Nr. 504 39. Jahrgang Ausgabe A nr. 248 Bezugspreis: Für den Monat Oftober 250,-., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband file Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Luxemburg 346,- M., für das übrige Ausland 515,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle Toftet 60,-. Reflamezeile 300,-. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 14, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes veitere Wort 12, M. Stellengesuche und Schlaf. 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Reichstagspräsident Löbe Nachdem das die Frage der Präsidentenwahl neu regelnde parteilich zu führen, Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben und Bedeutung ermessen zu können, aber die fünftige Geschicht verfassungsändernde Gesez gestern, Dienstag, im Reichstag meine Pflichten gewissenhaft zu erfüllen. Ich bin mir wohl beschreibung, die über unsere traurigen Nöte hinweg den in dritter Lesung mit mehr als 3weidrittelmehrheit ange- wußt, daß meine eigene Kraft und die Kraft der vom Vertrauen großen 3ug geschichtlicher Entwicklung nommen war, begaben sich Reichstagspräsident Löbe und die der Bolksvertretung getragenen Regierungen des Reichs und der unserer Zeit erkennen wird, sie wird wohl verstehen, was es Vizepräsidenten Dietrich, Dr. Bell, Dittmann und deutschen Länder allein nicht ausreicht, um die schweren bedeutet, daß sich die tausendjährigen deutschen Monarchien zu Dr. Rießer zum Reichspräsidenten, um ihn sofort Aufgaben der Gegenwart und der Zukunft zu lösen; sie wird nur einer Republif verwandelten, in der den Männern und Frauen und in feierlicher Form von diesem Beschluß in Kenntnis zu sich durchsetzen, wenn sie sich vereinigt mit den lebendigen, schaffen aus der Masse der Aufstieg zu den höchsten Staatsämtern setzen. ben und wirkenden Kräften des ganzen Voltes, wenn sie offenstand. Leute, die sich für ,, national" halten, höhnen gestützt wird von dem staatlichen, wirtschaftlichen und geistigen darüber. Würden sie wirklich national sein, so würden sie Leben unserer Nation. Darum wird es mein stetes Bemühen sein, bedenken, daß sich die Erneuerung der Volkskraft immer nur über alle Verschiedenheiten der Interessen und Weltanschauung aus der Tiefe heraus vollzogen hat. hinaus die großen und wertvollen Kräfte unseres Voltstums zu. Es ist begreiflich, wenn auch schmerzlich, aus politisch unsammenzufassen und zusammenzuschließen in dem uns allen aufgeflärten Schichten immer wieder den Ruf zu hören: Was Gemeinsamen: der Liebe und Pflicht, der Treue zu Bolk und schert uns die Republik? Was nühen uns Sozialdemokraten Baterland. Was uns auch forft trennen mag, im flaren Bewußt in den Aemtern? Wir wollen Brot, Fleisch, Kartoffeln, Klei sein unserer Pflichten gegen die Nation müssen wir der, Wohnungen! Wer politisch denken kann und geschichtliche alle uns in Einigkeit da zusammenfinden, wo es fich handelt um Zusammenhänge begreift, der weiß, daß dies alles in den die Grundfragen des Lebens und der Zukunft unseres Volkes und ersten vier Jahren nach dem schwersten und für uns verlorenunjeres Baterlandes. sten aller Kriege nicht geschafft werden konnte; aber über die Not des Tages hinaus sieht er in dem, was geworden ist, tröstende Gewähr für die Zukunft. richtete an den Reichspräsidenten, der das Reichstagspräsidium im Beisein des Reichstanzlers und des Reichsministers Dr. Köster empfing, folgende Ansprache: Herr Reichspräsident! Der Deutsche Reichstag hat in seiner heutigen Sigung mit 314 von 391 abgegebenen Stimmen, also mit einer ganz überwiegenden Mehrheit, welche die in der Verfassung vorgeschriebenen zwei Drittel weit übertrifft, dem Antrag zugestimmt, den zweiten Satz der Reichsverfassung wie folgt abzuändern: Der von der Nationalversammlung gewählte Reichspräsident führt sein Amt bis zum 30. Juni 1925. Ueber das, was für das Ganze notwendig ist, wird es stets verschiedene Meinungen geben; es wird sich nicht vermeiden lassen, Die gefeßgebende Körperschaft hat damit dem bisherigen Pro daß Gegensätze der Interessen und der Ideen aufeinanderstoßen. visorium ein Ende gemacht und Sie, Herr Reichspräsident, Aber diesen Kampf so zu führen, daß er nicht in einen Zusammen gebeten, Amt und Würde des ersten Präsidenten der prall der Leidenschaften, nicht in blinde Selbstzerflei beiterbewegung zur politischen Macht. Dieser Aufstieg Deutschen Republit bis zum 30. Juni 1925 zu übernehmen. fchung ausartet, muß unser gemeinsames Bestreben fein. Daß In der, schwersten Zeit unseres Baterlandes, nach einem alle in diesem Geiste wirken und ihn verbreiten mögen, ist die furchtbaren Zusammenbruch, inmitten immer neuer politischer und Bitte, die ich an Sie, meine Herren, den Reichstag und alle vom schärfsten Druck der deutschen Frauen und Männer, die guten Willens wirtschaftlicher Erschütterungen, Siegermächte bedroht, haben Sie im Jahre 1919 ein Amt auf find, in dieser Stunde richte! Im Laufe des Nachmittags stattete der Reichspräsident fich genommen, in dem nach unserer aller Bewußtsein feinerlei Anerkennung, geschweige denn Dant erwartet werden konnte. dem Präsidenten des Reichstages einen Gegenbesuch ab. Sie folgten, wie Eie damals fagten, einem Rufe der Pflicht. Wenn Ihnen heute die deutsche Volksvertretung mit großer Mehrheit die Fortführung des hohen Amtes anträgt, so befundet sie Was wir in den letzten vier Jahren erlebten und was wir gestern erlebten, ist ein Stück vom Aufstieg der Ar hat unendlich viele materielle Wünsche unerfüllt gelassen; er war von vielen Enttäuschungen begleitet, und er ist vor Nüdschlägen nicht geschüßt. Dennoch: es ist etwas Großes darin, wie die sozialdemokratische Arbeiterbewegung aus ihrer einstigen Ohnmacht zur Macht emporzuſteigen begann, wie einstmalige Seher, Sattler, Schreiner, Zigarrenwickler, Weber und Schmiede in leitende öffentliche Stellen hineinwuchsen und fich, in ihnen bewährten. Töricht wäre es, zu fragen:" Was nüßt das uns?" Abgesehen davon, daß sich das gar nicht meffen läßt- da man zwar weiß, daß es den Massen schlecht geht, aber nicht weiß, um wie viel schlechter es ihnen ginge, wenn noch die Junker regierten ist das gewiß noch nicht alles, aber ebenso gewiß ist es ein großer Anfang. Die Offiziere und Adligen der alten Zeit hatten schon das richtige Klassengefühl, wenn sie den Kaiser als den Ersten ihres Standes betrachteten und behandelten. Die sozialdemokratischen Arbeiter schaden ihrer Sache wahrhaftig nicht, wenn sie dessen eingedent bleiben, daß der Mann, der heute an der Spize der Republik steht, einer aus ihrer Mitte ist. In wenigen Tagen vollenden sich vier Jahre, seit der Damit ihren Dank für die bisherige Führung Ihres Amtes, für frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Friz Ebert Ihren lugen Rat in schwierigen Situationen, für Ihre er an der Spitze der deutschen Republik steht. An dem Lage, an folgreiche Bermittlung in inneren Krisen, den Dank da- dem sie sich aus den Trümmern des Kaiserreichs erhob, überfür, daß Gie all die Jahre hindurch als Anwolt bedrängter trug der lezte kaiserliche Kanzler, der Prinz Max von Baden, Landsleute gewirkt und sich jederzeit an die Spitze gestellt haben, das für seine Schultern zu schwer gewordene Amt auf den wenn es galt, organisatorische Werke zur Linderung der Not Borsigenden der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Ebert. unferer Zeit tatkräftig zu fördern. Sie bekundet damit das Ver- Am nächsten Tag aber bildete sich aus dem Willen der revo trauen, das über den Kreis der Zustimmenden hinausreicht bis in lutionären Arbeiter und Soldatenräte der sechsköpfige" Rat jene Reihen, wo man aus politischen Gründen, nicht aus persön der Volksbeauftragten", der von den damaligen Mehrheitslicher Gegnerschaft eine andere Entscheidung vorgezogen hätte, das sozialisten und Unabhängigen paritätisch besetzt wurde; auch Vertrauen, daß es Ihnen vor allem anderen gelingen werde, auch hier war Ebert ein führender Mann. Er blieb es, als in der in Zukunft mit Umsicht und Energie an der Lösung der schweren Dezembertrife der Austritt der Unabhängigen erfolgte und der Fragen mitzuwirken, vor denen unser Land und unser Volk gerade fünfköpfige Rat entstand, dem nur Mehrheitssozialisten angehörten. Am 11. Februar 1919 wählte die Nationalversamm Indem ich Sie, Herr Reichspräsident, zu der Entscheidung des lung, das erste deutsche Parlament, das auf Grund eines voll Reichstages im Namen des Präsidiums beglückwünsche, bitte ich Sie, fommen gleichen Männer- und Frauenwahlrechts gewählt seinem Wunsche zu entsprechen und Ihr Amt als erster Bräsident war, Ebert zum vorläufigen Reichspräsidenten. Nun hat der des Reiches weiterzuführen. Ich gebe dabei der Hoffnung Ausdrud, erste Reichstag der Republik auf dem Wege der Verfassungs- Um diese Sache geht's, nicht um den einzelnen Mann, der daß es während der nun beginnenden zweiten Hälfte Ihrer änderung Ebert zum verfassungsmäßigen Reichs Amtsperiode gelingen möge, die tiefe Not und Bedrängnis unseres präsidenten erklärt, dessen Amtszeit am 30. Juni 1925 Landes zu überwinden. Als Hüter der Verfassung, als wahrer der abläuft. In den Wochen vor diesem Tage wird dann die dies Rechte und Freiheiten des Volkes in der Deutschen Republik mögen mal verschobene Volkswahl des Reichspräsidenten zu vollziehen sein. Sie weiter Ihres hohen Amtes walten! Hierauf erwiderte jeht wieder stehen. der Reichspräsident: Herr Präsident! Die Republik feiert in wenigen Tagen ihren vierten Geburtstag. Sie hat Stürme von unerhörter Kraft erlebt und überstanden. Sie bleibt unter dem sozialdemokratischen Reichspräsidenten der Zukunftshort der körperlich und geistig schaffenden Massen, erfüllt und getragen von dem hohen eruf, im Kampf gegen feindliche Gewalten ein Zeitalter höherer sozialer Gerechtigkeit herbeizuführen. ihr in seiner Gesinnung treu geblieben ist, wenn auch tie Pflichten des Staatsoberhauptes die Rechte des Parteigenoffen start beschränken. Nicht Personen feiern wir, sondern Ideen. und darum rufen wir nicht:„ Es lebe der Reichspräsident!", sondern„ Es lebe die Republik!" Sicherlich hätte Eberts Lob in der Welt lauter geflungen, menn er nicht Sozialdemokrat wäre. Für die bürgerlichen Parteien liegt in dieser seiner Parteizugehörigkeit ein Grund, ihre Stimme zu dämpfen, wenn sie zu seinem Preis Stühungsaktion und Regierungskrise.. Ich danke Ihnen für die Mitteilung des Beschlusses des Reichs- erhoben werden soll. Wir Sozialdemokraten aber zeichnen tegs, der in Aenderung der bisherigen Verfassungsbestimmung das uns nicht eben durch die Neigung aus, unseren Parteigenossen Die Krise, die dem Kabinett Wirth in den letzten Tagen mir auf Grund des Gesetzes über die vorläufige Reichsgewalt über- lauter Annehmlichkeiten zu sagen. Auch Ebert hat, seit er drohte, kann als vorläufig vertagt gelten. Der Reichstag ist tragene Amt des Reichspräsidenten auf der rechtlichen Grundlage von der Partei rechten in Nürnberg als radikaler Scharf- am Dienstag auf wenige Wochen auseinandergegangen, ohne der Reichsverfassung erneuert und in seiner Dauer verfassungsmäßig macher", später von der Partei linfen mit noch ganz anderen endgültig die Gegenfäße auszutragen, die zwischen den Parfestgelegt hat. Haben Sie auch aufrichtigen Dank für die freund- Kofenamen angesprochen wurde, mehr Unerfreuliches als Er- teien bestehen. Das heißt nicht, daß die sozialdemokratische lichen Worte, die Sie in Verbindung damit an mich gerichtet haben. freuliches aus parteigenössischem Munde vernommen. Immer Reichstagsfraktion feinen Wert mehr darauf legt, bald posi= zur Stabilisierung der In der Zeit schwersten Schicksals Deutschlands habe ich das hin wird man, ohne einen alten Parteibrauch zu brechen, der tipe Maßnahmen Amt des Reichspräsidenten übernommen; ich tat es nur in dem seine guten Gründe hat, sagen dürfen: Ebert wäre nicht nach Mark zu sehen. Im Gegenteil, sofort nach Beendigung der Bewußtsein, mine Pflicht tun zu müssen gegenüber den Bolts- vierjähriger harter Brobezeit vom Reichstag mit so über- gestrigen Reichstagssigung trat, wie der Sozialdemokratische genoffen, die mir in harten Tagen ihr Vertrauen entgegenbrachten. wältigender Mehrheit als verfassungsmäßiger Reichspräsident Barlamentsdienst meldet, unsere Fraktion zufammen, um Im gleichen Gedanten ertiäre ich mich auch heute bebeſtätigt worden, wenn er sich in dieser Beit nicht bewährt sich nochmals mit dem von ihr am Montag aufgestellten reit, mein Amt weiter zu führen. Entscheidend für diesen im hätte. Die Laufbahn vom Sattlergehilfen über den sozial finanz- und wirtschaftspolitischen Programm zu beschäftigen Widerstreit verschiedener Erwägungen nicht leichten Ent demokratischen Abgeordneten zum verfassungsmäßigen Ober- und Schritte zu beraten, die unseren Vorschlägen zur Durchfchluß war für mich das mir durch die übergroße Mehrheit der haupt eines großen demokratischen Staatswesens legt man führung verhelfen sollen. Uebereinstimmend war die Fraktion gewählten Bertreter des deutschen Boltes erneut befundete Ber nicht zurüd, wenn man für sie nicht etwelche Gaben an Intelli- der Auffassung, daß es unmöglich ist, mit der Beratung und trauen. Getreu meinem vor der Nationalversammlung in Wei- genz und Charakter mitbringt. Durchführung unserer Forderungen bis zum Wiederzusammenmar abgelegten Gelöbnis, meine Kraft dem deutschen Volke zu Aber wenn wir heute, trotz aller drängenden Not, hier tritt des Reichstages zu warten, sondern sofort das Notwenwidmen, die Verfassung und die Gefeße des Reiches zu wahren, nicht von Marksturz, Brotpreisen und aus der Wirtschaftskrise dige getan werden muß. Reichswirtschaftsminister Genosse wird es mein alleiniges Bestreben sein, in Drang und Net dieser entstandenen politischen Krisen sprechen, sondern Eberts Robert Schmidt wurde deshalb zunächst ersucht, dem ReichsZeit der Republik zu dienen und nach bestem Sönnen zweiten Amtsantritt als geschichtliches Ereignis würdigen, so tangler Mitteilung davon zu machen, daß die Sozialdemomitzuarbeiten an der Gesundung und Erneuerung Deutschlands. tun wir das nicht des Mannes, sondern der Sache wegen. fratie auf schnellste Fortführung der am Montag Wie bisher, will ich mich auch fernerhin bemühen, mein Amt un- Wir stehen vielleicht den Dingen noch zu nahe, um ihre volle begonnenen, am Dienstag aber vertagten Parteiführer besprechung, insbesondere aber auf der Besprechung unserer Forderungen mit der Regierung besteht. Für die Beratungen mit der Regierung über die von der Fraktion gewünschten finanz- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen wurde eine Kommission von fünf Mitgliedern eingesetzt. Der Kommiffion gehören an die Genoffen Hermann Müller, Hilferding, Breitscheid, Krähig und Hertz. Falls sich im Verlauf der zu führenden Besprechungen Komplikationen ergeben, wird die Fraktion sofort zusammenberufen werden. Die Reparationskommission nach Berlin. Die Reparationsfommission hat gestern einstimmig befchloffen, fich nach Berlin zu begeben, um mit der Reichsregierung Maßnahmen zweds Stabilisierung der Mart sowie den gesamten Komplex der wirtschaftlichen Lage Deutschlands zu bespredjen. Sie wird am fommenden Monfag, den 30. b. M., hier einfteffen. Berlin, 24. Offeber.( WEB.) Die Retesregierung hat eine Reihe hervorragender Finanssahverständiger des Auslandes nach Berlin eingeladen, um mit ihnen darüber zu beraten, welche Maßnahmen für eine Stabilisierung der Währung bei der gegenwärtigen Lage Deutschlands ergriffen werden können. Die Beratungen werden, wie wir erfahren, in fürze stattfinden. Unter den Eingeladenen befinden sich u. c., nach einer Meldung des Soj. Parl.- Dienftes, der Engländer 3. M. Keynes, der Schwede Prof. G. Cassel, ferner die Holländer Biffering und Termeulen. Eine Meldung des Pariser Korrespondenten der„ Times" befagt hierüber: Sozialer Wiederaufbau- Vertrag. Der Fall Fechenbach. Eine sozialdemokratische Interpellation. Der Bertrag, der gestern zwischen dem französischen Senator Charpentier, dem Abgeordneten Poittevin, dem BürgerDie Sozialdemokratische Fraktion hat im Reichstag folgende meister von Reims, Rabe, dem Beigeordneten von St. Quentin, Interpellation eingebracht: Grisel, und dem Generalrat des Departements Aisne, Am 20. Oftobar d. I. sind vom Boltsgericht in München drei Doucedame, im Namen des Aktionskomitees der zer- Beitungsberichterstatter zu insgesamt 33 Jahren Zuchthaus wegen störten Gebiete Frankreichs mit dem Verbande sozialer Bau- angeblichen Landesverrats verurteilt worden, darunter der Jourbetriebe" abgeschlossen worden ist, hat eine ganz besondere nalist Felix Fechenbach zu 11 Jahren Zuchthaus. Tragweite. Er hat zum 3wmede, einerseits den Geschä= Ist der Reichsregierung bekannt, daß das Verbrechen des Landigten der zerstörten Gebiete Nordfrankreichs die Liefe desverrais vom Gericht barin erblickt wurde, daß diese Bericht rung von Baumaterialien und eventuell die erstatter Mitteilungen über Geheim organisationen gemacht Sicherstellung von Arbeitskräften zu garan- haben, die zwar in Bayern bestehen, aber nach den Reichsgeſetzen tieren und andererseits eine Schädigung des Deutschen Reiches haben, die zwar in Bayern bestehen, aber nach der Reichsgesetzen verboten find? durch kapitalistische Uebergriffe auszuschalten. In diesem Hält die Reichsregierung diese Rechtsprechung für mit den bes Punkte unterscheidet er sich wesentlich von dem Abkommen stehenden Gesegen vereinbar? Stinnes- Lubersac sowie von den anderen Berträgen, von Wie gedenkt die Regierung, gegenüber dem durch die bayerischen deren Abschluß in letzter Zeit in der Presse gesprochen Boltsgerichte geschaffenen Zustand die Rechtssicherheit worden ist. und die deutsche Rechtseinheit wieder herzustellen? Was gedenkt die Reichsregierung für die Opfer der Bolia. Wie gedenkt die Reichsregierung den außenpolitischen Schon wieder Postverteuerung! Im Berlehrsbeirat beim Reichspostministerium begründete der Reichs post minister die Notwendigkeit der Gebührenerhöhung zum 1. Dezember mit der unaushaltsam fortfareitenden Entwertung der Mark und der dadurch hervorgerufenen Verteue rung aller Betriebs- und Personalkosten. Die Postverwaltung bleibt mit den neuen Gebührenvorlagen noch so weit hinter der Geldentwertung zurück, daß bei Annahme der vorgeschlagenen Säke für 1922 noch ein Defizit von 33 Milliarden Mark Soweit wir die Sachlage übersehen, entbehren die bisher abgeschlossenen Verträge einer ernsthaften geschäftlichen gerichtsjustiz zu tun? Grundlage, soweit die französische Seite in Frage fommt. Es handelt sich offenbar bei ihnen vielmehr um eine halb Folgen des durch die bayerischen Bolksgerichte geschaffenen Zupolitische, halb geschäftliche Spefulation. Auf deutscher Seite scheint vollkommen übersehen worden zu sein, daß alle standes zu begegnen?" Berträge in der Luft schweben, sofern die Geschädigten selbst den französischen Vertragschließenden nicht mit der Lieferung von Baumaterialien beauftragen. lind die französischen Interessenten werden selbstverständlich nur dann fich an eine Im Zusammenhang mit dem Sturz der Mert erscheine es nach Vermittlungsstelle wenden, wenn sie zu dieser in jeder Be Ansicht eines Teils der Kommission angezeigt, an Ort und ziehung Vertrauen haben. Das scheint jedoch sowohl, was Stelle die Symptome zu untersuchen. In der Zwischenzeit ging'n den Marquis de Luberfac wie die anderen Herren, die mit die nicht formellen Erörterungen weiter. Auf der gestrigen Nach deutschen Kapitalisten Verträge abgeschlossen haben, anbetrifft, mittagssigung habe Barthou seine Gründe für eine genaue Ron- durchaus nicht der Fall zu sein. Anders verhält es sich mit dem Aktionsfomitee der zer trolle der deutschen Finanzen vorgebracht. Allgemein sei bekannt, daß die Kommiffion vielleicht weitere Stenern fordern störten Gebiete, mit dem der Verband sozialer Banbetriebe werde. Die Ansichten Bradburys und Bartheus über die Möglich- foeben den bereits erwähnten Bertrag abgeschlossen hat. teit der Festsetzung der neuen Steuern gingen jedoch aus ein. Diesem Aftionsfomitee gehören die repräsentatiosten Personander. Es sei nicht so sehr zu befürchten, daß Deutschland sie nicht lichkeiten der zerstörten Gebiete an. Es find in diesem erheben werde, als daß fie cine nur unbedeutende Summe Aftionsfomitee nicht nur eine Reihe hervorragender Barlaerbringen werden und daß der Sturz der Mark noch beschleu- mentarier der zerstörten Gebiete, sondern auch die gewählten nigt werde. Man sei der Ansicht, daß eine außerhalb stehende Bertreter der in Frage kommenden Gemeinden zusammengeStörperschaft nicht in die innere Finanzverwaltung schlossen. Es leuchtet ohne weiteres cin, daß gerade die Lokaleingreifen tönne, ohne eine ernste Berantwortung zu über- behörden den besten Einblick in die Bedürfnisse der Geschädigten nehmen, die nicht durch entsprechende Vorteile ausgeglichen werde. haben und mit diesen am nächsten und leichtesten sich zu verDie Erörterungen feien etwas atademisch geworden. Bradbury ständigen in der Lage sind. habe anerkannt, daß der Sturz der Mark so schnell gehe, daß einige feiner Borschläge bereits illuforisch feien, während der Vorschlag Barthous an sich nicht zur fofortigen Stabilisierung der Mart beitragen werde. Paris, 24. Ottober.( WTB) Der Londoner Sonderbericht erstatter des Matin" will über die Auffassung Lord Derbys in der Reparationsfrage erfahren haben, Lord Derby sei der Meinung, daß Frankreich auf einige seiner Hoffnungen werde verzich ten müffen. Dagegen ertenne er an, daß der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete, foweit wie möglich, eine Borzugsbehandlung erfahren müsse. Die Reparationsfrage müsse derart geregelt werden, daß Deutschland in der Lösung ein Mittel erblicke, felbst einer Ratastrophe zu entgehen, und daß es auf diese Weise moralisch gezwungen werde, Berpflichtungen gegenüber der gangen Welt einzugehen und sie ehrlich zu erfüllen. Man kann also annehmen, daß der foeben abgeschlossene Vertrag einen entscheidenden Schritt zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete bedeutet, und daß dabei sowohl die Intereffen der Bewohner dieser zerstörten Gebiete wie auch die finanziellen Intereffen des Deutschen Reiches gewahrt werden. Gerade der Ausschluß von Reparationsgewinnen wird es dem Deutschen Reiche ermöglichen, bis an die Grenze seiner tatfächlichen Leistungsfähigkeit gehen zu können, um die offene und schwärende Wunde der zerstörten Gebiete zu heilen. Empfang beim Kanzler. Die Verwaltung glaubt aber dem Bollsganzen besser verbleibt. werden. als wenn die Steigerung so sprunghaft vorgenommen wird, zu dienen, wenn die Gebühren nötigenfalls bald wieder erhöht das ber ganze Fehlbetrag durch eine einmalige Erhöhung gedeckt wird. Der Verfehrsbeirat stimmie dem zu und empfahl, dem Reichsrat und Reichstagsausschuß folgendes vorzuschlagen: Gebührenverdoppelung für Bottarten, Briefe, dienstliche Aftenbriefe von Behörden, Drudhachen, Anfightstarten, Ges fchäftspapiere, Warenproben, Mijfendungen( zusammengepadte Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben), Bäckigen sowie der Bersicherungsgebühren. Bostanweisungen bis 100 M. 10 M., über 100 M. bis 500 m, 16 m, bis 1000 m. 20 m, bis 2000 m. 24 m., bis 5000 m. 30 m., bis 10'000 m. 40 m. Patete in der Nah zone( bis 75 kilometer) bis 5 Kilogramm 60 M., über 5-6 Rilogramm 72 M., für jedes Kilogramm weiter 84 m., 96 m., 108 m., 120., 144 m., 158 m., 192 m., 216 M., 240., 264., 288., 312 M., 336 M., über 19 bis 20 Kilogrenun 360 Mt. In der Fernzone doppelt fobiel. Ausland: Briefe bis 20 Gramm 40 M., jede weiteren 20 Gr. 20 M., Postfarten 24 M., Drucksachen für je 50 Gr. 8 M. Telegraphengebühren: Gewöhnliches Telegramm auf alle Entfernungen Grundgebühr 20 M. und 10 M. für jedes Wort Bei Oris und Preffetelegrammen 10 M. Grundgebühr und 5 m. Bortgebühr. Rohrpost: Karten 21 Mt., Briefe 23 M. Boftfedverfehr: Sahlfarten halbe Bostanweisungs gebühr. Bargeldlos beglichene Zahltarten ebenso, höchstens 50 m. Bargeldlose Auszahlung 1 com Tausend des Betrages, Barauszahlung 5 vom Tausend des Betrages. Der Reichsfanzler empfing Bertreter des Attions fomitees für die zerstörten Gebiete Nordfrankreichs unter Führung des Redakteurs des Peuple", Grumbach. Staatssekretär Müller vom Reichsministerium für Wiederaufbau und Reichstagsabg. Silberschmidt wohnten tem Empfang bei. Anlaß des Besuches war Sein Hungertreit im Gefängnis zu Halle. Entgegen anders der heute erfolgte Abschluß eines Abkommens zwischen lautenden Meldungen erfährt die BS.- Korrespondenz von der Ber- dem Aktionskomitee und dem Verband sozialer Baubetriebe über waltung des Kirchtorgefängnises in Halle, daß von einem Sun- Materiallieferungen für die zerstörten französischen Gebiete. gerstreit der dort unterbrachten Gefangenen, befonders der Der Reichskanzler brachte das Interesse der Reichsregierung an fommunistischen Inhaftierten, teine Rede sein tann. tann. Bor dem Vertragsabschluß zum Ausdruck und erklärte, daß er die Durcheinigen Tagen hat lediglich ein Untersuchungsgefangener, der geistig führung des Bertrages noch Möglichkeit unterstüßen werde. Die Jum 25. Dezember auf den 31. Dezember fündigen. minderwertig ist und jegt einer Irrenanstalt zur Unterfuchung übergeben wird, mehrmals die Annahme von Essen verweigert, weil er, der wegen einer an fich geringfügigen Straftat in Haft genommen worden ist, vor dem Staatsgerichtshof abgeurteilt zu werden wünscht. Amfterdam- Berlin. Konzertumfschau von Kurt Singer. Borauslegung hierfür sei allerdings, daß man zu einer Einigung über die Höhe der deutschen Kohlenlieferungen fomme, die den lebensnotwendigen Bedürfnissen der deutschen Wirtschaft hinreichend Rechnung trage. des Blechs, dringen aus Flöten, Geigen, Celli Töne voller Adel,| ohne alle Nebengeräusche, einheitlich wie Idee und Wertvorstellung ift Strich, Phrasierung, Melodiebogen. Das tommt der ersten Mahler Sinfonie sehr zugute. Auch hier hat sich der Dirigent mit Liebe einmal in jedes Detail verfentt, das nun im Rahmen eines straffen, föftlich gebauten Kunstwerks lebendig wird, toie nie zuvor. Hier ist Mahlers Vermächtnis treuesten Händen übergeben. Es bedarf nicht mehr der Nachzeichnung, wenn alles derart ausgeglichen und technisch vollendet fikt wie hier. Seiner Sache, seiner Mannschaft sicher, schwingt Mengelberg den Stab. ein Genie. Aber wie das Wert erflingt, wie es als neue Welt das ist genial. vor uns ersteht und leuchtet und fingt und ruft, 1 Fernsprecher! Berdoppelung der jetzigen Gebühren einschließlich der Teuerungszuschläge ab 1. Januar, für die Einzelgebühren ab 1. Dezember. Seder Fernsprechteilnehmer fann seinen Anschluß bis zum 25. November auf den 30. November oder bis Die Vorlagen gehen nunmehr dem Reichsrat und dem Reichs tagsausschuß zu. Graf Zech, der bisherige Bertreter der Reichsregierung in München, ist zunn, Gesandten in hellingfors ernannt worden. Der verjüngte Wilhelm. Benn ein Beibsbild vor dem Spiegel Zwischen Queft und Schminketiegel Eifrig fich das Haupthaar fämmt, Und ein Blick fie dann beklemt Auf der Lockenziet Berdünnung, Sinnt sie strads auf die Berjüngung. Abzuhelfen ihrem Rummer Macht ein sogenannter ft um mer Wilhelm, der ins Haupthaar schlich, Unsere Schöne jugendlich. Jego ift die Zeit verändert, Denn ein Witwer, schwarz umrändert, Bird zur nahen Hochzeitsnacht Wieber jugendfrisch gemacht. Gleinach naht zu Konferenzen, Und schon sehn wir Konsequenzen. Doch fein ftummer Wilhelm", nein, Ein beredter stellt sich ein. Dant der Steinachschen Gewalten Bird EN Jung, d. h. zum„ alten": Reden zwitschern, pläischern, drohen, Feurige Gebärden lohen. Jah erwacht der alte Jimmel: Der Eindruck von den Mengelberg Abenden ist turz als glänzend und erhebend gemeldet worden. Er bleibt zu analysieren. Und da ergibt sich das Merkwürdige, daß in dem Zusammenflang, in dem Einswerden von Drchester und Solisten, in der bis in die fleinste Note gewiffenhaft ausgebreiteten Partitur, in der vorbild Hichen Grektheit dieses flingenden Rotenbildes ein viel stärkerer Reiz, ein viel nachdrücklicheres Kunstphänomen lebendig warde, als in der Persönlichkeit des Dirigenten, der all das zuwege brachte. Der ist ebenso frei von Deutungssucht und Nuancierungen, wie Hätte Furtwängler so viel Zeit und Ruhe zum Einvon einer Freude am Senfiblen, Elegischen, Lyrischen. Er malt studieren, tönnten unfere prachtvollen Philharmonifer fich so einem nicht, er baut, er tastet nicht, er padt zu; er träumt nicht, er bleibt einzigen Zuchtmeister hinaeben, wie die holländischen Musiker in Regionen dieser Welt. Sein Geist, feurig gewiß und fpürjam, Mengelberg welch ein Wunder fäme zustande! As wenn der tüftelt nicht, sondern holt sich die Gefamtinspiration vom Stompo Ehrgeiz geftachelt wäre, spielten die Philharmonifer Scriabine niften. Das ist sicher das Objettiofte, und es bleibt auch hier und begleiteten Schumann( Klavierkonzert). Wenn es Typen von ein nölliges Erfülltjein mit dem Stoff, aber die führerhafte Faszi Dirigenten gibt, so ist der Feuerkopf Furtwängler, der Augenblids. nation, die in jedem Augenblick Neues neu zu schoffen und triebhaft menfch, der fanatisch vor Temerament lodernde, in Ruhe fich zu erleben sucht, bleibt aus. Das Lehte an Rhythmus, Kraft, vingende Mann, das Gegenteil von der soliden Geseztheit Disziplin, Ordnung wird frei, und eine Bollkommenheit der Archi Mengelbergs. Furtwängler muß fich als nervöser Stimmungs tektur, die berückt. Ein plökliches, von der Eingebung gefordertes fünstler feiner Laune, feiner Tagesfonstitution hingeben. Versagt Ausbiegen aus der Linie wäre unmöglich. So jest, so unverrüd- er einmal, so stand die Schwäche des Menschen dahinter. Sieht bar, so gerade ist der Mick diefes Mannes, jo ficher und schwer er auf der ganzen Linie, so ist der Gott in ihm gelöft gewefen. fein Verantwortungsgefühl. Das Lied von der Erde" wurde fo Je mehr er sich in die Besonderheiten feines Orchesters vertieft, fauber, so artistisch großartig, in feinen Gelenten fo organifay be um jo einheitlicher werden Klang und Beichengebung. Im wegt, noch nie gehört. Wie denn noch niemals zwei Menschen vom Poème d'ecstase" Scriabines ist zunächst einmal er, der Format der Frau Cahier und des Tenors Urlus fingend und Führer, in Etitafe. Sie ist vibrierend auch in ruhiger Haltung denkend, durchdacht und durchfühlt, mit der Seele so verklärt das fühlbar und schwingt über zu Drchefter und Bubitum. Was Land der Träume, der Sehnsucht, des Jammers und der Todes: Mengelberg mit feiner Schar vorbereitet, das hat Furtwängler be sehnsucht gesucht, gefunden hatten. Das Werk lebte aus sich her- geistert in fich felber bereitet, and er bleibt fähig, dem Augenblick aus. Sein Herzschlag pulfte. Zu dieser atmenden Schönheit gab Mengelberg die Zeichen, fnapp, eindringlich, mit besonderem Sinn für Cäfuren. Was ihm zum Ruhme gereicht, ist nicht die Labung diefer öffentlichen Wufitstunde, sondern die Arbeit, die Festlich Peit eines nimmermüden Studierens, das leben bis zur artistischen Bollendung. Ein Druck, ein Blick genügt, und die Mechanik eines Emil Kuper gilt in Petersburg als befter Dirigent. In dem föftlichen Instrumentalapparates läuft ab, mit allen Kiangstufungen, lannaminen, gulegt idmer ertragbaren, meil ungeiſtinen_und die etwa Mahler getofnfcht, angedeutet, niedergeschrieben hat. Das blaffen„ Manfred" Tichoitowitys zeist er Routine( bri maffigen Bibrierende, das Halbbuntie, das Zwischenzeilige, deutet Mengel- Bemerungen) und sicheren Blid, kaum aber die Hand, die Gewerkeltes eines modernen Krieges vor Augen zu führen, haben Shulen im berg taum mehr an; es ist da, und scheint unbewußt da zu sein, in feftliche Baune bebt. Bei dem intereffantesten Chidchen, dem Staate New Jersen eine Reihe Fooven formuliert, welche während ein Resultat geradezu philologischer Vorarbeit. Stellte man Mengel- Bioace, vermiste jeder Tchaikowify- Freund Nitishs Atem. Stolz des Unterriýtes gestellt werden. Typisch find Fragen und einleuch berg vor ein anderes Orchester er fönnte hilflos werden. Drum aber zeigten die Bhilharmoniter( und zeigten es zehnfach start bei tende Beispiele wie diefe: Die Gesamtsumme der von allen Völkern ist er nie mit Nidisch, Walter, Furtwängler, Reiners in einem Brahms unter Furtwängler), welch illustre hörerschaft hier in für Kriegszwede aufgebrachten Gelder belief fich auf 186 Millierben Atem zu nennen, weil ihm diese feurige Befeffenheit und weil ihm Berlin Feiertage fchafft und darbt. Feiertäglich, ungewöhnlich Dollars. Schreibe diesen Betrag in Zahlen. Welcher Stae: stond die Nervenzartheit fehlt. Gerade das aber wieder wird Jein Bor: Schön war der Gefang von Lotte Leonard. Mit welcher, nach deiner Meinung nach dem Kriege beffer da als vorher?- Das zug, weil Flüchtigkeiten unmöglich werden, weil jeder Notentopf schmeichelnder Stimme entlodt fie Schubertfchem Lieb die lehte An- amerikanische Schlachtschiff loftete mit Ausrüftung 42 000 000 Dollar; feine eigene Berechtigung findet. Daß Mengelberg das romantische dacht, die geheimnisvolle Seele. Wie wenigen ist das heute ge- unsere Schule foftete 450 000 Dollar. Stelle das Verhältnis der Schwelgen, das wienerisch Längeinde nicht liegt, ist vielleicht geben! Ein Schweben der Stimme über den Noten und ein ein- Kosten für beide graphisch dar Wie groß muß, wenn eine Linie rassenhaft bedingt. Wir hören anderes aus Beethovens erfter Sin- bringliches, frauliches Fragen nach dem Einn der Liebe, des von ein Sechzehntel Zoll die Kosten für die Schule darstellt, die Linie fonie heraus, eine starre Rhythmit bringt hier leicht melodischen Träumens, des Lebens. Der gleiche Mensch, mit anderen Bulfen, fein, welche die Kosten für das Kriegsschiff darstellt? Die Zahl Ueberschwang in Gefahr. Dafür bleibt das Bild einer naturhaften anderem Stifgefühl, gestaltet eine dramatische Händel- Arie und der im Weltfrieg getöteten Seldaten und Seeleute beläuft sich auf Froheit, einer vollkommen gleichmäßigen Affektlinie, die primitiv macht die Länge des Stücks vergessen. Festtag war's, der zur 12 990 570. Wievielmal so viel ist das, als die Hauptstadt unseres fein mag, aber gefallen fann, Im Orchester leuchten die Farben Wiederkehr ladet. Staates( 450 000) Einwohner zählt? alles an Kraft, Leidenschaft, Tempo, Grotit zu entreißen. Eine Flomme, ein genialer Mufifant, an feinen Feiertagen nach Nilich vielleicht der Einzige. Solist war Carl Friedberg, der in Schumanns perfonnener Welt noch zu Haufe ift und dabei die Spieltuft in besondere kleine Nuancen austoben läßt. " Ch bin ausgewählt vom Himmel 3CH zerschmettere... Banzerfauft Arme Braut, wie sehr ihr grauft! Nein, ER fommt nicht aus der Buste! ,, A", seufzt fie, die arme Juste... Längst hat sie zur Nacht gebetet, Doch er redet, rebel, rebet! Müb toätzt fie fich auf die Seiten, E verheißt herrliche" eiten!" Endlich brüllt fie: Halt den Mund, Das ist ja ein Scheidungsgrund!" Kreuzwendedig Rückwärts, Röniel Sof- und Bänkelsänger. Pazifismus in der Schulffunde. Um den Kindern den aufina Die Bekämpfung der Kapitalflucht. Monarchisten auf der Dollarsuche. Im Auguſt machten wir im„ Borwärts" Mitteilung von der Reichstagspause. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag der Soalitionsparteien, der Deutschen Volkspartei und der Bayerischen Volkspartei mit 314 gegen 76 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Danach ist der jetzige Reichspräsident Ebert der erst e perfaffungsmäßige Bräsident des Deutschen Reiches. Seine Amtsdauer läuft am 30. Juni 1925 ab. In der Barthouschen Denkschrift über die Kontrolle der deutschen Finanzen wird die schon so oft erhobene Forderung nach einer wirt- Gründung einer deutsch- ungarischen Bank, die die Erhardtleute zur Die Verlängerung der Präsidentschaft Eberts. famen Unterbindung der deutschen Kapitalausfuhr von neuem unter- Erleichterung der Kapitalflucht und zur Finanzierung ihrer PutschDas Gesetz über die Aenderung des Bersicherungsstrichen. Die deutsche Regierung hat in ihrer Note an die Repa- pläne ins Leben gerufen haben. fleber den Geschäftsführer Schäfer gejeges für Angestellte wurde in der Gesamtabstimmung rationsfommission vom 28. Mai 1922 sich bereit erklärt, weitere wurde befannt, daß er in der Schweiz zu Zuchthaus verurteilt war. einstimmig angenommen. Maßnahmen zur Bekämpfung der Kapitalflucht zu treffen und sich Offenbar haben die deutschen Geider nicht ausgereicht. Die der Amtsdauer des Reichspräsidenten beantragen die Bor Eintritt in die Schlußabstimmung über die Verlängerung darüber mit dem Garantiekomitee ins Ginvernehmen zu sehen. Ueber faubere Gesellschaft hat sich dann auf die. Dollarsuche begeben. Abgg. Koenen( Komm.) und Ledebour( U. Soz.) die Wiederaufnahme die Grundzüge des Gesetzentwurfs, der dem finanzpolitischen Aus- Sie spefulieren dabei auf die Dummheit deutschamerikanischer Kreise. Der Besprechung. Ledebour droht mit dem Appell an die Massen. schuß des Reichswirtschaftsrats zur Begutachtung vorgelegen hat, Dabei ist ihnen das Pech passiert, daß sie ihren Bettelbrief auch an Abg. Müller- Franken( Soz.) tritt der Behauptung Ledebours, zwischen berichtet die schwerindustrielle Telegraphen- Union": Unter Beibehaltung der schon bestehenden Borschriften, die die New- Yorker Volkszeitung verfandten, die ihn am 7. Oftober ben Parteien und dem Präsidenten Löbe sei ein Abkommen getroffen jedoch lediglich darauf abzielen, Borgänge, durch welche bewegliches zum Abdruck bringt. In dem dort zitierten Schreiben heißt es, daß worden, die dritte Lesung ohne Debatte zu erledigen, entgegen und erflärt unter heiterem Beifall des Hauses, die Sozialdemokratie sehe Kapital in das Ausland gebracht wird, zur Kenntnis der Steuer- ich„ der Kgl. Preuß. Hauptmann Eberhard v. Puttamer sowie mit Freuden dem Appell der Partei Ledebours an die Massen entbehörde zu bringen, soll fünftig grundsäglich für die Ausfuhr von der Münchener Redakteur Erich Schäfer mit dem Gedanken tragen, gegen. Der Antrag Koenen wird abgelehnt. Ende November 1922, ausgerüstet mit Referenzen hervorragender Rapital die vorherige Genehmigung des Finanzamts Ende November 1922, ausgerüstet mit Referenzen hervorragender Boraussetzung sein. Ausgenommen von diesem Genehmigungs- deutscher und ungarischer Männer, nach Amerifa zu tommen, um zwang find Aufträge von solchen Personen und Bersonenvereinigun dort persönliche Fühlungnahme mit deutschen und ungarischen Kreisen gent, denen die zuständige Handelstammer eine Bescheinigung zu nehmen". Diese Fühlungnahme" besteht natürlich im Dollar darüber ausgestellt hat, baß thr Gewerbebetrieb regelmäßig Geschäfte Schnorren, denn so beißt es weiter- Hohe deutsche Offiziere, die mit fich bringt, für deren Abwicklung Zahlungen nach dem Auslande durch die Revolution ihre Existenz verloren haben, beteiligen sich notwendig sind. Die Befreiung gilt jedoch nur für solche Zahlun- an einer Bank im Königlichen( 1) Ungarn, dem einzigen eurogen, die innerhalb des regelmäßigen Geschäftsbetriebes bewirkt wer- päischen Lande, das mit Deutschland aufrichtig sympathisiert". den. Die oberste Landesbehörde soll die Entziehung der Bescheini- Tausend Dollar- so heißt es weiter sind heute über vier gung anordnen fönnen, wenn deren misbräuchliche Aus Millionen ungarische Kronen. Mit wenig Mitteln in Dollarwährung nugung nachgewiefen ist. Sie soll sich hierbei auf Mitteilungen ist eine nach ungarischen Verhältnissen bedeutende Großbank zu stützen, die ihr von den Landesfinanzämtern oder von dem Reichs- fchaffen." Die Güte des Unternehmens sei garantiert, da kommissor für die Aus- und Einfuhrbewilligung über die bei ein reit serwähnt- hohe Offiziere, welche in Deutschland ben allerzelnen Firmen gemachten verdächtigen Wahrnehmungen zugehen. ersten Ruf genießen", an der Spitze stünden. Bei Zuwiderhandlungen gegen§ 1 des Entwurfes find Gefängnis Es soll ein Aktienfapital von 200-400 Mill. ungar. Kronen bis zu zwei Jahren, Geldstrafen bis zu 2 Millionen Mart, Berluft aufgebracht werden. Der Reingewinn soll nach Ausschüttung einer der bürgerlichen Ghrenrechte, Beschlagnahme der Ber- Dividende deutschen Zweden"( siehe Erzberger und Rathenatt mögenswerte, auf die fich die strafbare Handlung bezog, vor- Mord!) zugeführt werden.„ National- chriftliche Referenzen über treugesehen. Inhaber, Vertreter und Bevollmächtigte von Bantgeschäf deutsche Gesinnung" feien unerläßlich. Im übrigen:„ In Ungarn find teri, die gefegzwidrige Transaktionen vornehmen, sollen mit Geld für alle Zeiten jegliche tommunistische und sozialistische Experimente ftrafe bis zu 100 000 Mark( dem Monatsgehalt eines höheren Bantunmöglich"! beamten! D. Red.) bestraft werden. wie be= an die verfehrte bresse wandte. Immerhin, da ihnen, wie wir im Zufällig ist der Organisation C das Unglüd passiert, daß sie fich Nathenau- Prozeß hörten, das Geld ausging", ist es nicht unintereffant, zu sehen, wie man durch Dollarschmorren die Kaffen der Morborganisationen zu füllen fucht. Ludendorffs Auslandshonorare werden ja wohl auch löbliche Dienste leisten. Die Behörden sollten diefe Jüden im Ausland jedenfalls aufs sorgfältigste verfolgen. Soehlas Programmrede. Der Antrag der Deutsch nationalen, das Inkrafttreten dieses Gesetzes für zwei Monate auszusehen, wird in namentlicher Abstimmung mit 310 gegen 77 Stimmen bei 10 Enthaltungen abgelehnt. Da das zur Aufschiebung der Wirksamkeit eines Gesetzes notwendige Drittel der abgegebenen Stimmen von zwei Drittel der Reichstagsmitglieder nicht vorhanden ist, tritt die Verfassungsänderung sofort in Kraft. Präsident Löbe teilt mit, daß das Präsidium des Reichstages fich fofort nach Beendigung der Gigung zum Reichspräsidenten be geben, ihn von dem Ergebnis der Abstimmung unterrichten und fragen würde, ob er bereit ist, gemäß den Beschlüssen des Reichstags die Geschäfte weiterzuführen.( Lebhaftes Bravo!) Abg. Höllein( Komm.) besteigt die Rednertribüne und ruft. sich wiederholt versprechend:„ Es lebe die Republik und ihr Präsident on Stinnes Gnaden!"( Heiterkeit und Unruhe.) Bor Beginn der namentlichen Schlußabstimmung über die Getreideumlage beantragen die Abgg. Koenen( Komm.) und Ledebour( U. Soz.) die Wiedereröffnung der Debatte. Bon besonderem Interesse sind die Maßnahmen, die die Regie rung zur Befämpfung der mittelbaren Kapitalflucht er stellt Abg. Dittmann( Soz.) feft, daß in der Vormittagsfihung dieser In einer ausgedehnten und erregten Geschäftsordnungsdebatte greifen will, wenn der Gegenwert der exportierten Ware abe Tagesordnungspuntt ordnungsgemäß erledigt wurde, daß aber weder sichtlich und ohne wirtschaftliche Notwendigkeit im Ausland belassen Roenen noch Ledebour awefend waren, um das Wort zu ergreifen. wird. Die Reichsfinanzverwaltung will, daß überall dort einge Auch Präsident Cebe weist die Verdächtigungen der Antragsteller schritten werden soll, wo die Absicht der Kapitalflucht besteht, zurüd.log. Roenen( Komm.) verliest ein Schreiben des Reichsd. h. wo der Gegenwert einer ausgeführten Ware in der Absicht, ausschusses der Betriebsräte an das Reichstagspräsidium, in dem die ihn der deutschen Bolkswirtschaft vorzuenthalten, zum Schaden der Zufaffung eines Vertreters des Reichsausschusses zu der Beratung deutschen Wirtschaft ganz oder teilweise im Auslande belassen wird. gefordert wird. Der Antrag auf Wiedereröffnung der Debatte wird In solchen Fällen soll die zuständige Behörde dem Ausführenden abgelehnt. die weitere Warenausfuhr mit der Wirkung unter Prag, 24. Oktober.( WTB.) Das Parlament trat heute zu seiner der sozialistischen Parteien die Vervierfachung des Preises für das In namentlicher Abstimmung wird mit 236 gegen 100 Stimmen fagen, daß er die weitere Ausfuhr auch solcher Waren, die einem Herbstsession zusammen. In der Regierungserklärung, erste limlagebrittel befchloffen. allgemeinen Ausfuhrverbot nicht unterliegen, mur mit befonderer welche der Chef der neuen Regierung, Ministerpräsident Svebla, Abg. Ledebour( U. Soz.) beantragt die Bertagung um eine Genehmigung vornehmen darf. Bei Zuwiderhandlungen find Geld vertas, wird u. a. betont, Grundbedingung einer ruhigen Entwic. Stunde. Währenddem foll der Kanzler herbeigerufen werden, um strafen in Aussicht genommen, deren Höhe sich nach dem Werte der fung des Staates seien geordnete und befestigte internationale Ber- zu erflären, auf welche Parteien er sich in Zukunft ftüßen will, jenigen Waren bemessen soll, auf die fich die Zuwiderhandlung behältnisse. Der Zusammenschluß der Staaten der Kleinen nachdem ihn die stärkste Partei der Regierung in einer fo lebens30g. Den Betroffenen soll die Beschwerde vor dem Reichswirt Entente, der auf der Gemeinsamfeit der Interessen und auf der wichtigen Frage verlaffen hat. Abg. Koenen( Romm.) interſtüst schaftsgericht effen stehen. In parlamentarischen Kreisen und in Rotwendigkeit, gemeinsam den Frieden in Mitteleuropa aufrecht diesen Antrag, der gegen die Antragsteller abgelehnt wird. Kreifen der Reichsfinanzverwaltung ist man der Auffassung, daß es Der Antrag auf Aenderung der Um sa steuer wird von der in der Regel möglich sein wird, den Tatbestand der verbotenen Stau erhalten, beruhe, sei eine feste Bürgschaft der Sicherheit der Tagesordnung abgesetzt, da der Ausschuß die Beratung noch nicht pitalflucht festzustellen. Der Gesetzentwurf soil am 1. Januar 1923 beendet hat. in Kraft gesetzt werden. Das Attentat auf Maximilian Harden. chechoslowakei und ermögliche die Anfnüpfung und systematische Die nächste Sigung findet am 7. November statt. * Die Leiden unter der Besatzung. Verhandlungen des Preußischen Landtags. Bertiefung guter Verbindungen mit den anderen Staaten, naments lich auch auf wirtschaftlichem Gebiet. Die Regierungserklärung er. innert ferner an die zeitweilige Wirtschaftskrise, die durch Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstags bas rasche Ansteigen der tschechoslowakischen Valuta verschärft ftimmte am Dienstag einer Berordnung der Regierung zu, Leipzig, 23. Oftober. Zum Attentat auf Magimilian Harden worden sei. Wenn auch die Spetulation einen gewissen Einfluß nach der die Versicherungsgrenze für die Angestelltenversiches flegt das Ermittlungsergebnis jetzt der Staatsanwaltschaft zur Er- auf dieses Ansteigen gehabt habe, so sei doch der wichtigste Grund rung erstmalig auf 840 000 mart festgesetzt wird. hebung der Anklage vor. Die Untersuchung hat dadurch eine erheb für die richtige Bewertung der tschechoslomatischen Währung im fiche Berzögerung erfahren, daß sich vor einiger Zeit ein Feldwebel Mustande die geordneten wirtschaftlichen und finan Hübner unter der Selbstbezichtigung, Mittäter zu sein, dem Unter- Auslande fuchungsrichter gestellt hatte und dadurch in Untersuchungshaft ge. 3iellen Verhältnisse, bie sich in der Handelsbilanz der nommen worden war. Indes scheint es Hübner auf eine Irre Tschechoslowatei und in ihrer staatlichen Finanzwirtschaft aus. führung des Gerichts abgefehen zu haben, da feine Angaben bei fprächen. Der Landtag führte am Dienstag zunächst die gemeinsame näherer Nachprüfung als unrichtig befunden worden sind. Der Täter Die Regierungserklärung wünscht weiter herabjegung Besprechung der neun Großen Anfragen über die Zustände im Aafermann ist bisher noch nicht verhaftet worden. Die Anlage der Staatsausgaben, Ermäßigung der Steuern, der bejezten Gebiet und im Saarlande zu Ende. Der deutsch wird daher voraussichtlich nur gegen den Buchhändler Grenz und den Rohlenpreise, der Gütertarife und der Posttaren. Die Frage der nationale. Abg. Bachem wandte fich gegen unsere Genoffin Frau Mittäter Beichardt erhoben werden. Nationalisierung der Bergwerte und Naturschätze Schiffgens, die gestern betont hatte, daß das französische und belgische werde auch weiterhin Gegenstand eifrigen Studiums der Regierung Bolt in den breiten Massen von den Ausschreitungen der Soldatesta Schwester Henriette Ahrendt. Im Alice- Hofpital in Mainz starb fein. Weiter wird angefündigt eine Regelung der Versicherung schlechten Beispiel vorangegangen sei. Herr Bachem meinte, die Eram Rhein abrücke und daß der deutsche Militarismus mit dem völlig unbeachtet Frau Henriette de Mairinge- Ahrendt. An ihren gegen Clementarschäden bei der Landwirtschaft, Forthegung der innerung daran, daß Herr von Wanteuffel im Jahre 1873 nach be Grabe sprach ein franzöfifcher Heßpfaffe von der Schuld der deut Bodenreform, Einführung der Alters und Javaliditäts- endigter Offupation von Frankreich ein Ehrengeschent erhielt, ent schen Aerzte und Schwestern an dem Tode dieser Frau, der durch ersicherung der Arbeiter, fleinen Landwirte und Ge- laste den deutschen Militarismus. allzu großen Beronclgenuß eingetreten war. Ganz abgesehen davon, daß von einer Schuld nicht die Rede sein kann, war diese Rede eine werbetreibenden. Am organisatorischen, moralischen und materiellen Ein Regierungsvertreter erflärte, es feien zur Befferung der Infamie am Sarge einer Frau wie dieser, der nichts ferner lag als Ausbau der Armee werbe weitergearbeitet werden. Die Frage der Milchversorgung der Bevölkerung im Aachener Gebiet Bötterhaß und Zwietracht, die ihr ganzes Leben der Berföhnung, der Trennung von Kirche und Staat werde administrativ bereits die nötigen Maßnahmen ergriffen worden. Ferner fei An Hilfe, der Nächstenliebe gewidmet hatte. vorbereitet. Die Regierung, heißt es zum Schluß in der Ertlärung, weisung ergangen, die Quartierentschädigung der Gelbentwertung anDen Lefern wird bekannt sein, wer Schwester Henriette schließt niemand von der Mitarbeit aus, der ausdrücklich die Inter: upassen. Gegen den Ausverkauf fei bereits eine Polizeiverordnung Ahrendt( unter diesem Namen ist sie in Deutschland bekannt), effen des Staates wie das allgemeine Wohl vertritt. Die Regierung hinausgegangen. Das Zollversonal an der Grenze sei verschärft. war. Oder sollte dieser Name, der ein Jahrzehnt vor dem Weltkrieg wird gerecht und unvoreingenommen gegen alle Bürger ohne für die rheinische Republic", der vor einigen Jahren herausgegeben Der Kommunist Blenge warf dem Zentrum vor, der Aufruf bedeutsam für den Kampf gegen Mädchen- und Kinderhandel war, unterschied der Ration, Religion oder gesellschaftlichen worden sei, trage auch die Unterschriften von Trimborn, Spahn und an die Verstorbene, ihn ins Gedächtnis zurückrufen. Schwester Hen- 3ugehörigkeit vorgehen und fühlt sich stark genug, um die Autorität Lauscher. Dieser Vorwurf rief den Zentrumsabgeordneten Sch we riette Ahrendt war die erste deutsche Polizeiassistentin in Stuttgart. der Staatsintereffen unter allen Umständen zu wahren. ring auf die Rednertribüne. Er legte Berwahrung ein gegen diesen Als Fürsorgerin für Frauen und Mädchen, die mit der Polizei tommunistischen Angriff und erklärte, diese Dinge lägen bereits vier irgendwie in Konflikt gerieten, bestellt, stieß fie auf grauenhaftes Jahre zurüd. Das Zentrum stehe auf dem Boden einer nationalen Kinderclend, in das helfend einzugreifen ihr unbezwinglicher Wille Politik, wie sie die Beschlüsse von Königswinter vorschrieben. murde. Ohne Berhüllung irgendeiner Gemeinheit und Roheit zeigte Nach Abschluß der Aussprache wird der Gefeßentwurf über die Mostau, 24. Oftober.( 06.) Die amflichen Moskauer Erweiterung des Städttreises Riet und der Entwurf sie der Menschheit in ieine meiße Stlapen", kinder händler",„ Kinder des Baterlandes alle Höhlen des Ifwestija" stellen fest, daß eine ganze Reihe von Gebieten der über die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Förderung der Elends, in die unwissende kleine Kinder gezerrt werden, brachte Sowjetföderation aufs neue der schwersten Hungersnot Rönigsberger Hafenanlagen angenommen. Annahme Namen, Zahlen, genaue Details bei, die den Leser erschauern lassen verfallen fel. In der Ukraine betrag bereits Anfang Oktober findet ferner der Gesezentwurf über die Aenderung der Dienst- und mußten. Aber statt ihr zu helfen, agitierte man gegen sie und legte allein in den Gouvernements Dones, Jekaterinojiam und Sapo- schließung, die für die künftigen Besoldungsverhandlungen eine Veribr Steine in den Weg. Im Jahre 1911 wurde ein Gesuch, ihr zur roshje die Zahl der Hungernden über 550 000. Aus dem Gouverne- minderung der Spannung in den verschiedenen Ortsklassen verlangt, Aufdeckung des Kinderhandels in Berlin Unterstügung zu ge- ment itolajew, wo 12 Proz. der Bauernwirtschaften hungern, findet ebenfalls Annahme. Nach der Neuregelung des Driszufchlages währen, vom Polizeipräsidium turz abgewiesen. Staatliche Grenzen werden bereits Fälle von Hungertod gemeldet, und auch im Gon- beläuft sich dieser in der Drisklasse A auf 2400 M. bis 6000 m., in B und finanzielle Schwierigkeiten gab es für sie nicht. Sie berichtet vernement Odessa ist die Lage äußerst ernst. In der Deut. auf 1800-4500 m., in C auf 1500-3800 R., in D auf 1200 bis sowohl von Rußland und Galizien, wie auch von Frankreich, Belgien, Spanien, Italien und der Schweiz. Sie fand immer Menschen, en wolga- kommune hungern mindestens 30 000 per- 3000., in E auf 000-2300 2. Ohne Aussprache werden weiter die ihr aus ihrer Gelbverlegenheit halfen und ihre Menschenliebe jonen und aus zahlreichen Ortschaften der Tateren- Republif( Gou- angenommen die Gelegentwürfe über die Neubesoldungen und ihren Hilfswillen hinter allen oft etwas abenteuerlichen Reußer- vernement Rajan) gehen Meibungen fiber eine völlige mizernte Slicklich findet noch Annahme der Gefeßentwurf über die Entfür Lehrer und Lehrerinnen an Bolts- und Mittelschulen. lichkeiten erkannten und unterstühten. infolge von Dürre und verspäteter Aussaat ein, Ein meriwürdiges äußeres Schidfal war Henriette Ahrendt be- Das Mostauer Blatt führt aus, daß die Cage sich mit jedem tages. Danach wird für die Landtansmitglieder die Aufwandsents schädigung der Mitglieder und des Präsidenten des Preußischen Landschieden, In Savoyen geboren, wurde sie von deutschen Verwandten Monat verschärfe und die Zahl der Hungernden zum Frühjahr schädigung von 25 000. auf 35 000 m. heraufgefeßt. Hierzu tritt in Rönigsberg adoptiert und erzogen. Is Krantenschwester und auf das Mehrfache steigen werde. Demgegenüber habe aber die der bei den Beamtengehältern vorgesehene allgemeine gleiche proFürsorgerin arbeitete sie viele Jahre in Deutschland, bereiste dann Fürsorge für die Hungernden start abgenommen. alle Länder, um durch die Ehe mit einem franzöfifchen Difizier Sammlungen feien eingestellt, die Hungerhiffskommiffion habe sich fedem Monatserften im voraus zu zahlen. Für Aus chußsikungen Die zentuale Ausgleichszuschlag. Die Aufwandsentschädigung ist an zur Franzöfin gestempelt anfanas des Krieges in Deutsch land interniert zu werden.( Tas Leben im Leser war wohl nach ihrer Umgestaltung neuen Aufgaben zugewandt und die Aus- wird an den Tagen, an denen keine Bollihung des Landtages statt. mitbestimmend, daß fie Kommunistin wurde). Thr Gaite fiel im landshilfe werde eingeschränkt. Auch die diesjährigen Herb ft. findet, ein Tagegeld in Höhe eines Dreißigstels der Aufwandsent. Striege, fie fehrte nach Frankreich heim, und die effe der franzöfi faaten, die dank der günstigen Wifferung anfangs fich im all- der Präsident eine monatliche Aufwandsentichädigung von einem schädigung nebst dem Ausgleichszuschlag festgefest. Außerdem erhält fchen Be'ahuna fpülte auch fie, die wieder als Fürforgeria tätig gemeinen gut entwldelt halten, find durch das maffenhafte Auf- Biertel der jeweiligen Bezüge neben den Bezügen als Abgeordneter. war, nach Deutschland, ins Rheinland zuräd. Und nun birat deutsche feeten von Getreideschädlingen in bedrohlicher Weise gefährdet. Die Mitglieder des Landtags, die ihren Wohnsis in Berlin haben, Erde die Hülle derjenigen, die für deutsche Frauen, deutsche Kinder unendlich viel geleistet und gelitten hat. erhalten zwei Drittel der genannten Beträge. Das Haus vertagte sich dann auf Mittwoch 11 Uhr. ordnung: Fall Stubenrauch, Verkauf städtischen Hausbesites an Tages Neue Hungersnot in Sowjetrußland. Die nordamerikanische Wahlkampagne wird nächsten Montag Deutsche Gesellschaft für volkstümliche Naturkunde. Am 26., offiziell durch Staatssekretär Hughes eröffnet werden, der in abends 7 Uhr, findet im Höfnal X der Landwirtschaft ichen Hochschule, In Boston eine Rede halben wird. Die Wahlen werden auf den 9. No. validenſtr. 42, ein Vortrag des Landesgeologen Prof. Dr. Wolff statt: pember festgelegt. Präsident Herding wird während des WahiDeutschlands wichtigste Bodenschäge. I. Teil: Die Stoble( mit Lichtbildern). Feldzuges das Wort nicht ergreifen, doch wird er an verschiedene Ein neuer Bariton an der Berliner Staatsober. Der erste Organisationen Briefe richten. Beldenbariton des Erfurter Stadttheaters, Siegfried Bartenſtein, tit nach erfolgreichem Gafifpiel an die Berliner Staatsoper verpflichtet worden. Er wird seine Tätigkeit demnächst antreten. Der Führer der irischen Auffländifchen Duggan ist von den Freistaatlern verhaftet worden. Ausländer. meldet die„ Dena": Eine Interalliterte Sonderkommission hat hier bie Deutschland muk Ce Rond zur Hälfte bezahlen! Aus Paris Kosten für die Befeßung Oberschlesiens auf 10 Millio nen Frant festgelegt, wovon Bolen und Deutschland je die Hälfte tragen sollen. Gewerkschaftsbewegung Die Gewerkschaften im Jahre 1921. Um 31. Dezember 1921 gehörten dem Allgemeinen Deutschen Bewerkschaftsbund 49 Zentralverbände mit 29 729 Zweigvereinen and 7 751 957 Mitgliedern an, wovon 1591 529 meibliche. Es wurden verausgabt: für Unterstügungen. für Lohnbewegungen, Streifs u. Ausiperrungen u. Gemaßregelienunterst. für Bildungszwecke, Verbandsorgan. für Agitation, Konferenzen, Verbandss tage, Kartelle, Sefretariate und Verbindungen. für Verwaltung. 1921 165 131 144 M. 257 650 099 71 870 508 Das Reichsarbeitsministerium, das nunmehr angerufen wurde, pro Stopf beschäftigte sich vorigen Donnerstag mit der Angelegenheit. Nach 21,81 M. fiebenstündiger Verhandlung verkündete der Vorsitzende, Refereut Bauer, folgenden Beichluß: 34,04" 9,49, 135 367 794 17,89 17 274 352 028 36.25 " " N Nächst den Kosten für den gesamten Verwaltungsapparat entfällt der größte Teil der Ausgaben auf die Führung der wirtschaftlichen Kämpfe. Es wurden hierfür 257 650 099. aufgewendet, gegen 111 672 803 m. im Vorjahre. Die anderen Organisationen. " In Rücksicht darauf, daß die allgemeine Lohnlage für Oftober in Berlin, im besonderen für die Reichs-, Staats- und Gemeinde arbeiter zurzeit noch nicht völlig übersehbar ist, und andererseits die Parteien zu erkennen gegeben haben, daß sie die Lobnbildung nicht unbedingt von der Entwicklung der Reicheindegiffer abbängig machen wollen, vertagt sich das Schiedsgericht auf Montag, den 30. Oftober 1922 10 ár 30 vormittags." Darüber hinaus fällte das Reichsarbeitsministerium nachstehenden Schiedsspruch: „ Um jedoch der unstreitig seit Beginn des Monats Ditober eingetretenen weiteren allgemeinen Verteuerung Rechnung zu tragen, wird dem Arbeitgeber aufgegeben, allen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern über 18 Jahren 1000 M. und unter 18 Jabren 500 M. als vorläufige Regelung auf die endgültige Oftoberzulage alsbald zu gewähren.“ Am Schlusse des 2. Quartals 1920 wies der ADGB. mit 8 144 981 den Höchststand an Mitgliedern auf. Er aing dann bis Ende des gleichen Jahres auf 8 032 057 zurück. Die nach dem 1. Quartal 1920 eingetretene abflauende Bewegung setzte sich bis 3um 2. Quartal 1921 fort, um dann einem wieder beginnenden allmählichen Aufftien zu weichen. Die von der Mitte des Jahres 1920 bis Ende Juni 1921 stattgefundene Verminderung der Mitglieder zahl ist verhältnismäßig zu gering, um sie als ein ernstliches Anzeichen eines Rüdganges der Gewerkschaften auslegen zu fönnen. Außer dem AfA- Bund und den im Allgemeinen Deutschen Diese Erscheinung ist vielmehr als ein Stillstand in der Be Beamtenbund vereinigten Organisationen, über die wir zurzeit noch megung zu bewerten, der nach dem rapiden Aufstieg der Gewerk- feine abschließenden Zahlen befizen, fommen nur noch die christschaften erklärlich ist. Da vom 2. Quartal ab wieder eine Mitglieder: lichen und die Hirsch- Dunderschen Gewerkschaften in Frage. Diese zunahme eintrat, fo fann die erreichte Stärke der Gewerkschaften als hatten 224 597 Mitglieder, die Chriftlichen 985 343. Diese beiden Dieien Spruch haben die Funktionäre nach längerer Dis. gefestigt angefehen werden. Durch das Ausscheiden des An- Bahlen allein zeigen finnfällig die den anderen Gruppen weit. fussion am Sonnabend angenommen und der Erwartung Ausnestelltenverbandes. der am Schluffe des 3. Quartals 312 980 Mitberlegen de Mitgliederstärke des Allgemeinen Deutschen Ge- druck gegeben, daß die Direktion die 1000 W. 10 ichnell wie mög glieder, darunter 145 110 meibliche, hatte, erlitt der ADGB. einen werkschaftsbundes, die ihm in der Bertretung der Arbeiterinteressen lich auszahlen möge; denn wenn sie noch lange mit der Auszahlung fühlbaren Mitgliederverlyft. so dak als Endergebnis des Jahres im Wirtschaftsleben eine ausschlaggebende Bedeutung verzögere, fönne fich die Belegschaft, wenn die Entwertung der Mark 1921 eine Mitgliederobnahme von 281 100 gegen die Schlubzahl 1920 leiht. Bon je 100 Mitgliedern der Gesamtzahl kommen auf ihn io weiter geht, am 30. Oftober für die 1000 M. gerade ein Pfund feftzufteffen ist. Scheidet man bei einem Merolcich der Mitglieder: allein 86,2, sodann auf die christlichen Gewerkschaften 11,3 und Schmalz kaufen. ahlen den Angestelltenverbond- der om Schluffe des 2. Quartals 1920 402 748 und Ende des aleichen Jahres 363 521 Mitglieder schließlich auf die Deutschen Gewerkvereine nur 2,5. zählte völlig aus, fo ergibt sich, dak die übrigen Zentralverbände ( außer dem neu hinzugefommenen Verband der Berufsfeuermehrmärner) den Höchst stand der Mitalieder vom 2. Quartal 1920 nieber erreicht und geren die Schlukzahl des Vorjahres eine Punahme von 74 285 Mitgliedern zu verzeichnen haben. 19 Ber bände erlitten zusammen einen Berlust von 244152 während 29 Verbände im ganzen einen Geroinn von 318 437 Mitichern erzielten. Eine recht erhebliche Zunahme, und zwar von 120 487 Mitgliedern. erreichte der Teptilarbeiterverband. Die Mitofieberbewegung während des jüngsten Jahrzehnts gestaltete sich folgend: Mitglieder Mitglieder davon weiblich 268 614 422 957 5 479 078 1 192 767 Ber bände insa aeiamt davon weiblich Rerbände 1912 50 1913 49 1914 48 1915 48 1916 48 2 553 162 2 573 718 2075 759 1 159 497 222 809 1917 230 347 1918 50 210 814 1919 52 177 535 1920 52 185 810 1921 49 49 ing. gefamt 1.106 657 1 664 991 966 705 7800 102 7 567 978 1710 761 1 518 341 Während die Berminderung der Mitglieder im ganzen gegen das Borjahr rur 4.1 v. 5. ausmacht. beträgt sie bei den weiblichen Mitaliedern allein 112 v. 5. Bei diesen ist noch eine über den Berlust durch des Ausscheiden des Angestellterrerbandes hinaus nebenhe Abrahme der Bahl, und zwar von 16 553, erfolgt. Nach den Graebnissen der Quartalserhebungen im laufenden Jahre ist dieser Rückgang bereits wieder ausgeglichen. = Somit baben die Hochbahner wieder bewiesen, daß sie durchaus gewillt sind, auch den letzten Weg der Verständigung zu gehen. Die Vertröftung bis zum 30. Oftober heißt für fie weiter hungern, denn die 1000 m. fönnen bei dem jezigen Dollar itand an ihrer Notlage wenig ändern. Vom Reichsarbeitsministerium wird am 30. Oftober erwartet, daß es den gerechten Forderungen der Hochbahner Rechnung tragen wird. Ginigung in der Metallindustrie. Wachsende Erregung unter den Bankbeamten. Der Allgemeine Verband der deutschen Bankangestellten, der Deutsche Bankbeamtenverein und der Reichsverband der Bank angestellten hatten ihre Mitglieder am gestrigen Dienstag zu einer kundgebung im Lustgarten versammelt. Vertreter der Organisationen sprechen zu der Menge und forderien auf, den Kampf, der mit der Ucberstundenverweigerung eröffnet Bom Metallkartell einberufen, tagte gestern abend in der Schultworden ist, durchzufechten Emonts, der an der Granitschale heiß Brauerei eine Versammlung der in den Betrieben des Vereins sprach, wandte sich in scharfen Worten gegen das Verhalten der Berliner Metallindustrieller beschäftigten Funktionäre, um zu dem Bankleitungen bei den Verhandlungen. Die Geldentwertung schreite Ergebnis der letzten Lohnverhandlungen Stellung zu fcrt. Im Monet Oftober, wo eine Preissteigerung gegenüber dem nehmen. Referent war il rich. Ueber die vereinbarten Löhne ist bereits in der Sonntagsnummer des Vorwärts" berichtet worden. Monat September von 100 Brez. für die notwendigen Bedarfs= Nach einer regen Aussprache und Beantwortung einer Reihe von artifel zu verzeichnen sei, wagt man uns eine Zulage von 10 bis Fragen durch den Referenten wurden die Bereinbarungen mit allen 20 Pro3. anzubieten. Und da selbst das Reichsarbeitsministerium gegen etwa 30 Stimmen von der Versammlung angenommen. fein Berständnis für unsere Forderung zeigte, müssen wir selbst Eine Urabstimmung findet nicht mehr statt. die Hand ans Wert legen. Der Kampf der Bankangestellten ist das Signal zum Kampf gegen das Kapital, das sich immer voller faugt. Die vierte internationale Arbeitskonferenz hat, wie befannt, am Die Krisis ist erreicht. Aendern sich nicht die Berhand. 18. Oktober begonnen. Auszüge in deutscher Sprache aus dem täglungen, so dürfe es nicht nur bei der Ueberstunden- lichen Verhandlungsbericht find erhältlich im Berliner Bureau des verweigerung bleiben, sondern müsse die Arbeitsver. Justernationalen Arbeitsamts, Berlin NW. 40, Scharnhorststr. 35. weigerung überhaupt auf der ganzen Linie Plaz greifen. Nach der Rede Emonts demonstrierten die Banfangestellten durch das Bantviertel, um hier zu zeigen, daß der Kampfeswille vorhanden sei. In der Nähe des Hausvogteiplages wurde der einige Schreckschüsse abgegeben wurden. In ihrer begreiflichen Demonstrationszug durch Schupo aufgehalten, wobei auch Erregung gegen die Ueberstundenschieber" ließen sich einzelne Demonstranten bedauerlicherweise dazu hinreißen, in einem Banthaus die Fensterscheiben einzuwerfen. Lohnbewegung der städtischen Arbeiter. Die Mitgliederzahlen der englischen Gewerkschaffen, die vom Jahre 1885 bis zum Jahre 1915 von 580 976 auf 2 682 357 geftiegen waren, haben in der Kriegs- und Nachkriegszeit ebenfalls eine starte Zunahme erfahren, die mit 6 505 482 im Jahre 1920 ihren Höhepunkt und 5 127 308 in diesem Jahre. erreichte. Es erfolgte ein Rückgang im vorigen Jahre auf 6 417 910 Den größten Rüdgang weisen dabei diejenigen Verbände auf, in denen die meisten Frauen und ungelernten Arbeiter während des Krieges organisiert maren. Da die Zahl der Lohnarbeiter in Eng land etwa 15 millionen beträgt, so ist also heute ein Drittet der Arbeiterschaft organisiert. AfA- Funktionäre der Metallindustrie! Mittwoch 6½ Uhr im großen Gaal der Germaniafäle, Chauffeestraße 110, Berfammlung der AfA- Funktionäre der tie lenien Montel- und Gehaltstarifverhandlungen mit dem Berband Berliner Groß- Berliner Metallindustrie, in melder Bericht gegeben werden wird über Metallindustrieller. Es werden wichtige Beſchlüſſe gefaßt werben mitſſen. ist deshalb unbedingt notwendig, daß jeder Af- Funktionär pünktlich zur Stelle ift. Mitgliedsbuch eines AfA- Verbandes legitimiert. Die Kaffenverhältnisse der Zentralverbände. Das Peltreben, die Beitragssäge den Stundenlöhnen anzu poffen, bet fichtbare Fortschritte gemacht. Diefe Methode trägt am besten der Geldentmertung Rechnung durch die automatische An naffung der Föhe der Beiträge an des Einkommen des Mitoliebes. Sie hat aber auch andererseits zu einer fehr mits gehenden Staffelung der Beiträne geführt. Ihre Bielgeftaltigkeit macht es fehr schmierig, eine zahlenmähige Darstellung über die Höhe der Beitresstiftung zu neben. Die eingetretene Steigerung her Beitine Ft sich nur durch die Ermittlung des von her nefemten In den städtischen Betrieben haben die Belegschaften gestern zu Beitragseinnahme auf jedes Mitafied entfeffenden Durchschnitts- der Ablehnung des Magistrats, sofort einen Vorschuß an die Arantiles heurteilen. Dieser betrug 1921 156,45 m. gegen 89,17 m. beiter zu zahlen, Stellung genommen. Dowohl von linksradikaler im Merjahre. Seite versucht wurde, daraufhin eine Aktion zu erzwingen, fand Die Ginnahme und Ausgabesummen der Rentrolnerbände find feit dem Jahre 1919 gewaltia ennemachen. Leider beheutet diese doch der Vorschlag Annahme, den Magistrat in einer neuen Vermehrung der Summen eine Steigerung der finanziellen handlung um die möglichst schnelle Auszahlung der demnächst Leiftunashinfeit neren die Borfriegszeit, sondern es offenbart fich fälligen Lohnerhöhungen zu ersuchen. Am Donnerstag wird daher barin die fortlaufende Geldentmertung. die Tarifkommission des Magistrats mit der Lohnkommission der Berantwortlich für den redaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: städtischen Arbeiter über die für November zu vereinbarenden sh. Glade, Berlin. Berlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Tarife verhandeln, die sich an die Abmachungen zwischen dem Reich Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 und den Staatsarbeitern anlehnen sollen. Bentralverband der Sanhmacher. Donnerstag 6% Uhr Generalversamm lung im Saal 4 des Gewerkschaftshouses, Engelufer 24. Geschäfts- und Kaffenbericht für das 3. Quartal. Ohne Mitgliedsbuch oder farte fein Zutritt. Deutscher Westmciferverband. Jochgruppen- Ausschuß. Donnerstag 7 Uhr im Bureau, Stralauer Str. 56, Fad gruppenausschußsizung. Hierzu 1 Beilage. Lohnbewegung bei der Hoch- und Untergrundbala. 25% weniger Gas Die Arbeiterschaft der Hoch- und Untergrundbahn verlangte für die erste Hälfte des Monats Ditober 80 M. und für die zweite Hälfte einen weiteren Aufschlag von 25 M. auf die Septemberlöhne. Demnach würden die Löhne für ungelernie Arbeiter über 24 Jabre 106,25 M., für angelernte Arbeiter 107,25 M., für Handwerker 110 M. itündlich betragen. Für das Verkehrsperjonal würden dieselben Löhne im Monat umgerechnet werden. Die Girnehmen überschreiten im Jahre 1991 mit der Summe Don 1249 248 347 M. zum ersten Mole eine Milliarde und find um 502 133 908 m höher als im Vorjahre. Die Ausgaben sind Don 543 814 615 M. im Vorjahre auf 904 371 573.. offo m 360 556 958 m. nemachfen. Das Bermänen hat fich von 263 469 522 Mart cm Schluffe des Borjahres auf 508 676 066 m. em Erbe des Sabres 1921 vermehrt. Der Anteil eines ieben Mitoliches ift genen hes Moriahr bei den Finnehmen von 94 69. auf 165.07.. bei den Ausachen von 68 03 m. auf 119 50 m. und bei hem Bermönen non 48 40 m. auf 96,36 eftiegen. Zu den Vermögensbeständen ift 2 hemerten. daß der Metelfarbeiterverband feit 1915 und der Landarbeiterverband feit 1920 feine Angaben über das Verbandsnermönen machen und her Merband der Maschinisten und Heizer für das Berichtsjahr gleichfalls feiren Mermögensbeftand nicht mits In der Verhandlung am 10. Oftober lehnten die Vertreter der teilte. Die Mitglieder dieser Verbände find bei der Rre- Kopfberech- Unternehmer die Lohnforderung für die erste Hälfte ganz ab und nung für die in Betracht kommenden Jahre ausgefchieden worden. boten für die zweite Hälfte eine Zulage, der Betrag war in AnAus diesen Recht erheblich find die Einnahmen an Beitränen newachsen. betracht der Geldentwertung geradezu lächerlich. Die Einnahme an Rerhandsbeiträgen ftien von 529 632 364 m im Gründen mußte die Verhandlung scheitern. Am gleichen Tage beelied entfallende Durchschnittsanteil von 67.13 m. auf 122.80 m. Für das Verhalten der Direktion hatten die Funktionäre fein Vers Emas geringer ist die Steinerima der Einnahmen an örtlichen Bei- ständnis. Sie beauftragten vielmehr die Verbandlungsfommission, trigen die fich von 144 511 288 m. f 245 206 873. M. oder auf erneut mit der Direttion um eine Voricu zahlung jedes Mofid rmaerechnet von 18.32 m. auf 32.40 m. vermehrten. verbandeln, da dem Perional nicht augemutet werden kann, no Die Gesamtausgabe febt fich, geordnet nach fünf Hauptgruppen, weiter mit den Septemberlöhnen auszufommen. Auch diese Vorschußaus folgenden Besten zusammen: forderung wurde von der Direktion abgelehnt. verbrauchen Sie durch Spar- Glühkörper DEGEA AUERLICHT GESELLSCHAFTM.B.H. BERLIN O 17 Borjahre auf 929 401 253 m. im Jahre 1921 und der auf jedes mit. ſchäftigten fich die Funktionäre der Hochbahn mit der Angelegenheit. Korpulenz- Fettleibigkeit Die unterzeichneten Banken und Bankiers bitten angesichts der jetzigen Ueberlastung der Börsen davon Vormerkung zu nehmen, daß die Bearbeitung von Börsenaufträgen nur dann in Aussicht gestellt werden kann, wenn die Aufträge am Vorabend des Börsentages bis spätestens 4 Uhr ( Sonnabends 1 Uhr) im Besitz der beauftragten Bank oder des Bankiers sind, daß aber auch dann keine Gewähr für die Erledigung übernommen werden kann. Dies gilt auch für Gebote in unnotierten Werten. Berlin, den 23. Oktober 1922. Berliner Handels- Gesellschaft S. Bleichröder Commerz- und Privat- Bank A.-G. Darmstädter und Nationalbank K. a. G. Delbrück Schickler& Co. Deutsche Bank Direction der Discontc- Gesellschaft Dresdner Bank J. Dreyfus& Co. Mendelssohn& Co. Hardy& Co. G. m. b. H. Mitteldeutsche Creditbank Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834,835, 836. Donnerstag, den 26. Oftober, abends 6 Uhr, im Berbandshaus, LinienStraße 83-85( Arbeitsloseniaal): Kommissionssikung der Baus und Geldschrankschlosser. Um 7 Uhr im selben Saal: Bertranensmänner- Konferenz der Bauschlosser. Auto- Reparatur- Betriebe. Donnerstag, den 26. Oftober. abends 7 Uhr im Cotal Jofigste. 7: Funktionärkonferenz. Tagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen mit der Intereffengemeinschaft. Jeder Betrieb muß einen Bertreter entienden. Dounerstag, den 26. Oftober, abends 7 Uhr, bet Döring. Naunynfir. 27: Brauchenversammlung der Metallformer und Berufe: genossen. Tagesordnung: Bericht über die legten Lohnverhandlungen mit den Berliner Metallgießereibefizern. Das Erscheinen aller ist Bricht. Mitgliedsbuch legitimiert. 128/12 Die Ortsverwaltung. Ankauf fämtlicher Wertsachen, beleiht Pfandscheine, höchstzahlend, Rüdtaufs recht. Müller, Uhlandstr. 82. Bei sind Dr. Hoffbauer's ges. gesch. Entfettungs- Tabl. ein vollkommen unschädliches und erfolgreiches Mittel ohne Einhalten einer Diät. Keine Schilddrüse. Kein Abführmittel. Aus ührl. Broschüre gratis Elefanten- Apotheke Straße 74 Donhoffplatz). SW, Leipziger Wenn Sie auch heute noch preiswert und gut kaufen wollen, dann besuchen Sie das altbekannte Haus für Volkskleidung Hier finden Sie alles, was Sie brauchen, in großer Auswahl zu billigsten Preisen. Größies Spezialgeschäft für Arbeits- Berufskleidung Großhandel Eigene Fabrikation Detailhandel Herren- u. Knabenkleidung jeder Art Sportkleidung Unterzeuge Wäsche Winter- Joppen, Ulster, Schlüpfer, Paletots sehr preiswert. Besuchen Sie eines unserer fünf Geschälte, Sie werden zufrieden sein. Hauptgeschäft: Kohnen& Jöring Alexanderstr. 12 Filialen: Rosenthaler Str. 53, Landsberger Allee 148, Neukölln: Bergstr. 65. Heute Eröffnung unsores fünften Geschäfts: Frankfurter Allee 223 Nr. 504 39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Im Reiche der Maschinen. Wie eine Lokomotive entsteht. Mittwoch, 25. Oktober 1922 Der Kampf um die Gewerbesteuer. Es wurden verans lagt in Klasse II III IV mit einem Betriebsertrag von Zahl der Steuerpflichtigen 18 291 43 020 1 500-4000 M. " über 4000-20000 20 000-50 000 50 000 " " 120 010 7 131 " " P Es ist Die Stadtverordnetenversammlung hat befanntlich fürzlich die Erhöhung der Gewerbesteuer um 50 Proz. abgelehnt. An der Ablehnung tragen in erster Linie die bürgerlichen Mittelparteien die Schuld. In ihren Reihen ließen sich die einsich Lokomotivfabriken gibt es in der ganzen Welt. Seit mehr als Maschinenteilen formen, wie leibhaftige 3yflopen an. Aus den tigeren Kommunalpolitiker von ihren lurzsichtig egoistischen Mittel 100 Jahren haben wir Eisenbahnen, seit mehr als 100 Jahren be- Glühöfen lodern die Flammen heraus, die Schmiedefeuer sprühen standsvertretern in den Fraktionen überstimmen. Der Magistrat mühen sich Erfinder und Ingenieure, Berbesserungen an dieser Ma- Funken. Kräftige Arme tommen mit Bangen und Hafen, pacen bat die Gewerbesteuer neu eingebracht. Die neue Vorlage ist mit schine anzubringen, die mehr zur Revolutionierung der Welt bei einen weißwarmen Eisenblod, zerren ihn auf einen eisernen sehr interesantem Zahlenmaterial verieben worden. Die GewerbePlattenwagen. Hell leuchtet der Block auf seinem Weg zum Dampfgetragen hat als viele, die heute in dem von der Lokomotive ge hammer. Dort wartet schon der Kran auf hn, eine Kette legt sich teuer für 1922 stügt sich auf die staatliche Veranlagung für das zogenen Eisenbahnwagen fizen, es sich träumen laffen. Unzählige um seinen Leib, mit horten Fäultes reifen hie Schmiede die großen Jahr 1921. Bei der Zusammenstellung des Veranlagungsergebnisses Erfahrungen haben die berühmten Lokomotivfabriken Europas ge- Sangen und im nächsten Augenblic saust der schwere Hammerbär zeigt sich folgendes Bild: fammelt, und die Anforderungen, die an eine moderne Maschine auf den ungefügen, Klotz, der sich streckt und windet. Mit angegeftellt werden, sind nicht gering. Aber fapitalschwere Konzerne, spannter Aufmerksamkeit schieben die Schmiede den Block hin und hinter denen die Macht des Finanztapitals steht, nehmen den Kampf her, wenden und drehen ihn. Nur durch Zeichen verständigen sie mit all diesen Erfahrungen auf. Der infolge der Vernichtung durch sich, jeder Augenblick wird ausgenutzt, denn sie müssen das Eisen den Weltkrieg riesenhaft gesteigerte Bedarf an Lokomotiven sichert schmieden, so lange es warm sti. Es ist ein schweigendes Zusammenihm den Absatz. So hat die AEG., die, wie ihr Name sagt, arbeiten von unerhörter Präzision. Der Mann am Dampfhammer regiert das Ungetüm mit leichtem Hebeldruck. Bald werden die Diese Zusammenstellung zeigt mit aller Deutlichkeit, daß das fich ursprünglich nur auf die Herstellung elektrischer Apparate und Schläge, die die getroffene Stelle hell aufglühen ließen, zarter: der Veranlagungsergebnis hinter den tatsächlichen Erträgen des VorMaschinen eingerichtet hatte, in folgerichtiger Weiterbildung der sich Block ist zum geschmiedeten Maschinenteil geworden, das nach aus der Arbeit selbst ergebenden Anforderungen, seit 1920 eine feinem Erkalten in die mechanischen Wertstätten wandert, um dort jabres erheblich zurückbleibt. Von rund 188 000 GewerbesteuerFabrik für Dampflokomotiven in Hennigsdorf bei Berlin angelegt, gehobelt und gebohrt, gestoßen und gefräst zu werden, bis ihm end- pflichtigen sind 127000 mit einem Ertrage von 20 000 und weniger die am 23. November 1920 die erste Maschine, nach 11 Monaten, lich der Schlosser mit Feile und Schmirgelleinwand den letzten veranlagt worden. Die also an sich schon niedrig veranlagte Steuer am 12. Oftober 1921, die fünfzigste und dann bereits nach weiteren Schliff verleiht, bevor es an der fertigen Maschine schwingend sich wird heute aus dem Ertrage des Jahres 1922 gezahlt. Daß dieſe acht Monaten, am 29. Juni 1922, wenige Tage nach dem Tode des bewegt, oder bewegenden Teilen ihren Weg vorschreibt. Arbeitet Erträge eine erhebliche Eteigerung gegenüber denen von 1921 früheren Präsidenten der AEG. Walther Nathenau, die hunderste jedes einzelnen Schlages gering, im Gegensaz zu der durch Dampf also ein Trugschluß, wenn behauptet wird, daß durch die vom der Hammer mit großem Getöse, so erscheint doch die Wirkung aufweisen, braucht nicht näher ausgeführt zu werden. Maschine lieferte. betriebenen hydraulischen Presse. In eiserner Umarmung drückt sie Magistrat beantragte Erhöhung der Steuer 33 Pioz. des ErIn der Kesselschmiede. das weißwarme Eisen in stählerne Formen. Wie Butter quillt das überschüssige Material an den Seiten heraus. Mit leisem Bischen trages weggesteuert werden. Die 33 Proz. kommen nur für hebt sich der Stempel; das Schmiedestück ist fertig zur weiteren Be- die rund 18 000 Steuerpflichtigen der Klasse I in Frage und Ein werden lediglich nach dem Ertrage des Vorjahres berechnet. arbeitung. Gewerbesteuerbetrieb, der im Jabre 1921 100 000 M. Ertrag geDie Montagehallen. habt hat, müßte dieses Jahr 33 000 M. Gewerbesteuer zahlen. Er In vier großen Hallen von je 21 Metern Höhe, 26 Metern zahlt aber diese Steuer aus dem Ertrage des Jahres 1922, der Breite und 100 Metern Länge werden die Lokomotiven zusammen- ohne jeden Zweifel um ein Vielfaches gegenüber 21 gesteigert ist. gebaut. Hier kommen alle Teile hin, die in den einzelnen Abtei- Bei der großen Mehrzahl der Betriebe fommen aber nicht einmal lungen der Lokomotivfabrik hergestellt oder die von Spezialfabriken dieie Steueriäge in Frage, sondern die geringeren für die Stlasse IV geliefert wurden. Auch hier sehen wir wieder Lokomotiven in allen bis II. Das tatsächliche Ergebnis der staatlichen Veranlagung beBaustatien. Hier hat man gerade einen Radfah bereitgestellt, der fauber bearbeitet aus der Dreherei geliefert wurde, um auf ihn den weist nur, daß die Einführung der neuen Berliner Gewerbesteuer Rahmen zu montieren, der die Dampfzylinder und den Reffel auf mit eigener und gründlicherer Veranlagung unbedingt notwendig nehmen soll, dort ist der Kessel schon eingebaut und man beginnt ist und daß die Belastung des Gewerbes bei der heutigen Geldmit dem Einpassen der Kreuztöpfe und Kurbelstangen. Am an- entwertung absolut getragen werden kann. dern Ende der Halle steht eine Lokomotive, die das Zeichen der Um so schärfer ist das Verhalten der Bürgerlichen Fraktionen Sowjetregierung trägt. Eine Lokomotive mit hochliegendem Kessel, zu verurteilen, die in diesem Falle, trotzdem sie anerkennen müssen, der von einer Plattform umgeben ist, so daß man vom Führerstand daß die Stadt vor erhöhten Ausgaben steht, sich um die Deckung aus um die ganze Maschine herumgehen kann. Der Tender ist von für diese Ausgaben nicht im geringsten gefümmert haben. riefenhaften Ausmaßen, da diese Maschinen mit dem Holz der rusfischen Wälder geheizt werden. Dort wieder packen Kräne die fer- Es ist aber anzunehmen, daß diesmal die Gewerbesteuer doch, wenn tigen Lokomotiven, heben sie spielend empor und tragen fie auf auch mit Inapper Majorität, in der Stadtverordaetenversammlung einen anderen Play in der weiten Halle. Wenn das legte Teil ein- angenommen wird. gebaut ist, vollenden die Maler das Werk. Sauber lackiert ver= läßt die neue. Maschine stolz die Stätte ihrer Geburt. Riesige Fabritanlagen erheben sich in Hennigsdorf. Sie haben dem ehemals rein ländlichen Ort ein anderes Aussehen gegeben. Nicht weniger als 1675 000 Quadratmeter hat die AEG. hier erworben und etwa 10 000 Arbeiter sind hier allein in der Lokomo tivfabrik beschäftigt. Sie kommen zum Teil mit der Bahn aus Berlin heran, teils wohnen sie in den Siedlungshäusern, die auf Betreiben der AEG. hier errichtet wurden. Die Verkehrsverhältnisse sind außerordentlich günstig. Sowohl der Wasserweg als auch die Eisenbahn dienen zum Heranschaffen der ungeheuren Materialmengen, die hier verbraucht werden. Zwei für Havel und Spree verhältnismäßig große Dampfer sorgen unter anderem für einen fahrplanmäßigen Gütertransport. Auf dem Gelände der Lokomotivfabrit stehen zahlreiche Schnellzugs- und Güterzugsmaschinen, die im Kriege heruntergewirtschaftet wurden und nun einer gründlichen Reparatur unterzogen werden. Funkelnagelneue Maschinen verlassen die großen Montagehallen und aus der Heffelschmiede tönt ein ohrenbetäubendes Lärmen. Hier werden die aus Flußeisen bestehenden Rejselbleche gewalt, nachdem fie autogen zerschnitten und die Kanten auf besonderen Maschinen auf den Millimeter genau behobelt und die für die Mietverbindungen nötigen Löcher gebohrt wurden. Lange Schläuche führen den Nietapparaten die Breßluft zu, und wenn sie hämmern wie Maschinengewehre, dann geben die vielen Kessel, die gleichzeitig in Bearbeitung sind, vorzügliche Refonnanzböden ab. In einer Sent: grube ist ein Mietfran zum Nieten der Kesselwandungen eingebaut, der, um ein äußerst sauberes Arbeiten zu erzielen, mit einer auf Bruchteile eines Millimeters verstellbaren Hubvorrichtung versehen ist. Hier liegen Kessel in jedem Baustadium. Da sind einige, bei denen die Bleche provisorisch mit Schrauben zusammengeheftet find und bei denen im nächsten Augenblick der erste Niet eingebracht wird, und wieder andere, die bereits die Rauchkammertür zeigen und vom Dampfdom stolz gekrönt sind, während die kupferne Feuerbuchse, die die Glut zum Heizen der Maschine aufnehmen soll, das Sonnenlicht, das in breiten Strömer in die Halle dringt, zurück Spiegelt. Der große Reparaturstand der deutschen Lokomotiven ist ja darauf zurückzuführen, daß man während des Krieges die tostbaren fupfernen Feuerbuchsen herausriß und durch eiserne ersetzte, die sich, da nicht das geeignete Material zur Verwendung kam, nicht bewährten. Während in Amerifa seit langem nur eiserne Feuerbüchsen eingebaut werden, soll es endlich auch in Deutschland ge= lungen sein, brauchbare eiserne Buchsen herzustellen. Man wird jedoch zunächst die weiteren Ergebnisse abzuwarten haben. Sollten sie den Erfolg bestätigen, so bedeutet das eine immerhin nicht unerhebliche Ersparnis im Cotomol.obau. Es gehören starke Nerven dazu, in diesem Lärm mit angespannter Aufmerksamkeit zu arbeiten und dennoch ist der Eindruck, den der Besucher in der Hammerschmiede empfängt, noch gewaltiger. Dis Hammerschmiede. Hier muten die Schmiede, die unter dem Dampfhammer die zentnerschweren Blöde zu Kuppel- und Pleuelstangen und anderen Sachawachiak der Eskimo. Von Ejnar Mittelfen. Er wußte, sie waren draußen, um eine ,, Expedition" zu unternehmen, aber was das hieß, begriff er nicht so ganz, es bedeutete, das man etwas finden wollte, doch das war ihre Sache, er freute sich über seine neuen Freunde und war be: trübt, als er sie über das Eis davonziehen sah. In vielen und langen Gesprächen hatte er Mr. Hodlen und Migi vor dem halsbrecherischen Unternehmen gewarnt; sie würden niemals wieder nach dem Lande zurückkommen, wenigstens nicht nach seinem Lande, vielleicht nach dem Lande im Norden, da, wo es warm war, wo es reichliche Jagd gab und die Leute gastfrei waren, aber was half es, daß sie dieses Land erreichten, wenn sie doch niemals von dort zurückommen und davon erzählen fonnten halsstarrige Weiße, hört auf meinen Rat, geht nicht da hinaus! Aber sie gingen, und sie famen zurück. Das Land hatten sie nicht gefunden, dahingegen Wasser, tiefes Waffer, und darüber freuten sich die Weißen. Wunder liche Weihe, denen solche Kleinigkeit Freude machte. Wie kann man sich denn über Wasser freuen? Ihr Schoner war im Laufe des Winters vom Eis heruntergeschraubt worden und als die Walfischfängerflotte vor beitam, nahm sie die ganze Besatzung mit, bis auf Mr. Hodlen und Migi, die tief im Often gewesen waren, als die Flotte tem, und wie es nun Winter wurde, waren sie allein, die Beiden. Die Neuregelung des Straßenhandels. 172 Straßen und Pläge verboten. Die vor einiger Zeit angefündigte Polizeiverordnung Der Ausgangspunkt des Dampflokomotivenbaues war die Her= stellung elektrischer Lokomotiven, die zunächst in der Fabrik Brunnenstraße erfolgte. Heute vereinigt eine große Halle in der Lokomotiv über den Straßenhandel in Groß- Berlin ist soeben erschienen. Sie fabrik Hennigsdorf, die etwa 10 000 Quadratmeter Fläche bedeckt, alle mechanischen Werkstätten, die der Bau elektrischer Lokomotiven regelt den Straßenhandel jeder Art auf öffentlichen Straßen und erfordert. Hier entstehen alle Arten der elektrischen Lokomotive, Plätzen einheitlich für das ganze Gebiet der neuen Stadt Berlin und von der fleinen Grubenmaschine bis zur schwersten 15 Meter langen hebt die bisherigen Polizeiverordnungen in den ehemaligen Einzel, Abraum- und Vollbahnmaschine. Das Prinzip der elektrischen Lo- gemeinden auf Die neue Polizeiverordnung tritt am 1. November Fomotive erscheint außerordentlich einfach: Ein Rahmen, der auf Rädern ruht und in den zweckmäkig fonstruierte Elektromotoren eingebaut sind, die nicht nur diese Räder drehen, sondern darüber hinaus noch genügend Kraft befizen, um schwere Lasten bewegen zu können. Das Komplizierte liegt, wie so oft, in den Einzelheiten. dieses Jahres in Kraft. Bemerkenswert ist, daß etwaige privatrechtliche oder steuerliche Ansprüche der Stadt Berlin durch die neue Polizeiverordnung nicht berührt werden. Die einzelnen Händler müssen einen Abstand von wenigstens 2 Meter, wenn sie Fahrzeuge oder Behältniffe, die ein einzelner Händler nicht allein handhaben fann, mit fich führen, einen Abstand von 5 Meter innehalten. Grundfäßlich ist jeder Straßenhandel verboten an den Ab. und Zugängen der Bahnhöfe in einer Entfernung von Auf dem Gelände der Lokomotivfabrik sind noch andere Neben- 20 Meter, auf allen Brücken und unter allen Bahnunterbetriebe untergebracht. Außer dem Eisenbahnsignalbau und dem führungen sowie in einer Entfernung von 10 Meter von diesen Bau von Fahrkartendruckmaschinen, der Herstellung von Punkt-, Anlagen, ferner an den Ab- und Zugängen der Dampferanlegestellen Stumpf- und Nahtschweißmaschinen muß insbesondere die große und der Hoch- und Untergrundbahn sowie an den Haltestellen der Schraubenfabrik erwähnt werden, die Schrauben für sämtliche AEG. Straßenbahn und Omnibusse auf einer Entfernung von 10 Meter, Betriebe liefert. Alle zur Verwendung gelangenden Materialien Schließlich auch auf 28 ochenmärkten auf einer Entfernung, die von dem zuständigen Bolizeiamt im Einvernehmen mit dem zuwerden eingehenden Prüfungen unterzogen. Eine zentrale Wert- ständigen Bezirksamt derart festgesetzt wird, daß die Entfernung zeugmacherei, eigene Heizanlagen vollenden das technische Bild höchstens 100 Meter betragen darf. An oder in der Nähe der dieser erst noch im Werden begriffenen Anlage. Bahnhöfe oder Haltestellen sowie auf Brücken und unter Bahnunter,, Ja," antwortete er ,,, ich reise, sobald ich fertig werden daß sie hier herauf kommt, selbst wenn sie böse gegen mich kann, und das Eis sicher ist. gehandelt hat." Lange saß Sachawachial schweigend da. Hör einmal, du, draußen in eurem Lande muß es doch auch alte Leute, so wie hier, geben. Was tun die Alten, wenn sie feine Kinder haben, die für sie arbeiten und Nahrung herbeischaffen fönnen?" Geld gesammelt haben, so daß sie sich Effen faufen fönnen, Hungern," antwortete der Weiße rasch, wenn sie nicht nähernò so gut wie eures, hier leiden die Alten keine Not, wenn sie alt werden. Sachawachiat, unser Land ist nicht anwenn es möglich ist, ihnen Essen zu schaffen, aber bei uns sterben die Leute vor Hunger, wenn sie fein Geld haben." Sachawachiak antwortete nicht, er saß und stierte vor sich hin, feine schönen braunen Augen sahen ins Leereer dachte, und Migi begriff, daß schwere Probleme in seinem Hirn arbeiteten. Das ist nicht richtig," brach Sachawachiat auf einmal aus, das ist Günde, wenn die Leute alt sind, müssen sie zu effen bekommen, selbst wenn sie kein Geld haben. Wo kommit du nach dem Land der Weißen?" Bei Candle," antwortete Migi und setzte sich. Sachamachiat, mein Freund, woran denkst du?" Denn es war dem Weißen klar, daß es nicht Neugierde war, die den alten Estime solche Fragen stellen ließ. Höre du," fing Sachawachiat schließlich wieder an ,,, du weißt, Douglamana ist meine Frau, und ich bin gut zu ihr. Aber nun will ich dir etwas erzählen, worüber ich viele Jahre lang nicht gesprochen, was ich beinahe vergessen habe. Siehst Eines Tages fam Migi zu Sachamachiat. hör mal du, du, als ich jung mar, hatte ich eine andere Frau, sie hieß jegt reise ich nach Hause, ich habe nichts mehr zu tun. Mr Igluruf und war so schön, aber sie war zu nichts nühe. Die Hodlen geht in die Berge, und fobald das Eis sicher ist, fahre Weißen fonnten sie gut leiden, und da war ein Weißer, der ich mit dem Schlitten nach Numut hinüber und von da die nahm fie, mir meg. Er hieß der schwarze Joe. Ich hatte Rüfte entlang nach dem Land der Weißen." Saluruf sehr lieb, und als ich damals hörte, daß sie mit einem Sachawahiat hörte fhweigend zu ,, Migi, mein Weißen zusammen lebte, wurde ich wild. Er flüchtete, sie Freund, bleib hier, der Weg ist lang!" Aber nein, Migi fam mit, aber ich habe später gehört, daß fie in Candle wohnt. wollte reifen, und Sachawachiat fannte ihn hinreichend, um Sie ist jetzt alt," fuhr Sahamachiat in seiner Rede fort ,,, und zu wiffen, daß fein leberreden möglich wäre. ich glaube nicht, daß sie Geld hat. Zur Arbeit taugt sie nicht, Ein paar Tage später, fam er nach der Hütte hinunter, das hat sie nie getan, so daß fie also gewiß nichts verdient die die Weißen sich aus dem Brad gebaut hatten. Höre hat; aber es ist Sünde, fie hungern zu lassen, sie war doch einMigi, reift du wirklich?" mal meine Frau, und ich habe sie lieb gehabt, ich will gern, ,, Ja, aber Sachawachiat," brach Migi verwundert aus, du hast ja Douglamana mas sagt sie dazu? Wird fie sich jetzt auf ihre alten Tage in eine Nebenfrau finden, und kannst du zwei Frauen ernähren?" ,, Ich habe mit Douglamana darüber gesprochen," fuhrist Sünde, daß Igluruk da unten bei den Weißen wohnen Sachawachiak langsam und ruhig fort, sie will wie ich. Es und bei uns leben fann. Und jetzt, wo die Jungen groß wer und Hunger und Not leiden soll, wenn sie hier heraufkommen den, können sie bei der Jagd mithelfen. Ich werde schon zwei Frauen ernähren können, und selbst, wenn es manchmal etwas schwierig für uns sein sollte, das war es auch früher öfters, und wir werden schon darüber hinwegkommen. Ich habe lange, lange Zeit nicht an Igluruf gedacht," fuhr Sachawachiak fort, erst als du anfingst davon zu reden, daß du in das Land der Weißen reisen wolltest, dachte ich an sie. Ich habe fie gehaßt und wollte sie totschlagen, aber allmählich wurde ich milder gestimmt. Ich habe selbst einmal gehungert, ich weiß, daß das meh tut, und ich will nicht, daß sie leiden soll, wenn ich ihr helfen kann. Sie war einmal jung und luftig, und iekt, wo ich alt geworden bin, fann ich eher verstehen, daß sie lieber einen weißen Mann als mich haben wollte. Er fonnte vieles, was ich nicht fonnte, gerade so etwas, was die Frauen gern haben. Und sie hatte ja auch einen weißen Vater gehabt," fügte er fanft hinzu, sie war vielleicht mehr eine Weiße als ein Estimo." Hör einmal, Sachamachiat," sagte Migi eindringlich, überlege dir das gut, Iglurut hat schlecht gegen dich gehan delt, was auch der Grund gewesen sein mag; sie ist dir mit einem anderen fortgelaufen und hat jetzt lange im Lande der Weinen gewohnt. Früher taugte sie nicht viel, und da unten bat fie auch nichts Gutes gelernt, so daß fie jetzt noch meniger als früher taugen wird. Jetzt geht es dir gut mit Dougla mana, und selbst, wenn sie auch Iglurnt hier bei euch aufnehmen will, ist es nicht leicht, zwei Frauen in demselben Iglu zu haben. Es wird Gezänt geben, Sachawachiat, der Friede, den du gesucht und endlich gefunden hast, wird ver schwinden- laß den Gedanten fahren, nergiß Iglurut." ( Fortsetzung folgt.) führungen ist allgemein lediglich der Handel mit Tageszeitungen und angenommen: Die am 22. Oftober 1922 tagende GeneralversammErtrablättern gestattet. Auf den verbotenen Straßen oder Plähen ist lung des Vereins Arbeiterjugend Groß- Berlin begrüßt aufs wärmst lediglich der Handel mit Schnittblumen, Zeitungen, periodischen die kommende Einigung mit der Sozialistischen Proletarierjugend. Drudschriften und Extrablättern, aber nur mit den eingangs mit Sie verlangt vom Hauptvorstand, daß er die Verhandlungen fo geteilten allgemeinen Beschränkungen gestattet. Ganz allgemein bald wie möglich zum Abschluß bringt. gestattet ist lediglich der Handel mit Milch und ferner auf den verbotenen Straßen und Plähen der Handel mit alkoholfreien Getränken. Insgesamt werden in Groß- Berlin 172 Straßen, Straßenteile und Plätze für den wilden Straßenhandel ausgeschlossen. Die Dame mit dem Tannenzweig. Eine Belohnung von 10 000 m. hat das Ernährungsamt der Stadt Berlin auf die iederherbeischaffung von Brotfarten und die Ermittlung der Diebe gesetzt, die fürzlich eine Menge Brotfarten Plantagenstr. 15 mittelst Einbruch usw. gestohlen haben. Es handelt sich um Brotfarten der 42., 44., 46. und 48. Woche mit verschiedenen Nummern, sowie ferner um solche der 43., 45., 47. und 49. Woche. Groß- Berliner Parteinachrichten der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. Borsigwalde.( Bereinigte Sozialdemokratische Partei.). Oeffentliche Mieterversammlung Donnerstag, den 28. Oktober, 7 Uhr, in der Turnhalle der Schule Conradstraße. Tagesordnung: Das Reichsmietengeseh und seine Folgen". Ref. Gen. Georg Schulz. Freie Aussprache. Die Ausschußmitglieder und Distrikts Kinderschußkommission Groß- Berlin. leiterinnen, die der Vereinigten Sozialdemokratie angehören, werden gebeten, zu einer wichtigen Beratung Donnerstag, den 26. d. M., 5% Uhr, im Rathaus, 8immer 109, zu erscheinen. Beitungskommission Groß- Berlin und Vorwärtsspediteure! Donnerstag, den 26. Oktober, abends 7 Uhr, im Konferenzsaal der Borwärtsredaktion, Lindenstraße 3, 4. Hof, 4 Treppen, Sigung. 2. 6. 7. 15. Arcis. Siergarten. Donnerstag, den 26. Oktober, 7% Uhr, engere KreisDorstandssigung bei A. Krüger, Butligstraße. Kreis. Kreuzberg. Kreisbildungsausschuß. Donnerstag, den 26. Oktober, nung. 7 Uhr, in der Bockbrauerei, Fidicinstr. 2-3, Gigung. Wichtige Tagesord reis. Charlottenburg. Donnerstag, den 26. Oktober, 7½ Uhr, engere Sigung im Zimmer 1. Mit einem neuen Trick arbeitete" eine Ladendiebin, die von Beamten der Detektivabteilung der Vereinigung der Berliner Spe= Den sozialistischen Dozenten der Volkshochschule Groß- Berlin zialgeschäfte unschädlich gemacht wurde. Die Beamten beobachteten, gehört auch Genosse Dr. Kurt Ragler in Karlshorst an, der im wie eine Dame in einem Spezialgeschäft in der Leipziger Straße Kant- Realgymnasium zu Karlshorst am Donnerstag, abends 7% Uhr, beim Einkauf aus ihrem großen Muff einen Tannenzweig herauszog und auf den Ladentisch legte, bis sie mit dem Aussuchen einen Kursus über Tierbau und Tierleben Teil I: Die Tierwelt der fertig war. Die Rundin fand nichts Passendes", stedte den Tannen- Heimat mit Bestimmungs- und mikroskopischen Uebungen abhält. weig wieder in den Muff und ging mit einem Herrn, der in der Oberbürgermeister Vosberg in Potsdam wird, wie es heißt, Nähe gestanden hatte, hinaus. Noch im Torweg holte sie ihren in Kürze seinen Abschied aus dem Amt nehmen. Der OberbürgerZweig wieder hervor und steckte ihrem Begleiter verschiedene meister, der in zweiter Ehe vermählt ist, steht mit seiner Gattin in Sachen zu, die er nun in seine Aftenmappe barg. Die Beamten Scheidung, die schwere Angriffe gegen ihn erhebt. Diese Angriffe 1. folgten dem Baar unauffällig und beobachteten in vier weiteren führten zu vielen Prozessen, die vor den Potsdamer Gerichten Geschäften den gleichen Vorgang. Jezt nahmen sie die Dame fest. ichweben. In demselben Augenblick lief ihr Begleiter davon und warf die Protest gegen die Schwimmhallenschließung, die, wie mitgeteilt, 47. Attentasche weg. Aber auch er wurde eingeholt und ergriffen. Die Kundin" hatte jedesmal die Gegenstände, die ihr gefielen, mit ihrem vom 1. November 1922 bis zum 1. Mai 1923 währen soll, sird Tannenzweig bedeckt und mit diesem zusammen in ihren Muff ge- vom Arbeiter Wassersportverband in einem Aufruf zogen, ohne daß die Verkäufer irgend etwas merkten. Die Kriminal- an die Bevölkerung erhoben. Es heißt darin u. a.:„ Die Schwimmpolizei entlarote sie als eine gewerbsmäßige Ladendiebin Margarete pereine, die im fulturellen, gesundheitlichen und praktischen Sinn Baul, die als Deckung und Helfershelferin früher ihre alte Mutter sehr viel für die arbeitende Bevölkerung bedeuten, würden durch mitzunehmen pflegte und dann mit ihren Brüdern zusammenarbeitete. Diese falsche Ersparnis des Magistrats in ihrer Lebens- und Ent- 99. widlungsmöglichkeit gehemmt fein. Es bedeutet für die Arbeitersportler und insbesondere für die Schwimmer, die Einstellung der gesundesten aller Sportarten. Darum, Genossen, erkennt die Gefahr, die nicht nur uns Schwimmern, sondern auch der Volksgesundheit droht. Erscheint alle zu der am 26. Oftober, abends 6½ Uhr, stattfindenden Proteftversammlung, um durch unseren einheitlichen Willen dem Magistrat, den Stadtverordneten und den Te- Ortsgruppe Steglig. Achtung, frühere USPD.- Genossen! 7½ Uhr in der GeMuß der Arbeitgeber für Arbeit sorgen? Ein Prozeß um Lohnnachzahlung für arbeitsfreie Tage. Die außerordentlich wichtige Frage: Muß der Arbeitgeber für Arbeit sorgen? stand im Mittelpunkt einer Verhandlung vor dem Gewerbegericht. Verschiedene Angestellte tlagten gegen die Aktien- zernenten der Badeanstalten, die zu dieser Versammlung geladen gesellschaft C. E. Vogel, Telegraphendrahtfabrit, auf Nach zahlung des Lohnes für zwei arbeitsfreie Tage, ie, wie die Kläger behaupten, durch Verschulden der Sirma entstanden sind. Die Firma soll bei der Verteilung von Holzrollen die Seidenspinnerei abfichtlich vernachlässigt haben. Die Firma machte geltend, daß von einer Bevorzugung der Drähteabteilung gegenüber der Seidenspinnerei keine Rede sein Sonne und sich eine Mehrzuteilung der Rollen von selbst aus dem piel größeren Betrieb der Drähteabteilung ergebe. Auch fönne sie ben Nachweis erbringen, daß, wie von dem Betriebsinspektor der Firma erwiesen wurde, alles geschehen sei, um Arbeitsmaterial herbeizuschaffen. Erst nach Anfrage bei 6 bis 7 Firmen fei es möglich gewesen, etwa 4000 Holzrollen aufzutreiben, von denen aber nur 50 Proz. für die Seidenspinnerei in Betracht fammen fonnten. Ein weiterer Beuge befundete, daß die Kalamitát der Holzrollen für die Spinnerei schon feit Wochen bestand, aber wohl auf ein Verschulden der Arbeiter zurückzuführen sei, da sie selten den Bedarf an Nollen rechtzeitig angefordert hätten. Der Verbandsvertreter der Arbeitnehmer macht Darauf geltend, daß es nur die Pflicht des Arbeiters sei, die aufgegebene Arbeit auszuführen, aber nicht für Arbeit zu sorgen; dafür sei der Arbeitgeber verantwort ich. Da die Firma vor Gericht durch Zahlenvorlegung nachweisen fonnte, daß eine absichtliche Benachteiligung nicht vorgelegen habe und eine Stillegung des Betriebes in Anbetracht der großen Aufträge auch gar nicht im Interesse der Firma gelegen hätte, nahmen ie Kläger die Kloge zurück mit der Forderung, daß die Firma ihren Antrag auf Erhebung einer Widerklage ebenfalls zurückziehe, der bahin lautete, daß den Klägern, ungefähr 20 Mann, auf die Dauer ibres beitsverhältnisses zur Firma ein Anspruch, wie der vorliegendicht gewährt werden könne. Der Verbandsvertreter mies diesen Antrag mit der Begründung zurück, daß dies eine Festlegung fei, die evtl. noch für 1930 in Anwendung fommen könnte. Heute, Mittwoch, den 25. Oftober: Abt. 7 Uhr Zahlabend in folgenden Lokalen: bei Witte, Boftstr. 29; bei Muschner, Am Birkus 10; bei Spiegel, Aderstr. 1. 6. 7 Uhr gemeinsamer Sahlabend sämtlicher Bezirke in der Schulaula Bernauer Str. 89-90. bt. Die Bezirksführer, die alte Marken noch nicht zurückgegeben bzw. abgerechnet haben, müssen sofort beim Raffierer Rich. Rahn, Köpenicker Straße 9b, abrechnen. Abt. Schöneberg. Eine Stunde vor der Mitgliederversammlung Funktionär 92. Abt. Reutöln. 7 Uhr Bezirfe 14, 29, 30, 27/32, 28/33, 31/44 und 45, 55, 46/59 und 72/73 bei Wolff, Raiser- Friedrich- Str. 173, gemeinsame Sigung aller Funktionäre. 77. versammlung in der Gemeindeschule Frankenstr. 10-11. meindeschule, Bürgerstraße. Thema: Das Reichsmietengefeg". Ref. Stadt. verordneter Gen. Franz Gutschmidt. Von Mitgliedern eingeführte Gäste haben Zutritt. 103. Abt. Oberschöneweide. 7% Uhr im Ronferenzzimmer der RottmeyerSchule, Eingang Frischenstraße, Borstands- und Funktionärsizung. 136. st. Reinickendorf- Dst. 7% Uhr Jugendhalle Seebad Residenzstr. 49, Sigung des Vorstandes mit den Bezirksführern und Raffierern beider Par teien. Erscheinen Pflicht. Abt. Brig- Budow. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in der Aula der 2. Gefind, zu zeigen, daß wir mit der Schließung der Schwimmanstalten nicht einverstanden sind, und daß der Schaden, der die Gesundheit ber Berliner Bevölkerung trifft, weit größer ist als falsche Ersparnis 14., wieder gutmachen kann. Die Versammlung findet Donnerstag, den 26. Oftober, abends 6% Uhr, in der Schulaula, koppenplay 12, statt. Der preiswerte Seefischverlauf muß auch an diesem Mittwoch ausfallen, weil die Zufuhren äußerst gering und die Preise infolgedessen außerordentlich hoch find. Die mangelnden Zufuhren finden ihre Ursache einerseits in den zurzeit auf See herrschenden Herbststürmen, andererseits in der ungünstigen Rohlenbe lieferung der Fischdampfer. meindeschule 1, Ringstraße, Mitgliederversammlung. werden gebeten, die Genossen einzuladen. Die Bezirksfilhrer Morgen, Donnerstag, den 26. Oftober: 15. und 16. Abt. 7 Uhr Versammlung der Anhänger der meridhterhal in der Aula der 132./142. Gemeindeschule, Demminer Str. 27. tung über die Lage im Rampf um die weltliche Schule. Berichterstatter Gen. Mäde. 23..Uhr Bersanımlung der Anhänger der weltlichen Schule in der Aula 93. der 54. Gemeindeschule, Öfener Straße. Thema: Berichterstattung über die Lage im Kampf um die weltliche Schule. Ref. Gen. Sennide. Abt. Mentolin. 7 Uhr engere Vorstandsfikung. 8 Uhr allgemeine Funktionärversammlung der Bereinigten Sozialdemokratie im Lotal Reuter, Raiser- Friedrich, Ede Teupiter Straße. Tozziftraße 4, findet Donnerstag nachmittag 3% Uhr von der städtischen 108. bt. Köpenid. Die Beerdigung unferes Genossen Ernst Müller, BestaLeichenhalle aus statt. 4 128. bis 130. Abt. Pantow. Freitag, den 27. Oftober, 7% Uhr, im Jugendheim, Breite Str., Abteilungsvorstandsfigung, zu der die fünf Abteilungs. leiter und fämtliche Gruppenführer eingeladen find. Mangel an Studentenwohnungen. Der Rettor der Berliner Universität sendet uns folgenden Aufruf:" Beim Beginn des Winterhalbjahrs macht sich an der Universität ein derartiger Mangel an Studentenwohnungen fühlbar, wie er sich noch nie gezeigt hat. Bon 11. morgens 9 Uhr an stehen die Studierenden in langen Reihen vor Den Räumen des Akademischen Wohnungsamtes, um schließlich zu hören, daß es teine Wohnungen gibt. Ich möchte daher die Ginwohner Groß- Berlins dringend bitten, soweit fle über entbehrliche Zimmer verfügen, das Akademische Wohnungsamt, Berlin C. 2, Universität, 3immer 26/27, Sprechstunde täglich von 10 bis 1 Uhr, Tel. Sentrum 10980, davon zu benachrichtigen." Frühere USPD. Kreis. Schöneberg. Mittwoch, den 25. d. M., 8 Uhr, gemeinsame Mit aliederversammlung der Bereinigten Sozialdemokratie. 1. bis 3. Bezirk Comenius- Schule, Frankenstr. 11, Bezirtsführer und Funktionäre eine Etunde vorher im felben Lotal; 4. bis 10. Bezirk Schulaula Feurigstr. 57, Bezirksführer und Funktionäre 6½ Uhr im selben Lokale, Jugendveranstaltungen. Lands. Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin. Heute, Mittwoch, den 25. Oktober: Bohnsdorf. Jugendheim Gemeindeschule Dahmestraße: Bericht von der Friedrichsfelde. Jugendheim Berliner Str. 44, Bortrag: Erste Silfe bei Unglücksfällen". Friedrichshagen. Jugendheim Scharn weberfiraße 105a, Lefecbend: Die Maschinenstürmer" von Toller. berger Biertel. Jugendheim Gemeindeschule Olivaerstraße, Bortrag:„ Die proLitenberg. ugendheim Partane 10, BorMarienborf. Jugendheim letarischen Jugendbewegungen". trag: Arbeiterjugend und Gewerkschaftsjugend". Schulbarade Königstraße, Vortrag: Einführung in die Boltswirtschaft". Prenzlauer Vorftabt. Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 23, Aula. Alle Mitglieder, die am Stiftungsfeit mitwirken, müssen heute abend zur Probe erscheinen. Schöneberg III, Lindenhof. Jugendheim Schule in der Siedlung, Bortrag: ,, Seguelle Hygiene". .Mutterschulfurs. Im Kaiserin- Auguste- Viktoria- Hans, Charlotten. burg. Stanfitrake, am Straßenbahnhof Westend, beginnt am 2. November d. J. Generalversammlung. ein sturs für Mütter und Mädchen, in dem all des theoretisch und brattisch nelehrt werden wird, was eine Frau von der Pflege und Ernährung des Säuglings wissen muß. Der Kurs umfakt vier Doppelstunden, jeweilig Donnerstag von 3-5 Uhr. Es wird groker Wert auf vraktische Uebungen ar lebenden Kinde gelegt. Einschreibegebühr für den Gesamtfurs 150 M. Meldungen im Bureau der Anstalt. Sprech- Chor für die Proletarischen Feierstunden, Donnerstag, abends 7 Uhr, in der Aula der Sophienschule, Beinmeisterstraße 16-17, nehmer lönnen sich an den llebungsabenden melden. Uebungsfiunde. Alle Mitglieder müssen pünktlich erscheinen, neue TeilWandern im Film. Die Abteilung Norden des Touristenvereins Die Naturfreunde" veranstaltet am Sonnabend, den 28. Oftober Der Tod auf den Schienen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bund entschiedener Schulreformer. Oeffentliche Mitgliederversammlung Donnerstag, den 26. Oktober, T½ Uhr, im Gymnaſium zum grauen Kloster, Klosterstraße. Vortrag: Ingenieur Fröhlich„ Der Bertschulgedante, Theorie und Braris". Bollstraft- Band E. B. Der deutsche Südpolarforscher Dr. H. c. Wilhelm Filchner hält Donnerstag, 26. Ottober, abends 8 Uhr, im Langenbed- BirchowSaus, Luisenstr. 58, einen Lichtbilderportrag Bom 6. Erdteil", in dem er Mieterbund Berlin- Steglig E. B. Donnerstag, ben 26. d. M., abends über feine Expedition in die Antarktis berichten wird. gliederversammlung. " Arbeitersport. 19 Die Unterschleife bei der Textil- Notstands- Versorgung. Bekanntlich hatte das Reichswirtschaftsministerium zur Linderung der Not der unbemittelten Bevölkerung 1919 eine Aktion eingeleitet und zur Versorgung mit billigen Kleidungsstücken die Textil- Not- und Sonntag, den 29. Oftober, abends 7, Uhr, in der Aula Grünthaler flands- Versorgung eingerichtet. Diefes großzügige gemeinnügige Straße 5, Lichtbildervorträge und Lehrfilmvorführun Unternehmen ist durch in die Millionen gehende Unter- gen, die für jeden vorwärtsstrebenden Proletarier von größtem Interesse eine Stulturbewegung" schleife schwer geschädigt und dadurch das Hilfswerk start beein- fein dürften. Gin furzer Vortrag„ Das Bandernträchtigt worden. Mit Hilfe gefälschter Formulare wurden während der Lichtbildervorführungen wird die Besucher dieser Veranstaltunganze Ladungen von Waren beiseite geschafft und an Spediteure gen mit dem Streben und den dealen der Naturfreunde bekannt machen. verschoben, die die Sachen zwar sehr billig bekamen, sie aber mit ehrfilme zeigen dann die Schönheiten unserer engeren Heimat und das 8 Uhr, in der Aula der Oberrealschule in Berlin- Steglis, Elisenstraße, MitLeben der lleineren Tiere in Feld und Heide. Kostbare Zeitlupenfilme ungeheurem Verdienst weiterverkauften. Die Bestechungsgelder für werden die Seele und das Wachsen der Pflanzen dem Besucher offenbaren. Deutsches Montessori- Komitee. Dr. Maria Montessori- Rom spricht am Freidie ungetreuen Beamten waren verhältnismäßig gering, desto größer Sn die Welt der mühevollen Arbeit führt ein anderer Film: Schwere tag, den 27. Oktober, 7 Uhr, im Auditorium magimum der Berliner Univerwar der Verdienst für die eigentlichen Schieber. Unter den ver- Arbeit unter Tage". Auch dem Humor wird durch einen Tridfilm Stapitän fität. Cintrittstarten nur zu haben in: Berkfreude, Berlin W. 35, Magde untreuten Waren befanden sich beispielsweise 12 000 Paar Woll- Grogs Löwenabenteuer Rechnung getragen werden. Die gleiche Beran burger Str. 7, Landsgemeindehaus, C. 54, Sophienstr. 23/24, Bentralinstitut strümpfe, 1000 Baar Schuhe, 25 000 wollene Kopfschüher, eine un- ftaltung wird am Sonntag, den 29. Oftober, nachmittags 3, Uhr, für für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Str. 120. geheure Menge Uniformröde aus Heeresbeständen. Die Borunter- Stinder ftattfinden. Der Eintrittspreis für die Veranstaltungen ist sehr suchung hatte sich sehr schwierig gestaltet, da mehr oder weniger fast niedrig bemessen. Er beträgt für Erwachsene 16 und für Kinder in der Nachmittagsvorstellung 3 M. alle Beamten in die umfangreiche Bestechungsgeschichte verwickelt Schach und Arbeiter. Seit Jahren hat es sich der Arbeiter- Schach waren. Der Umfang der Ermittlungen ergibt sich daraus, daß nicht lub zur Pflicht gemacht, für die Ausbreitung des Schachs in proletartiment weniger als zehn Bände Gerichtsaften auf dem Gerichts. tisch lagen. Nach mehrtägiger Berhandlung fällte die Straftammer Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete fich auf dem Bahnhof Kreisen zu sorgen. In zahlreichen Abteilungen, die sich in fast allen Stadt weiter zu pflegen. Die Spielstärksten Abteilungen des Vereins find die des Landgerichts I in dem Strafverfahren wegen der großen Unter- Osterburg. Ein von Magdeburg kommender Güterzug fuhr gegenden befinden, ist Gelegenheit gegeben, das Schach zu erlernen und schleife bei der TNV. folgendes Urteil: Es erhielten die Angeklagten einem anderen Güterzug in die Flante, als dieser im Begriff war, Abteilung Norden I; jeden Freitag von 8 bis 10 Uhr in der„ MetallGieselmann 2 Jahre, Guhl 7 Monate( burch Untersuchungshaft die Station Osterburg zu verlassen. 15 Wagen wurden zerfrümmert. arbeiter Börje", Marstr. 12( Wedding) und die Abteilung Neufölln", verbüßt), Ha as 6 Monate( 3 Monate verbüßt), Moeller 6 Mo Der Materialschaden ist unübersehbar. Ein Schaffner wurde Dienstags von 8 bis 10 Uhr Donaustr. 105 bei Güfig. Die Abteilung Beide Neutölin veranstaltet in ihrem Lokal ein Schab Turnier für nate( verbüßt) Gefängnis. Die Angeklagten RhI, Nerrlich getötet und ein otomotioführer verlegt. und Tschetschne wurden freigesprochen. Hauptgleise der Strede Magdeburg- Wittenberge murden gesperrt. a it e. Beginn dieses Turniers am Sonntag, den 22. Oftober, vormittags Das Unglüd soll auf Ueberfahren des Signals zurückzu- 10 Uhr. Die Abteilung, Nord- West" lagt Dienstags in den Urminiu Gedenket der Obdachlosen! führen sein. Die aus Stendal und Wittenberge herbeigeeilten Hallen, Bremer Straße( Nähe der Zurmiraße). Gruppen Wettkämpfe Beginn 7 Uhr. Gäste willkommen. Eintritt fret. Hilfszüge fonnten die Strede wieder freimachen. Ein PersonenNaßfaltes Wetter, rauhe Winde haben die sonnigen Herbsttage zug fuhr auf dem Westbahnhof in Lüneberg in eine Ar. Arbeitersportkarten. Bezirk 14. Neukölln, Brig, Rubow. Montag, 6. Noverscheucht, ein jeder geht troß seiner wärmenden Kleidungsstüde beitertolonne, die auf dem Wege zur Arbeitsstation den ver- Tagesordnung steht u. a.: Wahl des 1. Borsitzenden. Es ist Pflicht eines leben vember, 7½ Uhr, bei Frank, Ganghoferstr. 1, Kartellversammlung. Auf ber schneller als sonst durch die Straße aber nach dem Städtischen botenen Weg über die Schienen benuzte. Dichter Nebel per- Delegierten, au erscheinen. Obdach an der Fröbelstraße wanken zermürbte, zerlumpte Gestalten, barg den Arbeitern den heranbrausenden Zug. Zwei Arbeiter jeder schützenden Hülle beraubt, piele barfüßig, und warten dicht wurden getötet, drei schwer verletzt. gedrängt am Eingange darauf, daß das Tor zu ihrem Asyl sich auffut, täglich weit über 2000 Menschen und müssen im Aus Cherbourg wird Morgengrauen des anderen Lages wieder auf die Straße hinaus. nicht wissend, ob für sie sich eine milde Hand öffnen, ob von einem gemebet: Das Unterfeeboot Roland Morilloto", das nach Mittagstisch ein färglicher Rest für sie abfallen wird! Ein Tag wie dem Orient entfandt worden war, ist an seinem Bestimmungsort der andere: ruhelos, arbeitslos, obdachlos, frierend! Mitbürger, nicht eingetroffen. Torpedoboote find auf der Suche nach ihm. Es trotz der eigenen Not gibt es Menschen, welche die schwere Zeit noch handelt sich um ein früheres deutsches Unterfeeboot, schwerer empfinden als Thr, für die ein eigenes Wort für Not ge- das 1916 in den Torpedoschuhneten des Hafens von Le Havre er prägt werden müßte, die da leiden an dem lähmenden Nichtssein beutet wurde. und Richtshaben! Seht sie Euch an, wie sie in sich zusammengefauert, dahinschleichen in endlos langem Zuge, und Ihr werdet benfen, wie fönnte man helfen? Männer, Frauen, Kinder, such t nach in Euren Schränken, die Ihr noch habt, ob nicht irgendwo vergessene Sachen hängen, die Ihr selbst nicht mehr tragen könnt, nach denen sich aber begehrlich Taufende von Händen ausftreden, spendet fie den Obdachlosen! Helft den Aermften der Armen, deckt auch ihnen den Weihnachtstisch, die fleinste Gabe ist will lommen, jedes Stüd ist ein Bflafter auf eine Wunde, und der Bunden find so viele. Der Berwaltungsdirektor des Städtischen Obdachs, Berlin NO. 55, Fröbelstr. 15, nimmt jederzeit freundliche Spenden entgegen. Ein verschwundenes Unterleeboot. Lebensmittelpreise des Tages.. Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 160-200 M., ohne Knochen 218-236 M. SchweineSport. 4 Rennen zu Grunewald am Dienstag, den 24. Oktober. 1. Rennen. 1. Flittergold( Hellmann), 2. Serenata( Strüger), 3. Meerschaum( M. Schmidt). Toto: 18:10, Plas: 11, 13, 12:10. Ferner 2. Rennen. 1. Drachme( Lemidi), 2. Wasserschlange( Basch), 3. Enver liejen: Ejau, Lametta, Berbi, Queen Hemietta, Chimäre, Darwane. ( Sensich). Tote: 150: 10, las: 46. 87, 25: 10. Ferner liesen: Pindar, achtaube, Elmado, Rosmunda, Brüfung, Saloppe, Räuber hauptmann, Lenz, Whist, Fabiola, Glüdsfind, Elida Ferner 3. Rennen. 1. Augias( Korb), 2. Ganelon( D. Schmidt), 3. Notdorn( Olejnit. Toto: 14: 10, Blab: 19. 12, 14:10. Berner liefen: Revolutionär, Aralinda, Mainberg. Mortala, Cea. 4. Rennen. 1. Freibeuter( Janef). 2. Anafreon( D. Schmidt), Foto: 29:10, lag: 14, 12:10. Fische knapp. 3. Gyere velem( Gorsler). Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft flau. liefen: Einbart, Filou. Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. 5. Rennen. 1. Wallenstein( Tarras), 2. Aberglaube( Jane), 3. Stamille( Bleuler). Toto: 16:16, Plag: 14, 34, 39: 10. Ferner liefen: Stonig Midas, sienbach, Abgott, Sommerflor. Traumdeuter, Graf Ferry. 6. Rennett. 1. Hobe Bjorte( Jenzsch), 2. Sabah( Storb), 3. Drchis fleisch 320-400 M. Kalbfleisch 180-260 M. Hammelfleisch 180-265 M.( Heidt). Toto: 73: 10, Play: 26, 35, 25: 10. Ferner liesen: Nymphe, Rückenfett 560-590 M Rindertalg 400-430 M. Schellfisch 45-70 M. Tor di Quinto, Rachiwin, Per Dark, Esther, Lebenswonne, Lebemann, Licht, Seelachs 75-86 M. Dorsch 42-65 M. Grüne Heringe 60 M. in Eis: Sufanna. Tichertessin. 1. Lindenblüte( Rofina) 7. Rennen. 2. Widinger( Jentsch), bis 180 M. Karpfen 145-155 M. Bleis 90-130 M. Eier 34-35 M. 3. Hazcar( Olejnit). Zoto: 67: 10, Plat: 27, 38, 32:10. Ferner liesen: Sie Einigung der Jugend. Auf der am Sonntag stattgefun- das Stück. Naturbutter 525-600 M. Margarine 360-450 M. Schweine- Stönigsadler. Inclan, Ceres, Simson, Samadan. denen Generalversammlung des Vereins Arbeiter schmalz 520-575 M. Graupen 70-85 M. Maisgrieß 70 M Kartoffelmehl 152 M. Weißkohl 14-17 M. Wirsingkohl 15-18 M. jugend Groß- Berlin wurde zur Einigungsfrage mit der SoMohrrüben 15 M. Rotkohl 22-24 M. Kürbis 6-8 M. Kochäpfel 12 bis zialistischen Proletarierjugend folgende Resolution 14 M. Kochbirnen 12-14 M. Schleie 110 M. Hechte 85-120 M. Lebende Aale 300 M. Zander 150 Spinat 32-38 M. Wetter bis Donnerstag mittag. Bielfach beiter bei schwachen Binden aus nordöstlicher Richtung, feine erheblichen Niederschläge, in den Tagesstunden tühl, in der Nacht zu Donnerstag leichter Froft, Das Drama auf Saalec. Stein freigesprochen, Dietrich zu sechs Monate Gefängnis verurteilt. Fenster und Deden waren zerschossen Wirtschaft Um die Devisenregelung. BS. Leipzig, 24. Oftober. Blut getränkt. Sowohl Kern wie Fischer hatten Steins beste An- wollte man annehmen, daß die Meinung der Herren Syndici der Der Staatsgerichtshof verhandelte heute gegen den züge angezogen. Rapitänleutnant a. D. Wolfgang Dietrich aus Erfurt und den Schriftsteller Dr. Hans Wilhelm Stein aus Burg Saaled, die angeflagt waren, den Rathenau Mördern Fischer und Kern auf ihrer Flucht wissentlich Beihilfe geleistet zu haben. Den Vorsitz führte Senatspräsident Dr. Hagens; die Angeklagten wurden von den Rechtsanwälten Dr. QuetgebruneGöttingen und Dr. Anz- Naumburg verteidigt. Marine her gekannt und ihn als guten Kameraden liebgewonnen Angeflagter Dietrich gab zunächst an, daß er Kern von der habe. Bors: Sie haben Stern und Fischer Aleider zur Flucht verschafft. Angell: Jawohl. Am Sonnabend, den 15. Juft, bekam ich von Kern einen Brief aus Kösen. Kern bezog sich auf unsere alte Rame radschaft und teilte mit, daß er und Fischer sich auf der Burg Saaled aufhielten. Ich sollte ihm zwei Anzüge nach Saaled hinausbringen. Er fügte noch hinzu, daß dies sein legter Ausweg sei, sonst müsse er die Konsequenzen ziehen. Bors: Was verstanden Sie unter diesen Konsequenzen? Angefl: S nahm an, daß er Selbstmord verüben wollte. Bors: Sie wußten doch, daß Kern und Fischer die Mörder Nathenaus waren und daß Sie sich strafbar machten, wenn Sie den beiden zur Flucht verhaffen. Angefl: Die einzelnen Berordnungen tannte ich nicht. Ich hätte aber auch dann so gehandelt, denn auf Grund meiner alten Rameradschaft gab es für mich nur einen Weg. Ich bin dann am Sonntag, den 16. Juli, abends mit dem Paket( zwei Anzüge und ein Wintermantel) nach Burg Saaled gegangen und dort, da das Außentor verfchloffen war, über die niedrige Umfaffungsmauer in den Burghof geklettert. Auf mein Klopfen wurde mir aber nicht aufgemacht und auch, als ich mit Steinen nach dem Fenster warf, ließ sich fein menschliches Wesen sehen. Ich beschloß deshalb, am nächsten Tage wiederzukommen, und, um mich mit dem Batet nicht zu schleppen, legte ich es in dem anderen halbverfallenen Burgturm nieber und ging nach Naumburg zurüd. Am nächsten Tage hörte ich dann schon in Naumburg, daß Die Schutzpolizei alarmiert und daß man den Rathenau- Mördern auf der Spur fei. Daraufhin habe ich dann von einem nochmaligen Besuch Abstand genommen. Vorf.: War Dr. Stein mit Kern bekannt? Angeti.: Das fann ich nicht annehmen. Soviel ich weiß, ist Kern auch nie in dieser Gegend gewefen. R.-A. Dr. Luetge brune: Woher fannte Kern Ihre Erfurter Adresse? Angefl.: Wohl aus der Zeitschrift des Marineoffizierverbandes. Es wird festgestellt, daß in dieser Zeitschrift am 17. Mai die Erfurter Adresse Dietrichs, der bis dahin in Naumburg gewohnt hatte, stand. Angeklagter Dr. Hans Wilhelm Stein schildert zunächst an Hand vorgelegter Photographien eingehend die Dertlichkeiten auf Burg Saaled. In dem Wohnturm, den sich der Angeklagte vor fieben bis acht Jahren herrichten ließ, ist erst eine eiferne Gittertür und dann weiter eine schwere Eichentür. Der Turm enthält zu unterst das Zimmer der Frau Dr. Stein, in der Mitte das Arbeits zimmer und oben das Schlafzimmer, von dem man zur Turmzinne gelangt. Die einzelnen Stockwerke find durch Zwischentüren abschließbar, Wie der Angeflagte angibt, ist bei ihm wiederholt ein gebrochen worden, besonders an Festtagen, wenn ſtarter Touristenverfehr herrschte und er sich, da er als Neurasthenifer Ruhe haben wollte, von der Burg entfernt hatte. Auch der Bligableiter fei wiederholt gestohlen worden. Der Blizfänger bestand aus startem Eisendraht, der alle zwei Meter mit eifernen Krampen an der Zurmmauer befestigt war. Ein guter Kletterer fönne ohne Mühe an dem Eisenfeil bis zur Lurmzinne flettern. Go hätten am 1. April vier Touristen den Turm auf diese Weise bestiegen und das wäre nach seiner Ansicht auch Die Industrie- und Handelsverbände laufen gegen die Devisenverordnung Sturm. Es wäre aber ein verhängnisvoller Irrtum, Berbände und der sattfam bekannten Sachverständigenausschüsse, die die meist katholischer find als der Papst, allgemein die Meinung der und das Zimmer auch dadurch verunreinigt, daß Kern und Fischer, hinter ihnen stehenden Leute wäre. Sonst wäre es nicht denkbar, die zwei Tage dort gehauft hatten, ihre Rotdurft im Raum felbft daß Handelsblätter, die ihre Aufgabe in der Förderung der sorgsam verrichtet hatten. Beisiger Prof. Reinde- Bloch: Wissen Sie abgewogenen volkswirtschaftlichen Intereffen der Industrie und des denn, wie Kern und Fischer zu dem Entschluß gekommen sind, nach Handels sehen, immer wieder und eindringlich regelnde Eingriffe in Saaled zu fahren? Angell.: Saaled macht den Eindruck einer den Devisenverkehr fordern. Daß aber auch innerhalb der InProf. Reinde- Bloch: In der Presse dustrie selbst die Meinungen sehr geteilt sind, davon zeugt ein Arhieß es doch einmal, daß auch der aus dem Hamburger Gerichts: tikel, den Herr Maximilian Auerbach in der Zeitschrift„ Deutsche unbewohnten Ruine. gefängnis befreite Oberleutnant Dittmar auf Saaleck ein Versteck gefunden habe.- Bors.: Diese Vermutung hat sich als unrichtig Konfektion" gefchrieben hat und dessen Inhalt wir im Auszug wiedergeben: herausgestellt. In der Beweisaufnahme bestätist Frau Dr. Stein die Angaben ihres Mannes in allen Einzelheiten. Untersuchungsrichter Dr. Atten, der die Dertlichkeit eingehend geprüft hatte, bestätigte, daß man den Turm der Burg om Blizableiter erflettern fönne. Kriminalfommissar Kagemann- Halle, der mit einigen Beamten auf die bei der Bolizei eingegangene Meldung hin am Montag, den 17. Juli, Die Anwesenheit Kerns und Fischers auf Burg Saalect festgestellt hatte, fagt aus: Die Beamten haben die unteren Türen erbrochen, dann aber die Tür som 2. zum 3. Stodmert feft verrammelt gefunden. Als ich von der Rudeisburg telephonisch Berstärkung vers langte, sah ich piöglich, daß auf der Sinne von Saaled zwei Leute „ Die Devisenfrage ist nur dann zu lösen, wenn die Regierung auf dem Wege, den sie beschritten, nicht nur standhält, sondern die Devisenordnung so ausbaut, daß nur diejenigen Devisen einem Staufmann zugebilligt werden, die unbedingt zur Bezahlung der direkt aus dem Ausland bezogenen Rohmaterialien gebraucht werden. Das ist nur dann möglich, wenn die Originalaufträge, Originalrechnungen und Frachtbriefe vorgelegt werden, um prüfen zu fönnen, daß auch die Ware importiert worden ist. Selbstverständlich, da die Spinnereien und Fabrikanten sich schon seit langer Zeit einen Teil der Ware in Devisen haben bezahlen lassen, muß auch rüd wirkend geprüft werden, wo dieselben geblieben sind. Auch die Auslandskonten, die einige Fabrikanten eingeführt haben, sind zu prüfen, da es ja Fabrikanten gibt, die ihre Zahlungen nach ausländischen Plägen dirigiert haben. Der Grundsaß, daß ein deutscher Kaufmann an einen wurde. Deutschen nur in deutscher Währung zu zahlen hat, ist ganz selbstDerständlich, und es iſt geradezu unerhört, daß für in Deutschland hergestellte Rohmaterialien ausländische Währung verlangt Wenn auch die Regierung etwas spät eingegriffen hat, so ist es ordnung vom Februar ist ja faum von den Kaufleuten beachtet worden. Es war seit Monaten schon nicht mehr möglich, von Textilfabrikanten Ware zu bekommen resp. zu beordern, wenn man sich nicht entschloffen hat, in ausländischer Währung zu kaufen. 3ch möchte die Behauptung aufstellen, daß es in Holland taum soviel Gulden gibt, wie in Gulden bestellt werden mußte. Eine große Lücke in der Verordnung ist, daß den in Deutschland befindlichen Ausländern der Handel mit Devisen größtenteils gestattet ist. Dadurch werden natürlich foloffale Schiebungen ermöglicht. herumfiefen, von denen der eine eine Flinte unterm Arm trug. Gie riefen: och Kapitän Ehrhardt. Wir sterben für unsere Ideale." Für mich stand es in diesem Augenblick natürlich fest, daß wir die Rathenau- Mörder vor uns hatten. Als dann die Berstärkung per Auto von Naumburg eintraf, verschwanden Kern doch noch nicht zu spät, um energisch durchzugreifen. Die Devisenund Fischer im Turm. Einer der Schupobeamten gab zunächst 5 Schreckschüsse nach dem obersten Turmzimmer ab und ich rief: Leisten Sie feinen Widerstand. Es hat doch keinen 3wed mehr." Die beiden kamen aber nicht. Um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, habe ich dann weitere Berstärkungen holen lassen. Gegen Abend find mir dann wieder in den Turm eingedrungen, haben die Tür nach oben erbrochen und fanden die beiden Gefuchten tot in den Betten vor. Kern lag friedlich mit gekreuzten Armen, während Fischer schräg über dem Bett hingeworfen fag. Ein Arm und ein Bein hingen auf den Fußboden herab. Nach unserer Feststellung müssen die beiden mehrere Tage dort oben gewohnt 11 Bom Preise eines Meters Tuch oder Wollstoff entfallen höchstens 25 Broz. auf ausländische Materialien, so daß die Löhne, Farbmaterialien, Nutzen, Appretur, alles, was der Fabrikant in deutscher haben, denn am Sonnabend, den 15. Juli, haben sie noch, wie feft- Währung bezahlt hat, auch in ausländischer Währung bezahlt wergestellt wurde, im„ Deutschen Haus" in Bad Kösen Abendbrot ge- den mußten. Bei Baumwollfabrikaten entfallen höchstens 40 Proz. geffen. des Preises auf ausländifche Rohmaterialien, und verhält es sich Dr. Malade aus Bad Kösen, der die Leichenschau vor- hier ebenso. Wenn die Importeure, d. h. die Spinner, sich ihre genommen hat, schildert das Verhalten Dr. Steins, den er sehr Arbeitslöhne, für Waschen, Kämmen, Appretieren, gut fannte. Dr. Stein. fei furchtbar aufgeregt gewesen und habe Steuern, lmfabeuern und egorbianten ugen in ihm erklärt:" Da kommt man nun nach Haus und findet eine ausländischer Währung haben bezahlen lassen, solche Schweinerei. Ich kenne ja die Leute überhaupt nicht." Als so werden sie auf Jahre hinaus für ihre Importen dann festgestellt wurde, daß Fischer sich drei Anzüge Steins Devisen befigen, so daß ihnen so lange der Ankauf von übereinander angezogen hatte, rief Stein ganz erbittert: Devisen untersagt werden muß, bis sie dieselben, die sie Das sind ja meine Anzüge. Dann erklärte er dem anwesenden sich widerrechtlich angeschafft haben, für die deutsche Wirtschaft ver Wenn Staatsanwalt:„ Ich stelle mich zur Verfügung. Ich habe mit der wertet haben. eine norddeutsche Spinnerei Sache nichts zu tun." Ich hatte dabei den Eindrud, so erklärte der 30 Broz. Dividende und 50 Proz. Bonus nach riesiBeuge, daß Dr. Stein vollkommen aufrichtig und ehrlich sprach. gen Abschreibungen, bei einem Attienkapital von 50 MilReichsanwalt: Wie hat er sich denn politisch betätigt? lionen für das Werkerneuerungskonto 50 Millionen verwendet hot, Beuge: Er gehörte der Deutschen Volkspartei an und hat auch so ist das der schlimmste Wucher, der je in der Weltgeschichte dages früher für sie gearbeitet. Borf. zu Dr. Stein: Haben Sie nicht wesen. Traurig ist es nur, daß man dieser Gesellschaft nicht schon auch für das Leipziger Tageblatt" geschrieben? Angefl.: Ja- vor Monaten das Handwerk gelgt hat. An dem Beispiel dieser die einzige Möglichkeit, wie Kern und Fischer fich Eintritt verschafft wohl. Ich war langjähriger Mitarbeiter für den wirtschaftlichen Spinnereien tann man recht ersehen, daß dieselben eine Goldhätten. Borf. zu Dietrich: War Kern denn ein guter Kletterer? Teil des Leipz. Tagebl.". R.-A. Dr. Luetgebrune überreicht fubstanz befizen, und wer eine Goldfubftanz besitzt, hat nicht notAngell. Dietrich: Gewiß. Das weiß ich noch vom Turnunter- die von Dr. Stein, der Vorsitzender der Türingischen Burg- wendig, derartige Preise zu fordern, weil er ja immer wieder weiter richt her. In der Marine wurde das Klettern in der Tatelage be- gemeinden" ist, herausgegebene Beitschrift Burg und Bald", deren arbeiten fann." sonders geübt. Einleitung gewissermaßen sein politisches Glaubensbefenntnis Der Verfasser fordert weiter das Verbot der Fakturierung Es wird festgestellt, daß von der Turmzinne eine Tür in die enthält. in fremder Währung, die bekanntlich jetzt noch erlaubt ist, Wohnräume führte. deren Klinke aber von Dr. Stein entfernt roar, Nachdem auf weitere Zeugenvernehmung verzichtet und verlangt die Sanierung des Reichshaushalts und schärfftes Einum Einbrechern das Bordringen zu erschweren. R.- 21. Luetgebrune die Beweisaufnahme abgefchloffen war, führte Reichsanwalt Dr. schreiten gegen die Preispolitik der Syndikate. legt einen Schlüssel vor, mit dem er selbst diese Tür von der Zinne Feisenberger aus, daß die aus mit Leichtigkeit geöffffet hat. Dann wurde der Angeff." Jedenfalls zeigen diese Anregungen eines Großkonfektionärs, daß Dr. Stein, der seit dem 24. April d. 3. verheiratet ist, eingehend fei, nicht einmal ein begründeter Berdacht gegen ihn bestehe. Die gegangen ist, anstatt zu weit, wie jetzt die Verbände behaupten. die Regierung für manche Gewerbezweige eher zu wenig weit über seine Reise turz vor dem Eintreffen der Rathenau- Mörder Verdachtsmemente feien entfräftet worden. Leider lägen die Damit ist der Wert der Proteste der Industrie aber erheblich abgein Saaled vernommen. Er gibt an, daß er am 13. Juli einen Termin Verhältnisse heute so, daß für gewisse reise schon eine in Naumburg habe wahrnehmen müssen und daß er von dort mit Reise nach München verdächtig fei. Es sei jedoch nicht schwächt, und er sinkt in ein Nichts zusammen, wenn man berüdfeiner Frau nach Berlin zu feiner Mutter habe fahren wollen. In erwiesen, daß eine Verbindung Dr. Steins mit gewiffen Münchener fichtigt, daß der Kampf gegen eine Devifenregelung auch vom Naumburg habe er dann seinen Blan geändert und beschlossen, wie Kreisen bestehe. Er habe auch fein Recht zu der Annahme, daß Privatinteresse der Dollarbesiger und der Nußnießer er es längst geplant habe, nach Nürnberg und Kern und Fischer auf Saaleck eingetroffen feien, bevor Stein feine der Geldentwertung getragen wird. Wohnung verlassen habe. Er beantrage daher Freisprechung. München " Schuld Dr. Steins nicht erwiesen zu reisen, das er überhaupt noch nicht fannte und wo er die Gewerbe- Anders lägen die Dinge bei Dietrich, der ja geständig sei. Seine Der Internationale Freihandelstongreß wurde Montag vorfchau fehen wollte. Vors: Haben Sie in München Bekannte ge- Begünstigung fönne nicht als leichte Straftat angefehen werden, da mittag in Frankfurt a. M. eröffnet. Lord Sheffield, der Anreger troffen? Angefl.: Ich tenne dort niemand und habe zu nie es sich um feigen Meuchelmord handelte. Nicht einem Tell, der Konferenz, wurde zum Borsigenden der Tagung gewählt. Vormand dort Beziehungen. Bors.: Es hat doch aber jemand im sondern einem Barricida habe Dietrich Hilfe geleistet. Auch Ra- träge hielten Reichstagsabgeordneter Reinath über die Freiheit Hotel Germania nach Ihnen gefragt.- Angefl: Das ist mir meradschaft habe ihre Grenzen. Der Reichsanwalt be- der Wirtschaft; Reichsminister a. D. Gothein über Valuta und nicht übermittelt werden, und dann habe ich auch keine Ahnung, antragte daher 9 Monate Gefängnis. R.-A. Anz beantragte die Freihandel und Lord Beauchamp über Antidumpingwer das war. Vielleicht war es ein Hoteldieb, der vom gerichtliche Feststellung, daß Dr. Stein für die Untersuchungshaft Maßregeln. An der Diskussion beteiligten sich besonders StaatsBimmermädchen auf dem Flur überrascht wurde und eine Ausrede Schadenersazansprüche zuständen. sekretär a. D. Dr. Dernburg, Minister Süderum und Prof. gebrauchte, nachdem er vielleicht meinen Namen auf der Hoteltafel Für Dietrich führte Dr. Luetgebrune aus, daß Dietrich sich nicht Dr. Diegel- Bonn. gelesen hatte. Am Montag, den 17. Juli, fuhren wir dann nach der vollendeten Begünstigung, sondern eines ftraflosen BeNaumburg zurück und gingen von dort nach Burg Saaled, wo wir günstigungsversuch es schuldig gemacht habe, und daß er um 11 Uhr nachts eintrafen. Als ich das Außentor aufschließen deshalb freizusprechen sei. Der Beklagte, den alte Kamerad wollte, fand ich es zu meinem großen Erstaunen offen, und plöß- Ichaft mit Stern verbunden, habe ich mutig zu seiner Tat bekannt Lich sagte meine Freu: Bei uns ist ja Licht." Im nächsten Moment und verdiene deshalb feine drafonische Strafe. ertönte aus der Dunkelheit der Ruf: Halt, mer da? Nicht weiter Nach einstündiger Beratung verkündete der Borsitzende folgendes gehen, oder wir schießen. Drei Schupobeamte legten die Urteil: Gewehre auf uns an. Sie erklärten, wir fönnten nicht in den Turm hinein, es sei etwas Entfeßliches paffiert: gliedern? 21 Oben liegen zwei Leichen. Der Angeff. Dr. Stein wird von der Anklage der Begünstigung freigesprochen. Der Angefl. Dietrich wird wegen Bergehens gegen§ 5 3iffer 1 der Berordnung vom 26. Juni zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Monat wird auf die Untersuchungshaft angerechnet. Die Kosten des Verfahrens fallen, soweit Freisprechung erfolgte, der Reichstaffe, im übrigen dem Angeklagten zur Laft. In der Begründung Die Internationale Eisenbahnkonferenz hat ihre Arbeiten be endet. Die Konferenz nahm einen Statutenentwurf an, der ein Organ zur Förderung der Wiederaufnahme des internationalen Bertehrs unter dem Namen Internationale EisenbahnUnion vorsieht. Die Verwaltung der Union übernimmt ein aus 12 Berwaltungsmitgliedern bestehendes Komitee, zu dessen Vorfigenden der älteste Direktor der französischen Eisenbahnen Mange ernannt wurde. Die drei Bizepräsidenten werden von Deutschland, England und Italien gestellt. Stinnes hat sich in den Besitz eines Attienpatets der Ber= liner Handelsgesellschaft gefaßt, das ihm fast ein Drittel der Aktionärstimmen in diesem großen Bantunternehmen einbringt. Die Handelsgesellschaft war bisher das bedeutendste Es bleibt abzuwarten, ob diese Finanzierungsinstitut der AGG. Berbindung nun auch zwischen den beiden großen tonfurrierenden Konzernen AEG. und Rheinelbe, die bereits im Glühlampentrust zusammenarbeiten, eine engere Gemeinschaft herbeiführt. Die Rathenau- Mörder haben sich bei Ihnen erschossen. Mir war, als ob mir der Boden unter den Füßen weggezogen würde. Borf.: Hatten Sie denn gar feine Ahnung davon? Angeli.: Absolut gar keine. Wir übernachteten dann im Dorf und gingen früh wieder nach der Burg, wo wir verhaftet und nach Berlin ge= schafft wurden. Dort war ich zunächst auf freiem Fuß, wurde wieder verhaftet und blieb 11 Bochen in Untersuchungshaft. Borf.: Sie heißt es, daß, der Gerichtshof bei Dietrich die Verordnung vom find also völlig unschuldig? Angefl.: Ich habe nicht das ge= 26. Juni zur Anwendung gebracht habe, obgleich der§ 5 sich nicht Folgen des Martsturzes im Saargebiet. Der erneute kataringfte mit diefer Sache zu tun.- Borf.: Kannten Sie die Bri glücklich ausdrüde. Die Frage, ob überhaupt eine Begünstigung gade Ehrhardt oder hatten Sie Beziehungen zu deren mit vorliege, habe der Gerichtshof bejaht, denn nach der Rechtsprechung trophale Sturz der Mart hat im Saargebiet ein ungeheures Angefl.: Ich kenne niemanden von der Brigade. des Reichsgerichts genüge eine Sandlung, die generell geeignet sei, Emporschnellen der Preisturven für alle Lebens- und BedarfsVon der D. C. weiß ich nur, daß das Organisation Conful bedeutet. einen Erfolg herbeizuführen, um sie als strafbare Verfuchshandlung artikel hervorgerufen. Einige Beispiele: Ochsenfleisch mindestens 500 m., Schweine. Das habe ich erst durch einen Zufall erfahren, denn ich leie feine au betrachten. Das Gericht habe ermogen- daß Dietrich mit seiner Zejtungen und beschäftige mich feit zwei Jahren nicht mit Politit. Tat Meu chelmörder begünstigt habe, daß er andererseits fleisch 600 M., Kalbfleisch 550 M., Gefrierfleisch 370 M., Mar. Besizer Reichsgerichtsrat Dr. Baumgarten: Es ist doch aber sich aber in einem tragischen Konflikt befunden habe und daß es fich garine 500-560 m., Butter 1000 M. das Pfund, ein Ei 80 m. auffallend, daß Sie am 13. Juli bei ungünstigstem Better nicht um unedle Motive handelte. Bei Dr. Stein mußte Frei- Fertel toften 6000-15000 M. Für Milch setzen die Land. zur Reise nach München entschlossen. Angell.: Wenn das fprechung erfolgen, da feine und seiner Frau Angaben in feiner wirte immer mehr ihre Franfenforderung durch: in Wetter in Naumburg schlecht war, dann brauchte es doch nicht in Weise widerlegt worden seien. München ebenso zu sein. bekannt, daß in ganz Deutschland schlechtes Wetter herrschte. Dr. Baumgarten: Es war doch aber Angell.: Da ich keine 3eitungen lefe, maren mir auch die Betterberichte unbekannt.( Seiterfeit.) Auf Befragen R.-A. Quetgebrunes gibt dann Dr. Stein noch an: Nach seiner Verhaftung Jägerstr. 11. Geschäftszeit 9-5 Uhr. M. 10. 8um Eintochen foll man nuc F. B. 22. Zentralverband der Invaliden und Witwen Deutschlands, Berlin, habe man ihn in den Zurm geführt, wo alles eingehend untersucht, Messing- oder Kupfergefäße verwenden. Der Geschmack läßt sich vielleicht aber nichts gefunden worden sei. Sein Schlafzimmer habe sich in 2. 100 32. 3. 2lbraham: Theorie des modernen Sozialismus", 60 m. 4. Rein. durch nochmaliges Aufkochen in irdenem Gefäß beseitigen. 8.1. 1. Nein. einem entfehlichen Zustand befunden. Die beiden Leichen lagen blutüberströmt auf den Betten, das Bettzeug war vollkommen mit tannt; fragen Sie beim Sekretariat der Universität an S. 36. Uns find teine billigen Unterrichtsturse in den beiden Sprachen beBriefkasten der Redaktion. St. Ingbert 3. B. fostet der Liter 90 Centimes, d. h. nach dem heutigen Kursstand 300 M. Angesichts solcher Teuerung werden auch Löhne mehr und mehr in Franken gefordert. Rußlands Lokomotivfäufe. Professor Lomonoffow teilte. einem motiven bereits 680 eingetroffen feien. Berichterstatter mit, daß von 700 in Deutschland bestellten LokoSchweden habe 180 geliefert. Infolge der Wiederaufnahme des inländischen LokomotivFirmen bemühten sich um Konzeffionen zum Lokomotivbau in baues würden die Auslandsbestellungen eingestellt. Schwedische Rußland Gegen Grippe Schnupfen Goldfarb Gesundheitstabak hilft Theater, Lichtspiele usw. 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