Nr. 17. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Ereignisse in Frankreich Sonntag, den 20. Januar 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Herren Ordnungsparteiler, die den Panamasumpf| Einrichtungen" pindtert und böttchert es aus allen Ecken und andere pesthauchende Sümpfe gar gern zugedeckt hätten. des ordnungsparteilichen Preß- Morastes. Allein diese Korruption ist die Korruption der tapita Aber wissen die patriotischen Knownothings( Nichts" hätten unseren Ordnungsparteilern zu feiner ungelegeneren li stischen Gesellschaft- sie hat mit Nationalität wiffer) denn nicht, was doch jeder Quartaner, der sein GeZeit kommen können. Es war ein Blitz aus heiterem nichts zu thun und steckt in dem wirthschaftlichen System schichtshandbuch mit einigem Verstand gelesen hat, weiß: daß Himmel", wie die patriotische Reaktionspresse aller der Ausbeutung und der anarchistischen Ichsucht, das in alle politischen Einrichtungen und Formen in Deutschland Echattirungen seufzend hervorstöhnt. Und der Blig" hat das allen kapitalistisch entwickelten Ländern, in Deutschland französischen Mustern nachgemacht sind? lichtscheue Reaktionstreiben nicht nur grell beleuchtet, ebensogut wie in Frankreich, Italien, Amerika u. s. f., Wissen sie nicht, daß alle unsere Verfassungen, was für die Dunkelmänner an sich schon etwas sehr Un den Staat und die Gesellschaft beherrscht und seine giftigen bis herunter zur Reichsverfassung aus dem Franangenehmes ist er hat auch eingeschlagen; und der Miasmen aushaucht. Daß in Frankreich das öffentliche zösischen abgeschrieben sind allerdings sehr schlecht? stolze Bau französischer Umsturzpolitit, in dessen Schatten Gewissen sich gegen die Korruption dieser Ausbeuter Wissen sie nicht, daß sogar das dürftige Inventar politidie chriftlich- germanischen Cafimire" ihr nationales" wirthschaft empört hat, tann Frankreich doch nur zur scher Ideen", über das sie selber, die deutschen Herrn Sklaven und Narrenparadies sich zu gründen gedachten, Ehre gereichen, denn es zeigt, daß dort der„ moralische Ordnungsparteiler, verfügen, aus dem Französischen entlehnt ist von dem Wetterstrahl des allfiegenden Sozialismus zer- Nerv" noch nicht ertödtet ist. Keiner der französischen und auf deutsch blos verballhornt ist? Wissen sie nicht, schmettert. Daß dieser Strahl auch sie getroffen hat; daß Panamisten war schuldiger als Crispi. Wohlan, die daß sogar ihr neuestes Lieblingswert, die Umst urz die Reaktionspolitik ebenso gut eine internationale ist, wie französischen Panamisten sind gebrandmarkt, von Amt und Vorlage, ein stümperhaftes Plagiat aus dem die Aktionspolitik der Sozialdemokratie; und daß der Sturz Würden gejagt. Und Crispi, der italienische Bis Französischen ist? Cafimir Perier's, der klassischsten Verkörperung des inter- marck"? Unser Verbündeter"? Quält nicht die gesammte Sie sollen in die Schule gehen, die unwissenden Pfuscher, nationalen Rapitalismus, eine internationale Niederlage deutschnationale Presse, die den Franzosen Korruption vor und etwas lernen! Am Gang der Dinge ändern sie ja doch des Kapitalismus und ganz hervorragend eine Niederlage des wirft, feit einem Jahre sich im Schweiß ihres Angesichts nichts. Mit chinesischem Gebrüll wirft man Festungss deutschen Perierthums, des bürgerlich- großindustriellen ab, den pechschwarzen Banca Romana Mohr Crispi weiß mauern nicht um, und wenn auch Lüge, Heuchelei und Unwie des junkerlich- agrarischen, bedeutet, das sehen die zu waschen? Pfui der Heuchelei! wissenheit unleugbar Großmächte sind, so können sie doch Pindter und Böttcher der deutschen Moloch- und Mammon- Und Deutschland hat unsere Pharisäerpresse teine andere Wirkung auf die Sozialdemokratie ausüben, gesellschaft wohl ein, wenn sie auch kaum im stande sein vergessen, daß wir in Deutschland vor 21 Jahren eine als daß diese bei ihrem Vormarsche pfeift", was dem dürften, die ganze Tragweite des Ereignisses zu begreifen.tönigliche Untersuchungs- Kommission" musikalischen Herrn Bronsart ein besonderes Vergnügen Und nach der bekannten Taktik sind sie jetzt aufs eifrigste hatten, die genau die nämlichen Spitzbübereien zu tage sein wird. bemüht, das deutsche Publikum über die Vorgänge in Frank förderte, wie die franzöfifchen Panamaprozesse, und auch in Unsere französischen Genossen sind entschlossen, den großen reich zu täuschen und sie als für Deutschland ganz belanglos dem nämlichen Umfang? Der einzige Unterschied war, daß Sieg auszunutzen. Sie betrachten den Sturz Cafimirs natürder Standal hinzustellen. Bei dieser Gelegenheit offenbaren sie in in Deutschland vertuscht wurde, lich nur als eine Etappe; und Herr Faure*) hinter dem die glänzendster Weise die drei Eigenschaften, durch die sie sich und die meisten Schuldigen der verdienten Strafe ent konservativen Elemente der französischen Republik stehen, hauptsächlich auszeichnen: Berlogenheit, Heuchelei und Un- gingen. Und die 1300 Millionen Frants, welche die wird, suche er noch so sorgsam die Fehler seines Vorwiffenheit. großen Eisenbahn- Gesellschaften dem französischen Volt aus gängers zu vermeiden, sich in Lagen gedrängt sehen, wo die der Tasche nehmen wollen, und über die Herr Casimir| Sozialdemokratie ihn mit Erfolg angreifen kann. Berier gestolpert ist sind sie etwa unmoralischer" als Der rettende Mann", den unsere Reaktionäre für die fünf bis sechstausend Millionen Mart, die von unseren Frankreich erflehen, der Retter", der die Freiheit erwürgt Agrariern und Schlotbaronen dem deutschen Volk seit 1878 und zum drittenmale die blutige Raiserpoffe aufführt, in Gestalt von Korns und sonstigen Schutzöllen, von wird nicht erscheinen; und sollte ein Verrückter fici Liebesgaben, Zuckerprämien u. 1. w. vermittelst der Gesetz zur Rolle berufen glauben, so wird man ihn im Narrengebung aus der Tasche gepumpt worden find? haus unterbringen. Die Zeiten sind vorüber. Die Republik faun in Frankreich nicht mehr angetastet werden. Die Arbeiter sind der Fels, auf dem sie unerschütterlich ruht. Und vermochten die französischen Arbeiter schon 1871 bie Attentate des Kapitalismus auf die Republit zu vereiteln, um wie viel mehr jetzt, wo die Arbeiterbewegung um das zehnfache stärker ist. Wir vertrauen unseren französischen Genossen. Die Geschicklichkeit, die Ausdauer und der Muth, den sie bisher in dem Kampfe gegen den Kapitalismus be= wiesen haben, sind uns sichere Bürgschaft für ihren end. giltigen Triumph. Gelogen wird mit eiserner Stirn, es gehe in Frankreich alles drunter und drüber, alles fei topf- und rathlos, es herrsche die tollfte Anarchie- während thatfächlich die Krise fich mit einer Ruhe und Ordnung vollzogen hat, die zu der Kopf- und Rathlosigkeit unserer deutschen Ordnungsparteien in beschämendem Gegensatz steht. Und diese Heuchelei! Gestein schon sprachen wir von der pharisäischen Prahlerei,„ bei uns" in Deutschland sei Und hat es etwa jemals in dem„ korrupten" Frank die Regierungsmaschinerie weit besser, arbeite weit ruhiger, reich einen schmachvolleren, ein höheres Maß sittlicher und seien derartige Krisen undenkbar. Wir verglichen den Berkommenheit bekundenden Prozeß gegeben, als den der deutschen Kanzlerwechsel mit dem französischen Präsidenten- Bochumer Schienenflicker und Steuerhinterzieher? Und wechsel, und wiesen nach, daß im umgekehrt im deutschen wurden die Baare und Konsorten von unserer franzosenReich die Regierungsmaschinerie bei weitem die schlechtere fressenden und tugendtriefenden Ordnungspresse nicht in den ist. Nicht anders verhält es sich mit der anderen pharisäischen Himmel erhoben? Prahlerei, die französische Präsidentenkrise sei die Folge einer Korruption, wie sie nur in Frankreich zu finden, Unübertrefflich, wie diese Heuchelei erscheint, sie wird nicht aber in dem lilienreinen Deutschland. Unverschämter noch übertroffen von der Unwissenheit dieser patrioward nie der Wahrheit ins Antlig geschlagen. Daß in tischen" Gesellschaft. Frankreich ein Augiasstall von Korruption ist, haben wir" Frankreich steht politisch weit hinter Deutschland, es niemals geleugnet geleugnet haben es blos unsere hat teine fest ausgebildeten politischen Formen und Feuilleton. Im Exil. ( Nachdruck verboten.] Noch einmal: Pfui der Heuchelei! *) Faure ist auszusprechen: Fohr. Der Finanzmann wollte durch eine Geste seine voll- Mann bin, ich werde Sie dafür belohnen. Oder aber, Sie tommene Gleichgiltigkeit zum Ausdruck bringen, unterließ gefallen sich darin, den Don Quixote zu spielen und dann es jedoch. Doch glaubte er mit erkünftelter Gemüthlichkeit wissen Sie, daß ich für einen verlorenen Redakteur zehn antworten zu müssen: andere wieder finde Bah, man maskirt den Rückzug. Man giebt seine Stellungen Schritt für Schritt auf. Für einen Taktifer des JourRoman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung nalismus ist das nur eine Kleinigkeit. von Marie Runert. René war auf das Aeußerste erregt. Mechanisch, wie wenn er nicht recht verstanden hätte, stammelte er: Was sagen Sie? Wir greifen nicht mehr an? Nein, sage ich Ihnen. Ich bedaure, Ihnen meine Motive nicht auseinandersetzen zu können. Sie beziehen sich auf Ceheimnisse, die mir nicht allein gehören. Aber Sie werden mir aufs Wort glauben, daß es sehr ernste, zwingende Gründe sind. Mit einem Blick umfaßte René die verhängnißvollen Folgen dieses Rückzuges mitten im Ansturm. René verharrte in düfterem Schweigen. Nicht wahr, die Sache ist abgemacht? Da der junge Mann noch immer nicht antwortete, fuhr Herr Bernheim schmeichelnd fort: Hören Sie! Seien Sie vernünftig! Ich sage Ihnen, daß ich Sie infolge äußerst schwerwiegender Gründe Ihren Feldzug nicht fortsetzen laffen kann. Ich weiß, daß dies un angenehm für Sie ist. Aber ich will Sie dafür schadlos halten. Ich erhöhe Ihr Gehalt auf acht tausend Frants per Jahr. Genügt das? Nun, ich werde bis auf zehn tausend Franks gehen. Es ist unmöglich, rief er. Es ist zu spät, um mun er war mit seiner Geduld zu Ende. zu schweigen. Das Publikum erwartet die versprochenen Beweise. Es mag warten. Unsere Kollegen werden Aufklärung verlangen. Lassen Sie sie Aufklärung verlangen. Wie brauchen. fie nicht zu beachten. Der Unparteiische" wird seinen guten Namen einbüßen. Herr Bernheim lächelte ein wenig, wie wenn er sagen wollte: Der Unparteiische" hat schon anderes erlebt. Doch begnügte er sich mit der Antwort: Beunruhigen Sie sich deswegen nicht. Das ist meine Sache. Das ist also ein regelrechter Handel, sagte René bitter; Das bleiche Gesicht des Finanzmannes färbte sich gelb dies war nämlich seine Art, zu erröthen und seine Nase fing an heftig zu zittern. Dann erwiderte er plötzlich streng und gebieterisch: --O Sie scheinen eine brutale Ausdrucksweise zu lieben. Wohlan! Sei es! Um so besser. Ich bezahle Sie sonst dafür, daß Sie schreiben. Heute bezahle ich Sie dafür, daß Sie schweigen. Sie gewinnen dabei mein Lieber. Was wollen Sie mehr? erscheint. die René verließ das Rabinet des Direktors wie ein Wahnsinniger. Ein Sturm der gewaltsamsten Gefühle tobte in ihm. Armuth! Knechtschaft! Der Willkür eines Bernheim überliefert, gezwungen zu sein, zwischen seinem Er Gewissen und seinem Brote zu wählen! eilte nach Hause, um die Frage, die ihm plöglich so grausam, so brutal vorgelegt wurde, von allen Seiten zu betrachten. Er fand Lucien dort, der seine Mutter besuchte. Ihm erzählte er in einem Athem das Unglück, das ihm begegnet war. guerst erhob sich ein Sturm der Empörung. Das war unwürdig, gemein! Man trieb doch nicht die Leute vorwärts, um sie plöglich anzuhalten, wenn sie sich kompromittirt hatten. Man sette ihnen nicht das Messer an die Kehle, um sie zum Schweigen zu bringen, nachdem man ihnen aufgegeben hatte, die Wahrheit laut zu verkünden. Der alte Schurke! Er mußte nette Beweggründe haben, daß er sie nicht sagte! Jedenfalls war er gekauft worden, oder man hatte aus seiner eigenen Vergangenheit irgend einen Spizbubenstreich ausgegraben und ihn mit Mazas ( dem Gefängniß) bedroht, wenn er sein Geschütz nicht zum Schweigen brachte. René ließ ihn ausreden und fragte dann: Was rathet Ihr mir nun? Was soll ich thun? Es entstand ein verlegenes Schweigen. Lucien zögerte, für den Augenblick aus der Fassung gebracht. Dieser unvorhergesehene Fall brachte seine ana Ich will, daß mein Artikel thus ist die Nein, so nicht. Mein Entschluß ist gefaßt und erzogene Vorsicht mit seiner angeborenen Rechtschaffenheit in Konflikt. Er fühlte das nicht wieder gut zu machende Zeitung gehört mir. Denken Sie doch daran, daß es sich um meine Ehre Unrecht, das René sich selbst anthun würde, wenn er in dem Moment schwieg, wo es galt, seine Behauptungen zu Aber die meinige auch, rief René. Ich habe ange- handelt. D, feine hochtrabenden Worte, wenn ich bitten darf. beweisen. Andererseits wagte er aber auch nicht, ihm zu griffen, Anklagen erhoben. Was soll man denn von mir benten, wenn ich mich im entscheidenden Moment Ich gebe Ihnen zwei Stunden Bedenkzeit. Entweder bringen einem Bruch zu rathen, weil er dann von neuem einen zurückziehe? Sie mir das kleine Opfer und, so wahr ich ein ehrlicher Sprung in das Dunkle unternehmen mußte. Frau Messant Politische teberlicht. Berlin, den 19. Januar. Aus dem Reichstage. Endlich sind die Juristen des Reichstages mit ihren Erörterungen über die Novelle zur Strafprozeß- Ordnung im Plenum fertig geworden und können nun die Auseinandersetzungen in der Kommission weiter geführt werden. schiede, da, was heute der Begründung entbehrt, morgen ver. 1 besonders zur Pflicht gemacht, auf die Beachtung der von wirklicht sein kann. Die Logik der Thatsachen ist mitunter ihm hervorgehobenen Gesichtspunkte Aufmerksamkeit zu vers zwingender als alle offiziöfen Haarspaltereien. wenden und event. im Disziplinarwege das Erforderliche zu veranlassen. Der Minister hat im einzelnen noch folgende, der bisherigen Langsamteit energisch zu Leibe gehende Bes stimmungen erlassen: Die Reichstags- Ersatzwahl im Kreise Eschwege Schmalkalden ist auf den 5. Februar angesezt. Monatsschrift. Die angesehene Kons. Monatsschrift" sollen sich von der Dauer der Voruntersuchungen und der Die Konservativen im Spiegel der konservativen Die Landgerichts- Präsidenten und Ersten Staatsanwälte schreibt: Daß es dort noch zu hizigen Kämpfen kommen wird, Recht viele Konservative feben leider in der Sozial porbereitenden Verfahren durch entsprechende Einrich haben alle Redner angedeutet und der Zentrumsredner demokratie nur eine Gesellschaft von desperaten Leuten, die sich tungen in fortlaufender Kenntniß erhalten und eventuell Rintelen hat ja direkt die Befürchtung ausgesprochen, daß, auflebnen gegen göttliche und menschliche Ordnung und die nicht nachdrücklich einschreiten. Die Verhandlungs- Termine wenn nicht durch ein besonderes Gesez oder Bertagung des eher zur Sube fommen, bis erst einmal ordentlich das Repetir sollen möglichst nahe anberaumt werden und zwar Reichstags über die Sommerferien vorgesorgt wird, die Kom- gewehr dazwischen gepfeffert haben werde. Bis zu diesem unver- regelmäßig binnen Monatsfrist und spätestens binnen miffion pro nihilo arbeiten wird, da es ausgeschlossen sei, meiblichen Moment aber behilft man sich mit dem schneidigen sechs Wochen; wenn nöthig, sollen an den Schöffen daß man im Laufe dieser Session die Berathung zu Ende Staatsanwalt und mit mehr oder minder gefeßlichen Unter- gerichten zwischen die fürs ganze Jahr im voraus führen könne. drückungs- Maßregeln, bezw. wo sie fehlen, mit ihrer Herstellung. bestimmten Sigungstage außerordentliche Sigungen einWas nun den Gang der heutigen Debatte betrifft, folosigkeit der Sozialdemokraten und ihre Verachtung der gesetzlichen der Verfügung am bestehenden Richtermangel scheitern sollte, Wir dagegen stehen auf dem Standpunkt, daß wir zwar die Gott geschoben werden. Für den Fall, daß die Durchführung gelang es endlich ein paar Nicht juristen zum Worte zu Ordnung tief beklagen und so streng verurtheilen, wie sie nach tommen. Darunter auch unserm Parteigenossen Grillen- christlichem Sittengeset verurtheilt werden muß, aber doch einst- sollen zur Erledigung der Rückstände, zur Ermöglichung der berger. weilen die Partei als die einzige ansehen müssen, die die Burückziehung weit ausstehender Termine u. f. w. außerUnser Redner sprach sich zunächst gegen die Absicht der schweren Leiden des vierten Standes und des immer tiefer ordentliche Hilfskräfte bereit gestellt werden. Vorlage aus, die Zahl der Richter in den erkennenden sinkenden dritten vollauf würdigt und anerkennt, deren Inter Jm preußischen Etat finden sich aber nicht die Posten, Senaten von 5 auf 3 herabzusehen; das gleiche that er essen wirksam und muthig vertritt und ganz zweifellos von der welche zur Durchführung dieser Maßregel erforderlich wären. gegenüber dem Vorhaben, die Befugnisse der Amtsgerichte Bertretung dieser Intereffen auch nicht ablassen wird, selbst wenn Ohne eine sehr starke Vermehrung der Richterstellen wird auszudehnen. Die Nothwendigkeit der Berufung beleuchtete man noch drakonischere Ümsturzvorlagen erfinnen und nicht nur dieser Grlaß, wie ähnliche der Vorgänger des Herrn den Staatsanwalt, sondern bie Schießgewehre spielen laffen Grillenberger mit dem Hinweise auf die berühmten Brause- wollte. Nach unserer Ansicht liegt die einzige Hilfe gegen den Schönstedt ein frommer Wunsch bleiben, dem die That nicht wettereien gelegentlich des Gummischlauch- Prozesses. Der Umstura in gesunder Sozialreform." folgen wird. Redner meinte, dieser Vorgang stehe nicht vereinzelt da, In bezug auf die versuchte Strafverfolgung Liebknecht's Die 1895er Berufszählung. Am 14. Juni d. J. sondern er sei in gewiffer Beziehung typisch für unser ganzes schreibt die Konf. Monatsschrift": Strafrechtsverfahren. Redner erinnerte an die Verhängung Es muß schmerzlich berühren, daß dieser Ginfall nicht, wie findet bekanntlich im Deutschen Reich eine Berufs- und der Untersuchungshaft gegen Gradnauer in Dresden, für er es verdiente, vom Reichstag einstimmig zurückgewiesen wurde, ewerbezählung statt, nachdem seit der letzten ähnwelche Maßnahme jeder gesetzliche Grund fehlte. Auch des die geiſtvolle These, daß man jemanden beleidigen tönne, ohne lichen Zählung 13 Jahre vergangen sind. In unserer Zeit, die Beleidigung, sei es mündlich, sei es symbolisch, zu äußern"; in der die soziale Entwicklung mit Riesenschritten vorwärts Waldschlößchen Aktionärs und Amtsrichters Becker gedachte vielmehr waren es wieder Konservative, welche das flare Recht geht, ist es für Wissenschaftler und Politifer in gleicher unser Genosse und ebenso der Worte des sächsischen Justiz- und die bedrohte Verfassung in einem Falle preisgaben, wo Weise wichtig, durch das einzig sichere Mittel, die statistische ministers, der es für seine Pflicht erklärte, außeramtlich" rechtliche und politische Gesichtspunkte in gleicher Weise das Bählung, zu erfahren, wie weit die soziale Entwicklung mit den Richtern sich über gewisse Urtheile zu unterhalten. rücksichtsloseste Auftreten gegen die Regierung forderten. Es vorangeschritten ist, wie weit schon die kleine UnterDiese und eine große Reihe anderer Vorkommnisse unterliegt für uns feinem Zweifel, daß der Gesetzgeber die nehmungsform durch die Großindustrie verdrängt worden ist, führte unser Genosse vor, um zu zeigen, warum in Abgeordneten in der freien Kundgebung ihrer Ueberzeugung wie weit früher Selbständige" zu Lohnarbeitern geworden breitesten Echichten unseres Volkes das Vertrauen zur unbedingt hat schüßen wollen Rechtsprechung, besonders so weit politische Prozesse in welche dem Kaiser die Huldigung versagt, ist traurig genug. Daß es eine große Partei in unserem Vaterlande giebt, sind 2c. Ob das, was man aus einer solchen Zählung erfährt, betracht kommen, auf den Gefrierpunkt gesunken ist. Aber welchen Werth hat benn erzwungene Heuchelei? Loyalitäts: aber auch wirklich den Thatsachen entspricht, hängt natürLeider war auch das Haus während dieser Rede, wie fundgebungen haben nur dann Sinn und Werib, wenn sie freilich in erster Linie von der Fassung der Formulare ab, die während der ganzen dreitägigen Debatte, sehr schwach willig dargebracht werden. Der Geßlerhut ist fertig, wenn man den einzelnen Staatsbürgern zur Einzeichnung ihrer Berufsbesetzt. Die wenigen Anwesenden folgten aber dem Redner den Zwang zu Hilfe nimmt. Wohin sind wir auf dem Wege und Gewerbeverhältnisse vorgelegt werden, und deswegen ist mit gespannter Aufmerksamkeit. nach Byzanz schon gekommen, daß dies betont werden muß, und es sehr wünschenswerth, daß diese Formulare vorher wohin wird die Judikatur( Rechtsprechung) des Reichsgerichts bekannt und der öffentlichen Kritik zugänglich gemacht uns noch bringen, wenn jeder Deutsche feinen Nächsten bei Strafe werden. Dies thut nun aber unsere verehrte Bureaukratie des Gefängnisses zur Betheiligung an Loyalitätskundgebungen werden. Dies thut nun aber unsere verehrte Bureaukratie nicht, ebenso, wie auch auf vielen anderen Gebieten eine Wir gehen dann einer Diktatur des Staatsanwalts entgegen, unberechtigte Geheimnißkrämerei getrieben wird. Und da und diese wird die unerträglichste von allen Diktaturen sein, weil ist es denn gut, daß häufig sozialdemokratische Blätter in fie nicht offen die Gewalt als Gewalt giebt, sondern die Willkür die Lücke springen und die Deffentlichkeit mit dem für sie mit einem Scheine, wenn nicht des Rechts, so doch der Juristerei Wissenswerthen bekannt machen fönnen. So ist jetzt unser Welche Wahrheiten hat Luther den Fürsten zu ihrem Besten Leipziger Bruderorgan, die Leipziger Wolfs- Beitung", in gefagt! Er hätte heutzutage nicht mehr Reformator werden der Lage, die Zählungsformulare und den dazu gehörigen fönnen, weil er aus dem Gefängniß seine Lebtage überhaupt erläuternden Text der in diesem Jahre vorzunehmenden nicht herausgekommen wäre! Berufszählung zu veröffentlichen. Nach Grillenberger sprachen noch Werner( Antisemit), Marquardsen, Hilpert( Wilde) und der Pole Czarlinski Hierauf wurde die Vorlage an eine Kommission von 28 Mit gliedern verwiesen, zu der von unserer Fraktion die Ab- wingen kann! geordneten Bollmar, Schmidt( Frankfurt) und Tutauer delegirt sind. Das Ministerkrifen- Dementi des Reichs- Anzeigers" findet trop des hochfahrenden Tones nicht allgemeinen Glauben. So schreibt z. B. die Vossische Zeitung": Die Dinge stehen heutzutage oft genug anders, als die Beschwichtigungs Hofräthe des amtlichen Blattes fich träumen laffen. Man fann am Dienstag ganz fest im Sattel zu fizen meinen und am Freitag aus allen Himmeln gestürzt sein auch wenn man Minister ist..... Weshalb redet der Hintermann des Reichs- Anzeigers" nur vom Staatsministerium? Und weshalb nennt er nicht aus drücklich den Namen des Herrn von Berlepsch? Ob der Handelsminister bis zum Echluß der Landtagsfession und ob die Herren v. Boetticher und v. Marichall über den Geburtstag des Fürsten Bismarck hinaus im Amte sein werden, das werden wir abwarten, und wir werden es darum noch nicht glauben, weil der Reichs- Anzeiger" seine Note veröffentlicht, die der Form umtleidet. Die Konservativen, die so denken, sind ganz vereinzelt und bereiten deshalb den Kreuzzeitungsmännern kein Kopfzerbrechen. Alles in allem: was uns am neuesten Kurse besorgt macht, In einem ausführlicheren Artikel werden wir noch ist nicht dies oder jenes einzeln, sondern im großen angesehen: auf diesen Gegenstand zurüdtommen, wie wir ihn auch die Rathlosigkeit auf dem Gebiet der Reform einerseits, und anderer schon vor einigen Wochen in einem Leitartikel besprochen feits der Glaube an die Wirksamkeit kleinlicher Repressivmittel. haben. Wer der Träger dieser Politik ist Herr v. Stumm? oder Herr v. Köller? oder wer sonst? wir wissen es nicht. Aber wir Die Reorganisation der preußischen Fabrikwünschen, daß sie so bald als thunlich verlassen werde und daß Aufsicht, die bekanntlich durch die gleichzeitige Berquickung die Gerichte nach Schluß des Reichstages mit dazu beitragen mit einer Neu- Ordnung der Ueberwachung der Dampfteffel möchten, die Aera Hohenlohe in ersprießlichere Bahnen zu eine Verschlechterung erfahren hat, ist im laufenden Etatsleiten." jahre zu Ende geführt worden. Freilich geschah dies nur äußerlich, denn es wird noch einige Jahre dauern, bis die nach richtig bliebe, auch wenn die Staatssekretäre schon in den Berhältnisse der bei der Aufsicht verwendeten Beamten eine nächsten Wochen ihre Entlassung nähmen, da sie nicht in erster Reihe für das preußische Staatsministerium, sondern für die dauernde etatsmäßige Regelung erfahren haben werden. Reichsverwaltung in betracht kommen, und nicht einmal anzus Politische Freiheit und sozialer Fortschritt. Außer den 26 in der Gewerbe- Inspektion angestellten Gefechten wäre, wenn Herr v. Berlepsch in kurzem aus dem Amite Ueber dieses Thema handelt, mit bezug auf die neue dem werberäthen fungiren gegenwärtig 100 Gewerbe- Inspektoren Reichstag vorliegende Um sturz vorlage, ein Artikel und eine große Anzahl von Assistenten. Die Gewerbebegriff nicht gleich, welche Tragweite die Thatsache der der letzten Nummer des" Sozialpolitischen Zentralblatts". Inspektoren sind nicht sämmtlich etatsmäßig anBeröffentlichung oder der Nichtveröffentlichung des Artikels In dem Artikel wird dargelegt, daß sozialer Fortschritt gestellt. Etwa ein Drittel versieht bisher die Dienstfür ihren Sohn haben mußte. In ihrer ängstlichen Phantasie und politische Freiheit insofern eng zusammengehören, als geschäfte auftragsweise. Jm nächstjährigen Etat ist sah sie ihn schon wieder auf das Pflaster geworfen, ge- nur da, wo die Kritik des Bestehenden und die Agitation blos die Umwandlung von 10 dieser Stellen in etats zwungen, die Jagd nach dem täglichen Brot von neuem für neu zu Schaffendes nicht beschränkt sind, die Möglichkeit mäßige vorgesehen. Dazu kommt, daß sich die Zahl zu beginnen. Galt es wieder, zu den Entbehrungen früherer für das Volk besteht, Verbesserungen seiner sozialen Lage der auftragsweise beschäftigten Assistenten Tage zurückzukehren? So sollten sie also immer in Noth zu erreichen. In dem erwähnten Artikel des Dr. Karl schon jest als unzureichend herausgestellt leben? Sie rieth deshalb zur Versöhnung, zur Nachgiebig von Mangoldt heißt es:" hat. Troydem ist blos die Schaffung von acht neuen teit. Gab es denn kein Mittel, zurückzutreten, ohne daß Wenn ein friedlicher sozialer Fortschritt erzielt werden soll, Assistentenstellen in Aussicht genommen, Der preußische es so aussah? War es denn schließlich auch so nöthig ge- so ist es nothwendig, daß die herrschenden Klassen durch eine Staat zahlt jeßt an Gehältern und Remunerationen für die wesen, daß er sich zum Rächer begangenen Unrechts machte? rückhaltlose Kritik immer wieder und wieder auf das Unbe- in der Fabrikaufsicht thätigen Beamten über 653 000 m., Was gewann er denn dabei, wenn er eine Schurterei friedigende des bestehenden Zustandes aufmerksam gemacht, durch eine Summe, die uns ebenso ungenügend erscheint, als fie unter tausend enthüllte? Feinde und nicht einen Sou eine große Volksbewegung aufgerüttelt und durch die auf allen den Vertretern des Unternehmerthums viel zu hoch vorGebieten des öffentlichen Lebens ständig wachsende Macht der mehr. Da man ihn drängte, von einem nuglofen und Deposition schließlich in gewissem Sinne gezwungen werden. Dann kommt. Rechnet man die Summen dazu, welche für gefährlichen Unternehmen abzustehen, da man ihn sogar allerdings, unter diefen Voraussetzungen, mag auch ihr eigenes Wohnungsgeld- Zuschüsse, für Bureau- und Verwaltungsdazu zwang, nun, so konnte er die Sache ja sich humanes Wohlwollen ein schweres Gewicht zu gunsten des fosten, Diäten und Reisekosten u. s. w. außerdem gebraucht selbst überlassen. Er konnte aus der Redaktion fortbleiben, sozialen Fortschritts in die Wagschale werfen. Wer also wirklich werden, so wird man die Summe, welche Preußen jezt sich krank melden. Er war doch nicht mit der polizei den sozialen Fortschritt will, der gebe und erhalte politische jährlich für seine Fabrikaufsicht aufwendet, genau auf lichen Beaufsichtigung der Börse und der Finanzgesellschaften Freiheit. Ohne sie bleibt nur die Wahl zwischen revolutionärer 3/4 Millionen schäßen. Demnach kaum so viel, wie zwei Gewalt oder einer dumpjen Stagnation, unter der schließlich das 45 Bentimeter- Rüften- Haubigen foften dürften. Während Renè, der sich in einen Sessel geworfen hatte, Leben der oberen Klassen mit dem der unteren verfault und die Stirn in die Hand geftüht, unbeweglich dasaß, fuhr sie noch richtig ist, die Menschen nicht nach ihren Worten, sondern bürgermeister von Magdeburg Bötticher, ist in vergangener vermorscht. Und wer fie angreift, den wird man, so lange es Der ziveite Vizepräsident des Herrenhauses, der Oberfort, auf ihn einzuwirken: nach ihren Thaten zu beurtheilen, mit Recht als einen Feind des Nacht plöglich einem Herzschlage erlegen. sozialen Fortschritte bezeichnen, wie sehr er sich auch mit seiner Arbeiterfreundlichkeit brüsten mag. betraut. Siehst Du, mein lieber Sohn, ein Bruch würde uns momentan sehr unangenehm sein. Ich habe es Dir bisher verborgen, Eine Verfaffung für Mecklenburg. Die Freifinnige aber ich habe schwere Monate in unserer kleinen Häuslichkeit Was so die piychologische Betrachtung lehrt, das bestätigt Vereinigung beantragt, ber Rostocker Beitung" zufolge, bei zu überstehen gehabt. Die wenigen Schmucksachen, die mir die geschichtliche Erfahrung. Man tann lange in der Geschichte dem Seniorenkonvent, daß der Pachnicke'sche Antrag über noch von früher geblieben waren, habe ich verkaufen müffen. berumfuchen, und man wird kaum ein Beispiel einer herrschenden die mecklenburgische Verfassung im Reichstage als erster Du weißt auch, daß ich das Dienstmädchen entlassen habe. Klaffe austreiben, die in keiner Weise gezwungen, aus reinem Partei- Antrag nach dem Jesuiten- Antrag berathen werde. Allein Du weißt nicht, daß fast unser ganzes Silbergerät ohlwollen, wesentliche soziale Fortschritte ins Wert gefeßt Der in Form eines Gefeßentwurfes eingebrachte Antrag, hätte. Allerdings bestand der Zwang nicht immer nur in dem Lange im Leihhause gewesen ist. Erst in diesen Tagen habe Druck der unteren Klaffen, aber es war doch immer ein Zwang. der feit Gründung des Reichs immer wiederkehrt, lautet: ich es einlösen können. Hast Du bemerkt, daß ich mir seit Dagegen hat uns die Geschichte eine lange Reihe von Beispielen von Preußen 2c., verordnen im Namen des Reiches, nach erfolgter Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden deutscher Kaiser, König dem Tode Deines Vaters nicht ein einziges Kleid machen aufbewahrt, wo die herrschende Klaffe ihre politische Macht einer Buftimmung des Bundesrathes und des Reichstages, was folgt: ließ? Und die Sachen, welche ich jetzt trage, sind schrecklich seits und die politische Ohnmacht der unteren Klassen andererseits Bustimmung des Bundesrathes und des Reichstages, was folgt: abgenützt. Ich bin schließlich so weit gewesen, vor dazu benutzt bat, dieſe letzteren in scham und rücksichtsloser Bufaß aufgenommen: In jedem Bundesstaat muß eine ans Ginziger Artikel. Hinter Artikel 3 der Verfassung wird folgender unserm guten Lucien kann ich es wohl sagen daß ich Weise zu unterdrücken und auszubeuten. selbst in der Familie keine Besuche mehr zu machen wagte. für den sozialen Fortschritt, die wir seit Jahren deren Zustimmung zu jedem Landesgefeß und zur Feststellung des Die Umsturz vorlage ist die schwerste Gefahr Wahlen der Bevölkerung hervorgegangene Vertretung bestehen, Ich mache Dir gewiß keine Vorwürfe deswegen, mein armer Sohu. Ich weiß, daß Du mit aller Kraft für uns gehabt haben. Sie bedroht die nothwendige Grundlage derfelben, Staatsbaushalts- Etats erforderlich ist. die politische Freiheit, aufs ernſteſte, und sie verspricht Wahlreform Antrag im böhmischen Landtage. Im beide gearbeitet haft. Ich habe Dich oft im Stillen be durch vermehrte Quälereien der Führer des Proletariats Haß, Landtage begründete der Abg. Bareuther den Antrag Schlesinger dauert, weil Tu Deine Kraft in handwerksmäßiger Arbeit Wuth und Verachtung gegen die herrschenden Gewalten in diefen betreffend das direkte Wahlrecht für die Land= vergeuden mußtest, Du, der Du eine so schöne Stellung in nur noch mehr zu steigern, ohne die Uebertragung dieser Stimmung gemeinden. Er führte aus, feine Regierung werde sich mit der Frankreich haben müßtest, wenn die Leute gerecht wären. auf die große Masse des Volkes hindern zu können. Wer ihr Zeit dieser Forderung entziehen können. Die Forderung der In Böhmen solle Ich habe Dir dies alles nicht gesagt, um Dich nicht muthlos zur Gefeßwerdung verhilft, der lädt, das fürchten wir, eine Sozialdemokraten fei unerfüllbar. 31 machen. Aber heute, wo wir aufangen aufzuathmen, wo fchwerere Schuld in bezug auf die soziale Entwickelung unseres die Aenderung der Wahlordnung nicht das Mittel zur Herrschaft wir doch endlich ein lichteres Fleckchen in der Zukunft erblicken, Boltes auf sich, als wenn er alle bisher bei uns erzielten sozialen einer Nationalität über die andere fein; daher müffe eine Sonderung herbeigeführt werden durch Schaffung nationaler wenn wir uns da noch einmal in Effen und Trinken, Reformen wieder über den Haufen würse. Beschleunigung der Straffachen. Der Justizminister Angelegenheiten würden von beiden Kurien gemeinsam berathen Kurien, deren jede ihren Landesausschuß wählt. Gemeinsame Kleidung und Feuerung einschränken müßten, so fürchte ich, ja, so fürchte ich, daß ich dazu nicht mehr den Muth und bat in Berfolg seiner von uns im Wortlaut wiedergegebenen werden; in jede Kurie hätte der Großgrundbesitz seine Verfügung vom 14. Dezember v. J. betr. die Beschleunigung Bertreter zu entfenden. Der Antrag Schlesinger wurde unter ( Fortsetzung folgt.) der Strafsachen den Oberlandesgerichts Präsidenten noch Buftimmung aller Parteien einer Kommiffion überwiesen. die Kraft habe. 0 fann. Staatsbürger wahren und fichern( Beifall) und ein gutes Berhältniß zu Kroatien und Slavonien pflegen. Die Regierung werde die Prinzipien des vorigen Rabinets verfolgen und die kirchenpolitischen Gesetze innerhalb des feftgefeßten gefeßlichen Zeitraumes durchführen, womöglich mit Schonung der Gefühle der einzelnen Konfessionen. Die noch übrigen Kirchengefeße werde die Regierung unter Aufrechterhaltung der für dieselben maßgebend gewefenen Prinzipien durchführen.( Lebhafte Eljenruje rechts.) Endlich werde die Regierung trachten, die Frage der katholischen Autonomie zu lösen, die Verstaatlichung der Verwaltung in Angriff zu nehmen, das Eisenbahnnet, besonders gegen den Orient hin, zu vergrößern, und den Ueberschuß im Staatshaushalte des nächsten Jahres dem Ackerbau zuzuwenden.( Lebhafte Gljenrufe rechts.) Reform" des Schwurgerichts in Zürich. Das Kantons rathsmitglied Oberrichter a. D. Wolf, beantragte eine Reform des Schwurgerichts in dem Sinne, daß es auf schwere Straffälle beschränkt, die Zahl der Geschworenen von 12 auf 8 oder 6 reduzirt wird und beim Verditt wie beim Strafausmaß Geschworene und Richter zusammenwirken. Diese Aktion läuft offenbar auf völlige Abschaffung des Schwurgerichts, auf Ginführung von Echoffengerichten auf breiterer Grundlage als in Deutschland hinaus. Dem kapitalistischen Politiker Wolf ist dieses reaktionäre Unternehmen ganz gut anstehend, aber das Volk dürfte davon kaum etwas wissen wollen. Man ersieht hieraus, daß in der schweizerischen Republik ähnliche reaktionäre Pläne wie im deutschen Bundesrath aus geheckt werden können. " Parlamentarisches. F B Reich" Unter Dem Haufe der Abgeordneten ist eine vergleichende Uebersicht der Ergebnisse der Ginkommensteuer- Veranlagung für 1898/94 und 18 9495 sowie die Nachweisung über die Ergebnisse der anderweiten Verpachtung der im Jahre 1894 pachtlos gewordenen Domänenvorwerte vorgelegt worden. Die Furcht vor der Sozialdemokratie bahnt den Frieden von 15 000 Mann, daß von Liau- Jang aufgebrochen war, fließ verwaltung zu ersuchen, die Bergebung von Militärlieferungen zwischen den streitenden Nationalitäten in Böhmen an, damit am Morgen des 17. Januar im Nordwesten von Haitscheng zu zentralisiren, einen größeren Kreis von Submittenten zuzudann desto energischer dem Proletariate die Stirn geboten werden auf die Japaner. Die Chinesen wurden zurückgeworfen. Die laffen und einen dem Beginn des Etatsjahres näheren Termin Japaner baiten einen Todten und 40 Verwundete. für die Lieferungen zu bestimmen. Der Antrag Müller- Fulda, Shanghai, 19. Januar.( Meldung des Reuter'schen 415 672. abzusehen, wird mit Mehrheit angenommen, ebenso Das neue ungarische Kabinet hat sich mit einer Bureaus".) Nach einem Telegramm aus Tschifu feuerten gestern findet die Resolution Hammacher mit großer Mehrheit zuProgrammrede des Ministerpräsidenten Banffy im Parla- drei japanische Kriegsschiffe auf Teng- tschou- fou, eine große von ftimmung. mente eingeführt. Wir heben aus derselben die folgenden Tschiju westlich gelegene Stadt, ohne ihr Schaden zuzufügen. G3 entsteht eine lange Debatte über die Einrichtung der Stellen hervor: Das Kabinet werde die Geschäfte auf liberaler Grundlage Dem Reuter'schen Bureau" wird aus Honolulu vom 11. dieses Royalistische Revolution auf den Hawaii Inseln. Bekleidungsämter, die mit der Bewilligung der geforderten Mehr ausgaben endet. in ungarisch nationaler Richtung führen und alle gegen Monats gemeldet: Ein ernstlicher Aufstand der Royalisten Vorsiz des Staatssekretärs des Innern v. Bötticher zusammen. Die Reichstagebau Kommiffion trat gestern unter dem den Staat als solchen und gegen die Einheit beffelben gerichteten Angriffe auf das ent: fand hier am Abend des 6. Januar und am folgenden Den ersten Gegenstand der Berathung bildete die Feststellung der schiedenste betämpfen.( Beifall.) Das Rabinet Tage ftatt. Der Belagerungszustand wurde erklärt und die Auf über dem Westportal des Hauses anzubringenden Inschrift. Nach werde bie verfassungsmäßigen Rechte der fremdsprachigen fländischen, deren Zahl 200 betrug, wurden von den Regierungs- einer längeren Diskussion, in welcher mehrere Vorschläge gemacht truppen zerstreut. Ungefähr 50 Aufständische wurden ergriffen, bald gezwungen sein werden, sich zu ergeben. die übrigen flüchteten sich in die Berge, wo sie wahrscheinlich wurden, fand die Inschrift Dem deutschen Reich" die Zustimmung der Majorität Majorität der Kommission, der Kommission, während Getödteten ist unbedeutend. Die Behörden verhafteten ungefähr auf der Inschriftstafel anbringen wollte. Die Zahl der eine Minorität die Worte„ Kaiser und Des weiteren 70 Personen, darunter Engländer und Amerikaner, welche des auf der Inſchriftstafel anbringen wollte. Einverständnisses mit den Aufständischen beschuldigt werden. beschäftigte sich die Kommission mit der Feststellung des Bedarfs für das nächste Etatsjahr zum Zweck der künstlerischen Ausschmückung des Reichstages. In bezug hierauf wurde die Fortführung der in Vorbereitung befindlichen Arbeiten beschlossen und sind die hierzu nothwendigen Mittel im Etat beantragt. In der großen Wandelhalle ist die Aufstellung des Standbildes Budgetkommiffions Sigung. Generalmajor v. Gemmingen Kaiser Wilhelm I. in Aussicht genommen und wurden die zur nothwendigen Mittel giebt Aufschluß über das Verfahren bei Vergebung von Lieferungen Modellausführung Ein bewilligt. für die Armee. Die Bergebungen finden im Juni jeden Jahres im Befit des preußischen Staats befindliches Roloffalgemälde für das nächste Etatsjahr statt. Seit dem Jahre 1890 feien die( Apotheose der Gründung des Deutschen Reichs) foll Bekleidungsämter mit der Vergebung der Lieferungen beauftragt in einem der großen Säle des Obergeschosses und wurden die fich meldenden Fabrikanten, so weit man sie für funit finden. Auf Anregung Auf Anregung des Abgeordneten Singer leistungsfähig hielt, auf die verschiedenen Bekleidungsämter ver befchloß die Kommiffion, bie Reichstags- Bauverwaltung zu er theilt, so daß jedem etwa 25 Lieferanten zugetheilt wurden. Jest fuchen, baldmöglichst bei dem Nord- und Eüdeingang des Reichsfei die Zahl der Lieferanten für Tuche auf etwa 95 beschränkt, tages Portierlogen anbringen zu lassen, damit die Bebie das siebenfache defien zu liefern vermöchten was gebraucht amten Dor Kälte geschützt werden und einen an werde. Die Fabrikanten müßten sich auf die Ansprüche der Militär- gemeffenen Aufenthaltsort bekommen. Den Schluß der verwaltung einrichten können, deshalb tönne nicht jeder genommen Kommissions- Verhandlungen bildete die Erörterung über werden. Eine Steigerung der Preise für Tuch sei seit dem die vertragsmäßig festzustellende weitere Thätigkeit und Bestand der Bekleidungsämter nicht eingetreten. Das sei zum Remunerirung des leitenden Architekten. Der Geheime Baurath ersten Mal im vorigen Jahr geschehen, darauf habe aber die allot ist für die Beaufsichtigung und Leitung der noch Militärverwaltung im Juli sofort eine Ordre erlaffen, des In- rückständigen Theile des Reichstagsbaues, so wie für die Lieferung halts, daß da es scheine, daß nur durch lünstliche Mittel die Preise der noch fehlenden Zeichnungen gewonnen worden. in die Höhe getrieben werden sollten, diejenigen Fabrikanten von Lieferungen ausgesch loffen würden, die sich an dergleichen Mani- Schutzoll anf Quebrachoholz. Jm Reichstage hat der pulationen betheiligten. Nach den mitgetheilten Preisen in den Abg. Freiherr v. Stumm- Halberg( Rp.), unterstützt von MitDie Legende von Faure, dem Gerbergesellen, verschiedenen Jahren sind diese seit Anfang der achtziger gliedern des Zentrums und der deutsch konservativen Partei, Millionär und Präsidenten der Republik, wird balb Jahre mehrfach um mehr als die Hälfte gesunken. Zweifellos folgenden Antrag eingebracht:" Der Reichstag wolle beschließen: in den Lesebüchern der Boltsschulen und in den für Arbeiter böhung der Preise vorhanden gewesen. Die fübrung eines angemessenen Schutzolls auf Quebrachoholz und im legten Jahre eine Ringbildung zur Gran den Herrn Reichskanzler das Ersuchen zu richten, die Einvon den Unternehmern eingerichteten Bibliotheken ihren Play Militärverwaltung fei gerne bereit, auch eine andere Art für die die daraus hergestellten Extrafte und Präparate, sowie auf andere finden. Ernsthafte Leute werden ihr aber keinen Glauben Bergebung der Lieferungen vorzunehmen, sobald man ihr dazu den überseeische Gerbstoffe baldthunlichst herbeiführen zu wollen." schenken. Es wird nur wenige Tage währen und sie wird Weg zeige. Abg. Dr. Müller Fulda findet, daß nicht wiederlegt alles romantischen Aufputzes ledig sein. Heute wollen wir worden fei, daß trop stetig billiger gewordener Rohmaterialien Dem Herrenhause ist die Uebersicht ber von der die Darstellung des Pariser Soleil" mittheilen: ( der Wolle) die Preise der Tuche in den lezten Jahren statt Staatsregierung gefaßten Entschließungen auf Der Vater Faure's war fein fleiner Tapezirer, sondern billiger theurer gewesen seien. Der Redner führt Namen von Anträge und Refolutionen des Herrenhauses befaß eine Möbelniederlage in Paris und eine Fabrit Fabrikanten und ihre Forderungen an, die zeigen, daß Ver- aus der Session 1894 zugegangen. in Beauvais. Der junge Felix sollte seinem Vater nach abredungen unter denselben bei der Preisstellung vorhanden folgen, darum sendete ihn dieser frühzeitig in ein gute Handels- waren. Seine Mittheilungen rührten von einem der größten Schule, 100 viele Pariser Großindustrielle und Staufleute Militärlieferanten, der selbst betheiligt sei und stets billige Preise erzogen wurden. Felix studirte längere Zeit, wurde dann von ſtellte, derselbe macht auch Vorschläge, wie künftig die Militär feinem Vater auf zwei Jahre nach England gefchickt, verwaltung zu guten und billigen Preisen kommen könnte. wo er ebenfalls Schulen befuchte und praftische Renntnisse ammacher: Die Lieferungen seien schon vergeben und so im Tapeziergeschäfte erwarb. Siebzehnjährig nach Paris zurück fönne an den Forderungen nichts geändert werden. Uebertheuerung gefommen, lernte er Möbelzeichnen, weil es noch immer hieß, sei offenbar vorhanden, das sei Folge der Ringbildung, Fraktionsverzeichniß des Abgeordnetenhauses. Nach Daß er das väterliche Geschäft übernehmen solle. Später gefiel die ein Uebelstand sei, dem er aber nicht so gegnerisch gegen dem am 17. Januar d. J. abgeschlossenen Verzeichniß der ihm der Möbelhandel nicht mehr, und auf den Rath überstehe wie z. B. der Abg. Richter. Generalmajor Parteien im Haufe der Abgeordneten besteht die konservative eines befreundeten Lederhändlers erlernte er in Amboise. Gemmingen: Für dieses Jahr fei nichts mehr zu machen, Partei aus 188, die Zentrumspartei aus 95, die nationalliberale die Gerberei, und zwar wie gewöhnliche Arbeiter, ob für das nächste Jahr wolle die Militärverwaltung die vor Partei aus 88, die freitonfervative Partei aus 62, die Partei wohl er feiner war und diese kurze Lehrzeit nur als gefchlagenen Maßregeln gerne berücksichtigen; aber die der Bolen aus 17, die freifinnige Boltspartei aus 14, die freipraktische Schule behandelte. behandelte. In Amboise lernte Faure einen Unternehmer gingen dabei au grunde, finnige Vereinigung aus 5 Mitgliedern. Zu feiner Partei gedie Nichte des Maires von Amboise kennen und heirathete fie, man tomme schließlich dazu, alles in einige hören 11 Abgeordnete. Erledigt sind zur Zeit die Mandate für Richter kommt im den 2. Gumbinner, den 2. Danziger und den 10. SchleswigEr war dazumal 23 Jahre alt. Nach der Heirath ging er nach große Fabriken zu geben. Havre, gründete Produtten Kommiffions allgemeinen auf die Ningbildung zu sprechen, tritifirt Solsteiner Wahlbezirk. geschäft für überfeeische Artikel und erwarb bald die Regierungsmaßregeln als verfehlt, plädirt für die Die Vergebung müsse eigene Schiffe. Er begann feine öffentliche Karriere als Ge Bulaffung der freien Konkurrenz. meinderath und Handelskammer- Rath, und, um gewisse Lücken von einer Zentralſtelle ausgehen. Woher die großen Rest feiner Bildung auszufüllen, besuchte er einen Abendkurs der bestände aus den Vorjahren fämen? Geh. Rath Koch erläutert Arbeiter, wo Geschichte vorgetragen wurde. dieses. Bebel: Würden die geforderten Lieferungen schon das unabänderlichen Thatsache und fein Bewilligungsrecht sei auf Jahr vorher abgeschlossen, dann stehe der Reichstag vor einer gehoben. Das sei unmöglich aufrecht zu erhalten. Nach General major v. Gemmingen scheine es, als wolle die Militärverwaltung bei Bergebung der Lieferungen eine Art Sozialpolitit betreiben, Dazu habe sie feinen Auftrag, wolle sie das, so müsse sie sich über die Grundsäge dieser Sozialpolitik mit dem Reichstag ver Es ist hiernach die Rede von einem Brief, den Arnold am händigen. Wohl sollten auch kleine Unternehmer bei Reichs 31. April an Lucas geschrieben hat und in dem er erklärt, daß lieferungen bedacht werden, aber nicht zu theueren Preisen. Was der Ruffe geflohen fei, wahrscheinlich nach Deutschland. diese mehr erhielten, müßten die arbeiten den Klassen auf dem Wege Arnold behauptet, diesen Brief geschrieben zu haben, um der indirekten Steuern bezahlen. Die Militärverwaltung treibe Indiskretionen non feiten der Maitresse des Lucas zu verhüten. den Teufel mit Belzebub aus, ihr System sei eine Begünstigung Er leugnet, am Tische Müller's in Maastricht zur Nacht gegessen der Ringe wider Willen. Diese feien aber ein Uebel, wie selbst zu haben. Müller sei erst während des Effens gekommen. Der Hammacher, der in Sachen der Ringbildung doch Sachverständiger Ruffe habe das Nachtessen bezahlt, weil die Zeit drängte. sei, zugegeben habe; auf der einen Seite wolle die Militär- Der Russe hat an Arnold am 30. April telegraphirt: verwaltung durch ihre Maßnahmen ein Uebel verhüten, auf der Komme sofort, die Werthpapiere sind angekauft." anderen Seite begünstige sie ein noch schlimmeres Uebel. Die Der Russe babe wohl, da er wenig französisch verstand, Bergebungsmethode zwänge auch die begünstigten Lieferanten zu eskomptiren mit faufen( escompter acheter) verwechselt. unnatürlicher Vergrößerung der Produktionseinrichtungen, zu Jedenfalls wisse er, daß der Russe zu jener Zeit Geld erwartete. wohingegen auf der anderen Seite Am 1. Mai sei Arnold nach Maastricht zurückgekehrt, um sein Schutzölluerisches aus Belgien. Wie in Brüssel bestimmt Ueberstunden Don Arbeitern arbeitslos blieben. Diese Geld zurückzufordern. verlautet, wird die Regierung demnächst einen Gesezentwurf in zehntausende auch naturgemäß Preissteigerungen Der Präsident wirft Arnold vor, den Brief auf Verlangen den Kammern einbringen, betreffend eine Reform der Zolltarife. Methode habe dann Folge. Darin müsse Wandel geschafft werden. der Polizei nicht abgeliefert au baben. Arnold behauptet, daß Darnach sollen mit Eingangszöllen belegt werden: Getreide, ur Margarine, Butter, Schmals, Safer und Gerite. Bei der Rechten. Gemmingen: Sozialpolitik folle nicht getrieben werten, der Brief und die Aufforderung des Kommissars zu gleicher Zeit es handle sich um etwas historisch Gewordenes, indem durch eine gekommen seien. der Kammer soll für diese Schutzölle eine Mehrheit bestehen. Rabinetsordre vom Jahre 1888 gewiffe Verpflichtungen für Arnold, der sich offen und energisch vertheidigt, leugnet, dem Vom Gaul auf den Esel ist Lord Rosebery, Lieferungsertheilung eingegangen wurden. Bebel afzeptirt, Russen von der Haussuchung bei Tits Meldung gemacht zu Er behauptet, daß er sich durch den pompösen Namen der englisch e Ministerpräsident gekommen. Jüngst daß feine Sozialpolitik getrieben werden solle, wendet sich aber haben. noch wollte er das Oberhaus zerschmettern, jetzt will er entschieden dagegen, daß eine Kabinetsorbre vom Jahre 1883 des Ruffen habe fangen lassen, und legt Briefe vor, aus denen blos die Beziehungen zwischen Ober- und Unterhaus regeln. für die Vergebung von Lieferungen maßgebend fein solle, die hervorgeht, daß er mit dem Ruffen lediglich in geschäftlicher Das ist ja sehr bescheiden. Zunächst hat aber Lord betreffenden Personen seien ja längst gestorben, oder ob hier ein Berbindung gestanden hat. In denselben ist die Rede von der Rosebery dafür zu sorgen, daß er selber auf den Beinen Erbrecht für so lange als die heutigen Zustände bestehen, ab- Einrichtung einer Berficherungsagentur in Rußland. geleitet werden solle. Das Reich habe feine Verpflichtung Der Koffer des Rufien in zweimal bei Arnold mit Beschlag bleibt. Biel länger können die Neuwahlen nicht hinaus den Inhalt einer Kabinetsordre vom Jabre 1883 als bindend an belegt worden. Das erste Mal wurde er amtlich verschlossen, geschoben werden, und die Angst, welche die Liberalen zuerkennen. v. Gemmingen: Es handele sich nicht um Berfonen, das zweite Mal wurde er weggebracht. Arnold vertheidigt sich vor ihnen haben, laffen gerade nicht auf die Wahrscheinlich fondern um gewisse kleine Zentren, deren Produktionsfähigkeit gegen den Vorwurf, daß er den Koffer geöffnet habe. Es wäre feit eines günftigen Ausfalls schließen. Herr Rosebery man bei freier Konkurrenz zerstören würde. Richter schließt ein Polizeibeamter gewefen. Verhör von Leblanc. felbft gab in der Rede, die seine reformatorische sich in bezug auf die Bedeutung der Kabinets ordre Bebel an. Leblanc hat den Russen bei Tits kennen gelernt. Auch Bescheidenheit offenbarte, der Angst vor den Neuwahlen Bragt, ob die Militärverwaltung sich befugt erachte, auch AendeAusdruck. Er versicherte naiv, daß er dieselben gern hinaus: rungen in der Uniformirung ohne besondere Zustimmung des er vertheidigt sich sehr gut. Der Russe war Leblanc 18 Frants Reichstages vorzunehmen. Staatssekretär von Posadowsty schuldig. Derselbe habe seinen Koffer als Pfand angeboten. Auch schieben möchte, um noch vorher Beit für den Wähler meint, das Verlangen Bebel's über die hier geforderten Be Leblanc will sein Alibi nachweisen für den Abend des Attentats soldung der Parlamentsmitglieder und allgemeines Wahl erst dann durchführbar, wenn der Reichstag eine einmalige Nach der Explosion habe er den Russen aur Bahn begleitet. recht in Aussicht. Schade nur, daß Herr Rosebery an außerordentliche Bewillgung gewähre, durch welche der Haupt- Auf dem Wege erinnerte sich dieser, daß er eine Brieftasche ver diese schönen Dinge nicht früher gedacht hat, als es noch bedarf an Zuchen gedeckt werde, so daß es fich später nur um geffen habe. Er bat Leblanc, ihm dieselbe am nächsten Tage zu in der Macht seiner Partei war, sie durchzusetzen. Ergänzungen handle. Möller erklärt sich gegen eine absolut bringen. Das war der Zweck, warum er am nächsten Tage nach freie Konkurrenz. Dr. Müller Fulda beantragt die mehr Maastricht fuhr. Mit bezug auf die weitere Reise bestätigt Bom chinesisch- japanischen Kriegsschauplage liegen geforderten 415 672. zu streichen. Geh. Rath Roch wider Leblanc die Aussagen von Arnold. Verhör von Schlebach. heute die folgenden Tepeschen vor: spricht dem, die eingegangenen Verpflichtungen müßten erfüllt London, 19. Januar. Die Abendblätter veröffentlichen werden. Enneccerus eiflärt sich ebenfalls gegen den Antrag Schlebach gesteht zu, für den Anarchismus zu agitiren. Er eine Depesche aus Haitcheng vom heutigen Tage, welche be- Müller und gegen unbedingt freie Konkurrenz, wie sie Bebel unterlasse aber die Agitation für die Propaganda der That. Der richtet, daß gestern eine chinesische Armee von 14 000 Mann gefordert. Richter wiederholt, daß er mit dem jetzt beliebten Baron besuchte oft sein Café; aber niemals habe er Dynamit bei Niutschuang eine Niederlage erlitten hätte. Die Chinesen Berfahren nicht einverstanden sein tönne und verlangt Garantien mitgebracht. Er erinnert sich nicht, ob der Russe im Moment hätten die japanischen Linien angegriffen, feien aber gegen willkürliche Veränderungen in der Uniformirung, er meint, der Explosion von St. Jacques bei ihm gewesen ist. Im übrigen wiffe er gar nichts. Er beantwortet die folgen. zurückgeschlagen worden und geflohen. Die Verluste sollen auf daß dies erzwungen werden müffe durch Kürzung der Forderung. chinesischer Seite ungefähr 900, auf japanischer 50 Mann be- v. Kardorff: Die Regierung babe ja eine bezügliche Busage den Fragen: Ich weiß nicht". gemacht, man folle ihre Vorschläge abwarten. Be bel wendet sich Verhör der Frau Schlebach: Sie weiß noch weniger tragen. Hiroshima, 19. Januar.( Meldung des Reuter'schen gegen Enneccerus, der ihm Anschauungen unterstellt, die er gar nicht wie ihr Mann. Auch macht sie den Gindruck einer Frau, bie Bureaus".) Eine amtliche Depesche meldet: Cin chinesisches Heer gemacht. Sammacher beantragt au befchließen: Die Militär- fich lediglich um ihre Wirthschaft bekümmert. Bon anderer Seite wird mitgetheilt, daß Faure dreis facher Millionär, eifriger Sportsmann und leidenschaftlicher Jäger ist. Daß das zum Präsidenten der Republik genügt, glauben wir nicht. Die anarchistische Bombe, welche unmittelbar vor der Demission Casimir Perier's in Paris platte, erregte nirgends die beabsichtigte Wirkung. Wer nicht Lachte, schüttelte zweifelnd den Kopf. Die Bombe war zwar genau nach dem orthodoxen Polizeirezept des Herrn Polizei präfekten Andrieux angefertigt, und glich auf ein Haar dem Rochtopfe" Baillant's, der vor einem Jahr den Minister Cafimir Perier rettete. Die alten Mittelchen find aber abgemußt und der neue" Kochtopf" vermochte den Präsidenten Cafimir Perier nicht zu retten. Cafimir sprang über die Klinge. Die Aera der„ Kochtöpfe" scheint in Frankreich vorüber zu sein. Lütticher Anarchistenprozek. ( Fortießung des Verhörs von Arnold.) Arnold weist im Detail sein Alibi für den Tag nach, an dem die Explosion in der Kirche St. Jacques erfolgte. Er behauptet, niemals in Maastricht gewesen zu sein, außer um Gelbfragen mit dem Russen zu regeln. Aus demselben Grunde babe er sich des Stoffers des Russen bemächtigt, nicht aber um diesem die Flucht zu erleichtern. fang zu haben. Zu letterem Zweck stellte er z. B. Be- meint, das träge auch nach Ermessen beschließen zu können, sei von St. Jacques. Nachmittags- Sigung. Der Untersuchungsrichter Jacques giebt eine Reihe von Ausfünften über die Verfolgungen und Haussuchungen, die er bei den Angeklagten vornehmen ließ. kollektivistischen Bauernschädel", melche die Gegner so gerne gegen werben ersucht, solche auf schnellstem Wege dem Unterzeichneten uns ausspielen, doch nicht mehr allzu groß ist. zu übermitteln, ob gezeichnet oder leer, da die GewerkschaftsRommission hiermit abzurechnen gedenkt. A. Zander, Schüßenstraße 18/19( Restaurant Freigang). Unsere belgischen Genossen Anseele und Callemoert Der Untersuchungsrichter Seny giebt einige amtliche Aus- wiesen in der Kammer auf einen Mistbrauch hin, den die InAchtung, Filzschuharbeiter! In der Filzschubfabrik von fünfte und erzählt, wie er auf grund anonymer Denunziationen dustriellen der Baumwoll- und der Glasindustrie bei der Meffung Rößler, Aderstr. 124, find Lohndifferenzen ausgebrochen. und polizeilicher Mittheilungen veranlaßt wurde, die Anarchisten der Arbeit begeben, indem sie statt der in Belgien üblichen Die Agitations zu verhaften. Müller wäre der erste gewesen, der seine Schuld Maaße( Meter und Zentimeter) fremde Maaße anwenden, Wir bitten deshalb den Zuzug fernzuhalten. tommission. J. A.: Karl Willner. eingestanden habe. Hierauf wäre Broich gefolgt. Die Unter- namentlich den englischen Zoll. Dadurch entstehe eine nicht unfuchung fonnte nicht feststellen, wer die Bombe für das Theater bedeutende Schädigung der Arbeiter. Justiz- und Arbeits- Achtung, Metallarbeiter! In der Velocipedfabrik von hergestellt hat. Aller Wahrscheinlichkeit nach aber sei es der minister verwiesen die Redner an die Kommission für Industrie Hillmann, Herbert u. Cooper in Muggenhof bei Russe gewesen. und Arbeit. Da erwiderte Anseele, er könne zu dieser Kom- Nürnberg ist gestern Nachmittag ein Streit ausgebrochen. mission tein Vertrauen haben, da die Arbeiter in derselben keine Die Ursache ist der Erlaß eines Ufases, nach welchem bei VerStimme haben und außerdem die Arbeiter, die sich an dieselbe spätung von nur einer Minute eine willkürliche Aussperrung der wenden, sofort durch die Fabrikanten entlassen werden. Nach Arbeiter für einen halben oder einen ganzen Tag verfügt werden längerer heftiger Debatte, in der auch Redner anderer Parteien tann. Das ließen sich die Arbeiter nicht gefallen, und so traten dem Verlangen der sozialistischen Abgeordneten sich anschlossen, 180 Mann, Schlosser, Dreher, Hilfsarbeiter 2c. in den Streit ein. wurde der Antrag angenommen, eine Untersuchung über die vor Buzug ist strengstens fernzuhalten. Alle Arbeiterblätter werden gebrachten Mißbräuche anzustellen. um Abdruck des Vorstehenden gebeten. Parteinachrichten. Zur Beachtung! Die Frauen- Agitationsfommission macht bekannt, daß Briefe und sonstige Sendungen an Ottilie Baader, Berlin N.O., Weberstr. 24, Hof Quergebäude 1 Tr. zu adressiren sind. 3 an Euch, die Ihr An die Gärtner Berlins und der Umgegend! Kollegen, Polizeiliches, Gerichtliches: c. Der Provinzial- Parteitag für das öftliche Westfalen Die 22 Chemnizer Parteigenossen, die der größte Theil des Winters liegt hinter uns und wir gehen und die Lippeschen Fürstenthümer, der am 13. Januar in wegen Flugblatt. Verbreitung von der 1. und 2. Instanz ver- wieder der Zeit, die wir alle mit Sehnsucht erwarten, dem FrühBielefeld tagte, war von 57 Delegirten beschickt, welche urtheilt wurden, batten Revision beim Oberlandesgericht ein- jahr, entgegen. Die Arbeitslosigkeit hat uns in diesem Winter mehr denn je, mit allen ihren Schrecken heimgesucht und jedem 46 Orte vertraten. Die Einnahmen der Agitationstommission gelegt. Die Revision wurde verworfen. wurden vom Berichterstatter als geringe bezeichnet. Es waren Aufgelöst wurde dieser Tage in Leipzig eine Ver- mit Deutlichkeit gezeigt, daß die Gärtner gleich den übrigen nur 700 M. eingefonimen, die Ausgaben erreichten die gleiche fammlung der Schneider unter recht sonderbaren Umständen. Arbeitern dafür sorgen müffen, eine widerstandsfähige Kampfes Höhe. Zum Vorort wurde Bielefeld gewählt und be- Nach einem gehaltenen Referat über die Umsturzvorlage kritisirte Organisation zu schaffen. Waren wir bisher nicht in der Lage, schlossen, das Agitationskomitee aus fünf Personen be in der Diskussion auch der Vorsitzende der Versammlung, Genosse vermittelst unserer Organisation dem Kapital energischer entftehen zu laffen. In dasselbe wurden gewählt die Genoffen Möbius, die Umsturzvorlage mit fräftigen Worten. Dabei wurde gegenzutreten, so lag das lediglich Hoffmann, Slomte, Reichenbach, Wilmking und Schumann. ihm vom überwachenden Beamten das Wort entzogen. Genoffe zu träge und zu indifferent ward, an unserer Bewegung theil Die Landagitation ist in der Provinz- fleißig betrieben worden; Möbius frug hierauf den Beamten, ob er durch die Wort zu nehmen. Bedenkt Kollegen, noch schmachten wir unter dem es wurden vertheilt 11 534 Broschüren, welche 332 M. getoftet entziehung wie sonst üblich für den ganzen Abend am Sprechen entehrenden Druck der Gesinde Ordnung, die längst beseitigt haben. In bezug auf die Organisation und Agitation stellte der verhindert werden solle, für welchen Fall er den Vorsitz der Ver- wäre, wäret Ihr bisher nicht zu indifferent gewesen. Darum Parteitag folgende Punkte auf: In allen Orten, wo dies irgend fammlung niederlegen wolle? Statt aller Antwort erhob sich schließt Euch alle dem Zentralverein an und erscheint ausnahmsmöglich ist, find selbständige politische Vereine zu gründen. darauf der Beamte und erklärte: Als überwachender Beamter os am Dienstag, den 22. Januar, abends 81/2 Uhr, in der öffentlichen Versammlung Kurfürstenstraße 31 bei Saß. Diese Vereine haben die planmäßige Agitation in Stadt löse ich hiermit die Versammlung auf. und Land als Hauptaufgabe fich zu stellen. In solchen Orten, wo selbständige politische Vereine zu gründen nicht möglich ist, wird den Genoffen empfohlen, Bildungs vereine oder Klubs zu gründen, welche für die geistige Durch bildung zu sorgen haben. Zur Agitation wird empfohlen, von Massenausflügen nach einzelnen Ortschaften Abstand zu nehmen; dagegen ist es dringend erwünscht, daß die ländlichen Bezirke planmäßig von den naheliegenden Städten bearbeitet werden, indem in regelmäßigen Zeiträumen einzelne Genossen mit geeignetem Broschürenmaterial auf die Dörfer gehen und hier persönliche Beziehungen mit einzelnen Personen vielleicht Hausindustriellen, Tabafarbeitern, Webern u. f. w.- anknüpfen. Es muß versucht werden, in jedem Dorfe einen Stamm zu verlässiger Genossen zu erwerben, welche dann weit beffer geeignet sind, die unablässige mündliche Agitation zu treiben, als dies von den Städtern geschehen kann. Da die Volkswacht" durch die auswärtigen Filialexpeditionen zu viele Einbußen erlitten hat, wird beschlossen, diejenigen Filialen, welche nicht pünktlich Zum Ort des nächsten abrechnen, eventuell eingehen zu lassen. Parteitag wird Herford bestimmt. * " Die rothe Fahne. Genoffe Meisel, Bigarren- Schriftliche Meldungen werden erbeten bei E. Büchner, Zimmerfabrikant in Schöne d( Sachfen), ist vor einigen Tagen wegen straße 96 2. Quergeb. 4 Tr. l. Berdachts, im vorigen Jahre auf einem hohen Baume innerhalb Zuzug von Formern nach Offenbach a. M., Belbert und des Friedhofes über Nacht eine große rothe Fahne befestigt zu Geestemünde ist fernzuhalten. haben, verhaftet worden, doch hat man denselben anderen Tages wieder entlaffen müssen, da ihm nichts Näheres zu beweisen war. Das Dunkel über die schwarze" That dürfte wohl für immer unaufgeklärt bleiben. In Wien fand am 16. d. Mte. ein Prozeß gegen den Genossen Dr. Ellenbogen statt. Es wurde ihm zum Vorwurf gemacht, durch den Ruf:" Hoch die internationale revolutionäre Sozialdemokratie" zu Gewaltthätigkeiten auf gefordert zu haben. Ferner sollte er das Abgeordnetenhaus be leidigt haben. Dr. Ellenbogen machte geltend, daß er nicht vom Abgeordnetenhaus schlechtweg, sondern von drei Gruppen desselben, der Koalition gesprochen habe. In bezug auf den Ruf betonte er, daß die sozialdemokratische Partei zwar revolutionär fei, aber nicht eine gewaltsame Revolte anstrebe, sondern die Revolution der Ideen. Er erhärtete dies durch zahlreiche Zitate aus sozialistischen Schriften. Der Gerichtshof schloß sich den Ausführungen des Angeklagten an und sprach ihn auf beide Punkte frei. Ja, es giebt noch Richter- in Desterreich. Boziale Meberlicht. 11 Die Gewerkschaften in Mülheima. b. Ruhr beschlossen, ein Gewerkschaftskartell zu errichten. Schneider wollen bis auf weiteres Flensburg und Ettlingen meiden. Die Sperre über die Nürnberger Metallwaarenfabrik von Jean Schönner bleibt aufrecht erhalten. Der Verband des Personals schweizerischer Transport- Anstalten zählt bereits über zehntausend Mitglieder. Die Syndikatskammer der Eisenbahn- Arbeiter: und Angestellten Frankreich 3 giebt folgendes befannt Das Internationale Romitee, welches auf dem letzten Interund das den Zweck haben soll, die Lage der Eisenbahnnationalen Eisenbahnarbeiter- Rongreß zu bilden beschlossen war Angestellten zu ſtudiren und ihre Interessen wahrzunehmen, ist gewählt worden. Es setzt sich zusammen aus: E. Guérard, 1. Sefretär; G. Lhermite, 2. Sekretär, und J. Pravost, Kassirer. Die Adresse lautet: Comité International d'Etudes des Intérêts des Travailleurs des Chemins de fer. 9 Cité Riverin, Paris. Die Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Der Streik der Straßenbahn- Beamten in Brooklyn ( Nordamerika) nimmt immer größere Dimensionen an. In ver schiedenen Stadttheilen, in der Nähe der Wagendepots, sollen Unruhen stattgefunden haben. Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. München, 19. Januar. Professor Morih Carriere ist infolge eines Schlaganfalls gestorben. Das rheinische Agitationskomitee, dessen Sitz in Elber felb, veröffentlicht soeben seinen Jahresbericht. Wir entnehmen dem interessanten Berichte folgende interessante Einzelheiten: die erste Thätigkeit des Komitees war die Entwerfung eines Flugs blattes, welches die Arbeitslosenfrage behandelte und in einer Auflage von 200 000 Exemplaren hergestellt und im Zur Lage der Chemnitzer Arbeiter und Arbeiterinnen Laufe des Monats Februar in allen Städten und Orten schreibt Der Beobachter": In einer hiesigen Fabrik wird seit der Provinz verbreitet wurde. Außerdem wurden noch ca. 8 Wochen, wie uns von Arbeitern mitgetheilt wird, auch verschiedene andere Flugschriften im Agitationsbezirke Sonntags gearbeitet und regelmäßig Wochentags von 6-9 Uhr. verbreitet. Versammlungen, die durch das Agitationskomitee Da sich nun einige Arbeiter unterstanden hatten, abends 7 Uhr arrangirt beziehentlich mit Rednern versehen wurden, haben im nach Hause zu gehen, so wurde die Fabrit durch folgende Be ganzen 87 stattgefunden. Der Reichstags- Abgeordnete Schufanntmachung verschönt: Sämmtliche im Wiegemaschinenbau macher machte eine Tour auf der linken Rheinseite und beschäftigten Schlosser haben von heute ab stets bis abends 9 Uhr, referirte dort in 11 Versammlungen. In ebenso viel Versamm mit Ausnahme Sonnabends, sowie Sonntags von 8-12 Uhr lungen sprach Genosse Peus, während Genosse Liebknecht vormittags zu arbeiten." Gleichzeitig wurde 14tägige Lohnin vier Bersammlungen in Aachen, Elberfeld, Essen auszahlung eingeführt. In einer hiesigen Trikotweberei müssen und Solingen referirte. Außerdem unternahmen noch die jetzt die Arbeiterinnen das Reinigen der Fabrikräume Salzburg, 19. Januar. In der letzten Nacht ist in Genossen Dr. Bütgenau, Br. Geiser, Wesch, Harm und andere bezahlen. Die Direttricen faffiren einfach von jeder Arbeiterin Tagenbach ein Personenzug auf einen Güterzug aufgefahren. eine längere Agitationstour durch das Rheinland. Eine Aus- 10 Pfg. ein, wodurch das hübsche Süminchen von vielleicht mehrere Personen wurden verlegt. Nähere Angaben stehen nahme unter den größeren Städten machte Köln, wo teine 30 M. zusammenkommt. Dabei verdienen die Mädchen in vierzehn noch aus. Versammlungen stattfinden konnten, da die Parteigenoffen dort Tagen 4-8 M. Bukarest, 18. Januar. Heute wurde Draghicesco, der am leider kein größeres& okal zur Verfügung haben. Ueber den Jeder Arbeiter ist seines Lohues werth. Die Anzeige zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt. Draghicesco hat sofort 3. Januar den Angriff auf den Justizminister ausgeführt hatte, Umfang der Korrespondenz mag folgende Uebersicht Auskunft eines evangelischen Pfarrers in den Dresdener Nachrichten" geben: Es gingen in diesem Geschäftsjahre bis zum 8. Ja lautet: Für ein junges, 16-18 jähriges Mädchen, welches fich Berufung angemeldet. nuar 1895, ein: Briefe 242 Stück, Poftfarten 145, Depeschen 5. feiner häuslichen Arbeit scheut, aus gebildeter Familie, findet sich in der Via Borgonuovo wurde heute Morgen eine fleine mit Mailand, 19. Januar. Vor dem Palast des Prinzen Falco Ausgegangen im gleichen Zeitraum sind: Briefe 291 Stück, in einem kinderlofen Pfarrhaus in der Stadt Gelegenheit, den Sprengstoff gefüllte Blechbüchse gefunden. Nach dem PolizeiPostkarten 121, Depeschen 8. Packete und Kreuzband: Haushalt zu erlernen. Völliger Familienanschluß ohne gegenfendungen zusammen 97. Wenn nun auch wieder ein gut feitige Vergütung. Offerten unter Angabe der Verhältnisse an gebäude gebracht, explodirte dieselbe und zertrümmerte einige Stück Arbeit in der Partei erledigt ist, so haben wir doch, wenn Dombiatonus Hanitsch in Freiberg i. S.- Das ist also das Fensterscheiben, ohne weiteren Schaden anzurichten. man das Stimmenverhältniß bei den Reichstagswahlen als Maß gute Beispiel, das die gut dotirten Herren Pfarrer ihren anstab annimmt, noch sehr viel zu thun, bis wir sagen können: vertrauten Schäfchen geben. Wozu braucht auch ein Mädchen, Das Rheinland gehört uns! Bei der Hauptwahl im Jahre 1893 das sich keiner häuslichen Arbeit scheut", des sündigen Geldes? haben wir im ganzen Rheinland von 752 631 abgegebenen Stimmen 103 179 Stimmen erhalten, das sind nur 13,71 pet. Wozu Geld vorhanden ist. Die städtischen Kollegien Dieser Bericht zeigt jedenfalls, daß die sozialdemokratische Partei von Flensburg bewilligten dem Turnverein für das im unausgefeht thätig ist. Waren doch die meisten der Versamm nächsten Sommer in Flensburg stattfindende Kreis- Turitfest lungen im Sommer, in einer Zeit, die für die anderen Parteien 1000 Mart. als todte Saison" gilt.. Gewerkschaftliches. Der neueste Kurs scheint sich auch in den Gefängnissen bereits bemerkbar zu machen. Den Redakteuren der Elberfelder Streit.( Privat- Telegramm des Vorwärt 3"). " Freien Presse" war es bisher noch immer gestattet, eine Zeitung Leipzig, 19. Januar. In der Fabrik von Gries u. Ko. haben elbstverständlich ein Ordnungsblatt) auf ihre Kosten zu lesen. heute sämmtliche Metalldrüder, Dreher, Gürtler, Galvaniseure, Das ist aber jetzt dem Genoffen Lingweiler verweigert worden. Für Redakteure, so bemerkt hierzu unser& Iber: Lackirer, Stanzer und Hilfsarbeiter die Arbeit niedergelegt. felder Parteiorgan, tommt dies einer Strafverfchärfung Achtung! Die Kommission der Brauerei Arbeiter fordert gleich. Nach der Hausordnung des Gefängnisses soll dahin ge- hiermit die Parteigenossen und Gewerkschaftsdelegirten auf, die wirkt werden, daß die Strafe nicht dazu dient, dem Bestraften bis zum 1. September 1894 ausgegebenen Listen schleunigst einin seinem späteren bürgerlichen Fortkommen hinderlich zu sein. zuziehen und mit der Kommission abzurechnen.( Es sind die Materiell widerspricht die Verweigerung der Zeitung dieser Be- Liften von 1-7500.) J. A.: F. Eiermann. p. A. Wiede: stimmung, denn ein Redakteur, der 11 Monate vom öffentlichen mann, Blumenstr. 38. Leben abgeschlossen ist, ist nicht in der Lage, nach seiner Entlaffung wieder ohne weiteres feinen Beruf aufzunehmen. Parteigenoffen, welche noch Billets von der Matinee haben, die am 16. November im Elysium stattfand, werden ersucht, umgehend mit der Kommission der Brauerei- Arbeiter abzurechnen, Blumenstr. 38 bei Wiedemann. Paris, 19. Januar. In den Wandelgängen der Kammer sah man es heute für gewiß an, daß Bourgeois die Bildung des neuen Kabinets übernehmen werde. La Rochelle, 19. Januar. Der degradirte Dreyfus traf gestern Abend hier ein, um von hier nach der Insel Ré transDa die Menge ihn erkannt hatte, wartete portirt zu werden. man längere Beit im Bahnhofsgebäude; als Dreyfus hinaus. geführt wurde, stürzte sich die Menge auf ihn, mit Stöcken und Regenschirmen schlagend und„ Tödtet ihn!" rufend. Die Gendarmen konnten Dreyfus nur mit großer Mühe schüßen und nach dem Wagen geleiten, dessen Fensterscheiben alsbald zertrümmert wurden. Schließlich gelang es, den Wagen mit dem Gefangenen nach dem Anlegeplaß der Dampfer zu bringen. Gesellschaft wurden drei weitere Berhaftungen vorgenommen; Nizza, 19. Januar. In der Affäre der hiesigen Transportunter den Verhafteten befindet sich der Sekretär des Deputirten René Gauthier. Betreffs des letzteren sind sehr kompromittirende Papiere aufgefunden worden. Shanghai, 19. Januar,( Meldung des Reuter'schen Bureaus".) Der hier ankernde russische Kreuzer erhielt gestern die telegraphische Weisung, nach der Verproviantirung baldigst Shanghai zu verlassen und sich in die Nähe von Weihaiwei zu begeben, wo wahrscheinlich demnächst ein Angriff zu Lande und zu Wasser stattfindet. San Francisco, 19. Januar. Ueber den Aufstand auf Hawaii wird weiter berichtet: In den Kämpfen am 7. Januar wurden gegen 500 Rebellen gefangen genommen. Der Verlust der Rebellen an Todten und Verwundeten ist erheblich. Die Residenz der Exkönigin ist unter polizeiliche Bewachung gestellt. Wom ,, antikollektivistischen Bauernschädel". In Appenweier( Baden) fand an einem der letzten Sonntage eine sozialAn die Händler und Händlerinnen! Wie bekannt, hat demokratische Parteiversammlung statt, die sich in ihrem Verlauf die Zentrumspartei im Reichstage einen Gesetzentwurf eingebracht, zu einer sehr interessanten gestaltete. Sie unterschied sich schon der die Einschränkung des Haufirhandels bezwecken soll. Wird Am 7. Januar fand in ihrer Washingtoner Residenz eine Hausdadurch vortheilhaft von anderen, daß in ihr ernsthaft zu diese Vorlage Gesetz, so steht tausenden unserer Berufsgenossen, fuchung statt. Es ist noch nicht bekannt, was betreffs der Exnehmende Gegner das Wort ergriffen und in anständiger Weise besonders den ärmsten, der vollständige Ruin bevor, und königin geschehen wird. mit den sozialdemokratischen Rednern diskutirten. Nachdem der ( Depeschen- Bureau Herold.) Referent geendet, sprach ein Fabrikant und dann nahm ein das Heer der Arbeitslosen wird um eine nicht unbedeutende Bahl vermehrt. Gegenüber dieser Gefahr, die unserem Kreisrath das Wort. Wie der erste Redner, so hatte auch er Olmük, 19. Januar. Wegen Beleidigung des Raisers find allerorts Stellung zu nehmen, vier Schuhmachergesellen verhaftet worden. Bei erfolgter Haus nichts gegen die sozialdemokratische Auf- Berufe droht, gilt es fassung von der Entwicklung der Produktionsweise auch in protestiren. Wir fordern deshalb die Angehörigen unseres Besuchung in den Wohnungen der Berhafteten fand die Polizei um gegen den Versuch, unser Gewerbe zu erdrosseln, sie bezug auf die Landwirthschaft einzuwenden; nur glaubte er, auf grund Bebel'scher Zitate auf eine Ab- rufes auf, Bersammlungen einzuberufen, die sich mit der Besprechung zahlreiche anarchistische Schriften. Viele Personen sind durch die felben tompromittirt; weitere Verhaftungen stehen bevor. Warschau, 19. Januar. Ein Angestellter der Filiale der In Berlin findet zu diesem Zwecke eine öffentliche Berfamm- Staatsbant, der ein Verwandter des entlassenen Ministers neigung der Sozialdemokratie gegen die Religion schließen dieser Gesetzesvorlage beschäftigen. Das zu müssen. während der Versammlung auf ver= lung am Donnerstag, den 24. Januar, im Lokale des Herrn Kriwoschein war, hat sich wegen mehrerer Defraudationen erhängt. schiedene gekrönte Häupter ausgebrachte Hoch hatte Bauern nicht von der Vortrefflichkeit unserer Verhältnisse zu über- ründel, Brunnenstr. 188, statt, für welche Reichstags. Abgeordneter Robert Schmidt das Referat zugesagt hat. zeugen vermocht. Wenn wir, so heißt es im Bericht des Offenburger Boltsfreund" weiter, vollends vom Vorsitzen Pflicht aller Händler und Händlerinnen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. R. Sa ß. den der Versammlung, einem einflußreichen Landwirth, die Ueber, fammlung zu erscheinen. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. zeugung äußern hörten, daß bei wie bisher fortschreitenden Ver hältnissen die fleineren landwirthschaftlichen Befihthümer der Achtung, Schneider! Alle diejenigen Kollegen, welche für Gegend in längstens 10 Jahren zu grunde gerichtet sein werden, die letzten Wahlen als Gewerbegerichts- Beisiger in Vorschlag ge= wenn wir hörten, daß dieser Mann seit Jahren seine Berufs- bracht waren, und in der bei Freygang abgehaltenen Sigung genossen auf den genossenschaftlichen Weg hinweist, so glauben von unserem verstorbenen Kollegen Wilhelm Schulze, Liften zum wir ohne Anmaßung sagen zu dürfen, daß die Gefahr der„ anti- Sammeln für die Gewerbegerichts- Wahlen erhalten haben, deshalb die Bürgerwehr einberufen werden. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Berlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. die Brüffel, 19. Januar. Im Ministerium des Innern wurde gestern Abend ein Ministerrath abgehalten, worin die definitive Erklärung über die Annektion des Kongostaates festgestellt wurde. Die betreffende Erklärung wird der Kammer am Dienstag zugehen. Heute Nachmittag sollte abermals ein Ministerrath unter dem Vorsiz des Königs stattfinden. New- York, 19. Januar. Der Streit der Arbeiter bei den elektrischen Trambahnen gewinnt immer weitere Ausdehnung. Die Polizei ist den Arbeitern gegenüber fast machtlos; es foll 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 17. Parlamentsberichte. V Deutscher Reichstag. T Sonntag, den 20. Januar 1895. als neuen 12. Jahrg. 15 Verhaftungsgrund hinzu: Wenn der An- wie in den 50er Jahren. Heute handelt es sich auch nicht mehr getlagte die Freiheit zur Begehung neuer strafbarer um Parteifragen, sondern einfach um Klassenfragen.( Sehr Handlungen mißbrauchen tönnte. Wie leicht ist es richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Schwurgerichte werden 19. Sigung vom 19. Januar 1895. 1 Uhr. 3. B., einem Redakteur zu unterstellen, daß vielfach in einer Weise zusammengesetzt, daß der politisch Angeklagte Am Tische des Bundesraths: Nieberding, Schönstedt. er die Freiheit zur Begehung neuer Preß vor einem Richterkollegium in vielen Fällen auch nicht schlechter aufBei Eröffnung der Situng sind etwa 35 Abgeordnete an- vergehen benußen tönnte. Ich erinnere daran, wie gehoben ist wie vor einem Schwurgericht, das aus seinen Klassenwesend. der Amtsrichter Becker in Dresden den Dr. Gradnauer verhaften gegnern zusammengesezt ist. Wir haben das am eigenen Leibe Das Haus setzt die erste Berathung des Gesezentwurfs be- ließ, doch dieser Fall ist ja bekannt genug. Derselbe Herr Amts- erlebt. Glaubt man dem Laienelement weniger Rechte einräumen treffend end rung und Ergänzung des Gerichtsrichter fungirte in den verschiedenen Bierboykott- Prozessen und zu können, so muß man wenigstens die unteren Instanzen ganz verfassungs Gesetzes und der Strafprozeß verurtheilte alle Fälle einzeln, anstatt eine fortgesette Handlung anders zusammenfeßen. So lange die Rechtsunsicherheit in dem Ordnung fort. anzunehmen. Und dieser Amtsrichter war, wie sich selben Maße fortbesteht, wie jeßt, kann man die Schwurgerichte Abg. von Gültlingen( Rp.) ist einverstanden mit der nachher herausstellte, Aktionär der boyfottirten nicht so mir nichts dir nichts beseitigen. Regelung der Entschädigung für unschuldig Verurtheilte, in der Brauerei; es fann also von ihm gesagt werden, daß er An Verbesserungen enthält der Entwurf auch Form, wie die Vorlage sie regeln wolle; die Unschuld muß seine amtliche Stellung benut hat, um seine nicht das Allernothdürftigste, was das Volk verdargethan werden. In Württemberg wurden die unschuldig tapitalistischen Interessen auszunuzen. langen muß; vor allen Dingen fehlt die Schaffung eines un Verurtheilten seit 1868 entschädigt, was leider durch die Reichs- Ueber die Abkürzung der Untersuchungshaft ließe sich die zweideutigen Forums für die Presse. Der jetzige Zustand ist auf Justiz gefeße seit 1879 beseitigt ist. Die Entschädigung ist aber futiren, aber es fehlt jede Garantie für den Schutz gegen ein die Dauer unhaltbar, die Presse ist in bezug auf den doch gewährt worden, auch ohne Gesez. Redner erklärt sich ungerechtfertigtes Verfahren. Nur der Staatsanwalt felbft foll Gerichtsstand heute sozusagen vogelfrei; Mörder name ns seiner Parteigenossen für die Berufung mit der in solchen Fällen die Voruntersuchung beantragen können, feines und gemeine Verbrecher haben ihren Gerichtsstand an Maßgabe, daß sie an die Oberlandesgerichte verwiesen wird. wegs aber der Angeklagte. In der Kommission muß hierfür ihrem Wohnort, die Presse aber fann an tausend Orten, Es ist von der höchsten Bedeutung, daß die Rechtsprechung vom wenigstens eine Garantie geschaffen werden. Die Ausdehnung heute in Buxtehude, morgen in Trippstrille angeklagt werden. Vertrauen der ganzen Bevölkerung getragen wird. Am besten des Kontumazial- Verfahrens ist eine direkte Durchbrechung des Der Gerichtsstand der Presse gehört dahin, wo das Blatt erwäre es gewesen, wenn man eine gründliche Revision der Reichs- Grundsatzes der Unmittelbarkeit des Verfahrens. Wir wissen ja, wie scheint; jetzt aber kann das Blatt in jedem Neft, wo ein Justizgeseze vorgenommen hätte. Was jezt geboten werde, sei es bei solchen Strafverhandlungen zugeht, wie oft ist nicht der Referent Abonnent wohnt, oder wohin das Blatt, vielleicht absichtlich, nur eine Abschlagszahlung. Denn auch in der zweiten Instanz ungenügend unterrichtet, geschweige denn die übrigen Beisiger. hingeschickt wird, angeklagt und verurtheilt werden. Die Juristen muß dringend ein mündliches Verfahren, nicht ein Verfahren auf Dieses Verfahren ist ein Ueberreft aus der französischen Gerichts- fönnen sich ein Verdienst erwerben, wenn sie diesem grund von schriftlichen Protokollen gewünscht werden. Bedentlich praxis, aber in Frankreich ist das Kontumazialverfahren nicht zustande ein Ende machen. Ferner fehlt in diesem feien auch die detachirten Berufungskammern. In bezug auf den endgiltig, bei uns ist es endgiltig. Das Wiederaufnahmeverfahren Entwurfe eine Herabsehung der Gerichtstoften. Die GerichtsNacheid ist Redner mit der Vorlage selbstverständlich einver- noch mehr zu beschränken als bisher, sollte man sich lieber zehn- tosten find viel zut hoch und mehr als die standen. Im Interesse der Feierlichkeit des Gides würde es viel- mal überlegen. Ein Fall in München beweist, wie schwer es Urtheile selbst geeignet, den Verurtheilten zu ruiniren. Es fehlt leicht besser sein, es dem Richter zu überlassen, ob er über- manchmal ist, die Wiederaufnahme des Verfahrens zu er der Versuch der sogenannten bedingten Verurtheilung, haupt einen Zeugen vereidigen will oder nicht; eine solche reichen. Der Redakteur der Münchener Post" wurde vom die volle Entschädigung der unschuldig Vers Fakultät bestand in der württembergischen Gerichtsordnung. Schöffengericht zu 4 Monaten Gefängniß wegen Beleidigung hafteten und die Ausdehnung des Geschworenenamtes auf Redner empfiehlt schließlich die Verweisung an eine Kommission verurtheilt, obwohl er, während die betreffende Zeitungsnummer alle Bürger. Ich selber z. B. bin niemals zu diesem Amt heranvon 21 Mitgliedern. erschien, garnicht in München, sondern auf dem sozialdemo- gezogen worden. Es fällt mir nicht ein unsere eigenen Parteis Abg. Grillenberger( Soz.): Bis jetzt haben zu diesem fratischen Parteitage in Köln war. Der Vertheidiger rieth ihm, forderungen hier zu vertreten, wie die vollständige Segenstand nur Juristen gesprochen. Es wäre beffer, wenn das den Verfasser nicht zu nennen, weil er auch so die Freisprechung unentgeltlichkeit Dez Gerichts Verfahrens Laienelement sich um diese Fragen mehr fümmern würde. Wir zu erzielen hoffte. Aber es fam anders, wie es häufig im und die Wahl der Richter durch das Volt. Um sind es ja gewöhnt, daß, wenn hier Straf- oder Zivilparagraphen juristischen Leben anders geht, als die Leute sich denken. In so mehr müssen wir verlangen, daß gründlich mit den reationären besprochen werden, sich die Mitglieder zurückziehen und die An- der zweiten Instanz wurde er von der Strafkammer zu 3 Monaten Grundzügen dieses Entwurfs aufgeräumt werde. Wir sind die gelegenheit den Juristen überlassen. Ich wünschte, daß auch in verurtheilt, da er wieder auf den Rath feines Vertheidigers den wärmsten Befürworter der Entschädigung unschuldig Verurtheilter der Kommission das Laienelement etwas mehr vertreten wäre. Verfasser nicht nannte. Das Oberlandesgericht, dem er schließlich und Verhafteter und waren Freunde der Wiedereinführung der Nach langjährigem Drängen hat die Regierung endlich den Verfasser nannte, lehnte die Wiederaufnahme des Verfahrens Berufung. Sollten aber alle die Verschlechterungen in dem einem Verlangen des Reichstages nachgegeben, welches mit der Motivirung ab: obgleich die vorgebrachten neuen That- Gesezentwurf Gesetz werden, so könnten wir um diesen Preis bald nach Einführung der Reichs- Justizgesetzgebung laut fachen die Freisprechung des Angeklagten begründen könnten, so der Vorlage unsere Zustimmung nicht geben.( Lebhafter Beifall geworden ist. Es ist etwas ganz Ungewöhnliches bei sei es doch seine Schuld, daß der Name des Verfassers nicht bei den Sozialdemokraten.) der Regierung ein solches Entgegenkommen zu finden. Die früher genannt worden sei. Abg. Werner( Antisemit) bedauert ebenfalls, daß zu dieser öffentlichen Verhältnisse liegen bei uns so, daß man es macht, In dem bekannten Fall von 3iethen, des Barbiers in Frage sich nur die Juristen äußern und bedauert ferner, daß die wie bei der Echternacher Prozession: wenn einmal ein kleiner Elberfeld, der seine Frau ermordet haben soll, ist auch die Herabfegung der Gerichtstoften nicht vorgeschlagen sei. Er habe Vorsprung gemacht ist, wird gleich ein gleicher Sprung nach Wiederaufnahme des Verfahrens hartnäckig abgelehnt worden, in Beleidigungsklagen eine große Erfahrung, die Strafen von 20 rückwärts gemacht. Die Regierung fordert hier für ein kleines weil man nur den Unterschied einer Stunde in feinen Aufenthalts- oder 50 M. bedeuten nichts gegenüber den hohen GerichtsEntgegenkommen einen so exorbitanten Preis, daß man sich orten nicht nachweisen konnte. Selbst maßgebende Kreise neigen to ste n. Bei den Schöffengerichten sollten vornehmlich ältere fragen muß, ob nicht die Verschlechterungen die Verbesserungen der Ueberzeugung zu, daß der Mann unschuldig ift, Richter verwendet werden und man sollte dafür sorgen, daß die überwiegen und man der ganzen Vorlage zustimmen kann. Es aber er sitt feit zehn Jahren im Zuchthaus und man Schöffen sich ihrer Selbständigkeit mehr be= ift von verschiedenen Seiten betont worden, daß es hat feine Möglichkeit, die Wiederaufnahme des Verfahrens zu wußt werden. Die Protokollführung follte besser werfich hier nicht um ein Parteigeset handelt; auch wir be- erreichen. Wenn solche Fälle möglich sind, kann man sich den, damit die Grundlage für die Berufung geschaffen wird. trachten es nicht als ein solches, aber es ist nothwendig, nicht wundern, wenn das Vertrauen in unsere Die Ausschließung der Berufung ist längst als ein Unrecht daß auch der Standpunkt derjenigen vertreten beutige Justiz nicht sehr fest ist. Wenn nun das empfunden worden. Daß die Zusammensehung der Gerichte in wird, welche die Wirkungen des Gefeßes mög Wiederaufnahmeverfahren beschränkt wird, so wird auch die die Hand des Juſtizministers gelegt wird, finden wir ebenfalls licherweise am eigenen Leibe zu spüren be Entschädigung wegen Justizirrthums beschränkt; so wird that sehr bedenklich. Ebenso wie der Vorredner hält Redner die Bes tommen. sächlich mit der einen Hand wieder genommen, was eben mit schränkung des Wiederaufnahme- Verfahrens für unannehmbar Der Abg. Lenzmann hatte ganz recht, wenn er empfahl, daß der anderen gegeben ist. Am schlimmsten kommt dabei die große und bezeichnet es als nothivendig, für die Presse einen unzweifel. auch die Assessoren eine Zeit des Probesigens durchmachen Masse des Volkes weg, die kein Geld hat, um tüchtige haften Gerichtsstand zu schaffen; das Resumee der Schwurmüßten; ich meine, daß das auch für die Richter, Untersuchungs- Advokaten zu bezahlen, die heutzutage in besonderen gerichts- Vorsitzenden verwirft Redner und empfiehlt eine gründ richter und vor allen für die Staatsanwälte sich empfehlen Fällen recht hohe Honorare fordern. Das Schickliche Durcharbeitung und Umgestaltung der Vorlage; der Nacheid würde. Für die Straffammern ist als Ausgleich für die Be- fal des Angeklagten wird vollständig besiegelt. besiegelt durch sei empfehlenswerth, aber man müsse vermeiden, daß Masseneide rufung, die wir von jeher befürwortet haben, verlangt, daß in die Wiedereinführung des Resumes des Vorsitzenden. Die geschworen werden. Auch mit der bedingten Verurtheilung muß ben Straffammern in Zukunft nur drei Richter Recht jetzige Rechtsbelehrung desselben ist nicht dasselbe. Es entschieden ein Versuch gemacht werden und man muß immer sprechen sollen. Wir meinen, daß man gerade in genügt vor dem Schwurgericht vollständig, wenn Staats mehr zum deutschen Recht zurückkehren und deutsches Recht nur Preußen mit den Drei- Richter- Kollegien früher so schlechte anwalt und Vertheidiger plaidiren. von Deutschen sprechen lassen. Erfahrungen gemacht hat, daß man nicht so leichten Auf die neue Geschäftsvertheilung durch die Abg. von Buol( 3.): Besonders treffend habe Herr Herzens darauf zurückgreifen sollte. Der Abg. Lenzmann hatte Justizverwaltung hat sich ja die Regierung nicht kaprizivt. von Buchka sich dahin geäußert, ein mündliches Verfahren werde. recht, daß man bei einer Besetzung von 3 Richtern wenigstens Wir können uns für diesen Vorschlag am allerwenigsten be- es in der zweiten Instanz nicht geben. Der von Lenzmann ans Einstimmigkeit für die Verurtheilung verlangen sollte. Herr geistern. Bei Tendenzprozessen macht dieser Vor geführte Fall des Zeugen, deffen Aussage schriftlich vorlag, v. Gültlingen hielt dies für überflüssig und meinte, es gäbe Leute, ichlag die allerschlimmste Ausnutung möglich. spricht Bände gegen die Berufung. Wenn Herr Enneccerus sich die an allem zweifelten, auch daran, daß sie auf der Welt herum. Hat doch der sächsische Justizminister offen erklärt, er ließe es für die Zuziehung von Laien zu den Straffammern ausgesprochen laufen. Es handelt sich aber nicht blos um diejenigen, die aus sich nicht nehmen, wichtige Urtheile außeramtlich hat, so hat er damit der Berufung den Boden abgegraben. sich selbständige Zweifel hegen, sondern vor allen Dingen darum, mit den betreffenden Richtern vertraulich Trotzdem Redner ein Freund der Schwurgerichte ist, hat er daß die Beeinflussung durch den Vorsitzenden eine viel größere zu besprechen, um nicht zu sagen, zu forrigiren. nichts gegen die Beschränkung ihrer Kompetenz einzuwenden. ist. Wir sind daher entschieden gegen eine Besetzung mit Was ein sächsischer Justizminister ausspricht, braucht uns nicht Bezüglich der Entschädigung unschuldig Verurtheilter hat der drei Richtern. Eine Einschränkung des Beweisverfahrens besonders Wunder zu nehmen, die sächsischen Urtheile erfreuen Reichstag bisher nur dieselben Beschlüsse gefaßt, welche die Vorwird weiter vorgeschlagen. Hier soll das, was gegenwärtig bei fich überhaupt einer, ich möchte beinahe sagen, Kuriosität, sie sind lage jetzt bringt, und man sollte gerade hierbei bedenken, daß den Schöffengerichten schon der Fall ist, auch auf die Straf- etwas spezifisch Sächsisches. Aber auch in Preußen kommen das Bessere der Feind des Guten ist. Die Präventivhaft wird tammern ausgedehnt werden. ähnliche Fälle vor. Ich verweise auf den Fall des Land nicht gegen einen Redakteur angewendet werden, weil man ihn Bon dem Umfang der Beweisaufnahme hängt es vielfach gerichts direktors Schmidt, der von der Straf: im Verdacht hat, daß er weiter schlimme Artikel schreiben könne; ab, ob der Angeklagte seine Unschuld ausreichend darthun darf. kammer zur Ziviltammer verschoben wurde und dafür muß die Kommission sorgen, daß die Haft nur da anEs sind in der letzten Zeit so viele Beispiele vorgekommen, daß sich hat pensioniren laffen, weil er es an Schneidigkeit gewendet wird, wo ein dringender Verdacht vorliegt. Für die man hierin nicht weiter gehen sollte. Vor dem Schöffengericht hat fehlen lassen. Dies steht im direkten Gegensatz Vertheilung der Geschäfte durch die Justizverwaltung kann ich zu München hat eine Verhandlung stattgefunden, in der jemand zu dem Fall Brausewetter. Vielfach ist darauf mich nicht erwärmen, weil dadurch die Unabhängigkeit der Ge verklagt wurde, weil er einem politischen Gegner eine sogenannte hingewiesen worden, daß eine außerhalb der Justiz richte leiden würde. Die Berufung, wie sie die Borlage bringt, Jurkarte zugesandt hatte. Der Mann wurde verurtheilt auf die stehende hohe Person über die zu geringe ist nicht das Mittel, welches die gehegten Erwartungen erfüllen Aussage eines einzigen Zeugen, der die Handschrift als die Schneidigkeit der Gerichte, namentlich in den kann; die erste Instanz und das Vorverfahren wird verschlechtert. jenige des Angeklagten erkennen wollte. Der Mann betheuert politischen Prozessen sich geäußert bat, und Auch ohne die Konzession der Berufung will Redner verschiedene noch heute seine Unschuld. Ein sehr eklatanter Fall ist auch die daß diese Aeußerung auch der Grund gewesen ist zum Rück der Garantieen preisgeben, welche die Vorlage beseitigen will. Fuchsmühler Angelegenheit. Man hat dort dem Lieutenant tritt des früheren preußischen Justizministers. Sogar die konser Aber etwas müsse verlangt werden, nämlich daß eine BeMayr den breitesten Spielraum zur Darlegung seiner Ansichten vativen Grenzboten" betonen die Schäden unserer Rechtspflege schleunigung des Strafverfahrens eintritt. eingeräumt. Als aber die Zeugen an die Reihe kommen sollten, und schreiben: praktische Tüchtigkeit, gediegene Leistungen auf Abg. von Marquardsen( ntl.): Ich bin im Gegensatze die verwundet waren, da hieß es mit einem Male, die Sache ist dem Gebiet der Rechtswissenschaften gelten entweder für nichts, zu meinem Freunde Enneccerus ein Gegner der Berufung von jeher hinreichend aufgeklärt und es wurde angenommen, das Ein- oder als schädlicher Ballast. Auch der konservative Mittelstädt gewesen und es immermehr geworden. Der Vorlage mache ich den schreiten des Militärs sei gerechtfertigt gewesen. äußert sich dahin, daß die hier geforderte Geschäftsvertheilung Vorwurf, daß sie sich lediglich auf grund der Erfahrungen der preußis Daß die Einführung der Berufung nothwendig ist, gesteht einfach unannehmbar sei, daß sie die richterliche una bfchen Begierung, welche fich wesentlich auf die Umfragen bei. ja die Regierung mit der Einbringung dieser Borlage zu. bängigkeit beeinträchtigen würde und daß der letzte der Staatsanwaltschaft beschränken, gestützt hat; Angesichts gewisser Urtheile der Straffammern aus den letzten Rest von Vertrauen in die Unparteilichkeit und Unbefangenheit der Richterstand und der Anwaltsstand find dabei nicht recht zur Jahren ist es die höchste Zeit, die Berufung einzuführen. verloren gehen müßte. Ich glaube, daß namentlich bei Preß. Geltung gekommen. Gegen die Vorarbeiten zu einer allgemeinen In dem sogenannten Gummischlauch: Prozeß, in und sonstigen politischen Vergehen gewisse Revision würde ich nichts einzuwenden haben; die Vorschläge dem Brausewelter der Vorsitzende und Staatsanwalt politische Gegner unter allen Umständen verwürden aber erheblich anders aussehen als das vorliegende Werk. Benedir der Ankläger war, wurden nicht nur die Angeklagten, urtheilt werden würden. In reaktionären Kreisen Bei der Umsturzvorlage wurde über die kautschukartigen Bes sondern auch die Vertheidiger so behandelt, daß nicht nur in der wurde gelegentlich der Grörterungen über die Umsturzvorlage die ftimmungen gesprochen und man hat demgegenüber auf die uns Tagespresse, sondern auch in der juristischen Fachpresse laute Möglichkeit erwogen, ob es nicht zweckmäßig wäre, für politische abhängigen Richter verwiesen. In bezug auf die Unabhängigkeit Proteste dagegen ertönten. Aeußerungen des Vorsitzenden Zwecke politische Straftammern einzurichten. Jetzt, durch die der Richter ist es doch aber ein Unterschied, ob die Richter durch zu den Vertheidigern wie: Ich gebe Ihnen das Wort, neue Geschäftsvertheilung, würde man es in der Hand haben, das Präsidium in die Straffammer vertheilt werden, oder ob die wenn es mir paßt, Sie haben gar nichts zu protestiren, eigene Kammern einzurichten, die sich lediglich mit politischen Justizverwaltung darauf Einfluß hat. Redner tritt dagegen für Gie haben gar nichts zu konstatiren, ziehen sich durch den Prozessen zu befassen haben, welche auf grund des Umfturzgefezes das Resumee des Schwurgerichts- Vorsitzenden ein, welches gegenganzen Prozeß. Kann man es bei solcher beispiellosen inszenirt werden. Daß dadurch die Verquickung der Politik mit über den Ausführungen des Staatsanwalts und der Vertheidiger Boreingenommenheit den Verurtheilten verdenken, der Justiz auf das äußerste getrieben würde, liegt auf der Hand. gewissermaßen die goldene Mitte bildet. Ich werde in der Kommission wenn sie über den Mangel einer Berujung ungehalten sind? Wie ein rother Faden zieht durch den Entwurf das Be- den Versuch machen, meine Ansicht zu vertreten, aber ich glaube Herr Brausewetter äußerte sich ferner dahin: Die Deffentlich- ftreben, den Einfluß der Schwurgerichte zu nichte nicht, daß die Sache in 20 Sigungen abgemacht sein wird, wie feit eristirt nicht; es ist ein Unfinn es ist ein Unsinn, daß Lockspitel zu machen. Die rechte Seite möchte die Schwur- der Justizminister angenommen hat. Wenn auch nicht gerade eine existiren, sie existiren nur in tonfufen Köpfen; alle gerichte ganz beseitigen, vor allen Dingen aber beseitigen für die zweite o hinzufommen wird, so wird die Zahl der Sitzungen doch Zeitungsnachrichten sind aufgebauscht; bei allen Sachen, die wir politischen Prozesse. Daß man über verschiedene speziell preu eine sehr viel größere sein als 20. morgens in den Zeitungen lesen, sind wir von vornherein überzeugt, Bische und berlinische Errungenschaften in Süddeutschland in Abg. Lerno( 3.) bedauert, daß die Bayern 1879 ihre gute daß sie nicht wahr sind. Der Fall Brausewetter war zunächst allen Klaffen nicht erbaut ist, ist eine offenkundige Thatsache, bayerische Gerichtsverfassung haben aufgeben müssen, und spricht nur ein einzelner Fall, aber er machte ungeheures Aufsehen, und und wenn man die Ueberweisung der politischen Prozesse an die seine Freude darüber aus, daß die überwiegende Mehrzahl der Redner inzwischen ist die Brausewetterei ein Typus geworden. Schwurgerichte auch noch beseitigen will, so wird ein solches sich für die Berufung ausgesprochen hat. Redner spricht sich gegen Während jezt selbst in jurinischen Kreisen über ein Ueber Bestreben in Süddeutschland auch keine besonderen Sym- die Beschränkung des Vorverfahrens und der Untersuchung aus, aber maß von ungerechtfertigter Untersuchungshaft pathien für Preußen erwecken. Sozialdemo- für die Vertheilung der Geschäfte durch die Justizverwaltung. getlagt wird, gewährt die Borlage teine Entschädi fraten sind keine fanatischen Verehrer der Schwurgerichte. Die Beſegung der Strafkammern mit drei Richtern empfiehlt sich gung für unschuldig Inhaftirte, fie fügt sogar noch Sie haben in politischen Prozessen nicht mehr dieselbe Bedeutung aber nicht, weil leicht einer der beiden Beisitzer sich durch den Auch wir Vorsitzenden bestimmen lassen könnte. Der finanzielle W eslchtL punkt kann dabei nicdi in betracht kommen; den» für dad Militär werden viele Millionen geopfert, warum soll nicht auch für die Sicherung der Rechtspflege etwas gethan werden? Daß eine bessere Protokollirung durchgeführt werden muß, ist richtig. Die Entschädigung unschuldig Veruriheilter be- grüßen auch wir in Bayern mit Freuden. Die Härten der Justiz müssen ausgeglichen werden. Abg. Hilpert(Bayerischer Banernverein) weist darauf hin, daß im Volke das Verlangen nach der Berufung ein weit ver- breitetes sei, weil es jetzt nur immer bei Fehlern, welche die Gerichte begangen hätten, möglich geworden sei. eine nochmalige Verhandlung erner Sache herbeizuführen und einen Unschuldigen von der Strafe zu befreien. Redner tadelt die Behandlung, welche die Richter vielfach den Angeklagten zu theil werden ließen und empfiehlt auch eine gewisse Vorsicht bei der Vereidigung; manchmal könne man den Zeugen auch ohne Vereidigung Glauben schenken. Abg. v. Czarlinski(Pole): Wenn der Abg. Werner vom deutschen Recht sprach, so hoffen meine Freunde, daß dadurch eine fremde Sprache nicht ausgeschlossen sein soll. Wir ver- weisen auf den Beschluß des Frankfurter Parlaments, welches das Recht fremder Volksstämme aus deutschem Boden anerkannt hat; für die fremden Volksstämme ist aber eine Nothwendigkeit der Verkehr in der Muttersprache auch vor Gericht, weil sonst die ärgste» Verwirrungen entstehen. Redner tritt für die Ent- schädigung der unschuldig Verurtheilte» ein, empfiehlt aber auch die Berücksichtigung unschuldig erlittener Untersuchungshaft. Wenn die erste Aufgabe des Staates die Rechtsfindung ist, dann muß auf die Rechte der drei Millionen Polen Rüilsicht ge- nommen, verden. Damit schließt die Debatte. Die Vorlage wird einer Kommission von LS Mitgliedern überwiesen. Schluß S Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr.(Erste Be> rathung der Novelle zum Zolltarif. Ein Antrag des Abg. v. Stumm, seinen Antrag wegen des Zolles auf Quebrachoholz mit zur Berathung zu stellen, findet beim Präsidium Widerspruch und wird zurückgewiesen.) Uott&les. Wer lacht da? Eine lustige Geschichte weiß der„Kon- feklionär" keinen Lesern aufzutischen. Wie derselbe mitlheilt, habe einer der hier vor noch nicht langer Zeit verstorbenen Groß- kaufleute, welcher in engster Beziehung zur hiesigen Manufaklur- tvaarenbranche gestanden habe, seiner Wiltwc und seinen beiden Söhnen ein Vermögen von 42 Millionen hinterlassen. Man habe das Vermögen dieses Mannes wohl für sehr groß gehalten, daß es aber eine so bedeutende Höhe erreicht habe, werde dennoch überrasche».„Diejenigen," meint anschließend hieran der„Kon- fektionär",„welche behaupten, daß man große Vermögen nicht mehr durch Sparsamkeit erwerben kann, werden hierdurch Lügen gestraft. Zu den vielen hervorragenden Eigenschaften des Ver- storbenen gehörten in hohem Maße Sparsamkeit und Bescheiden- heit."— Ist es Naivetät oder Heuchelei, welche dem„Konfektionär" diese Worte eingeben? Jedoch über Naivetät dürste der„Kon- feklionär" erhaben sein! Viel Nergcruiß erregt namentlich in Gastwirthskreisen eine sich aus die Beschränkung der Lustbarkeiten beziehende Verfügung, welche der Landralh von Niedcrbarnim, ein Herr von Waldoiv, erlassen hat. Danach ist es im Kreise verboten, an den Sonn» abend Abenden Festlichkeiten abzuhalten. In Pankow suchte dieser Tage ein Berein bei dem Amtsvorsteher um die Erlaubniß nach, am Sonnabend, den 2. Februar, einen Maskenball veran- stalten zu dürfen. Das Gesuch wurde von dem Amtsvorsteher abschläglich beschieden,„da zufolge höherer Anordnung an Sonnabend Abenden derartige Vergnügungen nicht stall- finde» sollen". Alle Versuche. den abschläglichen Bescheid des Amtsvorstehers rückgängig zu machen, blieben fruchtlos. Selbstverständlich fühlen sich die Gastwirthe, welche pekuniär am meisten unter den Folgen dieser Verfügung zu leiden haben, er- heblich geschädigt, und in einer am Freitag abgehaltenen Ver- sammlung haben sie beschlossen, sich mit einer Petition um Aus- Hebung der getroffenen Beschränkung an den Minister zu wenden. Was die Arveiter betrifft, die bekanntlich zum wesentlichen ge- zwungen sind, ihre kleinen Vergnügungen an Sonnabenden abzu- halten, so sind sie zwar erbittert, doch hat sie nach all den Belästigungen ähnlicher Art, denen sie gerade im Kreise Nieder- Hanum seil langem ausgesetzt sind, die neue landräthliche Ver« ordnung kaum noch überrascht. Für die klassenbewußte Arbeiter- schast bilden bekanntlich derartige behördliche Maßregeln die vortrefflichsten Agitalionsmittel. um selbst gut bürgerlichen und bislang auch staalslrcuen Elementen die Augen über die Herrlich» keit des Polizeistaales zu öffnen und sie der Sozialdemokratie zuzuführen. Unsere Niederbarninier Parteigenossen werde» auch an der Hand des neue» landräthliche» Erlasses ihre Pflicht lhun. Neber die Tollwuth der Hunde, welche im Nieder- barnimer Kreise seit einigen Monaten fast seuchenartig austritt, liegen jetzt folgende genaueren Mittheilungen vor. Im August v. I. wurde bei Trebbin ein tollwülhiger Hund getödtet, der in der erwähnten Ortschaft an einem Tage 14 Hunde und 5 Menschen gebissen hatte. Die Polizei- Verwaltung Trebbins traf sofort die nöthigen Maß- regeln; die angesteckten Thiere wurden gclödtet. die von den Hunden gebissenen Personen in das Kreis-Krankenhaus überführt, woselbst dieselben im Laufe des Herbstes beobachtet und als vollständig geheilt entlassen iverden konnten. Aber auch in anderen Ortschaften des Niederbarnimer Kreises waren Symptome von Tollwuth bei Hunden konstatirt worden; that- sächlich wurden noch fünf weitere Hunde ermittelt, die toll- wülhig geworden waren. Ende September wurde in Trebbin auch eine Katze, die von einem Hunde gebissen worden, von der Tollwuth ersaßt und versuchte Personen, die sich ihr genähert, zu beißen. ES gelang jedoch das Thier noch rechtzeitig zu tödten. Jetzt, nachdem der letzte Fall im Dezember in Grünau beobachtet worden, scheint die Seuche erloschen zu sein. Die Krankheit selbst ist durch einen tollwülhigen Hund eines Viehtreibers weiter getragen worden. DaS Wochenrepertoire der Urania lautet: Heute, Montag. Dienstag. Freitag und Sonnabend.„Durch alle Welten." Mittwoch und Donnerstag: Herr P..Spies,„Tesla's Licht der Zukunft." Unter den dem Berliner Aquarium durch seine Station zu Rovigno am Adrialischen Meere, die von der Berliner Mutter- anstalt ivährend der letzten Zeit infolge des Schnees und der Kälte im Karst und in Steiermark je. gänzlich abgeschnitten war, zugegangenen Fischen befinden sich einige Goldstrich-Brasse», eine durch gutes Fleisch und durch den silberfarvigen, mit goldgelben Längsstreifen gezierten Körper ausgezeichnete Fischart, die für das Aquarium noch vor allem dadurch werlhvoll ist, daß sie sich in dem ihr zugewiesenen Bassin vortrefflich hält, denn eine An- zahl dieser südruropciischen Schuppenlräger hat zwei Jahrzehnte hier gelebt. Sie gehören nebst einem nordamerikanifchen Alligator, welcher bei der Begründung des Aquariums(I8S9) schon dahin kam, einigen Riesenschlangen, einem nordamerikanischen Furchrnmolch und einem Katzenhai,'welche alle anderthalb Jahr- zehnte oder noch länger hier weilen, zu den Veteranen des Instituts, während andere Vertreter der MeereSfanna, so dir duftigen Quallen, nur zu vergänglich sind. Die Goldstrich- Brassen insbesondere stellen darin den Gegensah zu den sonst so „gewöhnlichen" Heringen, förmlichen Eintagsfliegen, dar. Die moderne Knust im Dienste der modernen Religio«. Die Kunst der vom Kaiser mit der goldenen Medaille beschenkten Frau Vilma Parlaghi wird in den nächsten Tagen neue, ganz apart« Triumphe feiern. Vom 24. d. M. ab sind ihre Werke nämlich in einer Sonderausstellung in einem Hause Unter den Linden zu sehen. Der Besichtigungswerth der' dort gezeigten Bilder ist an dem ersten Tage, an welchem der Kaiser mit Familie die Ausstellung besuchen will, aus fünf Mark pro Person deklarirt, wogegen die Werke der Frau Parlaghi an den übrigen Tagen um ein ganz bedeutendes billiger, nämlich für nur eine Mark, zu bestaunen sind. Den Ertrag ihrer Ausstellung will die Dame einem ebenso zeitgemäßen wie segenbringenden Zweck widmen— er soll nämlich der Mirbachkirche geopfert werden. Tie Frage der Einführung des hygienischen Unter- richtcS in die Volksschule beschäftigte am Freitag den „Berliner Lehrerverein" in einer sehr schwach be- suchten Mitgliederversammlung. Nach einem Referat der Herren Dr. med. T h. W e y l und Lehrer I a n k e, von denen der erste vom medizinischen Standpunkte auS Nothwendigkeit und Nutzen des hygienischen Unterrichtes und der zweite vom pädagogischen Standpunkte aus seine Einrichtung behandelte, wurden die solgenden T h e s e n angenommen:„Die Verbreitung hygienischer Kenntniffe durch die Schule entspricht den Interessen des Individuums und des Staates. Der hygienische Unter- richl hat sich auf die wichtigsten Gebiete der privaten und öffenllichen Gesundheitspflege zu erstrecken. In der Volksschule sind die hygienischen Belehrungen im Anschluß an das Schulleben und an die Lehrgegeilstände der Schule zu geben. In die Seminarien ist die Hygiene als obligatorischer Unterrichts- gegenständ aufzunehmen." Abgelehnt wurden die vorgeschlagenen Thesen:„Es ist zu prüfen, ob in Zukunsl der Unterricht in der Hygiene die Stellung eines selbständigen Unterrichtsgegenstandes in der Oberstufe der Volksschule erballen soll. In die Fort- bildnngsschule ist die Hygiene als Unlerrichtsgegenstand schon jetzt einzuführen." Außerdem wurde auf Antrag des Lehrers Tews eine Resolution angenommen des Inhalts, daß der Ver- ein die auf die Gesundheitspflege in der Schule bezügliche Verfügung der Schuldeputation(vgl.„Vorwärts" Nr. IS)„mit größler Freude begrüßt" und nur noch den Wunsch ausspricht, der naturkundliche Lehrplan möge einer Revision unterzogen und der Hygiene darin eine entsprechende Stellung eingeräumt werden. Nicht hin- reichende Unterstützung fand dagegen der Passus der Tenis'schen Resolution. welcher Einsetzung einer Kominission forderte, die die einer erfolgreichen Gesundheilsrflpege in den Berliner Gemeinde- schulen zur Zeit im Wege stehenden Moment- in einer Denkschrift zusammenstellen und näher erörtern sollte. Zur Begründung dieser Forderung beinerkte Herr Tews, daß die Beschaffenheit der Schulgebäude, Schul- Höfe u. s. w. die Ausführung der Verfügung vielfach hindere. Dieser Bemerkung wurde durch Zuruf aus der Ver» sammlung zugestimmt. Sie wurde jedoch in der Debatte nicht iveiter berührt,— also auch nicht bestritten. Um so bedaucr- licher ist die Ablehnung des Teivs'fchen Vorschlages. Im übrige» ging ans der Debatte und den Abstimmungen hervor, daß die Mehrzahl der Lehrer die Verfügung der Schnldeputation i» der That als eine annehmbare und erfreuliche Unterstützung ibrer bisherigen Bestrebungen auf dem Gebiete der Schul-Gesimdheits- pflege ansieht. Mit aller Entschiedenheit wurde jedoch betont. daß die Lehrerschaft die Sch:>ljjesiiudheilspflegs längst nach ihrer Bedeutung erkannt und, soweit es in ihren Kräften stand, be- rücksichligt hat. Diese von mehreren Redueril abgegebene geharnischte Erklärung galt zwar direkt nur den Llerztcn Weyl und Jacnsiel, die sich recht„schulmeisterlich" benahmen, obwohl sie kaum etwas vorbrachten, was nicht jeder vernünftige Lehrer längst gewußt und trotz der eutgegeustehenden Hindernisse zu be- folgen sich bemüht hätte. Es blieb jedoch jeden, unbenommen, den Protest auch auf die Verfügung der Schuldeputalion zu be- ziehen, die in genau demselben, unnöthig belehrenden und väter- lich ermahnenden Tone gehalten ist. GratiS-Annouceu. Ans einen eigenthümlichen Jux ver- fallen jetzt Leute, denen es anscheinend an anständigem Zeit- verlreib fehlt. Bekanntlich versucht ein hiesiges Blatt zur Zeit dadurch zu Popularität zu gelangen, daß es kleine Anzeigen, die sich auf den Arbeilsmarkt beziehen, gratis aufnimmt. Dieser Umstand hat Witzbolde von bedentlicher Qualität Beranlassung gegeben, bei dieser Zeitung ftngirte Anzeigen einzureichen, durch welche Arbeitslose auf gemeine Weise gefoppt werden. So kam am Sonnabend ein Arbeiter zu uns mit der Klage, daß er auf eine solcde Anzeige hin am frühen Morgen von Charlotlenburg »ach der Jriebenstraße 60 geivandert sei. Tortselbst sollte dem Inserat zufolge ein Bauführer stock wohnen, der ländliche Arbeiter zum Ausschachte» verlange. A» Ort und Stelle angekommen, mußte der Arbeiter jedoch gewahr werden, daß in dem Hause niemand daran dachte. Leute zum Ausschachten einzustellen. Es müsse» traurige Burschen sein, die kein anderes Objekt für ihre albernen Spaße n issen, als die im Elend darbenden Arbeitslosen. Die Münchcner Brauhaus- Aktiengesellschaft und der Boykott. Eine Erklärung, welche der Direktor dieser Gesell- schaft, Herr Arendt, in der gestrigen Generalversaminlniig vor den Aktionären abgegeben hat, dürste auch für manche unserer Leser Interesse haben. Die Abendblätter berichten wie folgt über diese Generalversammlung:„Ueber die Gründe, welche die Ver- wallung veranlaßt haben, in dem Bierboykott einen den übrigen Berliner Brauereien entgegengesetzte» Standpunkt ein- zunehmen, führt Herr Direktor Arendt aus, daß nur Ge- schäftsinteressen und nicht etwa politische Interessen maßgebend gewesen seien. Die dem Ringe angehörenden großen Brauereien hätten ein Interesse daran gehabt, sich die Erhaltung ihrer Kundschaft von den übrigen zu garanlireu, das Münchener Brauhaus habe es aber vorgezogen, auf eigene» Füßen weiter vorwärts zu schreite», und habe es nicht zu bereuen gehabt. Auch nach Aushebung des Boykotts hoffe man, sich die neu er- wordene Kundschaft zu erhallen und sei in der ersten Hälfte des Januar bereits ein Mehrabsatz von 1500 Hektolitern dem Vor- jähr gegenüber erzielt. Im ganze» seien seit dem I. Oktober, also im neuen Geschäftsjakre 13 300 Hekloliter mehr als im Vorjahre gebraut und 13 700 Hektoliter mehr abgesetzt." Es wurde in der Generalversammlung die Vertheilung einer Di- vidende von 4'/e pEl. beschlossen. Bei den FundamentauSgrabunge» in der Rosenstraß« gelegentlich des Abbruchs der Häuser daselbst sind mehrere alter- thümliche Gefäße aus de», 13. Jahrhundert unversehrt gefunden und den, Märkischen Museum zugewiesen worden. Diese Gefäße sind allem Anschein nach aus abergläubischen Vorstellungen, vielleicht mit Getränk(Bier) gefüllt, bei der Anlegung des Haufes unter den Fundamenten beigesetzt worden. Auch mehrere alterthümliche eiserne Ofenplalten mit Darstellungen aus dem 16. Jahrhundert sind ausgegraben und demselben Institut über- wiesen worden. Die Oberfenerwerkerschule soll, wohl in Rücksicht auf das freche Erdreisten ihrer Eleven, von Berlin verlegt werden. Alle sogenannten Freiheiten srndentischer Natur sollen den Schülern entzogen iverden und der Drill soll bei ihnen fortan da? erste und daS letzte sein. DaS königl. Eisenbahn-BetriebSamt Stettin sendet uns folgende Berichtigung: Die Zeitung„Vorwärts" bringt in Nr. 283 vom 5. Dezember 1894 unter der Spitzniarke„Weih- nachtsivirken des christlichen Staates" eine Mittheilung, welckir gegen die Eisenbahnverwaltung den Vorwurf rücksichtsloser Härte gegenüber ihren Arbeitern enthält. Die Mittheilung ist jedock in idrem weientlicheii Theil thatsächlich»»richlig. Der Sachverhalt ist folgender: Im Winter, namentlich bei Frostwetter können die bei der Balmunterhaltung beschäftigten Arbeiter wegen der durch die Witterung bedingten Einschränkung der Bahn-UnterhaltungS- arbeiten nicht sämmtlich dauernd beschäftigt werden. Um nun «inen Theil der Arbeiter nicht gänzlich ohne Verdienst zu lassen, ist die Einrichtung getroffen, die Arbeiter abwechselnd eine Woche um die andere zu beschästigen. Aus diesem Grunde wurde am 29. November v. I. 40 Ar- beirern der 2. Bahnmeisterei durch den Bahnmeister in Pankow das Dienstverhällniß mit der Maßgabe gekündigt, daß nach Ab- lauf der Kündigungsfrist ihre Weiterbeschästigung erfolgen solle. jedock könne dieselbe keine dauernde, sondern mit Rücksicht auf die Verminderung der Arbeiten nur eine zeitweise sein. Von den 40'Arbeitern, denen dies eröffnet wurde, sind nur wenige ausgeschieden, die übrigen arbeiten zur Zeit noch in der Bahnmeisterei in Pankow abwechselnd eine Woche um die andere. Die ausgeschiedenen Arbeiter waren nur einige Monate über ein Jahr in, Eiseubahndienst thätig uud standen in einem Lebens- alter von 25 bis zu 42 Jahren. Invaliden bez. bei dem Eisen« bahndienst beschädigte Arbeiter befanden sich darunter nicht. Stettin, den 18. Januar 1395. Königliches Eisenbahn- BetriebZamt. (Berlin- Steltin.) Es ist uns selbstverständlich nicht möglich, über diese uns am Sonnabend zugegangene Berichtigung sofort mit den Ge- währsmännern zu konseriren, aus deren Mittheilung hin wir den Artikel vom ö. Dezember v. I. gebracht haben. Nach erfolgter Rücksprache werden wir der Eisenbahn- Direktion Stellin ant- Worten. Ueber einen merkwürdigen Fall von Portohinter- Ziehung berichtet ein postalisches Fachorgan folgendes: Früher wurden' Postkarlen, welche unkrankirt in, Briefkasten vorgefunden wurden, als unzulässig dem Absender zurückgegeben. Diesen Um- stand benutzten nun zwei schlaue Briefschreider P. und K., um ihre Korrespondenz durch die Post völlig kostenlos befördern zu lassen. Halte P. an K. eine Mittheilung zu mache», so adressirie er eine unfrankirte Postkarte an sich selber und versah sie mit der genauen Adresse des K. als Unterschrift. Diese Karte mußte die Post dann, weil sie unfranki'-l war, alS unzulässig behandeln und an K.„zurückgehen" lassen, welcher gleichsam als„Absender" angegeben war und dadurch in den Besitz der für ihn bestimmten Mittbeilung gelangte. Und in gleicher Weise verfuhr umgekehrt K., wem, er an P. zu schreiben kalte. Diese„billige" Besörderungsweise„ahn, jedoch schnell ein jähes Ende, da die Post kurz darauf verjügte, daß auch unfrankirte Postkarten zu befördern seien, aber— gegen das doppelte Porto. Zu der Verhaftung deS RechnungSratheS Klasse wird »och berichtet, daß die'Annahmen, er habe die Unterschlagungen begangen, u», für seine» Solm Schulden zu decken, hinfällig ist, weil dieser schon längere Zeit lodl ist, der Vater sich also gehütet haben dürste, die Ervschast anzutreten. Man glaubt vielmehr. daß sich Klasse in Börsenspekulationen eingelassen habe und die daraus entstandenen Verluste habe decken wollen. Ueber die Nnterlassuugösünde eines ArzteS berichtet das„Berliner Tageblatt" folgendes: Am Montag Nachmittag wurde in der Potsdamerstraße ein Mann von einem Omnibus so unglücklich übersahren. daß eines der großen Hinterräder ihm über die Brust rollte. Mehrere Zeugen des Unglückssalles eilten dem Schwerverletzten zu Hilse und einer derselben lief zu dem der Uuglückssielle gegenüber wohnenden Spezialarzt Dr. L. und ließ ihn durch das die Thür öffnende Hausmädchen bitten, dem Verunglückten Beistand zu leisten. Das Mädchen erhielt, wie der im Flur Wartende deutlich hörte, die Antwort:„Mit solchen Sachen beschäftige ich mich nicht", und lehnte seine Htls« rund- weg ab. Böse Beispiele verderben gute Sitte«. Ein Gummi- schlauch, der mit einer Bleikugel versehen war. hat bei einer Schlägerei in der Koloniestraße an, Abend des 18. Januar, etwa um 7 Nhr, eine bedeutende Rolle gespielt. In einen» Wirlhs- Hanse waren zwei Parteien anjeinandergeplatzt und der eine Theil lauerte später dem 25 Jahre alten Ardeiter Georg Scheinig ans der Provuizstraße 103 zu Reinickendorf auf der Straße auf. Er erhielt mit de», Gummischlauch mehrere Schläge auf den Kops und wurde so schwer verletzt, daß er durch einen Schutzmann des 9. Polizeireviers nach einem Krankenhaus« gebracht werde» mußte. Ein Rcklameschuß? Das„Volk" berichtet über einen sehr schauerlichen Vorfall solgendes: In den Räumen des„Bundes der Landwirlhe". Halleschestr. 18. wurde vorgestern Nachmittag die Scheibe eines Bureaufensters, an dem der Redakteur der„Kor- respondenz des Bundes der Landwirthe" saß. von einer Kugel durchschlagen. Diese, eine ziemlich große Spitzkugel aus Blei, stammte anscheinend aus einem Teschinggewehr. Verletzt ist glücklicherweise niemand. Wegen eines Sittlichkeitsverbrechens ist ein Zahn- a r z t festgenommen. Er soll sich an einer Dame, die sich als Wirlhschaslerin bei ihm verdingen wollte, vergriffen haben. Der Zahnarzt giebt Zärtlichkeiten z», will aber die Grenzen, die das Strafrechl zieht, nicht überschritten haben. Mutymaßlicher KindcSmord. Spielende Kinder fanden vor« gestern Nachmittag unter de», Schnee am Georgenkirchplatz, dicht am Bauzaun der neuen Kirche, die Leiche eines neugeborenen Kindes, welches in Tuchfetzen eingehüllt war. Das Kind hat, wie es scheint, noch bei seiner Aussetzung gelebt und ist wahr- scheinlich erfroren. Die Recherchen nach der unnatürlichen Mutter waren bis jetzt erfolglos. Ein italienischer GipSfigurenhändler. Celestino Giovanni, suchte in einer Wlrihschast in der Landsbergerstraße seine Maaren abzusetzen und verließ das Lokal trotz wiederholter Aufforderung nicht, so daß er mit Gewalt entfernt wurde. Celestino geberdete sich wie ei» Raseuder und fuchtelte mit einem offenen Messer um sich her. Als der Hausdiener L. ihn auf der Straße fest- nehmen wollte, stieß er ihm das Messer in den Rücken. Der Hausdiener ist so schwer verletzt, daß er nach einem Kranken- hause gebraucht werden mußte. Polizeibericht. Am!S. d. M. nachmittags wurde ein Bild- Hauer in seiner Wohnung, in der Wasserlhorstrahe, und ein Arbeiter in seiner Wohnung, in der Cöslinerstraße, erhängt vor- gefunden.— In der Koloniestraße wurde abends ein Arbeiter mit mehreren Verletzungen am Kopfe bewußtlos auf dem Bürger- steige liegend aufgefunden und nach der Charitee gebracht. Seiner später gemachten Angabe zufolge, sind ihn, die Verlctzungen bei einer Schlägerei zugefügt worden.— In der Landsbergerstraße entstand zwischen einem Hausdiener und eine», Givsfignren- Händler eine Schlägerei, wobei der erster« durch«inen Messerstich schwer am Rücken verletzt wurde. Witterungsübersicht vom 19. Januar 1895. Ein wenig wärmeres, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit mäßige» südlichen Winden, ohne erhebliche Nieder- schlage. Berliner Wetterbureau. Derlammlungen. # Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter, Filiale mittags 10 Uhr, bei Bieck, Simeonftr. 17. Bergnügungsverein Italia". Sonntag, nachmittags 4 Uhr, Sigung Vergnügungsverein Eintracht. Sonntag, den 20. Januar, nachmittags 5 Uhr, Sigung mit Damen, hierauf gemüthlicher Fidelitas in Pallarz Felsengrotte, Raupachir. 6. Vergnügungsverein Normannia 2", früher Bustige Jugend". Heute Sonntag, den 20. Januar, nachmittags 4 Uhr, Sigung bei Sauermann, Adalbertfir. 8. Nachher; fidelitas. Serrens und Damenmitglieder pünktlich. Befreundete Vereine und Gäste herzlich willkommen. Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Berlins und umgegend. Sonntag, den 20. Januar, nachmittags 5 Uhr, Lindenstraße 106. General Bersammlung. Krankenkaffe der Wagenkauer( Rirdorf). Montag, den 21. Januar, abends 8% Uhr, Bersammlung bet Schüße, Prinz Hanbjeryfir. 7. ber Bierbontott. Schöneberg. Arbeiter- Bildungsverein. Bersammlung, morgen, Montag, abends 9 Uhr, bei Keßner. Bortrag des Genossen Antrick; Was lehrt uns macher Berlins und Umgegend. Montag, den 21. Januar, abends 10 Uhr, Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, Friseure und Perückenbei Buste, Grenadierfir. 33, Generalversammlung. Bund der gefelligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ConnBersammlung. tag, ben 20. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Schneider, Annenfir. 16, Große Sehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur erften Silfe bei Unglücksfällen. Montag, den 21. Januar, abends 8% Uhr, im rechten fiunde unter Beitung des praft. Arztes Herrn Dr. Christeller. Abrechnung vom Gartenfaal der Arminhallen, Rommandantenstr. 20. Bortrag und UebungsWeihnachtskränzchen. Liedertafel der Maler, Annenstraße 6, Arbeiter Bildungsschule. Sonntag, 10-12 Uhr: Mord- Schule, Müller fir, 178a unb Gürofi.chule, albemarfir. 14 e ftüre( unentgeltlich). Montag, abends 7-8% Uhr: Leftüre. 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Naturertenntniß. Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Boltsthümliche Medizin. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Ad. Neumann, Pafewalterfir. 8. Arbriter Sängerbund Berlins und Umgegend. 1. Vorsitzender: Alle Aenderungen im Bereinštalenber find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstraße 49 v. 2 Tr Montas, Abends 9-11, Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Deutscher Männerfang, Belforterftr. 15, Schneiders Gesellschaftshaus.bei Ehrenberg. wiederball, Köpenickersir' 191 bei Foge. Butun ft I, Stegliz, Ahorn Arbeiter Gefangverein Borwärts III, Lichtenberg- Friedrichsfelde, Prinzenfiraße 15a, Echelhose's Gambrinus.. Bruderherz, Strautftr. 6, bei Rudolf. allee 6 bei Karl Echulz. Sieberzweig, Waldmannslust Berlinerstraße bei Berbe. Biedesfreiheit II, Strausberg, Wrießenerstraße bet Look, Bürgergarten. Glockenrein( gemischter Chor) Schönhauser Allee 46 bei Höhne. Rosalia, Lebuferstraße 5, bet A. Nemiz. Gyrene, Echönhauser Allee 28 bei Stelle. Mbetter Gesangverein wacht auf W, Woltersdorf bet Ertner, Restaurant Gillmann fraße 49.- Soffnung II, Deutsch- Wilmersdorf, Günzelfir. 39. Ten Wilhelmshöhe".- Arbeiter- Gefangverein der Enterbten, Swinemünder blüthe, Eisenbahnfir. 20 bei Siegemund, Gesangverein Liberte angelfir. 84 bei Redang. Männerchor Sangesluft II, Pafewalterstr. 3 bei Ad. Neumann. Gesangverein Freiheit 3, gemischter Chor, Bernau eindr. Huffitenstraße Elysium"."" Harmonie 2", Weinstr. 11, Restaurant Freie Feldblum e", Admiralftr. 38 bei Tubauer. Gesang verein Silaria, Blumenstr. 46 bet Tomatscheck.-Klingmülle r'fches Doppelquartett, Neu- Weißenfee, Langhansstraße bet Ww. Busch. Reihen der Sozialdemokratie zu vermehren.( Stürmischer Bei-| verständnisse richtig. In einer einstimmig zur Annahme ge fall.) Redakteur v. Gerlach: Er habe von einem langten Resolution erklärte die Versammlung sich mit dem Die Rede des Freiherrn von Stumm in einer christ. Freunde die Mittheilung erhalten, daß vor einigen Tagen unter Referenten einverstanden und sprach die Erwartung aus, daß lich- sozialen Versammlung. Eine sehr bemerkenswerthe des Saarreviers stattgefunden habe, in der beschlossen daß derselbe vielmehr Aenderungen erfahre, welche die InterDebatte über die Rede des Freiherrn von Stumm fand gestern wurde: Das Blatt des Herrn Pastor Naueffen des Schifffahrtsgewerbes und die Schiffer vor dem GroßAbend in einer im Stadtmissionssaale( am Johannistisch) ab mann," Die Hülfe", als fozialdemokratisches tapitale mehr schüßen. gehaltenen Versammlung der chriflich- sozialen Partei statt. Man zu erklären und alle Arbeiter, die dies bemerkte in dieser nicht sonderlich zahlreich besuchten Versamm Blatt lesen oder eine wirthschaft besuchen, in Berlin 9, E.§. 29, Hamburg. Mitgliederversammlung am 20. d. M., vorlung mehrere evangelische Geistliche und den Oberstlieute ber das Blatt ausliege, sowie alle diejenigen nant a. D. v. Ggiby. Der erſte Rebner,& oførebiger Arbeiter, die bem christlichen Bergarbeiter mit Damen a. D. Stöder äußerte sich etwa folgendermaßen: Er habe vor Verband beitreten, fofort zu entlassen.( Rufe: dem Freiherrn von Stumm als Mensch alle Hochachtung, denn Pfui!) Es sei das der Gipfel der Brutalität. er habe gehört, daß derselbe ein Muster von Arbeitgeber sei. Wagner: Nachträglich ersehe er, daß Freiherr von Stumm Professor Allein die von Herrn von Stumm gegen die christlich- sozialen die Berliner Professoren der Nationalökonomie der größten UnGeistlichen und insbesondere gegen die Pfarrer Weber und Nau- duldsamkeit bezichtigt habe. Hätte er das früher gelesen, dann mann im Reichstage gemachten Angriffe müsse er mit voller hätte er sich etwas schärfer ausgesprochen. Jedenfalls bezeichne Entschiedenheit zurückweisen.( Beifall.) Er fage das, obwohl er mit Naumann feineswegs in allen Dingen über als grobe Unwahrheit und als leichtfertig.( Beifall.) Nachdem er, gleichzeitig im Namen seiner Kollegen, diese Beschuldigung einstimme. Er nehme einen wesentlich anderen Standpunkt gegenüber der Sozialdemokratie ein als Naumann oben mitgetheilte Resolution einstimmig zur Annahme., nochmals Herr Stöcker das Wort ergriffen hatte, gelangte die Allein wenn er auch die Sozialdemokratie als politische Partei wegen ihrer Gottlosigkeit und Vaterlandslosigkeit aufs ent- Charlottenburg. Ueber das neue Schiffergesetz sprach am schiedenste bekämpfe, so erachte er doch die Arbeiterbewegung an 18. d. M. Reichstags- Abgeordneter Gerisch vor einer sehr zahlfich für etwas durchaus Berechtigtes. Und er halte es für eine reich besuchten öffentlichen Schifferversammlung im Pflicht der christlichen Kirche und der Geistlichen, sich um diese Lokale Bismarckhöhe. Redner zergliederte den Gesezentwurf in Bewegung zu bekümmern und nicht etwa in einseitiger Weise verständlichster Weise, ging auf einzelne Bestimmungen bezw. blos die Interessen der Arbeitgeber zu vertheidigen.( Beifall.) Paragraphen des näheren ein, wies in treffender Weise die Die Umsturzvorlage, die man besser: Aenderung einiger großen Schwächen und Mängel und Benachtheiligungen der Paragraphen des Strafgesetzbuches" genannt hätte, halte er für fleinen Echiffseigner nach und führte ferner vor Augen, daß die einen großen politischen Fehler. Herr v. Stumm möge es ja Schiffsmannschaft durch den Geseßentwurf in feiner Weise vor fehr gut meinen, feine patriarchalischen Anschauungen passen Ausbeutung geschütt sei. Er verlangte, daß die Schiffsmannaber burchaus nicht mehr in unsere Beit. Es sei daher sehr zu schaft durch das Gesetz wenigstens der Gewerbe- Ordnung unter bedauern, daß ein Mann wie Frhr. v. Stumm die christlich stellt werde. Zum Segen aller müßten direkte Schußfozialen Geistlichen, die für den berechtigten Kern in bestimmungen in das Gefeh hineinkommen. Ein weiterer der Arbeiterbewegung das erforderliche Verständniß haben Uebelstand sei der Gerichtsstand. Es müsse wenigstens und sie diesen zu fördern suchen, in so traffer Weise verlangt werden, daß Rechtsstreitigkeiten aus dem Lohnargegriffen habe. Die patriarchalischen Verhältnisse auf und Arbeitsverhältnisse vor jedem Gewerbegerichte zum dem Stumm'schen Etablissement feien weder an der Saar noch Austrag gebracht werben tönnen. Hierzu fei aber allerdings in Hinterpommern auf die Dauer haltbar.( Lebhafter Beifall.) erforderlich, daß die noch fehlenden Gewerbegerichte geschaffen Er ersuche, folgender Resolution zuzustimmen: Die Versamm werden. Redner nahm ferner Gelegenheit, die Stellung der lung verwirft die Angriffe des Freiherrn v. Stumm auf die Sozialdemokratie zu den Kleinschiffern zu präzisiren. Nicht sie chriftlich- soziale Geistlichkeit unserer Stirche, sowie auf die evan- fei es, welche das Kleingewerbe vernichte, das besorgen die gelischen Arbeitervereine als beschränkt und unberech Kapitaliften. Die Sozialdemokratie würde die Kleinschiffer jeber tigt. Sie spricht auch den besonders angegriffenen Pfarrern, geit gegen ungerechte Bedrückungen zu schüßen versuchen, nur Lic. Weber und Naumann, ihr Vertrauen und ihre Sympathien dürfe man von ihr nicht verlangen, daß sie die Erhaltung des aus, obwohl sie mit dem letzteren in der Beurtheilung der Sozial- Kleinbesiges garantiren solle. Das widerstreite der Entwickelung. demokratie wie in den Zielen des christlichen Sozialismus nicht nicht täuschen laffen dürften sich die Echiffer von anderen immer übereinstimmt." Parteien, die vielleicht auch fich gegen das Gesez Geh. Regierungsrath Professor Dr. Adolf Wagner: aussprechen werden. Gans anders würden diefelben Er tenne Herrn v. Stumm nicht, er sei aber der Meinung, Herr aber sprechen und handeln, es sich um ihren Hofprediger Stöcker habe denselben zu gut behandelt. Er bedaure, eigenen Nugen handele. Die Schiffer hätten wohl Obacht zu daß dieser Mann die Tribüne des Reichstages benutzt habe, geben auf die Vorgänge, die sich im Reichstage abspielen um eine Anzahl Männur außerhalb des Reichstages an würden und die Konsequenzen daraus zu ziehen. Sie hätten zu zugreifen. Er wolle ebenfalls zugeben, daß Stummt ein erkennen, daß lediglich die sozialdemokratische Partei ihr Bestes sehr wohlwollender Arbeitgeber sei, allein die Arbeiter verlangen wolle und diese zu unterstüßen.( Beifall.) Da in einer früheren mit Recht keine Wohlthaten, sondern Rechte. Die Arbeiter seien Versammlung die Sozialdemokraten aufgefordert worden waren, berechtigt, sich zu organisiren, um höhere Löhne, verkürzte einmal im Winter hier eine Versammlung abzuhalten, wenn die Arbeitszeit, möglichste Verminderung der Gefahren im Arbeits- Deckschiffer am Orte wären, welche den Sozialdemokraten schon betriebe 2c. zu verlangen. Die Arbeiter haben das volle Recht, den Standpunkt klar machen würden, so erging besonders an die fich durch Wahl von Arbeiterausschüssen 2c. vor der Ausbeutung Gegner die Aufforderung, in der Diskussion das Wort zu nehmen. des Kapitals durch das bekannte Trucksystem( Gewährung der Direktor Cunow erklärte seine Sympathie für die Zusage des Naturalleistungen anstatt des Geldlohnes) 2c. zu schüßen. Es sei Referenten, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten die Schiffer ein Unsinn sondergleichen, dieser Bewegung in die Speichen in uneigennügiger Weise unterstüßen werden, erklärte ferner fallen zu wollen oder zu behaupten: die sozialdemokratische Bes fein volles Einverständniß mit dem Referenten in der wegung sei das zufällige Produkt einiger Agitatoren. Derfelbe Arbeiterfrage und übte dem an neuen Schiffergefeße Unsinn sei es, Stöcker als Vater der antisemitischen Bewegung eine absprechende Kritik, da daffelbe die Selbständigkeit der uzun batte Grepping, Donnerstag von so Uhr in ber Alle nicht Schiffer vernichte. Er hoffte, daß die Vorlage in eine Kommission das Wert einzelner, sondern wurzeln in den Verhältnissen. Ein tomme und stellte für diesen Fall dem Referenten seine Dienste ebensolcher Unsinn sei es, die sozialdemokratischen Führer aus zur Verfügung. Genosse Wagner wies darauf hin, daß die dem Lande treiben zu wollen. Sicherlich würden alsdann sofort Gefeße, die gemacht würden, nicht im Interesse der Besiglosen eine Anzahl Leute die Erbschaft dieser Führer antreten. Mit ausfallen, was daher komme, daß die Befiglofen eine nicht aus polizeilichen Mitteln werde man niemals eine Jbee aus der Weltreichende Vertretung im Reichstage haben. Unter diesem Uebel schaffen. Nun sollte auch nicht mehr das Eigenthum angegriffen| ftande litten auch die Schiffer. Die sozialdemokratische Fraktion werden. Es werde doch aber niemand in Abrede stellen tönnen, hätte demzufolge den Antrag gestellt, daß die Schiffer an dem daß mit dem Eigenthum vielfach Mißbrauch getrieben fei. Ja, Orte, an dem sie sich gerade befinden, ihr Wahlrecht ausüben Briefkaffen der Redaktion. er müsse bekennen, wenn es nicht mehr gestattet sein solle, das tönnen.( Bravo!) Auf teine bürgerliche Partei fönnten die mir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swei Buchstaben oder eine Zahl) Eigenthum anzugreifen, dann erleide die akademische Lehrthätig. Schiffer sich verlassen, als auf die sozialdemokratische. Ob es feit zum großen Schaden des Staats eine arge Beschränkung, gelingen werde, den Gesezentwurf im Interesse der Schiffer Gön St. 38. Zum Komponiren einer Oper gehört gewiß denn wenn man nicht mehr hervorheben dürfe, was von den zu ändern, sei allerdings fraglich; sicher sei aber, daß die voraufgegangenes Studium der Mufit wissenschaft; aber fozialdemokratischen Forderungen berechtigt sei, dann habe man Sozialdemokraten alle berechtigten Wünsche der Schiffer im das Komponiren felbst ist doch im wesentlichen künstlerische auch kein Recht, die unberechtigten anzugreifen.( Beifall.) Er Reichstage vertreten werden. Auch er machte den Schiffern flar, Thätigkeit. weise daher gleichzeitig im Namen seiner Kollegen die daß sie zu den Proletariern gehören und sich der Sozialdemo Angriffe des Freiherrn von Stumm auf die sogenannten fratie anzuschließen hätten.( Beifall.) In der weiteren Diskussion 2. 20. bis 24. Juni 1892. Katheder Sozialisten mit aller Entschiedenheit zurück. trat in den Ausführungen einer Reihe von Schiffern die vorNur durch eine vernünftige Sozialpolitik laffen sich wirthschaft- handene Unzufriedenheit mit ihrer Lage im allgemeinen und dem Gr. Theaterstr. 44. liche und politische Krisen verhüten. Dies haben auch unsere Gefeßentwurfe im besonderen deutlich zu tage, wie auch die BuStaatsmänner längst eingefeben. Bedauerlich sei es, daß ein friedenheit mit dem Eintreten der Sozialdemokratie für die C. M. A. 50. St.'s Geburtstag ist am 28. Mai. Und Mann, der einen folch großen Einfluß befize wie Freiherr Interessen der Schiffer. Ju seinem Schlußworte führte der am 31. März tommt er aus dem fleineren ins größere Ges v. Stumm, die Arbeiter wie Kinder behandeln wolle. Das Referent nochmals den Schiffern ihre Interessengemeinschaft mit fänaniß zurück. Auftreten des Herrn v. Stumm tönne nur dazu beitragen, die der gesammten Arbeiterschaft vor Augen und stellte einige Wiß Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. dab( Görlitzer Viertel.) Versammlung am Dienstag, den 22. Januar 1895, abends 8 Uhr, bei Heute, Naunynstraße Nr. 27. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Schristeller E. Schlaikjer über: Was haben die Künstler von der Sozialdemokratie zu erwarten". 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegenheiten. 280/11 Gäste haben freien Zutritt.-Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Verband aller in der Textilindustrie beschäftigten Arbeiter 131 und Arbeiterinnen( Filiale I, Berlin). Dienstag, den 22. Januar cr., abends 81, Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Der Kampf ums Dasein. Referent: A. Hoffmann. 2. Diskussion. 3. Raffenbericht. 4. Ergänzungswahl zum Vorstand und der Fachkommission. 5. Verschiedenes. Bum pünttl u. zahlreichen Besuch ladet ein 2258b Der Vorstand. Allgemeiner Deutscher Tapezirer- Verein ( Filiale Berlin.) Montag, den 21. Jan., abends 8 Uhr, im Restaurant Wienecke, 81 Alte Jakobtraße Nr. 83: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht der Ortsverwaltung pro 1894. 2. Neuwahl derselben. 8. Event. Anträge zur Generalversammlung. 4. Wahl der Delegirten. 5. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes und Fragelasten. _ Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 231/18 Die Ortsverwaltung. wenn üb- D 1", Faltenfteinfir. 7 bei Trittelwiß. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs. Mar Kayser, ieden Conntag Bormittags 10% Uhr im Restaur, Schömann, Heimstr. 16.( alle Zufchriften, den Bund der gefelligen Arbeitervereine betreffend, strid zu Fund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. richten an P. Gent, Adalbertstraße 95.) Sonntag: Bergnügungsverein Selgoland II" Lançestr. 65 bet Tempel. Bergnügungsklub Ostend, Krautfivaße 6 bei Rudolf von 5-6 Uhr. Bergnügungsverein Seerofe, bet Wiesner. Bergnügungsverein Glüdstern 2, Fennstr. 2, - Montag: Pfe fentub elfen fest, Andreasiraße 26 bei Wilte. Bergnügungsverein Felsen fest, Rigborf, Hermannstraße 21 bet Spezialitätenverein Normannia, Frantfurterstr. 133 bei Golds.. Hornburg. Kartenflub Lustige Brüder, Krautfraße 48 bei Rattte. harmonikaverein Vorwärts, Belleallianceftr. 74 bei Riging. Krautstraße 6 bei Rudolf. MundGefang-, Turn- und gesellige Vereine. Monteg: Turnverein Fichte"( Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes). DIV. MännerGemeindeschul- Turnhalle Stephanftr. 3( Moabit). Privat- Th atergesellschaft Satur" Abends 40 Uhr, Sigung bei Specht, Martgrafenftr. 83. Privatbeatergefelfchaft Immer& u itt a jeden Sonntag Übends 5 Uhr, bei Ruhr Andree, Chorinerstr. 53: Sigung Rauchtlub Brüderlich rett" jeden Montag 9-11 Uhr bei Pauts, Schle, chestraße 38.- Gesang verein Ginigteit Montag, Abends 9 Uhr, Sigung bei Ebert in Langwiß, onntag@taligerftr. 54 bei Sente. Anfang 6% Uhr. Arletter- Senographie Berlinerstraße. Theater- und Vergnügungsverein Waldemar. Jeden Berrein Eintracht", unterricht und lebungsjunde Montag abends 8% Uhr bei Nothes, Buttmannfiraße. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. C. p. 100. 1. Adressiren Sie nur an den Reichstag. R. B. 42. Wenden Sie sich an Auer u. Ro., Hamburg, E.. 51. 1 Myriameter= 10 000 Meter. *. Das Gefeh bat feine rückwirkende raft. Buchhandlung des Vorwärts" Verein deutscher Schuhmacher. " Berlin SW., Beuth- Straße 2. Soeben erschien bei uns: Die allgemeine Arbeitslosigkeit, ihre Ursachen und Beseitigung Von C. O. Schmidt. 3 Bg. 80 in elegantem Umschlag. Preis 20 Pf. Porto 3 Pf. Jn 12 Kapiteln legt der Verfasser die Ursachen der Arbeitslofigkeit und aller ihrer Begleiterscheinungen populär dar, er: örtert dann im zweiten Theil die Mittel der theilweisen Abhilfe in der heutigen Gesellschaft und führt aus, wie nur mit der Beseitigung der heutigen Wirthschaftsweise dieses soziale Gespenst der modernen Beit gebannt wer den könne. Wir empfehlen dieses zeitgemäße Schriftchen bestens. 275/80 Einbanddecken ,, Neuen Welt" nebst Inhalts- Berzeichniß empfehlen mit Golddruck M. 1, mit Schwarzbruck M.-, 80. Porto 20 Pf. Modiftin empfiehlt sich in und außer dem Hause. Hammer, Admiralftraße 24. 828 Künstl. Zähne mer eingeſetzt, feſtſißend. Reparaturen fofort. Weniger eberzieher in der Arbeiter- BildungsBemittelte Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmarkt 13. schule, Dranienftr. 51, vertauscht. Montag, den 21. Jaunar 1895, abends 8 Uhr: Conte Versammlungen, amblom Filiale I bei Tempel, Langetr. 65. 222/1 Filiale II bei Buske, Grenadierstr. 33. Filiale I bei Engel, Bimmerar. 84. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsverein Friedrichsberg. Dienstag, den 22. Januar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Fuchs, Lichtenberg, Dorfstr. 2: General- Versammlung. Oages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Rohrlack über: Formen und Entstehung des Geldes. 2. Diskussion. 3. Kassenbericht vom 4. Quartal 1894. 4. Wer schiedenes. Gäste freundlich willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Roh- Tabak Deutsches Der Vorftand. 62/11 Gustav Radich, Berlin C., Spandauer Brücke No. 6. Parthie- Waaren- Haus Lombard u. Commission Kaiser Wilhelm- u. offerirt Klosterstr.- Ecke Waaren- Posten in jeder Art als: Kleiderstoffe, Kammgarne, Gardinen, Portièren, Strümpfe, Handschuhe, Trihatagen 2c., sowie verschiedene Waaren der Lombard- Abtheilung. Ein Lagerbesuch ist für jeden Räufer von großem Interesse. Roh- Tabak J. Fränkel, 1509L Berlin C, Klosterstrasse No. 72, Freie Volksbühne. V. Serie VI. Abtheilung( Lessing- Theater): Der Traum ein Leben. Mitgliedskarten zur IV. und VI. Abtheilung sind in allen Zahlstellen gegen einen Ausweis zu haben, der von dem Unterzeichneten ausgestellt wird. * VI. Serie, I. Abtheilung( National- Theater): Kinderw.- Näder, neu u. gebraucht, Pallisadenstraße 101. 2235b Universalfutter für Insektenfresser, Pfund 50 u. 60 Pf., Mohnmehl 25 Pf. Vogelhandlung Invalidenstr. 7.[ 22726 Schlittschuhe, 20 Pf. an, Kottbuserstr. 31. bst-, Gemüse-, Mehl- und Vorkostnehmung wegen billig zu verkaufen. Kein Büfung( Keine Heimstätte). astengarderobe Grüner Weg 19. Volksschauspiel in 3 Atten( 4 Bildern). Johann Schütt: Herr Carl Funk vom SchillerTheater. Herr Carl Funk hat am Freitag in liebenswürdiger Bereitwilligkeit die Rolle des„ Schütt" übernommen, da Herr Herrmann an der Mitwirkung verhindert wurde. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 294/20 Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise Reichhaltiges Lager in Formen, Bockfaçons. Heinrich Franck, 185 Brunnen Straße 185. Verband der Vergolder u. S. W. leg. Mastengarderobe. 1.0 ( Filiale Berlin.) 1,50 M. an. Montag, den 21. Januar cr., abends 8 Uhr, bei Schneider, Elzel- Beck, Neanderstraße 34, 1 Tr. Anneustraße Nr. 16: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Delegirten vom Verbandstage. 760 2. Jahresbericht des Filialvorstandes. 3. Kaffenbericht vom 4. Quartal 1894. 4. Wahl des Hauptund Filialvorstandes, sowie der Revisoren. 5. Verschiedenes. 267/14 Um recht zahlreichen Besuch der wichtigen Tagesordnung wegen ersucht Die Ortsverwaltung. Verein zur Wahrung der Interessen sämmtlicher Knopfarbeiter und-Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Montag, den 21. Jannar, bei Wiedemann, Blumenstr. 38: Ordentliche Generalversammlung. Zages Ordnung: 1. Bierteljährlicher und Jahres- Kassenbericht. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Wahl des gesammten Vorstandes. 4. Verschiedenes. Ausgabe der Billets zur Urania. Der wichtigen Tagesordnung wegen werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 157/8 Der Vorstand. G. Superczynski, künstliche Zähne, Invalidenstr. 105, II. Sozialdemokr. Wahlverein für Teltow- BeeskowStorkow- Charlottenburg. Montag, den 21. Jannar, abends 8 Uhr, in ,, Trisetan's Salon", Sophie- Charlottenstr. 94: Derlammlung. Zages Ordnung: B 1. Bortrag des Genossen Saffenbach- Berlin über:" Die hl. Inquifition". 2. Der Wahlprotest im 2. Kommunal- Wahlbezirk. 3. Verschiedenes. Sämmtliche Wähler der 3. Abtheilung des genannten Bezirks werden zu dieser Versammlung hiermit besonders eingeladen. 286/7 Der Vorstand. Charlottenburg. Zentral- Krankenkasse der Maurer u. s.w. Grundstein zur Einigkeit. Sonnabend, den 26. Januar, in ,, Bismarckshöhe": Grosser Wiener Maskenball. Entree 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Billets sind zu haben bei G. Beyer, Wallstr. 96; C, Wilke, Wallftraße 63; P. Wolter, Magazinstr. 15; W. Hellwig, Denabrückerstr. 2 E. Wittwer, Goethestr. 67a; H. Krause, Wilmersdorferstr. 39. Für Mitglieder der Vergnügungskasse legitimirt das Mitgliedsbuch. Um rege Betheiligung ersucht 200/9 Der Vorstand. Vereinigung der Schmiede Zahlstelle Berlin ,, Nord". Sonnabend, den 26. Januar, in Buske's Festsälen, Grenadierstr. 33: I. Stiftungsfest der Zahlstelle Nord, verbunden mit Tanzkränzchen und komischen Vorträgen. Arbeitslose Mitglieder erhalten freien Zutritt. 230/1 I Anfang 81/2 Uhr. Entree Herren 50 Pf. Damen 25 Pf. Um recht zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Künstl. Zähne, vorzügl. u. Garantie, schmerzl., Zahnschmerz beseitigt, schmerz loses Bahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Oranienstr. 123. Louis Keller's Riesen- Festsäle. 29, Koppenstrasse 29. Allergrösstes u. schönstes Riesen- Etablissement Berlins. Sonntag, den 20. Januar 1895: Im großen Saal: Grosses Concert, Dom 30 Musiker starten Orchester des Herrn C. Grass. Anfang 26 Uhr. Entree 30 Pf. Familienbillets 20 Stück 3 Mark. Nach dem Konzert: Grosser Ball, ausgeführt von 2 starkbeschten Orchestern. Gleichzeitig empfehle ich einem geehrten Publikum mein Tagesrestaurant( im Zunnel) mit 3 Kegelbahnen, 2 Vereinszimmern, vorzüglicher Küche und Keller geneigter Beachtung. Roh- Tabak Rud. Seiffert, Berlin SO., 5000 DamenBuchhandlung des„ Vorwärts". Berlin SW., Beuthstraße 2. Soeben ist erschienen: Umfturz und Sozialdemokratie. Stenographischer Bericht über die Umsturadebatte im Reich3tag. 1. Heft. 112 Seiten groß Ottav. Preis 15 Pf. Porto 10 Pf. Wir bitten die Genossen, und insbesondere die Vertrauenspersonen, für die weiteste Verbreitung dieser Broschüre eifrigst eintreten zu wollen, weil das unverschämte Geschrei der Ausbeuterparteien nach Hilfe gegen die Umsturzgefahren nirgends wirkungsvoller und schlagender als in diesen Reichstagsdebatten auf die einzige Absicht zurückgeführt wird: Politische und wirthschaftliche Fesselung der Arbeiter zwecks ungehinderter Ausbeutung. Das zweite Heft gelangt Mittwoch, den 22. Januar, zur Versendung und werden die geehrten Besteller, soweit nicht aus drücklich anderes vereinbart ist, in der Bezugshöhe des 1. Heftes geliefert erhalten. 285/ 3* Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr.[ 2145b Ernst Förster, * Winter Jaquets Rohtabak Berlin N., Kaiserstr. 30. eigener Fabrik, neueste Façons, enorm billig. Stoff- Jaquets fehr chicke Fas çons in den neuesten Farben und Stoffen, 9 M., 10 M., 12 M., 15 M. Plüsch- Jaquets in nur neuen Façons 25, 30, 35, 40 Mart. legte Neuheit in Golf Cape Teichten, warmen Stoffen. Große Farbenauswahl, 7,50, 9, 12, 15 Mark. Winter- Capes große Auswahl Façons und Stoffen, bequemer Frauen- Umhang 15, 20, 25 Mart. Plüsch- Capes 30, 40, 50 m. Lange Winter- Paletots echt Cover Coating, Eskimo und Double 20, 25, 30 Mart. Winter- Pelerinen- Mäntel für Frauen, leicht und warm, 20, 25, 30, 35 Mark. 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Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 17. Gerichts- Beitung. Sonntag, den 20. Januar 1895. Um eine neue Art von Uhren, welche unter der Bezeich- feinen Willen zur Geltung zu bringen. " Versammlungen. 12. Jahrg. : und kapitalistischer Gegnerschaft auch mit dem Arbeiter- Feiertag| betonte, daß die Brauereien behaupten von Happoldt und ficher vorwärts geht. Das Proletariat ist steifnackig und gewohnt, Röficke liege eine direkte Erklärung vor daß die nicht vom Nachweis eingestellten Hilfskräfte nur für die Eisanfuhr angenommen seien. Es ließe sich nicht verkennen, daß die Untermung Goldin Uhren" angepriesen werden, handelte es sich nehmer im Braugewerbe, ebenso wie in allen übrigen, bei einem in einer Anklage wegen Betruges, welche gestern vor der 135. Abgeschlossenen Vergleich die möglichsten Vortheile für sich heraustheilung des Schöffengerichts gegen den Kaufmann Sigismund suchen; um Uebergriffe zu verhindern, werde die Arbeiterschaft Kommen verhandelt wurde. Der Angeklagte hatte die Berliner Gewerkschafts- Kommiffion. In der Gigung ein wachsames Auge auf diese Betriebe richten. Von einer Vererwähnten Uhren für den Preis von 16 M. 50 Pf. in den vom 18. Januar, welche in Verfolgung eines Beschlusses in legung des Vertrages tönne jedoch nicht gesprochen werden. Bertungen empfohlen mit dem Bemerken, daß sie mit drei Goldin Sachen der Brauer einberufen war, fehlten 16 Delegirte und Tabakarbeiter Börner stellt fest, daß die meiste Schuld an Rapseln" versehen seien. Ein Lehrer in Friedland, der eine Uhr zwar die der folgenden Gewerkschaften: Schlächter, Köche, Haus- dem unbefriedigten Verlauf der ganzen Angelegenheit die Brauereifich hatte kommen lassen, schickte sie zurück, weil die innere Kapsel Diener, Droschkentutscher, Lastkutscher, Bureau- Arbeiter, Buzzer, arbeiter- Kommission selbst trage; sie babe sich unbekümmert um nicht von Metall, sondern von Glas war. Der Angeklagte ver- Ginfeger, Anschläger, Drechsler, Stockarbeiter, Bürstenmacher, persönliche Animosität mit den Brauereien in Verbindung seben weigerte die Annahme, erklärte sich aber nach stattgehabtem Brief- Jalousie- Arbeiter, Schuhmacher, Schäfte- Arbeiter und Porzellan- müssen.( Lebhafte Zustimmung.) Brauer Eiermann wandte wechsel bereit, die Uhr gegen eine dreitapfelige umzutauschen, arbeiter. Ueber die Ausführung des Antrages Hinze, sich energisch gegen die der Kommission gemachten Vorwürfe. wenn der Lehrer die Sendungskosten tragen wolle. Dieser hatte durch Verhandlungen mit den Brauereien die Differenzen wegen Die stundenlange Debatte wurde darauf durch einen Schlußinzwischen schon Anzeige wegen Betruges erstattet. Im gestrigen der Kuratoriumswahlen zu beseitigen, berichtete Former Störst en: antrag beendet und ein von Körsten befürworteter Antrag Termine begutachtete der Sachverständige, Uhrmacher Pleß, daß Durch die widerspruchsvolle Haltung der Brauerei- Arbeiter Winkler:" den geschäftsführenden Ausschuß zu beauftragen, das Metall" Goldin" so gut wie gar feinen, die ganze Uhr Kommission sei zum größten Theil verschuldet, daß der Ausschuß die von den Brauerei Arbeitern behaupteten Verstöße der einen Werth von etwa sechs Mart habe. Dagegen behauptete nicht das gewünschte Resultat in vollem Umfange geben könne. Brauereien gegen die Abmachungen vom 24. Dezember zu prüfen der Kaufmann Löste, welcher dem Angeklagten die Uhren liefert, Genosse Singer sei auf Ersuchen bereit gewesen, am Sonnabend und zur weiteren Beschlußfassung der Gewerkschafts- Kommission daß eine solche von ihm mit 9,50 M. berechnet werde, er beziehe mit den Vertretern der Brauerei- Arbeiter bei Herrn Happoldt zu unterbreiten", wurde angenommen. die Uhren im großen aus einer Fabrik in der Schweiz und zahle vorstellig zu werden. Die letzteren hätten jedoch die Einladung Die schon in der vor acht Tagen abgehaltenen Versammlung dafür gegen acht Mark. Zu der Zeit, als der Lehrer die Uhr ignorirt und in der am gleichen Tage vormittags abgehaltenen erörterte Angelegenheit der Droschkentutscher von dem Angeklagten bezogen hatte, habe er keinen Vorrath von Bersammlung beschlossen, an der Wahl nicht theilzunehmen. tam nun zur Berathung. Wie Faber anführt, ist der geladene den dreikapseligen Uhren mehr gehabt und da habe der A- Von Herrn Rösice seien eine Anzahl Wahltarten( 60) al3 Redakteur Schütte nicht erschienen, weil er einen Maskenball bea geklagte an deren Stelle eine zweikapselige geschickt. Der Gerichts- Ersatz für etwa irrthümlich von den Brauereien von der suchen muß; in einem eingesandten Briefe bestreitet er, sich eines hof folgte darin den Ausführungen des Vertheidigers, Rechts- Liste gestrichene Namen zur Verfügung der Kommission an Ge- Bergehens schuldig gemacht zu haben. Nach kurzer Debatte anwalts Wronker, daß eine Vermögensbeschädigung des Lehrers noffen Singer übermittelt; durch das Ausbleiben des Be- wurde dieser Punkt durch die Annahme der nachstehenden weder beabsichtigt, noch nachzuweisen sei und mußte deshalb die auftragten sei es auch gekommen, daß diese Karten, welche die Resolution Berger erledigt: Die Delegirten der GewerkschaftsFreisprechung des Angeklagten erfolgen. Stellung der Ausgesperrten zu den Kuratoriumswahlen jeden- Kommission weisen die in der Nr. 52 der Allg. Fahr Zeitung" falls beeinflußt hätten, zu spät in die Hände der betreffenden enthaltene Bemerkung, Hergabe von Räumen für die Taxameter. gelangten, um den Beschluß- Nichtbetheiligung an der Wohl Fuhrherrn betreffend, entschieden zurück und erklären diese Be zu verhindern. Herr Happoldt habe in einer späteren Kon- hauptung als eine Verleumdung. ferenz nicht bestritten, daß etwaige Irrthümer bei der Auf- Millarg rügte, daß noch 31 Listen von den Gewerbe, seit 4 Monaten stellung der Liste unterlaufen wären, im übrigen hätten die gerichts- Wahlen ausständig sind; wenn die Brauereien die Abmachungen betreffs der am 15./16. Mai Aus- gütliche Ermahnung nichts hilft, soll mit Nennung von Namen gesperrten streng innegehalten. Da von den Bertretern der vorgegangen werden. Giermann ersuchte, die Boykottlisten um Berliner Arbeiterschaft selbst von den Brauerei- Arbeitern gebend an ihn abzuliefern. Die schon des öfteren in der Kommission gegen diese begrenzte Fassung Einspruch nicht erhoben sei, ventilirte Frage der Tattit der Sammlungen behandelte so tönne man den Brauereien, so führte der Referent aus, nicht Massini in längeren Ausführungen. Der Redner bezeichnete Berlegung der Vergleichsbedingungen nachweisen, wenn sie es als großen Uebelstand, daß der Hauptzweck der Gewerkschaftsstrikte nach dem Wortlaut verfahren. Wenn die Ausgesperrten Kommission, einen Fonds für die Unterstützung in Lohntämpfen es als eine Benachtheiligung der übrigen Gemaßregelten zu bilden, mehr und mehr zurückgedrängt werde. Es sei höchst empfinden, daß nur die am 15./16. Mai Entlassenen unzweckmäßig, wenn wegen irgend einer kleinen Gruppe Gegen den Maifeiertag. Das Oberverwaltungsgericht das Wahlrecht haben, so sei es ihre Pflicht gewesen, vorher Streifender der ganze umständliche Apparat der Listensammlung beendigte gestern, wie man der V. 3tg." schreibt, einen Prozeß, darauf aufmertiam zu machen. Ob die 33 wahlberechtigt in Bewegung gesetzt werden müsse. Sein Ideal sei das in der der zwischen den Vorstandsmitgliedern der allgemeinen Stranten find, sei eine ftrittige Frage, Hauptsache bleibe wohl, daß sie in politischen Partei gehandhabte Bonssystem, was ermöglicht, Geldlaffe zu Barmen und dem Oberbürgermeister daselbst schwebte. erster Linie Arbeit erhalten. Nach seinen Erfahrungen meine mittel in gewisser Höhe jederzeit zur Verfügung zu haben. Viel Letzterer hatte aus den Zeitungen erfahren, daß der Vorstand er( Redner), daß auch gegen die Wahl anderer Personen als leicht lasse sich die Angelegenheit dergestalt regeln, daß man allder Kasse beschlossen hätte, die Bureaus der Kasse am 1. Mai solcher, die auf der Liste standen, von den Brauereien fein monatlich, ähnlich wie die politische Partei, im Vorwärts" die v. J. als an einem Arbeiterfeiertage zu schließen. Als Aufsichts- Ginspruch erhoben wäre. Die Wahl selber habe bewiesen, daß eingesandten Beträge der einzelnen Gewerkschaften bekannt behörde erließ darauf der Oberb. rgermeister unter Straf die Ausgesperrten im anderen Falle ihre Kandidaten wahr gebe. Im Prinzip sind Tschernig( Ristenmacher) und androhung ein Verbot an den Vorstand der Rasse, lettere am scheinlich durchgebracht hätten. Fünf Sechstel der Abstimmenden Späthe( Vergolder) mit dem Plane einverstanden, nöthig Maifeiertag zu schließen. en. Der Der Vorstand focht das Verbot haben Zettel, und nur der Rest habe die von den Brauereien ge- würde es aber sein, den Gewerkschaften selber Gelegenheit zur des Oberbürgermeisters im Verwaltungs Streitverfahren lieferten Bettel benutzt. geben, sich darüber zu äußern, ehe man Beschlüsse fasse. Dem an und behauptete, berechtigt zu sein, an den Arbeiter- Brauerei- Arbeiter Träger bestätigt, daß man sich jeden- gegenüber weist Faber darauf hin, daß ein Be feiertagen die Räume der Krankenkasse ebenso schließen falls an der Wahl betheiligt haben würde, hätte man von der schluß schon bestehe, der darauf hinauslaufe, was Massini zu können wie am Tage von Sedan oder an des Kaifers Ge- Ueberweisung der 60 Karten frühzeitig Kenntniß erhalten. Die wolle. Er sei nicht durchgeführt, weil es für viele burtstag. Der Bezirksausschuß entschied aber zu ungunsten der Kommission der Brauerei- Arbeiter sei deshalb nicht zu Herrn Gewerkschaften zum mindesten sehr schwer sei, wenn nicht unKläger und wies ihre Klage ab. Hierauf wandten sich letztere an Happoldt gegangen, weil sie vordem von demselben ignorirt sei. möglich, den von der Kommission beliebten Modus der Gelddas Oberverwaltungsgericht und beantragten, die Vorentscheidung Hedner meint, daß es Echuld der Brauereien sei, wenn der ſammlung in den Kreisen ihrer Kollegen zur Durchführung zu abzuändern. Der dritte Senat des Oberverwaltungsgerichts be- Arbeitsnachweis nicht, wie angekündigt, am 1. Januar in Kraft bringen. Der Boykott habe auch nicht wenig dazu beigetragen, ftätigte indeffen am 17. d. Mts. die Vorentscheidung, da das getreten sei; er hält den Kontraftbruch damit für erwiesen und daß die Sammlungen etwas ins Stocken gerathen seien. Nachdem erlaffene Verbot der Schließung der Ortskrankenkasse sich als will den Proteit gegen die Wahl des Kuratoriums bestehen noch Millarg dafür eingetreten, daß eine bessere Ordnung des eine Aufsichts- und Verwaltungs- Verfügung darstelle, gegen welche laffen, bis eine Neuwahl erfolgt sei. Kaufmann Hinze sprach Sammelwesens erfolgen müsse, wurde beschlossen, den Antrag das Verwaltungsstreit- Verfahren nicht zulässig sei. Ohne uns zunächst seine Mißstimmung über das Verhalten der Brauereien Massini als ersten Punkt in der nächsten Ver= weiter anf diese juristischen und bureaukratischen Spitfindigkeiten aus; nach den folgenden Erklärungen von Faber und Körsten sammlung zu behandeln; inzwischen sollen die Delegirten sich einzulaffen, wollen wir nur fonstatiren, daß es troß behördlicher nahm er seine weitergehenden Aeußerungen zurück. Faber über die Stimmung in ihren Gewerkschaften informiren. Eurem Dienstherrn sprechen, er wird Eurem Glücke nicht Märlein vom tapferen und weisen Lohgerber weiter im Wege sein. Kommt denn mit mir und werdet Schreiber zuspinnen. Allein so sehr verpflichtet fühlen sie sich in meinem Hause. Seid Ihr anstellig und geschäftig, wer einander. weiß, was aus Euch noch werden mag." Einer jener Diebe, welche die öffentlichen Lokale durch Entwendung von Gasglühförpern unsicher gemacht haben, ftand gestern in der Person des Kaufmanns Lehrlings Adolf Blumen hain vor der 128. Abtheilung des Schöffengerichts. Es lagen drei Fälle gegen den Angeklagten vor, beim legten war er ertappt und verhaftet worden. Man fand eine feine Bange bei ihm vor, die zur Trennung der Glühkörper von der Leitung gedient hatte. Der Angeklagte versicherte glaubhaft, daß nicht Gewinnsucht, sondern Wissensdrang und sein lebhaftes Interesse für Er findungen auf dem Gebiete der Mechanit ihn auf Abwege gebracht batten. Der Gerichtshof erkannte mit Rücksicht auf diesen Umstand nur auf eine Gesammtstrafe von einer Woche, die durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurde. = Sonntagsplauderet. " Sind sie wirklich schon so greisenhaft, daß sie aber Uebrigens bricht selbst durch die Emsigkeit, mit der mals zu Kindern werden? An die Zeit der Klippschule Der gute Junge von damals ist heute Präsident der man Herrn Felix Faure möglichst romantisch herauszupugen wird man erinnert, wenn man lieft, wie der neubackene französischen Republit, so lautet der Schluß der Legende. befliffen ist, die quälende Frage hervor: Wie lange soll Präsident der französischen Republit ein selfmade man in Seine Treue, seine Gläubigkeit und sein Vertrauen waren die Herrlichkeit dauern?" Rascher, als man's denkt, wird des Wortes verwegenfter Bedeutung sei. Tie Fibel- und reich gesegnet. Eigene Manneskraft und Energie hoben vielleicht aus dem vergnügten Lohgerber, der in naivem Märchenweisheit, mit der man uns alle zum Ueber- ihn hoch und höher; bald wurde er ein reicher Schiffs Entzücken nach seiner Wahl die nicht mehr ganz neuen und druß gefüttert hat, um uns den Glauben an die all- theder zu Havre und seine Schiffe befuhren die Weltmeere geistvollen Worte sprach: Ich habe die glücklichsten gütige Vorsehung recht fest einzubläuen, soll nun nach Westen und nach Süden. Lohgerber Präsident," wie Momente meines Daseins erlebt", ein betrübter Lohgerber, ihre Kraft an erwachsenen Männern erproben. Und mannhaft das klingt! Ein Lohgerber, der die höchste der gleich Casimir, dem Gestrengen und Ruhmrednerischen, der glückliche Herr Faure wird zu einem Helden, der Ehrenstaffel im Freistaat erklimmt, chrt das nicht den all' feine Felle wegschwimmen sieht. Wie hat man Casimir, geraden Weges aus einem der erbaulichen Büchlein für die Mann und die Bürgerschaft selber? Auch die biedere dem Mann von Eisen, dem Retter des Vaterlandes, zugejubelt; heranwachsende Jugend kommen fönnte. Ihn einen deutsche Bourgeoisie und deren Preßorgane haben das und heute ist Cafimir todt, mausetodt. Man wandelt " Carnot ohne Großpapa" nennen, das heißt eine Null, die mit freudig geschwellter Brust sofort bestätigt. Auch nicht ungestraft unter Palmen und man wird kein stark nicht einmal einen berühmten Ahnen aufzuweisen hat, das sie haben es nicht unterlassen mögen, es nicht unterlassen mögen, auszurufen: gefügter, opferbereiter Held- auch kein Held der wäre doch zu grob und würde die ganze ganze angst Welch ein Mann! Vom armen Lohgerber hat er sich zum Reaktion wenn man Gebieter ist über vierzig oder zerfressene Gesellschaft von Gesellschaft von gemäßigten Republikanern mehrfachen Wiillionär, emporgeschwungen". Welche Tugenden fünfzig Millionen Franken. Das war eitel Prahlhanserei und Monarchisten, die Herrn Jaure über Briffon müssen in dem Menschen in aller Stille gewirkt haben von und für Herrn Casimir Perier, den dahingeschiedenen zum Eiege verhelsen, arg versd, in pfiren. Also muß und wie werden diese Tugenden erst wirken, wenn Felix strengen Regenten. sich die Legende des armen Felix Faure annehmen. Er Faure all' seine männliche Energie dem Wohl des Staats- Den Romanen sagt man es nach, daß sie gerne den war ein„ jung, jung Lohgerbergesell", tönt der neue Ruhmes- wesens widmet! Mund ein wenig voll nehmen. Der Pyrrhussieg der fang an Felix, den Präsidenten. Oft ging's ihm trübe und Gie merken es gar nicht, wie sie lächerlich werden mit Bourgeoisrepublik, der sich an die Präsidentschaft des Herrn feine Seele war arg bekümmert. Wiit Händen, die von ihren Fibel- und Kindergeschichten aus dem Leben des un Faure flammert, mag hierin manches begreiflich seiner Arbeit trebsroth naren, wischte er sich nicht selten befannien Herrn Faure. Sie merken es nicht, wie sie ihrer erscheinen lassen. Aber was soll man sagen, wenn die Thränen vom Auge. Aber so lange er wieder an der selbst spotten. Der bettelarme Lohgerber Faure, der ins deutsche Bourgeois, Leute bedächtigeren, fühl räſonniArbeit war, der gute arme Junge, war er nichts desto- geheim in aller vertraulichen Stille zum Millionär und renden Temperaments in dasselbe Horn blasen? Es weniger fiohgen uh und voll gläubigen Vertrauens. zum offiziellen Staatsoberhaupt wird, ist, so geringwerthig sollte einen nichts mehr wundern auf der Welt. Manchmal auch pfiff der Lohgerber, wenn er besonders der Mann an sich auch sein mag, so rasch die Episode Wenn die tollgewordene Schamlosigkeit vor Ehren vergnügt war, ein Liedchen. So traf ihn einftmals wohl vorübergehen wird, die ihn in die Höhe riß, Crispi Purzelbäume schlägt, wer weiß, ob sie nicht auch ein alter, schneeweißer, würdiger Handelsherr. Tem ein weltgeschichtlich- satirischer Typus. Aus Verlegenheit bei uns Nahrung fände. Als Crispi jüngst zu Neapel der Kopf voller Corgen schwer und er wurde er geschaffen, aus Angst vor den vorwärts- seine Tochter an den Fürsten Linguaglossa vermählte und fing an, den frischen, fröhlichen Lohgerberburschen fümenden Sozialisten Frankreichs, die erbarmungslos in in der Kirche an der Seite der famosen Donna Lina niederzu beneiden. Junger Freund!" redete er ihn an, wie das Brutnest der Korruption stachen, hatten sich noch ein- fniete, da war die Hochzeitsfeier allen Speichelled'ern kommt es, daß Ihr so fröhlich seid?" Gi", erwiderte der mal, vielleicht in letzter Kraftprobe, die Stimmen der gemein- Italiens der willkommene Vorwand zu einer Heuchelei, junge Felix, wie sollte ich nic, t? habe ich toch einen so samen Gegner des Sozialismus auf Herrn Faure vereinigt; wie sie so blutig kaum zuvor sich an die Deffentlichkeit guten Tienstberrn und jeden Connabend legt er mir mein und nun soll das Angstprodukt doch nicht vor wagte. Dichter sogar, wie Carolucci, besangen in Aber das tollste Tugend blizblanker Franken und zehn Eous obendrein als aller Welt blos und in all seiner Kläglichkeit einher- Doen Crispi's glorreiche Familie. Wochenlohn in die Hände." Könnt Ihr damit auch langen, gehen. Go webt man ein legendäres Kleid für ihn; Stück, die bitterste Satire war feinem Manne vorbehalten, junger Freund?" fragte der ehrsamie Handelsherr ver- flugs wirst man ihm heroische Fehen um den Nacken der Senator ist und Pessina heißt. Besagter Bessina, auch wundert. Wäre nicht übel!" entgegnete der junge und schreit auf allen Gassen: Gaffen:" Sieht er nicht ein Kostgänger der Banca Romana, entblödete sich nicht, Felix. Tavon gebe ich noch gerne drei Franken aus, echter Märchen und Heldenprinz, einen Glückwunsch Toast auszubringen, in dem es hieß: und zehn Cous ab für ein tleines Echwesterchen, unser guter Präsident. Ein jung jung Lohgerbergesell war Crispi, Du bist der einzige große Römer der Gegenwart, bas noch der Pflege bedarf." Das Das Auge des er einfimals und jetzt hat er die Haltung eines Kavaliers. der größte Held der Volksbefreiung Italiens." Und Crispi braven Handelsherrn wurde feucht vor Rührung. Er sprach Nichts hat er vom Vater und Mutter geerbt, und nichts lachte nicht höhnisch auf, sondern begann zu weinen und zu dem vergnügten Lohgerber:" Junger Mensch, ich sehe, hat er wohlfeiler, schnöder Protektion zu verdanken. Wie war so gerührt, daß er aus dem Saal entfernt werden Ihr seid Eurem gütigen Brotherrn dankbar und Ihr habt er ist, das ist er einzig durch sich selbst geworden!" und mußte. So stand in römischen Blättern gedruckt zu tesen. auch ein wackeres Herz für Eure Geschwister. Ihr gefallt recht hast Du, Bruder Bourgeois!" ertönt es als bei Versteckt Euch all ihr berühmten italienischen Komödianten! mir und Euer Lehn soll Euch werden. Ein Bursch wie stimmende Antwort im Chor der mufter französischen Von Crispi tönnt ihr allesammt noch lernen! Ihr, tann gen iß auch schreiben und lefen! Ich will mit Bourgeoisie, die es doch für sich nicht nöthig hätte, das, war ein wie " = Alpha. Meiner geschätzten Kundschaft zur Nachricht, daß ich mein Herren- und Knaben- Garderoben- Geschäft Anfang Februar 26, Bad- Strasse 26, Edie Prinzen- Allee, verlege. h Mastenu. Theater- Garderobe von Herm. Wettig, Fehrbellinerstr. 1, I. Ecke Schönh. Allee. Reichhaltiges Lager von Kostümen. Vereine Preisermäßigung.* Schmerzloses Bahnziehen, Nervtöbt. Süss, Faldensteinstr.32. Möbel= Raufgelegenheit für Brautlente zu außergewöhnlich billigen Preisen Einrichtungen von 150 bis 3000 m., auch jedes Stück einzeln. 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Donnerstag, den 24. Januar, abends 8 Uhr: Hagar's Sohn. Freitag, den 25. Januar: Zum ersten Male: Der zerbrochene Krug von Heinrich Kleist. Frauenkampf von Scribe. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel der fgl. Hofschauspielerin Julia Behre, des Hrn. Carl Wesselsky vom Stadt Theater in Hamburg und des Herrn Ernst Eppstein vom StadtTheater in Würzburg: Die Braut von Messina. Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich von Schiller. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 5 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Undine, die Fürstin der Wellen. Ausstattungsstück. Mittwoch: Volksvorstellung. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Emil Thomas a. G. Josefine Dora. Anna Bäckers. Zum 139. Male: O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musit von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: 0, diese Berliner! Castan's Panoptikum. Variété. 327M Naucke ist da! deshalb täglich ausverkauft. Keine Reklame, Eduard Brandt am Mittwoch, den 16. d. Mts., verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Matthäi Kirchhof in Schöneberg aus statt. Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, welche bei der Beerdigung meines lieben Mannes zugegen waren, insbesondere den Arbeitern der Broncewaaren- Fabrik von Krohne, Ritterstraße 73, sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank. 2245b Johanna Wabnik. Warnung! admittag 4 Uhr: Gr. KomikerVorstellung. Auftreten sämmtlicher Klowns und des August Mr. Lavater Lee in ihren wirkungsvollsten Entrees. ,, Die lustigen Heidelberger." Abends 71/2 Uhr: Auf auf, zur fröhlichen Jagd". Original- Sports- Schaustück von Direttor Fr. Renz. In beiden Vor- für jeden, der meinem Sohn Ernst ftellungen: Auftreten sämmtlicher Kunst- etwas borgt, da er sich heimlich entfert Spezialitäten, Damen u. Herren, Vor- hat und ich für nichts aufkomme. 2243h führen und Reiten bestdress. Freiheits, W. Regenberg, Neuenburgerstr. 87. Spring und Schulpferde. 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Vergolder, Grundirer, die selbständig arbeiten tönnen verlangt sofort 1981 worden. zu 150-250 m. 20886* Man erhält den Apparat in den meisten Eisenwaaren- und KüchengerätheSandlungen; um jedoch nicht Zippatate mit geringerer Leistungsfähigkeit au erhalten, verlange man ausdrücklich den Heizapparat mit der Roste im Innern DIF und mit der Patent- Nummer 77 319 auf dem Messingschild, nur diese allein fof. oder später zu verm. 4 Mark das Stück- macht sich durch die enorme Der geringe Preis Brennmaterial- Ersparniss schon in furzer Zeit bezahlt. mit Wasserleitung u. Kloset, 1 u. 2 St. Zur probeweisen Benutzung gegen bereitwillige Rückerstattung des u. 3ubeh. von 46-72 Thlr. zu verm. benannten Handlungen verabfolgt: * 46/ 19 rake 50. 40 Männer, Frauen u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. Weihnachts- Ausstellung Unter den Linden 21. BenBillige Wohnungen Kaufpreises be:" Rückgabe- werden Spar- Heizapparate„ Rapid" in nach- Rixdorf, Prinz HandjeryIn Berlin N: 0. 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Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Molkenbuhr über: Die Gefinde- Ordnung, speziell mit bezug auf die weiblichen Dienstboten". 11 2. Diskussion. 120/20 Genossen, Genossinuen! Bei der Wichtigkeit des Themas ist es Eure Pflicht, dahin zu wirken, daß diese Versammlung gut besucht ist. Um zahlreichen Besuch, besonders der Frauen und Mädchen, bittet Die Berliner Frauen- Agitations- Kommission. Bekanntmachung! Auf grund des§ 55 Abs. 3 des Ethische Gesellschaft. Franken Bersicherungs- Gefeßes hat die Sonntag, den 20. Januar, abends 6½ Uhr, im Kolberger Generalversammlung Deleairten vom 28. November 1894 beschlossen: Die Mahngebühr gemäß§52 Biffer 10 Salon, Kolbergerstraße Nr. 23: Versammlung. Vortrag des Herrn Dr. Joël über:„ Die Frau im Spiegel der Ge und§ 57 des Statuts wird in Ueber: einstimmung mit der Verordnung, betreffend das Berwaltungs. 3wangs: schichte und Wissenschaft." Nachdem geselliges Beisammen sein und Tanz. Gäste, Damen verfahren wegen Beitreibung von Geld114/15 und Herren, haben Zutritt. beträgen vom 7. September 1879 festgefeßt. Die Gebühr beträgt: Arbeiter- Bildungsschule bis 3. M. einschließlich. von 3 bis 15 M. einschließlich 20 " 15 bis 150 M. darüber hinaus " Berlin, d. 5. Dezember 1894. Der Vorstand 10 Pf. " 40 " # 1 Versammlung 75 am Sonntag, den 20. Jannar, abends 7 Uhr, im ,, Freischük", Fruchtstraße 36( nahe Frankfurterstraße). Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen H. Schulz- Steglitz über: Die häusliche Erziehung im heutigen Klassenstaat. 2. Diskussion. Entree 10 Pf. Damen und Herren als Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Tanz, der Orts- Krankenkasse des TöpferGewerbes zu Berlin. Vorstehende Festsetzung des Betrages der Mahngebühr wird gemäß§ 55 Absatz 3 des Krankenversicherungs- arrangirt von den Schülern. Gesetzes hiermit genehmigt. Berlin, den 8. Januar 1895. Gewerbedeputation des Magistrats. Friedel. 257/12 Achtung! Achtung! VI. Wahlkreis. Achtung! Mitgliederversammlung Grosse öffentliche sozialdemokrat. Volfs- Versammlung am Montag, den 21. Januar 1895, in Reichert's Fest- Sälen, Müller- Straße Nr. 7. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Gen. E. Vogtherr über: Die Schwebebahn und deren Einführung in Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 297/9 Achtung! der Stereotypeure 2220b Arbeiter- Bildungsschule Sonntag, den 20. Januar, abends 7 Uhr, im Lokale von Buske( fr. Seefeldt), Grenadierstr. 33: Versammlung. 1 Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Dr. med. Gustav Heymann über: Die Kirche im Mittelalter". 2. Diskussion. u. Galvanoplastiker Schülern. Gäfte, Damen und Herren, willkommen. Entree 10 Pfennige. Berlins und Umgegend Sonntag, den 27. Januar 1895, abends 7 Uhr, bei Röllig, ene Friedrichstr. 44. Tagesordnung: 1. Fachliches. 2. Geschäftliches. 3. Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Die Vertrauensperson. Achtung! Große öffentliche sozialdem. Versammlung der Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt am Sonntag, den 20. Januar 1895, vormittags 10 hr, in Rehlitz Salon, Berg- Straße 12. Tages Ordnung: 297/8 1. Warum ist es nothwendig, daß sich das Proletariat politisch organisirt? Referent: Otto Näther. 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Arbeiter, Parteigenossen! Es ist Pflicht eines jeden von Euch, in dieser Bersammlung zu erscheinen und Euch über dieses Thema auszusprechen, da man gerade jegt dabei ist, ein Attentat auf unsere wenigen politischen Rechte auszuüben. Der Einberufer. Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Osten Berlins. Sonntag, den 20. Januar, abends 62 Uhr, im Lokale des Herrn Albrecht, Memelerstraße Nr. 67: Große öffentliche Bersammlung für Frauen n. Männer. % Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Dr. Vinn über: Aus dem Reiche der Dichtfunft". 2. Diskussion. Entree 10 Pf. 16916 Nach der Versammlung: Gemüthliches Beiſammensein und Tenz. Deutscher Holzarbeiter- Verband, Zahlstelle Berlin. Bezirksversammlung für den Norden am Montag, den 21. Jaunar 1894, abends 8 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Werfitattangelegenheiten und Verschiedenes. Hierzu sind die Kollegen aus den Werkstätten von Hauff, Panturaße; Schulz, Pflugstraße; Jentsch& Müller, Schulstraße; Ebert, Scharnhorststraße; Müller, Wriezenerstraße; Sprange, Liebenwalderstraße, besonders eingeladen. Vertrauensmänner- Sikungen: Norden: Montag, den 21. Jannar, abends 8 Uhr, bri Kelle, Schönhauser Aller 28. Süd- Westen: Mittwoch, den 23 Januar cr., abends 81/2 Uhr, bei Grube, Mariendorferstr. 5. Der wichtigen Sache wegen ersucht Der Vorstand. 2225b 56/9 Nachher: Geselliges Beisammensein mit Tanz, arrangirt von den Der Obmann der Nordschule. Achtung für Monbit. Monbit. Oeffentl. Vortrag nur für Frauen um zahlreiches u. pünktliches Erscheinen Dienstag, den 22. Jan., abends 8 Uhr, in Ahrend's Brauerei, Thurmstr. 26: Fräulein Minna Kube( praktische NB. Billets zum Maskenball werden in der Versammlung ausgegeben. Charlottenburg. Bersammlung des polnischen Arbeiter- Bildungsvereins Naturheil kundige) Franenleiden, über: fpez. Fehlgeburt( Abortus) 2c., Entstehung derselben und Heilung durch die Naturheilkunde. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand des Vereins für arzneilose Heilweise. am Sonntag, den 20 Januar, nachm. 2 Uhc, bet Krause, Bismarckstraße 74, Ecke Rückertstraße. Achtung! 210/4 Gäste willkommen! Der Vorstand. Aufruf! Hiermit gebe ich bekannt, daß der Rauchflub, Rernspiße" von der DampferGesellschaft" Stern" im Vergleichwege Achtung! Schneider und Schneiderinnen! Grosse öffentliche Versammlung am Montag, den 21. Januar cr., abends 82 Uhr, 75 M. erhalten hat, und ersuche ich im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. alle diejenigen, welche bei der Friedrichs hagener Partie 1892 Schäden von Köpenick ab erlitten haben, dieselben Tages Ordnung: 1. Die Ergebnisse der Konferenz. 2. Bericht und Jahresabrechnung bei dem Klub geltend zu machen. 22386 der Agitationskommission und Neuwahl derselben. 3. Wahl einer Person Carl Schüler, Breslauerstr. 2. fürs Bureau u. des Bezirks- Vertrauensmannes. 4. Diskussion u. Verschiedenes. Der hochwichtigen Tagesordnung wegen sind alle Kollegen u. Kolleginnen Musikverein fämmtl. Branchen( Mäntelnäherinnen, Blousen- u. Trickottaillen- Arbeiterinnen 220/2 einbegriffen) ganz besonders eingeladen. Die Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. ( Blasmusik) sucht Mitglieder. Mitt wochs 9 Uhr, Mariannenstr. 32 bei Doberstein. 22136* Achtung! 蝦 Den Vereinen und Genossen zur Nachricht, daß ich in der Alten Jakobstraße 91( an der Seydelstraße) eine Maler und verw. Berufsgenossen! Dienstag, den 22. Januar 1895, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung im großen Saale der ,, Arminhallen", Kommandanten- Straße 20/21. Tages Ordnung: 2226b Lithographische Anstalt und Steindruckerei errichtet habe. 1. Das Umfturzgefeß, eine Gefahr für die Gewerkschaftsbewegung. Anfertigung von: Quittungsmarken, Referent: Reichstags Abgeordneter Robert Schmidt. 2. Bericht und Festzeitungen, Statuten, Programme, Rechnungslegung des Vertrauensmannes über seine bisherige Thätigkeit 1279L* Billets, Adress- und Visitenkarten, authogr. Schriftstücke und Zeichnungen jeder Art, sowie Vervielfältigungen von der Schreibmaschine 2c. in sauberer Ausführung zu foliden Pretsen. Heinrich Friedewald, Steindrucker. Westen Donnering den 24. Jann r 1894, abends 8½ Uhr, bei Vereinszimmer mit Pianino 202/1 Behrend, Blumenthalft aße 5. Tagesordnung: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Ortsverwaltung. Die Generalversammlung findet am 29. d. M., in den Arminballen statt. Sozialdemokr. Verein für Stralau, Rummelsburg und Umgegend. General- Versammlung 2189b* Faber, Grimmstr. 42. Hamann's Erholungsgarten 70. Bellermannstrasse 70 B 3. Neuwahl der Revisoren und des Vertrauensmannes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung balber ift zahlreiches Erscheinen Der Vertrauensmann der Berliner Maler. nothwendig. Berband der Möbelpolirer Berlius und Umgegend. Montag, den 21. Januar 1895, abends 8 Uhr, bei Wilke, Andreas- Strasse 26: empfiehlt seinen Saal zu Versamm tungen und Festlichkeiten auch Sonn- erscheinen. abendsund Sonntags gratis. Boykott 2174b ist beendet, füore trotzdem nur am Dicutas, den 22. Januar, abends 9 he, bri C. Müller, Münch. Brauhaus- Flaschenbier. Bich- Rummelsburg, Neue Prinz Albertstraße 70. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom letzten Quartal. 2. Bericht des Bibliothekars. 3. Diskussion über den Zweck der politischen Organisation. 4. Bereins. angelegenheiten. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Pankow. 53/9 Der Vorstand. Franen- und Mädchen- Bildungs- Verein Filiale Nord). Sonntag, den 20. Januar, nachm. 3 Uhr, bei Stechr, Mühlenstr. 25: Wander- Versammlung. Zages Ordnung: " 1. Vortrag des Genossen Baumann über: Die Frauen des Proletariats und die Damen der Bourgeoisie." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder, 4. Verschiedenes. 120/19 Gäfte sind sehr willkommen. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Die Frauen werden ganz besonders ersucht, zahlreich zu erscheinen. Die Bevollmächtigte. Plesner, Lothringerstr. 9. 14242* Teleph. Amt VII 224. Empfehle allen Freunden und Genossen des Südostens meinen reichh. rühstück, Mittag: u. Abendtisch zu fleinen Preisen. MariannenVersammlung. Tages Ordnung: 201/6 1. Bericht des Vorstandes, der Kassirer 2c. 2. Anträge. 3. Verschiedenes. Betreffs der Anträge ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu NB. Diejenigen, welche noch Schulden an den Verband haben, werden hierdurch aufgefordert, diese vor Eintritt in die Tagesordnung zu begleichen, widrigenfalls die Namen in der Versammlung, sowie in einem Flugblatt be tannt gegeben werden. Der Vorstand. Achtung! Schmiede. Achtung! Montag, den 21. Jannar, abends 8½ Uhr, in Buß' Salon", Große Frankfurterstraße Nr. 85: Große öffentliche Versammlung Schmiede Berlins und Umgegend mit Frauen. Zages Ordnung: der Franz Gittler, raße 48. Ein Bereinszimmer mit Pianino jeden Tag frei. 1496 G. Ziegler, Kreuzigerstr. 8. Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20 Säle und Vereinszimmer von 20-600 Perionen. Saal frei. 1. Fortsetzung der Debatte der letzten öffentlichen Versammlung. 2. Berichterstattung der Gewerbegerichts- Beisiger über ihre Thätigkeit. 3. Abrechnung vom Maifonds. 23016 Moabit. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein ile Moabit). Montag, den 21. Januar cr., abends> Uhr, im Lokale des Genossen Renfer, Beusselstr. 19: Versammlung. Sonnabend, 2. Februar: oberer Referent wiro in der Versammlung bekannt gemacht. Tellersammlung findet statt. 126/1 Männer und Frauen als Gäste willkommen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthitraße 2.