Nr. 50939.Jahrgang Ausgabe B Nr. 248 Bezugspreis: Für den Monat Oftober 250,-., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Sugemburg 346,- M., fiir das übrige Ausland 515,- M. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frant. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Seit", der Unter haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". SW Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle Toftet 60,-. Reflamezeile 300,--. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 14, M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes veitere Wort 12, M. 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Im Laufe der offiziösen heute was man von Brüssel zurückbringe, tönne man endgültige Entnachmittag abgehaltenen Sigung im Hotel Astoria einigten sich die scheidungen treffen, fönne man eine Bilanz aufstellen.( WiderAbgeordneten und Beigeordneten der Reparationstommission über spruch der Sozialisten.) Die Konferenz von Brüssel werde entdas Programm ihrer Arbeiten während ihres Aufent haltes in Berlin. Dieses von Delacroig empfohlene Programm wurde einer kurzen Diskussion unterzogen. Die Verhandlungen bauerten nur etwa eine halbe Stunde. scheidend sein für die Ruhe und den Frieden der Welt. Nach den peffimistischen Aeußerungen verschiedener Redner fönne er durch einige Ziffern beweisen, daß man fogar im Jahre 1922 Anstrengungen unternommen habe, die Früchte gezeitigt hätten. Man werde 6 tis 7 Milliard weniger ausgeben als im letzten Jahre und 8 bis 9 Milliarden weniger durch Anleihen aufbringen. Lafteyrie sagte zum Schluß: Man müsse Deutschland zwingen, daß Die englische Wahlbewegung. Bonar Laws Programmrede. De Krise in Italien. Rücktritt des italienischen Kabinetts. Rom, 27. Oftober.( WTB.) Das Kabinett Facta ist zurüdgetreten infolge der Drohung der Fafcisten, die die Teilnahme an der Regierung verlangen und die allgemeine Mobilisation sämtlicher fascistischer Organisationen in Italien durch Dekret bestimmt haben. Man sieht hier die Lage indeffen ziemlich optimistisch an und glaubt die Bildung eines minifteriums durch Orlando oder Giolitti vorausfagen zu können. Schneller als man erwartet hatte, ist die politische Krise in Italien, die sich in den letzten Wochen zusehends verschärfte, zum Durchbruch gekommen. Die Fascistenparade in Neapel, bei der alle Kräfte der abenteuerlustigen gegenrevolutionären ,, Herrenmenschen" zusammengezogen wurden, war eine offene Kampfansage an die Regierung. Ihr folgte unmittelbar ein Ultimatum an das Ministerium Facta, in dem eine so. London, 27. Oftober.( TB.) In einer Rede, die Bonar fortige Umwandlung der Regierung und die Uebergabe eini am in Ergänzung feines Manifestes in Glasgow hielt, betonte er, feine Bolitit fei negativ, weil man das Land ungestört an seiner ger der wichtigsten Ministerposten an die Fascisten verlangt Rettung arbeiten lassen müsse. Die Regierung werde so wenig wie wurde. Der Ministerpräsident Facta hat daraufhin seine möglich Geseze geben und die Dinge mehr oder weniger gehen laffen. Demission eingereicht, der sich das ganze Kabinett angeEr fehe feinen Grund, weshalb nicht die Unionisten und die natio- schlossen hat. nalen Liberalen auf gewissen Gebieten zusammenarbeiten sollten. Die gegenwärtige Regierungsfrise in Italien ist deshalb Er helte es für möglich, daß England, Frankreich und Italien zu ven so außerordentlichem Interesse, weil sie den ungeheuren einem blommen über den Nahen Osten gelangen, und Einfluß der fascistischen Organisationen auf das gesamte es sei feine Gefahr, daß Griechenland oder die Türkei es ablehnen Staatsleben Italiens mit aller Schärfe offenbart. Aus fleiwürden, die Entscheidung anzunehmen. nen Anfängen ist der Fascismus im Berlauf von zwei Jahren zu einem Staat im Staate" geworden, der mit Hilfe eines schrankenlosen Terrors alle anderen Gesellschaftsklassen seinem Willen unterwirft und die Politik der Regierung in entscheidendem Sinne beeinflußt. Paris, 27. Oftober.( EE.) Der„ Excelsior" meldet, John Bradbury werde sich wahrscheinlich noch vor der Berliner Reise der Reparationskommission nach London begeben. Der französische und der englische Standpunkt in der Reparationsfrage scheinen es das zahle, was es schulde. nunmehr nicht mehr in so vollkommenem Gegensatz zueinander zu stehen, wie dies in der vorigen Woche der Fall war, sondern von Barthou und Bradbury wurden Ronzessionen gemacht. Insbesondere stimmte Borthou zu, daß das Prinzip der Finanzton trolle vom Reiche angenommen und ihm nicht aufgezwun= gen werden foll. Es ist vorauszusehen, daß die Reparations fommiffion vor ihrer Abreise nach Berlin sich mit einem belgi [ chen Projekt tefaffen wird, das bestimmt ist, sich dem angli fchen und französischen Standpunkt anzunähern. Dies belaische Project foll die Stabilisierung der Mart auf einer geringeren Stufe versehen als Bradbury dies vorgeschlagen hatte. Auswärtige und innere Anleihen würden die Stabilisierung erleichtern. Eine Stontrolle würde im Einvernehmen mit der deutschen Regierung fest gefeht werden. Vor allem müsse das Budget ins Gleichge wicht gebracht werden. Die Finanzkontrolle würde für die Einschränkung der Ausgaben und für die Vermehrung der Einnahmen nur unter ganz bestimmten Bedingungen eingeführt werden, wie dies die Finanzlage Deutschlands erfordert, deren außerordentliche Schwierigkeiten man anzuerkennen beginnt. Die Wiederherstellung des Gleichgewichts im Budget, die mit der Stabilisierung der Mark gleichzeitig erfolgte, würde notwendigerweise die Gewährung ge mijjer 3 ahlungsaufschübe für die Geldleistungen, wenn nicht gar auch für die Sachleistungen im Gefolge haben. Außer, dem würden Maßnahmen gegen die Kapitalflucht fowie gegen die Spefutation in Devisen und für Regelung des Bant. notenumlaufs ergriffen werden. Französische Kammerdebatte. Ueber die Reparationen fagte Bonar Law, die Frage sei nicht leicht zu lösen, sie sei fa ft hoffnungslos, aber nichts sei hoffnungslos, an das man mit gutem Willen und mit dem Entschlusse herangehe, zu einem Ergebnis zu gelangen. Er habe die Empfin dung, daß man im Lande zu sehr geneigt sei, anzunehmen, daß es bas einfachste Ding von der Welt für England fei, Tausende von Gewiß spielen bei der Erstarfung der fascistischen Bes millionen zu zahlen, undd aß es unmöglich fei, etwas aus Deutsch wegung besondere nationalpsychologische Momente mit, die land herauszubekommen. Er sei nicht dieser Ansicht. Die Bedürf in einem Land wie Italien einzelnen abenteuerlustigen Fühnisse Frankreichs feien sehr bringend, und es könnte fein, daß ein rern, sei es d'Annunzio oder Mussolini einen Uebereinkommen unmöglich fein würde, aber Frankreich und Groß größeren Refonnanzboden in bestimmten Schichten der Gebritannien gingen an diese Sache heran mit demselben Ziel vor Millionen zu zahlen, und daß es unmöglich sei, etwas aus Deutsch fellschaft, insbesondere bei deklassierten Elementen des Bürgerland, wenn wir es erhalten tönnten, Frankreich brauchte es vielleicht tums geben. Aber neben diesem Moment, das durch die noch mehr. Unfer Leiden fommt nicht in verwüsteten Gebieten zum Nachwirkungen des Krieges verstärkt worden ist, spielt bei Frankreich und Deutschland. Ausdrud, sondern zeigt sich an den Fabriken und an der Arbeits- der Erstarfung der fascistischen Bewegung hauptsächlich der Paris, 26. Oftober.( WTB.) Finanzminister de Lasteyrie ofigteit. Das franzöfifche Bolt muß einsehen lernen, daß die Umstand eine entscheidende Rolle, daß die Fascistenbanden Paris, 26. Oktober.( WTB.) Finanzminister de asteyrie Zukunft Europas und der Welt von gemeinsamem Handeln abhängt, fich als Schuhgarde der besigenden Klassen erklärte in seiner Rede weiter: Deutschland habe Frankreich und wir beide müssen uns hüten, etwas zu tun, was ein gemein- gegen die Arbeiterbewegung etabliert haben. Die fascistische nur die Nußungsfosten zurückerstattet, sodaß Frankreich noch fames Handeln unmöglich macht. Bewegung, die ursprünglich aus der Enttäuschung über die Beinerlei Beitrag Deutschiands für den Wiederaufbau der befreiten Gebiete erhalten habe. Er wolle nicht den Ursachen dieser Lage unbefriedigenden Ergebnisse des Krieges entstanden war, hätte nie eine solche Stärte erreicht, wenn sie sich nicht auf die materielle Unterstützung der Schwerindustrie und des oberitalienischen Großgrundbefizes, sowie auf den Beistand der Regierung, der Juftiz, der Bolizei und der Militärs hätte Drohungen der fascistischen Abenteurer fapitulieren muß, fo ftüßen fönnen. Wenn jetzt die Regierung Facta vor den erntet sie nur die Früchte der verbrecherischen Duldsamfeit, die die verschiedenen Regierungen Italiens, aus Furcht vor der Arbeiterbewegung, gegenüber den fascistischen Terrorbanden an den Tag gelegt haben. Wahlmanifest der Konservativen. nachforschen. Diese rührten zweifellos davon her, daß Frankreich London, 27. Oftober.( EP.) Die fonservative Partei veröffent. unmittelbar nach dem Waffenstiüstand nicht die Möglichkeit oder lichte gestern ihr Wahlmanifest, das wie folgt lautet: Bieber die Macht besessen habe, Deutschland zu unerläßlichen finanziellen herstellung der Ruhe im Innern und Aeußern. Rückkehr zur alten Maßnahmen zu zwingen. Wenn die interalliierte Kontrolle damals Bortriegsregierungsmethode, insbesondere folle das Regierungssetrein Tätigkeit gewesen wäre, hätte Deutschland nicht bis zum Rande größten Teil aufgehoben werden. Die Sekretariate, die mit dem in Tätigkeit gewesen wäre, hätte Deutschland nicht bis zum Rande tariat, das Lloyd George in der Downingstreet eingerichtet hat, zum des Bankrotts finfen fönnen, um seinen Verpflichtungen aus Bölferbund beschäftigen, sollen von der Downingstreet nach dem zuweichen. Die Reparationsfrage fei eine poli Foreign Office verlegt werden. Aufrechterhaltung des Bündnisses tische, teine finanzielle Frage. Das Gleiche gelt: für mit Frankreich und der anderen Bündnisse, Aufrechterhaltung der die Frage der interalliierten Schulden, die so schwer übernommenen Berpflichtungen. Die fonfervative Partei will aber das Gleichgewicht der Wechselkurse belasteten. Diese juristisch ge- diese Verpflichtungen nicht ausdehnen, sondern wenn möglich eintrennten Fragen feien de facto miteinander verbunden. De La schränken. Förderung des Bölkerbundes. Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Bezichungen zu Amerika. Engeres Zusammenstenrie sprach sich für baldigste Einberufung der Brüsseler Kon- gehen mit den Dominions. Durchführung des Vertrages mit Irland. ferenz aus, auf der die franzöfifche Regierung ein fonfretes Der letzte Bunft beschäftigt fich mit inneren Fragen und stellt Verund positives Programm vorbringen werde. Erst wenn man wisse, sprechungen in der Arbeitslosenfrage auf. Sicherheitsmaßnahmen. Die Verhandlungen in der Reichskanzlei. Die Reichskanzlei murde heute morgen durch ein starkes Die Verhandlungen in der Reichskanzlei haben heute Bolizeiaufgebot gesichert, da eine Anzeige über einen geplanten eine Unterbrechung erfahren, da die Regierungsstellen mit anschlag auf den Reichskanzler eingelaufen war. Arbeit stark überlastet sind, sie werden morgen fortgesetzt Die Anzeige wird zurzeit von den Behörden auf ihre Stich haltigkeit nachgeprüft. werden. In sozialdemokratischen Streifen besteht, wie schon im Morgenblatt berichtet wurde, starte Verstimmung darüber, daß die bürgerlichen Koalitionsparteien augenscheinDollar schwächer. Das Ziel, das die Fascisten anstreben, ist nach dem Be tenntnis ihrer eigenen Führer die Dligarchie, die Gewaltherrschaft einer kleinen Minderheit über die große Mehrheit des Volkes. Da die bürgerlichen Klaffen in Verfolgung ihrer egoistischen Sonderinteressen fast vollständig vor den Fascisten tapituliert haben, steht diesen als einzige ernste Kraft nur die Arbeitertiasse gegenüber. Abr der Kampf der Arbeiterklasse gegen die Fascistengefahr hat aus zweierlei Gründen zu feinem befriedigenden Ergebnis geführt: einmal vermochte die Arbeiterschaft den starken materiellen und militärischen Mitteln der Fascisten keine gleichwertigen Kräfte entgegenzusehen, und andererseits schwächte sie ihre Kampftraft dadurch, daß sie sich von fommunistischen und syndikalistischen Wirrföpfen zu so unglüc feligen Erperimenten wie die Betriebsbesetzungen im Herbst 1920 verleiten ließ und in den nachfolgenden Jahren ihre lich schon vor Beginn der Berhandlungen mit der Bolkspartei Die Nachricht von der bevorstehenden Reise der Reparations Kräfte in inneren Kämpfen, in feltiererischen Bestrebungen starte Bindungen eingegangen waren und daß über die kommission nach Berlin und vom Zuſammentritt einer before und Utopien verzettelte. Wohl in feinem weiteuropäischen gestrige Besprechung in der Rechtspreffe tendenziös verzerrte Kommission ausländischer Sachverständiger zur Prüfung von Wäh- Lande haben die letzten Jahre so viel Opfer an Gut und Blut Berichte erschienen. Man erblidt darin eine starte Gefähr- rungsfragen hatte gestern an den Auslandsbörsen eine leichte von der Arbeiterschaft gefordert, wie in Italien. Hunderte dung des Verhandlungsergebnisses, die im Interesse der Erholung des Martturies hervorrufen. Dementsprechend der besten Genossen sind in den Kämpfen gegen die FascistenSache bebauert werden muß. Bei den Sozialdemokraten lag der Berliner Devisenmarkt heute bei äußerst geringem Geschäft banden gefallen oder hingemordet worden; unzählige Einrichbesteht nach wie vor das Bestreben, zu positiven Reful- etwas schwächer. Der Dollar rourbe gegen Mittag mit 4350 ge- tungen der Arbeiterbewegung: Volkshäuser, Genossenschaftstaten zu gelangen, die die schweren Wirtschaftssorgen des handelt. Diese Ermattung der Devisen mahnte auch die Spekula heime, Druckereien usw. find in Flammen aufgegangen; mit Winters zu lindern und die auswärtige Lage des Reiches tion an den Efettenmärkten zu einer gewissen Borsicht. Es kommt allen Mitteln einer blutrünftigen Verschwörerpolitik ist gegen zu erleichtern geeignet sind. Wenn immer wieder in bürger- hinzu, daß der Börsenverkehr durch Einschiebung von Ruhetagen die besten Kräfte der Arbeiterbewegung gearbeitet worden, lichen Pressemeldungen die Behauptung auftaucht, die For- gegenwärtig wieder häufig unterbrochen wird, so daß die Spekulas ohne daß die Staatsgewalt auch nur den Versuch gemacht derungen der Sozialdemokratie feien bloß vorgeschoben, um tion befürchtet, in diesen bewegten politischen Zeiten sich nicht rasch hätte, den fascistischen Terror, der das Land tatsächlich bis ihr den Rückzug von den Geschäften zur„ bequemeren Oppo- genug auf eine veränderte Lage umstellen zu können. an den Rand des Bürgerkrieges brachte, ernstlich zu befitionsstellung" zu ermöglichen, so ist das eine unwürdige Aus diesen Gründen war heute di: Tendenz des Wertpapier fämpfen. Unterstellung, die durch die tatsächliche Haltung der fozial- marttes nicht ganz einheitlich. Nun find die Verhältnisse in Italien so weit gediehen, demokratischen Unterhändler widerlegt wird. Die Sozial demokratie will nichts anderes als ein rasches und entschiede herausgegebenen Statistischen Bulletin zufolge betrug die franzöfifche tischen Gewalt ausstreden fönnen und wie eine gleich Dem vom Finanzministerium daß die fascistischen Terrorbanden die Hand nach der polines Eingreifen der Regierung Katastrophe. Politische Konsequenzen könnten sich erst dann am 31. März 1921 maren es 297 Milliarden 367 610 811 Frant. Sie die wirtschaftliche Lage des Landes fo ungeheuer friergeben, wenn sich herausstellen sollte, daß dieses ihr Bestreben ist also innerhalb Jahresfrist um beinahe 20 Milliarden tisch geworden, daß Giolitti, der jetzt wieder als vorausauf unüberwindliche Hinderniffe stößt, Frant gestiegen sichtlicher Ministerpräsident in den Bordergrund getreten ist, Die franzöfifche Staatsschuld. Fechenbach- Urteil und Presse. Krause in feiner Rede gesagt hat:" Seht mal, Ihr Fähnriche, h Ihr früher auch bei troden Brot und Margar In seinem Plädoyer mußte der Staatsanwalt zugestehen, daß in die das Fechenbach- Urteil für unhaltbar erklären, verlangt Mürwit Dinge passiert seien, die besser unterblieben wären. das„ B. T.", daß der Reichsverband der deutschen In der Absingung des Ehrhardt- Liedes konnte dieser Vertreter der Presse sich mit dem Fehlspruch befassen solle. Das bisherige Republit allerdings nur eine fleine Entgleisung" erblicken. Schweigen dieser Berufsorganisation in einer Angelegenheit, Was sagt der Herr preußische Juftigminister zu dieser lagen Aufdie von eminentester Bedeutung für die gesamte Presse ist, faffung eines Hüters der Staatsautorität, der es für eine Kleinig wirkt allerdings verwunderlich, vielleicht aber nicht ganz ver- leit hält, wenn Marineoffiziere einen stedbrieflich verfolgten Meutewunderlich, wenn man sich erinnert, daß an der Spike des rer verherrlichen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Haupt Reichsverbandes der Chefredakteur der Deutschen Tages- angeflagien troß der erwiesenen Borkommnisse- sechs Wochen Gefängnis, gegen die übrigen je 5000. Geldstrafe. Das Gericht zeitung", Paul Bäder, steht. erkannte nur auf Geldstrafen zwischen 500 bis 8000 M. ertlären muß, daß schnelle und durchgreifende Maßnahmenp erforderlich feien, um das Land vor dem Untergange zu retten. Benn das Defizit noch weiter steige, und Italien gezwungen Die Kreuzzeitung" beschimpft die Berliner Redakteure. gesessen?" sei, Devisen zu kaufen, um die nötigen Rohstoffe einzuführen, Unter Berufung auf die deutschnationalen Pressestimmen, fo befände fich das Land in einer ähnlichen Lage wie gegen wärtig Deutschland mit seiner Martentwertung. Ja, Deutschland habe gegenüber Italien einen Vorsprung voraus, weil es eine große Kohlenprobuftion, eine hervorragende Tech nit und eine große Industrie befize. die Italien vollkommen fehlten. Diese Feststellungen Giolittis fennzeichnen den Ernst der Lage, der durch ben iegigen Borstoß der Fascisten noch verschärft worden ist. Einerlei wie die Bildung der neuen Regierung im einzelnen vor sich geht: gelingt es den Fascisten, mie fie es wünschen, die wichtigsten Bosten in der Regierung Gerade jezt enthüllt die Kreuzzeitung", die anläßlich in ihre Hand zu bekommen, so ist es klar, daß die notwendige der Schuhgefehgebung für die Republit vorgegeben hat, für Folge davon eine Verschärfung der innerpolitischen Kämpfe, die heiligen Rechte der Pressefreiheit zu fechten, ihre wahre eine Steigerung der wirtschaftlichen Krise, ein stetes Hinab- Gesinnung. Die Kreuzzeitung" fällt mit wüstesten Beschimpgleiten Italiens zu neuen fatastrophalen Ereignissen sein muß. fungen über die Berliner Pressekonferenz her, Diefen drehenden Gefahren fönnte nur durch ein ent- weil dieje gewagt hat, für die journalistischen Berufsinteressen fchloffenes zielbewußtes Auftreten der Arbeiterklasse im Falle Fechenbach einzutreten. Sie scheut sich nicht, eine begegnet werden. Nur wenn die italienische Arbeiterschaft sich Körperschaft in der allgemeinen Achtung herabzusetzen, zu der Zeuge gemeldet. Es handelt sich um den Fall des Obstzüchterssohn endlich von den Moskauer Illusionen freimacht und ihre nicht wenige Pressevertreter ihrer eigenen Parteirichtung geinnere Berriffenheit überwindet, nur wenn sie sich auf den hören. So berichtet sie erfreut: Boden ber realen politischen und wirtschaftlichen Berhältnisse Geheimrat a as von der Reichsregierung, der fürzlich von Italiens stellt, um alle von den Fascisten terrorisierten Gesell Dr. Hommerich abgelöst wurde, sprach in der Berliner Preffe schaftsschichten zu einer großen Abwehrfront zusammen- tonferenz nur mit beiden händen in den Hosentaschen, zufchließen, wird sie es vermögen, die drohende Gefahr der obwohl man ihn darauf aufmerksam machte. fascistischen Oligarchie und Gewaltherrschaft von dem italienifchen Bolte abzuwenden. Volkspartei gegen Dr. Stadtler. Jetzt wird sich der Herr Reichswehrminister zu äußern haben, wie er die 2tsingung des Ehrhardt- Liedes durch seine Marines offiziere beurteilt. Neuer Verdacht gegen v. Kähne. Gegen den Wildschützen auf Behow hat sich jetzt ein neuer Rahse, der Lizeneier suchen ging und Monate später in der Nähe v. Kähne hatte bevon Phom erschossen aufgefunden wurde. hauptet, daß er an dem betreffenden Tage, wo Lahse verschwand, verreist gewesen sei. Dies ist bereits durch Zeugen widerlegt worden. Nun behauptet der Arbeiter Behlin, der bisher im Gefäng Herr Geheimrat Haas wird sich wohl zu dieser Anschul- nis Groß- Lichterfelde eine Strafe verbüßte, daß er an dem in Frage digung, die Pressevertretung absichtlich unmanierlich behandelt kommenden Tage ebenfalls auf dem Gelände des Herrn v. Kähne zu haben, selber äußern. Daß aber ein Organ der deutschen gewesen sei, ihn auf einem Pferde habe vorbeireiten geschen und Presse frohlockt und innere Genugtuung empfindet, späterhin sein Zusammenstoßen mit dem Lehrling von einem weil eine aus allen Richtungen zusammengesetzte Pressever- Bersted im Walde aus beobachtet habe. Nach seinen AusGin Fall Lensch" auf der Rechten. tretung von einem Regierungsvertreter angeblich sagen soll Karl v. Rähne vom Pferde gestiegen und den im Schilf Die Nationalliberale Korrespondenz", offizielles Organ en canaille behandelt wird, das erscheint uns doch als ein Lizzencier suchenden Lehrling wagen feines Diebstahis zur Rede der Deutschen Volkspartei, befaßt sich mit Herrn Dr. Stadt nicht zu überbietender Gipfelpunkt journalistischer Selbst gestellt haben. Als der Junge sich wehren wollte, habe ihn Kähne niedergeschossen. Ter, dem vielfarbig schillernden Herausgeber des„ Gewissen". beschmutzung. Dr. Stabiler hat sich in einer Anzahl von Artikeln als organi- schrieben, daß sie sich des Urteils im Fechenbach- Prozeß ent3wölf Stunden vorher hatte die Kreuzzeitung" gefiertes Mitglied der Deutschen Volkspartei bezeichnet, um halten müsse, sie hatte also ausdrücklich eine Stellungnahme Der deutschnationale Parteitag. alsdann die Politik der Volkspartei in gehässigſter Weise anfür das Urteil abgelehnt. Bur gleichen Zeit rühmte die anhalten Der deutschnationale Parteitag wurde heute früh in der mit zugreifen. Hierzu teilt die„ Natl. Korr." mit: " Deutsche Zeitung"" bie tiefgründige Bildung, den sittlichen schwarzweißroten Fahnen geschmüdten Görliger Stadthalle eröffnet. Ernst und das unbestechliche Urteil" der deutschen Journalisten. 1100 Delegierte und 1000 Gäste find anwesend. Hergt und und am Morgen darauf setzt die„ Kreuzzeitung" diese gleichen v. Braun hielten Begrüßungsreten, die nach den bisher vorliegenJournalisten aufs tiefste in der öffentlichen Achtung herab weil sie der Ansicht der„ Kreuzzeitung“ vom Tage zuvor gewesen sind. Der Barteivorstand hat in seiner letzten Sigung dazu Stellung genommen und festgestellt, daß Herr Stadtler wohl vor längerer Zeit erflärt hat, Mitglied der Partei werden zu wollen, daß er es bisher aber unterlassen hat, sich einer Organisation der Partei anzuschließen. Demgemäß ist Herr Stadtler nicht mit glied der Partei. Der Parteivorstand erklärt aber, daß, wenn Herr Stadtler Mitglieb einer Organisation geworden wäre, er dieser Organisation anempfohlen hätte, den Ausschluß des Herrn Stadtler zu bewirken, mit Rücksicht auf die von ihm vertretenen Auffassungen und die Art und Weise, wie er diese Auffassungen besonders auch in der Presse anderer Parteien zum Ausbruck gebracht hat. " " Das Ehrhardt- Lied auf Mürwik. Herr den Nachrichten meist nur bekannte Redensarten enthielten. Abkommen mit Lubersac, das nicht geeignet sei, eine Besserung zu bringen und kritisierte dann die Entlohnungspolitit, die auf ein völlig falsches Gleis geraten sei. v. Braun wandte sich aber u. a. auch gegen das Stinnes. Die Löhne der Reichsarbeiter. Die am 25. und 26. Oftober geführten Berhandlungen zwischen Regierung und Gewerkschaften über die Bezüge der im Dienst des Reiches stehenden Lohnempfänger haben zu einem vorläufigen Abbru geführt. Die zuletzt von der Regierung gemachten Borschläge enthielten einen Pauschalbetrag von 1026 m. für die 24 Jahre alten Arbeiter für den Monat Ottober, wozu ein Frauenzuschlag von 800 m. und ein Kinderzuschlag von 300 M. tommt. Angesichts der maßlos gestiegenen Leuerung konnten die Gewerkschaften diesem Borschlag nicht zustimmen. Sie haben als letztes Mittel den Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Bermittlung angerufen. Bleibt auch dieser Schritt ohne Erfolg, fann der Deutsche Eisenbahnerverband feine Garantie dafür übernehmen, daß der Betrieb der Reichsbahn in der bisherigen folg, kann der Deutsche Eisenbahnerverband feine Garantie defür übernehmen, daß der Betrieb der Reichsbahn in der bisherigen Ordnung aufrechterhalten wird. Ein intereffanter Prozeß fand am Dienstag vor dem Schöffengericht in Flensburg statt. Angeflagt war Genosse Stadtverordneter Michelson, sowie eine Reihe anderer Personen wegen Beleidigung der Offiziere von der Marineschule Mir wit. Die Angeklagten ir hätten hierzu nichts zu bemerten, wenn nicht un- hatten behauptet, daß die Ermordung Rathenaus in Mürwit durch längst in einem ganz ähnlichen Falle die volksparteiliche ein Geftgelage gefeiert worden und dabei Reden zur Berherrlichung Breffe eine entgegengefekte Haltung eingenommen bes Mordes gehalten werden seien. hätte. Als nämlich ein gewisser Dr. Paul Lensch unter Die Berveisaufnahme ergab, daß am Abend des 24. Juni tates Berufung auf seine Zugehörigkeit zur Sozialdemokratischen sächlich in Mürwit ein Gelage gefeiert worden ist, aber es soll eine Partei in der volksparteilichen Preffe über die Politik der Geburtstagsfeier" gewesen fen. Die beteiligten Marinefähnriche Sozialdemokratie herfiel und beswegen von der Sozialdemo- erklärten, sie hätten von der Ermordung Rathenaus nichts gewußt. fratie ausgeschlossen wurde, konnte sich die volksparteiliche Eine sehr merfwürdige Relle spielten dret Messewärter als Breffe nicht genug über Gesinnungszwang" und" Partei Beugen. Sie hatten in der Boruntersuchung für die Offiziere fchwer terror" entrüsten. Dabei liegt der Fall Lensch noch viel belastende Aussagen gemacht. In der Haupiverhandlung hielten schlimmer als der Fall Stadtler. Denn heute bescheinigt sogar fie plötzlich mit ihren Aussagen zurück und hatten die Erinnerung das bürgerliche B. T." dem Dr. Paul Lensch, daß sich seine an das meiste verloren. Sie wußten nur noch, daß der Kapitän Mauferung nach rechts im Geschwindtempo" vollzieht, und leutnant Krause eine Rede über Rathenau gehalten hatte, an den daß die Art, wie der langjährige radikale Leiter der„ Leipziger Inhalt der Rede fornten sie sich absolut nicht mehr erinnern, obwohl Bolkszeitung" in der Kritik seiner bisherigen Partei selbst alle er ihnen in der Boruntersuchung noch gegenwärtig gewesen war. üblichen Höflichkeitsformen außer acht läßt, sogar ben Sehr interessant war es, daß einige Offiziere als Zeugen zugeben Außenstehenden verblüffen muß". mußten, daß mehrfach in der Offiziersmesse das berüchtigte„ Ehrhardt- Cied" gesungen worden ist. Dies beginnt bekanntlich mit den Worten: Hafenkreuz und Stahlhelm" und verherrlicht den Meuterer und Hochverräter Ehrhardt.( Ehrhardis Geist im Herzen- fann nicht untergehen".) Ein Zeuge befundete, daß Kapitänleutnant Schutz der Republit verboten. Der Kutscher fühlte sich unpäßlich. Er schickte den Gohn..., man| unseren Meistern vertretene Lehre bestätigt, daß naturwissenschaftmöchte seine Influenza entschuldigen. liche Methoden und Ergebnisse nicht ohne weiteres auf soziale Erfcheinungen übertragen werden können. " Der Parteitag der bulgarischen Sozialisten hat eine Entschließung angenommen, die sich für den Anschluß an die Zweite Internationale ausspricht. Tauschhandel. Inbistrefionen von Egon 5. Straßburger. Das sind die Zeitläufte. In der Tauschrubrit einer Zeitschrift für Frauen standen vor 1915 oft furioje Dinge. Lebendiges wurde mit Unlebendigem ge taufet: Kanarienvögel gegen zusammenklappbare Betten, Schäferhunde gegen Klaviere, Bapageien gegen Eisschränke, Angorafagen gegen Nachhilfestunden im Lateinischen, Griechischen und Hebräischen. Damals löften diese Grotesfen viel Freude aus, und als man gar einmal zu lesen bekam, daß der junge Löwe eines Wanderzirkus gegen eine Nähmaschine nebft 500 Bigarren zu haben sei, freute sich die Mitweit, denn die werten Zeitgenossen erstaunten stets, wenn man sich des baren Geldes nicht bedienen mochte und zu solchen Dingen griff, um feine Wünsche zu beruhigen. Die Zeiten ändern sich! Auch Berlin machte eine gelinde Um wandlung durch; die Wizigen meinen: Berlin steht Kopf! Berlin tauschhandelt nun genau wie die Küstenneger, die Elfenbein gegen Franzbranntwein geben und ihn mit Begeisterung trinken. Mein Onkel faufte z. B. beim Staufmann 4 Pfund Lee und der Raufmann erhielt ein Paar Stiefel dafür; die Tante gab vier Bochen einem Amerifaner- Mittagstisch, der Amerikaner zahlte nicht, wie ortsüblich, in Dollarnoten, sondern er gab der Tante dafür eine Freifarte in die Schweiz. Da der Onkel diese Handlungsweise als Geschent ansah welcher Onfel fäßt die Tante nicht gern ziehen? fo revanchierte er sich und nahm ben Amerikaner zweimal am Abend mit und ließ ihn allerdings für dies Geschenk bezahlen. Morgen wieder Kartoffelschalen gegen 10-15 Holzfpäne!! Der Tag fällt aus! Meine... Nun stürzen sich hundert Frauen auf die Kartoffelschalen.. Zuriel!... Meine!.. Frechtheit!... " Das sind meine! Unerhört!... Meine!...!" Scharfe Worte, heftige Reden, Hand, Fauft, Kartoffelmesser... Furor teutonicus!. Und siehe da: durch mein offenes Fenster fauft die erste Kanonen fugeles ist eine halbe, defefte Kartoffel. Einen Holzspan hätte es dafür gegeben sie zerflug einen Delfter Teller. Nur eine Art Tausch!... In solcher Zeit muß man dem Herrgott für alles dankbar sein... Institut Die ver Berbot einer fommunistischen Elsenbahnerversammlung. Die Rote Fahne" bringt heute einen Aufruf an die Eisenbahner, der unterzeichnet ist: ,, Die oppofitionellen Eisenbahner", und der zu diner Versammlung nach der Andreasstraße einlädt. In dem Aufruf heißt es:" Der Hundsfott. General Groener will euch verhungen lassen." Da diese Ankündigung eine schwere Beschimpfung eines Regierungsmitgliedes enthält und die Erwartung rechtfertigt, daß die Bersammlung ähnlichen Beschimpfungen dienen wird, hat das Bolizeipräsidium diese Versammlung auf Grund des Gefezes zum Käle Dorsch als füßes Wiener Mädel und Berliner Range. Man spielt die Liebelei" Schnitzlers und Otto Erich Hartlebens uifiges, Lore"-Dramulett im Künstler- Theater, damit Käte Dorsch zu Rollen fomumt. Die Bartheit, die Molligkeit, die merfwürdige Gebrochenheit ihrer Stimme, wenn sie tragisch umsinkt, die Lieblichkeit ihres Blides, wenn fie fich anfchmiegt, das große die das sind Tugenden, die von ihrer Künstlerschaft bewältigt werden. Schmerzensewigkeit abfuchende Auge, wenn fie dem Tod begegnet, aber man mutet ihr zu, die Natur in Dressur zu verwandeln. Sie foll an einem Abend ihren ganzen Shazlaften ausfromen. Sie foll nach den tragischen Fähigkeiten auch noch ihre Operettenluftig beiten zeigen und nach dem betrübtesten Mädchen das teffeste fein. Derartige Ausnutzung schadet natürlich. Die Künstlerin übertreibt, Sie wird sentimental, wo sie nur weicherzig sein müßte, fie wird Dabei ist etwas Herbstreif auf das Schniglersche Stüd gefallen. Boffe, wo eine fröhliche Heiterteit überschnappen müßte. Man sieht heute, daß die schlimmen Ereignisse, die den Liebhaber im Duell fallen lassen und dem füßen Mädel bas letzte Bipfelchen der Hoffnung entreißen, allzu scharf, allzu schnell nach der Zeitungschronit zusammengestellt worden sind. Die Dichtung litt etwas dabei. Hartlebens Ult veraltete meniger, weil der Spott eigentlich mitten in die Staterstimmung hineintritt, unter der wir heute grau werden. M. H. Oskar Hertwig, Direktor des anatomisch biologischen Instituts an der Berliner Universität, ist im 74. Lebensjahre gestorben. Hertwig, zusammen mit seinem Bruder Richard, Schüler und Fors schungsgenosse Haedels, hat in der Weiterausgestaltung der Entwid lungsgeschichte und Vererbungslehre Hervorragendes geleistet. Nach dem er Haeckel auf zwei Reifen begleitet und in Jena und Königs berg fich als akademischer Lehrer bewährt hatte, übernahm er 1888 die Profeffur für Entwicklungsgeschichte in Berlin, wo er ein neues einrichtete. das anatomisch- biologische gleichende Anatomie und Entwidiungsgeschichte sowie die Zellen lehre bildeten die Hauptstudiengebiete des Gelehrten. Zu seinen Berdiensten gehört, daß er das Experiment in die Biologie als Er Ein Institut für Eiszeifforschung in Wien. In Europa gab es gänzung der reinen Beobachtung eingeführt hat. Bahnbrechend wurden Hertwigs Forschungen über die Physiologie der Beugung, bisher für die früheste Urgeschichte des Menschen, seine Entwicklung die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts rückständig geblieben war. im Eiszeitalter und die gleichzeitigen erdgeschichtlichen Vorgänge, mit 1875 gelang ihm die Entdeckung der im Ei bei der Befruchtung Ausnahme des vom Fürsten von Monato gegründeten ,, Institut sich abspielenden Vorgänge, die ihn weiterhin zur Begründung der de Paleontologie", Paris. fein wissenschaftliches Zentrum. Auch der fleine Better ging zum Lauschverkehr über. Da die biologischen Theorie der Befruchtung veranlaßte. Damit trat Hert folches ist nun auch in Mitteleuropa geschaffen durch das unlängst Bortotasje fich nicht mehr als fruchtbringend erwies, nahm er ein mis Dem Broblem der Bererbung und aller mit ihm zufammen gegründete Inftitut für Eiszeitforschung am Naturhistorischen Staats Kleines Delgemälde von der Wand und gab es dem Schneider. Der hängenden Fragen näher. Neben seinen Spezialuntersuchungen hat museum in Wien. Des Institut, das unter der Leitung des Direk Schneider verkaufte feinen Rubens und fertigte meinem Better Hertwig seine Wissensgebiete auch im Busammenhang dargestellt. 1886 tors der antropologisch- ethnographischen Sammlung, Dr. J. Bayer, einen tabellofen Ulfter an. Daß die Entdeckung dieses Tauschhandels erschien sein Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte des Merschen und steht, will sein Ziel mit Hilfe eines wissenschaftlichen Fachbeirats verUnannehmlichtetten brachte, braucht nicht weiter ausgeführt zu der Wirbeltiere", das viele Auflagen erlebt hat. Die allgemeine folgen, dem die bedeutendsten Spezialforscher Desterreichs auf diesem Gebiete angehören. werden. Privatfachen gehören nicht hierher! Biologie hat er 1892 zufammenfassend dargestellt. Ein Blüthner Orchester. Das Sonntagskonzert am 29. Off., abends Colift ist Nicharb Klemm( Cello). Die Junge Bühne, die in der vorigen Spielzeit mit Bronnens Tatermord" cröffnet wurde, wird als nächste Beranstaltung das Drama Olympia" von rnft weis zur Aufführung bringen. Ich selbst tausche: aus einer schönen Briefmarkensammlung Darwinismus befannt geworden, zu dessen Lehren ihm seine In weiteren Kreisen ist Hertwig durch sein Verhältnis zum Unterwäsche- Garnituren, wurden 20 Liköre, aus 40 Liföra zwei Unterwäsche Garnituren, ein Forschungen mehr und mehr in widerspruch gefeht haben. Um bas 8 Ubr, firbet im Plübner- Seal unter Leitung von Camillo Hildebrand statt. Duhend Kragen, drei Pfund Zucker, fünf Bfund Kaffee us allgemeine wissenschaftliche Denken im Sinne feiner Anschauungen vier Pfund Kaffee nebst einem Pfund Suder sprang ein chirurgischer, au beeinflussen, veröffentlichte Hertwig 1916 das wichtige nicht mehr ganz neuer Raften heraus, und damit honorierte ich den Buch„ Das Werden der Organismen, zur Widerlegung von Hausarzt, der mir aus Dentbarteit freie Ronfultation bis zu meinem Darwins Bufallstheorie durch das Gefeh in der Entwicklung". Tode versprach. Fragt sich nur, wer zuerst ins jenseitige Land über- Hertwig bleibt natürlich entschiedener Anhänger der Entwicklungslehre, während er andere in ihrer Bedeutung einseitig übertriebene ficbelt! Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich wildes Straßen- Hypothesen des Darwinismus, wie die ausfchlaggebende Bedeutung geschrei vor meinem Parterre- Fenster. Vor dem Fenster werden des Kampfes ums Dasein für die Auslese oder der zufälligen Variationen befämpft. In der Weiterführung dieser Debatten hat Herttäglich Kartoffelschalen abgeladen. Hundert Frauen bringen sie in wig denn auch sich gegen den ethischen, sozialen und politischen DarKörben und Mülleimern. Sonst war schon der Wagen zur Stelle, minismus gewandt und, obwohl von ganz anderen Gesichtspunkten der für die Schweinetröge die Schalen abholt. Er fam heute nicht. I ausgehend, die reaktionär ausgebeutet werden fönnen, jene von In das Programm des Karuffels find mehrere neue Stüde aufgenommen werden, it. a. Zigeunermore und Vollstänze. In der zweiten Borstellung um 11 Uhr nachts ist der Eintritt frei. Die Plakatausstellung von Lucian Bernhard im Lichtbol des alten Kunstgewerbemuseums ift bis zum Sonntag, den 5. Moventber, verlängert worden. Kaiser Friedrich Museum. Die Borderasiatife 5. teilung, die wegen umfangreicher Umstellungen einige Bochen für den allgemeinen Besuch geschlossen war, ist jest wieder geöffnet. " 1 holländischer Gulden Devisenkurse. 1 argentinischer Papier- Peso 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 27. Oftober Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 1620,93 1629.07 1496.25 1503.75 264.33 265.67 778.06 776.94 862 83 867.17 1137.15 1142.55 96.25 96.75 1945.12 1954.88 26. Oftober Käufer Berläufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 1785.65 1744.85 1591.- 1599.280.29 795 50 890.26 fonen, die an der Boltsspeisung teilnehmen wollen, werden ersucht, jich am Sonnabend, den 28. d. M., vormittags von 8-10 Uhr, in den Räumen der Volksküche Canner Straße( Eingang Böhmische Straße 1-7 Eingang 2) zur Voranmeldung einfinden. Generalversammlung der Konsumgenossenschaft. Eine Niederlage der Kommunisten. Gewerkschaftsbewegung Kommunistische Lohnkampf- Taktik. Erst Streit, dann Cohnforderungen. Am Montag verbandelten die Betriebsräte der Stettine Hafenarbeiter mit den Seebern wegen eines Zuschlages für die Löscharbeiten des Dampfers„ Hellmut", dessen Löschverhältnisse Die Mitglieder der Konsumgenossenschaft von Berlin 281.71 und Umgegend nahmen am Donnerstag im großen Saale der Neuen 799.50 Welt" den Geschäftsbericht für die Zeit vom 1. Juli 1921 besonders ungünstig find. Eine Einigung fam bei dieser Verhandlung nicht zustande. Darauf zogen sich die Betriebsräte zu einer 894.71 bis 30. Juni 1922 entgegen. Genosse Mirus gab einen furzen Sitzung zurück und beschloffen, infolge der Teuerung auf die am 1189.50 1195.50 Ueberblick über das verflossene Geschäftsjahr. Die Zeit ist bewegt, 16. Dftober durch Tarifvertrag festgelegten Löhne 100 Proz. Auf106.27 fo führte er u. a. aus, und schwere wirtschaftliche Erichlag mit fofortiger Wirkung zu fordern. Anstatt aber diese For 2119.68 2130.32 fütterungen find zu verzeichnen. Am Anfang des ver170.57 171.43 flossenen Geschäftsjahres stand der Dollar auf 82 Mart, am Ende derung durch die zuständige Gewerkschaft, den Transportarbeiter 18553.50 18646 50 19750.50 19849.50 des Geschäftsjahres bereits auf 372 M., und heute auf 4400 Mart. Montag die Arbeit stoppen. Nachmittags 4 lbr ließ sich eine Ver verband, den Reedern zu übermitteln, ließen die Betriebsräte am 4448.85 4471.15 Unsere Organisation verarbeitet und verkauft größtenteils Produkte 4139.62 4160 38 274.31 275.69 1 japanischer Jen 1 italienische Lire 157 60 158 40 1 Bfund Sterling 1 Dollar 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frank.. 1 spanischer Peseta 100 österr. Stronen( abgest.). 5.23 1 tschechische Krone 127.68 438.90 441.10 713.21 716.79 608.47 611.53 527 128,32 1 ungarische Krone 27.93 28.07 1 bulgarischer Rewa Berlin im Nebel. 105.73 306.23 488.77 805.48 675.80 5.78 139.89 1.75 29.67 Der Stettiner Volksbote" bemerkt hierzu: 307.77 bes Inlandes, aber auch aus dem Auslande müssen wir fammlung der Hafenarbeiter von den kommunistischen Drahtziehern 491.23 einen Teil der Ware beziehen, und hier sind Dollar, Schil. dazu überreden, die Arbeit niederzulegen. Erit am Dienstag vor 809.52 ling und der holländische Gulden das Bahlungsmittel. mittag wurde die Gewerkschaft beauftragt, die gestellte Lohn679.20 Die Preise am 3nlandsmartt richten sich ebenfalls nach dem forderung bei den Reedern einzureichen. Da diese Tattil allen ge5.82 jeweiligen Stande des Dollars. Die deutsche Landwirt werkschaftlichen Grundiäßen Hohn spricht, lehnte die Verwaltung 140 61 haft sowohl wie die Industrie rechnen fast ausschließlich mit die Verantwortung für diesen sinnlos vom Baun ge 1.77 dem Dollar. Danach führte der Redner einzelne Zahlen aus dem brochenen Streit ab. Die Reeder lehnten Verhandlungen 29.83 Geschäftsbericht an, die wir bereits in der Nr. 502 des„ Borwärts" ohne die Gewertschaft ab, eillärten sich aber bereit, Bugeständnisse mitgeteilt haben. Der wichtigste Produktionsbetrieb, die Brot zu machen, wenn die Arbeit zunächst wieder aufgenommen und die bäderei, hat einen flotten Aufstieg zu verzeichnen. Da Berhandlungen ordnungsgemäß, wie üblich, durch die Verhandlungszu hot die Umstellung der Bäckerei auf Schrippen, und Bröt fommission eingeleitet werden. chenfabritation erheblich beigetragen. Wenn die Ronditorei in ihrem Umfah sich verschlechtert hat, so ist das Es ist nur zu bedauern, daß sich die in gewerkschaft mit ein Zeichen der wirtschaftlich bedrängten Lage lichen Dingen fo erfahrenen Hafenarbeiter von einigen kommunistischen unserer Mitglieder. Die Pfefferkuchenfabrit hat ebenfalls flott zu Drahtziebern an der Nase berumführen laffen. Der ganze Streit tun. Die Sachwerte der Konsumgenossenschaft, wie Maschinen, rummel ist nichts anderes als ein von Moslau dirigiertes Monöver, Kaufhäuser usw., bilden für sie ein gutes Rüdgrat. Die 3uder das nunmehr nach dem fläglichen Fiasto des beitagten Betriebsversorgung erfährt voraussichtlich ab 1. Dezember eine zwangs- rätefongresses" überall in zene gefeßt werden soll. Auch in anderen wirtschaftliche Regelung. Die Mitglieder sind mit 65 000 3ent- Industrien werden die Eöldlinge Mostaus das gleiche Wianöver ner Kartoffeln beliefert worden und nur noch ein Rest von veriudhen. Sie wollen eben Krawall um jeden Preis, ebenso ca. 20 000 Zentner steht aus. Nachdem Lange gegen eine neue wie ihre Verwandten, die Deutschnationalen. Arbeiter, feid auf der " ms afteuer protestiert hatte, begann die Diskussion. But!" Sämtliche Redner billigten die Geschäftsführung. Nach einem Schlußwort Mirus schritt man zu den Wahlen. Dem Vorstande wurde Entlastung erteilt, die Bilanz genehmigt, ebenfalls stimmte man der Rüdvergütung von 2 Proz. zu. Dunkelrot leuchtet die Sonne durch das neblige Grau, das sich heute morgen wie ein dichter Schleier über die Straßen und Pläge fenfte. Ihre blendenden Strahlen saugt dieses gefräßige Grau auf und auch der Lärm der steinernen Wüfte helft gedämpft zwischen den hohen Häuserreihen. Der Berkehr geht langsamer als sonst: überall Stodungen, überall Gefahren. Der Nebel herrscht, es ist Herbst. Ueber die Ursache des bei uns ziemlich seltenen Nebels äußert sich Der Wetterkundige folgendermaßen: Wir befinden uns augenblicklich in einem Gebiet ziemlich gleichmäßig verteilten Luftdruces, während nördlich, südlich und südwestlich von uns Tiefdruckgebiete liegen. Es herrschen daher auch nur ganz schwache Winde, oft sogar Windflille. Der Erdboden ist ziemlich feucht und die untersten Luft fchichten fönnen sich nicht vom Boden entfernen. Langsam strömt im Laufe des Tages wärmere Luft aus den höheren Schichten in die niederen und Wasserdämpfe schlagen sich am Erdboden nieder. Diese Wasserdämpfe werden von ungezählten Wasserteilchen gebildet, die nicht größer als höchstens 10 Millimeter im Durchmesser angenommen werden. Ungeheure Heerscharen von winzigen Waffer tröpfchen haben uns an solchen Rebeltagen überfallen und es bedarf, besonders dann, wenn man nicht mehr die Hand vor den Augen fehen fann, des ganzen Scharfsinns und der größten Aufmerksam feit der im Verkehrswesen tätigen Menschen, um Katastrophen zu verhindern. „ Spezialarzt für Nerven- und Seelenleiden." Schwindelelen eines Zwanzigjährigen. Mit einer erstaunlichen Dreiftigkeit verstand es ein gerade von der Obersekunda abgegangener, erst 20jähriger junger Mann, Betrügereien im größten Stile in Szene zu fehen und dabei eine große Zahl Leichtgläubiger zu finden. Der Edwindler nannte sich Dottor med. et phil. und Assistenz arzt des Sanatoriums Stuhwald. Er wurde schnell be kannt, da er in den befferen Lokalen des Westens Stamingaft war und dort seine Bisitenkarte überall abgab. Ueberall erzählte er, daß er Spezialarzt für Nerven und Seelenteiden sei. Da er sehr liebenswürdig und jederzeit bereit war, einen ärzt. lichen Rat zur Verfügung zu stellen, hatte er bald eine große Braris. Als befondere Spezialität betrieb er bezeichnenderweise die Be handlung von Schwindelanfällen. Die Patienten fchhütteten dem Nervenarzt ihr Herz aus, und Leuten, denen es nicht besonders gut ging, versprach er eine gute Anstellung in feinem Sanatorium. Benn er dann das Bertrauen der Leute erschlichen hatte, tam er damit heraus, daß er in seinem Nebenberuf auch noch in einem großen Filmkonzern tätig sei und daß er ihnen dank feiner guten Beziehungen vorteilhaft zum Ankauf von Attien verhelfen fönne. Die Leute erhielten die Aftien niemals in die Hand, denn der Schwindler stellte ihnen über die eingezahlten Beträge Empfangsbestätigungen aus. So schädigte er vorwiegend Leute aus den Mittelklassen. Niemand fam auf die Idee, sich über den jungen Mann näher zu erfundigen. Erst als er verschwunden war, wurden den Leichtgläubigen, die nur von dem Wunsche besecit waren, auf leichte Art Geld zu verdienen, die Augen geöffnet. Auf ihre Anzeige gelang es, den falschen Arzt in dem 20jährigen ftellungslofen früheren Hilfsarbeiter Bernhard W. fest. zustellen, der sich nun gestern vor der 8. Straftammer des Landgerichts I zu verantworten hatte. Der Berteidiger bezeichnete den Angeflegten als ein Opfer der heutigen Zeit. Das Gericht billigte thm im weitesten Maße mildernde Umstände zu, so daß er trok der Schwere seiner Bergehen mit 10 Monaten Gefäng nis und 500 m. Geldstrafe davonfam, wobei noch 2 Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet wurden. Die Ausgabestellen für die Bolksspeisung. Die Zubereitung der Speisen erfolgt für Alt- Berlin in der städtischen 3entraltüche in der Treschowstraße. Von hier aus werden die Speisen in wärmehaltigen Gefäßen nach den Ausgabestellen transportiert. Die Ausgabe erfolgt an Wochentagen non 11% bis 1% Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11½ bis 1 Uhr. Die Speisen fönnen in den Ausgabestellen, die entsprechend eingerichtet sind, verzehrt werden, fönnen aber auch in mitgebrachten Gefäßen abgeholt werden. Außer in Alt- Berlin bestehen noch Boltsfüchen in Charlottenburg mit Ausgabestellen: Berner- SiemensStraße 14/18 und Kantstr. 140; Lichtenberg mit Ausgabestelle: Möllendorfstr. 5'6; Spandau mit Ausgabestelle: Friedrichstraße Ede Moltkestraße. In Schöneberg und Banton bestehen gleichfalls noch Boltsspeisungseinrichtungen, doch befinden sich diese in Händen pripater Küchenvereine, die mit städtischen Mitteln unterstützt werden. Die Berliner Ausgabestellen befinden sich: Im Norden: Tresdow Straße 11( frühere Markthalle); Schwebter Str. 232( Turnhalle der 89./96. Gemeindeschule); Graunftr. 11( Turnhalle der 190./198. Ge meindeschule); Müllerstr. 158/59( Turnhalle der 183./196. Gemeindefchule). Im Nordosten: Höchste Str. 34/35( Turnhalle der 134. Gemeindeschule): Landsberger Allee 59( auf dem städtischen Schlacht. hofe). Im Osten: Lange Str. 76( Turnhalle der 34. Gemeindeschule); Memeler Str. 24/25( Turnhalle der 256./287. Gemeinde fchule). Im Südosten: Schmidstr. 38( Turnhalle der 62. Ge meindeschule); Waldemarfir. 77( Turnhalle der 20. Gemeindeschule). Im Südwesten: Beuthstr. 16, 1 Treppe( städtisches Grundstüd); Alte Jakobstr. 127( Turnhalle der 4./5. Gemeindeschule); Mittenwalder Str. 34/36( Turnhalle des Friedrich- Realgymnasiums). Im eften: Steinmetstr. 79( Turnholle der 99. Gemeindeschule). Im Nordwesten: Bremer Str. 13/17( Turnhalle der 172./185. Gemeindeschule); Alt- Morbit 23( Turnhalle der 31. Gemeindeschule). Im Zentrum: Dirdsenstraße, Stadtbahnbogen 100. Am 1. November d. 3. foll in den Räumen der früheren Bolfsküche zu Neukölln, Canner Str.46 Ede Böhmische Straße, die Boltsspeilung wieder eröffnet werden. Der Betrieb findet in der Weise statt, daß nur die Ausgabe des Eisens erfolgt. Gelegenheit zur Einnahme des Effens tann wegen Raummangels nicht geboten werden. Ebgeschirr ist daher mit. zubringen. Der Preis für eine ganze Bortion beträgt 28 M.. für eine halbe 14 M. Minderbemittelte zahlen 14 m, bzw. 7 M. Per. Die Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Von insgesamt 2022 abgegebenen Etimmen erhielt die Genossenschaftslifte 1173, während die kommunistische Liste mit 836 Stimmen in der Minderbeit blieb; 16 Stimmen waren ungültig. Zu dem Millionenraub im Postamt Hegermühle wird noch mit geteilt, daß es bisher noch nicht gelungen ist, die Spur der Verbrecher weiter zu verfolgen. Das Raubdezernat der Berliner Kris minalpolizei ist mit riefen Beamten ständig unterwegs, um auf die Täter zu fahnden. Außer den großen Barmitteln, den Wertbriefen und Bostwertzeichen haben die Berbrecher auch eine gelbe Aftentasche mitgenommen, die einer Beamtin gehörte. Sie enthielt außer anderen Sachen eine Gelbbörse mit 4000 m. Mit teilungen, die zur Ermittlung der Bande führen können, nimmt unter Hinweis auf die hohe Belohnung Kriminalkommiffar Werneburg im Zimmer 80 des Berliner Polizeipräsidiums entgegen. Die Buchdrucker und die Arbeitslosigkeit. Wie ist der Arbeitslosigkeit im Buchdrudgewerbe zu steuern und wie tann die Not der Arbeitslosen gemildert werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Sonntag und Montag elf Bezirksversammlungen der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Eingehend wurde das Problem der Arbeitslosigkeit vom wirtschaftlichen und politischen Standpunkt aus erörtert. Solange die Gesetzgebung, solange Staat und Gemeinden teine durchgreifenden Maßnahmen zur Linderung der Not der Ar beitslosen bringen, erfordert die Solidarität der Arbeiten. den, den Arbeitslosen über die schwerdrückende Notlage hinweg zuhelfen. Ein Antrag der Arbeitslosen forderte als wöchentliche Unterstützung immer den britten Teil des tariflichen Minimums der Lohnklasse C( nach vorherigem Abzug der Beiträge und Steuern). Das wären nach den jetzigen Lohnfägen 1390 m. die Woche. Um diese Unterstützungen zahlen zu können, müßte der Bei trag mindestens 190 m. betragen. Der Gauvorstand beantragte, die Arbeitslosenunterstützung aus der Gaufaffe von 35 auf 70 m. pro Tag zu erhöhen. Die Unterstüßung würde dann insgesamt 1015 m. die Woche betragen. Die Unterstügung an Invalide und Krante foll auf je 10 m. pro Tag aus der Gautasse erhöht werden. Der Beitrag foll dann 150 m. betragen( 90 m. Berbands- und 60 m. Gaubeitrag). Sechs Bezirksversammlungen entschieden sich für den entbedte ein Aufseher in dem großen Kunstfammlungsraum_im Diebstahl von Goethe- Reliquien in Weimar. Gestern nachmittag Antrag des Gauverstandes und fünf für den Antrag der Arbeitslosen. Gestern abend fand eine Versammlung der gesamten Goethe Nationalmuseum, daß eine der zahlreichen Funktionäre statt, die noch einmal eingehend zu der ganzen Bitrinen erbrochen und eine Reihe Gegenstände entwendet war. Es Frage Stellung nahm. Nach mehrstündiger Debatte entschied man fehlen Goethes Trauringe, eine goldene, mit Steinen eingelegte fich für den Antrag des Gauvorstandes. Die neuen Beitrags- und Schnupftabatdose, ein filberner, innen start vergoldeter Trinkbecher Unterstügungsfäße gelten ab 29. Oftober. Mitgeteilt wurde noch, lowie ein großer silberner als Petschaft zu benutzender Siegelring. daß Verhandlungen mit dem Magistrat und dem ADGB, stattge funden haben, um die geringen Bezüge durch die ErwerbslofenfürBen den Tätern fehlt jede Spur. forge zu erhöhen. Die Hauptverhandlung gegen Klante. Die ursprünglich auf den 8. Januar 1923 festgefekte Hauptverhandlung gegen Klante wird be. reits am 15. Dezember dieses Jahres beginnen. 3 Wetter für morgen. wiederholten Niederschlägen, mäßige vorherrichende nordwestliche Winde, Berlin und Umgegend. Veränderlich, überwiegend bewölkt mit etwas wärmerer Nacht und wenig veränderten Tagestemperaturen. Der Groß- Berliner Parteinachrichten der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. Begrüßungsabend der Arbeiterjugend Röntgental Zepernick findet nicht am Sonntag, den 29. Oftober, sondern am Sonnabend, den 28. Ottober, abends um 7 Uhr im Waldhaus( Jnh. Marr). Bärwolfite 12, ftatt. Untoftenbeitrag 5 m Heute, Freitag, den 27. Offober: 9. Krets, Wilmersdorf. 8 Uhr: Beginn der Vortragsreihe: Die Argumente gegen ben Cozialismus und ihre Widerlegung in der Oberrealschule am Seepart, Erdgeschoß Tie Holzindustriellen lehnen ab. Zum Abschluß eines neuen Lohnabtommens wurden den Bereinigten Verbänden der Berliner Holzindustrie am 21. Oftober neue Lohnforderungen in der Höhe von 50 Proz. eingereicht. Da für die legte Lohnperiode die Arbeitgeber nur einen geringen Zuschlag gewährt, und ihren Willen, das Abkommen für den ganzen Monat abzuschließen, durchgesetzt hatten, war es notwendig, auf Grund der schnellen Steigerung aller Gegenstände des täglichen Bedarfs, ein rückwirkendes Lohnabkommen abzuschließen, bzw. entsprechende Forderungen zu stellen. Somit beschloß die erweiterte Verwaltung des Holzarbeiterverbandes, das neue Lohnabkommen für die Zeit vom 22. Oktober bis einschließlich 18. November abzuschließen. Am 26. Oftober fanden nunmehr zwischen den beiderseitigen Parteien die Berhandlungen statt, bei 14. Arels, Reukölln. Die Kinderschus ommission nimmt an der Gigung der Eltern- denten die Arbeitgeber von vornherein ihr wahres Gesicht inbeiräte und proletarischen Kinderfreunde abends 6 Uhr im Kaiser- Friedrich- sofern zeigten, daß sie glaubten, zum Ausdruck bringen zu müssen, Realgymnafium teil. Erscheinen ist bringende Pflicht Marienberf. 7% Uhr in der Edulaula Königstraße, gemeinsame Funktionär. tonferenz. Gewinn- Auszug ber 20. Preuß.- Südd.( 246. Preuß.) Klassen- Lotterie 15. Biehungstag 26. Oftober 1923 8. Klaffe auj jede gezogene Jummer jino groei gieich hohe wewinne gefallen, und zwar fe einer auf die Loje gleicher Nummer in den beiden Abteiluncen I und II Ohne Gewähr. Nachbrud verboten. In der 1. 8ichung wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 2 zu 75000 M 237723 2 zu 15.00 M 233333 6 zu 0000 M 28148 149642 208138 16 zu 5000 M 81884 9 368 93188 117843 230467 245030 279484 289922 130 zu 30 0 M 44 5 5069 7843 11311 2 134 22628 27120 27282 28731 44469 45757 45085 55283 63856 663 3 84105 85828 107984 1 8213 14795 $ 28929 137341 141135 149215 15.7 156 68 166638 187424 175402 18: 489 18979 199854 200486 20 859 2 9559 210.98 2.5248 16369 225766 2: 6851 231307 244193 244230 264459 255576 256.17 262384 278303 20375 282972 290891 3054 4 307319 321024 322066 335753 037295 342266 344: 04 34.359 34869 354221 356 55 360 33 373283 Ju bet 2. Bichung wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 2 zu 30000 M 19.80 2 zu 5.00 M 27.828 4 zu 10000 M 266: 09 289775 12 za 000 M60568 114292 151144 266063 346 90 368289 120 za 3 00 M 3474 8165 14 81 30107 4553 4.405 65401 8505 74063 75279 78458 80 67 95280 99728 111668 1.743 119552 1 2.7 139207 1424 6 145264 1475.7 147571 5: 803 154481 155278 101194 72290 181225 184 48 10800 201046 20 068 2173 1 2: 2063 222323 227884 286307 257 49 277846 295671 314222 315887 321188 321689 3226.6 325418 333033 339411 242041 344043 847348 347350 358405 359419 359930 6: 359 368451 370444 370946 Jn ber 3. 8iehung wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 2 zu 150 0 M 48869 18 zu 5000 M 956-1 127435 211910 223496 281040 34495349041 358944 866163 116 z 000 M 2081 368 4132 6730 24045 27843 3 054 83013 34997 64354 61840 6484 74011 793 0 79940 31.08 94 9: 988 102579 104024 118: 28.22.37 125528 44242 148943 164679 7.209 175709 190143 199375 204687 211364 215351 217234 219417 2.4044 225123 231162 23.598 243305 264.76 263859.66.02 26: 240 284899 250204 290934 297553 978 4 30 138 307845 314199 3:05 5 34' 980 25 9: 7 35 591 6 487 362342 Die in bem borstehenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niedrigeren Gewinne sind aus den 2isten zu ersehen, bie bei ben staatlichen Zoiterie Einnehmern zur unentgeltlichen Einsicht ausliegen, daß die gestellte Forderung feineswegs den Teuerungsverhältnissen angepaßt sei, und daß sie nach ihrer Meinung geradezu wahnsinnig fei. Im legten Augenblid bequemten fie fich zu einer 20prozentigen Lohnzulage, was jedoch von der Verhandlungskommission der Arbeitnehmer einmütig abgelehnt wurde. Um nicht von vornherein den Kampf auf der ganzen Linie ousbrechen zu lassen, wird die Verwaltung des Holzarbeiterverbandes den Schlichtungsausschuß Groß- Berlin anrufen und werden voraussichtlich am Montag, den 30. Oftober, an dieser Stelle neue Verhandlungen stattfinden und wird über das Ergebnis derselben in einer am Dienstag bzw. Mittwoch stattfindenden Funktionärver. sammlung Bericht erstattet. Die Lohnforderungen der Eisenbahner. In einer Konferenz der Funktionäre des Deutschen Eisen. bahnerverbandes am Donnerstag in den Sophien- Sälen sprach Jahn über die Lohnverhandlungen, die zurzeit im Reichsfinanzministerium geführt werden, um neue Löhne für die Eisenbahner festzusehen. Der Redner schilderte in seinen Ausführungen den bisherigen Berlauf der Verhandlungen, die bis zum heutigen Tage noch nicht beendet worden sind. Wir verlangen, so führte der Redner weiter aus, daß eine den Erhöhungen der Gehälter entsprechende Bulage auch den Arbeitern gewährt werden soll. Gobald das Ergebnis der Lohnverhandlungen vorliegt, werden wir dazu Stellung nehmen. Beeser von der Ortsverwaltung des DEB. teilte mit, daß im Laufe des Tages mehrere Delegationen aus ben Betrieben im Reichsfinanz- und im Verkehrsministerium waren, um die Not der Kollegenschaft dort vorzutragen. Es sei ihnen auch zugesagt worden, daß zu dem versprochenen Vorschuß von 1000 m. noch weitere 2500 m. gezahlt werden sollen. Die weiblichen und unverheirateten Arbeiter würden aber weniger erhalten. An der folgenden Aussprache beteiligten sich auch mehrere fommunistische Redner, die sich natürlich in abfälliger Weise über die Tätig. feit der Gewerkschaften, der Sozialdemokraten und auch über den Reichspräsidenten äußerten. Ihre Ansichten wurden von Jahn unb Beefer in überzeugender Weise zurückgewiesen. Schließlich wur. den zwei Refolutionen angenommen, die gegen das Ver halten der Regierung bei den Lohnverhandlungen protestieren und einen befriedigenden Abschluß der Berhandlungen verlangen. Zweiffündiger Telephonftreit in Wien. Anfäßlich der Betriebs. ratswahlen der Telephonangestellten fam es infolge eines 3u. fammenstoßes wischen Sozialdemokraten und Deutschnationalen zu einem zweiftündigen Tephonfireit. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b.$.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbrucerci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenftr. 3 Nach kurzer, schwerer Krankheit verschie am 24. d. M unser Kollege Max Scholz In seiner Eigenschaft als I. Vor sitzender des Zentralvorstandes, Vorsitzender des Verbandsbeirats. Mitglied des Reichsbeirats der Gewerkschaftlichen Be riebsräte Zentrale, 1. Vorsitzender des Betriebsrates der Darmstädter Bank, ZentraleBerlin, hat derVerstorbene der deutschen Bankangestelltenschaft unvergängliche Dienste geleistet. Ein aufrech er Streiter für Freiheit und Recht ist mit ihm dahingegangen. Tag für Tag hat sich der Verstorbene in unserem Verbande der Interessen seiner Berufsgenossen in stets gleicher Liebe und Aufopferung angenommen. Wie er für seine Familie ein guter Gatte und liebevoller Vater gewesen ist, so war er für unsere Organisation ein treusorgender, allen Verständnis und allen Aufmerksamkeit u. Hife entgegenbringender Vorsitzender. Wir verlieren in dem Kollegen Scholz einen Mann, dessen Verlust unersetzlich ist. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Allgemeiner Verband der Deutschen Bankangestellten. Der Zentralvorstand. Die Elnäscherung findet am Sonnabend, 28. Oktober, nachm. 5 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße, statt. Wir fordern die Kollegenschaft auf, ( unserem toten Vorsitzenden die letzte Ehre zu erweisen. Sammelpunkt: Fehrbelliner Platz 412 Uhr. Straßenbahnverbindungen 5, 10, 91, 144, und Untergrundbahn Fehrbelliner Platz. 183/15 Seit 70 Jahren ist San.-R. Haussalbe beaut Dr.Strahls ausschl., Flechten, Bein- und Krampfadergeschwüren, Frostschäden, Hämorrhoiden ein bestbewährtes und schnellheilendes Mittel. OriginalDose 57,- und 105,- M. Elefanten- Apotheke Berlin SW 213, Leipziger Str. 74, Dönhoffpl. Christliches Unternehmen Billige Herrenkleidung Flottwell- kaufen Sie bei mir immer noch weit unter Tagespreisen strafe 9 Anzüge Hosen Palciois Schlüpfer Anzüge Hosen dunkle Farben 587500 haltbarer Stoff 580000 Arbeitshosen 158500 von von von 00 Streifhosen, 225000 Homespun, 890000 moderne Muster 8900 an Schöne Must. v. Flauschware v. an beste Verarb. v. Achtung! Besonders preiswert! 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