging, jene Rede, in der er das Beispiel des Hoch der Führung von Northcliffe wandte sich ein immer größerer Teil einige unionistische Minister auch weiterhin 3 touristen anführte, der furz vor dem Gipfel der Ermattung zu unter- von Ronservativen gegen ihn, die Asquith- Liberalen bekämpften ihn Lloyd George stehen werden, der, was durchaus nicht unliegen scheint, das Umtehren erwägt und sich schließlich bei dem nach wie vor, und immer drohender wuchs die Macht der Arbeiter möglich erscheint, nach Uebernahme der Regierung durch den neuen Gedanken an die herrliche Aussicht, die ihm oben bevorsteht, doch partei. Die meisten Ersazwahlen endeten mit einer Ratastrophe Premierminister eine neue Partei bilden wird. Bemerkensnoch aufrafft und das letzte Stüd des mühsamen und gefährdeten für die Koalition und mit einem Triumphe für die Labour Party. wert ist, daß die politischen Reden, die Lloyd George in Leeds und Weges erflimmt. Namentlich die Fortschritte der Arbeiterpartei zwangen ihn, in der in der Guildhall zu halten beabsichtigt, nicht abgesagt werden. Außenpolitik Farbe im Sinne der Revision von Bersailles zu beDer Fehlschlag des rücksichtslosen Ubootkrieges, der England fennen. Damit wuchs aber zugleich auch die Gegnerschaft der nur verhältnismäßig geringe Schwierigkeiten verursachte, dafür aber Franzosen gegen ihn. Nach dem Sturz von Briand und seit dem Mostau, 19. Oft.( MTB.) Die Moskauer Presse veröffentlicht das amerikanische Millionenheer auf die Schlachtfelder Europas Regierungsantritt Poincarés gewann der kombinierte Rampf der Seite an Seite mit den Alliierten brachte, sollte ihm recht geben. Northcliffe- Bresse und der franzöfifchen Regierung gegen ihn zu eine längere Auslassung Lenins über die russisch- französischen Be Als Deutschland im Herbst 1918 geschlagen die Waffen niederstrecken sehends an Schärfe. Auch im Innern Großbritanniens wuchsen ziehungen. Lenin erklärt, Räterußland und Frankreich seien darauf mußte, da war Lloyd George der populärste Mann in Eng- die Schwierigkeiten immer mehr. Zu der Arbeitslosigkeit angewiesen, das europäische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten; eine land, genau wie Clemenceau in Frankreich. Unter geschicktester und kam noch das irische Problem hinzu. Einen Augenblid lang, Besserung ihrer Beziehungen sei daher wünschenswert. England rücksichtslosester Ausnutzung der Siegerstimmung ließ Lloyd George als es nämlich dank der mit Geschicklichkeit gepaarten Zähigkeit von verletze in der orientalischen Frage gleichzeitig die Interessen FrankNeuwahlen vornehmen, an denen fich das Heer beteiligen durfte Lloyd George gelungen war, die irische Frage befriedigend zu lösen, reichs und Rußlands. ( daher der Name Khatiwahlen). Es gelang Lloyd George für da schien es, als ob sich seine Stellung befestigen würde. Hätte diefe Wahlen einen mächtigen Block zu bilden, der, bis auf die Links- er damals Neuwahlen ausschreiben lassen, wie man ihm vielfach liberalen unter Asquiths Führung, das gesamte Bürgertum nahelegte, dann wäre er vielleicht noch als Sieger hervorgegangen. umfaßte. Konservative und Liberale einigten sich über gemeinsame Er verstand jedoch diese Gelegenheit nicht auszunigen, und nun Kandidaten in allen Wahlkreisen gegen die aus Linksliberalen holte er zu einem lebten großen Schlag aus: die Konferenz von und Arbeiterparteilern bestehende Opposition. Ebenso wie Genua dieser Block selbst das Wert von Lloyd George war, ebenso gab er ihm seine Stichworte für den Wahlkampf aus. Und diefe Parolen lauteten in der Hauptsache:" Der Kaiser muß gehängt werden und die Deutschen müssen bezahlen bis zur Grenze ihres Bermögens!" Auf das im Siegesrausch befangene englische Bolt, namentlich auf die Soldaten, verfehlte diese Demagogie ihre Wirkung nicht. Das Ergebnis der Wahlen war ein Triumph, für Lloyd George, denn die Koalition erhielt etwa fünf Sechstel aller Mandate. Für die Asquith- Liberalen, deren Führer selbst damals durchfiel, und noch mehr für die Arbeiterpar. tei, deren beste Röpfe, wie Henderson, Mac Donald, Jowett, Snowden, auf der Strede blieben, war dieses Resultat dagegen eine Ratastrophe, wobei allerdings deren wirkliche Stimmen zahl infolge des ungerechten englischen Wahlsystems bei der Man batsverteilung gar nicht zum Ausdruck tam. Bersprechungen und Wirklichkeit. Mit der Pariser Friedenskonferenz begann aber für Moyd George die Zeit, in der er vor dem Dilemma stand, entweder Parolen zu verwirklichen, deren Unmöglichkeit er selbst erkannte, eder abzublasen und den Weg der Realpolitik zu betreten. Be Berreits bei der Ausarbeitung der Friedensbedingungen von failles, die unter ununterbrochenen Rampfe mit Clemenceau vor fich ging, machte er schüchterne Bersuche, von seinen Versprechungen loszukommen. Da erwuchs ihm aber ein furchtbarer Gegner in der Person von Lord Northcliffe, der die wichtigsten eng lischen Blätter und damit die Mehrheit des Volkes beherrschte und der ihm den Rückweg zur Bernunft von Anfang an zu versperren versuchte. Indessen hatte sich das praktisch veranlagie englische Bolk verhältnismäßig rasch von seinem Rausch befreit. Bereits im Früh jahr 1919 trat dieser Umschwung bei jeder neuen Erfahwahl immer deutlicher in Erscheinung. Unter dem Eindruck der wirtschaft lichen Krise, unter der sowohl die Handelswelt und die Arbeiterschaft immer mehr fitten, machte sich besonders im liberalen Teil der Koalition ein Bestreben bemerkbar, den Versailler Bertrag zu revidieren. Für Lloyd George, der einer der Schöpfer dieses Friedens war, war es natürlich besonders schwer, die Parole der Revision Feierabend. Es ist hart hinter der letzten Borortstation. Der Zug rattert eintönig durchs Land. Das Abteil vierter Klasse ist dichtgedrängt von Menschen. Die großstädtischen Arbeiter haben den Wagen meist verlassen. Nun blinzelt das gelbe Deckenlicht flackernd über Brüde und Fenster und Menschen. Wenn die Kartoffelernte zur Neige geht, senken sich die Herbstabende trübe auf das Land. Draußen tanzen im legten Dämmer schein noch immer die buntfronigen Birken vorüber. Die Menschen im Wagen hoden stumpf und müde hinter ihren Kiepen und Säden, die prall mit den braunen Erdknollen gefüllt sind. Das Licht tänzelt über die scharfgeschnittenen Züge der wetterbraunen Gefichter. Es tänzelt über die weißen und bunten Kopftücher def Frauen, es tänzelt über das graublaue Eisen der Kartoffelhacken, an denen hier und da noch braune Erbflumpen leben. Dicht aneinandergedrängt sigen und stehen sie in der fröftelnden diden Luft des Wagens. Keiner spricht. Aber dann flattert doch fummend von Mädchenlippen eine leise Melodie auf. Ein paar halb wüchsige Burschen fallen ein. Erst scheu, in verhaltenen Tönen, gleichsam tastend. Und dann wird der Gang tauter, freier. Andere fingen mit. Die getragene Schwermut eines Volksliedes füllt den Raum. Ungeschulte Kehlen fingen. Die hohen Stimmen der Frauen werden getragen von den tiefften Klängen der fingenden Männer. Die Andacht des Liedes hat die Singenden ganz erfüllt. Mit zurückgebogenen Köpfen und weitgeöffneten Mündern fingen fie. Ihre großen Augen, in denen jetzt ein feuchter Glanz schimmert, träumen aus der Wagenenge hinaus in blühende Weiten. Eine warme Inbrunst durchzittert jeden Klang. Und das gelbe Licht flackert über die verzückten Gefighter, vertieft die Schatten mit einem braunen Unterton, hebt alle Rundungen der Körper hell heraus, verschärft jede Linie, wandelt selbst das Flüchtige in Körperliches um. Ein junges Mädel hat das Kopftuch heruntergeriffen. Nun wühlt das Licht um das trause Goldblond seirer Haare. Bei jedem Ton, bei jedem Rattern des Wagens wiegt sich ihr Oberförper schaufelnd hin und her, daß er zum sichtbaren Rhythmus des vorgetragenen Genna, Abstieg und Sturz. Als er in der Eröffnungsfigung im Palazzo San Giorgio jene allgemein mit Spannung erwartete Rede hielt, da sprach er wie ein Mann, der weiß, daß er seine legte Karte ausspielt. Wie ein Rehrreim tamen die pathetisch vorgetragenen Worte: If we fail immer wieder vor. enn wir fehlschlagen", sagte er, dann ist die Kultur Europas bedroht, dann nähern wir uns dem Chaos." Aber jeder Zuhörer wußte, daß er damit vor allem meinte: Wenn die Konferenz scheitert, dann sind meine Tage als Ministerpräsident gezählt." " Die Ronferenz ist gescheitert. Das Chaos in Europa hat sich tatsächlich verschlimmert, aber auch Lloyd Georges Stellung wurde immer unhaltbarer. Die Rebellion im tonservativen Lager gewann immer mehr an Ausdehnung, ebenso die An ziehungskraft der Arbeiterpartei auf die unter den Folgen von Versailles leidenden Maffen des englischen Boltes. Es fehlte nur noch der äußere Anstoß, um der Krise einen atuten Charakter zu verleihen. Dieser Anstoß war die griechische Ratastrophe im Orient und das ungeschickte Auftreten von Lloyd George gegen den siegreichen Mustafa Kemal. Die Arbeiter partei beschuldigte ihm mit Recht, England ohne Not beinahe in den Striog gestürzt zu haben und die Konservativen tonnten ihm mit ebenfolchem Rechte vorwerfen, Großbritannien isoliert zu haben. Die Rede in Manchester am vorigen Sonnabend war ein letzter Bersuch, das Schicksal abzuwenden, aber fie fonnte doch nicht mehr sein als ein glänzender Schwanengesang. Der Eindruck in London. Krach in der KPF. Paris, 19. Oftober.( EP.) Der tommunistische Kongreß ist heute ein Uhr nachmittag geschlossen worden, nachdem mit 1150 gegen 800 Stimmen( nach Moskaus Gebot. Red. d. B.") der Aus. schluß von Berfeuil und Mayour beschlossen worden war. Bum Borsitzenden des Parteivorstandes wurde Cachin gewählt und eine Resolution Frossard- Souvarine zur politischen Lage ange nommen. Kommunistische Drohung. Nachklänge zur Zirkus- Veranstaltung. Eine vom fogenannten Fünfzehner- Ausschuß der Berliner Be triebsräte em geftrigen Donnerstag nach der Neuen Welt" einberufene Betriebsräteversammlung beschäftigte sich mit den Borgängen am Zirtus Busch und mit den im Anschluß daran vorgenom menen Berhaftungen. Zwei Redner erstatteten dann den Bericht der Betriebsräte delegation, die gestern im Landtag erschienen war. Minister Seve ring, so erklärten sie, den man herbeigeholt habe, damit er der Delegation Rede und Antwort stehe, habe es abgelehnt, diese zu emp fangen.( Stürmische Pfuirufe. Buruf: Feigheit!"," Lump!") Die Delegation habe dann die Absicht gehabt, in den Sigungsfaal hinein austürzen, habe aber auf Anraten der Kommunistischen Fraktion davon Abstand genommen, um sich nicht des Landfriedensbruches schuldig zu machen. Im Auftrage der Angestellten und Arbeiter der städtischen Elektrizitätswerte verlas dann 3ernow eine Resolution, in ber Die Elektrizitätsarbeiter für den Fall, daß die Verhafteten nicht frei gelassen würden, den schärfften Kampf mit allen Konsequenzen ansagen. Derselbe Redner berichtete dann auch über die Verhandlum gen der Elektrizitätsarbeiter mit Oberregierungsrat Weiß und Bolizeipräsident Richter. Auf den Hinweis, daß am legten Sonntag die Arbeiter doch gerade auf Grund des Schutzgesetzes den Aufmarsch der Reaktion verhindern wollten, habe der Polizeipräsident Condon, 19. Oktober.( WTB.) Der Rücktritt der Regierung erflärt, er sei gegen jegliche Selbsthilfe, der Arbeiter. erregt, obwohl er nach dem Ergebnis der unionistischen Zusammen- fchaft und werde fie mit allen Mitteln unterbrüden. Im weiteren Berlauf der Versammlung wurden dann die techfunft im Carltonklub erwartet wurde, ungeheures Aufsehen. Die Blätter nennen das Ergebnis der tonservativen nifchen Einzelheiten der am 6. November vorzunehmenden Wahlen Versammlung den Todesstoß für die Koalitionsregierung und wei- 8um Reichsbetriebsrätekongreß erörtert. sen darauf hin, daß in der kurzen Zeit von zwei Stunden eine Zusammenfunft tonservativer Parlamentsmitglieder, die Chamberlain eigentlich dazu einberufen worden war, um seine Bofitit anzunehmen, ihn über Bord geworfen und die Unabhängigkeit der Partei hergestellt habe. Lloyd George hat dem König anDon Nun ist der Tag zu Ende. Die Knochen sind müde gearbeitet; bald dürfen sie ruhen. Singend geht es heimwärts. Das flackernde Licht will feine Ruhe geben. Bei jedem Räderstoß zuckt es auf. Dann peitscht es bligartig hell über die verzückten Gesichter der Singenden. Man wird nicht müpe, zu lauschen. Und es fällt schwer, fich ins Gedächtnis zurückzurufen, daß man taum ein halbes Hundert Rilometer von der Großstadt entfernt ist. L. Eine Grillenberger- Erinnerung. wahlfreifen große Parteiverfammlungen, deren Hauptthema bie Am 19. Oftober 1897 tagten in den sechs Berliner Reichstagswahltreifen große Parteiversammlungen, deren Hauptthema bie Berichterstattung vom Hamburger Barteitage war. Noch vor Eintritt in die Tagesordnung machten die Einberufer eine traurige Mit teilung: Karl Grillenberger war nicht mehr am Leben, und erschüttert ehrten wir sein Andenken durch Erheben von den Bläzen. Der verdienstvolle Organisator der bayerischen Partei, Jeit 1881 Mitglied des Reichstages, zuletzt auch des bayerischen Landtages, hatte noch am Bormittag in München in der Kommer eine fräftige Rede für die sozialdemokratische Wahlrechtsvorlage gehalten, war auf dem Heimwege vom Gehirnschlage befallen worden und in einem rankenhause perschieden. Das unerwartete Ableben des erst neunundvierzigjährigen Mannes traf uns alle schwer. Deutschfüdwestafrika wird von der Südafrikanischen Union als Mandatar des Bölferbundes verwaltet. General Smuts hat sich aber jüngst unzweideutig für Annexion ausgesprochen, ebenso der Administrator des Schutzgebiets. Auf der Genfer Völkerbunda tagung ist diese Haltung fritisiert worden. verbot. Und fortan wurde er immer wieder in fleinlichster Weise verfolgt und schifaniert, blieb aber seiner Sache unverzagt treu und ging im Reichstage noch oft gegen die Maßnahmen der Re gierung vor, beleuchtete namentlich das Treiben der Spione und Lock M. Sch. I fpitel, von benen er nur allzuoft behelligt wurde. „ Die Befreiten" von Bernson. Der Schutzverband deutscher Schriftsteller, Gau Thüringen, hat unter dem Namen„ Neue Bühne" in Weimar ein Unternehmen geschaffen, das Werke zeitgeröffischer Dichter darstellen soll. Am 16. Oftober fand der erste Theaterabend im Weimarer Residenztheater statt. Man gab„ Die Befreiten" von Bernson. Das Stück ist sehr start und hatte einen unbestrittenen Erfolg. Bei tatsächlichem Geschehen, wirklicher Handden Dingen. lung ist doch alles Symbol, steht der Gedanke, das Ethos hinter Schauplay ist ein Rerfer, in dem sich die Handlung geschlossen in einem einzigen Aft abspielt. Bur Rechten ein vergitterter Turm, das Männer, zur Linten ein zweiter, das Weibergefängnis. In ihm ist Eva gefangen. Sie hat ein werdendes Kind in sich beseitigt. um ihretwillen hat Adam den Mann, der sie besaß, niedergeschlagen. So ist auch er eingeferfert. Die Beitsche" in Menschengestalt eines Auffehers verkörpert, züchtigt die" Gefangenen aufs grausamste. Als Pfleger" fommt ins Gefängnis der Mann, den Adam schlug. Er ist nicht mehr der Gleiche wie zuvor. Aus dem Haß hat er die Liebe gelernt, aus den Schrecken des Krieges die Schönheit der Hilfe und des Opfers. Mit dem Pfleger kommt der Pfarrer, der in den Gefangenen nur die Sünde, das Tier sieht. Der Pfleger läßt die Gefangenen losschließen, er versucht den Bertretenen, Berbitterten den Glauben an sich selbst zu geben. Er will ihnen die innere Frei heit schaffen. Ste wollen und begreifen nur die äußere. Sie werfen den Pfleger nieder und stürmen über ihn hinweg ins Freie. Doch Albam und Eva tehren wieder zurüd. Ihnen hat der Pfleger die Brücke gebaut, und beglückt stirbt er in ihren Armen, indem er glaubt, schmerzhaft geboren zu werden. Henni Lehmann. Am fünfundzwanzigsten Gedenktage seines Todes ist es wohl am Blake, sein Wirken in die Erinnerung zurückzurufen. Da treten uns u. a. die Reichstagsdebatten vom Dezember 1882 entgegen, die sich um die Ausführung bes Sozialistengefeges und speziell um deffen § 28 drehten. Von sozialdemokratischer Seite log nun eine Resolution vor, die die Berhängung des Kleinen Belagerungszustandes über Berlin, Hamburg und Leipzig für ungerechtfertigt erklärte. Bollmar begründete sie eingehend. Vom Ministertische antwortete der Lod spikelminister" v. Buttkamer in einer langen Rede, in der er nachMan würde fehl gehen, wollte man" Die Befreiten" etwa als zuweisen suchte, daß die Sozialdemokratie alles felbst verschuldet Tendenzstück einwerten. Es ist viel mehr als das, es ist ein Kunstwert, habe, besonders durch ihren Angriff auf das Gottesgnadentum und in dem der Dichter einen Ansatz zum Größten zeigt. An die Aufauf die Heiligkeit der Familie und Ehe. Nachdem mehrere Mitführung schloß sich eine literarische Diskussion in dem Kreife des glieder bürgerlicher Parteien gesprochen hatten, ergriff Grillenberger Schutzverbandes deutscher Schriftsteller. das Wort zu einer sehr gründlichen Rede, die ganz seiner forschen Rampinatur entsprach. Besonders auf die Frage der Familie und Che ging er ein und hob hervor, welche Heuchelei und Scheinheilig feit in der bürgerlichen Gesellschaft und den sogenannten höheren Kreisen gerade auf diesem Gebiete bestanden und welche Lieblosigkeit, Strophe rollt um Strophe. Nur selten setzt einer aus. Maitressenwirtschaft, Ehebruch und Mihachtung des Weibes in den Lied ist alt. Es ist von Generation auf Generation gekommen; es Schichten der„ oberen Zehntausend" herrschten. Den Höhepunkt er muß allen gut bekannt sein. Ihr Sang, ihre Haltung, ihr Wesen ist reichten feine Ausführungen, als er das standalöse Treiben des ohne Zier, natürlich, frei von allem Angelernten. Und da wird es Grafen Wilhelm Bismard, des jüngeren Sohnes des Allgewaltigen, uns urplöhlich flar: Das sind ja dieselben Menschen, wie wir sie aus annagelte, der in den Reichslanden eine verheiratete Frau aus der den Bauernzeichnungen Albrecht Dürers tennen. Nur der Schnitt besseren Gesellschaft" verführt und geschwängert und auf Verlangen ihrer Tracht hat sich ein wenig verändert. Die Gefichtszüge, die Be- seines Vaters fizengelaffen hatte. Das war ein böser Schlag für die Regierung und ihre Gefolgwegungen, die Art des Sich- Gebens ist die alte. Den braunen Erd- schaft. 3war wurde die Resolution abgelehnt, doch war der mora fnollen haftet noch ein herber Erdgeruch an. Sie gehören zu diesen lische Sieg auf feiten unserer Genossen, und Grillenberger hatte den fingenden Menschen, die sie in eifriger Haft aus der herbftfeuchten Hauptanteil baran. Die Regierung rächte sich schleunigst, indem sie Scholle gewühlt haben. den von ihm in Nürnberg herausgegebenen Arbeiter- Rotizfalender Liedes wird. Das | " Cloyd George und die fonfervafive Satire. Der neue Konflikt Blond Georges mit den Konservativen erinnert an die alten Zeiten, in denen der junge heißblütige Finanz- und Sozialminister mit den fonservativen Hinterwäldern" in heißestem Rampfe stand. Der Haß der Tories gegen den radikalen Emporfömmling kam damals auch in zahlreichen Witworten und Anekdoten zum Ausdruck. So zirkulierte damals die Scherzfrage: Was ist die Aehnlichkeit zwischen Holland und Lloyd George? Antwort: Both are damned and lie low." Das heißt auf Holland bezogen, es ist eingedämmt und liegt niedrig, auf Lord George bezogen, er ist ein verdammter Kert und ligt gemein. Eine andere Geschichte erzählt, daß eines Tages ein Mann in einen fonfervativen Klub gekommen sei, der soeben einen Mann aus dem Wasser gezogen hatte. Allgemein beglüd wünscht, erflärt er:„ Das ist doch die einfachste Sache der Welt. Ich gehe an der Themse spazieren, fehe einen Mann im Waffer, fpringe ihm nach, brehe ihn um, um zu sehen, ob er nicht vielleicht Lloyd » Ein Akt christlicher Teilnahme". Mit diesem Vorschlag ist jedoch die Schriftleitung der Deutschen Zeitung" ganz und gar nicht einverstanden, sie ahnt offenbar eine Riesenblamage voraus, denn sie schreibt in einem Nachwort: Der Ober- Kirchenrat für das Kaisergebet. auspreffen zu können, dürfen doch nicht die Hand bieten Man wird zugeben, daß diese Ansicht über die Republik Der Bund religiöser Sozialisten Deutsch einem pringlichen Normalgehirn mur ange lands wandte sich im August d. 3. an den evan messen ist. Herr Friedrich Wilhelm ist gleichwohl nicht für gelischen Ober- Kirchenrat und machte diesen darauf Wahlenthaltung. Ihm erscheint als das Gegebene ein„ natioaufmerksam, daß im gottesdienstlichen Schlußnaler Kandidat"( vielleicht er selber), der nach der eigenen gebet vielfach noch des ehemaligen Kaisers ge- Ansicht des Herrn Friedrich Wilhelm zwar nicht siegen, sacht wird. Er ersuchte den evangelischen Ober- Kirchenrat, aber doch Gelegenheit geben würde, den gegenwärtigen Um den Geistlichen erneut nachdrücklichst die Anweisung, die der fang der völkischen Anhängerschaft festzustellen. evangelische Ober- Kirchenrat turz nach der Revolution in bezug auf die Form des Gebets gegeben hat, in Erinnerung zu bringen. Damals wurden die Geistlichen angewiesen, die Form des Gebets den neuen Verhältnissen entsprechend zu ändern. Die Antwort, die der evangelische Ober- Kirchenrat„ Es liegt gar kein Anlaß vor, bei dieser Gelegenheit den nunmehr dem Vorstand des Bundes religiöser Sozialisten gegenwärtigen Umfang der Anhängerschaft des nationalen GeDeutschlands am 7. Oktober übermittelt hat, verdient der brei- bantens zu zählen"; es würde auch ho ch ft fraglich sein, ob getesten Deffentlichkeit bekanntgegeben zu werden. Es heißt da: rade die Präsidentenwahl geeignet ist zu dieser Zählung Hier Das fürbittende Gedenken des ehemaligen Kaisers, der tönnten doch, wegen der Aussichtslosigkeit der Sache, große zugleich der Träger des obersten Kirchenregiments unferer Massen von Wählern einfach zu Hause bleiben." Landeskirche gewesen ist, stellt als Att christlicher TeilNach den großen Redensarten, die die Völkischen über nahme weder eine Herausforderung vor, noch stellt es die die stets wachsende Zahl" ihrer Anhänger im Munde führen, politische Neutralität der Kirche in Frage und unterliegt daher ist dieses Schwächeeingeständnis ebenso fläglich wie beentgegen der dortigen Annahme an sich feiner Beanstan dung. Nur die Form und die Fassung der Fürbitte fönnen gegebenenfalls ein Gegenstand der Nachprüfung sein. In dieser Beziehung erkennen wir nach den von uns gemachten Beobachtungen feinen Anlaß, unsere frühere Anweisung allgemein zu wiederholen." Diese Antwort stellt eine Herausforderung für alle repu blikanisch und sozialistisch gesinnten Mitglieder der evangelischen Landeskirche dar. Wir möchten dem evangelischen OberKirchenrat die vor einigen Tagen im Landtag eingebrachte fleine Anfrage des Abgeordneten Rollmann ( Dramburg) als Material für feine Beobachtungen an Hand geben. In dieser Anfrage.heißt es u. a.: „ Der Pastor Grühmacher in Janikow bei Dramburg, der die Kirchengemeinden Janikow, Golz und 3amzom zu versorgen hat, betet im Allgemeinen Kirchengebet folgendes: ,, Laß Deine Gnade groß werden über Deinen Knecht, Kaiser Wilhelm, über den Kronprinzen und feine Gemahlin und das ganze Königliche Haus, insonderheit über den jungen Brinzen Wilhelm; laß ihn aufwachsen als Deutschlands Hoffnung und zunehmen an Weisheit, Alter und Gnade bei Dir und den Menschen.... Laß Deine Gnade wieder ruhn auf feinen Fürsten und freien Städten."" So stellt sich der„ Att christlicher Teilnahme" dar, der nach Ansicht des evangelischen Ober- Kirchenrats teine Herausforderung" bedeuten foll. Die republikanisch gesinnte Arbeiter und Angestelltenschaft, die noch der evangelischen Landeskirche angehört, wird sich danach wohl überlegen, ob fie weiterhin zu einer Institution beisteuern will, die offen für die Wiederkehr der Monarchie kämpft. Die preußische Regierung aber möchten wir fragen, wie lange noch einer der artigen Institution Millionen aus Mitteln der Steuerzahler zur Verfügung gestellt werden sollen. Hoheit äußern sich... " Der Prinz zur Lippe" zur Präsidentenwahl. In der„ Deutschen Zeitung" ergreift ein gewisser Friedrich Wilhelm, der sich den stolzen Titel Prinz zur Lippe" beilegt, etwas post festum das Wort zu der Frage der Bräsidentenwahl und der Stellung, die die völkischen Streife dazu einzunehmen hätten. Ein bürgerlicher Kompromiß kandidat kommt für den hohen Herrn natürlich nicht in Frage. Eine schon diskutablere Möglichkeit sieht er in der Wahl enthaltung, die er mit dem Sage begründet: Wir alle, welche die Ansicht vertreten, daß das gegenwärtige System durch unsere Feinde unter geschickter Ausnutzung res volutionärer Bestrebungen in Deutschland in den Sattel gehoben worden ist, zu dem ausdrücklichen Zwecke, Deutschland desto besser George ist. Na, und da es nicht Lloyd George war, habe ich ihn natürlich herausgezogen. 27 zeichnend. Post- Abonnenten D er, Vorwärts" kann bei der Post auch monatlich bestellt und bezahlt werden. Damit die regelmäßige Zustellung des„ Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bei dem zuständigen Poftamt sofort zu erneuern. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Reichstag und Getreidepreis. Im Reichstag erflärte gestern, Donnerstag, die Regierung, daß die Interpellation Stresemann( D. Bp.) über die Vorgänge am Birkus Busch in der geschäftsordnungsmäßigen Frist beantwortet In der fortgesetzten Beratung über die werden wird. nimmt Erhöhung des Umlagegetreidepreises Abg. Blum( 3.) den Bauern gegen den Vorwurf, er sei allzu egoistis, in Schuß. Die Landwirtschaft leiste wirkliche Arbeit für die Allgemeinheit.. Die Steigerung der Produktion ist nicht durch 3wangswirtschaft zu erreichen. Da der Dollarpreis auch die Brobuttionskosten der Landwirtschaft beeinflußt, ist die Erhöhung der viel zu niedrigen Umlagepreise unbedingt notwendig. Abg. Cuno( D. Bp.): Der Landwirtschaft fann ebensowenig wie einem anderen Stand zugemutet werden, ihre Produkte zu einem Siebzehntel des Marktpreises abzuliefern. Die Folge wäre eine tatastrophale Einschränkung des Getreideanbaues. Abg. Dr. Böhme( Dem.) verlangt von der Regierung intenfive Stufflärungsarbeit, um gerechte Beurteilung der landwirtschaftlichen Broduktionsverhältniffe durch die Bevölkerung zu erreichen. In der Broduktionsförderung ist so viel versäumt worden, daß die Getreideanbaufläche sehr zurückgegangen ist. Der Berschlag der preußischen Regierung aur Stidftoffversorgung ist begrüßenswert, weil er geeignet ist, die Produktion zu steigern. Der augenblickliche Preis für das erfie Umlagebrittel ist un möglich; auch der in der Vorlage vor gesehene Preis muß erhöht werden, wenn er ausreichen soll. Abg. Hendemann( Komm.): Die Agrarier denken gar nicht an eine Steigerung der Produktion, fie fabotieren die Boltsernährung; ihrem Raubbau gegenüber muß das Kontrollrecht der Betriebsräte verstärkt werden. Ehe wir zugrunde gehen, werden wir Gewalt gegen Gewalt fehen. Später tam der Krieg, die englische große Koalition", und aus Haß wurde Liebe. Jeht bricht aber wieder der alte Haß hervor. So ist es eben in der Politik in England und anderswo! Elektrische Klebekraft. Bor furzer Zeit haben zwei dänische Ingenieure, Johnsen und Rahbed, eine neue elettrische Kraft entdeckt, die man als elektrische Riebetraft bezeichnet, weil ihre irtung tatsächlich auf einem Klebeprozeh beruht. Man fann fie in einfachster Form erzeugen, indem man auf die platt geschliffene dem Kommunisten sprechen soll, was der Uebung widerspreche, daß Abg. Dr. Heim( Bayer. Bp.) verzichtet auf das Wort, da er nach Oberseite eines lithographischen Steines, dessen Unterseite mit einem festen Metallbelag bezogen ist, eine gleichfalls glatt polierte Messing die Redner nach der Stärke der Fraktionen zu Worte kommen sollen. platte legt, an der ein Griff angebracht ist, und die beiden Platten Präsident Cebe betont in einer längeren Auseinanderlegung, die mit den Bolen einer Spannungsquelle verbindet. Als Folgeerschei- fich an die Erklärung des Abg. Heim schließt, daß die Rednerliste nung zeigt sich nun, daß Stein und Meffingplatte so fest aneinander durchaus forrett geführt worden ist. Meben, daß, wenn man den an der Messingplatte befestigten Griff Abg. Ledebour( Wilder USB.) spricht gegen die Erhöhung der anfaßt und in die Höhe hebt, gleichzeitig Stein und Metallplatte Betreidepreise. Die Sozialdemokratie müsse aus der Regierung aus emporgehoben werden. Wird eine der Zuleitungen unterbrochen, so treten. Aber ihre Minister fleben so an ihren Geffeln, daß fie fich daß die Spannung vermindert wird, fo fallen Stein und Meffing- bei der Abstimmung nicht einmal erheben werden. Die große Stoalis platte alsbalb wieder auseinander. Der Berbrauch an elettrischem tion wird die Folge der Berabschiedung dieser Vorlage fein. Auch Strom ist hierbei so geringfügig, daß eine Menge von der Größen- gegen die neue Regierungskoalition werden wir(?) mit aller Kraft ordnung eines Millionftel Ampere genügt, die elektrische Rlebefraft anfämpfen. Die etter besprechung wird auf heute, Freitag 2 Uhr, Der Metallplatte zu erzeugen. vertagt, außerdem Anfragen, Berlängerung der Demobilmachungsverordnung, Berlängerung der Amtsbauer des Reichspräsidenten. Schluß 6 Uhr. Nach den jüngsten Meldungen in Handel und Induftrie" wird nun die elektrische Klebekraft bereits in der Industrie verwendet, und zwar zunächst zur Konstruktion von Relais, Anrufuhren, Schnellfchreibern und Lautsprechern. Der Wert der Riebefraft tritt besonders darin hervor, daß man mit sehr fleinem Stromverbrauch große Kraftwirtungen hervorrufen fann, während gleichzeitig der Widerstand der Zuleitungen ziemlich bedeutungslos ist. Gerhart Hauptmann ist aus Anlaß seines bevorstehenden 60. Geburtstages Ehrenbürger der Stadt Breslau geworden. 1 finnische Mark. Devisenkurse. Fritz Kreisler veranstaltet am 24. Oftober d. 3. in der Philharmonie Das Fortbe ein Konzert zum Besten des Philharmonischen Drchefters. stehen der Berliner Philharmoniker ist gefährdet. Streister nimmt daber befondere Spenden für das Orbeiter entgegen( zu richten an die Stonzert: 1 holländischer Gulden Direttion H. Wolff und J. Sachs, Berlin 2. 9, Linkitr. 42) 1 argentinischer Papier- Peso Brof. Dietrich Schäfer wird in der ersten Hälfte des Winter- 1 belgischer Frant. femesters an der Technischen Hochschule auf Veranlassung des Außen- 1 norwegische Krone institutes der Hochschule acht Vorträge über Deutiche Geschichte halten. 1 dänische Strone. Diele Vorträge find Nichtstudierenden gegen 25lung einer Eintrittskarte für 1 schwedische Krone 50 M. zugänglich Die Vorträge werden Mittwochs, vom 25. Dktober an bis zum 20. Dezember, von 6 bis 7 br, gehalten. Megander Moisi nimmt na 14, fabric er Abwesenheit von Berlin Freitag, den 27. d. Meine Tätigkeit an den Holländer Bühnen wieder auf. Er spielt zunächt am Deutschen Theater in den Tolitoi Etüden Der lebende Leichnam und Und das Licht fcheinet in der Finsternis. Ceine erste neue Rolle wird die Titelrolle in Shafeipearest önig Richard II" fein. Orga- Kurse. Das neue Trimester für Organisationswissenschaft und Betriebstechnik beginnt am 28. im Hörsaal des Drga- Instituts. Vorlesungs. verzeichnisse und Hörertarten sind in der Geschäftsstelle, Berlin NW. 7, Friedrichstr. 154, zu baben. " Neue Postmarken in Cowjetruhland. Demnächst werden in Sowjetrußland Postmarken eines neuen tändigen Musters ausgegeben, auf denen die Köpfe eines Arbeiters, Bauern und Soldaten abgebildet find. Bum 5. Sabrestag ber Sowjetrepublik werden wieder besondere Jubiläums. marten herausgegeben. 11 1 japanischer Yen 1 italienifde Lire 1 Pfund Sterling Dollar. 1 französischer Frank brasilianischer Milreis Soweizer Frank. 1 spanischer Befeta 100 österr. Stronen( abgeft.) 1 tschechische Krone ungarische Krone 1 bulgarischer Lewa • Die Demobilmachungsvorschriften. Erstatti ng des Berichtes des wirtschaftspolitischen und sozialpolitischen Im Reichswirtschaftsrat wurde am Donnerstag nach Ausschusses zu dem Entwurf eines Gesetzes über Berlängerung der Geltungsdauer von Demobilmachungsverordnungen ein Antrag des sozialpolitischen Ausschusses angenommen, der bestimmt: " Der Vorläufige Reichswirtschaftsrat möge dem vorbezeichneten Gefeßentwurf zustimmen mit dem Wunsche, die Regierung wolle die in Betracht kommenden Gesegesvorlagen, soweit sie noch nicht eingebracht sind, mit größter Beschleunigung einbringen, insbesondere die Vorlage betreffend Betriebsabbrüche und Betriebs. ftillegungen, so schleunig, daß sie noch in diesem Jahr vom Reichstag verabschiebet wird." Hinzu kommt dann noch ein Zufazantrag, der eine Beschleuni gung auch der Vorlage betreffend Einstellung und Ents fassung von Arbeitern und Angestellten verlangt und ebenfalls angenommen wird. Bur Regelung der Diätenfrage beschließt der RWR., daß die Gelbentwertung ebenso wie bei der bevorstehenden Neuregelung der Diätenfrage des Reichstages für die Mitglieder des RWR. berücksichtigt werden müsse. Es folgt mun der Bericht des sozialpolitischen Ausschusses zu dem Entwurf eines Reichsknappschaftsgesetzes. Bon allen Seiten wird die Bedeutung dieses Gefeßes für den Bergbau hervorgehoben. Dr. Thissen und Genoffe Umbreit als Arbeit nehmer verlangen in Erwartung einer endgültigen Regelung der verbliebenen Streitpunkte 3urüdverweisung des Gefeßzentwurfes an den sozialpolitischen Ausschuß. Sie fordern jedoch zu gleich die Ermächtigung des Ausschusses, sofort nach seinen Be. ratungen sein Botum, gleichoiel welcher Art, an den Reichstag weiterleiten zu dürfen. Cin dementsprechender Antrag Thissen wird angenommen. Zum Bericht des wirtschaftspolitischen Ausschusses über die Waggongestellung für Kartoffeltransporte liegt ein Antrag des Ausschusses vor ,, der über mangelhafte Wagen. goftellung flagt und Abhilfe von der Reichsregierung verlangt. Ein Vertreter des Ernährungsministeriums erklärt, daß zu Besorgnissen tein Anlaß bestehe, da die Ernte 36 Millionen Tonnen bringe und also die letzte Friedenstartoffelernte beinahe erreiche. Für Brennzwecke aber dürften ebenso wie im Vorjahr nur 20 Broz. Kartoffeln verwendet werden. Ge heimrat Sommerland vom Reichsverkehrsministerium erklärte, daß im Oftober täglich durchschnittlich über 5000 agen für den Kartoffeltransport gestellt werden. Die Elfenbahnverwal tung müsse bei der ungeheuren Nachfrage nach Kartoffeln um Ge buld bitten. In Berlin sei der Kartoffelzuftrom so groß, daß fämtliche Bahnhöfe verstopft und nicht genügend Fuhrwerte zum Abtransport aufzutreiben feien. Der Antrag des wirtschaftspolitischen Ausschusses über die Wagengestellung wird angenommen, und das Haus vertagt sich auf unbestimmte Zeit. Kein Frauenzuschlag. Die letzten Berhandlungen zwischen Regierung und Gewerks schaften über die Umgestaltung der Besoldungsordnung find befannt lich ergebnislos verlaufen, weil die Regierungsvertreter entgegen den Wünschen der Gewerkschaften an dem prozentualen Frauenzu schlag festhielten. Die unter den Parteien des Reichstages geführten Berhandlungen haben ergeben, daß fich für diesen prozentualen Frauenzuschlag im Reichstag feine Mehrheit findet. Eine aus je einem Vertreter der Reichstagsparteien aufammengesetzte Subfommission wird sich am Freitag vormittag mit dieser Ange legenheit beschäftigen. Als Ergebnis der Besprechung wird die von den Gewerkschaften geforderte Beseitigung der unsozialen prozentualen Frauenzulage erwartet. Internationale Arbeitskonferenz. Genf, 19. Oftober.( WTV.) Die internationale Arbeitskonferens fegte in ihrer heutigen Volljegung am Vormittag auf Antrag des Vorschlagsausschusses drei Arbeitsausschüsse ein. Der bes internationalen Arbeitsamtes, der Festsetzung der periodischen erste, der 36 Mitglieder zählt, wird sich mit der Verwaltung se onferenzen und der Geschäftsordnung, der zweite, der ebenfalls aus 36 Mitgliedern besteht, mit den statistischen Erhebungen über Gin und Auswanderung befassen, der britte, zwölfgliebrige, soll die Frage der Abänderung der bisher auf dem Gebiete der internationalen Arbeitsorganisationen a 5gefchloffenen blommen prüfen. Die Wahl der Aus ichußmitglieder wird heute nach vorhergehenden vertraulichen Be sprechungen in den einzelnen Gruppen erfolgen. Der Generalbericht des Direktors wird in den nächsten Tagen beraten werden. Bon Interesse für Deutschland ist u. a. der Abschnitt über die Sprachenfrage, die leberweisung ber Berficherungsfonds für Ost- Oberschlesien an Polen, die Einsetzung des beratenben Arbeitsausschusses in Oberschlesien und ble Kriegsgefangenenlager in Deutschland. In diesem Bunft hebt der rung hervor. Bericht die befriedigende und ferrette Haltung der deutschen RegieDie Arbeitsorganisationen zu Rußland beschränken sich trog aller Bemühungen des Arbeitsamtes immer noch auf den Austausch gewisser Veröffentlichungen. Ueber die Lage in Rußlanb felbst sagt der Bericht u. a., daß trotz aller Rohstoffmengen, über die Rußland noch verfügen mag, unb tros der Tatsache, daß Rustand ein großes Absatzgebiet fei, es nicht ben Anschein habe, als ob Ruhland in den wirtschaftlichen Schroterigteiten Europas von großer Hilfe fein tönne. Der furchtbare Niedergang der öffentlichen Produktion, die Finanztatastrophe, die allgemeine Berarmung des ganzen Landes, die Auflösung und 3 erstörung der Industriearbeiters tlaffe ließen nur ziemlich ferne Hoffnungen zu. Der Protest des Rheinlandes. Die Reichstags- und preußischen Abgeordneten aus den befehten Gebieten beschäftigten sich am Donnerstag abend in einer mehrDANAS Gündigen Sigung mit den Eingriffen der Rheinlandtommiffion in die deutsche Rechtspflege. In der Aussprache kam die große Erregung zum Ausdrud, die durch das Borgehen der Rheinlandtommiffion in allen Bevölkerungsschichten der Rheinlande entstanden ist. Sowohl im Reichstage wie im Landtage werden, wie bereits gemeldet, Inter( Gelb-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) pellationen eingebracht werden. 19. Oftober Käufer Berkäufer 18. Oktober Käufer Berkäufer Kurs Kurs 577.77 774.08 67.96 17 Kurs Kurs Berlorene Siebesmüh. Im Berliner Tageblatt" sucht Erich 1246.85 1253.15 1128.58 1131 41 Dombrowski den Anschein zu erwecken, als wenn bei den Ber1147.10 1152.90 1036.20 1038.80 handlungen über die Reichspräsidentenwahl zwischen den beiden bis219.45 220.00 200.74 201.25 herigen sozialdemokratischen Richtungen Differenzen hervorgetreten 575.55 578.45 522.84 524.15 wären. Er führt als Beweis dafür an: Dittmann begleitete 644 35 647.65 579.22 den Fraktionsvorsitzenden Hermann Müller zu den interfraftio 852 85 857.15 775.96 nellen Besprechungen, und mehr als einmal erlaubte er fich 75.181 75.561/ 2 68 18 die einschränkende Bemerkung, daß dieser zunächst nur für sich 1531.16 1588.84 1348.30 1351.70 gesprochen und seine persönliche Ansicht zum Ausdrud gebracht habe. 122 15 Demgegenüber sei festgestellt, daß Müller und Dittmann bei den 12858.90 12891.10 Beratungen völlig fonform gegangen sind und Müller selber 2896.37 2903.63 die fraglichen Wendungen von vornherein als rein persönliche Mei 216.72 217.27 nungsäußerungen bezeichnet hatte, eine Erklärung, die dann von 321.59 322 41 Dittmann lediglich bestätigt und von Müller nochmals nochdrücklich 533.83 535.16 betont wurde. Offensichtlich möchte Herr Dombrowski Mißtrauen 441.94 448.05 3mifchen die beiden bisherigen Richtungen unserer Partei fäen. Man 3.98 4.02 merkt die Absicht und lächeit darüber. 184.16 134.84 14264.25 14385.75 8192.8208, 238.40 287.60 855 11 856.89 583,53 586.47 121.84 492.76 495.24 4.43 4.47 104.98 105.52 1.29 21.44 94.98 1.81 1.18 21.56 19.22 95.16 1.18 19.27 100 Bolenmar! galten im freien Berkehr etwa 28,75. Der Anschlag auf die preußische Gesandtschaft in München geht nach offiziler Angabe auf einen wegen Untreue entlassenen Heizer zurüd und hat mit Bolitit( joll heißen mit den bayerischen Fascisten) I nichts zu tun. fordert diejenigen Bädereiarbeiter, die heute noch Nachtarbeit ver-| stehenden Entlassungen trägt nicht die falsche Personalpolitik" des Gewerkschaftsbewegung richten müssen, auf, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Kräften Reichspostministeriums, diese Entlassungen werden vielmehr in der Internationale Vereinigung für Arbeiterschuh. ( Siehe Bericht in Nr. 491 des„ Borwärts" vom 17. Oftober.) Im Anschluß an die Kommissionsberatungen konnte die Vollverfammlung am 14. Oftober wieder zusammentreten. Ein von Gompers unterzeichnetes Begrüßungstelegramm des amerikanischen Gewerkschaftbundes wurde freudig aufgenommen. Prof. Heyde teilt als Berichterstatter der Kommission I für organisatorische Fragen mit, daß ein Bulletin der Bereinigung in deutscher und französischer Sprache dreimal jähr lich erscheinen soll. Ein organisatorischer Zusammenschluß der In ternationalen Bereinigung für gefeglichen Arbeiterschuh mit den beiben Internationalen für Sozialversicherung und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist nicht geglüat, doch bestände in der Tat nur die erstgenannte, die sich fünftig mit der gesamten Sozialpolitik bes faffen werde. Die Ratifitation des Washingtoner Ab. tommens durch die Großmächte steht immer noch aus, es foll daher erneut eine entsprechende Aufforderung an alle Länder gerichtet werden Reichsminister Giesberts betont bei diefer Frage erneut die Bereitwilligkeit der deutschen Regierung zur Ratifizierung und feiert den Achtstundentag als eine un umstößliche Errungenschaft der Arbeiter. Eine lebhafte Disfuffion entſpinnt sich über den Antrag der Rommission auf Einberufung eines internationalen Rongresses, der sich gegen die Reaktion auf fozialpolitischem Gebiete winden soll. Bon deutscher Seite setzt ftch Aufhäuser für den Antrag ein. Es wird ein Ausschuß gebildet, der die Vorarbeiten für den Kongres leisten foll; die beutsche Delegation entfendet 2iffell. Beendeter Textilarbeiterstreik. sich gegen diese Einrichtung zu wenden. Alle gewerkschaftlichen Hauptsache deshalb erforderlich, weil der Erholungsurlaub, zu Organisationen der Bädereiarbeiter werden ersucht, unverzüglich die dessen Durchführung die Aushelferinnen größtenteils angeAftion zur gefeßlichen Beseitigung der Nacht- und Sonn- nommen waren, nunmehr beendet ist.“ tagsarbeit einzuleiten und sie mit allen zulässigen Mitteln zu Es sind also nur" 16 000 Helferinnen zu Beamtinnen gemacht einem siegreichen Ende zu führen. Ein Aufruf An die Arbeiter worden. Was die Entlassung der Angestellten betrifft, spricht das schaft" fordert auf, die von den organisierten Bäckereiarbeitern zu Reichspostministerium nur von denen, die zur Aushilfe während treffenden Maßnahmen zu unterstützen und ihnen in den weitesten der Zeit des Erholungsurlaubs eingestellt wurden. Von den seit Kreisen der Bevölkerung bei der Aufklärungsarbeit weitestgehende pier bis sechs Jahren bei der Post Tätigen, die nun entlassen werden Hilfe zu leisten. sollen, spricht das Reichspoftministerium nicht. Und wenn es in der " Berichtigung" heißt, daß die zu Beamtinnen angenommenen Angestellten zum Teil" schon seit Jahren beschäftigt werden, so ist das Der Streit in den Wirkerei und Strickereibetrieben der nur eine indirekte Bestätigung dessen, was wir gesagt hatten: daß Apoldaer, Weimarer und Naumburger Gegend ist am Mittwoch der größte Teil der zu Beamtinnen angenommenen Angestellten erst beendet worden. Die Einigung zwischen Arbeitgebern und Tetil- furze Zeit bei der Verwaltung tätig war. arbeitern erfolgte auf der Grundlage, daß für die erste Hälfte des Oftober die Säge des gefällten Schiedsspruches Gültigkeit haben, der für männliche Teptilarbeiter einen Stundenlohn von 90 m.. für weibliche einen solchen von 85 M. vorfah. Ab 16. Oftober sollen dann die Stundenlöhne 102 m. bzw. 86,70 m. betragen. Der Textilarbeiterstreif in der Gegend von Kassel dauert noch immer an, da über die Wiedereinstellung einer Anzahl entlassener Arbeiter noch feine Einigung zwischen den Parteien erzielt werden fonnte. Ueberstundenstreit im Bankgewerbe. Kommunistischer Sieg" in Remscheid. " In der Konsumgenossenschaft haben die Kommunisten die Mehra heit in der Verwaltung, im Aufsichtsrat und im Genossenschaftsrat. Da nun vier Mitglieder des Aufsichtsrats, darunter zwei Kommunisten, ausscheiden müssen. wurde der ganze Verwaltungsapparat in den Dienst der kommunistischen Eroberung der Genossenschaft gestellt. In der Genossenschaftsversammlung am Sonntag trat der tommunistische Parteisekretär Panzer, der für die Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen war, äußerst provozierend auf. Ein Genoffe, der sich gegen die fommunistische Mache wandte, wurde durch Am Mittwochabend nahm zu dem am 12. Oftober im Reiche Gelächter und Schlußrufe fortgesetzt unterbrochen. Er ließ sich arbeitsministerium gefällten Schiedsspruch in den Germania- Fest- dadurch zu dem Ausdruck hinreißen, daß eine ganze Anzahl der fälen eine start besuchte Versammlung des Allgemeinen Verbandes Bersammlungsteilnehmer erst furze Zeit Mitglied sei und mit der deutichen Banfangestellten eine Entschließung an, in der die solchem Gesindel, das hier große Töne rede, müsse sich ein alter Ablehnung des Schiedsspruches gebilligt und zur Vor- Genossenschafter wie er herumschlagen Darauf ungeheurer Lärm. bereitung der Anwendung aller gewerfichaftlichen Stampfmittel die Der Redner wurde von der Bühne in den Saal gezogen, wo sefort Die Rommission II für das Betriebsrätewesen Verweigerung jeglicher Ueberfunden im Bankgewerbe befchloffen eine große Anzahl Kommunisten auf ihn losstürzten und wie, rasend hat nach Berichten aus Deutschland, Desterreich und der Tschecho- wurde. Wie wir hierzu erfahren, hat der Ueberstundenstreit mit den Fäusten auf ihn einschlugen flowakei festgestellt, daß sich die Betriebsräte bewährt bereits gestern begonnen. Dieses Vorgeben der Bankbeamten dürfte haben und der Vorwurf. als hätten sie die Produktion gehemmt, bei der gegenwärtigen gespannten Börsenlage zweifellos sehr unbegründet ist. In einer Entschließung wird die Bereinigung be- fühlbar werden. auftragt, die eingeleiteten Erhebungen fortzusehen und das Arbeitsamt in Genf um seine Mithilfe anzugehen. Die nächste Generalversammlung wird sich mit der Erhebung eingehend befaffen. Maffenentlaffungen bei der Reichspost. Zu unserer unter obiger Ueberschrift veröffentlichten Ncfiz, die Die Rommission III für den gefeßlichen Ange. uns vom Zentralverbend der Angestellten zugegangen war, schickt stelltenschuß, über deren Beratungen Aufhäuser berichtet, uns das Reichspoftministerium eine merkwürdige Berichtigung. In unterbreitet der Delegiertenversammlung einen umfangreichen unserer Notiz in Nr. 481 vom 11. Oftober hieß es u. a.: Fragebogen, mittels dessen die Rechtslage und die soziale Bum 31. Oftober 1922 ist allen Telephonistinnen im Angestellten Lage der Angestellten in allen Ländern erforscht verhältnis etwa 600- von den Berliner Fernsprechämtern gemerden soll. Die Erhebung mird gleichfalls beschlossen. fürbigt worden. Die meisten Gefündigten find 4 bis 6 Jahre bei der Best beschäftigt; Kriegerwitmen mit Kindern sowie 40- und 50 jährige Angestellte find darunter. Die Kommission IV, die sich mit der Lage der Hafen arbeiter zu befassen hatte, beantragte die Behandlung dieser Frage auf der nächsten Tagung, da das vorliegende Material der Ergänzung bedarf. Internationaler Kongreß der Bäckereiarbeiter. Am 14. und 15. Oftober tagte in Köln ein Weltfongreß der Bäckereiarbeiter, der sich mit dem gefeßlichen Berbot der Nacht arbeit in den Bädereien beschäftigte. Bertreten waren Deutschland, Frankreich, England, Desterreich, Ungarn, die Tschechoslowakei, Südstawien, Italien, die Schweiz, Belgien, Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Sowjetrußland. Auch das Internationale Arbeitsamt hatte einen Vertreter entsandt. Aus den Berichten der Delegierten ging hervor, daß in allen Ländern der hochwichtigen kulturellen Frage der Nachtarbeit größte Bedeutung beigemeffen wird. Genoffe Diermeier( Deutschland) referierte über die Notwendigkeit des gefeßlichen Verbots der Nachtarbeit in den Bäckereien. Ein umfangreiches Manifest an die Bäckereiarbeiter der Welt" " 1 Die Kündigungen der Angestellten bedeuten angesichts der drohenden Arbeitslosigkeit eine imerhörte Särte. 33 000 zum großen Teil fehr junge weibliche Kräfte hat die Reichspostoerwaltung in diesem Jahre zu Beamtinnen gemacht; der größte Teil von ihnen ist erft furze Zeit bei der Verwaltung tätig. Wenn also wirklich zuviel Bersonal bei der Reichspoftverwaltung vorhanden ist, so liegt die Schuld einzig und allein an der falschen Berfonalpolitik des Reichspostministeriums, das nur allzusehr den Wünschen gewisser Beamtenorganisationen nedfommt." Hierzu berichtigt" das Reichspoftministerium: In der Zeit vom Januar bis März 1922, also vor Beginn des laufenden Rechrungsjahres, find 16 000 Helferinnen im Angestellten verhältnis zu Beamtinnen angenommen worden, die zum Teil schon seit Jahren im Post- und Telegraphendienst tätig waren und sich in Dienststellen befanden, wo sie zweifellos dauernd notwendig find. Dagegen sind im laufenden Rechnungsjahr überhaupt feine Beamtinnen angenommen worden. Schuld an den in Aussicht Genosse Bühler erklärte dann, daß der Redner weder im Sinne noch im Auftrage der Bereinigten Sozialdemokratischen Bartei ge sprochen habe. Da aber nach der im Saale herrschenden Etimmung die Gefahr bestehe daß jeder, der eine andere Meinung vertritt, dies nur mit Gefahr für seine Gesundheit und sein Leben tun fann, forderte er die Verwaltung auf, eine neue Genossenschaftsverfammlung einzuberufen. Alle aber, denen das Interesse der Ges nossenschaft am Herzen liege, möchten den Saal verlassen. Von 541 Anwesenden bei über 11 000 Mitgliedern blieben 323 zurück, die dann einstimmig der fommunistischen Order parierten und in fagungswidriger Weise beschlossen, 5000 m. für den kommunistischen Betriebsrälefongreß zu bewilligen und zwei Delegierte zu diesem Rongreß zu wählen. Streif und Ausfperrung im Krupp- Gruson- Wert in Magdeburg erfolgte wegen Lohnverhandlungsdifferenzen. Die Arbeiterschaft hatte von der Direftion Stellungnahme zu einem fürzlich in Halle ges fällten Schiedsspruch gefordert. Die Direktion lehnte dies ab, da sie in Berhandlungen mit dem Reichsarbeitsministerium stehe. Die Arbeiterschaft legte deshalb gestern mittag die Arbeit nieder, worauf die Direktion die gesamte Belegschaft aussperrte. Die Zahl der Arbeitslosen in England betrug in der letzten Woche 1356 110 oder 1317 mehr als in der Borwoche. Deutscher Wertmeisterverband. Werkmeister der Rahmen-, Bilder und Goldleiften- Industrie haben Freitag 5 Uhr Bersaummlung im Marinehaus, Brandenburger Ufer. Verantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glode, Berlin. Verlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S..' Berlin. Drud: Borwürts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Hierzu 1 Beilage. Bekleidungswerkstätte der Berliner Gewerkschaften G.m.b.H. Abteilung Warenversorgung Ein Zeichen unserer Preiswürdigkeit! Rindbox- Herren- Stiefel.... Größe 40-46 pro Paar Mk. 1990.pro Paar 1750.- 2100.- MK. 850.Rindbox- u. Roßchev.- Burschen- Stiefel Größe 36-39 Herren- Ulster u. Paletots..... Herren- Paletots mit Samtkragen Einzelne Jacketts ... Mk. 5500.... 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Oftober 1921 die Versammlung die Sagung der Deputation für Einrichtung von 20 Arbeitsnachweisen für die 20 Ber Arbeit und Gewerbe genehmigt habe, worin diese Materie schon dawaltungsbezirte eine schamlose Hetze gegen die sozialistische mals nahezu erschöpfend geregeit jei. Durch die neue Einteilung Magistratsmehrheit inszeniert hat. Genosse Haß, der die Anfrage werde keine neue große Kostenlast der Stadt aufgebürdet, eher der Vereinigten Sozialdemokratischen Fraktion begründete, brand- jedem Bezirk ein solcher Nachweis, es würden also nicht 20 neue würden Ersparnisse eintreten. Es bestehe schon in markte jenes Treiben als Frechheit und erwiderte besonders Stellen geschaffen, sondern dem demokratischen Stadtverordneten Dr. Michaelis auf seine nur die bestehenden Einrichtungen dem Gesetz angepaßt; Freitag, 20. Oktober 1922 Stadtrat Paulsen den Magistrat verteidigte. Die Stellungnahme des Magistrats wurde zur Kenntnis genommen. Dem Standpunkt des Magistrats in der Frage der Zuschüsse an die Privatlyzeen stimmte die Versammlung auf Antrag Heimann- Weyl mit der Maßgabe zu, daß nur solche Anstalten unterstüßt werden sollen. welche den Abbau der Borschulen vorgenommen oder eingeleitet haben. Die Aenderung der Vergnügungssteuerordnung, der Nachtrag zur Schanffonzessionssteuer und zur Kraftfahrzeugsteuer- und Wagensteuerordnung gelangten zur Annahme. Nach Erledigung einer großen Anzahl von Vorlagen minderer Bebeutung trat um 9 Uhr Schluß der öffentlichen Sigung ein. den Magistrat verunglimpfenden Anwürfe im„ Berliner Tageblatt", der Magistrat habe weder seine Kompetenz überschritten, noch vordem Zeitungsfapital sei die Durchführung des Arbeitsnachweisgefeges unbequem, weil es davon eilig gehandelt. In der von Lüdide( Dnatt.) beantragten Beam 1. Dezember d. 3., womit sich auch der ständige Ausschuß Arbeitsnachweisgefeges unbequem, weil es davon sprechung versuchte Path( Dnat.) den Nachweis, daß es sich um eine Verminderung der Annoncen fürchte. In seiner eine Ausgabe von 77 Millionen Mark handle, und erklärte die EinAuskunft auf die Anfrage stellte Stadtrat Genosse Brühl fest, daß richtung der 20 Bezirksarbeitsnachweise für unpraktisch und undie ersten Angriffe gegen den Magistrat, der nur das Gesetz aus- durchführbar. Freundlicher stellte sich zu dem Magistratspor führt und für seine Maßnahmen die Zustimmung des Oberpräsi- gehen Frau Ehlert( 3.); der Demokrat Schubert denten hat, tatsächlich vom Arbeitgeberverband für das gab schließlich die Anregung, dem Magistrat um eine Borlage dar3eitungsgewerbe gefommen sind. Bei einem Magistrats über anzugehen, was er zur Ausführung des Reichsgesetzes getan antrag auf Deckung von Kosten der nach Anweisung des Ministe- hat bzw. zu tun gedenkt. In persönlicher Bemerkung verwahrte riums des Innern für Berliner Schulen angeschafften sich Dr. Michaelis( Dem.) dagegen, daß er sich irgendwie von schwarzrotgoldenen Fahnen gesellten die Kommunisten Rücksichten auf andere als auf öffentliche Intereffen leiten laffe. Die Erhöhung des Preifes für elettrischen fich wieder zu den rechtsstehenden Parteien, und um die Wette mit Strom auf 28 m. für die Kilowattstunde wurde angenommen. dem Deutschyrationalen Roch tobte gegen die schwarzrotgoldene Inzwischen ist bereits wieder eine Dringlichkeitsvorlage der VerFahne der Kommunist Dörr. Für ihn sei, antwortete ihm Genosse sammlung unterbreitet, wonach zunächst bis 1. April 1923 Dr. Weyl, das beste ein falter Wasserstrahl. Bei der Abstimmung der Elektrizitätspreis nach dem Kohlenpreis 400 Proz. Personentariferhöhung. Die gleichen Gründe, welche für die Erhöhung der Personennötigen, wie WIB. mitteilt, zu ihrer weiteren Erhöhung tarife zum 1. Oktober und 1. November d. J. bestimmend waren, des Reichseisenbahnrates grundsätzlich einverstanden erklärt hat. Die am 1. November d. J. in Kraft tretenden Fahrpreise des allgemeinen Verkehrs werden mit Wirkung vom 1. Dezember ab um weitere 100 Broz, also auf das Vierfache der vom 1. Oktober ab geltenden Tariffäße erhöht. Die Erhöhung soll in der Weise durchgeführt werden, daß sämtliche Fahrt ausweise zum vierfachen Sage ihres aufgedruckten Preises verkauft werden. Eine Ueberstempelung der Fahrkarten erfolgt nicht. Die Erhöhung um 100 Broz. erstreckt sich auch auf die Schnell. zugszuschläge, die Militärfahrpreise und die verschiedenen Gebührensäze, mit Ausnahme der Sätze für Gepäck und Expreßgut. Die Gepäckfracht wird zum 1. Dezember 1922 auf 40 f.( bisher 15 Pf. für je 10 Rilogramm und 1 Kiloder Gepäckfracht bleiben unverändert. Die Mindestfracht wird auf meter erhöht). Die Grundsätze für die Berechnung und Aufrundung 20 m.( bisher 15 M.) festgesetzt. Der Erpresguttarif entspricht jeweils dem um 50 Broz. erhöhten Eilguttarif. Die Gebühren für Ueber die vom Magistrat beantragte und vom Oberstadtschulrat Bahnsteigfarten und Erlaubniskarten zum Betreten der Bahnsteige, Paulsen Dertretene Errichtung je einer Stadtschulzum Aufgeben oder Abholen von Zeitungsbahnhofsbriefen werden In der gestrigen ordentlichen Sizung verabschiedete die Ver- inspettorstelle in Treptow und Weißensee entspann gleichfalls auf das Bierfache erhöht. Ueber die Preise der Zeitfarten fammlung die Vorlage betr. die Begründung einer fich eine längere Auseinandersetzung, die mit der Verweisung der folgt besondere Bestimmung. Sache an einen besonderen Ausschuß endete. wurden die Mittel bewilligt von den Bereinigten Sozialdemokraten, von der Berwaltung der Städtischen Elektrizitätswerte unter Zuden Demokraten und der Zentrumspartei; gegen die Bewilligung ziehung eines Ausschusses der Werksdeputation festgesezt werden stimmten Rommunisten, Wirtschaftler, Deutsche Volkspartei und soll. Die Borlage ging nach Anerkennung der Dringlichkeit an Deutschhnationale. Ein Teil der Wolfspartei drückte sich von der einen Ausschuß. Abstimmung, an ihrer Spige von Eynern. ,, Berliner städtischen Güter- G. m. b. H." durch Annahme der Vorlage, nachdem vorher der Ausschußvorschlag, den Vorstand der G. m. b. H. durch ein 14. Mitglied, einen im Gemüsebau erfahrenen Landwirt", zu ergänzen, von der großen Mehrheit gutgeheißen worden war. Bon den Kommunisten im Berein mit Dr. Rölig und Braun maren 3 Dringlichkeitsanträge vorgelegt, die die volle Entschädigung des entgangenen Arbeitsverdienstes an die Beisiger des Mieteinigungsamtes, die fofortige Bahlung eines Borschusses von 10 000 m. an alle städtischen Arbeiter und Angestellten aus Anlaß der Teues rung und endlich die unverzügliche Haftentlassung des Kommunisten Dr. Rosenberg betrafen. Sämtlichen drei Anträgen sette die Rechte Widerspruch entgegen, so daß die Beratung verschoben werden muß. Breiten Raum nahm in der Verhandlung die Anfrage der Sozialdemokraten ein, wie der Magistrat das am 1. Oktober d. 3. in Kraft getretene Arbeitsnachweisgesetz Charakter des Gesezes und die innere Haltlosigkeit der Hierauf gab Gen. Brolat zur Bermeidung von Mißverständnissen noch die ausdrückliche Erklärung ab, daß seine Fraktion einstimmig die Vorlage betr. die Ueberführung der Güterverwaltung in eine Berliner städtische Güfer- G. m. b. 5." angenommen hat. Sehr lebendig wurde es bei der Beratung der Vorlage, welche 193 043 M. aus Borbehaltsmitteln zur Beschaffung von Fahnen für Alt- Berliner Schulen fordert. Die 45 Fahnen sind längst von der Anshaffungsgesellschaft geliefert. Koch( Dnat.) er eiferte fich wieder einmal maßlos gegen diesen verschwenderischen Magistrat, der andererfeits nicht einmal den geringsten hygienischen Erfordernissen im Schulbetrieb zu genügen vermöge. Banschow( D. Vp.) fand bittere Worte des Tadels dafür, daß der Magistrat immer häufiger Der Ober die Versammlung vor vollendete Tatsachen stelle. stadtschulrat stellte fest, daß die Anschaffung auf mini sterieller Anordnung beruht, daß diese in lehter Stunde tam und daß schnell gehandelt werden mußte. Der Finanznet jei Rechnung getragen, für 700 Schulen feien nur 45 Fahnen Motiven Banschows gleichfalls die nachträgliche Bewilligung ab. beschafft worden. Müller Franken((. B.) lehnte aus den an die in Berlin zur Durchführung zu bringen gebenfe. In der Begrünbung nahm Gen. Ha Anlaß, den eminent fozialen neuerdings in der bürgerlichen Bresse gegen den Magistrat und seine fung eines öffentlichen Arbeitsnachweises für jedes der 20 Bezirks. ämter habe u. a. die„ Deutsche Tageszeitung" veranlaßt, wieder von der sozialdemokratischen Futterfrippe" zu sprechen. Aber auch im Berliner Tageblatt" habe Dr. Michaelis die Besorg nis einer unerträglichen Bureaukratisierung der öffentlichen Arbeitsnachweise geteilt und die Befürchtung, daß die Besetzung der 20 Stellen nach porteipolitischen Rücksichten erfolgen tönne, noch durch die Bemerkung unterstrichen, daß Anwärter schon diese aufgeregten Rodomontaben sei ein bereit ständen. Die Anfrage solle Aufklärung schaffen. Charakteristisch sei, daß der Schritt des Arbeitgeberverbandes für das Berliner Zeitungsgewerbe lediglich vom Profitinteresse diftiert wurde, da die Berliner Zeitungen den Verlust der Arbeitsmarktannoncen voraussehen. Der Magistrat sei bei seinem Borgehen nur seiner gefeßlichen Berpflichtung nachgekommen. Dörr( Komm.) hielt gerade diese Gelegenheit für günstig eßten Sonntagsvorgänge vor dem Zirkus Busch anzuknüpfen, fich ihm vom Vorsteher- Stellvertreter Fabian( Dnat.) 3 Ordnungsrufe in wüsten Beschimpfungen der VSPD. zu ergehen, die eintrugen. Troßdem verneinte eine Mehrheit, zu der auch die Sozialdemokraten gehörten, die Frage, ob ihm das Wort zu entziehen ei, und Herr Dörr setzte sein erbärmliches Handwerk noch eine Weile Dr. Ben!( Soz.) erklärte, die einzig richtige Antwort auf Stadtrat Brühl gab eine ausführliche Darstellung des Sach verhalts, aus dem sich ergab, daß es sich um die völlig loyale Aus38] Sachawachiat der Eskimo. Bon Ejnar Mittelfen. Sachawachtal dachte an die vielen Male, wo dieser Mann ihm Gefälligkeiten erwiesen, und besonders an ein Mal, lange bevor Jim Hacklett und der schwarze Joe ins Land tamen, als die Jagd fehlgeschlagen war, und er feine Barten und feine Felle besaß, womit er sich Waren faufen konnte. Da hatte James Smith ihm den Bedarf für ein ganzes Jahr überlassen, und Sachawachiat hatte ihm Freundschaft fürs Leben gelobt. Er fenfte den Kopf und dachte- bittere Gedanken. Er haßte die Weißen und meinte Grund dazu zu haben. Aber war das richtig? Es gab doch gute Leute unter ihnen. War es nicht Hand ein Mann, sein Freund, der ihm früher geholfen hatte, unrecht von ihm, alle au haffen, war es nicht verfehrt? Hier stand -follte er ihm nun die Hilfe verweigern? Sachawachiat stand auf und gab James Smith die Hand. Ja, dich kenne ich, du bist mein Freund und haft mir manches Mal geholfen, aber alle die anderen-?" ,, Sie sie dir an fennst du feinen?" " Sachawachiaf fah sich im Kreise der Gesichter um ja, ja, es waren genug Bekannte darunter: Der Mayflower" Kapitär war da und der Kapitän auf" Mary Rose", gute Freunde beide. Mehrere erkannte er wieder. Die Steuer männer auch, das waren nicht die schlimmsten Weißen. Und er ging herum und gab ihnen die Hand:„ Das ist eine schlimme Geschichte... 4 fort. falier Wafferstrahl für den kommunistischen Krafeeler, in der Sache selbst gab er sein Botum für die Bewilligung in dem Sinne, daß die Fahnen als Dokument für republitanische Staatseinrichtungen zu werten seien.- Mit 95 gegen 80 Stimmen erfolgte die Bewilligung. Dem Antrag der Bersammlung, das Aversum für jede Klaffe der höheren Lehranstalten auf 200 M. festzusehen, hat der Magistrat abgelehnt. Auch hieran fnüpfte sich eine erregte Debatte, in der Storbuts. Tragödie des Hungers. Das letzte Mittel einer verzweifelten Mutter. Vor dem Schwurgericht beim Bandgericht I hatte sich eine Mutter wegen Mordes und Mordoersuchs an ihren unmündigen Kindern zu verantworten. Frau Kuhnert aus Charlottenburg hatte nach früheren Selbstmordverfuchen eines Tages ihre Söhnchen Kurt und Alfred zu Bett gebracht, den Gashahn aufgedreht und sich selbst in der Absicht niedergelegt, der unerträglichen Not, in der sie sich seit Jahren befand, durch Selbstmord ein Ende zu machen und dabei ihre hilflosen und franken Kinder. für die niemand sorgen würde, mit in den Tod zu nehmen. Der Selbstmordversuch war nicht gelungen, denn die Frau und gerufen, während der jüngere, im Jahre 1917 geborene Alfred beihr 1914 geborenes Söhnchen Kurt wurden wieder ins Leben zurüc reits tot war, als die Polizei in die Wohnung eindrang. Die tiefs traurige Tat hat eine noch traurigere Borgeschichte. Die Frau hatte gegen den Willen ihrer Eltern im Jahre 1914 einen lungenfranten Mann gebeiratet, bei dem sich später noch Nerven. zerrüttung und schließlich Geistestrantheit einstellten, so daß er in einer Irrenanstalt untergebracht werden mußte, wo er während des Krieges verstarb. Sie hatte nun ganz allein diente sie als Fabritarbeiterin während des Krieges einen Monatsfür die Familie zu sorgen. In Nachtschichten verlohn von etwa 150 Marf, von dem sie damals 4 Perfonen ernähren mußte. Später nach dem Tod des Mannes nahm sie noch ihre alte Mutter zu sich ins Haus. Frau Kuhnert erfranfie schließlich an einem Magenteiden, wagte es aber nicht, fich frank zu melden, da die Krankenunterstügung erst nach Berlauf von drei Tagen eintreten würde. Ein Gesuch, das sie der zustän digen Armendirektion einreichte, wurde unbegreiflicherweise, wie der Verteidiger treffend und mit Nachdruck betonte, abgelehnt. Als die Not höher und höher stieg und ein Selbstmordversuch schon fehlgeschlagen war, fam fie schließlich zu dem Entschluß, ihn zu wiederholen und dabei die Kinder mitzunehmen. Das Ge richt betonte wiederholt, daß es unter dem Zwang des Gefezes allein zu der schwerwiegenden Anflage auf Mord und Mordversuch Erst an Bord der„ Narwhale", von allen gefolgt, in die niemand kann es außer dir. Jetzt hast du selbst gesehen, wie Kajüte hinunter; der Steuermann der Schute, auch ein es steht, der schwarze Joe hat unrecht gegen dich gehandelt, früherer Bekannter, lag in seiner Roje, sein Gaumen war ge- andere Weiße vielleicht auch, aber wir doch nicht. Du hast schwollen, blaurot, seine Augen waren matt, seine Hand war mehrere von uns viele Jahre lang gefannt und weißt, daß flamm, und Sachawachiaf wandte sich ab, aber sein Blid fiel wir gut sind. Willst du uns um des schwarzen Joe willen. auf einen anderen Stranken, auf einen dritten: alle Opfer des sterben lassen?" Schweigend saß Sachawachiat am Rajütentisch, er dachte Sie gingen in die Kajüte des Bootführers; alle lagen mit an Joe und seinen Hak auf die Weißen, der ihn hiek, sie blauen, geschwollenen Gliedern da. Bei dem Harpunier war ihrem Schicksal zu überlassen. Aber war das recht? Tat er das gleiche der Fall. Krankheit überall, und vor der Kajüte nicht etwas, was schlimmer war, als der schwarze Joe getan, lag über die Hälfte der Mannschaft in einer stinkenden, er wenn er jegt seine Hilfe verweigerte? Durste er das?„ Denke flidenden Luft, arme, ausgezehrte Männer, die die Hand nach an deine Landsleute da drüben," und James Smith zeigte in Sachawachiat, der verkörperten Gesundheit, ausstrecten. Er sentte den Stopf: ja, fie batten nicht übertrieben, die der Stichtung von Icy Capes Bohnplay, die werden gleich falls sterben, wenn feine Hilfe tommt." Bord und zu Land geflüchtet waren. Dies war schlimmer, Estimos, die er getroffen hatte, und die vor den Schrecken an als fie gesagt hatten. ,, Sie halfen den Beißen," fante Sachawachiat turz und hart, fie jagten mich aus dem Bohnplak wie einen tollen Schiff, und fah überall Krankheit und Not, ausgemergelte, vom Er ging mit James Smith rings herum, von Schiff zu Hund wo find Tom und Richard, wo ist Fips?" Fort, aus dem Lande, längst schon," antwortete James Tode gezeichnete Männer, die faum den Kopf brehen mochten, Smith, und Schweigen brütete in der dumpfen Kajüte. Man als sie hörten, daß ein Fremder tom. Aber sie lebten auf, wartete gespannt auf Antwort. alle miteinander, wenn er wieder fort war. Was war das Ich habe eine Frau hier, Douglamana, eine beffere Frau für ein Gerücht, das sich durch die Flotte verbreitete? War als Igluruf, was soll mit ihr geschehen?" wirklich Hilfe in der Nähe? Hatte James Smith endlich" Nimm sie mit oder laß sie hier; du haft etwas Fleisch einen Mann gefunden, der zu anderen Weißen fahren und von auf dem Schlitten, fie mag das Ganze behalten, und wenn der Not ihrer Brüder berichten wollte? tannst dich auf mich verlassen!" Und Sachawachial wußte, mir jagen können, soll sie zuerst etwas abbekommen. Du „ Ich will mit Douglamana reden," fagte Sachawachiat und stand auf, um zu gehen. Aber die Meißen wollten ihn nicht loslassen, fie fühlten, daß das Spiel halb gewonnen war und fürchteten, er fönnte sich umstimmen laffen, menn er erst an Land zu feiner Frau kam.„ Wir senden Nachricht an Douglamana." Bald tam sie mit dem Sohne auf dem Rücken.„ Ihr habt mich gerufen?" Als Sachamachiat wieder nach der Narwhale" zurückfam, begleiteten ihn James Smith und die anderen nach der Romm an Bord, Sachawachiat," es war wieder James Rajüte hinunter, fie fetzten sich um den Tisch und schwiegen. daß James Smith die Wahrheit sprach. „ Na, Sachawachiat," fing James Smith schließlich an, Smith, der sprach, wir fennen die Geschichte von dem schwarzen Joe und Igluruf. Er taugt nichts und sie auch nicht! Dente was fagit du nun?" nicht mehr an fie und das Böse, was sie dir angetan haben. „ Sie werden sterben," antwortete er alle die mit Du fannst uns helfen, wenn du willst, und hältst du es wirk- Storbut." lich für recht, dich an uns zu rächen, für das, was andere ver" Ja, und viele mit ihnen," fiel der Mayflower"-Kapitän brochen haben, Sachawachial? Es gibt auch böse Estimos!" ein, nicht ein Mann von der ganzen Schar tommt mit dem Da schmolz etwas in Sachamachiat, fein altes Gerechtig- Leben davon, wenn feine Hilfe gebracht wird." teitsgefühl ermachte. Deshalb follten diese Männer darunter„ Sachte, sachte," warnte James Smith auf englisch,„ laßt leiden, das andere ihres Stammes böse waren? Das war mich, er fennt mich am besten und hat mir Freundschaft ver- Rasch wurde. fie von der Sachlage verständigt und begriff, verkehrt, böse von ihm! Er bedachte sich nicht lange, sondern sprochen, das Versprechen bricht er sicher nicht." Und zu was man von ihrem Manne wünschte; ihre Augen wurden hob den Kopf und sah die Weißen an. Bas wollt ihr Sachawachiaf gewandt fuhr er fort:„ Du weißt, Sachawachiat, blant, ach, die endlosen Tage mit dem Schlitten, das mar dah in Point Hope Weiße wohnen, die uns auch schon etwas viel verlangt. Aber fie sah auf die ernsten Weißen und begriff, " Komm an Bord," sagte James Smith, dann wirst du helfen können, aber noch weiterhin liegt das Land der Weißen, daß viel auf dem Spiele itand. Sie fenkte den Kopf. Wie Ichon sehen!" Und fie gingen zusammen zu den Schiffen von da fann die eigentliche Hilfe kommen. Wir haben ver- bu willst, Sachawachiat, aber ich tomme mit!" hinaus. I fucht, Boten dorthin zu schicken, aber niemand wagt es, ( Fortseßung folgt.) Don mir?" getommen fet. Die Geschworenen verneinten die Schuldfragen nach Mord und versuchtem Mord und bejahten die nach Totschlag und versuchtem Totschlag und das Gericht erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten bei einer Bewährungsfrist von 3 Jahren, ohne Auferlegung einer Buße. Ein nettes Früchtchen. Landtagsradau zum Sonntagskrawall Im Landtag waren am gestrigen Donnerstag die Tribünen, heitspolizei auch noch Selbst ich u organisationen zu schaffen. überfüllt. Die Deutsche Volkspartei will die Sigung um eine Stunde Hier liegt ja auch der Grund für die maßlose Uebertreibung der Borverschoben haben. Der Antrag wird abgelehnt. Präsident Leinert gänge durch die Rechtspresse. Wir wollen nichts beschönigen und fragt den Minister des Innern, ob er zur Beantwortung der ver- nichts verkleinern. Aber zu lebertreibungen besteht fein Anlaß. schiedenen Großen Anfragen bereit sei. Genosse Severing bejaht. Es sind nur zwei Polizeibeamte leicht verlegt worden. Wir danken Abg. Rabold( Soz.) der Polizeiverwaltung, daß nicht geschossen murde. Es hat lediglich eine regelrechte Keilerei zwischen Kommunisten und Nationalisten stattgefunden, wobei allerdings die Kommunisten ins Hintertreffen famen. Die Kommunisten haben durch ihren Versuch, die Ie chow hochleben ließen, nur Wasser auf die Mühle geliefert. Bersammlung zu sprengen, den Herrschaften, die im Zirkus Busch Reaktion erwiesen.( Neuer großer Lärm b. d. Komm. Lebh. Zu2nit 23 Jahren Bankvorsteher und Millionär. Während gereifte und sittlich gefestigte Charaktere unter den Handels- und Bantangestellten einen Anspruch auf Vertrauensftellungen hätten, müssen sie immer wieder erleben, daß sich die begründet die große Anfrage über das Verbot des Waffentragens in Gunst der„ Oberen" und Leiter oft ganz jungen ungenügenden öffer Versammlungen und über das Verbot der SelbstschuhKräften zuwendet, mit denen dann das Geschäft eines Tages die johlen und lärmen, als Rabold die Rednertribüne betritt. Er läßt verein zen( Bund für Freiheit und Ordnung). Die Kommunisten übelsten Erfahrungen machen muß. Einen solchen Fall hat jetzt fie toben und führt aus: Rechts- und Linksbolschewisten haben die( Lärm b. b. Komm.) Sie haben sich abermals als zutreiber der wieder ein bekanntes Berliner Bankhaus erlebt. Ereigniffe am Sonntag maßlos übertrieben, deffen Borsteher ein 23jähriger Siegfried G. iſt, tehene proviene lieft, fann man auf den Gebanten fommen, Dinge zu tun, als Radau auf der Straße zu momm.)( inni olem In dem Bankhause stellten sich dieser Tage im Zentralbureau, um ihre politischen Geschäfte zu fördern. Wenn man die rechts- ftimmung b. d. Soz.) Wir haben heute in Deutschland wichtigere größere Unregelmäßig feiten heraus. Tuf Grund eingehender Kontrolle der Bücher wurde darauf der 23jährige Vor- in Berlin poche eine neue Revolution an die Tür.( Ironischer Zuruf b. d. Komm.) Sollen wir etwa Ihre( zu den Komm.) sinnlosem teher" von der Kriminalpolizei verhaftet. Die Dena erfährt dazu nicht so viel von den arbeiten. Deretter ruden pon pleent Schuldkonto mitzuverantworten. Jede Maßnahme zum Schuß der der Komm.: Es ist ja nur ein Arbeiter getötet worden!) Ach, redet Aktionen unterstützen? Wir sind nicht gewillt, das tommuniſtiſche weiter: Siegfried G., der aus besserem Hause stammt, war troß finnlosen Strawall ab. Gie wiſſen, bag mit Straßenrabau nicht mehr Republik stüßen wir.( Zurufe der Komm.) Patier beter mut feiner Jugend, aber infolge seiner Kenntnisse und Fähigkeiten von Brot und mehr politische Freiheit geschaffen wird. tommunistischen Methoden; denn sonst bringen wir die nur feinem Chef auf den verantwortungsvollen Boften eines Borstehers Deutsch nationalen jest vom Bersammlungsterror sprechen, ins wirtschaftliche Elend.( Toben der Komm, zurufe: Berleurites berufen worden. Das ihm geschenkte Vertrauen mißbrauchte er aber. Dann da DeutschPräsident Leinert ersucht die Abgeordneten um Ruhe und bitteś land muß man sie daran erinnern, daß in her Bungsfreiheit für die 3000 Dollar aus dem Guthaben seiner Bank an, um fie für Sozialdemokraten nicht existierte. Nach der Revolution aber[ prengerei. Das betonen wir auch gegenüber den Kommunisten mit wir machen sie darauf aufmuiſtiſche La als handlungen, hat Laverrenz jene bekannte Versammlung gesprengt, eine Filiale der felben Bant auf sein Konto im Zentralbureau ein- Meister gezeigt. Schon im Jahre 1919, zur Zeit der Friedensver. Sprengerei nicht eingestellt wird. Es ist Zeit, daß alle Parteien fich in der Erzberger zur Lage sprechen sollte. Erzberger wurde das Grſcheinen unmöglich gemacht. Wäre er gefommen, bann hätte man ihn wahrscheinlich schon damals totgeschlagen. Die Anüppelgarde zuzahlen. Mit diesem Dollarvorrat begann er dann die wildest en Spekulationen und brachte es schließlich auf mehrere Millionen beutsche Reichsmark. Er kaufte sich nach und nach 3 mei 2utomobile, ein Motorrad und richtete sich in einem Vorort Ber-Caverrenz, der längst Objekt der Staatsanwaltschaft geworden wäre, fins eine Billa hochherrschaftlich ein. Als man seinen des Herrn Beruntreuungen auf die Spur tam, versuchte er die ganze Affäre recht harmlos hinzustellen und entschuldigte feine Berfehlungen damit, daß er sich die Dollarbeträge nur geliehen habe. Als die Leiter der Bant darauf auf sofortige Rückzahlung dieser Schuld drangen, war er in der Lage, nur 2000 Dollar herbeizu schaffen. Durch die sofortige Beschlagnahme fämtlicher Wertobjekte des G. dürfte der Schaden des Bankhauses gedeckt sein. G. ist in vollem Umfange nun doch geständig, die Millionenbeträge unter fchlagen zu haben. Mehlschieber in städtischen Diensten. Zu der Meldung über die Festnahme von Angestellten bei der städtischen Mehlversorgung wird weiter mit geteilt: Die Anschuldigung gegen die Festgenommenen geht dahin: Bei der Beräußerung von Mehl, das von der Berbackung auszuschließen war, haben, wie nach den angestellten Ermittlungen angenommen werden muß, die Festgenommenen gegen das Intereffe der Stadt gehandelt. Die Erörterungen bei der Staatsanwaltschaft werden ergeben, inwieweit die Festgenommenen etwa hierbei auch im eigenen Interesse tätig gewesen sind. Die Festgenommenen waren bestallte Mehlsachverständige. Um so fchwerer würde es sie belasten, wenn sie tatsächlich ihre Pflicht bis zu dem Grade verletzt hätten, daß sie wissentlich Mehl, welches an sich zum Berbaden geeignet war, als zur menschlichen Ernährung unge eignet bezeichnet hätten, um es zum Schaden der Stadt zu veräußern. Die Ermittlungen haben im übrigen ergeben, daß die Fäden der Angelegenheit nach auswärts reichen. Die Ueber wachungsabteilung hat bereits Beamte ausgesandt, die hierfür die Beweismittel fichern sollen. Schüßt die Gasmeffer vor Kälte. Die Direktion der Städtischen Gaswerfe teilt mit: Bei Frostwetter ist es bringend erforderlich, daß die im Gebrauch befindlichen Gas messer gegen die Kälte geschützt werden, da andernfalls eine regelrechte Benutzung des Gases ausgeschlossen ist. Gasmesser, die sich in falten Räumen befinden, müssen burch Einhüllen in Siroh, wollene Lappen u. dal. gegen das Einfrieren des Waffers geschützt werden. Auch die Fenster der Räume, in welchen Gasmesser stehen, müssen während der Frostzeit geschlossen gehalten werden. Zwei Milliarden Berliner Groß- Notgeld. Der Magistrat hat beschlossen, zwei Milliarden Groß- Notgeld in den Berkehr zu bringen, und zwar: Für 1 Milliarde 1000- Mart- Scheine, für 750 Millionen 500- Mart- Scheine, für 250 Millionen 100- Mart- Scheine. Der Stadt. verordnetenversammlung ist eine entsprechende Vorlage zugegangen. Ausschläge für den Kartoffelgroßhandel. Die PreisprüfungsStelle Berlin hat am 19. d. M. für den Kartoffelgroßhandel mit sofortiger Wirkung folgende Aufschläge festgefegt: pro gentner 80 M. bei Lieferung frei Keller, 50 M. bei Selbstabholung vom Bahnbof. Die Aufschläge verstehen sich auf die Einstandspreise des Großhandels ohne Fracht und Umsazsteuer. Freitische für alte Ceute! Die Not unserer armen alten Leute ist grenzenlos! Die Mittel der Altershilfe stehen in feinem Verhältnis zur Zahl der Notleidenden. Wer wäre bereit, ein oder einige Male in der Woche einem hungernden alten Men ichen ein warmes Wittagessen zu geben? Meldungen erbeten an die Geschäftsstelle der Altershilfe, W 57, Frobenstr. 1 II. Fernsprecher Lützow 9190. bewußt werden, daß die Entscheidung politischer Kämpfe nicht bei der Schußwaffe, sondern bei den geistigen Waffen liegt.( Widerspruch der Komm.) Gie fönnen das natürlich nicht verstehen, weil Sie von dem Geiſt der großen fozialistischen Denfer nie einen Hauch verspürt haben. Wir verlangen von der Regierung, daß sie die Geheimorganifationen rücksichtslos bekämpft und auch die Bünde mit harmlofen Namen verbietet, in denen sich unter neuem Firmenfchild die alte Reaktion versammelt. Gelbst ein so gemäßigtes Blatt wie die Boff. Stg." hat auf die Gefahr einer fafciftischen Bewegung in Deutschland hingewiesen. Die Regierung muß wachsam sein. Aber bas genügt nicht. Gie muß, soweit das in ihren Kräften steht, den. nationalistischen Sumpf durch tühne, entfchloffene wirtschaftliche Reformen auszutrodnen sich bemühen. Die fortschreitende Berelendung muß sonst unvermeidlich zur Wiederholung all dieser Krawalle, Explomunisten beglücken. Etwas mehr Mut, Wagemut in der Wirtfionen und Butsche führen, mit denen uns Nationalisten und Kom schafts- und Ernährungspolitik, und wir werden über die SchwierigBfuirufe der Komm.) feiten hinwegkommen!( Lebhafter Beifall b. d. Soz. Unruhe und wenn er kein Abgeordnetenmandat hätte, hat wiederholt pazifistische Versammlungen unmöglich gemacht und ihre Teilnehmer halbtot gefchlagen. Derselbe Laverrenz, der nach den Feststellungen der Bresse den nationalistischen Mord organisationen bedenklich nahesteht, führte auch in der Versammlung im Zirkus Busch am Sonntag das große Bort. Er gehört ja zum deutschvölkischen Flügel. Er gab den Rat, die Linkspartelen erst zu provozieren und dann gegen fie loszuschlagen, Nach dieser Bergangenheit des Herrn Laverrenz, des Führers des Bundes für Freiheit und Ordnung", kann man sich ein grube. Das Programm des Bundes, mit dem gutgläubige bürgerBild von diesem Bund machen; er ist eine nationalistische Mörderliche Politiker eingefangen wurden, ist nur auf Läuschung der Naiven die fich bisher in den verschiedenen, jetzt aufgelöften mord organisa berechnet. Der Bund ist lediglich ein Sammelbecken all der Elemente, tionen herumgetrieben haben. Selbst die Deutsche Allg. 3tg." be Der deutschnationale Abg. Rippel geht nach langen Auseinanderrichtet, baz die angeblich vaterländische Rundgebung im Birfus vom fegungen mit fommunistischen zwischenrufen daran, alle Schuld dem Nationalverband Deutscher Golbaten" ausging, und Berliner Bolizeipräsidenten aufzubürden. Er verlangt, daß die gedieser Berband sei an die Stelle des verbotenen Verbandes national- samten Instruktionen der Polizei für den Schutz der Zirkus- Buschgesinnter Soldaten" getreten. Als Einberufer ist ferner aufgetreten Bersammlung bekanntgegeben werden. Gegenüber Raboid, der gegen ber famose„ Bismard- Bund", ber bie großen 23affen- kommunistische Bersammlungssprengungen die Selbsthilfe der schiebungen in Berlin gemacht hat. Die Behauptung, daß auch Sozialdemokratie angekündigt hatte, verlangt der ParteiBentrums- und demokratische Abgeordnete Mitglieder des Bundes gänger der Versammlungssprenger des Herrn averrenz das feien, ist von Herrn Kopsch bereits widerlegt worden. Recht auf die gleiche Selbsthilfe. Beranstaltung verboten? Sicherlich. Allein das Berbot tam Wir stehen nun vor der Frage: Hätte die Polizei nicht beffer diese nicht. Warum nicht? In der Berliner Polizei und auch im Polizeipräsidium wird nicht ganz einwandfrei operiert. Die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung ist Sache der Abteilung Ia. Nach rechts? Sehr schlecht! Des Rätsels Lösung? In diesem Der Apparat dieser Abteilung funktioniert nach links tadellos. Apparat fizen heute noch eine Menge Leute des alten Regimes. ( Unruhe rechts.) Der reaktionäre Bestand der Polizei ist heute noch nicht erschüttert. Deshalb funktioniert der Polizeiapparat nicht so, wie er müßte. Die Hauptaufgabe der Polizei ist, vorzubeugen. Das hat sie in dem hier besprochenen Fall nicht getan. Die Polizei erklärt, sie sei durch den Vorstand des Bundes falsch informiert worden. Das ist keine ausreichende Entschuldigung. Wenn aber die Deutschnationalen der Bolizei vorwerfen, fie fei zu schlapp vorgegangen, so finden wir diefen Vorwurf für unberechtigt. Wenn noch mehr Blut geflossen wäre, wenn es Tote gegeben hätte, dann hätte die Reaktion sofort auf die Notwendigkeit hingewiesen, neben Reichswehr und SicherGroß- Berliner Parteinachrichten. 9. November Abendveranstaltungen geplant find und hierfür Redner Die Kreise refp. Abteilungen werden gebeten, falls für den gewünscht werden, dieses unverzüglich dem Bezirkssekretariat( Bureau Häußler) mitzuteilen. Der Bezirtsvorstand. Charlottenburg- Spandau. Jeden Sonnabend von 5-6 Uhr im Jugendheim, Charlottenburg, Rosinenstr. 4, juristische Sprechstunde. Heute, Freitag, den 20. Oftober: Vohnsborf. 7% Uhr gemeinfame Mitgliederversammlung der BSPD. im Reſt. Lill, Schulzendorfer Straße. Thema: Die Bedeutung der Einigung für das Proletariat". Referent Abg. Otter- Bochum, M. d. 2. Morgen, Sonnabend, den 21. Oktober: Abt. Bersammlung der Anhänger der weltlichen Schule um 7% Uhr in der Aula ber 83. Gemeindeschule, Müller, Ede Triftstraße. Berichterstattung über die Lage im Kampf um die weltliche Schule. Referent Gen. Winter. 37. t. 7% Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Jerasch, Kochhann-, Ede Ebertnstraße. Organisationsfragen. 108. Abt. Köpenid. Die Cinäicherung unseres alten Genossen D. Soene erfolgt Sonnabend mittag 12% Uhr in Baumschulenweg. Abmarsch von Köpenic vormittags 11 Uhr vom Bahnhof Spindlersfeld. Die Jugendpflegewache des Bezirksamts Kreuzberg veranstaltet heute abend, 7% Uhr, Borträge über die Beziehungen yon Jugend- 17. pflege, Schule und Elternschaft, und zwar 1. im Festsaal der BertramRealschule, Alexandrinenstr. 5/6( nahe dem Halleschen Tor); Bortragende ist Genoffin Gerhard von der I. Studienanstalt, Berlin: 2. im Festsaal der Karl- Michaelis- Realschule, Mariannenstr. 47; Bortragender ift Studiendireftor Dr. Sachrow, Briz; 3. im Festsaal der Borfig- Realschule, Boechstr. 9/10; Vortragende ift Genoffin Dr. Slemsen. Ende gegen 9% Uhr. Die Genossen und Genossinnen find bringend gebeten, an diesen Elternabenden teilzunehmen. Das Oktober- Programm des Tanentien- Varietes weist in dem prachtvoll gebauten Athletenehepaar Milla und William Reuter eine ganz ersillassige Schaunummer auf Man hat seine reine Freude an den beiden Menschen. Auch die Tänzerinnen Silla Düring und Felta Ericsen erweisen fich als hohe Stlasse. Die drei Blad burns leisten das Menschenmögliche an Tollfühnheiten, und Bring Totis, ein japanischer Fußjongleur, offenbart die equilibristischen Vorzige feiner Raffe. Großer Schloßeinbruch mit über einer million Beute. Ein großer Einbruch wurde auf dem Schlosse Hülsenberg bei Hagenom in Mecklenburg verübt. Die Verbrecher erbeuteten über eine Million Mart Silberzeug, das zum größten Teil 2. C. und M. C. mit einer Krone gezeichnet ist, darunter alte italienische Leuch ter, Papiermesser, Schreibzeuge, Aichbecher, Plaketten, Münzen und Streichholzdosen. Ein Zigarettenetui trägt die Widmung„ Ente". Für die Herbeischaffung des gestohlenen Gutes ist eine Belohnung von 10 Bros. des Wertes, für die Ergreifung der Täter eine Sonder infohnung von 10 000 90 ausgesetzt. Eine furchtbare Explosion ereignete sich in Gronau bei Köln auf inem mit nallforfen beladenen Auto, nachdem es auf deutscher Seite vorschriftsmäßig abgefertigt war und am holländischer Zollamt revidiert wurde. Der Kraftwagen wurde vollständig zertrümmert, der Führer buchstäblich in Stüde geriffen und auch der revidierende Beamte getötet. Der 3olleinnehmer und seine Frau erlitten schwere Berlegungen. Das Zollhaus wurde teilweise in Trümmer gelegt. Zwischenrufer auf der Tribüne gefordert hatte, verlangte der kom Da ein Deutschnationaler vom Präsidium ein Einschreiten gegen munist Schulz- Neukölln, daß sofort verschiedenen Bertretern von 60 000 Arbeitern"( kommunistischen Betriebsräten) der Zutritt zur Tribüne gewährt werde. Bom Minister des Innern verlangte er über dieses unparlamentarische Berlangen hinweg. eine sofortige Aussprache mit diesen Vertretern. Der Präsident ging Nach einer matten Rede des Abg. v. Ennern( D. Bp.) tam der Rommunist Gefchte. Er hat wohl noch nie ein so gut besetztes Haus Dor sich gehabt. Alles wartete auf die Rede des Innenministers. Man nahm also die kommunistische Schimpf- und Drohkanonade mit in Kauf. Es hagelte Ordnungsrufe. Geschte aber mußte doch seinen Freunden auf der Tribüne zeigen, was er fann. Diese waren denn auch, als das Haus sich zur weiteren Besprechung der Großen Anfragen auf Freitag 12 Uhr vertagte, noch so hingeriffen und ent flammt durch die kommunistischen Tiraden, daß sie von der Tribüne zur Rechten hinüberschrien: Ihr Lumpengesindel, Ihr Mörder, Thr Hunde!" Die kommunistischen Abgeordneten dankten ihren Leuten mit einem Bravo!" " Heute Freitag spricht Severing. Mieterverband Deutschlands, Gruppe Wedding. Geschäftsstelle: Pantstr. 86 bei Utecht. Funktionärkonferenz Sonntag vormittag 9 Uhr in Feibels Festsälen, Rolberger Str. 23. Generalversammlung, Donnerstag 7 Uhr in den Pharus Sälen, N. 65, Müllerstr. 142. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch keinen Einlaß. Sport. Rennen zu Karlshorst am Donnerstag, den 19. Oktober. 1. Rennen. 1. Sbeitani( Hartmannshenn), 2. Batisus( Breege), 3. Tato( Austel). Toto: 258: 10, Blak: 40, 26, 27:10. Ferner liefen: Cora, Kofolores, Livia, Landratte, Fatra. 2. Rennen. 1. Drachme( b. Faltenhausen), 2. Primadonna( Herr Beed), 3. Tbor( v. Pelzer). Toto: 24: 10, Plat: 16, 37, 21: 10. Ferner liefen: Rautendelein, Medusa, Brünella, Sinn Fein, Wetterscheide, Parma II, Drianne. ftein( Starbel). Toto: 25: 10, Blag: 13, 14, 22:10. Ferner liefen: Sage, 3. Rennen. 1. Heribert( Bismart), 2. Herzog( Einfinger), 8. LilienLallo, Hagelschlag, Romberg, Auer, Kazenjammer, Tanz. 4. Rennen. 1. Ceres( Kränzlein), 2. Ladl( Lewidi), 8. Lobredner ( Kukulies). Toto: 28: 10, Plat: 13, 15, 18: 10. Ferner liefen: Oft flucht, Widinger, Damiana, Innocenz, Wassary, Ritter Blaubart, Paulus. 5. Rennen. 1. Rosenfönig( v. Westernhagen), 2. Minor( König), 3. Ahasver( v. Fallenbahn). Toto: 52:10, Blak: 16, 17, 18:10. Bernet liefen: Cyganta, Spreewald, Royal Blue, Ginster, Raufbold, Willehart, Sultane VIII. Königswusterhausen. 7½ Uhr im Neuen Gefügenhaus feiert die Arbeiter. jugend the diesjähriges Serbstfest, bestehend aus Rezitationen, Liedern zur Baute, Jugendspiel Blühende Erde" u. a. m. Die Festansprache hält die Landtagsabgeordnete Genoffin Dr. Wegscheider- Ziegler. Rege Beteiligung 6. Rennen. 1. Simplicite( Bezelt), 2. Nordsee( Burst), 3. Bimia der Genossen wird erwartet. ( Meja). Toto: 84: 10, lat: 23, 16, 19: 10. Ferner liefen: Ginds. taube, Dro, Glasfirsche, Blender, Element, Jessy, Cipri, Henri, Babieca, Charlatan, Ganymed. Bernan. 7½ Uhr im Gewerkschaftshaus in Bernau Gruppenkonferenz. Tages. ordnung: Bericht von den Parteitagen und Organisationsfragen. Die Funktionäre von 8epernid, Röntgental, Schönow, Ladeburg, Biesenthal und Tempelfelde sowie die Mitglieder von Bernau werden um vollzähliges Er. scheinen ersucht. * Achtung, erwachsene Mitarbeiter für den Berein Arbeiter- Jugend. Die General verfammlung des Vereins Arbeiter- Jugend Groß- Berlin findet am Sonn tag um 9 Uhr statt, nicht wie irrtümlich berichtet um 10 Uhr. Toller". Jugendveranstaltungen. 7. Rennen. 1. Trumpf( Sentpeil), 2. Mrs. Bunch( Ludwig), 3. Hallunte( Einfinger). Toto: 27: 10, Blag: 16, 88, 23:10. Ferner liefen: Bedruf, Georg, Minestra, Biedermann II, Marotte, Rubin, Major, Narr, Bresa. Briefkasten der Redaktion. E. R. 20. In dem von Ihnen beabsichtigten Vorgeben Yönnte leicht ber Tatbestand der Erpressung erblickt werden. Wir empfehlen Ihnen, wegen Heute, Freitag, den 20. Oktober: Ihres vermeintlichen Anspruches den Klageweg zu beschreiten. D. G. 6. 1. Maßgebend sind neben dem Reichsmietengefez, das für das ganze Reich Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin. gilt, die von den einzelnen Ländern erlaffenen Ausführungsbestimmungen. 2.- 4. Die bezügliche Bestimmung ist unwesentlich. Die gefeßliche Miete Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4, Lichtbildervortrag: Eine Rhein ist in jedem Falle von dem nächsten gefeßlichen Kündigungstermin an zu des Lebens und des Menschen". fahrt Röpenid: Jugendheim Grünauer Str. 6, Vortrag: Die Entstehung zahlen. 5. Die Bestimmungen müssen von dem Kreisausschuß erlaffen worden Straße 2, Bortrag: Gefchichte des Altertums". Gesundbrunnen: Jugendheim Gotenburger fein. 3nt fibrigen geht aus der Bekanntmachung nicht hervor, daß die Kom Neukölln- Süb: Jugendheim munalaufsichtsbehörde( Landrat) der Bekanntmachung zugeftimmt bat. Nogatstr. 53, Vortrag: Die Bedeutung der Presse für die Arbeiter". Norben: 8. 15. Gegen Ihren Schuldner fönnen Sie nur fofort ben Klageweg be Jugendheim Gemeindeschule Putbuser Str. 3/5, Bortrag: Der neue Staat". schreiten, wenn Sie mit ihm vereinbart haben, daß bei nicht pünktlicher Zins Petersburger Viertel: Jugendheim Gemeindeschule Eckertstr. 16, Vortrag: Ernst zahlung die Fälligkeit des Kapitals fofort eintritt. Andernfalls müssen Sie Raffalle". Bantom: Jugendheim Breite Str. 32, Vortrag: Ferdinand basselbe zunächst fündigen. 5. R. 70. Unseres Erachtens ift das Gefchäft Gemeinschaftserziehung". Weißenfee: Jugendheim Ledigenheim Woeldpromenade, Boctvag: nichtig, weil es gegen die gefeglichen Vorschriften berstößt. Fordern Sie den Betrag unter Hinweis bierauf zurüd. Drbg. ba. Der Witwe ftebt ein Rentenanspruch nicht au. Es ist aber möglich, daß fie die Mente bewilligt erhält, wenn sie wieder in den preußischen Staatsverband aufgenommen Es empfiehlt sich also, daß die Witwe, fobalb fie nad Deutsch worden ist. land aurüdlebrt, den Antrag auf Naturalisation ftellt. . R. 1. Ein Burüdbehaltungsrecht dürfte Jonen nicht anstehen, da Ibr Vertrag das nicherlich berbietet. 2. Gelbstverständlich können Sie den Alageveg befchreiten. 3. Die Ron des Proteffes werden etwa 1500-2000 r. betragen. B. 20. Die Stofindung beträgt den dreifachen Jahresbetrag der von der Witwe aulept bezorenen Jahresrente. . S. 1410. 1. Durch Formaldehyddämpfe; aber taum ausführbar. 2. Ren Ihnen nur ein Arzt angeben; die in Inferaten angepriesenen Mittel helfen meist night. Sozialistische Proletarierjugend Groß- Berlin. Nordosten: Jugendheim Chriftburger Str. 14, Bortrag: Arbeiterdichtung". Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Wetter bis Sonnabend mittag. Trocken und überwiegend heiter Sozialdemokratischer Männerchor Sallesies Tor. Alle Sänger treffen jich aber til bel mäßigen öftlichen Winden, in der Nacht zum Sonnabendam Gonnabend abend 7% Uhr im Gaalbau Friedrichshain. Keiner darf fehlen. Krenzberger Harmonie. Sonntag, den 22. Oktober, Uebungsstunde in der vielfach Nachtfroft. | Schulaula Wilmsstr. 11. Wirtschaft Quartalen 1922. Die Großeinkaufs- Gesellschaft m. b. H. in den ersten drei Der Gesamtumsatz der Großeinkaufs Gesellschaft Deutscher Konsumvereine m. b. H. betrug bon Januar bis September 1922 9 339 585 422,39 M. 1921 1 431 882 978,89 " 19 W " mithin ein Mehrumsay von 7 907 702 443,50.= 552,26 Broz. Der Umsat tvert an selbst hergestellten Erzeug nissen aus den eigenen Betrieben belief sich von Januar bis September 1922 auf 961 475 509,11 m. 1921, 145 532 879,37 " " Beiterentwicklung der umfangreichen Warengeschäfte erforderlich, fake durch dos Reichsgesetz vom 7. Januar 1913 auch in das innere aber nicht minder zum Ausbau der vorhandenen Fabrilgebäude deutsche Recht übernommen sind. Die jetzt wieder beginnenden Verund zur Erweiterung der Eigenproduktion. Seiner Vollendung handlungen haben zwei im Jahre 1913 aufgestellte Borentwürfe, lagers in Chemnik, die Errichtung des Betriebsgebäudes Schiffs hypotheten und Schiffsprivilegien zum Gegenstande. entgegen geht der Neubau eines großen 8entral betreffend die beschränkte Haftung ber Reeder und die für die Fleischindustrie Hamburg- Altona. Nach erfolgter Als Vertreter der Reichsregierung nehmen der deutsche GeschäftsUebersiedelung des zurzeit in Gröba i. Sa. befindlichen Manufaktur- träger in Brüffel, Gesandter Dr. Landsberg, der Senatspräfi warenlagers und des Lagers von Haushaltungsgegenständen nach dent bei dem Reichsgericht Dr. Strucmann und der Landgerichtsrat Chemnitz wird in Gröba die zweite 3ündholzfabrik der im Reichsjustizministerium Dr. Ramble an ben Verhandlungen teil. GEG. und eine Fabrit für chemisch technische Artitel Deutsche Boltsbant A.-G., Berlin- Schöneberg. Diese errichtet. Der Betrieb der Teigwarenindustrie in Gröba wird aus Bank, die bekanntlich den christlichen Gewerkschaftskreisen nahesteht, gebaut durch Aufstellung neuer Maschinen. nimmt eine starte Rapitalerhöhung vor. Die außerordentliche GeneralUm die Fortführung und den Ausban der planmäßig be- versammlung beschloß, den Siz des Unternehmens nach Essen zu vergonnenen Eigenproduktion für die organisierten Berbraucher auch legen, da sich im Westen die Hauptgeschäfte vollziehen." In Berfin weiterhin bewerkstelligen zu fönnen, hat die Großeinkaufs- Gesellschaft und in anderen Städten des Deutschen Reiches sollen Zweigstellen Deutscher Konsumvereine m. b. S. in Hamburg eine Obligations errichtet werden. Das 2 ftientapital wird bis auf 50 Mildemnach ein mehrumjaz von 815 942 629,74. 560,60 Broz. anleibe aufgelegt, in Form von Teilschuldverschreibungen lionen Mart erhöht. 5 Mill. Schuldverschreibungen werden in Neun Milliarden und über 300 millionen Mart welche in Stüden von 500 m., 1000 m., 5000 m. und 10 000 M. Namensaftien zu Bart( 100 Brozent) umgewandelt. 31 Millionen Umiaz in Dreivierteljahren, eine respektable Leistung zahlen herausgegeben werden. Die Verzinsung beträgt 5% Proz. vom Namensaftien werben neu geschafft und außerdem 12 Millionen neue mäßig betrachtet, und doch ist es nicht vielmehr als der gleiche Wert- Tage der Einzahlung an. Zeichnungsbedingungen find in allen Inhaberattien. Die legteren Kategorien werden zu 110 Proz. ausbetrag nach Papiermark berechnet, der am 15. Auguſt d. J. fälligen Konsumvereinen des Zentralverbandes deutscher Konfumbereine zu gegeben, sämtliche Namensattien in Stücken zu 10 000 Mt. AußerReparationssumme in Gestalt von 2 Millionen englischen Pfunden. baben, oder direkt einzufordern von der Großeinkaufs- Gesellschaft bem murbe der Beschluß gefaßt, daß der 3 Millionen Mark beDie lawinenartig zunehmende Geldentwertung und die hieraus Deutscher Konsumvereine m. b. H. in Hamburg, Befenbinderhof 52. tragende Organisationsfonds in Attien umgewandelt werden muß, hervorgehenden Preissteigerungen finden ihren Niederschlag in vor. Für die Sicherheit der Teilschuldverschreibungen haftet die GGG. sobald der Refervefonds die gefehliche Höhe erreicht hat. genannten Riesenumfaßziffern. Leider hat die notwendige Erhöhung eigenen Fabrikationsbetrieben, 10 Jnlandslägern u. a. m. angelegt ist. die Beit vom 25. bis einschließlich 31. Oftober 33 900 Pro3. mit ihrem gesamten mobilen und immobilen Vermögen, das in 80 Das Goldzollaufgeld ist start erhöht worden. Es beträgt für Der Betriebsmittel innerhalb unserer Stoniumvereinsbewegung mit der zunehmenden Geldentwertung nicht gleichen Schritt gehalten. In den meisten Genossenschaften reichen die eigenen Betriebsmittel, das sind in erster Linie die Geschäftsanteile der Mitglieder, bei weitem nicht aus, um den notwendigsten Warenbedarf, der zu ca. 50 Broz. im voraus bezw. sofort beim Empfang der Ware bar bezahlt werden muß. laufend befchaffen zu können. Wohl hat in anerkennenswerter Deshalb, Genossenschafter, lernt aus der Konzentration des Großkapitals! Bemüht Euch, es diesem gleichzutun, stellt Eurer GEG. bie erforderlichen Mittel zur Verfügung, zeichnet und fördert die Unterbringung der Obligationsanleihe! Erstklassige Herrenbekleidung Anzlige, Palatots, Schlüpfer, prima Steffe Vollwertiger Ersatz für Maß:: Zivile Preise Hornhaut, Schwielen u.Warzen Fufirol Schnel! Die Ausgestaltung des internationalen Seerechts. Am 17. OttoBeiie eine ansehnliche Anzahl unserer Konsumvereine in letzter Beit ber traten auf Einlabung der belgischen Regierung Bertreter der MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 beschlossen, den Geschäftsanteil auf 2000 m., 8000 M., ja einige Regierungen der am Seehandel beteiligten Mächte zu einer Interfogar auf 5000 M. zu erhöhen, aber alle guten Abfichten bleiben nationalen Geerechtskonferenz in Brüssel zu ohne die erwartete Wirkung, wenn den gefaßten Beschlüssen nicht fammen. Es werden damit die Vorarbeiten wieder aufgenommen, unmittelbar die Ausführung, die Bareinzahlung der erhöhten die durch den Krieg unterbrochen waren und dem allgemeinen Wie in jedem Einzelhaushalt in geiten steigender Wunsche der am Seeverfehr beteiligten Staaten umb Wirtschaftsfreife Geldentwertung mehr Wirtschaftsgeld erforderlich ist, so auch im entsprangen, einheitliche internationale Grundläge für Konsumberein, und nicht minder in der Einlaufs- und Produktions- bie, privatrechtlichen Beziehungen, die sich aus diesem zentrale, in unserer Großeinkaufs- Gesellschaft Deutscher Konfum- Berfehr ergeben, an Stelle der verschiedenen eingelstaatlichen Vorbereine. Stellen die Genossenschaftsmitglieder ihren Stonium fchriften aufzustellen. Als Ergebnis von früheren Verhandlungen bereinen größere Mittel zur Verfügung, so sind auch die Vereins- in den Jahren 1905, 1909 und 1910 find bereits 1910 die beiden leitungen in der Lage, ihrem Großlieferanten der GEG. die er- internationalen Uebereinkommen zur einheitlichen Feststellung von forderlichen Beiträge zur Stärkung der Betriebsmittel zuzuführen. Regeln über den Zusammenstoß von Schiffen und über die HilfeGewaltige Summen an Barmitteln sind zur Aufrechterhaltung und| leistung und Bergung in Seenot abgeschlossen worden, deren Grundbeseitigt sicher u.schmerzlos Jn Apotheken u. besseren Drogerien erhältlich.c Gegen Fußschweiß und Wundlaufen Kukirol Fußbad! für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Stoffe Koch& Seeland 6. m Gertraudtenstraße 20-21. 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Igl.8 Uhr im Schiller- Saal Bismardfir. 110 VarietéIgl.8 Uhr Spielplan Kammerfänger Hans Rüdiger fingt aus dem Schagläftlein deutscher Dichtungen Lieder aus vergangenen Tagen as laut auf dem Bodium ist, das ist Rüdiger auf gefanglichem Gebiet. Was bei dem Dresdener Tenor aber besonders angenehm berührt, ift die aperte literaturhistorische Belehrung, die man von seinen Abenden mit nach Hause nimmt. Rüdiger bestreitet sein Brogramm mit 2tebern beutscher Meifter aus dem 17. un 18 Jahrhundert, sowie schwäbischen, bayerischen und schlesischen Bollsweisen, und der in der Mufitgefchihte weniger Bewanderte erfährt durch ihn, wieviel Ginn und Humer bei Distern und Mufifern jener Zeit vorhanden war. Zu diesem Humor gibt Rüdiger noch eine fräftige Dosis Romit hinzu, so daß der Abend einen hohen fünstlerischen Genuß verspricht. Karten bei Bote& Bod, A. Wertheim, Schillertheatertasse 10-2 und Abendtaffe Trianon- Th. 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