Nr.511/ 512+ 39.Jahrg. Ausgabe A nr. 252 Bezugspreis: Für den Monat Oktober 250,- W., voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Defterreich und Luremburg 346,-M., für das übrige. Ausland 515,- M. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Lettland, Lugemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Bormärts" mit der Sonntagsbeilage ,, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: ,, Sozialdemokrat Berlin". Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 12 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Ronpareillezetle Toftet 60,-. Reklamezeile 300,--. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 14, M.( zulässig zwei fettge. drudte Worte), jedes veitere Wort 12, M. 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Der Telephonverkehr ist infolge der Belegung einer steptische Wort braucht nicht immer zu stimmen, und es scheint, Anzahl von Boft- und Telegraphengebäuden durch die Fafciften und daß nach der Parade in Neapel und der Drohrede Mussolinis infolge der scharfen Inanspruchnahme der Leitungen durch die Mili die Tatendurftigen von Pisa, Cremona und Florenz, tärbehörden auch im Innern des Landes für das Publikum ein fich mit dem Rücktritt der Regierung Facta nicht zufrieden gestellt. Dagegen ist der Eisenbahnverkehr auf allen Strecken gegeben und losgeputscht haben. Diese Städte und Perugia, noch regelmäßig. Nur auf der Strecke nach Rom find infolge wo ihr Haupttommando ist, find in ihrer Gewalt und die der Einlegung( unter Todesdrohung natürlich! Red.) von Son Berbindung Nord- und Süditaliens soll unterbrochen sein. derzügen für die Fascisten Stodungen eingetreten. Die Regierung hatte den Belagerungszustand über Mussolini hielt vor der Redaktion des Popolo d'Italia" eine Anganz Italien verhängt, um den Militärbehörden alle Ge- sprache und erklärte, daß der Sieg jeht um jeden Preis errungen malt übertragen zu fönnen. Davon ist bereits in vielen werden müje. Die Militärbehörden gingen mit Panzerauto Städten, auch in Mailand, Gebrauch gemacht- aber bald mobilen gegen die Menge vor, um sie zu zerstreuen. Man bedarauf ist der Belagerungszustand wieder aufgehoben worden, fürchtet blutige Zusammenftöße. Der Straßenbahnverkehr wurde da die Lage sich gebessert habe. Der Ministerrat richtet von den Militärbehörden eingeschränkt. Domplatz und Galerie Bitan das Bolt eine Rundgebung, in der er erklärt, daß die Nach- torio Emanuele sind von Maschinengewehrabteilungen abgesperrt. richten von hochyverräterischen Umtrieben in einigen ProRom, 28. Oftober.( Eca.) Heute früh hat der König die Bepinzen Italiens der Wahrheit entsprächen. Diese Auf- sprechungen mit den politischen Persönlichkeiten begonnen. Die Stände hätten den 3med, die Arbeit der staatlichen Organe zu Deffentlichkeit erwartet mit Unruhe und Ungedlud die Resultate der hindern. Die Regierung werde ihre Pflicht erfüllen, mit Zusammenfunft Giolittis mit dem König. In der Umgebung allen Mitteln und um jeden Preis die öffentliche Ord des Königlichen Balastes hatte sich heute eine große Menschenmenge nung zum Schuße der Bürger und der verfassungs- angesammelt. Das Gerücht dauert an, obwohl es bereits dementiert mäßigen öffentlichen Einrichtungen aufrechtzuerhalten. Es wurde, daß Mussolini vom Rönig empfangen werden wird. bleibt nun abzuwarten, welchen Erfolg der Aufruf der Fascisten Offenbar will der König zunächst Giolitti die Kabinettsbildung an die Armee, fich ihnen anzufchließen, haben wird. Die anvertrauen. Die äußerst rechts stehenden Mitglieder der FascistenAufhebung des Belagerungszustandes spricht doch gegen partei erklären jedoch, daß ein Zusammengehen mit Giolitti aus. die Wahrheit der Berichte über den Anmarsch auf Rom. geschlossen fel. Es ist allerdings zweifelhaft, ob diese Kreise start genug sind, um sich durchzusetzen. An beachtenswerten Situationsmeldungen seien die folgenden wiedergegeben: Mailand, 28. Oktober.( EP.) Der„ Corriere della Sera proteftiert gegen die von den Fascisten angefündigte 3enfur Bern, 28. Oftober.( WIB.) Die telephonischen Verbindungen zwischen der Schweiz und Italien find felt heute nachmittag unterbrochen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., GW 68, Lindenstr. 3. Posticheckkonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Distouto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße Zum Münchener Prozeß. Bon Friedrich Thimme. I. Fechenbach und das Nitter- Telegramm. Die Redaktion des„ Borwärts" hat mich als den Sachverständigen im Landesverratsprozeß Fe chenbach und Genossen gebeten, an dieser Stelle zu dem Gerichtsurteil Stellung zu nehmen. Ich glaube mich diesem Ruf schon deswegen nicht entziehen zu können, weil ich es für die selbstverständliche Pflicht eines objektiven Historikers halte, zur objektiven Wahrheitsfindung beizutragen, wo und wann ihm immer die Möglichkeit geboten wird. In diesem Falle empfinde ich solche Pflicht um so gebieterischer, weil das Münchener Boltsgericht in seiner Urteilsbegründung auf mein Sachverständigengutachten ein Gewicht gelegt hat, das mich foft als mitverantwortlich an dem gefällten Sprud erscheinen lassen könnte. Sagt doch das Gericht nach der bisher ausführlichsten Wiedergabe der Urteilsbegründung durch die Münchener Neuesten Nachrichten" ausdrücklich: Die Meinung des Gerichts stimmt in allen wesentlichen Punkten mit derjenigen des Sach. perständigen Thimme überein; lediglich hinsichtlich der Psyche des Angeklagten Fechenbach und seiner Beweggründe für die ihm zur Laft gelegten Handlungen stimmt das Gericht dem subjektiven Werturteil des Sachverständigen nicht in allen Buntten zu. Die Berufung des Gerichts auf meine überragende Autorität" als Historifer läßt mir feine Wahl; ich muß mich mit dem Gericht über das Urteil auseinandersehen, so gern ich sonst zurückhaltung geübt hätte. Das Bedenten, daß megen der Ausschließung der Deffentlichkeit nur ein Auszug der Urteilsbegründung bekannt geworden sei, tann für mich nicht gelten, da ich der ganzen Verhandlung beigewohnt habe und das ganze Beweismaterial, auf dem das Urteil aufgebaut ist, genau tenne. Vormeg muß ich mit aller Entschiedenheit feststellen, daß die Konstatierung einer durchgängigen Uebereinstimmung zwischen dem Volksgericht und mir, auch abgesehen von der Psyche des Zur Reise der Reparationskommission. hinausgeht, erft Desterreich zu verfaarländern, und dann Angeklagten Fechenbach, feineswegs auf Richtigkeit beDeutschland zu verösterreichern, würde ihrem entschiedensten ruht. Ich kann im Gegenteil mur sagen, daß in sehr Die Reparationsfommission trifft morgen in Berlin ein. Widerstand begegnen. wesentlichen und für die Urteilsfindung maßgebenden Bunkten Der deutschen Reichsregierung erwächst in den Berhandlungen Indes ist nicht anzunehmen, daß die Reparationstom- meine Auffassung, wie ich sie aus genauer Verfolgung der mit ihr eine außerordentlich schwere Aufgabe. Erschwert wird miffion mit einem solchen Programm nach Berlin tommt. Brozeßverhandlungen und eigenem Studium der fie noch durch den Umstand, daß sich die politischen Zustände in Alle einfichtigen Politiker des Auslands müssen begreifen, daß Akten gewonnen habe, der Beurteilung des Gerichts allen beteiligten Ländern in Gärung befinden. In Frantes ein verhängnisvolles Beginnen wäre, durch ein System der geradezu entgegengesetzt war und ist. reich machen sich Anzeichen eines Umschwungs bemerkbar, Bevormundung in Deutschland den Willen zur Selbst- Das trifft vor allem auch für die Frage der AushändiEngland entscheidet in den Novembermahlen über seine hilfe zu töten, der allein helfen kann. Im übrigen tann auch gung des sogenannten Ritter- Telegramms durch tünftige Außenpolitik, die Verhältnisse Italiens find gänz- das Ergebnis der Berliner Verhandlungen nichts anderes sein Fechenbach an den Schweizer Journalisten Bayot zu, in der fich verworren. Ob diese allgemeine linficherheit einen Vorteil als ein Schritt, der alle weiter in die Wirrnis hinein oder das Gericht einen vollendeten, mit 10 Jahren Zuchthaus zu oder einen Nachteil für die Vertretung des deutschen Stand- ein Stück ins Freie hinausführt. Die Welt weiß heute, daß ahndenden Landesverrat sieht. Während das Gericht anpunkts bedeutet, läßt sich nicht ohne weiteres ermeffen, es es mur eine Lösung gibt: die Herabfegung aller Kriegs nimmt, daß das Nitter- Telegramm eine unter allen Umständen hängt aber jedenfalls zum guten Teil auch davon ab, wie dieser schulden auf ein erträgliches Maß und eine gleichmäßig loyale geheim zu haltende Urkunde gewesen sei, habe ich ausdrücklich deutsche Standpunkt gewählt wird. 3weifellos ist es ein arges Behandlung aller gutwilligen Schuldner. Jede Bereitschaft darauf verwiesen, daß nach der auch vom Gericht nicht ernlich Mißgeschic, daß der allgemein herrschende Zustand der Un- auf der anderen Seite, diesen Weg zu beschreiten, muß in bestrittenen Angabe Fechenbachs Kurt Eisner selbst das ficherheit in diesem Augenblick auch Deutschland be- Deutschland das weiteste Entgegenkommen finden. Ritter- Telegramm in feinen Reden wiederholt erwähnt und fallen hat. tommentiert habe, woraus Fechenbach sehr wohl den Schluß ziehen konnte, und bei dem von Eisner festgelegten Prinzip Lloyd George als Bürgerblockgründer. ber rüdhaltlosen Deffnung des bayerischen London, 28. Oftober.( EE.) Lloyd George antwortete in Archips in bezug auf den Ursprung des Weltkrieges(„ Ob Glasgow auf Bonar Lams Rede vom Donnerstag: Bonar Law die Wahrheit nützt oder schadet, die Wahrheit muß gesprochen habe in nur wenig befriedigender Beife die Ursachen des Regie werden") vielleicht ziehen mußte, daß diese Urkunde nicht mehr rungswechsels aufgeklärt. Es sei bedauerlich, daß vielfach der Partei- als geheim betrachtet zu werden brauche. geist über das nationale Intereffe gestellt werde. Mit allem Nach faffung des Gerichts auf die Frage des Verteidigers, ob nach Weiter habe ich, wieder im ftriften Gegensatz zu der AufDie Sozialdemokratie hatte gewünscht, daß die Regierung brud wandte er sich gegen das Wahlprogramm der Labour meiner Ueberzeugung Fechenbach sich der objektiv unzweifelin die Lage versetzt werde, der Reparationsfommission ein Barty: Kapitalsteuer, Sozialisierung der Bergwerke und Eisenhaft zutreffenden Schädlichkeit der Veröffent flares, fest umriffenes Programm zur Festigung der deutschen bahnen ließen sich in England nur unter schweren Erschütterungen lichung des Telegramms bewußt gewesen sei, mit einem Wirtschaft und zur Stabilisierung der Mart vorzu des Wirtschaftslebens durchführen. Am Schluß forderte Lloyd George runden„ Ne in" geantwortet. Ich habe in diesem Zusammenfcgen. Je flarer die eigenen Vorschläge sind, desto besser ist die Anwesenden auf, mit aller Macht dahin zu wirken, daß eine hang, was anscheinend vom Gericht nicht verstanden worden man vor der Gefahr geschüßt, fremde Ratschläge wider Willen Allianz aller bürgerlichen Parteien gegen die Ar- ist, darauf hingewiesen, daß Eisner fowohl mie fein geistiges befolgen zu müssen. Bei allen Berhandlungen ist derjenige im beiterpartet zustande fomme. Geschöpf Fechenbach mehr innen- als außenpolitisch eingestellt Borteil, der von vornherein genau weiß, wohin er will. Es Asquiths Programmrede. gewesen seien, so daß Fechenbach leicht die außenpolitische wäre ein Unglück, wenn die deutsche Regierung infolge der Unsicherheit unserer inneren Verhältnisse dieses Vorteils ver den liberalen Wahlfeldzug mit seiner Rebe in Peterborough, Erklärung Fechenbachs, daß er die Beröffentlichung nicht London, 28. Offober.( WTB.) Asquith eröffnete gestern Schädlichkeit der Veröffentlichung habe übersehen können. Die lustig würde. In der ausländischen Bresse ist viel von der Absicht der in der er erklärte, die liberale polifif sei nur in den Händen auf- als fchädlich erachtet habe, weil in dem Telegramm von Reparationsfommission die Rede, im Einvernehmen mit der richtiger Liberalen ficher. Das Wort zusammenwirtend" fei er- der deutschen Regierung gar nicht die Rede jei und diese also deutschen Regierung, ohne Diftat, zu einem System der funden, um an die Stelle der altmodischen Koalition zu treten. Cehten nicht habe kompromittiert werden können, erscheint mir durchFinanzkontrolle zu gelangen. Nun ist Finanzkontrolle Endes werde es jedoch auf dasselbe hinauslaufen. Die ganze aus plausibel. Ich begreife daher nicht, woher das ein überaus dehnbarer Begriff. Daß ein fäumiger Schuldner Welt fei der Ansicht, daß der Friedensvertrag von Bergenötigt ist, feinen Gläubigern Einblid in seine Geschäfts- failles, Lloyd Georges Freiheitsurkunde", abgeändert wergebarung zu geben und mit ihnen zu beraten, wie feine den müffe. Der Vertrag von Sèvres jei tot. Die Polifit der Bahlungsfähigkeit wiederhergestellt werden könnte, das ist ein liberalen Partei sei Frieden und Sparsamteit. Die Libe. bitteres, aber selbstverständliches Muß, dem sich auch Deutsch- talen hätten seit dem Waffenstillstand darauf bestanden, daß dem land nicht entziehen kann. Auf der anderen Seite aber steht Wölferbunde eine wirkliche und beherrschende Autorität gewährt das Recht Deutschlands, feine inneren Angelegenheiten selbst werde. Die Frage der Reparationen und der Schulden fei die zu ordnen, und dieses demokratische Grundrecht kann nicht auf- Wurzel der wirtschaftlichen Uebel der Welf, und die gegeben merden, ohne die Grundlagen des bisherigen Bölfer- Liberalen fräten für ihre Regelung ein. rechts und sogar den Bertrag von Bersailles felbst anzugreifen. Durch die Entstehung der Arbeitsgemeinschaft der Mitte" ift eine Umschichtung der politischen Kraftverhältnisse eingetreten, die noch nicht abgeschlossen ist, und dieser Umfchichtungsprozeß muß auf die Stabilität und die Entschlußfähigkeit der deutschen Regierung feine Rückwirkungen haben, bie gerade im Augenblid, in dem die Reparationsfommiffion in Berlin eintrifft, gefährlich sind. Die deutsche Sozialdemokratie verfolgt mit den Gefühlen voll- Bertrauensvofum für Svehla. Im tschechischen Abgeordnetenhaus tommener Solidarität den verzweifelten Kampf, den ihre wurde die politische Debatte mit einem Vertrauensvotum für die Partei- und Volksgenoffen in Desterreich um jenes Grund. neue Regierung beendet. Darauf wurde die Auslieferung des der Spionage angeflagten Abgeordneten Boeran beschlossen, nachdem recht führen, und sie ist sich dessen bewußt, daß fie in gleicher Beeran felbft unn Aufhebung seiner Immunität gebeten hatte, um Lage genau so handeln müßte. Ein Brogramm, das darauf die Beschuldigungen miberlegen zu können. Gericht die juristische oder au ch nur die Psychologische Gewißheit nimmt, Fechenbach Lei sich bei der Aushändigung des RitterTelegramms bewußt gewesen, daß die Ber= öffentlichung geeignet sei, dem Vaterlande schmeren Schaden zuzufügen. Bie Nach wie vor fann ich nur, immer in scharfem Gegensatz zu dem Münchener Boltsgericht, baran festhalten, daß sich Fechenbach auch in dem Moment der llebergabe des RitterTelegramms an Payot, und gerade in diesem Moment, als politischer Teftamentsvollstrecker Eisners gefühlt hat. das Gericht aus der Stellungnahme Fechenbachs zu der im April 1919, unmittelbar vor der Aushändigung des RitterTelegramms begründeten bayerischen Räterepublit schließen kann, daß er in diesem Moment im schärfsten Widerspruch zu Eisner gestanden habe und fich folglich nicht als dessen politischer Testamentsvollstrecker Habe fühlen tönnen,[ einem Fall die politische Leidenschaft als strafmilderndes in diesem Blane legt, ist selbstverständlich. Es gibt einfach, verstehe ich nicht. Ich habe ben Beicht Fechenbach an die Moment jugute, wie das Gericht im Gargos- Kompler felbft an- soweit Maßnahmen im Innern angebracht erscheinen, vorBasler Nationalzeitung" über die Ursachen des Münchener erkannt hat, so muß sie ihm ebensogut in jedem anderen Falle, läufig teine anderen Schritte als ble von uns vorgeschlage Aprilumsturzes, auf den das Gericht sich stützt, nicht vor Augen, wo die politische Ueberzeugung hineinspielt, strafmildernd an- nen, die wenigstens zu einer Eindämmung der Wäh nach meiner Erinnerung aber und auch nach den im Gerichts- gerechnet werden. Esdurfte also, wenn überhaupt, rungskatastrophe führen fönnen. Darüber hinaus sind wir urteil ausgeführten Schlußworten des Berichts vermag ich nur eine Verurteilung zu Festungshaft für uns flar, daß ein Erfolg aller Stabilisierungsmaßnahmen ent feinen wesentlichen Gegensatz zwischen Eisner, der sich doch Fechenbach in Frage kommen. wahrhaftig oft für ein Rätesystem ausgesprochen hat, und Fechenbach anzuerkennen. Im übrigen vergesse man nicht, scheidend von dem Maß der Hilfe des Auslandes abhängt. Bei den kommenden Verhandlungen muß deshalb die Reichsregierung unter Hinweis auf unsere fatastrophale Lage Daß in den Tagen der Begründung der Räterepubli in eine ou en München alles drunter und drüber ging, daß in solchen Ber- Richterprotest gegen das Fechenbach- Urteil. ihr Hauptziel vor allem darin fehen, eine Anleihe zu er hältnissen auch ein in der Schule Eisners herangereifter Folgende Erklärung des Republikanischen Richter. zu haben sein wird. Förderlich für den Gang der Berhandlungen mit der Reparationsfommission tann es nur sein, Politiker den Kopf verlieren fonnte, und daß damals bundes geht uns zu: noch ganz andere Leute den Kopf verloren haben. Fechenbach In der durch Spruch des Bolksgerichts München vom 20. Of. wenn sich die Reichsregierung von vornherein auch auf ein selbst hat vor Gericht zugegeben, daß er in dem Hin und her tober wohl nur einstweilen abgeschlossenen Sache Fechenbach Angebot von Sicherheiten einstellt, zumal innerhalb der Reparationskommission der Gedanke einer mehrjährigen jener Tage, wo die verschiedensten Eindrücke übermächtig auf und Genossen legt der Republikanische Richterbund feierliche Atempause und der Gewährung einer Anleihe Boden ge ihn eindrangen, die Klarheit und Folgerichtigkeit des Dentens verwahrung ein, zunächst gegen das Verfahren, scdann nicht ganz eingehalten habe. Mir scheint es psychologisch voll gegen das Strafmaß, endlich und über alles gegen den Schuldkommen begreiflich, daß Fechenbach sich just in einem solchen spruch selbst. Wir heben nur Wichtigstes hervor: 1. Auch eine Moment an das Vorbild Eisners flammerte und in der mündlich erhobene Anklage hat nach festehenden Rechtsgrundsäzen Hergabe des Erzberger- Memorandums und des Ritter- Tele- die behauptete Tat bis ins einzelne ftrafgefeglich zu be in diesem drangvollen Moment, unbeschadet seiner Fähigkeit zeichnen. Kein Beschuldigter darf summarisch angeflagt werden. 31 flarer Berichterstattung an die Basler Nationalzeitung" Gegen dieses Grundrecht ist vor dem Boltsgericht in München ver. der Schädlichkeit der Veröffentlichung des Ritter- Telegramms stoßen worden. 2. Mag davon ausgegangen werden, daß Ber nicht bewußt, jedenfalls nicht hinreichend bewußt. Ich halte also die Berurteilung Fechen bachs wegen herausgabe des Ritter Tele gramms zu 10 Jahren 3uchthaus voll. endeter Landesverrat! rund heraus gefagt für ein Fehlurteil des banerischen Boltsge. richts. Es genügt ja nach§ 92,1 des Strafgesetzbuchs nicht, daß die Geheimhaltung eines Aftenstüdes oder einer Nach richt für das Wohl des Deutschen Reiches oder eines Bundes Staates erforderlich ist. Nein, der Angeklagte muß sich auch der Notwendigkeit dieser Geheimhaltung bewußt gewesen sein. Das Gericht hat, soviel ich sehe, nicht bewiesen und hat nicht beweifen fönnen, daß Fechenbach flch der Schädlichkeit der Veröffentlichung bewußt gewesen ist, mag auch heute an der tatsächlichen Schädlichkeit der Veröffentlichung, durch die die deutsch freundlichen Aktionen des Papstes lahmgelegt worden find, gar fein 3weifel mehr obwalten. lind selbst wenn es sich erweisen ließe, daß Fechenbach sich der Schädlichkeit der Hingabe des Ritter- Telegramms bewußt gewesen wäre, so hätte das Gericht nach dem klaren Wortlaut des§ 92 des Strafgesetzbuchs das Vorhandensein mildern der Umstände würdigen müffen. Ein folches milderndes Moment liegt zweifellos schon in dem Chaos jener Tage der Münchener Räterepublik. Der gerechte Strafrichter berüc fichtigt es ohne weiteres, wenn die flare Ueberlegung durch einen banalen Rausch herabgesezt wird. Sollte er es nicht auch zu würdigen haben, wenn eine Tat unter chaotischen Umständen erfolgt, die eine klare Besinnung kaum noch er möglichen? faßt hat. Die Bertreter der Reparationsfommission, die am Sonnabend von Paris abgereist sind, werden am Montag vom Reichskanzler empfangen werden. Die offiziellen Berhandlungen sind erst für Dienstag in Aussicht genommen. * Die Beratungen der von den Parteiführern eingesetzten ersten Interfommission über die sozialdemokratischen Vorschläge zur Stabilisierung der Mark wurden Sonnabend vormittag aufgenommen. Die Besprechungen, die vertrau ich ertiärt wurden, sollen heute, Sonntag, vormittag forts gesetzt werden. öffentlichungen über Waffenlager und Geheimverbände den verschärften Drud des früher feindlichen Auslandes verursachen, also das Reich schädigen fönnen, und daher unter Umständen geeignet find, einen Landesverrat darzustellen. Aber selbst bei Annahme eines Landesverrats war zum mindesten bei Fechenbach ein Die sozialdemokratischen Vertreter beschwerten sich Grenzfall von Pressetätigkeit und Politik gegeben, der für entschieben über die Art der Berichterstattung der bür ruhig urteilende Richter eine mildere Beurteilung gebieterisch er gerlichen presse von der letzten Parteiführerbeheifchte. Die ungeheuerliche Härte der Bumeffung langjähriger fprechung. Die bürgerlichen Parteien stellten fest, daß die ausBuchthausstrafe tann nur als eine den Richtern allenfalls unbeführlichen Informationen der bürgerlichen Bresse über die wußte Auswirtung politischer Leidenschaft ge Parteiführerbesprechung nicht von ihren an der Bewertet werden. 3. Schon von der offensichtlich ungemeinen Ueber- ratung beteiligten Mitgliedern stammen. Danach könnten treibung des Strafmaßes her ergeben sich rückschließend die die Indiskretionen nur von einem Vertreter der Regieschwersten Bedenken gegen die Schuldfeststellung felbft. Strafrecht rung begangen worden sein. Dieser Fall steht nicht verlich ist hier folgendes zu betonen. Diplomatischer" Landesverrat einzelt da. Es wäre deshalb ratsam, wenn sich die Re( Strafgesetzbuch 92) ist die vorfäßliche Beröffentlichung von Nach gierung die zu den Besprechungen hinzugezogenen Beamrichten, von denen man weiß, daß ihre Geheimhaltung einer ten näher ansehen würde! anderen Regierung gegenüber für das Wohl des Deutschen Reichs oder eines deutschen Landes erforderlich ist. Dem Wissen" ist in dieser Strafbestimmung ein Wissenmüssen"( fahrlässige Untenntnis; Bürgerliches Gesetzbuch 122) nicht gleichgestellt. Daß Fechenbach Führung des preußischen Ministerpräsidenten und im Beisein des gewußt habe, seine Bekanntgabe von verbotenen Waffenlagern und Geheimverbänden oder der Urkunden von Eisner oder Ritter an eine ausländische Stelle sei staatswidrig, fonnte aus dem bisher bekanntgewordenen Sachverhalt nur Don politisch befan genen Richter gefolgert werden. " Der Reichsrat bei Ebert. Die ftimmführenden Bertreter der Länder im Reichsrat unter Reichsministers Dr. Köster erschienen gestern beim Reichspräsidenten, um ihm die Glückwünsche des Reichsrats zu der neuerfolgten verfassungsmäßigen Festlegung und Erneuerung feines Amtes auszufprechen. Ministerpräsident Braun hielt hierbei eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß Eberts bisherige Amtsführung die Wir behalten uns vor, nach Empfang der erbetenen Urteils- Gewähr gebe, daß er auch in den kommenden schweren Lagen ausfertigung noch die Einzelheiten des Falles zu prüfen. Schon mit der bewährten Tatkraft, dem Taft und der Unparteiſichkeit, die jetzt erzwang unser Gerechtigkeitsgefühl, die im großen ohne in fast allen Streifen des sonst leider noch so zerflüfteten Boltes volle weiteres flarliegende objektive Bergewaltigung des Rech. Befriedigung und Anerfennnug ausgelöft habe, fein hohes Amt Rechführen führen werbe, geleitet von dem ihm in so reichem Maße eigenen tes im vollen Bewußtsein unserer Berantwortung zu fennzeichnen. warmen. Verständnis für die Leiden unferes bedrückten Boltes und Stühungsaktion und Finanzkonferenz. getragen von dem Bertrauen seiner großen Mehrheit." Der Reichspräsident versicherte in feiner Erwiderung, daß er immer bestrebt sein werde, den besonderen Intereffen der Länder volle Würdigung widerfahren zu lassen. In der berechtigten Eigenart der deutschen Stämme einerseits, aber auch im Zusammenſchluſſe aur Nation andererseits liegen die Wurzeln unserer Straft und das Vertrauen auf eine bessere Zukunft. Das neue Knappschaftsgesetz. Ein weiteres milderndes Moment liegt dann auch in der gesamtpolitischen Einstellung des Angeklagten Fechenbach, in Mert feiner sozialistischen Ueberzeugung. würdigerweise hat das Gericht dieses Moment bei der BeDie Reichsregierung hat sich in mehreren Besprechungen urteilung der Berichterstattung Fechenbachs an das Bureau mit den notwendigen Vorbereitungen zu den Beratungen mit Cargas ftrafmildernd angeschlagen, nicht aber bei der Her der Reparationsfommission eingehend beschäftigt; der Repa ausgabe des Ritter- Telegramms. Warum denn nur in aller rationsfommiffion wird, nach dem Soz. Parlamentsdienst, ein Welt hier nicht? Wer während der zehntägigen Gerichtsver deutscher Plan zur Stabilisierung der Marf wahrscheinlich handlung Fechenbach beobachtet hat und ich habe das un nicht vorgelegt werden, da man über Programm und spe Der Arbeitsausschuß des Sozialpolitischen Ausschusses des ausgesetzt auf das schärfste und fühlfte getan, wer sein gezielle Absichten der ausländischen Delegierten noch nicht genau famtes politisches Handeln an der Hand feiner journalistischen unterrichtet ist. Immerhin aber wird das Kabinett einen, RR. hat nunmehr die legten Streitpunfte im Entwurf des ReichsUnter den noch vorgenommenen Wirksamkeit unter die Lupe nimmt, der muß, wenn er ge- Ian zur Stabilisierung der Mart ausarbeiten lassen, der trappschaftsgefeges beseitigt. recht sein will, anerkennen, daß dieser Mann eine Berfön sich nicht nur auf Maßnahmen im Innern, sondern insbeson- Aenderungen ist vor allem die eine wesentlich, die den Reichsknapp lichkeit aus einem Guß ist, die überall und immer in dere auch darauf beziehen wird, was vom Ausland geschehen fchaftsbeirat zugunsten der Hauptversammlung aus dem Gesetz entwurf beseitigte. An die Stelle dieses zu schwerfälligen Organs erster Linie aus ihrer sozialistischen Grundanschauung ge- müßte. handelt hat, meinetwegen aus sozialistischer Leidenschaft her. Es erscheint nur angebracht, wenn die Regierung über die treten gelegentlich Ausschüsse( für Gutachten u. dergl.), die von der Hauptversammlung zusammengestellt werden. Der Bericht an die aus, und die vielleicht aus folcher Leidenschaft geirrt und ge- Grundlagen dieses in Vorbereitung befindlichen Planes Reichsregierung betont die Dringlichkeit der Erledigung und es ist fehlt haben mag, die aber immer achtungswert strengstes Stillschweigen übt. Daß aber die Sozialdemo- damit zu rechnen, daß der Reichstag fofort nach Zusammentritt has bleibt. Kommt einer Persönlichkeit dieses Schlages in tratie größten Wert auf die Verwertung ihrer Vorschläge Reichstnappschaftsgefeß verabschieden wird. Kultur- Herbst. Bon Joseph Roth. Morgenstunden, von Trübsalglasur sanft überhaucht, schaufeln, Frühwind geschwellt, pausbackig, durch die Stadt., Bon Pflichtweder geflingel aus weicher Bettheimlichkeit geschrillt, flettert der Mensch, geflingel aus weicher Bettheimlichkeit geschrillt, klettert der Mensch, Herr der Schöpfung, verspätet an frommen Morgensprüchleinsproffen empor zur Wachheit und Waschbecken. Sausverwalterbejen wischen Gewesenes und Gestern und melles Laub aus der Pflastersteine Angesicht. Straßenbahnen schlottern, von der Insassen Tatendrang getrieben, firomsparend Schienen entlang dem Segen der Arbeit zu. Und Kinder, mit Bravheit und Schulmappen versehen, Morgentataogeschmack in den Mündern, wiederfäuen elligst deutsche Dichter. Andre wirbeln aus nächtlicher Lauheit, blättergleich, vom Hunger wird geschüttelt, in den Maschinenbehälter Welt. Indes, taum ge jeßen, eine Sonne über marineblaue Himmel schlendert, forglos, als wären Bureaustühle, Treibriemen und Kultur unbekannt auf Erden. Bei Herbstmittagssonnenstrahl häuten sich die Litfaßfäulen neu mit Offenbarungen profitsuchender Lebensfreude, die verführerisch noch nach frischdunstendem Klebefleister duften. Aus den Dielen der Erde sprießt die Ernte der Saison. Damenhüte erblühen auf Kleider stengeln in den Schauscheibengärten von Wertheim und Tieß. Sonnenfatte fehren heim zu Berserteppich und Premiere. Und schon flimmt der Epielplan aus fommerlichen Bossenniederungen olympische Höhen hinan. Große Filmereignisse werfen ihre Schatten auf die Leinwand. Nächte find paffantenbelebt und von frisch errungener Amüfter. freude durchpulſt. In den großen Schauspielhäusern der Welt gibt man das Spiel vom Leben des reichen Mannes. $ Das der Feind wird zum letzten und entscheidenden Rampf erwartet. I nicht die Wage halten. Johanna Terwin gab temperamentvoll Siegt Anfelmus mit den Seinen in diesem Kampf, dann wird er elepant die mehr als strupellose Dame, die direkt dem Sanatorium auf dem Grab der alten und entarteten Zivilisation sein neues entsprungen schien. Die Aufnahme war, trop des flotten Spiels, flau. dt. Reich aufbauen; sonst will er mit seinen 3deen untergehen. Seine Theater in der Kommandantenstraße:„ Schlemihl von Gedanken, die Gefeße des fommenden Reiches hat er in einem Wert niedergelegt, und dieses Werf foll in einem unterirdischen Gang ge- Megander Zinn. Der„ Schlemihl" ist eine Romödie aus dem Theater borgen werden. Dort befindet sich auch eine Borrichtung, die ganze des Beitungslebens. Es geht mit solchen Stücken wie mit den BuberStadt, mit Freund und Feind, in die Luft zu sprengen. Während tätsdichtern. Sie werden nur einmal geschrieben, alles, was aus Anselmus sein Wert in Sicherheit bringt, bemerkt er, daß Menschen dem Herzen des Verfassers tommt, fist und nimmt mit. in den geheimen Gang eingedrungen find. Feinde? Freunde? Er Uebrige ist nur Fassade und geborgter Aufput. In diesem Sinne legt die Hand auf den Hebel der Sprengporrichtung und erwartet erheitert und ergreift das Stück des Herrn Zinn, eines Hamburger fein Schicfal, das die nächste Minute entscheiden muß. Und hier Kunstfritikers. Da fist Herr Salomon Mandelzweig in der Nacht bricht das Vorspiel ab und der eigentliche Roman beginnt. redaktion. Er hat heimlich ein Etüd gefchrieben, das lange im Gefunden, ihr ganzes Leben noch einmal sehen, daß jeder Zeit fefretär eingebracht hat. Es ist ärztlich festgestellt, doß Sterbende in Minuten, fa, in Theaterarchiv lagerte und ihm viele hinauswürfe durch den Theater. Dann wird die Redaktion des Herrn begriff aufhört und, wie im Traum, Jahre im Augenblick vorüber. Mandelzweig gegen das Theater rabiat, und der Direftor, ein huschen. So ergeht es auch Anfelmus. Während er in die Nacht schlauer Kopf, meint, daß er nicht nur den verknitterten Dramatiker des Ganges starrt und wartet, ob ihm die nächste Minute Tod oder und Redakteur, sondern auch die ganze Breffe einstedt, wenn er bas Leben bringt, zieht traumhaft eine ganze Existenz an ihm vorüber; Schauspiel aufs Programm feht. Die Damen des Theaters spielen doch fieht er nicht sein vergangenes, fondern fein zufünftiges Leben. natürlich auch in einer Lebensrolle mit. Sie bringen in die Nacht Die Bilder erscheinen wie im Traum vor ihm, bald deutlich, bald redaktion Bewegung. Das Stüd fällt durch. Nicht nur der Dichter vermischt, bald find es seine eigenen Erlebnisse, bald steht er als fällt durch, sondern auch Mandelzweig, der Arme, der fympathische Zuschauer daneben. Phantastische, grauenhafte oder üppige Fieber Mensch. Ihm wird die flotteste Hercine vom Chefredakteur meg bilder schieben sich dazwischen, manchmal noch ein furzes Ausruhen genommen. Selbst der fnurrige Kritikus holt fein weibliches Glüd bei einem helleren Traumbild, bis zum Schluß alles in einem heim. Nur Mandelzweig weiß nicht, ob er in der Nachttelephonzelle wirren Absturz von Phantasien ihn feinem Ende zuführt. So fleht nummer 1 enden wird, wo ehemals fein Borgänger die Telephons Anfelmus in einer furzen Minute feinen Staat aufwachen und schnur um den Hals gelegt hat. Das Theater in der Komman wieder zugrunde gehen. bantenstraße spielte die Komödie brap, sogar echt und ohne pathefifchen Aufwand. Der zerfnüllte Redakteur wird durch Herrn Friedrich Lobe fehr behutsam, fehr taftvoll gegeben. Fräulein Sonichemita, Serr Balbermann und Herr Krüger zeigen, daß man die Arbeit an der jungen Bühne jetzt ernster M. H. nehmen möchte. Es geht vorwärts. Kammerspiele: Timotheus in flagranti", von Hennequin und Beber. Das Angebot auf dem Parifer Schwantmarft scheint gegen wärtig ähnlich dürftig zu sein wie die heimische Produktion theater mäßiger Unterhaltungsware. Nur so ist es zu verstehen, daß eine Bühne vom Rang und Renommee der Kammerspiele nichts Bugfräftigeres als die Verrenkungen dieser Hennequinschen Bosse fand. Vorlesungen aus Dichtungen von Mag Sidow. Es ist tein schlechtes Im Mittelpunkt der Handlung steht( das scheint jetzt Mode) ein Bett; Beichen, daß man heute noch Zeit für wahre Kunst hat. Als Franz nur daß der Herr, der darin mit einer Dame Blat zu nehmen hat, Konrad Hoefert im Leffing- Museum bei den Veranstaltungen„ Junge nicht der berufsmäßige, die Miete zahlende Galan, sondern ein Un Dichter vor die Front" aus den Dichtungen von Mar Sidow Aber im Tiergarten ist Herbst. Alleen wandeln trauerbunt durch schuldslamm von einem Trottel ist, der, wie immer wieder versichert vorlas, war der Saal bis auf den legten Platz bescht. Max Sidom die Welt. Herbst ist im Tiergarten. wird, dabei auf Seelenrettung ausgeht. Er läßt sich vom Freunde, ist ein junger Künstler, etwa aus der Richtung Cheoder Däubles. den er auf den Weg der Tugend leiten möchte und der zum Dante Das was Hoefert von ihm vertrug, terechtigt au großen Hoffnun ihm die Braut wegschnappt, bereden, ihn als Abgesandter beim Unser neuer Roman. Der Roman einer Minute" nennt sich Rendezvous zu vertreten und der betreffenden( natürlich verheirate. gen. Die Gerichte waren in Rhythmus, Klang und Sprache vellEin Teil aus einem Roman in Briefen„ Die Insel der bie Welt ohne Sünde" von Vicky Baum, und die besondere ten) Dame das Verhältnis aufzusagen. Noch mehr. In fetter ab G. K. und phantastische Art dieser Dichtung mag eine furze Einführung ge- gründigen Gefälligkeit wird er zum Strohmann des hysterisch eifer. Irren" zeigt ihn als einen Erzähler, der fein jedes Wort abzus baten erscheinen laffen. Anfelmus, der erwählte Führer eines füchtigen Frauenzimmers, dic, um dem ungetreuen Liebsten einen wägen weiß. Unantastbarkeit ruffischer Kulturstätten. Das Boltstommissariat Boltes, ist ein Mensch von größtem und reinstem Wollen, ein Denter Lort zu spielen, den Ehemann benachrichtigt hat und in flagranti von unerbittlicher Tattraft. Sein ganzer Wille ist darauf gerichtet, überrascht werden will. So fommt er protestierend in das Bett, für Bildungswesen hat folgende Gedenkstätten der russischen Lite. feinen Staat einem paradiesisch glücklichen Zustand zuzuführen, ein schwört, nichts zu sagen, und läßt sich von dem Manne und der her ratur für unantastbar erklärt: die Landgüter Busch fins, den neues Reich, eine neue Weltordnung aufzubauen, in der Brüder beizitierten Polizei als schuldiger Teil ertappen. Am Ende hätte er, Familienbesitz Tolstois, sowie die Güter Turgenews, fichkeit und höchste Sittlichkeit gefeßgebend find. Aber eine folche den Ruf der Holben zu reparieren, fie noch heiraten müssen, wenn fjafows, Tjatschews, Grigorowitichs und die Villa Neufchaffung scheint ihm nur möglich, wenn zuerst alles Bestehende fte nicht in einem Umschlag ihrer Laune fich in den betrogenen Eheschechows in Jafta. Ferner hat das Bildungstommiffariat vernichtet wird und die Menschheit wieder zu ihren Anfängen zu mann von neuem verlieben und ihn mit leichter Mühe tapern würde. 15 000 Goldrubel zum Ankauf des Busch fin- Museums in rüdkehrt. So finden wir zu Beginn des Romanvorspiels den Staat Herr Gülstorff tat sein Bestes, die Rolle durch Züge rührend Baris angewiesen. Der Petersburger Sowjet hat das Petersburger in grauenhafter Verwüstung. Städte, Werke, Fabriken, Eisenbahnen drolliger Schüchternheit zu vermenschlichen, doch die Freude an feiner 23interpalais der Eremitage- Galerie zu Museumszweden Jind gesprengt, vernichtet, Hunger und Seuchen herrschen im Land, originellen Leistung fonnte dem abstoßendst Plumpen der Erfindung übergeben. endet. Die Sehnsucht nach dem Bürgerblock. Hergts Antiparlamentarismns. Der dritte Tag des Deutschnationalen Parteitages in Görlitz brachte eine Agitationsrede des Landtagsabgeordneten Wallraf, der dem Parteitag folgende Entschließung vorlegte: Bayern steht wieder einmal vor einer schweren Krise, deren Auswirkung auf die deutsche Innen- und Außenpolitik recht erheblich und außerordentlich unerfreulich sein wird." Nach wie vor erfordert also die Lage in Bayern die größte Aufmerksamkeit. Auch die Ernennung Dr. Mayers an Lerchenfelds Stelle zum Ministerpräsidenten ist für die reaktionären Drahtzieher offenbar nur ein llebergang zu wei teren Borstößen. feinen„ Erfolgen" in Ostpreußen seine Behrkurse im Winter wieder aufnimmt. Wir haben nicht das mindeste dagegen einzuwenden, wenn er darauf verzichtet, seine Agitationen im Dienste der Deutschmonarchisten unter dem Deckmantel der Wissenschaft zu betreiben; solange er jedoch nicht zu stolz ist, als preußischer Staatsbeamter in der gehässigsten Weise gegen denselben Staat zu agitieren, der ihm in lenalster Weise die Möglichkeit zu seiner Betätigung gibt, fönnen wir den Behörden nur dringend raten, ein sorgsames Augenmerk auf die Tätigkeit dieser Zierde der Breslauer Universität zu richten, Stlarz- Davidsohn. " Der Parteitag der Deutschnationalen Volkspartei erklärt zur inneren deutschen Bolitit: Die Bildung einer großen Rechten bleibt unser Ziel. Bis dahin muß der vereinigten Sos zialdemokratie gegenüber ein Zusammenschluß aller bürgerlichen Auf der Tagung der Bayerischen Boltspartei erklärte Dr. Heim: Elemente das Gleichgewicht bilden. Die Wiederaufrichtung des Was die Arbeit im Reichstage anlange, so fönne die Banerische Baterlandes ist nur in christlichem, nationalem und sozialem Geiste Boltspartei teine enge Koalitionsgemeinschaft eingehen. Der Reichsauf dem Boden einer alle Kräfte anspannenden und das ehrlich fanzler werde sich nur dann längere Zeit noch halten können, wenn erworbene Eigentum schützenden Wirtschaft möglich. An dieser es ihm gelinge, die Gegenfäge von rechts und links noch einmal Bor der 11. Straffammer des Landgerichts III stand am Wiederaufrichtung mitzuarbeiten, ist die Deutschnationale Boltspartei auszugleichen. Es sei unwahrscheinlich, daß die bürgerlichen Bar geftrigen Sonnabend in zweiter Instanz die Klage des Kaufmanns auch auf dem Boden der gegenwärtigen Staatsform allezeit bereit. teien auf längere Zeit zu einem feften Arbeitsblod zufammengeführt Georg Stlarz gegen den früheren Abgeordneten Georg DavidUnsere monarchische Gesinnung und unser Recht, für diese Ge- werden fönten. Er erwarte von Berlin kein Heil mehr! Der sohn an. Gegen ein früheres Schöffengerichtsurteil hatte der finnung auf dem Wege der Verfassung zu werben, wird niemand Reichstag und die Regierung fönnten an den Dingen nichts mehr Kläger Berufung eingelegt, und zwar einmal, meil ihm die Strafe ändern. Um so wichtiger werde die Rolle Bayerns. Bayern( 500 M. Geldstrafe) zu gering erschien, dann aber auch, weil er sich In der Diskussien unterstützte Graf Bestarp von den Konfer- müsse gewappnet sein, wenn die Krife über uns tommt. Man müsse durch den sachlichen Inhalt der Behauptungen Davidsohns beleidigt vativen, über dessen Annäherung an die Deutschvölkischen wir be- danach trachten, wenigstens in Bayern die Dinge zu meistern, denn fühlte. richtet haben, den Parteivorstand. Er stellte fest, daß er unter der einmal könne es heißen: Deutschland, dein Lager ist in Bayern." politischen Führung des Parteiführers mit vollem Vertrauen auch weiterhin mitzuarbeiten gewillt fei". Er lehnt den Trennungsstrich gegen die Rechtsradikalen ab und empfiehlt die Koalitionsfähigkeit im Bürgerblod durch Verdreifachung der deutschnationalen Mandate zu erwerben. uns rauben." Das Echo in der bürgerlichen Bresse ist auf Hergts antiparla mentarische" Fanfare vorläufig noch sehr negativ. So schreibt die Beit": ergt lehnte den Parlamentarismus als unfruchtbar ab, land die Bildung einer Fafciftenbewegung anstreben zu wollen. rote find fertig mit dem Parlamentarismus, scheint also in Deutsch Das bedeutet für Deutschland doch nichts anderes als den Aufmarsch zum Bürgerfrieg, nur deswegen, weil die Deutschnationalen den Mut verloren haben, ihre Ziefe auf dem verfassungsmäßigen Boden des Parlaments zu verfolgen. Wenn nun die Deutschnationalen fich vom Barlament abfehren und ins Bolt gehen wollen, so ist das doch nichts weiter, als die Aufnahme der Lattit der radikalen Linten von der rechten Seite. Dann müßten die Meinungsfämpfe nicht mehr im Reichstage, sondern auf der Straße ausgefochten werden. Herr Hergt hatte unterlassen zu fagen, wie er bei folcher Tattit überhaupt noch hoffen fann, daß fich unsere Lage wirtschaftlich und politisch wieder zum bessern wenden foll." Wie Hergts Antiparlamentarismus mit Bestarps Bürgerblod Idealen zu vereinbaren ist, geht aus den Berichten nicht hervor. Die Regie scheint diesmal doch ziemlich durcheinandergeraten zu sein. Lerchenfelds Rücktritt. Ein Borstog der bayerischen Reaktion. Unfere Behauptung, daß Lerchenfelds Rücktritt nichts mit der Wirtschaftsdenkschrift zu tun hat, sondern nur fein Verhalten gegenüber dem Reich treffen soll, wird in dem Telegramm des Börsen- Courier" bestäitgt, der sich aus München folgendes melden läßt: Sie möchten dabei sein. Volksparteiler für die große Koalition. Braunschweig, 28. Oftober.( TU.) Am Sonnabend fand in Braunschweig ein außerordentlicher Landesparteitag der Deutschen Bolkspartei statt. Die wichtigste Frage, mit der sich die Tagung beschäftigte, war die Koalitionspolitit. Im Einverständnis mit dem Landesparteivorstand erklärte der Abg. Kaefer, die Deutsche BoltsRegierungstoalition. Da diefe große Roalition von den vereinigten partei forbere nach wie vor eine Vertretung der Partei in der Sozialisten abgelehnt werde, billige die Deutsche Boltspartei den Eintritt der Demokraten in die fleine Koalition( Sozialisten und Demokraten). Sollten übertriebene Forderungen der Sozialisten die fleine Roalition unmöglich machen, würde die Deutsche Wolfspartei vor einer Neuwahl im Lande Braunschweig nicht zurückschrecken. Die Unterstüßung der Demokraten beim Eintritt in die kleine Roalition mache die Deutsche Volkspartei von Bedingungen cb hängig, durch die ihre berechtigten Interessen im Lande Braunfchweig gewahrt werden. Die Suche hinterm Busch. Eine haltlose Berdächtigung leistet sich das an Stelle der verbotenen Roten Fahne" erscheinende Kopfblatt für Brandenburg und die Laufik in seiner geftrigen Morgenausgabe. Es heißt dort in einem„ Berliner Brief" anläßlich des Verbots: " Die Abteilung la der Berliner Polizei hat zugefchlagen. Blind und finnlos: Gine lange Reihe tommunistischer Zeitungen wurden fchleunigft verboten. Darunter auch solche, die schon seit Jahr und Tag nicht mehr erscheinen. Woher hat Herr Richter eigentlich diese Angaben über die Kopfblätter" und über die zu verhaftenden Funktionäre der Berliner KPD.- Organisation. Bielleicht äußert fidy einmal der neue Borwärts"-Rebatteur Reuter Frieß land dazu. Es sind da scheinbar Angaben zu Herrn Richter getommten, die bedentlich nach März Aftions Ent. hüllungen" aussehen- und heute gar nicht mehr zu gz brauchen sind." # P Die wahre Ursache des Ministerwechsels ist die noch immer betehende Enttäuschung des rechten Flügels der Bayerischen Boltspartei über das Ablommen Lerchenfelds mit der Reigsregierung, das zwar eine Anzahl erheblicher Abschwächungen im Bollzuge der Wenn die Polizei von den internen Berhältnissen der KPD. in Schubgefehe enthielt, jedoch dem gesetzwidrigen Zustande des offe- einem Maße unterrichtet ist, das die„ Rote Fahne“ überrascht, so nen Verfassungsbruchs Bayerns ein Ende bereitete, in dem sich die tann diese genaue Unterrichtung nur auf gegenwärtige, nicht rechtsradikalen Butschiften innerhalb und außerhalb der Bayerischen auf frühere Mitglieder dieser Bartei zurückzuführen sein. Die Bolkspartei offenbar fehr wohl fühlten. Wichtig ist es, die Auf- Redaktion des„ Vorwärts" ist mit dem Genossen Reuter voll mertfamkeit der deutschen Oeffentlichkeit rechtzeitig auf die Tatsache tommen einig darüber, daß die Mitglieder der Redaktion nur poll hinzuweisen, daß zweifellos auch bei diesem Ministerwechsel die tische Aufgaben und feine polizeilichen Funktionen haben und daß Rechtsradikalen durch mehr oder minder geschickt dosierten Tertes am wenigsten einstigen Mitgliedern der KPD. ansteht, an der den Gang der Ereignisse zu beeinfluffen versuchen werden. Die Berfolgung ihrer früheren Gesinnungsgenossen mitzuwirken. Die die übrigens das nationale. Moment lediglich als Decmantel ihrer Berleumdung. offenen und geheimen Borbereitungen der rechtsradikalen Butschiften, Behauptung der„ Roten Fahne" ist eine aus der Luft gegriffene antirepublikanischen und antisozialen Pläne mißbrauchen, haben einen derartigen Umfang angenommen, daß man füglich bezme.jeln barf, ob die parlamentarischen Akteure in jedem Stadium Herren der politischen Situation bleiben werden. Die unglichtige" Riefendame. Bei uns zu Lande fehlt viel: besonders die Staatsaufsicht über die Innehaltung der Gefeße läßt durchaus zu wünschen übrig. Oder wird der agrarische oder industrielle Mucher oder die Devisenfchieberei nach Verdienst abgewogen und angeprangert? Wer möchte das fühnlich behaupten. Aber doch gibt es ein Gebiet, wo das Auge des Gesetzes wacht und mit Fuchs blid die Sünder fondiert: Die Aufsicht über die Zugend der Zeitgenoffen, zumal soweit sie durch Bücher und Kunstwerte bedroht merden könnte, ist vorschauend, rigoros, schnell und fest im Griff. Sie beruhigt deutsche Staatsbürger moralischer Konfession, auch die Republik wahrt den Anstand und die feine Sitte. Schlafe ruhig weiter, nachdem du folgendes vernommen: Wanderredner und Hochschullehrer. Der Fall Freytagh- Loringhoven. In der geftrigen Verhandlung nahm der Kläger Stlarz die gegen Davidsohn angestrengte RIcge wegen des materiellen Inhalts seiner Behauptungen zu Beginn der Berhandlung zurüd und beschränkte sich auf die formale Seite der Beleidigung. Am 10. November 1919 hatte der Angeklagte Davidsohn von dem Rechtsonwalt des Klägers, Justizrat Stod, einen Brief erhalten, in dem er ersucht wurde, sofort die Dokumente herauszugeben, die Davidsohn von dem Kaufmann Sonnenfeld zu dem zwed übergeben worden. maren, fie der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion wegen der Beziehungen des Kaufmanns Gflarz zu führenden damaligen Res gierungsmitgliedern zu unterbreiten. Davidfohn beantwortete diese glauben tönne, was er fage, und er mage nicht zu hoffen, daß Stlarz Aufforderung des Rechtsanwalts mit dem Hinweis, Herr Sklarz etfreue sich eines solchen Rufes, daß man stets das Gegenteil von dem ihn( Davidsohn) gerichtlich belangen werde, um eine Klarstellung vor Gericht zu erzielen. In der Verhandlung schilderte der Beklagte ausführlich, daß in der Sozialdemokratie viele Leute schon lange vor den ersten Ber öffentlichungen in der Presse gewußt hätten, in welch zweifelhafter Weise der Kläger seine Bekanntschaft mit führenden Regierungsmännern ausgenugt habe. Selbst Abgeordnete, wie der Chefredakteur des„ Borwärts", Friedrich Stampfer, hätten den Reichspräsi denten Ebert und den damaligen Ministerpräsidenten Scheidemann mehrfach gewarnt, sich mit einem Mann, wie Stiarz, einzulassen. Auf den Einwurf des Borsitzenden, daß die Davidsohn übergebenen Papiere doch aber mohl Privatbriefe gewesen seien, die an den Kläger gerichtet waren, erklärte der Angeklagte, daß die dem Bartel. ausschuß der SPD. vorgelegten Dokumente feineswegs Privatbriefe, fondern amtliche Ausweise waren, und daß für ihn der Fall Sklarz ebenso wie für andere Abgeordnete von höchster Bedeutung war, weil die Partei durch den Kläger auf das heftigste fompromittiert worden war. Der als Zeuge vernommene Kaufmann Sonnenfeld bekundete, daß er dem Beklagten die in Rede stehenden Do fumente unterbreitet habe, die er zum Teil von dem Schwiegerjohn Scheidemanns erhalten habe. Nach längerer Beratung verfündete der Borfizende das Urteil: Da der Kläger selbst die Klane zurückgezogen habe, laut deren er sich durch den materiellen Inhalt der Aeußerungen des Beklagten beleidigt gefühlt habe, fei es dem Gericht nicht möglich gewesen, eine Beweisaufnahme vorzunehmen. Es glaubt daher dem Angeflagten, daß er der Ueberzeugung war, der Kläger sei für die SPD. und für die deutsche Volksgemeinschaft ein Schädling gewesen, und daß sein Einfluß unheilvoll gewesen sei. Das Gericht ist zwar der Anficht, daß der Beklagte damals in großer Erregung war und aus dieser Stimmung den für den Kläger beleidigenden Brief ge= schrieben hat. Seine Redewendungen gingen jedoch über das Maiz beffen hinaus, was 193 zubilligt, er habe sich formal vergessen, und aus diesem Grunde werbe das Urteil der ersten Snstanz bestätigt. Zu diesem Prozeßbericht erklärt Genosse Stampfer: Zur Behauptung Davidjohns, ich hätte verschiedene Parteigenossen vor Etlarz gewarnt, habe ich folgendes zu erklären: Gines Tages trat der frühere Angestellte von Ellarz, Baumeister, an mich heran und entwarf mir ein sehr bunties Bild von seinem früheren Arbeitgeber. Er bat mich, den Genossen Scheidemann vor Stlarz zu warnen. Diese Warnung habe ich dann an Scheidemann weitergegeben. Sonst habe ich mich um Herrn Stlarz, den ich faum fenne, und seine Geschäfte nicht gefümmert. Der Bersuch), Davidſohns, mich als seinen Kronzeugen zu präsentieren, geht also vollständig fehl Friedrich Stampfer. Der Hermes- Prozeß. am Im August dieses Jahres hielt der Breslauer Universitätsprofessor v. Freytagh Loringhoven in Königsberg für die Deutschnationale Beltspartei einen staatspolitischen Lehrgang ab, über den die ganze reaktionäre Presse Ostpreußens, in erster Reihe die„ Ostpreußische Zeitung", mit größter Genugtuung berichtete. Cs foll hier nicht wiedergegeben werden, was sich der deutschnationale Freiheit wegen der billigen Weinlieferungen foll Der Prozeß des Reichsministers Dr. Hermes gegen die Wanderredner an Beschimpfungen der gegenwärtigen 31. Oktober beginnen. Der Angeflagte hat sich mit der verkürz Regierung, insbesondere auch der Person des Reichsten Labungsfrist, die durch die auf Wunsch von Dr. Hermes erfolgte präsidenten, herausnahm; es genügt zu erwähnen, daß er der Borrerlegung des Termins eingetreten ist, einverstanden erklärt. Stegierung unzählige Male Dummheit vorwarf, es als tieftraurig Dr. Hermes wird auch troß seiner starken anderweitigen Inanspruchbezeichnete, daß toir in Beiten schwerster Not Herrn Friz Ebert, nehme in den nächsten Tagen an dem Termin festhalten, weil er den Liebling seiner Partei, an der Spize hätten und nicht einen nach wie vor den Standpunkt vertritt, daß von feiner Seite alles Mann großen Ausmaßes". Selbstverständlich wurden seine un- geschehen soll, um so schnell als möglich die reflose Klärung der Anabläffigen Anwürfe von der gleichgesinnten Zuhörerschaft, wie die gelegenheit herbeizuführen. An Etelle Profeffor Sinzheimers hat dortige geiftesverwandte Presse triumphierend berichtet, mit Reichstagsabgeordneter Dr. Paul Levi die Bertretung des An" frenetischem Jubel" aufgenommen. " geflagten übernommen. Freiwillige Parteibeiträge. Die Staatsanwaltschaft Alt- Berlin hat Nr. 42 der Weltbühne" beschlagnahmt auf Antrag der Sentralpolizeistelle zur Bekämpfung unzüchtiger Bilder und Schriften" wegen des Gedichts„ Die Riesendame auf der Ottoberwiefe" von Joachim Ringelnag. Joachim Ringelnah ist ein wirklicher Original- Dichter( oder Biech), wie man in Bayern. dem Ordnungslande, huldigend fast Man fönnte über die Persönlichkeit dieses nationalistischen Agi- Ueber die Gründe tes Zusammenbruchs von 1918 jind soeben Aus ihm fpricht die Urwüchsigkeit und ganz untonventionelle Art tators zur Tagesordnung übergehen, wenn nicht die Gefahr bestände, drei Weißbücher erschienen, die vom Parlamentarischen Unterdes in der Masse schlummernden und zuweilen im begnadeten Gin- daß die böswilligen und verleumderischen Agi. fuchungsausschuß herausgegeben sind. Die Weißbücher behandeln zelnen gern geschaffenen aufsteigenden volkstümlichen Genius. Sein tationsmethoden der gerade von Freytagh- Loringhoven so pon 1918. Das erste Heft enthält ein Gutachten des Sachverstän Bereich ist bie ganze Natur und die ganze menschliche Menagerie, ftart betonten 2ürde des Staates" erheblichen Abbruch tun. Wer bigen des Ausschusses, Obersten a. D. Schwertfeger, über die Frage und vor feinen Garten hat er feinen Benfor gestellt, der nur die zahmen Haustiere rausläßt. So ist feine Art, und so wird auch ist Professor o Frentagh- Loringhoven? Es ist bekannt, daß er bis der politisch- militärischen Verantwortlichkeit, und zwar den ersten das beschlagnahmte Gedicht, das wir nicht kennen, sein. Der Ringel zum Jahre 1918 in Dorpat gelehrt hat; es ist auch bekannt, daß er Teil bis zum Beginn der Offensive im März 1918. Das zweite nak o, Staatsanwalt, wie darf sich ein Mensch so nennen im Jahre 1919 in dem berüchtigten Lehmann- Verlag in München Weißbuch enthält ein Gutachten des Generals der Infanterie a. D. traat übrigens dieses Wergerris jeben Abend unbeanstandet in ein Buch über" Politik" erscheinen ließ; von seinen wissenschaft. pon Stuhl über die militärische Grundlage der deutschen Offensive einem Berliner Kabarett vor. In welchem wollen wir nicht ver- lichen Leistungen, die noch immer für die Beurteilung eines im Jahre 1918. Das dritte Weißbuch enthält ein Gutachten des raten, sonst verbietet der Staatsanwalt es auch dort. Jedenfalls Gefehrten einzig und allein maßgebend sind, ist in weitesten Juristen Beheinirats Prof. Hans Delbrück follte men ihm zu Ehren dort den Zoologen von Berlin" von und interessierten Laientreifen nicht das mindeste bekannt. Oder will Wedekind loslassen. man etwa feinen unglücklichen Bersuch, die Ambitionen des preußiErstaufführungen der Woche. Mont. Schloßpart- 6. in Steglischen Staatsrats, sich durch sonderbare Verfassungsauslegung ( rozes Haus):„ Der Frechdachs". Dienst. Die Tribüne: Der allmählich in ein heirenhaus zu verwandeln, als juristische Bersson, Madrid, 7000,-; Matufdjet, Berlin, 100,- Rutiner, Berlin, Zenfelsichüler. witw. Boitsbühne:" Die& fige.- Bolfs Glanzleistung bewerten? Oder etwa seine geiftvolle, im Hörsaal 1000.- Sankow, Berlin, 500,-.. Charlottenburg, 100, Frau Sirf ober: Don Basquale".- Luftpielhaus: eft elfnüpferin. feldt, Berlin, 500,-; Camille Sachs, Nürnberg, 1000.- Angestellte der OrtsGreit. Leffing Th. Bieberpelz". Connab. Deutsches Opernbaus: vorgetragene Lehre, daß wir, staatsrechtlich beschen, cigentlich doch frantentaffe Göneberg 340,- Angestellte der Buchhandlung Vorwärts 8000, Aida". Romödienbaus: Die Erwachsenen". noch in einer Monarchie lebtem? Der preußische Kultusminister Angestellte der Oristrantentaffe der Steinbruder, Berlin, 150,-. Sm Deairt Samburg ging ein: Solidarität 5000; Stubbe 2000, Gruenwald 2000, Urquia- Borträge. Taubenftr. Count. Mont., Dienst., Mittm.: Boeliz sah sich vor kurzem veranlaßt sich in einer Antwort auf Benme 1000, Stolten 2000 Rollberg 100,- Große 2000; Soffmann Der iprechende Film." Donn., Freit.: Die Sprech maichine Sonnab.: Der Mensch vor 100 000 3 abren eine Steine Anfrage unserer Parteigenossen im Landtag mit der 2000, Sense 2000; Bezirk 71 150; 2. 200,- R. 100,- 3. 50,- Distrikt Barmbed 8204;.$. 100,- Diftritt Altstadt 500,- Bezirk 1 100; Be. Invalidenstr. Dienst.: Vierwaldstätter See." Donn.: Person dieses Wissenschaftlers" zu beschäftigen; obwohl ein Anlaß airt 6 50,-; Vezirt 77 45,-;. N. 400, S. 50,- 100,- 3000, Das ind. Paradies." Frelt. Sizilien. Sonnab.: Die zum gesetzlichen Einschreiten nicht vorlag, bedauerte der Minister aus. Ed. 2000; C. 100; 3. 400; G. 3. 500.. 100,-; F. 3. 50, Sprechmaichine." Distrikt Uhlenhorst 1032;$. 100 St. 2000; 2. p. 100; 2. 1000Tie Note Nachtigall. Rosa Valetti und Baul Grab baben drücklich, daß Freytagh- Loringhoven in der Form feiner Aeußerungen& F. 1000,- Dr. B. 3000, St. 100 B. 100,- i Ga. 37 281,-; Bauer, fich bereit erklärt, in dem von Theobald Tiger und Hans Siemfen geleiteten die Rücksicht auf die öffentlichen Interessen nicht genügend gewahrt Berlin, 10 000,- S., Sentin, 100 Gef. b. Benz, Königsberg, 1941A. G. durch g. 500-; Kantinen überschuß der Bauhütte Cichfamp 800, literarischen Arbeitertabarett Die Rote Nachtigall" habe. Der Minister teilte gleichzeitig mit, er habe Freytagh- Loring Schnur, Gernsheim, 20, In Summa 64 832, M. Am 15. Oktober bereits im Norden Berlins mitzutoirfen. Die Eröffnung des Hauses soll am 9. No- hoven nachbrücklich nahegelegt", daß er diese Rücksichten fünftig quittiert 620 842,95 M., sufammen 685 171,95 9. bember erfolgen. Berlin, den 28. Oftober 1922. Die musizierende, fingende und lachende Sprechmaschine wird auf das sorgfältigfte zu beachten" habe. von Hans und Martha Mühlbausen in der Urania am Sonnabend, 8 Ubr abends, vorgeführt werden Es werden behandelt die Möglichkeiten der Grammopontechnik mit zirka 50 Lichtbildern und musikalischer Bor führung von zirla 35 Originalplatten. 19 TO 4. Quiffung. Für den Parteivorstand: Fr. Bartels. Weitere Geldsendungen find zu richten an den Rassierer der Sozialdemokratischen Partei: Bandtagsabgeordneten Fr. Bartels, Berlin S. 68, Lindenstr. 3, oder an das Postscheckkonto Fr. Bartels, Mr. 7918, Postichedamt Berlin, oder an das Banttonto Fr. Bartels, D. Heinrich, W. Pfannfuch, D. Wels, Berlin, Lindenstr. 3 bei der Diskontogesellschaft Berlin, Depofitentasse Line Wir fönnen nicht annehmen, daß sich das Gesamtkollegium der juristischen Fakultät der Universität Breslau mit dem mehr als eigenartigen Berhalten ihres Mitgliedes identifiziert. Nach der Verfassung Die Bersteigerung der Goethe Reliquien unterbleibt. Nach find die Wissenschaft und ihre Lehre frei; es entspricht jedoch den einer Qabas- Meldung aus 2yon ist angeordnet worden, daß die auf den besseren Traditionen deutschen Hochschulwesens, von dieser Freiheit 23. Oftober festgesette Bersteigerung der liquidierten Ausstellungsgüter, darunter auch der Gegenstände aus dem Goethe- Hause in Frank einen Gebrauch zu machen, wie er der Würde der Akademie furt a. M., unterbleiben soll. entspricht. Es ist anzunehmen, daß Freytagh- Loringhoven nach benstr. 3. Gewerkschaftsbewegung Theorie und Praxis. I brei Tagen in neue Berhandlungen einzutreten, um einen Ausgleich der heutigen Leuerung entsprechend zu schaffen. Sie sind gewillt, die Erfüllung ihrer berechtigten und bescheidenen Forderungen auch durch das legte gewerkschaftliche Mittel zu erzwingen." Die Feuerwehrlente wehren sich. Tarifftreit im Versicherungsgewerbe. Die mehrtägigen Berhandlungen mit dem Arbeitgeberverband deutscher Versicherungsunternehmungen verliefen ergebnislos, weil auch das letzte Angebot des Arbeitgeberverbandes in seinem Aufbau wie in seiner Höhe als völlig unzureichend betrachtet werden Die geistige Leere der kommunistischen Gewerkschaftstaktik, die mußte. in der Zerstörung der Gemerkschaften und der Abfämpfung der Die Feuerwehrleute Groß- Berlins befinden sich zurzeit im Kampf Da der Zentralverband der Angestellten ebenfalls die anderen Arbeiter besteht, zeitigt die sonderbarsten Blüten. Während man um ihre Besoldung. Nachdem sie durch Magistrats- und Stadtver- am Bertrage beteiligten Angestelltenverbände dieses Angebot nicht in Deutschland die Betriebsräte, gegen die Gewerkschaften als ordnetenbeschluß in die Gruppen 5 bis 9 der Besoldungsordnung ein- als geeignete Verhandlungsgrundlage anerkennen fonnten, einigten Stoßtrupps zu verwenden sucht, haben sie in Rußland überhaupt gereiht waren, wurde gegen diese Eingruppierung vom Reichsfinanz- fich sämtliche Vertragsparteien, noch am 27. Oftober das Reichsleine Autonomie gegenüber den„ Gewerkschaftsbonzen". Aehnlich ministerium Einspruch erhoben und sie sollen nun in niedrigere Grup- arbeitsministerium anzurufen. Seitens des Reichsarbeitsministeriums will die kommunistische Leitung der abgespaltenen französischen pen eingefügt werden. Hiergegen wehren sie sich. Am Freitag und ist schleunigste Einsetzung eines Schlichtungsausschusses, voraussichtGewerkschaften verfahren. Nach den Beschlüssen der jüngsten Ge- Sonnabend fanden startbesuchte Bersammlungen des Verbandes lich auf den 2. November, zugesichert worden. wertschaftskonferenz dieser Zentrale sollen fünftig die Betriebsräte deutscher Berufsfeuerwehrmänner in den Sophiensälen statt. die Grundlage der Gewerkschaften sein. Aber diese Basis" hat nichts zu bestimmen. Sie ist nur ein Zweig der Gewerkschaft" und unter deren Aufsicht. Es wird ihnen vor allem jede Selb ständigkeit und jedes Vorgehen auf eigene Fauft verboten. Die Borstände und die Generalversammlungen der Gewerkschaften sind unbedingt herrschend. " Bekannt ist die Fehde der Kommunisten in Deutschland gegen diz sozialen Baubetriebe, wie sie ja alle Sozialisierungsversuche, bevor nicht alles furz und flein geschlagen ist, als Schwindel er flären. Solange die Kommunisten in Frankreich noch Zellen bauten, vertraten sie den gleichen Standpunkt. Nun fie unter sich find, finden sie soziale Baubetriebe als ein durchaus lökliches Beginnen, meil der abgespaltene Bauarbeiterverband aus Konkurrenzgründen die Schaffung von Baugilden unternimmt. Aehnlich in Rußland, seit dort wieder das Privattapital Ell. bogenfreiheit bekommen hat. In Petersburg gibt es gegenwärtig etwa 40 000 Arbeitslofe; 12 000 haben sich aber in Artjels" organi fiert, zum Teil sind es Produktionsgenossenschaften mit eigenen Werkzeugen( Schneider, Schreiner und Schusterwerkstätten), zum Teil aber Genossenschaften von Lastträgern, Bauarbeitern usw., melche die Gelegenheitslöhne unter den Mitgliedern verteilen. 22 Artjels find von der ersten, 87 von der zweiten Art. Was frei lich den russischen Delegierten auf dem Anfang Oktober stattgefun. denen internationalen Bouarbeiterfongreß nicht verhindert hat, die fozialen Baubetriebe zu verdammen. Mit solcher Doppelzüngigkeit glauben die Kommunisten die Arbeiter für sich zu gewinnen. " Vertagte Schiedsverhandlungen. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit: Der auf Antrag des Lohnfartells vom Reichsarbeitsministerium eingesetzte Schlich tungsausschuß hat dem Wunsche des Magistrats, die Berhandlungen mit Rüdficht auf die am Dienstag stattfindenden Reichslohnverhandlungen auf Donnerstag zu vertagen, entsprochen. Er empfiehlt jedoch dem Magiftrat, den städtischen Arbeitern fofort Borschüsse zu zahlen, die für den über 24 Jahre alten männlichen Arbeiter 3000 Mart betragen sollen. Erbitterung unter den Reichsarbeitern. Bom Deutschen Berkehrsbund wird uns geschrieben: Eine Freitag vom Deutschen Verkehrsbund einberufene überfüllte Bersammlung der Reichs- und Staatsarbeiter beschäftigte sich nach dem Bericht des Referenten Valentin mit dem Lohnverhandlungsergebnis der Regierung. Alle Diskussionsredner gaben ihrer Entrüstung darüber Ausdruck, daß die Regierung, statt mit den Gemertschaften eine annehmbare Verständigungsbasis zu finden, einseitig Hungerlöhne zu diftieren sucht. Wo bleibt da die Grfüllung des Artikels 165 der Reichsverfassung durch deren vornehmsten Hüter, die Regierung, welcher besagt: " Die Arbeiter und Angestellten sind dazu berufen, gleichberechtigt in Gemeinschaft mit den Unternehmern an der Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie an der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung der produktiven Kräfte mitzuwirken. Die beider feitigen Organisationen und ihre Vereinbarungen werden aner' fannt." Ist die Regierung durch die scharfmacherische Kritik der Deut. fchen Arbeitgeber- Zeitung" veranlaßt, sich der gleichen Methode gegenüber den Gewrfschaften bedienen zu müssen? Durch ein derartiges Berhalten wird die Regierung nicht zur Förderung des Staatsgebantens und zur Steigerung der Verfassungstreue beitragen. Nachstehende Entschließung fand einmütige Annahme: Die am 27. Oftober 1922 in ten Zentral- Festsälen verfammel: ten gewerblichen Arbeitnehmer der Reichs- und Staatsbetriebe, Mit: glied im Deutschen Verkehrsbund, nehmen mit Entrüstung Kenntnis von dem gänzlich unzureichenden Lohnangebot der Regierung für den Monat Oftober. Gegenüber der fatastrophalen Geldentwertung und der damit verbundenen ungeheuren Steigerung aller Lebensmittel und Bedarfsartifel glaubt die Regierung es verantworten zu können, daß die Bertreter der Gewerkschaften den gewerblichen Arbeitnehmern zumuten, diefe minimalen 3ulagen anzunehmen. $ = In der Versammlung am Sonnabend kam es zunächst zu einer Auseinandersetzung mit dem Stadtverordneten Degner, der in der Bersammlung am Freitag behauptet hatte, daß Stadto Dr. Loh mann im Ausschuß erklärt habe, der Einspruch der Feuerwehrleute gegen die Anordnung des Finanzministeriums werde keinen Zwed haben, weil feine Aussicht auf einen Erfolg vorhanden sei. Diese Behauptung wurde von den Stadtverordneten Haß und Schmidt entschieden zurückgewiesen. Der Einspruch habe einstimmig die Billigung des Ausschusses gefunden. 2f- Mitglieder in Kunst- und Bauschlossereien und Geldschrankfabriken! Für die Angestellten dieser Branche hatte die Erhöhung der Gehälter für den Monat September 1922 nur 35 Proz. betragen ( für die jugendlichen Angestellten 40 Broz.), trotzdem nach der Reichsinderziffer die Teuerung um 71,5 Proz. gestiegen war. Unter Würdigung dieser Tatsache wurde beim Schuhverband Berliner Schlosse reien und verwandter Gewerbe eine Erhöhung der Gehälter für den Monat Oftober 1922 um 150 Broz. unter Fortfall der bisherigen Differenzierung der Bezüge zwischen den Angestellten in Kunst- unb Wie der Referent Feierabend in der gestrigen Versamm Bauschlossereien und den Angestellten in Geldschrantfabriken belung in seinen Ausführungen hervorhob, stüßt man sich bei der Ab- antragt. In den direkten Verhandlungen machten die Arbeitgeber lehnung der ersten Eingruppierung auf das sogenannte Sperrgefeß dann ein Zugeständnis, wonach diese Differenzierung ab 1. Oktober und beruft sich darauf, daß in anderen Städten, so in Hamburg, die 1922 fortfallen sollte. Weiter machten die Arbeitgeber das geradezu Feuerwehr niedriger eingruppiert sei. In Berlin übe aber die Wehr provozierend wirkende Angebot, die Gehälter um 60 Proz. zu erihre Tätigkeit unter ganz anderen Berhältnissen aus. Die gemischte höhen. Dennoch wurden die Verhandlungen von den Arbeitgebern Deputation des Magistrats habe nun ihr Einverständnis dazu aus weitergeführt. Es gelang aber troß eifrigster Bemühungen nicht, gesprochen, daß über die Frage schiedsgerichtlich entschieden werden ein einigermaßen annehmbares Bugeständnis zu erreichen. Unter folle. Stadtverordneter Genoffe Schmidt wies darauf hin, daß die diesen Umständen sahen sich die Berhandlungsführer der Arbeitsozialdemokratische Fraktion für die beanstandete Eingruppierung nehmer zum Abbruch der Berhandlungen veranlaßt. Die Kollegen werden ersucht, unter allen Umständen die Ruhe zu bewahren. Ueber eingetreten fei. Nach der sehr ausgedehnten Diskussion, an der sich auch Beise das Ergebnis der Schlichtungsverhandlung wird in einer noch einvom Algemeinen Deutschen Beamtenbund beteiligte, murde eine zuberufenden AFA- Mitgliederversammlung genau Bericht erstattet Resolution angenommen, die schärfften Protest gegen die Beanstanbung der Eingruppierung ausspricht. werden. Fusion der Polizeibeamten- Berbände. Der organisatorische ZuZur Lohnbewegung im Holzgewerbe. sammenschluß der preußischen Polizeibeamtenverbände hat die bisUm den Kampf im Holzgewerbe nicht sofort ausbrechen zu laffen, her im Reichsverband der Polizeibeamten Deutschlands organisierten hat die Verwaltung des Deutschen Holzarbeiterverbandes den Länderverbände veranlaßt, den Reichsverband der Polizeibeamten Schlichtungsausschuß Groß- Berlin angerufen, um an dieser Stelle Deutschlands aufzulösen. Am gleichen Lage ist unter Beteiligung den letzten Verständigungsversuch zu unternehmen. Inwieweit die sämtlicher Polizeibeamtenverbände Deutschlands der Deutsche Holzindustriellen ihren bisher eingenommenen ablehnenden Stand- Polizeibeamtenbund" gegründet worden. punkt aufrechterhalten, läßt sich zurzeit nicht übersehen und würde, wenn dies der Fall wäre, ein Kampf unvermeidlich sein. Der Schlichtungsausschuß hat infolge des Ernstes der ganzen Situation die Verhandlungen auf Mittwoch nachmittag 2 Uhr fest gefeht. Am gleichen Lage, abends 7% Uhr, wird eine Versammlung der Betriebsräte und Vertrauensmänner in Kliems Festfälen, Hafenheide 14/15, zu dem vorliegenden neuen Ergebnis, wenn ein solches zustande kommt, Stellung nehmen, und bitten wir unsere Funktionäre, auf die unter Vereinsnachrichten veröffentlichten Dispositionen genau zu achten. Lohnvereinbarung im Friseurgewerbe. Mit Wirkung vom 28. Oftober wurden folgende Mindest wochenlöhne festgesetzt: Für Herrenfriseure 2100 M., Damenfriseure 2205, Friseurinnen 2100. Diese Gruppen unter 21 Jahren 1900 M. Haararbeiter und arbeiterinnen erhalten 2310 m., quali fizierte 2345 M., Einrichter und Präparateure 2520 M., Handpflegerinnen 1335 M. Für Aushilfe wird gezahlt für Sonnabend von 1 Uhr an und Sonntag 525 M. Für Sonnabend den ganzen Tag 490 m. Für eine ganze Woche 2240 M. Die Aushilfsstunden Löhne betragen für Herrenfriseure 50 M., für Damenfriseure 54 m. Die bisher bestandenen Urlaubsabmachungen bleiben bestehen. Besser bestehende Arbeitsbedingungen dürfen nicht verschlechtert werden. Die Parteien verpflichteten sich, zwecks Neuregelung der Lohnfähe spätestens am 15. November in neue Berhandlungen zu treten. Durch die erhöhten Preise aller Bedarfsartikel ist eine andere Regelung der Bedienungspreise notwendig geworden. Arbeitnehmerverband für das Friseurgewerbe, 3meigverein Berlin, Die Bankbeamten drohen mit Streif. In einer von den drei Bantbeamtenverbänden am Freitagabend nach der„ Neuen Welt" einberufenen Versammlung, die von etwa 5000 Berliner Bantbeamten besucht war, wurde nach. Referaten von Fürstenberg, Dr. Greil, Marg und Emonts eine Entschließung angenommen, in der sich die Bantbeamtenschaft für ein weiteres Berharren im Ueberstundenstreik erklärt und für den Fall, daß der Reichsverband der Bankleitungen nicht in legter Stunde die Forderungen der Banfangestellten erfüllt, von den Organisationen die alsbaldige Durchführung von Streitabstimmungen in den Betrieben fordert. Eine weitere Entschließung wandte sich gegen das Berhalten der Schuhpolizei bei der unlängst abgehaltenen Bankangestellten- Demonstration im Lustgarten und verlangt die fofortige Die Bersammelten meisen es entschieden zurück, sich in das Diktat Freilassung der bei den Zwischenfällen vor den Häusern der Großder Regierung zu fügen, und beauftragen ihre Vertreter, innerhalb banten verhafteten Demonftranten. Hauskleid gestreift u. karier!, Baum. wollmusseline und CrepeFrotté, flotte Form, mit Knopfgarnierung Achtung, Modellfischler! Der Betrieb der Firma Pröhl, Müllerstraße 3, Hof III, ist für alle Arbeitnehmer gesperrt, meil der Inhaber die an den Arbeitgeber gestellten Anträge auf Beffer gestaltung der Löhne damit beantwortete, indem er die Kollegen mit einem Rettenhund aus dem Betrieb hetzte. Kollegen, die in diesem Betrieb Arbeit nehmen, begeben sich in eine Gefahr. Deutscher Holzarbeiterverband. berg, Brinz- Albert- Str. 13, ist für alle organisierten Areiter gesperrt. Achtung, Tischler! Die Sargfabrit Rosinski, Berlin- LichtenDeutscher Holzarbeiterverband, Berwaltungsstelle Berlin. Achtung, Bauarbeiter! Die Siedlung Birkenstein bei Hoppegarten ist für Einsetzer gesperrt! 6 Deutscher Bauarbeiterverband, Bezirksverein Berlin. Einer unserer Haustoffierer hat am Sonnabend, den 21. d. M., abends in der Zeit von 7 bis 8 Uhr, in Steglit von der Schloßstraße 107 bis Schildhornstraße 88 eine Haustaffierermappe mit Zeitungen und Marken verloren. Da die Marken für andere feinen Wert haben, bitten wir den ehrlichen Finder, das Verlorene gegen entsprechende Belohnung bei unserem Bezirtstaffierer Julius Mertens, Berlin Südende, Halstestraße 39, Gartenhaus part, oder im Verbandsbureau abzugeben. Metallarbeiter, 3. Be irf( Lichtenberg, Hohenschönhausen). Montog, 4% Uhr, im Lofal von SB, Möllendorf- Str. 106, Konferenz sämtlicher Funktionäre der Richtung Amsterdam. Sehr wichtige Tagesordnung. Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft legitimiert." Der Fraktionsvorstand. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Hierzu 3 Bellagen. Kräftigen Sie Ihren Körpas in der Übergangszeit, nähren Sie sich mit der billigen a zuverlässigen Powals Stoffe A.WERTHEIM 1975M Welltrikotkleid. hübsche Mechart, in vielen Farben und mit reicher Stickerei garn. 6550M Abendkleid la Crepe de Chine sehr aparte Form, in schönen Farben n. mit Perlstickerei Vorgezeichnete Handarbeiten Kreuzsticharbeiten a. starkfädigem Halbleinen vorgezeichnet Quadrate....... 68M Kaffeewärmer... 200м Kissenplatten 325 M mit Rückwand Mitteldecken..... 400м Kaffeedecken Größe 130x130 cm 9900M Kaffeedecken Morgenrock Aus gutem Flauschstoff, in moderner weiter Form... 3900M Pelzjacken Größe 160x160 cm Kissenplatten m. 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Beilage des Vorwärts Sonntag, 29. Oktober 1922 Jener äußeren Berderbnis ging eine innerliche Lieder den Ronsumenten gekommen? Die großen und die kleinen fichkeit parallel, die kaum glaublich erscheint. Oft genug ist Unternehmer haben sich dabei gegenseitig in die Hände gefür ein neues Direktionsauto eher Geld vorhanden als für arbeitet, die wagehalsigen Devisengeschäfte der großen wurden Bemerkungen zur notwendigen Produktionssteigerung. Werkzeuge oder praktischere Registraturschränte. Die Herren ebenso in den Wiederbeschaffungspreis eingerechnet, wie das Bon Kurt einig. ſagt, daß die notwendige Ertragssteigerung unserer Wirtschaft An unsere Leser und Freunde! jener Unternehmungen verstehen es, durch Vorschüsse und rasche Großverdienen und das Amüsierleben, das der kleinere Kredite sich selbst zu Schuldnern ihres eigenen Ge Unternehmer ganz gern mitmacht. schäftes zu machen. Diese mühelos erzielten Verdienste Die Banten haben sich der allgemeinen UnternehmerverThyffen hat an den Reichskanzler Wirth einen Brief ge verwandeln sich in" Sachwerte", in Lurusgegenstände vom derbnis nicht entgegengestellt, wenigstens jahrelang nicht. Eher schrieben, der in den Appell ausflingt, Wirth möge sich an die echten Teppich bis zum geschliffenen Glas, vom teuersten Belz ist das Gegenteil der Fall gewesen: diese Entwicklung ist vom Spitze einer Bewegung für die Wiedereinführung für die Gattin bis zur marmornen Benus. Immer mehr wird Finanztapital unterstüt worden. Sicher nicht aus Uneiner verlängerten Arbeitszeit setzen, damit es üblich, neben dem offiziellen Geschäft des Unternehmens moral das Kapital ist überhaupt nicht ethisch zu merten unser Volk und Waterland vor dem Untergang bewahrt noch ein privates Geschäft aufzuziehen, bei dem nichts weiter sondern, weil das in der Richtung des Geschäftes lag. bleibe. Wo ein Wille sei, da wäre auch ein Weg. Der Sturm gegen den Achtstundentag ist damit erneut herauskommt, als daß der Unternehmer auf dem Rücken seines So ist es auch möglich geworden, daß allergrößte Unternehmer heute je nach Laune und Stimmung mit Papierentfesselt. Der Wille, ihn zu beseitigen, macht sich auch schon oder des von ihm geleiteten Unternehmens verdient. Der neue Unternehmer ist bei jener Entwicklung von fabriken, Automobilunternehmungen oder Großbanten in den politischen Parteien des Bürgertums bemerkbar. Als feinen Organisationen nicht etwa bekämpft, sondern planmäßig jonglieren, daß der kleinste selbständige Roofmich von Wiederstärkstes Argument dient fämtlichen Gegnern des achtstündigen unterstützt worden. Früher galt die Qualität der Ware, beschaffungspreis und Dollargrundlage lebt und daß in weiten Arbeitstages eine gemeinsame Forderung: die Gütererzeugung galt der Name der Firma, heute gilt der Syndikats Kreisen des Unternehmertums mit ganz wenigen Ausnahmen müsse pergrößert werden. Das sei mur möglich durch ein fultur- und charakterloser, widerlicher Luxus, eine ewige eine größere Arbeits leistung, und diese ergäbe sich aus der Litördielen- Atmosphäre herrscht. Berlängerung der Arbeitszeit. Dazu sei nebenher geWir erkennen gern an, daß Herr Thyssen den Willen hat, der deutschen Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Wir nehmen burchaus nicht so innig mit dem Zwang, den Achtstundentag zu verlängern, zusammenhängt, als es oft dargestellt wird. Die unaufhaltfame Entwertung der Mart wirft wie nicht an, daß er das denkt, was andere Unternehmer ungeniert Nicht nur Herr Thyssen, sondern jeder, der mit offenen Augen auf unfer ganzes Wirtschaftsleben auch auf den Bestand der meinen, daß nämlich eine Verlängerung des Achtstundentages Nicht nur Herr Thyssen, sondern jeder, der mit offenen Augen Breffe zerrüttend. Diese Entwertung steigert die Ausgaben für der letzte glänzende Fischzug vor der großen im Produktionsprozeß sich umschaut, weiß, daß sie zu einem die Herstellung der Zeitung ins Unermeßliche. Eine Berechnung Bleite werden würde. Wir wünschen nur, daß Herr Thyssen erheblichen Teil eine organisatorische und betriebstechnische oder Einstellung von festen Breifen auf absehbare Zeit wird zur und seine Freunde, die Achtstundentagfeinde, erst einmal bei Angelegenheit ist, zum anderen ist sie auch eine Kapital- und Unmöglichkeit. Die Untoften für den Hauptbestandteil der Zeitungen, ihren Klassengenossen, den Unternehmern, gründlich aus. Kreditfrage. Es ist demagogisch, die Vergrößerung unserer das Papier, nehmen eine schwindelnde Höhe an. Der PapierBroduktion immer nur vom Arbeiter abhängig zu machen; so preis erhöhte sich in der zweiten Hälfte des Offobers auf das Fünf- tehren. Nutzen wir erst einmal den Achtstundentag richtig bedeutungslos ist heute der Unternehmer im Produktions- hundertfache des Vortriegspreises und soll für November eine aus! Das stärkste Hindernis dagegen ist bisher nicht der Arprozeß noch nicht, daß er in ihm feine Rolle spiele und nicht weitere, ganz unverständlich hohe Steigerung erfahren, und zwar beiter gewesen, deffen Leistung seit 1919 fich überall fortgesetzt sollen hierfür die phantastisch gestiegenen Holzpreise vergrößert, der Friedensqualität wieder angenähert hat. In zur Intensivierung unserer Arbeitsleistung beizutragen ver- neben den hohen Breifen der übrigen Rohmaterialien die Ursache ganzen Industrien ist heute überdies die Friedensleistung vom möchte. fein Diese Ausgaben, denen die Zeitungen Einnahmen in gleicher Arbeiter wieder erreicht. Der gefährlichste Hemmschuh, der Wenn man den heutigen Unternehmer als, fagen wir Höhe nicht gegenüberstellen fönnen, werden für die Breffe untrag fich einer Steigerung unserer Probuftion immer wieder in einmal notwendige volkswirtschatfliche Spezies untersucht, bar. Ein schnelles Eingreifen der Regierungen wenn er mit seinem Kollegen von vor 1914 verglichen wird, und der Barlamente muß erfolgen, wenn nicht der über den Weg schiebt, ist der minderwertige Unterdann ergeben fich Schlüffe, die uns sehr nahe an wirkliche Ur- wiegend größeer Teil der Seitungen sein Erscheinen einstellen soll. nehmer! Mögen die Herren, die immer nur die Arbeiter fachen des Rückganges der deutschen Wirtschaft heranführen. Nach der fabelhaften Preissteigerung im Oktober, die vorläufig noch sehen, sich in ihren eigenen Kreisen umschauen und dort ener= Vor allem: der Unternehmer von vor dem Kriege war nicht zum Stillstand kommt, ist der Borwärts" gezwungen, den gisch reformieren. Die Arbeiter und ihre Organisationen haben seit 1914 nicht einmal, sondern tausendmal bewiesen, immerhin in der Regel mit seinem Betriebe verwachsen, Abonnementspreis auf 400 mt. für November zu erhöhen. Wir tönnen nur wiederholen, daß wir bet der gang anorma- daß sie das persönliche Interesse sehr wohl den allgemeinen sein Vermögen steckte in ihm, er war feßhaft und er mußte len Entwicklung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse mit der größten Notwendigkeiten des Volkes und Staates unterzuordnen verim freien Konkurrenzfampf durch einige Tüchtigkeit hervor Borsicht und unter Rücksichtnahme auf den wirtschaftlich schwächeren mögen. ragen, wenn er aus ihm nicht herausgeschüttelt werden wollte. Teil unserer Abonnenten und Genoffen an die Preisfeftfegung des Heute ist der Unternehmer im Durchschnitt etwas ganz anderes. Bezugspreises herangehen und hoffen zuversichtlich, daß auch dieser Das Warenerzeugen ist ihm meist nicht die Hauptsache, an der Teil unserer Leser im Interesse der Erhaltung unseres Zentral Weiterbildung feines Betriebes hat er nur mittelbares Inter- organs der Partei dem„ Borwärts" treu bleiben wird. effe, Ausgaben für technische und organisatorische Durchbildung der Produktion sind ihm verhaßt, er will nur ver dienen. Rohmaterial und fertige Ware sind zuerst Spefulationsobjekt, dann sind sie eine Grundlage, preis, bestimmen die Bertaufstonditionen; sie auf der meist die wagehalsigsten Devisenengagements auf gebaut werden. Es gibt heute schon eine ganze Klasse von Unternehmern, für die der Betrieb nichts weiter ist, als eine Legitimation gegenüber der Deffentlichkeit, den Banten und der Behörde. Diesen Unternehmern von heute ist ihr gesamtes Unternehmen nichts anderes als ein beliebiger Anlage wert, den man heute fauft und morgen verhöfert, wenn der Dollarkurs sich etwas verändert hat. Verlag und Redaffion des Borwärts". Wirtschaft Um die Stühung der Mark. Der politische und parlamentarische Kampf ging bis vor wenigen schützen jeden„ Dreh" und jede Minderwertigkeit. Der ordent- Wochen dahin, einzelne waren von der allgemeinen, durch die liche Kaufmann von ehedem hätte sich geschämt, Lieferbedin Entwertung des Geldes bedingten Preisbewegung auszuschalten. gungen anzubieten, wie sie heute auch dem sogenannten soliden Man hoffte die Rauftraft des Geldes baburch zu steigern, Kaufmann ganz selbstverständlich erscheinen. Wir denken daß man die Warenpreise des Inlandes hinter denen des Weltdabei nicht an das Berschwinden fester Lieferfristen das ist marktes zurüchielt, um so die Möglichkeit zu behalten, die Mark verständlich, hier sei nicht einmal etwas gesagt gegen die auf einem niedrigeren Kurse als dem von der Valuta vorüblen freibleibenden Preise, aber wenn heute der Unternehmer gezeichneten stabilisieren zu können. Neuerdings hat sich in den Anschauungen eine wesentliche dem Käufer vorschreibt, daß dieser die Ware abnehmen mu B, Ueber dieser eben geschilderten neuen Unternehmerschicht, ganz gleich, in welcher Qualität sie fommt, wenn er für die Wandlung vollzogen. Man ertennt mehr und mehr, daß der Ausdie feinerlei Produktionsinteresse, sondern nur Spefulations- Lieferung seiner Ware sich nicht mal gebunden fühlt, so ift das landswert des deutschen Geldes weit geringer ist als die Inlandstrieb besitzt, hat sich eine etwas anders geartete, aber ebenso doch nichts anderes, als wenn der Arbeiter seinen Lohn fauftraft der Mark. Aus diesem Grunde schien es geboten, einer gemeingefährliche Art von Unternehmern entwidelt. Das sind nehmen wollte und dann erklärte, was er etwa voraussichtlich Stabilisierung der Preise auf dem deutschen Markt die Stabidie Unternehmer, die ihren Besitz mobilisiert haben, die geneigt sein würde dafür zu arbeiten, das hänge von den lisierung der Mart vorangehen zu lassen. Wenn die Sozialdemokratie einer Erhöhung der Preise für Umlagegetreide widerihn mit Hilfe des zu allem brauchbaren Aftienrechts, unter die Umständen ab. breitesten Mengen derjenigen, die irgendwie Geld besaßen, Wenn wir nun zum Typ des großen Unternehmers gehen, sprach, so widersprach sie nicht damit dem allgemein gültigen verschleuderten. Das geschah nicht, um einem bestimmten Be- dann findet sich, daß auch er meist nicht so volkswirtschaftlich Prinzip der Preisentwidlung, das von der Geldentwertung her trieb einer bestimmten Branche, einer bestimmten Industrie und paterlandsliebend denkt, wie er es als selbstverständlich diftiert wird. Sie widersprach lediglich den Forderungen der neues Geld, neues Kapital und damit neue Entwicklungsmög von seinem Arbeiter verlangt. Auch den ganz großen Herren Agrarier, den Preis für den Inlandspreis der mit deutschen lichkeiten zu geben es galt, hinter einer Auliffe die raffi- ist jetzt meist der Welthandel eine günstige Gelegenheit zur Rohstoffen und deutscher Arbeitskraft erzeugten Ware auch dann niertesten Spetulations- und Spielmöglichkeiten aufzubauen! Ausfuhr von Sachwerten, die der Steuererheber nicht nach der Valuta zu bemessen, wenn sich die Bestehungstoften Die hinter vielen deutschen Aktiengesellschaften noch nach dem erhalten soll. Der Inlandsmarkt ist im wesentlichen gleich nicht mit der Baluta gleichzeitig verteuern. Herr Hergt hat auf Kriege vorhandenen Sachwerte wurden in Form von hohen gültig, das Devisengeschäft reizt! Und ist denn das Streben dem deutschnationalen Parteitag ganz richtig bemerkt, daß der Dividenden, Bezugsrechten, Gratisattien, Abgabe von ganzen nach dem vollen Wiederbeschaffungspreis, der Kampf um die Mittelstand expropriiert sei. Nun ist der Begriff Mittelstand" nicht Attienpateten an interessierte Banken usw. usw. sinnlos in rücksichtslosesten Verkaufsbedingungen, das Intereffe am leicht zu erfaffen. Sicherlich enthält er auch nach der Deutung alle Welt und in die unsichersten Hände verstreut. Dollarpreis fogar für Schnürsenkel und Schmierfeife etwa von der Agrarier viele, im Grunde proletarische Eriftenzen, Ins RUDOLPH HERTZOG Breitestrasse Berlin& 2 Brüderstrasse Vorteilhafte Schuhwaren- Angebote! Damen- Schuhwerk Schwarz Roß- Chevreaux- Schnürstiefel 3498.Schwarz Boxcalf- Schnürstiefel....... 4350.Schwarz Boxcalf- Schnürhalbschuhe P4588.Lack- Schnürhalbschuhe runde Form..... 4188.Brautschuhe weiß Glacé weiß Nubuk ausgeschnitten und mit Spange 3790.- 6439.Wildleder Straßen- u. 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Halbjahr des neuen Rechnungsjahres in Millionen Ueber die Form des Zusammenschlusses herrschte vollste Einmütiga) aus dem Bersonen- und Gepädverkehr. b) aus dem Güterverkehr.. c) aus sonstigen Quellen 10 550 • 78 714 2973 im ganzen 92 237 Die Ausgaben des ordentlichen Haushalts stellen sich a) für die Hauptverwaltung( Minifterium) auf 74 b) für die Betriebsverwaltung auf. 89 900 c) für sonstige Zwecke auf.. d) für den Schuldendienst auf 9 . 6 2 200 im ganzen 92 180 besondere die große Kategorie der Ropfarbetter, die nah der| Roften gerade die schwächsten Glieder der Boffswirtschaft, Ber Auffassung unserer Genossen seit jeher den Handarbeitern gleich braucher, Rentner, Arbeiter und Festbefoldete zu tragen haben. gelten, weil sie unter gleichen Eriftenzbedingungen wie diese leben. Der deutschnationale Führer hat aber vergessen zu bemerken, daß gerade die Agrarier zufammen mit manchen Industriellen die Erben des enteigneten Mittelstandes geworden sind. darum war es falsch, wenn er behauptete, daß nur mehrarbeit Mart: den Zustand von früher wieder herstellen könne. Die innere Zahlungsbilanz hat sich grundlegend geändert. Die Agrarier, die ja Herrn Hergt besonders naheftehen, beanspruchen einen viel größeren Teil des Ertrages ber deutschen Produktion für sich als jemals. Wenn also der Mittelstand seine frithere Stellung wieder erhalten soll, ift dazu Vorbedingung, daß die Agrarier auf den von ihnen beanspruchten Mehrertrag der ProBuktion zunächst verzichten. Das ist eine Konsequenz, der sich die Deutschnationalen natürlich gerne entziehen möchten. Um so mehr hat die Arbeiterschaft ein Interesse daran, dieser Frage nachzugehen. Ein sehr beachtlicher Borschlag nach diefer Richtung ist der des oldenburgischen Ministerpräsidenten Tangen, der für die Landwirtschaft eine Naturalteuer verlangt. Bisher find trotz der Unfumme der Paragraphen, die daran verschwendet wurde, gerade die Großgrundbefizer verhältnismäßig glimpflich sowohl bei der Preisbildung, wie bei der Steuergesetzgebung davongekommen. Die Umlage, die im höchen Falle ein Biertel der Ernte erfaßt, bedeutet für sie feine besondere Belastung. Was aber die Steuergesetzgebung angeht, so tommen die Agrarier schon dadurch bedeutend besser davan, daß die Steuern erst nachträglich gezahlt werden, und daß infolgedessen der Betrag in entwertetem Gelde bezahlt wird. Die landwirtschaftlichen Verbände haben sich gegen diese Folgerung dadurch zu wehren gewußt, daß sie eine Art Roggenwährung für thre Mitgliederbeiträge einführten. Das Reich wird gleichfalls eine folche Regelung treffen müssen, wenn es verhindern will, daß es die entwertete Papiermart als Steuer erhält, während der landwirtschaftliche Produzent für mehr als drei Biertel der deutschen Brobuftion den Weltmarktpreis für Getreide erhält. Dadurch nimmt er an der Steigerung des Balutaturfes unmittelbaren Anteil, währenb er sowohl den Steuererheber, das Reich. wie den Hypotheten gläubiger, ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Wert des Geldes abHabet. Das ist zweifellos gegenüber den Lohnempfängern, deren Steuer unmittelbar vom Lohnbetrag abgezogen wird, ein außerordentlicher Borteil. Und schon deshalb ist es erforderlich, daß hier eine Regelung getroffen wird, die die Allgemeinheit zu theem Recht tommen läßt. feit. Fünf frühere USP.- Genossen sind in den Hauptvorstand eingetreten. Dieser hat folgenden Aufruf zum Zusammenschluß der Lehrerbewegung erlaffen: An die sozialistischen Lehrer und Lehrerinnen in Stadt und Land. Roflegen! Genoffen! Kulturpolitische Aufgaben von größter Tragweite liegen vor uns. Ihre Lösung erfordert den festen Zusammenhalt und die tat fräftige Zusammenarbeit gerade der sozialistischen Lehrerschaft. Die Einigung der sozialdemokratischen Parteien gibt die von uns lange ersehnte gemeinsame Grundlage dafür. Je mehr die Ent. Der Abschluß zeigt, daß trotz der unaufhaltsam fortschreitenden widlung auf eine scharfe Trennung der gewerkschaftlichen Aufgaben Geldentwertung und der hierdurch bedingten gewaltigen Berteue- der Lehrerschaft von ihren fulturellen zu drängen scheint, um so rung aller Kosten die Ausgaben des ordentlichen Haushalts unerläßlicher wird der Zusammenschluß aller auf unserem Boden durch die Einnahmen voll gebedt werden. Wenn gleichwohl stehenden Lehrer zu einer wirklichen Arbeitsgemeinschaft im Rah nach der Uebersicht über die Finanzgebarung des Reichs die Geld- men der vereinigten Bartel. Die gewerkschaftliche Einheitsfront ift wo er am abhebungen der Reichsbahn bei der Reichshaupttaffe ihre Abliefe. noch nicht geschaffen jeder wirle einſtweilen dort, wo ert ift rungen dahin bis Ende September wesentlich übersteigen, fo erflärt erfolgreichsten für unsere Sache zu wirken glaubt, aber die sich dies insbesondere durch die Bedürfnisse( Inveftionen) des außer fulturelle Einheitsfront ist da, sie soll und darf nicht durch Erinne ordentlichen Haushalts sowie durch den Geldbedarf für die Voraus rungen an Gewesenes verhindert werden. Wir fordern daher alle zahlung des Bierteljahrsgehalts Ottober- Dezember an die Beamten. sozialistischen Lehrer und Lehrerinnen in Stadt und Land auf, sich ber Arbeitsgemeinschaft sozial. Ein 8uschuß aus allgemeinen Reichsmitteln zu den Rosten des mit uns in ordentlichen Haushalts der Reichsbahnverwaltung war im ersten dem of ratischer Lehrer und Lehrerinnen zusam. menzuschließen und sie zu dem zu machen, was sie sein will Halbjahr 1922 nicht erforderlich. und sein soll: zu einem machtoollen Organ und In strument des Kulturwillens der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Beitrittserklärungen sind an die Leitung der betreffenden Orts gruppe, und wo eine solche nicht besteht oder nicht bekannt ist, an die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands, Berlin S. 68, Linden Straße 3, zu richten. Die Wiederaufbaugruppe Norddeutschland hielt die erfte Aus. schußßigung ab. Rechtsanwalt Dr. Albrecht berichtete eingehend über die in Paris geführten Berhandlungen mit den französischen Interessenten. Das in Borbereitung befindliche Abkommen unter scheidet sich von dem Stinnes- Luberfacfchen dadurch, daß in Grantreich, etwa in Lille, ein fachmännisch geleitetes usterlager er öffnet werden soll, durch das in Verbindung mit dem auf deutscher Seite zu fchaffenden Bureau für den genau bestimmten Bedarf der einzelnen Geschädigten Bestellungen vorgenommen werden sollen. 3m November wird eine Reihe franzöfifcher Beteiligter nach Deutschland, voraussichtlich nach Hamburg, fommen, um mit den einzelnen Industriegruppen den Preis, den Lieferungstermin, die Fracht und Beförderungsfragen grundsätzlich durchzusprechen. Es wurde ein engerer Ausschuß gebildet, um die Vertreter der einzelnen Gruppen zufammenzubringen. Die schwebende Schuld des Reiches ist in der zweiten Oftober delade weiter start gestiegen. Sie betrug am 10. Oftober 489,7 mil liarden Mart. Dazu traten 52,4 Milliarden Mart, so daß sich eine schwebende Schuld an distentierten Schahzanweisungen von 542,1 Milliarden Mart am 20. Oftober ergab. 1 Holländischer Gulden Devisenkurse. 1 argentinischer Papier- Beso 1 belgischer Frant.. i norwegische Krone 27. Ditober Käufer Bertäpfer ( Geld-)( Brief-) Die deutsche Sozialdemokratie in Polen hat sich für die Sejmund Senatswahlen am 5. November dem Block der Minderheitsnationen angeschlossen. Den Kritiken anderer sozialistischer Parteien an diesem Schritt erwidert die Bromberger„ Bolkszeitung", daß, solange die polnischen Sozialisten nicht unter einen Hut zu bringen [ eien und ihre Richtungen einander heftig bekämpfen, eine andere Tattit unmöglich sei; zwar werde mancher Arbeiterfeind Abgeord. neter dieses Blods werden, es gebe aber auch die sonst wohl für gering gehaltene! Red.) Möglichkeit, einige deutsche Sozialisten burchzubringen. Unseren Genossen drüben in Neupolen, Lodz usw. brüberliche Wünsche zur Wahl! -O 685 174,95 m. find bisher dem Barteivorstand an freiwilligen Beiträgen zugegangen. Weitere Geldfendungen sind zu richten an den Raffierer der Sozialdemokratischen Partei, Landtagsabgeordneten Fr. Bartels, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, oder an das Postschecktonto Fr. Bartels, Nr. 7918, Schedamt Berlin, oder an das Bankkonto Fr. Bartels, D. Heinrich, B. Pfannkuch, D. Wels, Berlin, Linden. Straße 3, bei der Diskontogesellschaft Berlin, Depofitentaffe Linden. ftraße 3. Wetter bis Montag mittag. Beilweise helter, aber sehr unbeständig, 1620.98 1629.07 öfflich der Dder ziemlich zahlreiche, weiter westlich nur vereinzelte meist 1496.25 1503.75 geringe Niederschläge. Temperatur um den Gefrierpunkt schwankend, 28. Oftober Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Aurs Kurs 1608.95 1612.02 1476.80 1483.70 270.82 271.68 Kurs Rues 264.83 265.67 739.14 742.86 825.93 880,07 1102.28 1107.77 99.- 99 50 1988-1998.778.06 776.94 162.09 162.91 Aber diese Fragen werden früher oder später ohnehin einwandfrei gelöst werden fönnen, wenn erst die Boraussetzung bazu gefchaffen ist: der feste Geldwert. Denn nicht nur die Agrarier find es, die aus der Berschlechterung der Mart Borteil ziehen, viel mehr ist es allgemein der Sach befiz, also auch die Industrie und der Handel, die aus dem Erlös einer Ware höhere Erträge in Bapiermart erzielen, als ihren Selbstfoften entspricht. Alle Verfiche, mit der Buchergesetzgebung die Tendenz der Preise abzuJhwächen, waren bisher nahezu erfolglos. Deshalb ist es die wichtigste Aufgabe, den Preisen eine obere Grenze dadurch zu sehen, daß man die hrung stabilisiert. Daher ist die Stabilisierung der Währung eine bere Grenze der allgemeinen Breisentwicklung gesetzt wird. And aus diesem Grunde ist die Stabilisierung der Währung bas zentrale Problem der deutschen Wirtschaft. Die Beratungen, bie barüber im Cange sind, müssen rasch und erfolgreich zu Ende geführt werden sonst besteht nicht die geringste Aussicht, daß endich einmal ein Stillstand oder ein Abbau der Preise eintreten 1 dänische Krone. fenn. Hub erit dann ist zu hoffen, daß die vielen unsi.heren Ele- 1 atvedische Strone mente, die in Warenproduktion und Barenverteilung bisher rentable 1 finnische Mart. Beschäftigung gefunden haben, auf diejenigen Gebiete abgelentt 1 japanischer Hen werden, wo sie wirklich produttiv tätig sein fönnen. Wir fönnen 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling nicht warten, bis die Entente ums zuvortommt und einfcitig 1 Dollar Bermutlich auch zum Schaden der deutschen Bolkswirtschaft eine 1 franzöflicher Frank Segelung trifft, die ihr gefällt. Wir müssen selbst versuchen, dem 1 brasilianischer Milreis Balutanumel entgegenzuwirken. Daß hierin die Reichsbant und 1 Sweizer Frank. bas Reichsfinanzminifterium viel zu läffig gewefen sind. it befannt. 1 spanischer Beseta Gerade darum wird es Aufgabe der Parteien sein, an diesen beiden 100 öfterr. Stronen( abgeft.) Gbellen eine gründliche Reform durchzufezen. Aber noch ehe diese 1 tichechische Strone erfolgen lemn, müssen Regierung und Bartament diejenigen Maß- 1 ungarisce Strone nahmen treffen, die verhindern, baß b'e Mart als Spie.ball der 1 bulgarischer Lewa Internationalen Spetulation Schwantungen ausgesetzt wird, deren 100 Bolenmart galten im freien Verkehr etwa 29,50 M. • 1 . KVG Kleider- Vertrieb G. m. b. M. Großer Stoff- Verkauf nur gule, haltbare Ware, zu außergewöhnlich billigen Preisen Herren- Stoffe, 140 cm breit. Herren- Stoffe, 140 cm breit. Herren- Stoffe, 140 cm breit. Herren- Stoffe, 140 cm breit gebraugele, taufe jeben een. Deleab Jahu, Waffentoofic.29. 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Damals gab es noch keine Straßenbahnnot, als flinke Pferdchen trappelnd zwischen den Schienen liefen und die rollenden Kästen hinter sich herzogen, cheute, nach Jahrzehnten, wo die Elektrizität die Straßen so ausgiebig beherrscht, daß die Straßenbahnwagen gleich kolonnenweise über die Schienen— schleichen(nicht etwa sausen), heute stehen die Straßenbahnen vor ihrem Untergang. Ja, heute erscheint uns die Straßenbahn im Hinblick auf den Stand der modernen Technik, die uns Schnellbahnen, Autos und Flugzeuge be- ichert hat, die mit früher für unglaublich gehaltener Ge- schwindigkeit die Kilometer geradezu fressen, als überholt, ja sogar als gänzlich veraltet, wie ein vorsintflutliches Ungeheuer. Die Straßenbahn ist längst historisch geworden, sie hat ihre Geschichte. Wir lassen nun im folgenden einen alten Schriftsteller, Oskar Justin us, zu Worte kommen, der die Verkehrsschmerzen aus der Jugendzeit der Straßenbahn als Miterlebender und Mitleiden- der schildert. Dem Leser bleibt es überlassen, Vergleiche anzustellen mit unserer Zeit und darüber nachzusinnen, ob wir es wirklich„so herrlich weit gebracht* haben. „Ein großer Teil der Bewohner der Großstädte haust tatsächlich einige Stunden des Tages in den eleganten wie eine Majestät(siehe Elektrische 1922) von allem übrigen Gefährt respektierten, durch die Straßen hastenden Wagen, und wie man in China von einer Wasserbevölkerung redet, die nur vorübergehend ihre schwimmenden Wehnungen mit dem festen Grunde vertauscht, so kann man in Verlin ganz gut von einer Tramwaybevölkerung berichten, die im Ab. und Aufspringen eine derartige Geschicklichkeit besitzt, wi« etwa die Donschen Kosaken bei ihren Exerzitien zu Pferde...." Konöukteur und Kontrolleur. ... Ist der Kutscher festgewurzelt an seinem Stand— so schreibt unser Schriftsteller—, so ist der Kondukteur ein; l>?rpctuum mobile. Er besorgt das„laufende Geschäft*. Ein! sitzender Kondukteur ist etwas Undenkbares. Er empfängt, schichtet i die Passagiere in Reihen, naht ihnen mit dem Billettblcck, fragt,| instruiert, reißt und knipst, empfängt den Obulus und läßt ihn in der von Kleingeld nie erschöpfenden Tasche verschwinden. Er annonciert die Stationen, geleitet alt» Damen galant vom Tritt- beett, nimmt Kinder auf den Arm, debattiert in erregtem Tone mit nervös kampflustigen Passagieren und greift von Zeit zu Zeit automatisch an die Mütze, wenn ein halber Nickel überflieht. Er ist überall und nirgends, und wenn er nirgends ist, so ist er auf dem Verdeck, wo er den schutzlos im Regen Dasitzenden zu beweisen sucht, daß schlecht gefahren noch immer besser ist, als gut gegangen. Als dritter im Bunde taucht der wohltätigerweise etwas seltener gewordene Kontrolleur auf, dessen Notwendigkeit für die Gesellschaft mir zwar dunkel, dessen Entbehrlichkeit für die Fahrgäste mir aber außer allem Zweifel zu stehen scheint. Es gibt solch«? Berufe, welche die höhere Weltordnung geschaffen und deren Erscheinen niemals willkommen ist. Dem Steuerbeomten, Gerichts- Vollzieher, Gasuhrenabnehmer, Schornsteinfeger schließt sich der Lsferdebohnkontrolleur an. Mt einer Artigkeit, die eine Ent- lchuldigung für seine Existenz stammelt, drängt er sich-wischen die Sitzreihen, wo sie am festesten geschlossen sind, und bittet um dos Billett, nachdem man gerade das letzte Fetzchen des- selben achtlos zwischen den Fingern zerrieben hat. vom»Mitkommen�. Zum großen Vorteil gereicht unseren Pferdebahnen die streng« Einhaltung einer bestimmten Personen. aufnahm«. Man sitzt oder steht allezeit relativ bequem. Ich kann aber nicht oerschweigen, daß das Gesetz für den. der gern mitmöchte, zugunsten derer, die schon drinsitzen, oft recht hart ist. Es erinnert peinlich cm den Polizei st aat, wenn die Konduk- teure bei starkem Andrang in Angst vor Anzeige und Straf- Sonntag, 2?. Gktober 1922 .....■■■mm——«wi mandat die Häupter ihrer Lieben zählen und den Gatten von der Gattin, das Kind von der Mutter unbarmherzig trennen. Doch sei es darum! Daß wir aber, noch keine Hallen an den Kreuzungs- und Kopfstationen besitzen, in denen das in Sonnenbrand und Schnee harrende Publikum die Wagen er-! warten kann— in denen es vielleicht in der Art des Pariser? Omnibusoerkchrs fortlaufende Nummern entnimmt, um nach der Zeit des Ankommens und nicht nach der Stärke der Ellen- bogen expediert zu werden: das erscheint mir ebenso verbesse- rungsfähig, wie die nur bei schönem Wetter benutzbaren unge- schützten Deckplätze. Warum tragen die gefüllten Wagen nicht eine weithin sickitbare Fahne, wie in Paris das weithin sichtbare Wort: complet, damit die Warlenden einige Minuten vorher wissen, ob sie Aussicht haben mitgenommen zu werden oder nicht? Warum sind die Jnnenplätze nicht abgeteilt? Jetzt, wo jeder sich in beliebiger Breite einrichtet, entsteht beim Eintritt jedes Neuankömm- lings durch den ganzen Wagen eine Bewegung des Unwillens. Der Eintretende steht zitternd an der Eingangstür, unter dem drückenden Gefühl, allen unwillkommen zu sein.... Fahrgäste und Fahrschein. Eines habe ich in ein bestimmtes System gebracht: wie sich die Fahrgäste zu der Fahrkarte stellen. In erster Linie„die Neu- linae* aus der Provinz. Sie fahren vielleicht„zum ersten- m a l? a l l e i n* auf der Pferdebahn. Sie sehen den Kondukteur mit erstaunten Blicken an, wenn er ihnen das abgerissen« Papier überreicht, dann blicken sie neugierig aus den Zettel und lesen ihn mit großer Spannung durch. Sie schieben ihn zuletzt lächelnd in ihre Brieftasche, um ihn als wertvolles Erinnerungs- zeichen und Beweisdotument für ihr« weltstädtischen Fahrten der Familie heimzubringen. Ihnen am nächsten stehen „die A e n g st l i ch e n, welche zwar die Bedeutung des Fahr- scheins kennen, aber zu überschätzen' scheinen, meistens Damen, welche die Blüte des Lebens bereits abgestteift haben. Sie hallen ihn mit zusammengekniffenem Daumen und Zeigefinger oder in der fcstgeschlossenen Hand. Sie sitzen bis zum Haltepunkt in einer be- ständigen Angst, daß ein Windstößchen das wichttge Dokument aus den Händen treiben möchte. Die Mehrzahl der Passagiere gehört � zu den„Routinierten*, die den Fahrschein ergeben hin- nehmen, wie man sein Schicksal hinnimmt, sie reichen ihn dem Kontrolleur wie jemand, der seine Wange dem Barbier überläßt: wenn sie absteigen, lassen sie ihn fliegen. Von den Gleichgültigen kommen wir zu dem„Vergeßlichen*, welcher trotz täglicher Benutzung der Straßenbahn noch nicht mit sich selbst über ein be. srimmtes Lokal für den Fahrschein einig geworden ist. Sobald der Konttollcur erscheint, fängt er in allen Teilen seiner Kleidung, in denen man überhauvt etwas bewahren kann, zu stöbern an, wobei er nach dem alten Naturgesetz immer da zuletzt sucht, wo das Ge, suchte sich befindet. Endlich besinnt er sich denn in der Regel, daß er sein Billett noch gar nicht gelöst hat. Zum Schluß erwähne ich noch„die U n z u f r i e d en c n*. Sie ärgern sich über die ganze Einrichtung, die das Publikum zum Zettelträger herabwürdigt und lassen das unwillig genommene Billett im nächsten Moment aus Groll entweder fortflattern oder kneten es zu verschiedenen geometrischen Formen zusammen, um es endlich ingrimmig zu zer- reißen.... « So weit unser zeitgenössischer Schriftsteller, der ein so großes Vergnügen an der Berliner Pferdebahn gefunden hat. Der Gute hat wohl den„Höhepunkt der Technik*, die Elektrisierung, noch nicht erlebt. Wie würde er sich erst freuen, wenn er heut« auf dem „eleganten, wie«ine Majestät von allem übrigen Gefährt respektierten durch die Straßen hasten- den Wagen* vom Spittelmarkt nach dem Leipziger Platz fahren dürfte? Wenn Ihm dabei nicktt der Geduldsfaden reiht, wirb er auch 1922 die alte schöne Weise anstimmen: Es fährt sich so gemüttich... Das Erscheinen unseres gestrigen Abendblatts wurde durch eine Differenz zwischen der Leitung der Dorwärts-Druckerei und den Hilfsarbeitern, die inzwischen beigelegt worden ist, verhindert. Wir tragen einen Teil der gestrigen Rachrichten in der vorliegenden Aus- gäbe nach. Das Werk öer Spitzen. Der Kreislauf der kapitalistischen Gesellschaftsordnung bringt es mit sich, daß namentlich die Arbeiter der Luxusindusttien mit dem Wohlergehen der kaufenden Schichten auf Leben und Tod verbun- den sind. So können auch leicht Ausstellungen, die viel Luxus zeigen, zu einem irreführenden Zerrbild werden, wenn man nicht mit dem richtigen Verständnis für volkswirtschaftliche Verhältnisse an sie herantritt. Der Luxus, den Deutschland produziert, ist heut« fast ausschließlich für die Ausfuhr bestimmt. Das gewahrt man auch bei der zurzeit im Zoo stattfindenden Spitzen messe. Die zur Schau gestellten Prunkstücke rechnen fast allesamt aus Ab- nehmer außerhalb unserer Landesgrenzen. Hinzukommt, daß die Spitze sich ja gerade in hervorragenden! Maße zum Ausfuhrartikel eignet. Ihr Transport erfordert keine hohe Fracht und ihr Wert liegt in der Herstellung und nicht im Material. Das Hohelied der Arbeit klingt aus allen den ausgestellten Sachen. Da ist die deutsche S p i tz e n j ch u i e, die erste ihrer Art, die in Deutschland mit neuen Mustern herauskam. Früher lehnten sich die in Deutschland verfertigten Spitzen an fremde Vor- bilder oder waren ihre getreuen Kopien. Das ergab im Laufe der Zeit eine gewisse Starre, eine die Kunst tötende Langweiligkeit. Da brachte die deutsche Spitzenschule, durch ihre eigenen Ätuster, die nötige Abwechslung. Das Erzgebirge ist hingegen mit alten Mustern vertreten, die wir durch Generationen hindurch kennen. Hier gilt es, Ueberlieferungen hochzuhalten, wenn auch leise der Versuch hineinklingt, die neue Richtung zu Ehren zu bringen. Plauen wartet mit reichen Kollektionen auf, unter anderem mit prächtigem Handfilet. Und Prof. Hempel, der führende Spitzenkenner Plauens, gehört mit zu der Jury des hiesigen Spitzenwettbewerbs. Kunstgewerbliche schlesische Textilkünstlerinnen fanden sich unter den Ausstellern ein, ebenso die Mittelstandshilfe, die dem Mittelstand dadurch helfen möchte, daß sie alte, wertvolle Erbstücks verkaust und den der Spitzenarbeit kundigen Frauen Nebenarbeit verschafst. Die ungarische Volkskunst fällt wieder durch die so wundcr- bar gemeisterte Leuchtkraft der Farben auf. Man braucht nicht fragen, das Zluge braucht nur etwas suchen, die lebhafte Buntheit ! kündet sogleich von der ungarischen Kunst. Die Ungarn kämpfen um die Erhaltung ihrer Volkskunst und um eine tatkräftige, be- achtenswerte Unterstützung der Heimarbeit in ihren Dörfern. Alle Schaustücke, die natürlich dem verschiedensten Geschmack Rechnung tragen, erziehen das Publikum zur Oualitätsschätzung. Beim Er- innern an die Vergangenheit gedenkt man der umwälzenden Gegen- wart und man fragt, wie wird sich die Zukunft der deutschen Hand- arbeit gestalten? Wie alles, so ist auch sie jetzt, was insonderheit ihre Slnhängerinnenschoft betrifft, dem Wechsel unterworfen. Es ist eine Verschiebung eingetreten. Viele Frauen, die früher in ihren Mußestunden handarbeiteten, machen jetzt ihre Hausarbeit selbst und finden keine Zeit mehr zu feinen Handarbeiten. Andere Frauen wiederum stürzen sich gierig auf die Handarbeit, weil sie ihnen den ersehnten und so bitter nötigen Nebenverdienst liefern soll. Bar allen Dingen aber arbeiten die beruflich tätigen jungen Mädchen in ihrer schon durch die Wohnungsnot bedingten langen Brautzeit sehr viel für ihr künstiges Heim. Beschränkt wird es sein, viel Geld zu außerhäuslichen Zerstreuungen wird man auch nicht aufwenden können, da soll es daheim wenigstens behaglich sein, nach fleißigen Händen ausschauen. Hinzukommt, daß die jetzige Sttickmode, die gestrickten und gehäkelten Hüte, Westen, Jacken, Jumper und Kleider, die Frauen ganz energisch auf die Handarbeit hinweist. Da spielen Sparsamkeitsgründe eine bedeutende Rolle. Dos Material ist teuer, ohne Zweifel, aber bei geschickter Selbstanfertigung ist noch manches Kleidungsstück erschwingbar, auf das man sonst glatt verzichten müßte. Die Kunst ist nicht exklusiv, die Masse hat Berständnis für sie. Nur gilt es, recht viel Kunst, allein schon dadurch, daß man jeden Gebrauchsgegenstand zweckmäßig und geschmackvoll herstellt, in die Masse zu ttagen. Die Masse ist bestrebt, die deutsche Spitzenkunst zu fördern, schafft einen Rahmen für Verwendung neuer Ideen und gibt manchen Frauen Winke zur Nebenarbeit. Und sichtbar, wie ein roter Faden, zieht sich der Arbeitsgedanke durch die ganze Ausstellung. 1] Die Welk ohne Sünde. Der Roman einer Minute von Ricks Daum. Vorspiel. Ein Schuß schlug in die gespannte Lust; sie zerriß, knallend wie ein geborstenes Segel. Ein Mensch jagte auf- brechend« Treppengasien hinunter, dem Wankenden wankte Stein und Mauer entgegen. Hinter ihm, über dem düsteren Kirchenplatz, warf sich der Himmel im Bogen empor, am Widerschein von Flammen rot und schwefelblau entzündet. Auf der Höhe der Treppe wurden dunkle Menschenballen aus den Häusern geschleudert: der geschossen hatte, jagte im brüllenden Auto davon. Licht fing sich augenblickslang in seinem Feindesgesicht. Unten, wo die Stufen in Dunkelheit eintauchten, zog die Straße wie eine Schlucht hin. zwischen boben Wänden, die aus geborstenen Fenstern starrten. Nach dem Schuß stand eine tiefe Stille über allem, schloß sifi- zu wie eine schwarze Wasserflache. D»r Mensch unten brach in die Knie, klammerte sich mit den inaern in die Lust, zog sich empor: atmete. Lebte. Stär-te sich in die Finsternis der Straßenschlucht und raste vorwärts... Oben, auf der Höhe der Treppe vor der Ktrche, im letzten Schein des Tages zuckte der Menschenklumpen geschäftig hin und her. ein sc�vä'rzliches Tier mit vielen Händen und Füßen, das still und verbissen seine Arbeit tat. Die Barrikade wuchs.., Manchmal hob sich aus der Masie ein Kopf empor, gestreckten Kinns zum kranken Himmel aufgewendet, schwarz in den Höhlen des Gesichtes, blauweiß vom Schweiß an Wangenknochen und Stirne Schweiß lief die uberspannten Glieder entlang. Schweiß lief in die geöffneten Lippen, die Kiefer bebten in Hunger und Müdigkeit. Dann kam Nacht und fraß Kirche, Barrikade. Menschen in sich. Es fiel kein Schuß mehr nach jenem letzten. Seit acht Tagen branstte das Fabrikviertel im Norden der Stadt. Die Luft sauste, sie schmeckte bitter und stach in die Augen. Unter dem roten und schwefelblauen Himmel sank Mauer auf Mauer in sich. Rauch und Flamme wuchs klumpig ineinander, schlich hin und her, tierhaft und ungesättigt. Die Schornsteine allein standen noch, ein dünner Wald von schattenhaften, zweiglosen, nacktrunden Stämmen. Sonntags hatten sie den Bahnhof in die Luft gesprengt; er lag, ein zackiger Berg aus Glassplittern und Eisen, am Rande des Ost- Viertels. Weiter draußen war der Damm unter den Schienen weggesunken: sie führten wie dünne Brücken in leere Lust, schwangen sich, sangen wie zersprungene Glocken. Hinter dem zerstörten und geplünderten Güterbahnhof stand inmitten eines Kreises von Flammen ein unversehrter Waggon mit lebenden Tieren, für den Schlachthof bestimmt. Es waren kranke Pferde: sie schrien zwei Tage und Nächte ohne Unter- brechung: ihr Schreien war in der ganzen Stadt zu hören, weil es sich unheimlich unterschied von dem toten Laut stürzen- der Häuser, brechender Mauern, tackender Maschinengewehre. Die Tiere schrien, und als sie nach zwei Tagen verstummten, kam der Geruch verbrannter Felle über den Fluß her und mischte sich den anderen Dünsten. Die Tiere schrien. Die Menschen schrien nicht mehr.... Die Menschen waren ganz still geworden, seit um zwei Uhr mittags die Gasanstalt in die Luft geflogen war. Die sich dem Propheten Egidius angefchlosien hatten, der den Untergang der Welt weissagte, starben vor Schrecken im Augenblick, denn sie hielten die Zeit für gekommen, als das unmeßbare Getöse sich auftat und sie verschlang. Auch alle Alten starben, zu schwach, die Angst und den Druck der inein- andergepreßten Luftmassen zu ertragen. Auch alle Säuglinge starben. Aber jene Menschen, die im Hungerfieber lagen. Bündel, auf Straßen, hinter Türen, in Erdlöchern umgesunken: die lebten noch. Denn ihre Sinne empfingen nichts mehr von außen, sie waren über sich geneigt, in ihr Inneres horchend und von Visionen aufgehöht. Der Vorort, wo die Gasometer gestanden hatten, war mitsamt seinen achtzigtausend Einwohnern zerrieben. Seine armen Arbeiterhäuser, seine längstzerstörten Schnapsläden, verwüsteten Laubenkolonien. Wohlfahrtsküchen, Menschen, Kinder. Asphaltstraßen. Laternenpfähle, flogen als Staub in der Luft herum. Staub, der sich langsam mit dem Abend auf die Stadt senkte, in der keine Maus mehr ohne Wun- den war. Von dorther kam der Mensch. Hinter ihm. im letzten Schein des Himmels, bauten seine Freund« an der Barrikade. Sie risien Steine empor und türmten Trümmer auf Trümmer. Sie arbeiteten stumm und ! wild in einer unmenschlichen Anspannung, bevor das letzte � kam: von Süden her wurde die Armee der Besitzenden er- wartet. Der Mensch stand noch, schaute zurück auf die Kirche, in der er gesprochen hatte; davor trieb schwarzes Gewimmel der Bauenden, aus dem hoch und zackig die Barrikade aufwuchs. Dann warf sich der Sturz der Treppe abwärts; auf den ver- wüsteten Stufen lagen Menschen, manche tot, manche im Hunger, manch« ineinandergeschlungen zu letzter Paarung. Die Straßenschlucht unten im Dunkel war ein zerfetzter Leib, aus dem die Eingeweide hingen. Drähte und Röhren und Kabel, Leitungen und stinkende Kanäle hatte die Straße aus sich herausgeschleudert wie eine Krankheit. Der Mensch stand und schaute und beugte sich. Er griff mit der Hand tief zwischen die aufgebrochene Asphaltkruste, tief zwischen Röhren und Drähte und zerrissene Stücke des toten Leitungsnetzes: Und feine Hand empfing Erde. Er hob sie hoch, dicht an fein Gesicht, die Handvoll Erde, schwärzlich, zerkrümelt, körperhast warm. Sie atmete. Durch bitteren Brandrauch, den Staub zerriebener Häuser, durch den süßlich metallenen Geruch von Blut und die Ammoniakdünste faulender Körper atmete die Handvoll Erde ihren unzerstör- baren Duft aus Kraft und Reinheit. In die Friedhofsstille über der Stadt trat fern ein Ge- rausch; der Mensch hob den Kopf: er kannte es wohl, das'.»er- hüllte Rollen, mit dem dumpf Hunderttausende vom Süden her, wo Fluß und Berg die Grenze bildeten, den Boden be- schritten. Viele Massen schon waren mit diesem Laut gegen die Stadt gezogen: die Heere der Arbeiter, der Gefangenen, i/er Bürger, der Soldaten, der Priester, der Berhungernden. Heute nun kamen die letzten. Der Mensch lauschte hinauf: oben, bei der Barrikade, war das Gewimmel erstarrt: auch sie lauschten. Einer schwang sich hoch, reckte eckig Kopf und Arme— es war Börnes, der Ingenieur— und schrie:„Sie kommen! Anselmusl Änsel- mus! Sie kommen! Eile! Renne! Rette dich! Vollende das Wert!* „Das Wert!* schrien sie oben bei der Burrikade.„Das Werk! Das Werk! Anselmus unten, im Schwarz der Straßenschlucht, straffte sich und winkte, unst ein müdes und verstörtes Lächeln kam um seinen Mund. O, Brüder, dachte er, liebe Brüder: das Werk? Gedanken, Gesetze, Worte, Buchstaben— ist dies ein Werk? Und kann es euch Hoffnung geben, euch, die ihr auf den Barrikaden steht zum Kampf gegen das Letzte? Dennoch, von dem Ruf getroffen, wandte er jich und jagte vorwärts...... (Fortsetzung folgt.) Die gesetzliche Miete ab 1. November. Monate. Großfeuer in den Rumplerwerken. Brandstiftung als Urfache? von den Kommiffaren vernommen. Dabei gab er an, daß er früh- preserviert bleiben würden. Jedoch ist auch heute noch fein morgens im Hausflur von einem the unbefannten Manne in den derartiges Platat in den Straßenbahnwagen zu entdecken und so Erhöhung der Höchstgrenze für Müllabfuhr und Licht. Keller geschleppt worden sei und von diesem dort die Messerstiche er stehen die Kriegsbeschädigten unentwegt weiter, in Treue mehr oder Vor einigen Tagen ist amtlich bekanntgegeben worden, daß der halten habe. Bei der Schilderung des Verbrechens verwickelte er sich weniger fest, wahrscheinlich bis sie wieder tv. sind. Magistrat nach Anhörung von Vertretern der Vermieter- und mehrmals in Widersprüche. Als dann inzwischen angestellte ErmittDie Arbeit der„ Kinderfreunde". Mieterorganisationen und des Ausschusses für Wohnungswesen sich lungen auf der Arbeitsstelle des jungen Mannes ergeben hatten, daß mit einer Erhöhung der höchstgrenzen für Beleuchlaffen, ergab sich der Verdacht, daß der Ueberfall fingiert Bor etwa neun Monaten trafen sich eines Morgens im Bureau tung und Müllabfuhr, sowie einer Neuregelung der er fei oder ein Selbstmordversuch vorliege. Etölter leugnete, der Gewerkschaftskommission vier Beauftragte der beiden sozialisti waltungsfosten in Geschäfts- und Industriehäusern befaßt als ihm dies vorgehalten wurde, zunächst harinädig, gab dann aber, schen Parteien, um zu erwägen, ob es nicht möglich ist, das Elend hat. Der Oberpräsident hat nunmehr den vom Magiftrat ge- als er einfah, daß seinen Angaben feinen Glauben geschenkt werden unserer Proletarierfinder mildern zu können. Vorwiegend dachte planten Abänderungen zugestimmt. Da die Abänderung fonnte, zu, tatsächlich aus Furcht vor Strafe einen Selbst- man zunächst an erzieherische Aufgaben, da die Wohl in der Nummer des Gemeindeblattes vom 29. Oktober veröffentlicht mordverfuch gemacht zu haben. Die verdächtigten Personen wurden fahrtsarbeit im weiteren Sinne von Kinderschußkommission und Arwird, tritt die neue Regelung mit dem 1. November in Kraft. Bon daraufhin sofort wieder freigelassen. beiterwohlfahrt zu leisten sind. Sammlung aller hierfür in Frage biefem Zeitpunkt ab beträgt die bei der Umlegung der Kosten für tommenden Organisationen war der erste Schritt. Anfang Sommer Müllabfuhr eingefehte Höchstgrenze 400 Prozent der trafen sich im Reichstag Bertreter der sozialistischen Lehrerorganimonatlichen Grundmiete( bisher 50 Prozent), bei der fationen, Elternbünde, der Kinderschuhkommission, Jugendorgani Umlegung der Kosten für Treppen und Flurbeleuch fationen, Arbeiterwohlfahrt ufm. Sie prüften die Frage, was tung 100 Prozent der monatlichen Grundmiete. wir für unsere Kinder in den Ferien tun fönnen. Ein Arbeitsaus. Der Satz von 400 Prozent für die Müllabfuhr ist im Einvernehmen Die Rumpler Werfe in Johannisthal find gestern nacht schuß wurde eingefcht, nun galt es in vier Wochen die Pläne zu mit Sachverständigen ermittelt und in dieser Höhe bemessen worden, gegen 2 Uhr von einem verheerenden Feuer heimgesucht worden. propagieren und Mittel für unsere Aufgabe herbeizuschaffen, denn weil das im Monat Ottober angesammelte Müll nicht abgefahren Bon den Wächtern der Werke leg feltsamerweise teinerlei in allen Bezirfen, wo fommunale Jugendfürsorge aus Geldmangel und weil den Vermietern auch feine Rechnungen vorgelegt werden Feuermeldung vor und es wurde alsbald festgestellt, daß der oder anderen Gründen unzureichend ist, sollte zur Selbsthilfe fonnten. Die Höchstgrenze umfaßt daher die Leistungen für zwei der Brandstelle gegenüberliegende Brunnen, der noch vor wenigen geschritten werden. Ein Aufruf in den Arbeiterzeitungen schaffte Tagen geprüft und in Ordnung befunden war, nicht in Betrieb schnell die notwendigen Geldmittel herbei. Auf den Treptower Bei Was den Zuschlag für die Verwaltungstoften in Ge- genommen werden fonnte, weil an dem Schlauch des Hydranten Spielwiesen wurden Spielleitertur se veranstaltet. schäfts. und Industriehäufern anlangt, fo ist in der er Krümmer fehlte. Es ist nicht ausgeschlossen, daß dies Ferienanfang standen 60 Spielleiter zur Verfügung, die nicht neuen Bekanntmachung des Magistrats der in diesem Zuschlage ent- mit der Absicht geschehen ist, den Hydranten unbrauchbar zu machen. nur während der Ferien, sondern bis in den Herbst hinein in neun haltene Saz für die Löhne der Hausreiniger, Hauswarte, Heizer, Es wird weiter gemeldet, daß der Wächter, der für dieses Grund- Bezirken die Spiele unserer Kinder leiteten. So entstanden die Fahrstuhlführer und dergl. herausgenommen und der Zuschlag für ftüd in Frage fam, furze Zeit vor Ausbruch des Brandes auf Kindergemeinschaften, die Sommerarbeit war wohlgelungen. Für die Verwaltungskosten auf 40 Prozent der Grundmiete bemessen Urlaub gegangen sei. Als die Niederschöneweider Feuerwehr unter die Winterarbeit wurden warme, helle Schulräume in allen Be In zwei Kursen zu fönnen ab 1. November auf die Mieter der gewerblichen Räume Wuttke auf der Brandselle erschien, bildete der 50 meter breite 12 Doppelstunden unterrichtete eine fachlich bewährte Kraft die bis zu der Höhe umgelegt werden, wie sie vom Demobilmachungs- und 200 Meter tiefe, in moderner Eisenkonstruktion aufgeführte Helferinnen in der schweren Kunst Kinder täglich in geschlossenen kommissar jeweils für verbindlich erklärt worden sind. Für die Schuppen, in dem die bekannten Rumplerschen Tropfenautos mon- äumen erzieherisch wertvoll zu beschäftigen. Zwar kann dies nicht gewerblich genugten Räume in Geschäfts- und Industrie- liert wurden, ein riesiges Flammenmeer. Die Autos, lehten Endes nicht gelehrt werden, da die natürliche Begabung dafür häusern ist der Zuschlag für die Verwaltungsfosten einschließlich der die mit Betriebsstoff versehen waren, brannten lichterloh. Die die Hauptsache ist. Auch die Kindergartenfrage ift in AnKosten für Hausreiniger, Hauswart und dergleichen auf 65 Prozent Löscharbeiten wurden durch dauernde Explosionen von griff genommen. Der erste wird mitte November in der Blumen der Grundmiete belassen worden. Die neue Bekanntmachung bringt Benzolbehältern außerordentlich gestört. Die Eisenfon- ftraße eröffnet werden. Es wird für die Entwicklung dieser Arbeit eine Klarstellung noch insoweit, als der frühere Begriff der gestruktion der Halle ist infolge der ungeheuren Glut völlig ver notwendig sein, daß die breiten Massen des Proleta. werblich genutzten Räume jetzt durch gewerblich im Sinne der Ge- bogen. Die aus Backstein errichtete Mauer ist zum Teil einge- riats sich der förperlichen und der geistigen Not unserer Großstadtwerbeordnung" genutzte Räume ersetzt worden ist. stürzt. Auf die Meldung Mittelfeuer erschienen die benach finder voll bewußt werden und den Helfern und Helferinnen, die jetzt barten Wehren gemeinsam mit dem 8. Berliner Löschzug an der in allen Bezirken beginnen wollen, mit ihrem Intereffe für ihre Brandstätte. Mit 11 Schlauchleitungen, darunter 4 Rohren stärksten materielle Hilfe zur Seite zu stehen.( Evtl. Anfragen oder freiKalibers, wurde das Feuer angegriffen. Es gelang unter größten willige Spenden find zu richten an Gen. Sabath, GewerkschaftstomAnstrengungen schließlich, das Feuer auf einen Teil der Flugzeug. mission, Engelufer 15.) Es werden noch Helfer und Helferinnen gehalle zu beschränken. Der angerichtete Schaden geht in die Mit braucht und von allen wird Luft und Liebe für die Beschäftigung lionen. Jedoch wird der Betrieb in vollem Umfange aufrechterhalten. mit unseren Kindern vorausgesetzt. worden. Der Schupobeamte vor der Liebesbank. Ein Mergernis, das ihm Spaß gemacht hat. Einen ganz unerwarteten Ausgang nahm nach einer äußerst luftigen Verhandlung ein Prozeß gegen einen Ingenieur H. und seine Begleiterin wegen Erregung öffentlichen Argernisses und versuchter Beamtenbestechung, infolge einer sehr offenherzigen impulsiven Aeußerung des als 3eugen auftretenden Schupobeamten, Mensch mit dem strengen Beamten durchging. Markenfreies Brot 300 Mark. Genoffinnen, Genoffen, fommt in die Helferversammlungen. Die nächste findet am Dienstag, den 31. Oftober, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal 5, statt. Besucht die Der Zweckverband der Bäckermeister Groß- Berlins teilt folgendes Sprechstunden der Kinderfreunde. Die näce findet am In einer der wenigen schönen Sommernächte dieses Jahres water, in der letzten Woche ist eh! allein um zirka 70 Broz. gestiegen, die links( Jugendheim), von 10-12 Uhr vormittags statt. Erst wenn war der Ingenieur 5. in angelzitertem Zustand die Botsdamer Löhne um 50 Broz, alle anderen Geschäftsuntosten steigen rapid jedes Arbeitertind in jedem Broletarier feinen fürsorglichen Vater, H. Straße entlanggegangen, und hatte dabei die Bekanntschaft eines weiter. Demzufolge ist das Bäckerhandwerk notwendigerweise ge- in jeder Proletarierin feine liebevolle Mutter erblicken kann, werden lebensluftigen jungen Mädchens gemacht. zwungen, die Richtpreise mit Wirkung ab Montag, den 30. Oftober wir unsere Aufgabe erfüllt haben! Die beiden ließen fich 1922, wie folgt um 50 Pro3. zu verändern: Martenfreies schließlich auf einer Bank auf dem Dennewigplak nieder und rot 300 m., marfenfreie Schrippen das Stück 12 M., Hörn- Zu den Millionenfälschungen der Buenos- Aires- Rupons mirb sollen sich hier in einer Weise benommen haben, daß zwei Schupo- chen, Raijer brötchen, Schnecken das Stüd 15 M., Blech uns weiter berichtet, daß nach den bisherigen Feststellungen schon beamte, welche diese Szenen längere Zeit beobachtet tuchen und Plunder das Stück 20 M., beffere Qualität höher, 1 Pfd. Fälschungen in Höhe von 600 engl. Pfund bekannt hatten, fich veranlaßt sahen, einzuschreiten. Das Pärchen wurde Zwieback 200 m., 1 Bfd. Einbad 150' M., 1 Pfd. geriebene Semmel find. Die weiteren Nachforschungen haben ergeben, daß Schulze an fiftiert. Auf dem Wege zur Polizei bot H. den Beamten Geld an. 150 m. Das Abbaden von fleinen Kuchen 30 m., von großen fangs September Rupons über 20 000 fund lombarbieren Als die Beamten die Annahme des Geldes ablehnten, steckte er es suchen 40 W. Tüten und Einschlagpapier müssen extra berechnet wollte. Das Geschäft tam aber nicht zustande, und nun scheint ihnen sogar in die Tasche. Die Folge diefes nächtlichen Liebesidylls werden. Wir bemerken weiter, daß mit gleicher Zeit ab 30. Oktober Schulze diesen Posten in fleineren mengen abgefekt war die jetzige Auflage gegen den Ingenieur H. und dessen Be- das Martenbrot um 123,8 Proz. und die Markenschrippe um 104 Pro- zu haben. Daß es sich um einen beabsichtigten Betrug handelt, geht gleiterin, einem Abwaschmädchen der Firma Aschinger, wegen Erzent steigen." noch daraus hervor, daß sich unter den verkauften Rupons obenregung öffentlichen Wergernisses und versuchter Beamtenbestechung. auf immer echte befanden, während die falschen eingeschoben Die Berhandlung vor Gericht hatte wiederholt eine zwerchfell. worden waren. Die eigentlichen Fälscher find noch nicht ermittelt; erschütternde Wirkung. Als RA. Dr. Halpert an den als Zeugen auftretenden Schupobeamten die Frage stellte, ob er das auf ihre Entlarbung ist eine Belohnung von 200 000 m. ausgesetzt. berühmte, polizeilich vorgeschriebene ergernis genommen habe, 3cm Reformationsfest foll in Berlin, wie man uns meldet, Don erwiderte der Beamte treuberzig: Nee, ergernis habe finer Landesamts für Arbeitsvermittlung für die Woche vom einzelnen Schulen wieder ein gemeinsamer Kirchgang" ich nicht genommen, im Gegenteil, die Sache 16. bis 21. Oftober 1922 gab es am 16. Oftober 42 406 r. veranstaltet werden. Leider fehlt in der uns zugegangenen Mit hat mir Spaß gemacht." Diese Bekundung des Zeugen beitsuchende, davon 26 374 männliche und 16 032 weibliche. Neu teilung die Angabe, um welche Schulen es sich handelt. Es wäre zeitigte rechtliche Wirkungen, denn der Verteidiger deduzierte nun- melbeten fich 18 654 Arbeitsuchende, davon 10 877 männliche und uns erwünscht gewefen, die schuldigen Schulleiter öffentlich nennen mehr, daß eine Erregung öffentlichen ergernisses nicht vor 7777 weibliche; in Arbeit traten 17 289 Arbeitsuchende, davon 9857 zu fönnen. Die Herrschaften haben wohl vergessen, daß nach den liege, nach eigener Angabe des Zeugen. Lizge diese nicht vor, so männliche und 7432 weibliche, so daß am 21. Oftober noch 43 771 Vorschriften der Verfassung niemand zur Teilnahme an sei aber auch die Festnahme der Angeklagten zu Unrecht erfolgt. Arbeitsuchende, davon 27 394' männliche und 16 377 weibliche, ge einer religiösen Handlung oder Feierlichkeit ge Dies habe aber die weitere Folge, daß eine pflichtwidrige meldet waren, also im ganzen 1365 mehr als am 15. Oftober. Gr 3 wungen werden darf. Jene Mitteilung erwähnt, daß fogar Handlung feitens der Beamten vorgelegen habe, und werbslosenuntersti: guang bezogen am 18. Ottober 2824 Personen, Listen berjenigen Schüler und Schülerinnen angelegt werden, die es fei keinesfalls als Beamtenbestechung anzusehen, wenn jemand davon 1937 männliche und 887 weibliche; neu hinzu famen 807 Per fidh ni dyt beteiligen wollen. Alle Eltern, die den Zwang zur Kirche einem Beamten für die Unterlassung einer pflichtmidrigen Hand- fonen, davon 616 männliche und 191 weibliche. Der Abgang betrug verwerfen, sollten wissen, daß ihre Kinder sich diesem Druck nicht zu lung ein Geldgeschent anbiete. Das Gericht mußte diesen Aus 452 Bersonen, davon 340 männliche und 112 weibliche, so daß am führungen folgen und erkannte gegen beide Angeklagte 21. Oftober noch 3179 Berfonen, davon 2213 männliche und 966 auf Freisprechung auf Kosten der Staatskaffe. weibliche Unterstügungsbezieher zu verzeichnen waren. bei dem offenbar im entscheidenden Augenblick der mitempfindende mit: Infolge weiterer erheblicher Steigerungen aller Rohmaterialien Freitag, den 3. November, in der Lindenstr. 3, im 2. sjof, 3 Treppen Wie die Alten sungen. Eine fleine, aber mißglückte Mehlschiebung. Durch böse Beispiele seiner Borgesetzten" will der frühere Hilfsbeamte beim Magiftrat Hans Pabel auf den Gedanken gekommen fein, es einmal mit einer fleinen Mehlschiebung zu versuchen. Dieser Bersuch mißlang und die Folge war die jetzige Anflage wegen Urtundenfälschung und Betruges. Die Erwerbslofenziffer steigt! Zunahme der Arbeitsuchenden in der letzten Woche. Nach dem Bericht über die Arbeitsmartilage im Bezirk des BerMehr Schutz den Museen! fügen brauchen. Buder auf Mitchtarten. Das Ernährungsamt ber Stadt Berlin teilt mit: Gegen Abgabe der mit A1 und A 2 bezeichneten Abschnitte der Milchkarte A für den Monat Oktober( für Kinder im ersten Lebensjahr) werden 1% Pfund 3uder zum Kleinhandelsgesamtpreise bon 60 Mart( 40 m. je Bfund) ausgegeben. Gegen Abgabe der mit B1 und B2 bezeichneten Abschnitte der Milchlarte B für den Monat Of tober( für Kinder im zweiten Lebensjahr) wird 1 Pfund Zucker zum Kleinhandelspreis von 40 W. ausgegeben. Die Ausgabe erfolgt ohne Voranmeldung in der Zeit vom 1. November bis einschließlich 10. November dieses Jahres: a) in den Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend und des Beamtenwirtschaftsvereins, jedoch nur für deren Mitglieder, b) am 30. Oftober 1922 in den an den Anschlagsäulen bekanntgegebenen Aleinhandelsgeschäften. Proletarische Feierstunden. Sonntag, den 12. November, vorm. Sm 11 Uhr, finden im Großen Schauspielhause die nächsten Feieraum ersten Male Bruno Dichtung: Großstadt". ſtunden statt. Der Sprecher für die proletarischen Geberit be better Landsgemeindehaus, Vor einiger Zeit ließen wir diesen Warnungsruf in Hinsicht auf die Einbrüche in die Nationalgalerie und die Museen in Bran denburg a. d. 5. und Frankfurt a. d. D. ertönen, ohne daß be hördlicherseits eine Maßnahme erfolgt ist. Nunmehr hat der frech, aber anscheinend ohne jegliche persönliche Gefährdung ausgeführte Diebstahl im Goethe- Museum zu Weimar doch wohl die Der Angeklagte war im Bureau der Mehlverteilung große Gefahr gezeigt, in der sich unsere von den Museums. des Berliner Magistrats tätig gewesen. Er hatte die Mehl- los dem Publikum dargebotenen Sammlungen befinden. Derwaltungen anscheinend ganz forg und schuhanweisungsscheine an den Magistratsspeicher auszugeben, und zwar Goethe- Museum find jest, wie feſtgeſtellt, folgende unerjegliche war es furz vor Aufhebung der scharfen Rationierungsvorschriften Goethe- Reliquien gestohlen worden: Goethes Trauringe, ein Herren wirken mit: Walter Drwensti, Drgel, Männerchor, Solo, Violine und für Mehl. Da der Angeklagte beobachtet zu haben glaubte, daß und ein Damenring aus Gold, ein großer filberner Siegelring mit Einzelsprecher. Eintrittskarten a 30 m. find zu haben: im Bureau ber feine Borgefeßten ebenfalls große Posten des übriggebliebenen Mehls an Bäckermeister abgaben, will er auf den Gedanken gekom, goldener Platte, auf der sich ein Wappen mit Stein befindet, Goethes Arbeiter- Bildungsschule, Breite Str. 8/9; Buchhandlung Borwärts, Lindenmen fein, es ebenso zu machen. Er stellte sich Anweisungs- goldene Spindeluhr mit hellblauem Emailrand, Schlüffelaufzug und ftraße 2; Buchhandlung Freiheit, banftr. 7; scheine über mehrere hundert Bentner Mehl her in 3iffernblatt mit römischen Zahlen, weiter eine Schnupftabakdose Sophienstr. 23; Norden: Wöhlertstraße 7, Restaurant Friese; Burgsdorf, der Absicht, diese einzelnen Bäckermeistern zu übergeben und die mit marmorähnlichem Stein, mit Gold ausgelegt, ein filberner Ede ildenowftraße, Restaurant Barleben; Utrechterstr. 21, Restaurant Differenz zwischen dem Magiftratspreis und bem damaligen Markt- Reisetrinkbecher, innen start vergoldet, in Form eines halben Stroll; Lychener Str. 8, Restaurant Hoffmann; Often: Petersburger Straße 5, Nestaurant Wittschuß; Romintener Straße 46, Bigarrengeschäft Dietrich; preis, welcher eine Summe von girta 70 000 m. ausgemacht hätte, Gänseeis. Bon den Tätern fehlt jebe Epur. Südosten: Naunynir. 9, Restaurant Lier; Goglomstiftraße 34, Restaurant in seine Tasche zu stecken. Dieser Bersuch tam jedoch bald heraus. Kaiser, und bei den Funktionären. Die Starten tönnen von heute an ab. Die Ermittlungen ergaben, daß die von dem Angeklagten beha upgeholt werden. teten Schiebungen tatsächlich nicht in der Weise begangen waren, wie er fie behauptet hatte, denn es stellte sich heraus, daß der Magiftrat nicht geschädigt worden war. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten. Demgegenüber wies RA. Dr. Isaacfohn darauf hin, daß auch im vorliegenden Falle eine Schädigung des Magistrats nicht eingetreten sei, da der Angeklagte den damals vorgeschriebenen Magistrats- Mehlpreis an die Rasse abgeführt hätte. Das Gericht ließ diefen Gesichtspunkt auch als mildernd gelten, erkannte nur auf drei Monate Gefängnis und bewilligte dem Angeklagten auch eine Bewährungsfrist. Aus Furcht vor Strafe. Straßenbahn und Kriegsbeschädigte. Ein Kriegsbeschädigter schreibt uns: Nachdem die Straßenbahnverwaltung im vierten Jahre nach Kriegsende dahinter gekommen war, daß den Kriegsbeschädigten das Stehen in der Straßenbahn schwer fallen fönnte, wurde vor mehreren Wochen berichtet, daß bestimmte Plätze, die durch Piafate kenntlich gemacht werden sollten, für die Kriegsbeschädigten Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft mäßig. Fische ausreichend, Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Für sämtliche Theaterund Opernvorstellungen im Monat Dfiober wird ein Buschlag von 10 M. bro Starte erhoben. Die zweite Serie est longerte ist ausverkauft. Verlofung von Stunstwerten, Seramiten und Büchern: Biebung am 1. Dezember. Los bro Stüd 20 M. zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr, 3. 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 8, und bei den Bildungs. ausschußmitgliedern der Abteilungen. Touristenverein„ Naturfreunde", Abteilung Mitte. Bande tung durch Alt Berlin Kölln Treffen Sonntag, den 29. Dl rober, 1,30 Uhr Spittelmarit, Normaluhr, ab 6 Uhr im Heim Groß- Berliner Parteinachrichten Der Mordbereitschaftsdienst der Berliner Kriminal- In der Woche vom 23.- 29. Oktober galten in der Zentralmarktder Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. polizei wurde nach dem Grundstück Waldemarfir. 66 gerufen. Im halle folgende Kleinhandelspreise: Die Kassierer der 11., 23., 30., 94, 96., 108., 125., 126. und Rindfleisch 190-280 M., ohne Knochen 250-300 M. Schweinefleisch Keller des Hauses war der 16 Jahre alte Lehrling Ernst Stötter, 320-500 M. Kalbfleisch 200-350 M. Hammelfleisch 200-300 M. Ge- 139. 2bteilung werden hierdurch nochmals aufgefordert, die bereits ber im selben Hause bei seinen Eltern wohnte, in einer großen räucherter Schinken 680 M. und Speck 510-550 M. Schellfisch 130 bis bis spätestens am 30. September fälligen Abrechnungen vom zweiten Blutlache besinnungslos aufgefunden worden. Er hatte zwei 165 M. Kabeljau 155-170 M. Flundern 50-110 M. Rotzungen 75 bis Quartal 1922/23 fofort einzusenden. J. A.: Alex Pagels. Schnittwunden am Halfe, eine Schnittwunde an der linken Pulsader 120 M. In Eis: Zander 190-200 M. Karpfen 120 M. Blele 90-100 M. und außerdem eine Stichwunde an der Brust. Nach Anlegung eines Hechte 110-140 M. Lebende Aale 450 M. Schleie 160-200 M, Plätzen Notverbandes wurde der Stywerverlette nach dem Krankenhaus 105-140 M. Barsche 120-140 M, Eier 38-39 M. das Stück. Natur- Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Wichtige Konferens aller Selfer und Selferinnen Dienstag, den 31. d. M., 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel Bethanien gebracht. Der Befund ließ auf einen Luftmordver butter 710 M. Margarine 400-600 M. Schweineschmalz 700 M. Erbsen such schließen. Die Leiter des Mordbereitschaftsdienstes, die Krimi- 95-140 M. Weiße Bohnen 90-120 M. Weizenmehl 110-120 M. Graupen 2. Streis. Tiergarten. Die Mitgliederversammlung der Freien Schulgemeinde und der Eltern, deren Rinder vom Religionsunterricht befreit find, finder nalfommiffare Gallzow und Bünger, erjiylenen mit mehreren Be- 5 M. Nudeln 70-120 M. Reis 110-160 M. Hühner 225-275 M Gänse Montag, den 30. d. M., 7 Uhr, in der Schulaula Waldenferstr. 20 stati. amten an dem Tatort und die Bernehmungen im Hause und in der bis 81 M. 10 Pfd. Wirsingkohl 18-20 M. Weißkohl 11-13 M. Rotkohl 6. Kreis. Kreuzberg( früherer 19. Diſtrikt). Die für Montag, den 30. b. P., in Rabes Festfälen angefezte Generalversammlung findet nicht statt, Gegend führten auch zur Feststellung einiger Personen unter dem 20-22 M. Blumenkohl 40-65 M. der Kopf. Montag, den 80, Oktober, 7 Uhr, Fraktionsfigung im Bezirksamt ord. Berdacht, ein Sittlichkeitsattentat auf den jungen Burschen verübt zu Mandel. Steinpilze 40-45 M. Tomaten 45-60 M. EBäpfel 18-25 M. ftraße 10, 8immer 29( Kleiner Gigungsfaal). Mittwoch Uhr Bezirksver ordnetenversammlung. baben. Dieser tam im Krantenhaus wieber zur Besinnung und wurde Ebbirnen 20-35 M. Zitronen 15-40 M. das Stück. 325-500 M. Enten 375-400 ML. Rehhühner 250-300 M. Kartoffeln 76 Kohlrabi 40-50 M. die ufer 24, Gaal 5. 12. Kreis. Steglig. Montag, den 30. Oftober, 8 Uhr, Borstandssigung an befannter Stelle. 12. Verwaltungsbezirk. Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Elternbeiräte. Diensag, den 31. Otober, 7 Uhr, Sigung sämtlicher fogialistischen Elternbeiräte und Randidaten unserer Lifte im Gymnasium StegYis, Seesestraße. Sozialistische Lehrer und Studienräte sowie sozialistische Mitglieder der Bezirksschuldeputation sind eingeladen. 14. Areis. Reukölln, Brig, Budow, Rudow. Außerordentliche Frattionsfizung Montag, den 30. Oktober, 7 Uhr, Rathaus Neukölln, Saal 1. 17. Kreis. Lichtenberg. Montag, den 30. Oftober, 7 Uhr, Kreisvorstandssitung bei Gustav Zempel, Gudrunstr. 7. 18. Streis. Weißenfee. Montag, den 30. Oftober, 8 Uhr, im Rathaus, 8immer Nr. 21, Sigung der Bezirksverordnetenfraktion. 20. Areis. Keinidendorf. Montag, den 30. Oktober, 6½ Uhr, Fraktionsfigung der Vereinigten Sozialdemokratie im Rathaus Reinickendorf, Hauptstr. 38. 5. Arcis, Friedrichshain. Dienstag, den 31. Oktober, 7 Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, erweiterte Kreisvorstandssigung. Sum erweis terten Borstand gehören: 1. Der Kreisvorstand, je 15 Mitglieder. 2. 8wei Abteilungsleiter. 3. Zwei Abteilungstaffierer. 4. Swei Frauenleiterinnen der Abteilung. Das Parteisekretariat für den Unterbezirk Potsdam- Oft hat feine Abreffe jegt: Berlin G. 68, Lindenstr. 2. Gernsprechanschluß Dönhoff 5122.( Bitte diese Notiz auszuschneiden und aufzubewahren.) Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 29. Oftober: Die Abteilung Brenzlaner Borstabt veranstaltet heute abend in ber Anla der Gemeindeschule Danziger Str. 23 ihr 5. Stiftungsfeft. Be stehend aus: Wufit, Chorgefang, Ansprache, Rezitationen und Aufführung des Theaterstücks Unser die Welt trotz alledem". Untosten. beitrag 5 M. Anfang 6 Uhr. 9. Kreis. Wilmersdorf. Dienstag, den 31. Oktober( statt Montag), Sigung des lung muß verlagt werden, da die Schulaula nicht freigegeben wird. Wir be14. Kreis. Die für heute abend 7 Uhr feftgefekte Kreismitgliederversamm Bildungsausschusses der Bereinigt. Sozialdemokratie bei Ihlenfeld, Uhland, teiligen uns an der Führung burch die Nationalgalerie, die vom Ortsaus Ece Günzelstraße, 8 Uhr. 14. Kreis. Reutöln. Dienstag, den 31. Oftober, 7 Uhr, Forthegung der Funt. Schuß veranstaltet wird. Treffpunkt: 9 Uhr Sermannplag. tionärversammlung vom 24. Oftober in der Aula des Raiser- Friedrich- Real- Friedrichshagen. Wanderung durch die Dubrow. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof. Fallenberg. Märkische Städtefahrt. Treffpunkt 6 Uhr Atazienhof. gymnasiums, Saifer- Friedrich- Straße 208. Thema: Steuerfragen". Ref. Eduard Bernstein, M. d. R. Karlshorst. Wanderung Ernter, Strausberg. Treffpunkt 26 Uhr Bahnhof. Morgen, Montag, den 30. Offober: Hermsdorf. Jugendheim, Gemeindeschule Noonstraße: MitgliederverDiskussionsabend: Die Biele der Arbeiterjugend". fammlung. Stralaner Viertel. Jugendheim, Gemeindeschule Naglerstr. 3: Westen. Spaziergang durch Alt- Berlin. Treffpunkt 8 Uhr Hochbahnhof Billowstraße. Morgen, Montag, den 30. Oftober: 6. st. 7 Uhr Bezirksführersigung bei Dobroblaw, Swinemünder Str. 11. Die nicht wiedergewählten Bezirksführer müssen bis spätestens Montag das Material abgeben. 8. st.( 4. Diftritt Westen). Der Rinderhort in der Schule Culmstr. 15 ist jeden Montag, Dienstag und Freitag von 4-7 Uhr geöffnet. Genossen der Vereinigten Sozialdemokratie, schidt eure Rinder in den Hort. 9. Abt. 7% Uhr wichtige Funktionärtonferenz bei Hübner, Bilsnader Str. 34. 13. bt.( 15. Abt. der früheren UEPD.). 7½ Uhr Bezirksführer- und AbteiTungsfunktionärsigung bei Alfred Krilger, Buttligstr. 10. 14. Not. 7 Uhr bei Wiesener, Gleimftr. 63, Bersammlung der Elternbeiräte der Mädchenschule Graunstraße. Erscheinen Pflicht. 38. t. 7% Uhr Sigung sämtlicher Funktionäre bei Bauer, Große Frant furter Straße 1. " 56. Sibt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Schneider, Solhendorffstr. 14, Borstands. fizung. Die Bezirksleiter und-tafsierer find bazu eingeladen. 103. 16. Oberföneweibe. 7% Uhr im Reichenfaat der Rottmeyer- Schule Mit gliederversammlung. Thema: Aus der Zeit des Sozialistengefeges". Ref. Gen. Dr. Schütte. 123. Abt. Raulsdorf. 7 Uhr im Jugendheim Funktionärperfammlung. 131. bt. Niederschönhausen. 9½ Uhr Mieterversammlung im Lokal Trescow. Straße 13, Ede Blücherstraße. Thema:„ Das Reichsmietengeset". Referent Gen. Felgentteu. Poft und Telegraphic. 8 Uhr im Gesangsfaal bes Sophien- Lygeums, Wein. meisterstvaße 16-17, äußerst wichtige Ronferens sämtlicher Funktionäre der BEPD. Thema:„ Die wirtschaftlichen und politischen Ereignisse in der fetten Zeit und unsere nächsten Aufgaben". Ref. Abolf Buschick. Es ist dringende Pflicht der Funktionäre, nicht nur selbst an der Ronferenz teilzunehmen, sondern auch die Funktionäre der früheren USPD. mitzubringen. Frauenveranstaltungen am Montag, den 30. Oftober: 9. Kreis. Bilmersdorf. 7½ Uhr bei Pieper, Holsteinische Str. 60. Thema: Die Bedeutung der Einigung für die Frauen". 8. t. 7% Uhr Baugewerksschule, Kurfürstenstr. 140-141. Thema: Die foziale Stellung der Frau im Orient". Ref. Genoffin Erna Büsing. 25. Abt. 7% Uhr bei Lemble, Elbinger Str. 49. Thema:„ Die Einigung". Ref. Hedwig Wachenheim. 27. unb 30. t. 7% Uhr im Seidensaale der Schule Greifenhagener Str. 58, 1 Treppe. Thema: Wege zum Sozialismuts". Ref. Gen. Friz Heinrich. 28. st. 7 Uhr bei Büttner, Schmedter Str. 23. Thema: Heinrich Heine". Ref. Hedwig Riefel. 30. Abt. Giche unter Abteilung 27. 31. 5. 76 Uhr bei Goldschmidt, Stolpischefte. 36. Rezitationen des Gen. Kreutiger. Lieder zur Laute der Genossin Ludwig. 32. bt. 7 Uhr Zimmer 55 der Schule Langeftr. 31, parterre. Thema: Die Einigung und die Frauen". Ref. Genosse Franz Reinknecht. 34. t. 7 Uhr Schule Litauer Str. 21, 8immer 17, Sof lints parterre. Thema: Die wirtschaftliche Stot und die Frauen". Ref. Gen. Genfferth. 37. t. 7% Uhr bei Gerasch, Ebertnstr. 10. Thema: Goziale Probleme in der Landwirtschaft und die Frauen". Ref. Gen. Georg Schulza. 39. bt. 7 Uhr Suristische Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof lints. Thema: Religion und Sozialismus". Ref. Pfarrer France. 42. bt. 7½ Uhr bei Sölte, Bergmannfir. 69. Thema: Erziehung in Haus, Schule und Gemeinschaft". Ref. Gen. Kurt Riegmann. 48. 6. 7% Uhr bei Rekla, Wasserthorstr. 71. Thema: Die Not der Gegen wart und der Sozialismus". Ref. Pfarrer Bleier. Gäste willkommen. 54. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr Lokal Jakob, Galvaniſtr. 7. Thema: Die Zeuerung und ihre Bekämpfung". Ref. Gen. Hildebrandt. 78. Abt. Schöneberg. 7% Uhr Gemeindeschule Feurigitt. 57, Klaffenzimmer 14. Thema: Frau und Gemeinschaft". Ref. Genofsin Hoffmann- Gewinner. Bollzähliges Erscheinen Pflicht. Renföln. 89. Abt. 7% Uhr Lobal Stahl, Sanderstr. 11. Thema: Die Frau in Erfüllung ihrer Rechte und Pflichten als Staatsbürgerin"." Ref. Gen. Reich. 93. bt. 7% Uhr bei Reuter, Raifer- Friedrich, Ede Teupiger Straße. Thema: Die Hausfrau in der deutschen Volkswirtschaft". Ref. Gen. Dr. Ruth Weiland. Alle Genoffinnen der Bereinigten Sozialbemo tratie sind hiermit herzlichst eingeladen. 97. Abt. 7 Uhr im Lehrer summer der 5. Gemeindeschule. Thema: Die Entstehung des Christen103. Abt. Johannisthal, 7½ Uhr Schulaula Friedrichstraße. Thema: Unsere gemeinsame Arbeit in der geeinten Bartei". Ref. Genoffin L. Jacubowski. 121. Abt. Rarlehoeft. 7% Uhr bei Belau, Adalbert-, Ede Röbelstraße. Tages ordnung: Sosiale Fileforge". Ref. Genofsint Scheibenhuber. tums". Ref. Gen. Karl Bittle. 136. Abt. Reinidendorf- Dit. 7% Uhr gemeinsamer Frauenabend im Seebad Residensstr. 49, Vortrag des Gen. Wilsdorf: Jugendwohlfahrt, Jugendgericht und Arbeiterwohlfahrt". 139. Abt. Tegel. 7% Uhr im Jugendheim, Bahnhofstr. 15. 140. Abt. Borfigwalde. 7% Uhr bei Heider, Räusch, Ece Ernststvae. Thema: Weltanschauung und Ethit". Ref. Gen. Gustav Beide. 141. Abt. Rofenthal. 7% Uhr Schule Schillerstraße. Uebermorgen, Dienstag, den 31. Oftober: 8. t.( 4. Distrikt Westen). 7½ Uhr bei Rüdert, Steinmeßftr. 36a, Borstands. fißung. 30. t. 7 Uhr wichtige Funktionärsizung bei Mahntopf, Carmen- Sylva. Straße 123. 81. bt. Friedenau. 7½ Uhr Mitgliederversammlung im Gesellschaftszimmer bes Friedenauer Rathauses, Lauterplay. Thema: Die Einigung der Sozialdemokratie und ihre Zukunftsaufgaben". Ref. Heinrich Ströbel. 90. Abt. Reukölln. 7% Uhr Aula der Knaben- Mittelschule, Donauftr. 120, b. teilungsversammlung. Thema: Politische Tagesfragen". Ref. Genosse Dr. Löwenstein. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg. Achtung! 7 Uhr Jugendheim Parkaue 10, Bannerweihe. Alle Lichtenberger Barteigenossen und genoffinnen find herzlichst dazu eingeladen. Gruppe Brig. Die Arbeitsgemeinschaft Rul furlehre" nimmt Dienstag abend 7 Uhr ihre Arbeit auf bei Schubert, Sannemannstraße 1. Bitte bas Radbruch- Wert mitbringen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 31. Oftober: 55. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Thema: fris Reuter, Tein Leben und Wirken". Ref. Gen. Hinrichsen. 101." Abt. Treptow. 7½ Uhr im 8eichenfaal ber Gemeindeschule Wildenbruch straße. Ref. Gen. Minna Todenhagen: Unsere gemeinsame Arbeit". Rönigswusterhausen. Die 1. Mitgliederversammlung der BSPD. findet am Mittwoch, den 1. November, abends 7% Uhr, im Lotal ,, Giegestrana", Stortower Straße, Ede Rottbuser Straße statt. Eingeführte Gäste willkommen. Ulster wie Abbild. oder ähnliche Form 12000.Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berbandskrankenkaffe des Deutschen Wertmeisterverbandes( Erfaztaffe). Am 80 Ottober, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Dresdener Garten, Dresdener Straße 45. Nichtmitglieder sind freundlichst eingeladen Um zahlreiches Er fcheinen bittet der Vorftand. Schach. Die Abteilung Often bes Arbeiter- Schachtubs veranstaltet am Gonntag, den 29. Oktober, im Lotal Große Frankfurter Str. 10, einen Schach mettkampf mit der Abteilung Lichtenberg, an dem bekannte Berliner Spieler teilnehmen. Beainn vorm. 10 Uhr. Gäfte find herzlich willkommen. Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 28. Oftober. 1. Rennen. 1. Esau( Grabsch), 2. Memento( Nürnberg), 3. Feuer bach( H. Schmidt). Toto: 56:10, Blab: 16, 17, 19: 10. Ferner liefen: Marotte, Rosmunda, Raubgraf II, Glückskind, Hörfelberg. 2, Rennen. 1. Biramete( Jentsch), 2. Majus( Kosina), 3. Jlchida ( Mate). Toto: 27: 10, Plaz: 15, 44, 24: 10. Ferner liefen: Heldin Oper, Barbarossa, Erdrose, Modepuppe, Nalog, Amor. alin( H. Schmidt). Toto: 29: 10, Blab: 22, 18:10. Ferner liefen: Pe3. Stennen. Wolfram III( Janek), 2. Aventin( D. Schmidt), 3. Bestlide, Claudius. 4. Rennen. 1. Ananas( Gabor), 2. Atelei( Olejnik), 3. Jmmer Laerte, Sultan, Bino, Brangäne, Rekord. boran( Kofina). Zoto: 26: 10, Blaz: 12, 11, 16: 10. Ferner liefen: 5. Rennen. 1. Widinger( Huguenin), 2. Casa Bianca( H. Schmidt), 3. Traumdeuter( Olejnil). Soto: 90: 10, Blat: 26, 19, 26: 10. Ferner fiefen: Gagnot, is II, Ulan II, Dunst, Kairos, Isabella, Sommerflor, Heinrich geh. Japs. Simson, Jo. 6. ennen. 1. Sonnentönig( Olejnit), 3. Liftor( D. Schmidt), 3. Tuan jang( Stailer). Toto: 46:10, Blat: 20, 41, 60: 10. Ferner liefen: Alpenitern, Rachiwin. Pali, Velveeteen, Diavi, Adolphus, Feiroris, Scham dich, Pusta. 7. Rennen. Anatreon( D. Schmidt), 2. Ceres( Rastenberger), 3. Räuberhauptmann( Staudinger). Toto: 23: 10, Plat: 13, 14: 10. Ferner liefen: Jlberstedt, Radames. 8. Rennen. Simplicite( Staudinger), 2. Thusnelda( H. Schmidh, 3. Narr( Mate). Toto: 78: 10, Plaz: 20, 22, 17. Ferner liefen: Wedruf, Chaputchin, Used nem apad, Bontajee, Joghill, Damiena, Garderobe. Metallarbeiter 3. Bezirk Bichtenberg! Montag nachm. 4½ Uhr, im Lotal Sak, Möllendorferstr. 106, Renferena jämtlicher Funktionäre der Richtung Amsterdam. Da Tagesordnung fehr wichtig, muß jeder erscheinen. Mitglieds buch der Partei legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Die Freitag Bogfämpfe im Sportpalast brachten wieder einen im Gewerkschaftshaus, Gaal 4, Engelufer 25: Mitgliederversammlung. Tages Franzosen Bontignac in der zweiten Runde fnod out schlug. Bereits Verband der Maler, Badierer use, Filiale Berlin. Montag abend 7 Uhr, überlegenen Sieg Brenzels, der den ihm allerdings faum gewassenen ordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen, Beschlußfassung über die Beitragserhöhung, Bericht von der Tagung des Verbandsbeirates. Bahlreichen gegen Schluß der ersten Runde schien das Schicksal des an und für sich gut Besuch erwartet Die Ortsperwaltung. fämpfenden Franzosen besiegelt. Der Kampf der beiden Bantamgewichts. her Gefundheitsindustrie! Montag, 7% Uhr, im Hochzeits- meister Graß- Will( München) widelte fich nicht ganz so mühelos ab. faal der Sophien- Gale, Berlin, Sophienstr. 17-18, Bersammlung. Braß batte tüchtig zu tun, um Will in der 6. Runde zum Taumeln zu Zentralverband der Angestellten. Faitgruppe: Gemeindebehörden. Sämt bringen. In der 7. Runde wurde der Stampf vom Schiedsrichter abgeliche Sektionen. Mitgliederversammlung Dienstag, 7 Uhr abends, in Saver brochen, da Will ohne einen Schlag erhalten zu haben, noch von den Nachlands festfälen, Neue Friedrichstr. 35. 1. Aufstellung der Kandidatenliste aur wirkungen der 6. Runde zu Boden ging. Der Ausscheidungskampf um die Delegiertenwahl: 2. Was bringt uns das neue Ortsgefeg? nachm. 5 ihr, im Gaal 3 des Gewertschaftshauses, Engelufer 25, Baginiererinnen- önscherle, der seine 10 Runden tapfer standhielt. Ein 6- RundenBerband der Buchbinder u. Papierverarbeiter. Buchbinderbranche. Dienstag Weltergewichtsmeisterschaft brachte Grimm einen Sieg nach Punkten über versammlung. Bollzähliges Erscheinen aller in rage tommenden Kolleginnen Stampf Walter Bub!( Stuttgart) gegen enfchel( Berlin) blieb unentwird erwartet. Montag, nachm. 45 Uhr bei Grindler, Simmerstr. 30, für alle ſchieden. Den Kämpfen wohnte, stürmisch begrüßt, der französische WeltEinpaderinnen, Einschlägerinnen im Atford wichtige Sikung. Tagesordnung: meister Carpentier als Gast bei. Aussprache über den Attordtarif. Bollzähliges Erscheinen wird erwartet. Siemens- Wernerwerk! Dienstag nachm. 4 Uhr bei Marfandt, Nonnen Am Dienstag, den 7. November, findet im Sportpalast ein ZusammenDamm- Allee, Versammlung aller Mitglieder der BSPD. Seber einzelne muß treffen zwischen Breitensträter und Samson statt. Metallarbeiter Bezirk Weißenfee! Dienstag nachm. 4 Uhr, im ,, Grünen Baum". Berliner Allee 204, Funktionärtonferenz der Richtung Amsterdam. italiebsbuch der Bartei legitimiert. Verband der Buchbinder und Bapierverarbeiter. Dienstag, 4% Uhr, im Lokal von Boeter. Weberstr. 17, Branchenversammlung der Etui und Kartonbranche. Bericht von den Erfurter Verhandlungen. Jeder Betrieb muß unbedingt vertreten fein. Die Branchenleitung. Deutscher Holzarbeiterverband. Infolge der Berhandlungen am Mittwoch, den 1. November, im Schlichtungsausschus find nachfolgende Dispositionen getroffen: Mittwoch: Um 7% Uhr Versammlung der Betriebsräte und Ver trauensmänner aller dem Reichsmantelvertrag unterstehenden Betriebe, in Kliems Festfälen, Safenheide 14-15. Die in den Bezirken an diesem Tage. feftaefekten Bertrauensmännerversammlungen werden nur insoweit abgehalten, wie sie bis 5% Uhr feftaefekt find, mit Ausnahme des Bezirks Südwesten, welche ftatt um 7 Uhr um 4% Uhr stattfindet. Die Mitgliederversammlungen für Steglik und Bautischler I finden nicht statt. Für Jalousiearbeiter ift an diefem Tage eine Mitgliederversammlung um 7 Uhr bei Schilling, Rungeftr. 30, angefekt. erfcheinen. Soweit die Branchen, die nicht unter den Reichsmantelvertrag fallen, in Frage kommen, bleiben die getroffenen Dispositionen bestehen. Die Ortsverwaltung. Achtung, Rimmerer! Mittwoch, 6% Uhr, in den Brachtsälen, Blumenstr. 10, Berfammmlung fämtlicher Blah- und Baudelegierten des Soch, Beton- und Tiefbaugewerbes, sowie fämtlicher Fabritbetriebe. Da es fich um eine äußerst wichtige Tagesordnung die lesten Vorgänge in unserem Beruf handelt, ist es unbedingt notwendig, daß jede Arbeitsstelle durch ihren Bertrauensmann vertreten ist. Verbandsbuch sowie Betriebsratsausweis legitimieren. Der Borstand. Deutsch. Werkineifterverband: Solsindustrie. Mittwoch abend 7 Uhr, Mitaliederversammlung, Klubhaus, Ohmstr. 2. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Mittwoch abend 6 Uhr, im Englischen Garten, Aleranderftr. 27, Plenarversammlung. Tagesordnung: 1. Erhebung eines Aulturbeitrages; 2. Stellungnahme aum 9. November. Um beſtimmtes und pünktliches Erscheinen wird gebeten. ADA. Fachgruppe Gemeinde! In ber am Donnerstag stattgefundenen Funktionärversammlung ist mit großer Mehrheit beschloffen worden, die von ber Richtung Amsterdam eingereichte gifte, beginnend mit den Namen Klappot, Eilenberg, Schimmelpfennig der Mitgliederversammlung aur Annahme au empfehlen. Jeder Rollege der Nichtung Amsterdam muß anwesend fein. Arbeitersport. Fußballspiele am Sonntag. Bezirk Norben. 1. Mannsch. Abt. A. 3 Uhr. Nord- Alemannia, SansaMinerva. Abt. B. Wacker 20- Arminia, Cifensp.- Hertha, Charlottenb. Bernau, Tegel- R. B. C. Abt. C. Elstal- Union, Belten- Nordiska, B. C. Abt. D. Reinickendorf- Siemensstadt, Moabit- Teutonia, Korik- Germania. B. Z. B.- Rathenow, Bankow 08- Borwärts, Moabit- Helvetia. Bezirk Often. 1. Mannsch. Abt. A. 3 Uhr. Woltersdorf- Retschendorf, Neuenhagen- Ertner Grenda, Mahlsborf- Erept. B. C. Abt. B. Lustig- Fidel -Frisch- frei. Senzia- Adlershof, Concordia- Reuthen, Mertur- Dtlch).- Wusterhaufen. Abt. O. 3. B. C.- Brandenburg, Oberspree- Aslania, Lichtenberg 2Abt. D. Lichtenberg 1- Fichte Oft, Friedrichshagen, Neukölln- Lichtenbera 3. Sparta- Reichsvereinigung, Stralau- Tasmania. Hodenspiele. Lichtenberg 11- Schönhola 1 in Lichtenberg, Sirschberger Str. 10%-12. Wilmersdorf, I- Lichtenberg II 1 in Wilmersdorf, Birttembergische. Ede Räh ringerstr. 2½- 4. Roland I- Moabit I Schönhauser Allee 3-4, Egerzierplag. Moabit II- Staaten in Wilmersdorf. Adr. oben. 10%-12. Roland II- Charlottenburg II Schönhaufer Allee 1½- 3, Ereraierplag. Lichtenberg 12- Schönhola 2 in Lichtenberg, Hirschberger Str. 9-10%. Athletil Sport Club. Leichtathletik- Socken- Rubern. Männer-, Frauen-, 8-10, Männer Donnerstag 8-10 abends. Waldlauftraining Sonntag vorm. Jugendabteilung. Trainingstage: Jugend Dienstag 7-8%, Frauen Dienstag Fichtesportplan Treptow, Eichbufch- Allee. Ablauf pünktlich 10 Uhr. Anschriften für die Sockenabteilung A. Behrens, N. 87, Binzendorfer Str. 7. Geschäftsstelle E. Seinak, Neukölln, Weisestr. 9. Die Spieltabelle der Wasserballferie erscheint im Arbeitersport vom 1. NoDember. Arbeiter Turn- und Sportbund, Kreis I, Bezirk VI. U Verlegung des 2. Sportpalast- Rennens auf den 1. Movember. Die Leitung des Sportpalastes hat beschlossen, das für Sonnabend, dent 28. Oftober ausgeschriebene Rennen, in dessen Mittelpunkt ein 100Runden Punttefahren und ein Dreiertreffen stehen sollte, auf Mittwoch, den 1. November, zu verlegen. Maßgebend für den Beschluß waren einesteils die aus der schnellen Aufeinanderfolge sportlicher Ber anstaltungen sich ergebenden Schwierigkeiten, andernteils die Wünsche einiger großer Fahrer, ihnen für die Vorbereitung noch einige Tage Beit zu lassen. Geschäftliche Mitteilungen. In der heutigen Nummer inferiert die Firma Sparbrand Syndilat 6. m. b. S. Schwerinftraße 18, ihren pon verschiedenen Gaswerken empfohlenen Gas foarer. Unfere Lefer feien auf diese Anzeige besonders hingewiesen. Gewinn- Auszug ber 20. Preuß- Südd.( 246. Preuß.) Klassen- Lotterie 5. Klaffe 16. Biehungstag 27. Oftober 1922 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, uno stvar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiben Abteilungen I und II Ohne Gewähr. Nachdruck verboten In der 1. 8iehung wurden Gewinne über 1500 Mari gezogen: 2 zu 15000 M 312212 2 zu 10000 M 71068 10 zu 5000 M 11138 59033 80440 134674 281206 112 zu 3000 M 2143 4304 8831 9098 20945 33026 39149 64485 68404 74787 88916 90273 95434 95805 97892 106527 111514 118935 141410 1: 0871 165906 166687 172487 176637 184189 186873 189620 193638 197843 211314 212179 214005 221414 227717 246678 248963 253828 271897 278910 279625 283805 38558 290592 298651 298978 299062 312653 315650 320594 324948 826429 331555 831594 860346 365762 371749 In der 2. Zichung wurden Gewinne über 1500 Mark gezogen: 2 zu 15000 M 339149 4 zu 10000 M 67811 276092 20 za 5000 M 76770 94941 122531 145220 166553 168410 248463 277809 821965 366155 106 zu 3000 M 3571 12948 14380 25289 39928 42653 46155 57004 58888 59428 62074 85403 85518 97860 100981 117985 131469 132946 143128 1600 6 154869 159887 166879 178526 182160 1880 0 188400 197733 198080 209587 210412 213598 215026 217846 224249 280339 236934 242114 263549 267901 269573 273740 276471 296365 305804 216351 322735 336292 342935 35 254 364160 369903 374853 In der 3. Ziehung wurden Gewinne über 1500 Mart gezogen: 2 zu 15000 M 365132 2 zu 10000 M 101017 16 zu 5000 M 6793 51145 59426 81314 199144 210105 309658 343807 10 zu 3000 M 6113 11768 45272 58864 60469 80:20 82772 84093 87027 88480 92648 99589 108601 110129 113789 124281 125610 131521 152820 135050 154065 155015 157608 160063 185656 197075 211871 226326 229030 232768 233572 233748 237029 248158 249490 259884 263182 266840 274380 287224 287679 288978 292886 306066 312721 316735 320183 324055 327462 330815 831946 354903 355937 369160 3 3114 Die in bem vorstehenden Gewinn- Auszug nicht enthaltenen niedrigeren Gewinne finb aus den Listen zu ersehen, die bei ben staatlichen LotterieEinnehmern zur unentgeltlichen Einsicht ausliegen. Nefsraef GEGR. 1815 BERLINC KÖNIGSTR. Herrenkleidung Hausjoppe a kamelhaarfarb. Flauschstoff m. 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Kurfürstendamm steht St. Juft, der große Mann der französischen Revolution im Mittelpunkt des( nach einer Novelle von Annemarie Nathufius verfaßten) Films„ Es leuchtet meine Liebe" von B. E. Lüthge und R. Meinhart. Die Historie ist nur auf Hintergrund; aus diesem schält sich, sehr fein, faft zu fein in der besonderen Linienführung, der Held, der als schwacher Politiker von der geschichtlichen Bühne weg in die engeren Kulissen verliebter Sentimentalitäten gedrängt er Scheint. Immerhin hat dieses Gegeneinander abwägen von weltgeschicht fichent Geschehen und persönlichem Schicksal viel Neiz; einen Reiz, ber auch bramatisch wirksam ist. Die Regie von Baul Ludwig Stein stimmte das Wert auf einen etwas unruhigen, nervösen Grundton, war aber immer auf des im Film Wichtigste, den bildhaften Ausbruck bebacht. Es sind ein paar hübsche und wohl auch originale Regieeinfälle, die der Arbeit mit zu dem sehr starten Erfolg verhalfen, zu verzeichnen. Vieles freilich zerflatterte, auch in der Darstellung. Doch ist Dieterle als St. Just von starker und geschlossener Einheitlichkeit. Maby Christian 3, bie finnliche Gegenrevolution, wirkt glaubhaft und hat eigenartiges Profil, in Spiel und Bild. Marie Antoinettens Schicksal, bes XVI. Qubwig und the Untergang gibt den Vorwurf zu dem von Rudolf Meinert allzu getreu der Geschichte abgelauschten, fast unkritisch photographierten Film Marie Antoinette", den man in der„ Alhambra sah. Es find viele Anjäte zu einem Gerechtigkeitswillen, zu einer psychologischen Kommentierung der Ereignisse da; es wird versucht, menschlich objektiv in die Welt des Hoses, in die Welt der aufbegehrenden, der tobenden Straße hineinzuleuchten. Aber diese Anläufe zu persönlicher Zeichnung hemmen fich selbst im Steinfeld der Tatsachen. Die Regie fommandierte die großen Menschenmengen geschickt und trug auch etwas Seele und Sinn der Zeit in ihre gärende Buntheit. Gleichwohl, man ist der Mengen im Film schon fatt, das Auge schmerzt, von Kostüm und historie überfüttert; mag auch der Sturm auf Versailles technisch vorzüglich gelungen sein. In den Hauptrollen hatte man blendend besept. Diane Karenne, Französin, raffig, eine glaubhafte Franzosenkönigin, gibt ein vorzügliches Bild, fie hat noble, von allem Billigen entfernte Geste; ist als eiftigstolze Ariftofratin intensiver denn als Frau und Mutter. Ludwig XVI. ist Bittor Schwannede. Ein fast sympathischer Schwächling; ein Kind, bem man Spielzeuge nimmt. Es gehört sehr viel darstellerische Kultur und Disziplin dazu, diese Rolle an der Karifatur vorbei in die sichere Tragit zu spielen. Ganz schlecht, wie Oeldruckscherze, bie Revolutionschargen. ilnerhört schlampig, sogar mit orthographischen Fehlern belassen, die Titel. Nachlässigkeiten; euva, wenn am österreichischen Hof norddeutsch gesprochen, und Erzherzoginnen mit Prinzessin angeredet werden. Gut die Photographie. Der Haustavellmeister Schmidt- Gentner besorgte die Musit. Sie allein hätte schon einen Erfolg verbürgt. Wundervoll, wie er die Marseillaise thematisch verwendet, sie aus den Ereignissen heraus gleichsam werden läßt. p- 8. Lucrezia Borgia. Richard Oswald hat mit feinem LadyHamilton- Film in Deutschland und besonders in Dollarita großen Erfolg gehabt. Und so ging er an einen zweiten großen historischen Film, der wieder mit dem Aufgebote aller erdenklichen Hilfsmittel: prächtiger italienischer Landschaften und Architekturen, prominenter Schauspieler, riesiger Bauten, einer Unmaffe Requisiten usw inszeniert wurde, aber im ganzen doch keinen bezwingenden Gesamteinbrud hinterließ und auch faum erheblich Neues an Regieeinfällen bot. Der Renaissancestoff der Lucrezia Borgia ist in der Literatur Ziel mancher Anläufe gewesen, B. Hugo, der Historiker Gregorovius und der Dichter C. F. Meyer haben ihn u. a. Sonntag, 29. Oktober 1922 Theater der Woche. Bom 29. Ottober bis 6. November. Bollsbühne: 29., 81. u. 6. Ueber die Kraft, 2. Teil. 30. Die Ratten. 1.,& Opernhaus: 30. Madame Butterausgenutzt. In der Tat eine bedeutend- intereffante Frau auf großem, farbenreichen historischem Hintergrund. Die Borgia- Familie ersteht vor uns, Papst Alerander, der weltlichste, macht und genußgierigste aller Päpste, mit seinen legitimen Kindern: Giulio, Cesare, dem Brudermörder und strupellosen Gewaltmenschen, in dem Macchiavelli ein Instrument für feine italien ben Einhetspläne fah, und endlich Lucrezia, die vielgefeierte. 5. Die Lüge. 2. u. 4. Der Verschwender. fln. 31. Balestrina. 1. Cavalleria rusticana. Bajazzi. 2. Der fliegende und geschmuste, bald der Blutschande bezichtigt, bald als Mäzenatin Solländer. 3. Cosi fan tutte. 4. 8um 50. Male: Die verkaufte Braut. 5. Der Schauspielhaus: 30. Napoleon. 31., 3. u. 5. erhoben. Der Film springt mit der Geschichte frei um, man hat den Ein- Rosenkavalier. 6. Carmen. druck, den Spießern zulieb ist die Wahrheit retouchiert: aus den Kindern George Dandin. Der Arzt wider Willen. 1. Rönig Richard III, 2. u. 6. Beer Dentsches Theater: 29. u. 31. Und das Licht scheinet in des Papstes werden Neffen und aus diesen grandiosen Bestien mehr oder Gynt. 4. Othello. weniger reputierliche Leute. Der Papst( Bassermann) ist ein Biedermann der Finsternis. 30., 1., 2. u. 5. Der lebende Leichnam. 3. Tanzabend: Niddy Jmpetoven. 4. Gespenster. 6. Simson oder Scham und Eifersucht. Kommer und hat nur einen, allerdings starken Moment, als er den Mörder Cesare picle: 29. u. 30., 2., 5. u. 6. Timotheus in flagranti. 81, 1., 3. u. 4. Das Glas mit dem Fluch belegt. Lucrezia ist zu passiv, um als Titelbeldin gelten Waffer. Theater in der Röniggräger Straße: 29., 31., 1., 2., 4. u. 5. Die zu können und zudem wird Liane Haid mit ihrem hübschen Gesicht ihrer Jüdin von Toledo. 30., 3. u. 6. Die wunderlichen Geschichten des KapellDeutsches Opernhaus: 29. Carmen. 30. Oberon. 31. Der eigenartigen Größe nicht gerecht. Cesare ist der große Verbrecher geblieben, meisters Kreisler. aber trop bes faszinierenden Ausbrucks, dem Conrad Beibt ein blaffes, Sigeunerbaron. 1. Tiefland. 2. Mignon. 3. La Traviata. 4. u. 5. Aida. 6. Figaros Hochzeit. Schiller- Theater: 29. u. 3. Alt- Heidelberg. 30. u. 1. fast zu asretisches Antlik verleiht, bleiben seine ehrgeizigen, großen poli- Bygmalion. 31., 2., 4. u. 5. Roſenmontag. 6. Göz von Berlichingen. tischen Pläne ganz außer Betracht: er wird zum reinen Satanisten. Reine Großes Schauspielhaus: Der Widerspenstigen Zähmung. Neues Bollsungemischte Freude hat man an den Banditen Cesares: drei wahren Theater: 29., 31., 1., 2., 5. u. 6. Michael Kramer. 30., 3. u. 4. Der EngGalgenvögeln, unter ihnen Baul Wegener und Heinrich George, länder. Gatyros. die burleske Seiten in den Film bringen. Natürlich bietet der siebenattige Film eine Fülle schöner Motive und Stimmungsvolle Landschaften umrahmen die bildkräftiger Eindrücke. allzu lockere, nicht gestraffte Handlung. Massenszenen( vor allem die im 3irtus) sind nicht gespart. Der große Trid ist die nur allzu breit ausgesponnene Bestürmung der Burg Besaro, die glänzendes Zeugnis für die Filmtechnik ablegt( darunter auch eine nächtliche Belagerung). sicher hat der Regisseur es auch nicht gewollt und er gab Augenschau und Das Leßte einer gewaltigen Zeit wird in diesem Film nicht sichtbar, teine Psychologie. Aber dieses Bilderbuch ist uns für europäischen Geschmack doch zu amerikanisch; wir verlangen mehr von einer solchen Maschine. 1 1 Theater Die Tribüne: 30. Geschlossen. Ab 31. Der Teufelsschüler. Komödienhaus: 29, bis 1. Henne im Rorb. 2. u. 3. Gefchloffen. Ab 4. Die Erwachsenen. Evianon- Theater: Berliner Theater: Madame Pompadour. Lifft, die Kokotte. gen. Residenz- Theater: Der Schlafwagenkontrolleur. tral Theater: 29. u. 5. Rabale und Liebe. 30. u. 1. bis 4. Kleinbürger. Lessing- Theater: 29., 31., 1. 1. 2. Bater und Sohn. 30. Faust. 3. bis 6. Der Deutsches Künfiler- Theater: 29., 31., 1. bis 6. Liebelei. Die Lore. Biberpela. Theater in der Kommandantenstraße: Schlemihl, 30. Madame Sans- Gene. Romische Oper: Europa spricht davon! Lustspielhaus: 29. bis 31. Die Schule Metropol- Theater: New York- Berlin. der Rokotten. Ab 1. Reftelknüpferin. Renes Operetten- Theater: Die schwarze Rose. Thalia- Theater: Prinz Don im Theater des Westens: 29. Tristan und Isolde. Juan. Theater am Rollendorfplay: Dein Mund Große Bellsoper 30. Der Troubadour. 31. Fidelio. 1., 3. u. 4. Don Pasquale. 2. Die Entführung aus dem Serail. h. d. 5. Lohengrin. 6. Samson und Dalila. Kleines Theater: Agnes Jordan. Wallner- Theater: Die fleine Günderin. Walhalla Theater: Die tolle Lola. Die Jungfrau von Orleans. Vor etwa 20 Jahren tam die erste ver- Theater des Oftens( Rese- Theater): 29. bis 1. Bachstelzchen. Ab 2. Der Tod filmte Jungfrau von Orleans zu uns. Höchstwahrscheinlich aus Frank der Lady Bembroke.. Rafino- Theater: 29. bis 2. Lämmelmanns Bummelfahrt. Intimes Theater: Die Leiter. Frau Abas reich, und auf den Jahrmärkten Deutschlands, wo man sich in der dem Ab 3. Müllers Prinzeßchen. G. m. b. S. Heute nicht! Allein endlich! Schloßpart- Theater Steglig, Kinomatographen benachbarten Bude womöglich im Panorama Dreyfus Großes Saus: Ab 30. Der Frechbachs. Kleines Haus: Daisy. auf der Teufelsinfel ansah, wurde man mit ihr bekannt. Durch sie wurden Crainquebille. Folies Caprice: Čine Liebesnacht. Nach dem Ball. Die wir in die Geheimnisse des Films eingeweiht und es war sehr wirkungs- Späne. Psychose. Neues Theater am 800: Dorine und der Zufall. voll, wenn die Jungfrau nach ihrer Berbrennung auf einer großen, von am Kurfürstendamm: Der Wauwau. Renaissance- Theater: Miß Sara Samp Engeln bestandenen Freitreppe ins Jenseits ging. Inzwischen haben die fon. Russisches Romantisches Theater: Nuffisches Ballett. Zeiten sich ziemlich gründlich geändert. Der Film hat sich schier unglaub- Nachmittagsvorstellungen. Bollsbühne: 29. Die Ratten. Deutsches Theater: 29. 2 Uhr Tanzmatince: lich vervollommnet, Deutschland hat seine eigene Dreyfus- Affäre, Aegypten 5. Ueber bie Straft, 1. Seil. hat eine halbe Jungfrau von Orleans, die Leiterin einer Pfadfinderinnen- Nidon Impekoven. 2½ Uhr: Das Glas Waffer. 5. Die Büchse der Pandora. Rammerspiele: 29. u. 5. Der Raub ber Sabinerinnen. schule wurde, die Türkei hat eine ganze, die es bis zum Unterrichtsminister 29. u. 5. Mann fann nie wiffen.- Theater in der Königgräger Straße: 29. 11. 5. brachte, und im Marmorhaus sah man Geraldine Farrar als Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler. Deutsches OpernJungfrau. Diese so reiches Erleben bergende Rolle schöpft fie voll aus. hans: 29. Der Evangeliman. 5. 11 Uhr: 2. Sinfoniekonzert. 2½ Uhr: Mignon. Dazu taten Photographie und Regie das ihre, so daß wirklich gute Bilder Schiller- Theater: 5. Die fünf Frankfurter. Großes Schauspielhaus: 29. u. zustande tamen. Die Regie hat überhaupt fehr beachtliche Einfälle und Danton, Nenes Wolks- Theater: 29. u. 5. Der Engländer. Satyros. wirft durch sein beobachtete Kleinigkeiten erhellende Schlaglichter auf den Deutsches Künstler- Theater: 29. u. 5. Wenn wir Toten erwachen. Komödien. haus: 29. u. 5. Prinzessin Olala. Berliner Theater: 29. u. 5. Der Trou Charakter der handelnden Personen. Das Visionäre, das sich im Film gut babour. Zentral- Theater: 29, Rosmersholm. Luftspielhaus: 29. Der Werhineinkomponieren läßt, wirft natürlich auf den Durchschnittsmenschen von wolf. Metropol- Theater: 29. Die Bajadere. Reves Operetten- Theater: heute nicht überzeugend, und solch starke Augenblicke, die unbedingt mit 29. u. 5. Ein Bradtmädel. Thalia- Theater: 29. u. 5. O schöne Beit, o felige Wallner- Theater: 29. u. 5. Die Rarlsschüler. Walhalla- Theater: fortreißen, fand man nicht. In den Massenszenen aber liegt Leben und Beit. 5. Der fliegende Holländer. Schwung. Und die vielen Pferde, die alten Rüstungen und die wehenden sieben Raben. Theater des Dfiens( Rose- Theater): 20. Die 4. u. 5. Frau Hole. Kasino- Theater: 29. Die lustige BeFahnen formen fich zum wuchtigen Einbrud. Man sieht den aufwirbelnden Behrung. Intimes Theater: 29. Die Peitsche und...? usw. Neues Theater Staub, und man täuscht sich selbst so in die Wirklichkeit hinein, daß man am 800: 5. Gyges und sein Ring. den Hufschlag der Rosse und das Knittern im schwerseidenen Fahnenwald zu verspüren meint. Als zum Schluß Johanna verbrannt wird, arbeitet der Film mit der ihm eigenen Jlusion, die dieses Verzehrtwerden durch Flammen in voller Anschaulichkeit vor fich gehen läßt. Erbebend und zugleich eine Linie zur Jehtzeit findend, benft man an die Zeiten der fchivärjesten Realtion, wo die Gewalthaber ben qualvollen Tod ihrer Opfer einer absichtlich verhetten und im tiefsten Aberglauben gelassenen MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Menge als grandioses Schauspiel boten. Etwas über die Bessing- Theater: Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Palelots, Schlüpfer, prima Stoffe Vollwertiger Ersatz für Maß:: Zivile Preise Leistungsfähigkeit der Stiller- Geschäffe: Das Schuhwarenhaus Carl Stiller, welches auf ein mehr als 55 jähriges Bestehen zurückblickt, nimmt unter den deutschen Schuhwaren- Detailgeschäften den ersten Rang ein. Die zahlreichen, in den meisten Stadtteilen sowie auch in grösseren Städten Deutschlands vorhandenen Verkaufsstellen bilden durchweg selbständig geleitete, grosse Schuhwaren- Spezialgeschäfte" und keine notdürftig mit Waren ausgestatteten Filialbetriebe. Auswahl 1 Unsere Auswahl ist bekanntermassen eine sehr grosse. Die Vielseitigkelt unserer Warenlager von den billigsten bis zu den feuersten Preislagen ist eine überraschend grosse. Wir legen besonderen Wert darauf, gangbare Artikel nicht nur in allen notwendigen Mengen, sondern was sehr wichtig ist diese Mengen auch in den erforderlichen vielen Weiten stets vorrätig zu haben. Wir sind deshalb nicht nur in der Lage, jedem Geschmack Rechnung zu tragen, sondern wir vermögen was von grosser Bedeutung ist auch für jeden Fuss etwas Passendes zu bieten. Wir beschränken uns nicht darauf, nur allgemein gangbare Sorten und Formen zu führen, sondern wir studieren und beobachten die Mode des In- und Auslandes und bemühen uns, mit den neuesten Schöpfungen der Schuhbranche als erste auf dem Markte zu erscheinen. Unsere Modelle sind vorbildlich und finden allgemeine Nachahmung. Auch auf hygienischem Geblet sind wir bestrebt, Neuheiten zu bringen, die der Fusspflege in ausgedehntestem Masse Rechnung fragen. Preiswürdigkeit Unsere Millionen- Umsätze setzen uns in den Stand, so vorteilhaft wie eben nur möglich einzukaufen, und infolge dieser grossen Umsätze können wir uns mit einem kleinen Nutzen begnügen. Unsere heutigen Verkaufspreise sind zurzeit noch derartig niedrig gestellt, dass sie bei weitem nicht unsere Wiederbeschaffungspreise erreichen. Wer jetzt kauft, spart Geld! Bedienung Wir verfügen über Hunderte von gut geschulten Verkaufskräften, welche zumeist schon jahrelang der Firma angehören. Die Bedienung ist aus diesem Grunde eine durchaus sachgemässe und in jeder Beziehung musterhafte. In unseren gross und bequem eingerichteten Verkaufsräumen verbürgen wir uns für eine stets glatte und schnelle Bedienung. Da wir das Beste zu führen gewohnt sind, können wir für die Güte unserer Waren einstehen. Stiller gegründet 1867 ind Korge Kauf ohne Sorge- bei Korge Ez Eleganteste Winterkleidung, Wäsche! 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M., nachm, 24 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes in Steukölln, Mariendorfer Weg, aus statt Rege Beteiligung erwartet 128/20 Die Ortsverwaltung. Hierdurch die traurige Nachricht, daß meine liebe, gute Frau 62,9a Emma Juppenlatz geb. Zimmermann nach turzer, schwerer Krankheit im Alter von 27 Jahren gestorben ist. Die Einäscherung findet am Montag, ben 30. Oftober, vorm. 11 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Dantiagung. Für die Teilnahme an der Einäscherung meines lieben Mannes und Baters Edwin Hauck der fagen wir allen Berwandten, Befannten und Freunden sowie den Kollegen Firma Daimon, ber BSPD. 55. Abt. und dem Holzarbeiterverband unseren Dank Die frauernden Hinterbliebenen. Deutscher Metallarbeiter- Verband orig- System Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833, 834, 835, 836. Montag, 30. Oftober, abends 7 Uhr, in der Mula des Kölnischen Gymnesiums, Inselstr. 2-5: Branchenversammlung der Elektromonteure und Helfer Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Warum müffen wir der Organisation angehören? 2. Disfuffion. Pflicht. Das Erscheinen aller Kollegen ist Mitgliedsbuch legitimiert. Graveure und 3iseleure. Dienstag, 31. Oftober, nachmittags 4 Uhr, im„ Megandriner"( Saal 2), Alexandrinenfir. 87a: Außerordentliche Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Bericht von den Reichstarifverhandlungen in Leipzig. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Ber fchiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! Chirurgische Branche. Dienstag, 31.Oktober, nachm. 4/ hr, in den Sophiensälen( Großer Gaal), Sophienstr. 17/18: Branchenversammlung Zagesordnung: Berichterstattung über die Lohnverhandlungen. Gs ift Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen, plinttlich zu erscheinen, da wir den Saal um 17 Uhr räumen müffen, Dienstag. 31. Offober, nachm. 5 Uhr, in den Residenz- Festfalen, Landsberger Straße. 31: Brauchenversammlung der Emaillierer u. verw. Berufe. Tagesordnung: 1. Bericht von unserer Lohnverhandlung. 2. Distuffton. 3. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Dienstag, 31. Offober, cbbs. 6% Uhr, in Kliems Festjälen, Hasenheide 13-15: Branchenversammlung der Rohrleger, Helfer und Bau flempner. Zagesordnung: 1. Die Lehren unferes Stretts. 2. Bericht von den Lohnverhandlungen. 8. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Vertrauensmänner versammeln fich am 5 Uhr im selben Betal. Dienstag, 31. Oftober, abends 7 Uhr, im Berbandshaus, Linienftr. 83-85: Versammlung der Hauptgruppe III, Unter gruppen 5, 6 und 7. Tagesordnung: 1. Das Betriebsrätegefeg und die Demobilmachungsverordnung bei den jegigen Berhält niffen in der Metallindustrie. Rferent: Stollege Jante. 2. Gruppenangelegen heiten. 123/19 Die Ortsverwaltung. Allgem. Ortskrankenkasse für Zehlendorf u. Umgegend. Bekanntmachung. Auf Grund der Berordnung vom 12 September 1922 wird mit Birkung Dom 30. Oftober 1922 laut Beschluß des Borstandes und des Ausschusses ber Grundlohn minmehr bis auf 500,- 902." erhöht. Zu den bisherigen Stufen A und 1-15 tommen noch folgende neue Grundlohnstufen hingu: Tägi Arbeitsverdienst Stufe Grundloha Don 260,01-820, " " 820,01-400, 400,01-480, 480.01 und mehr 17 300,-90%. 18 200, 19 440, N 20 500, " Die Arbeitgeber werben hierdurch er fucht, alle diejenigen Arbeitnehmer unter Aufklär. Buch m. 50 Bild. über uns hilfebring daas" b. Rückgratverkrümm hoher Schulter a. Hüfte( keine Berufsstörung) Zu bezieh. geg Eins. von 5 M od. Nachn. Von Pranz Moszci, Berlin W 7, 100 Küchen i. d. modernsten Ausführungen. Ganz aparteModelle, in weiß Emaillelack und naturlasiert. Preiswert zum Einzelverkauf. Besichtigung lohnend! Berliner Möbelhaus Moritz Hirschowitz Südost Skalitzer Straße 25. Hochbahn Kottbuser Tor. Inferate im Worwarts Mageeb. Str. 25 fichern Erfolg! 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