Nr. 508 39.Jahrgang Ausgabe A nr. 250 Bezugspreis: Für den Monat Ottober 250,- 907., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 346,-M., für das übrige Ausland 515,- M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Boll und ge, der Unterheltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin. Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillegale Loftet 60,-M. Reklamezeile 300,-. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 14, M.( zulässig zwei fettgedrudte Worte), jedes peitere Wort 12, M. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen bas erfte Wort 8,- M., jebes weffere Wort 6,- Mt. Worte über 15 Buchstaben zählen file zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Seile 20,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Denhoff 292-295 Verlag: Döndoff 2506-2507 Freitag, den 27. Oftober 1922 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Die Verhandlungen in der Reichskanzlei. Die Devisenverordnung.- Unmögliche Verhandlungsmethoden. Währung und Wirtschaft. Gegen bürgerliche Frreführung. In der Besprechung der Sozialdemokraten mit dem Die Verhandlungen des gestrigen Tages müssen den Ein-| Reichskanzler am Mittwoch war verabredet worden, daß am druck erwecken, daß ein Zusammenarbeiten zwischen den in Donnerstag eine Ronferenz mit den Parteiführern über die dieser Besprechung vertretenen Parteien in der neuerdings Devisenverordnung stattfinden sollte, zu der der Reichs- üblichen Weise nicht länger möglich ist. Es geht einfanzler bereits die Vertreter des Zentrums, der Demokraten, fach nicht an, daß die Bertreter der Arbeitsgemeinschaft in ein- Der Kampf um die Währung dauert mit unverminderter der Deutschen Volkspartei und der Bayerischen Boltspartei gehenden Bor besprechungen fich in den Details festlegen Schärfe fort. Die Partei der Arbeiterschaft hat sich erlaubt, eingeladen hatte. Die Vertreter der Sozialdemokratischen und dann als geschlossener Blod in Besprechungen mit eindeutige und flare Vorschläge für ein Währungsprogramm Diese berief zuFraktion hatten am Mittwoch sofort erklärt, daß eine solche der Regierung und der sozialdemokratischen Fraktion eintreten. der Reichsregierung zu unterbreiten. Nun hätten Besprechung ihnen unzwed mäßig erscheine, bevor nicht Die Regierung ist feine Regierung jener Arbeitsgemeinschaft, nächst eine Konferenz von Bantiers. Die die Banfiers, die seit drei Jahren ihr helles Ver eine allgemeine Aussprache über das Problem der Stabi der auch die Deutsche Boltspartei angehört. lifierung der Mark und der damit zusammenhängenden jezige Soalitionsregierung tann auch nicht die gnügen am Sturz der Mart haben sie müssen jetzt Börsenwirtschaftlichen Fragen erfolgen würde. Brücke sein zwischen der Arbeitsgemeinschaft und der Frattion feiertage einlegen, um den ungeheuren Kundenandrang ab Die gestrige Besprechung mit den Parteiführern begann der Bereinigten Sozialdemokratie. Daß sich hier offenbar eine auhalten, ja doch auf den Gedanken kommen fönnen, ein vormittag 11 Uhr in Anwesenheit des Reichskanzlers und des feste bürgerliche Gemeinschaft gegen die startes Eingreifen sei nötig. Was aber aus dieser Besprechung Reichswirtschaftsministers. An der Besprechung nahmen von Sozialdemokratie zu bilden im Begriff ist und daß der D- Banten herausfam, ist bekannt. Positive Vorschläge, die der Sozialdemokratie die Genossen Hermann Müller, die bürgerlichen Parteien in der Regierung Anschluß an die über den Rahmen der Devisenordnung hinausgehen und die Dr. Breitscheid, Dr. Hertz und Dr. Hilferding teil, von der außerhalb der Regierung stehende Deutsche Volkspartei deshalb dem Währungsprogramm der Sozialdemokratie hätten Zentrumsfraktion die Abgg. Marg, Klödner, Beder, fuchen, schafft einen unerträglichen Zustand. gegenübergestellt werden können, wurden nicht gemacht. ten Hompel, Lange- Hegermann; von der demotrati- Kraß illustriert wird dieser Zustand auch durch die Tat Erfolg: eine aftive Währungspolitik ruht im Schoß der Zeiten; schen Fraktion die Abgg. Koch, Erkelenz, Fischer- Köln, sache, daß der deutsch nationale Tag" gestern abend der Dollar darf steigen, die Börse aufatmen. Antisemitische und Hamm und Siemens, von der Deutschen Boltspartei einen auf tatsächlichen Mitteilungen eines Konferenzteilnehmers femitische Bertreter des Agrar, Industrie- und Handelsdie Abgg. Stresemann Kemptes, Raumer und Rießer, von beruhenden, aber im einzelnen durchaus schwindelhaften und tapitals frohlocken. der Bayerischen Volkspartei Abg. Dr. Böhm. tendenziös verlogenen Bericht über die Konferenz veröffent- Aber ein neues Schlagwort wird in die Massen geworfen: Nach den einleitenden Bemerkungen des Reichskanzlers wiesen lichen konnte. Wir glauben nicht, daß die Vertreter der sozialarbeitet mehr, los vom Achtstundentag! Dann, so be die Sozialdemokraten darauf hin, daß die Devisenordnung nur im demokratischen Reichstagsfraktion weiter mit Leuten ver- haupten die Bürgerlichen, würde sich die Währung schon erZusammenhang mit den anderen Problemen besprochen werden handeln können, die in eine deutschnationale Redaktions- holen. fönne. Die Sozialdemokratische Frattion habe stets die Auffassung stube laufen, um vertrauliche Aeußerungen in verdeckter Es ist immerhin interessant, die Forderung nach Mehrvertreten, daß die Devisenordnung als vereinzelte Maßnahme Form wiederzugeben. Solche Elemente sind eine mürarbeit ertönen zu hören, während gleichzeitig aus Westnie den gewünschten Erfolg haben tönne. Eie halte deshalb dige Frucht der Arbeitsgemeinschaft", fie müssen ausge deutschland Betriebseinschränkungen gemeldet wer jetzt weitere positive Maßnahmen zur Stügung der merzt werden, bevor weiter verhandelt werden kann. den. Sollten die, die noch Arbeit haben, mehr arbeiten, um Im übrigen wird weiter gemeldet: In dem von den die übrigen aus der Werkstatt zu verjagen? Aber auf solche Mart für erforderlich. Es entwickelte sich eine längere Debatte über die sozialdemokra. Parteiführern eingelegten Unterausschuß zur Beratung der kleinen Widersprüche tommt es den Freunden des Dollars tischen Forderungen. Hierbei hatte insbesondere Genoffe Dr. Hil. vom Reichswirtschaftsminister vorgeschlagenen Abänderungen nicht an. Es genügt, fie festzustellen, um sie zu fennzeichnen. ferding Gelegenheit, in längeren Ausführungen die vorgeschla. der Devisenverordnung wurde in allen wesentlichen Buntten 3wed der Mehrarbeit sollte es sein, den Einfuhrüberschuß genen Maßnahmen zu begründen. Er legte vor allem dar, daß Uebereinstimmung erzielt. Die Devisender. zu beraten. Ein offiziöser Bericht. 17 eine Besserung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse nur dann ein ordnung bleibt also aufrechterhalten, die an zu beseitigen, den Export zu heben. In Frankfurt hat foeben treten tönne, wenn durch die Stabilisierung der Mart der Aus. ihr vorgenommenen Menderungen werden wahrscheinlich noch der Freihandelstongreß, auf dem auch mancher vergangspunkt und die Vorausschung für eine Berbesserung im Laufe des Freitags bekanntgegeben werden. Im Verlaufe treten war, der sonst nicht genug nach der Mehrarbeit der würde. Die notwendige Produktionssteigerung laffe fich fcien an, daß weitere Maßnahmen notwendig es molle. Die anderen erlauben es nicht. Und Herr Gothein, unserer Handels. und Zahlungsbilanz geschaffen der Besprechung erkannten die Bertreter der bürgerlichen Bar- anderen rufen fonnte, wiederholt festzustellen Gelegenheit geja nicht fönne wie nicht erreichen ohne die Stabilisierung der Mart. Umgekehrt ziehe sind, und erklärten sich bereit, zur Besprechung diefer Maß der je nach Bedarf mit Worten zu- und absagte, was ihm gerade aber die Stabilisierung der Mart eine Gesundung der Wirt nahmen bald wieder zusammenzutreten." Auf fozialdemokratischer Seite ist aus den angegebenen gut scheint, hat diesmal sogar die richtige Feststellung gemacht, fchaft und die Produktionssteigerung nach sich. Am Nachmittag antworteten die Bertreter der bürgerlichen Gründen und unter den gegebenen Umständen die Begeisterung daß selbst die schlechtere Mart feineswegs die Am Nachmittag antworteten die Vertreter der bürgerlichen für das Weiterverhandeln nicht übertrieben groß. Wahrschein Warenausfuhr stößt, so hörten wir aus dem Munde der Sach Warenausfuhr begünstige! Also die Hebung der Parteien auf die Vorschläge Hilferdings. Dabei kam allgemein die lich wird die Reichstagsfraktion schon in den nächsten Auffaffung zum Ausdruck, daß die vorgeschlagenen Maßnahmen zu Tagen nochmals zusammentreten, um über weitere Schritte verständigen, auf Schwierigkeiten. Ob sie mit Worten und nächst in einem Unterausschuß, aus je ein bis zwei Bertretern Parolen überwunden werden können, ist füglich zu bezweifeln. der Parteien bestehend, geprüft werden sollten. Weiter beschäftigte Der Unsinn aber wird offenbar, wenn man betennt, daß man sich dann mit der Frage der Aenderung der Devisendie schlechte Valuta ja gerade der Grund, nicht die Folge verordnung. Reichswirtschaftsminister Genoffe Schmidt teilte unferer Handelsbilanz ist. Mit jedem Stoß, ben die Mark mit, daß das Wirtschaftsministerium mit den übrigen beteiligten Offiziös wird folgender Bericht verbreitet: Unter dem Borfiz des erhält, nimmt die Nachfrage des Inlandes nach Waren zu. Refforts wegen einiger notwendiger Uenderungen Rücksprache ge- Reichskanzler begann gestern vormittag die Aussprache zwi Banifartig häufen sich oft die Angfitäufe; alles flüchtet in die nommen hat. Die Aenderungen gehen in der Hauptsache dahin, schen den Parteien der bürgerlicher Arbeitsgemeinschaft und Ware, weil das Geld feinen Wert mehr hat. Die Baren daß neben dem Importeur der erste Abnehmer Gelegenheit der Vereinigten Sozialistischen Partei mit dem Ziele, eine Einigung produktion hat seit den wirren Beiten des Jahres 1919 zweifel haben soll, sich in fremder Währung bezahlen zu lassen. Zwei über die Ausführungsverordnungen zur Devisenderordnung los zugenommen. Der Anteil der Arbeitskraft am Ertrag der tens soll gestattet werben, daß die laufenden Geschäfte abgewickelt und über weitere wirtschaftspolitische Maßnahmen Arbeit, der Reallohn, aber ist gefunten. Beigt nicht werden können, aber nur so, daß die Zahlungen in Mart er zu finden. Die Verhandlungen wurden von beiden Gruppen im gerade die gegenwärtige tritische Lage der Konfektionsindustrie, folgen. Ferner soll für die im belegten Gebiet notwendigen Sinne einer Berständigung geführt. Nach der Aussprache wie weit die Rauftraft hinter den Preisen zurückbleibt, Einfäufe die Freigrenze von 20 000 auf 50 000 m. erhöht werden. wurden auf Vorschlag des Reichstanzlers zwei engere Ausschüsse ge. wie ihre fortgesetzte Schwächung die deutsche Wirtschaft mit Der Minister ließ aber feinen Zweifel daran, daß im Prinzip bildet, von denen der eine die Frage der Devifenverordnung, der einer Krise bedroht? und sind an diefer Erscheinung wirklich bie Devisenverordnung aufrechterhalten werben zweite die weiteren wirtschaftspolitischen Anregungen, bie teils von nur die Reparationen schuld?- Wohl wurden die müffe und daß es sich bei Aenderungen nur um die Beseitigung der sozialistischen Partei, teils von der bürgerlichen Arbeitsgemein. Bezahlungen an die Entente durch die Notenpresse auf den fleiner Unebenheiten handeln könne. Die Mart aber müffe vor schaft ausgegangen sind, behandeln sollen. Der erste Ausschuß trat Rentnerstand und die Arbeitskraft abgewälzt. Aber der dem Berfall geschüßt werden, sonst drohe uns der Untergang. As fofort unter dem Borsiz des Reichskanzlers zujammen. Grundlage Sach besitz hat von dieser Berarmung nichts zu spüren beHandelsobjekt müsse die fremde Devise verschwinden, auch als ber Besprechungen bildeten die vom Reichswirtschafts. fommen. Der Mehrertrag der Produktion, der feit ihrem Kapitalsanlage. Die Devisenverordnung sei eines der Mittel, ministerium entworfenen Ausführungsbestimmungen zur De Tiefstand vor drei Jahren erzielt wurde, ist ausschließlich denen dem Währungsverfall entgegenzuarbeiten. Er würde den visenverordnung. Er würde den vifenverordnung. Es wurde zwischen allen vertretenen Parteien zugute gefonimen, die jetzt als Attionäre, Spekulanten, eine Einigung erzielt, so daß die Ausführungsbestimmungen in für- Balutaschieber und Agrarier mit der Flucht in die fremde Im weiteren Verlauf der Aussprache stellte sich heraus, daß die zester Zeit veröffentlicht werden können. Die Weiterführung der Wahrung oder in die Waren die deutsche Mart aufgegeben Parteien der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft bereits in mehreren Aussprache unter den Barteien ist auf morgen in Aussicht genommen. haben. Sihunger Vorschläge zu Wenderungen der Devisenverordnung vo: Es ist zu erwarten, daß eine alsbaldige Klärung der politischen bereitet hatten, deren Durchführung die Devisennerordnung voll. Probleme eintritt, mit denen sich die Reichsregierung angesichts der tommen unterhöhlen. Diese Vorschläge waren der Regierung jedoch Lage zu beschäftigen hat. noch nicht befannigegeben worden. Der Reichstanzler empfing gestern vormittag zwei ber hier einWährend die Bertreter der Arbeitsgemeinschaft behaupten, daß getroffenen internationalen Währungsfachverständie innerpolitische Konsequenz daraus zu ziehen, daß Deutschman in der Beurteilung der Lage nicht so weit auseinandergehe digen, den Schweizer Herrn Dubois und den russischen Boltsund die Berschiedenheit der Auffassung nur in den Methoden wirtschaftler Herrn Boris Kalenta. Rampf für die Reichsmart aufnehmen. liege, die nun angewendet werden sollten, zeigte sich bei der Be Die Beratungen der Staatssekretäre der für die Reparationsurteilung der Devifenverordnung fofort, daß ble Gegenfäße frage zuständigen Refforts der Reichsregierung zur Vorbereitung der zwischen der Auffassung der Arbeitsgemeinschaft und der der Sozial. Berhandlungen der Reparationstommission wurden gestern vor demokratischen Frattion fehr groß waren. mittag unter dem Borsiz des Reichstanzlers fortgefeßt. Diese Leute wollen heute nicht wissen, was sie oft selbst gesagt haben, daß die Währung der Anlaß zur gänzlichen Desorganisation der Wirtschaft ist. Sie wissen es, wenn sie an die Entente appellieren. Sie stellen fich dumm, wenn es gilt, land selbst eine attive ährungspolitit treiben muß. Benn die Arbeiterschaft heute Meharbeit leistet, so weiß sie, daß damit zunächst die Profitrate steigt, daß die aufgefammelte Affumulationsrate ihren Weg in Ware und fremde Bährung findet, daß damit die Mart weiter sinken, die Lebenshaltung der Arbeiter erneut sich mindern muß. Ein Drittes gibt es nicht. D«rm der Mar? traut heute niemand mehr, trotz Devisennotoerordnuirg und trotz Sachverständigenkonserenzen. Durch die Entwertung der Mark wurde im Inland künst- lich der Spartrieb ertötet und eine übertriebene Nachfrage nach Ware, zu der fremde Einfuhren an Rohstoffen notwendig sind, gezüchtet. Deutschland, das am Rande der 5)ungerkatastrophe steht, verbrauchte im letzten Jahre mehr als ein Viertel der Welternte an Kakao, verarbeitete unglaubliche Mengen von Gerste(3,3 Millionen Zentner Malz in einem einzigen Viertel- fahr) zu Bier, führte Mais zur Spiritusgewinnung ein, nährte Taufende von Likörstubeninhabern. Mehrarbeit unter heuti- gen Umständen könnte nur den Erfolg haben, daß der unnütze Konsum noch mehr steigt, daß sich die Unternehmer noch mehr Autos und Rittergüter oder Auslandsguthaben zulegen, ohne die geringste Gewähr dafür zu bieten, daß die Verbraucher mit niedrigeren Preisen und erhöhter Kaufkraft auch etwas von dem Mehrertrag der Arbeit erhalten! Nie hat die Sozialdemokratie die Bedeutung der schlechten Handelsbilanz für die Währung unterschätzt. Darum ist auch ein wesentlicher Bestandteil ihres währungspolitischen Pro- gramms die seit langem verfochtene Forderung, daß unnütze Einfuhr unterbunden wird. Die bürgerlichen Ver- treter aber haben die Durchführung dieser Forderung — erst neuerdings wieder beim Tabak— hintertrieben. Aber an der Tatsache, daß die Währungsrefonn d i e Voraussetzung zur Gesundung der Wirtschaft ist, läßt sich nicht rütteln. Das gibt neuerdings auch die „Germania" zu, indem sie„grundsätzlich" die Stützung der Mark befürwortet, die grundlegenden praktischen Maßnahmen dazu aber ablehnt. Daß die Agrarier jeder Selbsthilfe des Volkes in der Währungsfrage abhold find, seitdem sie mit den Preisen für freies Getreide an dem hohen Stand des Dollars interessiert sind, brauchte die„Deutsche Tageszeitung" nicht erst mit dem Pathos niederträchtigen Spottes zu versichern. Die notwendige Äufklärungstätigkeit hierfür haben die Land- bündler längst— und mit verzweifelt gutem Erfolg— geleistet! Aber darum erst recht muß der Ma rkkurs gestützt werden. Eine Regierung, die verantwortungsbewußt genug ist, müßte aus dem Widerstand und aus den Ablenkungsver- stichen der interessierten Kreise entnehmen, wann sie auf dem richtigen Wege ist. Jedenfalls bleibt der Arbeiterschaft keine andere Macht, als über diese Widerstände hinwegzugehen oder aber diejenigen, die ihnen nachgeben, die Verantwortung für ihre unheilvolle Passivität selb st tragen zu lassen. Die bayerische Krise. Regierung und Bayerische Volkspartet. Aliinchen, 26. Oktober.(Ciq. Drahtbericht.) Die Krise, die so- wohl innerhalb der bayerischen Regierung wie innerhalb der Bayerischen Dolkspartei besteht, spitzt sich immer weiter zu. In der Bayerischen Bolkspartei spielen gegenwärtig heftige Auseinandersetzungen. Es hat den Anschein, daß der rechtsradikal« Flügel im Begriff steht, die Führung der Partei vollständig an sich zu reihen. Bemerkenswert ist, daß der alte gemäßigte Abgeordnet« Speck aus der Parteileitung aus- scheiden will. Er soll ersetzt werden durch den jungen, streberischen, partikularistischen Abgeordneten Schefser. Der Fraktionsvor- sitzende, Geheimvat Held, hatte heute eine lange Aussprache mit dem Trafen Lerchenfeld. Graf Lerchenfeld hat die Vertrauens. frag« gestellt. Er hat den dringenden Wunsch geäußert, sein Der- hältnis zur Bayerischen Volkspartei refllos zu klären. Wenn er die lleberzeugung gewinnt, daß er nicht das volle Vertrauen der Bayerischen Volkspartei in ihrer Gesamtheit besitzt, will er die Konsequenzen ziehen. Am Freitag beginnt der Parteitag der Bayerischen Volkspartei. Bei dieser Gelegenheit wird Voraussicht- lich die Entscheidung fallen. In Passau kam es anläßlich einer Besichtigung der Reichs- wehrkaserne durch die Ententetommission zu großen Menschenansammlungen. Als die Ententekommisfion im Auw abfuhr, wurde der Zkraftwagen mit Steinen und Holzscheiten bombar- diert. Di« Fenster des Autos wurden zertrümmert. „Suhtioß" und Volksbühne. Bon Dr. S. Nestriepk«, Generalsekretär der Volksbühne. Unter dem Namen„Bühnoß" hat die Genossenschaft deutscher jiihnenangehonger eine neue Vermittlungsstelle für die Versorgung von Gewerkschaften und Betriebsräten mit Theaterkarten zu er- mäßigten Preisen eingerichtet, für deren Benutzung sie nun eine rege Propaganda entfaltet. Es ist sicherlich erwünschter, daß die Genossenschaft unter Ausschaltung von Gewinnabsichten die Kartenvermittlung betreibt, als wenn private Agenturen mit den Gewerkschaften Geschäfte zu machen suchen. Aber die Propaganda, die von der Organisation der Schauspieler für die Benutzung der neuen Einrichtung betrieben wird, hat doch auch ihr Bedenkliches. Sie kann die Arbeiter davon ablenken, alles Augenmerk auf das zu richten, was für sie auf diesem Gebiet die wichtigste Aufgab« sein muß: die Erhaltung und den Ausbau der Volksbühne. Die Volksbühne führt heute einen schweren Kamps. Die un- geheure Verteuerung der Theaterbetriebskosten— die Gagen der Darsteller wurden beispielsweise vom September zum Oktober glatt verdreifacht— zwingt sie zu erheblichen Beitragssteig., rungen. Alles kommt gerade jetzt darauf an, daß ihr die alten Mitglieder die Treue wahren, und daß für vielleicht abspringende Mitglieder neue ge- wonnen werden können. Diese Bemühungen tonnten gefährdet iverden, wenn irgendwelche Stellen sagen: Wir geben Euch billige Vorstellungen, ohne daß Ihr Euch, wie es die Volksbühne von ihren Mitgliedern verlangt, auf einen geregelten Vorstellungsbesuch ein- zulasien braucht. In Wirklichkeit bedeuten ja alle„Ermäßigungen". die ander« Theater gewähren und„ewähren können, in der Regel noch nicht, daß jemand diese Theater vorteilhafter zu besuchen»er. mag, als er es durch die Vermittlung des Vereins Volksbühne kann; man denke daran, daß diese Theater durchweg sehr hohe Gebührestfür Kleiderablage und Zettel verlangen, die bei den Volksbühnen- Vorstellungen nicht in Betracht kommen. Aber wenn eine von g«. werkschaftiicher Seite eingerichtete Kartenvertriebsstelle für„billige" Vorstellungen Propaganda macht, kann das doch leicht irreführen und den Wert der Volksbühne in den Augen Unkundiger schmälern. Unter diesen Umständen erscheint es zum mindesten nötig, noch einmal mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen, weshalb für die in der modernen Arbeiter- und Angestelltenbewegung Stehenden die Erhaltung und rtörderung der Volksbühne im Mittel- punkt ihrer Aufmerksamkeit stehen muß, weshalb die Existenz der Volksbühne so sehr viel mehr bedeutet als irgendeine andere Einrichtung zur Verbilligung des Theaterbesuchs. Di« Volksbühne— es handelt sich hier immer um den Verein. nicht um ein Theater— will mehr sein als ein Institut zum Vertrieb billiger Theaterkarten. Sie will durch ihre Wirksamkeit grund- sätzlich aufräumen mit dem Geschäftsthzater und cm fein« Stell« das im beste« Sinn« des Wortes sozialisierte Theater setzen. All« Theater von heute, mit Ausnahme jener, die für ein« organisierte Besucherschaft Vorstellungen geben, tragen den Charakter von Geschäftsunternehmungen, auch die Stadt- und Staatstheater, auch diejenigen, die längst keine Gewinne mehr er- ziel«, Sie trage« diese« Charakter deshalb, well sie ihre Vor» §echenbach und„öie Journaille". Die Berliner Rechtspreste, der bekanntlich angesichts des Münchener Justizmords gar nicht wohl zumute ist, erfährt aus München her kräftige Ermunterungen. Die deutschvölkische„Deutsche Zeitung" bringt einen Artikel aus der Feder ihres ständigen Münchener Mitarbeiters unter der Ueberschrift„Die I o u r n a i l l e". Diese Mischung aus Journalist und Kanaille ist eine Erfindung des Wiener jüdischen Journalisten Karl Kraus— selbst ihren Witz müssen die Antisemiten beim Juden borgen!— gemeint sind aber damit die Opfer des bayerischen Justizmordes. Beweist schon diese Beschimpfung von Leuten, die nach dem Urteil auch rechtsstehender Blätter unschuldig verurteilt sind, daß man zurzeit zwischen Berlin und München selbst unter Deutschnationalen zwei verschiedene Sprachen spricht, so tritt dieser Gedanken- und Gefühlsunterschied in der folgenden Aeußerung des Mllncheners noch deutlicher in Erscheinung: Die Sozialdemokratie hat mit dem Verlause dieses Prozesses böse Tage erlebt, denn ihr Fechenbach, der ja zu den Größen der roten Intelligenz zählte, ist so gründlich erledigt wor- den als nur denkbar. Daher auch das krampfhafte Bemühen der „München«: Post" und des„Vorwärts", den Eindruck der Ver- Handlung möglichst abzuschwächen und zu verwischen, indem vor allem auch die Unparteilichkeit des Voltsgerichts und seiner Richter in Zweifel gezogen wurde. Der Vorsitzende sah sich wiederholt veranlaßt, scharf gegen diese Treibereien Stellung zu nehmen, er konnte dies um so mehr mit reinem Gewissen tun, als er taffächlich mit geradezu vorbildlicher Objettivi- t ä t die Verhandlung leitete. Daß durch diesen Prozeß eine wahre Eiterbeule von Preßkorruption und Landesverräteret aufgestochen wurde, haben sich die Angeklagten selbst zuzuschreiben. Außerhalb Münchens gibt es heute kaum noch einen Journalisten, der solche Sätze zu schreiben wagt. In München aber gibt es deren mehrere. So ist auch auf die»Kreuz- Zeitung" ihr Münchener Korrespondent losgelassen worden, um zu beweisen, daß Fechenbach ein Landesverräter und die bayerische Justiz die Gerechtigkeit selber ist. Dringend bittet er für seine Schutzbefohlene um besseres Verständnis: Daß auch zahlreiche bürgerliche Blätter an dem Ur- teil grundsätzliche Aussetzungen machen zu müsien glauben, zeigt, wie wenig sich diese sogenannten„Bürgerlichen" darüber klar sind, worum es der Vereinigten Sozialdemokratie bei ihrem A n- stürm gegen die bayerische Iust-z eigentlich geht. Der Münchener Korrespondent der„Kreuz-Zeiwng" gibt zu, daß in dem Berfahren„Schönheitsfehler vorgekommen find und daß das Strafmaß dem Außenstehenden hoch er- cheinen kann"— jedoch es gehe„um das Prinzip" der baye- rischen Ordnungszell«. Aber alle Bitten und Beschwörungen des Münchener Korrespondenten fallen bei der Redaktion der„Kreuz-Zei- tung" auf steinigen Boden. Gänzlich ungerührt bemerkt sie: Ueber die Bewertung des Urteils im Hochverratsprozeß Fechenbach halten wir selbst noch zurück. Da die Ver- Handlungen meist hinter verschlossenen Türen geführt werden mußten, läßt sich kein einwandfreie» Bild über Verlauf und Ausgang des Prozesses gewinnen. Daraus ist zu ersehen, daß man sich sogar in der Rcdak- tion der.Kreuz-Zeitung" über die Münchener„Journaille" seine eigenen Gedanken macht. fechenbach und die Presse. Die Berliner Preffekorfferenz, der Vertreter sämtlicher Berliner Blätter und größeren Provinzredaktionen ohne Un» terschied der Partei angehören, hat am Donnerstag mit 36 gegen Ist Stimmen folgende Ent-chließung angenommen: Ohne materiell zu dem Fechenbach-Prozeß Stellung zu nehmen, fühlt sich die Pressekonferenz durch die Urteilsbegründung in diesem Prozeß bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und in der journalistischen Existenz ihrer Mitglieder aufs schwerste bedroht. Ein Gerichtsoer- fahren, bei dem die Ablehnung vun Sachverständigen für Pressefragen mit der Begründung erfolgen kann, daß das Gericht selbst sachverständig genug sei, bietet nicht die Rechtssicherheit, unter der ollein journalistische Tätigkeit möglich stellungen als Waren für den freien Mackt produzieren und mit dem ganzen Risiko eines Geschäftsbetriebes rechnen müssen. Der Geschäftscharakter des Theaters bewirkt die Abstufung der Plätze, die den Besitzenden ein Privileg auf die guten Plätze gibt; er bedeutet eine Verteuerung des Besuchs, weil die produzierten Waren, nämlich die Vorstellungen, in der Regel nicht restlos abgesetzt werden: d. h. es bleiben erfahrungsgemäß in jeder Vorstellung so und so viele Plätze unverkauft, und die Unkosten können nicht auf soviele Besucher umgelegt werden, wie das Theater Plätze faßt, sondern vielleicht nur auf zwei Drittel dieser Zahl. Um das Risiko halbleerer Häuser zu vermindern, wird der Leiter eines Geschäfts- theaters schließlich stets versucht, wenn nicht gezwungen sein, bei der Gestaltung seines Spielplans dem„Geschmack" jener Leute Rech- nung zu tragen, die für Kunst wenig oder gar kein Interesse haben, aber um so mehr für billige Sensationen, entblößt« Brüste und „fabelhaste" Toiletten; denn leider Gottes ist«s so, daß diese Leute heute noch die Mehrzahl ausmachen: und insbesondere die„zah- lungsfähigsten" Kreise, die edlen Kriegs- und Revolutionsgewinnler, zeigen diesen GeschiMrck. Die Organisation der tunstliebenden Kreis« der Bevölkerung zu einer Volksbühnengemeind« ist der einzige Weg, den Geschäfts- charakter des Theaters zu überwinden. Hier wird an den An- fang gestellt der organisierte Bedarf. Die Theater, die für eine Bolksbühnenorgonisation spielen, produzieren ihre Vor- stellungen nicht mehr für den freien Markt, sie brauchen mit keinem Risiko halbleerer Häuser mehr zu rechnen, sie haben es nicht nötig, durch„Kassenreißer", die auf die niedrigsten Instinkt« spekulier«,, Publikum anzulocken. Das Publikum ist da, ehe Theater gespielt wird: es erscheint als Auftraggeber des Theaters: und da es sich um eine Kunst gemeinde handelt, als Auftraggeber für die Pfleg« eines künstlerischen Spielplans. Die Organisation mit ihrer Verpflichtung der Mitglieder zum Besuch des Theaters an bestimm- ten Tagen ermöglicht es zugleich, in jeder Volksbühnenvorstellung das Haus bis auf den letzten Platz zu besetzen und so die Vor- stellungsunkosten auf ltze denkbar größte Zahl von Theaterbesuchern zu verteilen, d. h. den Theaterbesuch aufs äußerste zu oerbilligen. Endlich braucht die Volksbühne nicht die Plätze nach ihrem Werte feilzubieten: sie ist in der Loge, einen Einheitsbeitrag von ihren Mitgliedern einzuziehen und die Plätze dann unier ihnen wechseln zu lassen, so daß die guten Plätze aufhören, eine Vorrecht der Ve- mitteilen zu sein... � Nicht zu übersehen ist auch, daß die Volksbühne ihren Mitglie- dcrn, die ja Träger aller Veranstaltungen sind, auch ein Mit- be stimmungsrecht über alle Darbietungen einräumt und da- durch eine neue, enge Verbindung zwischen ihnen und dem Theater anbahnt: daß sie das Haus mit einem Publikum füllt, das von einem einheitlichen Kulturwillen beseelt ist, und daß sie damit die Vorbedingungen für eine viel einheitlichere Stlm- mung im Theater, eine viel größere Andacht schafft. Rur durch die Organisation der Theaterbesucher kann das Theater semes Geschäftscharakters entkleidet und auf«ine gesicherte materiell« Grundlage gestellt werden(allerdings unter Verzicht auf alle Luxuskulturl): nur so ist es künstlerisch zu heben und zum Aus- druck eines neuen Gemeinschaftsgefühls zu machen: nur dadurch wird de« Masse« de» Volle» Einfluß auf da» Theater gegeben und kst. Das Bedenklichste in der Urteilsbegründung aber ist der Satz. daß„Deräfsentlichungen über geheime Waffenlager and bewaffnete Organisationen immer dann als Landesverrat anzusehen seien, wenn ausdrücklich gesagt oder auch nur durch Stillschweigen der An- schein erweckt wird, daß eine Regierung diese Dinge begünstige". Würde diese Rechisauffassung allgemnn gültig, so liefe jeder 3our- nalist Gefahr, wegen der Berichterstattung über reichsgesehlich ver- Halene Znstiiutionen nnd wegen der Krilik an Regierungsmaßnahmen als Landeso irräter verurleilt zu werden. Da eine Berufungsinstanz vor dem Bolksgericht nicht gegeben ist erwartet die Pressekonferenz vom Reichsjustizminister eine schleunige Klärung der Rechtslage und Maßnahmen zur Eiche- rirng der von neuem bedrohten Pressefreiheit. Den Unterschied zwischen der Presse tmd der Journaille kann man an der Art erkennen, wie die Mden zum Fechen- bach-Prozeß Stellung nehmen. Anklage gegen Traub. Das auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik gegen den bekannten deutschnationalen Pfarrer Traub eingeleitete Wer- fahren wegen Beleidigung des Reichspräsidenten und der Reichsminister ist in der Voruntersuchung zum Abschluß gelangt. Der Oberreichsanwalt beantragt Eröffnung des Haupt- Verfahrens vor dem süddeutschen Senat. Ein Helfer der Rathenau-Mörder. Der Staatsgerichtshof hat jüngst, wie gemeldet, gegen zwei Personen wegen Begünstigung der Rathenau-Mörder Fischer und Kern verhandelt. Aus Lenzen a. d. Elbe wird uns dazu ge- meldet, daß es dort allgemeine Verwunderung erregt, warum nur dies« beiden Personen unter Anklage gestellt worden sind. Kern und Fischer sind bekanntlich auf ihrer Flucht durch Lenzen gekommen und wären dort auf ein Haar verhaftet worden. Daß sie aus Lenzen entkommen konnten, verdankten sie nach allgemeiner Ansicht der Bc- völkerung der Beihilfe des pensionierten Postsetretärs Busch in Lenzen. Busch hat Fischer und Kern in seiner Wohnung be- wirlct, er hat weiter versucht, bei dem Hauptmann a. D. Schulz Geld für die Flüchtlinge zu leihen, er war ihnen bei der Be- schaffung neuer Kleidungsstücke behilflich und gab schließlich den beiden Mördern, als ihnen die Polizei bereits auf den Fersen war, den Wink, zu verschwinden. Während nämlich Fischer und Kern noch im Hotel„Zur Sonne" saßen, war Busch in seiner Wohnung verhaftet worden. Auf dem Transport nach dem Polizeigefängnis kam er an dem Hotel„Zur Sonne" in dem Moment vorbei, als die Mörder Fischer und Kern dort zu Mittag aßen. Kaum war Busch oorbeigeführt worden, als Fischer und Kern sofort das Hotel unauffällig verließen, was ihnen gelang, weil außer ihnen nicht einmal der Wirt im Zimmer war. Sie entkamen dann über die Elbe. Der Polizist Belz, der hinter Busch ging, erinnert sich nun. daß Busch im Vorbeigehen Fischer und Kern durch eine eutsprechende Kopsbewegung einen Wink gegeben habe. Belz ist diese Bewegung aufgefallen, er konnte sie sich aber nicht sofort erklären, weil ihm der Aufenthalt der beiden Mörder im Hotel.Zur Sonne" damals noch unbekannt war. Es steht dagegen fest, daß Busch den Auf- enthalt der beiden Mörder im Hotel„Zur Sonne" konnte. Alle diese Tatsachen find sofort durch den Bürgermeister Scheel festgestellt worden. Busch wurde daraufhin als Gefangener nach Berlin transportiert. Ferner wurde der Bürgermeister zur Bericht- erstattung nach dem Berliner Polizeipräsidium berufen: er gab dort die mitgeteilten Tatsachen zu Protokoll. Zur allgemeinen Verwunderung wurde Busch aber schon nach einigen Tagen nach Lenzen aus der Haft entlassen. Bon einem Verfahren gegen ihn hat man nichts mehr gehört. Sollte wirklich der Mann, der die beiden Haupttätcr beherbergt hat, außer Verfolgung gesetzt worden sein? Eine Aufklärung dieser Angelegenheit ist dringend notwendig. « Wegen Beleidigung des Staatsgerichtshofs zum Schutze der Republik hat Oberpräsident Hörsing den„Eisfelder An- zcigcr"(„Worbiser Tageblatt",.Worbiser Zeitung und Kreis- b l a t t") auf die Dauer von drei Wochen, und zwar vom 25. Oktober bis 1. November, verboten. zwischen ihnen und der Kunst jene eng« Verbindung hergestellt, ohne die beide Teile nicht gedeihen können. Es kommt nicht nur aus ein« Verbilligung de» Theaterbesuchs an: eine Erneuerung des Theaters ist not. Di« Volks- bühne zeigt den Weg dazu. Deshalb sollten Gewerffchasten, Betriebsräte, Bildungsaus- schüsse usw. vorsichtig sein, wenn sie ihre Kraft für die Besorgung billiger Vorstellungen einsetzen. Das Wichtigste ist, d i e D o l k s- bühnenorganisation z u stärken und zu fördern. Es ist richtig, daß nicht immer in die Volksbühne alle aufge» nommen werden können, die sich melden, weil es zeitweilig an der Möglichkeit fehlt, noch mehr Mitglieder unterzubringen. Aber zeigt eine große Masse von Voranmeldungen, daß das Interesse für den. Verein in weite neue Kreise gedrungen ist, so gibt des dem Verein die Möglichkeit, neue Vorstellungen zu pachten, eventuell avch neue eigene Theater in Betrieb zu nehmen. In dieser 5)ins!cht ist die Ausdehnung des Vereins in keiner Weife bc- schränkt. Deshalb ist es verkehrt, das Interesse von der Volks- bühne damit abzulenken, daß man sagt: sie kann keine Mitglieder mehr annehmen. In beschränktem Umfange erfolgt die Aufnahme neuer Mitglieder stets, und ist die Zahl der Anmeldungen so groß, daß viele zunächst zurückstehen müssen, so können die Abgewiesenen mit Wahrscheinlichkeit wenigstens zum Beginn der neuen Spielzeit Aufnahme finden. Di« Berliner Arbeiterschaft kann stolz darauf sein, daß sie aus eigener Kraft heraus die Volksbühne schuf. Aber es gilt nun auch, das Werk wcitorzutragen und fortzuführen. Das ist die wichtigste Aufgabe aus kulturellem Gebiet! Ein vom Pech Derfolqker. Das„Amtsblatt für den Stadtkreis Frankfurt a. M." veröffentlichte cm 20. Ottober eine„Amtliche Lifte der gemäß§ 53, Ziffer 12 der Gewerbeordnung vom Feilbieten und Aufsuchen von Bestellungen im Umherziehen und vom Verkauf an Jugendliche unter 16 Jahren ausgeschlossenen S ch u n d l i t e. ratur." Reben der„Dirnenkönigin von Tahiti", dem„Liebeslebcn einer Kellnerin",„Hannibal Blunk, der Schrecken der Verbrecher- weit" usw. enthält diese Liste unter Nr. 10 verzeichnet:„Deutsche Taten", begründet von Pros. Dr. K a r l Brunner. Dieser Karl Vrunner, der hier als Gründer polizeiwidriger Schundliteratur auf einer amtlicken Kiste erscheint. Ist kein anderer als der Sachverständige für Schundliteratur am Berliker Polizeipräsidium, der durch den„Reigen". Prozeß zu europäischer Berühmtheit gelangte Sittllchkeits-Brunner. Wir sprechen unserm alten, andauernd vom Pech verfolgten Ge» schäft-sreunde unser herzlichstes Beileid aus und geben zugleich der festen lleberzeugung Ausdruck, daß Ihm auch aus diesem Schicksals- schlage keinerlei amtliche Unar nehmlichteiten erwachlen werden. Der Mann ist unersetzlich. Wenn wir ihn nicht besäßen, müßte er erfunden werden, von einem blutigen Satiriker. Emil Orlit lvrlcht am 2. November, abends 8 Ubr, für den Freundes- kreis der Bibliothel des KunllgcmcrbcmuleumS Im Hörsaal. Vrinz-'AibreSt- Straße 7», über:.Reise eines MalerSinJapan". mit gilbt- biidern und eine? Ausstellung japanischer Kunstiverle. Köile nach vor- heriger?s-:-eldm-g a der Bibliothek de» KunitgewerbemuseumS will- tornmoi. Verzögerte Ernährungspolitik. Bonar Laws' Wahlmanifest. wirfen am besten der große Handel entwickelt werden könne, den die Hilfsquellen des Reiches gestatten. Das Manifest schließt: Das erste Bedürfnis der Nation sei, mit ihren eigenen Arbeiten vorwärtszukommen Wie bekannt, hat Preußen beim Reichsrat beantragt, die Er höhung des Preises für Umlagegetreide in Form von Chilesalpeter auszuzahlen.. Dem Preußischen Landtag ist Condon, 26. Oktober.( WTB.) Premierminister Bonar Law daraufhin ein Sentrumsantrag zugegangen, der das Staatsministerium ersucht, statt dieser Kombination zwischen Chilesalpeter und hat ein Wahlmanifeft veröffentlicht. Er erklärt, die Krise, die so Umlage auf eine wirksame Steigerung der Getreideerzeugung auf plöglich entstanden sei, habe es unbedingt notwendig gemacht, daß ein sofortiger Appell an das Volk gerichtet werde, und daher dem Wege der Mehrerzeugung an Inlandstickstoff hinzuwirken. Die Berhandlungen über die Kombination Chilesalpeter- Um- jei es unmöglich gewesen, eine Prüfung der zahlreichen Fragen, die mit einem Minimum von Einmischung zu Hause und von auswärti lage haben, wie der Soz. Parl.- Dienst mitteilt, bis jetzt nicht zu behandelt werden müßten, mit seinen Kollegen vorzunehmen. Die gen Störungen. einem Resultat geführt. Bei den Besprechungen über die praktische Darlegung der Politik, die er jetzt unterbreite, könne daher nicht so Durchführung des preußischen Vorschlages haben sich Schwierig endgültig und fest umschrieben sein, wie das unter anderen Umfeiten ergeben, die zum Teil auf das Konto der Interessenten und ständen möglich gewesen wäre. des Reichsernährungsministeriums fallen. Im Reichsernährungsministerium scheint es ähnlich zu fein, wie im Reichsfinanzminifterium, wo man vor lauter Erwägungen nicht zu Taten tommt, ja, mit Erwägungen notwendige Maßnahmen erftict. Wann soll das anders werden? Deutschnationaler Parteitag. Die Nation bedürfe über alles andere der Ruhe und Stefigkeit Englands Wahltag: 15. November. Die Unterzeichnung der Parlamentsauflösung durch den König ist erfolgt. Die Neuwahlen finden am 15. November statt, und am 20. November wird das neugewählte Parlament zu seiner ersten Sigung zusammentrefen. Frankreichs Defizit. im Innern und nach außen, so fönnte man weit besser als durch irgendeine Aftion der Regierung hoffen, sich von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Krieges zu erholen. Auch bei jeder zufünftigen internationalen Konferenz, auch da, wo es notParis, 26. Oktober.( EE.) Finanzminister de 2 a steŋrie wendig sei, daß er als Ministerpräsident daran teilnehme, sollen der Ronferenzapparat und die mit der Konferenz zusammenhängenden ergriff( nach einer Rede des sozialistischen Abgeordneten Vincent Borarbeiten nicht von dem Kabinettssekretariat, sondern vom Aus- Auriol. Red.) in der heutigen Kammerdebatte das Wort zu Görlitz, 26. Oktober.( Vd3.) Der vierte Reichsparteitag wärtigen Amt bewerkstelligt werden. Im gegenwärtigen Augen- folgenden Ausführungen: Zwar hätten alle Redner das von ihm der Deutschnationa'en Volkspartei nahm heute in Görlig blid sei das höchfte auswärtige Intereffe nicht allein Großbritanniens vorgelegte Budget scharf fritifiert, aber feiner habe ein wirksames unter sehr starkem Andrang Don Delegierten aus allen und des Britischen Reiches, sondern der Welt die Wiederher Heilmittel anzugeben gewußt. Die Budgets der ganzen Welt Zeilen des Reiches seinen feinen Anfang. Die deutschnationale ftellung des Friedens. Das Manifest fährt fort: Reichstagsfraktion war fast vollständig erschienen. Den Auftakt der In allen auswärtigen Beziehungen beabsichtigen wir, einen wiefen ein Defizit auf. Die bisherigen Ursachen der französischen Verhandlung, die bis zum Sonnabend dauern wird, bildete eine geraden Weg zu verfolgen, die übernommenen Verpflichtungen Finanzschwierigkeiten beständen darin, daß Deutschland feine 3ahlungen leifte. Es hätte alle von ihm angerichteten Schäden geschlossene Bertreterversammlung, die heute in ausgedehnten zu erfüllen, zugleich fest entschlossen, reparieren follen, tat es aber nicht. Deshalb mußte Frankreich ihm unfere Verpflichtungen nicht auszudehuen Verhandlungen den eigentlichen Parteitag vorbereitete, und sich mit feit Anfang 1919 Borschüsse gewähren, weil es die unglücklichen organisatorischen Fragen beschäftigte. Dem Parteitag lag der Geund, falls sich eine angemessene Gelegenheit bietet, sie einzuschrän- Bewohner der zerstörten Gebiete nicht im Stiche laffen wollte. schäftsbericht der Hauptgeschäftsstelle der Deutschnationalen ten. Nur durch dasselbe offene und uneingeschränkte Zusammen- Leider sei ein finanzielles Einvernehmen mit den Alliierten nicht Boltspartei vor. Dieser stellt ein weiteres startes Anwachsen der wirken, wie es uns den Krieg gewonnen hat, geführt in demselben zustandegekommen, und das habe einen Sturz des Franken und Deutschnationalen Volkspartei fest. Zahlreiche Ausschüsse waren Geifte, mit Frankreich und unseren anderen großen Alliierim vergangenen Jahre tätig, so ein Reichsfrauenausschuß, ein Reichs wir jetzt gegenüberstehen. Es ist meine zuversichtliche Hoffnung, daß in den letzten vier Jahren im Budget nahezu 4 Milliarden im vergangenen Jahre tätig, so ein Reichsfrauenausschuß, ein Reichs- ten, fönnen wir hoffen, die schwierigen Probleme zu lösen, denen Teuerung in Frankreich im Gefolge. Der Finanzminister weist nach, angestelltenausschuß, ein Reichsarbeiterausschuß, ein Reichsjugend- daß unter der vielerprobten Führung des Außenministers die Ber- Ersparnisse, besonders im Heerwesen, gemacht worden seien. ausschuß, ein deutschnationaler Lehrerbund, die Organisation der handlungen über die Regelung der Orientkrise zu einem De Lastenrie verkündete, daß er teine neuen Steuern eindeutschnationalen Beamtenschaft und der deutschnationalen Studenten- wahren und dauerhaffen Frieden führen werden, der beiträgt, sowohl führen wolle, jedoch dafür Sorge tragen werde, daß die bestehenden schaft. Schon am Mittwoch hatten die Ausschüsse mit Tagungen be- zur politischen Ruhe im nahen und mittleren Often, mit denen so besser eingetrieben würden. gonnen; so fand eine deutschnationale Arbeitertagung unter viele unserer Reichsinteressen verknüpft sind, als auch zur persöndem Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Hartwig statt, die ein lichen Sicherheit und Wohlfahrt der Bewohner aller Raffen und Kon startes Bekenntnis für den deutschnationalen Gedanken ablegte. feffionen in den Gegenden, die der Schauplak so vieler Unruhen und Ferner tagte schon am Mittwoch der Deutschnationale Lehrerbund Leiden gewesen sind. Während des Krieges sei das oberste Gefühl unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Klug. Er sandte an den der Mänet und Frauen in der ganzen Welt gewesen, daß eine solche Katastrophe niemals wieder die Menschheit Generalfeldmarschall von Hindenburg nach Hannover folgende Entschließung, die einstimmig angenommen worden war: Der heimsuchen dürfe. Daher sei der Böllerbund geschaffen wor Deutschnationale Lehrerbund, zu seinem dritten Bundestag in Görlig den, und es werde das erste Ziel der Regierung sein, dem Völkerversammelt, sendet seinem Schirmherrn ehrerbietigste Grüße und ge- bunde volle Unter st ügung zu gewähren. Die Aufrechterhal lobt, die deutsche Jugend in Gottes furcht, zur Heldenver- tung der Freundschaft und des guten Einvernehmens mit den Bereinigten Staaten, begründet nicht auf irgendeine forehrung und zur Treue zu Bolt und Vaterland zu erziehen." ( Wilhelm ist wohl dabei unter den Hochzeitstisch gefallen? Red.). melle Allianz, sondern auf die gemeinsam ererbten Ideale, müsse Am Donnerstag abend tagte der berufsständische Reichsausschuß und stets ein Hauptziel der britischen Politik sein. Das Manifest betont den Willen der Regierung, über alle die nahm einen Vortrag des Reichstagsabgeordneten Lembach Sicherheit des Reiches und die auswärtige Politik berührenden entgegen. Fragen mit den Regierungen der Dominions und Indiens zu ver handeln. Die erste Aufgabe der Regierung, wenn sie wieder bei den Wahlen flegen sollte, werde die Ratifizierung des irischen Ber trags fein. Sie wünsche eine ruhige und geordnete Entwicklung in Indien unter der durch das Gesetz von 1919 diesem Lande gewährten Berfaffung zu fördern. Hölz nicht im Hungerfireit. Bor einiger Zeit behauptete die tommunistische Presse, daß Max Hölz am 1. Oftober d. 3. in den Hungerstreit getreten sei, weil ihm Briefe und andere Zusendungen vorenthalten würden und weil man ihm selbst die Deffnung des Fensters verweigere. Diese Mitteilung entspricht, wie die RN. von zuständiger Stelle erfahren, nicht den Tatsachen. Hölz ist weder am 1. Oktober noch in der folgenden Zeit in den Hungerstreit gefreten; er nimmt vielmehr restlos die Anstaltstoft, über die er feine Klagen geäußert hat und genießt außerdem ihm ständig zugesandte Beitost mit dem Erfolge, daß nach Mitteilung des leitenden Arztes des Strafgefängnisses sein Aussehen das eines durchaus gefunden Menschens ist. Beitungen und Druckschriften erhält er in weitgehendem Maße. Die Zellenfenster sind vor, und nachmittags je zwei Stunden geöffnet. Die Orientfriedenskonferenz dürfte in Lausanne tagen. In Griechenland werden Sündenböde verfolgt. Zwei Erminister kommen unter der Anflage, zum nationalen Unglüd beigetragen zu haben, vor ein außerordentliches Militärgericht. 3m Innern Englands Warnungen. London, 26. Oktober.( WTB.) Det Pariser Berichterstatter der ,, Times" erklärt, er erhalte von neuem von„ befugter Seite" die Warnung, daß Ende des Jahres der Zusammenbruch Deutschlands vollständig sein werde, wenn jetzt nicht ein Wunder geschehe. Deutschland würde dann in finanzieller Hinsicht auf dieselbe Stufe wie Desterreich sinfen. Eine wesentliche. Borbedin. gung der Wiederherstellung auch nur des geringsten Kredits sei ein Moratorium. Obgleich Frankreich über den dauernden Sturz der Mark beunruhigt sei, st räube es sich immer noch dagegen, für zwei Jahre oder mehr auf die von ihm so sehr benötigten Zahlungen zu verzichten. Wenn Frankreich an seinem Entschluß festhalte, so werde es wahrscheinlich zu spät sein. Man setze in Frankreich nicht viel Bertrauen in den Berliner Besuch der Reparationstommission. Die Hoffnung dürfe jedoch nicht aufgegeben werden. Man könne nur wiederholen, daß jede weitere Verzögerung sicher zum endgültigen Zusammenbruch Deutschlands führen würde, und daß kein Tag verloren werden dürfe, ein französisch- englisches Uebereinkommen zu erzielen, wenn noch irgend etwas gerettet werden solle. * fei augenblicklich die Hauptforge der Regierung die Lage des Paris, 26. Oftober.( EP.) Die Reparationskommission hat handels und des Erwerbs. Das Problem der Arbeitslojig- heute vormittag die Ausführungen des belgischen Delegierten feit in diesem Winter werde Notmaßnahmen erfordern, die wirkliche Delacroig angehört, der einen Vermittlungsvorschlag Erholung werde jedoch nur durch das Wiederaufleben des Handels unterbreitet hat. Außerdem beschäftigte sich die Kommission mit ihrer und der Industrie zustande gebracht werden. Jeder Kandidat in Reise nach Berlin, die Sonntag nachmittag erfolgt. Sie wird von jedem Wahlkreise, ebenso wie er selbst, müsse Sparsamkeit zum einem zahlreichen Hilfspersonal begleitet sein und sich in Berlin wesentlichen Punkte seines Programms machen. Die Märkte, die Großbritannien, wenigstens für den Augen- auch mit Vertretern der deutschen Industrie in Berbindung feher. blic, infolge des Krieges in Europa verloren habe, fönnten am Eine Wiedergutmachung. besten ersetzt werden durch die Weiterentwidlung des Auf eine Kleine Anfrage im Landtag darüber, daß die franzö Handels mit Ueberseeländern und insbesondere des Handels innerhalb des Britischen Reiches. Die Regierung beab- lische Besazung von Engers bei Neuwied etwa 130 Morgen besten fichtige daher, unverzüglich die Regierung der selbstverwalteten Do- Aderlandes zur Anlegung eines Ererzier plages zu beschlagminions zu Rate zu ziehen, und wenn diese zustimmten, sobald wie nahmen beabsichtige, hat der Minister des Innern geantwortet, daß möglich eine Wirtschaftstonferenz einzuberufen, um diese Beschlagnahme durch Vermittlung der amerikanischen herauszufinden, auf welche Weise durch gegenseitiges Zusammen Besatzungsbehörden unterblieben ist. = Internationale Arbeitskonferenz. dingung, daß die Bereitwilligkeit nicht den Gedanken, der Seele des Abkommens Abbruch tut und daß in allen Ländern das Bestreben vorherrschend bleibt, das Versprechen der Arbeitsverfassung zu halten. Dazu gehört auch, daß die beruflichen Arbeiterorgani. fationen start bleiben. Troß aller gegenwärtigen Schwie rigkeiten dürfe man optimistisch bleiben. Große Erfolge feien bereits erzielt worden, so besonders der Beitritt der französischen Landwirte. Ergebnisse wie dieses rechtfertigen es, menn er seine Darlegunge troh aller Schwierigkeiten mit dem Rufe schließe: Bertrauen und Hoffnung. Genf, 26. Oftober.( BIB.) Im Ausschuß für Abänderung Zwischenfall. Der Präsident, Regierungsvertreter Mudont- Kanada, marf den anwesenden Vertretern der Regierungen und Arbeitgeber ihre Haltung gegenüber der Arbeitnehmergruppe vor und lehnte es ab, die vorgelegten Anträge zur Abstimmung zu bringen. hierauf verließen unter Protest, vier Fünftei der Delegierten den Gaal. Der Ausschuß für die Arbeitslofenfrage Der Koloradotäfer ist jetzt in Frantreich festgestellt worden, und damit ist unseren Kartoffelernten eine furchtbare Gefahr nahegerüdt. Im Often von Nordamerita müssen die Felber jährlich ein paarmal mit einer arsenhaltigen Flüssigkeit bespritzt werden, um die Ernte vor völliger Bernichtung zu schüßen. Die französische Regierung hat ausgedehnte Maßnahmen ergriffen, um Genf, 26. Oftober.( WTB.) Die Konferenz schloß heute die die Plage fofort zu unterdrücken und dafür schon große Gummen Debatte über den Bericht des Arbeitsamtes ab. Die wichtigsten ausgegeben. Nach den Mitteilungen der Deutschen Landwirtschafts Reden hielten Arbeitgeber Calier Belgien und Arbeiter Jou gesellschaft" ist aber zu befürchten, daß die Käfer, die in Frankreich haur Frankreich. Calier sagte, daß die Arbeitgeber, die an dem bereits über eine große Fläche verbreitet sind, auch nach Deutsch- Washingtoner Abkommen mitgewirkt hätten, durchaus bereit seien, land fommen, und deshalb ist große Borsicht geboten. Im Juli im Sinne der Arbeitsverfassung des Friedensvertrages zu handeln. 1914 tonnte bereits ein Einfall des Käfers bei Hamburg durch Man dürfe aber nicht vergessen, welche schwere Berantwortung auf rasches Eingreifen abgeschlagen werden. Jeder Kartoffelbauer, der ihnen angesichts der Wirtschaftstrife laste; fie müßten daher 1 Zentimeter große Käfer mit gelbgefärbten Flügeldeden oder die Notwendigkeit ins Auge fassen, daß heute alle, auch die Arbeit orangegefärbte Larven findet, sollte dies sofort der nächsten Haupt- nehmer, die Pflicht haben, für die Wiederherstellung der schwer der internationalen Abkommen gab es heute einen ftelle für Pflanzenschutz oder dem Deutschen Pflanzenschutzdienst in daniederliegenden Wirtschaft Opfer zu bringen. Jouhaur Berlin Dahlem melden. trat für lückenlose Durchführung des Achtstundentages ein. Als in Das bedrohte Goethe- Haus. Aus Frankfurt a. M. wird Washington zugegeben wurde, daß die Arbeitszeit nicht immer uns geschrieben: Frankfurt hat sich auf die Herbstzeit eingestellt, und trifte innegehalten werden könne, habe noch großer Warenhunger in der Welt geherrscht. Heute dagegen herrsche allgemeiner Ar während eine raffiniert elegante Bergnügungsstätte um die andere beits mangel. Die Strife rechtfertige ausdrücklich die fo for ihre Pforten öffnet und die Menschheit um verschiedene Papierscheine erleichtern hilft, kämpft Frankfurts größter Schaz, das tige Anwendung des Washingtoner Abkommens. Soll dies aber Goethe- Haus, noch immer den stillen Verzweiflungskampf. Denn wirsam sein, so müßte es von allen durchgeführt werden, denn selbst das erfreuliche Ergebnis der Goethe- Woche, die reichen Spen- es fel eine falsche Taftif, zu warten, bis der Nachbar etwas den, die aus dem Ausland eintrafen, die Stiftung der amerikanischen unternehme. Auf diese Weise wäre nie ein Fortschritt zustandeSchlaraffen, 100 Dollar, die von den deutschen Frauen aus der gekommen. Für das Arbeitsamt gebe es nur zwei Weg:: entweder Tschechoslowakei überwiesenen 30 000 m. vermögen nicht die schwe- erweise es fich als fähig, die auf der Konferenz gefaßten Beschlüsse billigte heute die einzelnen Schlußfolgerungen des Sonderberichts ren Sorgen zu bannen. Die Einnahmen, trotzdem die Ausländer durchführen zu lassen, oder es müsse den Banterott er über die Arbeitslosigkeit, ebenfalls die Punkte, bie besondere Unterflären. Die Arbeitermassen würden dann wieder ihre Hand fuchungen des Arbeitsamtes über das Problem empfehlen. lleber den sechsfachen Eintrittspreis zu entrichten haben, und die Besucherzahl sich in der Hauptreisezeit auf täglich 400 Berfonen belief, reichen ungsfreiheit erhalten und in den offenen Kampf zurüd den wichtigen Bunft 6 fam es jedoch nicht zu einer Einigung. Diefer Lert fordert Erhebungen über das gesamte Projekt Ter nicht einmal zur Deckung der Gehälter, obschon die Beamten nur drei Biertel der städtischen Beamtenfäße beziehen. Das Freie Deutsche Thomas entgegnete auch auf die von Ministerialrat Dr. Ley- Meulen, die Rohstoffversorgung, die Valutakrise, die Beziehun Hochstift, dem die Verwaltung obliegt, hat schmere Sorgen, und mann Deutschland geäußerten Wünsche nach stärkerer Vertretung gen zu Rußland, das Problem der interalliierten Schulden und wenn nicht bald ausreichende Hilfe zuteil wird, wird das Schicksal Deutschlands im Arbeitsamt, daß er sich bemühen werde, die soziale Reparationen im Zusammenhang mit der Arbeitslofenfrage. Frankreich hatte einen anderen Vorschlag eingebracht, der des alten schönen Hauses am Großen Hirschgraben wohl be Entwicklung der verschiedenen Länder in Einklang zu bringen mit fiegelt sein. der Zusamensetzung des Arbeitsamtes, daß die Einstellung aber nach Erhebungen über eine Reihe von anderen Fragen verlangt,' darfachlichen und nicht nach nationalen Gefichtspuntten erfolgen unter über die Aufgaben der verschiedenen Regierungen, über die Schließung der forfetamtlichen Verlagsanstalten im Ausland. müsse. Imerhin würde nach Makgabe der Fähigkeit der einzu- Erneuerung und Entwicklung des Transportwesens, über den Ein Defret der Sowjetregierung ordnet an, daß sämtliche im Aus- stellenden Beamten die gerechte Bertretung aller Nationen berüd. Wiederaufbau der zerstörten Gebiete und die wirtschaftliche Tätigkeit lande bestehenden Verlagsabteilungen der russischen Staatsorgane fichtigt. Was die Erklärung Wissel Is betrifft, der sein Bedauern in diesen Gebieten, über die internationalen Finanzen, über finan binnen zwei Monaten zu schließen sind und keine weiteren mehr darüber ausgesprochen hatte, daß die Berichte nicht auch in de ut- zielle Verpflichtungen und ihre Rückwirkung auf den Arbeitsmarkt eröffnet werden dürfen. Sämtliche Staatsorgane haben ihre Drud- fcher Sprache vorliegen, verwies Thomas darauf, daß die sowie über Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zu Rußland aufträge an staatliche, genossenschaftliche oder private Druckereien in Sprachenfrage in diesen Tagen wieder zur Debatte stände. Weiter usw. Der Ausschuß wird morgen darüber berater, ob und wieweit fönnen mit jedesmaliger besonderer Genehmigung der Regierung im einer Anzahl von Staaten, namentlich Argentiniens zurück und berichts treten foll. Rußland felbft zu vergeben; nur befonders fomplizierte Arbeiten wies Thomas die pessimistische Auffassung wegen des Fernbleibens der Tegt La card an die Stelle der Schlußfolgerungen des Sonder. Auslande ausgeführt werden. Die Maßnahme wird mit der Krise äußerte die Hoffnung, daß der neue argentinische Präsident hier des russischen Buchdruckgewerbes begründet; sie dürfte in erster Linie manches ändern könne und daß auch Amerita sich enger die verschiedenen in Berlin bestehenden sowjetamtlichen Berlags an der Arbeitsorganisation beteiligen würde, wobei anstalten treffen. tonte, daß Ameritas Fernbleiben den Willen zur Arbeit läh- Washington, 26. Offober.( EE.) Das Weiße Haus gibt Museumsführungen. Sonntag, den 29., 9%, Ubr vorm, finden men würde. Die wesentlichsten Ausführungen Thomas galten ber befannt, die an die Republiken von Mittelamerifa gerichtete wissenschaftliche Führungen durch Direttorialbeamte im neuen Museum Einladung, am 12. Dezember die Frage der Abrüstung zu erörtern, Ratifizierung der Abkommen, ( Die Denkmäler der Pyramidenzeit) und im Museum für Völler habe den Zweck, den europäischen Staaten ein Bei. funde( Südamerikanische Naturvölker) sowie um 11 1hr im se aileror allem desjenigen über den Achtstundentag. Besondere Bedeutung spiel zu geben. Da diese eingeladenen Staaten teine Marine beFriedrich Museum( Borderalien) statt. Eintrittsfarten zu 1 m. maß Thomas der Erklärung der Arbeitgebergruppe zu. und Programme zu 2 M. find vor Beginn der Führungen am Eingang Den Notwendigkeiten, die danach aus der gegenwärtigen Wirtschafts- igen, so handelt es sich bei diesem Kongreß nach den Wünschen des der genannten Museen erhältlich. frise erwachsen, will sich Thomas beugen, aber nur unter der Be Weißen Haufes um die Erörterung der Landabrüstung. tehren. J er beEin Abrüstungsbeispiel. Gewerkschaftsbewegung lehnten. Die Holzarbetter legten darauf die Arbeit in einigen wandter Gewerbe von Groß- Berfin E. B. den Schiedsspruch vom Betrieben nieder, wodurch die anderen Berufskollegen verpflichtet 11. Oktober angenommen hat. waren, Solidarität zu üben. Hierauf sperrten die Arbeitgeber fämt- Gedruckte Exemplare der Lohnvereinbarung sind im Berbands liche Arbeiter der Betriebe, die dem Arbeitgeberverbande angehörten, bureau der Transportarbeiter, Engelufer 24/25, 3immer 31 u. 38, Das große Durcheinander. am 17. Oftober aus. Die Löhne, welche bis zum 1. November 1922 gegen Mitgliedsausweis zu haben. Die große Haupt- und Staatsaktion der Kommunisten, der durch Schiedsspruch festgelegt werden sind, sollen für Facharbeiter sogenannte Betriebsrätefongreß, der das Signal zur Spaltung der 124,50 m. pro Stunde betragen. Hilfsarbeiter sowie jugendliche Lohnverhandlungen im Saargebiet. Auch in den erneuten Verhandlungen in der weiterverarbeitenden Industrie des Saar beutschen Gewerkschaften sein sollte, stellt sich als ein großer Rein- Arbeiter haben prozentual einen niedrigeren Verdienst. fall heraus. Die von Moskau Geschobenen haben deshalb ihren Bedarfsartikel ist wohl Angesichts der ungeheuren Preise für Lebensmittel und gebiets fam man zu feinem endgültigen Ergebnis. Angeboten eine Lurusindustrie, welche hier wurde von Arbeitgeberseite eine Ausgleichszulage von 19 000 m. Rongreß verschoben und, um den Eindruck zu erwecken, daß in Frage kommt, imftande, diese Lohnfäße, die bereits ir( für gelernte Arbeiter mit Frau und zwei Kindern), außerdem eine " große Massen" hinter ihnen stehen, die Bafis des Kongreffes so sehr anderen Berufen überholt sind, zu zahlen. Nach Mitteilung 120prozentige Erhöhung der Löhne. Umgerechnet tommen Stum ausgedehnt, daß man weit eher von einem großen Durcheinander der Arbeitgeber waren sie wohl bereit, in eine neue Ver- denlöhne von rund 230 M. heraus. Seitens der Gewerkschaftsver als von einem Betriebsrätekongreß sprechen kann. handlung mit den Vertretern der Arbeiterschaft zu treten, um treter sind noch Verbesserungsvorschläge gemacht worden. Die Vereventuell eine Regelung nach dem 19. Oktober zu vereinbaren. Dieses handlungen sollen in den nächsten Tagen stattfinden. Angebot wurde aber seitens der Arbeiterschaft abgelehnt, da für sie nur der volle Schiedsspruch in Frage kommen kann. Im Laufe der Ortsbureau, Engelufer 24, erweiterte Berwaltungsfigung. Bewegung haben sich 26 Firmen bereit erklärt, den Schiedsspruch scheinen aller Mitglieder der erweiterten Berwaltung erwartet unterschriftlich anzuerkennen und einen Vertrag mit den in Frage fommenden Organisationen der Arbeitnehmer abzuschließen. Nach der vorletzten Aenderung des Wahlreglements war vor gefehen, daß nicht nur Betriebsräte, sondern auch andere geeignete, in Arbeit stehende Kollegen" als Delegierte gewählt werden können, sofern sich die Betriebsräte weigern, am Betriebsrätekongreß teilzunehmen". Also wenn in einem Betrieb von z. B. 500 Arbeitern diese mit 400 gegen 100 Stimmen die Beteiligung ablehnen, dann wählt einfach die Minderheit einen Delegierten, der dann als„ Bertreter" von 500 Arbeitern auftritt. Dieser Schwindel, den die Bolschewisten zu einem politischen System entwidelt haben, ist so abgebraucht, daß er nur noch auf ganz naive Gemüter einen Eindrud machen kann. Aber nicht nur Belegschaften können Delegierte wählen. Hinzu tommen noch die Delegierten der Arbeitslosen, der Mietervereinigungen, der Arbeitsinvaliden, der Kriegsinvaliden und ungezählter wortlich. anderer Körperschaften. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Freitag 28 Uhr auf dem Bestimmtes Et Die Ortsverwaltung. Freie Schrergewerkschaft. Sonnabend 7 Uhr im Rathaus, Rönigstraße, Bimmer 63, Geschäftssigung. Tagesordn.: 1. Schutz der Regierung durch die Schulen. 2. Gesez über die religiöse Erziehung der Rinder. 3. Dienstanweisung für die Berliner Volksschulen. Aus der Partei. 11 Daß es zu diesem Kampfe fam, dafür trifft einzig und allein die Verhandlungsfommission der Arbeitgeber die Verantwortung. Es war früher gerade in dieser Berufsgruppe Sitte und Gebrauch, bei Verhandlungen Entgegenkommen zu zeigen. Die Taktik dieser Herren ist aber jetzt derartig, daß die Arbeiterschaft sich jetzt und auch für die spätere Zeit zu rüsten hat, um unter allen Umständen diese Herren zu einer ordnungsgemäßen Verhandlung zu zwingen. Zur Einigung im Bezirt Magdeburg- Anhalt wurden außer der jetzigen Zeit aus diesen Gründen eine so große Zahl von Arben organisatorischen Vereinbarungen in der Zeitungsfrage beitern rüdsichtslos auf die Straße zu werfen, ist einfach unverant folgende Abmachungen getroffen: Die Volkszeitung" stellt mit dem 1. November ihr Erscheinen ein. Die Voltsstimme" sowie Wir appellieren an unsere Kollegenschaft Groß- Berlins, daß die übrigen bisherigen Parteizeitungen der SPD. im Bezirk gelten Dieses Durcheinander ist dem Fünfzehner- Ausschuß noch nicht sie unter feinen Umständen, wenn ihnen Arbeit vermittelt wird, in als Parteiorgane der Vereinigten Partet. Das Perional der Boltte groß genug. Nach einer letzten Berordnung sollen auch die diesen bestreiften und ausgesperrten Betrieben in Arbeit treten. Die zeitung" wird, soweit es von der Bollsstimme" nicht übernommen Jugendlichen zu dem Betriebsrätefongreß" Delegierte schicken. Arbeitsnachweise werden den Arbeitsuchenden Auskunft geben werden kann, im Bedarfsfalle nachträglich eingestellt. Bon den drei fönnen, wo bereits Bewilligungen stattgefunden haben. Solange Redakteuren der„ Volkszeitung" werden zwei von der Volksstimme" Während die Betriebe von 2000 bis 5000 Arbeitern einen Dele- jekt und in Zukunft keine anderen Verhältnisse hier eintreten, sollen übernommen. Von den Angestellten der Vollezeitung erhält der gierten zu wählen berechtigt sind, können die Lehrlinge und sich die Arbeiter überhaupt erst überlegen, bei diesen Firmen noch in bisherige Geschäftsführer eine Stellung, die durch die Pressekommission Jugendlichen schon für 100 beschäftigte Jugendliche einen Dele- Arbeit zu treten. bestimmt wird. Die übrigen Angestellten werden bis zum 81. De gierten wählen. Wahrscheinlich wegen ihrer größeren Erfahrung. Bu bemerken ist hierbei noch, daß im Gegensatz zu den kleinen zember übernommen. Die Breffekommission der„ Voltsstimme" wird Von einer Wahl dürfte übrigens bei den Lehrlingen kaum die Rede und Mittelbetrieben, die die neuen Lohnfähe zahlen, die großen durch vier Mitglieder der bisherigen Volkszeitung berstärkt, von denen einer auf Beschluß der Kommission als Firmenträger zu er fein. In dem Utas des Fünfzehner- Ausschusses heißt es nämlich: Firmen, die wohl zahlen können, sich ablehnend verhalten. nennen ist. Auf je 100 beschäftigte Jugendliche entfällt ein Delegierter." Und zu solchen Hanswurstereien lädt man ernsthafte Arbeiter ein! Das kommende Stillegungsgeseh. Reichswirtschaftsministerium und Reichsarbeitsministerium legten einem Ausschuß des Reichswirtschaftsrats einen gemeinsamen Entwurf eines Gesetzes über den Abbruch und die Still legung gewerblicher Betriebe und die Stredung der Arbeit, des sogenannten Stillegungsgefeßes, vor. Der Entwurf stellt eine Verschmelzung zweier Demobilmachungsverordnungen über Betriebsabbrüche und stillegungen und über die Einstellung und Ertlassung von Arbeitern und Angestellten während der Zeit der wirtschaftlichen Demobilmachung dar. Im Hinblick auf den zu erwartenden Ronjunttur. umschwung und in Anbetracht der günstigen Erfahrungen, die bei der Durchführung der bisherigen Bestimmungen gemacht worden sind, soll der Entwurf eine Ueberführung der Verordnungen in die ordentliche Gesetzgebung bringen. Neben den Industrien und dem Berfehrsgewerbe ist nunmehr auch das Transportgewerbe in das Gesetz einbezogen. Die Sperrfrist für Betriebsabbrüche ist der jenigen für Stillegungen angeglichen und ebenfalls auf 4 Wochen ( bisher 6 Wochen) festgesetzt worden. Für die Festsetzung der EntSchädigung bei Enteignung wurde an Stelle des ordentlichen Rechtsweges der Einspruch beim Reichswirtschaftsgericht zugelassen. Der 3 wang zur Arbeitsstredung foll mehr noch als bisher auf den Schutz des Arbeitsmarttes eingestellt, jedoch keineswegs der Kündigungsbeschränkung des Betriebsrätegesetzes für den einzelnen Arbeitnehmer gleichgestellt werden. Die Reichsregierung kann deshalb nach Anhörung des Reichswirtschaftsrats mit Zuftim mung des Reichsrats Streckung der Arbeit für einzelne Teile des Reichsgebiets oder für bestimmte Berufszweige dann anordnen, wenn die Lage des Arbeitsmarktes es erfordert. Daneben ist für den einzelnen Betrieb noch besonders zu prüfen, ob ihm die Arbeitsftreckung mit Rücksicht auf seine Wirtschaftlichkeit und seine technische Eigenort zugemutet werden fann. Maßregelungen bei der Deutschen Bank. Aus den Kreisen der Angestellten wird uns geschrieben:" Die Deutsche Bank geht jetzt dazu über, um die Angestellten zur Ableistung von Ueberstunden zu zwingen, Bertrauensleute des Allgemeinen Verbandes vorläufig zur Disposition zu stellen, mit der Maßgabe der späteren Entlassung. Die Hoffnuten, die die Herren Michalowsky und Ullmann an ihre üblen Maßnahmen tnüpfen, erfüllen sich aber nicht. Im Gegenteil, die Angestellten halten noch fester zusammen, organisieren sich und sind entschlossen, durchzuhalten bis zur Erreichung der von den Verbänden aufgestellten Forderungen. Charakteristisch für den Geist der Direktoren ist das Wappen, das dieses Institut immer noch trägt; man sieht darin einen Adler mit Kaiserkrone und Schwarzer- Adlerordens- Rette um den Hals. Bann endlich wird der Vorstand der Bant sich von den Scharfmachern Michalowsky und Ullmann trennen?" Bon dem Ueberstundenstreit, der von den Bantbeamtenorganis fationen bekanntlich beschlossen worden ist, um die Bankleitungen zu Nachverhandlungen über die Oftobergehälter zu zwingen, sind bisher 24 deutsche Banfpläge betroffen worden, darunter Berlin, Hamburg, München, Frarffurt a. M., Köln, Düsseldorf, Breslau und Dresden. Bon dem weiteren Berlauf der Dinge dürfte es abhängen, ob die Organisationen zur Ausübung eines stärkeren Druds auf die Arbeit geber zu schärferen Maßnahmen greifen. Lohnabschluß der Feilenarbeiter. " M Die Einigung in Braunschweig geht dahin, daß bie fozial demokratischen Ortsvereine des Freistaates einen felbständigen Bezirk bilden, mithin aus der Vereinigung mit dem Bezirk Hannover ausscheiden. Die Grenzen des Braunschweiger Bezirks werden durch die neue Wahlkreiseinteilung im nächsten Jahre „ Volksfreund" und" Freiheit" werden bom endgültig festgelegt. 1. November ab zusammengelegt, unter dem alten Titel, Boltfreund". Im Verbreitungsbezirk der„ Oberwefer Boltszeitung" wird diese den bisherigen Freiheit"-Leiern zugestellt. Zu Bezirksvorsigenden wurden die Genossen Gerede und Schuhmacher gewählt. Bolfszeifung für das Bogtland. Der bisherige Redateur der Bolksstimme" in Blauen, des früheren Barteiblattes der SPD., Genosse Fritsch, ist in die Redaktion der Bolts- Zeitung" eingetreten, der außerdem die Genossen Bieligt und Knauf angehören und zu deren Unterstügung Genoffe Gerhart Seger zurzeit noch tätig ist. Der Partelbeitrag im Bezirksverband Hessen- Naffan wurde ab 1. November auf 10 Mart möchentlich für männliche und auf 5 Mart für weibliche Mitglieder festgesetzt. Wetter bis Sonnabend mittag. Kühl und zeitweise better, im östlichen Stüſtengebiete leichte Niederschläge, sonst überwiegend iroden bei mäßigen westlichen bis nordwestlichen Binden, in der Nacht zu Sonnabend allgemein Froit. Berantwortlich für ben redatt.. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Drud: Th. Glade, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b.$.. Berlin. In einer gu besuchten Versammlung der Feilenarbeiter Borwärts- Budbruderci u. Berlagsanstalt Vaul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 am Mittwochabend wurde vom Branchenleiter Schmieljun über Hierzu 1 Betlage. das Resultat der Lohnverhandlungen mit dem" Deutschen Feilenbund" berichtet. Nach vierstündiger Verhandlung erklärten die Ar- Während Ihrer Berufstätigkeit und auf der Reise find Sie bei Er beitgeber sich bereit, ab 23. Oktober bis 19. November 650 Pro3. auf tältung oder Halsentzündung meist verhindert, zu gurgein. Panflavin Pastillen ersegen das Gurgeln und find jederzeit bequem zu nehmen. Lassen Sie stündlich die Mai- Löhne( gleich 57 Proz. auf die Oktober- Löhne) zu bewilligen. 1 bis 2 Bastillen im Wund zergehen. Banflavin Baftillen üben eine hemmende Spätestens eine Woche vor Ablauf des Endtermins sollen Berhand- Wirkung auf Anftedung und Entzündung der Rachenhöhle und Schleimhäute aus. lungen über weitere Regelung der Löhne stattfinden. Lohnverhand. Sie sind angenehm von Geschmack und greifen den Magen nicht an. Von ersten lungen sind auch schon vorher zugelassen, wenn die Teuerungsver- Forschern warm empfohlen. Erhältlich in Avotheken und Drogerien hältnisse inzwischen eine erhebliche Steigerung erfahren sollten. Der Bericht wurde von Vogeler, Bertreter des Deutschen Metallarbeiterverbar.des, noch in einigen Punkten ergänzt. Nach der anschließenden Aussprache, in der gefordert wurde, bei Der Lohnkampf in den Wagen- und Karosseriefabriken. der nächsten Berhandlung auf eine der Situation entsprechende ErBom Deutschen Metallarbeiterverband wird uns geschrieben: höhung der Löhne zu bringen, stimmte die Versammlung der An. Auf Grund eines Schiedsspruchs find die Löhne in den Wagen- nahme des Angebots zu. und Karosseriefabriten ab 5. bis einschließlich 18. Oktober um 40 Broz., ab 19. Oftober bis einschließlich 1. November um weitere 30 Broz. erhöht werden. Die Arbeitnehmer nahmen diesen Schiedsfpruch in einer Bellversammlung an, im Gegensatz zu den Arbeit gebern, welche den Schiedsspruch wegen der angeblichen Höhe ab Die Bewegung der Kellerarbeiter beendet. Für die in den Weinkellereien und Spirituofenbetrieben be= schäftigten gewerblichen Arbeitnehmer ist die Bewegung dadurch be endet, daß der Arbeitgeberverband der Getränkeindustrien und verHornhaut, Schwielen u.Warzen beseitigt Schnell sicher u.schmerzios Kufirol In Apotheken u. besseren Drogerien erhältlich. Gegen Fußschweiß und Wundlaufen Kukirol- Fußbad! für Herren- u.Damen- Bekleidung baste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterveise Koch& Seeland. H Stoffe Gertraudtenstraße 20-21. H. KON LINON Maffary. Delft edel wie der Name Urteilen Gie felbft! Fritzi Maffary eine Zigarette von Kang Nr. 508 39. Jahrgang Beilage des Vorwärts Bürgerlicher Kampf gegen die weltliche Schule. Ein Stadtverordnetenbeschluß fordert mehr Erwerbslosenfürsorge. Freitag, 27. Oktober 1922 Die vom Magistrat beantragte Abänderung des Statuts des Erwerbslosenfürsorge gab dem Gen. Rogge Gelegenheit, den kläglichen 3ust and dieser Fürsorge ins rechte Licht zu rücken und den Antrag zu stellen, den Magistrat zu ersuchen, sofort beim Reichsarbeitsministerium vorstellig zu werden, damit die seit einem Jahre unIn der Stadtverordnetenversammlung versuchten richtung der Schule vorgenommen. Am 17. August beschloß die verändert gebliebenen Säge. der Geldentwertung angepaßt werden, gestern die Leute des Herrn Merten, seine Demokraten und mit Schuldeputation, der Errichtung im Wedding und Moabit und eine Abänderung der Verordnung dahin zu erwirken, daß die ihnen alle rechtstehenden Fraktionen, einen neuen Borstoß gegen zum 1. Oftober grundsätzlich zuzustimmen; zur Ausfüh- Arbeitslosen nicht der Fürsorge ihrer Familien anheimfallen die weltliche Schule. Oberstadtschulrat Paulsen forderte rung wurde eine Rommission eingesetzt, der auch Herr Troll und brauchen. Nach einer entgegenkommenden Erklärung des Stadt Achtung vor den Beschlüssen des Magistrats, der in dieser Frage in Herr Merten angehörten. Dieser Ausschuß hat alle Borbereitungen rats Brühl nahm die Mehrheit diesen Antrag an und lehnte den einem scharfen Gegensatz zu der Schuldeputation steht. Ihm stimmte fo getroffen, daß wir von heute auf morgen an die Errichtung Antrag der Kommunisten auf Vervielfachung der Sätze ab. gehen könnten; die technischen Schwierigkeiten waren im ganzen Die Vorlage wegen Erhöhung der Leihgebühren in die ganze Linke bei; im besonderen geißelte Genosse Kreuziger überwunden. Dann trat eine Wendung ein: am 2. September den städtischen Büchereien empfahlen Dr. Löwenstein( Soz.) das Verhalten der Schuldeputation, deren Beschlüsse er eine uner- fam die Schuldeputation zum entgegengesetten und Goß( Komm.) zurückzuziehen, während Troll( Dnat.) der hörte Düpierung der Bevölkerung nannte. Herr Merten behaup- Beschluß; sie hielt zwar an der grundsätzlichen Zustimmung fest, Borlage zustimmte. Auch diese Abstimmung wurde vertagt. Bei der Vorlage wegen Neuregelung der Unterbringung der tete, seine Gefolgschaft habe in diesem Kampf ein gutes Gewissen, wollte aber die Ausführung bis 1. April 1923 verschieben. Die und die ganze Rechte tobte Beifall. Genosse Paulsen, der noch städtische Schulverwaltung betonte ausdrücklich, daß alle Borberei 3 wangsstation für geschlechtstrante Frauen, wofür mals das Wort nahm, fertigte ihn wirtsam ab. Bei der Vorlage tungen getroffen seien und daß die Loslösung der beiden Gruppen im Obdach seit nunmehr 28 Jahren ein Provisorium besteht, fam über das Statut der Erwerbslosenfürsorge schilderte Genosse Regge voneinander alsbald vorgenommen werden sollte angesichts der Be- es ebenfalls nicht zu einer Entscheidung. Der Ausschuß hat die Verunruhigung der schon so lange auf ihre Schule wartenden Kreise. legung nach Rummelsburg abgelehnt und den Ausbau der Räume die Not der Erwerbslosen. Ein Antrag der Vereinigten Ich habe den Magistrat von diesem überraschenden Beschlusse unter- in der Fröbelstraße empfohlen; Clajus( Soz.) sprach gegen den Sozialdemokratischen Fraktion, der die Reichsregierung auf die Not richtet, und der hat folgenden Beschluß gefaßt:„ Unter Bezugnahme Ausschußvorschlag und für Zurüdverweisung an den Ausschuß. wendigkeit einer der Geldentwertung angepaßten Aufbefferung auf die Beschlüsse der Schuldeputation vom 17. Auguſt und 21. Sep- Zu den früheren Anträgen der Demokraten und der Deutschen der Erwerbslosenunterstützung hinweist, wurde an- tember ersucht der Magistrat das Provinzialschulfollegium, die Er Boltspartei auf Ueberweisung von 50 000 b3m. 100 000, M. an die richtung von Sammeltlassen zum 1. Oftober anzuorden. In dieser Technische Nothilfe vorsichtigen Formulierung nimmt der Magistrat zu diesen Beschlüssen sprachen Beuster( Dem.), der die ablehnende Haltung des Aus. Auch gestern maren zunächst wieder 4 Dringlichkeitsanträge zu gar nicht Stellung; wir wollen nicht den zweiten Beschluß der Schul- schusses lebhaft bedauerte, und Battloch( Soz.), dieser im Sinne erledigen. Ohne Widerspruch wurde der Antrag Heimann- deputation aufheben. Mit einem solchen Verlangen hätten wir des Ausschußantrages. Auf die Angriffe Schumachers( Komm.) Wey!( Soz.), gegen die vom Magistrat für den Winter beabsich unsere Kompetenz überschritten; die Schulaufsichtsbehörde fann aber erwiderte Stadtrat Koblenzer, der hervorhob, daß nach dem tigte Schließung der Schwimmbäder zu protestieren und jederzeit die von ihr der Schuldeputation erteilte Befugnis wieder deren Offenizaltung zu verlangen, zugelassen und angenommen. Auf aufheben. Der Magiftrat refpeftiert also den Beschluß der Schul- eigen Stande der Berhandlungen zu hoffen fei, daß über die AusSchulführung der Notstandsarbeiten mit den Arbeiterorganisationen eine Widerspruch bei den Kommunisten stieß dagegen der Antrag der deputation. Mir fehlt das Verständnis für die Haltung derjenigen, Berständigung erzielt wird, die die Technische Nothilfe überflüssig Rechten, Maßnahmen gegen den Ausverkauf städtischen die grundsätzlich für die Gammelklassen sind, deren Herbeiführung macht. Auch hier Verschiebung der Abstimmung. Hausbesizes an Ausländer vom Magistrat zu fordern, aber durch ihre Beschlüsse vereiteln. genommen. Ueber die Vorlagen bétr. anderweite Festsetzung der Stromsowie der Antrag der Bürgerlichen, den Magistrat zu ersuchen, um- Direktor Goß( Komm.): Die Schuldeputation hat sich ein echtes preise und Einführung einer Teuerungsklausel für die gehend dafür Gorge zu tragen, daß das das vaterländische Gefühl Schildbürgerstückchen geleistet. Wir haben für solche Sammelflaffen Berechnung des Wafferpreises berichtete Dr. Borchardt cufs schwerste verlegende Plakat der Komischen Oper" von den nichts übrig, denn wir stehen auf dem Boden der einheitlichen prole-( Soz.), der Ausschuß hat in beiden Punkten prinzipiell zugestimmt, städtischen Anschlagfäulen entfernt wird. Auf Antrag der Kommu- tarischen Arbeitsschule. In der Schuldeputation find auf den Ein- aber die Zustimmung befristet. In der Aussprache ließ die DVP. nisten wurde ihr in voriger Sizung eingebrachter Antrag wegen spruch der christlichen Elternbeiräte die DBP, und die Dem. um- durch Dr. Rundt erklären, daß die endlose Anspannung der TarifHaftentlassung ihres Fraktionsgenoffen Dr. Rosen gefallen; auch in einer außerordentlichen Sizung scheiterten alle Beschraube nicht nach ihrem Geschmack sei, daß ihr deal nach wie vor berg vorweg verhandelt, von Dr. Alexander begründet und mühungen des Oberbürgermeisters und der Geheimräte vom Pro- auf dem Gebiet des Privatbetriebes liege. Der Kämmerer wandte von Dr. Weinberg( S03.) unterstützt, der auch in der Verhaftung vinzialschulkollegium am Starrsinn der Mehrheit. Jeht sich gegen die Fristen und bat inständig, sofort zu entscheiden, um Rosenbergs, der angeblich an der fommunistischen Funktionärver- drohen Schulstreiks: die Berantwortung dafür fällt die Riefenausfälle der Stadtkasse zu vermindern. Die Deutschnatiofammlung am Freitag vor dem Zirkus- Busch- Sonntag teilgenommen auf die bürgerlichen Parteien. nalen waren auch geneigt, ihm entgegenzukommen, aber Schuhaben soll, ein Glied in der langen Reihe der Justizskandale der auf die bürgerlichen Parteien. macher( Komm.) bezweifelte die Beschlußfähigkeit, und der Vorfte her hielt es für geratener, die Probe auf die Beschlußfähigkeit legten Jahre erblickte. Die Deutschnationalen fegten unter Be- Kreuziger( Soz.): Seit drei Jahren wartet man in Moabit Berhinderung eines Teils ihrer Mitglieder durch die Teilnahme am seit einem Jahr hofft man auf die Deutschnationalen Parteitag die Abstimmung verschoben wurde. Hierauf wandte sich die Versammlung zu der Anfrage der DBP. und der Dem.: 2ßie verlautet, hat der Magistrat Schritte getan, um in den Bezirken Wedding und Tiergarten die rufung auf getroffene Abmachungen durch, daß mit Rücksicht auf die und auf dem Wedding auf die Einlösung des Verfassungsversprechens, nicht zu machen. Er schloß die öffentliche Sigung um 10 Uhr. Zusammenfassung von Sammelflaffen Sammelflaffen, für die 5000 Kinder angemeldet find. Kartoffelfut. Seßt heißt es, man müsse der„ maßlofen Agitation" entgegentreten, und man will den Termin bis 1. April 1923 verschieben. Was foll man zu solchem Schulmeisterstandpunkt sagen? Der Beschluß der Schwierigkeiten im Eisenbahngüterverkehr. Deputation ist eine unverhüllte Brüstierung der Be= Aus der Eisenbahndirektion erfahren wir, daß die zurzeit sehr für die nicht am Religionsunterricht teilnehmenden Kinder schon vom pölterung; die Elternschaft wird sich das nicht ohne Widerspruch Man will eben gleichzeitig die weltliche Schule fühlbaren Stodungen der Güterbeförderung haupt 1. Oftober ab herbeizuführen." Ist der Magistrat sich bewußt, gefallen lassen. hiermit in die den Schuldeputationen vom Staat übertragenen Be fabotieren und Paulsen dauernd ein Bein stellen. Es liegt bei ein- fächlich auf die starte Mehrung der Kartoffelzufuhren fugnisse im Widerspruch mit den von diesen gefaßten Beschlüssen ein- zelnen, wie bei Herrn Merten, geradezu persönliche zurückgeführt werden. Von der für das gesamte Reichseisenbahngebiet Feindschaft vor. augreifen, und wie gedenkt er dieses Borgehen zu rechtfertigen?" auf 34 Mill. Tonnen geschätzten diesjährigen Kartoffelernte entfallen Direttor Tropffe.( DBP.): Die weltliche Schule ist noch nicht Ge Merten( Dem.) protestierte gegen diese Unterstellung. Die sechs Millionen Tonnen auf die Beförderung mit der Bahn, das setz, darum ist die Einrichtung gesetzwidrig. Technische Schwierig- Schwierigkeiten schaffe sich Paulsen selbst durch seine verfehlte Tattit. ergibt 400 000 Güterwagenladungen( zu je 15 Tonnen). In den feiten ernstester Art sind eingetreten, besonders in Moabit, wo man Kreuziger entferne fich himmelweit vom Standpunkt des Deutschen sechs Wochen ven Anfang September bis Mitte Oktober sind in dem ähnlich vorgegangen ist. Reftor Troll( Dnat. Bp.) vertritt Lehrervereins. Diese weltliche Schule werde eine reine Parteieinen Antrag seiner Freunde, der ebenfalls gegen die Maßnahmen fchule werden. Die Unterbringungsfrage sei nicht gelöst, und mehr ganzen Reichseisenbahngebiet 128 300 Wagen mit fast zwei Millionen des Magistrats Steffung nimmt. Den Schuldeputationen müsse ihre als 80 Proz. der Bevölkerung wollten die weltliche Schule jetzt nicht Tonnen Kartoffeln befördert worden, täglich im Durchschnitt 3200 Selbständigkeit erhalten bleiben; die neue Umschulung würde nur haben. Es sei wohl noch faum vorgekommen, daß ein Magistrat Wagen mit fast 50 000 Tonnen(= 1000 000 Zentner). Dazu kommt neue große Unruhe erzeugen. Wenn schon eine solche Umgruppie- die Aufsichtsbehörde gegen eines feiner eigenen Organe angerufen noch ein außerordentlich starker Kartoffel- Stüdgutverkehr. rung erfolgen folle, so müsse sie auf einmal, nicht bezirksweise vor habe. Auch die Sozialdemokraten hätten die Verantwortung für Auf Bahnhöfen Berlins sind, hauptsächlich aus dem nördlichen die Erhaltung der Ruhe in der Bevölkerung zu tragen. Brandenburg, Mecklenburg, Pommern, Ostpreußen und Schleften, genommen werden. Der Stadtschulrat erwiderte Herrn Merten, es sei wohl z. B. in den drei Wochen vom 3. bis 24. Oktober im vorigen Jahr Schon am 11. April hat auf Veranlassung des Ministeriums auch noch nie vorgekommen, daß ein Organ des Magistrats in diefer 1634, 2843, 1643 Wagenladungen, in diesem Jahr aber 2066, 3988, eine Besprechung stattgefunden, an der mit Bertretern des Ma. Weise sich durchsetzen wolle. Die Abstimmung über den Antrag 2404 Wagenladungen Kartoffeln angekommen. Stellenweise sind gistrats und des Provinzialschulfollegiums Vertreter der chriftlichen Troll wurde verschoben. bedeutende La derückstände geblieben, 35 bis 50 Proz., so daß Elternbeiräte des Wedding der freien Schulgemeinde teilgenommen Dem Antrag der Rommunisten auf Gewährung von 10 000 m. der Wagenumlauf sich verlangsamte und in den Versandgebieten die haben und wo man sich einig wurde, auf jeden Fall zu ver- an den Proletarischen Gesundheitsdienst für die fuchen, fobald als möglich zur weltlichen Sammel beim Unglüd am Bahnhof Schönhauser Allee geleisteten Samariter agen fehlten. Die Zunahme der Stückgutsendungen von Kartoffein Am 4 Mai wurde hierüber der Schul- dienste versagte die Mehrheit nach dem Ausschußantrag die Zu- ist noch stärker; gezählt wurden für Berlin z. B. in der Woche, vom Deputation Bericht erstattet; fie nahm ihn ohne Widerspruch zur Stimmung, nachdem Frau Dr. Wygodzinski( Soz.) dargelegt 10. bis 17. Oftober im vorigen Jahr 70 387 Zentner, in diesem Jahr Kenntnis. Aehnliche Verhandlungen, die in Moabit erfolgten, zogen hatte, daß neben dem Roten Kreuz" und dem Arbeiter- Samariter- 164 807 Zentner. Um Plaz in den überfüllten Speichern fich bis in den Juli hin; dann wurden die Vorarbeiten zur Er- bund" jene dritte Organisation unnötig sei. der Güterabfertigungen zu gewinnen, hat man zu vorStadtschulrat Paulsen: schule zu kommen. Sachawachiat der Eskimo. Bon Ejnar Mittelfen. " Verrückten vorbeifahren hören? Gott weiß, was das für verschwand, die Götter wissen wohin. Wie hieß doch ihr ein Sturmwind sein mag, der heute Nacht durch Candle bläst."| Estimomann gleich, das war der, der die Leute von Icy Cape Migi fand eine Unterkunft für sich und feine Tiere. rettete Sacha-". Frembe tamen und fragien ihn, vor Neugierde brennend, Sachawachiat," sagte Migi, von den Worten des Sheaus. Wo kommt er her, der lustige Hundekutscher? wozu riffs peinlich berührt, ja, er ist ein braver Mann, mein der Lärm, warum diese Freude? Aber als sich das Gerücht Freund!" durch die Hauptstraße der Stadt verbreitete, daß der Fremde ,, S0000," sagte der Sheriff, und pfiff ,,, und die Frau?" hoch aus dem Norden, von der Flaymann- Insel tam, entstand Ja, die kenne ich nicht, aber ich tomme mit einer Botein vorübergehendes Schweigen. Sie sahen einander an, diese schaft von ihrem Mann, dem ersten, Sachawachial. Ich habe reisegewohnten Leute, das war doch ein Teufelskerl, und die mit ihm zusammen überwintert, sogar mehrere Winter, und Fragen schwirrten durch die Lust, weshalb, was treibt ihn fenne ihn gut. Er hat mich gebeten, ich möchte sie aufsuchen mitten im tiefsten Winter hierher, hat, er Gold da oben ge- und zu ihm senden, er will für sie sorgen, er meint, es sei Sünde, sie so weit weg von allen Freunden wohnen zu lassen." funden? Am nächsten Tage, nach einer herrlichen Nacht mit totenähnlichem Schlaf in einem richtigen Bett, suchte Migi den Sheriff auf und fragte nach Igluruk. ,, Gott soll mich bewahren," brach der Sheriff aus tiefstem Herzen aus, das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Sie taugt gar nichts mehr, ist zu nichts mehr nüße. Sie wäscht etwas für die Leute und hilft dazwischen den Männern, sie ist erledigt, sie darf nie wieder in ihr Heimatland zurück, sie würde zu großen Schaden anrichten; Gott weiß, wie gern wir sie fann." So arbeitete er sich vorwärts; der furze Tag hatte. längst der Nacht Platz gemacht, der Himmel war mit Taufenden von Sternen überjät, die sich leuchtend von dem dunkeln Hintergrunde abhoben. Aber weiterhin glänzten irdische und erreichbare Sterne: die Lichter, die aus den kleinen Hütten der Coldgräber schienen sie interessierten ihn mehr, dort war das Ziel der Reife. Da schwang Migi seine Beitsche und spornte die Hunde mit freudigen zurufen an: Musch, wollt ihr hoch, bald find wir drinnen, können weich und roarm schlafen in der Nacht," und es war, als ob die Hunde verstanden, daß das Ende der Reise gekommen sei, die Lust ihres Führers am Iglurut," antwortete der Mann langsam und nachdenkBorwärtskommen steckte sie an, und je mehr sie sich der Stadt lich, wer ist das? Ich kenne sie nicht." näherten, desto besser zogen sie. Als Migi um die äußerste Migi wurde traurig zumute; wenn sie nicht hier war, wo Spike herumfuhr und auf den Fluß einschwenfte, sprangen war sie denn? Sollie er seinem Freunde, dem alten Sach- los jein würden, hier richtet sie auch nur Schaden an, aber die Hunde nur so in ihrem Geschirr vorwärts, der Schlitten wachial, der hoch ehen im Norden auf seine erste Frau war- bedenken Sie, was oa oben alles durch sie vernichtet werden folgte mit einem Rud, und er warf sich über ihn, flammerte tete, solche Enttäuschg bereiten? sich daran fest, setzte sich dann zurecht, und mit stolzer Fahrt ,, Befinnen Sie sich doch," sagte er zum Sheriff ,,, sie fam faufte er über das blanke Eis des Flusses der Stadt zu, die hierher vor ungefähr fünfundzwanzig Jahren, eine Estimo man jetzt im Lichterglanze voller Menschen und Tiere sehen frau, die mit einem Weizen aus Boint Barrom davonlief, fonnte. Häuser standen auf beiden Seiten des Weges, Leute einem Manne, der der schwarze Joe hieß, fennen Sie fie tamen heraus, starrten durch die Dunkelheit und erkannten mun?" Aber der Sheriff schüttelte den Kopf.„ Sie irren sich, einen Schlitten, der von zehn ausgelassenen Hunden, die mein Freund, hier ist keine Frau, die Iglurut heißt." Müdigkeit, Hunger und böse Füße vergessen hatten, gezogen Aber plöglich durchfuhr ihn ein Gedanke- Ei, ei, wurde. Oben auf der Ladung saß ein Mann und schwang Fremder, meinen Sie etwa Sweet Mary?" Und er kniff das übermütig seine Beitiche; er lachte und rief allen, an denen er eine Auge zu und lachte, na ja, die! Sie wird oft von Migi ging durch die Stadt zu einigen Hüttchen hin, die vorbeikam, ein Fremde, Guten Tag," zu, und die Neugieri Männern besucht, die von langen Schlittenreisen tommen. eine Gruppe für sich bildeten, elenden Löchern, die anscheinend gen, die da im Dunkel standen, lächelten und riefen ein ,, Guten Aber es ist doch das erstemal, daß ich als Obrigkeit danach am Einstürzen waren. Frauengefreisch und lautes MännerTag" zurück, ehe fie in ihr warmes Haus gingen und die gefragt werde, wo sie wohnt. Junger Mann, hören Sie auf fachen scholl aus den Hütten heraus. Von der zusammengeTur hinter sich und dem vielen Licht schlossen, das durch die meinen Rat, laffen Sie die Finger von ihr!" würfelten Bevölkerung der Goldgräberstadt wohnte hier der Türöffnung als Sporn und Wegführer für Migi hinaus. Beshalb?" fragte Migi scharf. Abhub; Migi duckte sich, er wollte nicht gern dort gesehen strömte. Na ja, meshalb?, weil na, das ist ja schließlich Ihre werden. Alle die Anfässigen zuckten die Schultern über den ver- Sache, das müssen Sie selber wissen, es war nur ein freund- Er fragte sich durch und fand Igluruts Hütte, flopfte an gnügten Schlittenfutfcher; jekt waren fie alle warm und fatt, fchaftlicher Rat. Aber jetzt, wo Sie Ihren Namen nennen, und ging hinein. aber sie hatten doch die Beschwerden des Schlittenlebens fällt es mir auch wieder ein, es war gewiß irgend etwas faul Es dauerte ein Weilchen, bis sich seine Augen an den fennen gelernt und die Freude beim Erreichen des Zieles. an der Geschichte. Ich selber war nicht hier als sie herfam, dunklen Raum gewöhnt hatten und die Gegenstände unterSie verstanden Migis Uebermut und fühlten mit ihm, aber doch Leute, die schon länger in der Stadt wohnten, erzählten scheiden konnten: ein Bett, ein kleiner Tisch mit Speiseresten, wenn sie die Tür geschlossen hatten, grienten sie einander an, von einem Manne, der mit einer Frau anlangte, und dem die umhergeworfene Sachen eine fürchterliche Unordnung und während sie sich vor Wohlbehagen schüttelten. Habt ihr den blasse Furcht in den Gliedern saß; er lud das Mädel ab und ein entsetzlicher Gestant. ( Schluß folgt.) Lange sprachen sie von ihr, und Migi erzählte von Sachawachiaf und Douglamana, von dem Belzwert, das er auf dem Schlitten habe, von den neuen warmen Kleidern und von den beiden Alten, die da oben, tausend Meilen von Candle saßen und warteten. Still faß der Sheriff da und hörte zu. Arme Leute," sagte er, als Migi schwieg, arme Frau fommen Sie gehen Sie hin und sehen Sie selbst, dann können wir weiter über die Sache sprechen." aber übergehenden Auflieferungssperren greffen müssen. Ankommende Gütere wurden in Waggons und Lastautos nach anderen Güterabfertigungen geschafft, auch nach Hilfsausgabestellen, die man in Turnhallen und Bollschuppen errichtete. Erforderlich wurde eine Berstärkung des Personals, das zum Teil auch im Sonntagsdienst beschäftigt werden mußte. ftellte. Das Gericht ftellte objektiv Preiswucher feft. Da der Angeklagte die Brote aber nicht selbst hergestellt hatte, nahm es nur 26. eine Vernachlässigung der von ihm geführten Aufsicht für vorliegend an und verurteilte ihn zu 3000 Mt. Geldstrafe. Der Radfahrer- Schrecken. Sieben Jahre Zuchthaus für Straßenräuber. Zwei Wegelagerer schlimmster Art sind jetzt endlich, und zwar von dem Schwurgericht des Landgerichts II, für längere Zeit unschädlich gemacht worden. Es handelt sich um den Schlosser Bernhard Buschmann und den Arbeiter Julius Walther, die eine Zeitlang durch ihre Ueberfälle der Schrecken aller zwischen Wannsee und Potsdam fahrenden Radfahrer waren. = Heute, Freitag, den 27. Oftober: st. bittet um Abgabe von Weihnachtsspenden für bedürftige Rinder der Abteilung beim Gen. Walter, Meger Str. 37, oder Genoffin Kleinschmidt, Mendelssohnftr. 9, 2. Aufgang 4 Treppen. 82., 83. und 84. Abt. 7% Uhr Vortragsreihe des Genoffen Lepere über: Außenpolitit" im Gymnasium Heesestraße, Ede Sildendestraße, nahe Bahnhof Steglig. Pünktliches Erscheinen Pflicht. Morgen, Sonnabend, den 28. Oktober: Charlottenburg. Einen alten Funktionär, unseren Genossen Ernst Levin, Meerscheidtstr. 55, der schon in der alten Partei und auch in der früheren USPD. in unermüdlicher Kleinarbeit sein Bestes hingegeben hat, eveilte der Tod durch Unfall auf der Baustelle Schleiermacherstraße. Die Einäsche rung findes GSonnabend nachmittag 3½ Uhr Gerichtstraße statt( Kremato rium). Wir ersuchen die Genossen, sich daran zahlreich zu beteiligen. 5. bt. 7½½ Uhr allgemeine Funktionärsizung bei Scheithauer, Gormannstr. 28. Die Sigung am 31. Oktober tann nicht stattfinden, da der Abend anderweitig belegt ist. Pünktliches Erscheinen Pflicht. 17. bt. Sämtliche Genossinnen und Genossen werden gebeten, am Sonnabend 6% Uhr den Seiteren Abend" in der Versuchs- und Lehrbrauerei, GeeStraße, zu unterstügen. Karten zu 18 M. an der Abendtaffe. Abt. Borwärtsagitation. Alle Genoffen treffen sich Gonntag vormittag 8 Uhr bei Bauer, Große Frankfurter Str. 1. st. Steglig. 7 Uhr Gigung des Agitationsausschusses im Schweizerhäus 82. 98. chen, Berlinideftr. 11. Jeder Bezirk muß vertreten fein. Weg, Mitgliederversammlung. Thema:„ Das Reichsmietengeset". Ref. Gen. Felgentreu. Gäste willkommen. bt. Reukölln. 7 Uhr im gelchensaal der 5. Gemeindeschule, Mariendorfer Die Eisenbahndirektion hält es für unwirtschaftlich, zur Bewältigung des nur vorübergehend starken Berkehrs den Wagen= part zu vermehren. Wie sehr in diesem Herbst die Wagen nachfrage gestiegen ist, lehren die Zahlen des 29. September. Bon diesem Tag wird berichtet, daß die Zahl der im Gebiet der Reichseisenbahnen angeforderten gedeckten Güterwagen sich auf 87 756 belief, aber nur 43 004 gestellt werden konnten, gegenüber dem 22. September mit nur 57 429 angeforderten und 49 187 gestellten. Im Café Dalles" hatten sie fich fennengelernt und famen Bu berücksichtigen ist allerdings, daß oft Wagen durch Anfordeüberein, Raubzüge zu machen. Ihre Tätigkeit führte fie bis nach rung über Bedarf sozusagen gehamstert werden. Auch lag der Neu- Brandenburg, hauptsächlich aber verlegten sie sich auf Raub 38. 29. September turz vor einer Tariferhöhung, wo stets eine Verkehrs- überfälle auf Radfahrer. Sie haber. gemeinschaftlich eine häufung zu beobachten ist. Für den Kartoffelversand wurden Reihe von Einbruchdiebstahlen auf dem Lande und leberfälle auf am 30. September 3423 Wagen gestellt( 8547 waren bestellt), am der Straße vorübt. Im Sommer vorigen Jahres hatten sie sich in einem Gebüsch im Wald auf der Strede zwischen Bots23. September 3346 gestellt( bestellt waren nicht viel mehr, nur 3629). am und Wannsee verborgen und lauerten vorüberfahrenden Radfahrern auf. Bei dem ersten Radfahrer, der anfam, war B. zu früh aus dem Gebüsch herausgetreten, so daß der Radfahrer ausDas Provinzialschulkollegium fpart". meiden fonnte. Als ein zweiter Radfahrer daherkam, ging der Die Stadt Berlin hat bekanntlich mit Rücksicht auf ihre Finanz Schlag, den B. mit eir.em Knüppel gegen ihn führte, fehl. Einige lage beschlossen, schwach besuchte Obertlassen ihrer höheren Zeit darauf fom ein 12jähriger Schüler mit seinem Rade Schulen nach Möglichkeit zusammenzulegen. Diese durchaus vernünftige und niemanden schädigende Eparmaßnahme scheint nun angefahren. B. sprang aus dem Gebüsch hervor, schlug mit dem aber wieder einmal von der Bureaukratie des Provinzialschul- Knüppel über den Kopf des Knaben, so daß dieser zu Boden fiel. Die beiden Räuber zogen den Bewußtlosen ins Gebüsch und raubten follegiums durchfreuzt werden zu sollen, wie wir dies ja bei anderen ihm Geld und Uhr. Dann fepten sie sich auf das Rad und fuhren Maßnahmen der verhaften Berliner Schulverwaltung schon des davon. Inzischer: war aber dem Schüler wieder das Bewußtsein öfteren erlebt haben. So war auf Beschluß der Verwaltung in zurüdgekehrt. Er traf zu feinem Glück ein Auto, das mit ihm die Neukölln die 2m- Klasse eines Lyzeums, die fage und schreibe von sechs Schülerinnen besucht war, mit der entsprechenden Klaffe Berfolgung der Räuber aufnahm. Es gelang auch, in Behlen Grunewald statt. Treffp. morgens 3 Uhr Bahnhof Grunewald. J. A.: Münkle. dorf den ersten Angeklagten mit dem Rade festzunehmen. Die eines nahegelegenen Lyzeums tombiniert worden, die 23 Schülerinnen, Geschworenen verfaaten beiden Anneffaaten mildernde Umstände. nach der Zusammenlegung also 29 Schülerinnen, zählte. Hier- Buschmann erhielt 7% Jahre und Walther 7 Jahre Zuchthaus. gegen hat nun das hochwohllöbliche Provinzialschulfollegium, das ja für die Finanzen der Stadt nicht verantwortlich ist, als Aufsichts behörde Einspruch erhoben. 29 Schülerinnen auf der Oberstufe eines Lyzeums find also offenbar zu viel und das in einer Zeit, in der die Städte, sehr gegen ihren Willen, in den Bolts schulen an die Höchstgrenze der Frequenz lediglich aus finanziellen Gründen herangehen müssen. Die Erhaltung der eingezogenen Lyzealflasse würde die Stadt rund eine halbe Million für personelle und fächliche Ausgaben fosten, jebe der Schülerinnen toftete also fast 100 000 M. Will das Provinzialschulkollegium eine folche Verschwendung in dieser Zeit fachlich verantworten? Wir ermorten, daß die städtische Schulverwaltung hier fest bleibt und daß die Finanzverwaltung die halbe Million rundweg sperrt. Auf der Spur der Posträuber. Feuergefecht zwischen Gendarmerie und Räubern. Die wilden Gesellen, die, wie wir berichteten, das Postamt in Hegermühle bei Eberswalde überfielen und Werte im Betrage von 6 Millionen Mark geraubt haben, werden sich allem Anschein nach ihres Raubes nicht lange erfreuen können. Man ist ihnen bereits auf den Fersen und hofft, ihrer bald habhaft zu werden. In dem Städtchen Alt- Landsberg, zwischen Strausberg und Berlin, befindet sich in der Nähe des Kleinbahnhofes eine einsame Scheune, die wegen mehrerer in der letzten Zeit vorgekommenen Leitungsdiebstähle ständig polizeilich beobachtet wurde. Kurz vor Sonnenaufgang fonnte der wachhabende Oberlandjäger Nölte feftsteller. daß mehrere sich verdächtig benehmende Individuen die Scheune verließen. Der Beamte verfolgte die Männer und rief sie an. Sie achteten aber nicht darauf, sondern versuchten, auf ihren Rädern zu entfliehen. Nunmehr eröffnete der Landjäger auf die Männer das Feuer, das von diesen erwidert wurde. Leider gelang es ihnen, infolge der herrschenden Dämmerung, zu entkommen. Im Laufe des gestrigen Tages wurden noch eine Anzahl Beamten dorthin entsandt, um die Waldungen systematisch zu durchstreifen, da damit gerechnet wird, daß sich die Berbrecher in den Wäldern verborgen halten. Es sind alle Borbereitungen getroffen, um, wenn dies tatsächlich der Fall ist, ihnen ein Entweichen unmöglich zu machen. In dem Postamt haben die Räuber wüst gehaust. Sie haben Leitungen zerschnitten und Apparate zertrümmert. Auf die Wiederbeschaffung des gestohlenen Gutes und die Ergreifung der Täter ist eine Belohnung von mehreren hunderttausend Mart ausgesetzt. Mittei lungen werden von Kriminalkommissar Berneburg im Zimmer 30 des Berliner Polizeipräsidiums entgegengenommen. Riesenfälschung von Ausland- Coupons. Flucht eines Mörders aus dem Zuchthaus. Der zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Kraftfahrer Paul Mededer ist in der Nacht vom 23. zum 24. Ottober aus der Strafanstalt Sonnenburg entwichen. Mededer hatte im März 1919 die Zigarrenhändlerin Baula Weis in der Bülowstraße erdrosselt und beraubt und war zum Tode verurteilt, sodann zu lebenslänglichem Zuchthaus begna bigt worden. Er war bereits schon einmal ausgebrochen, aber wieder gefaßt worden. Angaben, die zur Wiederergreifung bes Mededer führen, nimmt Kriminaltommiffar Trettin beim Poli zeipräsidium Berlin entgegen. 00 Die Arbeiterjugend Röntgental und Repernid veranstaltet am Sonntag, den 29. Oftober, im Waldhaus( Inh. Marg), Bärwolffftr. 12, eine Begrüßungs feier. Unkostenbeitrag 5 Mart. Anfang 7 Uhr. Jugendveranstaltungen. Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin. Jugendgenoffen. Die Einäscherung des Jugendgenossen Hans Sangheim findet morgen, Sonnabend, den 28. Oftober, abends 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Wir bitten alle Jugendgenoſſen Greifang but be Wanderleiter! Am Sonntag findet Streifzug durch den Heute, Freitag, den 27. Offober: Blankenburg. Jugendheim Gemeindeschule Triftstraße, Distuffionsabend.Gesundbrunnen. Der in der Abteilung Wedding festgesette Gesangsilbungs Moabit. Jugendheim Gemeindeschule Waldenserstr. 21, abend fällt heute aus. Neukölln- Süd. Jugendheim Rogatstr. 53, VorNiederschönhausen. Jugendheim Borttag:" Sowjetrußland"; trag: Bunftwefen fahrender Gesellen". Gemeindeschule Blankenburger Str. 69/70, Vortrag: Naturwissenschaften". Rorben. Jugendheim Gemeindeschule Putbuser Str. 4-5, Bortrag:„ Einfüh rung in die Philosophie". Nordosten. Jugendheim Gemeindeschule Heiners. borfer Str. 18, Bortrag:„ Einführung in die Philosophie". Petersburger Biertel. Jugendheim Gemeindeschule Eckertstr. 16, Lefeabend: ,, Der Sprung in die Welt". Der Pichelswerder wird nicht bebauf! Befanntlich war der Bichelswerder, der als einzigartiges Naturdenkmal bei weitem nicht genug bekannt ist, in der großen Gefahr, der Bebauung anheim. zufallen. Die Spandauer Bezirksverordneten haben nun zwei Pläne genehmigt, welche die Erhaltung des Pichelsmerders und der Uferpartie von Spandau bis Cladow vor= sehen. Der Bichelswerder darf, entgegen den Absichten des Forst am fistus, nicht bebaut werden. Er bleibt als Freifläche erhalten. Bon Spandau bis Cladom bleibt die Uferpartie von der Bebauung ausgeschlossen und später soll eine Uferpromenade angelegt werden. Der gemischte Chor, Norden", Mitglied des D.A.S.B., verenstaltet am Sonntag, den 29. Oftober, nachm. 4 Ubr, in der Singalademie Staftanienwäldchen( Unter den Linden), unter seinem bewährten Chormeister Herrn Walter Ba a 3 ein großes Konzert. Mitwirkende: Mitglieder des Schubert Chores und Genosse Dr. Franz Rhotenfelder als Rezitator. Eintritt intl. Steuer 30 M. Am Sonntag, den 29. Oktober, abends 6 Uhr, veranstaltet die AbteiInng Prenzlauer Vorstadt in der Aula ber Gemeindeschule Danziger Straße 23 ihr 5. Stiftingsfeft. Das Programm besteht aus: Chorgefang, Mufit, Ansprache, Rezitationen und Aufführung des Jugendspiels ,, Unser die Welt trop allebem!" Sozialistische Proletarferjugend Groß- Berlin. Alle Genoffen, bie heute, Freitag abend, nach Seipzig fahren, treffen fich 10 Uhr im Jugendheim Nordoft, Chriftburger Str. 14, ober 11 Uhr Einsang Anhalter Bahnhof. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Arbeiterfängerbund. 11. Bezirk. Conntag, den 29. Oktober, 10 Uhr vor. mittags, Generalptobe im Artushof, Verleberger Straße. Männer- und gemischte Chöre. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen dringend erforderlich. Verein der Freidenter für Feuerbestattung e. B., Bezirt 12. Die hiesige Bersammlung findet nicht Realgymnasium Heefestraße, sondern Paulsen- Gymnafium, Arndt, Efe Flemmingstraße, statt. Allgemeine geistige Verbrüderung. Freitag, ben 27. Oftober, Bortrag A. Rembe über Die welthistorischen Ereignisse der Gegenwart im Lichte einer höheren Anschauung" in der Aula der Karl- Michaelis- Realschule, 60. 26, Mariannenstr. 47, abends pünktlich 8 Uhr, bei fretem Eintritt. Freie AusSprache. Gozialdemokratischer Männerchor Hallesches Tor". Sonntag vormittag 91 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Gräfeftraße 85. Erscheinen Die Kunstgemeinde Reinickendorf- Tegel eröffnet im Dftober ihre fünstlerischen Veranstaltungen und zwar in Neinidendorf( Hubertus fäle) am 27. d. M., 7, Uhr abends, mit einer Theatervorstellung Einsame Menschen von Gerhart Hauptmann; in Tegel am 29. b. M., 7, Uhr abends( Humboldtschule), mit einem Volksliederabend. Mitglieder dieser Stunstgemeinde erhalten Eintrittstarten zu allen Beranstaltungen in den Pflicht. bereits bekannten Verkaufsstellen zu Borzugspreisen. Beitrittserklärungen werden dort angenommen. Piratenüberfall in der Elbmündung. N Groß- Berliner Parteinachrichten Arbeitersport. Das Hallen- Turn- und Sporffeft. Im Sportpalast in der Potsdamer Straße, der 10 000 Buschatter fast, wirb, wie bereits mitgeteilt, ber Turn- und Sportvereinite" die Wintersaison der Arbeitersportler eröffnen. Am fommenden Sonntag werden die Arbeiter und Arbeiterinnen von Groß- Berlin einen Einblick in die vielseitige Tätigkeit des Leibesübungen treibenden Vereins erhalten. Die Arbeiterschaft wird dabei selbst den Gradmesser über den Wert von Turnen, Sport und Spiel anlegen können. Ein reichhaltiges Brogramm forgt für Abwechselung. In der großen Arena lommen ziemlich alle Sparten der Leibesübungen zur Geltung. Aus dem Programm sei herausgeboben: Keulen und Schleuderballschwingen urnen: Musterriegenweiturnen der Männer und Jugend. lichen Maffenstabübungen Ausdrudsübungen der Frauen. Gruppenfreiübungen( Jugendliche) Massenpyramiden- Bollstänge der Mädchen- Handballspiel der Frauen. Leichtathletik: Staffettenlanse der Männer, Frauen, Jugend. lichen und Kinder. Einzelläufe über furze und längere Siveden. MannBeitfolgen: Ab 12,30 Uhr Musterriegenwett schaftshochspringen. athletit usw.- Eintritt auf allen Plägen: An der Stasse 25 W., im Bor turnen. Ab 3 Uhr Beginn der Maffen- und Sonder vorführungen, Leicht verkauf 20 M.( im Sporthaus Fichte, Copenider Str. 198 und Wilhelmtraße 38). Alle am 29 Oktober als Drdner tätigen Genossen haben sich Punkt 11 Uhr im Sportpalast einzufinden. Ein ganz toller phantastischer Borfall, der an die seligen und unfeligen Zeiten des berüchtigten Klaus Störtebeker erinnert, hat sich in der Unterelbe zugetragen. Der Motorschoner Bertia" aus Stralsund war vor Anter gegangen. Gleich darauf kam ein Boot mit vier bewaffneten Räubern, und machte an der Berkia" fest. Die vier Räuber denn solche waren es überfielen die Mann fchaft, sperrten sie ein und verwundeten den Kapitän durch Re volverschüsse. Darauf durchwühlten sie alle Behälter und nahmen an Geld und Wertsachen mit, was sie bekommen fonnten. Dann mußten zwei Mann der Besagung ihnen dienlich sein, und die Anker lichten. Jedoch geriet das Boot bald auf Grund. Dem Ein Riesenschwindel mit gefälschten argentinischen Coupons ist Rapitän gelang es, sich auf ein Boot zu retten und nach dem Boßburch die Aufmeriamfeit eines Berliner Banklehr. lapp- Leuchtturm zu entkommen. Die schiffbrüchigen Räuber wurden lings aufgedeckt worden. Als Hauptvertreiber der Fälschungen ist zunächst von dem Tonnenleger Mellum aufgenommen, demgegender Bantier Bernhard Erich Christian Schulze aus Hannover auf über sie sich als Befagung der Berfia" ausgaben. Durch Blink Beranlassung der dortigen Staatsanwaltschaft von der hiesigen spruch des Boßlapp- Leuchtturms wurde jedoch der Kapitän des Kriminalpolizei verhaftet worden. Schulze gibt die Vertreibung zu, Mellum" aufgeflärt und er übergab die Piraten bei der Mellum behauptet aber, nicht gewußt zu haben, daß die Papiere falsch find. platte einem Torpedoboot, das sie in Wilhelmshaven bei der SchuhEs handelt sich um Coupons ber 4% prozentigen Pro- polizei ablieferte. vinzialanleihe von Buenos Aires, die über englische Pfunde lauten. Den Druck hat seinerzeit eine Leipziger Firma beforgt. Schulze ist in Bantfreisen und auch in den Kreisen der Privatfpetulanten sehr bekannt und genoß bisher in beiden einen geder Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. wissen Ruf. Er betrieb fein eigenes offenes Bankgeschäft, sondern Achtung, Kaffierer! Die in Augsburg angeregten und vom betätigte sich in Hannover, Berlin, Hamburg und auf anderen Parteivorstand beschlossenen Einigungsmarten à 20 M. für Männer Börsenplägen bei Banten an großen Transaktionen aller und 10 m. für Frauen, die alle Mitglieder als einmaligen Pflichtfelde trifft sich mit der Turn- und Sportvereinigung Friedrichshagen am Gonn Art, die durch ihren Umfang auch die Börsen beeinflußten. Bulezt be- beitrag faufen sollen, find im Bureau eingetroffen. Die Kassierer, schäftigte er sich damit, Zehntausende dieser Bueno- Aires- Coupons, die diese Marken dringend haben müssen, werden gebéten, fie im die bei dem heutigen Balutastande ihrem Werte nach in die Sun Bureau abzuholen. Die Abteilungen, welche biefe Marken bis derte von Millionen gehen und sehr gesucht sind, bei deut- Sonnabend abends 5 Uhr nicht abgeholt haben, erhalten sie am schen Banten und Privatleuten unterzubringen. Wie er behauptet, Montag, den 30. Ottober, durch die Post zugestellt. hat er die Coupons von einem ihm befreundeten schweizerischen Bant- Von den obligatorischen Frauenmarten à 3 M. find leider noch hause zum Bertrieb erhalten. Der Lehrling einer. Bant entdeckte, teine wieder zu erhalten gewefen. Aler Pagels. daß ein Teil der Coupons gefälscht war. Die Staatsanwaltschaft Don Hannover ließ daraufhin Schulze, der sich in einer Privatwoh- 5. Kreis. Friedrichshain. Freitag, den 27. Oftober, 7% Uhr pünktlich, im nung im Westen Berlins aufhielt, festnehmen. Schulze gibt ohne weiteres zu, die Coupons bei den Banten und sonstwo vertrieben zu haben, bestreitet aber, gewußt zu haben, daß sich darunter auch 11. gefälschte befanden. Alle Banten und Privatpersonen, bie noch diese Buenos- Aires- Coupons befizen, werden ersucht, sie 14. Kriminalkommiffar Lindemann im Berliner Polizeipräsidium, der die Aufklärung des Riefenschwindels leitet, zur Prüfung auf ihre Echtheit vorzuzeigen. Fahrläffiger Preiswucher mit einer Schinkenstulle. • Schulgebäude, Littauer Str. 18, Bersammlung der Bodenreformer. Thema: Eine dringende Aufgabe des Gesetzgebers".( Bodenreformgefeg.) Freie Aussprache. Parteigenofsinnen und genoffen sind hierzu eingeladen. Rreis. Schöneberg- Friebenau. Bu der heute abend 8 Uhr stattfindenden Kreisvorstandsſigung bei Taubert, Frig- Reuter- Str. 1, haben sämtliche Benton. Die Gigung des Bildungsausschusses findet erst heute, Beitungstommiffionsmitglieder Freitag, den 27. Oftober, im Lesezimmer der städtischen Bibliothek( Badeanstalt), Ganghofer Straße, statt. Die angekündigte Gigung ber Elternbeiräte der proletarischen Rinderfreunde und Helferinnen findet heute, Freitag, den 27. Oktober, 6 Uhr; im Zeichenfaal des Raiser- Friedrich- Realgymnasiums, Raiser- Friedrich- Straße 208, statt. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch reichlich, Geschäft flau. Fische etwas stärker, Geschäft rege. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft flott. Eine Gefeßesbestimmung, die in weiten Kreisen der Geschäfts leute immer noch nicht genügend bekannt zu sein scheint, bildete die Grundlage einer Antlage wegen Bergehens gegen die Preistreibereiperordnung vor dem Wuchergericht des Landgerichts III. Angeflagt war der Kaufmann Karl Simfe, der im Nebenberuf die Detonomie im Lessing- und Künstlertheater betrieb. Am 19. Mai bestellte sich ein Besucher handelspreise: Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinim Künstlertheater während der Bause eine Schinkenstulle.„ Die Rindfleisch 160-200 M., ohne Knochen 190-245 M. Schweinefalte Mamfell" bereitete ihm eine besondere Stulle, da der Vorrat fleisch 328-400 M. Kalbfleisch 180-265 M. Hammelfleisch 164-266 M. sverkauft war. Der Gaft erhielt eine dünne Schnitte Brot, Rückenfett 700-730 M. Rindertalg 580-610 M. Schellfisch 35-58 M. dünn mit Butter bestrichen und ebenso dünn mit Kabeljau 60-15 M. Seelachs 55-64 M. Dorsch 30-40 M. Grüne Heringe Schinken belegt. Dafür mußte er 20 M. zahlen( im Mai noch Plätzen 58-74 M. Lebende Aale 220-260 M. Hechte 145-160 M: Eier 80-90 M. in Eis: Aale 165-190 M. Schlele 120 M. Hechte 110-115 M. ein sehr ansehnlicher Betrag). Auf die von ihm erstattete Anzeige 35-36 M. das Stück. Naturbutter 600-670 M. Margarine 400-490 M. hin faufte sich ein Sachverständiger der Preisprüfungsstelle eine Schweineschmalz 750-780 M. Haferflocken 90 M. Erbsen 90-125 M. gleiche Stulle und bezahlte dafür ebenfalls 20 Mr. Der Sachver: Nudeln 90-105 M. Weißkohl 18-14 M. Wirsingkohi 16-20 M. Grünständige stellte fest, daß der Schintenbelag nicht 62% kohl 18-19 M. Rotkohl 20 M. Mohrrüben 10-12 M. Kartoffeln 7,50 bis Gramm, wie der Angeflagte behauptete, sondern nur 40 8 M. Tomaten 35-42 M. Eẞbirnen 20-30 M. ESäpfel 16-25 M. Gramm betrug, so daß sich der zulässige Preis nur auf 10 Mr. Kürbis 5-7 M. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solibarität. Gau 11. Touren für Sonnabend, den 28. Oftober. Sämtliche Abteilungen Start 6 Uhr abends nach Brauerei Friedrichshain. Sonntag, den 29. Oktober. Start nachmittags 2 Uhr nach Johannisthal, Botas Bartrestaurant. Starts an den bekannten Stellen. Die 2. Fußballabteilung der Freien Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichs tag nachmittag 3 Uhr zum fälligen Gerienspiel im Lichtenberger Stadion. Bor her Spiele der unteren Mannschaften. An alle Turnvereine bes 1. Kreises! Auf Wunsch einiger Brudervereine ist der Einsendungstermin zum Musterriegenturnen der FTGB. in ber Brinzenstraße bis zum 4. November verlängert worden. Cinfendung der Uebungen in 3 Exemplaren an G. Caischke, Berlin N. 20, Hochfit. 43. Bahl. reiche Beteiligung der Brudervereine ist erwünscht. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 26. Oktober. 1. ennen. 1. Lilienstein( Duade), 2. Haftig( Breege), 3. Kridente ( Schneider). Toto: 15:10, Blat: 11, 13, 13:10. Ferner liesen: Kronjuwel, Sant Raven, Komponist, Sheitani. 2. Rennen. 1. Lobredner( Sululies), 2. Contrahent( Dertel), 3. 8iFerner liefen: garista( Mesa). Toto: 24: 10, Plag: 12, 12, 15:10. Winna, Aterina, Mercedes, Simplicite. 3. Rennen. 1. Primadonna( Stufulies). 2. Hanswurst( Edler), 3. Biedermann II( Dertel). Toto: 195: 10, Blat: 44, 44, 69: 10. Ferner liefen: Herzog, Drfus, Rautendelein, Ordensritter, Belgrade, Narwal, Barin, Thor, Rohrdommel, Widerstand. 4. Rennen. 1. Ritter Blaubart( Leiß), 2. Bolaca( Dertel), 3. Berbi ( Einfinger). Toto: 71:10, Blas: 41, 15, 27:10. Ferner liefen: Georg, Burgritter, Altmärker, Baron Clemens. 5. Rennen. 1. Roderich( Stys). 2. Komoran( Wurst), 3. Dlala( Ein. finger). Toto: 77:10, Blab: 20, 20, 21:10. Ferner liesen: Diplomatie, ugur, Livia, Elgard, Bendito, Drfan, Argesul, Stern. 6. Renne it. 1. Sinn Fein( Kardel), 2 Romberg( Dorf), 3. Blindaänger( Borowski). Toto: 142: 10, Platz: 34, 20, 16:10. Ferner liefen: Immelmann, Flucht, Starl der Große, Rubin, Reichsgräfin, Wiliberta, Al gebra, Batisus, Wolfenschieber, Fregatte, Banje, Barbar, Herenmeister II, Trompeter. 7. Rennen. † 1. Creds( Bertel), † 1. Element( Lewidi), 3. Nordfee ( Burit). Toto:( Trebo) 34:10, Blas: 27:10,( Element) 45:10, Blag: 24: 10,( Nordsee) Blaz: 18:10. Ferner liefen: Diamant, Herrscherin, Glmado, Blender, Fabiola, Welcome Blik. 8. Rennen. 1. Rabenlode( b. Steller), 2. Humboldt( v. Falkenbahn), 3. Zanntönig( St. v. Westernhagen). Toto: 34:10, Bias: 18, 45, 23:10. Ferner liefen: Falter, lan II, Rinaldo, burg, Armenier, Trumpf, Berliner, Sonnenrose. Wirtschaft „ Konkursverwalter Reichsbant". bant- Präsident am eigenen Leibe, sondern nur die große Schar der| Bichausfuhr. Trotzdem ist der staatliche Haushalt in Arbeitnehmer zu leiden hatte. Warum hat man die um das einem elenden Zustand. Während man im März das Detägliche Brot sich sorgenden Rentner dazu gezwungen, ihr weniges fizit des laufenden Jahres auf 132 Milliarden peinische Mark einGold Bucherhänden für eine kleine Menge Papiergeld zu überliefern? schäßte, erklärte fürzlich die Regierung, fie müsse das Budget mit Durch Gesetz haben wir im Mat d. 3. die Reichsbant auf Anfangen, eigene Unternehmungsluft nicht zu entwickeln ver- liegt im schlechten Finanzsystem. Nachdem eine einmalige BerWahrscheinlich nur, weil man, von bureaukratischem Geiste um einem Defizit von 552 Milliarden abschließen. Die Ursache dieser mangelhaften Anpassung der Staats- an die Bolkswirtschaft ordnung der Entente unabhängig von den Einflüssen des Staates mochte. Warum hat man den Goldschatz der Reichsbank durch bank- mögensbesteuerung recht gute Ergebnisse gezeitigt und die Inflation machen müssen. Ausländische Interessenten versuchten damals unsere mäßige Behandlung nicht zur wesentlichen Auffüllung der Devisen gebremst hatte, hat man fie doch aufgegeben. Die anderen Steuern Deutsche Zentralnotenbank dem internationalen Rapital, in ähnlichem bestände verwendet? Weil die Herren Präsidenten der Reichsbank find aber durchaus unzureichend. In Gold berechnet erhält heute. Sinne wie es jetzt mit der Desterreichischen Notenbank geschieht, dienst in einer Zeit groß geworden sind, in denen der Aufschwung unserer dieser Siegerstaat an Grundsteuern nur ein Zwölftel, an Gewerbebar zu machen. Dieser Vorstoß wurde noch glücklich abgeschlagen. Wirtschaft ihnen den gemütlichen Ritt auf dem veralteten Amts- steuern ein Elftel des Borkriegsertrages. Inzwischen hat aber dieser Tage die französische Delegation der schimmel noch gestattete. Reparationskommission eine Dentschrift überreicht, durch welche eine endgültige Rnebelung Deutschlands, vor allem durch das franzöfifche Kapital vorgeschlagen wird. Der Garantieausschuß der Entente soll nach diesem Borschlage nach Berlin übersiedeln. Zwangsmäßig au beachtende Vorschriften sollen von ihm erlassen werden. Nach diesen Borschriften hat sich unfer neuer Rontursverwalter zu richten. Dieser Kontursverwalter soll die Reichs bant werden. Die Finanzgebarung des Reiches und der Einzelstaaten foll in Einnahme und Ausgabe von dem fremden Kontrollorganismus festgesetzt werden. Anleihen des Reiches und der Länder sind von diesem zu bewilligen. Die Reichsbank darf keine Reichsschaganwei fungen mehr anfaufen. Da nun die Reichsbant als Konturs verwalter außerhalb der Interessen des Konkursschuldners, d. h. des Deutschen Reiches, zu stehen hat, wird sie unter interalliierte Rontrolle gestellt und hat diejenigen Maßnahmen, welche die Entente fordert, durch ihr Eingreifen zu vollziehen. Kr. Kunibert. Zukunftsmöglichkeiten im schweizerischen Bertehrswejen. BisJetzt, da die bürgerlichen Parteien im Gegensatz zu uns die her find 367 Rilometer der schweizerischen Eisenbahnen elettrifiert. sogenannte Währungspolitik auf Roften des arbeitenden Boltes durch Die Verwaltung der Bundeseisenbahnen will in den nächsten zwei führen wollen, fühlt sich auch das Reichsbant- Präsidium wieder fest Jahren noch je 240 Stilometer, im Ganzen alfo ein Drittel des geim Sattel. Das Schlimmste, was ihm nämlich geschehen kann, ist, samten Eisenbahnneges des Landes auf Elettrizität umstellen. als objektiver Konkursverwalter die Vermögensmasse des deutschen Dadurch würden 318.000 Tonnen Kohle, b. h. die Hälfte des geBoltes, womöglich gegen dessen berechtigte Forderungen, mit juristi feit von den ausländischen Rohlenpreisen erzielt. Die Gesamtkosten famten Eisenbahnverbrauchs, erspart und eine gewisse Unabhängigfcher Geschicklichkeit zu beaufsichtigen. Der Leiter der Reichsbant darf betragen ½ Milliarde Franten. Noch viel großzügigere Pläne deshalb kein vertnöcherter Beamter sein, der darauf wartet, sind nun in Aussicht genommen. Die beiden großen Flüffe, die in bis andere die Initiative ergreifen, sondern er muß ein Boltswirt der Schweiz ihren Lauf beginnen, der Rhein und die Rhône, sollen sein, der rechtzeitig das deutsche Gold im Interesse des deutschen durch einen Kanal verbunden und so ein Wasserweg RotterdamBoltes verwendet! Oder glaubt man etwa, daß eine derartige passive Basel- Marseilles geschaffen werden. Die französischen Arbeiten Resistenzpolitik der Reichsbant einen Schutz der deutschen Republit zur Schiffbarmachung der Rhône werden beginnen, fobald die bedeutet? Schweiz ihrerseits die Entscheidung trifft. In der Schweiz, besonders aber in Frankreich, macht sich jedoch ein heftiger Interessenfampf geltend: die Schiffbarmachung durch Schaffung eines gleichein, und so ist ein Gegensatz zwischen Schiffahrt und Handel einermäßigen Stromlaufes schränkt die Wasserkraftausnüßung erheblich feits und der Energie verbrauchenden Industrie andererseits entstanden. Der bekannte M. Herriot, Bürgermeister von Lyon, gehört zu den Stüßen der ersten Interessengruppe. Wiederaufnahme der deutsch- tschechischen Wirtschaftsverhandlungen. Die deutsch- tschechischen Wirtschaftsverhandlungen sollen am 30. Oftober in Dresden wieder aufgenommen werden. Deutſcherfeits wird insbesondere eine Regelung der Schuldverhältnisse der anstalten und die Regelung der Ein- und Ausfuhr verschiedener deutschen in der Tschechoslowakei arbeitenden LebensversicherungsLebensmittel erftrebt, während tschechischerseits die Regelung der Einfuhr von Kunstdünger und Stahl fowie die Ergänzung und Erweiterung des bisherigen Tegtilübereinkommens in den Bordergrund gestellt wird. Weitere Börsenfeiertage. Am Dienstag, den 31. Oktober 1922 und Donnerstag, den 2. November 1922 fällt die Börsenversammlung der Wertpapierbörse aus. An diesen Tagen ist jeder Handel, mit Ausnahme des Handels in Devisen, untersagt. Mit Ausführung dieses Planes, der sicherlich von französischer Seite mit großer Hartnädigteit verfochten wird, würde die Entente endgültig die Hand auf das Gold unserer Reichsbank legen, um Banten, Mühlen und Brotversorgung. In der ordentlichen es in ihrem, d. h. im Sinne Frankreichs verwenden zu können. Die Generalversammlung der Humboldtmühle AktiengesellObjektivität des Konkursverwalters: Reichsbank" wird ihn auch ihaft wurde die Dividende auf 30 Broz. für die alten und gegen seinen Willen, zu Maßnahmen gegen das Reich, d. h. 15 Prozent für die jungen Aktien festgesetzt. Ferner wurde begegen das arbeitende deutsche Volk veranlassen. Bis jetzt faß das schlossen, das Aktienkapital von 6 Millionen auf 12 Minionen Reichsbant- Direktorium feft und unbeweglich auf seinem Goldschap hierzu ausgeführt: Durch die Geldentwertung ist das Ausmaß der au erhöhen, also zu verdoppeln. Von der Verwaltung wurde und hat ihn weder durch Goldschazanweisungen noch in anderer Stapitalserhöhung schon überholt, loftet doch ein Waggon Form praktisch für die deutsche Wirtschaft und die Sicherung der Beigen drei Millionen Mart. Die Verwaltung wird sich Deutschen Währung verwendet. Die Leitung der Reichsbant hat es in furzem mit der Frage zu befassen haben, auf welchem Wege neue nicht vermocht, Initiative zu zeigen, um Wege anzudeuten, wie der Betriebsmittel zu beschaffen sind. Kapitalserhöhungen allein reichen Goldschatz dem deutschen Volte zum Heil gereichen könne. Nunmehr für diese Zwecke nicht aus. Ebensowenig find die Privatbanken besteht die Gefahr, daß unter dem Zwange der französischen Forde in der Lage, die Kreditbedürfnisse der Mühlen voll und ganz zu rungen das Gold ausgeliefert oder womöglich zum Schaden der ar- befriedigen. Es würde im Interesse der Sicherstellung der Erbeitenden Klasse verwendet werde. Was sorgt sich der aus der nährung nichts anderes übrig bleiben, als daß das Reich hier faiserlichen Zeit übernommene, bis an sein Lebensende als Beamter einspringt. Bor zwei Jahren, als man die Gefahren der Geldangestellte Reichsbant- Präsident um die in Aussicht stehende, durch währung begutachten, sie würden den Kapitalbedarf der Wirtschaft entwertung vorausfagte, behaupteten dieselben Banken, die jetzt die gelegentliche Zwangsmaßnahmen noch beschleunigte ungeheure Ar ohne Mühe deden! beitslosigteit des herannahenden Winters? Herr Havenstein, der noch eine Wirkliche Kaiserliche Exzellenz ist, sowie fein überalterter Bizepräsident, haben das Privileg der Notenbant vom Parlament mit Dant hingenommen und genießen die Annehmlichkeiten ihrer wirt. fchaftlichen Unabhängigkeit vom Reich, das ihnen dafür die Pensionsberechtigung garantieren darf. 7. November beträgt das Coldzollaufgeld 70 400 v. 5. 705 fache Zölle. Für die Zeit vom 1. November bis einschließlich Die Bolfswirtschaftliche Besserung, aber ftaatliches Defizit. Besserung der Lage in Polen ist unter anderem aus der Steige rung des Getreidefonfums( 170 Kilogramm per Kopf heute ſtatt Warum sind z. B. die Dispositionen für den Banknotendruck| Aussichten auf Ernte sehr günstig. Man rechnet mit einem export100 Kilogramm während des Krieges) zu ersehen. Auch sind die erst Ende September und nicht schon Anfang August erfolgt? Ganz fähigen Ueberschuß von Million Bonnen Getreide, 1% Millionen einfach, weil unter dem Mangel an Banknoten nicht der Herr Reichs- Tonnen Kartoffeln, 150 000 Tonnen Zucker und einer beträchtlichen Alter Weinbrand hat beschlossen, neue Gelbwertzeichen„ Dom Jahre 1923" zu emittieRuffifche Währungspolifit. Das russische Finanzkommissariat rubel vom Jahre 1921 resp. 100 Rubel des Geldes vom Jahre ren. 1 Rubel der neuen Scheine soll einer Million Räte1922 gleichstehen. Beschränkung der Einwanderung in Amerifa. Nach einer Melbung der Chibagoer Tribüne" bereitet der Arbeitsminister der sehung der zugelassenen Einwanderungszahl um ein Drittel vorge= Vereinigten Staaten einen Gesetzentwurf vor, in dem eine Herabfehen wird. Der Entwurf werde auch eine strengere ärztliche Unterfuchung in törperlicher und geistiger Beziehung verlangen, die bereits in den Abfahrtshäfen erfolgen soll. Devisenturje. Unserer gestrigen Sturstafel find noch folgende Br., 1 ungarische Krone 1,75 G., 1,77 Br. 1 bulgarischer Lewa Notierungen nachzutragen: 100 österreichische Kronen 5,78 G., 5,82 29,67 G., 29,83 Br.- 100 Polenmart galten im Freiverfehr etwa 32,50 M. Landauer& Machoul Heilbronn Likör der Dominikaner Vertreter: Karl Kast, Potsdam, Bismarckstr. 3. Fernsprecher: Amt Potsdam Nr. 366. Wilhelm Wetzel, Berlin- Wilmersdorf, Mecklenburgische Str. 20. Fernsprecher: Amt Pfalzburg Nr. 3400. Theater, Lichispiele usw. Central- Theater Der große Erfolg! 7: D. Kleinbürger & Deutsch. 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