Nr.51039.Jahrgang Ausgabe nr. 251 [ A] A Bezugspreis: Für den Monat Ottober 250,-., Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaat und Memelgebiet fowie Desterreich und Luxemburg 346,-M., für das übrige Ausland 515, M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Eftland, Finnland, Frank reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit ber Gonntags ilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags cinmal. Telegramm- Abreffe: ,, Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile toftet 60,-M. Reklamezeile 300,-. ,, Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 14, M.( zulässig zwei fettgedruckie Worte), jedes neitere Wort 12, M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erfte Wort 8,- M., jedes meitere Wort 6.- 07. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten 8eile 20,- M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 28. Oktober 1922 Bonar Law über die Reparation. Condon, 27. Oftober.( WIB.) In seiner Rede in Glas. gom, bie sich zum größten Teil mit feinem veröffenlichten Manifest beat, erklärte der neue Bremierminister Bonar Law weiter, die Zeit fei gefommen, wo man internationale Arigelegenheiten dem Foreign office überlassen solle und mo Konferenzen eine Ausnahme bilden sollten. Er gebe bereitwillig zu, daß für den früheren Premierminister besondere Gründe dafür bestanden, daß er einen un gewöhnlichen Anteil an der Außenpolitit nahm. Lloyd George sei es gewesen, der den Friebensvertrag gemacht habe und bie Schwierigkeiten seien in der Hauptsache durch diesen Vertrag entstanden. Die Hauptfrage in der auswärtigen Politit sei im gegenwärtigen Augenblick der Nahe Often. Man fönne barauf vertrauen, daß Lord Curzon fein möglichstes tun werde, um die Ronferenz zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. England werde auf die Ronferenz gehen, entschlossen, gegen die Griechen fair zu sein und ebenso entschloffen, der unbegründeten Ansicht ein Ende zu bereiten, als ob es, und dies fei für England als größte moham medanische Macht besonders wichtig, nicht auch ben Türken gegenüber fair wäre. Bonar Law fuhr fort, die wirtlichen Schwierigkeiten hingen mit den Reparationen zufammen. Er liebe nicht, darüber zu sprechen, aber jedermann wiffe, daß nach dem Ton der franzöfifchen Presse Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Banttonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Sozialer Wiederaufbau. Ein Vertrag von Volk zu Volt. Bereinigten Staaten mit dem Bölferbund Bon Dr.- Ing. Martin Wagner. vereinigt sein würden. Dadurch würde fein Wert umgeheuer ver. Schon seit dem Friedensschluß bemühte sich die deutsche mehrt werden. Der Ansicht eines italienischen Blattes gegenüber, das Großbritannien verurteilt habe, weil es die meerengen und Regierung, und bemühten sich insbesondere die Bertreter deuts Konstantinopel zu einem zweiten Gibraltar machen wolle, er scher Arbeitskraft, die Wunde zu schließen, die der Weltfrieg flärte Bonar Lam, dies fei lächerlich. Der Himmel wisse, daß in Nordfrankreich geschlagen hat. Aber wie wurde dieses die Berantwortlichkeiten Englands groß genug feien, und daß man deutsche Anerbieten aufgenommen? Es ist noch nicht lange fie nicht noch vermehren werde. Das werde sich bei dem demnächst her, als der französische Abgeordnete M. Crespel im Namen abzuschließenden Bertrag zeigen, nach welchem die britischen Truppen vieler seiner Mitbürger die Worte sprach:" Meine Herren, aus der ganzen dortigen Linie wieder zurückgezogen werden wir ziehen es vor, lieber in unseren Trümmern zu bleiben, als tönnten. Im wetteren Verlauf seiner Rede nannte er Lloyd George fie entheiligt zu sehen durch die Hände von Mördern." die zweifellos größte Persönlichkeit der heutigen englischen Politit und fagte, als demokratischer Führer ,,, als bynamische Kraft" fei Lloyd George der größte Mann, den England je gehabt habe, Gladstone nicht ausgenommen. Bonar Lam gab der Hoffnung Ausdrud, eine unionistische Mehrheit im zufünftigen Unterhaus zu erhalten, und schloß seine Rede mit den Worten: Was auch immer gefchieht, welche Regierung auch immer ans Ruder fommt, nach meiner Anficht werden Enttäuschungen entstehen. wir fönnen sie nicht verhindern, die Probleme sind da, wir werden ihnen entgegentreten. Nun aber scheint auch in Frankreich die Erkenntnis durchzubringen, daß die Geschädigten nicht 15 oder 20 Jahre auf den Wiederaufbau ihrer zerstörten Wohnstätten warten fönnen, und daß die Beseitigung der Kriegsschäden darum ein Werf internationaler Nothilfe sein muß. Es wird auch von den Gegnern deutscher Nothilfe anerkannt, daß die franzöfifchen Arbeitskräfte und die französischen Materialquellen nicht hinreichen, um den Wiederaufbau der zerstörten Wohnstätten in furzer Zeit bewirken zu fönnen. Es ist das Berdienst von Rathenau, einen großen Der belgische Vermittlungsvorschlag. Teil der Boreingenommenheit gegen die deutsche Hilfe beseitigt Paris, 27. Oktober.( Dena.) Die Reparationsfommission hatte und die Form gefunden zu haben, nach der sich wenigstens ein Gefühl der größten Bitterfeit gegenüber Eng. I and entstanden fei. Seiner Anficht nach fei dies nicht gerecht den belgischen Bermittlungsvorschlag gestern einstimmig Lieferungen von Baustoffen nach Frankreich vollziehen Für den Einfaz deutscher Arbeitskräfte sind die fertigt. Es geschehe niemand von England Unrecht; am wenig angenommen. Danach wird die Frage der Finanzton- fönnten. ften sei dies bei Lloyd George der Fall, der der glänzenden Opfer trolle in den Borbergrund gerückt, während über das franzöfifchen Widerstände bis zur Stunde allerdings noch nicht gedente, die Frankreich im Kriege gebracht habe, und der bestrebt Moratorium erst auf der Brüsseler Konferenz entschieden behoben, obgleich ein großer Teil der Geschädigten für die om fei und dies gelte auch von ihm selbst das alliierte Frant werden soll. Die Berliner Besprechungen der Reparations- rasche Beseitigung der Kriegsschäden eintritt und die franreich ehrenhaft umb fair zu behandeln. Bei den lehten Wahlen tommiffion werden infolgetessen hauptsächlich ber Frage der zöfifche Arbeiterschaft auch diese Hilfe von Deutschland wünscht. in England habe jedermann( mit Ausnahme der Arbeiter Finanztontrolle gewidmet fein. Barthou hatte gestern Das von Rathenau abgeschlossene Wiesbadener Abpartei! Med. b..") und nicht nur Cloyd George und feine abend noch eine ausführliche Besprechung mit Boincaré über den tommen bedeutet eine groß angelegte Hilfe von Land zu Land Anhänger gesprochen, als wenn sie dächten, Deutschland werde die ganzen Kriegsschulden bezahlen. Bonar Law fagte, er habe dies belgischen Vorschlag. Wie es heißt, wird Bradbury nochmals nach auf gemeinwirtschaftlicher Grundlage. Der privatniemals geglaubt. Er fei außer Fühlung mit seinen Anhängern London fahren, um dort neue Instruktionen einzuholen. Es scheint fapitalistische Erwerbstrieb diesseits wie jenseits des Rheines im Unterhause gewefen bei der Aussprache zur Zeit, als der Bertrag in der Tat, daß es Barthou gelungen ist, Bradbury von der Not- empfand indessen die Zusammenfassung aller Volksschichten zu von Versailles vereinbart wurde. Er fei nicht allzu zuversichtlich wendigkeit der Finanzkontrolle zu überzeugen. Diese Kontrolle einer einheitlichen Produktions- und Lieferungsorganisation gewesen; er habe von Anfang an gewußt, daß müßte im Einvernehmen mit der deutschen Re- als eine unerträgliche Hemmung des Gewinnstrebens. Das diefe große Summe unmöglich gierung festgelegt werden. Vor allem will die Reparations- Privattapital setzte es durch, daß der Samariterdienst an der eine Balancierung des deutschen Wunde Europas zu einem„ Geschäft" wurde, das die Un fet, und er fönne ehrlich fagen, er habe niemals die Hoffnung gehegt, fommiffion aber daß sie bezahlt werde. Nicht nur das britische Bolt imd die britische Budgets erreichen. Diese Balancierung des Budgets, die mit schuldigen schuldig werden ließ und das die Obdachlosen in Regierung, sondern auch das französische Bolt imd die fran- der Etabilisierung der Mark gleichzeitig erfolgen müßte, würde Frankreich sowie das Deutsche Reich zu den Geschädigten" zöfifche Regierung müßten ein fehen, daß die gesamte zufünftige notwendigerweise die Gewährung gewiffer Zahlungsauf- im wahrsten Sinne des Wortes machte. Der WiedergutBohlfahrt Europas und damit der Welt von gemeinsamen schübe für die Barleistungen, wenn auch nicht für die Sach- machung diese Form gegeben zu haben, das ist das zweifelHeber die Beziehungen zu Amerita sprechend, erffärte er, leistungen mit fich bringen. Ferner besteht die Reparationstom- hafte Berdienst aller derer, denen die Not des einzelnen wie des er hoffe, daß die Zeit fommen werde, wo auf die eine oder andere miffion darauf, daß die Maßnahmen zur Bekämpfung der Ra. Staates nichts und der Gewinn und das Geschäft alles ist. pitalflucht verschärft werden sollen. Weise die Ultionen abhänge. Die Beratungen beim Reichskanzler. Genossen für Unwahrheiten, die von der deutschnationalen Breffe behauptet und von der fommunistischen in ihrer Art ausgeschlachtet werden, feinerlei Verantwortung tragen. Auf deutscher Seite ist der vertragschließende Teil der Berband sozialer Baubetriebe, eine rein bauwirtschaftliche, gemeinnügige Gesellschaft, die von der moralifchen und finanziellen Unterstützung von mehr als sieben MilDas Wiederaufbau- ,, Geschäft" wäre in Frankreich wie in Deutschland zu einem zweiten Panama geworden, wenn die Bertreter des eigensüchtigen Gewinnstrebens die freiefte Entfaltung ihrer Betätigung gefunden hätten. Die Beschädigten und die Arbeiter Frankreichs ebenso wie die Vertreter der In der Sigung der Parteiführer mit der ReichsregieLeidenden und Zahlenden Deutschlands konnten dieser Ent rung am Donnerstag war die Einfeßung einer Unter Beratungen der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft. wicklung der Dinge nicht tatenlos zusehen. Sie mußten darum tommission beschlossen worden, die über die sozialdemoDie Vertreter der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft sind, wie die ihre vor länger als Jahresfrist eingeleiteten Verhandlungen fratifchen Borschläge zur Stabilisierung der Mart beraten foll. Die Unterfommissio ist auf heute, Sonnabend, vor- Telegr. Union berichtet, am Freitag vormittag um 11 1hr, wie be- erneut aufnehmen, als Stinnes- Luberjac ihren ganz auf mittag 11% Uhr, einberufen worden. Von der Sozial- absichtigt, im Reichstag zufammengetreten, um den Verfuch zu machen, dem Boden des individualistischen Gewinnstrebens aufgebauten demokratie gehören ihr an die Genossen Hermann Müller ein genaues wirtschaftspolitisches Programm aufzu- Bertrag abschlossen. Diese Berhandlungen haben am 24. Dfstellen. Es ist beabsichtigt, bis zum Abschluß dieser Verhandlungen tober nunmehr zu dem Abschluß eines Gegenvertrags und Dr. Hilferding. bie allgemeine. Aussprache beim Reichstanzler gemeinsam mit geführt, der die Interessen der Geschädigten Frankreichs und Die von unserer Reichstagsfraktion eingesetzte Berhand- ben Sozialdemokraten nicht fortzusehen, sondern erft, menn die die Intereffen des Deutschen Reiches auf der Grundlage ge= lungskommission hat es für notwendig gehalten, ben Fraf- ben tionsvorstand, der aus etwa 20 Mitgliedern besteht, auf Berhandlungen innerhalb der Arbeitsgemeinschaft zu einem meinwirtschaftlichen Treuhänderdienstes zu einem Ausgleich bringen soll. Montag vormittag 10 Uhr einzuberufen, um zu der Lage pofitiven oder negativen Ergebnis geführt haben. Stellung zu nehmen, bie fich aus den bisherigen Verhand Die Abänderung der Devisenverordnung. lungen mit den Barteien der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft Durch eine zweite Ausführungsverordnung zu der Berordnung ergeben hat. des Relchspräsidenten gegen die Spekulation mit ausländischen 3ahDer Zusammentritt des Borstandes unserer Reichstagsfrattion tennzeichnet, so schreibt der Sozialdemokratische Bar- lungsmitteln vom 12. Oktober 1922 ist die Frage der Anwendung lionen deutscher Kopf- und Handarbeiter getragen wird. Auf lamentsdienst, den Ernst der innenpolitischen Lage. Die diefer Verordnung auf laufende Berträge dahin entschieden französischer Seite ist es das 2ktionskomitee berzerSozialdemokratie ist sich flar barüber, daß auf unsere a use n- worden, daß ihre Gültigkeit unberührt bleibt und daß bie verstörten Gebiete, das feit anderthalb Jahren der Wortpolitisme Lage bei der Erörterung innerpolitischer einbarte Zahlung in ausländischen Zahlungsmitteln zuläffig ist, führer der Mehrheit der französischen Geschädigten ist". Dieses Fragen Nüdsicht genommen werden muß, d. h. jedoch fofern fie bis zum 15. Dezember 1922 zu erfolgen hat hat sie in Aktionsfomitee wird sich zur Erfüllung des abgeschlossenen nicht, daß wir eine Verschleppungstaftit bulben einem späteren Zeitpuntt zu erfolgen, so ist fie in Reichswährung Bertrages einer gemeinnüßigen Attiengesellschaft( Société du müffen, die bei unserer wirtschaftlichen Lage nur zum Schaden zum Kurse des Fälligkeitstages zu leisten. Ist die Zahlung bereits Comité d'Action des Régions Dévastées) bedienen, die mit dem Berband sozialer Baubetriebe G. m. b. H. die Durchdes Boltes mirten fann. Der Fraktionsvorstand wird sich in Reichswährung erfolgt, so hat es babei fein Bewenden. deshalb insbesondere mit dem Gang und der Art der Ber Erleichterungen find im Hinblick auf die Geschäfte mit führung der Leistungen und Lieferungen übernehmen soll. Hinter dem Aktionskomitee und der von ihm geschaffenen handlungen beschäftigen und darüber beschließen, ob die dem Ausland insofern geschaffen worden, als einmal Gefchäfte über Situation eine Einberufung der Gesamtfrattion not- Lieferungen von im Auslande befindlichen Waren und der erste gemeinnügigen Aftiengesellschaft stehen nicht nur große Teile wendig macht. Wenn die Gesamtfrattion nicht sofort ein- umfag von aus dem Ausland eingeführten waren von der Geschädigten selbst, hinter ihm stehen auch die Bertreter berufen wurde, so lediglich mit Rücksicht auf die sächsische dem Verbot der Bezahlung in ausländischer Währund ausgenommen der französischen Arbeiterschaft, die an dem Zustandekommen Landtagswahlbewegung, an der mitzuarbeiten der worden find. Desgleichen sind Provisions geschäfte beim Export des Bertrages lebhaften Anteil genommen haben, sowie eingrößte Teil der Fraktionsmitglieder schon seit längerer Zeit und gewisse Dienst- und Wertverträge, bei denen die Erfüllung im flußreiche Mitglieder des französischen Senats, der Kammer, verpflichtet ist. Ausland zu erfolgen hat, weiter Frachtgeschäfte über im Ausland be der Städte und der Gemeinden und der französischen Presse. findliche oder zwischen In- und Ausland zu befördernde Waren und Der Vertrag wurde deutscherseits unterzeichnet von den Deutschnational- fommunistischer Schwindel. gewiffe Bersicherungsgeschäfte von dem Berbot des§1 der Berord Geschäftsführern des Berbandes sozialer Baubetriebe Astor Ueber die Reden, die von unferen Vertretern in ber nung ausgenommen worden. Firmen, die Zahlungen auf Grund und Dr.- Ing. Wagner und von den Aufsichtsratsmitgliedern Parteiführerbesprechung am letzten Donnerstag gehalten sind, folcher Geschäfte zu leisten haben, fann auch die Handelskammer Paeplow, Borfizender des Deutschen Bauarbeiterverist, wie hier schon gesagt wurde, vom destschnationalen Tag" befondere Bescheinigungen ausstellen, so daß fie von der Vorprüfung bandes, und Silberschmidt, Mitglied des Reichstags. ein zu feinen Zweden tendenzios verdrehter Bericht verbreitet des Finanzamtes bei dem Erwerb von ausländischen Zahlungs. Auf franzöfifcher Seite wurde der Vertrag unterzeichnet von worden. Einzelne Aeußerungen dieses Berichts sind dann mittein freigestellt sind. bem Senator Charpentier, Bürgermeister von Sedan, den pon der äußersten Linten aufgegriffen worden. Für an Ein weiterer Ausbau der Devisenverordnung und ihre baldigste Generalsekretär des Aktionskomitees der zerstörten Gebiete ftändige Menschen ist ohne weiteres klar, daß die genannten gefeßliche Regelung find in Borbereitung. Doucedame, fernerhin von dem Abgeordneten des Marne Gebiets Poittevin, dem Bürgermeister von Reims Roche und (Crumbach. Der Bertrag ist ein M a n t e l v e r t r a g. Er verpflichtet den Verband sozialer Daubetriebe aur Lieferung von B a u- st o f f e n und Bauteilen aller Art, sowie zu Arbeits- l e i st u n g e n, die für den Wiederaufbau der zerstörten Ge- biete notwendig werden sollten. Z 1 des Vertrages verpflichtet beide Teile:„alles zu vermeiden, was bei der Durchführung der Raturallieferungen den wirtschaftlichen, politischen oder sozialen Interessen der beiden Länder schaden könnte".„Sie — die beiden Vertragsparteien— erklären außerdem, daß es dem Geiste dieses Vertrages widersprechen würde, wenn sie selbst oder wenn Gesellschaften oder Personen, die an der Durch- fllhrung des Vertrages beteiligt sein werden, sich Borteile sichern, die mit den Interessen der Geschädigten oder mit den Interessen des französischen oder des deutschen Volkes nicht ver- cinbar sind." Von diesem Grundgedanken ausgehend, hat sich die fran- zösische Vertragspartei damit einverstanden erklärt, daß alle von deutscher Seite zu bewirkenden Lieferungen zum fran- zösischen Tagespreis zu erfolgen haben. Dieser Tages- preis soll indessen durch eine dreigliedrige Kommission festgesetzt werden, wenn die privatkapitalististhen Mächte beider Länder diesen Preis zum Schaden der Geschädigten und zum Schaden des Deutschen Reiches durch Vereinbarungen irgend- welcher Art künstlich erzeugen. Ebenso wie die von dem Aktionskomitee der zerstörten Gebiete geschaffene gemeinnützige Aktiengesellschaft, die als Empfänger deutscher Leistungen und Lieferungen auftritt, nach ihren Satzungen alle ihr zufließenden Gewinne der G e s a m t- heit der Geschädigten zuzuführen hat, so ist der Ver- band sozialer Baubetriebe nach Z 9 des Vertrages verpflichtet, alle ihm über die Selbstkosten hinaus zufließenden Gewinne dem Deutschen Reich zur Erfüllung seiner Rcparations- Verpflichtungen wieder zuzuführen. Durch diese Bestimmung unterscheidet sich dieser Vertrag grundlegend von dem Vertrag Stinnes-Lubersac, der das Deutsche Reich einseitig mm Zählenden ohne Kontroll- und Einspruchsrecht und Herrn wtinncs zum Empfänger von Reparationsgewinnen macht. In Wahrung der Interessen des Deutschen Reiches haben wir die französische Vertragspartei nicht im unklaren darüber gelassen, daß die Lieferung von Baustoffen und Bauteilen in größerem Umfange nur dann möglich ist, wenn die fran- zösische Regierung deutsche R e p a r a t i o n s k o h l e für die Erzeugung dieser Baustoffe und Bauteile deutschen Unter- nehmungen zur Verfügung stellt. Die französische Vertrags- partei erklärte, daß sie sich für eine Hergabe der Reparations- kohle bei dem Ministerpräsidenten' Poincartz und dem Wieder- aufbauminister Reibe! eingesetzt und die Zusicherung erholten habe, daß auch dem Aktionskomitee der zerstörten Gebiete be- stimmte Kontingente der Reparationskohle zur Weitergabe an den Verband sozialer Baubetriebe zur Verfügung gestellt werden sollen. Die erst in den letzten Tagen durch die Presse gegangene Nachricht, daß die französische Regierung bereit sei, monatlich 25 000 Tonnen Kohle für diese Zwecke zur Ver- sügung zu stellen, ist allerdings als ein Entgegenkommen der französischen Regierung nicht zu bezeichnen. Ein derart ge- ringes Kontingent wäre eher geeignet, alle bisher abgeschlosse- nen Lieferungsoerträge zu einem zwar gut gedachten, aber wertlosen Dokument zu machen. Die Gesamtheit der Ge- schädigten hat von der Renarationskohle nur dann einen Vor- teil, wenn sie a n st a t t K o h l e den oft mehr als das Drei- faclje umfassenden G e g e n w e r t in der Form von Baustoffen zur Wiederausrichtung der zerstörten Wohnhäuser erhält. Wir wollen hoffen, daß es den auf französischer Seite am beschleunigten Wiederaufbau interessierten Organisationen gelingen wird, die Widerstände aus deni Wege zu räumen, die sich heute noch der Verwirklichung der abgeschlossenen Ver- träge entgegenstellen. Jedenfalls wird der Verband sozialer Baubetriebe und die hinter ihm stehenden Gewerkschaften es an Mühe nicht fehlen lassen, um dem soeben erst abgeschlosse- nen Vertrage Blut und Leben zu geben. Der Verband sozialer Baubetriebe ist für die ihm durch den Vertrag zugewiesenen Aufgaben gerüstet. Seine eigene finanzielle Stärke stützt sich nicht nur auf die 25 Millionen Mark Stammkapital, mit dem er heute arbeitet, sondern auch auf die mehr als 200 Millionen Mark, die in seinen Tochter- gesellschasten, den 19 Bauhüttenbetriebsverbänden und den 200 Baubetrieben arbeiten. Mit seinen mehr als 20 000 Kopf- und Handarbeiter umfassenden Betrieben stellt der Verband sozialer Baubetriebe heute das größte bauwirtschaftliche Unternehmen dar, das es in Deutschland gibt. In knapp zwei Jahren aufgebaut, hat dieses soziale Unternehmen im laufen- den Jahre einen Umsatz von 2 Milliarden Mark be- wältigt und sich eigene Baustoffbctriebe, wie Ziegeleien, Säge- werke, größere Tischlereien, Schlackensteinfabriken, Sandgruben und selbst eine Schiefergrube angegliedert. Diejenigen Stellen, die in dem abgeschlossenen Treuhändervertrag ein unliebsames Hindernis für das individualistische Gewinnstreben sehen, werden leicht geneigt sein, das von den Kopf- und Hand- arbeitern des Baugewerbes geschaffene, sozial tätige Groß- unternehmen herabzusetzen und ihm Mangel an Leistungs- fähigkeit und Erfahrung zuzusprechen. Nun. es müssen in der Tat wenig erfahrene Kräfte sein, die in zwei Jahren aus dem Nichts und in fchärsster Konkurrenz mit den privaten Bau- betrieben ein Unternehmen aufgebaut haben, das 2 Milliarden Mark Umsatz hat und 20 000 Arbeiter beschäftigt und mit diesen Ziffern alle Privatunternehmungen ähnlicher Art weit hinter sich läßt. Wohl wisien wir. daß die Durchführung des ab- geschlossenen Vertrages diemoralischeUnterstützung der gesamten deutschen Arbeiterschaft vor- aussetzt und daß.sie auch die bereits zugesagte Unter st ützung der Reichsregierung finden muß. Wir wollen darüber hinaus aber auch alle diejenigen Kräfte zur Unterstützung an dem Wiederaufbauwerk aufnifen, die gewillt sind, in ehrlichem Bemühen an der wirtschaftlichen und politischen Verständigung mit Frankreich mitzuarbeiten, und die auch gewillt sind, ihre Unternehmungen in den Dienst des Deutschen Reiches wie in den Dienst der nun schon seit vier Iahren auf den Aufbau ihrer Heimstätten wartenden Ge- schädigten Frankreichs zu stellen. �ergts Kampfansage. „Wir sind fertig mit dem Parlamentarismus." Die Rede, mit der Herr Hergt als Partcivorsitzender die Görlitzer Tagung der Deutfchnotionalen Bolkspartei eröffnete, begann als Kampfansage gegen die R e g i e r u n g, sie steigerte sich zu einer Kampfansage gegen die A r b e i t e r s ch a f t, um schließlich als Fanfarenstoß gegen Verfassung und Parlamentarismus zu enden. Herr Hergt begann mit der Außenpolitik und redete langes und breites über die Entwertung der Mark. Nach seiner Ansicht sind es natürlich nicht die Arbeiter, die unter der Geldentwertung leiden, sondern der Mittelstand. Seiner Besserstellung soll das Streben der Deutschnationalen gelten, und zwar aus rein parteipolitischen Gründen. Herr Hergt betonte nämlich: Die Mittelstandepolitik im neuen Sinne gill den nolleidenden mittleren Kreisen. Es sind dies vorwiegend deutsch- national? Kreise, zugunsten derer wir uns mit allen Mitteln einsetzen müssen, damit diese Kerntruppen des Ordnung» st aates nicht aus wirtschaftlichen Sorgen zum Erliegen kommen. Also nur für die Deutschnationalen soll gesorgt werden, getreu dem Grundsatz:„Das Vaterland über die Partei!" Natürlich verlangt Herr Hergt die endgültige Abkehr von der ErMungspolitk, predigte aber selbst etwas, was der Erfüllungspolitik so ählich sieht wie ein Ei dem anderen. Er forderte nämlich einen großzügigen Plan für den Wiederauf- bau Frankreichs, von dem er sagte: Je großzügiger und für Frankreich Erfolg verheißender der Plan wird, um so höher dürfen wir unsere Ziele stellen, nämlich die völlige Freiheit der deutsch:« Wirtschaft und schließlich auch des deutschen Gebietes. Freilich ein Pfand dafür, daß seine Interessen gebührend gewahrt werden, kann Arauircich verlangen, dieses Pfand liegt einmal in der neu zu begründenden Leistungsfähigkeit einer freien deutschen Wirtschaft und zweitens in dem freien, aber ernsten und unabänderlichen Willens- entfchluß Deutschlands zur Mehrarbeit und endlich drittens in den Garantien, die i n n e r p o l i t i s ch für die ungehinderte Durch- führung dieses Entschlusses gegeben werden. Herr Hergt, der angebliche Vorkämpfer der nationalen Selbständigkeit, ist also gern bereit, sich von Frankreich Garantien vorschreiben zu lassen, wenn diese Garantien nur i m Sinne des deutschnationalen Programms liegen, nämlich Verbot jeder Zwangsbcwirt- schaftun g, Abschaffung des achtstündigen Ar- beitstages, Einschränkung der Demokratie. Das nämlich ist Herrn Hergts positives Programm, dos er unter dem schönen Namen„entschiedene Produktionspolitik" zusammenfaßt. Wir zitieren die Kernsätze: Es ist eine Kurzsichttgkeit ohne gleichen, daß man der deutschen Landwirtschast im Zwangswege angemessene Preise voren'hält. Es muß endlich einmal eine Partei geben, die das Problem des achtstündigen Arbeitstages mit Namen nmnt. Diese Partei müssen und können nur wir sein. Das Gebot der Stunde heißt: Mchrarbeik auf Kosten des Achtstundenlazcs. Und diese Mehrarbeit sollen die Arbeiter bewilligen aus Furcht vor der--- Arbeitslosigkeit! Man staunt über Herrn Hergts sozialpolitische Einsicht. Es kann uns nur cbren. wenn Herr Hergt zu der Erkenntis gekommen ist,„daß es mit der Sozialdemokratie keine politische Gemein- s ch a f t geben kann". Bitter beklagt sich Herr Hergt über die anderen bürgerlichen Parteien, weil sie statt der Sozialdemo- kratie die Deutschnationale Partei isoliert hätten. Eine dicke Träne weinte er der Deutschen Volkspartei nach, die ihre monarchischen Grundsätze ganz und gor in die Ecke gestellt habe. Ueber den Rathenau-Prozeß, der nach Hergts Ansicht die Deutschnationale Partei glänzend gerechtfertigt haben soll, kam dann Herr Hergt zur Reichspräsidentenwahl. Hier bot sich ein« Gelegenheit, eine gutbürgerliche Lösung zu- stand« zu bringen. Es gab einen Mann, der das Steuerruder des Staaizs wieder herumreißen konnte, Hindenburg! Durch stürmischen Beifall zu diesen Worten dokumentierte der Deutschnationale Parteitag das Maß einer politischen Einsichtslosigkeit. Als dann Herr Hergt davon sprach, dag man das Boll in der Präsidentenfrage um seme Entscheidung ge- bracht habe, ertönten neue stünnische Rufe„Pfui, Ver- fassungsbru ch!" Diese deutschnationale Versassungs- begeisterung hätte ja nun eigentlich Herrn Hergt zu einem fröhlichen Gelächter veranlassen müssen, aber die gah ihm den Mut zu folgendem gutaemimten Entrüstungsausbruch: Das Volk über alles! Aber da» Volk wird sprechen. Wir werden unsere Tätigkeit aus dem Reichstag ins Volk hinsrs ver- legen.(Stürmischer Beifall.) wir sind fertig mit dem Parl men. tansmn»(erneuter Beifall), mit diesem Parteiunwesen, wir be- krachten den Reichstag nicht mehr als unseren poli.ische« tr::npf- platz. Die großen polllischen Debatten werden wir einschränken. wir wollen dieses Theater nicht mehr mitmachen.(Erneuter lob- hofier Büfall.), Es ist scheinbar niemand von den begeisterten deutsch- nationalen Hensschaften ausgefallen, daß die gleichen Worte unter dem gleichen stürmischen Beifall auf einem k o m m u- n i st i s ch e n Parteitag hätten gesprochen werden können. O Nach Herrn Hergt sprach Prof. Dr. H o e tz s ch, wenigstens in der Form würdig, über die Grenzmarken und die auswärtige Politik, darauf hielt der thüringische Rcichstagsabgeordnete G rä f über das Thema„Verfassung und Rechte in der Deutschen N:- publik" eine Hetzrede niedrigsten Ranges, der wir zu viel Ehre er« weisen würden, wenn wir auf sie eingingen. Mkehr von Wzmeken. Von ArturZickler. Der«Fall Wyneken" ist juristisch beendet. Nach erneuter Ver- Handlung vor der Rudolsiädter Strafkammer ist das Urteil der ersten Instanz bestätigt worden. Wyneken will es dabei bewenden lassen, der ehemalige Leiter der Freien Schulgemeinde Wickersdorf wird also für ein Jahr Gefängnisinsasse werden. Das ist peinlich, aber für einen ausgewachsenen Mann, der eine heroisch« Lebensaus- faisung vertritt, nicht besonders rragisch. Schlimmer ist schon, daß jetzt eine neue Proustwellc Ansetzt, als gäbe es nichts Trostloseres in der Welt, als N- /ierarreilung Wynekens: dabei ist sein„Fall" bedeutend kleiner als fein Fall: nämlich der aus der Höhe seines Wollens in die Niederungen seiner Allzumenschlichkeit. Es ist nicht meine Absicht, das zur Unsitte gewordene Pvotestgeschrei („Izeraus...!") um sein Reckt des Totlausens zu bringen, aber aus anderen Gründen muß und darf jetzt gesagt werden, daß Wyneken vor einem gewichtigeren Richtmaß als dem von Rudolstadt nicht bestanden hat: dem eigenen! Das ist ein schwerer Vorwurf: doch keiner, der Wyneken gekannt Hai, wird ihn sich und Wyneken ersparen können, um der Wahrhaftigkeit willen, um die es doch noch immer geht, nicht wahr, Gustav Wyneken? Wäre es nur der in Deutschland stark diskreditierte Iustizbetrieb, wäre es nur der Spießer, die über ihn den Stab gebrochen hätten— Wyneken hätte ein gutes Recht, mit einem Lächeln zu antworten. Doch es steht schlimmer. Ich bin in den letzten Tagen mit Leuten zusammen- gewesen, deren Namen etwas gelten und die Wyneken sehr nahe- gestanden haben. Ihr Urteil war eindeutig: er ist gerichtet durch sich selbst! Was hat er getan? Wyneken hatte aus freier Wahl ein hohes Führeramt übernommen, sein Name war zum Schild einer Jugend geworden, die sich nicht ausleben, sondern verpflichten wollte. Ziel- setzung und Lebensform kamen vom tiefen männlichen Seinsgrunde her, sollten heroisch, nicht dionysisch, dem Asketischen näher al» dem Faunischen sein. Wyneken sprach von Selbstzucht und Ritterlichkeit, ron der Verantwortung und dem schweren Beruf des Führers. Dann schuf er Wickersdorf, mehr als sein Werk, weithin sichtbares Synibol neuen Schöpferwillcns am edelsten Objekt» dem jungen Aenscheii. Darüber sein Name, für den er mehr bürgen mußte als für ein Persönliches, wie ein Fahnenträger für sein heiliges Tuch. Wenn man eine solche Verantwortung und eine solche Lehre vertritt, tut man nicht das. was Wyneken getan hat! Dabei ist es ganz gleichgültig, ob die begangenen Handlungen an sich unedel sind oder nicht. Wenn Wyneken eiii rechter Mann war. dem nichts, aber auch nichts über sein Werk ging, so mußte es ihm mehr gelten als seine Neigungen. mußte er streng gegen sich sein, sei es auch nur darum, das Werk der Jugend vor Mißverständnissen zu schützen. Wyneken hat das Geheimnis, daß der lieben muß. der erziehen will, zum öffentlichen im gemeinsten Sinne gemacht, hat keusche Wahrheiten tn die Sphäre 0 des Delikts geraten lassen, hat im vollen Doppelsinne seinen Er o o verraten! Es i't selbstverständlich, daß wir Wyneken nicht die sogenannte . Perversität" zum Vorwurf machen. Obwohl selbst ohne jede Inver- sionsneigung, hat der Verfasser dieser Zeilen viel dasür getan, um Verständnis für die„Andersartigen" und die Aufhebung der törich- ten Paragraphen zu erreichen, im Gegensatz zu— Wyneken, der sich sehr intolerant über die Homosexuellen geäußert hat. Wir setzen also die gleichgeschlechtliche Neigung nicht dem Wesen nach, aber in feiner„Unschuld an sich", der vom Manne zum Weibe gleich, lassen demnach die Frage, ob in diesem Falle die vox populi eine x>x ä-i oder eine vox Rindvieh ist, dahingestellt, um dem Kern des Vor- wurf» nahezukommen, daß Wynekens Verhalten auch auf der nicht- juristischen, sogar auf der wynekenschen Ebene— ein Delikt bedeutet. Jeder Eros hat seine Würde: lieben kann man alles, aber nicht ohne Scham. Die Forderung wird lebendig, wenn der psychisch« Eros zur körperlichen Vereinigung und zur physischen Erlösung drängt, und sie heißt: Reife des Partners! Wenn einer Knaben liebt, so ist es seine Sache— solange es seine Sache bleibt. Man bricht keine Knospen auf, selbst wenn sie sich zuneigen. Als Päd- ogoge kann man, ja muh man um diese Zuneigungen wissen, man weiht sie dein Werk, doch man beutet sie. nicht für sich ausl Die jugendlichen Zeugen berichteten von der schweratmenden Erregtheit Wynekens— man leuchtet, Wyneken, aber man erregt sich nicht! Wenn man Führer der Jugend ist... nun wird der Lorwurf noch schwerer. Wyneken war Autorität, freilich nicht im bürgerlichen Sinne, viel freier, höher— desto verpflichtender. Mockiten ihn die Jungen? wirtlich heftig lieben, so war es die Liebe zum Helden, und die hat eine Tragik und ein Gesetz: sie zerbricht mit der Distanz. Das mußt« Wyneken wissen: zum mindesten dann, als Ihn die Lieblinge preisgaben. So unrecht das war, metaphysisch gesehen ha? Wyneken nichts anderes verdient. Und noch mehr. Er war nicht nur vorher nicht, wie man ver- langen dürft«, hart gegen sich selbst, auch hernach nicht. Das Vorher konnte man ein Irren nennen, das Hinterher nur mehr ein Sich- drücken. Sein Buch„Eros" ist mit Recht von einem bedeutenden Verleger, der einmal zu Wyneken stand, mit der Bepründung ab- gelehnt worden, daß es„verlogen" sei. Mit tausend schönen Worten und hundert Behauptungen, die alle an sich richtig sind, zumeist well offene Türen einrennen, geht er um den Kern der Sache wie um einen heißen Brei herum. Mit diesem Kern könnte er auf einer halben Druckseite fertig werden, wenn er einen Mut hätte, doch er hat ihn nicht. Er verteidigt seine Stimmungen, als ob die nickt auch Hans bei seiner Trine spürte, bestellt Sokrates zum Ent- lastunaszeugen, als ob das nötig wäre, verleugnet seine Sekrete, um das Maß der zu einer Verurteilung notwendigen„Tatsachen" zu verkleinern, spricht viel zu lange, viel zu eifrig für ein reines und klares Herz, darum glaubt man ibm zum Schluß nicht reckt, daß ihm das Urteil gleichgültig sei. Er ist zu selbstvcrliebt. Seine Männ- lichkeit ist mehr Wunsch als Wirklichkeit, es bot nicht gereicht. Im großen und ganzen scheint Wyneken. wenigsten» vorläufig, ein hoffnungsloser Fall zu sein. Für die Jugendbewegung aber bestimmt ein sehr peinlicher. Sie soll oersuchen, ihn zu vergessen, dieweil sich doch Wrmeken im Grunde nur in bezug auf sich selbst geirrt hat. Mann über Bord— die Fahrt geht weiter! Streik im Deulichen Opernhaus. Das Orchester des Deutschen Opernhauses teilt uns mit,„dast es sich mit großem Bedauern gezwungen gesehen hat, seine Tätigkeit zu unterbrechen. Intendanz und Aussichtsrat haben trotz monatelanger Verhandlungen sich nicht darüber schlüssig werden können, in welcher Form und mit welche, Gehältern die Orchestermitglieder, deren zehnjährige Derträae m-t dem 1. Oktober abliefen, weiter zu verpflichten wären. Das Orchester hat zuletzt am 19. d. M. der Belriebs-Aktlengssellschaft eine Frist von sieden Tagen gestellt, welche diese verstreichen ließ, ohne eine bestimmte Erklärung abzugeben, trotzdem das Orchester, dcr Be- triebsrat und der Deutsche Musikerverdand bis zum letzten Augen- blick vcrhandlunqsbereit waren. Die Ungelegenheiten, welche den Besuchern des Theaters durch den Ausfall der Vorstellung ent- standen, bedauert das Orchester aufrichtig, die Verantwortung hier- für muß es jedoch ablehnen." Dazu erhalten wir folgende Mitteilung: Als gestern abend gegen TVi Uhr die Vorstellung im Deutschen Opernhause beginnen sollte, legten plötzlich die Musiker ihre Instrumente nieder und er- klärten, heute abend nicht spielen zu wollen. Da alle Verhandlungen scheiterten, wurde das Publikum ersucht, das Theater zu räumen. ! Soweit es möglich war, wurde den Besuchern das Geld für die ge- ■ lösten Billette sofort zurückgezahlt. Reue Veilragserhöhung der Volksbühne. Die Verwaltung der Volksbühne hat sich durch die anhaltende Steigerung oller.Mai erial- 1 preise, Löhne und GeHölter gezwungen gesehen, vom 1. November ab die Beiträge für Nachmittagsvorstellungen auf 70 M, für Abend- Vorstellungen auf 100 M.(Oper 110 M.) zu erhöhen. Da die Fol- gen der katastrophalen Markentwertung wohl erst in einiger Zeit zur vollen Auswirkung kommen werden, so ist schon jetzt vorau-- zusehen, daß man auch mit dieser Beitragserhöhung auf die Dauer nicht wird auskommen können. Zu dem idealen Sinn und der Ovferwilligkeit der Berliner Arbeiterschaft darf man trotzdem das feste Vertrauen haben, daß sie ihr Wert, die Volksbühne, in dieser schweren Zeit nicht im Stiche läßt. Ouer übe? Europa in Regen und Sturm. Der englische Krön- kurier, der für den General Harrington bestimmte Depcfcheu im Flugzeug von London nach Konstantinopel gebracht hat, ist soeben auf demselben Wege von Konstantinopel wieoer nach der englischen Hauptstadt zurückgekehrt. Die Hin- und Rückreise erfol-tte unter den schwierigsten Wittcrungsverhältnissen: trotzdem traf der Kurier immer noch»24 Stunden früher ein, als es möglich gewesen wäre, wenn er auf seinem Weg« die Üblichen Lerbehrsmittel benutzt hätte. Der Pilot des Flugzeugs schildert tie Reise als die schlimmste, die er je gemacht hat. Er verließ London auf der Ausreist cm 8. Oktober und hatte ebenso wie auf der Rückreile beständig mit widmen Winden und mit heftigem Regenwetter zu kämpfen. Ueber Bnisstl ging die Reise nach Köln, wo Nachtquartier bezogen wurde. Am nächsten Tage folgte dos Flugzeug dem Rheintal, wobei es sich an- gesichts der dickten Massen tiefziehender Welken und des Reeens in niedrigen Suchten holten mußte. Frankfurt wurde im hichststeit Nebel überflogen. Nachdem in Nürnberg der Hoizstoff ergänzt worden war, ging die Reise unter strörßendem Regen weiter bis nach Wien, wo bei der Landung der Propeller durch einen im Grase ver- steckten Stein beschädigt wurde. Nach dem deshalb nötig gewordene» zweitäaigen Aufenthalt setzt« da« Flugzeug die Reist über die un-a» nsche Tiesebene fort. Dos ganze Land war überschwemmt. a>-"•?!♦« ts wochenlang geregnet..'.Da ee unmöglich schien, die HSHeo zu üoerfliegen," berichr-le der Pttot,..so war ich gezwungen, südwärts nach der Donau zu steuern, um zu versuchen, zwischen Berge» durch Lerchenfeld tritt zurück. Roch ben aus Ründer vorliegenden Selbungen Wiederaufbauvertrag der sozialen Baubetriebe. ist der Rücktritt Lerchenfelds von seinem Bosten als Ministerpräsident sicher. Umfiritten ist nur noch, wer sein Nachfolger Vertrag Wir geben den an anderer Stelle eingehend gewürdigten fein wird. Als aussichtsreichster Kandidat gilt der Bariser Wiederaufbauvertrag als erftes Dokument einer Botschafter Dr. Mayer, der als Plazhalter für den jezigen wirklichen Verständigung von Volk zu Volk im vollen WortInnenminister Schweŋer bezeichnet wird. Nur mit Rüd- laut wieder. ficht auf die Unflarheit über den Nachfolger wird der Rücktritt Lerchenfelds noch nicht offiziell gemeldet. Der bayerische Landtag, der zunächst für den 14. November einberufen war, tritt bereits am Donnerstag kommender Woche zusammen. Lerchenfelds Sturz wird in der Bayerischen Bolispartei mit feiner wirtschaftlichen Dentschrift an die Reichsregierung bes gründet. Bekämpft wurde er aber schon seit langem, weil er in der Haltung gegenüber dem Reiche für eine friedliche Verständigung eintrat. Seine Beseitigung eröffnet die Aussicht auf Verschärfung der Beziehungen zwischen Bayern und dem Reiche. Die„ Rote Fahne" verboten. Der Polizeipräsident hat die„ Rote Fahne" auf Grund§ 21 des Schutzgesetzes für 14 Tage verboten. Das Berbot begründet sich auf die Ankündigung einer Eisenbahnerversammlung, in der Minister Groener als„ der Hundsfott- General" bezeichnet wird. Die Meldung, daß auch die Kopfblätter der Fahne, die R. F. der Laufis, der Stürmer usw. verboten seien, ist unzutreffend. Es ist also anzu nehmen, daß während der Berbotszeit, wie früher also, die Rote Fahne der Laufib" erscheinen wird. zwischen dem Attionstomifee der zerstörten Gebiete ( Comité d'Actions des Régions Dévastées) einerseite, nachfolgend: französische Vertragspartei" genannt, und dem Verband sozialer Baubetriebe andererseits, nachfolgend: deutsche Vertragspartei" genannt. Seit 1½ Jahren hat das Aktionskomitee der zerstörten Gebiete, das der Wortführer der Mehrheit der französischen Geschädigten war, sich zugunsten einer Zusammenarbeit mit Deutschland in der Form von Naturallieferungen für den Wiederaufbau der im Kriege zerstörten Gebiete ausgesprochen. Um die deutschen Naturallieferungen zu erlangen, hat sich das Aktionskomitee der zerstörten Gebiete schon Anfang 1921 in Ber§ 6. 1. Die deutsche Vertragspartei erkennt ausdrücklich an, das der Preis der durch sie zu bewirkenden Leistungen und Lieferagen für das Wiederaufbaugebiet nicht höher sein darf als der Preis, der von franzöfifchen Unternehmungen für gleiche Leistungen und Lieferungen gefordert wird, und daß sich die Preise im allgemeinen dem französischen Marktpreise anzupassen haben. Die Berträge müssen in bezug auf die Berechnung auf Papierfrank lauten. 2. Sollte der französische Marktpreis nicht auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage entstehen, sondern fünstlich erzeugt werden durch Vereinbarungen irgendwelcher Art, dann wird, sofern es die eine oder die andere Barfei verlangt, der angemessene Breis der Leistungen und Liefe rungen durch eine dreigliedrige Kommission festgefekt, für die jede Vertragspartei einen Bertreter ernennt, und für bie das Internationale Arbeitsamt in Genf gebeten wird, einen an den Lieferungen und Leistungen weder mittelbar noch unmittelbar beteiligten Obmann zu entsenden. § 7. 1. Die von der deutschen Vertragspartei zu bewirkenden Liefe= bindung gesetzt mit dem deutschen Berband sozialer Baubetriebe. Das Abkommen von Wiesbaden( 7. Oftober 1921), abgeändert rungen gehen ab deutscher Grenze auf Kosten und Gefahr der frandurch die Abkommen Bemelmans- Gillet( Abtemmen von Berlin zösischen Vertragspartei bzw. der französischen Besteller. 15. März- 6. Juni 1922), die von der französischen und der deutschen 2. Es besteht Einverständnis darüber, daß die LieferungsverRegierung bestätigt wurden, haben das Aktionskomitee der zerstörten pflichtung der deutschen Bertragspartei nur unter der Boraussetzung, Gebiete, vertreten durch die Herren Charpentier, séna eur gilt, daß die Lieferungen unter dem Titel„ Sachlieferungen" nac) des Ardennes, maire de Sedan, Doucedame, secrétaire du dem französischen Mindestzoll verzollt werden. Comité d'action des Régions dévastées, conseiller général de l'Aisne, Grumbac, ancien conseiller général du Haut- Rhin, Au die Mitglieder des Deutschen Etsenbahnerverbandes! Boitte vin, député de la Marne, ode, maire de Reims. einerseits und den Berband sozialer Baubetriebe, vertreten durch die Herren Astor und Dr. Wagner als Geschäftsführer und Paeplom und Silberschmidt als Aufsichtsratsmitglieder andererseits, dazu geführt, was folgt zu vereinbaren: § 1. In der am 27. Ottober abgehaltenen Gigung der erweiterten Ortsverwaltung der Ortsgruppe Berlin wurde von den Mitgliedern der KPD. folgende Entschließung vorgelegt: Die erweiterte Ortsverwaltung der Ortsgruppe Berlin des DEB. protestiert gegen das Verbot der Versammlung der Eisenbahner, einberufen von den oppositionellen Eisenbahnern. Ebenfalls gegen das Gie tann nicht verstehen, daß der Berbot der Roten Fahne". Polizeipräsident Richter diese Versammlung verboten hat, zumal er felber Gewerkschafter ift. Die erweiterte Ortsverwaltung verlangt, daß das Berbot der Roten Fahne" sofort zurückgenommen wird. Die Folgen der durch das Verbot erfolgten Erregung unter den Eisenbahnern tönnen ungeheuer sein." Die erweiterte Ortsverwaltung ging über diese Resolution zur Tagesordnung hinweg, worauf unter. Protest die kommunistischen Mitglieder das Tagungslokal verließen und nebenbei erklärten, damit hätte die erweiterte Ortsverwaltung zum Ausdrud gebracht, daß sie jedwede Knebelung der Versammlungsfreiheit gutheiße. Hierzu erklärt die erweiterte Ortsverwaltung, daß sie grundsätzlich für die Breß- und Versammlungsfreiheit ist, sie jedoch die Berantwortung für die Taten der Kommunisten und ihrer Preffe nicht übernehmen kann. Sie muß um so mehr das Anfinnen der Kommunisten zurückweisen, die mit einem Schein des Rechts zu behaupten versuchen, daß es sich um ein Berbot einer gewerffchaftlichen Ber fammlung handelt. Die Versammlung war lediglich von der KPD. felbst einberufen und wollte sich in die gewerkschaftlichen Fragen der Eisenbahner, in ihre Lohn- und Gehaltsbewegung einmischen. Für jeden Gewerkschafter steht ohne weiteres fest, daß eine politische Bartei mit öffentlichen Versammlungen nicht berufen ist, wirtschaft liche Fragen für die Gewerkschaftsmitglieder zu erledigen. Es steht weiter fest, daß gerade auch diefe Bersammlung den Zwed hatte, dem Moskauer Spaltpilz im DER. erneut einen Resonanzboden zu verschaffen. Die erweiterte Ortsverwaltung weist nachdrücklichst auf die zum Sonntag in ber Neuen Welt" stattfindende allgemeine mit gliederversammlung hin, wo einwandfrei den Mitgliedern der Stand der Verhandlungen über die Gehalts- und Lohnbewegung mitgeteilt werden wird. Jedes Mitglied, das sich über die wirklichen Berhältnisse auftlären will, sei daher auch an dieser Stelle noch einmal auf die Dringlichkeit des Besuches dieser Bersammlung aufmert fam gemacht. Der= das Eiserne Tor zu kommen. Beitschender Regen und tiefhängendes Gewölf drückten mich tief auf das Waffer nieber, und ich folgte der Donau 150 Kilometer lang durch die Engpässe. Schließlich wurde das Eiserne Tor erreicht, und ich paffierte den engen Schlund, zu deffen beiden Seiten fich gewaltige Felfen aufreden. Die Hälfte diefer Felsen war durch Gewölf verdeckt, und darunter hörte ich das Rauschen des Waffers. Der Regen goß in Stromen. Erft, als wir etwa 70 Kilometer von Konstantinopel entfernt waren, hob sich der Mebel, der Regen hörte auf, und die Sonne beleuchtete ein herrliches Landschaftsbild, eine unvergleichlich schöne Aussicht auf das violette Meer, das rotschimmernde Land und den in reinstem Blau erstrahlenden Himmel. men. " 1. Die Beauftragten des Attionskomitees der zerstörten Gebiete und die Vertreter des Verbandes sozialer Baubetriebe erklären von pornherein, alles vermeiden zu wollen, was bei der Durchführung Interessen der beiden Länder schaden könnte. Sie erklären außer dem, daß es dem Geist dieses Bertrages wider sprechen würde, wenn sie selbst oder wenn Gesellschaften oder Bersonen, die an der Durchführung dieses Bertrages beteiligt sein werden, fich Borteile sichern, die mit den Intereffen der Geschädigten oder mit den Intereffen des fran ösischen und des deutschen Voltes nicht verein bar sind. § 2. 1. Die von der deutschen Vertragspartei zu bewirkenden Leistun gen und Lieferungen für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete sollen sich( ohne die der deutschen Regierung auf Grund des Bies: badener und des Billet- Abkommens auferlegten Verpflichtungen zu überschreiten) insbesondere erstrecken auf die Lieferung von Baustoffen und Bauteilen aller Art, sowie auf Ar beitsleistungen, die für den Wiederaufbau der zer störten Gebiete etwa notwendig werden sollten. 2. Die deutsche Vertragspartei soll das Recht haben, Arbeitsleistungen jedoch abzulehnen, sofern die in Genf am 17. Februar 1921 zwischen dem deutschen und dem franzöfifchen Bauarbeiterver: band getroffenen Vereinbarungen nicht in Anwendung fommen tönnen oder eine Einigung zwischen den beiden Bauarbeiterverbän den einerseits und den beiden Regierungen andererseits nicht zu erzielen ist. § 3. Es wird von beiden Vertragsparteien ausdrüdlich vereinbart, daß die Leistungen und Lieferungen, welche den Gegenstand dieses beitung in den zerstörten Gebieten bestimmt sind. Bertrages bilden, ausschließlich zur Berwendung oder zur Berar 3. Die franzöfifche Vertragspartei verpflichtet sich, im Folle einer Erhöhung der Zoll- und Transportkosten in Frankreich für die vor diefer Erhöhung eingegangenen Verträge den Preisunterschied zu ihren Lasten zu nehmen. § 8. 1. Werden die Berträge zu festen Preisen abgeschlossen, dann find beide Bertragsparteien zur Erfüllung der Verträge verpflichtet, sofern nicht höhere Gewalt und. Arbeitseinstellungen die Erfüllung der Verträge verzögern oder unmöglich machen. 2. Sind die Verträge zu gleitenden Preisen abgeschlossen, so hat die französische Bertragspartei das Recht, die Annahme der Leistungen und Lieferungen zu verweigern, wenn diese zur Seit der Ablieferung im Breise frei deutscher Grenze zuzüglich Zoll- und Transportfoften bis zum Bestimmungsbahnhof der zerstörten Gebiete höher sind als der Preis der entsprechenden Leistungen und Lieferungen des französischen Marftes. Die deutsche Bertragspartei hat für diesen Fall jedoch das Recht, in den französischen Marktpreis einzutreten und die franzöfifche Vertragspartei andererseits die Pflicht, die Leistungen und Lieferungen anzunehmen. § 9. 1. Die deutsche Vertragspartei bzw. die von ihr beauftragte Gesellschaft soll berechtigt sein, die ihr aus der Erfüllung des Ver trages erwachsenden Unkosten in Höhe der Selbstkosten, jedoch höchftens bis zu 4 Prozent desjenigen Breises, den sie in Deutschland für die zu liefernde Ware zu bezahlen hat, in den Lieferpreis mit einzurechnen und sie auf tatsächliche Sachlieferungen Deutsch lands auf das Reparationstonto gutschreiben zu lassen. 2. In der Summe, die dem Deutschen Reich gutzuschreiben ist, follen auch die etwaigen Stoften einbegriffen sein, die der deutschen Bertragspartei aus der Finanzierung der Leistungen und Liefe rungen entstehen. 3. Die beutsche Bertragspartei ist der deutscher Regierung gegenüber verpflichtet, alle ihr aus Leistungen und Lieferungen etwa zufließenden Geminn= anteile nach Abdeckung der Selbstfosten der deut 1. Beide Bertragsparteien vereinbaren für die Durchführung schen Regierung zur verfärften Erfüllung ihrer der von den Geschädigten in Anspruch zu nehmenden Lieferungen Reparationsverpflichtung wieder aufließen zu und Leistungen, auf den gefeßlichen Bestimmungen ihrer Länder aufgebaute Organisationen oder Gesellschaften zu benußen oder neu zu bilden, die als Geber und Empfänger für Lieferungen und eventuelle Leistungen aufzutreten haben. 2. Beide Vertragsparteien haben überdies das Recht, diesen Gefellschaften eine Vertrauensperson zur Seite zu stellen zur Siche rung einer reibungslosen Zusammenarbeit und zur Erleichterung der Durchführung des Vertrages. § 4. laffen. oft § 10. 1. Die deutsche Bertragspartei erklärt, daß sie zu verstärkten Leistungen und Lieferungen für Baustoffe und Bauteile einen bestimmten Prozentiah der monatlich von Deutschland Frankreich zu liefernden Kohlenmengen zur freien Berfügung benötigt. Die Menge der der deutschen Bertragspartei zur Berfügung zu stellenden Reparationsfohle muß dem für die Fabritation der Baustoffe und Bauteile durchschnittlich benötigten Be1. Die von der deutschen Vertragspartei benugte oder gebildete darf entsprechen. Dieser Bedarf soll im Benehmen mit der franGesellschaft soll das Recht haben, unter ihrer eigenen Berantwortung zöfifchen Regierung durch Beauftragte beider Bertragsparteien feftalle Lieferungen und Leistungen gemäß den Vorschriften der deut gestellt werden. Die deutsche Vertragspartei übernimmt unter ihrer schen Regierung und dem Uebereinkommen beider Regierungen Werke und verpflichtet sich, darüber zu machen, daß die freige= Berantwortung die Verteilung der Rohle auf die verschiedenen untereinander auf deutsche Werte zu verteilen. Andererseits soll sie ausschließlich für verpflichtet sein, Leistungen und Lieferungen an solche deutschen gebenen Rohlenmengen Werte und Unternehmungen weiterzuleiten, bie die französische Ver- Berstärtung der Erzeugung von Sachlieferungen Vertragspartei in Vorschlag bringt, fofern diese Werte und Unterneh- wendung finden. mungen teinen Anlaß zu Beanstandungen, insbesondere in bezug auf Qualität und Preis der von ihnen zu übernehmenden Leistun gen und Lieferungen geben. § 5. § 11. die 1. Die Dauer der vorstehenden Uefereinfunit entspricht der= jenigen des Abkommens von Wiesbaden( rom 6. Oftober 1921) und Berlin( vom 15. März und 3. Juni 1922), jedoch müssen die Berträge, die gemäß diesem Abkommen gefchloffen find, auf jeden Fall den Bedingungen des genannten Abkommens entsprechend zur Ausführung gebracht werden. § 12. 1. Sollte die Ausführung des Abkommens auf irgendwelche Schwierigkeiten stoßen oder höhere Gewalt fie in der Durchführung unmöglich machen oder verhindern, so verpflichten sich beide Vertragsparteien, mit größter Beschleunigung zusammenzukommen, unt sich über die zu ergreifenden Maßnahmen zu verständigen. 2. Der französische Text ist bei Unstimmigkeiten zwischen beiden Teilen maßgebend. § 13. Die Arbeitsgemeinschaft für deutsche Handwerkskultur hat am 1. Sofern die deutsche wie die französische Vertragspartei nicht 24. Ottober in Hannover ihre notarielle Gründung vorgenom lediglich als Vermittlungsstellen für Leistungen und Lieferungen Gleichzeitig fanden an diesem und den folgenden Tagen benutzt werden, sondern selbst für die Leistungen und Lieferungen Sigungen des Beirats und Kuratoriums statt. Aus dem Geschäfts- verantwortlich find, übernimmt die französische Vertragsbericht dürfte interessieren, daß der Arbeitsgemeinschaft aus der partei die Haftung für Zahlung der französischen Be am Verfassungstage erfolgten Stiftung zur Erhaltung von Wissen fteller und die deutsche Bertragspartei die Haftung und Können" vom Reichspräsidenten Mittel zur Ber- für die Einhaltung der vereinbarten Leistungs. fügung gestellt sind. Die Anwesenheit der Direktoren der Leipziger und Lieferungsbedingungen. und Frankfurter Messe brachte es mit sich, daß über die Beteili. 2. Die zu liefernden Baustoffe und Bauteile werden gung des Handwerts auf den deutschen Messen durch die deutsche Vertragspartei bzw. durch ihre Vertreter und ausführlich gesprochen wurde. Boraussichtlich wird es möglich sein, einen Vertreter der franzöfifchen Bertragspartei auf die vereinbarten schon im Frühjahr die ersten Anfänge der geplanten Arbeiten in Lieferungsbedingungen hin geprüft, ehe sie die deutsche Grenze 1. Die Uebertragbarkeit dieses Bertrages ist an die Zustimmung der Deffentlichkeit zu zeigen. Ferner ist ein Wert über Deutsche perlaffen. Der Bertreter der franzöfifchen Bertragspartei wird das Boltsfunt" in Arbeit; von den nach Heimatsbezirfen ein Recht haben, die zu liefernden Baustoffe und Bauteile abzunehmen der anderen Bertragspartei gebunden. 2. Beide Vertragsparteien erfennen an, daß diefes Abkommen geteilten Bänden werden im nächsten Frühjahr die ersten erscheinen. oder abzulehnen. Die in Deutschland geprüften und abgenommenen Gestützt auf Vorarbeiten auf Messen und Ausstellungen wird eine Baustoffe und Bauteile dürfen in Frankreich nicht mehr zurückge- erst dann Rechtskraft erhält, wenn nach Ablauf von 21 Tagen von Boltstunst Ausstellung feiner Partei ein Abänderungsvorschlag gemacht worden ist. für deutsche porbereitet. wiesen werden. Bom Deutschen Werkbund ist die Berbreitung von Wertzeich nungen für das Handwerf angeregt worden. Von seiten des Verbandes der deutschen Kunstgewerbevereine wie von dem Bertreter der Handelskammer Bremen und der Hamburger Orts. gruppe des Deutschen Werkbundes wurde der Frage des Berhält Die nifies von Handwerk und Export besondere Aufmerksamteit geschenkt. Die Vorbereitungen der Tagung lagen in den Händen fammen mit dem Reichskunstwart den wesentlichen Teil der bis. des Geschäftsführers der Arbeitsgemeinschaft Georg Kaiser, der zu herigen Arbeit geleistet hat. Die wirtschaftlich und fünstlerisch bedeutsamen Bestrebungen für Erhaltung und Pflege unferes Erb befizes an handwerklichem Können haben also hier einen erfolg versprechenden Mittelpunkt gefunden. 3 Kampf mit den Deutschvölkischen. deutschvölkische Arbeitsgemeinschaft wird abgelehnt. Dem deutschnationalen Parteitag war eine Sondertagung und v. Graefe bekanntlich zum Austritt aus der Reichstags der Deutschvölkischen vorausgegangen, deren Führer Wulle fraktion gezwungen waren. Die Versuche, den Riz zwischen der offiziellen Parteileitung und der völkisch- radikalen Gruppe auf dem Parteitag zu überkleistern, scheinen gescheitert zu sein. Nach einem Korrespondenzbericht ist anzunehmen, daß Volksbühne. Theater am Bülowplass. Bei der Erftaufführung es bei dem Ausschluß Wulles und v. Graefes bleibt von ynnytichentos Schauspiel Die 2ige am 1. Nov. find und daß die Auseinanderjegung im deutschnationalen Lager die Hauptrollen wie folgt befest: Anbiij Starpowhisch- ris alberti, auch organisatorische Konsequenzen haben wird. Ratalja Bamlona- elene Fehdmer, Starpo Redoromatic Guibo herafeld, Dobia- Drtrud Abeling, Ejanja ole Steuermann, Antin Mychajlowytsch- Ferdinand Steinhofer, Swan Stratonowbisch- Friedrich angler, ulicera Maria Beißleber. Regie: Friedrig Raybler. Bühnenbild: Christian Bummerstedt. Keine Neuwahlen in Thüringen. Weimar, 27. Dftober.( Eigener Drahtbericht.) Der Landtag Ernst Friedrich priest am Sonntag, den 29. Dft, abends 7, 115r, hat heute den bürgerlichen Antrag auf Auflösung mit 28 gegen im Reineriaal, Stöthener Str. 58. Sanneles Simmelfabrt 23 Stimmen abgelehnt. Justizminister Genosse v. Branden von Gerhart Hauptmann. Vorzugskarten zu 20( Abendtaffe 30 9.) tein hat sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Er tritt aus Gesund ind in der Borträtts. Buchhandlung, Lindenstr. 2, und in der Bollsbühnenheitsrücksichten zurüd, Buchhandlung, Copenider Str. 68, erhältlic Der Kampf um Rom. Mailand, 27. Oftober.( Ep.) Da die Fafciften von Pija die allgemeine Mobilmachung angeordnet haben und in Rom den militärischen Behörden unterstellt worden. In Rom wurden umfaffende Maßnahmen getroffen. Auf mehrerer Plähen fich zum Marsch auf Rom rüften, ist die öffentliche Sicherheit sind Truppen und Maschinengewehre aufgestellt. Rom, 27. Dtfober.( WIB.) Das Kabinett hat nach Prüfung der politischen Lage seinen Rüd tritt beschlossen. Die polnische Gesandtschaft schreibt uns, daß die Meldungen über einen Utraineraufstand in Oftgalizien und über polnische Gegen maßnahmen gewaltig übertrieben, größtenteils fogor unmehr feien. Danach fann also die Meldung der Warschauer Przegland Wieczorny"( Abendrundschau) nicht stimmen, daß Polen bei ber utrainischen Regierung gegen ihre Beteiligung am Aufstand protestiert habe. Sowjettruppen in Wladiwoffof. Ein in Mostau eingetroffenes Telegramm bestätigt, daß die Armee der Fernöstlichen Republik om 25. Oftober des von Japanern und Weißgardisten geräumte 1 a= diwoel befeht hat Gewerkschaftsbewegung Mehr Kohlen! zu machen und den Schiedsspruch daran nicht scheitern zu lassen. vollen Vertrauen einmütig hinter der Streifleitung zu stehen, Um so mehr, als es sich nicht um eine Maßnahme der Unternehmer Blume hob die Tatsache hervor, daß es sich um einen aufgezwungehandelt, sondern um einen Appell der Unparteiischen im nen Kampf handelt. Die Arbeitgeber hätten ihn durch Entgegendie Solidarität der Berg Solidaritätsgefühl bestimmen tommen leicht abwenden tönnen. Jezt müsse bei den Arbeitern das Schlichtungsausschuß an In seinem Schlußwort betonte arbeiter mit dem Boltsganzen. Lehmann die volle Einigkeit der Streifleitung, diese werde alles tun, um die Bewegung einem vernünftigen Abschluß entgegenzuführen. Gefchloffen habe die Kollegenschaft die Betriebe verlassen und geschlossen werde sie die Arbeit wieder aufnehmen, wenn der Sieg errungen sei. Die Bezüge der Reichsarbeiter und-beamten. Die Berhandlungen abgebrochen. Hungerlöhne in der Ladenoptik. Man fchreibt uns: Zum Schiedsspruch für den Ruhrbergbau. Nicht nur die Scharfmacher in der süddeutschen Metallindustrie, sondern das Unternehmertum in feiner Gesamtheit fordert ver mehrte Arbeitsleistungen in Verbindung mit gleichzeitiger Berschlechterung der Lebenshaltung. Für die Die am 25. Oftober begonnenen Verhandlungen über die NeuGewerkschaften ist jede Erörterung darüber überflüssig. Für sie regelung der Gehälter für die Be a mren und Arbeiter des tann es nur eines geben: fchärffte Abwehr sowohl gegen den Reiches haben zu einer ernsten Krife geführt. Bei der Abbau des Achtstundentages wie gegen eine noch weitere Senfung letzten Aenderung der Besoldungsordnung gelang es den Gewerk. Am Mittwoch, den 25. d. M., fand im Gewerkschaftshaus, Engel der Lebenshaltung der Arbeiter. Diese ist schon so meit herunter- fchaften zwar, mit Unterstützung des Reichstages die prozen ufer 24/25, eine Versammlung ber Ladenoptiker statt, die sich mit gedrückt, daß die Gefahr besteht, indifferente Kreise der Arbeiterschaft tuale Frauenzulage zu beseitigen, aber die Zulagen fanden be- der Frage der Entlohnung im Beruf beschäftigte. Rahmann, find in der Aussicht auf eine günftigere Lebenshaltung leicht geneigt, Beifall. Die Gewerkschaften beantraaten bei Beginn der Beratungen tiftit befannt zu geben, wonach für gelernte Optifer Wochenlöhne sonders in den unteren und mittleren Besoldungsgruppen feinen Dom Deutschen Metallarbeiterverband, war in der Lage, eine Staben Achtstunden tag zu opfern oder doch leber stunden in über die Teuerungszulage für die Lohnempfänger, gleichzeitig über gezahlt wurden: Bei der Firma Kregner 1500 bis 2500 m., bei weitestem Maße zu leisten. Das Mißtrauen in den Reihen der neue Erhöhungen der Beamtengehälter zu verhandeln. Die heß nachf. 2200 bis 2600 Mt., bei Mester 2200 m., bei Obenaus jr. organisierten Arbeiterschaft gegen alle Maßnahmen zu vermehrten Regierung lehnte das unter Hinweis auf die eben erfolgten Be- 2000 m., bei Dfularum 2300 m. Arbeitsleistungen ist daher im allgemeinen durchaus berechtigt, fchlüsse des Reichstages ab. Für die Arbeiter schlug fie eine Er- Borstehende Löhne zeigen, daß die Berliner Optiker, wenn sie selbst da, wo die Mehrleistung besonders bezahlt wird. Der Arhöhung der Stundenlöhne um 5 m. ab 16. Oficber vor, außerdem sich nicht restlos organisieren, dem Hungertode verfallen. Bei der beiter fürchtet, daß die besondere Berücksichtigung seiner verstärkten erflärte fie fich bereit, einen Vorschuß von 1000. zu zahlen. Am Fa. Ruhnte, wo die Belegschaft restlos organisiert ist und die Anstrengung nur vorübergehend erfolgt und schließlich bei der nach 26. Oftober ging fie infofern über ihr erstes Angebot hinaus, als fie firma etwas mehr menschliches Empfinden für die jetzige Natlage folgenden Lohnfestsetzung, wenn nicht in der Form, so doch im Effekt für die erfte Oktoberhälfte eine Stundenzulage von 5 M bewilligte, ihrer Arbeitnehmer zeigt, bewegen sich die Löhne für Optiker unter zu der in der zweiten Hälfte des Monats weitere 5 M. und ab 20 Jahre pro Woche 5100 m. und über 20 Jahre 6900 bis 7500 m. wieder fortfällt. 1. November 12 M. tommen sollten. Alfo Badenoptifer Berlins, schließt die Reihen. Organisiert Euch Wie steht es im Bergbau und wie ist die in dem neuesten Die Gewerkschaften schlugen für Oftober eine Baufchalzulage im Deutschen Metallarbeiterverband, zeigt damit, daß auch die Schiedsspruch über deffen Annahme oder Ablehnung die von 3900 M. abzüglich des Vorschusses von 1000 m. vor. Diese Berliner Optiker soviel Zusammengehörigkeitsgefühl aufbringen, um Bergarbeiter des Ruhrgebiets am Sonntag zu entscheiden haben Zulagen würden ungefähr den Erhöhungen der Beamtengehälter fich eine menschenwürdige Lage zu schaffen. Die Bersammlungen vorgesehene Einführung eines Rollettivprämien entsprechen. In dieser Form wurde auch bisher die Lohnfrage für finden jetzt jeden dritten Mittwoch im Gewerkschaftshaus, Engelinstems zu bewerten? Der Leistungslohn des einzelnen Ar- den Arbeiter geregelt. Die Regierung erflärte aber, diefen Borufer 24/25, statt. beiters bzw. der einzelnen Arbeitergruppen ist mehr und mehr hinter fchlag nicht akzeptieren zu fönnen, da sie die Beamten über die den allgemeinen Bedarfslohn zurückgetreten. Ein Arbeiter über 24 Sabre eine Zulage von 1600 m.+800 m. Frauenzulane Arbeiter hinausheben wolle. Sie schlug für die Arbeiter Gegen die Organisationszerstörer. m.+ erhält unter gleichen Verhältnissen den gleichen Lohn, ohne und 300 m. für jedes Kind vor, die Handwerker follten 100 m. bahnerverbandes für den Reichsbahndirektionsbezirk min ft er, Eine start besuchte Delegiertenfonferenz des Deutschen EisenRücksicht darauf, ob er sich bei der Arbeit mehr oder weniger an mehr bekommen, und die Spannung zwischen den Dristiaffen soll die am 22. Oftober tagte, nahm u. a. eine Entschließung an, in der ftrengt. Wie das Affordsystem leicht zu ueberanstrengung 40 m. betragen. Die Gewerkschaften verwarfen diesen Borschlag es heißt: führt, hat der Bedarfslohn die gegenteilige Tendenz, eine gewisse und brachen die Verhandlungen ab, da die Regierung über ihr Die Arbeitnehmerschaft Deutschlands leiftet der Berbesserung ber Gleichgültigkeit, ziemlicher Uninteressiertheit ant dem Angebot nicht hinausging. Der Vorstand des Deutschen Eisen Wirtschaftslage ben schlechtesten Dienst, wenn sie durch Aufstellung Quantum der Arbeitsleistung. Daß die Bergarbeiter die bahnerverbandes hat den ADGB. um seine Vermittlung gebeten, stets wechselnder Barclen und Forderungen. die gegenwärtige Not zwingende Notwendigkeit möglichst großer Kohlenförderung und es ist zu hoffen, daß auf diesem Wege eine Einigung erzielt beheben will. erfaßt haben, das haben sie in ihrer großen Mehrheit seit Jahren wird, die einen Eisenbahnerstreit verhindert. bewiesen, zuletzt wieder durch ihre Zustimmung zu dem llcber= ftunden abfommen. Dessen Wirkungen sind noch nicht in vollem Maße in die Erscheinung getreten. So günftig fie auch sein mögen, find fie doch immerhin begrenzt. In dem Schiedsspruch wurde nun der Versuch angebahnt, der Tendenz der Be= barfslähnung entgegenzumirten. Ohne Verlängerung der Arbeitszeit, ohne jeden Zwang soll die Gesamtheit der Beleg schaften an größerer Arbeitsintensität intereffiert und dazu anges ( pornt werden, durch die Gegenleistung einer Zulage von einer Mark pro Kilogramm Mehrförderung. Es ist zweifellos ein Unterschied, ob der Arbeiter unlchadet seiner mehr oder weniger großen Anftrengung denselben Lohn erhält, oder ob feine größere An ftrengung auch gelblich gewürdigt wird. Gegen den Berfuch, den einzelnen Arbeiter durch das Prämiensystem ftärter anzuspornen, müßten wir uns vorab im Bergbau entschieden wenden, weil, von allen grundsäßlichen Bedenken abgesehen, die Unfallgefahr im Bergbau dadurch erhöht würde. Teilstreit der Wachangestellten. Der Deutsche Portierverband, Seftion des Transportarbeiterverbandes, schreibt uns: Der Schlichtungsausfchuk bat am 28. Oftober einen Schieds. ipruch gefällt, der den Wünschen der Wächterschaft einigermaßen entspricht. Während die Wächter denselben angenommen, Le b nen die Unternehmer ab. Sie fueben aber ber Deffentlichkeit bie Sache so darzustellen, als wären fie in der Gehaltsfrage fo ent2öhne pro Monat vor: genenkommen wie nur möglich. Der Schiedsspruh sieht folgende ab 16. bis 31. Oftober ab 1. bis 80. November Die fortschreitende Berelendung fann nur aufgehalten werden durch Zufammerfaffung aller gewertschaftlichen Kräfte und einheit liches politisches Wellen. Der geplante tommunistische Reichsbetriebsräte fongreß stört die Einheitlichkeit der Arbeitnehmer; er bedeutet eine Schwächung der Organisationen mit oder ohne Absicht der Beranstalter. Die Bezirksfonferenz warnt deshalb vor der Förderung und Teilnahme am fommunistischen Reichsbetriebsrätefongreß und ver langt von den Verbandsmitgliedern die Innehaltung des Statuts und der Verbondstagsbeschlüsse. Die faulenzenden Arbeiter. In Nr. 83/84 vom 21. Otiober der Deutschen Landwirtschaft lichen Breffe", Drgan der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, befindet sich im Fragelaften unter der Ueberschrift: Kartoffelpreis und Wucherbegriff eine Antwort eines geheimen Juftizrais BroDer titelgeschmüdte Justizgelahrte, feffor Dr. Schuhmacher. für Separatw. 15 400 M., Repierw. 16 000 m., Kontrolleure 16 600 m. für Separatw. 19 300 m., Nevierto. 20 000 m. Rontrolleure 21 000 m. Burzeit betragen die Löhne 7700 bis 8850 m. pro Monat, alfo fobiel, wie zum Teil in anderen Berufen fast an Wochenlöhnen gezahlt werden. Da die Unternebmer wohl die Erhöbung für Roder auch als Finanzjachverständiger auftritt, erbringt in dieser Notiz bember annehmen, aber für den Ottober nur 1000 m. ben Beweis, daß er durchaus in der Lage ist, auch als Sachver nachzahlen wollen, seben sich die Wächter gezwungen, in den Streit ständiger in Arbeiterfragen allen Stammtischgesellschaften in zahlung in derartige Schulden geraten, daß fie auf der restlosen Die Wächter find durch die andauernd schlechte Be Hinterpommern zu dienen. Er schreibt: Auszahlung bestehen müssen. Au treten. Benn wir hier nun den Ruhrbergleuten empfehlen, den Borgeschlagenen Bersuch mit dem Kollettipprämiensystem zu machen, so nicht nur deshalb, weil wir zugeben müffen, daß die Bei der Berechnung der Kosten darf der Produzent nicht verAbficht, mehr Kohlen zu fördern, im allgemeinen Interesse geffen, auch die eigene Arbeitskraft und die Arbeitsleistung von fiegt, trotzdem zweifllos auch die Unternehmer im Bergbau daran Eine der ant ichlechtesten bezahlten Branchen tritt zur Erringung der Stadt, der nach einer Arbeit von acht Stunden, von denen er Familienangehörigen mit in Rechnung zu stellen. Der Arbeiter in interessiert sind. Bielmehr auch aus dem Grunde, weil wir irgend vernünftiger Lohnverhältniffe in den Kampf. Sie erwartet bie welche Nachteile für die Bergarbeiter darin nicht sehen können, Unterstützung der Deffentlichkeit, insbesondere die der Arbeiterschaft. noch einen erheblichen Teil, fomeit es ihm mögli fondern nur einen gewissen Vorteil. Sollte sich herausstellen, daß Es handelt sich um eine Arbeitergruppe, die Tag und Nacht, obne it, gefaulenzt hat, nach Hause geht, hat nun Zeit, über den späterhin der Versuch gemacht wird, die Löhne um die Prämien Rüdicht auf das Wetter, ohne felbst den Tod zu fürchten, dem Bucher auf dem Lande zu schimpfen; er bebenft aber nicht, daß auch der Landwirt für sich und seine Mitarbeiter und für seine weit fummen niedriger zu halten, dann haben es die Bergleute noch Stapital fich als Schüßer des Eigentums zur Verfügung stellt. immer in der Hand, das Prämiensystem fallen zu lassen. Sollte es institut Hauptmann a. D. Steinweg, Culmbacher Cir. 14, Bach Arbeiter als etwas Selbſtverſtändliches fordert unterst Bewilligt haben die Forderungen bis zur Stunde: Das Wach längere Arbeitszeit denselben Stundenlohn fordern kann, den der zur dauernden Einrichtung werden, dann müßte allerdings Vorsorge gesellschaft für Berlin und Nachbarorte, Friedrichstr. 125, Sarun schwer arbeitenden und barbenden Arbeiter der Stadt verhetzt, wird dahingehend getroffen werden, daß dem Unternehmertum al Naichid- Hinterfaz- Bey, Friedrichstr. 221, Bach- und Sicherheitschwer barais feine Extraprofite erwachsen. Es wäre im Interinstitut Monopol, Friedrichstr. 221. Falls weitere Bewilligungen fich wahrscheinlich über die sozialdemokratischen Hezer" entrüften. effe der Aufnahme und der Befolgung des Borschlages sicherlich eingehen, werden wir die Firmen bekanntgegeben. Die Streitlotale beffer gewesen, von vornherein auch diese Seite der Frage irgendwie werden in der heutigen Abendausgabe oder Sonntagsausgabe be3 regeln. fanntgegeben. Die Zentrale befindet sich Bayreuther Str. 31. Kurfürft 9882. Der Kampf in den Wagen- und Karosseriebetrieben. Sonntag, vormittags 9%, br, findet im Saale der Brauerei König Achtung, Generalversammlungsdelegierte des DMB.! Am ftadt, Schönbaufer dee 10/11, die Fortießung der Tagesordnung der ordentlichen Generalversammlung ftatt. Zur Debatte stebeit noch die Anträge Bergau. Es ist unbedingte Pflicht sämtlicher Delegierten der Amsterdamer Nichtung, zu dieier Generalversamm lung zu erfcheinen. Der Fraktionsvorstand. Zentralverbend der Maschinißten und Seizer. Geschäftsstelle Groß- Berlin. Stenstag, ben 51. Oftober, abends 6 Uhr, im GemerNchaftshaus, Engelufer 24/25, Soal 4, Quartalsgeneralversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über Mo berne Brounfohlenfeuerung". Ref. Dipl.- Ing. Uh I. 2. Geschäftsbericht vou 3. Quartal. 3. Raffenbericht vom 3. Quarbal. 4. Berschiedenes. Es ist Pflich eines jeden bienfifreien Kollegen, pünitlich au dieser Genergiversammlung zu Das Rollettivprämiensystem tann ohne stärkere Arbeitsleistung bes einzelnen Bergarbeiters doch dahin führen, daß in der 3u. sammenarbeit mehr Rücksicht auf den Ertrag genommen, wirtschaftlicher gearbeitet wird. Durch einzelne Maßnahmen in der In einer überfüllten Bersammlung der streifenben und aus Organisation der Zusammenarbeit fann mancher Borteil erreicht gesperrten Arbeiter der Karosseriebetriebe am Freitag in Böters werden, und zwar durch freiwillige Anordnungen weit Festfälen wurde von Lehmann, Obmann der Streifleitung, über mehr, als etwa durch Borschriften von oben herab. Auch die Be- die derzeitige Sachlage berichtet. Eine wesentliche Aenderung ift fürchtung scheidet im Bergbau aus, daß durch Arbeitsleistungen der noch nicht eingetreten, doch haben wieder mehrere Firmen ihre GeGesamtheit Arbeitskräfte überflüffig, arbeitslos würden. Nach allem neigtheit zu Verhandlungen mit der Arbeiterschaft befundet. Henschel, vom Metallarbeiterverband, forderte zur Einigfeit auf erscheinen. möchten wir soweit es uns möglich ist, die Dinge in ihrer Ge- und hob weiter hervor, daß die Situation günstig sei. Dem Rat, famtheit zu beurteilen den Bergarbeitern des Ruhrreviers emp in anderen Branchen um Arbeit nachzusuchen, fönne er nicht bei Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: fehlen, falls fie nicht ganz triftige Gründe dagegen haben, ein- treten. Jeder möge als treuer Kollege bis zum Siege bei der Fahne Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. 5. S., Berlin. Druck: mal den Bersuch mit dem Kollettipprämiensystem bleiben. Smiebide rief die Kollegen ebenfalls dazu auf, im Borwärts- Buchbruceret u. Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3 Zu wer zum Güßen den Speisen, Getränken ufw fotoie zur Bereifung von Rompotten oder zum Cinfohen von Obft ufo. Süpftoff verwenbet. Borzüglich 1000 biffie bekömmlich. Grb in Reteniatmoran, Dregenhandlungen and poffefen Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Rollege, ber Schloffer Paul Marquardt Schöneberg, Hohenfriedbergstr. 18 am 24 Ottober geftorben ift Ehre seinem Unbenten! Die Beerbigung findet Sonnabend, ben 28 d. 9, nachmittags 2 Uhr, Don ber Leichenhalle des Anitalts- Rirch hofes in Bittenau aus ftatt Rege Beteiligung erwartet 128/17 Die Ortsverwaltung. Geschlechtsleidende! Heilun ohne Quecksilber, ohne gift. Einspritzung, ohne Beru sstör; aufkl. Broschüre m. taus, freiwill Dankschr. über 1) Harnröhren eid.( Ausfluß), 2) Syphilis Bezirksverb.VSPD. 6. Abteilung SprechAm 28 Dit ver starb unser lang jähriger Bezirks führer, b Genoffe Albert Thiemect Biolinen, Schönholz. St.18. Die Ginäscherung erfolgt am Mon tag, ben 30. Ott, nachm. 5 Uhr, im Arematorium Gerichtstraße. Rege Beteillgung erwartet Der Abt.- Borst. 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Jahrgang Beilage des Vorwärts Die Eisenbahnanlagen in Berlin- Ost. Sonnabend, 28. Oktober 1922 Eine Berbesserung ist auch für den Ringverfehr geplant. Bei der Trennung des Ringverkehrs vom Stadtverkehr, die vor mehreren Jahren aus Gründen des Betriebes erfolgte, fielen die Nord. und Südringzüge weg. Auf Bahnhof Warschauer Straße soll nun an der Stätte des bisherigen Bahnhofs eine Kehrgieisanlage ge Verbesserungen auf den Bahnhöfen Stralau- Rummelsburg nud Warschauer Straße. fchaffen werden, damit Ringzüge wenigftens bis hierher geführt werden fönnen. Man fönnte dann hier zwischen Stadtzügen und Die Unhaltbarkeit der Berkehrszustände auf den mit Arbeiter- ftrede und die danebenliegenden Borortftreden erhalten je einen Ringzügen nach Norden bzw. nach Süben umsteigen, so daß Bahn. verkehr überlasteten Bahnhöfen Stralau- Rummelsburg und war eigenen Bahnhof, beide müssen aber östlich der Warschauer Straße hof Stralau- Rummelsburg entlastet würde. Raum einer von denen, die dort vorüberfahren fchauer Straße wurde schon seit einer reichlich langen Reihe von angelegt werden. Wenn die Bauarbeiten auf den Bahnhöfen Barschauer Straße Jahren in der Bevölkerung empfunden und auch von der Eisen- und sich über den langsamen Fortschritt der Bauarbeiten wundern, hat eine Ahnung von den außerordentlichen Schwierigkeiten, die und Stralau- Rummelsburg ohne Behinderung fortschreiten fönnen, bah: verwaltung erkannt. Leider wurde die Ausführung des Blanes, bei diesem Bau überwunden werden müssen. Der Bauplatz ist so ist zum Sommer 1923 die Fertigstellung ber ren beklagten Uebelſtänden abzuhelfen, durch den Krieg zunächst beengt, daß es nur möglich ist, die Arbeiten in vier Abschnitten neuen Anlagen zu erwarten. Sie werden dazu beitragen, gehindert. Erst im Jahre 1921 fonnte an die Umgestaltung des nacheinander auszuführen. Jeder einzelne Teil der Bauten muß Bahnhofes Warschauer Straße gegangen werden, und im Jahre von unten bis oben fast vollständig fertiggestellt werden, und dann die den Berkehr erschwerenden und in der Bevölkerung von Berlin1922 wurde auch mit den Verbesserungen der Zugänge zum Bahn- erft tann man durch Gleisverschwenkung daneben Raum für die Dft feit langem beflagten Mängel zu befeitigen. hof Stralau- Rummelsburg begonnen. Zur Besichtigung der Bau- Ausführung des nächsten Bauteiles schaffen. Durch das neue Emp arbeiten hatte Präsident Wulff von der Eisenbahndirektion Berlin fangsgebäude an der Warschauer Brüde, das sozusagen in der Luft die Bertreter der Prefiffe eingeladen. Wir machten die Fahrt nach Schwebend auf Säulen errichtet wird, gelangt man auf einen 65 Meter langen Weg und über dessen Abzweigungen nach rechts Bahnhof Stralau- Rummelsburg in einem Eisenbahn- Unter- und links zu den beiden neuen Bahnsteigen. Für den Abgang von rimismagen, der bei der Ausbildung von Beamten, nament den Bahnsteigen werden besondere Stege gebaut, die zu beiden lich der Bahnmeister und der Telegraphisten, benutzt wird. Der Seiten des Empfangsgebäudes auslaufen. Die ganze Anlage wird Bazen unterscheidet sich äußerlich nicht von anderen Eisenbahn- fo geräumig, wie es an dieser Stelle irgend möglich ist. Infolg: wagen, innen aber bietet er den Anblid einer Schulttasse des Maffenverkehrs, den die benachbarten Fabriten in den Stunden auf Rädern. Er ist regelrecht mit Banktischen ausgestattet, des Arbeitsbeginnes und des Arbeitsschlusses hier verursachen, doch zeigt die übrige Einrichtung des Klaffenraumes, daß hier nicht werden an dem Bahnhof Warschauer Straße zeitweise ganz außer ABC- Schützen in die Geheimnisse der Wissenschaft eingeführt wer. ordentliche Anforderungen gestellt. den sollen. In dem Wagen gibt es eine Telegraphenanlage, eine Telephonanlage, ein Laboratorium und auch Borrichtungen zur Herbeiführung fünftlicher Störungen sind vorhanden. Neue Zugänge zum Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Die Verkehrserschwerungen auf dem Bahnhof Stralau- Rummelsburg sind dadurch gegeben, daß er ein Knotenpunkt für drei nach Often und Südoften gehende Bororiftreden und für die Ringbahn ist. Wenn hier ein durchgreifender Umbau technisch überhaupt möglich ist, so find Milliarden dazu erforderlich. Einstweilen und vielleicht für alle Zeiten muß es bei der bisherigen Einrichtung bleiben, daß der Berkehr sich auf jedhs Bahnfleige verteilt. Die Eisenbahnverwaltung ist aber bemüht, wenigstens die Zugänge zu verbessern. Die Treppe vom Bollring- Bahnsteig F zum Bahnsteig D Der Kaulsdorfer Strede ift erweitert worden, so daß die Stauungen beim Umsteigen etwas gemilbert werden. Das wichtigste Etüd der Berbesserungen aber ist eine über die gesamte Bahnhofsanlage hinübergreifende 6 meter breite Brüde, die von der Bahnunterführung an der Hauptstraße im Stadtteil Rummelsburg bis zu der Bahnunterführung an der Sonntagstraße im Stadtteil Borhagen reicht und durch einen Berbindungssteg an das Empfangsgebäude ange schlossen ist. Der in nur drei Meter breiten Rampen um das Emp. fangsgebäude herumführende alte Weg wird dann eingezogen, fo daß die Bahnsteige A, B und C mit den Bahnsteigen D, E und F in unmittelbare Berbindung tommen. Die Sperren fönnen so aus dem Freien in das Empfangsgebäude verlegt werden, das im Innern umgebaut wird Umsteigende Fahrgäste werden aus einer elektrisch betriebenen Zugmeldetafel ersehen, welcher Zug zuerst abfährt. Der rollende Fahrkartenschrank. Wie wird das Sonntagswetter? NW SW... N. NO SO GU Sturm Regen und Veränderlich Schön Wind Gewitter דיויוידי 30 30-30 20 20 10 10 01-0 10 10 Hinter Glas. Mern der Herbst mit seinen berauschend bunten Farben im Land ist, wenn gelbe und braune Blätter von den Bäumen, die langfam schwarz werden, zu Boden rieseln, wenn die Natur stirbt, blüht neues Beben hinter den Echaufensterscheiben. Früh fällt die Dunkeiheit auf die Erde, und früh flammt es auf in allen Schaufenstern. So war es einmal, und auch mir in Berlin fonnten einst, was vor langen Jahren das Borrecht von Baris war, von der ville lumière, von der Lichtstadt Berlin, sprechen. Zwar ist in diesem Winter zum erstenmal nach langen Jahren wieder die Lichtreklame an den Giebeln und auf den Dächern der Häuser gestattet. In diesen Tagen des Herbstes murde früher der Schaufensterwettbewerb veranstaltet, unb jeber Ladeninhaber fehle alle Kräfte daran, um den ersten Preis zu erringen. Heute freilich hat man andere Sorgen. Und doch! Benn man heute auch nicht alle Lichter hinter der Schaufenstern funkeln sieht, die meisten Geschäftsleute die ganze Kunst des Deforierens anscheinend nur darin erblicken, ihre Schaufenster mit den Preisa täfelchen zu schmücken, auf denen die Preise mehrmals am Tage geändert werden, interessant bleibt es doch. Zunächst einmal: es gibt heute wirkliches Leben in allen Lagen fönnte man sagen, hinter der Scheibe zu schauen. Bor vielen Jahren war es für Berlin noch eine Merkwürdigkeit, ja vielleicht Sehenswürdigkeit, daß hinter der Schaufensterscheibe eines Tabaffadens in der Friedrichstraße ein junges Mädchen saß und Zigaretten drehte. Heute hat sie Kolleginnen in allen Stadtgegenden erhalten. Sintr anderen Schaufensterscheiben fizen junge Damen an der Schreibmaschine, am Stidrahmen, an der Nähmaschine oder sonst bei einer Beschäftigung, die auf diese Weise besonders finnfällig veranschaulicht werden soll. Schließlich fann man aber auch mit Recht von dem Leben der Blumen sprechen. Hier aber und vor diesen Schaufenstern macht man eine seltsame Wahrnehmung. Unsere Zeit ist so hart unb Zu Beginn der Woche breitete sich ein zwischen Island und fo häßlich und so arm geworden, vielen Tausenden ist das Allernot Schottland gelegenes Hochdruckgebiet über den größeren Teil wendigste faum erreichbar, die großen Blumengeschäfte aber weisen trat daher in Nordwest- und Mitteldeutschland zwar vielfach neb- leicht errechnen, daß ganze große Vermögen hinter der Scheibe auf von Mitteleuropa aus. Nach zahlreichen Regen- und Schneefällen eine schier finnverwirrende Fülle aller Blumen auf, und man fann liges, aber sonst trockenes Wetter ein. Im Osten hingegen etwa bis zur Oder hin kamen noch öfter Niederschläge vor, die geftapelt und aufgestellt sind. Fragt man die Ladeninhaber nach im allgemeinen gering, nur in Ostpreußen recht ergiebig waren. Des Rätsels Lösung, heißt es, die Ausländer taufen viel und teure Der Bahnhof Stralau- Rummelsburg wird als erster in Berlin Nachdem sich der Himmel mehr und mehr aufgeklärt hatte, traten Blumen, der nichtvalutastarte Inländer aber muß sich daran genug auch eine Einrichtung erhalten, die den Fahrkartenverkauf beschleu in den meisten Gegenden etwas strengere Nachtfröste ein. In den nigt. Bisher mußte, we: in ein Schalterbeamter durch einen anderen Nächten zu Mittwoch oder Donnerstag brachten es z. B. Hildes- fein laffen, feine Augen an den zarten Schäßen hinter der Scheibe abgelöst wurde, der Schalter geschlossen werden, damit die Ueber- heim, Erfurt und Ortelsburg auf 6, Gardelegen, Dahme( Mark). zu erfreuen. Seitdem der Dollar Kletterfunststücke auf dem Turngabe des Fahrkartenbestandes ungestört vor sich gehen konnte. Das Meiningen und Ilmenau auf?, Löningen( Oldenburg). Greiz sogar feil vollführt, denen wir ängstlich zuschauen, haben sich in allen auf 8° C. Kälte, während in den Mittagsstunden noch fast überall fich brängende Bublifum, das den Grund nicht fennt, wird unge mehr als 5° Celsius Wärme herrschten. Seit Mittwoch nachmittag Stadtgegenden Läden etabliert, die Gold und goldene Gegenstände buldig, wenn es trok starten Berkehrs einen Schalter gefchloffen nahm die Bewölkung längs der deutschen Küste, seit Donnerstag jomie andere wertvolle Sachen anfaufen. Biele dieser Geschäfte fieht. Rünftig erhält jeder Schalterbeamte feinen eigenen Fahr- abend auch im Binnenlande wieder allmählich zu, worauf die Nächte haben prunkende und überladene Schaufenster, eine große Schau von fartenfchrant, und durch auf Rollen laufende Schränke wird es allgemein gelinder wurden. Am Südwestrand eines schon mehrere allen Metallen, von dem so manches Stüd hierher sewandert ist, möglich gemacht, daß der abtretende Beamte feinen Schrant in den Tage langen in der Nähe des Weißen Meeres befindlichen umfang meil sein Befizer die Not des Lebens nicht länger gen fonnte. Hintergrund des Schalterraumes schiebt. Während er dort den Be Nacht zu Freitag zu einem selbständigen Tief sich ausbildete Aus diesen Gründen sind auch heute die Schaufenster der Antiquio reichen Tiefdruckgebietes war ein Teiltief entstanden, das in der stand feststellt, schiebt der ablösende Beamte feinen Schrant zum und nach Südskandinavien zog. Jetzt scheint das Tief langsam tätenläden so überreich ausgestattet und laden zu längerem Ver Schalterfenster und setzt ohne Unterbrechung den Kartenverkauf fort. weiter nach Süden vorzudringen und das Hochdruckgebiet von meilen vor der Scheibe ein. Umbau des Bahnhofs Warschauer Straße. Auf Bahnhof Warschauer Straße ist bisher eine Haltestelle für Auf Bahnhof Warschauer Straße ist bisher eine Haltestelle für die Vororiftrede der Schlesischen Bahn schmerzlich vermißt worden. Diefem Mangel abzuhelfen, ist der Hauptzmed des Umbaues, der hier jetzt endlich zur Ausführung kommen fann. Die StadtbahnIsland wieder nachzurücken. Wir haben daher für Sonnabend und Sonntag zunächst etwas wärmeres, überwiegend trübes Wetter mit wiederholten Niederschlägen, hauptsächlich Regen, zu erwarten. Später dürfte sich der Himmel zeitweise aufklären und bel frischen nordwestlichen Winden die Temperatur neuerdings sinken. 45] Sachawachiak der Estimo. Sie fie gefehen, sie ist reizend, nicht wahr?" Von Ejnar Mittelfen. ( Schluß.) Iglurut saß auf dem Bett halbnadend. Ah, ein Frember, tomm herein!" und lächelnd ging fie ihm entgegen. Thr fetter Oberkörper leuchtete im Halbdunkel, ihr Haar war ungemacht und fiel voller Tierhaare und Federn zottig auf ihre Schultern herunter. Fremder, femm herein, sei will tommen!" Migi feßte fich auf einen Stuhl. Iglurut!" Es gab einen Ruck in ihr und sie sah ihn forschend an. Wer bist du?" 3h tomme aus Norden," antwortete Migi ,,, aus Nuwuf. Befinnst du dich auf Numut?" Die Frau fette fich hin, fie zitterte am ganzen Rörper und ihre Augen befamen einen gehezten Ausdruck, doch sie fagte nicht, nickte bloß. Ich habe da oben gewohnt," fuhr Migi. fort ,,, mehrere Jahre lang, auf einer fleinen Infel, ein wenig östlich von Numut, da traf ich einen Mann, er sendet dir Nachricht und Gruß." war has?" Frember," sagte sie mit tränenerstidter Stimme ,,, wer ,, Sachamachiat!" Und die Frau legte ihren Stopf auf die Arme und schluchte, erinnert er fich noch an mich?" Ja," antwortete Migi, er erinnert sich noch an dich und er hat mich gebeten, ich möchte dich aufsuchen und dir fagen, er fürchte, du litteſt Not. Er will dir gern helfen, wenn er fann!" Iglurut weinte, es war lange her, daß sie an Nuwut gedacht hatte, an ihre glücklichste Zeit als Sachamachiats Frau. Die Erinnerungen überwältigten sie, sie weinte und meinte, fo daß ihr ganzer Rörper bebte die arme Frau! Als sie ruhiger wurde, sprach Migi mit ihr von ihrer Bergangenheit, von ihrer Heimat, von den Freunden da oben, von Sachawachiat, und mährend all' bem betrachtete er ihr von Ausschweifungen, Krankheit und Not verwüstetes Geficht Aber der betäubende Geftant in dem Raume trieb Migi bald ins Freie, wo er feine Lungen mit der reinen, flaren Luft füllte, und langfam ging er zum Sheriff zurüd, ungewiß darüber, was er tun sollte. ,, Na," fragte der Sheriff, was fagen Sie mun, haben Migi schüttelte den Kopf. Ja, Sheriff, ich gebe Ihnen recht, es ist ganz unmöglich, daß man sie zu Sachawachiat zurüdfommen läßt. Aber, was follen wir tun, ich habe den Schlitten voller Belze, mas schlagen Sie vor?" Sie Sprachen lange darüber, und der Pfarrer wurde her beigerufen. Die Entscheidung war schwierig, aber schließlich famen fie dahin überein, daß die Belze verkauft und das Geld dem Pfarrer in Berwahrung gegeben werden sollte, der es Igluruf geben wollte, wenn sie sich in wirklicher Not befand, lange tonnte sie ja doch nicht mehr leben, verwüstet wie sie war. Und dabei blieb es. Die Belze brachten mehrere Tausend Dollar ein, viel Geld für Igluruf, und Migi ging zu ihr, um ihr zu erzählen, wie sie jetzt gestellt sei. Sie war halbbetrunken, hatte die erste Begegnung verGeffen und kam lächelnd dem willkommenen Gaft entgegen. Frember, guten Tag!" Migi segte sich hin: Igluruf, jetzt mußt du auf mich hören; Sachawachiat hat mich hierher gefandt, um zu fragen, ob du zu ihm hinauf reifen willst, was meinst du selbsttannst du das?" Sie schauderte bei dem Gedanken. Reisen, ich? Nein, unmöglich, dazu bin ich zu alt, früher bin ich gereift, schredlich an trengend, aber jegt, ich tann und will nicht, ich erinnere mich noch an die letzte Reise." nicht reisen; aber Sachawachiat hat mir einige Belge gegeben, ,, Nein, das dachte ich mir," fuhr migi fort ,, bu fannst die ich hier in Candle verkaufen sollte, so daß du Geld zur Reise hätteft, dieses Geld-" Gelb," unterbrach sie ihn mit einem gierigen Blid, hat er dir Geld gegeben? Her damit, fofort, du willst es mir wohl stehlen, das wollen alle Weißen, wo ist das Geld?" Ich habe es nicht bei mir," antwortete Migi ,,, und du befommit es nicht alles auf einmal; aber wenn es dir schlecht geht, wenn du nichts zu essen hast, dann gehe zum Sheriff oder zum Pfarrer, die werden bir eld geben." Es war, als ob ein böser Geist bei dem Gedanken an das Geld in sie gefahren sei: gib mir augenblicklich das Geld, verdammter Weißer, du willst es mir bloß stehlen." Biel Neues nder Originelles fann man im übrigen bei diesem Spaziergang nicht tonstatieren. Ja, es muß mundernehmen, daß alle die vielen Geschäfte, die die mannigfachsten Buppen zu den mannigfachsten Zmeden benötigen, immer noch jene Bachspuppen haben, die man fchen so lange fennt und die so wenig vervolle Migi wurde böse. Sei still, Frauenzimmer, und höre zu, ich will dein Geld nicht stehlen, im Gegenteil, ich fomme ja mit dem Geld, das du sonst niemals erhalten hättest, zu dir; ich habe mich tüchtig abgearbeitet, um hierher zu gelangen, doch es bleibt jo, mie ich gesagt habe; das Gelb foll nicht ver schwendet werden, jegt bekommst du es nicht, nur wenn du es nötig haft. ,, Wieviel ist es?" fragte Igluruf, lauernd und gierig. ,, Auch das will ich dir nicht sagen," antwortete Migi barsch, aber hier hast du etwas, dafür fannst du dir einen vergnügten Abend machen! Morgen reife ich weiter, und du siehst mich niemals mehr; aber ich werde Nachricht an Sacha machiat senden und sagen, daß du tot bist, es wäre schade um ihn, wenn er immer noch an dich denken würde." Mach, was du willst," heulte Iglurut, mach, mas du millit, aber gib mir das Geld augenblicklich!" Und Migi warf es auf den Tisch, vierzig blante Dollarstücke, und dann ging er, betrübt im Gedanken an Sachawachiat, angewidert Don der Frau, die in der Tür stand und ihm nachrief:„ Dieb, Lump, du stiehlst mir mein Geld!" Den Abend verbrachte Migi bei dem Sheriff. Sie sprachen von Sachawachiat und Igluruf, die seiner Treue so unwürdig mie nur möglich war, und als er nach seiner Schlafstelle zurüdging, hörte er Lachen und Gefreisch von dem Haufen fleiner Hütten herschallen, wo Igluruf wohnte. Er lächelte müde, lange war er mit dem Schlitten gefahren, viel hatte er an Iglurut gedacht, hatte das Schlimmite von ihr ange nommen, aber war doch durch ihren gänzlichen Fall und ihre alten, die auf der Flagmanninsel faßen und auf sie warteten, erderbnis überrascht worden. Und er dachte an die beiden die niemals Am nächsten Morgen erwachte Migi durch ein lautes tebi auf!" am Nu zog er fich an und ging zu dem schweig. Klopfen on feiner Tür. Das war der Sheriff. Fremder, famen Sheriff hinaus, der nicht sagen wollte, weswegen er ihn so früh gerufen habe. Die Stadt war noch nicht erwacht Er lentie feine Schritte in der Richtung nach Igluruts Haus zu, ein Haufen von Männern machte Blaz, als der Sheriff und Migi anlangten. Fremder, feht einmal!" linh ba lag Iglurut halb nadend im Schnee, steif, talt, tot. In der Trun tenheit war sie aus ihrem Haus gegangen, die Kälte hatte sie gelähmt, sie war umgefallen, der beißende Froit at de llebrige, endlich hatte sie Frieden gefunden. muten. Mitwirtenbe: Dstar der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. Eine Wohltätigkeitsveranstaltung des Bezirksjugendamtes fommnet sind, daß sie wie Gebeine aus der Leichenkammer an-| ordentlichen Erhöhung der Kohlenpreise für Groß- Berlin zu Das Programm des Schiller- Lyngeums, Pant-, Ede Böttgerstraße, statt. Und vor diesen Geschäften müßte man eigentlich nicht rechnen. Es ist zu erwarten, daß der Preis für den Zentner Wedding findet am Sonntag den 29. Oktober, abends 7 Uhr, in der Aula auf annähernd 600 M., für Steinkohle besteht aus Musikvorführungen und Rezitationen. vom Leben, sondern vom Tod hinter der Scheibe sprechen. Bielleicht Brifetts hängt auch dieses mit der Art der Zeit zusammen, denn auf Not und Schmelztots auf über 1000 m. kommen wird, was pro Zentner Edert und Emil Kühne. Der Reinertrag ist zum Besten einer Be cherung Preiserhöhungen von 200 bis 300 M. bedeuten würde. Seitens der für bedürftige Kinder bestimmt. Starten im Bezirksjugendamt, Christianiareimt sich ja bekanntlich Tod! zuständigen Stellen wird daher den Verbrauchern dringend emp- raße 73, im Restaurant des Ledigenheims, Schönstedtstr. 1, und an der Abendkasse. fohlen, die ihnen zustehenden Kohlen noch rechtzeitig Die Hausrat"-G.m.b.H. bedroht. por Infrafttreten der Preiserhöhung bei ihrem Kohlenhändler a b= Groß- Berliner Parteinachrichten Die unsägliche Not, die der Krieg über Deutschland gebracht zu holen. Die Händler sind verpflichtet, die bei ihnen het, hat es vielen Laufenden von Arbeitern und Festbesoldeten eingetragenen Kunden auf sämtliche freigegebenen Abnahezu unmöglich gemacht, einen eigenen Hausftand zu gründen, schnitte der Kohlenfarten voll zu beliefern, soweit Die Kassierer der 11., 23., 30., 94., 95., 108., 125., 126., und da die Kosten für die Beschaffung des notwendigsten Hausrates un- die Verbraucher sich ihre Kohlen selbst abholen. Die Aufsichtsbehörden 139. Abteilung werden hierdurch nochmals aufgefordert, die bereits erschwinglich geworden sind. Als Helfer erstanden da Unternehmungen, deren Wirkungsbereich sich über ganz Deutschland erftredie für die Rohlenverteilung werden dafür Sorge tragen, daß die im bis spätestens am 30. September fälligen Abrechungen vom J. A.: Alex Pagels. und die fich das Ziel fetten, die Bersorgung der Minderbemittelten Befih befindlichen Kohlenmengen auch voll zur Ausgabe gelangen. 2. Quartal 1922/23 fofort einzusenden. mit Möbeln zu annehmbaren Preisen und, wo es sein mußte, mit erleichterten Zahlungsbedingungen zu gewährleisten. Ein solches Unternehmen, deffen Tätigkeit in Berliner Arbeitertreisen sich einer wachsenden Beliebtheit erfreute, war die Gemeinnüßige Haus. rat Gesellschaft. Sie iſt wie man uns schreibt jetzt in Gefahr. Die steigende Geldentwertung macht erhöhtes Betriebstapital erforderlich. Das hatten einzelne Mitglieder des Verwaltungsrates seit vielen Monaten erfannt. Damals aber hatte man Die Kapitalerhöhung abgelehnt. Jezt aber verkündet der Berwaltungsrat, daß innerhalb 14 Tage die Gesellschafter ihre EinTagen auf das 3ehnfache erhöhen müssen, andernfalls würde die Liquidation oder die Veräußerung der Gesellschaft vorbereitet werden. Nun sind die Anteilzeichner der Brandenburgischen HausratGesellschaft zu einem großen Teil Kommunalverbände, die nicht in der Lage sind, innerhalb turzer Frist über so beträchtliche Summen zu verfügen. Das wissen natürlich die Geschäftsführer und der Finanzausschuß der Gesellschaft, in dem sich auch Herr Direttor $ 3feffer von der AEG. befindet, sehr genau. Ihr plötzlcher Borschlag läuft also darauf hinaus, die Kapitalerhöhung von vornherein nmöglich zu machen, um das gemeinnüßige Institut an bas Privatfapital ausliefern zu fönnen. Natürlich ist ein solches Borgehen, wenn es überhaupt Aussicht auf Erfolg hat, ein Verstoß gegen die Sagungen der Gefellschaft, die ausdrücklich vorsehen, daß drei Viertel der Mitglieder ciner etwaigen Liquidation zustimmen müssen. Man will aber rffenbar diefer Entscheidung vorgreifen, indem man die beteiligten Kommunalverbände zwingt, zu erklären, fie fönnten die notwendigen Mehrleistungen nicht aufbringen. Dieses Borgehen wird noch dadurch beleuchtet, daß man neuerdings mehr und mehr die gemeinnüßige Tätigkeit des Unternehmens in privatfapitalistische Richtung zu leiten gesucht hat. Jeht aber wird der entscheidende Gioß geführt und er ist bezeichnend für die Geistesert, mit der priratkapitalistische Intereffenien ihre Tätigkeit in gemeinnüßigen Unternehmungen ausüben. Zuerst verweigert man die notwendige Kapitalerhöhung, um den Beweis liefern zu können, die Gemein mirtschaft jei unmöglich. Später setzt man den Gesellschaftern die Bistole auf die Brust, mas um so leichter ist, als man ja weiß, daß tie Gemeinden unter einer erdrüdenden Finanznot leiden und roenn fie damit Glüd hoben sollten, so ist der Beweis für die infähigkeit der gemeinnüßigen Unternehmungen restlos und herrlich geglückt! Wir hoffen, daß unsere Genoffen und mit ihnen die ehrlichen Förderer einer neuen Gemeinschaftskultur auf dem Poften sind und ben Anfolag vereiteln. Immerhin find diese Treibereien interessant genug, um der breitesten Deffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. Der Systemspieler von Monte Cario. Zur Berhaffung des hannoverschen Kuponfälschers Schulze. Mit der Verhaftung des angeblichen hannoverschen Bankiers, des Ruponfälschers Erich Christian Schulze, über die wir gestern cusführlich berichteten, hat die hicfige Kriminalpolizei einen wertrollen Fang gemacht. Der angebliche Banfier entpuppte fich nämlich als ein im ,, Roten Schloß" am Alexanderplatz wohl Bekannter. Tiefe Berhaftung zeigte übrigens auch ein gutes Zusammenarbeiten Gusmärtiger Kriminalbehörden mit der hiesigen. Un An unsere Boftbezieher D ie einlaufenden Befchwerden von Doftbeziehern veranlaffen uns zu der Bitte, beim Ausbleiben der Zeitung zuerit eine fchriftliche Befchwerde beim Vorfteher des Beftellamtes einzureichen. Sollte diefer Weg erfolglos fein, ift fofort dem Verlag Nachricht zu geben. Wir bitten, den vorgefchriebenen Weg einzuhalten Vorwärts- Verlag G. m. b.H. Doppelbezahlung für elektrischen Strom. 5. Areis. Friebrichshain. Sonntag, den 29. Oktober, früh 10 Uhr, treffen sich alle Genoffen bei Bauer, Große Frankfurter Str. 1, zur Borwärtsagitation. 9. Areis. Wilmersdorf. Die Ronzertabonnements und die Theaterbarten zum 12. November fönnen vom Sonntag ab beim Obmann des Bildungsaus schuffes, Auguftaftr. 6, von Mittwoch ab bei den Mitgliedern des Bildungsausschusses abgeholt werden. 11. Kreis. Schöneberg- Friedenau. Gonntag, den 29. Oktober, Treffpunkt zur Borwärtsagitation früh 9 Uhr bei Will, Martin- Luther- Str. 69. Heute, Sonnabend, den 28. Oktober: Charlottenburg- Spandau. Jeden Connabend von 5-6 Uhr im Jugendheim, Charlottenburg, Rofinenstr. 4, Suristische Spechstunde. 54. Met. Charlottenburg. 8 Uhr im Lokal Bühnemann, Helmholzftr. 39, Funt tionärtonferenz. 70. Abt. Wilmersdorf. 8 Uhr bei Pieper, Solsteinische Str. 60, Bannerweihe. 121. Abt. Rarlshorst. 5% Uhr Borstandssigung der Vereinigten Sozialdemo fratie bei Belau, Rödelstr. 16. Um pünktliches Erscheinen- fämtlicher Funktionäre, auch der Zeitungskommission, wird dringend gebeien. Die Arbeiterngend Röntgental- Bepernid veranstaltet heute abend im Waldhaus ( Inh. Marr), Bärwolffftr. 12, einen Begrüßungsabend. Unkostenbeitrag 5 Mart. Alle Genossen werden gebeten, diese Beranstaltung rege zu unterftützen. Morgen, Sonntag, den 29. Oftober: 7. Abt. Nachmittags 4% Uhr Winterfest und Bannerweihe, verbunden mit Konzert und Theater in den Boruffia- Sälen( großer Saal), Aderstr. 6-7. Billetts find zu haben bei Bärwalde, Schlegelftr. 8, und bei Dahms, Schlegelstr. 9. 38. Abt. Alle Genoffen treffen sich zur Borwärtsagitation vormittags 8% Uhr bei Bauer, Große Frankfurter Str. 1. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 28. Oktober: Jugendgenoffen! Die Einäscherung des Jugendgenossen Sans Langheim findet heute abend 6 Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. Jugendgenossen, wir bitten euch, fich an der Einäfcherung zahlreich zu beteiligen. Achtung, Raffierer! Bon 5-7 Uhr findet die Ausgabe der Marten, Rei. tungen und Mitteilungsblätter im Jugendheim, Lindenstr. 3, statt. Alle Abteilungen müssen ihr Material abholen. Aus der Partei. Alle Wander UnDie städlischen Elektrizitätswerte Berlin sind durch die FordeTempelhof. Jugendfeier in der Aula der Schule Manteuffelste. 65-66, be rungen der Kohlenfirmen, die Kohlen bereits am Tage der Ver- ftehend aus: Mufit, Ansprache, Rezitation, rythmische Tänze u. a. m. ladung zahlen zu müffen, in außerordentliche Schwierigkeiten ge- toftenbeitrag 8. 11. Areis. Wichtige Rreismitgliederversammlung im Jugendheim Friebenau, fommen, denn diese Forderung bedeutet die Festlegung von Offenbacher Str. 5a. Alle Jugendgenossen müssen erscheinen. Anfang 8 Uhr. einer milliarde Marf für Kohlenbestellungen. Die ElekMorgen, Sonntag, den 29. Oktober: trizitätswerte tönnen diefe Summe aus eigener Kraft nicht aufAchtung, Wanderleiter. Streifzug burd) den Grunewald. bringen und sehen sich daher genötigt, von dem ihnen zustehenden Teiter müffen daran teilnehmen. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Grunewald. Recht der Sicherheitsforderung gemäß§ 7 der Bedin. gungen für die Lieferung von Elektrizität aus dem Leitungsneze ber städtischen Elektrizitätswerte Berlin Gebrauch zu machen. Mit der Rechnung für den. Oftober- Stromverbrauch wird gleichzeitig ein Betrag eingezogen in ungefährer Höhe dieses Die Frauenzeitung der einigen Partei. Das Frauenblatt der Rechnungsbetrages. Die Stromabnehmer werden im eigensten bisherigen USB.,„ Die Rämpferin", stellt am 1. November Interesse gebeten, die Rechnung sowohl wie auch den Sicherheits- fein Erscheinen ein. Um eine Unterbrechung im Bezuge der Frauenbetrag bei Vorlage zu zahlen, da andernfalls die Versorgung der zeitung zu vermeiden, wird ab 1. November die Gleichheit" Bevölkerung mit Elektrizität für die Wintermonate in Frage allen bisherigen Abonnenten der Kämpferin" zugestellt. Die erste gestellt ist. Nummer ist als Werbenummer gedacht. Die Gleichheit" erscheint wie bisher am 1. und 15. des Monats. Der Preis für die EinzelGasvergiftung zweier Bucharischer Sandelsdelegierten. nummer beträgt zurzeit 4 Mart. Bestellungen find zu richten an Gestern nachmittag wurden die beiden Kaufleute a chulden Berlag: Buchhandlung Vorwärts, Berlir S. 68, Lindenstr. 3. Chodshagen und Isamscha Muhamedshagen aus Mostau in einer Pension in der Schumannstraße durch Gas Dergiftet tot aufgefunden. Die Gasvergiftung ist lediglich auf einen Unfall zurückzuführen. Die beiden Kaufleute sind Bucha rarer Staatsangehörige, weilten seit vorgestern in Berlin und hatten den Auftrag, mit der deutschen Regierung Handelsbeziehungen anzufnüpfen. " Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arbeiter Abstinentenbund. Ortsgruppe Berlin. Sonnabend 7½ Uhr Schule Druder über: Alkohol und Bollsgesundheit". Eintritt unentgeltlich. Bund religiöser Sozialisten. Folgende sozialistische Geistliche fprechen am Sonntag, den 29. Oktober: Moabit, 6 Uhr nachmittags, Reformationstirche, Wiclefftr. 34, Günther Dehn; Neukölln, 10 Uhr vormittags, Philipp- Melanch thon- Kirche, Rranolbftr. 16, Dr. Piechowski. Thema: Mensch und Kirche". Freireligiose Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr im Rathaus, RönigNocturno( Field). Gäfte willkommen. Steinſtr. 31( an der Neuen Schönhauser Straße), Bortrag des Gen. Dr. med. Arbeitersport. Bichtenberg I, Fußball- Abteilung. Gonntag, den 29. Oktober, findet m 3 Uhr nachmittags ein intereffantes Treffen von Lichtenberg 1- Fighte- Oft ftatt. Beide Bereine verfügen über gutes Rönnen und somit ist ein guter Sport zu erwarten. Der Plas liegt in Lichtenberg, Hirschberger, Ecke Krumhübler Str. Sport. Rennen zu Mariendorf am Freitag, den 27. Oftober. 1. Rennen. 1. Martha III( Weiß), 3. Pontresina( Lichtenfeld), 3. Baffenschmied( Bauß jr.). Toto: 26: 10, Blaz: 16, 22, 61:10. Ferner liefen: Dennewig, Ninon I, Bring Offory. Gallus I( disqu.), Morr, Adler, Lenz I, Coffnung II, Grid I, Mariechen B., Morganat. In der betreffenden Nacht lief bei dem Lauerdienft im Polizeipräsidium eine Depesche aus Hannover mit der Angabe ein, der Spurloses Berschwinden eines Schülers. Seit dem 19. b. M. Flüchtige sei in einem bestimmten ersten Berliner Hotel abgestiegen. ist der zwölffährige Schüler Helmut S., der bei seinen fraße, Bortrag des Herrn Dr. M. Brie: Gerhart Hauptmann. Harmonium: Die dorthin entsandten Beamten stellten fest, daß dort wohl auf den Eltern in Schöneberg wohnte, spurlos verschwunden. An dem Namen„ Bankier Schulze aus Hannover" tatsächlich ein Zimmer be- genannten Tage fehrte er aus Hirschberg zurüd, wo er eine Brivatftellt, von ihm aber nicht bezogen worden war. Während der Flüchlehranstalt längere Zeit besucht hatte. Er war mit einem brauntige dachte, so seine Spur verwischt zu haben, telegraphierte die schwarz farierten Jadett, grauer Breecheshose, einem pfeffer- und hannoversche Kriminalpolizei zwei Berliner Telephonfalzfarbigem Mantel und grauer Müze befleidet. Der Knabe nummern nach hier, die sie bei ihren dortigen Nachforschungen ist etwa 1,54 groß, hat hellblondes Haar, ein rundes frisches Gesicht, ermittelt hatte. Auf Grund dieser Telephonnummern gelang es braune Augen und vollständige Zähne. Nachforschungen haben erbem Kriminalfommiffar Getz, den reisefertigen Schwindler in dem geben, daß am 20. d. M. von einer noch nicht ermittelten Berson Augenblid abzufangen, als er feine Berliner Wohnung verlassen ein Reisegepäd in der Aufbewahrungsstelle des Görlitzer mollte. Nachdem der Flüchtige das Hotelzimmer abbestellt hatte, Bahnhofs abgegeben worden ist. Mitteilungen, auch über die hatte er die Nacht in einer Privatwohnung verbracht. Seine Person, die sein Gepäd aufgegeben hat, nimmt Kriminalkommissar mertvollen Ledertoffer, der das ihn belastende Ma- Gahmig im Berliner Polizeipräsidium, Zimmer 45, entgegen. terial enthielt, hatte er, um alle Spuren zu verwijchen, in einer Fur 6 Millionen Mark Seiden- und Fufferftoffe fielen EinPrivatpension in der Nähe des Anhalter Bahnhofs untergestellt. In enigen Minuten tonnte aber der Koffer auch aus diesem Versted Brechern in die Hände, die der Firma Lewin u. Co. in der Mark Don ben Beamten herbeigeschafft und beschlagnahmt werden. Der grafenstraße 27 einen nächtlichen Besuch abstatteten. Wie feftgestellt Berhaftete wurde dem zuständigen Dezernat der Kriminalpolizei zu werden konnte, baben die Einbrecher die Beute in einem dunkel geführt. Da die bei ihm vorgefundenen Kupons der 4% progrünen gefchloffenen Handwagen fortgeschafft. zentigen Provinzialanleihe von Buenos- Aires 3. Rennen. 1. Beitgeist( Lautenberger), 2. Cybina( Ad. Freundt), tatsächlich echte waren, hätte nicht sehr viel gefehlt, daß man seinen Das Liter Milch 87 m. Von Montag, den 30. Oftober 1922, Angaben, an etwaigen Fälschungen vollkommen unschuldig zu sein, beträgt der Preis für Vollmilch 87 m. je Liter, für Magermilch 3. Gregor I( Staupper jr.). Toto: 44: 10, Blag: 16, 18, 16:10. Ferner vollen Glauben schenfte. Erst als er schon 24 Stunden hinter den 26 m. je Liter. Der Preis ist für Kleinhandelsgeschäfte und Abliefen: Gradisca, Wilhelmina. Berdun, Diana VII, Marimum als Erster Mauern des Roten Schlosses" weilte, erinnerte man sich, daß ein melfwirtschaften( Molkereien) der gleiche. Die A- und B- Milch bisqu.. C Broz, der Einfäße zurüd Mann dieses Namens bereits seit Jahren zu den farten werden wie bisher mit je% Liter, die C- und D. Milchsowie die Karten für werdende Mütter guten Betannten" der Kriminalpolizei gehörte farten 5. Rennen. 1. Jung Bergfried( Hm. Schleusener), 2. Karla( Beiß), und auch hier im Besize dicker Personalaften war. In seinen Straf( E- Karten) wie bisher mit je ½ Liter Vollmilch täglich beliefert. 3. Albatros( Ringius). Toto: 29:10, Blas: 17, 16, 25:10. Ferner aften führte Schulze den stolzen Titel: Der Systemspieler Millioneneinbruch in der Landshuter Straße. In der verliefen: Manfred, Frühauf, Erbschaft, Fridolin III, Fribourg M., Fanny Hale. Don Monte Carlo". Nunmehr gelang es der Berliner Krimi6. Rennen. 1. Bring Magowan( Ringius), 2. Maitönigin I( Reuen nalpolizei, den immer noch hartnädig leugnenden Schulze zu über- flossenen Nacht stahlen Einbrecher aus der Wohnung des Kaufführen. Er wurde wegen der verübten Schwindeleien und Fälschun manns Hanne, Landshuter Straße 32, das ihnen erreichbare Silberfeld), 3. Storonna( Lautenberger). Toto: 17:10, Blag: 12, 15, 23:10, geschirr und 15 wertvolle Perferbrüden im Gesamtwert von etwa Ferner liefen: Armida I, Ming, Wyverberg, Ballonfönigin, Johannisfeuer, gen der Staatsanwaltschaft Hannover zugeführt. Nachtfalter, Dollyfa, Simplon, Else B. I, Rameliendame, Margot I. 2 Millionen Mart. 7. Rennen. 1. Lord Caid( Jaug jr.), 2. Brocade( Doelemann), Neuer Gaspreis. Unter Bezugnahme auf den Beschluß 3. Araber( Hedert). Toto: 73: 10, Blat: 26, 25, 40: 10. Ferner liefen: der Stadtverordnetenversammlung vom 2. Mai 1922 ist der Gas- Gudrun II, Ult, Mandarin, Duza, Libanon, Zufall, Kusa Dillon, Marschall preis für das Bersorgungsgebiet sämtlicher Gemeindegaswerte mit indenburg, Seia Girl, Manteuffel, Bicque( fb), 2. Seemi Wirkung von der Standaufnahme im November ab einheitlich auf 41 m, für das Rubitmeter festgesetzt worden. Gewaltige Erhöhung der Kohlenpreise? Wie sich aus der unter Wirtschaft abgedruckten Bekannt machung ergibt, ist bereits für die allernächste Zeit, und zwar voraussichtlich für den 3. November, mit einer außerGARBÁTY -> DITTMANN YORK 2. Rennen. 1. Amorette( Schmidt), 2. Gaffenmädel( Hermann), 3. Hartenfels( Frömming). Toto: 28:10, lat: 21, 33, 24:10. Ferner liefen: Crocus, Sehnsucht I, Deborah W., Firn, Mädel, Walfisch, Sigurd, Erlaucht, Refpeft, Schlips, Anton( feine Wetten). 4. Rennen. 1. Erzellenz( Beiß), 2. Hartstein( Ringius), 3. Bring Kudud( Lichtenfeld). Toto: 42:10, Blas: 17, 16, 21:10. Ferner liefen: Duäfer, Manila I, Abdullab Silver, Adelei B., Liese E, Alpenfeg 8. Rennen. 1. Biene III( Ab. Freundt), Seewind( Knöpnadel), 3. Carl Auser( Steger). Toto: 67:10, Blak: 25, 16:10. Ferner liefen: Lorbeere, Topinambur. Boby, It. Disq., 80 Proz. der Einfähe zurüd. Stets Qualität! Wirtschaft Die Steigerung der Kohleproduktion. lichen Kohlennot darstellt. leistung durch vollkommenere Ausnutzung der Betriebe erzielen tam. Iturfe gegen 59 im Vormonat und 256 im Borjahr, wobei zu beImmer wieder sind es die Verbraucher, die in erhöhten Waren- denken ist, daß auch die Zahl der Konkurse im Borjahre nur einen preisen sowohl den steigenden Dollarturs wie den teureren Preis der Bruchteil derjenigen Konkurse ausmacht, die selbst in Zeiten glänAuslandskohle, wie den erheblichen Leerlauf der Industrie zender Konjunktur vor dem Kriege Regel waren. bezahlen müssen. Für 351, Milliarden Mark neue Noten wurden in der dritten Eine Erhöhung der Kohleförderung ist nach dem Berlust OftAus all diesen Gründen würden die Bergarbeiter sich ein großes Woche des Oktobers ausgegeben. Es sind also jezt insgesamt für oberschlesiens für die deutsche Wirtschaft geradezu eine Lebens Berdienst erwerben, wenn sie den Schiedsspruch annehmen. Daß 410 Milliarden Mart Banknoten im Verkehr, daneben noc frage. Die Bergarbeiter haben das richtig erkannt, indem ihre damit das Programm einer Steigerung der Produktion unseres Ausweis zeigt eine weitere Zunahme der Handelswechsel bei der für 14 Milliarden Mark Darlehnskaffenscheine. Auch der letzte große Mehrheit trok prinzipieller Bedenken einem Ueberschichten wichtigsten Rohstoffes erst angeschnitten, längst noch nicht gelöst ist, Reichsbant, es tamen davon 12,8 Milliarden Mart herein. Andererabkommen zustimmte. Werden auch die Erfolge des Ueberschichten liegt auf der Hand. Aber je mehr die Bergarbeiter dem Verbraucher feits ist auch der Bestand der Reichsschatantweisungen weiter geabkommens erst allmählich sichtbar, so besteht doch kein Zweifel daran, daß selbst die verhältnismäßig geringe Mehrleistung von 8 Proz. zu Hilfe kommen fuchen und je weniger sie an der meist recht blöden wachsen; er beträgt jezt ca. 405,8 Milliarden Marf. bereits eine wesentliche Erleichterung in der fast unerträg mehr tragen fie dazu bei, unsere gesamte Wirtschaft leistungsfähiger Monaten geltend machte, scheint vorläufig überwunden au sein, Heze gegen ihre angebliche Arbeitsunwilligkeit Anstoß nehmen, desto Die Stagnation im Genoffenfchaftswesen, die sich vor mehreren Es ist nun nichts mehr als verständlich, wenn man jetzt nach zu gestalten und das Balutaelend wenigstens an dem einen Punkte jedenfalls brachten die letzten Monate wieder steigende Zahlen im zu mildern, wo sie die Macht haben. Wir zweifeln nicht, daß Bestand der Genossenschaften. Zwar find die Gründungen nach Begen sucht, um auch über die Lohnpolitik eine Erhöhung der die Bergarbeiter diese Einsicht haben und schon deshalb über manche wie vor wenig zahlreich, nur 263 Genossenschaften würden im Bergarbeiterleistungen zu erreichen. Die Bersuche, die dahin geh'n Mängel, die diesem Schiedsspruch als einem ersten Versuch anhaften September gegen 843 im August neu gegründet. Aber auch die und die ihren ersten Niederschlag in dem fürzlich erfolgten Schieds- müssen, hinwegsehen werden, wenn nicht von der anderen Seite noch Zahl der Auflösungen geht zurüd. Es wurden nur 116 Genossenspruch für den Ruhrbergbau gefunden haben, werden in unserem unerwartete Schwierigkeiten diesem Plan entgegengesetzt werden. fchaften gegen 162 im Auguft aufgelöst, so daß der gesamte gewerkschaftlichen Teil besonders gewürdigt. Vom wirtschaftspolitischen Standpunkt aus find jedoch dazu noch einige Be Belingt so die Steigerung der Produktion, so wird ein weiterer Best and um 147 auf 49567 Organisationen zuSchritt auf dem Wege zur Gemeinwirtschaft mit erhöhter Energie wieder einen Zuwachs um 7 auf. genommen hat. Auch die Zahl der Konfumbereine weist merkungen erforderlich, zumal die Annahme nicht von der Hand zu getan werden können; die gemeinwirtschaftliche Er weisen ist, daß der Schiedsspruch bei vielen Bergarbeitern auf Misschließung von neuen Schächten, die bereits an maß trauen, wenn nicht auf aftiven Widerstand stoßen wird. gebenden Stellen erwogen wird. Neue Kohlenpreiserhöhung. der starten Ausbreitung des übrigen Warenhandels, aber immerbin Er ist gering im Verhältnis ALL ein Zeichen der Befferung gegenüber denjenigen Monaten, wo in folge von Zusammenlegungen die Rahl der Auflösungen den Oberstes Ziel der Beteiligung der Gesamtheit der BergGenossenschaften gegenüber den Neugründungen überwog. arbeiter an der Mehrförderung durch eine erhöhte Lohnzahlung ist ja die Steigerung der Produttion. Sie aus Sorge Das Wolffbureau meldet: Der vorgestern nacht gefällte Schieds- Devisenkurse. Unferer geftrigen Rurstafel ist noch nachzutragen: um größeren Unternehmerprofit abzulehnen, wenn fie im Bereich spruch über eine Erhöhung der Bergarbeiterlöhne bildete 1 nngarische Krone 1,64 G., 1,66 8.100 Polenmar! des Möglichen liegt, hätten die Bergarbeiter sicherlich feinen An- die Grundlage für eine weitere Kohlenpreissteigerung, galten im freien Verkehr etwa 26 M. lab, solange diese enorme Knappheit an Rohlen besteht, deren welche die Organe der Kohlenwirtschaft, heute vornahmen. Die größte Schärfe fich gegen die Allgemeinheit richtet, insbe- Preise wurden erhöht u. a. für das Ruhrrevier( Fettförderkohle) sondere gegen das Reich und gegen die letzten Verbraucher. Die 2060 m. je Tonne, für das o stelbische und mitteldeutsche Reichsbahn, aber auch Gas- und Elektrizitätswerte mußten ganz Braunfohlenfunditat 774 M. für Rohtohle und 2041 m. erhebliche Mengen von Auslandskohlen einführen, deren Bezahlung für Briketts. Die Preise gelten mit Wirkung ab 1. November, nur in fremden Devisen erfolgen konnte, so daß damit der Dollar- zu den Erhöhungen treten die üblichen Säße für Steuern und turs in die Höhe getrieben wurde. Handelsnußen. Bei der Abstimmung wurde Einstimmigkeit nur bezüglich der Die Steuerzahler und die Verbraucher werden diese Mehraufwendungen zu tragen haben, sei es in erhöhten Steuersätzen, sei es Preiserhöhungen einiger fleinerer Reviere erzielt. Im übrigen in steigenden Warenpreisen, die ganz unabhängig von dem bei der Beschlußfassung über die Ruhrfohlenpreise stimmten vier enthielten sich vier Arbeitnehmer der Abstimmung; Inlandpreis der Kohle erfolgen. Kann nicht mehr inländische Arbeitnehmer dagegen, weil sie nur eine Preiserhöhung um 1942 M. Kohle aufgebracht werden, so hat es schließlich auf die Dauer gar vertreten zu können glaubten. Die Arbeitnehmer machten geltend, feinen Sinn, die inländischen Kohlenpreise niedrig zu halten, denn somohl Eisenbahnen wie Gas- und Elektrizitätswerte, aber auch daß die ihnen zugebilligten Lohnerhöhungen immer weiter hinter der Geldentwertung zurückblieben andere industrielle Unternehmungen, die jetzt Auslandskohle be- und daher müßten auch Werksbefizer auf Teile der Materialpreisziehen, werden mehr oder minder dazu gezwungen, den Auserhöhung verzichten. Die Werts befizer verwiesen auf die große landstohlenpreis ihrer altulation zugrunde zu legen. Breissteigerung der Materialien, insbesondere für Holz, die größer Tadurch gestalten sich die Warenpreise fo, als ob es billigere deutsche sei als die Erhöhung der Inderziffer der Lebenshaltung, somie auf Bei Hautausschlag, Beinschäden ( Krampfadern) ist San.- Rat Dr. Strahls Haussalbe seit 100 Jahren ein mildes u. wirks. Mittel. Orig- Dose 85 u. 155 M. Elefanten- Apotheke, Berlin SW Leipziger Straße 74 am Dönhoffplatz. 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