Nr.501 39.Jahrgang Ausgabe B Nr. 244 Bezugspreis: Für den Monat Oftober 250,-., Doraus zahlbar. Unter Kreuzbanb für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Luxemburg 346,-M., flir das übrige Ausland 515,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungden. Der ,, Borwärts" mit der Sonntagsbeilage ,, Bolt und geit", der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Aleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Abend- Ansgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 5 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 60,-. Reklamezeile 300,-. ,, Aleine Anzeigen" des fettgedruckte Wort 14, M.( zulässig zwei jettgebrudte Worte), jedes peitere Wort 12, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 8, M., jedes weitere Wort 6,- M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 20,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhe nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Berlag: Tönboff 2506-2507 Medaktion: Dinhoff 292-295 Montag, den 23. Oftober 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., GW 68, Lindenstr. 3 Boftfcheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Keine Ausgleichszahlungen bis Juli. Die englische Regierungskrise. WIB. meldet: Die Verhandlungen mit den Vertretern der leumde. Tausende von fachverständigen Männern und arbeitellierten Ausgleichsämter find am Sonnabend abgeschlossen samen Mitbürgern würden durch die neue Regierungspolitik worden. Die Vertreter der beiderseitigen Ausgleichsämter haben ein arbeitslos gemacht werden. Die Arbeiterpartei müsse deshalb Abkommen vereinbart, wonach Deutschland bis zum Juli 1923 von auf der Hut sein. Zahlungen im Ausgleichsverfahren befreit ist. Das Abkommen ist den Regierungen zur Annahme vorzulegen. Die Entscheidung der Reichsregierung wird im Zusammenhang mit der Regelung der allgemeinen Reparationsfrage zu erfolgen haben. Die Regierung bereitet eine Denkschrift über die gejamie Frage der Ausgleichsverhandlungen vor, die dem Reichstag demnächst vorgelegt werden soll. Bon Rudolf Breitscheid. Der folgende Artikel ist die Frucht iner politischen Studienreise nach England, von der Gen. R. Breitscheid foeben zurückgekehrt ist. Red. d.„ B.". Lloyd Georges Tage und die der Koalition waren feit einigen Wochen gezählt, aber die Lösung, die die politische Bonar Law soll heute, Montag, zum Führer der tonservativen Krisis in England einstweilen gefunden hat, fam doch unverPartei gewählt und darauf zum Ministerpräsidenten ernannt werden. mutet. Man nahm an, daß der kleine Walliser" das ParlaDer ehemalige Schaktanzler Mac Senna, dessen Eintreten für ment auflösen und als Premierminister an das Bolt eine gründliche Umgestaltung der wirtschaftlichen Bedingungen von appellieren werde. Daß er vorher zurücktrete, galt als unwahrVersailles allbekannt ist, will in einer Londoner City- Wahlversamm- scheinlich, denn er ist nicht der Mann, der einem Kampf aus lung für Bonar Law eintreten. Das würde er wohl schwerlich tun, dem Wege geht. Die Versammlung der konservativen Unterhausmitglieder wenn er Bonar Law als Gegner seiner eigenen Ueberzeugung tennen würde. Aus London schreibt denn auch Jules Sauerwein dem und Minister, die am legten Donnerstag stattfand, machte einen Strich durch alle Berechnungen. Wider Erwarten entPariser„ Matin": Man darf nicht glauben, daß Bonar Law oder die Frankreich schieb sie gegen den Führer der konservativen Partei, Austen freundlichen Mitglieder dieses Kabinetis jemals Gewaltmaß- Chamberlain, der die Koalition verteidigte. Das Land nahmen gegen Deutschland gern sehen würden. In einem hatte sich in den letzten Tagen so entschieden von dem bisBunfte ähneln die Ansichten der Liberalen, Ronservativen und Ar- herigen System und seinem hervorragendsten Träger abgebeiter in England einander:" Deutschland kann nicht zahlen, ihr wandt, daß nur noch eine Minderheit der konservativen Barmüßt also feine Schulden reduzieren! Deutschland ist vom lamentarier an der alten Politit festzuhalten wagte. Die große Bolschewismus bedroht, ihr dürft also teine Gewalt gegen Mehrheit verlangte reine Parteiwahlen. Die sehr Deutschland anwenden!" Wenn mar der Wirklichkeit ins Auge sehe unfreundlichen Zurufe, mit denen einige der Koalitionsminister und sich nicht mit leeren Bhrafen begnügen will, dann wird man erkennen müssen, das drei Biertel des englischen Boltes dieser von der Volksmenge vor der Tür des Carlton- Clubs begrüßt worden waren und vor allem der eben bekanntgewordene Sieg Ansicht sind und schwerlich ihre Ansicht ändern werden." des antifoalitionistischen konservativen Kandidaten bei der Erfahwahl in Newport gaben den letzten Anstoß zu der sensationellen Entscheidung. Labour Party und Kabinettswechsel. Condon, 23. Offober.( EP.) Abg. Clynes( Urbeiterpartei) hielt gestern in Bristol eine Rede, in der er erklärte: Wir erwarten die Wahlen mit 3uversicht; ob die Anhänger Cloyd Georges als Zentrumspartei in den Wahlkampf gehen oder ob sie sich mit den Konservativen zusammenschließen werden, hat für die Arbeiterpartei feine große Bedeutung. Bonar Cam ist ein gefchidter und sehr hartnädiger Mann. Was wird er tun können, um der Arbeitslosigkeit zu ffeuern? Welche Haltung wird er einnehmen, um das Reparationsproblem zu lösen? Solange die bestehenden Verträge nicht in Uebereinstimmung mit Deutschland revidiert find, werden noch sehr viele Konferenzen abgehalten In der Reparationstommission hat Sir John Bradwerden müffen und England wird seinen früheren Wohlfiand gleichwohl nicht wiederfinden. Was wird Bonar Law in bezug auf bury gegen jene Verschläge Frankreichs gesprochen, die Deutschland unsere Beziehungen zu Franfreid machen? Die Tafen des früheren das Schidfal Deutschösterreichs bereiten wollen, und es wird insMinisteriums haben uns in Europa menig Freunde gelassen. Was besondere gemeldet, daß die Aussichten auf Einigung in der Repadie Arbeiterpartei anbelangt, fo bleibt sie grundfählich jeder rationstommission sehr gering feien. Biel besprochen wird der Be such des amerikanischen Botschafters Herrid bei Poincaré. Nach der„ Chicago Tribune" hat dieser Besuch einige Ueberraschung hervorgerufen. Es verlautet, daß Poincaré mit Herrick über die zu rüdberufung der amerikanischen Truppen vom Rhein zu sprechen gewünscht habe. Allianz abgeneigt. London, 23. Oktober.( E3.) In einer Versammlung der Arbeiterpartei in Swansea wurde ein Brief Hendersons verlesen, in dem dieser sagt, die Koalition sei durch eine reattionäre Regierung abgelöst worden, die die Polifit der Arbeiterpartei verDamit fiel das Kabinett auseinander, und es blieb Lloyd Beorge nichts anderes übrig, als dem König feine Demission einzureichen, der Bonar Lam, den Vertrauensmann der Konservativen als der stärksten Fraktion, zur Neubildung der Regierung berief. Bonar Law wird diese Mission überRegierung berief. Bonar Law wird diese nehmen und durchführen, nachdem ihn die Konservativen offiziell zum Parteiführer gewählt haben, und dann nach aller Wahrscheinlichkeit ungesäumt das Parlament auflösen und Neuwahlen ausschreiben. Aus ihnen werden, wie ich schon kräfte, der Deutschösterreich von der tschechischen Kohle un- vor einigen Tagen ausführte, wenn nicht alles täuscht, die Seipel- Segurs Sanierungsprogramm. abhängig machen soll, haben ja die tschechischen Kreditgeber Ronservativen mit der größten Mandats. Der sozialdemokratischen Opposition ist es gelungen, die fein Interesse. Das Gefeß über den Abbau der Bundes ziffer hervorgehen, und die Frage ist nur, ob sie die absolute beabsichtigte Geheimhaltung der Vorschläge der deutschöster angestellten, das mit deren Organisationen vereinbart Mehrheit erringen. Geschieht das nicht, so muß es zu einer reichischen Regierung an die Bölferbundvertreter zu durch ist, will die Regierung eigenmächtig, durch bloße Berordnung neuen Koalition tommen, und so merkwürdig es flingen mag, freuzen. Das Programm mußte gleich nach feiner Ueber abändern, seine Geltung bis Ende 1924 verlängern dürfen. ein Zusammengehen der Anhänger Bonar Laws mit den unter reichung veröffentlicht werden, und so erfährt man in Deutsch- Da man zur Ausschaltung des Parlaments durch Ver- der Führung von Asquith und Grey stehenden unabösterreich- und bei uns!- wohin es führt, wenn man fassungsänderung die 3 meidrittelmehrheit brauchte hängigen Liberalen liegt dann feineswegs außerhalb des Benicht rechtzeitig den sozialdemokratischen Vor- und die Sozialdemokraten mehr als ein Drittel der Stimmen reichs der Möglichkeit, da für eine Kombination: Liberale und schlägen zur Anpaffung der Staatswirtschaft an die von Grund im Nationalrat haben, soll diefer 11 m sturz durch ein ge Arbeiterpartei die Boraussetzungen faum gegeben fein werden. aus geänderten Verhältnisse eines unter Siegerdittat stehenden wöhnliches Gesetz gemacht werden! Lloyd George wird mit einer verhältnismäßig fleinen Landes folgt! Gruppe- man schäßt rund 50 Mitglieder einstweilen beifeite stehen, aber gerade bei der Unsicherheit der Mehrheitsverhältnisse ein nicht unbeträchtliches Gewicht in die Bagschale zu werfen haben. Auf Antrag der französischen Genossen erläßt die Internationale Arbeitsgemeinschaft fozialistischer Parteien einen eindringlichen Aufruf an das Weltproletariat, der Verfflavung Deutschösterreichs entgegenzutreten. Die Universität Wien. Neuer Gebietsraub. Deutschland interessiert dieser Wechsel in dem Kurs des englischen Staatsschiffes natürlich in erster Linie unter dem Gesichtswinkel feines eigenen Schicksals. Wie wird der Rüdtritt Lloyd Georges auf die auswärtige Politit Großbritanniens einwirken? Wie wird er Englands Ber hältnis zu Frankreich und Deutschland beeinflussen? Der Hauptinhalt der Seipel- Segurschen Borschläge, die nachträglich als Vorentwurf hingestellt werden, ist folgender: 2 Broz Barenumfaßsteuer follen bei jedem Verkauf einer Ware erhoben werden und 1200 milliar den Kronen einbringen; die Berteuerungsfolgen male man Einen eindringlichen Appell zur Rettung der Universität Wien sich selbst aus. Erhöhung der 3 ölle foll 900 milliarden Kronen ergeben. Wie über die ganze Staatswirtschaft, so soll richtet der gewesene italienische Ministerpräsident Nitti im„ Berl. auch über den 3olltarif, diefes Grundprinzip der Wirt- Tageblatt" an die geistig intereffierten Menschen Ameritas. Nitti schaftspolitit, das Parlament in den nächsten zwei Jahren hebt als alter Universitätslehrer die einzigartige Bedeutung gerade nichts zu bestimmen haben. Die Alfoholsteuern sollen der Wiener hohen Schule nicht nur für die Deutschen, sondern für überaus hoch werden; die Wein steuer z. B. 4500 Kronen die gesamte Kultur Mittel-, Oft- und Südosteuropas, ja selbst Border Es ist in den letzten Tagen vielfach so dargestellt worden, für den Liter betragen. Aber die Weinprobuftions aftens hervor. Und diese ins tiefste Elend gestoßene Universität mit abgabe, die die Weinbauern zu tragen hätten, ist nicht ihren hungernden Lehrern haben die Sieger auch noch gezwungen, als habe Deutschland in dem scheidenden Bremierminister einen vorgesehen. 3uder foll mit etwa 2700 Kronen das Kilo die Studenten aus den Nachfolgeftaaten ebenso aufzunehmen wie Freund verloren. Daran ist zweifellos soviel richtig, daß Lloyd George die unerfüllbarkeit des Versailler Friedens. gramm besteuert werden. Der Ta baf, der dem Staat heute die Deutschösterreicher! vertrages erkannt hatte und die Methoden Poincarés verab 720 Milliarden einbringt, soll fünftig 1750 milliarden scheute. Es lebte in ihm der Wunsch, Europa den Frieden Die Grenzkommission in Dedenburg hat, amtlichen ungarischen zurückzugeben, und er sah ein, daß eine der wesentlichsten tragen! Aus dem Salz monopol soll ein Reingewinn von 150 milliarden Kronen, also 25 000 kronen jährlich Berichten gemäß, drei dem Herra Friedrich Habsburg ge Vorbedingungen für die Erfüllung seiner Sehnsucht eine Reviauf den Kopf der Bevölkerung fommen wohl die anti- hörigen Meierhöfe und einen dem Grafen Lonyai gehörigen Hof fion der französischen Politit sei. Er hat dem oft- nicht nur sozialste Kopfsteuer, die sich überhaupt erfinnen läßt. Die Ungarn zugesprochen. Nach der Entscheidung des Völkerbunds in öffentlichen Reden deutlich genug Ausdrud gegeben, aber Steuer on allen Wohnungen soll ungefähr das rates gehören diese Dekonomiedistrikte unzweifelhaft zu Deutsch leider waren seine Bemühungen nur in sehr geringem Um3weihundertfache der Borkriegsmiete betragen. Da öfterreich. Die Entscheidung der Grenzfommission ist eine Illustration fange von Erfolg gefront, und diejenigen, die von seinem dieselben Christlichsozialen gleichzeitig auch den Abbau des zu dem Genfer Protokoll, das die Unversehrbarkeit des Mieterschutzes betreiben, den Mietzins auf das Dreihundert Staatsgebietes Derbürgt! Durch diese Grenzziehung werden mehrere Gingreifen etwas Entscheidendes für Deutschland erwarteten, fache des Friedensmietzinses erhöhen möchten, um die Be- Distrikte sowohl von der Kraftzentrale als auch vom Berkehr voll. fahen fich immer wieder enttäuscht. Was war der Grund? triebs- und Reparaturkosten der Häuser zu decken, so müßte ständig abgeschnitten und völlig entwertet. Die Berwertung ihrer Man kann darauf hinweisen, daß er nicht sein eigener Herr an Mietzins und Steuer zusammen die fünfhundert Rüben- und Milchproduktion für Deutschösterreich wird unmöglich fache Friedensmiete bezahlt werden. Nicht nur die entsetz werden. Friedrich Habsburg und der Graf Lonyai haben alle ihre lichste Teuerung wäre die Folge; sie würde zugleich auch die internationalen aristokratischen Beziehungen ausgenügt, die Grenz Produktionskosten der Industrie dermaßen erhöhen, daß ihre fommission zu beeinflussen. Die Frau Isabella Habs. Konkurrenzfähigteit vernichtet, jeder Erport unmöglich würde, burg hat sich persönlich zu den Ententeherren bemüht, um das durch. die jetzt schon schnell wachsende Arbeitslosigkeit zulegen. Und für dieses Gelichter haben Hunderttausende Desterdie furchtbarste Ausdehnung erlangen müßte. reicher Leib und Leben geopfert! war und Rücksichten auf die Konservativen im Kabinett nehmen mußte, indessen ist damit doch feine ausreichende Erklärung für sein Berfagen gegeben, und wir müssen uns flar darüber werden, ob die Praxis, die er befolgte, die richtige war. Was man in London, insonderheit von bürgerlichen Politifern immer wieder hören kann, ist, daß es für England nur zwei Bege gibt: entweder es lebt in einigermaßen erträglichen Beziehungen zu Frankreich, oder es zieht sich wie Amerika von den fontinentaleuropäischen Angelegenheiten zurüd. Ein drittes eristiert nicht, vor allem nicht die Möglichkeit eines bewaffneten Konflikts mit Frankreich, denn in der einen Beziehung besteht Die Regierung verlangt vom Barlament die Vollmacht, Staatsbetriebe zu verschachern, ohne das Barla- In Eger wollten am geftrigen Sonntag die Deutschnationalen ment fragen zu müssen, weiter die Bollmacht, zwei Jahre lang für die Sonderstellung des Egerlandes demonstrieren, das vor nicht nur alle Verwaltungsvorschriften, sondern selbst die Vor- bald 600 Jahren vom Reich der Krone Böhmen nur verpfändet" schriften über das gerichtliche erfahren durch bloße worden ist. Die Bersammlung vor dem Schützenhause wurde jedoch in dem britischen Bolte Einmütigkeit: es will feinen verboten und der Platz durch Gendarmerie besetzt. Eine Berordnung abändern zu dürfen. Sie will die verhaßte repu- tschechische Gegenversammlung tonnte im Schüßenhaus nicht blikanische Wehrmacht abbauen, indem sie die Wer- tagen, weil nachts vorher Fenster und Türen entfernt worden bungen einschräntt". Sie will das Waffer- und Elektrizitäts- waren. Die zugere sten Tschechen hörten auf dem Stadtplak zwei wirtschaftsamt aufheben; an dem Ausbau der Wasser Reben und fuhren dann heim. Krieg. Lloyd George macht man zum Vorwurf, daß er sich zu feiner der beiden Alternativen entschlossen habe. Und wohl nicht mit Unrecht! Er wollte die Hände in den europäischen Gesundheitszeugnisse vor der Ehe. Angelegenheiten behalten, verstand es aber nicht, sich mit| tönnen, daß er sich auch dann der Betätigung für die ,, Vol- 1 Frankreich zu stellen. Mit Briand ging es noch zur Not, mit fische Arbitsgemeinschaft" enthalten werde, falls diese sich In einer Dentschrift, die bereits im Sommer dem Landtag Boincaré, den er persönlich nicht modhte, stand er auf dem außerhalb der Deutschnationalen Partei tonstituiere. gespanntesten Fuße. Es gelang ihm infolgedessen nicht, die Darauf hat die Fraktion den Ausschluß beschlossen. Die überreicht wurde, hat das Preußische Wohlfahrtsministe. französische Politit in seinem Sinne günstig zu beeinflussen. Differenzen zwischen den Deutschnationalen und ihrem völki- rium sich eingehend mit der von vielen Rassehygienikern erhobenen In Paris fühlte man sich von ihm gefräntt und verlegt und schen Flügel haben seit dem Rathenau- Mord akuten Charat- Forderung des Austausches von Gefundheitszeugniffen vor der Ehe fuchte schon aus Berärgerung alles zu hintertreiben, was von ter angenommen. Vor einigen Wochen wurde eine Erflä- beschäftigt und ihre Einfügung in die Gefeßgebung warm befürfeiner Seite fam. So jezte er nicht nur nichts durch, sondern rung der beiden deutschvöififchen Abgeordneten Bulle und wortet. Bie nun auch immer die Wahlen ausgehen diese Politik wird nicht fortgesetzt werden, und es hat sich nun 31 entscheiden, ob man die mehr oder weniger herzliche Entente aufrechterhält oder Europa Europa sein läßt. Beide Lösungen haben in allen Barteien Anhänger, und die Labour Barty nimmt nur insofern eine besondere Stellung ein, als fie mit Nachdruck dafür eintritt, die europäischen Probleme dem Völkerbund zu überlassen. Nach welcher Seite schließlich die Entscheidung fällt, wird sich aus den Ereignissen ergeben, und Frankreich mürde einen per hängnisvollen Irrtum begehen, wenn es sich nach der Be feitigung Lloyd Georges unter allen Umständen der englischen Unterstützung bei seinen europäischen und fleinasiati schen Wünschen sicher glaubte. fah sich schließlich immer wieder zu Rüdzügen genötigt, von n. Gräfe zum Falle des deutschvölkischen Abgeordneten Die Einbuße von Millionen fräftiger Männer durch die fürchter benen der in der türkischen Frage der am schmerzlichsten emp- Henning veröffentlicht, in der merkwürdigerweise ein Teil lichen Blutopfer des Krieges, der fatastrophale Niedergang der Volks. fundene war. Sein ständiges Lavieren endete mit einem der Bresse den Versuch einer Ausjöhnung sah, obwohl die gesundheit infolge jahrelanger Unterernährung bei gleichzeitiger Schiffbruch. beiden Abgeordneten ausdrücklich die von ihnen verlangten mörderischer Heberarbeit, die Zunahme von Tuberkulose, AlkoholisZugeständnisse ablehnten. An dieser Stelle wurde dieses mus und Geschlechtsfrankheiten im Gefolge des Krieges, nötigen Dokument als Anzeichen des nahen Bruches betrachtet. uns, vom Staate die Anwendung aller Mittel zu perDer Fall Gräfe dürfte das Vorspiel zu einer Absonderung tangen, die einer weiteren Degeneration ent des gesamten deutschvolfischen Flügels von der gegenzumirten vermögen. Auch der Zwang zum Aus Deutschnationalen Partei sein. Das wäre an fich eine ernst tausch von Gesundheitszeugnissen vor der Eheschließung vermag hier hafte politische Angelegenheit, wenn es nicht Herrn v. Gräfe Ersprießliches zu leisten. Der unmittelbare Wert folcher Gesundheitsgelänge, durch Ausführungen in der Deutschen Zeitung" die zeugniffe liegt darin, daß eine nicht unerhebliche Zahl von gesundSache ins Romische zu ziehen. Er behauptet nämlich allen heiflich Minderwertiger non der Fortpflanzung zurückgedrängt wird. Ernstes, daß an dieser Spaltung allein die Juden schuld Mittelbar ist eine ergiebliche Einwirtung zu erwarten feien. Die Juden feien es gewesen, die schon vor dreißig burch die mit dem größten Nachdruck zu fordernde und zu fördernde Jahren die Spaltung zwischen Stöder und der fonservativen Auftlärung der Bevölferung über die Gebote der persönlichen und Partei herbeigeführt hätten. Jetzt liege der gleiche Fall vor: der Rassenhygiene. Weckung und Stärkung des sozialen BerantEs ist Alljuda abermals gelungen, den Spaltbazillus mortlichkeitsgefühls wäre wohl der Hauptzwed folcher Ehezeugnisse. unerkannt von denjenigen, die von ihm infiziert worden find, Die direkte Uebertragung von Krankheiten in die Ehe oder die Verin die große zukunftsstarte nationale Entwidlung hinein erbung frankhafter Anlagen bringen nicht nur unfägliches Unglüd zutragen, der Trennungsstrich" ist verblendet wiederum gezogen über die Eheleute und Kinder und Kindestinder, sondern auch die worden durch diejenigen, die nicht wußten, was sie taten und nicht Allgemeinheit wird dadurch getroffen, infofern als sie die Kosten für merkten, wem sie dienten! die schlechten Naffenelemente in Gestalt von Unterstügungen, Unterhaltung von Asylen und Heilstätten zu tragen hat. Wenn also fünftig beamtete ärzliche Gheberater berufen würden, um auf Grund gewissenhafter Untersuchung allen Ghelustigen zu bescheinigen, daß Bedenten gegen die Eheschließung nicht bestehen, oder daß sie zurzeit aus gefundheitlichen Gründen aufgeschoben oder ganz wider raten werden muß; wenn Schule, Bresse und Aerzteschaft hand in hand arbeiten, um Aufklärung über die Bedeutung der Gesundheit für die Ehe in die breitesten Maffen zu tragen, dann würde rechtzeitige Warnung und Belehrung viel schweres Unheil verhüten fönnen, das heute zahllofe hoffnungsvolle Baare ahnungs. los oder leichtsinnig über sich und nicht selten auch über die kommende In Deutschland werden wir uns jedenfalls mit dem Gebanten an diese neuen Möglichkeiten vertraut machen und gleichzeitig prüfen müssen, welche für uns die vorteilhaftefte fein würde. Bon vornherein steht fest, daß nichts verhäng nisvoller wäre, als auf eines der beiden Pferde, das franzö fische oder englische zu sehen. Ich hörte das Wort eines Mannes, der in der englischen auswärtigen Politik eine bedeutende Rolle spielt: Es würde grausam sein, Deutsch land zwischen England und Frankreich wählen zu laffen!" Dieselbe Persönlichkeit vertrat mit vielen anderen die Meinung, es würde für uns bei weitem am besten fein, wenn England mit Frankreich in den bestmöglichen Beziehungen lebe, da es dann in der Lage fet, auf die Politit der Franzosen gegenüber Deutschland stärker einzuwirken als bisher. Diefer Erfolg, fo wurde hinzugefügt, werde um so sicherer eintreten, je mehr auf der einen Seite Deutschland den ernsten Willen zeige, feiner finanziellen Schwierig feiten im Innern Herr zu werden, und je größere Fortschritte auf der andern Seite der Gedante einer wirtschaftlichen Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich mache. Groß britannien fürchte nicht, daß seine Intereffen dabei zu Schaden fämen. Ich verhehle nicht, daß mir auch die Auffassung begegnet ist, die vollständige Loslösung Englands vom Kontinent fönne uns nüßlich sein, da dann die Franzosen vielleicht, um Deutschland zu gewinnen, zu 3ugeständnissen an uns bereit fein würden. Aber nach meiner Ansicht ist der erste Weg der beffere und verheißungsvollere und das wenige, was wir nach Lage der Dinge tun tönnen, follten wir tun, daß er bes schritten wird. Im übrigen sind wir leider zum Abwarten verurteilt, und die Wartezeit wird uns gerade in den nächsten Wochen, in denen England durch die Wahlkampagne und die Orienttonferenz an einer Beschäftigung mit Deutschland und dem Reparationsproblem gehindert ist, recht lang und qualDoll vorkommen. v. Gräfe ausgeschlossen. Alljuda ist schuld daran! Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat Herrn von Gräfe- Goldebee nunmehr endgültig aus ihren Reihen ausgeschlossen. Das Streitobjett bildet die Böllische Arbeitsgemeinschaft", zu der sich der rechte Flügel der Deutschnationalen zusammengeschlossen hat. Herr v. Gräfe hatte vor feinem Ausschluß zwar die Erklärung abgegeben, daß er die Es ist wirklich entseglich! Da etabliert sich nun eine Bartei ausdrücklich zu dem 3wed, den jüdischen Einfluß" ganz und gar aus dem öffentlichen Leben auszuschalten, und dann bringt es der jüdische Einfluß fertig, diese selbe jubenreine und judengegnerische Partei auseinanderzuheben! Man fann danach den Stoßseufzer des Herrn v. Gräfe verstehen: Wer ist Henning, wer ist ulle, wer ist Gräfe, xylander, Frau Bo3-3ies, Wiegershaus e tutti quanti Tröpfchen find wir alle... Diefe namentliche Aufzählung der deutschvölkischen Tröpfchen" stellt wohl bereits die Borstandsliste der neuen Partei dar. Milderung des Lohnabzuges verschoben. Generation heraufbeschwören. Der bevölkerungspolitische Ausschuß des Landtags beschäftigte sich im Juni und im Oktober mit der Frage der Einführung von Gesundheitszeugnissen vor der Ehe. Die RechtsDer Steuerausschuß des Reichstages trat heute vormittag parteien als die geborenen Feinde jedes Fortschritts verhielten sich zu einer Sigung zusammen. Obwohl die von den Sozialdemo- dem Problem gegenüber ablehnend. Sie schützten Bedenken datraten und den Deutschnationalen gestellten Anträge zur gegen vor, daß. Preußen in einer so wichtigen Sache selbständig vorEinkommensteuer dem Ausschuß bereits zugegangen gehe, die doch eigentlich Aufgabe des Reiches sei; sie gaben aber waren, standen sie heute nicht auf der Tagesordnung. Die auch der Befürchtung Ausdruck, daß die Unmoral noch größer sozialdemokratische Fraftion beantragte deshalb, zunächst die werden würde", weil uneheliche Verhältnisse und uneheliche GeBeratung dieser Anträge vorzunehmen und, falls das nicht burten zunehmen würden. Ein Verschleppungsantrag der Rechten möglich sein solle, fie auf die Tagesordnung der morgigen wurde abgelehnt. Das Bentrum stimmte der von der Sozialdemo Sigung zu fegen. Staatsfefretär 3 apf vom Reichsfinanz fratie vertretenen Auffassung zu, daß Breußen nicht nur das ministerium erklärte die Aenderung des Lohnabzuges bis zum Recht, sondern auch die Pflicht habe, felbständig 1. November für technisch unmöglich. Auch habe der Reichs gefeggeberish vorzugehen und dadurch einen rat gewünscht, daß er vorher befragt werde. Die bürger Drud auf das Reich) auszuüben. Aus den Anregungen lichen Parteien schlossen sich biefen Darlegungen des Staats der fehr interessanten Aussprache ergaben sich dann folgende An. fetretärs an und lehnten geschlossen den Antrag auf Verhande träge, die gegen die Stimmen der Rechten ange. lung der Einkommensteuer vor der Vertagung des Reichstages ab. Das taten auch die Deutschnationalen, obwohl sie selbst einen eigenen Antrag zur Alenderung der Einkommensteuer eingebracht haben. Der Ausschuß beschäftigte fich fodann mit dem deutschnationalen Antrag auf Aufhebung der Inseratensteuer. Er mußte Jeine Verhandlungen aber vorzeitig abbrechen, da er nicht beschlußfähig war. Deutsche Industrielle in Rußland. In Moskau sind Bertreter der deutschen, schwedischen und tschechoslowafischen Schwerindustrie, darunter Direttoren der Firmen Krupp, Rheinmetall, Linke- of mann und Bertreter der Firmen Lokomotivenbaufabrit Hohenzollern, Drenstein u. Koppel, auch Bertreter der Deutschen Bant eingetroffen. ,, Bölkische Arbeitsgemeinschaft" innerhalb der Partei Südflawische Truppenanfammlung an der Südgrenze wird ge. ablehne, er hatte sich aber nicht zu der Erklärung verstehen! meldet und mit Eroberungsabfichten auf Saloniti erklärt. Der Bleistift der Sonja Korolewa. Von Mar Barthel Die Kleine Sonja wurde in einem Dorf bei Rafan aufgelefen und mit vielen anderen zerlumpten hungrigen Kindern nach Mostau transportiert und in einem Kinderheim abgeladen. Das Heim war schon lange überfüllt, aber wer am Rande des Hungertodes viele Wochen getaumelt ist, wer von Gras, Wurzeln, Baumrinde und Ab. fall monatelang gelebt hat, der ist so flein geworden, so winzig, fo geisterhaft, daß er immer noch ein Pläßlein findet für den fáhmerz haften Leib. nommen wurden: 1. Das Staatsministerium wird ersucht, dem Landtage mög lichst bald eine Gesetzesvorlage zugehen zu laffen, durch die vor Eingehung einer Ehe der Austausch von Gesundheitszeugniffen Dorgeschrieben wird mit der Maßgabe, daß daraus nicht die Folgerung eines Eheperbots gezogen wird; 2. an allen Univerfitäten über Ber. öffentliche Borlefungen erbungslehre vornehmlich für die angehenden Aerzte halten zu laffen; 3. in den Schulen und Fortbildungsschulen in einer bem Verständnis der Jugend angepaßten Form Be lehrung über die gesundheitlichen Grundlagen der Ehe erteilen zu laffen. Wir überschätzen den Wert solcher gefeßlichen Berordnungen in einer auf den fraffesten Eigennus eingestellten Gesellschaft nicht. Aber auch diefer Anfang ist zu begrüßen. in ihrer Soele saß, verschwebte, bie wundervolle Erde ging in tausend| aus den Memoiren des taiserlichen Romödianten wieder versucht, Bildern durch ihr fleines Herz, die Sonne, die Vögel, die Wolfen, pergangene Zeiten sich vor Augen zu halten, der empfindet, daß die die Tiere und die Sterne. Ihr Herz war voll vom Ueberfluß der Geschichte fast immer größer ist als ihre Rachgestaltung. In Bis Welt. Und aus der Fülle ihres Herzens malte fie mit dem winzigen mards Abgang liegt zweifellos etwas Tragisches, das nur durch Stift die Bilder der fabelhaften Umwelt, die sie stürmisch bedrängten, diese Rünstlerhand mühte den alten Riesen tongenial neu schaffen wirkliche Künstlerhand zu neuem Leben erwedt werden könnte. Aber fie malte Blumen, Sterne, Pferde, Dörfer und die Sonne malte sie tönnen. Ludwig gibt nichts Neues. Er trägt Memoiren und wie einen großen phantastischen Vogel, der an den Wolfen streifte Briefstellen zusammen und gibt aus ihnen eine Photographie. und Gold zur Erde regnen ließ. Seht, das alles zauberte der dünne Bleistift eines deutschen Kindes im Herzen der fleinen Korolewa hervor, als sie aus bem graufigen Hungerabgrund wieder emportam und zu leben begann! E. R. Das Rammergericht hat das juristisch wte fulturell unhaltbare Urteil des Landgerichts am Sonnabend aufgehoben und Buch und Aufführung freigegeben. Damit ist die Möglichkeit geboten, Lud In den ersten Monaten ftarben in diesem Heim die Kinder wie Eine neue Erfindung im Maschinenbau. Der Ingenieur Hein. migs Drama auf der Bühne zu erproben. Bor allem aber ist das Fliegen im Herbst. Sie fielen hin, fie faßen nicht, sie schwebten hin rich Schieferstein, befannt durch seine Tätigteit auf dem Ge- Recht des Künstlers und der Deffentlichkeit, Personen aus nach anderen Ländern, die sie in den Hungerdelirien gefehen hatten, biete ber Funfentelegraphie, hielt Sonntag in der Huth- Junfengefell. der Zeitgeschichte zu dramatisieren, wiederhergestellt. nach Ranaan flogen fie, wo sie Brot effen und Milch trinken konnten, fchaft, Berlin, einen Bortrag vor geladenem Bublifum, indem er Ein Staubregen über dem Ozean. Im Mai dieses Jahres hat soviel sie nur wollten, wo sie sich nicht mit wilden hunden um den Witteilung von einer neuen Entdeckung machte. Er glaubt, einen ein merkwürdiger Staubregen über dem Atlantischen Ozean statt. Abfall raufen mußten. Himmlisch ist es dort und ohne hunger. Weg gefunden zu haben, um die Gefeße, die in der Funkentele gefunden, mit dem sich die Monthly Weather Review" in einer ein Sonja blieb leten. Die geschwollenen Glieder wurden wieder graphie herrschen, auch auf die Welt der mechanischen Bewegungen gehenden Abhandlung beschäftigt. Die mit Staub geschwängerte tindlich, die starren Augen besänftigten sich. Nur manchmal zuten anwenden zu fönnen. Sein Thema lautete: Die Erfenntnisse aus Wolfe war riesengroß und dehnte fich bis zum Golf von Merito fie wild und mit großem Mißtrauen, wenn das Essen ausgegeben der Funkentelegraphie als Bahnbrecher für die Entwicklung der aus; fie war nach den Untersuchungen aus Staubmaffen zusammen. gelegt, die von einer der afrikanischen Wüsten herstammten. Im wurde. Sie hatten den erbarmungslosen Krieg um den Bissen Brot Maschinen- und Apparatetechnik". Es handelt sich um nichts Geringeres als um die Ausmerzung vergangenen Jahr hatte ein ähnlicher Staubniebergang über dem gesehen, die Schreckensszenen: um eine trockene Rinde erlebt, hier im der durch die Massenbeschleunigung bei hin- und hergehenden Gelben Meer stattgefunden, und zwar als Folgeerscheinung eines Heim aber lächelten die Frauen, wenn sie Brot und Suppe ver- Maschinenteilen entstehenden ganz bedeutenden Energieverlufte. 3yffons, der sich über der Mongolifchen Wüfte abspielte. Der Staub. Schieferstein will nun die zwangsläufig hin und hergehende Beregen Nun blühte das Mädchen wieder auf, lächelte auch, zwitscherte wegung der Maschinenmassen( 3. B. der Kolben, Gestänge ufm.) in regen biefes Jahres war so heftig, daß er die Schiffahrt behinderte, indem er die Sichtigkeit einschränkte. Die Staubmengen, die auf Das Anwendungsgebiet der und öffnete ihr Herz wieder der Welt. Wie wundervoll war doch schwingende Bewegung umwandeln. diefe Weise von einem Gebiet nach einem anderen transportiert die Erde! Die Some flog wie ein goldener Bogel durch den blauen Entdeckung ist in feinem ganzen Umfange noch nicht zu übersehen. werden können, find manchmal beträchtlich. Man nimmt an, daß Himmel. Wenn sie mit den Flügeln ar. den Wolfen streifte, zer. Zunächst wurde der neue Gedante auf alle Arten von Schlag und seit drei Jahrtausenden solche Staubwoften über Europa eine StaubDieser brach das Gold und rieselte in feinem Staub auf die Erde. Die Stampfwerkzeugen, Mähmaschinen, Sägegattern und Webstühlen menge von mehr als 12 Zentimeter Dicke geweht haben. Blumen waren erst grüne Snöfpden, aber sie brachen auf, erröteten angewandt. In der Elektrotechnik bedeutet das neue Brinzip die Staub der Sahara lagert fich naturgemäß viel mehr über SüdErfindung des oscillierenden Motors, der u. a. das Gebiet der europa als über Nordeuropa ab. Der Staub der Sahara ist durch über die Schönheit der Welt, verliebten sich in die Sonne, in die elettrisch betriebenen Ventilatoren und Exhauftoren auf eine neue folche Wolfen bis nach Asien, ja fogar faft bis nach Amerika geBolten, wurden füß und bunt und spielten mit den Schmetterlingen Grumblage stellt. In der Uhrentechnik ermöglicht die Schiefersteinfche tragen worden. und singenden Bögeln. Entdeckung die Herstellung einer anderlofen, geräuschlos gehenden Das alles fah die kleine Korolewa mit verwunderten Augen. Uhr. Auch in der Massenfabrikation angefertigte Uhren sollen Sie war auch eine verdorrte Blume gewesen. Nun wurde sie grün durch sie chronometrische Genauigkeit des Ganges erreichen. Eine aus deutschen und amerikanischen Mitgliedern bestehende und bunt und blühte. Studiengesellschaft will die Erfindungen Schiefersteins in die Bragis umjehen. teilten. Eines Tages tam in dieses Moskauer Heim mit einer Sendung Kleider und Spielsachen aus dem proletarischen Besten eine Anzahl Bleistifte, die von deutschen Kindern gesammelt waren. Auch das Mäbchen Korolewa bekam einen Bleistift. Was gab es doch alles auf der Welt! Da ist ein Stückchen Holz, nimm es in die Hand, nimm Papier dazu und du kannst die Beit machen! Bögel fannst bu machen, Welten, Blumen, Menschen, Kühe, Pferde, Dörfer, Häufer, Bäume alles, was du willst und denten fannst! Früher hatte sie mit den dünnen Fingern an den Fenstern des Heimes manche Bilder gemalt oder mit Kohle ein Dorf an die Wand der Stube, aber das verging, wurde verwischt und war nur für Stunden. Aber nun blieben die Bilder! Die leßte Angst, bie noch Die Tragweite der Erfindung läßt sich vorderhand noch nicht überbliden. In Jachtreifen ist man jedenfalls nicht so voreilig wie die Montagsousgabe des Cof.- Anz.", die bereits in fenfationeller Weile dafür Reflame macht. Die Entlaffung, Emil Ludwigs von deutschen Gerichten zum Schuße der Hohenzollern verbotenes Bismard- Drama, wurde Sonnntag abend im Lessing- Museum von Alexander Runge zur Borlesung gebracht. Uns ist das Stüd dort nicht näher ge fommen. Es dürfte faum möglich sein, primitiver und unmodellierter ein Drama dem Hörer vorzuführen. Zum guten Teil mag das auch am Stoff liegen. Wer Bismards Erinnerungen gelesen, wer jegt Cin literarisches Arbeiterlabarett foll im November in einem der größten Etablissements des Nordens für die breiten Massen des Voltes eröffnet werden. Das Unternehmen, bas den Namen" Rote RahtiLiteraten gesichert. Als Conferenciers find berpflichtet Franz Siemsen, gall" führen soll, ist durch die Mitarbeit bekannter Bühnenkünstler und Ignaz Wrobel und Theobald Tiger. Als Gegengewicht gegen die durch aus antirepublikanischen Stabaretts wäre ein auf die politischen Gefühle der Waffe eingeftelites Sabarett fehr begrüßenswert. Die Bayreuther Festiviele follen im Sommer 1924, alfo nach zehn fähriger Bause, wieder stattfinden. Zur Aufführung find bestimmt, Barfival, Der Ning" und Die Meistersinger". Die ersten Borproben haben bereits begonnen. Deutsche Mufit in Kopenhagen. Das Blüthner Drefter gab im Kopenhagener Konzertpalait unter Leitung von Mag Schillings ein mit stürmischem Beifall aufgenommenes Stonzert, Der Richard. Bagner- Berein in Kopenhagen eröffnete feine Binterfaison mit zwei Wagner- benden, an denen Kapellmeister Möride erläuternde Vorräge über Rheingold" und die Ballive" hielt. Gebiet. Die Rechtsbeugung für Smeets. Das Ende der Schwimmhallen. bagegen auf die gewerblichen Mieter umzulegen, bis zur Höhe, mie fie vom Demobilmachungsfommissar jeweils für verbindlich erklärt merde. Die neuen Beschlüsse müssen dem Oberpräsidenten einge reicht werden, der binnen 14 Tagen ein Einspruchsrecht hat. Der Landtag berät heute die Große Anfrage sämtlicher Die Aussichten für den kommenden Winter werden von Tag Barteien mit Ausnahme der Kommunisten über das Verbot ber zu Tag trüber. So beschäftigte sich der Berliner Magistrat erneut Strafvollstreďung gegen Smeets durch die Interallierte Rhein mit Einschränkungen der städtischen Verwaltung. Es wurde be tandfommission und die Rechtsunsicherheit im besetzten schlossen, die ft abtischen Schwimmhallen während der Zwei Millionendiebstähle an Amerikanern. Für 30 Millionen Mart Beute an Gemälden machten EinRachdem Abg. Dr. Heimann Köln die Anfrage begründet Wintermonate vom 1. November bis 1. Mai nicht zu heizen und unter Brotest gegen die Rechtsbeugung die unverbrüchliche Es ist nicht möglich, die großen Kohlenausgaben durch eine ent- brecher in einem hiesigen großen Hotel. Hier wohnte ein Ameri Reichstreue der Rheinländer aufs neue verünkbet hatte, antwortete sprechende Erhöhung der Benutzungsgebühren auszugleichen. Die faner, der nach Deutschland gekommen ist, um für fein Geschäft Antiquitäten und Bilder einzufaufen. Er erwarb auch nach und Einfahräntung während der Wintermonate bedeutet bet Cinfeßung nach für viele Millionen Mart und sammelte alles in seinem Hotel. Ministerpräsident Braun: auch der heutigen Kohlenpreise eine Ersparnis von 6 bis 7 Millionen hier brangen nun in seiner 2bwesenheit auf noch nicht geflärte Mart. Auch an den Kohlenferien im fommenden Winter be- Meife Einbrecher ein und fahlen unbemertt 12 Gemälde, deren schloß der Magistrat festzuhalten. So gerechtfertigt die das Wert etwa 30 Millionen beträgt. Es sind alles Bilder aus der gegen erhobenen Bedenten sind, fo hält der Magistrat doch diese Schule Rembrandt, aus dem 17. Jahrhundert. In einem anderen verlängerten Weihnachtsferien für das geringere Uebel. Sie bringen ersten Hotel wurde ebenfalls ein Amerifaner, ber Rapitän Ellen van ebenfalls nach jetzigem Rohlenpreis eine Ersparnis von etwa anihaus, um Schmud fachen im Wert von zwei mi1. 60 Millionen Mart. Endlich wurde der Abbruch ber lionen Marf gestohlen. Bauarbeiten für das neue Krematorium in ber Dieftelmeŋerstraße befchloffen. Seine Bailendung, für welche der Haushalt 10 Millionen vorjah, würde nach dem heutigen Breise eine Mehrausgabe von noch 90 Millionen Mart erfordern. Die vorhandenen Krematorien genügen auch einem steigenden Bedürfnis. Der Fall Smeets wirft ein besonders grelles Schlaglicht auf bie Zustände im besetzten Gebiet. Wir haben es mit einem Eingriff in die Juſtizhoheit des Staates zu tun, der über alles hinausgeht, mas mir bisher am Rhein erlebt und erfahren haben. Eins der wichtigsten Hoheitsrechte des Staates, nämlich die Bouftredung eines Urteils, wird angetaftet. Wie soll sich unter diesen Umständen ein Staat fügen, wie foll er den höchsten Reichsbeamten vor Berun glimpfungen fichern fönnen? In der Begründung für ihren Eingriff erklärt die Rheinlandfommission, die deutschen Richter hätten sich nicht so sehr von der Sorge um die Gerechtigkeit, als vielmehr von politischen GrünDen leiten laffen. Kann man einen schwereren Berwurf gegen die deutschen Richter erheben? Was aber die Sache noch schlimmer macht, ist die Tatsache, daß die Kommission diesen ihren schweren Bormurf nicht einmal begründet. Mit Recht haben daher die deutschen Beamten des befesten Gebietes Protest erhoben gegen Diese Bergewaltigung der deutschen Rechtspflege. Ich habe nicht die Absicht, mich hier lange mit der Person des Herrn Smeets zu bejchäftigen. Er ist der Berachtung der rheinischen Bevölkerung verfallen. Die Staatsregierung hat fofert alle nötigen Schritte getan, um diesen Uebergriff zurüfzuweisen. Die Reichsregierung hat so schnell wie möglich ihren Gesandten in Paris, Brüssel und London die Weifung gegeben, gegen den Eingriff zu protestieren; die Anweisung betont, daß die Begründung der interalliierten Rommission den deutschen Richtern politische Motive unterstelle. Unterstellung wird zurückgewiesen. ( Forifegung in der Morgenausgabe.) Die Ernte in Bayern. Diese Die in Bayern vorgenommene Erntevorschätzung für Had. früchte hat nach der TIL ergeben, daß die Kartoffelernte 46,6 Millionen Doppelzentner beträgt und damit 20,8 millionen Doppelzentner mehr als im Vorjahre. An 3uder. rüben wurden geerntet 3,4 millionen Doppelzentner, das ist 1,3 millionen Doppelzentner mehr als 1921. Die Ernte an Runfelrülen beträgt 41,3 millionen Doppelzeniner und damit an Runfelrülen beträgt 41,3 millionen Doppelzeniner und damit um 15,4 Millionen Doppelzentner mehr als im Vorjahre. Troz der reichen Kartoffelernte, die sich nicht nur auf Bayern beschränkt, sind in den Großstädten und Industriebezirken Rar. toffeln nur in sehr spärlichem Ausmaß zu haben. Sie werden von vielen Landwirten in übergroßen Mengen eingemietet und damit die Winterversorgung der Bevölkerung ernstlich gefährdet. Das Traurigste würde zweifellos die Schließung der städtischen Schwimmhallen sein, denn das würde der Körper. und Leibespflege fowohl wie dem Schwimmsport und der allgemeinen Hygiene einen empfindlichen Schlag perfetzen. So scheinen sich tatsächlich alle mög. lichen Dinge anzusammeln, um der Berliner Bevölkerung den Winter 1922/23 zu einem recht schweren werden zu lassen. Dollar und Brotpreis. Gewaltige Preiserhöhungen in Sicht. Am heutigen Vormittag hatten fich die Preise für Inlandgetreide bereits auf Weltmarfipreis eingestellt, so daß gute Ware nicht unter 28 000 m. pro Tonne zu haben war. Der 3wed= verband der Bäckermeister Groß- Berlins hat heute mit fofortiger Wirkung die Breise für martenfreies Gebad folgender maßen feftgefegt: Markenfreies Brot 200 m., Schrippe& M., Hörnchen, Schnecken usw, 10 m. Diese Preise sind jedoch nur als 3mischenpreise zu betrachten und in der kommenden Woche dürften neue fehr erhebliche Er höhungen folgen. So wird vom 30. Oftober ab bas Martenbrot um mehr als 100 Broz. erhöht. Dementsprechend dürften auch dann die Preise für das markenfreie Gebäck eingestellt werden Er wollte erschlagen sein. Eine Trauerfeier fand gestern in der Halle des Stabthauses für den bei den Zusammenstößen am 3irtus Busch ums Leben ge= fommenen Arbeiter Otto Bioste statt. Die Feier war von Rom. munisten veranstaltet. Nach Beendigung des Trauerattes bewegte fich der Zug unter Borantritt einer Musikkapelle nach dem Friedhof in Friedrichsfelde, wo die Beisehung Biostes erfolgte. Die Veranstaltung hat einen ruhigen und würdigen Verlauf ge nommen. Ueberfallen, betäubt und beraubt wurde in der Nacht zum Sonntag auf dem Heimweg in ber Blumenthalstraße ein rumänischer Kaufmann. Die Räuber erbeuteten 500 000 m. bares Geld und drei Schedbücher. Jur Ueberwachung der Preisbildung sollen 8 Revisoren an gestellt werden, die zumeist an Ort und Stelle ben Groß- und 3wischenhandel fontrollieren sollen. Sie sollen die Bücher einsehen, die Bilanzen prüfen, die Preisbildungen einer eingehenden Kontrolle unterziehen und etwaige unrichtigkeiten und Berschleierungen aufdeden. Der Magistrat hat diese 8 neuen Stellen foeben ausgeschrieben. Genoffe Pfarrer Bleier spricht heute abend 7%, Ihr in der Schule Sachsenwaldstrage über das Thema: Was ist Religion?" Schwerer Eisenbahuunfall. Der geftrige Sonntag hat einen außerordentlich schwer ver. laufenen Eisenbahnumfall gebracht. Die rumänischen Krönungsfeier lichkeiten hatte eine gewaltige Menge von Besuchern nach der Hauptstadt Butareft geführt. Um fie abzutransportieren, wurden furz hintereinander drei Schnellzüge ohne genügende Sicherung abgelaffen. An der Station Dorubanda in Rumänisch- Siebenbürgen stieß ein nachfolgender 3ug auf einen vorausfahrenden, wobei 30 Personen getötet und 50 schwer verletzt wurden. Flucht aus dem Hamburger Zuchthaus. Am Sonnabend brachen aus dem Hamburger Zuchthaus acht Schmerverbrecher aus. Bier von ihnen enttamen, die anderen, von denen einer durch einen Schuß leicht verlegt wurde, tonnten wieder festenommen werden. Es war den Gefangenen gelungen, die Werkstube zu verfallen und fich in den Befit von Dienstmänteln, Mühen und Re volvern aus einem Bolizeidienstzimmer zu fehen. Sie überrumpelten und entwaffneten den helpoften, worauf sie über die Gefängnismauer das Freie erre Auf die Wieberergreifung der Entwichenen ist eine hohe hung ausgesetzt. Schweres Brandunglüd in New Bort. Nach einer Meldung der Chicago Tribune" aus Nem Dort find gestern bei einem Brande in einem Hause an der Ede ber Ligington Avenue und der 110. Straße 14 Personen umgetommen und 20 perfekt worden. Wetter für morgen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Jungfozialfen, Arbeitsaus. Seute 16 Uhr im Lokal von Ospals! t, Wilbt. Deute abenb 7 Uhr bei Wichmann, Waldenburger Straße 1 Frauen 26. helmitraße 133, wichtige Sigun. abend Thema: Heinrich Seine Referentin: Genoffin Sebwig Rirfel 89. 15. bt. Die für heute abend angefegte Borstands hung fällt aus Berwaltungsbezirk. Dienstag, ben 24 Ottober, abends 7 Uhr. Im Bokal bes Genoffen Richter, Riederschönhausen, Saffelwerber Str. 36: Erweiterte Kreis bzw. Bezirksvorstandssigung mit den Abteilungsleitern. Ein nächtliches Abenteuer auf dem Tempelhofer Felde. Welch außerordentlich große Rolle der 3ufall mitunter im Der ostoberschlesische Sejm. menschlichen Leben spielt, zeigte eine Berhandlung, die die Straf fammer des Landgerichts II beschäftigte. Angeflagt war ein bisher Breslau, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Im oberschlesi mehrfach vorbestrafter Arbeiter M. Der Angeklagte war gelegent fchen Sejm haben sich bie deutschen Parteien zu einer einheitlich einer Rozzia der Berliner Kriminalpolizei in einer Stajchemme lichen Frattion zusammengeschlossen, die in Nationalitäten am Schlesischen Bahnhof festgenommen worden, da er sich dadurch fragen Frattionszwang beschloffen hat. Darauf haben die sich ein verdächtig machte, daß er sämtliche anwesenden Kaschjemmenbrüder ander sehr feindlich gesinnten polnischen Barteien einander gezu einer sogenannten„ Stubenlage" einlud. In seinem Besiz fand nähert, so daß der bisherige Woiwode Rymer anscheinend fein man eine äußerst wertvolle goldene Uhr und eine Brief Amt mit wechselnden polnischen Mehrheiten weiter führen fann, ba tasche mit mehreren Taufenòmartscheinen. in nationalen Fragen die polnischen Sozialisten und nationalen ArDie Folge mar eine Anlage wegen Diebstahls im beiterparteiler mit der polnischen echten fliminen, während sich in Rud falle, da der Sachperhalt darauf hinwies, daß der Ange fozialen Fragen burch Berfplitterung andere Kompromißmehrheiten flagte einer unbefannt gebliebenen Person Uhr und Brieftasche ous den polnischen Barteien ergeben. Die auf diese Weise herge geftolen hatte. In der Verhandlung erzählte der Angeflagte eine Berlin und gegend. Seltweile beiter, aber sehr fühl und überstellte polnische Einheite front hat allerdings Korfantn, der damit die höchft meriwürdige Geschichte. Cr fei eines Tages nach Brig gewiegend bewölft, mit geringen Niederschlägen und ziemlich frischen, zwischen Führung im oberschlesisch- polnischen Parlament zu haben glaubte, wandert, um dort Arbeit zu suchen. Bei dem Rüdwege über das Nordwest und Nordost schwankenden Winden. wieber so übermütig gemacht, daß fegt auch die polnischen Sozia Tempelhofer Feld fei er von einem elegant gefleibeten fiften und nationalen Arbeiterparteiler ihm öffentlich bebeuten, ihre errn angesprochen werden, der ihn gefragt habe, nb er fich ein paar Tausend Mart verbienen wolle. Er, der Angeklagte, habe zus Gefolgschaft fönne auch in nationalen Fragen eine gewisse Grenze gefagt und nun habe ihm der unbekannte Elegante folgendes erhaben. Storfanty ist zwar mit Erfolg für ein gefchäftszählt: Er habe sich im Felde ein unheilbares Leiden zugezogen ordnungsmäßiges Ausnahmerecht gegen die deutschen und fürchte geiftestrant zu werden. Er sei deshalb des Lebens über Abgeordneten eingetreten, hat aber bei Angriffen gegen die angeblich brüffig, habe aber nicht den Mut, sich selbst das Leben zu nehmen, zu deutschfreundliche Rationalitätenpolitif der Warschauer Re- fchon um zu verhindern, daß seine Kinder mit dem Malel behaftet gierung bie Unterstützung der polnischen Bintsparteien nicht mehr ge mürden, daß ihr Bater ein Selbstmorder fei. Er bitte beshalb ihn, funden. den Angeklagten, von hinten ihm mit einem großen Feldstein den Ropf zu zerfchmettern. Als Aequivalent hierfür fellte er seine gefüllte Brieftasche und die goldene Uhr erhalten. Diese Er zählung des Angeflagten rief naturgemäß allgemeines Kopfschütteln hervor. Der Angeklagte erzählte dann weiter, daß jener Unbekannte inbrünstig ein Gebet gesprochen und bann den tödlichen Schlag erwartet habe. Ihm, dem Angeflagten, sei aber der Mut ent. gangen, er habe Prieftasche und Uhr, die der Unbekannte neben fich gelegt habe, ergriffen und fei damit davongelaufen. Diese phantaftische Geschichte fand feinerlei Glauben. Zufällig öffnete einer der Beisiger der Straffammer die Brieftasche und entbedte in dem Futter eine Bisitenterte, die den Namen eine Fabrit. befihers Dr. R. in der Kantstraße trug. Das Gericht teschloß, zur laben zu lassen und fette bie Verhandlung auf amei Stunden aus. weiteren Auffiärung den Dr. N. durch das zuständige Bolizeirevier Nach dieser Zeit erschien der Zeuge Dr. R. und befundete, daß die phantastische Geschichte, die der Angeflagte vorgetragen hatte, Mort An der Effekten börje haben die heftigen Schwanfungen für ort wahr fei. Der Borsigende wies in erregten Worten der Devisen eine große Unsicherheit ausgelöst. Die Spekulation darauf hin, daß durch derartige Handlungen sehr leicht ein Jufti 3tritt bereits den Rückzug an und bringt ihre Gewinne in Sicherheit. jener Tat verstanden hätte, fo wäre lediglich eine Anflage wegen mord entstanden wäre. Benn nämlich sich der Angeklagte zu Bei den Banten herrschte heuts vormittag ein starker Andrang des Bergehens gegen den§ 216 StGB.( Tötung auf ausbrüd Bublitums, bas Bertaufsaufträge aufgibt, um jedenfalls Lei den times und ernstliches Berlangen des Getöteten) möglich hohen Kursen Gewinne zu realisieren, Am Wertpapier gemelen. Tatsächlich wäre jedoch bei dem vorliegenden Sachverhalt martt herrschte heute auf der ganzen Linie das Angebot vor. ohne weiteres eine Anflage megen Raub mordes erfolgt, da Besonders start waren die Abschwächungen bei dm Balutapapieren niemand bem Angeklagten geglaubt hätte, daß sich der Sachverhalt und Kolonialwerten, fo abgespielt habe, wie jezt der 3euge Dr. R. bestätigt hat. Das Bericht tam zu einer sehr milden Auffassung und perurteilte ben Angeflagten, cbmohl er mehrfach vorbestraft ift, nur zu drei Monaten Gefängnis, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen wurden. Tendenzumschwung an der Börse. Dollarkurs zurückgegangen. Während heute vormittag im Verkehr zwischen den Banten ber Dollar noch mit 4500 gehandelt wurde, trat an der Börse plög lich ein Rüdfchlag ein, der den Kurs bis auf 4025 brüdte. Die Ursache ist in den Meldungen über das Zustandekommen einer Einigung über das Ausgleichsverfahren und in verschiedenen Ge rüchten über eine beabsichtigte Erleichterung der Devisenverordnung au fuchen. Ueber fagteren Buntt fursieren allerdings ebensoviele Versionen, die auf eine Verschärfung hindeuten. Es herrscht voll. tommene Unflarheit. 1 holländischer Gulden Devisenkurse. 1 argentinischer Papier- Beso 1 dänische Krone. 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 schwedische Strone 1 finnische Mort 1 japanischer Den 1 italienische Lire 1 Bfund Sterling 1 Dollar 1 franzöfifcher Frant 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 1 spanischer Befeta 100 österr. Kronen( abgeft.) 1 tschechische Scone 1 ungarische Krone 1 bulgarischer Lewa 23. Oftober Räufer Berfäufer ( Geld-)( Brief-) Aurs Kurs 1600- 1608.1476.30 1488.70 278.80 280.20 727.17 780.88 817.95 822.05 1087.27 1092 73 94 50 95.167 92 21. Dttober Käufer Berläufer ( Geld.)( Brief-) Aurs Kurs 1596.- 1604 802 24 781.04 104.78 Müllabfuhr und Vertvaltungskosten. In feiner legten Sigung beschäftigte sich der Magiftrat mit 1790.67 1784.88 der Neufestsehung des Hundertsages für die Müllabfuhr und einer Neuregelung der Berwaltungstoften in Geschäfts- und Industrie808.76 häusern. Der Wohnungsausfuß tam in feiner legten 784.96 Gigung, wie mitgeteilt, zu der Ansicht, daß zur Wiederaufnahme 884.21 der Müllabfuhr eine Erhöhung des Hundertfages auf monatlich 1177.05 1182.95 200 Broz. der Grundmiete unerläßlich notwendig sei. Von der 105.27 Erwägung ausgehend, daß für den Monat Oftober nach den gesetz1985.15 1944.85 2144 62 2155.88 lichen Beftimmungen eine Erhöhung der einmal festgesetzten 50 Bro3. 187.08 187.97 nicht mehr vorgenommen werden fann, beschloß der Magistrat 18201.87 18295.68 19700.60 19799.40 in feiner geftrigen Sihung mit Wirkung vom 1. Movember ab den 4074 78 4095.22 4418.92 4441.08 hundertsaß auf 400 roz. zu erhöhen, indem er aus216.75 298.25 829.17 830.83 brücklich dabei berücksichtigte, daß nach zuverlässigen Mitteilungen 491 20 493.74 Dom 1. November ab eine wesentliche Erhöhung der Frachtsäße bei 803.98 808.02 der Eisenbahn in Kraft tritt. Was die Verwaltungstoften 678.80 681.70 und die Kosten für die technischen Hausangestellten in Geschäfts- und 5.88 5.87 Industriehäusern betrifft, beschloß der Magistrat auf bringende Vor. 148.14 148.86 ftellungen des Demobilmachungskommissars hin, hier eine Trennung 1.71 1.78 vorzunehmen und die Berwaltungstoften auf 40 Broz. der Grund 29.82 29.48 miete zu bemessen, die Löhne für die technischen Hausangestellten 167.08 446.88 448 62 740.64 744.86 615.95 619.05 183.16 183.84 Sport. Großer Preis von Berlin. In Mariendorf nahm der Große Preis von Berlin, bei bem es 150 000 m zu gewinnen gibt, feinen( portlich einwandfreien Berlauf. Der Fovorit Erdmann mußte fehr viele Zulagen gutmachen, dabei verfiel er in der Hize des Gefechts wiederholt aufs Galoppieren. Als er zum Schluß aber ficher und frisch ging und Clematis blau im Endkampf überholen wollte, fuchtelte der Fahrer Grube derart mit der Beitsche, daß Erdmann zum Galopp aufiprang. Grube murde mit einem Tag Lizenzentziehung wegen feines unClematis blau flegte mit eincinhalb Längen, und der Fahrer gebührlichen Gebrauchs der Beitsche bestraft. 1. Mennen. 1. Shivester( Staupper jr.), 2. Juglans( E. Dreher), Zoto: 18: 10. I. 13, 16, 28: 10. Ferner 3. Soffnung II( 3. Mins). liefen: Bontzefina( 4), Balalt, Lumpt. Ninon I, Lena I, Martha III, Frömming). Toto: 257: 10. pfilanti, Nelly VIII. Stogeninft, Normanne I d. 2. Rennen. Clara I( Bebne), 2. Crocus( ft. Brandt), 3. Hartenfels Diomedes( 4.), Rafael, Seewind, Sigurd, Branto I. Gdinhart. Topinambur. I 39. 18, 14: 10. Ferner liefen 3. Rennen. 1. Amazonta( Hofbauer jr.), 2. Jeffries jr.( W. Lemzer), 3. Fenelon( Beth). Soto: 41: 10. 31. 12, 11, 18: 10. Ferner liefen: glerentiner( 4.). Hetbefee, Gamein, Ballonfönigin, Nachtfalter. ( 4. Rennen. 1. Clematis blau( Grube), 2. Erdmann( M. Ringius), 3. Fiscus( Lichtenfeld). Toto: 31:10. Bl. 13, 12. 45: 10. Ferner liefen: Schlips( 4.), Ludmill I, Mirabilis I, Durchbruch, Flott, Mac Gregor, Zeitgeist, Stufertrud. 5. Rennen. 1. Leichtsinn( G. Jauß), 2. Zootbero( Weidmüller), 8. Libanon( Ad. Freundt). Toto: 127: 10. L: 43, 45, 36:10. Ferner Liefen: Favorita 2.( 4.), Kaver, Wilhelmina, Huschabell, Cybina, Josef, ut, Glücksdirndl, Ethelbert, Fritjof I. Gedrus. 6. Rennen. 1. Gudrun II( Snöpnabel, 2. Fanny Hale( J. Mills), 3. Albatros( M. Ringius). Toto: 37:10. BL: 18, 22, 70:10. Ferner tiefen: Allertony( 4), Wanized, Grane( disqu.). Frühauf, Heiderose B., Bosh( bisqu.), Glüdemädel, Mädel, Falter, Matabor L 7. Rennen: 1. Doby( harifeil), 2. Brocade( Tölemann), 3. Manteuffel( Weidmüller). Toto: 88:10. B: 14, 12, 13:10. Ferner liefen: stuia Dillon( 4), Marichall Hindenburg, Araber, Mandarin, Pique( W.), Dictator Beter, Duza, Madensen. 8. Rennen: 1. Bila( Staupper jr.), 2. Der Bilant( Steger), 3. Evelyne( Supplinger). Toto: 26:10. L: 15, 26, 20:10. Ferner liefen: Dinaburg( 4.), Jadi, Maximum, Charlotte Stujer, Mariza, Mars III, Berdun, Faltenbahn, Languste, Caerna, Turbinellus, Liefe E., Salon ir., Handfeft. Fußball- Städtekampf Berlin- Leipzig 3: 2. Bei berrlichem Herbstmetter hafen fich am Sonntag die beiden Städtemannschaften Berlins Leipzigs. In lester Minute mußten noch Eriazspieler eintreten. et Leipzig stellte Berlin jehlie Montag, der durch Bark erfekt wurde. Schmöller und Lederer ein. Die Berliner Elf ist von Anfang an über. legen; im Sturm ragt Troschinsky hervor; der in der eriten Epielhälfte Nach der Bause gleicht Leipzig aus. das einzige Tor für Berlin schießt. Jeboch erhöht Troschinsty eine Minute später Berlins Torzahl auf 2 Leipzig ftellt dann durch einen Strafftos das Resultat auf unentschieden. Nachdem Lobed wenige Minuten später wieder für Berlin einfendet, ist bas Schidfal der Leipziger befiegelt. Gewerkschaftsbewegung = lung des Verbandes verwies, der den Uebertritt der Organisation| wahlen, die am 19. November in Oberschlesien stattfinden. Auch die zum Deutschen Metallarbeiterverband empfiehlt. Durch diesen mit Führer der bisherigen USP. Oberschlesiens beteiligten sich und ereiner Zweidritteímehrheit gefaßten Beschluß sei die Organisation der flärten die Unterschrift des einen von ihnen, Rauh( Gleiwiz) unter Kupferschmiede Deutschlands vor die Frage gestellt, ob fie fernerhin dem Aufruf Ledebours für gefälscht. Alls Spigentandidaten Lohnverhandlungen der Gemeindearbeiter. in der bisherigen Form bestehen bleiben oder sich dem Metall- für den Reichstag wurden die Genossen Otonsky, Frau Haute Das Lohnkartell für die Gemeindebetriebe hatte zum Sonntag arbeiterverband anschließen wolle. Der Redner warf alsdann einen und der bisherige Unabhängige Baron Ratibor aufgestellt, für e Versammlung der Funktionäre des Verbandes der Staats: Rückblick auf die Entwicklung der Gewerkschaften in Deutschland und den Landtag die Genossen Frand, Paul Haute, der bisherige and Gemeindearbeiter nach Boekers Festsälen einberufen, in der kam zu dem Schluß, daß es im eigensten Interesse der Kollegenschaft Unabhängige Now ad und der Gewerkschaftsvorsitzende Karger. Bolenste über die mit den Magistratsvertretern geführten liege, der Empfehlung der Kaffeler Generalversammlung na dh3u. Lohnverhandlungen für Oftober berichtete. Redner hob hervor, daß kommen. Nur große Industrieverbände würden zukünftig macht. Anschließend wurde eine Beitragserhöhung und ferner die Erhebung es zurzeit ungemein schwierig sei, im voraus eine Lohnforderung voll genug sein, den großen Verbänden der Arbeitgeber ein Gleich eines Stundenlohnes von allen Mitgliedern als besondere Wahlaufzustellen, weil die fprunghaft einsetzende Teuerung bei allen gewicht entgegenzusehen. Hier handle es sich darum, die gesamten beihilfe beschlossen. Die bisherigen unabhängigen Abgeordneten Lebensbedürfniffen von einem zum anderen Tage gewaltige Preis. Arbeitskräfte in der Metallindustrie in einen mächtigen Industrie. Lichtenstein, Ziaja und Rauh, die von der Konferenz nicht wieder in fteigerungen schaffe. Die Tariftommission habe sich angesichts der verband zusammenzufassen. Borschlag gebracht wurden, verließen unter Protest die Versamm obwaltenden Verhältnisse darauf beschränkt, zunächst einen Borlung und erklärten, daß fie fich Handlungsfreiheit vorbehalten chuß für alle Gemeindearbeiter auf die zu gewährenden Lohnmüßten. zahlungen zu forbera. Für den auszustellenden 14. Lohntarif habe die Tariffommission fich auf folgende Forderungen geeinigt: In der folgenden Aussprache, die sich bis in die Mitternacht stunde ausdehnte, erklärten sich besonders die fommunistischen Redner entschieden gegen den Anschluß. 3ista( Bevollmächtigter des Deutschen Metallarbeiterverbandes) wies in seinen sachlichen Aus1. Neuregelung der Löhne, 2. Erhöhung der führungen die von den Gegnern vorgebrachten Argumente als nicht Zulagen für Schwerarbeiter und für technische stichhaltig zurück. Infolge der fortschreitenden wirtschaftlichen Ent Betriebe, 3. Erhöhung der Einkommensgrenze widlung habe sich die Erkenntnis von der Notwendigkeit des zu für die Kinderunterstügung. Am 19. Oftober sei mit den Magistratsvertretern verhandelt, sammenschlusses der Gewerkschaften zu großen, schlagfertigen Berein Ergebnis jedoch noch nicht erzielt worden. Der Magistrat wolle bänden durchgerungen. Den einzelnen Gruppen verbleibe dabei die Gewähr, im Rahmen der Organisation ein vollständiges Eigenleben erst at warten, wie hoch die Reichslöhne bemessen werden. Dagegen zu führen. Ganz unlogisch fei die vorgebrachte Behauptung, daß ist uns zugesagt worden, daß ein Vorschuß in Höhe von 2000 m. fleine Organisationen den Kampf gegen das Unternehmertum besser ( bie Tariffommission hatte 4800 m. für alle über 20 Jahre alten Bollarbeiter gefordert) gezahlt werden solle der aber noch nicht führen könnten. Wäre das wirklich der Fall, so müßten alle größeren gezahlt worden ist und vom Magistrat in seiner gestrigen Gizung, Berbände in Atome zerschlagen werden. abgelehnt wurde. Soweit belant, soll die Festlegung der Reichslöhne am Mittwoch stattfinden. Wir haben dem Magiftrat wissen lassen, daß die Aufregung in den Betrieben über diese Ver. fchleppung groß ist und daß wir feine Garantie für Aufrechterhal tung der Ruhe übernehmen können. Ein Beschluß wurde von der Versammlung nicht gefaßt. Gewerkschaftskonferenz für das Saargebiet. Dem Bericht von Bolenste folgte eine lange und lebhafte Aus. sprache, in der das Verhalten des Magistrats abfällig fritisiert wurde. Koch I( Vertreter des Deutschen Metallarbeiterverbandes) Lemerkte, daß die Not der Gemeindearbeiter von den Magistrats. Betriebsvertretung und dem Bezirkssekretariat. Die Frage ob Frank vertretern bei den Berhandlungen anerkannt worden sei. Sie hätten aber erklärt, noch nicht in der Lage zu sein, auf die Forderungen näher einzugehen. Stetter vom Hauptvorstand der Gemeinde, und Staatsarbeiter sprach die Hoffnung aus, die Lohnverhand'uns gen der Epigenorganisationen mit der Regierung am Mittwoch be. enden zu fönnen. Zweifellos würden die Gewerkschaftsvertreter der Regierung den Ernst der Situation vor Augen führen. einem anderen Redner wurde noch mitgeteilt, die Gasbetriebsgesellschaft habe ihren Arbeitern bereits 2000 M. Borschuß gezahlt. Bor unüberlegten Schritten wurde von mehreren Rednern gewarnt. Schließlich stimmte die Bersammlung einem Vorschlag zu, daß das Lohnfartell bzw. die Tariffommission mit dem Magistrat erneut verhandeln foll. Gautag der Bankbeamten. Bon Ein Gautag des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bantangestellten( Gau Groß- Berlin, Brandenburg) wurde am Sonntag in den Germania- Sälen abgehalten. Aus dem Geschäfts- und Kaffenbericht ist hervorzuheben, daß im letzten Geschäftsjahr eine Berdoppelung der Mitgliederzahl erfolgt ist. Dieser Erfolg gestaltete auch die Staffenverhältnisse fehr günstig. Aus der umfangreichen Diskussion tristallisierte sich der allgemeine Wunsch nach einer gründlichen Reform der Sagungen auf demokratischer Grundlage. Der Gautag, der das Gros der Berliner Banfangestellten repräsentiert, forderte von der Zentralleitung, alles zu tun, um einer weiteren Verschlechterung der Angestellten wirffam entgegenzutreten. Das letzte Tarifabkommen wurde als undis= Putabel gegeißelt und der Zentralleitung aufgetragen, den leht ergangenen Saiedsfpruch mit verschärffem Rampf im Reich zu beantworten. Der Ortsausschuß Saarbrüden des ADGB. beschloß zum 12. November eine Konferenz der Gewertschaften im Saargebiet einzuberufen. Die Konferenz foll sich mit der Währungsfrage befaffen( Entlohnung, Bant- und Steuerwesen), mit dem Thema der oder Mard ist für das Eaargebiet besonders wichtig, zumal im Hin blick auf den Wucher, der bei Umrechnung der Franken in Mart und beim Ankauf von Mart getrieben wird. Das Steuerwesen ließ handel, Industrie, Handwerk und die freien Berufe von Steuereinfchähungen frei, während die Lohn- und Gehaltsempfänger ihren Behnten abliefern müssen. Während sie heute soviel Steuern zahlen als fie 1921 an Einfommen hatten, zahlen sie ihre Steuern vielleicht anfangs nächsten Jahres nach ihrem Einkommen vom Jahre 1921. Beabsichtigt ist die Zusammenfassung aller freigemerffchaftlicher Organisationen in eine Bezirksvertretung. Da nebenher eine fommunistische Siebenerkommission einen Allgemeinen ArbeiterausschußRongref propagiert, weist der Ortsausschuß Saarbrüden besonders darauf hin, daß die Konferenz, die nebenbei bemerkt als Rongres bezeichnet wird, auf Quertreibereien von fommunistischer Seite nicht reagieren wird. Die Streifenden Seeleute in Marsaille beschlossen in einer von 3000 Mann besuchten Versammlung, ben Kampf um den Acht. stundentag bis zum Aeußersten fortzusetzen. Die Werftarbeiter erklärten sich mit den Seeleuten folidarisch. Die städtischen Arbeiter wollen heute einen 24stündigen Proteststreit zugunsten der Streifenden bzw. des Achtstundentagestampfes beginnen. Aus der Partei. Oberschlesische Bezirkskonferenz. Oberschlesiens, an ber auch die Genossen Dr. Adalf Braun Eine Barfeitonferenz der vereinigten Sozialdemokraten Deutsch( Parteivorstand), Scholich( Mittelschlesien) und Anderset ( Polnisch- Oberschlesien) teilnahmen, nahm ein Referat des Genossen Reichstagsabgeordneten Olonsky über die politische Seite der bevor stehenden Wahlen für Oberschlesien entgegen und besprach dann nach einem furzen Referat des Landtagsabgeordneten Genossen Haufe die technische Durchführung der Wahl und die Aufstellung Kupferschmiede und Metallarbeiterverband. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Berbandes ber Kupferschmiede Deutschlands am Freitag im Gewerkschaftshaus hatte als einzigen Bunft: Uebertritt zum Deutschen Metallarbeiter verband" auf der Tagesordnung. Referent war Hecht, der ein leitend auf den Beschluß der in Kaffel stattgehabten Generalversamm| der Wahlvorschläge für die Reichs-, Land- und ProvinziallandtagsDer Blaue Vogel Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Allabendlich 8, Uhr: Das neue dritte Programm. Vorverkauf an allen Theaterkassen und an der Kasse d. Theaters v 11-2u ab 6 Uhr abends Russ.- Rom. Theater Friedrichstr. 218( Apollo- Th.) Ballett, Pantomine, Oper Abends 7 Uhr Ende 10 Uhr Maienkönigin. Les Millions d'Arlequin. Gudals Festgelage. Bojarenhochzeit. Künstlerisch Leirer Boris Romanoff Ballettm. des ehem. kaiserl. Theaters in Petersburg. Soeben erschien! Soeben erschien! Soeben erschien! Manabendra Nath Roy INDIEN Inhalt: Vorwort zur deutschen Ausgabe/ Einleitung/ L. Das Wachstum der Bourgeoisie/ II. Die Lage der Landbevölkerung/ III. Das Proletariat: 1. Historischer und sozialer Hintergrund/ IV. Das Proletariat: 2. Entwicklungsprozeß/ V. Das Proletariat: 3. Gegenwärtige Lage und Zukunft/ VI. Die politische Bewegung: 1. 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Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Gewinn- Muszug ber 20. Breuß- Südb.( 246. Preuß.) Klaffen- Lotterie 11. Ziehungstag 5. Klaffe 21. Oftober 1922 u jebe gezogene Nummer jind givei gleich hohe Gewinne geraden, und zwar je einer auf die Lole gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Ohne Gewähr. Nachbrud verboten. In der Abteilung 1 wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 4 zu 15000 M 41899 217967 4 zu 10000 M 9220 170347 28 zu 5000 M 481 81 7278 143437 179359 187208 188238 241392 253380 260191 2 6118 299874 302271 340613 346220 104 za 3000 M 7435 27212 27950 43153 49713 51332 54631 53692 85200 73954 82491 87307 91991 105978 111878 116366 122583 125915 127134 127796 128338 128981 12-892 133985 138805 142212 154087 174216 174706 181582 203477 217941 2210 8 27573 228895 234325 61882 264825 266605 269552 275655 279870 281070 288181 290405 292951 293825 302926 329.18 343647 353718 357827 In der Abteilung 2 wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 4 zu 3: 000 M 24373 290758 28 zu 6000 M 24832 50297 55951 75984 98236 139237 151080 161797 245278 272370 85735 332185 353012 142 zu 3000 M 917 5289 8375 8993 10093 14726 21693 24088 25785 2646450/3 460 0 81293 64497 69308 76925 81149 93 65 110827 111484 115653 140338 141787 154238 160422 169019 171369 173293 175743 181103 189932 191213 194829 203761 2 6.2 207857 2083 38 211408 2169-9 2 0434 22 38 228156 234747 234776 236048 23 155 237085 240091: 50340 283521 284441 289: 23 291185 292330 2 28 5 295297 298832 305327 39688 315634 821220 330449 334226 337829 340018 340181 340325 349149 349523 360388 866201 Ju der Abteilung 3 wurden Gewiss 1500 Mark gezoge 2 zu 40000 M 5.660 2 zu 30000 M 167038 4 zu 10000 M 30927 292593 20 zu 000 M 46800 103388 112398 136027 150158 160909 182493 217903 279003 348244 138 zu 3000 M 924 1725 2963 8226 7419 8859 9406 9936 10289 10770 11993 20953 38928 43819 60452 63433 68016 7820 88781 945 2 100 38 100874 107073 109197 111815 11545 11 021 133340 1345 8 138994 139766 146979 150481 167564 1710 9 178072 20008 204 21 204484 20647 214520 215078 225 33 235: 05 237291 237776 238500 244386 245889 248699 2556 2 267986273325 282123 82558 292265 295337 30048 308184 316790 3.9786 326877 327267 332624 343292 4730 359217 3 3332 3655 6 Die in dem vorstehenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niedrigeren Gewinne find aus den Liften zu ersehen, die bei den staatlichen Lotteries Ginnehmern zur unentgeltlichen Einsicht ausliegen, zu alten Breifen Anzüge Jünglingsgrößen, in guter Berarbeitung 3500.- bis 9500.Schlüpfer für Jünglinge, warme molige Stoffe 8500.- bis 9500.Hosen größte Auswahl gute Stoffe 945.- bis 6850.Belze in jeder modernen Belzart 945. bis 38 Verkäufe 500.Anzüge für jede Figur paffent la Arbeit 5500.- bis 28500.Raglans neue Formen Schie e Qualitäten 4950.- bis 32500.Joppen fchwere Stoffe, warm gefüttert 3500.- bis 6850, Damen Mäntel elegante Fafons und gut: Stoffe 1850,- bis 18.600.ihhaus Cha lottenburg Bilmersdorferstr. 127 Etage, Ede Schiäerstraße Chaiselongues, Möbel Gofas, Auflagematragen, Patentmatraßen 2600. 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